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7. November

7. November

Der 7. November ist der 311. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 312. in Schaltjahren) - somit bleiben 54 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse

Schaltjahren
- 1455 - Mehr als 24 Jahre nach ihrer Verbrennung wird in der Pariser Kathedrale Notre-Dame der Prozess gegen Jeanne d’Arc neu aufgerollt.
- 1665 - Die London Gazette, die älteste noch bestehende englische Tageszeitung und offizielles Verlautbarungsorgan des Vereinigten Königreichs, erscheint.
- 1775 - Johann Wolfgang von Goethe trifft auf Einladung des Herzogs von Sachsen-Weimar-Eisenach, Carl August, in Weimar ein.
- 1785 - In Wien wird die Medizinisch-Chirurgische Akademie Josephinum im heutigen Gemeindebezirk Alsergrund ihrer Bestimmung übergeben.
- 1848 - Zachary Taylor wird in der ersten US-Präsidentschaftswahl, die am selben Tag in allen US-Bundesstaaten abgehalten werden, als US-Präsident gewählt.
- 1914 - Japan erobert die deutsche Kolonie Kiautschu.
- 1917 - In Sankt Petersburg beginnt mit einem Signalschuss des Panzerkreuzers Aurora die Oktoberrevolution.
- 1918 - In München führen Revolutionäre um Kurt Eisner das Ende der bayerischen Monarchie herbei und begründen die Münchner Räterepublik.
- 1919 - Hugo Haase, Mitbegründer der USPD, stirbt an den Folgen eines Attentats.
- 1936 - In Spanien beginnen Truppen Francos mit dem Angriff auf Madrid.
- 1938 - Der 17-jährige Jude Herschel Grynszpan schießt auf den deutschen Diplomaten Ernst vom Rath. Dieses Attentat nehmen die Nazis zum Anlass, die Reichspogromnacht durchzuführen.
- 1944 - Der Demokrat Franklin D. Roosevelt wird mit seinem Sieg über den republikanischen Herausforderer Thomas E. Dewey neuerlich als US-Präsident gewählt und wird damit als einziger eine vierte Amtszeit antreten.
- 1945 - Südafrika und Mexiko werden Mitglieder bei den Vereinten Nationen
- 1956 - Sueskrise: Die UNO-Generalversammlung nimmt eine Resolution an, die Großbritannien, Frankreich und Israel zum sofortigen Truppenrückzug aus Ägypten auffordert.
- 1963 - In Lengede (Niedersachsen) werden zwei Wochen nach einem Grubenunglück noch 11 Bergleute lebend geborgen. Dieses Ereignis geht als das „Wunder von Lengede“ in die Geschichte ein.
- 1968 - Nachdem Beate Klarsfeld Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger geohrfeigt und als „Nazi“ beschimpft hat, wird sie noch selbigen Tages zu 12 Monaten Gefängnis verurteilt.
- 1972 - In den US-Präsidentschaftswahlen besiegt der republikanische Amtsinhaber Richard Nixon den demakratischen Senator George McGovern.
- 1987 - In Tunesien wird Zine El Abidine Ben Ali Staatspräsident.
- 1989 - Beginn der Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung in Namibia.
- 1989 - Douglas Wilder gewinnt die Gouverneurswahlen in Virginia und wird damit der erste schwarze Gouverneur in den USA.
- 1989 - Indiens Premier V. P. Singh verliert eine Vertrauensabstimmung im Lok Sabha.
- 1995 - Alain Juppé gibt als französischer Premierminister den Rücktritt der gesamten Regierung bekannt, wird von Präsident Jacques Chirac allerdings sofort wieder mit der Regierungsbildung beauftragt.
- 1998 - Wolfgang Schäuble wird auf dem CDU-Parteitag in Bonn zum neuen Parteivorsitzenden gewählt.
- 2000 - Bei den Präsidentschaftswahlen in den USA besiegt der republikanische Kandidat George W. Bush den demokratischen Kandidaten - Vicepräsidenten Al Gore - laut ersten Meldungen. Der Sieg wird allerdingst erst einen Monat später per Gerichtsentscheid bestätigt werden und doch umstritten bleiben.
- 2002 - Idrissa Seck wird Premierminister von Senegal.
- 2003 - Die „Föderalismuskommission“ konstituiert sich in Deutschland als gemeinsames Gremium von Bundesrat und Bundestag, um die bundesstaatliche Ordnung zu modernisieren.

Wirtschaft


- 1885 - Mit dem Setzen des letzten Nagels in Craigellachie ist der Bau der transkanadischen Eisenbahnstrecke Canadian Pacific Railway beendet.
- 2001 - Der Linienflug der Concorde zwischen Paris/London und New York wird wieder aufgenommen.

Wissenschaft, Technik


- 1801 - Alessandro Volta stellt die erste Batterie der Öffentlichkeit vor.
- 1902 - Die Herkulesbahn in Kassel nimmt ihren Betrieb auf.
- 1940 - Brückeneinstürze: Vier Monate nach ihrer Eröffnung stürzt die Tacoma-Narrows-Brücke im US-Bundesstaat Washington durch starke Eigenschwingungen ein.
- 1996 - Die NASA startet die Raumsonde Mars Global Surveyor.

Kultur


- 1829 - Uraufführung der komischen Oper "Le Dilettante d'Avignon" von Fromental Halévy an der Opéra-Comique in Paris.
- 1876 - Die Oper "Der Kuß" von Bedřich Smetana wird in Prag uraufgeführt.
- 1891 - Anton Bruckner wird als erstem Komponisten von der Universität Wien die Ehrendoktorwürde verliehen.
- 1892 - Öffentliche Uraufführung der Oper "Chowanschtschina" von Modest Petrowitsch Mussorgski in Kiew.
- 1896 - Uraufführung der Oper "Jungfruburen" ("Mädchenkammer") von Jean Sibelius in Helsinki.
- 1908 - Uraufführung der Operette "Die lustigen Weiber" von Robert Stolz in Brünn, (Brno)
- 1921 - Das Lustspiel "Der Schwierige" von Hugo von Hofmannsthal wird im Residenztheater in München uraufgeführt.
- 1929 - In New York City öffnet das Museum of Modern Art seine Türen für die Öffentlichkeit.
- 1932 - Buck Rogers in the 25th Century wird in den USA zum ersten Mal über Radio gesendet.
- 1956 - Marokko wird Mitglied in der UNESCO.
- 1960 - Mali wird Mitglied in der UNESCO.
- 1962 - Jamaika wird Mitglied in der UNESCO.
- 1962 - Ruanda wird Mitglied in der UNESCO.
- 1997 - Kulturabkommen zwischen Deutschland und Australien. In Kraft seit dem 15. Juni 2000

Religion

Katastrophen


- 1991 - Nahe Machatschkala, Dagestan, Russland stürzt eine Jakowlew Jak-40 der Aeroflot in bergigem Gelände ab. Alle 34 Insassen kommen um.
- 1996 - Lagos, Nigeria, kommt es zum Absturz einer Boeing 727. Alle 143 Menschen an Bord sterben.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1869 - Auf der Strecke Paris-Rouen findet das erste internationale Straßenradrennen der Welt statt.
- 1991 - Basketball-Star Magic Johnson gibt seine HIV-Infektion bekannt und erklärt seinen Rücktritt vom Profisport.

Geboren


- 1598 - Francisco de Zurbarán, spanischer Maler
- 1731 - Robert Rogers, britischer Offizier
- 1750 - Graf Friedrich Leopold zu Stolberg-Stolberg, deutscher Schriftsteller
- 1810 - Fritz Reuter, deutscher Schriftsteller
- 1810 - Ferenc Erkel, ungarischer Komponist
- 1818 - Emil Du Bois-Reymond, deutscher Physiologe
- 1846 - Ignaz Brüll, deutscher Komponist
- 1849 - Ernesto Rodolfo Hintze Ribeiro, portugiesischer Politiker aus der Zeit der Monarchie
- 1855 - Edwin Hall, Physiker
- 1861 - Lesser Ury, deutscher Maler
- 1866 - Paul Lincke, deutscher Operettenkomponist
- 1867 - Maria Skłodowska-Curie, französisch-polnische Chemikerin und Physikerin
- 1875 - Michail Iwanowitsch Kalinin, russischer Politiker
- 1878 - Lise Meitner, österreichische Physikerin
- 1879 - Leo Trotzki, russischer Revolutionär
- 1885 - Frank Knight, US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler
- 1886 - Aaron Nimzowitsch, bekannter Schachspieler und -theoretiker
- 1887 - Guus van Hecking-Colenbrander, niederländischer Fußballspieler
- 1888 - Chandrasekhara Venkata Raman, indischer Physiker
- 1889 - Wilhelm Friedle, Betriebsdirektor der Daimler-Benz Ag Werk Sindelfingen von 1927-1935. Er brachte das Fließband nach Deutschland.
- 1903 - Konrad Lorenz, österreichischer Verhaltensforscher und Nobelpreisträger
- 1911 - Hans Pesser, deutscher Fußballspieler
- 1912 - Ernst Lehner, deutscher Fußballspieler
- 1913 - Albert Camus, französischer Schriftsteller
- 1915 - Philip Morrison, amerikanischer Physiker
- 1922 - Al Hirt, US-amerikanischer Musiker
- 1925 - Ernst Mosch, deutscher Volksmusiker ("Original Egerländer Musikanten")
- 1926 - Joan Sutherland, australische Opernsängerin
- 1927 - Hiroshi Yamauchi, japaner, ehemaliger Präsident der Spielefirma Nintendo
- 1929 - Ruggero Mastroianni, italienischer Filmcutter, Bruder von Marcello Mastroianni
- 1929 - Eric Richard Kandel, US-amerikanischer Neurowissenschaftler
- 1936 - Gwyneth Jones, britischer Opernsängerin
- 1937 - Mary Travers, US-amerikanische Sängerin
- 1938 - Dee Clark, US-amerikanischer Sänger
- 1939 - Lene Mayer-Skumanz, österreichische Jugendbuchautorin
- 1941 - Angelo Scola, Patriarch von Venedig und Kardinal
- 1942 - Johnny Rivers, US-amerikanischer Sänger
- 1943 - Joni Mitchell, kanadischer Sänger und Songschreiber
- 1943 - Michael Spence, US-amerikanischer Ökonom
- 1944 - Gigi Riva, italienischer Fußballspieler
- 1947 - Elke Wülfing, deutscher Politiker und MdB
- 1951 - Nick Gilder, britischer Sänger und Songschreiber
- 1953 - Ottfried Fischer, deutscher Kabarettist und Schauspieler
- 1955 - Detlef Ultsch, deutscher Judoweltmeister
- 1961 - Dschingis Bowakow, deutscher Schauspieler
- 1962 - Bettina Hoy, deutsche Reiterin
- 1967 - Sharleen Spiteri, schottische Sängerin und Songschreiberin (Texas)
- 1969 - Hélène Grimaud , französische Pianistin
- 1970 - Marc Rosset, schweizerischer Tennisspieler

Gestorben


- 739 - Willibrord, angelsächsischer Missionar und Heiliger; Apostel der Friesen
- 1225 - Engelbert von Berg, Reichsverweser und Erzbischof von Köln (ermordet)
- 1627 - Jahangir, indischer Moghulkaiser
- 1723 - Godfrey Kneller, in London; deutsch-englischer Barockmaler (
- 8. August 1646)
- 1837 - Elijah P. Lovejoy, Madison County; US-amerikanischer Gegner der Sklaverei (
- 9. November 1809)
- 1896 - Aleksej Bogoljubow, in Paris; russischer Maler (
- 28. März 1824)
- 1900 - Josef Schalk, in Wien; österreichischer Musiker (
- 24. März 1857)
- 1906 - Heinrich Seidel, in Groß-Lichterfelde (Berlin); deutscher Schriftsteller und Ingenieur (
- 25. Juni 1842)
- 1910 - Florencio Sánchez, in Mailand; uruguayanischer Dichter und Dramatiker (
- 17. Januar 1875)
- 1913 - Alfred Russel Wallace, britischer Zoologe und Naturforscher (
- 8. Januar 1823)
- 1916 - Marie Heim-Vögtlin, erste Schweizer Ärztin
- 1919 - Hugo Haase, deutscher Jurist und Politiker
- 1924 - Hans Thoma, deutscher Landschafts- und Porträtmaler
- 1928 - Mattia Battistini, italienischer Opernsänger
- 1936 - Albin Zollinger, Schweizer Schriftsteller
- 1946 - Lou Otten, niederländischer Fußballspieler
- 1959 - Victor McLaglen, britisch-US-amerikanischer Boxer und Schauspieler (
- 10. Dezember 1886)
- 1961 - Michael Keller, Bischof von Münster
- 1962 - Eleanor Roosevelt, US-amerikanische Politikerin
- 1967 - John Nance Garner, US-amerikanischer demokratischer Politiker; Vicepräsident von Franklin D. Roosevelt (
- 22. November 1868)
- 1975 - John Carmel Heenan, Erzbischof von Westminster
- 1980 - Steve McQueen, US-amerikanischer Filmschauspieler
- 1982 - Bully Buhlan, in Berlin; deutscher Komponist, Musiker und Sänger (
- 3. Februar 1924)
- 1983 - Germaine Tailleferre, in Paris; französischer Komponist (
- 19. April 1892)
- 1985 - Friedrich Traugott Wahlen, schweizerischer Politiker
- 1988 - Hans Baumann, deutscher Lyriker, Liedschreiber, Schriftsteller und Übersetzer (
- 22. April 1914)
- 1992 - Alexander Dubček, tschechischer Politiker
- 2002 - Rudolf Augstein, deutscher Publizist
- 2004 - Sébastien Briat französischer Atomkraftgegner
- 2004 - Howard Keel, US-amerikanischer Schauspieler und Musicalstar (
- 13. April 1919)
- 2004 - Michael Kreißl, österreichischer Politiker (
- 13. November 1958)

Feiertage und Gedenktage

Siehe auch


- 6. November - 8. November
- 7. Oktober - 7. Dezember
- November - Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 1107 ja:11月7日 ko:11월 7일 simple:November 7 th:7 พฤศจิกายน

Gregorianischer Kalender

Der gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.

Gregorianische Kalenderreform

Kalender Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand. Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform. Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt. Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann. Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.

Die Schaltregeln


- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.) oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.

Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern

Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt. Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen. Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.

Charakteristika

Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen. Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird. Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).

Siehe auch


- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.

Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit

Weblinks


- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon] Kategorie:Kalender als:Gregorianischer Kalender ja:グレゴリオ暦 ko:그레고리력 ms:Kalendar Gregorian simple:Gregorian calendar th:ปฏิทินเกรกอเรียน

Notre-Dame de Paris

] Die Kathedrale Notre-Dame de Paris in Paris ist eine der frühesten und größten gotischen Kathedralen Frankreichs. Sie ist Maria, der Mutter Jesu, geweiht (französisch: notre Dame = Unsere Liebe Frau). Da in Frankreich viele Kirchen den Namen Notre Dame tragen, wird sie zur Unterscheidung Notre-Dame de Paris genannt. Der Bau wurde im Jahr 1163 unter Bischof Maurice de Sully begonnen und erst 1345 fertiggestellt. Die beiden Türme sind 69 Meter hoch, der Dachreiter 90 Meter. Das Kirchenschiff ist im Inneren 130 Meter lang, 48 Meter breit und 35 Meter hoch. 9.000 Personen finden in der Kirche Platz. Während die französischen Könige traditionell in der Kathedrale Notre-Dame in Reims gekrönt wurden, ließ sich der zehnjährige englische König Heinrich VI. während des Hundertjährigen Krieges 1431 in Notre-Dame de Paris zum König von Frankreich krönen. Napoléon Bonaparte krönte sich am 2. Dezember 1804 in Notre-Dame de Paris in Anwesenheit des Papstes Pius VII. selbst zum Kaiser der Franzosen, seine Frau Joséphine krönte er zur Kaiserin. Im 19. Jahrhundert wurde der Bau - wie viele andere mittelalterliche Kirchen Frankreichs - von Eugène Viollet-le-Duc restauriert. Besonders bekannt wurde die Kathedrale durch den Roman Der Glöckner von Notre-Dame (französisch Notre-Dame de Paris) von Victor Hugo und dessen Verfilmungen. Frankreichs kilomètre zéro (Kilometer Null), der Referenzpunkt für die Entfernungsangaben z. B. der nach Paris führenden Autobahnen, liegt auf dem Platz vor der Kathedrale. Musikgeschichtlich bedeutsam ist die Notre-Dame-Epoche (ca. 1160-1250). Ihr Name leitet sich von der Pariser Kathedralkirche her, an der die beiden Hauptvertreter dieser Kompositionsschule, Léonin und Pérotin als Magister tätig waren. Die drei Titularorganisten der Kathedrale sind derzeit Olivier Latry, Philippe Lefebvre und Jean-Pierre Leguay.

Weblinks


- [http://www.cathedraledeparis.com/FR/07.asp Offizielle Seite] (franz./engl.)
- [http://infopuq.uquebec.ca/~uss1010/orgues/france/ndamep.html Die Orgeln der Kathedrale Notre Dame] (franz./engl.) Kategorie:Pariser Kirchengebäude Kategorie:Kirchengebäude in Frankreich Kategorie:Wahrzeichen Kategorie:Gotisches Bauwerk ja:ノートルダム聖堂

Jeanne d’Arc

Johanna von Orléans (franz.: Jeanne d’Arc), auch Die Jungfrau von Orléans bzw. geschichtlich korrekter Name Jehanne d’Arc, Jehann Tarc, Jehanne la Pucelle, (
- 6. Januar 1412 in Domrémy-la-Pucelle, Lothringen; † 30. Mai 1431 in Rouen) ist eine französische Nationalheldin und Heilige der Katholischen Kirche. Während des Hundertjährigen Krieges führte sie die Franzosen gegen die Engländer. Nach einem Verrat wurde sie von den Burgundern gefangen genommen und an die mit ihnen verbündeten Engländer verkauft. Ein Kirchenprozess sollte sie diskreditieren. Unter dem Vorsitz des Bischofs von Beauvais, Pierre Cauchon, wurde sie wegen einiger Verstöße gegen die Gesetze der Kirche verurteilt und auf dem Marktplatz von Rouen auf einem Scheiterhaufen verbrannt. 1456 wurde die Ehre Jeanne d’Arcs in derselben Stadt durch einen Revisionsprozess wiederhergestellt.

Leben

Jeanne d’Arc wurde am 6.1.1412 in Domrémy als Tochter einer wohlhabenden Bauernfamilie (Jacques d’Arc und Isabelle Romée) während der zweiten Hälfte des Hundertjährigen Krieges zwischen Frankreich und England geboren. Im Hundertjährigen Krieg versuchte England, die Oberherrschaft über Frankreich zu erringen. König Karl VI. hatte seinen Sohn Karl VII., den „Dauphin“, enterbt und den Thron den Engländern zugesagt. Englische Truppen hatten den Norden des Landes bis zur Loire besetzt. Orléans, ein Schlüssel zur Überquerung des Flusses, war von John von Bedford eingekesselt. Mit 13 Jahren hatte Jeanne d’Arc laut Gerichtsprotokoll ihre ersten Visionen. Damals soll ihr die Heilige Katharina erschienen sein, später kamen der Erzengel Michael und die Heilige Margareta hinzu. Von ihnen glaubte sie den Befehl erhalten zu haben, Frankreich von den Engländern zu befreien und den „Dauphin“ zum Thron zu führen. Die Erscheinungen wiederholten sich, und Ende 1428 verließ sie ihr Elternhaus. 1428 Nach etlichen Anläufen erhielt sie vom Stadtkommandanten der Festung Vaucouleurs, Robert de Baudricourt, am 19. Februar 1429 eine Eskorte, die sie zu Karl VII. nach Chinon begleiten sollte, das sie am 1. März 1429 nach beschwerlicher Reise erreichte. Sie wurde vom Dauphin empfangen. Sie überzeugte ihn, dass sie im Namen des Himmels gekommen sei, um Frankreich aus der misslichen Lage zu retten, und sicherte ihm zu, dass er in Reims zum König von Frankreich gekrönt würde. In Poitiers ließ er sie drei Wochen lang von Geistlichen und hochgestellten Persönlichkeiten auf ihre Glaubwürdigkeit prüfen und natürlich ihre Jungfräulichkeit untersuchen. Der Kronrat beschloss, ihr eine Rüstung anfertigen zu lassen, und stellte ihr eine kleine militärische Einheit zur Seite. Ihr erster Auftrag war es, einen Proviantzug nach Orléans durchzubringen. Am 29. April kam ihr Zug in der eingeschlossenen Stadt an. Die Truppen in Orléans wurden von dem Erfolg motiviert und ließen sich überzeugen, einen Ausfall zu wagen. Am 7. Mai ritt Jeanne d’Arc vorneweg. Von einem Pfeil getroffen und vom Pferd geworfen blieb sie dennoch auf dem Feld. Das beeindruckte ihre Mitkämpfer und steigerte die Kampfbereitschaft des Heeres. Einen Tag später zogen die Engländer von der aussichtslos gewordenen Stellung ab. Im Juni 1429 waren die letzten Engländer unter der Mitwirkung Jeanne d’Arcs aus den Burgen südlich der Loire vertrieben worden. Am 17. Juli 1429 konnte der Dauphin wie von Jeanne d’Arc prophezeit in der Kathedrale von Reims als Karl VII. gekrönt werden; Jeanne nahm, mit der Siegesfahne neben dem Altar stehend, an der Feier teil. Der Ruhm Jeanne d’Arcs war nun auf dem Höhepunkt. Ihr Vater erhielt vom König als Zeichen der Dankbarkeit die Steuerfreiheit. Die königlichen Ratgeber unterminierten den Einfluss Jeanne d’Arcs. Immer wieder bat sie den König, nach Paris vorstoßen zu dürfen – erst nach etlichen strategischen Fehlentscheidungen gab er im September 1429 ihrem Drängen nach. Der Versuch am 8. September 1429 misslang jedoch, und Karl VII. wendete sich von ihr ab. Er wollte nun lieber Frieden schließen, entließ Teile der Armee und versagte ihr die Unterstützung in ihrem Bemühen, die Engländer restlos vom Festland zu vertreiben; die von Jeanne d’Arc dennoch betriebene Befreiung von Paris blieb erfolglos, sie selbst wurde verwundet. Nach einem Verrat nahmen burgundische Soldaten sie am 23. Mai 1430 gefangen und verkauften sie nach zwei Fluchtversuchen für 10.000 Franken an die Engländer. Diese übergaben Jeanne an die Katholische Gerichtsbarkeit in Rouen, wo sie „wegen ihres Aberglaubens, ihrer Irrlehren und anderer Verbrechen gegen die göttliche Majestät“ von der Inquisition gerichtet wurde. Drei Monate dauerte der Prozess unter dem Vorsitz des Bischofs von Beauvais, Pierre Cauchon, den Jeanne gegen die dialektisch und rhetorisch geschulten Kleriker ohne Beistand führte. (Beispiel: Auf die Fangfrage: „Johanna, seid Ihr gewiß, im Stande der Gnade zu sein?“ antwortet sie „Wenn ich es nicht bin, möge mich Gott dahin bringen, wenn ich es bin, möge mich Gott darin erhalten!“. Hätte sie behauptet im Stande der Gnade zu sein, wäre ihr das als ketzerische Anmaßung ausgelegt worden, hätte sie es geleugnet, so hätte sie ihre Schuld zugegeben.) Trotz ihres erstaunlich gewandten und verständigen Auftretens verstrickte sich die 19-jährige letztlich in Widersprüche; sie wurde zum Eingeständnis ihrer Schuld gebracht – möglicherweise auch aus Enttäuschung darüber, dass die von „ihren Stimmen“ versprochene Rettung nicht erfolgt war, woraufhin sie am 24. Mai 1431 zu lebenslangem Kerker verurteilt wurde. Möglicherweise nach einer versuchten Vergewaltigung legte sie erneut Männerkleidung an. Ihr wurde vier Tage später erneut der Prozess gemacht und das endgültige Urteil gefällt: Verbrennung als „notorisch rückfällige Ketzerin“ auf dem Marktplatz von Rouen auf dem Scheiterhaufen. Am nächsten Morgen, dem 30. Mai 1431 wurde sie verbrannt und ihre Asche im Fluss (Seine) verstreut.

Zitate

:„Von der Liebe oder dem Hass, den Gott für die Engländer empfindet, weiß ich nichts, aber ich weiß, dass sie aus Frankreich geworfen werden, außer denjenigen, die hier sterben.“ :„Ich schwöre, die Wahrheit zu sagen auf Fragen nach meiner Herkunft und nach allem, was ich tat, seit ich nach Frankreich kam. Was aber meine göttlichen Offenbarungen angeht, so habe ich darüber nie gesprochen, noch sie irgend jemandem außer Karl, meinem König, anvertraut. Und wollt Ihr mir den Kopf abschlagen, so würde ich nicht davon reden können, denn meine Stimmen haben es mir untersagt.“ (Jeanne d’Arc bei ihrem Prozess am 15. März 1431) :"Hütet Eure Zungen, Ihr die Ihr Euch meine Richter nennt, denn eines Tages werdet Ihr gerichtet. Doch Eure Strafe wird die meine übertreffen."

Nachleben

1431 Ihre Mutter bemüht sich darum, den Prozess neu aufzurollen. 24 Jahre später, am 7. November 1455 eröffnete Karl VII. vor dem Hintergrund veränderter politischen Verhältnisse in der Kathedrale Notre-Dame in Paris einen Rehabilitationsprozess. Am 7. Juli 1456 wurde das Urteil verkündet: Die vollständige Rehabilitierung - allerdings ohne diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die ihren Tod verursacht hatten. Der Vatikan hielt sich in der Frage um Schuld und Unschuld Jeanne d’Arcs Jahrhunderte lang zurück. Erst 1909 wurde Jeanne d’Arc durch Pius X. selig und am 16. Mai 1920 durch Benedikt XV. heilig gesprochen. Jeanne wurde zum Stoff von Romanen, Theaterstücken und Gesängen, die teilweise in die Weltliteratur eingingen. Jeanne nannte sich selbst „la Pucelle“ („die Jungfrau“). Ihr Heimatort nennt sich heute danach Domrémy-la-Pucelle. Ihr Geburtshaus ist erhalten, daneben ist ihr ein Museum gewidmet. An ihrer Hinrichtungsstätte in Rouen steht heute ein Denkmal, daneben eine 1979 eingeweihte und nach ihr benannte Kirche.

Literatur

Die Gestalt der Jeanne d’Arc hat Schriftsteller über alle Jahre immer wieder fasziniert. Wichtige Darstellungen, die eine vielfältige Interpretation ihres Lebens darstellen, wurden von William Shakespeare (Heinrich VI.), Schiller (Die Jungfrau von Orleans) und George Bernard Shaw (Die Heilige Johanna) geschrieben. Jean Anouilh (L'Alouette, dt. Jeanne oder Die Lerche) stellt Jeanne als das Mädchen aus dem Volk dar, dessen Begeisterung die Mächtigen zum nationalen Widerstand zwingt. Ähnlich interpretiert Bertolt Brecht diese Heldin. In (Die heilige Johanna der Schlachthöfe) überträgt er Jeannes Schicksal in seine Gegenwart. Hier erscheint sie als Aktivistin der Heilsarmee, die lernen muss, dass religiös motiviertes Mitleid nicht genügt, das Los der Arbeiter zu wenden. In "Die Gesichte der Simone Machard" versucht ein Mädchen, ihre Umgebung zum Widerstand gegen die deutschen Besatzer zu bewegen, genau wie Jeanne zum Kampf gegen die Engländer aufrief. Samuel Clemens schrieb eine fiktive Autobiografie von Jeanne d’Arc – The Personal Recollections of Joan of Arc, dt.: Persönliche Erinnerungen an Jeanne d'Arc, 1896 – unter dem Pseudonym Sieur Louis de Conte. Normalerweise schrieb er unter seinem bekannteren Pseudonym Mark Twain. Der Aufklärer und Kirchenfeind Voltaire benutzte den Stoff, um in seinem Komischen Epos Die Jungfrau von 1739 eine Verhöhnung der Kirche vorzunehmen. Kritisch setzt sich auch Felix Mitterer in Johanna oder die Erfindung der Nation, 2002, mit der Person Johannas auseinander.

Musik

Schillers Tragödie Die Jungfrau von Orleans wurde von Giuseppe Verdi als Giovanna d'Arco (1845) vertont. Pjotr Iljitsch Tschaikowskis Oper Orleanskaja dewa (1881) beruht auf einer sehr freien Bearbeitung von Schillers Tragödie. Arthur Honegger bearbeitete den Stoff in seinem Oratorium Jeanne d’Arc au bûcher (deutsch Johanna auf dem Scheiterhaufen) von 1938. Die italienische Metalband Thy Majestie veröffentlichte im Oktober 2005 das Album Jeanne D´Arc, in welchem das Konzept von Johanna von Orléon musikalisch aufbereitet wurde. Kate Bush besingt sie in dem Lied Joanni (Album Aerial, 2005) Ebenso geht es in dem Lied "Maid of Orleans" von OMD um die Hl. Jungfrau

Film

Die Geschichte Jeanne d’Arcs wurde oft verfilmt. Allein mit Ingrid Bergman gibt es zwei Versionen. Eine relativ geschichtstreue Version wurde 1999 von Ed Gernon und Christian Duguay (Regie) unter dem Namen "Jeanne D’Arc – Die Frau des Jahrtausends verfilmt. In den Hauptrollen spielen Leelee Sobieski als Jeanne D’Arc, Peter O'Toole als Bischoff Cauchon und Maximilian Schell als Le'Maitre. 1999 inszenierte Luc Besson eine eigenwillige Neuverfilmung. (Milla Jovovich spielte die Hauptrolle, John Malkovich war Karl VII.) weitere:
- Die Passion der Jungfrau von Orléans 1928, (Regie) Carl Theodor Dreyer,
- Der Prozeß der Jeanne d'Arc (Regie) Robert Bresson, 1965 ZDF/ 1969 Kino B
- Johanna, die Jungfrau - Der Kampf/Der Verrat"
- Joan of Arcadia (dt. himmlische Joan) 2003, TV-Serie Amber Tamblyn als Joan Girardi

Jeanne oder Jean d’Arc?

Heute kursieren wenig wahrscheinliche Gerüchte, nach denen Jeanne d’Arc eigentlich ein Mann mit weiblichem Aussehen war. Dies könnte an einem Defekt an den Geschlechtschromosomen gelegen haben. Dagegen sprechen die Untersuchung der Jungfräulichkeit durch die Mutter Karls VII. sowie die überlieferten Gerichtsprotokolle durch die Inquisition. Außerdem wäre es den Engländern wohl durchaus eine Freude gewesen, Jeanne d’Arc als einen Mann bloßzustellen.

Literatur


- Colette Beaune: Jeanne d’Arc, Perrin – Paris 2004, 475 S., (franz.) ISBN 2-262-01705-0
- Herbert Nette: Jeanne d’Arc in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Rowohlt: Reinbek bei Hamburg 1982, ISBN 3499502534.
- Ruth Schirmer-Imhoff (Hrsg.): Der Prozeß Jeanne d’Arc. Akten und Protokolle 1431–1456, 4. Auflage, dtv : München 1987, ISBN 3423029099.
- Heinz Thomas: Jeanne d’Arc. Jungfrau und Tochter Gottes. Berlin 2000.
- Pamela Marcantel: Johanna von Orleans, Bastei Lübbe 2002, 799 S., ISBN 3-404-14796-0.
- Pierre Moinot: Jeanne dÁrc Societäts-Verlag Ff/M 1989 ISBN 3-7973-0472-2

Weblinks


-
- http://www.heiligenlexikon.de/index.htm?BiographienJ/Johanna_von_Orleans_Jeanne_d_Arc.htm
- http://www.geschi.de/artikel/darc1.shtml
- http://www.oasis.at/reli/orleans.htm
- http://www.rpi-loccum.de/wett/beitr/jeanne.html
- [http://www.smu.edu/IJAS/movielis.html Filme über Jeanne d'Arc, International Joan of Arc Society (mit Filmausschnitten)]
- (fr) http://www.jeannedarc.com.fr/centre/centre.htm Kategorie:Frau Kategorie:Heiliger Kategorie:Militärperson (Frankreich) Kategorie:Hundertjähriger Krieg (Person) Kategorie:Nationalheld Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1412 Kategorie:Gestorben 1431 ja:ジャンヌ・ダルク simple:Joan of Arc th:โยนออฟอาร์ค

1775

Ereignisse


- 19. April: Beginn des Krieges zwischen Großbritannien und seinen Kolonisten in Nordamerika (Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg)
- 10. Mai: Zweiter Kontinentalkongress in den amerikanischen Kolonien
- 15. Juni: George Washington, ein Plantagenbesitzer aus Virginia, wird zum Oberbefehlshaber des Kontinentalheeres gewählt
- Leonhard Euler formuliert das Drehimpuls-Gesetz dMx = (ybz: zby) dm usw
- Alessandro Volta perfektioniert den Elektrophor (Influenzmaschine) von Johann Carl Wilcke
- James Cook vermutet Land am Südpol, doch entdeckt die Antarktis nicht
- James Watt erfindet die Dampfmaschine
- United States Postal Service wird gegründet

Kultur


- 27. Januar: Uraufführung des Melodrams Ariadne auf Naxos von Georg Benda in Gotha
- 1. Mai: Uraufführung des Melodrams Medea von Georg Benda in Leipzig
- 29. August: Uraufführung der Oper L'incontro improviso (Die unverhoffte Zusammenkunft) von Joseph Haydn in Esterház
- Gründung der Bergakademie, heute Technische Universität Clausthal

Geboren


- 22. Januar: André-Marie Ampère, französischer Physiker und Mathematiker († 1836)
- 27. Januar: Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling, deutscher Philosoph († 1854)
- 30. Januar: Walter Savage Landor, englischer Schriftsteller († 1864)
- 9. Februar: Farkas Wolfgang Bolyai, ungarischer Mathematiker († 1856)
- 21. März: Lucien Bonaparte, jüngster Bruder der Bonapartes († 1840)
- 30. März: Hieronymus Graf von Colloredo-Mannsfeld, österreichischer General († 1822)
- 6. April: James Mill, englischer Historiker und Ökonom († 1836)
- 22. April: Georg Hermes, deutscher Theologe und Philosoph († 1831)
- 23. April: Joseph Mallord William Turner, englischer Künstler des Impressionismus († 1851)
- 23. April: William Turner, englischer Maler († 1851)
- 24. April: Jakob Salentin von Zuccalmaglio, deutscher Jurist und Politiker († 1838)
- 9. Mai: Heinrich Karl Ludwig Bardeleben, deutscher Jurist und Politiker († 1852)
- 25. Mai: Charlotte Johanna, Prinzessin von Spanien und Königin von Portugal († 1830)
- 9. Juni: Georg Friedrich Grotefend, deutscher Sprachwissenschaftler († 1853)
- 12. Juni: Karl von Müffling, preußischer Generalfeldmarschall, Militärschriftsteller und Geodät († 1851)
- 13. Juni: Anton Radziwill, preußischer Politiker und Komponist († 1833)
- 9. Juli: Matthew Lewis, englischer Schriftsteller († 1818)
- 18. Juli: Karl von Rotteck, deutscher Historiker und Politiker († 1840)
- 23. Juli: Etienne Louis Malus, französischer Physiker und Mathematiker († 1812)
- 6. August: Daniel O'Connell, irischer Freiheitskämpfer († 1847)
- 20. August: Franz Dinnendahl, Konstrukteur der ersten Dampfmaschine im Ruhrgebiet († 1826)
- 26. August: Wilhelm Joseph Behr, deutscher Jurist, Politiker und Schriftsteller († 1851)
- 1. September: Honoré-Charles Reille, französischer General, Marschall und Pair von Frankreich († 1860)
- 13. September: Laura Secord, kanadische Nationalheldin des Kriegs von 1812 († 1868)
- 28. September: Johann Adam von Itzstein, deutscher Politiker und MdL († 1855)
- 3. Oktober: Isaac von Sinclair, deutscher Schriftsteller und Diplomat († 1815)
- 6. Oktober: Johann Anton André, deutscher Komponist und Musikverleger († 1842)
- 14. November: Paul Johann Anselm Ritter von Feuerbach, deutscher Rechtsgelehrter und Begründer der modernen deutschen Strafrechtslehre († 1833)
- 23. November: Clemens Wenzeslaus Coudray, deutscher Architekt und Oberbaudirektor († 1845)
- 6. Dezember: Nicolas Isouard, maltesischer Komponist († 1818)
- 14. Dezember: Thomas Cochrane, 10. Earl of Dundonald, britischer Politiker und Freiheitskämpfer († 1860)
- 15. Dezember: Sir Phineas Riall, britischer General († 1850)
- 16. Dezember: François-Adrien Boïeldieu, französischer Opernkomponist († 1834)
- 16. Dezember: Jane Austen, englische Schriftstellerin († 1817)
- 29. Dezember: Carlo Rossi, italienisch-russischer Architekt († 1849)
- Jeanne Labrosse, französische Ballonfahrerin und Fallschirmspringerin († 1847)
- João Domingos Bomtempo, portugiesischer Komponist († 1842)

Gestorben


- 3. Januar: Heinrich Gottfried Koch, deutscher Schauspieler und Theaterunternehmer (
- 1703)
- 8. Januar: John Baskerville, englischer Schriftentwerfer, Schreibmeister, Drucker (
- 1706)
- 15. Januar: Giovanni Battista Sammartini, italienischer Komponist (
- 1700 oder 1701)
- 21. Januar: Jemeljan Iwanowitsch Pugatschow, russischer Don-Kosake und Anführer des Bauernaufstands (
- ca. 1742)
- 11. April: Anna Schwegelin, letzte „Hexe“ in Deutschland zum Tode durch Verbrennen verurteilt
- 22. Mai: Emanuel Filibert von Waldstein, Adliger (
- 1731)
- 17. Juni: John Pitcairn, Britischer Marineoffizier, in Boston stationiert (
- 1722)
- 17. Juni: Joseph Warren, erster Soldat, der im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg starb. (
- 1741)
- 27. Juni: Ignaz Günther, deutscher Bildhauer (
- 1725)
- 30. Juli: Christian Reichart, deutscher Begründer des Gartenbaus (
- 1685) ko:1775년

Carl August (Sachsen-Weimar-Eisenach)

Karl August (
- 3. September 1757 in Weimar; † 14. Juni 1828 in Graditz bei Torgau) war Herzog und Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach. Sachsen-Weimar-Eisenach Karl (auch Carl) August, der älteste Sohn des Herzogs Ernst August II. Konstantin (Sachsen-Weimar-Eisenach) und dessen Ehefrau Anna Amalie, Prinzessin von Braunschweig-Wolfenbüttel, verlor seinen Vater schon ein Jahr nach seiner Geburt. Unter der Vormundschaft seiner klugen, aufgeschlossenen und kunstsinnigen Mutter lag die Erziehung des Erbprinzen in verschiedenen Händen, zuletzt auch in denen des Dichters Christoph Martin Wieland, den die Herzogin von der Erfurter Universität nach Weimar holte. Unter der Aufsicht des Grafen Görtz unternahm Karl August 1774 eine Bildungsreise nach Frankreich. Auf der Rückreise besuchte er den Hof in Darmstadt, wo er sich mit der gleichaltrigen Prinzessin Luise verlobte. Anschließend wurde die Reise in Frankfurt unterbrochen, weil der Erbprinz den berühmten Dichter Johann Wolfgang Goethe, den er bei dieser Gelegenheit nach Weimar einlud, kennen lernen wollte. Mit seinem 18. Geburtstag im folgenden Jahr wurde er für volljährig erklärt und heiratete Luise am 3. Oktober 1775 in Karlsruhe. Im Februar 1783 wurde der Thronfolger Carl Friedrich geboren. Goethe erfüllte seine Zusage und traf am 7. November 1775 in Weimar ein. Zwischen ihm und dem jungen Herzog entwickelte sich bald eine tiefe Freundschaft, wobei der um acht Jahre ältere Dichter seine Lebenserfahrung ganz in den Dienst Karl Augusts stellte, als lebenslustiger Begleiter und Gefährte ebenso wie als verantwortungsbewusster Berater und Erzieher. Der Herzog übertrug ihm hohe Regierungsämter und erwirkte 1782 für Goethe einen kaiserlichen Adelsbrief. Dem umtriebigen jungen Herzog genügte die Betätigung in seinem kleinen Land nicht. Mit dem Versuch der Gründung eines Fürstenbundes als Gegengewicht zum preußisch-österreichischen Dualismus stieg er ein in die Reichspolitik, hatte aber damit wenig Erfolg. 1786 nahm er ein Kommando in der preußischen Armee an. Als Generalmajor beteiligte er sich, begleitet von Goethe, am Feldzug gegen Frankreich 1792. Auch während der napoleonischen Kriege stand er zeitweise in preußischem Dienst, konnte sich aber 1806 dem Zwang zum Eintritt in den Rheinbund nicht entziehen. 1804 heiratete der Sohn Karl Augusts, der Erbprinz Carl Friedrich die russische Großfürstin Maria Pawlowna, Tochter des 1801 ermordeten Zaren Paul I. und Schwester seines Nachfolgers Alexander I. Dem Einfluß des Zaren und der eigenen konsequenten nationalen Haltung verdankte Karl August 1815 auf dem Wiener Kongreß, an dem zeitweise auch Goethe als verantwortlicher Staatsminister teilnahm, seine Erhebung zum Großherzog. Zudem erfuhr das Großherzogtum eine beträchtliche Gebietserweiterung. Der Großherzog regierte nach den Grundsätzen des aufgeklärten Absolutismus und mit sicherem Gespür für die gesellschaftlichen Strömungen seiner Zeit. Als erstes deutsches Land erhielt Sachsen-Weimar-Eisenach 1816 eine Verfassung. 1817 ließ er die Jenaer Studenten nicht ohne Bedenken das Wartburgfest feiern, das der Gründung der Burschenschaften vorausging. Die Karlsbader Beschlüsse 1819 betrafen allerdings auch die liberale Politik Karl Augusts und zwangen ihn zu vorsichtigem Handeln. Politisch hielt der Großherzog an den alten Bindungen zu Russland und Preußen fest. Dieser Linie folgte auch sein Sohn Karl Friedrich, dessen Töchter Maria und Augusta preußische Prinzen heirateten, Maria Prinz Karl und Augusta Prinz Wilhelm, den späteren deutschen Kaiser Wilhelm I. Die zweite Hochzeit erlebte Karl August nicht mehr. Er starb am 14. August 1828 auf der Rückreise von Berlin, wo er die Geburt des ersten Sohnes Marias gefeiert hatte. Unter großer Anteilnahme der Weimarer Bevölkerung wurde er in der Fürstengruft beigesetzt. Karl Augusts Lebenswerk ist in die Geschichte eingegangen sicher nicht wegen besonderer politischer oder militärischer Erfolge. Seine Leistung bestand in der Fähigkeit, Menschen einzuschätzen und ihnen in oft großzügiger Weise den Lebens- und Schaffensraum zu sichern, den sie brauchten. So wurde er – auf den Spuren seiner Mutter und im Gefolge seines Freundes Goethe – zum Förderer und Schutzherrn der sogenannten Weimarer Klassik. Wieland war vorausgegangen, nach Goethe kamen Herder und Schiller dazu. Zu Weimar gehört Jena, wo mit Fichte, Hegel und Schelling sowie den Brüdern Schlegel zur gleichen Zeit ein zweites Zentrum der Literatur und Philosophie bestand, frei nach Goethes Motto: "Weimar - Jena eine große Stadt, die an beiden Enden sehr viel Gutes hat.“

Stand- und Denkmale


- 1867-72, Reiterstandbild in Weimar von Adolf von Donndorf Sachsen-Weimar-Eisenach, Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach, Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach, Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach, Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach, Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach, Karl August von Kategorie:Wettiner Sachsen-Weimar-Eisenach, Karl August von

Weimar

Weimar ist eine an der Ilm gelegene kreisfreie Stadt am Fuße des Ettersberges und gehört zum Freistaat Thüringen. Sie ist nach der Landeshauptstadt Erfurt, Gera und Jena die viertgrößte Stadt Thüringens, seit 2004 Universitätsstadt und ein Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums.

Geografie

Geografische Lage

Weimar liegt auf der Ilm-Saale-Platte, am Südrand des Thüringer Beckens, nördlich des Thüringer Waldes. Der höchste Punkt befindet sich mit 486,2 m über NN am Glockenturm Buchenwald. Die zwei tiefsten Punkte im Stadtbereich sind mit 201,2 m über NN die Kirche von Tiefurt und mit 208,6 m über NN der Kegelplatz in der Stadtmitte.

Stadtgliederung

Weimar gliedert sich in folgende Stadtteile: Datumsangabe: Tag der Eingemeindung

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Stadtteile] Stadtteile-Denkmal]]

Museen und Bauwerke


- die öffentlichen Einrichtungen der Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen:
  - Anna-Amalia-Bibliothek
  - Goethes Wohnhaus
  - Goethes Gartenhaus
  - Schillers Wohnhaus mit Schillermuseum
  - Stadtschloss
  - Wittumspalais
  - Schloss und Park Belvedere
  - Schloss und Park Tiefurt (Park von Eduard Petzold)
  - Schloss und Park Ettersburg
  - Römisches Haus
  - Liszthaus
  - Neues Museum Weimar
  - Nietzsche-Archiv
  - Goethe- und Schiller-Archiv
  - Historischer Friedhof mit Fürstengruft und Russisch-Orthodoxer Grabkapelle
- Deutsches Nationaltheater
- Renaissance-Bauten der Markt-Ostseite, u.a. mit dem Cranachhaus
- Stadtmuseum im Bertuchhaus, momentan geschlossen
- Landesdenkmal Großherzog Carl Alexander von Adolf Brütt
- Deutsches Bienenmuseum
- Ginkgo Museum
- Museum für Ur- und Frühgeschichte
- Albert Schweitzer Gedenk- und Begegnungsstätte, Museum, Musäushaus
- Haus "Hohe Pappeln"
- Musterhaus "Am Horn"
- Hauptgebäude der ehem. Kunstschule und Kunstgewerbeschule (heute Bauhaus-Universität Weimar)
- alternatives cultur centrum (ACC)
- Gedenkstätte des KZ Buchenwald
- Weimarhaus, Geschichts-Erlebnismuseum
- Weimarer Stadthaus
- Kromsdorf Schloss
- Hotel Elephant Bild:GoethehausWeimar.JPG|Goethes Wohnhaus am Frauenplan Bild:SchillerWohnhausWeimar.JPG|Schillers Wohnhaus in der Schillerstraße Bild:Roemisches_haus_weimar_sommer_2004.jpg|Römisches Haus im Ilmpark Bild:Goethegartenhaus.jpg|Goethes Gartenhaus im Ilmpark

Geschichte

Goethes Gartenhaus Der am 21. September 1925 gefundene Ehringsdorfer Urmensch zeigt, dass schon vor 70.000 bis 100.000 Jahren dieses Gebiet besiedelt war. Die ältesten Aufzeichnungen über die Stadt reichen bis ins Jahr 899 zurück. Der Name änderte sich im Laufe der Jahrhunderte von "Wimares" über "Wimari" zu "Wimar" und letztlich zu Weimar, was aus den altgermanischen Worten 'wih' (heilig, geweiht) und dem althochdeutschen 'mar' (See, Sumpf oder Moor) herrührt. Zwischen 946 und 1346 existierte die Grafschaft Weimar bzw. Weimar-Orlamünde als eigenständige politische Einheit. Zwischen 1245 und 1249 wurde die spätere Stadtkirche St. Peter erbaut. 1433 wurde sie den Aposteln Peter und Paul geweiht. 1410 erhielt Weimar schließlich das Stadtrecht. Ausgangs des 14. Jahrhunderts kam die Stadt Weimar in den Besitz der Wettiner und wurde ab 1485 deren Nebenresidenz. In Folge der Besitznahme wurden die vorher bereits vorhandenen unbedeutenden Befestigungen einer Burganlage auf die ganze Stadt ausgedehnt. Es entstand eine doppelte Stadtmauer in Form eines Doppelringes im Abstand von acht bis zehn Metern mit zehn Türmen und vier Toren. Reste dieser Stadtbefestigung sind heute noch vorhanden, so unter anderem der sogenannte Kasseturm. 1552 machte Ex-Kurfürst Herzog Johann Friedrich der Großmütige Weimar zur Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Weimar (später Sachsen-Weimar-Eisenach). Haupt- und Residenzstadt blieb Weimar so bis 1918. 1918] Am 4. Oktober 1653 fand zum ersten Mal der Weimarer Zwiebelmarkt statt. Eine wichtige Rolle spielte Weimar als Ort der deutschen Klassik durch die Anwesenheit von Goethe, Schiller, Herder, Wieland und anderen wichtigen Persönlichkeiten der Epoche. 1846 erhielt Weimar Anschluss an die Eisenbahn aus Halle (Saale). Im Jahre 1919 fand in Weimar die verfassunggebende Versammlung der Nationalversammlung statt. Nach diesem Ereignis wurde die dann folgende Ära von 1919 bis 1933 als Weimarer Republik bezeichnet. Zur selben Zeit wurde in Weimar auch das Bauhaus gegründet. Weimar wurde außerdem am 1. Mai 1920 Landeshauptstadt des neugegründeten Landes Thüringen. Landes Thüringen-Platz]] Im Vorfeld des Dritten Reiches lieferten sich die Kulturschaffenden Weimars regelrechte "Publikationsschlachten". Insbesondere die Auseinandersetzungen zwischen der freigeistigen Gruppe um Harry Graf Kessler, aus der das Bauhaus hervorging (s. o.) und die völkisch-nationalistische Gruppe um Adolf Bartels, die den geistigen Weg zur Macht Adolf Hitlers bereitete, hielten die Stadt in ständiger Polarität. Um seinen Günstlingen seine Dankbarkeit zu beweisen, machte Hitler die Vertreibung der freigeistig Schaffenden perfekt und ließ darüber hinaus seinen Statthalter in Thüringen, Fritz Sauckel, ganze Stadtviertel abreißen, um nationalsozialistische Prestigebauten, v.a. das Gauforum genannte Verwaltungszentrum, zu bauen. Außerdem wurde im Sommer 1937 mit dem Bau des Konzentrationslagers Buchenwald auf dem Ettersberg begonnen. Von den etwa 250.000 Häftlingen wurden dort mehr als 56.000 ermordet. Nach dem Ende des Nazi-Regimes wurde es noch 5 Jahre als sowjetisches Internierungslager genutzt, in dem weitere 3.000 Menschen starben. Am 5. November 1993 beschlossen die EU-Kulturminister, Weimar für das Jahr 1999 zur "Kulturhauptstadt Europas" zu ernennen. 1998 wurden das Klassische Weimar, die Entstehung des Bauhaus und der handschriftliche Nachlass von Goethe im Goethe-Schiller-Archiv in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Seit dem 1. Mai 2004 ist Weimar offizielle Trägerin des Beinamens "Universitätsstadt". Am Abend des 2. September 2004 zerstörte ein Brand in der Anna-Amalia-Bibliothek 50.000 Bücher. Totalverluste sind bei Werken des 16. - 20.Jahrhunderts entstanden. Dazu zählen 35 Ölgemälde mit Fürstenportraits des 16. bis 18. Jahrhunderts. Auch die kulturhistorisch bedeutende Musikaliensammlung von Anna Amalia (1739 - 1807), die durch die Notensammlung der Zarentochter Maria Pawlowna (1786 - 1859) ergänzt worden war, wurde ein Raub der Flammen. 2100 Musikdrucke und über 700 Notenhandschriften gingen verloren. Eine der komplettesten Reihen von Jean Paul-Drucken stand mitten im Brandherd.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1981 31. Dezember): : Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik 1 29. Oktober
2 31. August

Persönlichkeiten

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Politik

Stadtrat

Sitzverteilung im Stadtrat (27. Juni 2004): :CDU: 13 :PDS: 9 :Bündnis 90/Die Grünen: 6 :SPD: 5 :Bürgerbündnis Weimarwerk: 9

Oberbürgermeister

Oberbürgermeister ist seit 1994 Dr. Volkhardt Germer, parteilos (früher SED) (
- 19. Mai 1944 in Weimar).

Städtepartnerschaften


- Hämeenlinna, Finnland (seit dem 6. September 1970)
- Trier, Deutschland (seit dem 24. Mai 1987)
- Siena, Italien (seit dem 15. April 1994)
- Blois, Frankreich (seit dem 18. Februar 1995) Datumsangabe: Tag der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages

Partnerschaften der Teilorte


- Ehringsdorf: Geislingen am Kocher, Deutschland

Sport


- SSV Wimaria Weimar/TSV Kromsdorf/Emporweimar
- TC Weimar 1912 e.V.
- SC 1903 Weimar
- PSV Weimar
- DLRG Weimar
- Empor Weimar
- VfB Oberweimar
- HSV Weimar
- RFV 1990 "Die Löwen" Weimar e.V.
- VfL Weimar´90
- KSSV Victoria Weimar/Schöndorf

Weimarer Selbstverständnis

In Weimar findet alljährlich das Weimarer Kunstfest statt, eine Reflexion des Jetzt-Zustandes zeitgenössischer Kultur. Für die Jahre 2004–2006 ist Nike Wagner künstlerische Leiterin des Kunstfestes Weimar. Die Stadt Weimar vergibt jedes Jahr am 10. Dezember, dem von den Vereinten Nationen proklamierten Internationalen Tag der Menschenrechte, den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar an Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen, die sich mit ihrem Wirken für mehr Menschlichkeit und Toleranz zwischen den Menschen und Völkern, aber insbesondere auch für die Wahrung und Herstellung der Grundwerte Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit vor dem Hintergrund ihrer ethnischen und religiösen Identität in ihrer oder für ihre Heimat einsetzen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Es gab 683 (2002) Gewerbeanmeldungen (2001: 704) und 734 (2002) Gewerbeabmeldungen (2001: 635). Anteile:
- produzierendes Gewerbe: 11.2%
- Handel/Gastronomie: 37.6%
- sonst. Betriebe 50.1% Es gibt 3344 (2002) Betten in 37 Beherbergungsstätten. Es gab 435.677 Übernachtungen bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 1.9 Tagen.

Verkehr

Nike Wagner Weimar ist ICE-Halt der Strecke Frankfurt am Main - Leipzig. Von dieser Strecke zweigt hier die Holzlandbahn nach Gera ab. Von Weimar aus führt auch eine eingleisige Bahnlinie nach Kranichfeld. Zum Stadtgebiet gehören zwei Bahnhöfe (Weimar Haup