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| 31. März |
31. MärzDer 31. März ist der 90. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 91. in Schaltjahren) - somit verbleiben 275 Tage bis zum Jahresende. .
Ereignisse
- 307 - Nach der Scheidung von Minerva heiratet Konstantin der Große Fausta, die Tochter des abgedankten römischen Kaisers Maximian.
- 1282 - Beginn der Sizilianischen Vesper.
- 1794 - Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder: Georges Jacques Danton, zuerst als Held der französischen Revolution gefeiert, wird wegen einer angeblichen Verschwörung verhaftet.
- 1854 - Der Friede von Kanagawa wird zwischen den USA und Japan geschlossen und öffnet ersteren die Handelshäfen Shimoda und Hakodate.
- 1866 - Die spanische Marine beschießt den Hafen von Valparaíso in Chile.
- 1885 - Großbritannien erklärt Bechuanaland zum britischen Protektorat.
- 1889 - In Paris wird der Eiffelturm eingeweiht.
- 1905 - Die erste Marokkokrise wird ausgelöst, nachdem Kaiser Wilhelm II. von Deutschland in Tanger ein deutsches Mitspracherecht in Marokko einfordert und damit Frankreich und Großbritannien vor den Kopf stößt.
- 1909 - Serbien anerkennt die österreichische Annexion von Bosnien und Herzegowina.
- 1917 - Die Todesstrafe wird in Russland von der provisorischen Regierung abgeschafft.
- 1917 - Die USA übernehmen die Jungferninseln nach einer Zahlung von 25 Millionen US-Dollar von Dänemark.
- 1933 - In Österreich verbietet das austrofaschistische Regime den Republikanischen Schutzbund.
- 1939 - Freundschafts- und Nachbarschaftsvertrag zwischen Italien und San Marino
- 1948 - Das bis heute geltende Autonomiegesetz für die Färöer tritt in Kraft.
- 1959 - Der 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, überquert die Grenze zu Indien und erhält politisches Asyl.
- 1964 - Brasilien. Militärputsch. General Humberto Castelo Branco wird Staatspräsident.
- 1966 - die Parlamentswahlen in Großbritannien enden mit einem deutlichen Sieg der Labour Party.
- 1979 - Abzug der letzten britischen Truppen von Malta
- 1979 - Bei einer Volksabstimmung im Iran entscheiden sich angeblich 99 % der Bürger gegen die Monarchie.
- 1991 - Der Warschauer Pakt wird aufgelöst.
- 1991 - In Albanien finden die ersten freien Wahlen statt.
- 1992 - Deutschland. Bundesverteidigungsminister Gerhard Stoltenberg tritt zurück.
- 1998 - Beginn der Verhandlungen über Estlands EU-Beitritt
- 1999 - Angola. Die Beobachter der Vereinten Nationen werden abgezogen.
- 2001 - In Nauru wird Staatspräsident Bernard Dowiyogo durch ein Misstrauensvotum gestürzt, da ihm Korruption und die Begünstigung von Geldwäsche vorgeworfen werden.
- 2001 - Nach dem offiziellen Ende der Volkszählung in Indien wird bekannt gegeben, dass das Land 1,027 Milliarden Einwohner hat.
Wirtschaft
- 1840 - In den USA wird für öffentliche Bedienstete der 10-Stunden-Tag eingeführt.
Wissenschaft und Technik
- 1966 - Die Sowjetunion startet Luna 10, die als erster Satellit den Mond umkreisen wird.
- 1970 - Explorer 1 taucht nach 12 Jahren im All wieder in die Erdatmosphäre ein.
- 1994 - Die Wissenschaftszeitschrift Nature berichtet von der Entdeckung des ersten vollständigen Schädels des Australopithecus afarensis in Äthiopien.
Kultur
- 1745 - Die Ballettkomödie "Platée" von Jean-Philippe Rameau wird in Versailles uraufgeführt.
- 1841 - Uraufführung der 1. Sinfonie ("Frühlingssinfonie") von Robert Schumann durch das Gewandhausorchester Leipzig, Dirigent ist Felix Mendelssohn Bartholdy.
- 1930 - Mit dem Hays Code werden in den USA strenge Richtlinien für die Behandlung von Sex, Gewalt und Religion in US-amerikanischen Filmen erlassen.
- 1943 - Das Musical "Oklahoma!" von Richard Rodgers wird im New Yorker Saint James Theatre uraufgeführt.
Religion
Katastrophen
- 1931 - Ein Erdbeben zerstört Managua in Nicaragua und fordert 2.000 Todesopfer.
- 1986 - Nahe Mexiko-Stadt. Nach einem Feuer an Bord prallt eine Boeing 727 der Mexicana gegen einen Berg. Alle 166 Passagiere sterben.
- 1995 - Bukarest, Rumänien. Ein Richtung Brüssel, Belgien gestarteter Airbus A310 der Tarom stürzt kurz nach dem Start ab. Ein Triebwerk war auf Startleistung geblieben, während das zweite in den Leerlauf ging, was die Piloten nicht beheben konnten. Alle 60 Insassen sterben.
Sport
- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1980 - Larry Holmes gewnnt den Box-Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Leroy Jones im Caesars Palace, Las Vegas durch technischen KO.
- 1997 - Martina Hingis wird als jüngste Tennisspielerin (als 16-jährige) Nummer 1 in der WTA-Rangliste.
Geboren
WTA
- 1499 - Pius IV., Papst von 1559-1565
- 1519 - Heinrich II. von Frankreich, französischer König
- 1596 - René Descartes, französischer Philosoph
- 1621 - Andrew Marvell, englischer Dichter
- 1637 - Anne Hyde, erste Frau von James II. (England)
- 1656 - Marin Marais, französischer Gambist und Komponist
- 1675 - Benedikt XIV., Papst 1740-1758
- 1723 - Friedrich V. (Dänemark), König von Dänemark und Norwegen
- 1732 - Joseph Haydn, österreichischer Komponist
- 1788 - Rama III., König von Siam
- 1818 - Raiffeisen Friedrich-Wilhelm, Gründer der Genossenschaftsbewegung, Bürgermeister von Flammersfeld ab 1848
- 1819 - Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst, deutscher Reichskanzler
- 1848 - Robert Planquette, französischer Komponist
- 1864 - Karl Bonhoeffer, deutscher Psychiater
- 1870 - George Holt Thomas, britischer Verleger und Luftfahrtpionier
- 1872 - Alexandra Kollontai, russische Revolutionärin und Diplomatin
- 1872 - Arthur Griffith, Gründer der irischen Partei Sinn Féin
- 1872 - Sergei Diaghilew, russischer Balletttänzer
- 1878 - August Winnig, deutscher Gewerkschafter und Schriftsteller
- 1885 - Jules Pascin, französischer Maler
- 1886 - Tadeusz Kotarbiński, polnischer Philosoph des Lemberg-Warschauer Kreises
- 1889 - Muriel Hazel Wright, US-amerikanische Historikerin
- 1889 - Adolf Jäger, deutscher Fußballspieler
- 1890 - William Lawrence Bragg, britischer Physiker (Nobelpreis für Physik 1915)
- 1893 - Clemens Krauss, österreichischer Dirigent
- 1895 - John Jay McCloy, US-amerikanischer Hoher Kommissar in Deutschland
- 1895 - Otto Griebel, deutscher Maler der Neuen Sachlichkeit
- 1900 - Bernhard Bauknecht, deutscher Politiker
- 1904 - Harry Buckwitz, deutscher Regisseur
- 1906 - Shinichiro Tomonaga, japanischer Physiker (Nobelpreis für Physik 1965)
- 1908 - Ferry Dusika, österreichischer Radrennfahrer
- 1911 - Elisabeth Grümmer, deutsche Sängerin
- 1912 - Hermann Höcherl, deutscher Politiker
- 1914 - Emil Kemmer, deutscher Politiker
- 1914 - Octavio Paz, mexikanischer Schriftsteller und Diplomat
- 1920 - Rolf Boysen, deutscher Schauspieler
- 1925 - Bernhard Heisig, deutscher Maler und Grafiker
- 1927 - César Chávez, Gründer der US-amerikanischen Landarbeitergewerkschaft
- 1927 - Wladimir Sergejewitsch Iljuschin, sowjetischer Pilot
- 1927 - Eduardo Martínez Somalo, katholischer Kardinal und Camerlengo
- 1928 - Lefty Frizzell, US-amerikanischer Country-Sänger
- 1929 - Helmut Rothemund, deutscher Politiker
- 1930 - Julián Herranz Casado, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1932 - Nagisa Oshima, japanischer Filmregisseur
- 1933 - Anita Carter, Country- und Folk-Sängerin
- 1933 - Gerhard Ruhbach, deutscher Theologe und Kirchengeschichtler
- 1934 - Carlo Rubbia, italienischer Physiker (Nobelpreis für Physik 1984)
- 1934 - John D. Loudermilk, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1934 - Shirley Jones, US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin
- 1935 - Adolf Dresen, deutscher Theaterregisseur
- 1935 - Herb Alpert, US-amerikanischer Musiker
- 1935 - Richard Chamberlain, US-amerikanischer Schauspieler und Sänger
- 1936 - Marge Piercy, US-amerikanische Schriftstellerin
- 1937 - Hartmut Lange, deutscher Schriftsteller
- 1938 - Dietmar Schlee, deutscher Politiker
- 1939 - Karl-Heinz Schnellinger, deutscher Fußballspieler
- 1939 - Swiad Gamsachurdia, georgischer Politiker, erster Präsident Georgiens
- 1939 - Volker Schlöndorff, deutscher Filmemacher und Regisseur
- 1940 - Erwin Marschewski, deutscher Politiker und MdB
- 1940 - Timm Ulrichs, deutscher Künstler
- 1941 - Alfred Paul Schmidt, österreichischer Schriftsteller
- 1941 - Heinz Putzhammer, Vorstandsmitglied des DGB
- 1943 - Christopher Walken, US-amerikanischer Schauspieler
- 1944 - Rod Allen, britischer Gitarrist und Sänger
- 1946 - Allan Nichol, US-amerikanischer Musiker
- 1946 - Klaus Wolfermann, deutscher Leichtathlet
- 1947 - Al Goodman, US-amerikanischer Sänger
- 1948 - Al Gore, US-amerikanischer Politiker (Vizepräsident unter Bill Clinton)
- 1948 - Mike Ralphs, britischer Musiker
- 1948 - Thijs Van Leer, niederländischer Musiker und Sänger
- 1950 - András Adorján, ungarischer Schachspieler
- 1950 - Richard Hughes (Musiker), britischer Musiker
- 1955 - Angus Young, schottischer Musiker
- 1958 - Pat McGlynn, britischer Musiker
- 1962 - Olli Rehn, finnischer Politiker
- 1964 - Jürgen Wegmann, ehemaliger Fußballspieler
- 1965 - Oliver Rohrbeck, deutscher Synchron- und Hörspielsprecher
- 1966 - Roger Black, britischer Leichtathlet und Olympiateilnehmer, sowie TV-Moderator und Motivator
- 1968 - Christian Liebig, deutscher Journalist
- 1971 - Ewan McGregor, schottischer Schauspieler
- 1972 - Alejandro Amenábar, chilenischer Filmregisseur
- 1975 - Bettina Zimmermann, Model und Schauspielerin
- 1976 - Colin Farrell, irischer Schauspieler
Gestorben
- 32 v. Chr. - Titus Pomponius Atticus, römischer Ritter
- 1328 - Karl IV. (Frankreich), König von Frankreich von 1322 bis 1328
- 1341 - Iwan I., Fürst von Moskau und Großfürst von Wladimir
- 1567 - Philipp I. (Hessen), war Landgraf von Hessen (1509/1518-1567)
- 1616 - Johann Adolf, Fürstbischof von Lübeck und Bischof, Bremen und Hamburg
- 1621 - Philipp III., König von Spanien und Portugal
- 1631 - John Donne, englischer Schriftsteller
- 1671 - Anne Hyde, erste Frau James Stuarts, des Herzogs von York
- 1703 - Johann Christoph Bach, Sohn von Heinrich Bach, deutscher Komponist
- 1722 - Campegius Vitringa, reformierter Theologe
- 1727 - Isaac Newton, britischer Philosoph und Mathematiker
- 1765 - Anna Constantia Gräfin von Cosel, Mätresse August des Starken
- 1831 - Johann Wilhelm Xhonneux, wallonischer Landwirt und Chronist
- 1837 - John Constable, britischer Landschaftsmaler
- 1841 - George Green, britischer Mathematiker und Physiker
- 1843 - Thomas Fowler, Mathematiker und Erfinder
- 1855 - Charlotte Brontë, britische Schriftstellerin
- 1868 - Jacob Ludwig Theodor Reh, deutscher Politiker
- 1869 - Allan Kardec, Begründer des Spiritismus
- 1873 - Wilhelm Stern, deutscher Pädagoge
- 1877 - Antoine-Augustin Cournot, französischer Mathematiker und Wirtschaftstheoretiker
- 1880 - Henryk Wieniawski, polnischer Violinist und Komponist
- 1884 - Konrad Deubler, österreichischer Landwirt, Bäcker, Gastwirt und Bürgermeister von Goisern
- 1885 - Franz Abt, deutscher Komponist und Kapellmeister
- 1888 - Jean Marie Guyau, französischer Philosoph
- 1898 - Eleanor Marx, deutsch-englische Sozialistin und jüngste Tochter von Karl Marx
- 1913 - John Pierpont Morgan, US-amerikanischer Unternehmer und Bankier
- 1914 - Christian Morgenstern, deutscher Dichter und Schriftsteller
- 1914 - Hubert von Herkomer, englischer Maler, Bildhauer, Musiker und Schriftsteller
- 1915 - Wyndham Halswelle, britischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1917 - Emil Adolf von Behring, deutscher Bakteriologe und Serologe, Nobelpreisträger
- 1920 - Lothar von Trotha, deutscher General der Infanterie
- 1920 - Paul Bachmann, deutscher Mathematiker
- 1928 - Gustave Ador, Schweizer Politiker
- 1929 - Evaristo Lucidi, italienischer Kardinal
- 1930 - Emil Krebs, deutsches Sprachgenie
- 1945 - Hans Fischer, deutscher Chemiker, Nobelpreisträger
- 1947 - Georg Ledebour, deutscher Politiker
- 1948 - Egon Erwin Kisch, Journalist und Reporter
- 1949 - Friedrich Bergius, deutscher Chemiker, Nobelpreisträger
- 1953 - Jack Akkersdijk, niederländischer Fußballspieler
- 1953 - Walter Schellenberg, Chef der militärischen Geheimdienste im Dritten Reich
- 1959 - Johann Heinrich Suhrkamp, gründete 1950 den Suhrkamp Verlag
- 1963 - Heinrich-Wilhelm Ruhnke, deutscher Politiker
- 1965 - Ernst Kirchweger, das erste politische Todesopfer in Österreich nach 1945
- 1965 - Philip Showalter Hench, US-amerikanischer Arzt
- 1968 - Elly Ney, deutsche Pianistin und Musikpädagogin
- 1968 - Skeets McDonald, US-amerikanischer Country-Musiker
- 1969 - Gustav Fuchs, deutscher Politiker
- 1971 - Michael Browne, katholischer Geistlicher
- 1973 - Kurt Thomas, deutscher Komponist und Chorleiter
- 1974 - Karl Hohmann, deutscher Fußballspieler
- 1978 - Charles Best, US-amerikanischer Physiologe und Biochemiker
- 1978 - Charles Herbert Best, US-amerikanischer Physiologe
- 1983 - Karandasch, russischer Clown
- 1986 - O'Kelly Isley, US-amerikanischer Sänger
- 1986 - Paulus Rusch, Bischof der Diözese Innsbruck
- 1988 - William McMahon, australischer Politiker und Premierminister
- 1989 - John Jay McCloy, US-amerikanischer Politiker, Bankier und Jurist
- 1993 - Brandon Lee, US-amerikanischer Schauspieler
- 1994 - Léon Degrelle, belgischer Faschist
- 1997 - Friedrich Hund, deutscher Physiker
- 2000 - Gisèle Freund, deutsche Fotografin und Soziologin
- 2001 - Clifford Glenwood Shull, Physiker
- 2003 - Emmanuel Ghent, US-amerikanischer Komponist
- 2003 - H. M. S. Coxeter, britisch-kanadischer Mathematiker
- 2004 - Hedi Lang, Schweizer Politikerin
- 2004 - Hedwig Pistorius, österreichische Schauspielerin
- 2004 - René Gruau, italienischer Graphiker
- 2005 - Terri Schiavo, US-amerikanische Komapatientin
Feier- und Gedenktage
Siehe auch
- 30. März - 1. April
- 31. Januar - 30. April
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0331
ja:3月31日
ko:3월 31일
simple:March 31
th:31 มีนาคม
Gregorianischer KalenderDer gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.
Gregorianische Kalenderreform
Kalender
Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand.
Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform.
Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt.
Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann.
Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.
Die Schaltregeln
- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.)
oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.
Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern
Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt.
Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen.
Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.
Charakteristika
Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen.
Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird.
Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).
Siehe auch
- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.
Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit
Weblinks
- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon]
Kategorie:Kalender
als:Gregorianischer Kalender
ja:グレゴリオ暦
ko:그레고리력
ms:Kalendar Gregorian
simple:Gregorian calendar
th:ปฏิทินเกรกอเรียน
307
Politik und Weltgeschehen
- Mai - Marcellus I. wird Bischof von Rom nach einer mehrjährigen Sedisvakanz wegen der Christenverfolgung.
-
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ko:307년
Konstantin der Große
Flavius Valerius Constantinus ( - um 280, † 22. Mai 337), auch bekannt als Konstantin der Große oder Konstantin I., war römischer Kaiser von 306 bis 337.
Historisch bedeutend ist Konstantin wegen
- der erstmaligen und folgenreichen Verwendung des Christusmonogramms als Feldzeichen einer römischen Armee (Schlacht bei der Milvischen Brücke im Jahre 312);
- des Toleranzedikts von Mailand von 313, das die allgemeine Religionsfreiheit garantierte, und damit unter anderem auch das Christentum zur erlaubten Religion im römischen Reich machte (siehe auch Konstantinische Wende);
- der Einberufung des ersten Konzils von Nicäa;
- der Verlegung des Kaisersitzes nach Nova Roma (Neues Rom), nach seinem Tode ihm zu Ehren allgemein Konstantinopel (Stadt des Konstantin) genannt.
Es existiert glücklicherweise eine sehr ausführliche Biografie von ihm, die Eusebius von Caesarea verfasst hat. Dieser war jedoch ein glühender Bewunderer des Kaisers, so dass sein Werk nach Ansicht der modernen Historiker nicht den Standards heutiger Geschichtswissenschaft bezüglich Objektivität entspricht. Vielmehr war Eusebius daran gelegen, den Kaiser als möglichst überzeugten Christen darzustellen und zu überhöhen.
Neben den historisch belegten Tatsachen gibt es viele Einzelheiten bezüglich Konstantin, die bis heute offen sind, besonders was sein Verhältnis zum Christentum betrifft.
Leben
Jugend und der Weg zur Macht
Konstantin wurde um 280 (ein genaues Jahr ist nicht überliefert, jedoch das Geburtsdatum: 17. Februar) als Sohn von Constantius Chlorus und dessen Ehefrau Helena, der Tochter eines Gastwirts, in der illyrischen Stadt Niš (im heutigen Serbien) geboren. Er hatte drei Halbbrüder, Julius Constantius, Flavius Dalmatius und Flavius Hannibalianus. Über seine Jugend ist wenig bekannt.
Nachdem Constantius 293 in Diokletians Tetrarchie Caesar geworden war, lebte Konstantin zuerst am Hof des Diokletian und begleitete dann Galerius in den Krieg an der Donau. 305 gelang es ihm, seinen Vater in England aufzusuchen, wo er sich auf dessen Feldzug gegen die Pikten und Schotten so auszeichnete, dass er nach dessen Tod 306 von den Truppen zum Augustus (Hauptkaiser) ausgerufen wurde, doch begnügte er sich mit dem Caesartitel, der ihm von Galerius zugestanden wurde.
Damit war jedoch die tetrarchische Ordnung Diokletians durchbrochen und sollte, trotz einiger zaghafter Restaurierungsbemühungen, nicht mehr hergestellt werden können (siehe Kaiserkonferenz von Carnuntum 308), da nun wieder die dynastische Idee an Boden gewann.
Konstantins Mitkaiser in der Tetrarchie, in die er schließlich aufgenommen wurde, waren Galerius (305–311), Severus (306–307), Maximinus Daia (308–313) und Licinius (308–324). Daneben kam es zur Usurpation von Maximians Sohn Maxentius (von den anderen nicht anerkannt, 306–312) und zur Erhebung des Domitius Alexander (Usurpator 308–309) in Africa.
307 ließ Konstantin sich von seiner ersten Frau Minervina, der Mutter seines Sohns Crispus (305–326), scheiden und heiratet Fausta, die Tochter des mit Diokletian zurückgetretenen Kaisers Maximian. Als Caesar blieb er zuerst in seinen Provinzen Gallien und Britannien (er residierte unter anderem im damals gallischen Trier) und überließ den Mitkaisern Galerius und Severus die Bekämpfung des Maxentius und des Domitius Alexander. 309 ließ Konstantin eine neue Goldmünze prägen, den Solidus, der sich noch lange bewähren sollte.
310 ließ Konstantin Maximian, der angeblich gegen ihn intrigiert hatte, umbringen. Nach dem Tod des Galerius 311 musste er sich außerdem mit Maxentius auseinandersetzen, der zuvor Severus geschlagen und getötet hatte.
Erringung der Herrschaft im Westen
312 besiegte Konstantin Maxentius in der Schlacht bei der Milvischen Brücke, wobei er der Legende nach kurz zuvor eine Christuserscheinung bzw. Kreuzesvision hatte. Konstantin, der bereits vorher eher zum Monotheismus geneigt hatte (wie sein Vater hatte er den Sonnengott Sol Invictus verehrt) und das Christentum bereits seit seiner Jugend kannte, begünstigte es in der Folgezeit immer mehr. Allerdings lässt sich daraus nicht zuverlässig ableiten, ob und inwieweit er sich mit dem Glauben identifizierte. Am ehesten kann man ihn wohl als einen Verehrer des Christengottes bezeichnen, nicht aber unbedingt als Christen im eigentlichen Sinne.
313 traf Konstantin mit Licinius, dem Kaiser des Ostens, zusammen. Dieser heiratete Konstantia, die Lieblings(halb-)schwester Konstantins. Zusammen verabschiedeten sie das Toleranzedikt von Mailand, oder auch Zwei-Kaiser-Edikt genannt, das das Christentum den anderen Religionen gleichstellte und somit den Christen im ganzen Reich freie Ausübung ihrer Religion zusicherte. Falsch ist jedoch wenn man daraus ableiten wollte, dass das Christentum damals schon zur De-facto-Staatsreligion erhoben worden wäre. Dies geschah erst unter Theodosius I.
Konstantin selbst bekannte sich außerdem nicht öffentlich zum Christentum: auf dem Triumphbogen (Konstantinsbogen), der seinen Sieg an der Milvischen Brücke feiert, fehlen zwar die meisten sonst üblichen heidnischen Motive bis auf die Siegesgöttin Viktoria und der Sonnengott, aber ebenso fehlen alle eindeutig christlichen Symbole. Vielmehr bedeutet Konstantins Edikt Freiheit der Glaubensentscheidung für alle Religionen. Dennoch förderte er das Christentum und beschenkte die Kirche, die nun offen für ihren Glauben werben konnte, und stärkte die Stellung der Bischöfe. Zudem - und dies erwies sich letztlich als entscheidend - ließ Konstantin seine Söhne im christlichen Glauben erziehen. Nach 324 verschwinden auch heidnische Münzembleme, außerdem werden zunehmend christliche Beamte bevorzugt. Auch kommt es zu vereinzelten Plünderung von heidnischen Tempeln und dem Verbot privater Haruspizien.
In den folgenden Jahren wurde Konstantin mit den Problemen der Kirche in Africa konfrontiert, die sich in traditionelle Kirche und Donatisten gespalten hatte. Die Spaltung konnte jedoch nicht rückgängig gemacht werden, doch war das Eingreifen Konstantins in diesen Streit ein Zeichen für dessen neues Selbstverständnis, auch eine Art von Schutzfunktion über die Kirche auszuüben.
Bereits 316 gewann er im Streit mit Licinius Illyrien. 323 kam es endgültig zum Konflikt zwischen Konstantin und seinem Mitkaiser und Schwager. Licinius unterlag 324 (er wurde 325 von Konstantin hingerichtet, obwohl dieser zuvor geschworen hatte, ihn zu schonen). Damit war Konstantin alleiniger Herrscher des römischen Reichs.
Konstantins Reichspolitik als Alleinherrscher
325
Konstantin verlegte seine Hauptresidenz in den Osten, in die alte griechische Kolonie Byzanz (heute Istanbul), die er prächtig ausbaute und 330 feierlich einweihte. Die neue Hauptstadt wurde erst offiziell als Neu-Rom bezeichnet, aber bald Konstantinopel genannt (aus Konstantin und griechisch πολις / polis - Stadt). Rom, schon seit Jahrzehnten nur noch pro forma Hauptstadt, verlor damit weiter an Bedeutung, wenn es auch weiterhin ein wichtiges Symbol für die Romidee blieb. Doch ist Konstantins Schritt verständlich, da zum einen die strategische Lage der neuen Hauptstadt ungleich besser war (sie lag an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt und war von der gefährdeten Donau- und Ostgrenze etwa gleich weit entfernt; zudem war sie besser geschützt) und zum anderen im wirtschaftlich weitaus wichtigeren Osten lag. Allerdings wurde die Stadt erst nach einigen Jahrzehnten zur faktischen Hauptstadt des östlichen Reichsteils.
326 kam es zu einem Skandal: Konstantin tötet seinen ältesten Sohn Crispus und kurz darauf seine Frau Fausta. Die Erklärungen dafür variieren: nach einer Geschichte soll Fausta Crispus beschuldigt haben, ihr nachzustellen, worauf Konstantin seinen Sohn tötete. Als er dann feststellte, dass die Anklage falsch war, tötete er auch die Urheberin der Intrige. In jedem Fall zeigte sich, dass Konstantin im Zweifelsfall nicht zögerte, zur Gewalt zu greifen.
332 schlug Konstantin die Goten und sicherte durch einen Vertrag (foedus) die Donaugrenze ab. Konstantin trieb auch ansonsten zahlreiche Maßnahmen zur Stabilisierung der Grenzen voran und sicherte auch noch einmal die Rheingrenze. Die schon vorher von Diokletian eingeleitete Heeresreform wurden unter ihm abgeschlossen. So gab es von nun an ein regelrechtes Bewegungsheer (Comitatenses) und ein Grenzheer (Limitanei). Auch das Amt des Heermeisters (Magister militum) wurde von Konstantin geschaffen, ebenso neue Hofämter, wie das Amt des Quaestor sacri palatii (Leiter der Kanzlei) und des Magister officiorum (Leiter der Verwaltung), während die vorerst drei Prätorianerpräfekten nun die Leiter der zivilen Verwaltungsdistrikte des Reiches waren. Im Inneren hielt Konstantin auch an Diokletians Kurs fest (sakrale, nun freilich nicht mehr heidnische, Stellung des Kaisertums, zunehmende Bindung der Bauern an den Boden).
Kurz vor Beginn eines Feldzugs gegen die Sassaniden erkrankte Konstantin schwer und starb bald darauf am Pfingstfest 337 bei Nikomedia. Wie es damals üblich war, hatte sich Konstantin erst kurz vor seinem Tod vom arianischen Bischof Eusebius von Nikomedia taufen lassen. Seine drei Söhne Konstantin II., Konstantius und Konstans hatte Konstantin schon früh zu Caesaren ernannt. Diesen Titel erhielt 335 auch sein Neffe Dalmatius. Doch kam es nach dem Tod Konstantins zu einem Blutbad innerhalb der Familie und einem Bruderkrieg unter den Söhnen Konstantins (siehe Spätantike, III.3).
Religionspolitik als Alleinherrscher
Im Osten waren die Christen zahlreicher als in der Stadt Rom (trotzdem stellten sie auch dort eine Minderheit dar), so konnte Konstantin sich in den letzten vierzehn Jahren seiner Regierung offen als "Christ" bzw. als Anhänger des Christengottes zeigen. Seine Protektion der Christen (in der modernen Forschung spricht man von der Konstantinischen Wende) gegenüber den Heiden löste zahlreiche Bekehrungen bei Hofe aus. Dennoch sind kaum Anzeichen dafür erkennbar, dass der Kaiser plante, die traditionellen Kulte zu benachteiligen oder gar zu verbieten - die gegenteiligen Behauptungen bei Eusebius sind von zweifelhafter Glaubwürdigkeit.
Offenbar hatte der Kaiser kaum Interesse oder Verständnis für dogmatische und christologische Probleme. Vielmehr scheinen seine religiösen Vorstellungen noch stark den älteren paganen Traditionen verhaftet gewesen zu sein - nur dass er nun eben nicht mehr Jupiter (wie noch Diokletian) oder den Sonnengott (wie Aurelian oder sein eigener Vater) als persönlichen Schutzgott ansah, sondern eben den Gott der Christen. Von entscheidender Bedeutung für die weitere Entwicklung war aber, dass Konstantin seine Söhne und Nachfolger christlich erziehen liess.
325 berief er das Erste Konzil von Nicäa, das erste ökumenische Konzil, ein. Dieses lehnte einen von Konstantin unterstützten Kompromissvorschlag ab und entschied mit dem Bekenntnis von Nicäa klar gegen Arius. Konstantin, der wohl weniger theologische als politische Ziele verfolgte, schickte in der Hoffnung auf eine Konsolidierung des Reiches Arius in die Verbannung.
Der arianische Streit war dadurch jedoch nicht beigelegt. Unter dem Einfluss seiner Schwester Konstantia und ihres arianischen Hofbischofs Eusebius von Nikomedia sowie seines Biografen Eusebius von Caesarea wechselte Konstantin die Seiten, verbannte Athanasius, den Gegenspieler von Arius, und ließ Arius aus der Verbannung zurückrufen.
Die Konstantinische Schenkung, nach der er von Papst Silvester I. getauft wurde und diesem bzw. der katholischen Kirche zum Dank zahlreiche materielle und immaterielle Privilegien zugesprochen hat, wurde schon im 10. Jahrhundert als Fälschung betrachtet, was dann im 15. Jahrhundert endgültig bewiesen werden konnte.
Konstantin in der Beurteilung der Nachwelt
Silvester I.
Als bedeutende Gestalt in einer entscheidenden Epoche der Geschichte ist Konstantin sowohl von der Kirche einerseits als auch von Kirchengegnern und radikal anti-katholischen Christen andererseits instrumentalisiert worden, um unterschiedliche Sichtweisen zu begründen - dabei wurden jedoch von beiden Seiten Argumente aufgeführt, die bis heute historisch nicht belegbar sind. Offen ist z.B., was Konstantin unter Christentum verstand, ob er persönlich gläubiger Christ war und seit wann, ob er theologisch auf der Seite der Trinitarier oder der Arianer stand oder letztlich gleichgültig gegenüber beiden theologischen Richtungen war. Als er kurz vor seinem Tod getauft wurde, empfing er das Sakrament jedenfalls von einem Arianer.
Sein Biograf Eusebius war ihm immens dankbar für das Ende der Christenverfolgungen, die er selbst erlebt hatte, und schildert ihn als sehr heiligen Christen mit dramatischer Bekehrung vor der Schlacht an der Milvischen Brücke - mit Vision, Traum, Pauken und Trompeten.
Doch betrachtet man den diesbezüglichen Triumphbogen und spätere Münzen, so zeigte sich Konstantin damals jedoch (noch) nicht als Christ - es gibt eher einige Hinweise auf den ebenfalls monotheistischen Mithraskult.
Jedenfalls zeigte er sein Christentum im überwiegend heidnischen Westen nicht offen - im mehrheitlich christlichen Osten (und nach der Erringung der Alleinherrschaft!) stellte er sich hingegen eher als Christ dar und bezeichnete sich als Isapostolos - als ...den Aposteln gleich. In beiden Fällen ist offen, was Politik ist und was persönliche religiöse Überzeugung. Tatsächlich nahm Konstantin für sich weiter ein sakrales Kaisertum in Anspruch, welches jedoch auch weiterhin nicht über dem Recht stand (siehe dazu auch Spätantike). Seine Nachfolger schritten auf diesem Weg zum Gottesgnadentum weiter.
Konstantins Mutter, Flavia Iulia Helena Augusta, dürfte Christin gewesen sein - bei ihr gibt es viele Aktivitäten, die sich sonst nicht erklären lassen (Bau von Kirchen wie beispielsweise die berühmte Geburts- sowie die Grabeskirche, Reise ins Heilige Land usw.).
Obwohl Konstantin andere Religionen duldete und Konstantinopel sogar mit neuen Tempeln ausstatten ließ, bedeutete seine Herrschaft sowie seine - vermutlich letztlich doch am ehesten mit persönlichen Überzeugungen zu erklärende - Hinwendung zum Gott der Christen dennoch fraglos eine entscheidende Wende in der abendländischen Geschichte. Gerade weil Religion und Staat bei den Römern stets eng verknüpft gewesen waren, dauerte es nicht mehr lange, bis das Christentum zur einzigen religio licita im Imperium wurde. Dennoch bestand das Heidentum noch lange fort - und noch im frühen 6. Jahrhundert rächte sich der gebildete Heide Zosimos, indem er in polemischer Absicht überlieferte, Konstantin sei nur deshalb Christ geworden, weil er, besudelt mit dem Blut Unschuldiger, Vergebung gesucht habe: Weil eben nur die Christen bereit gewesen seien, dem "verbrecherischen Kaiser" mühelose Erlösung zu versprechen, habe er sich ihnen zugewandt - was freilich eine Verzerrung der Realität darstellte, da die Hinwendung bereits vor den düsteren Ereignissen im Jahre 326 stattfand.
In der orthodoxen Kirche wird Konstantin hingegen als Heiliger verehrt. In der katholischen Kirche ist er zwar im Kalender aufgeführt, gilt aber nicht als Heiliger - vermutlich wegen der Verlegung der Hauptstadt nach Konstantinopel. Im Byzantinischen Reich galt Konstantin als das Ideal eines gerechten und starken Herrschers.
Konstantin war jedenfalls mit Diokletian der Architekt des spätantiken römischen Staates und der Wegbereiter für das Imperium Romanum Christianum.
Siehe auch
- Spätantike
- Portal und Themenliste Rom
- Konstantinische Schenkung
Literatur
Aus der sehr umfangreichen Fachliteratur seien nur einige Beispiele genannt:
- Alan Bowman u.a. (Hgg.): The Cambridge Ancient History 12, The Crisis of Empire, AD 193–337, Cambridge 2005.
- Klaus Bringmann: Die konstantinische Wende. Zum Verhältnis von politischer und religiöser Motivation, in: Historische Zeitschrift 260 (1995), S. 21–47.
- Jakob Burckhardt: Die Zeit Constantins des Großen, Basel 1853 (zahlreiche Nachdrucke). [http://gutenberg.spiegel.de/burckhar/constant/constant.htm Bei Gutenberg-DE] Klassische Studie, die Konstantin eher negativ bewertet (als Machtmensch).
- Manfred Clauss: Konstantin der Große und seine Zeit. Beck, München 1996. (Beck Wissen) ISBN 3-406-41042-1 Knappe und gut lesbare Einführung in die Thematik.
- Noel Lenski (Hg.): The Cambridge Companion to the Age of Constantine, Cambridge 2005, ISBN 0-521-52157-2. Aufsatzsammlung, die einen guten Überblick über die Materie verschafft.
- Ramsay MacMullen: Constantine. Dial Press, New York 1969; Nachdruck Croom Helm, London 1987. ISBN 0-7099-4685-6 Bisher die beste moderne Darstellung.
- Ekkehard Mühlenberg (Hrsg.): Die Konstantinische Wende (Veröffentlichungen der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie 13). Kaiser, Gütersloh 1998. ISBN 3-579-01814-0 Aufsatzsammlung mit Überlegungen zu den geistigen Grundlagen der Religionspolitik Konstantins.
- Karen Piepenbrink: Konstantin der Große und seine Zeit. Wiss. Buchges., Darmstadt 2002. (Geschichte kompakt) ISBN 3-534-15499-1 Wie Clauss eine Einführung, allerdings etwas systematischer und mit Glossar etc.
- Peter Weiß: Die Vision Constantins. In: Jochen Bleicken (Hrsg.): Colloquium aus Anlass des 80. Geburtstages von Alfred Heuß. Kallmünz 1993. S. 143–169. Englische (aktualisierte) Fassung: The vision of Constantine. In: Journal of Roman archaeology 16 (2003), S. 237–259. Wichtiger, aber sehr umstrittener Aufsatz, der Konstantins Vision auf ein natürliches astronomisches Phänomen zurückführt.
Weblinks
- [http://www.roman-emperors.org/conniei.htm Informative und fachwissenschaftliche Kurzbiografie aus dem DIR-Projekt (engl.)]
- [http://www.bautz.de/bbkl/k/konstantin_d_g_k.shtml Fachwissenschaftliche Biografie aus dem Bautz mit reichhaltigen Literaturangaben]
Kategorie:Mann
Kategorie:Kaiser (Rom)
Kategorie:Alte Kirche
Kategorie:Konstantinische Dynastie
Kategorie:Geboren unbekannt
Kategorie:Gestorben 337
ja:コンスタンティヌス1世
Fausta.]]
Flavia Maxima Fausta ( - wohl 298; † 326 in Trier) war die Tochter des Kaisers Maximian und der Syrerin Eutropia. Sie heiratete Konstantin I. im Jahre 307.
Aus dieser Ehe gingen drei Söhne hervor, die nach Konstantins Tod 337 Kaiser wurden: Konstantin II., Konstantius II. und Konstans.
326 kommt es zu zwischen Konstantin I., Fausta und seinem ältesten Sohn Crispus, der aus seiner ersten Ehe stammt, zu einer Tragödie: Konstantin tötet seinen Sohn und kurz darauf seine Frau Fausta. Die Erklärungen dafür variieren: nach einer Variante soll Fausta Crispus beschuldigt haben, ihr nachzustellen, worauf Konstantin seinen Sohn tötete und als er dann feststellte, dass die Anklage falsch war, auch die Urheberin der Intrige. Im Nachhinein soll Konstantin das Ereignis als so schwerwiegend angesehen haben, dass ihm nur in der Taufe vergeben werden konnte.
Siehe auch: Liste der römischen Kaiser
Weblinks
Kategorie:Ehepartner berühmter Person
Kategorie:Römer
Kategorie:Frau
Maximian
Marcus Aurelius Valerius Maximianus ( - um 240 bei Sirmium, heute Sremska Mitrovica, in Pannonien; † 310 in Gallien), genannt Herculius, war vom 1. März 286 bis zum 1. Mai 305 zusammen mit Diokletian Kaiser des Römischen Reichs.
Leben
Aufstieg
Aus einer armen Familie stammend, machte Maximian bis 285 Karriere in der Armee, als der neue Kaiser Diokletian, sein Freund, ihn zum Caesar (Unterkaiser) machte und ihm die Regierung des Westteils des Reiches übergab. Im folgenden Jahr wurde Maximian Augustus neben Diokletian (und zuständig für den Westen des Reichs), und im Jahr 293, als Diokletian die Tetrarchie einführte, wurde sein Schwiegersohn Constantius sein Caesar.
Erfolge
Während seiner Regierung hatte Maximian einige militärische Erfolge vorzuweisen: gegen die Alamannen und Burgunder im nördlichen Germanien, gegen die Carpi an der Donaugrenze und gegen Carausius, der in Britannien rebellierte und sich selbst zum Kaiser erklärte. Darüber hinaus stärkte er die Grenzverteidigung in Afrika.
Erzwungener Rücktritt
Am 1. Mai 305 traten Diokletian und Maximian zusammen zurück, wobei klar ist, dass es sich nicht um den Willen Maximians handelt, sondern dass er von Diokletian gedrängt wurde. Galerius und Constantius Chlorus wurden neue Kaiser, Flavius Valerius Severus und Maximinus Daia neue Caesaren.
Rückkehr in die Politik
Als Constantius im Folgejahr starb, griff Maximian wieder in die Reichspolitik ein: sein Sohn Maxentius nahm den Kaisertitel im Westen an und Maximian ernannte sich selbst im Februar 307 erneut zum Augustus. Maximian löste die Konflikte rund um seine Regierung, indem er Severus und Galerius in einer Schlacht schlug und Constantius’ Sohn Konstantin I. an seine Seite brachte und mit seiner Tochter Fausta vermählte.
Scheitern und Tod
Auf der Kaiserkonferenz von Carnuntum 308 wurde Maximian von Diokletian jedoch wieder zur Abdankung gezwungen und floh zu seinem Schwiegersohn Konstantin nach Gallien. 310 erklärte er sich dort zum dritten Mal zum Kaiser, war aber nicht mehr in der Lage, sich gegen Konstantin zu verteidigen, der ihn schließlich zum Selbstmord zwang.
Literatur
- Jörn Kobes: Maximianus Herculius, in: Manfred Clauss (Hg.), Die römischen Kaiser. 55 historische Porträts von Caesar bis Iustinian, München 1997, 272-275 (2. Aufl. 2001; 3. Aufl. 2005)
Weblinks
- [http://www.roman-emperors.org/maxherc.htm Biografie in De Imperatoribus Romanis (engl.)]
Kategorie:Mann
Kategorie:Kaiser (Rom)
Sizilianische VesperDer Ausdruck Sizilianische Vesper bezeichnet einen Aufstand 1282 in Sizilien gegen die Herrschaft Königs Karl I. von Anjou, der 1266 mit päpstlicher Unterstützung die Macht über die Insel erlangt hatte (päpstliche Belehnung mit dem Königreich Neapel: 1263).
Die Erhebung hatte ihren Ursprung im Kampf zwischen dem Heiligen Römischen Reich, in Gestalt der Hohenstaufenkaiser auf der einen (genauer: in Gestalt der Nachkommen Friedrichs II., des letzten Stauferkaisers, also Manfreds (†1266) und Konradins (†1268)), und dem Papst auf der anderen Seite um die Macht über Italien. Nachdem 1266 der letzte Hohenstaufen besiegt war, vertraute Papst Urban IV. das Königreich von Sizilien Karl von Anjou an. Karl sah die sizilianischen Gebiete als ein Sprungbrett für seine Interessen am Mittelmeer, wozu er den Sieg über den byzantinischen Kaiser Michael VIII. Palaiologus zählte.
Es gibt zwei Deutungen des Geschehens, die einander nicht unbedingt ausschließen. Die eine betont die weltpolitischen Ambitionen Michael Palaeologus’ und des Aragonesischen Königs Peter III. bei der Anzettelung des Aufruhrs; die andere bezieht sich auf die grundlegende Ablehnung der Regierung Karls durch das sizilianische Volk. Die letztere Sicht gewann durch den Patrioten Amari breite Popularität.
Das Ereignis erhielt seinen Namen dadurch, dass der Aufstand zu Beginn des Abendgottesdienstes, der Ostermontagsvesper seinen Anfang nahm und schließlich zu einem Massaker an den französischen Einwohnern Siziliens führte, das ungefähr sechs Wochen später erfolgte. Nach der Legende begann er, als eine sizilianische Frau auf der Suche nach ihrer Tochter in eine Kirche in Palermo ging, die den ganzen Tag dort betend verbracht hatte, sah aber, wie sie in der Kirche von einem französischen Soldaten geraubt wurde. Darauf lief die Mutter auf die Straße und schrie laut Ma fia! Ma fia! (im mittelalterlichen sizilianischen Dialekt „Meine Tochter“). Einige sehen in dieser Geschichte eine Erklärung für die Entstehung des Wortes „Mafia“.
Der Nutznießer des Aufruhrs war König Peter III. von Aragón der eine erfolgreiche Invasion startete, und damit zu Peter I. von Sizilien wurde.
Karl behielt die Macht über das Königreich Neapel auf dem Festland bis zu seinem Tod 1285; seine Erben regierten, bis die Nachfolger Peters die beiden Gebiete 1442 wieder vereinigten.
Literatur
Steven Runciman: Die sizilianische Vesper. Eine Geschichte der Mittelmeerwelt im Ausgang des 13. Jahrhunderts, München 1959 (engl. 1958, mehrere Nachdrucke).
Kategorie:1282
Kategorie:Aufstand
Kategorie:Massaker
Kategorie:Byzantinische Geschichte
Kategorie:Sizilien
ja:シチリアの晩祷
Georges DantonGeorges Jacques Danton ( - 26. Oktober 1759 in Arcis-sur-Aube, Département Aube; † 5. April 1794 in Paris) war einer der Führer der unteren Volksschichten in der Französischen Revolution und Leiter des ersten Wohlfahrtsausschusses (bis 10. Juli 1793). Er war berühmt für sein Redetalent.
1793
Leben
Danton stammte aus einer kleinbürgerlichen Familie. Nach seinem Studium bei den Oratorianern wurde er Schreiber beim Prokurator von Paris. Ab 1786 arbeitete er im Conseil du Roi, wurde 1787 Rechtsanwalt und blieb dort bis 1791. Zugleich Mitglied der Pariser Kammer, wurde er ab Dezember 1791 dort der stellvertretende Staatsanwalt.
Mit Camille Desmoulins und Jean Paul Marat schuf er 1790 den radikalen Klub der als Cordeliers bezeichneten radikalen Demokraten der Jakobiner. Zusammen mit Jean-Paul Marat und Louis Antoine Léon de Saint-Just bildete er deren Spitze.
Danton beteiligte sich nach der Flucht des Königs als engagierter Vertreter der Republik maßgeblich an einer Versammlung auf dem Marsfeld, die am 17. Juli 1791 in einer Unterschriftensammlung den Sturz des Königs und die Einführung der Republik forderte. Man nimmt an, dass er durch diese Propaganda eine wesentliche Rolle beim Sturm der Tuilerien und der Inhaftierung der königlichen Familie am 10. August 1792 gespielt hat.
Im selben Jahr übernahm er den Posten als Justizminister. Er organisierte die Terrorherrschaft, beteiligte sich aber nicht an den Septembermorden, die eine Folgeerscheinung der militärischen Erfolge der antifranzösischen Koalition darstellten, leitete aber auch keine Gegenmaßnahmen ein. Kurz darauf legte er sein Ministeramt nieder.
Zum Sturz der Girondisten verbündete er sich mit der Bergpartei und erreichte so als Mitglied des Konvents am 10. März 1793 die Einrichtung eines außerordentlichen Gerichtshofes, des späteren Revolutionstribunals.
Als er sich nach Verteidigung der Revolution gegen äußere Feinde 1794 im ersten Koalitionskrieg für ein Ende des Terrors einsetzte, stürzte ihn Robespierre. Ein Versuch, mit dem feindlichen Ausland Friedensverhandlungen aufzunehmen, führte zu seinem Ausschluss aus dem Wohlfahrtsausschuss. Einem Rat, er soll ins Ausland flüchten entgegnete er mit den berühmten Worte: „Nimmt man denn das Vaterland an den Schuhsohlen mit?“
Am 31. März 1794 wurde Danton verhaftet und nach kurzem Prozess durch den Wohlfahrtsausschuss als vermeintlicher Revolutionsgegner verurteilt, dann am 5. April mit 13 seiner Anhänger (Dantonisten) guillotiniert.
Danton war angeblich Mitglied einer Pariser Freimaurerloge. In der freimaurerischen Briefliteratur des 18. Jahrhunderts wird er als „Bruder“ bezeichnet.
Wirkung
Sein Schicksal ist Gegenstand von Georg Büchners Drama Dantons Tod.
Trivia
Danton ist Vorbild für den Charakter Roi Danton in der Science Fiction-Serie Perry Rhodan.
Weblinks
Danton, Georges
Danton, Georges
Danton, Georges
Danton, Georges
Danton, Georges
Danton, Georges
Danton, Georges
Danton, Georges
Französische RevolutionDer Begriff Französische Revolution bezieht sich auf den historischen Zeitraum zwischen 1789 und 1799 in Frankreich, in dem Republikaner die Monarchie stürzten und die römisch-katholische Kirche notgedrungen radikalen Veränderungen unterworfen wurde. Sie markiert eine der wichtigsten Zäsuren in der europäischen Geschichte.
Im Zeitraum vom 14. Juli 1789 bis zum 9. November 1799 vollzog sich der Übergang Frankreichs von der absoluten Monarchie zur Republik.
Obwohl die Republik endgültig und dauerhaft erst 1871 etabliert werden konnte, veränderte die Revolution die Gesellschaft Frankreichs und Europas grundlegend. Hier wurde das Modell der modernen Staats- und Gesellschaftsordnung geschaffen. Die Errungenschaften der Revolution wie persönliche Freiheit, Meinungs- und Pressefreiheit und Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz, eine unabhängige Justiz, eine gleiche Besteuerung, das allgemeine Wahlrecht, das Selbstbestimmungsrecht des Volkes, die Bindung des Staates an eine Verfassung und die Berufs- und Gewerbefreiheit (Grundrechte) sind heute fundamentaler Teil des Bewusstseins der Bürger der westlichen Demokratien und, zumindest auf dem Papier, Grundlage des Rechtes der meisten Staaten der Erde.
Die Zeit des Terrors, der Schreckensherrschaft Robespierres mit der oft willkürlichen Verurteilung zum Tod auf der Guillotine, steht für die negative Seite der Revolution.
Guillotine
Ursachen
Überblick
Der Umsturz hatte zahlreiche Ursachen, zu den wichtigsten gehörten folgende:
- Die Autoritätskrise: Die Philosophie der Aufklärung während des 18. Jahrhunderts propagierte teilweise eine Abkehr von der absolutistischen hin zu einer demokratischen Staatsauffassung, die allgemeine Geltung von Menschen- und Bürgerrechten, den säkularen Staat sowie den Glauben an die Vernunft. Diese Philosophie entzog dem Herrschaftsanspruch von König (Gottesgnadentum) und Klerus die Grundlage.
- Das Erstarken des Bürgertums: Die ersten beiden Stände (Klerus und Adel) teilten sich die politische Macht. Bürger und Bauern waren nicht beteiligt, obwohl das Bürgertum wirtschaftlich erstarkt war. Dies und die in den anderen Punkten aufgeführten Missstände führten zu einem dramatisch schwindenden Vertrauen im dritten Stand.
- Die Krise des Feudalismus: Die traditionell feudale Gesellschaftsordnung, die auf gegenseitiger Abhängigkeit beruhte, war aus dem Lot geraten, da der Adel zwar nach wie vor alle Privilegien genoss, politisch aber durch den Absolutismus keinerlei Aufgaben mehr wahrnahm. Zu einem anderen Bild kam der Historiker Alfred Cobban, der die damalige Gesellschaft nicht als feudalistisch, sondern despotisch einstufte.
- Die Wirtschaftskrise: Der französische Staat stand kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Zudem stiegen 1789 die Brotpreise deutlich an (1788er Missernte, strenger Winter 1788/89).
Seit Mitte des 18. Jahrhunderts beherrschte der kritische Geist der Aufklärung die Gesellschaft. Große Teile des Adels glaubten nicht mehr an die althergebrachten Privilegien, denen sie ihre Stellung verdankten. Die Salons, Zeitschriften, Debattierclubs und Freimaurerlogen wurden Träger der immer kritischer werdenden öffentlichen Meinung. In die breiten Schichten drangen einfache Schlagworte vor, die Gründe für und einen Ausweg aus der desolaten Situation lieferten.
Jean-Jacques Rousseau trug zur französischen Revolution bei, indem er die „Geistesströmung“ im 18. Jahrhundert auslöste.
Er sah den Menschen als vernunftbegabtes Wesen.
Im Laufe des 18. Jahrhunderts bildete sich innerhalb des dritten Standes eine neue gesellschaftliche Schicht heraus. Aus Kaufleuten, industriellen Unternehmern, Finanzpächtern und Beamten entstand das Bürgertum.
Für die Wirtschaft Frankreichs war das Bürgertum von entscheidender Bedeutung. Adligen war es - mit Ausnahme von Kolonialgeschäften - verboten, sich im florierendem Handel zu betätigen, da dies als nicht standesgemäß galt; von den zunehmend unter dem Merkantilismus leidenden Bauern jedoch konnten sie kaum noch Steuern verlangen. Die ökonomische Gewichtung verlagerte sich klar zu Gunsten des Großbürgertums, gerade der niedere Adel verarmte zusehends.
Obwohl die Bürger nun das wirtschaftliche Rückgrat Frankreichs bildeten, spiegelte sich diese Bedeutung nicht in ihren politischen Rechten wieder. Der Adel war noch immer von allen Steuern befreit und vor allem hatten alleine seine Mitglieder Zugang zu öffentlichen Ämtern.
Ausdruck fand das gesteigerte Selbstbewusstsein des Bürgertums beispielsweise in den Ende des 17. Jahrhunderts entstehenden Cafés und privaten bürgerlichen Zirkeln, in denen sich Richter, Rechtsanwälte, Schriftsteller, Ärzte sowie Fachangestellte der zivilen oder militärischen Verwaltung trafen. Bald verbreitete sich in diesem Umfeld eine Diskussionskultur, für die unter anderem Voltaires Schriften zum englischen Parlamentarismus, Montesquieus Ansichten zur Trennung der Staatsgewalten und Rousseaus Forderungen nach Volkssouveränität entscheidend waren.
Auch absolutismuskritische Theaterstücke wie Die Hochzeit des Figaro wurden aufgeführt und nur durch einflussreiche Persönlichkeiten am Hof des Königs von der Zensur verschont.
Mit dem Aufkommen des Absolutismus war das feudale System schon lange aus dem Lot gekommen. Es basierte darauf, dass Bauern und Bürger an den Klerus und Adel Abgaben leisteten und dafür Schutz und die Aufrechterhaltung der Ordnung erhielten. Dieses Gleichgewicht verschob sich immer mehr: Durch die absolutistische Herrschaftsordnung wurden die ersten beiden Stände von ihrer Regierungsverantwortung immer mehr entlastet, während ihre Rechte fortbestanden. Adel und Klerus hatten also immer weniger Pflichten, bewahrten aber trotzdem ihre Rechte wie Abgaben und Frondienste. Der dritte Stand arbeitete mehr und mehr für Herrscher, die gar nicht mehr ihre Herrscher waren. Dieses fehlende Abhängigkeitsverhältnis wird in vielen späteren Revolutionsschriften, in denen der dritte Stand zur autarken Nation und erster wie zweiter Stand zu „Parasiten“ der französischen Volkswirtschaft erklärt werden, deutlich (vgl. die Schriften von Abbé Sieyès).
Auch das starre Ständesystem verlor zusehends seine Rechtfertigung.
Innerhalb des dritten Stands - der von vermögenden Kapitalrentnern bis zu armen Bauern und Tagelöhnern 98 % der französischen Bevölkerung umfasste - kam es zu sehr großen wirtschaftlichen Gegensätzen und damit auch zu unterschiedlichen Interessen. Während die unter dem Merkantilismus leidenden Bauern eine Befreiung von Abgaben und Frondiensten forderten, forcierte die neu entstandene Schicht des reichen Großbürgertums - insbesondere mit Blick auf England, in dem die bürgerliche Oberschicht großen Einfluss ausübte - ihre Forderungen auf politische Mitspracherechte.
Auch im zweiten Stand, der Aristokratie, wurden die Gegensätze deutlicher: Niederer Adel und Hochadel kämpften um die Wiederherstellung beziehungsweise Erhaltung ihrer politischen Mitspracherrechte gegenüber dem König und standen somit prinzipiell in Opposition zum absolutistisch ausgerichteten Herrscher. Gemeinsam war ihnen das Interesse, keinerlei Privilegien an den aufstrebenden Teil des Bürgertums abzugeben. Die Grenze zwischen Adel und Nichtadel verschwamm außerdem, da König und Hof mit Blick auf die finanzielle Lage immer mehr Bürgerlichen gegen entsprechende Zahlungen den Eintritt in den Adelsstand erlaubten.
Das Steuersystem war veraltet und durch viele Mängel und Missbräuche belastet. Von der wichtigsten direkten Steuer, der Taille, waren Klerus und Adel befreit. Die Einziehung der indirekten Steuern lag in den Händen von Generalpächtern. Diese zogen die Steuern gegen Zahlung einer fixen Pacht selbstständig ein. Die Generalpächter versuchten nun, aus den ihnen anvertrauten Gebieten das höchstmögliche Steueraufkommen herauszupressen, um ihren persönlichen Gewinn zu maximieren.
Das Haushaltsdefizit des französischen Staates nahm zwischen 1736 und 1789 rapide zu, so dass schließlich sogar ein Staatsbankrott drohte. Die Unterstützung der Unabhängigkeitskriege amerikanischer Siedler gegen den Erzfeind England traf den französischen Staatshaushalt hart, auch der Friedensschluss mit England brachte keine wirtschaftliche Erholung. Im Gegenteil: Das industriell weiter entwickelte England überschwemmte den französischen Markt mit billigen Textilien, Industriewaren und landwirtschaftlichen Gütern, während die heimische Wirtschaft unter Missernten litt.
Eine Industrie- und eine Agrarkrise Ende der 1780er Jahre steigerten die Unzufriedenheit, und eine Missernte 1788, gefolgt von einem strengen Winter, führte dazu, dass die Brotpreise deutlich anstiegen.
Verlauf
Zusammenfassender Überblick
Als Beginn der Revolution wird oft der so genannte „Sturm“ auf die Bastille in Paris am 14. Juli 1789 (seit 1880 Nationalfeiertag Frankreichs) gesehen, der jedoch weniger ein Sturm war, als eine erzwungene Übergabe, die im Nachhinein von Revolutionshistorikern zum heute berühmten „Sturm auf die Bastille“ umgedichtet wurde. Der eigentliche Auslöser der Revolution war das Zusammenrufen der Generalstände und der Streit über deren Wahlmodus, infolgedessen sich der dritte Stand zur alleinigen Vertretung der Nation erklärte.
Das häufig mit der Revolution von 1789 assoziierte Hauptmotiv, die Trias „Liberté, Egalité, Fraternité“ („Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“), wurde erst zu Beginn der Dritten Republik 1871 als Devise eingeführt und im Nachhinein zur Hauptmaxime der Revolution erklärt. Im Verlauf der Revolution war diese nur eine von vielen Dreierformeln wie „Heil, Kraft, Einheit“ und „Kraft, Gleichheit, Gerechtigkeit“, die man in den historischen Dokumenten aus dieser Zeit keinesfalls häufiger findet als die letztgenannten.
Die Französische Revolution markiert die gesellschaftliche Transformation von der feudalen zur kapitalistischen Gesellschaft. Die Monarchie wurde gestürzt und eine Republik geschaffen. Zum ersten Mal übernahm das wirtschaftlich erstarkte Bürgertum auch die politische Herrschaft vom Adel, der bereits zuvor zunehmend an Bedeutung verlor. In der Geschichtswissenschaft wird die Revolution von 1789 als Datierung für das Ende der Frühen Neuzeit verwendet.
Nach der Erklärung des dritten Standes innerhalb der Generalstände zur Nationalversammlung, verkündeten diese am 26. August 1789 auch die erste Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (französischer Originaltext: Déclaration des Droits de l'Homme et du Citoyen).
Im Verlauf der Revolution wurde König Ludwig XVI. gestürzt und zusammen mit seiner Frau, Königin Marie-Antoinette zunächst inhaftiert und 1793 durch die Guillotine hingerichtet. Die Verhaftung fand am 10. August 1792 statt und der König wurde am 21. Januar 1793 vor Gericht gestellt und hingerichtet.
Die Französische Revolution brachte dem Volk jedoch nicht die erhoffte Freiheit, sondern endete in einem Terrorregime unter Maximilien de Robespierre (im Juni 1794 hingerichtet) und Danton, das zunächst durch ein Direktorium und nach wenigen Jahren durch die Alleinherrschaft Napoléons abgelöst wurde (1799 beziehungsweise 1804). Napoleon krönte sich letztlich zum Kaiser Frankreichs (1804), behielt aber wesentliche Errungenschaften der französischen Revolution bei und etablierte diese auch in anderen europäischen Staaten (vergleiche zum Beispiel Code Civil als erstes Beispiel eines bürgerlichen Gesetzbuches BGB).
Vorrevolution 1786–1789
König gegen Parlament
Ludwig XVI. und seine Minister hatten längst erkannt, dass eine Haushaltssanierung nur auf der Grundlage weiterreichender Reformen möglich war; vor allem musste die Steuerfreiheit von Adel und Klerus aufgehoben werden. Diese verteidigten im Parlament von Paris und in den dreizehn Regionalparlamenten ihre Privilegien.
Mit der Berufung von Baron Anne Robert Jacques Turgot, einem Vertreter der physiokratischen Wirtschaftstheorie, zum Finanzminister 1775, wurde zunächst eine radikal reformistische Wirtschaftspolitik betrieben. Turgot beendete viele staatliche Eingriffe in die Wirtschaft, schuf eine einheitliche Grundsteuer für alle Stände, befreite die Bauern von einigen Frondiensten, etablierte mit der Abschaffung der Zünfte die Gewerbefreiheit, erhob eine Steuer auf Grundbesitz und gab das Privileg des Getreidehandels für alle Franzosen frei. Mit diesen Maßnahmen stieß er auf den erbitterten Widerstand der Parlamente. Nachdem er außerdem die hohen Hofhaltungskosten des Königs sowie Frankreichs Engagement im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kritisierte, nahm Ludwig XVI. dies zum Anlass, Turgot 1776 zu entlassen.
Jacques Necker, ein bürgerlicher Bankier aus Genf, betrieb eine entgegengesetzte Wirtschaftspolitik. Er nahm hohe Staatsanleihen auf, suchte die Unterstützung der Privilegierten, indem er die Wiedererrichtung der Provinziallandtage unterstützte und beeinflusste die Wirtschaft durch staatliche Eingriffe, indem er beispielsweise die Getreidepreise festsetzte. Da er jedoch - wie bereits Turgot - eine Steuerreform anstrebte, die jedoch mit Unterstützung der Parlamente vollzogen werden sollte, scheiterte er wie sein Vorgänger am Widerstand der Privilegierten und des Hofadels. Als er in einem Rechenschaftsbericht, der 100.000-mal gedruckt wurde, das Haushaltsdefizit Frankreichs veröffentlichte, entließ Ludwig XVI. auch ihn.
Seinem 1783 berufenen Nachfolger Charles Alexandre de Calonne, der ebenfalls eine Steuerreform anstrebte, war klar, dass diese sich nicht im Einverständnis mit den Parlamenten durchsetzen ließ. Daher berief er die Notabeln, ein 144köpfiges, vom König bestimmtes Gremium aus Männern von hoher Bildung, Rang und Vermögen. Diese jedoch verweigerten die Zusammenarbeit und forderten die Zusammenrufung der Generalstände, die der erneut zum Finanzminister berufene Jacques Necker auf Befehl des Königs am 5. Mai 1789 zusammenrief.
Das neue Frankreich
Die Versammlung der Generalstände
Die seit 1614 erstmalige Zusammenrufung der Ständeversammlung Frankreichs durch König Ludwig XVI. im Krisenjahr 1789 gilt heute unter Historikern als der entscheidende Auslöser der französischen Revolution.
Die Einberufung der Generalstände ging bereits mit zahlreichen Zugeständnissen des Königs an den Dritten Stand einher. So besaß zum ersten Mal jeder männliche französische Bürger, der das 25. Lebensjahr vollendet hatte, das passive und aktive Wahlrecht, falls er sich namentlich in die Steuerliste eingetragen hatte, und die Abgeordnetenzahl des dritten Stands wurde auf 621 Delegierte in etwa verdoppelt. Die Wünsche und Beschwerden der Wähler im ganzen Land sollten dabei den Delegierten, die in der klassischen Vorstellung ein imperatives Mandat innehatten, in Form von Beschwerdeheften („cahiers de doléance“) mitgegeben werden.
Wahlverfahren und Zusammensetzung
Die Wahl der Generalstände fand auf der Ebene der königlichen Verwaltungsbezirke in drei getrennten Wahlverfahren statt, die sich für den Klerus in einer Übergewichtung niederer Geistlicher und im dritten Stand in einer Übergewichtung großbürgerlicher Interessen niederschlug. Dementsprechend zeichnete sich die Zusammensetzung des dritten Stands durch eine dominierende Anzahl von Personen aus dem Großbürgertum aus: So waren unter den 585 bis 621 (die Angaben dazu schwanken) Abgeordneten des dritten Stands großbürgerliche Berufe wie Rechtsanwälte, Notare, Grundbesitzer, Händler, Richter, Bürgermeister und Ärzte stark überrepräsentiert. Daneben fanden sich auch Finanzfachleute, Adlige, Angestellte der militärischen Verwaltung und nicht ausübende Priester unter den Vertretern des dritten Stands.
Revolution in Versailles
Der Zusammenrufung der Generalstände wurde von allen Parteien mit sehr stark divergierenden Vorsätzen und Erwartungen entgegengesehen. Während der König den Zweck in der Beschließung neuer Steuern sah, war es das erklärte Ziel von Klerus und Adel, ihre Privilegien nicht nur zu verteidigen, sondern auch ihre politische Bedeutung wiederzugewinnen, also eine Abschwächung des absolutistischen Systems zu erreichen.
Der dritte Stand hoffte dagegen, dass seine gewachsene ökonomische Rolle auch politisch gewürdigt werde und ihm politische Mitspracherechte in Form einer Verfassung garantiert würden. Außerdem gab man sich mit dem traditionellen Wahlverfahren nach Ständen nicht zufrieden. Die erhöhte Abgeordnetenzahl sollte auch bei der Abstimmung berücksichtigt werden, weshalb von führenden Abgeordneten des dritten Stand gefordert wurde, nicht nach Ständen, sondern nach dem Mehrheitsprinzip abzustimmen. Das Mehrheitsprinzip war jedoch nicht erfolgreich, dadurch traten die Abge | | |