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| 322 V. Chr. |
322 v. Chr.
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Ereignisse
- Lamischer Krieg endet mit der Kapitulation Athens
Geboren
-
Gestorben
- Aristoteles, griechischer Philosoph ( - 384 v. Chr.)
- Demosthenes, griechischer Redner, tötet sich auf Kalaureia ( - 384 v. Chr.)
2-0322
5. Jahrhundert v. Chr.
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Das 5. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 500 v. Chr. und endete am 31. Dezember 401 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Ereignisse/Entwicklungen
- Anfang des 5. Jahrhunderts v. Chr. - König Alexander I. von Makedonien wird Olympionike bei den Olympischen Spielen.
- 500 v. Chr. - Tarent war eine Monarchie
- 497 v. Chr. - Einsetzung der Saturnalien
- 497 v. Chr. - Sieg der Römer über die Latiner in der Schlacht am See Regillus.
- 494 v. Chr. - In Rom wird das Amt des Volkstribuns eingeführt.
- 494 v. Chr. - Zerstörung Milets durch die Perser
- 493 v. Chr. - Bündnisvertrag zwischen Latinern und Römern.
- 490 v. Chr. - Schlacht bei Marathon: Niederlage Persiens gegen die Griechen
- 483 v. Chr. - Beginn der buddhistischen Zeitrechnung
- 482 v. Chr. - Themistokles betreibt in Athen ein Flottenbauprogramm und den Ausbau eines Krieghafens im Piräus
- 480 v. Chr.
- Frühjahr: Perserkönig Xerxes I. zieht mit einem Heer von über 100.000 Mann nach Griechenland
- 11. August: Erste Schlacht bei den Thermopylen, gleichzeitig Seeschlacht von Kap Artemision . Spartanerkönig Leonidas fällt samt seiner 300 Mann starken Leibgarde und ca. 1.000 Thespiern bei der Sicherung des Thermopylenpasses, um den Rückzug des griechischen Bündnisheeres und die Loslösung der griechischen Flotte vom Feind zu sichern
- danach Plünderung Athens durch die Perser, Zerstörung der Akropolis
- September: Seeschlacht von Salamis. Der Athener Themistokles lockt die Persische Flotte in einen Hinterhalt im Sund der Insel Salamis. Die griechische Flotte ist mit ihren Ruderschiffen der weit größeren Flotte der Perser, die auf engem Raum nur schwerfällig operieren kann, überlegen
- 479 v. Chr.
- 27. August - An oder um diesen Tag finden mit der Schlacht von Platää und der annähernd gleichzeitigen Seeschlacht von Mykale die Perserkriege ein Ende. Die Perser werden von den verbündeten griechischen Kleinstaaten geschlagen.
- Bau der Stadtmauer von Athen gegen den Einspruch der Spartaner
- 477 v. Chr.
- Die Römer unterliegen im Krieg gegen die Veji
- Der Stadtstaat Athen gründet den Delisch-Attischen Seebund
- 476 v. Chr. - Der größte griechische Chorlyriker Pindar wird an den Hof des Tyrannen Hieron I. nach Syrakus berufen.
- 474 v. Chr. - Seeschlacht vor Cumae, die Etrusker unterliegen den Griechen und verlieren ihren Einfluß in Suditalien.
- 464 v. Chr. - Schweres Erdbeben in Sparta, über 20.000 Todesopfer.
- 457 v. Chr. - Befehl zum Wiederaufbau Jerusalems durch Artaxerxes
- 449 v. Chr. - Kalliasfriede: Das Perserreich schließt einen Kompromissfrieden mit Athen.
- 446 v. Chr. - Athen und Sparta schließen einen befristeten Frieden auf 30 Jahre.
- 443 v. Chr. - In Rom wird das Amt des Censors eingeführt.
- 442 v. Chr. - Die Antigone von Sophokles wird aufgeführt.
- 431-404 v. Chr. - Peloponnesischer Krieg
- 431-421 v. Chr. - Archidamischer Krieg
- 430 v. Chr. - Pestepidemie in Athen
- 429-427 v. Chr. - Belagerung von Plataeae
- 425 v. Chr. - Ein schweres Erdbeben erschüttert Athen, tausende Todesopfer. Durch die darauf folgende Flutwelle wurde Euböa zur Insel.
- 424-420 v. Chr. - die Samniten bringen Kampanien unter ihre Herrschaft.
- 415-413 v. Chr. "Sizilianische Expedition". Athen unterstützt Segesta gegen Syrakus und Selinus; Belagerung von Syrakus.
- 413 v. Chr. - Die Athenische Flotte wird im Hafen von Syrakus vernichtet.
- 413 v. Chr. - Dekeleischer Krieg
- 411 v. Chr. - Athen führt die Oligarchie ein, diese wird jedoch noch im selben Jahr durch Alkibiades gestürzt. Die Demokratie wird gestärkt, das allgemeine Klagerecht eingeführt.
- 404 v. Chr. - Athen kapituliert vor Sparta; Auflösung des Seebundes.
- Gründung von Phalassarna
Persönlichkeiten
Geboren
- um 500 v. Chr. - Perikles, athenischer Staatsmann († 429 v. Chr.)
- um 497 v. Chr. - Sophokles, griechischer Dramatiker († um 406 v. Chr.)
- 490 v. Chr. - Ion von Chios, vorsokratischer Philosoph und Dramatiker († 421 v. Chr.)
- um 485 v. Chr. - Herodot, griechischer Geschichtsschreiber († um 425 v. Chr.)
- um 480 v. Chr.
- Antiphon (Redner), griechischer Philosoph (Sophist) († 411 v. Chr.)
- Euripides, griechischer Dramatiker († 407 v. Chr.)
- Gorgias, griechischer Philosoph (Sophist) († 380 v. Chr.)
- 469 v. Chr. - Sokrates, griechischer Philosoph († 399 v. Chr.)
- 460 v. Chr.
- Demokrit, griechischer Philosoph († 371 v. Chr.)
- Hippokrates, griechischer Arzt († um 375 v. Chr.).
- 455 v. Chr. - Thukydides, griechischer Geschichtsschreiber († um 400 v. Chr.)
- um 450 v. Chr. - Alkibiades, griechischer Feldherr († 404 v. Chr.)
- um 450 v. Chr. - Thrasymachos, griechischer Vorsokratiker (Sophist) aus Chalkedon
- um 448 v. Chr. - Agathon von Athen
- um 445 v. Chr. - Aristophanes, griechischer Satiriker und Komödiendichter († um 385 v. Chr.)
- um 435 v. Chr. - Philoxenos, griechischer Dithyrambendichter († 380 v. Chr.)
- 427 v. Chr. - Platon, griechischer Philosoph († um 347 v. Chr.)
- um 426 v. Chr. - Xenophon, griechischer Schriftsteller und Politiker († 355 v. Chr.)
- 408 v. Chr. - Antiphanes
Gestorben
- 497 v. Chr. - Aristagoras, Tyrann von Milet
- 493 v. Chr. - Histiaios, Tyrann von Milet
- 490 v. Chr. - Pheidippides, griechischer Bote
- 486 v. Chr. - Darius I., persischer König und Neuorganisator des persischen Großreichs
- 483 v. Chr. - Buddha, Religionsstifter des Buddhismus aus Süd-Nepal/Nord-Indien ( - 563 v. Chr.)
- 479 v. Chr. - Konfuzius, chinesischer Philosoph ( - 551 v. Chr.)
- 465 v. Chr. - Xerxes I., persischer König ( - um 519 v. Chr.)
- um 460 v. Chr. - Themistokles, griechischer Feldherr ( - um 525 v. Chr.)
- um 460 v. Chr. - Epicharmos, griechischer Philosoph, Komödienschreiber und Arzt ( - um 540 v. Chr.)
- 456 v. Chr. - Aischylos, griechischer Dichter ( - 525 v. Chr.)
- 429 v. Chr. - Perikles stirbt während des Peloponnesischen Krieg an der Pest ( - um 500 v. Chr.)
- 428 v. Chr. - Anaxagoras, griechischer Philosoph ( - um 500 v. Chr.)
- um 425 v. Chr. - Herodot, griechischer Geschichtsschreiber ( - um 485 v. Chr.)
- 421 v. Chr. - Ion von Chios, vorsokratischer Philosoph und Dramatiker († 490 v. Chr.)
- 411 v. Chr. - Antiphon (Redner), griechischer Philosoph (Sophist) ( - um 480 v. Chr.)
- 407 v. Chr. - Euripides, griechischer Dramatiker ( - um 480 v. Chr.)
- 406 v. Chr. - Sophokles, griechischer Dramatiker ( - um 497 v. Chr.)
- 404 v. Chr. - Alkibiades, griechischer Feldherr ( - um 450 v. Chr.)
Erfindungen und Entdeckungen
- Herodot ( - 485 v. Chr., † 425 v. Chr.) berichtet von der optischen Signalübertragung durch Feuerzeichen bei den Persern.
- Demokrit ( - 460 v. Chr., † 371 v. Chr.) postuliert die Existenz von Atomen als kleinste und unteilbare Teilchen, aus denen alle Materie zusammengesetzt ist.
- Im Peloponnesischen Krieg (431 v. Chr. bis 404 v. Chr.) werden militärische Geheimbotschaften mit Hilfe der Skytale verschlüsselt.
00-05
ja:紀元前5世紀
ko:기원전 5세기
3. Jahrhundert v. Chr.
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Das 3. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 300 v. Chr. und endete am 31. Dezember 201 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Ereignisse/Entwicklungen
- Die möglicherweise aus der Mandschurei stammenden, mongoliden Hsiung-nu lassen sich in der heutigen Mongolei als Reiter- und Viehzuchtnomaden nieder.
- Bordeaux wird als römische Siedlung unter dem Namen Burdigala gegründet.
- 279 v. Chr. - Kelten dringen in Griechenland ein und plündern das Heiligtum von Delphi.
- 279 v. Chr. - König Pyrrhus von Epirus (318 v. Chr.-272 v. Chr.) siegt in der Schlacht bei Asculum (der sog. Pyrrhussieg).
- 273 v. Chr. - Erster Gesandtschaftsaustausch zwischen Alexandria und Rom.
- 267 v. Chr.-261 v. Chr. - Chremonideischer Krieg; Niedergang der ptolemäischen Seeherrschaft in der Ägäis.
- 264 v. Chr.-241 v. Chr. - Erster Punischer Krieg zwischen Römern und Karthago.
- 253 v. Chr. - In Pataliputra (heute Patna) findet, unter der Schirmherrschaft des Königs Ashoka und dem Vorsitz des Mönchs Moggaliputta Tissa, das 3. Konzil der buddhistischen Mönchsgemeinschaft statt.
- um 250 v. Chr. - Eratosthenes bestimmt den Erdumfang.
- 227 v. Chr. - Der Koloss von Rhodos wird bei einem Erdbeben zerstört. (nach anderen Angaben 226 bzw. 224 v. Chr.)
- 225 v. Chr. - 222 v. Chr. Rom kämpft gegen Kelten, Landgewinnung am Po
- 221 v. Chr. eint Qin Shi Huangdi rivalisierende Dynastien zum Kaiserreich China und wird damit erster Kaiser Chinas.
- 221 v. Chr. - 207 v. Chr. - In der Qin-Dynastie werden in China Maße und Gewichte vereinheitlicht.
- 218 v. Chr.-201 v. Chr. - Zweiter Punischer Krieg zwischen Römern und Karthago beginnt mit Hannibals Zug über die Alpen nach Italien.
- 217 v. Chr. - Ptolemaios IV. besiegt mit Hilfe einheimischer Ägypter die Truppen des Seleukiden Antiochos III..
- 202 v. Chr. Niederlage Karthagos gegen Rom in der Schlacht von Zama
Persönlichkeiten
Geboren
- 287 v. Chr. - Archimedes von Syrakus, bedeutender griechischer Mathematiker, Physiker und Ingenieur († 212 v. Chr.).
- 284 v. Chr. - Eratosthenes von Kyrene, griechischer Universalgelehrter und Direktor der Bibliothek von Alexandria († 202 v. Chr.).
- 265 oder 262 v. Chr. - Apollonios von Perge, griechischer Mathematiker (†200/190 v. Chr.).
- 259 v. Chr. - Qin Shi Huangdi, Begründer des chinesischen Kaiserreichs und Errichter der chinesischen Mauer (†210 v. Chr.).
- 257 v. Chr. - Aristophanes von Byzanz, griechischer Philologe und Direktor der Bibliothek von Alexandria († 180 v. Chr.).
- 250 v. Chr. - Marcus Iurius Binecius, römischer Widerstandskämpfer und Verfechter rein römischer Kultur († 198 v. Chr.).
- 247 v. Chr. - Hannibal, karthagischer Feldherr († 183 v. Chr.).
- 236 v. Chr. - Scipio Africanus Major, römischer Feldherr und Staatsmann († 183 v. Chr.).
- 234 v. Chr. - Marcus Porcius Cato, genannt Cato der Ältere, römischer Feldherr, Historiker und Politiker († 149 v. Chr.).
- 217 v. Chr. - Aristarchos von Samothrake, griechischer Historiker und Direktor der Bibliothek von Alexandria († 145 v. Chr.).
- 208 v. Chr. - Polybios, griechischer Historiker († 120 v. Chr.).
Gestorben
- 289 v. Chr. - Mengzi, chinesischer Philosoph ( - 371 v. Chr.)
- 272 v. Chr. - Pyrrhus, König von Epirus ( - 318 v. Chr.)
- um 270 v. Chr. - Epikur, griechischer Philosoph ( - um 341 v. Chr.)
- um 270 v. Chr. - Euklid von Alexandria, griechischer Mathematiker ( - um 340 v. Chr.)
- 260 v. Chr. - Zenodotos, griechischer Philologe, erster Direktor der Bibliothek von Alexandria ( - um 325 v. Chr.).
- um 240 v. Chr. - Kallimachos von Kyrene, griechischer Schriftsteller und Gelehrter ( - um 305 v. Chr.).
- 230 v. Chr. - Aristarchos von Samos, griechischer Astronom ( - um 325 v. Chr.).
- 212 v. Chr.- Archimedes, griechischer Mathematiker, Physiker und Ingenieur ( - um 287 v. Chr.).
- 211 v. Chr.- Publius Cornelius Scipio, römischer Feldherr und Staatsmann.
Erfindungen und Entdeckungen
- der chinesische Kaiser Qin Shi Huangdi beginnt den Bau der chinesischen Mauer.
- der griechische Ingenieur Ktesibios entwickelt Federkatapulte, Kolbenspritzen, Wasseruhren mit Zahnradgetriebe und Wasserorgeln.
- Errichtung des Koloss von Rhodos, einer Statue des Sonnengottes Helios an der Hafeneinfahrt von Rhodos, eines der sieben Weltwunder
- Sostratos von Kniddos erbaut den Leuchtturm von Pharos, eines der sieben Weltwunder (299 v. Chr - 279 v. Chr.).
- Archimedes von Syrakus stellt die Hebelgesetze auf, entwickelt den Flaschenzug, findet das Gesetz des hydrostatischen Auftriebs und formuliert den Begriff des spezifischen Gewichts.
Die einzelnen Jahre
00-03
ja:紀元前3世紀
ko:기원전 3세기
350er v. Chr.
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Ereignisse
- 359 v. Chr. - Philipp II. wird König von Makedonien.
- 356 v. Chr. - Die Mazedonier dürfen erstmals an den Olympischen Spielen teilnehmen.
- 356 v. Chr. - Herostratus verbrennt den Tempel der Artemis in Ephesus.
- 354 v. Chr. - Römisch-Samnitisches Bündnis gegen Gallier und andere Nachbarn (Campaner, Aurunker, Volsker).
Geboren
- 356 v. Chr. - Alexander der Große in Pella († 323 v. Chr.). Plutarch: Alexander wurde am selben Tag geboren, als Herostratus den Tempel der Artemis in Ephesus anzündete.
Gestorben
- 354 v. Chr. - Xenophon, griechischer Schriftsteller und Historiker ( - um 428 v. Chr.).
00-0350
340er v. Chr.
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Ereignisse
-
Geboren
- 343 - 341 v. Chr. - Erster Samnitenkrieg zwischen den Samniten und der Römischen Republik um die Vorherrschaft in Kampanien.
- 342 v. Chr. - Aristoteles wird Lehrer Alexanders des Großen.
- um 341 v. Chr. - Epikur, griechischer Philosoph († ca. 270 v. Chr.)
- 340 v. Chr. - Zweiter Latinerkrieg - Aufstand der 30 Republiken der Etrusker und Latiner gegen die Vormachtstellung Roms innerhalb des Latinerbundes.
Gestorben
- 347 v. Chr. - Platon, griechischer Philosoph ( - um 427 v. Chr.)
00-0340
320er v. Chr.
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Ereignisse
- 326 v. Chr. - Indienfeldzug Alexanders des Großen. Er siegt ein letztes mal in der Schlacht am Hydaspes, wird aber von seinen meuternden Soldaten zur Umkehr gezwungen.
- 326 v. Chr. - Der zweite Samnitenkrieg bricht aus (bis 304 v. Chr.).
- 324 v. Chr. - Alexander der Große in Susa, Hochzeit mit Statira, Tochter von Dareios III..
- 323 v. Chr. - Nach dem Tode Alexander des Großen kommt es zum Kampf um die Nachfolge. Es bilden sich 4 Diadochenreiche aus den großen makedonischen Eroberungen heraus.
- Ende der Demokratie in Athen. Einrichtung einer Oligarchie.
Geboren
-
Gestorben
- 322 v. Chr. - Aristoteles, griechischer Philosoph ( - 384 v. Chr.).
- 323 v. Chr. - Alexander der Große stirbt in Babylon an einer Fieberkrankheit ( - 356 v. Chr.).
- 325 v. Chr. - Diogenes von Sinope, kynischer Philosoph ( - ca. 399 v. Chr.).
00-0320
310er v. Chr.
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Ereignisse
- Diadochenkriege - Die Diadochen streiten um das Erbe Alexanders des Großen.
- 312 v. Chr. - Appius Claudius Caecus lässt eine Trinkwasserleitung, den nach ihm benannten Aquädukt Aqua Appia, nach Rom bauen.
- 311 v. Chr. - Appius Claudius Caecus lässt die wohl bekannteste Straße der Antike, die Via Appia, von Rom nach Capua errichten.
Geboren
- um 310 v. Chr. - Theokrit, griechischer Dichter († nach 260 v. Chr.)
Gestorben
-
00-0310
300er v. Chr.
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Ereignisse
- 307 v. Chr. - Appius Claudius Caecus wird Konsul im Rom.
- 307 v. Chr. - Wiederherstellung der attischen Demokratie in Athen durch Demetrios Poliorketes.
- 306 v. Chr. - Epikur gründet eigene Schule in Athen.
- 304 v. Chr. - Ende des Zweiten Samnitenkrieges die Samniten akzeptieren die Vorherrschaft Roms über Kampanien.
- 304 v. Chr. - Der Bau des Koloss von Rhodos beginnt (vermutet, Fertigstellung 292 v. Chr.).
- um 300 v. Chr. bricht das Reich von Kusch (Nubien) zusammen.
- 300 v. Chr. - Zenon von Kition begründet die Stoa, eine Richtung der griechischen Philosophie.
Geboren
-
Gestorben
-
00-0300
327 v. Chr.
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Ereignisse
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Geboren
-
Gestorben
-
2-0327
nb:327 f.Kr.
325 v. Chr.
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Ereignisse
- Pytheas unternimmt seine Reise in der Nordsee.
- Erste Erwähnung von Fabius Maximus Rullianus.
Geboren
- Zenodotos, griechischer Philosoph
Gestorben
- Diogenes von Sinope, kynischer Philosoph
2-0325
323 v. Chr.
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Ereignisse
- Nach dem Tode Alexander des Großen kommt es zum Kampf um die Nachfolge. Es bilden sich 4 Diadochenreiche aus den großen makedonischen Eroberungen heraus.
Geboren
-
Gestorben
- 10. Juni - Alexander der Große stirbt in Babylon an einer Fieberkrankheit ( - 356 v. Chr.).
2-0323
320 v. Chr.
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Ereignisse
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Geboren
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Gestorben
-
2-0320
319 v. Chr.
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Ereignisse
- Zweiter Diadochenkrieg beginnt (bis 316)
Geboren
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Gestorben
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1-0319
318 v. Chr.
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Ereignisse
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Geboren
-
Gestorben
-
1-0318
317 v. Chr.
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Ereignisse
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Geboren
-
Gestorben
-
1-0317
Lamischer KriegAls Lamischer Krieg wird der Kampf Athens bezeichnet, der nach dem Tod Alexanders des Großen ausbrach und zum Ziel hatte, die makedonische Fremdherrschaft über Griechenland abzuschütteln (322 v. Chr.). Leosthenes stellte aus den aus Asien heimkehrenden Soldaten ein Heer auf. Des Weiteren versichert sich Athen griechischer Bundesgenossen.
Am Anfang errangen die Athener einige Siege; so konnten sie die Thermopylen besetzen, die Boioter bei Plataiai schlagen und die Stadt Lamia, in welcher sich der Diadoche Antipater mit seinen Männern verschanzte, einschließen.
Nachdem aber Leosthenes gefallen war, hoben die Athener die Belagerung auf. Danach wurde die überlegene athenische Flotte von den Makedonen geschlagen. Der Krieg entschied sich, als das griechische Landheer bei Krannon den Makedoniern erlag.
Siehe auch
- Diadochen
- Diadochenkriege
Kategorie:Krieg
Athen
Die Stadt Athen (griechisch Αθήνα = Athina), welche ihren Namen der griechischen Kriegsgöttin Athene verdankt, ist die Metropole Griechenlands. Die eigentliche Stadt hat 729.137 Einwohner, die Agglomeration 3.753.726 Einwohner (Stand jeweils 1. Januar 2005). Sie liegt in der weiträumigsten Ebene der Landschaft Attika mit den Flüssen Ilysos und Kephisos und ist an drei Seiten umgeben von Gebirgszügen, vom Hymettos (1.026 m), vom Pentelikon (1.109 m), vom Parnes (1.413 m) und vom Ägaleo (468 m), die vierte Seite öffnet sich zum Meer, dem Saronischen Golf.
Der Überlieferung nach wurde Athen von König Kekrops gegründet. Die Stadt ist seit etwa 5.000 Jahren kontinuierlich besiedelt und damit sicher eine der ältesten Siedlungen Europas. 1985 wurde Athen erste Kulturhauptstadt Europas. In die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO wurde 1987 die Akropolis und 1990 das Kloster Daphni aufgenommen.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Athens
Die Geschichte der Stadt Athen reicht etwa 7.500 Jahre, bis in die Jungsteinzeit zurück. Um 1300 v. Chr. wurde auf der Akropolis ein mykenischer Königspalast errichtet. Die älteste Stadtanlage beschränkte sich auf die obere Fläche eines steilen, nur von Westen her zugänglichen Felshügels, der später als Burg (Akropolis) den militärischen und religiösen Mittelpunkt Athens bildete. Die Fläche wurde bereits sehr frühzeitig eingeebnet und mit einer starken Mauer umgeben, die mit neun hintereinander angeordneten Toren gesichert wurde (Enneapylai). Diese Anlage hieß nach den Pelasgern, denen man den Bau zuschrieb, Pelargikon. Innerhalb dieser Burg wohnten die alten Könige dieses Teils von Attika. Athen stand seit jeher unter dem besonderen Schutz des Zeus, dem ein früh erbauter Altar gewidmet war, sowie der stadtschützenden Athene (Athene Polias), der auch der älteste Tempel der Stadt, der Hekatompedos, geweiht war. Dem äußeren Stadttor gegenüber lag der älteste Markt der Stadt, die Agora.
Die Stadt konnte lange Zeit ihre Einflussgebiete erweitern. Dem sagenhaften König Theseus wird zugeschrieben, die verschiedenen Teile der Landschaft Attika vereinigt zu haben. Den Höhepunkt ihres politischen und kulturellen Einflusses erreichte Athen im 5. Jahrhundert v. Chr. Auch als sie 86 v. Chr. dem Römischen Reich einverleibt wurde, behielt sie ihren Status als intellektuelles Zentrum. Dies änderte sich erst im Jahr 529 n. Chr., als die letzten Philosophieschulen auf Anweisung des byzantinischen Kaisers Justinian I. geschlossen wurden.
1458 wurde Athen von den Osmanen erobert und verlor von diesem Zeitpunkt an immer weiter an Bedeutung. Aufgrund mehrerer Zerstörungen zwischen dem 17. Jahrhundert und dem 19. Jahrhundert war die Stadt praktisch unbewohnt, als sie 1833 zur Hauptstadt des neu gegründeten Griechischen Königreichs erhoben wurde.
Heute ist Athen eine moderne Großstadt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Großstadt
- Akropolis, u. a. mit Parthenontempel, Niketempel, Erechtheion, Propyläen (in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen)
- Agora, u. a. mit dem Tempel des Hephaistos und der Athena (der am besten erhaltene Tempel Griechenlands), dem Nachbau der Stoa des Attalos (mit Agoramuseum)
- Kerameikos (antike Stadtmauer mit dem Dipylon, dem größten Athener Stadttor), Gräberstraße
- Dionysostheater (an dieser Stelle wurden die klassischen Tragödien der großen Dramatiker Aischylos, Sophokles und Euripides uraufgeführt sowie die Komödien Aristophanes und ab 330 v. Chr. wurde hier die Volksversammlung abgehalten)
- Odeion des Herodes Attikus
- Römische Agora mit dem Turm der Winde
- Hadrians Bibliothek
Hadrians Bibliothek
- Olympieion (Tempel des Olympischen Zeus, des gewaltigsten Tempels des griechischen Festlands, mit über 17 m hohen Säulen)
- Panathenäisches Stadion (Kallimarmaro-Stadion), 330 v. Chr. wurde das Stadion für die Panathenäischen Spiele erbaut (unter Demosthenes) und 140 n. Chr. von Herodes Atticus mit pentelischem Marmor erneuert. Der heutige Nachbau ist mit Mitteln des griechischen Kaufmanns Georgios Averof gebaut worden. In diesem Stadion fanden 1896 die Olympischen Spiele statt (endgültig fertig wurde das Stadion 1906).
- Syntagmaplatz, U-Bahn-Station Syntagmaplatz (auch als Museum gestaltet mit Ausstellungsstücken von Ort und Stelle), Parlamentsgebäude (Königspalast), stündlicher Wachwechsel der Evzonen vor dem Grabmal des unbekannten Soldaten (Sonntagvormittag Aufmarsch)
- Athener Trilogie, ein neoklassizistisches Ensemble: die Akademie, die Universität, die Nationalbibliothek. Zuerst entstand nach Plänen von Christian Hansen die ottonische Universität (1842). 1891 wurde die Akademie der Wissenschaften nach Plänen von Theophil Hansen (siehe auch Wien, Ringstraße) in der Ausführung von Ernst Ziller eingeweiht (die Fertigstellung verzögerte sich durch die Vertreibung König Ottos aus Athen). Ebenfalls 1891 wurde die Nationalbibliothek nach Entwürfen von Theophil Hansen fertiggestellt.
- Nationalgarten mit Zappeion
- Erster Athener Friedhof, Grabstätten von Heinrich Schliemann und seiner Frau Sophia, Georgios Averof, Melina Mercouri, Andreas Papandreou, Adolf Furtwängler (Archäologe), am Grab von Sophia Afendakis die "Schlafende" (Koimomeni), das Werk eines der bedeutendsten griechischen Bildhauer, Giannoulis Chalepas (1854–1937)
- Lykavettos (Erhebung von 277 m mitten in Athen, hervorragende Aussicht auf Athen, Zahnradbahn)
- Hallen des städtischen Zentralmarkts für Fisch und Fleisch
- Die Plaka ist das älteste Quartier Athens. Dort, unterhalb der Akropolis, findet man in einem labyrinthischen Gewirr von Gassen viele Tavernen, Restaurants und kleine Geschäfte.
- Byzantinische Kirchen, z. B. Hagioi Theodoroi (11. Jahrhundert), Hagios Joannis Theologos (11./12. Jahrhundert) oder Hagios Eleftherios – kleine Metropolis (11./12. Jahrhundert)
- Kloster Dafni (in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen)
- Kloster Kaisariani
Museen
- Archäologisches Nationalmuseum
- Epigraphisches Museum
Weltkulturerbe
Weltkulturerbe
- Neues Akropolismuseum
- Museum für kykladische Kunst
- Benaki-Museum
- Numismatisches Museum
- Byzantinisches Museum
- Nationalgalerie
- Jüdisches Museum (2300 Jahre Geschichte der Juden in Griechenland)
- Archäologisches Museum Piräus
- Hellenisches Marinemuseum Piräus
- Schiffsmuseum Trokadero Marina (Palaio Faliro), mit der Athener Straßenbahn gut zu erreichen. [http://www.richardstokowski.de/athen.html Griechischer Panzerkreuzer Averof] Der schwere Panzerkreuzer mit 6 Geschütztürmen, 140 m lang, 21 m breit, 10.300 Tonnen schwer, 23 Knoten, 670 Mann Besatzung (im Einsatz bis 1.200 Mann), hat den Balkankrieg und zwei Weltkriege überstanden. Er war von 1911 bis 1955 in Dienst und spielte in der neugriechischen Geschichte eine wichtige Rolle. Er war damals ein Geschenk des Kaufmanns G. Averof an sein Land. Ein weiteres Kriegsschiff des Museums ist der Nachbau einer antiken attischen Triere (Dreiruderer) des 5. vorchristlichen Jahrhunderts, 36,90 m lang, 5,50 m breit, 70 Tonnen schwer, 4 Knoten Reisegeschwindigkeit (ein Hauptsegel, ein Vorsegel) beim Einsatz der halben Ruderbesatzung, bis 9 Knoten schnell beim Einsatz aller Ruderer, eine 180-Grad-Drehung in einer Minute, 170 Ruderer, 10 Matrosen, etwa 10 Soldaten. Der Neubau mit dem Namen OLYMPIAS entstand 1987.
Olympische Spiele
Triere]
:Siehe auch Olympische Sommerspiele 2004
Im Sommer 2004 fanden in Athen die Olympischen Spiele statt. Im antiken nachgebauten Panathenäischen Stadion (Kallimarmaro-Stadion, hier fanden die Olympischen Spiele von 1896 statt) war der Zieleinlauf des Marathonlaufs von 2004. Man hatte zwar anfangs Probleme mit dem Bau der Stadien, dennoch waren zur Eröffnung alle Stadien funktionstüchtig. Durch die Olympischen Spiele 2004 bekam Athen ein Sicherheitspaket von 1 Mrd. Euro - die größte Sicherheit für olympische Spiele in der Geschichte.
Demographie
Athen wuchs in den vergangenen 150 Jahren extrem schnell zu seiner jetzigen Größe heran. Während es 1832 bei der Gründung des modernen Griechenland kaum 1000 Einwohner hatte, so sind es heute im Großraum Athens etwa 4 Millionen Einwohner. Wichtige Eckdaten sind der Griechisch-Türkische Krieg von 1920/21, als Griechenland im Vertrag von Lausanne das östliche Thrakien und die Provinz Smyrna (heute İzmir) an die Türkei abgeben musste. Über eine Million Griechen mussten daraufhin ihre Heimat verlassen. Viele fanden eine neue Heimat in Athen. Viele Stadtteile tragen so auch noch den Namen der "alten" Heimat. Nea Filadelfia, Nea Smyrni, usw. Auch der Sportverein AEK Athen ist der Verein der Vertriebenen, das K steht für Konstantinopel! Die Entwicklung der Einwohnerzahlen im Gebiet Athen und Piräus nach dem Zweiten Weltkrieg verlief wie folgt:
:1940: 1,1 Mio
:1951: 1,4 Mio
:1961: 1,8 Mio
:1971: 2,5 Mio
:1981: 3,0 Mio
:1991: 3,1 Mio
:2001: 3,7 Mio
Klima
Das Stadtklima Athens ist ein ganz besonderes in Griechenland und auch in Europa. Durch die Lage Athens, umringt im Westen, Norden und Osten von Bergen und die vorherrschenden Winde in Griechenland, ist das Wetter in Athen noch trockener und wärmer als in anderen Regionen des Landes. Sommertemperaturen erreichen während Hitzeperioden, die drei, vier Tage andauern und von Juni bis September auftreten können zwischen 40 °C und 45 °C im Schatten. Durch die dichte Besiedlung kühlt es in der Nacht kaum ab. Temperaturen von +30 °C um Mitternacht sind die Norm im Sommer, 35 °C keine Seltenheit. Erst gegen morgen fällt das Thermometer kurzzeitig unter 30 °C. Damit sind die Athener Nächte die wärmsten in Europa und stehen denen im arabischen Raum nur wenig nach. Im Winter dagegen kommt es häufiger zu Kaltlufteinbrüchen aus dem Norden, die dann vor allem in den nördlichen Stadtbezirken auch in regelmäßigen Abständen zu einer Schneedecke führen. Zweifellos passiert dies aber nicht jedes Jahr. Für mitteleuropäische Verhältnisse sind vor allem die Novembertage noch erstaunlich warm. Während es in anderen südeuropäischen Städten schon "Wintertemperaturen" hat, sind es in Athen oftmals bis Mitte November noch 20-25 °C am Tag. Dafür fängt das Frühjahr später an und März und April sind noch erstaunlich kühl. Insgesamt bleibt die Jahresniederschlagsmenge mit unter 400 mm pro Jahr in Athen auf einem sehr niedrigen Niveau.
Söhne und Töchter der Stadt
Smyrni
- Jo Akepsimas, griechisch-französischer Chansonnier und Komponist
- Clemens von Alexandria, griechischer Theologe
- Andokides (Redner), attischer Redner
- Theo Angelopoulos, griechischer Filmregisseur
- Antiphanes, Dichter der mittleren attischen Komödie
- Antiphon (Sophist), griechischer Philosoph und Sophist
- Antisthenes, griechischer Philosoph der Antike
- Aristophanes, griechischer Komödiendichter
- Irene von Athen, Kaiserin des Oströmischen Reiches
- Peter Auzinger, Schauspieler; bayerischer Mundartdichter
- Stavros Dimas, griechischer Politiker und EU-Kommissar für Umweltpolitik
- Maria Farantouri, griechische Sängerin
- Georges Garvarentz, französischer Komponist und Arrangement (Musik)|Arrangeur
- Glykon von Athen, griechischer Bildhauer
- Isokrates, attischer Redner
- Nikolaos Kaklamanakis, Windsurfer
- Kimon, Athenischer Politiker und Feldherr
- Konstantin I. (Griechenland), König von Griechenland
- Menis Koumandareas, griechischer Künstler
- Lysias, attischer Redner
- Jimmy Makulis, griechischer Schlagersänger
- Melina Mercouri, griechische Schauspielerin, Sängerin, Kultusministerin
- Miltiades der Jüngere, Aus Athen stammender Feldherr und Politiker
- Dimitri Mitropoulos, griechisch-amerikanischer Dirigent
- Stavros Niarchos, griechischer Reeder
- Paul (Griechenland), König von Griechenland (von 1947 bis 1964)
- Wilhelm Petersen, deutscher Komponist
- Phidias, Bildhauer der Antikes griechischen Antike
- Alberto Savinio, italienischer Schriftsteller und Maler
- Giourkas Seitaridis, griechischer Fußballspieler
- Sokrates, griechischer Philosoph
- Solon, griechischer Politiker und Gesetzgeber Athens
- Sophia von Griechenland, Königin von Spanien
- Speusippos, Neffe Platons
- Ekaterini Thanou, griechische Leichtathletin
- Apostolos-Athanasios Tsochatzopoulos, griechischer Politiker
- Maria Vassilakou, österreichische Politikerin
- Georgos Vithoulkas, griechischer Homöopath, erhielt 1996 den alternativen Nobelpreis
Siehe auch: Eulen nach Athen tragen, Metro Athen
Weblinks
- [http://www.cityofathens.gr/ Offizielle Seite]
- [http://www.gnto.gr/ EOT, Griechische Zentrale für Fremdenverkehr]
- [http://www.athen-guide.com/ Athen-Magazin]
- [http://www.dbo.gr/ Deutsche Buchhandlung in Athen]
- [http://www.goethe.de/om/ath/ Goethe-Institut Athen]
- [http://www.athen.diplo.de/el/Startseite.html Deutsche Botschaft Athen]
- [http://www.aia.gr Internationaler Flughafen Athen]
!
Kategorie:Hauptstadt in Europa
ja:アテネ
ko:아테네
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th:เอเธนส์
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Aristoteles
Aristoteles (griechisch Αριστοτέλης Aristotelēs, - 384 v. Chr. in Stageira / Makedonien, † 322 v. Chr. in Chalkis / Euböa) war ein griechischer Philosoph, Naturforscher und einer der einflussreichsten Denker der abendländischen Geistesgeschichte, der zahlreiche Disziplinen entweder selbst begründete oder entscheidend beeinflusste. Nach seiner Herkunft wurde Aristoteles auch Der Stagirit genannt.
Leben
384 v. Chr. wird Aristoteles in Stageira als Sohn des Leibarztes Nikomachos am Hof von König Amyntas von Makedonien geboren. Früh versterben seine Eltern, sodass er bei Pflegeeltern aufwächst. 367 v. Chr., mit 17 Jahren, tritt Aristoteles in Platons Akademie in Athen ein.
347 v. Chr. stirbt Platon, die Leitung der Akademie übernimmt aber nicht der offenbar weitaus begabtere und talentiertere Aristoteles, sondern Speusippos, ein Neffe Platons. Aristoteles geht wohl auch wegen der anti-makedonischen Stimmung in Athen an den Hof des Hermias, des Herrschers von Atarneus in Kleinasien, wo er dessen Adoptivtochter Phytias heiratet. Von 342 v. Chr. bis 336 v. Chr. unterrichtet Aristoteles Alexander den Großen in Philosophie, Kunst und Mathematik.
335 v. Chr. kehrt Aristoteles nach Athen zurück und gründet dort seine eigene Schule, das Lykeion (später auch Peripatos genannt), die bis etwa 40 v. Chr. besteht und aus der die philosophische Richtung der Peripatetiker hervorgeht. 323 v. Chr. verlässt Aristoteles Athen, da - nach Alexanders Tod - dort die antimakedonische Partei die Oberhand gewinnt, und geht nach Chalkis, dem Geburtsort seiner Mutter, wo er im folgenden Jahr stirbt.
Lehre und Schriften
Was ist von Aristoteles überliefert?
Bei den überlieferten Schriften des Aristoteles - dem Corpus Aristotelicum - handelt es sich nicht um die von ihm selbst veröffentlichten so genannten exoterischen Schriften, die vielmehr bis auf (z.T. umfangreiche) Zitate bei späteren Schriftstellern verloren sind. Vollständig erhalten sind hingegen die seit dem 19. Jhd. so genannten esoterischen Schriften oder Pragmatien, die als Notizen, Vorlesungsskripte oder Materialsammlungen zunächst nur zum internen Gebrauch bestimmt waren und erst im ersten Jahrhundert v.Chr. durch die Ausgabe des Andronikos von Rhodos (s.u.) einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wurden. Diese Schriften sind daher in Stil und Aufbau oft schwer zugänglich. Von den von Aristoteles' zu Lebzeiten veröffentlichten Werken (den exoterischen Schriften), die z.T. als Dialoge im Stil Platons verfasst waren, ist sehr wenig überliefert. Ein Bild dieser Schriften liefert am ehesten noch der Protreptikos, eine auf Öffentlichkeitswirkung angelegte Werbeschrift für die Philosophie.
Aristoteles' Einteilung von Wissensgebieten
Aristoteles befasste sich mit zahlreichen Wissensgebieten, die allerdings in den meisten Fällen nicht deckungsgleich mit den heutigen Gebieten gleichen Namens sind. Beispielsweise ist Ethik für Aristoteles nicht in erster Linie eine Theorie der Moral und in vielen Punkten auch nicht getrennt von der Politik, die er beide auch unter dem Begriff der politischen Wissenschaften häufig gemeinsam nennt. Am wichtigsten ist die Unterscheidung in drei große Arten von Bereichen des Wissen: den theoretischen, praktischen und poietischen (hervorbringenden).
- (1) Die theoretische Wissenschaft betrachtet das, was unabhängig vom Menschen ist und keinen äußeren Zweck außer der Erkenntnis selbst besitzt. In sie fällt vor allem die Physik und die Metaphysik.
- (2) Die praktische Wissenschaft thematisiert das, was im Bereich der menschlichen Handlungen liegt, was aber nichts außer der Handlung selbst hervorbringt. Hierein fällt vor allem Aristoteles' Ethik und die Politik.
- (3) Die poietische Wissenschaft untersucht das, was im Bereich der menschlichen Tätigkeiten liegt und hierbei ein Objekt hervorbringt. Die Schrift Poetik des Corpus Aristotelicum thematisiert dabei (fast) ausschließlich die Dichtung.
- Ein weiterer wichtiger Teil der überlieferten aristotelischen Schriften sind gewissermaßen Metawissenschaften, die neben dieser Dreiereinteilung der Wissenschaften liegen und vor allem die Logik betreffen.
Zentrale methodologische Elemente der Philosophie Aristoteles'
Im Gegensatz zu Platon - der Philosophie als eine alle Bereiche menschlichen Wissens umfassende Einheitswissenschaft auffasst - geht Aristoteles von einem Konzept von Einzelwissenschaften als eigenständigen Disziplinen aus. Hierbei stützt er sich auch auf empirische Forschung (im weitesten Sinne) und setzt sich in der Ausarbeitung seiner Theorien mit dem gesunden Menschenverstand sowie mit den Lehren seiner Vorgänger und der Meinung der Allgemeinheit (Doxographie) auseinander. Die "Erste Philosophie", d.h. die Metaphysik ist als Grundlagenwissenschaft vom Seienden als Seienden den anderen Wissenschaften jedoch vorgeordnet.
Die Substanzlehre als zentrales Element der Philosophie Aristoteles'
Grundlegend für Aristoteles' Philosophie insgesamt ist die Frage: Worin besteht die Grundlage allen Seins? Hierbei ist der Begriff der ousía (griechisch ουσία) zentral, der in der späteren Tradition mit Substanz übersetzt wurde. Was ist nun die ousía einer Sache? Ousia ist, was diese Sache ihrem Sein nach ist, unabhängig von kurzfristig zukommenden und zufälligen Eigenschaften. Die ousía ist dabei dasjenige, was selbst unabhängig von diesen Eigenschaften ist und wovon diese abhängig sind. Grammatisch oder kategorial ausgedrückt, heißt dies, dass die Substanz dasjenige ist, dem die Eigenschaften zugeschrieben werden oder wovon überhaupt etwas ausgesagt wird; das, was von den Substanzen ausgesagt wird, sind deren Prädikate. Aristoteles' Antwort auf die Frage, was denn nun das bleibende Wesentliche sei, ist schließlich, dass die ousía eine bestimmende Form - das eidos - ist, die Ursache allen Seins ist. So ist z.B. das eidos von Sokrates das, was seine Menschengestalt, sein Menschsein bestimmt; der Grundidee nach kann dieser Hylemorphismus - die Lehre, dass ein Gegenstand aus zu bestimmender Materie (hylê) und bestimmender Form (morphê ist ein anderer Ausdruck für eidos) besteht und die Form das organisierende Prinzip der Materie ist - als allgemeiner Vorläufer der Theorie des genetischen Codes verstanden werden.
Die Theorie der ousía arbeitet Aristoteles in der sog. ersten Philosophie aus, in einigen unter dem Titel Metaphysik überlieferten Abhandlungen. Sie spielt allerdings auch in vielen anderen Bereichen seines Denkens eine ausgezeichnete Rolle, u.a. in De Anima, der Untersuchung dessen, was spezifisch und determinierend für alles Lebendige ist.
Nachwirkung der Philosophie des Aristoteles
Rezeption in der Antike
Im Peripatos wurde nach dem Tod des Aristoteles zunehmend spezielle Forschung im Bereich der Einzelwissenschaften betrieben. Wie sehr Aristoteles' Schriften hier rezipiert wurden, ist unklar. Klar ist, dass eine Ausgabe dieser Schriften erst Jahrhunderte nach seinem Tod von Andronikos von Rhodos angefertigt wurde.
In der Spätantike war Aristoteles nicht ohne Einfluss (siehe Themistios oder den großen Aristoteleskommentar des Simplikios), dennoch ist wenigstens bis ins 5. Jh. eine Präferenz des Neuplatonismus festzustellen, die auch in Byzanz weiter wirkte. [http://12koerbe.de/pan/met12-2.htm Aristoteles' Lehre von der noesis noeseos (dem sich selbst durchdenkenden Denken) und vom unbewegten Bewegenden] wurde dabei in das Prinzip des platonischen [http://12koerbe.de/pan/platon6.htm agathon (d.h. des Guten bzw. Vollkommenen)] so integriert, dass die aristotelische Formursache (to eidos) und die [http://12koerbe.de/pan/met12-2.htm "Seinsheiten" (ousiai, Wesen, Substanzen)] mit den [http://12koerbe.de/pan/platon6.htm vom agathon wie von einer Sonne ausstrahlenden Ideen (s. Sonnengleichnis)] gleichgesetzt werden konnten. Erst im 11. Jh. kam es zu einer Renaissance der aristotelischen Philosophie (Kommentierung mehrerer Schriften des Organon durch Johannes Italos).
Rezeption im Mittelalter
Im islamischen Raum waren die Werke Aristoteles' in Übersetzung größten Teils bekannt (ab 10. Jh.), wobei mehrere bedeutende Kommentare entstanden (siehe Averroes, Avicenna).
Im lateinischen Mittelalter war zunächst bis in 12. Jh. von den Schriften des Aristoteles nur eine Auswahl der logischen Schriften verbreitet. Zudem war Aristoteles in einigen Punkten für die christliche Lehre ein unbequemer Denker, so dass seine Schriften in einigen Universitäten verboten waren. Mit Albertus Magnus und Thomas von Aquin setzte dann eine Aristotelesrenaissance ein. Seit der Mitte des 13. Jhs. war aristotelische Philosophie Pflichtprogramm an den Universitäten. Infolgedessen galt in Form des Thomismus Aristoteles bis über das 15. Jh. hinaus (Ende des Mittelalters) als unumstrittene Autorität. In dieser Tradition wurde Aristoteles oft nur Der Philosoph genannt.
Rezeption in der Neuzeit
Im 19. Jh. gab es in der Nachfolge der deutschen Klassik eine starke Rezeption der antiken Klassiker. Für Hegel war Aristoteles eine der wichtigsten Anregungen. Immanuel Bekker edierte in den 1830er-Jahren die erste moderne, textkritische Gesamtausgabe der aristotelischen Schriften. Zu dieser Zeit begann man, Aristoteles als Denker in seinem eigenen historischen Kontext und unabhängig von der scholastischen Tradition zu interpretieren.
Anfang des 20. Jhs. befreite Werner Jaeger Aristoteles endgültig von den scholastisch geprägten Konnotationen. Für viele andere Philosophen waren und sind Aristoteles' Schriften bis heute eine wichtige Quelle zum eigenen systematischen Philosophieren. Zudem hat die Aristoteles-Forschung seit Anfang des 20. Jhs. große Fortschritte gemacht.
Für den Neuthomismus, den philosophischen Unterbau der heutigen Lehre der katholischen Kirche, ist die Philosophie Aristoteles' der wichtigste Bezugspunkt.
Als Pseudo-Aristoteles werden unbekannte Verfasser bezeichnet, deren Schriften zunächst Aristoteles selbst zugeordnet wurden, dessen Urheberschaft heute aber zweifelhaft ist.
Werke (Auswahl)
- Organon (nacharistotelische Zusammenstellung), bestehend aus:
- Kategorien
- De Interpretatione
- Analytica Priora
- Analytica Posteriora
- Topik
- Sophistische Widerlegungen
- Physik
- De Caelo
- De Anima
- Metaphysik
- Nikomachische Ethik
- Eudemische Ethik
- Politik
- Der Staat der Athener
- Rhetorik
- Poetik – Als Webausgabe frei zugänglich bei [http://www.digbib.org/Aristoteles_384vChr/De_Poetik DigBib.Org]
- Protreptikos
Literatur
Primärtexte
- Übersetzungen:
- Grumach, Ernst (Begr.), Flashar, Hellmut (Hrsg.): Aristoteles. Werke in deutscher Übersetzung, 19 Bde., Akademie Verlag, Berlin 1965 ff. (Mit in der Regel sehr guten Kommentarteilen)
- Barnes, Jonathan (Hrsg.): The Complete Works of Aristotle, 2 Bde., Princeton 1995 (Sammlung der maßgeblichen englischen Übersetzungen)
- Rapp, Christof/ Wagner, Tim: Aristoteles, Topik. Übersetzung, Einleitung und Kommentar, Stuttgart 2004 (Reclam)
- Griechische Textausgaben:
- div. Hgg. in der Reihe: Oxford Classical Texts (OCT) bei Oxford University Press ediert.
- div. Hgg. und Übersetzer in der Reihe: Loeb Classical Texts (LCT) bei Harvard University Press ediert (Griechischer Text mit englischer Übersetzung)
Sekundärliteratur (hervorgehobenes besonders für Einsteiger)
- Einführungen:
- Buchheim, Thomas: Aristoteles, Freiburg i.Br. 1996
- Code, Alan D.: Aristotle, OUP 2005 (Einführung des vermutlich besten Kenners der aristotelischen Metaphysik)
- Detel, Wolfgang: Aristoteles, Leipzig 2005. (Problemorientierte Einführung)
- Höffe, Otfried: Aristoteles, Beck´sche Reihe Denker, 2. überarbeitete Aufl., München 1999. (Hervorragende Einführung, welche die praktische Philosophie des Aristoteles und die Rezeptionsgeschichte näher beleuchtet.)
- Rapp, Christof: Aristoteles zur Einführung, Hamburg 2004 ISBN 3885063980. (die beste deutschsprachige Einführung zu Aristoteles mit sehr guter thematisch gegliederter Bibliografie für Einsteiger)
- Ross, W.D.: Aristotle, Routledge 2004 (Einführung/Darstellung aus der Feder des wichtigsten Aristoteles-Forscher des 20.Jh.)
- thematische Kompendien:
- Barnes, Jonathan (Hg.): The Cambridge Companion to Aristotle CUP 1995 (Sehr gute Einführung zu Aristoteles mit thematisch geordneten Beiträgen einiger der namhaftesten Aristotelesforscher und einer aktuellen, thematisch gegliederten 80 Seiten-Bibliografie.)
- Buchheim, Thomas/Flashar, Hellmut (Hgg.): Kann man heute noch etwas anfangen mit Aristoteles, Hamburg 2003 (Beiträge namhafter Aristotelesforscher in Hinblick auf Aristoteles und moderne Philosophie)
- Philosophiegeschichte & Doxographie:
- Flashar, Hellmut (Hg.): Grundriss der Geschichte der Philosophie. Die Philosophie der Antike Band 3: Ältere Akademie. Aristoteles. Peripatos 2., durchgesehene und erweiterte Auflage, von Hellmut Flashar, Hans Krämer, †Fritz Wehrli, Georg Wöhrle, Basel 2004. (Die ausführlichste philosophiegeschichtliche Darstellung der Philosophie des Aristoteles und seiner Wirkungsgeschichte.)
- Lexika:
- Höffe, Otfried (Hg.): Aristoteles-Lexikon, Stuttgart 2005 ISBN 3520459019
- Horn, Christoph / Rapp, Christof (Hgg.): Wörterbuch der antiken Philosophie, München 2002 (mit zahlreichen Einträgen zu für Aristoteles zentralen Termini) ISBN 3406476236
- Aufsatzsammlungen:
- Rapp, Christof (Hg.): Aristoteles. Metaphysik. Die Substanzbücher (Ζ, E, Θ), Berlin 1996. (Artikel zu den wichtigsten Textabschnitten zu der aristotelischen Substanzlehre)
- Code, Alan D.: Collected Papers on Aristotle's Metaphysics, Princeton UP 2005
- Weitere Monographien:
- Jaeger, Werner: Aristoteles, Berlin 1923 (wichtig innerhalb der Forschungsgeschichte, aber als Einführung ungeeignet)
- Patzig, Günther: Die aristotelische Syllogistik. Logisch-philologische Untersuchung über das Buch A der "Ersten Analytik", 3. Aufl., Göttingen 1969.
- Richard Sorabji (Hg.): Aristotle Transformed. The Ancient Commentators and Their Influence, Ithaca/New York 1990.
Kunst
Aristoteles in der Kunst
bild:Aristotelesrp.jpg|Aristoteles
Image:Aristotelesarp.jpg|Ausschnittsvergrößerung aus einem Wandgemälde
Image:Aristotle by Raphael.jpg|Aristoteles, seine Ethik haltend. Detail aus dem Fresko Schule von Athen von Raphael im Vatikan.
Siehe auch
- Subjekt
- zentrale Termini wichtiger Philosophen und Epochen
- Akt-Potenz
- Alexander von Aphrodisias
- Apophansis
- Liste der Philosophen
- Philosophie der Antike
- Portal:Philosophie
- Portal:Antike
- Aristotelische Naturphilosophie
- Gesellschaft für antike Philosophie
- Contra principia negantem disputari non potest, Sprichwort, das auf Aristoteles zurückgehen soll
Weblinks
-
- [http://plato.stanford.edu/contents.html#a Einträge] in der Stanford Encyclopedia of Philosophy
- [http://www.philo.de/Philosophie-Seiten/personen/aristoteles.shtml Aristoteles als Philosoph]
- [http://gutenberg.spiegel.de/autoren/aristote.htm Texte bei Projekt Gutenberg]
- [http://www.litlinks.it/ax/aristoteles.htm Texte und Sekundäres] bei litlinks.it
- [http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/vor?lookup=aristotle;collection=Perseus%3Acollection%3AGreco-Roman;group=fieldcat;target=en%2C0;alts=1;extern=1;doctype=Text;detail=Creator#Creator Texte (griechisch/englisch)] im Perseus Project
- [http://classics.mit.edu/Browse/browse-Aristotle.html Texte von Aristoteles (englisch)]
Kategorie:Mann
Kategorie:Grieche
Kategorie:Philosoph (Antike)
Kategorie:Moralphilosoph
Erkenntnistheoretiker
Kategorie:Physiker
Kategorie:Logiker
Kategorie:Universalgelehrter
Kategorie:Griechische Philosophie
Kategorie:Geschichte der Naturwissenschaft
Kategorie:4. Jahrhundert v. Chr.
ja:アリストテレス
ko:아리스토텔레스
ms:Aristotle
simple:Aristotle
th:อริสโตเติล
384 v. Chr.
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Ereignisse
-
Geboren
- Aristoteles, griechischer Philosoph (†322 v. Chr.)
- Demosthenes, griechischer Redner (†322 v. Chr.)
Gestorben
-
8-0384
SuizidDer Suizid (lateinisch suicidium von sua manu cadere = von eigener Hand fallen), auch Selbsttötung oder Freitod genannt, ist die willentliche Beendigung des eigenen Lebens durch eine selbstbestimmte Handlung oder durch das Unterlassen einer Handlung (z. B. Nichteinnahme lebenswichtiger Medikamente bzw. Nahrungsmittel und/oder Flüssigkeit). Noch ist der Begriff Selbstmord verbreitet, er wird jedoch zunehmend vermieden, da das Wort die Selbsttötung fälschlicherweise als ein Verbrechen (Mord) bezeichnet. Es wird deshalb gefordert, diesen Ausdruck mit Rücksicht auf Betroffene und deren Angehörige sowie auf die eindeutige Rechtslage zu vermeiden. (Siehe: Rechtsprechung).
Ursachen und Formen
Suizid ist in den meisten Fällen das Symptom einer Depression, einer verwandten psychischen Störung wie z.B. der bipolaren Störung oder anderer schwerer Erkrankungen oder Behinderungen, die der betroffene Mensch nicht mehr länger aushalten möchte. Etwa neunzig Prozent der vollendeten Suizide und etwa sechzig Prozent der Suizidversuche werden von Personen unternommen, bei denen entsprechende Beeinträchtigungen diagnostizierbar sind. Suizide aus anderen Gründen (z. B. als Konsequenz eines "Gesichtsverlustes" oder einer Lebenskrise) sind dagegen relativ selten.
Manchmal ist der Suizid der letzte Ausweg eines Menschen aus einem Leben, das von körperlichem oder psychischem Schmerz und Leiden bestimmt ist, welche sich mit keinen Mitteln der medizinischen Wissenschaften auf ein individuell erträgliches Maß lindern lassen. Wenn keine Hoffnung auf Linderung besteht, zieht mancher den Tod dem als leidvoll erfahrenen Leben vor. In diesen Fällen suchen die betroffenen Personen oft nach einer fachkundigen Hilfe, die ihnen ein schmerz- und leidensloses Sterben ermöglicht. Die Sterbehilfe durch fremde Hand ist mitunter ihre letzte (und oft durch die Rechtsprechung verwehrte) Hoffnung.
In selteneren Fällen geht einem Suizid die Tötung Dritter (meist Partner und Kinder) voraus; in diesen Fällen spricht man oft von einem erweiterten Suizid. Dieser Begriff ist jedoch umstritten, da die Tötung anderer kein Suizid ist. Auch der Amoklauf ist als spezieller Fall eines "erweiterten" Suizids zu sehen, bei dem oft auch zufällige, dem Täter nicht bekannte Menschen betroffen sind.
Ebenfalls (immer noch) vergleichsweise selten ist der Suizid in Form der Selbstopferung, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen (Kamikaze) oder einer Sache dienlich zu sein aufgrund eines echten oder vermeintlichen Mangels an Alternativen (Selbstmordattentäter). Wo genau die Grenze zum selbstgefährdenden oder auch zum selbstverletzenden Verhalten liegt, ist teilweise schwer auszumachen: So handeln viele Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung bei riskanten Autofahrten latent suizidal, aber auch das durchaus nicht seltene Befolgen militärischer, riskanter Befehle in eine nahezu aussichtslose Lage hinein, z.B. in Form von so genannten Himmelfahrtskommandos, kann geradezu suizidal sein.
Mit dem Suizid befassen sich Wissenschaften wie Psychiatrie, Psychologie, Soziologie, Philosophie, Theologie und Rechtswissenschaft. Daneben gibt es die praktischen Ansätze zur Suizidverhütung und der Betreuung derjenigen, die einen Suizidversuch überlebt haben.
Sprachliches
Häufig wird der Suizid als Selbstmord oder Freitod bezeichnet. Beide Bezeichnungen können jedoch eine moralische Beurteilung in den Begriff bringen: Selbstmord eine tabuisierende und kriminalisierende, Freitod eine heroisierende. Eine neutrale Bezeichnung ist Selbsttötung. Eine Suizid ausführende Person wird Suizident ("Selbstmörder") bezeichnet.
In der wissenschaftlichen Fachsprache und im beruflichen Umgang mit den Betroffenen wird meist das Wort Suizid bevorzugt, in der juristischen Fachsprache häufig der Ausdruck Selbsttötung, der lediglich den Vorgang, nicht die Motive beschreibt.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird meist noch Selbstmord verwendet. Das Wort stammt aus einer Zeit, als im deutschen Sprachraum der (versuchte) Suizid noch strafbar und moralisch geächtet war, geprägt vor allem durch die katholische Lehre.
Die Bezeichnung Freitod enthält andererseits den Gedanken der freien Wahl zwischen Leben und Tod, ein Ausfluss des Selbstbestimmungsrechts des Menschen. Meistens wird von den Menschen, die einen Suizid beabsichtigen, der eigene Tod jedoch als der einzig mögliche Ausweg gesehen. Die Entscheidungsfreiheit einer suizidalen Person ist in der Regel stark eingeschränkt. Daher wird die Bezeichnung Freitod ebenfalls von vielen Wissenschaftlern abgelehnt. Dem ließe sich indessen entgegenhalten, dass die Freiheit der Entscheidung für den eigenen Tod im tieferen Sinne nicht mehr und nicht weniger problematisch sei, wie die Freiheit jeder anderen Entscheidung auch, sich mit hin die Frage, wie "frei" ein Freitod sei, nicht losgelöst von der sowohl philosophisch als auch naturwissenschaftlich nur sehr schwer zu entscheidenden Frage des freien Willens an sich behandeln ließe.
In der Wissenschaft wird die dauerhafte Einnahme von Alkohol, anderen Drogen, Magersucht oder extreme Fettsucht auch als "Suizid auf Raten" gesehen.
Hier wird von einem chronischen Suizid gesprochen.
Vergleiche hierzu auch das selbstverletzende Verhalten und die Autoaggression.
Statistik
Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass es weltweit etwa eine Million Suizide pro Jahr gibt und dass 10 bis 20 Mal soviele Suizidversuche scheitern. Die Länder mit der höchsten Suizidrate sind Litauen, Russland, Weißrussland, Lettland, Ukraine, Ungarn, Sri Lanka, Slowenien, Kasachstan, Estland, Japan, Finnland (WHO-Statistik).
In der Europäischen Union begehen nach einer Meldung der EU-Kommission aus dem Jahr 2005 jährlich 58 000 Menschen Suizid, wobei die meisten dieser Fälle von Personen begangen werden, die an Depressionen leiden. An anderen Todesursachen führt dieselbe Meldung jährlich 50 700 Verkehrstote und 5 350 Opfer von Gewaltverbrechen an.
Im Durchschnitt sterben in der Bundesrepublik Deutschland jährlich zwischen 11 000 und 12 000 Menschen durch Suizid, wobei zusätzlich von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. Diese Zahl entspricht ca. 1,3% aller Todesfälle und übersteigt damit die Anzahl der Verkehrstoten (5 842 Todesopfer im Jahr 2004) bei weitem. In der Altersgruppe der 15- bis 35-Jährigen ist der Suizid die zweithäufigste Todesursache (nach dem Unfalltod). Allerdings ist die verbreitete Annahme, dass Suizid in dieser Altersgruppe besonders häufig verübt wird, ein Trugschluss: Suizid ist in dieser Altersklasse neben Mord und Unfall aufgrund der weniger häufigen Krankheiten die nahezu einzig mögliche Todesursache.
Suizidversuche und Suizide
Die Zahl ernsthafter Suizidversuche liegt bei ca. 100 000 bis 150 000 (auch hier sind genaue Erkenntnisse aufgrund der hohen Dunkelziffern schwierig), also um den Faktor 10 bis 15 über der der ausgeführten Suizide. Mit anderen Worten: Etwa jeder zehnte Suizidversuch geht tödlich aus.
Unterschiede Frauen und Männer
Die Zahl der Suizidversuche ist bei Frauen weit höher als bei Männern. Die Zahl erfolgreicher Suizidversuche ist jedoch bei Männern deutlich höher als bei Frauen mit weiter steigender Tendenz: Drei Viertel aller erfolgreich Suizid-Begehenden sind Männer. Von den 10 733 Suiziden im Jahr 2004 in Deutschland wurden 7 939 (74%) von Männern und 2 794 von Frauen begangen.
Trend in Deutschland
Im Jahr 1982 nahmen sich in der Bundesrepublik und der DDR 18 711 Menschen das Leben, während die Zahl im Jahr 2002 bei 11 163 und 2003 bei 11.150 lag. Das heißt, dass die Suizidrate im Zeitraum von 20 Jahren um 40,3% zurückging, in den letzten Jahren aber nahezu konstant blieb. Die Zahl der Suizidversuche stieg in den letzten Jahren jedoch an.
Als Gründe für den Rückgang werden verbesserte fachärztliche Versorgung und Enttabuisierung psychischer Erkrankungen genannt.
Todesarten
Von den 11150 tödlichen Suiziden in der BRD im Jahr 2003 wurden folgende Todesarten erfasst:
- Erhängen/Ersticken 5538
- Sturz in die Tiefe 1100
- Vergiftung durch Medikamente 940
- Erschießen 572
- Sich vor den Zug oder vor Autos werfen 556
- Abgase ins Auto leiten 216
Quelle: Statistisches Bundesamt
Ursachen
Die häufigste Ursache für einen Suizid bzw. Suizidversuch wird in diagnostizierbaren psychischen Erkrankungen gesehen. Ca. 90 - 95% aller Suizide in westlichen Gesellschaften werden hierauf zurückgeführt. Da die Diagnose häufig erst nach einem erfolgreichen Suizid gestellt wird, ist diese Einteilung zumindest fragwürdig, da als einziges hartes Diagnosekriterium neben verschiedenen weicheren, die auf der Erinnerung der Angehörigen basieren, nur die Suizidhandlung an sich herangezogen werden kann. Suizid kommt demnach gehäuft vor bei allen Psychosen, vor allem aber bei Depressionen und manisch-depressiven Erkrankungen (bipolaren Störungen).
Suchterkrankungen und chronische Schmerzen spielen ebenfalls eine gewichtige Rolle, haben aber auch fließende Übergänge zur Depression. Den Suizid auslösende Faktoren können dann zwar Lebenskrisen wie die Trennung vom Partner, Versagensängste oder der wirtschaftlichen Ruin sein – als alleiniger Hintergrund eines Suizids kommt dies aber nur in ca. 5–10% der Fälle vor. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sowohl eine innere wie eine äußere Ursache für eine Depression besteht, d. h. ein für Depressionen empfänglicher Patient wird durch seine Lebensumstände depressiv.
Laut einem Artikel von Spiegel Online hat der Psychologe Richard Seiden von der Berkeley-Universität 515 Fälle von Menschen untersucht, die gehindert wurden, in suizidaler Absicht von Brücken zu springen. Dabei stellte sich heraus, dass nur sechs Prozent sich später auf andere Weise das Leben nahmen.
Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben geht davon aus, dass es in Deutschland zahlreiche Patientensuizide gibt.
Sonderfall Massensuizid
Die bislang umfangreichste Massenselbsttötung in der Geschichte begingen am 18. November 1978 in der Siedlung Jonestown im Dschungel Guyanas 911-914 Anhänger der Volkstempler auf Anweisung ihres Führers Jim Jones. Man geht jedoch davon aus, dass einigen der Opfer die tödliche Mischung aus Cyanid und Limonade zwangsweise verabreicht wurde.
Die bislang größte bekannte Massenselbsttötung in der deutschen Geschichte ereignete sich im Mai 1945 in Demmin. Etwa 900 Einwohner nahmen sich vor und nach dem Einmarsch der Roten Armee das Leben.
Suizidprävention
Oft wird ein Suizid vorher angekündigt, einschlägige Warnungen sind ernst zu nehmen. Viele Suizidopfer hinterlassen Abschiedsbriefe, in denen sie ihre Tat begründen, oder deuten bei Freunden und Verwandten ihre Absichten an. Besteht der Verdacht einer Suizidalität, sollte dieser in der Regel offen angesprochen werden.
Menschen, die einen Suizid begehen wollen, finden meist niemanden, mit dem sie über diese Gedanken sprechen können. Ein zentraler Punkt der Prophylaxe besteht aber genau darin, Menschen zu helfen über ihre Probleme und Suizidgedanken zu reden, um nicht in eine noch stärkere Isolation zu geraten. Aus diesem Gedanken heraus entstand in den 1950er Jahren die Telefonseelsorge als Einrichtung der Suizidprävention.
Personen, die einen Suizidversuch durchgeführt haben, werden in der R | | |