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4. Mai

4. Mai

Der 4. Mai ist der 124. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 125. in Schaltjahren) - somit verbleiben noch 241 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse

Schaltjahren
- 1494 - Christoph Kolumbus landet auf Jamaika.
- 1814 - Napoléon Bonaparte beginnt sein Exil auf der Mittelmeerinsel Elba.
- 1886 - Arbeiterausschreitungen am Hay Market in Chicago (Haymarket Riot)
- 1919 - Nachdem ein Geheimabkommen zwischen der Republik China und Japan publik geworden ist, nach dem letzteres die deutsche Kolonie in Qingdao übernimmt, kommt es mit der Bewegung des vierten Mai zu der ersten großen Studentenbewegung in der chinesischen Geschichte mit blutigen Auseinandersetzungen in Peking, dem Erwachen eines nationalen Bewusstseins und letztlich einer kulturellen Erneuerung des Landes.
- 1945 - Befreiung des Konzentrationslagers Neuengamme durch britische Truppen
- 1945 - Die 2. französische Panzerdivision unter General Leclerc erreichte Hitlers Berghof in Berchtesgaden
- 1970 – Während Protesten gegen den Vietnamkrieg werden in Ohio, USA, auf dem Campus der Kent State Universität vier Studenten von Nationalgardisten erschossen.
- 1980 - Jugoslawiens Staatspräsident Josip Broz Tito stirbt in Ljubljana
- 1986 - Ein Störfall im KKW Hamm-Uentrop wird wegen der Tschernobyl-Katastrophe nur durch einen anonymen Hinweis bekannt.
- 1989 - Ozonkonferenz in Helsinki
- 1990 - Griechenland. Staatspräsident Konstantinos Karamanlis wird in seinem Amt bestätigt.
- 1993 - In Andorra wird Oscar Ribas Reig als Regierungschef in seinem Amt bestätigt und tritt die neue demokratische Verfassung in Kraft, die das seit 1278 bestehende Feudalsystem abschafft und ein souveränes Fürstentum (Principat d'Andorra) ermöglicht.
- 1994 - Ägypten. Unterzeichnung des Gaza-Jericho-Abkommens unter Schirmherrschaft Mohamed Hosni Mubaraks.
- 1995 - Die "C.S.S Hunley", das erste U-Boot der Welt, das 1864 ein gegnerisches Schiff versenkt hatte und dabei selbst verunglückte, wird gefunden und geborgen.
- 1998 - Armeniens Außenminister Wartan Oskanjan besucht Deutschland.
- 1998 - In Indonesien werden die Energiepreise um bis zu 70 Prozent erhöht, was zu Krawallen und Unruhen mit mehreren hundert Toten in Jakarta führt.
- 2000 - Großbritannien. Erste Direktwahl des Bürgermeisters von Groß-London

Wirtschaft

Wissenschaft, Technik


- 2002 - Die NASA startet den Forschungsatelliten Aqua, um die Rolle des Wassers im komplexen Ökosystem unserer Erde zu erforschen.

Kultur


- 1895 - Uraufführung des musikalischen Schauspiels Der Evangelimann von Wilhelm Kienzl in Berlin.
- 1953 - Uraufführung der Oper Irmelin von Frederick Delius im New Theatre in Oxford.
- 1953 - Für seine Erzählung "Der alte Mann und das Meer" wird Ernest Hemingway mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Religion


- 1782 - Papst Pius VI. weilt in Augsburg und feiert in der Basilika St. Ulrich und Afra eine Messe.
- 1987 - Papst Johannes Paul II. weilt in Augsburg, besucht die Basilika St. Ulrich und Afra zum Gebet und nimmt die Benediktion des Priesterseminars vor.
- 2001 - Athen, Griechenland. Ankunft von Papst Johannes Paul II zu einem zweitägigen Besuch.

Katastrophen


- 2002 - Kano, Nigeria. Eine Verkehrsmaschine stürzt Augenblicke nach dem Start in bewohntes Gebiet. 74 der 76 an Bord befindlichen Personen sterben.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1900 - Der 1. FC Nürnberg wird gegründet.
- 1904 - Der FC Schalke 04 wird in Gelsenkirchen gegründet.
- 1924 - Eröffnung der VIII. Olympischen Sommerspiele in Paris.
- 2002 - Borussia Dortmund wird Deutscher Fussballmeister.

Geboren


- 1587 - Reinhard Bake, deutscher evangelischer Theologe
- 1611 - Carlo Rainaldi, italienischer Architekt
- 1678 - Pir Nureddin al-Dscherrahi, Gründer des Dscherrahi-Derwisch-Ordens in Istanbul
- 1733 - Jean Charles Borda, französischer Erdvermesser (Länge des Meters) Jean Charles Borda
- 1744 - Marianna Martines, österreichische Komponistin
- 1770 - François Gérard, französischer Maler
- 1772 - Friedrich Arnold Brockhaus, deutscher Verleger
- 1776 - Johann Friedrich Herbart, deutscher Philosoph und Pädagoge
- 1777 - Louis Jacques Thénard, französischer Chemiker Louis Jacques Thénard
- 1783 - Joseph Wanton Morrison, britischer General
- 1817 - Florian Ceynowa, Landwirt, Schriftsteller und praktizierte unerlaubt als Arzt
- 1825 - Thomas Henry Huxley, britischer Biologe, Bildungsorganisator und Hauptvertreter des Agnostizismus
- 1826 - Frederic Edwin Church, US-amerikanischer Landschaftsmaler
- 1827 - John Hanning Speke, britischer Afrikaforscher
- 1830 - Arnous de Rivière, französischer Schachspieler
- 1879 - Leonid Mandelstam, russischer Physiker
- 1880 - Bruno Taut, deutscher Architekt und Stadtplaner
- 1881 - Alexander Fjodorowitsch Kerenski, russischer Politiker
- 1891 - Frederick Jacobi, US-amerikanischer Komponist
- 1896 - Werner Kraft, deutsch-jüdischer Bibliothekar und Schriftsteller
- 1904 - Josef Pieper, deutscher christlicher Philosoph
- 1905 - Al Dexter, US-amerikanischer Country-Musiker
- 1905 - Mátyás Seiber, anglo-ungarischer Komponist
- 1908 - Bernhard Winkelheide, deutscher CDU-Politiker und MdB
- 1910 - Jerzy Waldorff, polnischer Publizist
- 1918 - Kakuei Tanaka, japanischer Politiker
- 1922 - Alex Randolph, US-amerikanischer-italienischer Spieleerfinder
- 1924 - Otto Grünmandl, österreichischer Kabarettist und Schriftsteller
- 1925 - Heinz Eckner, deutscher Schauspieler
- 1926 - Gerlind Reinshagen, deutsche Schriftstellerin
- 1927 - Peter Boenisch, ist deutscher Journalist († 2005)
- 1927 - Trude Herr, deutsche Schauspielerin
- 1928 - Hosni Mubarak, ägyptischer General, Politiker, Staatspräsident Hosni Mubarak
- 1928 - Maynard Ferguson, kanadischer Musiker
- 1928 - Wolfgang Graf Berghe von Trips, deutscher Autorennfahrer
- 1929 - Audrey Hepburn, US-amerikanische Schauspielerin
- 1930 - Ed Cassidy, US-amerikanischer Musiker
- 1931 - Gennadi Nikolajewitsch Roschdestwenski, russischer Dirigent
- 1934 - Ron Carter, US-amerikanischer Musiker
- 1935 - Rüdiger Nehberg, Menschenrechtsaktivist, Konditor und Überlebenskünstler
- 1937 - Ron Carter, US-amerikanischer Jazz-Bassist
- 1939 - Amos Oz, israelischer Schriftsteller
- 1941 - Kay Nehm, deutscher Jurist und Generalbundesanwalt
- 1941 - Richard Burns, US-amerikanischer Musiker
- 1943 - Nicholas Ashford, US-amerikanischer Sänger
- 1943 - Ronnie Bond, britischer Musiker
- 1944 - Monika Bleibtreu, deutsche Schauspielerin
- 1944 - Peggy Santijlia, US-amerikanische Sängerin
- 1944 - Lothar Zechlin, deutscher Staatsrechtler und Rektor
- 1945 - George Wadenius, schwedischer Musiker
- 1946 - John Watson, irischer Formel 1-Rennfahrer
- 1949 - Graham Swift, britischer Schriftsteller
- 1949 - Zal Cleminson, britischer Musiker
- 1951 - Bruve Day, US-amerikanischer Musiker
- 1951 - Colin Bass, britischer Musiker
- 1951 - Jackie Jackson, US-amerikanischer Sänger
- 1952 - Bärbel Höhn, deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerin in Nordrhein-Westfalen
- 1952 - Vera Lengsfeld, deutsche CDU-Politikerin (vorher SED und Bündnis 90/Die Grünen)
- 1954 - Pia Zadora, US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin
- 1956 - David Guterson, US-amerikanischer Journalist
- 1956 - Jacob Miller, jamaicanischer Musiker
- 1956 - Ulrike Meyfarth, ehemalige deutsche Hochspringerin und Olympiasiegerin
- 1958 - Keith Haring, US-amerikanischer Künstler
- 1959 - Inger Nilsson, schwedische Schauspielerin
- 1961 - Jay Aston, britische Sängerin
- 1961 - Luis Herrera, kolumbianischer Radrennfahrer
- 1963 - Stefan Dettling, schweizerischer TV Star, bekannt unter dem Namen Stibe
- 1964 - Rocco Siffredi, italienischer Schauspieler, Produzent und Regisseur von Pornofilmen
- 1966 - Doris Eisenburger, Kinderbuchillustratorin
- 1967 - Dominik Schwaderlapp, Generalvikar des Erzbistum Köln und Domkapitular
- 1973 - Katrin Apel, deutsche Biathletin
- 1982 - Markus Rogan, österreichischer Schwimmer

Gestorben


- 304 - Florian von Lorch, christlicher Märtyrer
- 311 - Galerius, römischer Kaiser
- 784 - Arbeo, Bischof von Freising
- 1519 - Lorenzo II. de Medici, Herzog von Urbino und Herrscher von Florenz
- 1530 - Niklas Graf Salm, war ein Feldherr der Renaissance.
- 1566 - Luca Ghini, Arzt und Botaniker Luca Ghini
- 1605 - Ulisse Aldrovandi, italienischer Arzt und Naturforscher
- 1645 - Cäcilia Schnur, österreichische Äbtissin
- 1678 - Anna Maria von Schürmann, niederländisch-deutsche Universalgelehrte
- 1729 - Louis-Antoine de Noailles, Kardinal und Erzbischof von Paris
- 1752 - Augustin Leyser, Jurist
- 1755 - Ignazio Visconti, 16. General der Societas Jesu
- 1824 - Joseph Joubert, französischer Moralist und Essayist
- 1829 - Johann Gustav Gottlieb Büsching, deutscher Archäologe, Germanist und Volkskundler
- 1875 - Heinrich Georg August Ewald, deutscher Theologe und Orientalist
- 1879 - William Froude, englischer Schiffbauingenieur
- 1910 - Adolph Woermann, Hamburger Kaufmann, Reeder und Politiker
- 1921 - Alfred Hermann Fried, Pazifist, Publizist, Friedensnobelpreisträger
- 1934 - Edmund Edel, deutscher Grafiker, Schriftsteller und Regisseur
- 1938 - Carl von Ossietzky, deutscher Schriftsteller und Herausgeber der Weltbühne
- 1938 - Jigoro Kano, Begründer des Kampfsports Judo
- 1939 - Richard Wossidlo, Begründer der mecklenburgischen Volkskunde
- 1943 - Wilhelm Middelschulte, deutscher Organist und Komponist
- 1955 - George Enescu, rumänischer Komponist und Violinist
- 1957 - Gé Fortgens, niederländischer Fußballspieler
- 1961 - Herbert Westren Turnbull, englischer Mathematiker
- 1962 - Cécile Vogt, Hirnforscherin
- 1971 - Klara Blum, deutschsprachige chinesische Schriftstellerin
- 1972 - Edward Calvin Kendall, US-amerikanischer Biochemiker
- 1973 - Anton Ackermann, SED-Funktionär und Kandidat des Politbüros des ZK der SED.
- 1973 - César Pérez Sentenat, kubanischer Komponist
- 1975 - Moe Howard, US-amerikanischer Komiker (The Three Stooges)
- 1980 - Josip Broz Tito, jugoslawischer Politiker, Ministerpräsident und Staatspräsident
- 1987 - Paul Butterfield, US-amerikanischer weißer Blues-Musiker
- 1989 - Weniamin Alexandrowitsch Kawerin, russischer Schriftsteller, Jugenbuchautor
- 1994 - Edwin Rausch, deutscher Psychologe
- 1998 - Theodor Oberländer, deutscher Politiker
- 2000 - Gino Bartali, italienischer Radrennfahrer
- 2001 - Rudi Strahl, deutscher Dramatiker, Erzähler und Lyriker
- 2003 - Alexander Boghossian, äthiopischer Maler
- 2003 - Johannes Agnoli, deutscher Politikwissenschaftler und Philosoph
- 2003 - William Josiah Goode, US-amerikanischer Soziologe
- 2004 - Carlheinz Hollmann, deutscher Fernsehmoderator
- 2004 - Clement Dodd, jamaikanischer Reggae-Musiker
- 2004 - David Reimer, kanadischer Junge, der als Mädchen aufwuchs
- 2005 - Yakovos Bilek, deutscher Basketballtrainer
- 2005 - David Hackworth, US-amerikanischer Militärexperte

Feier- und Gedenktage


- Kirchliche Gedenktage:
  - Hl. Florian, Märtyrer von Lorch (katholisch)
  - Hl. Monika (nur bis 1968, ab 1969 auf den 27. August verlegt)

Siehe auch


- 3. Mai - 5. Mai
- 4. April - 4. Juni
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0504 ja:5月4日 ko:5월 4일 simple:May 4 th:4 พฤษภาคม

Gregorianischer Kalender

Der gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.

Gregorianische Kalenderreform

Kalender Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand. Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform. Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt. Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann. Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.

Die Schaltregeln


- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.) oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.

Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern

Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt. Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen. Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.

Charakteristika

Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen. Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird. Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).

Siehe auch


- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.

Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit

Weblinks


- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon] Kategorie:Kalender als:Gregorianischer Kalender ja:グレゴリオ暦 ko:그레고리력 ms:Kalendar Gregorian simple:Gregorian calendar th:ปฏิทินเกรกอเรียน

Christoph Kolumbus

Christoph Kolumbus (span. Cristóbal Colón, ital. Cristoforo Colombo, port. Cristovão Colombo, eingedeutscht (bzw. latinisiert) Kolumbus;
- wahrscheinlich zwischen dem 25. August und dem 31. Oktober 1451 in Genua; † 20. Mai 1506 in Valladolid) war ein italienischer Seefahrer in spanischen Diensten, der den Europäern - ungewollt - den Weg in das bis dahin unbekannte Amerika eröffnete. Im Bestreben, auf dem westlichen Seeweg von Europa nach Ostasien zu gelangen, erreichte er am 12. Oktober 1492 die dem amerikanischen Kontinent vorgelagerten karibischen Inseln. Er selbst glaubte bis zu seinem Lebensende eine Route auf dem Seeweg nach "Hinterindien" entdeckt zu haben. Seine frühere Bezeichnung als europäischer Entdecker Amerikas wird heute kaum noch verwendet, seit erwiesen ist, dass er nicht der erste Europäer war, der nach Amerika gelangte. Doch seine Fahrten im Auftrag der spanischen Krone hatten eine dramatische Veränderung des europäischen Weltbildes zur Folge und führten zur Kolonisation der Neuen Welt durch die europäischen Mächte. Die Bewertung seiner Taten und Leistungen ist Gegenstand kontroverser Debatten. Seinem Entdeckerdrang und seinem Mut, in völlig unbekannte Gewässer vorzustoßen, die ihn zum Urbild des Entdeckers werden ließen, steht seine Mitverantwortung für den Völkermord an den Ureinwohnern Amerikas im Zuge der Konquista gegenüber.

Werdegang bis 1480

Nach langen und kontroversen Debatten um Ort und Zeit seiner Geburt neigt die Forschung heute mehrheitlich zu der Ansicht, dass Kolumbus im Jahr 1451 in Genua zur Welt kam. In einem Rechtsstreit von 1479 gibt Kolumbus an, 27 Jahre alt zu sein und 100 Gulden zu besitzen. Ebenso umstritten ist bis heute die Frage seiner Herkunft (siehe den Abschnitt Die Diskussion um seine Herkunft) und seines Lebens vor den großen Entdeckungsfahrten. Folgende Version gilt heute unter Experten als die plausibelste: Der Vater des Kolumbus war der Genueser Wollweber Domenico Colombo († 1498), seine Mutter Suzanna Fontanarossa, die Tochter eines Wollhändlers. Kolumbus hatte drei jüngere Brüder, Bartolomeo, Giovanni Pellegrino und Giacomo (span. Diego), und eine Schwester, Bianchinetta. Zunächst übte er das Handwerk seines Vaters aus. Nach seinen eigenen Aussagen fuhr er aber auch schon mit 14 Jahren zur See. Ein Studium an der Universität von Padua, von dem mitunter die Rede ist, ist deshalb unwahrscheinlich. Vielmehr brachte er sich die Grundlagen der Kartografie im Selbststudium, zusammen mit seinem Bruder Bartolomeo, bei und erhielt ansonsten kaum eine formale Bildung. 1474 reiste Kolumbus mit einem Schiff nach Chios, wo er ein Jahr blieb. 1476 erreichte er mit einer Handelsexpedition den Atlantischen Ozean. Die Schiffe wurden am 13. August vor dem Kap St. Vincent/Portugal von Freibeutern attackiert, Kolumbus konnte sich aber schwimmend zur portugiesischen Küste retten. Ab 1477 lebte er in Lissabon. Portugal war damals ein Zentrum der europäischen Seefahrt. Der Bruder des Kolumbus, Bartolomeo, wohnte schon in Lissabon als Kartograf; die Brüder arbeiteten eine Zeit lang zusammen als Zeichner. Bald darauf, wahrscheinlich noch im gleichen Jahr, nahm Kolumbus an einer Fahrt in den Nordatlantik teil, die ihn angeblich bis in das sagenhafte Thule führte. In Diensten der portugiesischen Flotte nahm er an weiteren Fahrten teil; 1482-1483 begleitete er eine Expedition entlang der westafrikanischen Küste, die bis zum portugiesischen Handelsposten São Jorge da Mina in Guinea reiste. 1479 heiratete er Felipa Perestrello e Moniz. Ihr gemeinsamer Sohn Diego wurde 1480 geboren. Felipa stammte aus einer adligen Familie mit italienischen Vorfahren, ihr Vater Bartholomeus war an der Besiedlung Madeiras beteiligt gewesen und Gouverneur von Porto Santo. Kolumbus lebte daraufhin einige Zeit auf Porto Santo, wo er sich seinen Lebensunterhalt wiederum als Kartenmacher verdiente und zugleich die Seekarten, Logbücher und Papiere aus dem Nachlass seines verstorbenen Schwiegervaters studierte. Ungefähr zu dieser Zeit muss er begonnen haben, sich intensiv mit einer Seeroute nach Süd- und Ostasien zu beschäftigen.

Die Idee

Ostasien Indien und das Kaiserreich China waren für Europa wichtige Bezugsquellen von wertvollen Gütern wie Seide und Gewürzen. Seit dem Eindringen der Osmanen in die Levante Mitte des 14. Jahrhunderts und der weitgehenden Entmachtung des Byzantinischen Reiches standen die Landwege nach Indien (dieser Begriff wurde damals für ganz Süd- und Ostasien verwandt) den Europäern nicht länger offen. Hohe Zölle führten zu stark steigenden Preisen für die Luxusgüter. Schon 1418 hatten die Portugiesen auf Veranlassung von Heinrich dem Seefahrer damit begonnen, eine Seeroute nach Indien südostwärts um Afrika herum zu suchen und dabei große Teile der afrikanischen Küste erkundet. (siehe Gewürzroute) Kolumbus entdeckte für sich jedoch um 1480 die Idee einer Westroute nach Indien wieder, die auf Aristoteles zurückging, der behauptet hatte, man könne den Ozean zwischen den Säulen des Herakles (Gibraltar) und Asien innerhalb weniger Tage überqueren. Diese Theorie wurde auch von anderen Gelehrten unterstützt, unter anderem von Pierre d'Ailly (1350-1420). Kolumbus besaß ein Exemplar der Imago Mundi von d'Ailly, das er mit zahlreichen Anmerkungen versehen hatte. 1474 hatte er in zwei Briefen mit Paolo dal Pozzo Toscanelli über seinen Plan korrespondiert und von diesem Zustimmung erhalten. Des Weiteren las er die Bücher von Marco Polo und hatte auf seinen Reisen in den Norden möglicherweise von den Fahrten der Wikinger nach Nordamerika gehört. Anzunehmen ist, dass Kolumbus auch die seit dem Mittelalter populäre „Navigatio Sancti Brendani“ über eine Westfahrt des irischen Mönches Brendan bekannt war. Indizien für das Vorhandensein einer Landmasse im Westen Europas gab es einige. Nach einem Sturm abgetrieben, fand ein portugiesischer Kapitän weit im Westen ein fremdartiges Stück Holz, das augenscheinlich bearbeitet worden war. Weitere Hölzer und fremde Pflanzen wurden an die Küsten Madeiras und Porto Santos gespült. Schließlich gab es Gerüchte, dass auf Flores (Azoren) zwei Leichen fremdartigen Aussehens aus dem Westen angespült worden waren. Kolumbus erfuhr von diesen Indizien während seines Aufenthalts auf Porto Santo, als er sich mit Seeleuten unterhielt und die Papiere seines Schwiegervaters las, unter denen sich auch so genannte roteiros (geheime Logbücher portugiesischer Seefahrer) befanden, die ihm Aufschluss über Strömungen und Winde des Atlantiks gaben und so bei der Ausarbeitung seines Plans hilfreich waren. Kolumbus erkannte, dass man sich die Passatwinde für eine schnelle Fahrt nach Westen zu Nutze machen konnte, indem man zunächst südlich steuerte. Die Kugelgestalt der Erde, Voraussetzung für den Plan des Kolumbus, war seit der Antike und auch im Mittelalter den Gelehrten bekannt gewesen und Ende des 15. Jahrhunderts allgemein akzeptiert, entgegen vieler Klischees auch von der katholischen Kirche, die sich nurmehr gegen das Heliozentrische Weltbild wehrte. Vorstellungen einer scheibenförmigen Erde fanden sich allerhöchstens im einfachen Volk, hatten aber keinen Einfluss auf die Akzeptanz der Idee einer Westroute nach Indien. Unterschiedliche Theorien existierten aber bezüglich der Distanz, die auf solch einer Route zurückzulegen wäre. Diese Unterschiede beruhten auf verschiedenen Auffassungen über die Ost-West-Ausdehnung der eurasischen Landmasse. Seit Ptolemäus nahm man allgemein an, dass Eurasien 180° der Erdbreite einnahm, die restlichen 180° also noch unbekannt waren. D'Ailly dagegen kalkulierte mit 225° Ausdehnung der Landmasse und Kolumbus übernahm diese Auffassung. Tatsächlich beträgt die Breite etwa 130°. Da er zudem für die Entfernung zwischen den Breitengraden eine zu kleine Zahl annahm, erhielt er einen Abstand von unter 4.500 km zwischen den Kanaren und Zipangu (Japan). Der tatsächliche Abstand beträgt fast 20.000 km, doch aufgrund seiner falschen Zahlen hielt Kolumbus die von ihm später entdeckten Inseln in der Karibik für dem indischen Festland vorgelagerte Inseln, da sie ungefähr dort lagen, wo nach seiner Kalkulation Indien lag.

Das Werben um Unterstützung

Japan Damit er seinen Plan durchführen konnte, benötigte Kolumbus die Unterstützung eines Staates oder Staatsoberhauptes. Um 1484 stellte er seine detailliert ausgearbeiteten Pläne für eine Expeditionsfahrt dem portugiesischen König Johann II. vor. Experten des Königs lehnten die Pläne aber ab, weil sie korrekterweise die Distanz für weitaus länger hielten und den Plan damit für nicht durchführbar. Nach dem Tod seiner Frau Felipa verließ Kolumbus mit seinem Sohn Diego 1485 Lissabon in Richtung Spanien, wohl auch, um so seinen Gläubigern zu entkommen. Er hoffte, das Königspaar Ferdinand II. von Aragón und Isabella I. von Kastilien für seine Pläne gewinnen zu können. Diese hatten durch ihre Heirat ihre beiden Königreiche verbunden und befanden sich im Kampf gegen die Mauren. 1486 kam Kolumbus auf Aufforderung von Königin Isabella erstmalig zum Hof nach Córdoba, wo er freundlich empfangen und vom Verwalter der Krongüter und Schatzmeister der santa hermandad Alonso de Quintanilla anvertraut wurde. Alonso wurde schnell zu einem enthusiastischen Befürworter der Pläne von Kolumbus, der noch weitere Freunde fand. Bald traf er Beatriz Enriquez, die die Mutter seines zweiten Sohnes Fernando wurde. Beatriz blieb seine lebenslange Partnerin und wurde von Kolumbus auch in seinem Testament bedacht, die beiden heirateten jedoch nicht. Ein zur Prüfung seiner Pläne eingesetztes Komitee lehnte die Idee zwar als unpraktikabel ab, doch Kolumbus folgte dem Hof weiter von Ort zu Ort und wurde ab und zu mit königlichem Geld unterstützt, damit er mit seinem Plan nicht zu einem anderen Staatsoberhaupt Europas zog. Der einflussreiche Kardinal Pedro González de Mendoza, dessen Bekanntschaft Kolumbus gemacht hatte, verschaffte ihm eine erste Audienz bei Königin Isabella, die aber noch keinen Erfolg brachte. Das spanische Königspaar war mit dem Krieg gegen die Mauren beschäftigt und konnte zu diesem Zeitpunkt wenig mit seinen hochfliegenden Plänen anfangen. Nach einer langen Zeit unergiebigen Wartens im Gefolge des spanischen Hofes erhielt Kolumbus am 20. März 1488 eine Einladung des portugiesischen Königs Johann II., um die Kolumbus wahrscheinlich selbst gebeten hatte. Spätestens im Herbst desselben Jahres befand er sich in Lissabon bei seinem Bruder Bartolomeo, eine Einigung mit Portugal konnte aber offensichtlich nicht erzielt werden. Bevor Kolumbus nach Spanien zurückkehrte, erlebte er noch die Rückkehr von Bartolomëu Diaz, der von seiner Umsegelung der Südspitze Afrikas zurückkehrte (ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer Seeroute nach Indien). Sein Bruder verließ zur gleichen Zeit Lissabon, um in England und Frankreich Unterstützung zu suchen. 1491 wurden die Ideen des Kolumbus von einer spanischen Kommission wiederum abgewiesen. Vom Königspaar erhielt er die Zusage, dass man sich nach dem Krieg gegen Granada, dem letzten maurischen Fürstentum auf der iberischen Halbinsel, erneut seinen Plänen widmen würde. Kolumbus entschloss sich verzweifelt, nach Frankreich zu gehen. Auf dem Weg nach Huelva, wo er sich einschiffen wollte, machte er Station im Kloster La Rábida. Dort hielten ihn der Mönch Juan Perez, Beichtvater von Isabella, und der Arzt Garcia Hernandez zurück. Perez schrieb der Königin einen eindringlichen Brief und erreichte so, dass Kolumbus an den Hof zurückgerufen wurde. Kolumbus kam gerade rechtzeitig in Granada an, um die Kapitulation des Maurenfürsten Muhammad XII. (auch Boabdil) am 2. Januar 1492 mitzuerleben. Da der Krieg gegen die Mauren nun vorüber war, wurden die Verhandlungen fortgesetzt, scheiterten aber an den außergewöhnlich hohen Forderungen von Kolumbus: Er beanspruchte für sich den erblichen Titel eines Admirals des Ozeans und des Vizekönigs über die von ihm entdeckten Gebiete. Zudem verlangte er, zu einem Zehntel an den zu erwartenden Einnahmen von wertvollen Metallen beteiligt zu werden. Nachdem seine Bedingungen abgelehnt worden waren, machte er sich erneut auf den Weg nach Frankreich, das ihm seiner Behauptung zufolge ein besseres Angebot gemacht hatte. Auf Drängen verschiedener Personen am Hof, unter anderem des Schatzmeisters Luis de Santángel, entschied sich die Königin, die Forderungen nun doch zu akzeptieren. Ein ausgesandter Eilbote holte Kolumbus knapp 10 Kilometer von Granada entfernt ein. Am 17. April 1492 wurde schließlich die sogenannte „Kapitulation von Santa Fé“, ein Vertrag zwischen den Monarchen und Kolumbus über eine Expedition, unterzeichnet. Der Vertrag sicherte Kolumbus die geforderten Titel sowie den Anteil am Edelmetall zu und bestimmte, dass Kolumbus für Spanien einen westlichen Seeweg nach Asien suchen sollte.

Die Entdeckungsreisen

Kolumbus unternahm in den folgenden Jahren vier Entdeckungsreisen im Auftrag der spanischen Krone. Seine Erlebnisse hielt er in einem Bordbuch fest, von dem heute nur noch die auszugsweise Abschrift von Bartolomé de las Casas existiert.

Erste Reise (3. August 1492 bis 15. März 1493)

Kolumbus stach am 3. August 1492 mit seinem Flaggschiff, der Karacke Santa Maria, sowie den beiden Karavellen Niña und Pinta von Palos de la Frontera bei Huelva aus in See. Die beiden Karavellen wurden von den Brüdern Martín Alonso und Vicente Yáñez Pinzón aus Palos bereitgestellt und kommandiert. Ein Bruch des Schiffsmastes auf der Pinta erzwang nach drei Tagen einen Aufenthalt von einem Monat auf den Kanarischen Inseln. Nach der Reparatur segelten die Schiffe am 6. September weiter. Mehrmals bestand auf der Reise die Gefahr einer Rebellion der Matrosen aus Unzufriedenheit oder Angst, doch Kolumbus gelang es durch Erklärungen sie zu beruhigen, ebenso mehrten sich bald die Anzeichen eines nahen Festlandes: Vögel und im Wasser treibende Landpflanzen wurden gesichtet. Matrose Am 12. Oktober 1492 erreichten die Schiffe schließlich die Neue Welt. Kolumbus ging auf einer Insel der Bahamas an Land, die von den Einheimischen Guanahani genannt wurde. Er gab ihr den Namen San Salvador (span. für Heiliger Retter). Unter Wissenschaftlern umstritten ist die Frage, ob die heutige Insel San Salvador, die diesen Namen 1926 erhielt, identisch mit der von Kolumbus entdeckten ist. In den 1980er Jahren führten Neuberechnungen der Route anhand der Logbücher des Kolumbus zu der These, die Insel Samana Cay sei die Insel, auf der Kolumbus zuerst landete. Auf der Weiterfahrt entdeckte er auch Kuba und Hispaniola, die zweitgrößte Insel der Antillen (heute Haiti und Dominikanische Republik), vor der die Santa Maria am 25. Dezember strandete und auf der er von König Guacanagari empfangen wurde. Aus den Überresten des Schiffes errichtete Kolumbus die erste spanische Festung in der neuen Welt, die er La Navidad (spanisch für Weihnachten) nannte. La Isla Española, von den Briten in Hispaniola verballhornt, wurde die erste Kolonie des spanischen Königreichs in der Neuen Welt, Kolumbus deren Gouverneur und Vizekönig. Seine ersten Begegnungen mit dem indigenen Volk der Arawak verliefen friedlich. In seinem Logbuch beschrieb er sie als „unschuldig“ und freigebig, betrachtete sie aber gleichzeitig immer als zukünftige Untertanen oder gar als Sklaven. Am 16. Januar 1493 machte Kolumbus sich mit seinen beiden verbliebenen Schiffen auf den Weg zurück nach Europa, einen Teil seiner Mannschaft ließ er wegen des Schiffbruchs als Bewohner der Kolonie La Navidad zurück. Er erreichte Palos am 15. März und wurde daraufhin auf einem Triumphzug durch Spanien gefeiert. Ihm wurden seine Privilegien bestätigt, und Papst Alexander VI. bestätigte das Anrecht Spaniens auf die entdeckten und noch zu entdeckenden Gebiete westlich des Längengrades von 100 spanischen Meilen westlich der Kapverden. (Ein Jahr später wurde diese Aufteilung im Vertrag von Tordesillas modifiziert und von Portugal anerkannt). Kolumbus begann kurz nach seiner Ankunft mit den Vorbereitungen für eine zweite Expedition, die die entdeckten Gebiete sichern und weitere für Spanien erobern sollte. Insbesondere wollte er weiter nach dem erhofften Goldland suchen, dem eigentlichen Ziel der Expedition. Siehe auch: Entdeckung Amerikas 1492

Zweite Reise (25. September 1493 bis 11. Juni 1496)

Am 25. September brach Kolumbus von Cádiz aus mit 17 Schiffen und etwa 1.500 Leuten zu seiner zweiten Reise auf, um die entdeckten Gebiete zu besiedeln. Zunächst entdeckte die Flotte die Insel Dominica, auf der Kolumbus aber nicht landete. Auf der Weiterfahrt landete er dann auf Guadeloupe, Montserrat, Antigua und Nevis. Kolumbus nahm diese Inseln der Kleinen Antillen für das spanische Königreich in Besitz und benannte sie. Danach segelte er im November nach La Navidad auf Hispaniola. Das auf der ersten Reise gegründete Fort war allerdings in Kämpfen mit den Arawak zerstört und alle Spanier getötet worden, so dass Kolumbus im Dezember an anderer Stelle auf der Insel die Kolonie La Isabela gründete. Bis zum April 1494 blieb die Flotte dort, während Kolumbus das Hinterland auf der Suche nach Gold erkundete. Im April stach er wieder in See, um im Westen nach dem indischen oder chinesischen Festland zu suchen, das er in der Nähe der vorgelagerten Inseln vermutete. Er erkundete die südliche Küste der auf der ersten Reise entdeckten Insel Kuba, die er dem asiatischen Festland zurechnete und entdeckte Jamaika und Puerto Rico, erreichte aber nicht das Festland Mittelamerikas. Bei seiner Rückkehr nach La Isabela am 25. September fand Kolumbus chaotische Zustände vor, da sich die Siedler zerstritten hatten. Zudem waren die Indianer, die den Siedlern zunächst freundlich gesinnt gewesen waren, wegen schlechter Behandlung zu ihren Feinden geworden. Dies veranlasste Kolumbus zu einem Feldzug gegen die einheimische Bevölkerung, auf dem er 1.600 Taino versklavte. Diese Versklavung verstieß gegen den Willen und die Anordnungen des spanischen Königshauses. Ferdinand V. und Isabella I. hatten Kolumbus aufgetragen, die Ureinwohner freundlich zu behandeln, weil sie in ihnen zukünftige Christen sahen. Dennoch verschiffte Kolumbus 550 Sklaven nach Spanien. Auf der Überfahrt starb beinahe die Hälfte der Indianer, die Überlebenden wurden nach ihrer Ankunft in Spanien auf Betreiben Isabellas freigelassen und in ihre Heimat zurückgebracht. Nachdem im Oktober 1495 eine königliche Untersuchungskommission in La Isabela angekommen war und ihre Arbeit aufgenommen hatte, verließ Kolumbus die Kolonie. Er ließ seinen Bruder Bartolomeo als Kommandanten zurück und brach am 10. März in Richtung Spanien auf, um dem Königspaar Bericht zu erstatten. Am 11. Juni erreichte er Spanien und konnte die Unterstützung von Ferdinand V. und Isabella I. zurückgewinnen. Bis zu seiner dritten Reise gingen aber wegen des mangelnden wirtschaftlichen Erfolgs seiner bisherigen Expeditionen fast zwei Jahre ins Land.

Dritte Reise (30. Mai 1498 bis 25. November 1500)

11. Juni Auf seiner dritten Reise, zu der er am 30. Mai 1498 aufbrach, schlug Kolumbus eine Route ein, die südlicher gelegen war als auf den vorhergehenden Reisen. Er segelte an den Kapverdischen Inseln vorbei und dann westwärts über den Atlantik. Am 31. Juli entdeckte er die Insel Trinidad, im weiteren Verlauf der Reise die Nachbarinsel Tobago, die von ihm allerdings Bella Forma getauft wurde (siehe auch Trinidad und Tobago). Auf der Weiterfahrt sichtete die Expedition mit der Mündung des Orinoco den südamerikanischen Kontinent und erkundete von Schiff aus die Küsten an dieser Stelle. Zunächst schrieb Kolumbus in sein Logbuch, dass dieses Land eine in Europa unbekannte Neue Welt sei. Später war er aber wieder der Meinung, die Gegend gehöre zu Asien. Nachdem er an einigen Inseln vorbei nördlich gesegelt war, erreichte er am 31. August die von seinem Bruder zwischenzeitlich auf sein Geheiß neu gegründete Stadt Santo Domingo an der Südküste von Hispaniola. Die dortigen Siedler waren unzufrieden und rebellierten gegen seinen Bruder Bartolomeo. Kolumbus versuchte die Streitigkeiten zu schlichten und war auch bemüht, die Arawak zum Christentum zu bekehren. Gleichzeitig intensivierte er die Suche nach Gold. Heimgekehrte Siedler beschuldigten ihn am königlichen Hof in Spanien, die Verwaltung der Kolonie nicht im Griff zu haben. Deshalb setzte der Hof Kolumbus im Mai 1499 als Gouverneur ab und ernannte stattdessen Francisco de Bobadilla, der die Kolonie am 23. August 1500 erreichte. Der neue Gouverneur ließ Kolumbus und seinen Bruder in Ketten nach Spanien bringen. Kolumbus weigerte sich, die Ketten abzulegen, ehe er vor die Königin trat. Vom Königspaar wurden beide wiederum begnadigt, wobei Kolumbus aber seine Ämter nicht wiedererhielt und seinen guten Ruf verloren hatte. Zudem hatte Vasco da Gama 1499 auf einer Südroute um Afrika herum den ersehnten Seeweg nach Indien entdeckt, womit die Portugiesen den Wettlauf gewonnen hatten.

Vierte Reise (Mai 1502 bis November 1504)

Vasco da Gama Am 9. Mai oder laut anderen Quellen am 11. Mai 1502 brach Kolumbus mit seinem Sohn Fernando und einer Flotte von vier Schiffen, der „Capitana“, „La Gallega“ (die Galizierin), „Santiago de Palos“ und der „Vizcaína“, von Spanien aus zu seiner vierten Reise auf. Kolumbus erkundete die mittelamerikanische Festlandküste zwischen Honduras und Kolumbien. Am 14. August 1502 betrat er bei Kap Honduras zum ersten Mal das amerikanische Festland. Er wollte beweisen, dass es dort eine Passage nach Indien und China gäbe. Die Karavelle „Vizcaína“ musste wegen Zerstörungen durch den Schiffsbohrwurm aufgegeben werden. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Wrack, das in der Bucht von Nombre de Dios bei Portobelo gefunden wurde, um diese Karavelle. Nach Kämpfen mit Indigenas und einer Meuterei verbrachte er aufgrund der lecken Schiffe seiner Flotte rund ein Jahr in der Festung Jamaika, bevor er von den Strapazen erkrankt nach Spanien zurückkehrte. Obwohl er relativ wohlhabend war, bemühte er sich verbissen bei Ferdinand V. (Isabella starb am 26. November 1504) um die Wiederherstellung der ihm in der Kapitulation von Santa Fé zugesicherten Privilegien, was ihm allerdings nicht endgültig gelang. Kolumbus starb am 20. Mai 1506 in Valladolid im Alter von etwa 55 Jahren. Sein Leichnam wurde in Sevilla begraben, auf Wunsch seines Sohns Diego aber 1542 nach Santo Domingo überführt, wo er bis 1795 verblieb. Inzwischen hatten die Franzosen die Insel zu ihrer Kolonie gemacht, so dass man die mutmaßlichen Gebeine des Kolumbus nach Kuba brachte. Diese wurden 1899 endgültig in Sevilla bestattet, wobei ihre Identität umstritten ist.

Die Diskussion um seine Herkunft

Über 400 Jahre lang gab es keine Zweifel, dass Kolumbus Genuese war. Zum 400. Jahrestag der (Wieder-)Entdeckung Amerikas durch Kolumbus begannen jedoch immer mehr Städte, zunächst in Italien, später auch in Spanien und sogar in Portugal, das Privileg einzufordern, Geburtsort des Entdeckers zu sein, weshalb diese Frage auch in der Forschung betrachtet wurde. Da Kolumbus zu seinen Lebzeiten nie Auskunft über seine Herkunft gab, existieren tatsächlich keine absolut gesicherten Erkenntnisse über seinen Geburtsort oder seine Familie. Sein Sohn Fernando beschrieb das Verhalten seines Vaters so: Kolumbus »zog es vor, im Ungewissen zu lassen, was mit seinem Geburtsort und seiner Familie zu tun hat.« Erst in seinen beiden Testamenten von 1498 und 1506 hielt Kolumbus fest: »siendo yo nacido en Génoba« (»ich wurde in Génoba geboren«). Zusammen mit weiteren Indizien deutet dies auf die italienische Stadt Genua hin. Deswegen wird sie in der Forschung für die Geburtsstadt von Kolumbus gehalten. Hier soll er zwischen dem 25. August und 31. Oktober 1451 als Sohn des Wollwebers Domenico Colombo geboren worden sein. Für zwei Kredite des Domenico ist sein Sohn Cristoforo als Bürge eingetragen, ferner verfügte Kolumbus in seinem Testament die Zahlung von 20 Dukaten an den Kreditgeber. Mehrere Briefe und Urkunden geben Zeugnis von Kontakten des Entdeckers Kolumbus mit dem Genueser Bankhaus Banco di San Giorgio und anderen Genueser Geschäftsleuten. Nur eine Urkunde, deren Wahrheitsgehalt aus heutiger Sicht schwer zu beurteilen ist, erwähnt allerdings ausdrücklich, dass der Entdecker Kolumbus verwandtschaftliche Beziehungen nach Genua hatte. Das Fehlen eines absoluten Beweises und das Vorhandensein einiger Ungereimtheiten ließen aber immer wieder Zweifel an der Genua-These aufkommen. Zum einen muss das im Testament erwähnte Génoba nicht identisch mit der italienischen Stadt sein, ebenso könnte auch die Republik Genua mit ihren Besitzungen auf Korsika gemeint sein. Die Stadt Calvi stellt als ehemalige genuesische Besitzung auf der Insel den Anspruch, der Geburtsort Kolumbus zu sein. Des Weiteren existierte auch auf Mallorca ein Dorf mit dem Namen Genova (heute zu Palma). Ein weiteres Argument der Gegner der Genua-These ist die Tatsache, dass Kolumbus meist Kastilisch z.T. in portugiesischer Rechtschreibung schrieb und sprach und nur zwei bruchstückhafte Randnotizen gefunden wurden, in denen er sich des Italienischen bediente. Auch in den Briefen nach Genua schrieb er nicht in seiner vermutlichen Muttersprache. Einige Biografen geben an, Italienisch sei zu jenem Zeitpunkt keine Schriftsprache gewesen, Andere behaupten, der ligurische bzw. Genueser Dialekt jener Zeit habe sich vom zeitgenössischen Italienisch stark unterschieden, wieder Andere sehen darin den Beweis für eine denkbare spanisch-jüdische Abstammung. Die Vermutung, dass Kolumbus erst in Lissabon, auf Porto Santos und in Palos richtig schreiben gelernt hat, liegt näher. Auch seine hohe soziale Position nach seiner Heirat in Portugal und später in Spanien gibt Zweifeln Nahrung, ob Kolumbus wirklich von einem Wollweber abstammte, zumal er eine gute Bildung hatte. Doch die soziale Position kann er sich durch die Heirat mit seiner aus verarmten portugiesischem Adel stammenden Ehefrau erworben und seine autodidaktische Bildung kann er im Kloster la Rábida bei den Mönchen Antonio de Marchena, Alonzo de Bolaños und deren Prior Juan Pérez erweitert haben. Als Alternativen zu Genua als Geburtsort existieren die verschiedensten Spekulationen, die bis nach Armenien reichen, die sich jedoch zu einem großen Teil nur auf die Widersprüche in den gefundenen Indizien berufen und keine eigenen Urkunden vorlegen können. Eine Theorie des norwegischen Autors Tor Borch Sannes geht zum Beispiel davon aus, dass er als Christopher Bonde 1451 in Nordfjord bei Bergen geboren wurde.

Kolumbus und das Judentum

Neben der kontroversen Frage nach dem tatsächlichen Geburtsort beschäftigt Forscher die Frage, warum Kolumbus zeitlebens seine Abstammung zu verbergen suchte. Eine Theorie, die unter anderem von Simon Wiesenthal und Salvador de Madariaga aufgeworfen wurde, besagt, dass Kolumbus so seine jüdische Herkunft geheim halten wollte. Als Jude hätte er bei dem katholischen Königspaar Isabella und Ferdinand nie Unterstützung für seine Expeditionen gefunden, da diese die Juden aus Spanien vertreiben wollten. Die von ihnen festgesetzte Frist, innerhalb derer alle nicht konvertierten Juden ihr Land verlassen haben mussten, fällt zusammen mit dem Tag, an dem Kolumbus zu seiner ersten Entdeckungsreise aufbrach. Zu dieser - womöglich zufälligen - Begebenheit kommt als ein Indiz hinzu, dass der Entdecker offenbar tiefgehende Kenntnisse der jüdischen Gedankenwelt hatte. Des Weiteren setzte sich besonders der converso Luís de Santángel, der Privatschatzmeister des spanischen Königs, am Hof für Kolumbus Pläne ein. Mit hohem persönlichen Einsatz und Risiko gelang es ihm, Königin Isabelle noch umzustimmen, die Kolumbus Forderungen bereits abgelehnt hatte und er bot Kolumbus an, einen Großteil der Expedition zu finanzieren. Spekulationen besagen, dass die verfolgten Juden, die auch nach einer Konversion nicht sicher vor der Inquisition sein konnten, in seinen Plänen Hoffnung auf ein Auswanderungsland suchten. Tatsächlich sollen sich auf den Kanarischen Inseln und später in den heute zu Kalifornien gehörenden Küstenstreifen zeitweilig eine größere Zahl von Juden und Conversos vor der spanischen Inquisition längere Zeit in Sicherheit gebracht und unbehelligt gelebt haben, bevor ein Edikt die Ansiedlung von Juden auch in den Kolonien verbot. Festzuhalten ist allerdings, dass es sich hierbei nur um Indizien handelt. Auch der Nachname Kolumbus, der in Norditalien häufig von jüdischen Familien getragen wird und die jüdischen Vornamen seiner mutmaßlichen Mutter Susanna und ihres Vaters Jacobo, können keine Gewissheit geben. Sein wahrscheinlicher Geburtsort Genua spricht allerdings gegen die These, da Juden dort der Zutritt verwehrt blieb. Madariaga begründet seine Theorie überdies zu einem großen Teil nur mit antisemitischen Klischees den Charakter Kolumbus betreffend, während Wiesenthal sich auf die jüdischstämmigen Unterstützer von Kolumbus bezieht. Zusammenfassend ist zu sagen, dass alle Stationen des Werdegangs von Kolumbus auch nachvollziehbar sind, wenn er Christ gewesen wäre. Kein Indiz deutet zwingend auf eine jüdische Herkunft.

Sonstiges

antisemitischen Auf seinen vier Reisen verlor Kolumbus insgesamt neun Schiffe. Christoph Kolumbus hatte zwei Brüder, Bartholomäus und Diego. Außerdem hatte er zwei Söhne, einen ehelichen Sohn, Diego Kolumbus, und einen unehelichen Sohn, Fernando Kolumbus. Derzeit werden die Gebeine von Christoph, seinem Bruder Diego und seinem Sohn Fernando mittels DNA-Analyse untersucht. Die Städte Sevilla und Santo Domingo streiten sich um das echte Kolumbus-Grab. Die katholische Kirche hatte erst nach jahrelangem Zögern der Exhumierung der Gebeine aus der gotischen Kathedrale Santa Maria in Sevilla zugestimmt. Eine oberflächliche Analyse hat ergeben, dass diese nicht von Christoph Kolumbus sind. Die Forscher haben nun eine Genehmigung, den Sarg in Santo Domingo am 15. Februar 2005 zu öffnen und die Gebeine zu untersuchen, damit endgültige Gewissheit über die Echtheit besteht. Sein Leben wurde auch mehrmals verfilmt, z.B. in den beiden Großproduktionen 1492 - Die Eroberung des Paradieses (Gérard Depardieu) und Christoph Columbus - Der Entdecker (Marlon Brando), sowie in der Parodie Mach's nochmal, Columbus, welche alle 1992 erschienen.

Siehe auch


- Zu Herkunft und Nachkommen siehe: Kolumbus (Familie)
- Ei des Kolumbus
- Kolumbusinseln
- Zuane Pizzigano

Literatur


- Mario Ghisalberti: Christoph Kolumbus - Ein Leben voller Abenteuer und Gefahren, Berlin und Hamburg (um 1960) ISBN ?
- Karl H. Peter: Wie Columbus navigierte, Herford 1972 ISBN 3-7822-0062-4
- Jakob Wassermann: Christoph Columbus, Eine Biographie, München 1977 (Erstausgabe 1929) ISBN 3-7844-1689-6
- Christoph Kolumbus: Bordbuch, Frankfurt/M. 1981 ISBN
- Tzvetan Todorov: Die Eroberung Amerikas, Das Problem des Anderen, Frankfurt/M. 1985 (8.Auflage 2002) ISBN 3-5181-1213-9
- Gianni Granzotto: Christoph Kolumbus: Eine Biographie, Reinbek 1988 ISBN 3-499-12378-9
- Salvador de Madariaga: Kolumbus: Leben, Taten und Zeit des Mannes, der mit seiner Entdeckung die Welt veränderte, Bern 1989 ISBN 3-502-18435-6
- David A. Thomas: Master of the Atlantic, London 1991 ISBN 0-233-98724-X
- Gustav Faber: Auf den Spuren von Christoph Kolumbus, München 1987 ISBN 3-471-77536-6
- Paolo Emilio Taviani: Das wunderbare Abenteuer des Christoph Kolumbus, Berlin 1991 ISBN 3-7338-0075-3
- John Dyson, Peter Christopher: Columbus - Die Entdeckung seiner geheimen Route in die Neue Welt, München 1991 ISBN 3-426-26474-9
- Oswald Dreyer-Eimbcke: Kolumbus - Entdeckungen und Irrtümer in der deutschen Kartographie, Frankfurt/M. 1991 ISBN 3-524-69097-1
- Zvi Dor-Ner: Kolumbus und das Zeitalter der Entdeckungen, Köln 1991 ISBN 3-8025-2214-1
- Frank Niess: Am Anfang war Kolumbus, Geschichte einer Unterentwicklung - Lateinamerika 1492 bis heute, München 1991 ISBN 3-492-03480-2
- S. Fischer-Fabian: Um Gott und Gold - Columbus entdeckt eine neue Welt, Bergisch-Gladbach 1991 ISBN 3-7857-0598-0
- Andreas Venzke: Christoph Kolumbus, Reinbek 1992 ISBN 3-499-50449-9
- Wolfgang Behringer (Hrsg.): Amerika - Die Entdeckung und Entstehung einer neuen Welt, München 1992 ISBN 3-492-10472-X
- Klaus Brinkbäumer und Clemens Höger: Die letzte Reise: Der Fall Christoph Kolumbus, München 2004 ISBN 3-421-05823-7
- Simon Wiesenthal: Segel der Hoffnung - Die geheime Mission des Christoph Columbus. Olten/Freiburg 1972, (Walter-Verlag)
- Meyer Kayserling: Christopher Columbus and the Participation of the Jews in the Spanish and Portuguese Discoveries

Weblinks


-
- [http://www.ewetel.net/~norbert.fiks/columbus/index.html Viel Wissenswertes über Kolumbus, mit Online-Bordbuch]
- [http://www.stephan-selle.de/Buchgarten/Kolumbus/kolumbus.html Wie und warum Kolumbus irrte]
- [http://venzke.homepage.t-online.de/kolumbus.htm Auszug aus dem Buch: Der "Entdecker Amerikas"]
- [http://www.madeira-web.com/PagesD/draw_image.php?current_pic_record=11&total_records=12¤t_record=0&search_category=Camara%20de%20Lobos&thumbnail_ratio=5&link_info=%2FPagesD%2Fimages-maps.php%3ABilder%20and%20Karten%3A&cat_id=cam Das Kolumbus-Schiff Santa Maria im Hafen von Camara de Lobos auf Madeira]
- Marvin Lunenfeld: [http://muweb.millersville.edu/~columbus/data/art/LUNEN-03.ART "Columbus and Spain: Accident or Destiny?"] (Zur Herkunft des Kolumbus; engl.)

Gesprochene Wikipedia

Kolumbus, Christopher Kolumbus, Christopher Kolumbus, Christopher Kolumbus, Christopher Kolumbus, Christopher Kolumbus, Christopher Kolumbus, Christopher Kolumbus, Christopher Kolumbus, Christopher ja:コロンブス ko:크리스토퍼 콜럼버스 ms:Christopher Columbus simple:Christopher Columbus th:คริสตอเฟอร์ โคลัมบัส

Jamaika

Jamaika (engl. Jamaica) ist ein selbstständiger Inselstaat innerhalb des Commonwealth of Nations in der Karibik. Die Insel liegt südlich von Kuba und westlich von Haiti. Sie ist die drittgrößte Insel der Großen Antillen.

Geografie und Natur

Großen Antillen Höchster Punkt ist die Blue Mountain Peak mit 2.256 m im Gebirge der Blue Mountains, der Tiefpunkt liegt auf Meereshöhe bei 0 m. Die Landschaft der Insel ist überwiegend von Bergland mit schmalen Ebenen entlang der Küsten gekennzeichnet, mit nur einer größeren Ebene im Süden. Das tropische Klima Jamaikas wird vom Nordostpassat geprägt. Die Temperaturunterschiede sind im Jahresverlauf gering. In Kingston beträgt die mittlere Monatstemperatur im Januar 25 °C und im Juli 27 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge ist hingegen regional sehr unterschiedlich. Mehr als 5.000 mm Regen fallen in den Bergen des Nordostens; in der Umgebung von Kingston an der wechselfeuchten Südküste liegt der Mittelwert bei 813 mm. Die niederschlagsreichsten Monate sind Mai, Juni, Oktober und November. Im Spätsommer und Frühherbst ziehen häufig Wirbelstürme über die Insel hinweg. Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Kingston 583.958 Einwohner, Spanish Town 145.018 Einwohner, Portmore 102.861 Einwohner, Montego Bay 82.867 Einwohner, Mandeville 47.115 Einwohner und May Pen 44.755 Einwohner.
- Siehe auch: Liste der Städte in Jamaika

Fauna

Jamaika beherbergt einige Tierarten, die es sonst nirgendwo gibt, wie die Jamaikaeule oder den Wimpelschwanz, ein Kolibri mit langen Schwanzfedern.

Bevölkerung

Jamaika hat etwa 2,7 Millionen Einwohner. Neben der Amtssprache Englisch wird Jamaika-Kreolisch (auch Patois genannt) gesprochen. Religionszugehörigkeit: Protestanten 61,3 % (Church of God 21,2 %, Baptisten 8,8 %, Anglikaner 5,5 %, Siebenten-Tags-Adventisten 9 %, Pentecostal 7,6 %, Methodisten 2,7 %, United Church of Christ 2,7 %, Brethren 1,1 %, Zeugen Jehovas 1,6 %, Moravian 1,1 %), Römisch-Katholisch 4 %, andere (darunter am bekanntesten Rastafaris) 34,7 %.

Geschichte

Bevor Christoph Kolumbus als erster Europäer die Insel 1494 erreichte, siedelte dort bereits das um 700 v. Chr. eingewanderte Volk der Arawak. 1509 besetzte Spanien die Insel und nannte diese Santiago. Die Kultur der Arawak zerfiel, stark dezimiert durch Krankheiten, Kriege und Sklaverei. 1517 brachten die Spanier die ersten afrikanischen Sklaven auf die Insel, die vorwiegend von der Gold- und Sklavenküste stammten. 1611 wurden erstmals mehr schwarzafrikanische als europäische Einwohner gezählt. Als Hauptstadt wählten sie New Sevilla (das spätere Spanish Town). schwarzafrikanische 1655 besetzten englische Truppen die Insel, 1670 ging sie formell durch den Vertrag von Madrid in den Besitz Großbritanniens über. Der Sklavenhandel und die Zuckerplantagen machten Jamaika über 150 Jahre lang zu einem der wertvollsten Besitztümer der Welt. Die Insel war auch eine bedeutende Anlaufstelle für Freibeuter und Piraten, insbesondere in Port Royal, bevor die Stadt 1692 durch ein Erdbeben zerstört wurde. Die Hauptstadt wurde damals nach Kingston verlegt. Das britische Parlament schaffte am 1. August 1834 die Sklaverei offiziell ab. Die Lebensbedingungen der befreiten Sklaven waren damals katastrophal, da sie zwar die Freiheit erlangten, dennoch aber keinen oder kaum Besitz hatten und die Ressourcen der Insel fest in der Hand der Europäer lagen. Die Wut und Verzweiflung der Menschen manifestierte sich im Oktober 1865 im Aufstand von Morant Bay, angeführt von William Gordon. Der Aufstand wurde von den Briten mit massiver Gewalt niedergeschlagen und Jamaika daraufhin zur Kronkolonie erklärt. Im späten 19. Jahrhundert verlor Zucker an Bedeutung für den Handel und die Insel stellte teilweise auf den Anbau von Bananen um. Jamaika erreichte in den 1930er Jahren etwas lokale politische Kontrolle, es gab Unruhen und Aufstände gegen die britische Politik und im Jahr 1938 wurde die People's National Party (PNP) gegründet. Die ersten Wahlen mit allgemeiner, für alle Bürger gleichen Wahlberechtigung fanden 1944 statt. Im Jahr 1958 schlossen sich Jamaika und neun weitere britische Gebiete in der Karibik zur Westindischen Föderation zusammen. Jamaika schied 1961 wieder aus dem Bund aus, da die Wähler die Mitgliedschaft ablehnten. Die Unabhängigkeit von Großbritannien wurde am 6. August 1962 erlangt, Jamaika ist seitdem freies Mitglied des Commonwealth. Der erste Premierminister war Alexander Bustamante von der Jamaica Labour Party (JLP). Siehe auch:
- Liste der Generalgouverneure von Jamaika
- Liste der Premierminister von Jamaika

Politik

Die derzeitige Verfassung Jamaikas wurde 1962 durch einen gemeinsamen Ausschuss beider Parteien, die im Jamaikanischen Parlament vertreten sind. Es trat mit der jamaikanischen Unabhängigkeit von dem Vereinigten Königreich im gleichen Jahr in Kraft. Staatsoberhaupt von Jamaika ist Elizabeth II., die den Titel trägt "Königin von Jamaika". Sie wird vertreten durch einen Gouverneur General, der durch den Premierminister ernannt wird. Sowohl Königin als auch Gouverneur-General haben größtenteils zeremonielle Aufgaben. Das jamaikanische Parlament besteht aus einem Abgeordnetenhaus und einem Senat. Die Mitglieder des Abgeordnetenhauses (auch als 'Members of Parliament' oder MPs bekannt) werden direkt gewählt, und der Führer der Mehrheitspartei im Abgeordnetenhaus wird Premierminister. Die Senatoren werden ernannt durch den Premierminister und den Oppositionsführer. Derzeit ist P. J. Patterson Premierminister, der das Amt übernahm mit dem Rücktritt 1992 von Michael Manley. Seitdem ist er dreimal wieder gewählt worden, zuletzt 2002. Die Verfassung schreibt vor, dass die nächste Parlamentswahl spätestens im Oktober 2007 zu erfolgen hat. Jamaika hat traditionell ein Zweiparteiensystem, mit der People's National Party und die Jamaican Labour Party im Parlament vertreten. Das Land ist ein Vollmitglied der Caribbean Community (CARICOM). Das Rechtssystem basiert auf englischem Common Law. Das letztinstanzliche Gericht ist der Justizausschuss des Privy Council in London. Stimmrecht: ab 18 Jahren, allgemein Parteien (engl. Namen): Jamaica Labor Party (JLP); National Democratic Movement (NDM); People's National Party (PNP)

Homosexualität

Die Menschenrechtssituation von Homosexuellen in Jamaika wird als äußerst gravierend gesehen. Artikel 76 des Gesetzes über „Straftaten gegen die Person“ ahndet Analverkehr (theoretisch auch zwischen Mann und Frau) als „abscheuliches Verbrechen der Sodomie (buggery)“ mit bis zu 10 Jahren Gefängnis, verbunden mit schwerer Zwangsarbeit. Akte körperlicher Intimität zwischen Männern werden nach Artikel 79 mit bis zu 2 Jahren Haft bestraft, verbunden mit der Möglichkeit, zu schwerer Zwangsarbeit verurteilt zu werden. In neueren jamaikanischen Dancehall-Songs wird darüber hinaus regelmäßig zur Ermordung von Homosexuellen aufgerufen. Homophobe Gewalt kommt recht häufig vor. Nach Angaben von Amnesty International haben in den letzten Jahren in Großbritannien mehrere Jamaikaner alleine aufgrund ihrer Homosexualität Asyl erhalten. In den letzten 5 Jahren wurden über 30 Jamaikaner aufgrund ihrer Homosexualität ermordet.

Verwaltungsgliederung

Jamaika ist in drei Grafschaften (counties - ohne Verwaltungsrelevanz) eingeteilt. Dabei handelt es sich um Cornwall, Middlesex und Surrey. Diese teilen sich ihrerseits in 14 (kreisähnliche) parishes:

Wirtschaft

Die wichtigsten Exportgüter sind Tonerde und Bauxiterz sowie Zuckerrohr, Bananen und Rum. Die wichtigsten Industriezweige sind der Tourismus, Textilien, die Lebensmittelverarbeitung, die Alkoholherstellung aus Rohrzucker sowie die Baustoff- und Papierindustrie.

Kultur

Berühmte Jamaikaner


- Bob Marley, Musiker
- Lee Perry, Musiker
- Peter Tosh, Musiker
- Jimmy Cliff, Musiker
- Shaggy, Musiker
- Harry Belafonte, Musiker
- Sean Paul, Musiker
- Grace Jones, Musikerin, Schauspielerin
- Merlene Ottey, Leichtathletin
- Asafa Powell, Leichtathlet (Weltrekord 2005)
- Maurice Wignel, Leichtathlet
- Marcus Garvey, Journalist und Bürgerrechtler

Weblinks


- [http://www.jamaican-embassy-berlin.de/ Internetpräsenz der Botschaft Jamaikas in Berlin]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=68 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- http://www.jamaika-info.de - Reiseinformationen über Jamaika
- http://www.cabinet.gov.jm - Cabinet Office of the Government of Jamaica
- http://www.jamaicans.com - Coole Seite auch für Nicht-Jamaikaner
- http://www.jamaicaobserver.com - Tageszeitung
- http://www.jamaica-gleaner.com - Tageszeitung
- http://www.madtropics.de/jamaijka/jamaika.html
Kategorie:Insel (Karibik) Kategorie:Monarchie Kategorie:Staat Kategorie:Jamaika ja:ジャマイカ ko:자메이카 ms:Jamaika simple:Jamaica zh-min-nan:Jamaica

1814

Siehe auch: März 1814

Ereignisse


- 1. Januar: der preußische Generalfeldmarschall Blücher überschreitet mit seiner Armee den Rhein
- März-König Friedrich Wilhelm III. verleiht erstmals das Eiserne Kreuz an Verdiente
  - 30. März: Napoléon wird auf die Insel Elba verbannt, Einzug der verbündeten Truppen in Paris
- 31. März: Alliierte Truppen mit dem russ. Zaren und Preußenkönig ziehen mit ihren Garden in Paris ein
- 11. April: Napoléon dankt in Fontainebleau ab
- 12. April: Bei dem Versuch über den Main zu kommen ertrinken 62 Mitglieder vom Banner der freiwilligen Sachsen bei Miltenberg
- 5. Mai: Die Briten erobern die amerikanische Festung Fort Oswego am Ontariosee
- 17. Mai: Unterzeichnung der norwegischen Verfassung
- 30. Mai: Frankreich. Friede von Paris mit Preußen, Österreich, Russland und Großbritannien
- 5. Juli: Eine amerikanische Brigade besiegt eine britische Truppe in der Schlacht bei Chippewa
- 25. Juli: Die verlustreiche Schlacht bei Lundy's Lane zwischen Briten und Amerikanern bleibt ohne klaren Sieger, zwingt die Amerikaner jedoch zum Rückzug und damit zur Aufgabe ihrer letzten Invasion in Kanada
- 13. August: Großbritannien. Südafrika wird britisch
- 18. September: Eröffnung des Wiener Kongresses (1814/1815): Der Deutsche Bund entsteht
- Joseph von Fraunhofer gibt ein erstes Verzeichnis von 567 Absorptionslinien im Sonnenspektrum an
- Im Friedensvertrag von Paris erhält Großbritannien die Insel Dominica zurück
- Papst Pius VII. lässt den 1773 von Papst Clemens XIV. aufgehobenen Jesuiten-Orden wieder zu
- Erfindung des Schweinfurter Grün

Kultur


- 3. Januar: Uraufführung der Operette Die Nachtmütze des Propheten Elias von Conradin Kreutzer in Stuttgart
- 1. Februar: Uraufführung der Oper L'Oriflamme von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris
- 24. Februar: Uraufführung der Oper Alimon und Zaide oder Der Prinz von Catanea von Conradin Kreutzer in Stuttgart
- 10. März: Uraufführung des Feenspiels Die Eselshaut oder Die blaue Insel von Johann Nepomuk Hummel am Theater an der Wien in Wien
- 23. Mai: Uraufführung der Oper Fidelio von Ludwig van Beethoven am Theater am Kärtnertor in Wien
- 15. Juni: Uraufführung des Singspiels Die Rückfahrt des Kaisers von Johann Nepomuk Hummel am Theater an der Wien in Wien
- 11. September: Uraufführung der Oper Die Alpenhütte von Conradin Kreutzer in Ludwigsburg
- 4. Oktober: Uraufführung der Oper Elisabetha, Regina d'Inghilterra von Gioacchino Rossini am Teatro San Carlo in Neapel
- 19. November: Uraufführung der komischen Oper Die Pflegekinder von Peter Joseph von Lindpaintner in München
- Jane Austens Roman „Mansfield Park“ erscheint

Geboren


- 11. Januar: James Paget, englischer Chirurg und Pathologe († 1899)
- 15. Januar: Ludwig Schläfli, Schweizer Mathematiker († 1895)
- 17. Januar: Ludwik Mieroslawski, polnischer Revolutionär († 1878)
- 12. Februar: Jenny Marx, deutsche Sozialistin und Ehefrau von Karl Marx († 1881)
- 24. Februar: Wilhelm Benque, Landschaftsgärtner und Gartenarchitekt († 1895)
- 9. März: Taras Schewtschenko, ukrainischer Dichter († 1861)
- 30. März: Josef Mayburger, Österreichischer Maler († 1908)
- 3. April: Lorenzo Snow, 5. Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage († 1901)
- 21. April: Béni Egressy, ungarischer Komponist, Librettist, Übersetzer und Schauspieler († 1851)
- 9. Mai: Adolf von Henselt, Komponist und Klaviervirtuose († 1889)
- 24. Mai: Adalbert von Bredow, preußischer Generalleutnant († 1890)
- 26. Mai: Heinrich Geißler, deutscher Physiker und Erfinder (†