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8. August

8. August

Der 8. August ist der 220. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 221. in Schaltjahren) - somit bleiben 145 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 870 - Lothringen, das Mittelreich, wird nach dem Tod des kinderlosen Lothars II. im Vertrag von Mersen zwischen dem Westfrankenreich und dem Ostfrankenreich aufgeteilt.
- 1786 - Erstbesteigung des Mont Blanc durch Jacques Balmat und Michel Paccard.
- 1869 - August Bebel und Wilhelm Liebknecht gründen in Eisenach die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP)
- 1918 - Den Alliierten gelingt es in der Panzerschlacht von Amiens, die deutsche Frontlinie zu durchbrechen ("Schwarzer Tag des deutschen Heeres")
- 1925 - Erste Tagung des Ku-Klux-Klans
- 1929 - Das deutsche Luftschiff Graf Zeppelin beginnt seine Weltumrundung.
- 1935 - Das deutsche Reichsinnenministerium löst alle Freimaurerlogen auf und zieht deren Vermögen ein.
- 1945 - Die Sowjetunion erklärt Japan den Krieg.
- 1945 - Die Besatzungsmächte beschließen das Internationale Militärtribunal bzw. die Nürnberger Prozesse.
- 1949 - Bhutan erhält die Unabhängigkeit von Großbritannien.
- 1963 - In Buckinghamshire, England überfällt eine Bande von insgesamt 15 Mitgliedern einen Postzug von Glasgow nach London und raubt £ 2,63 Mio. (15 Mio Deutsche Mark).
- 1967 - Gründung der ASEAN.
- 1974 - Der amerikanische Präsident Richard Nixon kündigt wegen der Watergate-Affäre seinen Rücktritt an.
- 1988 - Bei der gewaltsamen Niederschlagung von Studentenunruhen durch das Militär in Birma finden 3000 Menschen den Tod.
- 2003 - In Perl- Nennig im Saarland wird von dem Wetterdienst Meteomedia mit 40,3 °C die bislang höchste Temperatur in Deutschland gemessen. Der vorherige Hitzerekord seit Beginn der Aufzeichnungen vor 102 Jahren lag bei 40,2 °C und wurde am 27. Juli 1983 in Gärmersdorf in Bayern gemessen.
- 2003 - René R. Harris wird Staatspräsident, Regierungschef und Außenminister in einer Person in Nauru

Wirtschaft

Wissenschaft, Technik


- 1709 - Erfindung des Heißluftballons durch den brasilianischen Jesuitenpater Bartholomeu Lourenco de Gusmao.

Kultur


- 1828 - Uraufführung der Oper Gabriella di Vergy von Saverio Mercadante am Teatro San Carlos in Lissabon.
- 1840 - Uraufführung der Oper Bátori Mária von Ferenc Erkel in Budapest.
- 1856 - Uraufführung der Operette Deux Vieilles Gardes von Léo Delibes am Théâtre des Bouffes-Parisiens in Paris.

Religion

Katastrophen


- 1922 - Strandung des Kreuzers "Raleigh" (Großbritannien) an der Küste von Labrador. 10 Tote
- 1975 - In der Volksrepublik China brechen 62 Staudämme, einschließlich des Banqiao-Staudammes. 231.000 Menschen sterben.
- 1991 - Um 18.00Uhr MESZ stürzt das bis heute höchste Bauwerk aller Zeiten, der 648 Meter hohe Sendemast des Langwellensenders in Konstantynow beim Austausch der Pardunen in der obersten Abspannebene ein.
- 2005 - Berlin, Deutschland. Bei einem Brand in einem überwiegend von Ausländern bewohnten Mehrfamilienhaus im Stadtteil Moabit kommen acht Menschen ums Leben. In Anbetracht der hohen Opferzahl sieht die Feuerwehr die Ereignisse in der Ufnaustraße 8 als zweitschwerste Brandkatastrophe in Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg an.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren


- 1079 - Horikawa, 73. Kaiser von Japan
- 1632 - Johann Carl Loth, deutscher Maler
- 1646 - Godfrey Kneller, britischer Maler deutscher Herkunft
- 1661 - Johann Matthias von der Schulenburg, Reichsgraf, Erbherr auf Emden und Feldmarschall
- 1694 - Francis Hutcheson, irischer Philosoph
- 1732 - Johann Christoph Adelung, deutscher Bibliothekar und Sprachforscher
- 1772 - Wilhelm August Lampadius, deutscher Chemiker
- 1805 - Friedrich Wasman, deutscher Maler
- 1807 - Emilie Flygare-Carlén, schwedische Schriftstellerin
- 1809 - Alfred Tennyson, englischer Dichter
- 1820 - Julius Stern, deutscher Musikpädagoge, Dirigent und Komponist
- 1839 - Otto Finsch, deutscher Völkerkundler
- 1852Paul Leonhardt, Ehrenbürger von Wittenberg
- 1857 - Maurice Yvon, französischer Architekt
- 1857 - Cécile Chaminade, französische Komponistin und Pianistin
- 1861 - William Bateson, englischer Biologe
- 1865 - Robert Haab, schweizer Politiker (FDP), Bundesrat 1918-1929
- 1883 - Kenji Doihara, japanischer Meisterspion
- 1895 - Robert Holbrook Smith, Mitbegründer der Anonymen Alkoholiker
- 1897 - Wilhelm "Wiga" Gabriel, deutscher Komponist und Musikverleger
- 1883 - Emiliano Zapata, mexikanischer Revolutionär
- 1888 - Matthias Brauer, deutscher Rechtsextremist
- 1891 - Adolf Busch, schweizerisch-amerikanischer Geiger und Komponist
- 1893 - Ludwig Grote, deutscher Kunsthistoriker
- 1900 - Robert Siodmak, deutscher Regisseur
- 1900 - Victor Young, US-amerikanischer Bandleader
- 1901 - Ernest O. Lawrence, US-amerikanischer Physiker (Physiknobelpreis 1939)
- 1902 - Paul Dirac, britischer Physiker (Physiknobelpreis 1933)
- 1904 - István Szelényi, ungarischer Komponist
- 1904 - Achille Varzi, italienischer Rennfahrer
- 1905 - André Jolivet, französischer Komponist
- 1906 - Eberhard Brünen, deutscher Politiker und MdB
- 1907 - Benny Carter, US-amerikanischer Jazzmusiker
- 1910 - Sylvia Sidney, US-amerikanische Schauspielerin
- 1919 - Dino De Laurentiis, italienischer Filmproduzent
- 1921 - Webb Pierce, US-amerikanischer Country-Sänger
- 1922 - Rory Calhoun, US-amerikanischer Schauspieler
- 1922 - Rudi Gernreich, österreichisch-amerikanischer Modeschöpfer
- 1922 - Esther Williams, US-amerikanische Schwimmerin und Schauspielerin
- 1923 - Jimmy Witherspoon, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1925 - Alija Izetbegović, bosnischer Politiker, Staatspräsident
- 1926 - Herbert H. Ágústsson, isländischer Komponist und Musiker
- 1926 - Conrad Hilton Jr., US-amerikanischer Unternehmer
- 1927 - Juri Kasakow, russischer Schriftsteller
- 1928 - Lubor Bárta, tschechischer Komponist
- 1928 - Martha Chase, US-amerikanische Forscherin
- 1929 - José Luis Borau, spanischer Filmregisseur, Produzent und Schauspieler
- 1931 - Peter Fitz, deutscher Schauspieler
- 1932 - Mel Tillis, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1933 - Joe Tex, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1934 - Claudio Hummes, brasilianischer Geistlicher, Erzbischof von Sao Paulo
- 1937 - Dustin Hoffman, US-amerikanischer Schauspieler
- 1938 - Don Jacobucci, US-amerikanischer Sänger
- 1938 - Leonid Kutschma, 1994-2004 Präsident der Ukraine
- 1939 - Philip Balsley, US-amerikanischer Sänger
- 1940 - Just Jaeckin, französischer Filmregisseur
- 1941 - Renate Blank, deutsche Politikerin und MdB
- 1942 - Jay David, US-amerikanischer Musiker
- 1944 - Peter Weir, australischer Filmregisseur
- 1945 - Wolfgang Dreher, deutscher Richter am Bundessozialgericht
- 1948 - Swetlana Jewgenjewna Sawizkaja, russische Kosmonautin
- 1949 - Keith Carradine, amerikanischer Schauspieler
- 1950 - Jamie O'Hara, US-amerikanischer Country-Sänger und Songwriter
- 1951 - Lothar Alisch, DDR-Pfarrer und Dissident
- 1952 - Jostein Gaarder, norwegischer Schriftsteller (Sofies Welt)
- 1952 - Carsten Peter Thiede, deutscher Historiker und Papyrologe
- 1953 - Nigel Mansell, britischer Rennfahrer (Formel 1-Welmeister 1992)
- 1954 - Gerald Dellmann, deutscher Musiker
- 1955 - Herbert Prohaska, österreichischer (Team-)Fussballspieler
- 1956 - David Grant, britischer Sänger
- 1956 - Lena Stolze, deutsche Schauspielerin
- 1956 - Birgit Vanderbeke, deutsche Schriftstellerin
- 1960 - Ralf König, deutscher Comiczeichner
- 1961 - David Howell Evans, irischer Rockgitarrist (The Edge - U2)
- 1962 - Oliver Stokowski, deutscher Schauspieler
- 1963 - Gabriel Grüner, deutscher Journalist, 1999 im Kosovo ermordet
- 1964 - Jan Josef Liefers, deutscher Schauspieler
- 1966 - Jimmy Wales, Gründer der Wikipedia
- 1981 - Vanessa Amorosi, australische Popsängerin
- 1981 - Roger Federer, schweizer Tennisspieler

Gestorben


- 117 - Marcus Ulpius Trajan, römischer Kaiser (98-117)
- 498 - Ninken, 24. Kaiser von Japan (
- 449)
- 869 - Lothar II., fränkischer König
- 1504 - Hanns von Wulfestorff, Ritter, Lehensherr
- 1656 - Salomon Koninck, niederländischer Maler
- 1726 - Auguste Marie Johanna von Baden, Tochter des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden
- 1759 - Carl Heinrich Graun, deutscher Komponist und Opernsänger
- 1796 - Franz Anton Maulpertsch, deutsch-österreichischer Maler
- 1824 - Friedrich August Wolf, deutscher Altphilologe und Altertumswissenschaftler
- 1827 - George Canning, britischer Politiker, Premierminister von Großbritannien
- 1828 - Nicholas-Louis Robert, Erfinder der Papiermaschine
- 1872 - Eberhard zu Stolberg-Wernigerode, Politiker und preußischer Staatsbeamter
- 1872 - Heinrich Abeken, deutscher Theologe und preußischer Beamter
- 1879 - Immanuel Hermann Fichte, deutscher Theologe und Philosoph
- 1881 - Pellegrino Matteucci, italienischer Afrikareisender
- 1896 - Friedrich Helbig, deutscher Jurist und Schriftsteller
- 1897 - Antonio Cánovas del Castillo, spanischer Politiker, Regierungschef
- 1897 - Jakob Burckhardt, schweizer Kunsthistoriker
- 1898 - Eugène Boudin, französischer Maler
- 1908 - Hermann Harry Schmitz, Autor und Vortragkünstler
- 1908 - Joseph Maria Olbrich, österreichischer Architekt
- 1913 - Hermann Harry Schmitz, satirisch-humoristischer Autor und Vortragskünstler erschießt sich in Bad Münster am Stein
- 1916 - Lily Amalie Braun, deutsche Schriftstellerin und Politikerin
- 1921 - Juhani Aho, finnischer Schriftsteller und Journalist
- 1924 - Otto Mayer, deutscher Jurist und Verwaltungsrechtswissenschaftler
- 1940 - Johnny Dodds, Jazz-Klarinettist
- 1944 - Albrecht von Hagen, deutscher Jurist und Widerstandskämpfer
- 1944 - Erich Hoepner, deutscher General und Widerstandskämpfer
- 1944 - Erwin von Witzleben, deutscher General und Widerstandskämpfer
- 1944 - Friedrich Karl Klausing, Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944
- 1944 - Paul von Hase, deutscher Berufssoldat und Widerstandskämpfer
- 1944 - Peter Graf Yorck von Wartenburg , deutscher Jurist und Widerstandskämpfer
- 1944 - Robert Bernardis, österreichischer Wehrmacht-Offizier und Widerstandskämpfer
- 1944 - Matthias Brauer, deutscher SS-Obergruppenführer
- 1950 - Nikolai Jakowlewitsch Mjaskowski, russischer Komponist
- 1960 - Memphis Minnie, US-amerikanische Musikerin
- 1964 - Marie Baum, Sozialpolitikerin der Weimarer Republik
- 1964 - Rudolf Kohl, deutscher Politiker
- 1965 - Oskar Wackerzapp, deutscher Politiker
- 1967 - Jaromir Weinberger, tschechisch/US-amerikanischer Musikpädagoge und Komponist
- 1969 - Cecil Frank Powell, britischer Physiker (Physiknobelpreis 1950)
- 1969 - Otmar Freiherr von Verschuer, deutscher Mediziner und Humangenetiker
- 1969 - Russ Morgan, US-amerikanischer Bandleader
- 1971 - Joseph Santley, US-amerikanischer Regisseur, Drehbuchautor und Produzent
- 1973 - Memphis Minnie, US-amerikanische Bluesmusikerin
- 1974 - Baldur von Schirach, deutscher Politiker und Reichsjugendführer
- 1975 - Julian Cannonball Adderley, US-amerikanischer Jazz-Saxophonist
- 1977 - Peter Altmeier, deutscher Politiker, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz
- 1978 - Hans Revenstorff, deutscher Politiker
- 1979 - Emil Belzner, deutscher Journalist und Schriftsteller
- 1982 - Ferré Grignard, belgischer Sänger und Songschreiber
- 1984 - Werner Otto von Hentig, Diplomat
- 1985 - Louise Brooks, US-amerikanische Schauspielerin
- 1991 - Werner Holz, deutscher Maler
- 1996 - Nevill F. Mott, britischer Physiker (Physiknobelpreis 1977)
- 2003 - Antonis Samarakis, griechischer Schriftsteller
- 2003 - Hermann Oxfort, Berliner Bürgermeister und Justizsenator (FDP)
- 2004 - Andreas Matthae, deutscher Politiker
- 2004 - Annemarie Marks-Rocke, deutsche Schauspielerin
- 2004 - Eva Kemlein, deutsche Fotografin
- 2004 - Fay Wray, US-amerikanische Schauspielerin
- 2004 - Leon Golub, US-amerikanische Maler
- 2004 - Willibald Hilf, Intendant des Südwestfunks
- 2005 - Barbara Bel Geddes, US-amerikanische Schauspielerin
- 2005 - Ilse Werner, deutsche Schauspielerin
- 2005 - Ruprecht Essberger, deutscher Regisseur und Fernsehautor

Feiertage und Gedenktage


- Augsburger Friedensfest
- Fest des Heiligen Cyriak
- Gedenktag des Heiligen Dominikus

Siehe auch


- 7. August - 9. August
- 8. Juli - 8. September
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0808 ja:8月8日 ko:8월 8일 ms:8 Ogos simple:August 8 th:8 สิงหาคม

Gregorianischer Kalender

Der gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.

Gregorianische Kalenderreform

Kalender Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand. Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform. Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt. Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann. Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.

Die Schaltregeln


- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.) oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.

Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern

Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt. Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen. Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.

Charakteristika

Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen. Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird. Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).

Siehe auch


- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.

Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit

Weblinks


- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon] Kategorie:Kalender als:Gregorianischer Kalender ja:グレゴリオ暦 ko:그레고리력 ms:Kalendar Gregorian simple:Gregorian calendar th:ปฏิทินเกรกอเรียน

870

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 8. August - Neuaufteilung des Fränkischen Reiches: Lothringen, das Mittelreich, wird nach dem Tod des kinderlosen Lothars II. im Vertrag von Mersen zwischen dem Westfrankenreich und dem Ostfrankenreich aufgeteilt.
- Willibert wird Erzbischof von Köln
- In Köln wird der Hildebold-Dom, der Vorgänger des Kölner Doms, eingeweiht.

Geboren


-

Gestorben


- Wandalbert von Prüm, Mönch und Schriftsteller (
- 813) ko:870년

Lothringen

Lothringen (frz.: Lorraine []) ist eine historische Landschaft im Osten Frankreichs am Oberlauf von Maas, Mosel und Saar. Es ist außerdem eine politische Region, bestehend aus den Regierungsbezirken (Départements) Meurthe-et-Moselle (54), Meuse (55), Moselle (57) und Vosges (88). Hauptstadt ist Metz.

Geschichte

Schon in der Steinzeit sind erste Besiedlungsspuren nachweisbar.

Entstehung Lotharingiens

843, nach dem Tod Kaiser Ludwig, wird das Fränkische Reich im Vertrag von Verdun unter seinen Söhnen aufgeteilt. Das Mittelreich fällt mit der Kaiserwürde an Lothar I. und erhält von diesem seinen neuen Namen "Lotharii Regnum (Herrschaft zu Lotharingien)". Es erstreckte sich von den niederen Landen (heute Niederlande und Belgien) über Burgund bis zur Kaiserstadt Rom in Italien. 855 wird dieses Reich in der Prümer Teilung erneut aufgeteilt. Lothar II. erhält den Teil zwischen Maas und Rhein, der Nordseeküste und Besançon, das Lotharingien im engeren Sinne. Dieses karolingische Lotharingien umfasste außer dem heutigen Lothringen noch das Saarland, Luxemburg, Trier und die (deutsche) Mosel, Wallonien, den Niederrhein mit Aachen, Köln und Duisburg und den Süden der Niederlande im Bereich Maastricht, Eindhoven, Breda. Nach dem Tod Lothars II. wird Lotharingien zunächst zwischen dem Ostfrankenreich und dem Westfrankenreich aufgeteilt (Vertrag von Mersen. Dabei fällt der reiche Osten mit Utrecht, Köln und Straßburg, vor allem aber mit der Kaiserstadt Aachen, an das Ostfrankenreich, 870. 876, nach dem Tode des ostfränkischen Königs Ludwig des Deutschen, versuchte der westfränkische König Karl der Kahle auch die Osthälfte Lotharingiens zu erobern. In der Schlacht bei Andernach wurde er aber von Ludwig III., einem Sohn Ludwigs des Deutschen, geschlagen. 877 starb Karl der Kahle, und sein Sohn Ludwig der Stammler starb ebenfalls schon 879. Daraufhin riss Ludwig der III. auch den Westteil Lotharingiens an sich (Vertrag von Ribemont, 880). Fortan gehörte ganz Lotharingien dem Ostfrankenreich an. Zwischen 900 und 911 zerfällt im Ostfrankenreich unter Ludwig dem Kind die Zentralgewalt, und es bilden sich Stammesherzogtümer. Auch Lotharingien wird Herzogtum. Nach dem Aussterben der Karolinger im Ostfrankenreich (911) schließt sich das Herzogtum Lothringen wieder dem Westfrankreich an. Nachdem König Heinrich I. die Zentralgewalt im Ostfrankenreich wiederhergestellt hat, unterwirft sich ihm 925 auch der lothringische Herzog Giselbert. Heinrich gliedert das Herzogtum Lothringen als fünftes Stammesherzogtum in das Ostfrankenreich ein und stellt damit die territorialen Verhältnisse des Jahres 880 wieder her. Die Karolinger aus dem Westfrankreich versuchen mehrfach, Lothringen zurückzugewinnen. 942 muss Ludwig IV. nach dem Krieg von 940 auf Lothringen verzichten.

Aufteilung in Ober- und Niederlothringen

959 wird das Herzogtum in zwei Herzogtümer aufgeteilt: Oberlothringen (umfasst das heutige Lothringen, die Saar, Luxemburg, Trier, Prüm und Koblenz) und Niederlothringen (im Norden). 978 versucht König Lothar von Frankreich abermals Lothringen zu vereinnahmen, nachdem Otto der Große gestorben war (Überfall auf Otto II. in Aachen). 980, Vergeltungszug Otto II. bis kurz vor Paris. Frankreich stellt (vorläufig) seine Eroberungsversuche ein. (Wohl) im 12. Jahrhundert wird der Grenzverlauf zwischen Ober- und Niederlothringen geändert: Luxemburg, Trier, Prüm und Koblenz fallen an Niederlothringen. Im Zuge der Entwicklung von Territorien innerhalb des (Deutschen) Reichs (Heiliges Römisches Reich, ca. 1210-1360) zerfällt Niederlothringen in die Herzogtümer Luxemburg, Jülich und Brabant sowie zahllosen weiteren Herrschaften. In Oberlothringen spaltet sich mit dem Herzogtum Bar ebenfalls ein Herzogtum ab, ein großer Teil des Landes bleibt aber unter dem Namen "Herzogtum Lothringen" eine politische Einheit (Hauptstadt Nancy). Metz, Toul und Werden (Verdun) werden freie Reichsstädte; die Bischöfe von Metz, Toul und Verdun erwerben ebenfalls kleinere reichsunmittelbare Territorien. 1380 kommt es zur Wiedervereinigung der deutschen Hälfte des Herzogtums Bar mit dem Herzogtum Lothringen. 1430-1473 erwerben die Herzöge von Burgund den größten Teil Niederlothringens, nämlich den Hennegau, Brabant, Limburg, Luxemburg, Holland, Seeland und Geldern. Diese Teile Niederlothringens fallen später (1477) in das burgundische Erbe und damit an das deutsche Fürstenhaus Habsburg, später an Spanien bzw. die Niederlande und entfremden sich dem Römisch-Deutschen Reich (HRR). Der Rest Niederlothringens (Niederrhein, Aachen, Trier) bleibt beim Reich, der Name Niederlothringen ist aber nicht mehr gebräuchlich. Der Name "Lothringen" beschränkt sich nunmehr auf Oberlothringen bzw. auf das dortige Herzogtum Lothringen. 1475 erobert Herzog Karl der Kühne von Burgund auch das Herzogtum Lothringen, woraufhin Bern ihm den Krieg erklärt, ihn 1477 in der Schlacht bei Nancy besiegt und die Unabhängigkeit Lothringens innerhalb des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation wieder herstellt. 1542 wird im Vertrag von Nürnberg die Bindung Lothringens zum Reich durch Herzog Anton den Guten gelockert, der in den Jahren zuvor schon ein Übergreifen der Reformation auf Lothringen verhindern konnte.

Wachsender Einfluss Frankreichs

1552 "verkauft" Moritz von Sachsen in einem Komplott gegen den Kaiser das Vikariat über die drei (mehrheitlich französischsprachigen) Reichsstädte Metz, Toul und Verdun an Frankreich (Vertrag von Chambord). 1552-1556 kommt es zum Krieg zwischen dem Deutschen Reich (HRRDN) und Frankreich um diese drei Städte. Der neue Kaiser Ferdinand I. stellt den Krieg ein und die Städte bleiben französisch. Auch die bischöflichen Territorien fallen an Frankreich. Im Zuge der Fronde wird Lothringen auf Geheiß Richelieus besetzt. Im Westfälischen Frieden von 1648 bleibt es unberücksichtigt und erst im Frieden von Vincennes 1661 wird der Abzug der Franzosen festgelegt. Dabei verbleiben strategisch wichtige Orte bei Frankreich, das eine Landverbindung von Verdun und eine von Toul bis ins Elsass erhält, wodurch Lothringen in drei unverbundene Territorien aufgespalten wird. Herzog Franz Stephan beabsichtigt, Maria Theresia zu heiraten. Weil diese nach dem Willen ihres Vaters Thronerbin werden soll (Pragmatische Sanktion) protestiert Frankreich, das ein Wiedererstarken des österreichischen Erzherzogs am Rhein befürchtet. Daraufhin tauscht Franz Stephan sein Land im Vertrag von Wien 1735 (der den Polnischen Thronfolgekrieg beendet) gegen das Großherzogtum Toskana ein, heiratet 1737 und wird 1745 an der Seite Maria Theresias deutscher Kaiser (Franz I.). Lothringen fällt an Stanislaus I. Leszczynski und nach dessen Tod 1766 an Frankreich. Der deutschsprachige Teil Lothringens ist im 18. Jahrhundert wie die benachbarten deutschsprachigen Territorien Ausgangspunkt von Auswanderungen nach Osteuropa. Viele Lothringer siedeln sich in der Vojvodina an und werden danach zu den Donauschwaben gezählt. In der Siedlung Batsch-Sentiwan (Prigrevica Sveti Ivan) wurde z.B. bis zur Vertreibung der Volksdeutschen aus Jugoslawien nach dem Zweiten Weltkrieg ein dem Lothringischen (Moselfränkisch) verwandter Dialekt gesprochen.

Industrialisierung, Elsass-Lothringen, Erster Weltkrieg

Um 1850 beginnt die Industrialisierung in der Region Nancy. 1850 wird die Bahnstrecke Nancy-Metz eröffnet, 1851/52 die durchgehende Eisenbahnstrecke von Reims über Nancy nach Straßburg und von Metz über Saarbrücken nach Mannheim. 1871 werden die mehrheitlich deutschsprachigen Gebiete im Nordosten Lothringens zusammen mit dem Elsass von Preußen und seinen Verbündeten erobert (Deutsch-Französischer Krieg) und als Reichsland Elsass-Lothringen dem neu gegründeten Deutschen Reich einverleibt. Es entsteht eine leistungsfähige Schwerindustrie beiderseits der Grenze im Bereich Metz, Diedenhofen, Nancy. 1893 wird der Marne-Rhein-Kanal von Reims über Nancy und die Zaberner Steige nach Straßburg eröffnet. 1914-1918 im „großen Krieg” (Erster Weltkrieg) ist Lothringen Schauplatz fürchterlicher Schlachten, wie der Schlacht in Lothringen (1914) und der Schlacht um Verdun (1916). Nach dem (für das DR verlorenen) Krieg wird 1918 der nordöstliche Teil Lothringens durch den Versailler Vertrag vom Deutschen Reich getrennt und wieder Teil Frankreichs. Beginn der Unterdrückung der deutschen Sprache und Kultur: die französische Sprache gilt gesetzlich als alleinige Amts- und Schulsprache, auch für die mehrheitlich deutschsprachige Bevölkerung.

Zweiter Weltkrieg

Nach der Kapitulation Frankreichs zu Beginn des Zweiten Weltkriegs im Krieg gegen das „Dritte Reich” wird Lothringen 1940 von Truppen der reichsdeutschen Wehrmacht besetzt, der Regierungsbezirk Mosel (Département Moselle) als „CdZ-Gebiet Lothringen“ wird (faktisch) wieder an das Deutsche Reich angeschlossen und die deutschen Bewohner daher unter einem Chef der Zivilverwaltung als Reichsdeutsche behandelt (eine förmliche Eingliederung des Gebietes in das DR erfolgt nicht). Von 1944 bis 1945 wird Lothringen von alliierten Streitkräften besetzt und vom nationalsozialistischen Regime befreit. Die Region Lothringen wird wieder Teil der Republik Frankreich.

Bevölkerung

Die Region Lothringen hat heute ca. 2,3 Mio Einwohner. Die südlichen, zentralen und westlichen Teile Lothringens gehören von Alters her zum französischen, die nordöstlichen Teile Lothringens zum deutschen Sprachgebiet. Die französische Sprache, die der deutschlothringischen Bevölkerung im Nordosten Lothringens seinerzeit von Frankreich als Amts- und Schulsprache verordnet wurde, hat jedoch die deutsche Sprache (mittelfränkische Dialekte) mittlerweile weitestgehend verdrängt. In einigen (ländlichen) Gebieten werden allerdings noch - vorwiegend von der älteren Generation - die deutschen Mundarten (lothringisch, moselfränkischen und rheinfränkisch) gesprochen.

Wirtschaft

Die Region Lothringen erbringt 3,4% des französischen BIP (40,4 Mrd Euro). Schwerpunkt des wirtschaftlichen Lebens ist der Dienstleistungssektor, gefolgt von der Industrie. Die Montanindustrie hat ihre frühere Bedeutung verloren.

Bildung

In Lothringen gibt es zwei Universitäten, und zwar in Nancy und in Metz.

Lothringer Kreuz

Das Lothringer Kreuz war das Zeichen des Hauses Anjou, die bis 1473 in Lothringen herrschten. Bekannt wurde es vor allem als Symbol der französischen Exil-Regierung unter Charles de Gaulle.

Siehe auch


- Liste der Herzöge von Lothringen
- Liste der Präsidenten des Regionalrates von Lothringen seit 1986
- Liste deutsch-französischer Ortsnamen in Lothringen
- Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerkes "Lothringen" in (Bochum-) Gerthe, später Bergbau-A.G. "Lothringen", auch genannt "Lothringen"-Konzern, untergegangen in der Weltwirtschaftskrise Kategorie:Historisches Territorium Kategorie:Historische Landschaft ja:ロレーヌ地域圏 ko:로렌느 ms:Lorraine

Vertrag von Mersen

Vertrag von Meerssen ist die Bezeichnung des Vertrages, der am 8. August 870 in Meerssen bei Maastricht, in der heutigen Provinz Limburg (Niederlande), geschlossen wurde . In welchem Gebäude der Vertrag geschlossen oder unterzeichnet wurde, ist mangels urkundlicher und archäologischer Daten nicht mehr nachweisbar. Im Vertrag wird die Erbschaft Lothars II., eigentlich Lothringen, was bedeutet dasjenige, was Lothar zugehört, verteilt zwischen Karl dem Kahlen und Ludwig II. dem Deutschen. Karl bekam den südwestlichen Teil, Ludwig die nordöstliche Hälfte. Die Trennungslinie verlief ungefähr entlang der Flüsse Maas, Ourthe, Mosel, Marne, Saône und dann durch das Juragebirge. Damit kamen die politisch und wirtschaftlich wichtigen Städte und Gebiete Aachen, Holland und das Elsass an das spätere Heilige Römische Reich deutscher Nation. Der Vertrag war für die spätere politische Entwicklung Frankreichs und Deutschlands von großer Bedeutung. Siehe auch: Portal:Geschichte Kategorie:Deutsche Geschichte Kategorie:Lothringen Kategorie:Französische Geschichte Kategorie:Vertrag Kategorie:870

Westfrankenreich

Das Westfrankenreich war ein fränkisches Übergangsreich in den Jahren von 840 bis 877. Es entstand durch den Vertrag von Verdun (843) und wurde (870) durch den Vertrag von Mersen erweitert. Es war der Vorläufer Frankreichs und der Nachfolger Neustriens. Durchgehend regierte Karl II. der Kahle dieses Reich. Mit dem Vertrag von Verdun wurde das Frankenreich in drei Teile aufgeteilt:
- Westfrankenreich, das spätere Frankreich
- Ostfrankenreich, das spätere Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation
- Das Mittelreich, (auch Lotharii Regnum) wurde zunächst 855 geteilt (Prümer Teilung), aber bald darauf zu einem Teil auf die beiden anderen Reiche aufgeteilt (Vertrag von Mersen 870, Vertrag von Ribemont 880), zum anderen Teil entstanden auf dessen Boden die neuen Königreiche Niederburgund, Hochburgund und Italien. Diese wiederum verschmolzen zunächst mit dem Heiligen Römischen Reich, um dann später doch an Frankreich zu fallen (Burgund), oder sich in selbständige Kleinstaaten zu verwandeln (Italien). Kategorie:Staat (historisch) Kategorie:Mittelalter Kategorie:Europäische Geschichte ja:西フランク王国

1786

Ereignisse


- 7. Februar: Uraufführung des Singspiels Der Schauspieldirektor von Wolfgang Amadeus Mozart in Wien
- 1. Mai: Uraufführung der Oper Le nozze di Figaro (Die Hochzeit des Figaro) von Wolfgang Amadeus Mozart in Wien
- 8. August: Erstbesteigung des Mont Blanc durch Jacques Balmat and Michel Paccard
- Gottfried August Bürger veröffentlicht „Wunderbare Reisen ... des Freiherrn von Münchhausen
- Johann Wolfgang von Goethe veröffentlicht Iphigenie auf Tauris.

Kultur


- 31. Januar: Uraufführung der Oper Orpheus og Euridice von Johann Gottlieb Naumann in Kopenhagen
- 2. Februar: Uraufführung der Operette Die treuen Köhler von Justin Heinrich Knecht in Biberach
- 30. März: Uraufführung der Oper Il Giulio Sabino von Luigi Cherubini am King's Theatre in London
- 1. Mai: Uraufführung der Oper Le nozze di Figaro (Die Hochzeit des Figaro)]] von Wolfgang Amadeus Mozart am Burgtheater in Wien
- 14. Juli: Uraufführung der Oper Rosine ou L'Epouse abandónnée von François-Joseph Gossec in Paris
- 19. Januar: Uraufführung der tragischen Oper Gustav Wasa von Johann Gottlieb Naumann an der Königlichen Oper in Stockholm

Geboren


- 4. Februar: Maria Pawlowna, Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach († 1859)
- 24. Februar: Wilhelm Grimm, deutscher Sprachwissenschaftler und Schriftsteller (Grimms Märchen) († 1859)
- 26. Februar: Dominique Francois Jean Arago, französischer Physiker († 1853)
- 17. Januar: Nikolaus Nack, Kaufmann und Politiker († 1860)
- 3. Februar: Wilhelm Gesenius, Theologe, Sprachgelehrter († 1842)
- 4. Februar: Maria Pawlowna, Großherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach († 1859)
- 11. Februar: Ioannis Kapodistrias, Politiker (Griechenland) († 1831)
- 24. Februar: Wilhelm Grimm, deutscher Sprach- und Literaturwissenschaftler († 1859)
- 26. Februar: Dominique Francois Jean Arago, französischer Physiker († 1853)
- 22. März: Joachim Lelewel, polnischer Historiker und Freiheitskämpfer († 1861)
- 22. März: Joachim Lelewel, polnischer Historiker und Freiheitskämpfer († 1861)
- 25. März: Giovanni Battista Amici, italienischer Gelehrter († 1863)
- 1. April: William Mulready, irischer Maler († 1863)
- 2. April: Eduard von Raczynski, Polnischer Adliger, Gründer der Raczynski-Bibliothek († 1845)
- 9. April: Adolf Bäuerle, österreichischer Schriftsteller († 1859)
- 15. April: John Franklin, englischer Polarforscher († 1847)
- 16. April: Albrecht Adam, deutscher Schlachtenmaler († 1862)
- 17. April: Charles-Angélique Huchet, comte de Labédoyère, französischer Generalleutnant († 1815)
- 18. April: Xaver Schnyder von Wartensee, Schweizer Komponist und Musikautor († 1868)
- 24. Mai: Ludwig Börne, deutscher Schriftsteller († 1837)
- 28. Mai: Louis McLane, US-amerikanischer Außenminister († 1857)
- 13. Juni: Winfield Scott, US-amerikanischer Militär und Oberbefehlhaber († 1866)
- 19. Juni: Fjodor Nikolajewitsch Glinka, russischer Schriftsteller († 1880)
- 26. Juni: Sunthorn Pu, thailändischer Dichter († 1905)
- 17. August: Davy Crockett, US-amerikanischer Politiker und Kriegsheld († 1836))
- 17. August: Victoria von Sachsen-Coburg-Saalfeld, Mutter der englischen Königin Victoria († 1861)
- 18. August: Otto Graf von Loeben, deutscher Dichter († 1825)
- 25. August: Ludwig I., König von Bayern († 1868)
- 27. August: Johannes Voigt, Historiker und Vater des Humanismusforschers Georg Voigt († 1863)
- 31. August: Michel Eugène Chevreul, französischer Chemiker († 1889)
- 11. September: Friedrich Kuhlau, deutscher Komponist († 1832)
- 18. September: Christian VIII. (Dänemark), König von Dänemark von 1839 bis 1848 († 1848)
- 18. September: Justinus Kerner, deutscher Arzt und Dichter († 1862)
- 18. September: Robert Heriot Barclay, britischer Marineoffizier († 1837)
- 22. September: Karl Benjamin Preusker, Vorkämpfer der Volksbüchereibewegung († 1871)
- 10. November: Franz Carl Adelbert Eberwein, Musikdirektor und Dirigent in Weimar († 1868)
- 18. November: Carl Maria von Weber, deutscher Komponist († 1826)

Gestorben


- 4. Januar: Moses Mendelssohn, deutscher Philosoph jüdischen Glaubens (
- 1729)
- 26. Januar: Hans Joachim von Zieten, berühmtester Reitergeneral der preußischen Geschichte und enger Vertrauter König (
- 1699)
- 8. Februar: Johann Kaspar Riesbeck, Jurist, deutscher Schriftsteller, Schauspieler und Illuminat (
- 1754)
- 7. März: Franz Benda, Violinist und Komponist (
- 1709)
- 10. April: John Byron, englischer Südseeforscher (
- 1723)
- 20. April: John Goodricke, englischer Astronom (
- 1764)
- 9. Mai: Johann Melchior Goeze, protestantischer Theologe (
- 1717)
- 21. Mai: Carl Wilhelm Scheele, schwedischer Chemiker (
- 1742)
- 25. Mai: Peter III. (Portugal), König von Portugal aus dem Hause Braganza (
- 1717)
- 21. Juni: George Hepplewhite, englischer Kunsttischler
- 17. August: Friedrich II. (der Große) von Preußen (
- 1712)
- 5. Oktober: Johann Gottlieb Gleditsch, deutscher Arzt und Botaniker (
- 1714)
- 6. Oktober: Antonio Sacchini, italienischer Komponist, (
- 1730)
- 17. Oktober: Johann Ludwig Aberli, schweizerischer Maler (
- 1723)
- 25. November: Nathanael Gottfried Leske, deutscher Naturforscher (
- 1751)
- 20. Dezember: Philipp Ernst Lüders, aufgeklärteter Landwirtschaftsreformer, Pädagoge und Agrarökonomen (
- 1702) ko:1786년

Mont Blanc

Der Mont Blanc [], auf italienischer Seite als Monte Bianco [] bezeichnet (beides „weißer Berg“), ist mit 4.792 m Höhe der höchste Berg der Alpen. Das gesamte Montblanc-Massiv gehört zu den Savoyer Alpen. Vom Gipfel bis zu einer Höhe von 2.440 m herab sind seine Hänge mit einer Eiskappe bedeckt, die bis zu 28 m dick ist. Der Mont Blanc besteht aus Granit und hat zwei völlig verschiedene Gesichter: Im Norden ist er rundlich und fast vollständig vergletschert, von Süden erscheint er als markanter Felsklotz mit steilen Wänden. Nach Nordwesten entsendet er den Bossesgrat in Richtung auf den Dome du Gouter und die Aiguille du Gouter, nach Nordosten den Verbindungsgrat zu seinen Trabanten Mont Maudit und Mont Blanc du Tacul. Nach Süden entsendet er zwei wilde Felsgrate, die über 3.500 Höhenmeter bis ins italienische Val Veni hinunterreichen, den Brouillardgrat (im Westen) und den Peutereygrat (im Osten), dazwischen den kleinen Innominatagrat und den Freney-Pfeiler. Die vom Mont Blanc abfließenden Gletscher erreichen auf der italienischen Südseite den flachen Talboden, mit der Besonderheit, dass ihr Umfang in den vergangenen 150 Jahren kaum geschrumpft ist (Glacier/Ghiacciaio de Miage, Glacier/Ghiacciaio de/della Brenva). Auf der französischen Nordseite erreicht einer der Gletscher (Glacier des Bossons) ebenfalls beinahe den Talboden. Glacier des Bossons Seine politische Zuordnung zu Frankreich oder Italien ist seit langem umstritten. So beansprucht Frankreich die Gipfelregion des Mont Blanc für das französische Département Haute-Savoie, das auch die Bergwacht und Verwaltung übernimmt. Hingegen wird von Italien behauptet, die Grenze verlaufe genau über den Gipfel. Bestiegen wurde der Mont Blanc erstmals am 8. August 1786 auf Initiative des Genfers Horace Bénédict de Saussure von Jacques Balmat und Michel-Gabriel Paccard. Am 18. Juli 1861 gelang Bergführer Johann Josef Benet (1824–1864) von Steinhaus VS außerdem die Erstbestigung des Mont Blanc über die Normalroute gemeinsam mit Leslie Stephen und F.-F. Tuckett mit Melchior Anderegg sowie Peter Perren. Die Besteigung war Ausdruck der schwindenen Angst der Menschen vor den Gefahren der Berge und einer (teilweise verklärten) Hinwendung zur Natur im Rokoko. Gleichzeitig war sie Startsignal für den Alpinismus. Gemalt wurde der Mont Blanc (u. a.) 1821 von Carl Gustav Carus. Carl Gustav Carus Bei der letzten GPS-Messung durch die französische Vermessungsbehörde Institut Géographique National (IGN) am 6. September 2003 betrug die Höhe des Mont Blanc 4808,45 m +/- 10 cm im französischen Höhensystem. Das entspricht einer Höhe von 4.808,70 m über NN. Am 25. Mai 2004 führte das französische Laboratoire de Glaciologie et Géophysique de l'Environnement (LGGE) des CNRS Grenoble zusammen mit der ETH Zürich eine Vorexpedition für eine 2005 geplante Eiskernbohrung im Gipfelgletscher durch, bei der mittels Radarmessung die Dicke der Eisdecke bis zum Felsuntergrund ermittelt wurde. Am 2. August 2004 wurden die Ergebnisse in Chamonix veröffentlicht: Danach ist der höchste Felsgipfel ohne Eisdecke nur 4.792 m hoch und liegt ca. 40 m westlich des höchsten Punktes des Gipfelgletschers. Die Eisdecke über dem höchsten Felsgipfel ist 14 m dick, während sie am traditionellen Gipfel eine Dicke von 28 m aufweist. Ob der Mont Blanc auch der höchste Berg Europas ist, ist ebenfalls nicht ganz unumstritten. Zuweilen wird ihm diese Position vom Elbrus im Kaukasus streitig gemacht, der eine Höhe von 5.642 m misst. Die Klärung dieser Frage hängt davon ab, wie der Verlauf der Innereurasischen Grenze, der Grenze zwischen Europa und Asien, im Bereich zwischen Schwarzem Meer und Kaspischem Meer definiert wird. Auf den 3.842 m hohen Nebengipfel Aiguille du Midi führt eine Seilbahn sowohl von Chamonix als auch von Entrèves. Der Mont Blanc kann mit dem Auto durch den Mont-Blanc-Tunnel durchquert werden. Die Länge des Tunnels beträgt elf Kilometer. Die Kosten für die Durchfahrt betragen für einen Pkw 30,50 Euro (Stand am 31. Juli 2005).

Weblinks


- [http://4000er.de/gipfel.php?vid=83 Mont Blanc (Die Viertausender der Alpen)]
- [http://userpage.fu-berlin.de/~tmuehle/europa/europa/europa_mount-elbrus.htm Elbrus – Der höchste Berg Europas?]
- [http://www.diealpen.at Bilder vom Mont-blanc auf dieAlpen.at]

Einzelgipfel der Berggruppe


- Mont Blanc (4.808 m)
- Mont Maudit (4.465 m)
- Dôme du Goûter (4.304 m)
- Mont Blanc du Tacul (4.248 m)
- Grandes Jorasses (4.208 m)
- Aiguille Verte (4.122 m)
- Aiguille de Peuterey (4.107 m)
- Aiguille de Bionnassay (4.052 m)
- Dôme de Rochefort (4.015 m)
- Aiguille du Géant (4.012 m)
- Aiguille du Dru (3.754 m)

Literatur

Stefano Ardito: Mont Blanc. Die Eroberung eines Bergmassivs. K. Müller Verlag, Erlangen 1996, ISBN 3-86070-294-7 Kategorie:Berg in Frankreich Kategorie:Berg in Italien Kategorie:Alpen Kategorie:Viertausender ja:モンブラン

Michel Paccard

Michel-Gabriel Paccard (
- 1757; † 1827) war Arzt in Chamonix. Ihm gelang gemeinsam mit Jacques Balmat am 8. August 1786 die Erstbesteigung des Mont Blanc (Frankreich), dem höchsten Berg der Alpen. Paccard, Michel-Gabriel Paccard, Michel-Gabriel Paccard, Michel-Gabriel

August Bebel

Ferdinand August Bebel (
- 22. Februar 1840 in Köln-Deutz; † 13. August 1913 in Passugg, Schweiz) war ein Führer der Arbeiterbewegung, sozialistischer Politiker und Mitbegründer der SPD. August Bebel wurde in ärmlichen Verhältnissen als Sohn des Unteroffiziers Johann Gottlob Bebel und dessen Frau Wilhelmine Johanna Bebel geborene Simon in Köln-Deutz geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters, der 1844 mit 35 Jahren der Lungentuberkulose erlag, heiratete seine Mutter dessen Zwillingsbruder, der jedoch ebenfalls nach zwei Jahren verstarb. Auch Augusts Geschwister starben früh. Da die verwitwete Mutter keine Pensionsansprüche hatte, übersiedelte sie verarmt zu ihrer Familie nach Wetzlar, wo August mit Hilfe einer wohltätigen Stiftung die Volksschule besuchen konnte. Von 1854 bis 1857 lernte August hier auch das Drechslerhandwerk. Nach Gesellen- und Wanderjahren ließ er sich 1860 in Leipzig nieder, wo er in der bürgerlichen Bildungsvereinsbewegung Fuß fasste. 1866 gründete er zusammen mit Wilhelm Liebknecht die radikaldemokratische Sächsische Volkspartei, 1869 ebenfalls mit Liebknecht die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP). 1867 wurde er in den Norddeutschen Reichstag gewählt, in dem er am 26. November 1870 „Frieden mit der französischen Nation, unter Verzichtleistung auf jede Annexion“ forderte und sich mit der Pariser Kommune solidarisierte. Es folgten eine einhundertzweitägige Untersuchungshaft und 1872 die Verurteilung im Leipziger Hochverratsprozess (einem Schauprozess) zu zwei Jahren Festungshaft und wegen Majestätsbeleidigung zu neun Monaten Gefängnis. Während der Haft bildete er sich selbst fort und sprach von seiner „Haftuniversität“. 1875 war er maßgeblich an der Vereinigung mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (Ferdinand Lassalle) zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) beteiligt. SAPD Nach seiner Ausweisung aus Leipzig auf Grund des Sozialistengesetzes als sozialdemokratischer Agitator ließ sich Bebel in Borsdorf bei Leipzig nieder. Bis 1889 war er geschäftlich für den Vertrieb seiner Leipziger Drechslereiwarenfirma tätig. Die Geschäftsreisen im ganzen Reich verband er mit seiner Parteiarbeit. Auch unter dem Sozialistengesetz wurde Bebel zu Gefängnisstrafen verurteilt, 1883 zu vier Monaten, 1886 im Freiberger Geheimbundprozess zu neun Monaten Gefängnis. Bebel war von der Richtigkeit des Marxismus überzeugt und ein entschiedener Gegner des Revisionismus. Dessen ungeachtet achtete er in der parlamentarischen und parteipolitischen Arbeit stets darauf, konkrete soziale Reformen durchzusetzen. Bebel erwartete die Revolution als sich gesetzmäßig ereignenden "großen Kladderadatsch", den die Sozialdemokratie nicht gezielt herbeizuführen bemüht sein müsse. Seine beiden wichtigsten Schriften Unsere Ziele (1870) und Die Frau und der Sozialismus (1883) erreichten hohe Auflagen. Bis zu seinem Tod blieb Bebel der allseits anerkannte Führer der deutschen Sozialdemokratie. August Bebel war nach dem Tod von Wilhelm Liebknecht am 7. August 1900 zusammen mit Paul Singer Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und von 1871 bis 1913 Mitglied des Reichstages (ausgenommen 1882-1883). Bebel lebte zunächst in Leipzig und nach 1890 viele Jahre in Berlin-Schöneberg in der Großgörschenstraße 22, der Hauptstraße 84, der Habsburger Straße 5 und zuletzt in der Hauptstraße 97 (Gedenktafel über dem Eingang). Am 13. August 1913 starb er in Passugg in der Schweiz während eines Sanatoriumaufenthaltes an Herzversagen. Er wurde in Zürich, wo seine Tochter lebte, beigesetzt. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Sihlfeld.

Werke


- Die Frau und der Sozialismus, 1879; online: http://www.mlwerke.de/beb/beaa/beaa_000.htm (62. Auflage, Berlin/DDR, 1973, S. 1-557)
- Unsere Ziele, 1870
- Aus meinem Leben, Bd. 1-3, 1910, 1911, 1914
  - [http://www.gutenberg.org/etext/12267 Band 1]
  - [http://www.gutenberg.org/etext/13690 Band 2]

Literatur


- Brigitte Seebacher-Brandt: Bebel - Künder und Kärrner im Kaiserreich, Verlag J.H.W. Dietz Nachf., Berlin/Bonn 1988, ISBN 3-8012-0137-6
- Christian Graf von Krockow: Porträts berühmter deutscher Männer - Von Martin Luther bis zur Gegenwart, München 2001 (List-Verlag), S. 235-288 (ISBN 3-548-60447-1)
- Francis L. Carsten: August Bebel und die Organisation der Massen, Siedler Verlag 1991, ISBN 3-88680-371-6

Weblinks


-
- [http://www.august-bebel-gesellschaft.de August-Bebel-Gesellschaft] Bebel, August Bebel, August Bebel, August Bebel, August Bebel, August Bebel, August

Wilhelm Liebknecht

)]] Wilhelm Liebknecht (
- 29. März 1826 in Gießen; † 7. August 1900 in Berlin), Vater von Theodor und Karl Liebknecht, war einer der Gründerväter der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Er war als radikaldemokratischer Revolutionär aktiv an der Märzrevolution von 1848/49 in Baden beteiligt. Beruflich betätigte er sich unter anderem als Journalist. Nach 13 Jahren des Exils in der Schweiz und in England, wo er sich als Mitglied des Bundes der Kommunisten unter dem Einfluss von Karl Marx und Friedrich Engels marxistischen Positionen annäherte, wurde er während der ersten Jahrzehnte des deutschen Kaiserreichs zu einem der profiliertesten sozialistischen Politiker im Reichstag. Dort war er ein bedeutender Kontrahent des Reichskanzlers Otto von Bismarck.

Bedeutung und Wirkung Liebknechts

Liebknecht erlangte historische Bedeutung als einer der Begründer der parteipolitisch organisierten deutschen Sozialdemokratie. Seine Biographie ist eng mit der Entwicklung der Arbeiterbewegung Deutschlands und Europas im 19. Jahrhundert verbunden. Er war Mitbegründer der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) und deren Vorgängerparteien Sächsische Volkspartei, Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) und Sozialistische Arbeiterpartei (SAP des 19. Jahrhunderts). Für die entsprechenden Parteien war er von 1867 bis 1871, und - nach einer Unterbrechung - erneut ab 1874 bis zu seinem Lebensende Abgeordneter im Reichstag - zuerst dem Parlament/Reichstag des Norddeutschen Bundes, dann des nachfolgenden deutschen Kaiserreichs. Zusätzlich war Liebknecht von 1879 bis 1885 und von 1889 bis 1892 Mitglied des Sächsischen Landtags. Mit seinen radikaldemokratischen und revolutionär-marxistischen Positionen hatte er wesentlichen Anteil daran, dass die SPD des 19. Jahrhunderts ideologisch an diesen Inhalten ausgerichtet wurde. Aufgrund seiner oppositionellen Haltung, aus der heraus Wilhelm Liebknecht die herrschenden monarchistischen Staatsstrukturen und die deutsche Regierungspolitik in der Zeit des „Wilhelminismus“ und davor scharf kritisierte, wurde er mehrfach wegen Hochverrat, Majestätsbeleidigung und ähnlicher politischer Vergehen angeklagt. Insgesamt verbrachte er etwa 5 Jahre seines Lebens in (politisch begründeter) Haft. Liebknecht war außerdem als Vertreter einer internationalistischen Orientierung der Arbeiterbewegung vor dem Hintergrund seiner antimilitaristischen Haltung mit dem Ziel von Völkerverständigung und Frieden zwischen den Staaten, maßgeblich an der Gründung der zweiten - bzw. der ursprünglichen Sozialistischen Internationale - beteiligt, und trug dazu bei, dass die SPD als deren deutsche Sektion zur weltweit stärksten und einflussreichsten sozialistischen Partei seiner Zeit wurde.

Leben

Nach dem Tod seiner Eltern, dem hessischen Regierungsbeamten Ludwig Christian Liebknecht und dessen Frau Katharina (geb. Hirsch) wuchs der zu diesem Zeitpunkt 6-jährige Wilhelm ab 1832 bei Verwandten in seinem Geburtsort Gießen auf. Dort besuchte er auch die Schule, die er 1842 mit Gymnasialabschluss beendete.

Studium und Beteiligung an der Märzrevolution (1842 - 1849)

Gießen, 1847]] Liebknecht studierte von 1843 bis 1846 zuerst in seiner Heimatstadt Gießen Philologie und evangelische Theologie, dazwischen auch ein Semester Philosophie in Berlin. Im Herbst 1846 schrieb er sich für das Fach Philosophie an der Universität Marburg ein. Neben dem Studium absolvierte er zwei Handwerkerlehren: in Gießen lernte er Zimmermann, in Marburg Büchsenmacher. Dies, so nahm er an, würde ihm bei seiner zeitweilig aus politischen Gründen erwogenen Auswanderung nach Amerika helfen, vor Ort zurecht zu kommen. Als Student kam er noch zur Zeit des Vormärz in Kontakt mit der Burschenschaftsbewegung, die sich damals für demokratische Rechte und die nationale Einigung des Deutschen Bundes in einem gesamtdeutschen Nationalstaat einsetzte. Viele der in Corps und Burschenschaften organisierten Studenten standen zu dieser Zeit, aufgrund der repressiven Karlsbader Beschlüsse von 1819 häufig aus dem illegalen Untergrund heraus, in Opposition zur seit dem Wiener Kongress von 1814/1815 herrschenden reaktionären Restaurationspolitik, die wesentlich vom österreichischen Staatskanzler Fürst von Metternich geprägt war. Dabei war Liebknecht eher von den frühsozialistischen Vorstellungen Saint-Simons als von nationalstaatlichen Ideen beeinflusst, was ihn nicht davon abhielt, studentischen Corps beizutreten. So trat er 1846 in Gießen in das Corps Rhenania ein. In Marburg wurde er am 12. Januar 1847 in das Corps Hasso-Nassovia aufgenommen. Danach war er auch an der Gründung eines nur kurzzeitig bestehenden Corps Rhenania in Marburg beteiligt. Liebknecht sah sich veranlasst, Marburg noch vor Abschluss seines Studiums im Sommer 1847 fluchtartig zu verlassen, da ihm wegen der Teilnahme an einem öffentlichen Vivat für Sylvester Jordan, als Schöpfer der kurhessischen Verfassung einer der damals bekanntesten politischen Strafgefangenen in Hessen, polizeiliche und juristische Repressalien drohten. Ein Freund hatte ihn vor einer anstehenden Verhaftung gewarnt. Nach seiner Flucht in die Schweiz arbeitete Liebknecht 1847/48 als Lehrer an einer Züricher "Musterschule" des Reformpädagogen Friedrich Wilhelm August Fröbel, dem Begründer der Kindergärten, und machte erste journalistische Erfahrungen als Korrespondent der "Mannheimer Abendzeitung". Die Auslösung der bürgerlichen Februarrevolution 1848 in Frankreich führte ihn nach Paris, wo er aktiv auf der Seite der Aufständischen an den revolutionären Kämpfen teilnahm. Die Februarrevolution, die zur Ausrufung der 2. französischen Republik führte, bildete den Funken für den Beginn der Märzrevolution in den Staaten des Deutschen Bundes; - dort zuerst im Großherzogtum Baden. Die badische Revolution war als regionaler Bestandteil der Märzrevolution diejenige, in der die weitestgehenden Forderungen nach Demokratie und sozialen Veränderungen zugunsten der sozial benachteiligten Bevölkerungsschichten (im Wesentlichen Handwerksgesellen, Arbeiter und Bauern ohne Landbesitz) vertreten wurden. Im September 1848 beteiligte sich Liebknecht am Aufstand des radikaldemokratischen Revolutionärs Gustav Struve im badischen Lörrach. Nach dessen Niederschlagung wurde Wilhelm Liebknecht verhaftet. Während seiner Gefangenschaft in Freiburg verliebte sich der damals 22jährige in die 6 Jahre jüngere Ernestine Landolt, eine Tochter des Gefängnisaufsehers, die später Liebknechts erste Ehefrau werden sollte. Im Mai 1849 kam er nach etwa 7 Monaten Untersuchungshaft wieder auf freien Fuß, nachdem in der Bundesfestung Rastatt mit einer Meuterei der badischen Garnison am 11. Mai 1849 der badische Maiaufstand im Rahmen der Reichsverfassungskampagne begonnen hatte. Liebknecht schloss sich während dieser letzten Phase der