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| 6. August |
6. AugustDer 6. August ist der 218. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 219. in Schaltjahren) - somit bleiben 147 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1588 - Die zahlenmäßig überlegene spanische Armada wird von der englischen Flotte unter dem Oberkommando von Lord Charles Howard von Effingham besiegt.
- 1791 - Das Brandenburger Tor wird für den allgemeinen Verkehr freigegeben.
- 1806 - Franz II. legt den Titel Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation nieder. Das Reich hört damit nach 844 Jahren auf zu existieren.
- 1825 - Nach einer kurzdauernden Union mit Peru erklärt Revolutionsführer Simón Bolívar die völlige Unabhängigkeit Boliviens.
- 1849 - Friedensvertrag von Mailand zwischen Österreich und Sardinien-Piemont
- 1870 - Schlacht bei Wörth im Deutsch-Französischen Krieg mit über 20.000 Toten
- 1890 - In Auburn, New York, findet die erste Hinrichtung auf einem Elektrischen Stuhl statt.
- 1932 - Der Wellandkanal zwischen Eriesee und Ontariosee wird eröffnet.
- 1940 - Nach Lettland und Litauen wird nun auch Estland in eine Sowjetrepublik umgewandelt.
- 1945 - Das US-amerikanische Militär wirft über Hiroshima die erste je in einem Krieg eingesetzte Atombombe ab. Die Folge sind insgesamt 200.000 Tote.
- 1962 - Jamaika wird unabhängig.
Wirtschaft
Wissenschaft, Technik
Kultur
- 1932 - Die Filmfestspiele von Venedig werden erstmals veranstaltet.
- 1947 - Uraufführung der Oper Dantons Tod von Gottfried von Einem bei den Salzburger Festspielen.
- 1959 - "Der unsichtbare Dritte" von Alfred Hitchcock wird erstmalig aufgeführt.
- 1966 - Die Oper "Die Bassariden" von Hans Werner Henze wird bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt.
Religion
- 1492 - Nach dem Tod von Papst Innozenz VIII. beginnt im Vatikan das Konklave zur Wahl eines Nachfolgers.
1978 stirbt Papst Paul VI. Sein Nachfolger wird Johannes Paul I., der nur einen Monat lang die katholische Kirche leitet.
Katastrophen
- 1928 - Untergang des U-Bootes F 14 in der Adria nach einer Kollision mit dem Torpedobootzerstörer "Giuseppe Missori" (beide Italien). Die Rettung der eingeschlossenen Überlebenden scheitert, alle 21 Besatzungsmitglieder des U-Bootes kommen ums Leben.
- 1966 - Eine BAC 1-11 der Braniff International Airways, auf dem planmäßigen Flug nach Omaha, wird nahe Falls City, Nebraska, von starken Windböen erfasst; die rechte Tragfläche wird geknickt und der darin befindliche Treibstoff explodiert. Alle 42 Personen an Bord sterben.
- 1997 - Eine Boeing 747-300 der Korean Air stürzt beim Landeanflug auf Guam ab. 228 von 254 Insassen werden getötet.
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1926 - Die US-Amerikanerin Gertrude Ederle durchschwimmt als erste Frau den Ärmelkanal und benötigt dazu 14 Stunden und 39 Minuten.
- 1966 - Cassius Clay verteidigt seinen Box-WM-Titel gegen Brian London durch KO.
- 1998 - Wladimir Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Carlos Monroe in Marksville, USA, durch technischen KO
Geboren
- 1180 - Go-Toba, 82. Kaiser von Japan
- 1414 - Ladislaus, König von Neapel und Titularkönig von Jerusalem
- 1605 - Johann Philipp von Schönborn, Erzbischof des Bistums Mainz
- 1638 - Nicolas Malebranche, französischer Philosoph
- 1644 - Louise de La Vallière, Mätresse Ludwigs XIV.
- 1651 - François Fénelon, franzsösicher Schriftsteller
- 1666 - Marie Sophie von der Pfalz, Königin von Portugal
- 1667 - Johann Bernoulli, schweizerischer Mathematiker
Johann Bernoulli
- 1697 - Karl VII. Albrecht, römisch-deutscher Kaiser
- 1766 - William Hyde Wollaston, englischer Arzt, Physiker und Chemiker
- 1751 – Karl Ludwig Nitzsch, Theologe
- 1789 - Friedrich List, deutscher Ökonom
- 1844 - Alfred, dritter Herzog von Sachsen-Coburg
- 1857 - Christian Wilhelm Allers, deutscher Maler, Zeichner und Illustrator
- 1857 - Ludwig von Höhnel, österreichischer Afrikaforscher
- 1859 - Arthur Berson, deutscher Meteorologe
- 1865 - Hannah Chaplin, britische Künstlerin, Mutter von Charlie Chaplin
- 1868 - Paul Claudel, französischer Dichter
- 1880 - Hans Moser, österreichischer Schauspieler
- 1881 - Alexander Fleming, britischer Bakteriologe (Entdecker des Penicillins und Nobelpreis für Medizin)
- 1890 - Emma Verona Johnston, bis 1. Dezember 2004 ältester Mensch der USA
- 1902 - Helmut Kraatz, Mediziner
- 1910 - Friedrich Schröder, schweizerischer Komponist
- 1911 - Lucille Ball, US-amerikanische Schauspielerin
- 1917 - Robert Mitchum, US-amerikanischer Schauspieler
- 1922 - Freddie Laker, britischer Unternehmer in der Luftverkehrsbranche
- 1923 - Ulrich Biesinger, deutscher Fußballspieler
- 1923 - Hans Jacobus, deutscher Journalist
- 1924 - Hans Neubert, deutscher Maler und Zeichner
- 1925 - Claus Hinrich Casdorff, deutscher Journalist
- 1926 - Christa Reinig, deutsche Schriftstellerin
- 1928 - Andy Warhol, als Andrew Warhola, US-amerikanischer Pop-Künstler
- 1929 - Kateb Yacine, algerischer Schriftsteller
- 1930 - Abbey Lincoln, US-amerikanische Jazzsängerin
- 1933 - Suchinda Kraprayoon, thailändischer Politiker und Premierminister
- 1934 - Piers Anthony, englischer Science-Fiction-Autor
- 1937 - Baden Powell de Aquino, brasilianischer Musiker
- 1937 - Charlie Haden, US-amerikanischer Jazz-Musiker
- 1939 - Mike Sarne, britischer Schauspieler und Sänger
- 1941 - Hubert Wipplinger, österreichischer Lobbyist
- 1942 - Evelyn Hamann, deutsche Schauspielerin
- 1943 - Johannes Siegrist, schweizerischer Medizinsoziologe
- 1946 - Roh Moo-hyun, südkoreanischer Präsident
- 1946 - Peter Simonischek, österreichischer Schauspieler
- 1947 - Oliver Tobias, schweizerischer Schauspieler
- 1948 - Allan Holdsworth, britischer Musiker
- 1948 - Nikolai Awilow, sowjetischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1952 - Christoph Biemann, deutscher Autor, Regisseur und Fernsehmoderator
- 1954 - Uwe Schulten-Baumer, deutscher Dressurreiter
- 1956 - Ulrike Mehl, SPD-MdB seit 1990
- 1960 - Rick Echolette, deutscher Musiker
- 1962 - Michelle Yeoh, hongkong-chinesische Schauspielerin
- 1964 - Anouschka Renzi, deutsche Schauspielerin
- 1965 - Yuki Kajiura, japanische Komponistin
- 1965 - Cherno Jobatey, deutscher TV-Moderator
- 1965 - Juliane Köhler, deutsche Schauspielerin
- 1965 - David Robinson, US-amerikanischer Basketball-Spieler
- 1967 - Marcel Wüst, deutscher Radrennfahrer
- 1968 - Lisa Boyle, US-amerikanische Schauspielerin
- 1969 - Elliott Smith, US-amerikanischer Liedermacher
- 1970 - M. Night Shyamalan, US-amerikanischer Drehbuchautor und Regisseur
- 1972 - Geri Halliwell, britische Popsängerin
- 1973 - Asia Carrera, US-amerikanische Pornodarstellerin
- 1975 - Renate Götschl, österreichische Schirennläuferin
- 1975 - Giorgio Rocca, italienischer Skirennläufer
- 1979 - Daniel Ryland, amerikanischer Stabhochspringer
- 1980 - Roman Weidenfeller, deutscher Fußballtorhüter
Gestorben
- 258 - Sixtus II., in Rom; Papst ab 257 und Märtyrer
- 523 - Hormisdas, in Rom; Papst ab 514
- 966 - Berengar II., in Bamberg; italienischer Langobardenkönig
- 1195 - Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern
- 1221 - Dominikus, Gründer des Predigerordens der Dominikaner
- 1235 - Jutta von Thüringen, Tochter von Landgraf Hermann I. von Thüringen
- 1328 - Galeazzo I. Visconti, Regent von Mailand von 1322 bis 1328
- 1458 - Alfonso Borgia, Papst von 1455 bis 1458
- 1458 - Kalixt III., Papst ab 1455
- 1548 - Georg Rhaw, deutscher Buchdrucker und Thomaskantor
- 1637 - Ben Jonson, britischer Dramatiker
- 1637 - Benjamin Jonson, englischer Bühnenautor und Dichter
- 1660 - Diego Rodríguez de Silva y Velázquez, spanischer Maler
- 1700 - Johann Beer, österreichischer Schriftsteller und Komponist
- 1746 - Christian VI., König von Dänemark und Norwegen
- 1796 - David Allen, britischer Maler und Zeichner
- 1816 - Andrea Cagnoli, italienischer Astronom
- 1886 - Katharina Weißgerber, deutsche Kriegsheldin
- 1890 - William Kemmler, US-amerikanischer Mörder
- 1891 - Henry Litolff, britischer Komponist
- 1893 - Jean-Jacques Challet-Venel, schweizerischer Politiker und Bundesrat
- 1904 - Eduard Hanslick, tschechischer Musikkritiker
- 1922 - Katharina Scheven, der ersten weiblichen Stadtverordneten in Dresden
- 1925 - Gregorio Ricci-Curbastro, italienischer Mathematiker
- 1925 - Hans Heinrich Julius Brendicke, Berliner Turnlehrer, Turnschriftsteller und Redakteur
- 1931 - Bix Beiderbecke, US-amerikanischer Jazz-Musiker und Kornettist
- 1935 - Karl Illner, österreichischer Pilot
- 1936 - Willi Ostermann, Kölner 'Liedermacher' und Karnevalist
- 1942 - Paul Corder, englischer Komponist
- 1942 - Valdemar Poulsen, dänischer Physiker und Ingenieur
- 1944 - Franciszek Brzeziński, polnischer Komponist
- 1955 - Dominikus Böhm, deutscher Architekt
- 1959 - Preston Sturges, US-amerikanischer Drehbuchautor und Regisseur
- 1959 - Salman Schocken, Verleger
- 1965 - Aksel Sandemose, dänisch-norwegischer Schriftsteller
- 1965 - Peter Ronnefeld, deutscher Komponist und Dirigent
- 1966 - Paul Myron Anthony Linebarger, US-amerikanischer Psychologe und Schriftsteller
- 1969 - Theodor W. Adorno, deutscher Soziologe, Philosoph, Musikwissenschaftler und Komponist
- 1970 - Albin Kitzinger, deutscher Fußballspieler
- 1973 - Fulgencio Batista, Staatspräsident und Diktator von Kuba
- 1974 - Gene Ammons, US-amerikanischer Tenorsaxophonist
- 1978 - Paul VI., Papst ab 1963
- 1983 - Klaus Nomi, deutscher Musiker
- 1985 - Johann Kurz, Rektor des Erzbischöflichen Seminars Hollabrunn
- 1986 - Manfred Hausmann, deutscher Schriftsteller
- 1989 - Anita-Elisabeth Veit, christliche Autorin und Ufologin
- 1992 - Heinrich Eckstein, deutscher Politiker und MdB
- 1997 - Elisabeth Höngen, deutsche Sängerin (Mezzosopran)
- 1997 - Jürgen Kuczynski, DDR-Historiker und -Wirtschaftswissenschaftler
- 1998 - André Weil, französischer Mathematiker
- 1999 - Hermann Blei, deutscher Strafrechtswissenschaftler
- 2000 - Joan Trimble, irische Komponistin
- 2001 - Jorge Amado, brasilianischer Schriftsteller
- 2002 - Edsger Wybe Dijkstra, niederländischer Computerpionier
- 2003 - Roberto Marinho, brasilianischer Verleger
- 2004 - Rick James, US-amerikanischer Musiker
- 2005 - Robin Cook, britischer Politiker
- 2005 - Ibrahim Ferrer, kubanischer Musiker
Feier- und Gedenktage
- Kath. und orth. Kirche: Verklärung des Herrn
- Unabhängigkeitstag Jamaikas
- Unabhängigkeitstag Boliviens
- Tag der Heimat: Bund der Vertriebenen (BdV)
Siehe auch
- 5. August - 7. August
- 6. Juli - 6. September
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0806
ja:8月6日
ko:8월 6일
simple:August 6
th:6 สิงหาคม
Gregorianischer KalenderDer gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.
Gregorianische Kalenderreform
Kalender
Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand.
Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform.
Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt.
Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann.
Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.
Die Schaltregeln
- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.)
oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.
Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern
Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt.
Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen.
Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.
Charakteristika
Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen.
Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird.
Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).
Siehe auch
- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.
Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit
Weblinks
- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon]
Kategorie:Kalender
als:Gregorianischer Kalender
ja:グレゴリオ暦
ko:그레고리력
ms:Kalendar Gregorian
simple:Gregorian calendar
th:ปฏิทินเกรกอเรียน
SchaltjahrEin Kalender hatte historisch den Zweck, den Beginn der Jahreszeiten Jahr für Jahr auf das gleiche Datum fallen zu lassen, um den Zeitpunkt zum Beispiel von Festen oder wiederkehrenden Ereignissen bestimmen zu können. Ein tropisches Jahr, also der Zeitraum zwischen zwei Frühlings-Tagundnachtgleichen, dauert allerdings etwa 365 Tage und etwas weniger als 6 Stunden (365d 5:48:45.98, nicht konstant!), so dass eine einfache Zuordnung, die jedem Jahr die gleiche Anzahl Tage gibt, unmöglich ist, ohne dass sich gleichzeitig der Beginn der Jahreszeiten verschiebt. In den Kalendern der verschiedenen Kulturen gibt es deshalb Methoden, um die jeweilige Dauer des Jahres dem tropischen Jahr anzunähern.
Der Beginn der Jahreszeiten kann beispielsweise auf dem gleichen Datum festgehalten werden, wenn in geeigneten Abständen ein Schaltjahr, ein Jahr mit einem zusätzlichen Tag, dem Schalttag, eingefügt wird. Eine einfache Methode ist, jedes Jahr mit einer glatt durch 4 teilbaren Jahreszahl zum Schaltjahr zu erheben. So wurde es im Julianischen Kalender eingeführt, in dem der Februar 29 statt 28 Tage hat. Genauere Kalender nähern das tropische Jahr besser an: Da etwas weniger als sechs Stunden pro Jahr auszugleichen sind, fällt der (Julianische) Schalttag manchmal aus (wie z. B. im Jahre 1900 im Gregorianischen Kalender).
Julianischer Kalender
46 v. Chr. benutzten die Römer einen Kalender mit zwölf Mondmonaten mit abwechselnd je 29 bzw. 30 Tagen, zusammen 354 Tage. Weil gerade Zahlen aber Unglück brachten, schlugen die Römer noch einen Tag drauf. Doch trotzdem waren es zum Sonnenjahr immer noch mehr als zehn Tage zu wenig. Zunächst verteilte Julius Caesar diese zehn Tage auf die verschiedenen Monate, die auf nun 30 bzw. 31 Tage anwuchsen. Nur der damals letzte Monat Februar ging als Unglücksmonat leer aus und blieb somit bei 29 beziehungsweise im Schaltjahr damals bei 30 Tagen. Dem Mythos, dass der Februar einen Tag verlor, weil Kaiser Augustus sich im August als Monatsbezeichnung verewigen wollte und dem Februar noch einen Tag wegnahm, da der August wie der Juli, der Monat seines Vorgängers Caesar, 31 Tage haben sollte, und weil eine gerade Zahl ja auch Unglück brachte, wird im Artikel zum Monat August widersprochen. Doch die Römer hatten eine winzige, aber auf die Jahrhunderte gesehen, wirkungsvolle Ungenauigkeit hinterlassen. 11 Minuten und 14 Sekunden pro Jahr schoss das damals julianische Jahr über das Ziel hinaus. Alle 128 Jahre wurde demnach ein Schaltjahr zu viel begonnen.
Gregorianischer Kalender
Von Papst Gregor XIII. wurde daher 1582 folgende Regelung eingeführt (Gregorianischer Kalender):
- Glatt durch 4 teilbare Jahre sind Schaltjahre.
- Glatt durch 100 teilbare Jahre sind jedoch keine Schaltjahre.
- Glatt durch 400 teilbare Jahre sind aber wieder Schaltjahre.
So sind zum Beispiel die Säkularjahre 1800, 1900 und 2100 keine Schaltjahre, die Säkularjahre 2000 und 2400 hingegen schon.
Damit dauert das Gregorianische Jahr 365,2425 Tage, und ist genauer als das Julianische Jahr.
Seit dem Ersten Konzil von Nicäa im Jahr 325, bei dem der Frühlingsanfang auf den 21. März festgelegt wurde, betrug die aufgelaufene Differenz bereits 10 Tage, und so ließ Gregor auf den 4. Oktober gleich den 15. Oktober 1582 folgen, um diese Zeit auszugleichen.
Nicht in allen Ländern erfolgte diese Umstellung am selben Tag. Besondere Schwierigkeiten gab es in Schweden, wo im Jahr 1712 zwei Schalttage eingefügt wurden und somit dieses Jahr einen 30. Februar hatte.
Recht ungewöhnlich und wenig bekannt ist die Tatsache,
dass nicht etwa der 29. Februar der Schalttag
des Gregorianischen Kalenders ist.
Vielmehr wird der 24. Februar verdoppelt:
der 24. und der 25. Februar fallen nach römischer Zählweise,
die auch bei der Einführung des Gregorianischen Kalenders noch üblich war,
auf dasselbe Datum.
Im Gemeinjahr heißt der 24. Februar
„a. d. VI Kal. Mart.“ (sechster Tag vor dem März-Beginn);
der doppelte Tag im Schaltjahr heißt ebenso.
Da dieser Sechste (lat. „sextus“) doppelt („bis“) gezählt wird,
heißen Schaltjahr bzw. -tag „bissextilis“ (lateinisch),
„bissextile“ (english), „bisestile“ (italienisch) usw.
Nach heutiger Zählung verschieben sich der 24. und die weiteren Tage im Februar um einen Tag;
Bedeutung hat dies heute noch in der katholischen Kirche bei der Zählung der Kirchentage:
kirchliche Feiertage und auch die Namenstage sind von dieser Regelung betroffen.
Orthodoxer Kirchenkalender
Das gregorianische Jahr ist rund 27 Sekunden zu lang. Als Ergebnis hinkt der gregorianische Kalender nach 1.600 Jahren um einen halben Tag hinterher. Deshalb schlug die griechisch-orthodoxe Kirche eine etwas kompliziertere Schaltregel vor: Abweichend vom gregorianischen Kalender sind die Jahrhunderte nur dann Schaltjahr, wenn sie durch 9 geteilt den Rest 2 oder 6 ergeben. Damit wäre das Jahr 2800 kein Schaltjahr, sondern erst das Jahr 2900. Die Abweichung zum Sonnenjahr beträgt beim orthodoxen Kirchenkalender nur noch knapp 3 Sekunden.
Französischer Revolutionskalender
In der Zeit, in der der Französische Revolutionskalender Gültigkeit hatte, waren die Jahre 3, 7 und 11 Schaltjahre.
Die ursprüngliche Regelung des Kalenders war, dass der erste Tag jeden Jahres auf die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche fallen und jedes vierte Jahr ein Schaltjahr sein solle. Diese Forderungen widersprechen sich jedoch, und so schlug Charles Rommes, der Autor des Kalendersystems, eine dem Gregorianischen Kalender ähnliche Regelung vor. Er stieß jedoch aus politischen Gründen damit auf Widerstand. Durch die kurze Gültigkeit des Revolutionskalenders wurden die Diskussionen jedoch obsolet.
Jüdischer Kalender
Im Jüdischen Kalender, einem nach dem Mond ausgerichteten Kalender, der durch komplizierte Regelungen dem Sonnenjahr angepasst wird, wird in allen Jahren, die bei einer Division durch 19 einen Rest von 0, 3, 6, 8, 11, 14, oder 17 haben, ein Schaltmonat eingefügt. Er wird als Adar II bezeichnet.
Islamischer Kalender
Im Islamischen Kalender ist die Bestimmung eines Schaltjahres äußerst schwierig. Nach einem gebräuchlichen System, das unter anderem im GNU Emacs verwendet wird, sind alle Jahre, die bei einer Division durch 30 einen Rest von 2, 5, 7, 10, 13, 16, 18, 21, 24, 26, oder 29 haben, Schaltjahre.
Nach diesem System haben im Islamischen Kalender alle geradzahligen Monate 30 Tage und alle ungeradzahligen Monate 29 Tage. In Schaltjahren wird dem letzten ungeradzahligen Monat ein Tag hinzugefügt, so dass er dann 30 Tage hat.
Chinesischer Kalender
Schaltjahre im traditionellen, lunisolaren Chinesischen Kalender haben 13 Monate statt der üblichen zwölf; mit 383, 384 oder 385 Tagen statt 353, 354 oder 355 Tagen in normalen Jahren.
Zur Berechnung zählt man die Anzahl der Neumonde zwischen dem elften Monat eines Jahres (dem Monat der Wintersonnenwende) und dem elften Monat des folgenden Jahres. Fallen in diesen Zeitraum 13 Neumonde, so wird ein Schaltmonat eingefügt. Der erste Monat, der keinen zhong qì enthält, erhält dieselbe Nummer wie der Vormonat mit einem Zusatz als Schaltmonat.
Azteken-Kalender
Im Azteken-Kalender werden am Ende eines jeden 52-Jahres-Zyklus 13 Tage eingeschaltet. Daraus ergibt sich ein durchschnittliche Jahreslänge von 365 Tagen und 6 Stunden. Das weicht vom tropischen Jahr mehr als 11 Minuten ab. Die Genauigkeit dieser Schaltjahresmethode ist mit dem Julianischen Kalender vergleichbar.
Atomzeit
Heute, im Zeitalter der Atomzeitmessung, muss gelegentlich eine Schaltsekunde eingefügt werden, um die Zeit der mittleren Sonnenzeit anzugleichen.
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Siehe auch: Sommerzeit, Jahr, Gemeinjahr
Weblinks
- [http://www.nabkal.de/schalttag.html zur Historie des 24./25. Februar]
- [http://www.gnomon.ku-eichstaett.de/LAG/kalender.html Die Kalenderreform Julius Cäsars]
- [http://www.tondering.dk/claus/calendar.html FAQ about calendars (englisch, sehr umfangreich)]
- [http://www.schaltjahr.de Regel der Schaltjahre, Ausnahmen und Programmcode]
- [http://www.marco-burmeister.de/index_frameaufbau.html?helferlein_jahre Schaltjahrberechnung]
- [http://www.nabkal.de/umrechnung.html Umrechnungen von Kalenderdaten]
- [http://www.ortelius.de/kalender/greg_de.php Der Gregorianische Kalender]
- [http://www.kalendersysteme.de/deutsch/index.html Verschiedene Kalendersysteme]
Kategorie:Kalender
als:Schaltjahr
ja:閏年
ko:윤년
simple:Leap year
th:ปีอธิกสุรทิน
1588
Politik und Weltgeschehen
- 29. Juli: Die englische Flotte besiegt die spanische Armada
- 5. April: Thomas Hobbes, englischer Philosoph († 1679)
- 15. April: Claudius Salmasius, franzöischer Altphilologe und Universalgelehrter († 1653)
- 8. September: Marin Mersenne, französischer Mathematiker und Theologe († 1648)
- 14. September: Josua Stegmann, deutscher Theologe und Kirchenliederdichter († 1632)
- 9. November: Bénédict Turrettini, schweizer Theologe († 1631)
- 22. November: Leonhard Kern, deutscher Bildhauer († 1662)
- 26. November: Anton von Ditfurth, Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft († 1650)
- 10. Dezember: Johann Graf von Aldringen, Feldherr der Katholischen Liga († 1634)
- 10. Dezember: Isaac Beeckman, holländischer Universalgelehrter und Naturphilosoph († 1637)
- Heinrich Wolter von Streversdorf, Weihbischof zu Köln und Mainz († 1674)
- Louise-Marguerite de Lorraine, Ehefrau François' de Bourbon, prince de Conti; Autorin († 1631)
- Hendrick Terbrugghen, niederländischer Barockmaler († 1629)
- 24. Februar: Johann Weyer, Gegner der Hexenverbrennung ( - 1515/1516)
- 10. März: Theodor Zwinger, schweizerischer Gelehrter und Sohn des Kürschners Leonhard Zwinger ( - 1533)
- 4. April: Friedrich II. (Dänemark), war König von Dänemark und Norwegen von 1559 bis 1588 ( - 1534)
- 19. April: Paolo Veronese, italienischer Renaissance-Maler ( - 1528)
- 3. Mai: Joachim Mynsinger von Frundeck, Jurist der Humanistenzeit ( - 1514)
- 10. Juni: Valentin Weigel, deutscher mystischer Schriftsteller ( - 1533)
- 12. Oktober: Lampert Distelmeyer, kurfürstlicher Kanzler der Mark Brandenburg ( - 1522)
- 18. Dezember: Barbara Blomberg, Geliebte Karl V. und Mutter von Don Juan de Austria ( - 1527)
ko:1588년
Armada
Als Armada (spanisch: die Bewaffnete) bezeichnete man allgemein eine Streitmacht. Im späten 16. Jahrhundert wurde die Bezeichnung zum Eigennamen der spanischen Kriegsflotte, die von König Philipp II. gegen England eingesetzt wurde. Heutzutage wird die Bezeichnung Armada für eine große Seestreitmacht verwendet.
Die Armada segelte 1588 unter dem Herzog von Medina Sidonia zum Sturz Elisabeths I. gegen England. Ihr gegenüber stand die englische Flotte unter Charles Howard und den Vizeadmiralen Drake, Hawkins und Frobisher, bekannten Kaperkapitänen.
Vorgeschichte
Die Auseinandersetzung zwischen England und Spanien hatte mehrere Dimensionen und Ursachen.
Da war die wirtschaftliche Konkurrenz auf den Weltmeeren: Hier sind z.B. die Angriffe und der Schmuggel englischer Freibeuter wie Drake und Hawkins in der Karibik oder die Weltumseglung des Francis Drake (1577-80) zu nennen, was die Spanier in ihren Kolonien herausforderte und den Strom amerikanischen Silbers nach Spanien zum Stocken brachte. Ärgerlich für Philipp II. war dabei, dass die englische Königin Drake auch noch adelte, statt ihn auszuliefern.
Ein anderer Grund war die religiöse Komponente, die dem streng katholischen Philipp II. schwer am Herzen lag: Elisabeth unterstützte die Protestanten in Frankreich und den Niederlanden. So stand sie hinter Heinrich von Navarra, dem "König ohne Krone, der ohne Geld Krieg führt" und stützte ihn gegen die katholische Gegenpartei des Herzogs von Guise und Spaniens. In den Niederlanden unterstützte sie die Aufständischen (Geusen) bzw. Wilhelm von Oranien gegen die spanische Besatzung.
Auf spanischer Seite stand z. B. Don Juan de Austria, Philipps Halbbruder und Sieger von Lepanto. Der Held beabsichtigte, mit einem Truppenverband den Kanal zu überqueren, in England zu landen, Elisabeth zu entthronen und die Katholikin Maria Stuart zu heiraten. Aber Philipps vorläufiger Einspruch und der Tod setzten ihm 1578 ein Ende.
Weiterhin war Philipp II. von Spanien selbst mit Maria Tudor (die Blutige) verheiratet gewesen, auch wenn ihm als englischem König kaum Rechte zugestanden wurden. Danach ließ er Elisabeth Heiratsanträge machen, welche jedoch von ihr als "unschicklich" abgelehnt wurden.
Zusammengefasst verzeichnete Spaniens Politik also Herausforderungen, in ihren wirtschaftlichen Interessen, in ihrer von religiösen Erwägungen geprägten Aussenpolitik, sowie nicht zuletzt im persönlichen Bereich.
Vorbereitungen
Ausgangssituation und Spionage
Zugute kam den Spaniern bei diesem militärischen Vorhaben die Tatsache, dass die englische Küste größtenteils schwach gesichert war. Der englische König Heinrich VIII. hatte zwar während der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Errichtung mehrerer Küstenfestungen veranlasst, doch waren diese bereits damals veraltet. Zudem vergrößerte sich die spanische Kriegsflotte durch die Eroberung und Angliederung Portugals im Jahre 1580.
Allerdings war die englische Spionage trotz großen Geldmangels nicht untätig. Walsinghams Standpunkt war hier, dass Elisabeth I. niemals ihres Lebens und Throns sicher sein konnte, solange die Katholiken mit Philipp II. an der Spitze Maria Stuart gegen sie einsetzen konnten. Seine Suche nach den Beweisen für ein Verfahren gegen die schottische Ex-Königin verlief parallel zu den ersten Informationen über die Bildung der Armada. Im Juli 1586 schrieb z.B. der englische Botschafter (und Doppelspion) E. Stafford aus Paris: "Die spanischen Kreise prahlen hier, dass das Reich ihrer Majestät innerhalb von drei Monaten angegriffen würde und eine große Armee sich bereits darauf vorbereite."
Anfang des Jahres 1587 schleuste Walsingham einen Spion bei dem damaligen spanischen Großadmiral Santa Cruz, dem Vorgänger von Medina Sidonia ein, der ihm weitere Details mitteilte. So beschäftige sich Santa Cruz mit dem Verlauf der Themse und ob sie für eine große Flotte befahrbar sei. Auch der weitere Umfang der spanischen Planungen ist überliefert: Ein Agent "B" sollte erforschen, welche Parteien (Puritaner, Protestanten usw.) es im englischen Regierungsrat gab, welche Führer sie hatten und ob sie einem Friedensvertrag mit Spanien zustimmen würden, ob die Engländer die bevorstehende Invasion eventuell bezweifeln würden und wo man sie konkret erwartete. Weiterhin ging es um die Verteidigungseinheiten, ihre Reserven, Befehlshaber, eventuell neugebaute Befestigungen und nicht zuletzt neuanzuwerbende Spione.
Erste Fehlschläge
Dazu trat jenes Mordkomplott gegen Elisabeth, welches das "Babington Plot" genannt wird. Auch wenn man beachtet, dass Walsingham die Vorbereitungen seiner Feinde durch sein Wohlverhalten gefördert hat, so war es doch Maria Stuart, die unterschrieben und die Gegenpartei, die es eingefädelt hat. Man geht sicher nicht fehl in der Annahme, dass die Ermordung Elisabeths der Invasion vorausgehen sollte. Aber - ein Kopf fällt und ein Hafen wird überfallen - die Engländer gingen ersteinmal in die Offensive: Maria Stuart wurde im Februar 1587 hingerichtet. Ein erfolgreicher Überfall Francis Drakes auf die spanische Hafenstadt Cádiz im April des gleichen Jahres verzögerte das Auslaufen der Armada um mehrere Monate. Die englische Flotte verbrannte dabei 37 vor Anker liegende Kriegsschiffe.
Die Armada
Die Armada läuft aus
Zu allem Überfluss starb auch noch der spanische Großadmiral Santa Cruz und ein Nachfolger musste gefunden werden. Im Februar 1588 ernannte der König den bereits erwähnten Herzog von Medina Sidonia, einen erfahrenen Logistiker, nur eben keinen Seemann, der sich auch nicht um das Amt gerissen hatte.
Schließlich lief die Armada Ende Mai 1588 mit 130 Schiffen aus Lissabon aus. Die Schiffe waren mit etwa 27.000 Soldaten bemannt und mit über 2600 Kanonen bestückt. Die Armada sollte in den Niederlanden eine spanische Invasionsarmee unter Alexander Farnese, dem Herzog von Parma an Bord nehmen und nach England übersetzen. Konkret lauteten Philipps Anweisungen an den Herzog von Medina Sidonia, datiert auf den 1. April 1588: "Wenn ihr meine Befehle erhaltet, werdet Ihr mit der ganzen Armada auslaufen und gerade nach dem englischen Kanal segeln, durch diesen werdet ihr weiter bis zum Kap Marget fahren, um dort dem Herzog von Parma, meinem Neffen, die Hand zu reichen und ihm den Weg für seine Überfahrt freizumachen und zu sichern..."
Die beiden Seekriegsstrategien
Am 21. Juli 1588 erschien die Unüberwindliche Armada in der Straße von Dover und es kam dann zur Seeschlacht zwischen Engländern und Spaniern.
Der englische Oberbefehlshaber, der High Admiral Lord Charles Howard of Effingham, Earl of Nottingham, vertraute den erfahrenen Staatspiraten fast blind, die seine Geschwader kommandierten diese waren Sir Francis Drake, John Hawkins, Robert Greynville, Martin Frobisher - alle drei wurden für ihre ausgezeichneten Leistungen im Kampf gegen die Armada geadelt – ferner Lord Henry Seymour und Sir William Winter.
Die Spanier hatten eine halbmondförmige Schlachtordnung, dazu große, schwerfällige Schiffe und waren hauptsächlich auf das Entern der gegnerischen Schiffe mit ihren an Bord befindlichen Soldaten fixiert. Zu ihrer Flotte zählten sogar noch Galeeren, wie sie im Mittelmeer verwendet wurden. Kurz, es war eine Seekriegsführung, wie sie im wesentlichen auch in der Seeschlacht von Lepanto 1571 umgesetzt worden war, nur dass der dort gebräuchliche Schiffstyp ein anderer war.
Die Engländer ließen es nicht auf den Enterkampf ankommen, denn sie hatten schnellere Schiffe und wesentlich weniger Soldaten an Bord. Sie hatten zudem wesentlich weiter tragende Kanonen als die Spanier, eine Weiterentwicklung der deutschen Feldschlange, schlank und von geringem Kaliber. Besonders wegen der hervorragenden spanischen Disziplin, die die Formation der Armada trotz täglicher Angriffe fast immer geschlossen hielt, richteten die englischen Angriffe auf Distanz aber kaum Schaden an.
Der taktische Nachteil war den spanischen Seeleuten und zumindest einem Teil ihrer Führung durchaus bewusst: "Es ist allgemein bekannt, dass wir Gottes Sache vertreten. Wenn wir also auf die Engländer treffen, wird Gott die Dinge so lenken, dass wir in den Nahkampf gehen und entern können ... Doch wenn uns Gott nicht durch ein Wunder hilft, werden die Engländer, die schnellere und wendigere Schiffe als wir und mehr weittragende Geschütze haben und sich dieses Vorteils wohl bewußt sind, uns nie aufschließen lassen, sondern Abstand halten und uns mit ihren Geschützen zu Stücken schlagen, ohne dass wir sie in nennenswerter Weise beschädigen können. So segeln wir nach England in festem Vertrauen auf ein Wunder."
Die Armada in den Niederlanden
Feldschlange
Trotzdem erreichte die Armada die Niederlande, wo allerdings die Koordination mit der Invasionsarmee Alexander Farneses, des Herzogs von Parma nicht klappte. Die beiden spanischen Befehlshaber wechselten Depeschen, aber der Herzog konnte seine Leute wegen der feindlichen Blockade noch nicht einschiffen lassen.
Als die Armada im Hafen von Calais ankerte, griff die englische Flotte mit Brandern (brennende, führerlose Schiffe) an. Die Spanier mussten den Hafen fluchtartig verlassen und kämpften in der anschließenden Seeschlacht von Gravelines ohne Schlachtordnung. Die Engländer konnten sich so zu mehreren auf je ein spanisches Schiff konzentrieren, versenkten aber dennoch weniger als eine Handvoll, hatten zudem nicht genug Munition.
„Sie müssen dafür sorgen“, hatte König Philipp seinen Oberbefehlshaber Medina Sidonia eingeschärft, „dass Ihre Geschwader nicht aus der Schlachtformation ausscheren und dass keine Kapitäne, von Habgier getrieben, den fliehenden Feind verfolgen und Prisen machen.“ Der Herzog hatte sich eisern an diesen Befehl gehalten, doch die Brander jagten seine Schiffe auseinander.
Etwa 2000 Spanier und einige hundert Engländer verloren in diesem Kampf ihr Leben. Im großen und ganzen war die Schlacht unentschieden, aber die Engländer hatten letztlich ihre Strategie durchgesetzt.
Die Stürme und die Umseglung Englands
Beide Kontrahenten gerieten unmittelbar nach der Seeschlacht von Gravelines in einen Sturm. Durch die Schäden an den spanischen Schiffen und widrige Winde, die es der Armada nicht erlaubten, wieder in den Kanal zurückzusegeln, musste die Invasion schließlich abgebrochen werden.
Die Spanier bzw. ihr Großadmiral entschieden sich für eine Umseglung Englands und Schottlands und verloren in weiteren Stürmen viele Schiffe ihrer Flotte. Die Engländer brachen die Verfolgung am Firth of Forth ab. Etwa 3000 Spanier strandeten an der schottischen und vor allem irischen Küste. Viele wurden von den Engländern umgebracht, aber einige verschwanden unter der irischen Bevölkerung in den Dörfern. Der Gesamtverlust der Spanier im Juli und August 1588 belief sich auf 64 Schiffe und mindestens 12000 Mann. Philipp II. kommentierte das wie folgt: "Ich habe meine Armada zum Kampf gegen die Engländer ausgesandt, nicht gegen Naturgewalten."
Die Engländer erlitten allerdings selbst schwere Verluste, denn in der englischen Flotte starben 6000-8000 Seeleute, aber hauptsächlich an Krankheiten wie Dysenterie und Flecktyphus.
Nachwirkungen oder: Der andauernde Krieg
Die Auswirkungen der spanischen Niederlage waren jedoch nicht so entscheidend wie es immer behauptet wird. Die Spanier waren in der Lage, die meisten ihrer hochseetauglichen Schiffe wieder in spanische Häfen zu bugsieren.
1589 versuchten die Engländer im Gegenzug die Spanier anzugreifen, was jedoch vollständig misslang. Der ursprüngliche englische Plan war es, die spanische Flotte in Santander und San Sebastián anzugreifen, sie griffen jedoch La Coruña an, wo sie mit schweren Verlusten wieder abziehen mussten. Auch waren sie nicht in der Lage, die spanische Silberflotte abzufangen. Ebenso misslang der Versuch, mit Hilfe der portugiesischen Aufständischen die Spanier aus Portugal zu vertreiben.
Die spanische Flottenrüstung ging unverändert weiter, und in den Jahren darauf war die spanische Flotte wesentlich stärker als noch vor der Niederlage. Die Spanier verdreifachten ihre Silberausfuhren aus den Überseekolonien und besiegten die Engänder auf See 1591, 1595, 1597. Es waren nicht die materiellen Verluste diese wurde ebenso schnell ersetzt wie zuvor die Türkei (Seeschlacht von Lepanto), aber das Selbstvertrauen war zerbrochen.
Das Ende einer Ära
Die Zeit der großen Staatspiraten Englands hatte nur eine Generation gedauert. Sie hatten in rund 30 Jahren die kampfkräftigste Flotte der damals bekannten Welt aufgebaut, die größte Seemacht ihrer Zeit vernichtend geschlagen und England den Weg geöffnet, der es für über drei Jahrhunderte zur stärksten europäischen Seemacht werden ließ. Mit der Vernichtung der Armada hatten die englischen Staatspiraten ihren absoluten Höhepunkt erreicht. Die Ära für Staatspiraten war für England vorbei, der letzte von ihnen, Sir Walter Raleigh wurde auf Drängen Spaniens nach 13 Jahren Haft im Tower am 7. November 1618 auf dem Old Place Yard in London als Pirat hingerichtet. Von den anderen Großen hat der Höhepunkt mit dem Sieg über die Armada keiner um mehr als sieben Jahre überlebt. Der erste war Sir Robert Greynville der Ende August 1591 mit einer kleinen Flotte vor dem westlichen Azoren lag als sie von einer spanischen Flotte überrascht wurde. Am 24. November 1595 starb 75jährig Sir John Hawkins in Sichtweite des Hafen von Puerto Rico, das er und Drake vergeblich zu stürmen versucht hatten, an seinen Wunden. Am 28. Januar 1596 folgte Sir Francis Drake selbst der eine Woche zuvor bei Escudo de Veragua an Ruhr erkrankt war, vor dem Hafen von Porto Bello.
Resultate und Zusammenfassung
Die schwere Niederlage der Armada leitete entgegen der üblichen Auffassung nicht den Übergang der Vormacht zu See von Spanien auf England ein. Im Gegenteil begannen die Spanier nach 1588 erst richtig systematisch, eine Kriegsmarine für den Atlantik aufzubauen.
Im Verlauf des 17. Jahrhunderts ging die Seemacht in den drei englisch-niederländischen Kriegen auf England über. Die Vormachtstellung Spaniens als stärkste Landmacht Europas wurde nach dem Ende des Pyrenäenkriegs im Jahre 1659 durch Frankreich beseitigt.
Weblinks
- [http://www.jop-kriegskunst.de/untergang.htm Die militärische Sicht der Dinge, mit Bildern]
- [http://www.arte-tv.com/de/wissen-entdeckung/abenteuer-arte/Diese_20Woche/Mission_20X/Das_20Empire_20schl_C3_A4gt_20zu/737616,CmC=737608.html Die technischen Hintergründe der englischen Seeüberlegenheit von 1588]
- [http://www.seemotive.de/html/darmada.htm Kleine Seite mit Schiffstypen und Bildern]
Literatur
- Colin Martin / Geoffrey Parker: The Spanish Armada, London [u.a.] 1988, ISBN 0-241-12125-6
- Garrett Mattingly: Die Armada. Sieben Tage machen Weltgeschichte. (1959; Pulitzer-Preis 1960)
Kategorie:Spanische Geschichte
Kategorie:Britische Geschichte
Kategorie:Marinegeschichte
Kategorie:Achtzigjähriger Krieg
Kategorie:1588
ja:無敵艦隊
ms:Armada Sepanyol
1791
- 26. März: Einführung des Urmeters
- 3. Mai: in Polen wird die Verfassung vom 3. Mai, die erste geschriebene, demokratische Verfassung Europas verabschiedet
- 27. August: Deklaration von Pillnitz, österreichisch-preußische Interventionsdrohung gegen das revolutionäre Frankreich im Ergebnis der Fürstenzusammenkunft vom 25. bis 27. August im Pillnitzer Schloss
- 3. September: Frankreich wird konstitutionelle Monarchie
- 30. September: Uraufführung der Oper Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart
- Erklärung der Rechte der Frau und der Bürgerin („Déclaration des Droits de la Femme et de la Citoyenne“) durch Olympe de Gouges
- Das Brandenburger Tor in Berlin wird vollendet
Kultur
- 27. März: Uraufführung der Oper Les Deux Sentinelles von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris
- 30. Juli: Uraufführung der Oper The Surrender of Calais von Samuel Arnold im Little Theatre in London.-
- 6. September – Uraufführung der Oper La Clemenza di Tito (Die Milde des Titus) von Wolfgang Amadeus Mozart in Prag
- 30. September: Uraufführung der Oper Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart am Schikaneders Theater in Wien
- 15. Januar: Franz Grillparzer, österreichischer Dramatiker († 1872)
- 7. Februar: Ernst Alban, Augenarzt, dann Maschinenbauer und Pionier des Dampfmaschinenbaus († 1856)
- 12. Februar: Peter Cooper, amerikanischer Industrieller, Erfinder und Philanthrop († 1883)
- 15. Februar: Friedrich Ludwig Weidig, deutscher Lehrer und Pfarrer, Protagonist des Vormärz († 1837)
- 21. Februar: Carl Czerny, österreichischer Pianist und Klavierpädagoge († 1857)
- 21. Februar: John Mercer, englischer Chemiker († 1866)
- 23. April: Friedrich Olivier, deutscher Maler († 1859)
- 23. April: James Buchanan, 15. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika († 1868)
- 27. April: Samuel Morse, US-amerikanischer Erfinder († 1872)
- 11. Mai: Jan Václav Voříšek, böhmischer Komponist († 1825)
- 18. Mai: August Breithaupt, deutscher Mineraloge († 1873)
- 30. Juni: Felix Savart, Frazösischer Arzt und Physiker († 1841)
- 9. Juli: Friedrich Adolf Ebert, bedeutender deutscher Bibliothekar und Bibliograph († 1834)
- 9. Juli: Rudolph Bay, dänischer Komponist († 1856)
- 26. Juli: Franz Xaver Wolfgang Mozart, österreichischer Komponist († 1844)
- 19. August: Friedrich Schüler, Jurist und demokratischer Politiker († 1873)
- 5. September: Giacomo Meyerbeer, deutscher Komponist und Dirigent († 1864)
- 14. September: Franz Bopp, deutscher Sprachwissenschaftler und Sanskritforscher († 1867)
- 22. September: Michael Faraday, englischer Physiker und Chemiker († 1867)
- 23. September: Johann Franz Encke, deutscher Astronom († 1865)
- 23. September: Theodor Körner, deutscher Schriftsteller († 1813)
- 26. September: Théodore Géricault, französischer Maler († 1824)
- 1. Oktober: Franz von Elsholtz, deutscher Dichter und Schriftsteller († 1872)
- 11. November: Martin J. Munzinger, Schweizer Politiker († 1855)
- 16. November: Johan Ludvig Heiberg, dänischer Dichter und Kritiker († 1860)
- 21. November: Heinrich Ritter, deutscher Philosoph († 1869)
- 29. November: Wladimir Fjodorowitsch Adlerberg, russischer General und Minister († 1884)
- 7. Dezember: Bernard-Pierre Magnan, französischer General und Marschall von Frankreich († 1865)
- 9. Dezember: Peter Joseph von Lindpaintner, deutscher Komponist und Dirigent († 1856)
- 12. Dezember: Marie-Louise von Habsburg, Ehefrau Napoleons I. († 1847)
- 26. Dezember: Charles Babbage, britischer Mathematiker († 1871)
- 2. März: John Wesley, englischer Erweckungsprediger und einer der Begründer der Evangelisch-methodistischen Kirche ( - 1703)
- 21. März: Friedrich Bogislav Graf von Tauentzien, preußischer General ( - 1710)
- 14. Juli: Joseph Gärtner, deutscher Botaniker ( - 1732)
- 24. Juli: Ignaz von Born, Mineraloge und Geologe ( - 1742)
- 23. September: Carl von Gontard, deutscher Architekt ( - 1731)
- 10. Oktober: Christian Friedrich Daniel Schubart, deutscher Dichter, Komponist und Journalist ( - 1739)
- 16. Oktober: Grigori Potjomkin, russischer Politiker ( - 1739)
- 5. Dezember: Wolfgang Amadeus Mozart, österreichischer Komponist ( - 1756)
- 10. Dezember: Jakob Frank, jüdischer Stifter der Sekte der Sohariten oder Kontratalmudisten ( - 1726)
- Theodor de Croix, Ritter des Deutschen Orden und Politiker ( - 1730)
ko:1791년
1806
- München wird Hauptstadt des Königreichs Bayern
- 1. Januar: Bayern und Württemberg werden zu Königreichen
- 1. Januar: Kurfürst Friedrich II. wird als Friedrich I. König von Württemberg
- 27. Februar: Preußen proklamiert die Besetzung Hannovers
- 10. Mai Steins Denkschrift an Luise
- 12. Juli: Gründung des Rheinbundes
- 6. August: Ende des Heiligen Römischen Reiches. Kaiser Franz II. aus dem Hause Habsburg-Lothringen legt die Kaiserkrone nieder
- 26. August: Johann Philipp Palm wird in Braunau am Inn auf Befehl Napoleons hingerichtet
- 2. September: Ein Bergsturz verschüttet das Schweizer Dorf Goldau; 457 Menschen kommen dabei ums Leben
- 9. Oktober: Friedrich Wilhelm III. erklärt Frankreich den Krieg
- 14. Oktober: Napoleon I. schlägt in der Schlacht bei Jena und Auerstedt die preußische Armee. [http://www.jena1806.de/]
- 20. Oktober: Napoleon zieht mit seinen Truppen in Berlin ein
- 28. Oktober: Kapitulation des preußischen Heeres unter Fürst zu Hohenlohe-Ingelfingen an Napoleon Bonaparte bei Prenzlau
- 21. November: Napoleon erlässt das Berliner Dekret und errichtet damit die Kontinentalsperre gegen England
- 11. Dezember Frieden von Posen, Sachsen schließt Frieden mit Frankreich
- Der Walfänger Bristow entdeckt die Gruppe der Auckland-Inseln
- Napoléon Bonaparte ernennt Andorra zur Republik
Kultur
- 25. Februar: Uraufführung der Oper Faniska von Luigi Cherubini am Theater am Kärntnertor in Wien
- 14. April: Uraufführung der Oper Die Sylphen von Friedrich Heinrich Himmel an der Hofoper in Berlin
- 4. Oktober: Uraufführung der komischen Oper Philoclès von Victor Dourlen an der Opéra-Comique in Paris
- 23. Dezember: Uraufführung des Violinenkonzerts von Ludwig van Beethoven in Wien
- Goethe veröffentlicht Faust 1. Teil
- 1. Januar: Karl von Weber, deutscher Historiker († 1863)
- 1. Januar: Lionel Kieseritzky, französisch-polnischer Schachmeister († 1853)
- 3. Januar: Henriette Sontag, Opernsängerin († 1854)
- 13. Januar: Michel Chevalier, französischer Ökonom und Freihändler († 1879)
- 14. Januar: Matthew Fontaine Maury, US-amerikanischer Marineoffizier und Hydrograph († 1873)
- 19. Februar: Johannes von Kuhn, deutscher Theologe († 1887)
- 3. März: Emil Adolf Roßmäßler, deutscher Naturforscher und Volksschriftsteller († 1867)
- 10. März: Eduard Friedrich Weber, deutscher Physiologe und Arzt († 1871)
- 21. März: Benito Juárez, mexikanischer Staatsmann und Präsident († 1872)
- 28. März: Hans Victor von Unruh, Politiker und Regierungsrat († 1886)
- 2. April: Giacomo Antonelli, römischer Kardinal und Staatssekretär († 1876)
- 2. April: Friedrich Halm, österreichischer Dichter und Dramatiker († 1871)
- 6. April: Friedrich Wilhelm Ritschl, deutscher Sprachwissenschaftler († 1876)
- 9. April: Isambard Kingdom Brunel, britischer Ingenieur († 1859)
- 11. April: Alexander Graf von Auersperg, österreichischer Dichter und Politiker († 1876)
- 15. April: Emile Souvestre, französischer Roman- und Bühnendichter († 1854)
- 29. April: Ernst von Feuchtersleben, österreichischer Popularphilosoph († 1849)
- 8. Mai: António José de Ávila, portugiesischer Politiker († 1881)
- 8. Mai: Johann Friedrich Kittl, tschechischer Komponist († 1868)
- 20. Mai: John Stuart Mill, englischer Philosoph und Ökonom († 1873)
- 26. Mai: Vinzenz Jakob von Zuccalmaglio, bergischer Schriftsteller und Dichter († 1876)
- 9. Juni: Ernst von Bibra, Naturforscher und Schriftsteller († 1878)
- 12. Juni: John August Roebling, Ingenieur († 1869)
- 18. Juni: Julius Köbner, Mitbegründer der deutschen Baptistengemeinden
- 21. Juni: Emile de Girardin, französischer Verleger († 1881)
- 27. Juni: Augustus de Morgan, englischer Mathematiker († 1871)
- 19. Juli: Lorenz Diefenbach, deutschnationaler Schriftsteller und Sprachwissenschaftler († 1883)
- 22. Juli: Johann Kaspar Zeuß, deutscher Philologe († 1856)
- 2. August: Alexander von Soiron, Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung († 1855)
- 10. August: Carl Franz Wilhelm Edel, deutscher Jurist und Politiker († 1890)
- 10. August: Julius Weisbach, deutscher Mathematiker und Ingenieur († 1871)
- 16. September: Fjodor Fjodorowitsch Andresen, Russischer Maler
- 17. September: Guillaume-Benjamin Duchenne, franzoesischer Physiologe († 1875)
- 18. September: Heinrich Laube, deutscher Schriftsteller und Dramatiker († 1884)
- 19. September: Fabre Geffrard, haitianischer Politiker († 1879)
- 19. September: William Dyce, britischer Maler († 1864)
- 29. September: Friedrich Feuerbach, Philologe und Philosoph († 1880)
- 9. Oktober: Anton von Stabel, Regierungschef von Baden († 1880)
- 13. Oktober: Otto Unverdorben, Kaufmann und Apotheker († 1873)
- 25. Oktober: Max Stirner, deutscher Philosoph († 1856)
- 20. November: Adolf Harless, deutscher protestantischer Theologe († 1879)
- 12. Dezember: François Blanc, französischer Mathematiker und Finanzier († 1877)
- 17. Dezember: Johann Christian Friedrich Tuch, deutscher Orientalist († 1867)
- 16. Januar: Nicolas Leblanc, französischer Arzt, Chemiker und Fabrikant ( - 1742)
- 23. Januar: William Pitt der Jüngere, Premierminister von Großbritannien ( - 1759)
- 22. Februar: James Barry, britischer Maler ( - 1741)
- 3. März: Heinrich Christian Boie, evangelischer Theologe ( - 1744)
- 2. April: Werner Marx, war Generalvikar in Köln ( - 1746)
- 27. April: Amalie von Gallitzin, Mitbegründerin des 'romantischen' Katholizismus ( - 1748)
- 8. Juni: Johann Joseph La Roche, österreichischer Schauspieler ( - 1745)
- 10. Juni: Peter Villaume, deutscher Theologe und Pädagoge ( - 1746)
- 10. Juli: Georg Stubbs, britischer Maler ( - 1724)
- 26. Juli: Karoline von Günderode, deutschsprachige Schriftstellerin ( - 1780)
- 10. August: Johann Michael Haydn, österreichischer Komponist ( - 1737)
- 22. August: Jean-Honoré Fragonard, französischer Maler ( - 1732)
- 23. August: Charles Augustin de Coulomb, französischer Physiker ( - 1736)
- 10. September: Johann Christoph Adelung, deutscher Bibliothekar ( - 1732)
- 13. September: Charles James Fox, britischer Politiker ( - 1749)
- 10. Oktober: General Louis Ferdinand Prinz von Preußen fällt bei Saalfeld ( - 1772)
- 17. Oktober: Jakob I., Kaiser von Haiti seit 1804 ( - etwa 1760)
- 26. Oktober: John Graves Simcoe, Vizegouverneur von Oberkanada (Upper Canada) ( - 1752)
- 31. Oktober: Sophie Mereau, deutsche Schriftstellerin ( - 1770)
- 10. November: Claude-Nicolas Ledoux, französischer Architekt ( - 1736)
- 10. November: Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig, preußischer Feldmarschall ( - 1735)
- 11. November: Josef Gottlieb Koelreuter, deutscher Botaniker und Professor für Naturgeschichte ( - 1733)
- 11. November: Fra Diavolo, Straßenräuber und Widerstandskämpfer ( - 1760)
- 9. Dezember: Franz, Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld ( - 1750)
ko:1806년
simple:1806
Franz II. (HRR)
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Franz II. Joseph Karl ( - 12. Februar 1768 in Florenz; † 2. März 1835 in Wien), deutscher Fürst aus dem Hause Habsburg-Lothringen, war von 1792 bis 1806 der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation; er rief 1804 das Erzherzogtum zum Kaisertum Österreich aus und sich selbst als Franz I. (1804 bis 1835) zum Kaiser von Österreich.
Mit der von Napoleon herbeigeführten Abdankung des Kaisers am 6. August 1806 endete das mittelalterliche Heilige Römische Reich Deutscher Nation, das seit dem Jahr 962, der Regentschaft Otto I. dem Großen, bestanden hatte, also 844 Jahre. Kaiser Franz II. legte zwar die Reichskrone der römisch-deutschen Könige und Kaiser nieder, behielt aber als österreichischer Kaiser Franz I. seine Kaiserwürde.
Leben
Franz II. war der älteste Sohn des Kaisers Leopold II. (1747 - 1792) und von Maria Ludovica, Tochter Karls III., König von Spanien und wurde nach dem Tod seines Vaters 1792 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.
Franz II. hatte 1804 das Kaisertum Österreich proklamiert, um seine kaiserliche Hausmacht zu erhalten und damit die Ranggleichheit mit Napoleon I. zu wahren. Damit verstieß er gegen Reichsrecht mit der Folge, dass das Heilige Römische Reich damit faktisch schon aufgehört hatte zu existieren. Da er aber erst 2 Jahre später die Kaiserkrone niederlegte und das alte Reich offiziell für aufgelöst erklärte, war er mithin der einzige "Doppelkaiser" der Geschichte, als Kaiser Franz II. des Heiligen Römischen Reiches und als Kaiser Franz I. von Österreich
Seine historische Einschätzung als Kaiser des Vielvölkerstaates Österreich ist untrennbar mit dem Namen Metternich verbunden, der von 1809 an immer in den höchsten Staatsämtern zu finden war und entsprechend politische Macht ausübte, während der weitaus mehr an Pflanzenkunde als an Politik interessierte Kaiser eine eher repräsentative Funktion ausfüllte.
Nichtsdestoweniger war Franz I. zutiefst von seinem Gottesgnadentum überzeugt und lehnte alles ab, was auch nur in die Richtung von Volksrechten wies. Nicht zuletzt aufgrund dieser ideologischen Grundeinstellung ließ er Metternich in politischen Fragen viel freie Hand.
Das System Metternich und auch Franzen war durch einen starren, ja starrsinnigen, Konservatismus geprägt, dem jede noch so kleine Reform oder Veränderung verdächtig erschien.
Von seiner Inszenierung als Person jedoch war der Kaiser erstaunlich modern: auf vielen Darstellungen ist er nicht nur im Staatskleid, sondern wie ein ganz normaler Bürger im (damals noch nicht so vornehmen) Frack dargestellt. Auch auf Habsburgischen Familienportraits findet man seinen Wesenszug zur Schlichtheit und Familiarität. Die kulturellen Ideale des Bürgertums setzten sich also an der Person des Kaisers viel eher durch als in seiner Politik.
Als er 1835 starb, erbte sein ältester Sohn Ferdinand die Kaiserwürde. Symptomatisch für den starrsinnigen Konservatismus Franzens und Metternichs in der Frage des ererbten Throns war, dass trotz Ferdinands offensichtlicher Regierungsunfähigkeit ein Wechsel in der Thronfolge nicht einmal erwogen wurde.
Kinder
Franz heiratete in 1. Ehe Elisabeth Wilhelmina von Württemberg (1767 - 1790). Sie gebar ihm am 17. Februar 1790 eine geistig behinderte Tochter, die bereits nach einem Jahr starb. Seine Frau starb einen Tag nach der Geburt.
Die 2. Ehe mit seiner Cousine 1. Grades, | | |