Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
4. August

4. August

Der 4. August ist der 216. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 217. in Schaltjahren) - somit bleiben noch 149 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1060 - Philipp I. wird mit 8 Jahren König von Frankreich
- 1704 - Der Felsen von Gibraltar wird im spanischen Erbfolgekrieg von der britischen Flotte besetzt.
- 1789 - Der französische Adel verzichtet auf seine Vorrechte: siehe Französische Revolution.
- 1846 - Bei der Strandung des britischen Auswandererschiffs Cataraqui bei der tasmanischen Insel King Island, der schlimmsten Schiffskatastrophe in der Geschichte Australiens, sterben 414 Passagiere und Besatzungsmitglieder, nur neun Überlebende können sich retten.
- 1870 - 1. Schlacht im Deutsch-Französischen Krieg bei Wissembourg (Weissenburg), Nord-Elsass
- 1914 - Erster Weltkrieg: Deutsche Truppen marschieren gemäß Schlieffen-Plan im neutralen Belgien ein. Daraufhin erklärt Großbritannien dem Deutschen Reich den Krieg. Ein einiger Reichstag gewährt Kriegskredite.
- 1931 - In der Zeitschrift Die Weltbühne erscheint Kurt Tucholskys berühmt gewordene Aussage Soldaten sind Mörder.
- 1944 - Anne Frank und ihre Familie werden von den Nazionalsozialisten verhaftet, nachdem ein niederländischer Denunziant ihr Amsterdamer Versteck verraten hatte.
- 1951 - Das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg wird gegründet.
- 1964 - Ein Angriff auf US-Militärschiffe im Golf von Tonkin dient den USA später als Vorwand für den Beginn des Vietnam-Krieges.
- 1966 - Kulturabkommen zwischen Deutschland und Bolivien. In Kraft seit dem 21. September 1970
- 1995 - Kroatien: Beginn der Operation Gewittersturm (Oluja). Innerhalb weniger Tage erobern kroatische Truppen den von serbischen Aufständischen kontrollierten Teil Kroatiens zurück.
- 2000 - Ungarn: Ferenc Mádl wird neuer Staatspräsident von Ungarn.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 2001 - Wladimir Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Charles Shufford, USA, in Mandalay Bay, Las Vegas, Nevada, USA, durch technischen KO

Geboren


- 1521 - Urban VII., Papst
- 1770 - François-Etienne Kellermann, französischer Kavalleriegeneral
- 1792 - Percy Bysshe Shelley, englischer Dichter
- 1794 - Josef Proksch, tschechisch-deutscher Komponist
- 1805 - William Rowan Hamilton, irischer Mathematiker
- 1815 - Karl Reinhold von Wunderlich, deutscher Mediziner
- 1859 - Knut Hamsun, norwegischer Schriftsteller
- 1883 - René Schickele, elsässischer Schriftsteller
- 1884 - Dora Herxheimer, bildende Künstlerin
- 1890 - Erich Weinert, deutscher Schriftsteller
- 1897 - Adolf Heusinger, deutscher General
- 1900 - Elizabeth Bowes-Lyon, britische Königinmutter (Queen Mum)
- 1901 - Louis Armstrong, US-amerikanischer Jazzmusiker, Trompeter und Sänger
- 1903 - Hans-Christoph Seebohm, deutscher Politiker und Bundesminister
- 1904 - Witold Gombrowicz, polnischer Schriftsteller
- 1906 - René Mazaud, französischer Rennfahrer
- 1906 - Eugen Schumacher, deutscher Zoologe
- 1908 - Kurt Eichhorn, deutscher Dirigent
- 1909 - Eva Kemlein, deutsche Fotografin
- 1909 - Saunders MacLane, amerikanischer Mathematiker (Mitbegründer der Kategorientheorie)
- 1909 - Otto Steiger, Schweizer Schriftsteller
- 1910 - Selina Chönz, schweiz. Schriftstellerin
- 1910 - William Schuman, US-Komponist
- 1912 - Raoul Wallenberg, schwedischer Diplomat
- 1918 - Hans Abich, deutscher Filmproduzent und Rundfunkpublizist
- 1918 - Claus Holm, deutscher Schauspieler
- 1922 - Luis Aponte Martínez, Erzbischof von San Juan und Kardinal
- 1925 - Kurt Vogelsang, deutscher Politiker und MdB
- 1929 - (oder 24. oder 27. August): Jassir Arafat, Präsident der palästinensischen Autonomiegebiete
- 1930 - Götz Friedrich, deutscher Opernregisseur
- 1930 - Carlfriedrich Claus, deutscher Grafiker und Lyriker
- 1930 - Ali al-Sistani, schiitischer Geistlicher im heutigen Irak
- 1932 - Guillermo Mordillo, argentinischer Cartoonist
- 1936 - Mani Matter, schweizerischer Liedermacher
- 1936 - Assia Djebar, algerische Schriftstellerin und Historikerin
- 1939 - Big Dee Irwin, US-amerikanischer Sänger
- 1940 - Frankie Ford, US-amerikanischer Sänger
- 1940 - Timi Yuro, US-amerikanische Sängerin
- 1940 - David Lange, neuseeländischer Politiker
- 1942 - David Carr, britischer Musiker
- 1944 - Laura Biagiotti, italienische Modeschöpferin
- 1947 - Paul Martin Layton, britischer Musiker und Sänger
- 1947 - Klaus Schulze, deutscher Musiker
- 1947 - Hubert Ingraham, Politiker und Regierungschef auf den Bahamas
- 1951 - Roy Flowers, britischer Musiker
- 1952 - Daniel Bautista, mexikanischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1953 - Samantha Sang, australische Sängerin
- 1954 - Anatolij Kinach, ukrainischer Politiker
- 1955 - Billy Bob Thornton, US-amerikanischer Schauspieler
- 1958 - Andrea Dombois, deutsche Politikerin und MdL
- 1960 - José Luis Rodríguez Zapatero, spanischer Jurist und Politiker, Ministerpräsident
- 1962 - Pail Reynolds, britischer Musiker
- 1967 - Mike Marsh, US-amerikanischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1981 - Florian Silbereisen, deutscher Showmaster
- 1981 - Benjamin Lauth, deutscher Fußballspieler

Gestorben


- 1060 - Heinrich I., König von Frankreich von 1031 bis 1060
- 1265 - Simon V. von Montfort, 6. Earl of Leicester
- 1306 - Wenzel III., König von Ungarn, Böhmen und Polen
- 1378 - Galeazzo II. Visconti, Gründer der Universität Pavia und ein begabter Diplomat
- 1404 - Gerhard VI., Graf von Holstein-Rendsburg
- 1526 - Juan Sebastián Elcano, baskisch-spanischer Entdecker
- 1578 - Sebastian I., König von Portugal aus dem Hause Avis
- 1699 - Marie Sophie von der Pfalz, Königin von Portugal
- 1753 - Johann Gottfried Silbermann, deutscher Orgelbauer
- 1823 - Caspar Zeller, deutscher Unternehmer
- 1844 - Jacob Aall, norwegischer Politiker
- 1859 - Johannes Maria Vianney, Heiliger, Pfarrer von Ars
- 1864 - David Hansemann, preußischer Politiker und Bankier
- 1867 - Fausti Soulouque, Kaiser von Haiti
- 1873 - Viktor Alexandrowitsch Hartmann, russischer Architekt, Bildhauer und Maler
- 1874 - Ludwig Otto Hesse, deutscher Mathematiker
- 1875 - Hans Christian Andersen, dänischer Dichter und Schriftsteller
- 1883 - August Howaldt, Ingenieur, Konstrukteur, Erfinder, Unternehmer
- 1886 - Samuel J. Tilden, US-amerikanischer Politiker
- 1900 - Etienne Lenoir, französischer Erfinder
- 1904 - Arnold Krug, deutscher Komponist
- 1905 - Paul von Schönthan, öst. Schriftsteller
- 1919 - Ferdinand Thieriot, deutscher Komponist und Cellist
- 1922 - Enver Pascha, türkischer Politiker, General und Kriegsminister
- 1927 - Eugène Atget, französischer Fotograf
- 1929 - Carl Auer von Welsbach, österreichischer Chemiker und Unternehmer
- 1930 - Siegfried Wagner, deutscher Komponist und Leiter der Bayreuther Festspiele
- 1938 - Heinrich Held, deutscher Politiker
- 1938 - Rudolf Georg Binding, deutscher Schriftsteller
- 1944 - Krzysztof Kamil Baczyński, polnischer Dichter
- 1945 - Gerhard Gentzen, deutscher Mathematiker
- 1948 - Mileva Maric, Mathematikerin und die erste Frau Albert Einsteins
- 1951 - Ernst von Weizsäcker, deutscher Diplomat und Politiker
- 1953 - Fritz Koelle, deutscher Bildhauer
- 1954 - Harald Paulsen, deutscher Schauspieler
- 1957 - Washington Luís, Präsident Brasiliens am Ende der 1920er Jahre
- 1962 - Heinrich Schmiedeknecht, deutscher Architekt
- 1971 - Georg Maurer, deutscher Lyriker, Essayist und Übersetzer
- 1977 - Edgar Douglas Adrian, britischer Anatom und Physiologe
- 1977 - Ernst Bloch, deutscher Philosoph
- 1978 - René Challan, französischer Komponist
- 1981 - Melvyn Douglas, US-amerikanischer Schauspieler
- 1990 - Heinz Frieler, deutscher Politiker und MdB
- 1991 - Jewgeni Fjodorowitsch Dragunow, sowjetischer Waffenkonstrukteur
- 1995 - Said Ramadan, führender islamischer Fundamentalist
- 1998 - Juri Petrowitsch Artjuchin, sowjetischer Luftwaffenoffizier und Kosmonaut
- 1999 - Liselott Linsenhoff, deutsche Dressurreiterin
- 1999 - Victor Mature, US-amerikanischer Filmdarsteller
- 2003 - Chung Mong Hun, südkoreanischer Unternehmer (Hyundai Motor Company)
- 2003 - Frederick Chapman Robbins, US-amerikanischer Bakteriologe und Kinderarzt
- 2004 - Hans-Joachim Grubel, deutscher Schauspieler

Feier- und Gedenktage


- Kirchliche Gedenktage:
  - Dominikus (katholisch, anglikanisch)
  - Johannes Maria Vianney, "Pfarrer von Ars" (katholisch)
  - Walburga - Ankunft der Gebeine (katholischer Gedenktag in Münster)

Siehe auch

:3. August - 5. August :4. Juli - 4. September :Historische Jahrestage - Zeitskala :Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0804 ja:8月4日 ko:8월 4일 simple:August 4 th:4 สิงหาคม

Gregorianischer Kalender

Der gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.

Gregorianische Kalenderreform

Kalender Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand. Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform. Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt. Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann. Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.

Die Schaltregeln


- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.) oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.

Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern

Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt. Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen. Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.

Charakteristika

Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen. Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird. Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).

Siehe auch


- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.

Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit

Weblinks


- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon] Kategorie:Kalender als:Gregorianischer Kalender ja:グレゴリオ暦 ko:그레고리력 ms:Kalendar Gregorian simple:Gregorian calendar th:ปฏิทินเกรกอเรียน

Schaltjahr

Ein Kalender hatte historisch den Zweck, den Beginn der Jahreszeiten Jahr für Jahr auf das gleiche Datum fallen zu lassen, um den Zeitpunkt zum Beispiel von Festen oder wiederkehrenden Ereignissen bestimmen zu können. Ein tropisches Jahr, also der Zeitraum zwischen zwei Frühlings-Tagundnachtgleichen, dauert allerdings etwa 365 Tage und etwas weniger als 6 Stunden (365d 5:48:45.98, nicht konstant!), so dass eine einfache Zuordnung, die jedem Jahr die gleiche Anzahl Tage gibt, unmöglich ist, ohne dass sich gleichzeitig der Beginn der Jahreszeiten verschiebt. In den Kalendern der verschiedenen Kulturen gibt es deshalb Methoden, um die jeweilige Dauer des Jahres dem tropischen Jahr anzunähern. Der Beginn der Jahreszeiten kann beispielsweise auf dem gleichen Datum festgehalten werden, wenn in geeigneten Abständen ein Schaltjahr, ein Jahr mit einem zusätzlichen Tag, dem Schalttag, eingefügt wird. Eine einfache Methode ist, jedes Jahr mit einer glatt durch 4 teilbaren Jahreszahl zum Schaltjahr zu erheben. So wurde es im Julianischen Kalender eingeführt, in dem der Februar 29 statt 28 Tage hat. Genauere Kalender nähern das tropische Jahr besser an: Da etwas weniger als sechs Stunden pro Jahr auszugleichen sind, fällt der (Julianische) Schalttag manchmal aus (wie z. B. im Jahre 1900 im Gregorianischen Kalender).

Julianischer Kalender

46 v. Chr. benutzten die Römer einen Kalender mit zwölf Mondmonaten mit abwechselnd je 29 bzw. 30 Tagen, zusammen 354 Tage. Weil gerade Zahlen aber Unglück brachten, schlugen die Römer noch einen Tag drauf. Doch trotzdem waren es zum Sonnenjahr immer noch mehr als zehn Tage zu wenig. Zunächst verteilte Julius Caesar diese zehn Tage auf die verschiedenen Monate, die auf nun 30 bzw. 31 Tage anwuchsen. Nur der damals letzte Monat Februar ging als Unglücksmonat leer aus und blieb somit bei 29 beziehungsweise im Schaltjahr damals bei 30 Tagen. Dem Mythos, dass der Februar einen Tag verlor, weil Kaiser Augustus sich im August als Monatsbezeichnung verewigen wollte und dem Februar noch einen Tag wegnahm, da der August wie der Juli, der Monat seines Vorgängers Caesar, 31 Tage haben sollte, und weil eine gerade Zahl ja auch Unglück brachte, wird im Artikel zum Monat August widersprochen. Doch die Römer hatten eine winzige, aber auf die Jahrhunderte gesehen, wirkungsvolle Ungenauigkeit hinterlassen. 11 Minuten und 14 Sekunden pro Jahr schoss das damals julianische Jahr über das Ziel hinaus. Alle 128 Jahre wurde demnach ein Schaltjahr zu viel begonnen.

Gregorianischer Kalender

Von Papst Gregor XIII. wurde daher 1582 folgende Regelung eingeführt (Gregorianischer Kalender):
- Glatt durch 4 teilbare Jahre sind Schaltjahre.
- Glatt durch 100 teilbare Jahre sind jedoch keine Schaltjahre.
- Glatt durch 400 teilbare Jahre sind aber wieder Schaltjahre. So sind zum Beispiel die Säkularjahre 1800, 1900 und 2100 keine Schaltjahre, die Säkularjahre 2000 und 2400 hingegen schon. Damit dauert das Gregorianische Jahr 365,2425 Tage, und ist genauer als das Julianische Jahr. Seit dem Ersten Konzil von Nicäa im Jahr 325, bei dem der Frühlingsanfang auf den 21. März festgelegt wurde, betrug die aufgelaufene Differenz bereits 10 Tage, und so ließ Gregor auf den 4. Oktober gleich den 15. Oktober 1582 folgen, um diese Zeit auszugleichen. Nicht in allen Ländern erfolgte diese Umstellung am selben Tag. Besondere Schwierigkeiten gab es in Schweden, wo im Jahr 1712 zwei Schalttage eingefügt wurden und somit dieses Jahr einen 30. Februar hatte. Recht ungewöhnlich und wenig bekannt ist die Tatsache, dass nicht etwa der 29. Februar der Schalttag des Gregorianischen Kalenders ist. Vielmehr wird der 24. Februar verdoppelt: der 24. und der 25. Februar fallen nach römischer Zählweise, die auch bei der Einführung des Gregorianischen Kalenders noch üblich war, auf dasselbe Datum. Im Gemeinjahr heißt der 24. Februar „a. d. VI Kal. Mart.“ (sechster Tag vor dem März-Beginn); der doppelte Tag im Schaltjahr heißt ebenso. Da dieser Sechste (lat. „sextus“) doppelt („bis“) gezählt wird, heißen Schaltjahr bzw. -tag „bissextilis“ (lateinisch), „bissextile“ (english), „bisestile“ (italienisch) usw. Nach heutiger Zählung verschieben sich der 24. und die weiteren Tage im Februar um einen Tag; Bedeutung hat dies heute noch in der katholischen Kirche bei der Zählung der Kirchentage: kirchliche Feiertage und auch die Namenstage sind von dieser Regelung betroffen.

Orthodoxer Kirchenkalender

Das gregorianische Jahr ist rund 27 Sekunden zu lang. Als Ergebnis hinkt der gregorianische Kalender nach 1.600 Jahren um einen halben Tag hinterher. Deshalb schlug die griechisch-orthodoxe Kirche eine etwas kompliziertere Schaltregel vor: Abweichend vom gregorianischen Kalender sind die Jahrhunderte nur dann Schaltjahr, wenn sie durch 9 geteilt den Rest 2 oder 6 ergeben. Damit wäre das Jahr 2800 kein Schaltjahr, sondern erst das Jahr 2900. Die Abweichung zum Sonnenjahr beträgt beim orthodoxen Kirchenkalender nur noch knapp 3 Sekunden.

Französischer Revolutionskalender

In der Zeit, in der der Französische Revolutionskalender Gültigkeit hatte, waren die Jahre 3, 7 und 11 Schaltjahre. Die ursprüngliche Regelung des Kalenders war, dass der erste Tag jeden Jahres auf die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche fallen und jedes vierte Jahr ein Schaltjahr sein solle. Diese Forderungen widersprechen sich jedoch, und so schlug Charles Rommes, der Autor des Kalendersystems, eine dem Gregorianischen Kalender ähnliche Regelung vor. Er stieß jedoch aus politischen Gründen damit auf Widerstand. Durch die kurze Gültigkeit des Revolutionskalenders wurden die Diskussionen jedoch obsolet.

Jüdischer Kalender

Im Jüdischen Kalender, einem nach dem Mond ausgerichteten Kalender, der durch komplizierte Regelungen dem Sonnenjahr angepasst wird, wird in allen Jahren, die bei einer Division durch 19 einen Rest von 0, 3, 6, 8, 11, 14, oder 17 haben, ein Schaltmonat eingefügt. Er wird als Adar II bezeichnet.

Islamischer Kalender

Im Islamischen Kalender ist die Bestimmung eines Schaltjahres äußerst schwierig. Nach einem gebräuchlichen System, das unter anderem im GNU Emacs verwendet wird, sind alle Jahre, die bei einer Division durch 30 einen Rest von 2, 5, 7, 10, 13, 16, 18, 21, 24, 26, oder 29 haben, Schaltjahre. Nach diesem System haben im Islamischen Kalender alle geradzahligen Monate 30 Tage und alle ungeradzahligen Monate 29 Tage. In Schaltjahren wird dem letzten ungeradzahligen Monat ein Tag hinzugefügt, so dass er dann 30 Tage hat.

Chinesischer Kalender

Schaltjahre im traditionellen, lunisolaren Chinesischen Kalender haben 13 Monate statt der üblichen zwölf; mit 383, 384 oder 385 Tagen statt 353, 354 oder 355 Tagen in normalen Jahren. Zur Berechnung zählt man die Anzahl der Neumonde zwischen dem elften Monat eines Jahres (dem Monat der Wintersonnenwende) und dem elften Monat des folgenden Jahres. Fallen in diesen Zeitraum 13 Neumonde, so wird ein Schaltmonat eingefügt. Der erste Monat, der keinen zhong qì enthält, erhält dieselbe Nummer wie der Vormonat mit einem Zusatz als Schaltmonat.

Azteken-Kalender

Im Azteken-Kalender werden am Ende eines jeden 52-Jahres-Zyklus 13 Tage eingeschaltet. Daraus ergibt sich ein durchschnittliche Jahreslänge von 365 Tagen und 6 Stunden. Das weicht vom tropischen Jahr mehr als 11 Minuten ab. Die Genauigkeit dieser Schaltjahresmethode ist mit dem Julianischen Kalender vergleichbar.

Atomzeit

Heute, im Zeitalter der Atomzeitmessung, muss gelegentlich eine Schaltsekunde eingefügt werden, um die Zeit der mittleren Sonnenzeit anzugleichen. ---- Siehe auch: Sommerzeit, Jahr, Gemeinjahr

Weblinks


- [http://www.nabkal.de/schalttag.html zur Historie des 24./25. Februar]
- [http://www.gnomon.ku-eichstaett.de/LAG/kalender.html Die Kalenderreform Julius Cäsars]
- [http://www.tondering.dk/claus/calendar.html FAQ about calendars (englisch, sehr umfangreich)]
- [http://www.schaltjahr.de Regel der Schaltjahre, Ausnahmen und Programmcode]
- [http://www.marco-burmeister.de/index_frameaufbau.html?helferlein_jahre Schaltjahrberechnung]
- [http://www.nabkal.de/umrechnung.html Umrechnungen von Kalenderdaten]
- [http://www.ortelius.de/kalender/greg_de.php Der Gregorianische Kalender]
- [http://www.kalendersysteme.de/deutsch/index.html Verschiedene Kalendersysteme] Kategorie:Kalender als:Schaltjahr ja:閏年 ko:윤년 simple:Leap year th:ปีอธิกสุรทิน


1060

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


-

Geboren


- um 1060 - Gottfried von Bouillon († 1100)
- um 1060 - Frau Ava († 1127)

Gestorben


- 4. August - Heinrich I. (Frankreich), König von Frankreich von 1031 bis 1060 (
- 1008) ko:1060년

Philipp I. (Frankreich)

Philipp I. (
- 23. Mai 1052; † 29. Juli 1108 in Melun) war König von Frankreich von 1060 bis 1108. 1108

Leben

Philipp I. war der älteste Sohn Heinrich I. von Frankreich und dessen dritter Gemahlin Anna von Kiew. Nach dessen Tod am 4. August 1060 wurde er bereits als Kind gekrönt. In erster Ehe heiratete er 1071 Bertha von Holland (
- wohl 1055 † Anfang 1094), mit der er fünf Kinder hatte. 1092 verliebte sich Philipp in die wegen ihrer Schönheit berühmten Bertrada von Montfort, die Tochter des Simon I. von Montfort und Ehefrau des Grafen Fulko IV. von Anjou. Er verstieß seine erste Frau, angeblich, weil sie zu dick geworden war (Wilhelm von Malmesbury scheibt: quad illa praepinguis corpulentiae esset, a lecto removit), ließ aber etwa zeitgleich Bertrada entführen, und heiratete sie tags darauf, am Pfingstsonntag, den 15. Mai 1092, obwohl beide noch verheiratet waren - ein politisch sinnloses Unternehmen mit verheerenden Folgen, da Papst Urban II. den König 1095 auf der Synode von Clermont feierlich exkommunizierte. Das Paar bekam vier Kinder, die im Jahr 1104, dem gleichen Jahr, als Philipp Bertrada ebenfalls verstieß, als ehelich anerkannt wurden.

Nachfahren

1. ∞ Bertha von Westfriesland Der spätere Ludwig VI. war der älteste Sohn von Philipp I. von Frankreich und dessen erster Frau Bertha von Westfriesland. Er war seit 1100 Mitregent seines Vaters und folgte ihm am 29. Juli 1108 auf dem Thron. 2. ∞ Bertrada von Montfort
- (1) Constanze, (
- 1078)
- (1) Ludwig VI., (
- 1081)
- (1) Heinrich, (
- 1083)
- (1) Karl, (
- 1084)
- (1) Eudes, (
- 1087)
- (2) Philippe, (
- 1093)
- (2) Floris, (
- 1095)
- (2) Cecilie, (
- 1100)
- (2) Eustachia, (
- 1102)

Weblinks


-
- [http://www.mittelalter-genealogie.de/mittelalter/koenige/frankreich/philipp_1_koenig_von_frankreich_+_1108.html genealogie-mittelalter.de]
- Der [http://fr.wikipedia.org/wiki/Montreuil-sur-Mer Tour de la reine Berthe in Montreuil] (Turm in der Stadtmauer) im franz. Wikipedia Kategorie:König (Frankreich) Kategorie:Mann Kategorie:Kapetinger Kategorie:Geboren 1053 Kategorie:Gestorben 1108 ja:フィリップ1世 (フランス王)

1704

Ereignisse


- Gibraltar von den Briten erobert
- Prinz Eugen und Marlborough besiegen am 13. August in der Schlacht von Höchstädt die französisch-bayerischen Truppen in Bayern
- Philipp V. herrscht in Kastilien
- Die erste regelmäßig erscheinende Wochenzeitschrift The Review wird gegründet
- Voltaire besucht ein Jesuitenkollegium
- Baubeginn des Doms zu Fulda

Kultur


- 20. Oktober: Uraufführung der Oper Cleopatra von Johann Mattheson in Hamburg

Geboren


- 28. Februar: Hans Hermann von Katte, Leutnant der preußischen Armee († 1730)
- 16. Mai: Joachim Gottlob Am Ende, deutscher Theologe und Lehrer († 1777)
- 24. Juni: Johann Georg Plazer, Barockmaler
- 31. Juli: Gabriel Cramer, schweizer Mathematiker († 1752)
- 28. September: Wilhelm Graf von Fermor, russischer General aus einer ursprünglich englischen Familie († 1771)
- 1. November: Paul Daniel Longolius, Lexikonredakteur († 1779)
- 10. November: Auguste Marie Johanna von Baden, das neunte Kind des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden († 1726)
- Johann Georg Chevalier de Saxe

Gestorben


- 2. Februar: Guillaume Francois Antoine l'Hospital, französischer Mathematiker (
- 1661)
- 8. Februar: Philipp Jeningen, Jesuit, Volksmissionar, Mystiker (
- 1642)
- 23. Februar: Georg Muffat, französischer Musiker und Komponist (
- 1653)
- 24. Februar: Marc-Antoine Charpentier, französischer Komponist zur Zeit des Sonnenkönigs Louis XIV (
- 1643)
- 8. April: Hiob Ludolf, Begründer der Äthiopistik (
- 1624)
- 3. Mai: Heinrich Biber, böhmischer Geiger und Komponist (
- 1644)
- 1. Oktober: Cornelis Dusart, holländischer Maler (
- 1660)
- 28. Oktober: John Locke, englischer Philosoph (
- 1632)
- 2. November: Johann Jakob Walther, deutscher Komponist (
- 1650)
- Heinrich Ignaz Franz von Biber, deutscher Komponist (
- 1644) ko:1704년

Gibraltar

Gibraltar ist ein Kalksteinfelsen, der an der Südspitze der iberischen Halbinsel ins Meer hineinragt. Es gehört als Kronkolonie zum Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland. Gibraltar liegt an der Nordseite der gleichnamigen Meeresstraße, an der Europa und Afrika am dichtesten beieinander liegen.

Geschichte

Im Altertum war Gibraltar eine der Säulen des Herakles. 711 wurde Gibraltar von den muslimischen Arabern und Berbern eingenommen. Der Name Gibraltar stammt aus dem Arabischen (Dschebel al-Tarik = Berg des Tarik), nach Tāriq ibn Ziyād, einem maurischen Feldherrn, der die strategische Bedeutung Gibraltars erkannte und dort eine Festung errichten ließ. Die Muslime beherrschten Gibraltar bis zur Reconquista 1462 (von 1309 bis 1333 erstmals kastilisch). Am 4. August 1704 wurde Gibraltar von den Briten im Spanischen Erbfolgekrieg erobert. Die spanische Besatzung wurde dabei in Abwandlung militärischer Taktik nicht im Morgengrauen, sondern während der Siesta am Nachmittag überrascht. 1713 wurde das Gebiet im Vertrag von Utrecht formell den Briten zugesprochen und ist seit 1730 britische Kronkolonie. In ihr leben 28.800 Einwohner. Seit langem kommt es zu Spannungen zwischen Großbritannien und Spanien, weil Spanien die Hoheit über Gibraltar wiedererlangen möchte. Die Grenze nach Spanien war von 1969 bis 1985 geschlossen. Spanien darf bis heute von Gibraltar aus nicht angeflogen werden. Bei einem Referendum am 7. November 2002 stimmten jedoch, bei einer Wahlbeteiligung von fast 90%, 99% der Abstimmenden für einen Verbleib unter britischer Herrschaft. Nur 187 Bewohner waren für eine geteilte Souveränität. Die Straße von Gibraltar, die das Mittelmeer mit dem Atlantik verbindet, ist für das Militär von strategischer Bedeutung. Großbritannien unterhält in Gibraltar einen Flottenstützpunkt. Neuerdings wird auch gelegentlich eine gemeinsame Verwaltung durch Spanien und Großbritannien angestrebt. Die zwischenzeitlich zwischen Spanien und Gibraltar bestehende neutrale Zone wurde aufgelöst. Flotte Flotte Flotte Flotte Flotte Flotte

Landschaft und Natur

Der an der Ostseite steil aus dem Meer aufragende Felsen (Upper Rock) fällt schon von weitem über die Bucht von Algeciras ins Auge. Die allgegenwärtigen Affen, die Tropfsteinhöhle St. Michael's Cave und die in den Felsen geschlagenen Verteidigungsanlagen der Belagerung von 1779-1783 (Siege Tunnels) sind die touristischen Hauptattraktionen. Die Stadt Gibraltar erstreckt sich auf dem schmalen Streifen der Westseite, wo der Felsen flacher zum Meer abfällt. An der Südspitze des Felsen, dem Europa Point, steht der 1841 eröffnete Leuchtturm von Gibraltar. Gibraltar ist der einzige Ort in Europa, wo Affen (Tierart: Berberaffe oder Magot, Macaca silvanus), freilebend vorkommen. Deswegen nennt man Gibraltar auch den "Affenfelsen". Die ursprüngliche Herkunft dieser Tiere ist nicht exakt geklärt, wahrscheinlich wurden sie irgendwann aus Marokko von Menschen eingeführt. Allerdings waren Berberaffen früher auch in Süd- und Mitteleuropa heimisch, die Affen von Gibraltar könnten also durchaus von europäischen Vorfahren abstammen. Eine Legende besagt, dass die britische Herrschaft in Gibraltar beendet sein wird, sobald der letzte Affe den Felsen verlassen hat. Hintergrund dieser Legende ist eine Geschichte aus der Zeit der Belagerung Gibraltars von 1779 bis 1783 (während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges): Damals sollen die Engländer von den Tieren vor einem Nachtangriff der Spanier und Franzosen gewarnt worden sein. Der Britische Premierminister Winston Churchill ließ Berberaffen aus Marokko importieren, um den vermutlich wegen Inzucht kränkelnden Affenstamm wieder zu stärken, mit Erfolg.

Klima

Marokko

Politik

Verhältnis zu Großbritannien

Gibraltar ist eine Kronkolonie Großbritanniens. Es hat eine eigene Regierung, die die Aufgaben der Selbstverwaltung erfüllt. Sie umfasst alle Bereiche außer Verteidigung, Außenpolitik und inneren Sicherheit, welche vom Vereinigten Königreich übernommen werden. Staatschef ist die britische Königin, die in Gibraltar durch einen Gouverneur repräsentiert wird. Der Gouverneur ist gleichzeitig der Oberbefehlshaber der Armee und der Polizei. Der momentan amtierende Gouverneur, Sir Francis Richards, wurde 2003 ernannt.

Politisches System

Die Bevölkerung Gibraltars wählt ein fünfzehnköpfiges Parlament (House of Assembly), das sich nur aus Abgeordneten der beiden stärksten Parteien zusammensetzt: Die Partei mit den meisten Stimmen bekommt acht Parlamentssitze, der „beste Verlierer“ erhält deren sieben. So gibt es nie eine Koalition und die Regierungspartei wechselt oft. Der Führer der Mehrheitsfraktion wird vom Gouverneur zum Regierungschef (Chief Minister) ernannt. Außer dem Chief Minister besteht die Exekutive noch aus dem Finanzminister und dem Justizminister. Zur Zeit ist Peter Caruana von den Gibraltar Social Democrats (GSD) Chief Minister. Er wurde 1996 gewählt und 2000 und 2003 wiedergewählt. Die Gibraltar Socialist Labour Party (GSLP) ist in der Opposition. Beide Parteien sind für Gibraltars Selbstregierung und weigern sich, Vereinbarungen mit Spanien zu treffen, wobei die GSLP traditionell radikaler ist.

Status innerhalb der EU

Gibraltar ist Teil der Europäischen Union. Aus Sicht der EU sind die Einwohner von Gibraltar Bürger des Vereinigten Königreichs. Es gibt jedoch einige spezifische Ausnahmen:
- Gibraltar ist kein Teil des Europäischen Binnenmarktes.
- Gibraltar nimmt nicht an der Gemeinsamen Agrarpolitik und der Gemeinsamen Fischereipolitik teil.
- Die EU-Bestimmungen zur Mehrwertsteuer finden in Gibraltar keine Anwendung. Im Jahr 2003 erhielten die Bewohner Gibraltars durch den European Parliament (Representation) Act 2003 das Wahlrecht für das Europäische Parlament. Gibraltar gehört bei den Europawahlen zum Wahlgebiet Südwestengland, das sieben Vertreter nach Straßburg entsendet. Bei den Wahlen im Juni 2004 nahmen 57,5 % der Wahlberechtigten Gibraltars ihr neues Recht wahr.

Weblinks


- [http://www.markuskappeler.ch/tex/texs/gibraltar.html Ausführlicher Bericht über die Geschichte Gibraltars und seine Affen] ! Kategorie:Abhängiges Gebiet (Großbritannien) Kategorie:Umstrittenes Territorium ja:ジブラルタル ko:지브롤터 simple:Gibraltar zh-min-nan:Gibraltar

Spanischer Erbfolgekrieg

Der Spanische Erbfolgekrieg (1701-1714) war ein europäischer Krieg, der um das Erbe des letzten spanischen Habsburgers, König Karl II. von Spanien, geführt wurde. In ihm entlud sich noch einmal der seit 200 Jahren schwelende habsburgisch-französische Gegensatz.

Kriegsanlaß

Da mit dem Tode des kinderlosen Königs Karl II. das Erlöschen des habsburgischen Stammes in diesem Land in Aussicht stand, war die spanische Thronfolge schon seit der Mitte des 17. Jahrhunderts ein Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit für die europäische Diplomatie. Von drei Seiten wurden Ansprüche auf die Nachfolge erhoben:
- Ludwig XIV. von Frankreich, der bereits 1667 die spanischen Niederlande als Erbe seiner Gemahlin in seinen Besitz zu bringen versucht hatte, verlangte den Thron für seinen Enkel Philipp von Anjou, den zweiten Sohn des Dauphin, weil er (Ludwig XIV.) ein Sohn der spanischen Infantin Anna von Österreich, Tochter Philipps III. von Spanien, und seine Gemahlin die älteste Tochter des spanischen Königs Philipp IV. war
- Kaiser Leopold I., ebenfalls Enkel Philipps III. und Gemahl der jüngeren Tochter Philipps IV. Margareta-Theresia stützte seine Ansprüche für seinen zweiten Sohn, Karl, teils auf diese verwandtschaftlichen Beziehungen, welche denen Ludwigs XIV. vorangingen, weil dessen Gemahlin ihren Erbansprüchen bei ihrer Vermählung entsagt hatte, teils auf die Erbansprüche des Hauses Habsburg auf die spanische Monarchie.
- Außerdem wurden auch für den Kurprinzen Joseph Ferdinand von Bayern, dessen Mutter Maria Antonia eine Tochter Leopolds I. und seiner spanischen Gemahlin war, Ansprüche auf den spanischen Thron erhoben, die von den Seemächten England und den Niederlanden, an deren Spitze der englische König Wilhelm III. stand, unterstützt wurden. Ziel war es zu verhindern, dass die spanische Monarchie an Frankreich oder an Österreich fällt. König Karl II. ernannte den bayerischen Prinzen testamentarisch zu seinem Nachfolger in allen damals spanischen Landen. Als letzterer am 6. Februar 1699 plötzlich starb, schlossen Wilhelm III. und Ludwig XIV. am 2. März 1700 einen neuen Teilungsvertrag, wonach der Erzherzog Karl die spanische Krone, Philipp von Anjou Neapel, Sizilien, Guipuzcoa und Mailand erhalten sollte. Da aber Leopold I. diesem Vertrag seine Zustimmung verweigerte, hielt sich auch Ludwig XIV. nicht an ihn gebunden. Am Hof zu Madrid wirkte der kaiserliche Gesandte Graf Harrach für den Erzherzog Karl, der französische Gesandte Marquis v. Harcourt für Philipp von Anjou. Letzterer trug endlich den Sieg davon, denn Karl II. setzte durch Testament vom 2. Okt. 1700 Philipp von Anjou zum Erben der gesamten spanischen Monarchie ein. Nach Karls II. Tod (1. Nov. 1700) ergriff Philipp V. sofort Besitz von dem spanischen Thron und zog schon 18. Febr. 1701 in Madrid ein. Anfangs erhob nur Kaiser Leopold Protest hiergegen und traf Anstalt zum Beginn des Kriegs in Italien. Erst als Ludwig XIV. deutlich seine Absicht kundgab, die Erwerbung der spanischen Monarchie zur Erhöhung von Frankreichs Machtstellung zu verwerten und den Schiffen der Seemächte die Häfen Südamerikas und Westindiens zu verschließen, als französische Truppen die holländischen Besatzungstruppen aus den Festungen der spanischen Niederlande vertrieben und der französische König nach Jakobs II. Tode dessen Sohn als König Jakob III. von Großbritannien anerkannte, kam am 7. September 1701 zwischen dem Kaiser und den Seemächten eine Tripelallianz zustande, welcher dann auch das Reich und Portugal beitraten. Zwar starb der englische König Wilhelm III. am 19. März 1702, indes blieben sowohl England unter Königin Anne, welche von Marlborough und seiner Gemahlin beeinflusst wurde, als auch die von dem Ratspensionär Heinsius geleiteten Niederlande seiner Politik treu. Frankreich hatte nur die Kurfürsten von Bayern und Köln sowie den Herzog Viktor Amadeus II. von Savoyen zu Verbündeten.

Kriegsverlauf

Die erste Phase

Der Krieg wurde 1701 durch den kaiserlichen Feldherrn Prinz Eugen von Savoyen in Italien eröffnet. Eugen schlug Catinat am 9. Juli bei Carpi, den an Catinats Stelle getretenen unfähigen Villeroi am 1. September bei Chiari und nahm am 1. Februar 1702 den letzteren durch das Einsickern irischer Söldner (Wilde Geese) in österreichischen Diensten in Cremona gefangen. Dem neuen französischen Feldherrn Vendôme gelang es indes, die Fortschritte der Kaiserlichen in Italien zu hemmen, auch nachdem 1703 der Herzog von Savoyen auf die Seite des Kaisers übergetreten war. 1703 Am Niederrhein behauptete inzwischen der große englische Feldherr Marlborough die Oberhand gegen die Franzosen: Er eroberte die Festungen an der Maas und das ganze Kurfürstentum Köln. Am oberen Rhein hatte der Prinz Ludwig von Baden, dem der Marschall Villars gegenüberstand, am 9. September 1702 Landau in der Pfalz erobert und Villars, der bei Hüningen über den Rhein ging, zum Rückzug genötigt; aber 1703 eroberten die Franzosen Breisach (7. September) und Landau in der Pfalz (17. November); ferner vereinigte sich am 12. Mai 1703 der Kurfürst von Bayern bei Tuttlingen mit Villars, und beide drangen in Tirol ein. Zwar wurden sie durch die Erhebung der Tiroler unter großem Verlust wieder zurückgetrieben; aber da der ungeschickte österreichische General Styrum sich am 20. September bei Höchstädt schlagen ließ und am 13. Dezember Augsburg sich ergeben musste, so endete der Feldzug für die Verbündeten im ganzen nicht günstig. Landau und Breisach gingen wieder an die Franzosen verloren. Auch fiel Anfang 1704 Nassau in die Hände des Kurfürsten, und der Kaiser, der gleichzeitig einen Aufstand in Ungarn zu bekämpfen hatte, sah sich schon in seinen Erblanden bedroht. Da trat 1704 die entscheidende Wendung ein. Prinz Eugen von Savoyen, den der Kaiser an die Spitze des Hofkriegsrats gestellt hatte, fasste den Plan, durch einen kombinierten Angriff der beiden verbündeten Heere die bayerisch-französische Macht zu vernichten. Marlborough ging bereitwilligst auf diesen Plan ein und zog in Eilmärschen vom Niederrhein nach Schwaben. Markgraf Ludwig und er vereinigten ihre Truppen bei Ulm, nötigten durch Wegnahme der Verschanzungen auf dem Schellenberg bei Donauwörth (2. Juli) den Kurfürsten und den französischen General Marsin zum Rückzug nach Augsburg, und nachdem einerseits Tallard sich mit letzterem, anderseits Eugen sich mit Marlborough vereinigt hatte (während der Markgraf von Baden Ingolstadt belagerte), erlitt am 13. August 1704 das französisch-bayerische Heer bei Höchstädt (eigentlich bei dem Örtchen Blindheim, daher dann später der Name von Marlboroughs Prachtbau und Wohnsitz Blenheim Palace) eine entscheidende Niederlage und verlor gegen 12.000 Mann an Toten und Verwundeten; Tallard selbst und 11.000 Mann wurden gefangen. Der Kurfürst musste flüchten. Als Leopold I. am 5. Mai 1705 starb, setzte sein Sohn Joseph I. den Kampf mit Energie fort. Er beschwichtigte den ungarischen Aufstand, erwirkte die Achtserklärung gegen die beiden wittelsbachischen Kurfürsten und bemächtigte sich nach blutiger Unterdrückung einer Volkserhebung der bayerischen Lande (vgl. Sendlinger Mordweihnacht). Sendlinger Mordweihnacht Am 23. Mai 1706 erfocht Marlborough bei Ramillies einen glänzenden Sieg über die Franzosen unter Villeroi, besetzte Löwen, Mecheln, Brüssel, Gent und Brügge und ließ überall Karl III. als König ausrufen. Als infolge dieser Niederlage Vendôme aus Italien nach den Niederlanden berufen wurde, erhielt dadurch Eugendie Möglichkeit, von Verona aus dem von den Franzosen belagerten Turin zu Hilfe zu eilen und nach seiner Vereinigung mit dem Herzog von Savoyen den vereinigten französischen Generalen Marsin, Herzog von Orleans und La Feuillade am 7. September vor Turin eine gänzliche Niederlage beizubringen, infolge deren die Franzosen gemäß der so genannten Generalkapitulation vom 13. März 1707 ganz Italien räumen mussten. Nur am Oberrhein gelang es Villars, nach dem Tode des Markgrafen Ludwig (Januar 1707) die von den Reichstruppen besetzten Stollhofener Linien zu durchbrechen und das südwestliche Deutschland brandschatzend zu durchziehen. Selbst in Spanien, wo die überwiegende Mehrheit der Nation dem bourbonischen König Philipp V. anhing, gelang es dem habsburgischen Prätendenten, vorübergehende Erfolge zu erringen. Gleich im Anfang des Kriegs wurde von den Engländern und Holländern eine im Hafen von Vigo liegende spanische Flotte zerstört; 1703 trat König Don Pedro II von Portugal dem großen Bündnis bei, und 1704 erschien Erzherzog Karl in Spanien, während die Engländer (4. August 1704) Gibraltar eroberten. Wirklich gelang es Karl, 1705 sich zum Herrn von Valencia, Katalonien und Aragonien zu machen; 2. Juli 1706 wurde sogar Madrid von einem vereinigten englisch-portugiesischen Heer unter Galloway und Las Minas besetzt; allein da den Operationen der Verbündeten der Zusammenhang fehlte, so waren diese Erfolge nicht von Dauer, Madrid ging bald wieder verloren, und nach dem Sieg des Marschalls Berwick über das englisch-portugiesische Heer bei Almanza (25. April 1707) fielen auch die südlichen Provinzen in die Hände Philipps V.

Französische Niederlagen

Obwohl die Verbündeten auch auf den übrigen Kriegsschauplätzen 1707 keine großen Erfolge errangen, machte sich in Frankreich die Erschöpfung der Hilfsmittel schon so sehr geltend, dass Ludwig XIV. den Seemächten den Verzicht auf Spanien anbot und nur die italienischen Lande für seinen Enkel beanspruchte. Indes noch war Marlboroughs Einfluss in England maßgebend, überdies hofften die Engländer, Spanien unter Karl III zu ihrem ausschließlichen Nutzen merkantil ausbeuten zu können. Die Seemächte waren mit Österreich darüber einverstanden, dass man nicht bloß aus dem Erwerb der ganzen spanischen Monarchie für Österreich bestehen, sondern auch die Lage benutzen müsse, um Frankreichs Vorherrschaft für immer zu brechen. Der Erfolg schien dies Vorhaben zu begünstigen. Ein Versuch, den ein starkes französisches Heer unter dem Herzog von Burgund und Vendome 1708 unternahm, um die spanischen Niederlande wiederzuerobern, wurde durch den Sieg Eugens und Marlboroughs bei Oudenaarde (11. Juli) vereitelt und ganz Flandern und Brabant von neuem unterworfen. Ludwig XIV. war jetzt sogar bereit, auf Grundlage des völligen Verzichts auf Spanien über einen Frieden zu verhandeln. Auch als die Verbündeten die Rückgabe des Elsass mit Straßburg, der Freigrafschaft, der lothringischen Bistümer forderten, war der französische Gesandte im Haag, Torcy, noch zu Unterhandlungen bereit. Erst die Zumutung, seinen Enkel selbst durch französische Truppen aus Spanien vertreiben zu helfen, wies Ludwig XIV. mit Entschiedenheit zurück. Der Krieg in den Niederlanden wurde wieder aufgenommen; die blutige Schlacht bei Malplaquet (11. September 1709) blieb zwar unentschieden, die furchtbaren Verluste der Franzosen (20000 Tote und Verwundete) erschöpften aber ihre Kräfte. Gleichzeitig siegte in Spanien der österreichische General Starhemberg zusammen mit den Truppen Mochedo de Cazars bei Almenara am 27. Juli und Saragossa am 20. August, und Karl zog am 28. September in Madrid ein. Da, als Frankreichs Niederlage unabwendbar schien, als der Übermut der Verbündeten keine Grenzen mehr kannte, traten unerwartete Ereignisse ein, welche einen Umschwung zugunsten Ludwigs XIV. zur Folge hatten. Am 10. Dezember 1710 errang Vendôme einen glänzenden Sieg über Starhemberg bei Villa Viciosa. Die kaiserlichen Truppen konnten sich nicht halten, gaben die spanischen Kernlande Philipp V. preis und zogen sich nach Katalonien zurück. Wichtiger war noch, dass in England das Whigministerium durch ein Toryministerium verdrängt wurde, welches den Frieden möglichst rasch herzustellen wünschte, und dass am 17. April 1711 Kaiser Joseph I. starb. Da nun dessen Bruder, der Prätendent für Spanien, als Karl VI. Kaiser wurde, so fürchteten die anderen Mächte, das Haus Habsburg möchte durch die Vereinigung Österreichs mit Spanien zu mächtig werden. Zunächst knüpften die Engländer mit Ludwig XIV. geheime Unterhandlungen an. Am 8. Oktober 1711 wurden die Präliminarien zu London unterzeichnet und trotz aller Gegenbemühungen des Kaisers am 29. Januar 1712 der Friedenskongress zu Utrecht eröffnet. Marlborough wurde durch den Grafen Ormond, einen eifrigen Jakobiten, ersetzt, und dieser gewährte dem Prinzen Eugen nicht die nötige Unterstützung, so dass der Marschall Villars bei Denain am 27. Juli 1712 wieder einige Erfolge über Eugen und die Holländer davontrug. Montgomery konstatierte hierzu lakonisch; "Damit gewannen die Franzosen, die bisher alle Feldzüge verloren hatten, den letzten.".

Der Krieg in Nordamerika

Nahezu zeitlich parallel, von 1702 bis 1713 im sogenannten Queen Anne's War, bekämpften sich Frankreich und England in Nordamerika. England setzte sich hier eher durch, gewann z.B. Neufundland.

Friedensschluss

Der Frieden Frankreichs mit England und den Niederlanden 1712

Als Philipp V. am 5. November 1712 auf die Erbfolge in Frankreich für sich und seine Nachkommen feierlichst verzichtete und diese Urkunde von Ludwig XIV. bestätigt, also eine Union Spaniens mit Frankreich für die Zukunft verhindert wurde, schlossen England und bald auch die Niederlande mit Frankreich Waffenstillstand, dem am 11. April 1713 der förmliche Abschluss des Friedens zu Utrecht folgte, dem auch Portugal, Savoyen und Preußen beitraten; Kaiser und Reich weigerten sich, ihn anzuerkennen. Die Bedingungen dieses Friedens waren folgende: Philipp V. erhält Spanien mit den außereuropäischen Besitzungen, welches aber nie mit Frankreich vereinigt werden darf; Frankreich erkennt die Thronfolge in England an und tritt an dieses die Hudsonbailänder, Neufundland und Neuschottland ab; von Spanien erhält England Gibraltar und Menorca sowie beträchtliche Handelsvorteile im spanischen Amerika, Preußen bekommt das Oberquartier von Geldern und Neuchâtel mit Valangin, Savoyen eine Anzahl Grenzfestungen und die Insel Sizilien, Holland die so genannten Barrierefestungen und einen günstigen Handelsvertrag. So von den Verbündeten verlassen, konnten der Kaiser und Prinz Eugen nichts mehr ausrichten, zumal die Reichsfürsten sich sehr saumselig und unzuverlässig zeigten.

Der Frieden Frankreichs mit dem Kaiser 1714

Der Marschall Villars nahm am 20. August 1713 Landau, brandschatzte die Pfalz und Baden und eroberte 16. November Freiburg im Breisgau, worauf er Eugen Friedensunterhandlungen anbot, welche auch am 26. November 1713 zu Rastatt eröffnet wurden. Am 7. März 1714 wurde der Friede zwischen Frankreich und dem Kaiser zu Rastatt abgeschlossen. Um auch das Deutsche Reich in den Frieden aufzunehmen, fand ein Kongress zu Baden im Aargau statt, wo der Rastatter Friede mit wenigen Änderungen am 7. September 1714 angenommen wurde (Frieden von Baden). Hiernach bekam der Kaiser die spanischen Niederlande, Neapel, Mailand, Mantua und Sardinien; Frankreich behielt von seinen Eroberungen nur Landau; die Kurfürsten von Bayern und Köln wurden in ihre Länder und Würden wieder eingesetzt. Vergeblich verwendete sich der Kaiser für die treuen Katalonier, welche sich Philipp V. nicht unterwerfen wollten; seine Bemühungen waren fruchtlos, Barcelona wurde am 11. September 1714 von dem Marschall von Berwick erobert, und die Katalanen verloren ihre alten Vorrechte und ständischen Freiheiten.

Auswirkungen

Militärhistorisches Fazit

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts hatte die französische Armee als nahezu unbesiegbar gegolten. In den Kriegen gegen Spanien und den Kaiser waren die Gründe dafür eine straffe Organisation, geniale Heerführer, aber auch eine Strategie, die auf den sukzessiven Aufbau von strategisch wichtigen Befestigungen unter Leitung von Vauban setzte. Dieser Glanz bröckelte aus verschiedenen Gründen. Zum einen gelang es genialen Heerführern auf der Seite der Alliierten, z.B. Marlborough, das starre, auf die Einnahme bzw. das Halten von Befestigungen ausgerichtete System der Franzosen zu durchbrechen. Es war aber auch bald zu spüren, dass Frankreich in diesem Krieg an vielen Fronten kämpfte: die Niederlande, Süddeutschland, Italien, Spanien, aber auch auf französischem Kerngebiet, das gewaltige Potential der Verbündeten kam hier zum Tragen. Auch fehlten überragende Heerführer, die in diesem Krieg aber die Verbündeten hatten. Die stehenden Heere wurden immer größer und daher immer mehr abhängig von einem straff organisierten Versorgungssystem auf Basis von Magazinen. Einige Aspekte in der militärischen Entwicklung verdienen hier Beachtung. Das ist einerseits die Erfindung des Bajonetts, mit dem die Musketiere ihre Waffe zusätzlich wie eine Pike verwenden konnten. Die Pikeniere wurden somit überflüssig und waren zu Kriegsbeginn aus den beteiligten Armeen verschwunden. Dies erforderte ganz neue Taktiken, die als erster Marlborough zu nutzen wußte. Aber auch der Musketier verschwand, da seine angestammte Waffe, die Muskete, durch das Steinschlossgewehr ersetzt wurde. Von nun an nannte man die Schützen Füsiliere.

Politisches Fazit

Die Großmachtstellung Frankreichs in Europa blieb zwar erhalten, bekam aber deutliche Risse. Das Ausmass dieses Krieges überstieg die französische Wirtschaftskraft. Die Steuern mussten erhöht werden, das Volk litt unter den Kriegsfolgen. Frankreich gewann nichts in diesem Krieg, das offensive Expansionsstreben hatte nun eine Ende. Großbritannien dagegen war der große Gewinner. Seine Seemacht wurde nicht nur gefestigt, sondern ausgebaut. Der Gewinn von Gibraltar (1704), kann in seiner strategischen Bedeutung in den nächsten Kriegen nicht hoch genug eingeschätzt werden, ebenso wie der Gewinn von Menorca und einiger Gebiete in Nordamerika. Das Deutsche Reich bzw. Österreich, mussten sich mit den von Spanien übernommenen Gebiete in Italien begnügen. Dem deutschen Bewusstsein half lediglich, dass das französche Eroberungsstreben in naher Zukunft unmöglich geworden war. Deutschland, insbesondere die Gebiete an der Ostsee, wurde ebenfalls durch den parallel verlaufenden Nordischen Krieg geschwächt. Spanien gewann zwar mit dem Krieg eine Dynastie die bis heute andauert, die Bourbonen, verlor aber seine italienischen Gebiete (Neapel, Sizilien usw.) vollständig. Die spanische Politik der Folgejahre war damit, insbesondere betrieben von Kardinal Giulio Alberoni und der Frau des Königs, Elisabeth Farnese, auf die Rückgewinnung dieser Gebiete für die spanische Monarchie fixiert. Wahrend diese Bemühungen im Krieg der Quadrupelallianz (1718 - 1720) zunächst noch erfolglos blieben, gelang die Rückgewinnung Neapels und Siziliens als Folge des Polnischen Thronfolgekriegs.

Literatur

Zum Landkrieg:
- Georg Ortenburg (Hrsg.), Siegfried Fiedler: Kriegswesen und Kriegführung im Zeitalter der Kabinettskriege, Bernhard & Graefe Verlag, Augsburg 1986, ISBN 3-7637-5478-4 Zum Landkrieg aus britischer Sicht:
- Feldmarschall Viscount Montgomery of Alamein: Kriegsgeschichte - Weltgeschichte der Schlachten und Kriegszüge, Komet Verlagsgesellschaft mbH 1968 (englische Orginalausgabe), ISBN 3-933366-16-X
- John A Lynn: The French Wars 1667–1714 - The Sun King at war, Osprey Publishing 2005, ISBN 1841763616 Zum Seekrieg:
- Helmut Pemsel: Seeherrschaft Band I, Bernhard & Graefe Verlag, Augsburg 1996, ISBN 3-89350-711-6
- Heinz Neukirchen: Seemacht im Spiegel der Geschichte, Transpress Verlag, Berlin 1982
- Elmar B. Potter, Chester Nimitz: Seemacht - Eine Seekriegsgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart, Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH, Herrsching 1982, ISBN 3-88199-082-9

Weblinks

[http://www.hrb.at/bzt/doc/zgt/b14/literatur/probst_personenregister.htm Liste der Akteure im Bayerischen Volksaufstand 1705 und 1706] Siehe auch: Liste von Kriegen, Liste von Schlachten Kategorie:Krieg ! Kategorie:1700er Kategorie:1710erKategorie:Friedensvertrag ja:スペイン継承戦争 ko:에스파냐 왕위계승전쟁

1789

Ereignisse


- 4. März: Die Verfassung der USA tritt in Kraft
- 5. Mai: Die französischen Generalstände treten zusammen
- 17. Juni: Die Abgeordneten des französischen Dritten Standes (90 % der Bevölkerung) erklären sich zur Nationalversammlung
- 20. Juni: Der Ballhausschwur des französischen dritten Standes in Versailles ist der erste Schritt der Französischen Revolution
- 14. Juli: Sturm auf die Bastille in Paris, Beginn der Französischen Revolution
- 26. August: Die französische Nationalversammlung beschließt die Deklaration der Menschenrechte. Der König lehnt diesen Beschluss ab
- 17. September Wilhelm Herschel entdeckt den Saturnmond Mimas

Kultur


- 26. Januar: Uraufführung der komischen Oper Der Schulz im Dorf oder Der verliebte Herr Doctor von Justin Heinrich Knecht in Biberach
- 29. Juli: Uraufführung der Oper Claudine von Villa Bella von Johann Friedrich Reichardt am Schloßtheater Berlin-Charlottenburg
- 16. Oktober: Uraufführung der Oper Brenno von Johann Friedrich Reichardt an der Königlichen Oper in Berlin

Geboren


- 3. Januar: Carl Gustav Carus, deutscher Naturwissenschaftler und Maler († 1869)
- 15. Januar: Joseph Ignatz Peter, Teilnehmer an der Badischen Revolution 1848/49 († 1872)
- 26. Januar: Józef Damse, polnischer Komponist († 1852)
- 27. Januar: Alexander von Dusch, Badischer Minister († 1876)
- 30. Januar: Heinrich Julius Holtzmann, Shakespeare-Übersetzer
- 30. Januar: Wolf Baudissin, deutscher Diplomat, Schriftsteller und Übersetzer († 1878)
- 2. Februar: Carl Alexander Heideloff, deutscher Architekt und Denkmalpfleger († 1865)
- 9. Februar: Franz Xaver Gabelsberger, deutscher Erfinder († 1849)
- 10. Februar: Carl Gustav Jochmann, deutscher Publizist († 1830)
- 16. März: Georg Simon Ohm, deutscher Physiker († 1854)
- 15. April: Antal Deák, Politiker († 1842)
- 10. Mai: Jared Sparks, US-amerikanischer Geschichtsschreiber († 1866)
- 28. Mai: Bernhard Ingemann, dänischer Schriftsteller († 1862)
- 20. Juni: Friedrich Wilhelm Carové, deutscher Jurist, Germanist und Philosoph († 1852)
- 30. Juni: Horace Vernet, französischer Militärmaler und Lithograph († 1863)
- 3. Juli: Friedrich Overbeck, Deutscher Maler, Zeichner und Illustrator († 1869)
- 4. August: Roch-Amboise-Auguste Bébian, erster Beherrscher der Gebärdensprache, ohne selbst behindert zu sein († 1839)
- 6. August: Friedrich List, deutscher Nationalökonom und Politiker († 1846)
- 21. August: Augustin Louis Cauchy, französischer Mathematiker († 1857)
- 28. August: Stéphanie de Beauharnais, Adoptivtochter von Napoléon Bonaparte († 1860)
- 9. September: William Cranch Bond, US-amerikanischer Astronom († 1859)
- 15. September: James Fenimore Cooper, US-amerikanischer Schriftsteller († 1851)
- 29. September: Peter Joseph Lenné, Gärtner und Landschaftsarchitekt († 1866)
- 3. Oktober: Sir Henry Pottinger, britischer Kolonialbeamter († 1856)
- 5. Oktober: William Scoresby, britischer Seefahrer und Forscher († 1857)
- 14. Oktober: Agustín Durán, war ein spanischer Kritiker († 1862)
- 14. Oktober: Augustin Duran, spanischer Literaturwissenschaftler († 1862)
- 25. Oktober: Samuel Heinrich Schwabe, deutscher Astronom († 1875)
- 12. November: Philipp Jakob Siebenpfeiffer, politischer Publizist († 1845)
- 12. November: Stephan Metz, Mainzer Bürgermeister († 1850)
- 14. Dezember: Johannes Hegetschweiler, Schweizer Mediziner, Botaniker und Politiker († 1839)

Gestorben


- 5. Januar: Christian Andreas Cothenius, war Arzt in Deutschland (
- 1708)
- 15. Januar: Johann Baptist Wenzel Bergl, Maler (
- 1718)
- 21. Januar: Paul Heinrich Dietrich von Holbach, in Paris lebender deutschstämmiger Baron (
- 1723)
- 23. Januar: John Cleland, britischer Schriftsteller (
- 1709)
- 2. Februar: Armand-Louis Couperin, war Komponist und Organist (
- 1727)
- 26. Februar: Eclipse, britisches Pferd (
- 1764)
- 25. März: Julie von Voß, Gräfin von Ingenheim (
- 1766)
- 7. April: Abdülhamid I., war vom 21. Januar 1774 bis zum 7. April 1789 Sultan des Osmanischen Reiches (
- 1725)
- 19. Mai: Giuseppe Bonito, italienischer Maler (
- 1707)
- 2. Juli: Johann Philipp Lorenz Withof, Professor für Geschichte, Beredsamkeit und Moral (
- 1725)
- 11. September: Luka Sorkočević, kroatischer Diplomat und Komponist (
- 1734)
- 22. November, Sophie Friederike Hensel, Schauspielerin (
- 1738)
- 23. Dezember: Charles Michel de l'Epée, wurde vor allem bekannt als der Gründer der ersten Schule für Taube der Welt (
- 1712) ko:1789년 simple:1789

Französische Revolution

Der Begriff Französische Revolution bezieht sich auf den historischen Zeitraum zwischen 1789 und 1799 in Frankreich, in dem Republikaner die Monarchie stürzten und die römisch-katholische Kirche notgedrungen radikalen Veränderungen unterworfen wurde. Sie markiert eine der wichtigsten Zäsuren in der europäischen Geschichte. Im Zeitraum vom 14. Juli 1789 bis zum 9. November 1799 vollzog sich der Übergang Frankreichs von der absoluten Monarchie zur Republik. Obwohl die Republik endgültig und dauerhaft erst 1871 etabliert werden konnte, veränderte die Revolution die Gesellschaft Frankreichs und Europas grundlegend. Hier wurde das Modell der modernen Staats- und Gesellschaftsordnung geschaffen. Die Errungenschaften der Revolution wie persönliche Freiheit, Meinungs- und Pressefreiheit und Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz, eine unabhängige Justiz, eine gleiche Besteuerung, das allgemeine Wahlrecht, das Selbstbestimmungsrecht des Volkes, die Bindung des Staates an eine Verfassung und die Berufs- und Gewerbefreiheit (Grundrechte) sind heute fundamentaler Teil des Bewusstseins der Bürger der westlichen Demokratien und, zumindest auf dem Papier, Grundlage des Rechtes der meisten Staaten der Erde.
Die Zeit des Terrors, der Schreckensherrschaft