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8. Juli

8. Juli

Der 8. Juli ist der 189. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 190. in Schaltjahren) - somit bleiben noch 176 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1455 - Altenburger Prinzenraub: Initiiert von Kunz von Kaufungen werden die beiden Söhne des sächsischen Kurfürsten aus dem Altenburger Schloss entführt.
- 1497 - Vasco da Gama verlässt den Hafen Rastello bei Lissabon mit vier Schiffen um Indien zu finden.
- 1709 - Der Sieg der russischen Armee unter Peter dem Großen in der Schlacht bei Poltawa entscheidet den Großen Nordischen Krieg.
- 1758 - In der Schlacht bei Ticonderoga (Nordamerika) erleidet eine britische Armee unter General James Abercrombie eine schwere Niederlage gegen die von Louis-Joseph de Montcalm geführten Franzosen
- 1760 - Im Franzosen- und Indianerkrieg kommt es mit dem Gefecht auf dem Restigouche-Fluss zum letzten Versuch der Franzosen, ihre Besitzungen in Neufrankreich zu halten.
- 1810 - Napoleon annektiert die Niederlande.
- 1816 - Argentinien. Die Spanier werden aus dem La Plata-Gebiet vertrieben.
- 1853 - Der US-amerikanische Commodore Matthew Calbraith Perry erzwingt die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Japan indem er mit seinen Kriegsschiffen in die Bucht von Tokyo eindringt.
- 1859 - Karl XV. besteigt den Thron von Schweden und Norwegen.
- 1864 - Deutsch-Dänischer Krieg
- 1889 - Die Erstausgabe des Wall Street Journal wird veröffentlicht.
- 1908 - Das Kaiserliche Patentamt erteilt Melitta Bentz Gebrauchsmusterschutz auf ihre Erfindung eines Kaffeefiltriersystems.
- 1928 - Das Luftschiff LZ 127 wird auf den Namen „Graf Zeppelin“ getauft.
- 1953 - In Deutschland wird für Bundestagswahlen eine bundesweit geltende Fünf-Prozent-Hürde eingeführt.
- 1966 - Burundi. Ndizeye setzt seinen Vater, König Mwami Mwambutsa II. während Abwesenheit ab und besteigt als König Mwami Ntare V. selbst den Thron.
- 1973 - Italien. Mariano Rumor wird neuer Regierungschef.
- 1986 - Deutschland. Der Siemens-Manager und Atomphysiker Karl Heinz Beckurts wird durch einen RAF-Bombenanschlag in der Nähe Münchens getötet.
- 1989 - In Argentinien wird der peronistische Wahlsieger Carlos Menem nach dem vorzeitigen Rücktritt seines Amtsvorgängers Raúl Alfonsín als neuer Staatspräsident vereidigt.
- 1992 - Dr. Thomas Klestil wird Bundespräsident in Österreich
- 1994 - Gründung der Wirtschaftsunion zwischen Kirgisistan, Kasachstan und Usbekistan
- 1996 - Guinea. Sidia Touré wird Regierungschef.
- 1997 - Unterzeichnung der NATO-Ukraine-Charta
- 1999 - Bundeskanzler Gerhard Schröder zu Besuch beim ukrainischen Präsidenten Leonid Kutschma in Kiew, Ukraine. 2000 - In Großbritannien beginnt der Verkauf des vierten Harry Potter-Romans. „Harry Potter und der Feuerkelch” verkauft sich am Erscheinungstag über 370 000 mal
- 2001 - Chile. Ein Berufungsgericht beschließt die Aussetzung des Verfahrens gegen den Ex-Diktator Augusto Pinochet Ugarte.
- 2003 - Der Start der Raumsonde Opportunity zur geologischen Erforschung des Planeten Mars verläuft erfolgreich.
- 2003 - Rund 50 Stunden nach der am 6. Juli begonnenen weltweit ersten Trennung erwachsener Siamesischer Zwillinge sterben die Schwestern Ladan und Laleh Bijani (29) kurz nacheinander an den Folgen des Eingriffs
- 2004 - Heinz Fischer wird als österreichischer Bundespräsident angelobt (vereidigt).
- 2005 - G8-Gipfel in Gleneagles/Großbritannien Schwerpunktthemen Afrika und Klimawandel

Katastrophen


- 1965 - British Columbia, Kanada. Kollision einer Douglas DC-6B der Canadian Pacific Airlines, wahrscheinlich ausgelöst durch Sabotage. Alle 52 Menschen an Bord sterben.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1990 - Durch einen von Brehme verwandelten Foulelfmeter gewinnt die DFB-Auswahl das Finale der 14. Fußball-WM gegen die argentinische Nationalmannschaft mit 1:0 und wird zum dritten Mal Weltmeister. 1995 - Steffi Graf gewinnt zum sechsten Mal das Tennis-Turnier von Wimbledon

Geboren


- 1545 - Don Carlos, spanischer Kronprinz
- 1621 - Jean de La Fontaine, französischer Schriftsteller und Dichter
- 1810 - Gabriel Gustav Valentin, deutscher Arzt und Physiologe
- 1810 - Johanna Kinkel, deutsche Komponistin
- 1822 - Friedrich Kaulbach, deutscher Maler
- 1836 - Emil Jacobsen, deutscher Chemiker und Schriftsteller
- 1836 - Joseph Chamberlain, britischer Staatsmann
- 1838 - Ferdinand Graf von Zeppelin, General, deutscher Unternehmer und Luftschiffbauer
- 1839 - John D. Rockefeller, US-amerikanischer Unternehmer
- 1851 - Arthur Evans, britischer Archäologe
- 1867 - Käthe Kollwitz, deutsche Graphikerin, Bildhauerin und Malerin
- 1871 - Walter Breisky, österreichischer Beamter, Politiker und Bundesminister
- 1885 - Ernst Bloch, deutscher Philosoph
- 1890 - Hanns Johst, deutscher Dramatiker und Hofdichter der Nazis
- 1890 - Walter Hasenclever, expressionistischer deutscher Schriftsteller
- 1892 - Dion O'Banion, Gangster und Rivale von Al Capone
- 1893 - Fritz Perls, Psychiater und Psychotherapeut
- 1894 - Pjotr Kapiza, russischer Physiker
- 1895 - Hubert Materlik, deutscher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
- 1895 - Igor Tamm, sowjetischer Physiker
- 1900 - George Antheil, US-amerikanischer Komponist und Pianist
- 1906 - Max Strecker, deutscher Schauspieler
- 1906 - Philip Johnson, US-amerikanischer Architekt
- 1907 - Otto Kranzbühler, Verteidiger von Karl Dönitz bei den Nürnberger Prozessen
- 1908 - Harald Reinl, deutscher Filmregisseur und Drehhbuchautor
- 1908 - Louis Jordan, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1908 - Nelson A. Rockefeller, US-amerikanischer Politiker, Vizepräsident unter Gerald Ford
- 1913 - Billy Eckstine, US-amerikanischer Bandleader
- 1914 - Kurt Barthel, deutscher Schriftsteller, Lyriker, Dramatiker und Dramaturg
- 1916 - Peter Pasetti, deutscher Schauspieler
- 1919 - Walter Scheel, deutscher Politiker, 4. Bundespräsident
- 1925 - Marco Cé, emeritierter Patriarch von Venedig und Kardinal
- 1926 - Elisabeth Kübler-Ross, schweizerisch-amerikanische Medizinerin
- 1931 - Jürgen Böttcher, Maler und Regisseur
- 1932 - Jerry Vale, US-amerikanischer Sänger
- 1933 - Marty Feldman, englischer Komiker
- 1934 - Anton Schwarzkopf, deutscher Konstrukteur von Attraktionen und Achterbahnen
- 1935 - Steve Lawrence, US-amerikanischer Sänger
- 1940 - Peter Danckert, deutscher Politiker und MdB
- 1944 - Jai Johanson, US-amerikanischer Musiker
- 1945 - Herbert Schirmer, war Minister für Kultur der DDR
- 1945 - Micheline Calmy-Rey, Schweizer Politikerin und Bundesrat
- 1945 - Ricky Wolff, britischer Musiker
- 1947 - Willie Wilson, britischer Musiker
- 1951 - Anjelica Huston, US-amerikanische Schauspielerin
- 1952 - Ulrich Wehling, deutscher Skisportler
- 1955 - Patrick Streiff, Bischof der evangelisch-methodistischen Kirche
- 1956 - Millard Hampton, US-amerikanischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1957 - Thomas Fuchsberger, deutscher Komponist
- 1958 - Kevin Bacon, US-amerikanischer Schauspieler
- 1959 - Sabine Knoll, deutsche Schauspielerin
- 1961 - Andy Fletcher, britischer Musiker
- 1961 - Toby Keith, US-amerikanischer Country-Musiker
- 1962 - Johan Gielis, belgischer Ingenieur, Wissenschaftler, Mathematiker und Unternehmer
- 1964 - Linda de Mol, niederländische Showmasterin
- 1965 - John Shackley, britischer Schauspieler
- 1969 - Joana Schümer, deutsche Schauspielerin
- 1976 - Wang Liping, chinesische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 1981 - Anastasia Myskina, russische Tennisspielerin
- 1984 - Alexis Dziena, US-amerikanische Schauspielerin

Gestorben


- 1153 - Eugen III., Papst von 1145 bis 1153
- 1184 - Otto I., zweiter Markgraf von Brandenburg
- 1249 - Alexander II., von 1214 bis 1249 König von Schottland
- 1261 - Adolf IV., Graf von Schauenburg und Holstein
- 1390 - Albert von Sachsen, deutscher Mathematiker und Logiker
- 1538 - Diego de Almagro, spanischer Konquistador
- 1597 - Luis Frois, portugiesischer Missionar der Gesellschaft Jesu
- 1623 - Alessandro Ludovisi, Papst von 1621 bis 1623
- 1623 - Gregor XV., Papst von 1621 bis 1623
- 1636 - John Hepburn, schottischer Heerführer, Marschall von Frankreich
- 1681 - Georg Neumark, deutscher Komponist von Kirchenliedern
- 1689 - Luise Christine von Savoyen-Carignan, Mutter von Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden
- 1695 - Christiaan Huygens, niederländischer Astronom, Mathematiker und Physiker
- 1753 - Federico Bencovich, italienischer Maler
- 1822 - Percy Bysshe Shelley, britischer Schriftsteller
- 1827 - Robert Surcouf, französischer Marineoffizier und Korsar
- 1832 - Henry Raeburn, britischer Maler
- 1843 - Washington Allston, US-amerikanischer Maler und Dichter
- 1850 - Adolph Friedrich, Herzog von Cambridge, britischer Feldmarschall
- 1855 - William Edward Parry, britischer Admiral und Polarforscher
- 1859 - Oskar I., König von Schweden und Norwegen
- 1878 - Franz Xaver Winterhalter, deutscher Portraitmaler und Lithograf
- 1884 - Prof. Georg Eberlein, deutscher Baumeister und Maler
- 1895 - Johann Josef Loschmidt, österreichischer Physiker und Chemiker
- 1898 - Jefferson Randolph Smith, US-amerikanischer Geschäftsmann
- 1913 - Louis Hémon, französischer Schriftsteller
- 1916 - Henriette Johanne Marie Müller, Hamburger Original
- 1928 - Erich Adickes, deutscher Philosoph
- 1941 - Agnes Straub, deutsche Schauspielerin
- 1943 - Jean Moulin, französischer Kämpfer der Résistance
- 1946 - Alexander Wassiljewitsch Alexandrow, russischer Komponist
- 1948 - Bruno H. Bürgel, Astronom, Schriftsteller und Publizist
- 1952 - Karl Jakob Hirsch, deutscher Künstler und Schriftsteller
- 1962 - Gustav Gundelach, deutscher Politiker
- 1967 - Vivien Leigh, britische Film- und Theaterschauspielerin
- 1975 - Lennart Skoglund, schwedischer Fußballspieler
- 1977 - Katherine Stinson, US-amerikanische Flugpionierin
- 1979 - Robert Burns Woodward, Chemiker
- 1979 - Shinichiro Tomonaga, japanischer Physiker
- 1984 - Franz Fühmann, deutscher Schriftsteller
- 1984 - José Humberto Quintero Parra, Erzbischof von Caracas und Kardinal
- 1985 - Simon Kuznets, Nobelpreisträger und Ökonom
- 1988 - Ray Barbuti, US-amerikanischer American-Football-Spieler, Leichtathlet und Olympiasieger
- 1989 - August Haußleiter, deutscher Politiker und Journalist
- 1994 - Kim Il-sung, kommunistischer Machthaber Nordkoreas
- 1995 - Günter Bialas, deutscher Komponist
- 1999 - Charles Conrad, US-amerikanischer Astronaut
- 1999 - Günter Caspar, Cheflektor des Aufbau Verlages
- 2001 - Christl Haas, österreichische Skirennläuferin
- 2002 - David McWilliams, englisch/irischer Musiker
- 2003 - Armin Mohler, deutscher Publizist
- 2003 - Lewis Alfred Coser, US-amerikanischer Soziologe
- 2004 - Chlodwig Poth, deutscher Humorist, Zeichner und Karikaturist
- 2004 - Jean Lefebvre, französischer Schauspieler
- 2005 - Peter Boenisch, deutscher Journalist

Feier- und Gedenktage

Kilianstag

Siehe auch

:7. Juli - 9. Juli :8. Juni - 8. August :Historische Jahrestage - Zeitskala :Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0708 ja:7月8日 ko:7월 8일 simple:July 8 th:8 กรกฎาคม

Gregorianischer Kalender

Der gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.

Gregorianische Kalenderreform

Kalender Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand. Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform. Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt. Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann. Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.

Die Schaltregeln


- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.) oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.

Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern

Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt. Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen. Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.

Charakteristika

Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen. Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird. Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).

Siehe auch


- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.

Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit

Weblinks


- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon] Kategorie:Kalender als:Gregorianischer Kalender ja:グレゴリオ暦 ko:그레고리력 ms:Kalendar Gregorian simple:Gregorian calendar th:ปฏิทินเกรกอเรียน

1455

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 23. Februar: Johannes Gutenberg druckt die Gutenberg-Bibel
- 8. April: Alfonso Borgia wird als Kalixt III. zum Papst gewählt
- 22. Mai: mit der Schlacht von St. Albans beginnt der Rosenkrieg, ein Bürgerkrieg der mit Unterbrechungen bis 1487 um die englische Thronherrschaft gefürt wurde
- 8. Juli: Altenburger Prinzenraub durch Ritter Kunz von Kaufungen
- Gründung des Benediktinerklosters Kloster Andechs auf dem Heiligen Berg zu Andechs durch Herzog Albrecht III. von Bayern-München
- Im Kloster Hersfeld wird die Handschrift Germania des Tacitus an Enoch von Ascoli verkauft
- Italienische Seefahrer suchen in Gambia auf dem Gambia-Fluß für Portugal nach Gold und Elfenbein

Geboren


- 29. Januar: Johannes von Reuchlin, Deutscher Philosoph und Humanist († 1522)
- 3. Mai: Johann II., König von Portugal 1481–1495 († 1495)
- 5. Juni: Johann I., König von Dänemark 1481–1513 († 1513)
- 14. August: Johann von Dalberg, Bischof von Worms und Kanzler der Universität Heidelberg († 1503)
- 15. August: Georg der Reiche, Herzog von Bayern-Landshut († 1503)
- Johann Cicero, Kurfürst von Brandenburg 1486–1499 († 1499)

Gestorben


- 18. Februar: Fra Angelico, italienischer Dominikanermönch und Maler der Frührenaissance (
- 1387)
- 24. März: Nikolaus V., Papst von 1447 bis 1455 (
- 1397)
- 22. Mai: Edmund Beaufort, 2. Herzog von Somerset, englischer Edelmann (
- 1405)
- 14. Juli: Kunz von Kaufungen, Ritter (
- um 1410)
- 1. Dezember: Lorenzo Ghiberti, italienischer Goldschmied, Erzgießer und Bildhauer (
- um 1387) ko:1455년

Kunz von Kaufungen

Ritter Kunz (Konrad) von Kaufungen (
- um 1410 auf Schloss Kaufungen, heute Teil der Stadt Limbach-Oberfrohna, † 14. Juli 1455 in Freiberg) ging in die sächsische Geschichte als Initiator des Altenburger Prinzenraubes ein. Teilweise wird er auch Junker Kunz von Kaufungen genannt. In den frühen Morgenstunden des 8. Juli 1455 entführten die Ritter Kunz von Kaufungen, Wilhelm von Schönfeld und Wilhelm von Mosen die beiden sächsischen Prinzen Ernst und Albrecht aus dem Altenburger Schloss. Die Absicht der Entführer, mit den beiden Prinzen nach Böhmen bzw. Franken zu gelangen und von dort ein Lösegeld auszuhandeln, scheiterte jedoch schon am ersten Tag. Während einer Rast konnte Albrecht entkommen und Hilfe herbeiholen. Kaufungen wurde überwältigt, Mosen und Schönfeld gaben daraufhin auf. Kaufungen wurde eine Woche später in Freiberg enthauptet. Die Stelle, an die der abgeschlagene Kopf gerollt sein soll, ist heute noch mit einem blauen Pflasterstein gekennzeichnet. Die Augen des steinernen Kopfes am Rathauserker (siehe Foto) sind auf diese Stelle gerichtet.

Literatur


- Hans Schache: Kunz von Kaufungen, ISBN: 3-910166-12-1

Weblinks


- [http://www.prinzenraub.de/ Schlossmuseum Altenburg: Altenburger Prinzenraub]
- [http://www.mdr.de/geschichte/filme/mut-und-verzweiflung/2208887.html MDR-Serie Geschichte Mitteldeutschlands] Kategorie:Ritter Kategorie:Deutscher Kategorie:Mann Kategorie:Geboren unbekannt Kategorie:Gestorben 1455 Kategorie:Freiberg

Altenburg

Altenburg ist die Kreisstadt des Landkreises Altenburger Land im Osten des Freistaates Thüringen. Die Stadt ist auch als "Skatstadt" bekannt, weil dieses Kartenspiel hier entwickelt wurde.

Geografie

Altenburg befindet sich fast in der Mitte des Städtedreiecks Leipzig-Chemnitz-Gera, am südlichen Rand der Leipziger Tieflandsbucht und in der Nähe des Flusses Pleiße. Die Stadt liegt 36 km nordöstlich von Gera, 55 km südlich von Leipzig und etwa 45 km nordwestlich von Chemnitz. Chemnitz

Geschichte

Im Jahre 976 wurde Altenburg erstmals durch Kaiser Otto II. erwähnt. In der Kaiserpfalz Altenburg (Castrum Plysn), die das erste Mal 1132 erwähnt wurde, hielt sich Kaiser Friedrich I. zwischen 1165 und 1188 sechsmal auf, weshalb Altenburg den Beinamen "Barbarossastadt" erhielt. 1172 weihte Kaiser Friedrich I. Barbarossa das Augustiner-Chorherren-Stift "Unserer lieben Frauen St. Marien" auf dem Berge (Rote Spitzen), ein. 1256 bestätigte Heinrich der Erlauchte das Altenburger Stadtrecht. 1307 gingen Altenburg und das Pleißenland nach der Schlacht bei Lucka, bei der König Albrecht I. gegen Friedrich den Gebissenen verlor, in wettinischen Besitz über. 1356 erneuerte Friedrich der Strenge das Altenburger Stadtrecht, und 1430 belagerten die Hussiten Altenburg, wobei fast die halbe Stadt niedergebrannt wurde. 1455 raubte Ritter Kunz von Kaufungen die beiden Prinzen des Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen, Ernst und Albrecht, aus dem Altenburger Schloss, um seine Forderungen gegenüber dem Kurfürsten durchzusetzen (Altenburger Prinzenraub). Bei der Leipziger Teilung 1485 zwischen dem Kurfürsten Ernst und Herzog Albrecht kam Altenburg an Kurfürst Ernst. 1522 wurde die Reformation in Altenburg eingeführt. Im Schmalkaldischen Krieg blieb die Stadt von 1547 bis 1554 in den Händen der Albertiner. Als 1603 das Herzogtum Sachsen-Altenburg gegründet wurde, wurde Altenburg Residenzstadt. Im Dreißigjährigen Krieg kam der größte Teil der Einwohner ums Leben. Mit dem Tod Friedrich Wilhelm III. von Sachsen-Altenburg 1672 erlosch die älteste Linie des Herzoghauses. Das Land fiel an Herzog Ernst den Frommen von Sachsen-Gotha. 1806 trat das Doppelherzogtum Gotha und Altenburg dem Rheinbund bei und wurde damit Verbündeter Napoleons. In der Stadt wurden alsbald auch Franzosen einquartiert. Zwischen 1810 und 1818 entwickelte sich hier das Skatspiel. Nach dem Aussterben des Herzogshauses Gotha-Altenburg kam das Herzogtum Sachsen-Altenburg durch den Teilungsvertrag von Hildburghausen 1826 an den bisherigen Herzog Friedrich III. von Sachsen-Hildburghausen, der als Herzog Friedrich von Sachsen-Altenburg fortan in der Stadt residierte. 1832 wurde die Spielkartenfabrik der Gebrüder Bechstein gegründet. Am 19. September 1842 erfolgte der Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz (Sächsisch-Bayrische Eisenbahn nach Leipzig). Altenburg verfügte zunächst über einen Kopfbahnhof in der heutigen Fabrikstraße, der 1876 durch den heute noch vorhandenen Bahnhof ersetzt wurde. Zwischen 1873 und 1875 wurde das Lindenau-Museum erbaut. Leipzig Am 13. November 1918 dankte Herzog Ernst II. von Sachsen-Altenburg ab. Am 1. Mai 1920 ging der Freistaat Sachsen-Altenburg im neuen Freistaat Thüringen auf. Zwischen 1935 und 1936 entstand die Altenburger Spielkartenfabrik. Im Zweiten Weltkrieg erlebte Altenburg zwischen 1940 und 1945 mehrere Fliegerangriffe. Am 15. April 1945 marschierten die amerikanischen Truppen ein, die schließlich am 1. Juli 1945 die Region Altenburg an die Rote Armee übergaben. 1952 wurde Altenburg im Zuge der Auflösung der Länder in der DDR dem Bezirk Leipzig zugeordnet. 1990 kam es wieder an den Freistaat Thüringen. Seit 1994 ist Altenburg eine Große kreisangehörige Stadt.

Eingemeindungen

1993 wurde Ehrenberg, 1994 Zetzscha und schließlich 1996 Kosma eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember): Ehrenberg : Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik 1 29. Oktober
2 31. August

Politik

Stadtrat

Seit der Kommunalwahl vom 27. Juni 2004 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:
- CDU - 14 Sitze (37,5 %)
- PDS - 12 Sitze (30,6 %)
- SPD - 10 Sitze (27,4 %) Die FDP erhielt bei 4,4 % keinen Sitz im Stadtrat. Die Wahlbeteiligung lag bei 38,7 %.

Städtepartnerschaften


- Offenburg (Deutschland)
- Olten (Schweiz)
- Zlín (Tschechien)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater und Museen

Tschechien Das Theater Altenburg fusionierte 1996 mit den Bühnen der Stadt Gera zum Theater Altenburg-Gera. Das Schloss- und Spielkartenmuseum befindet sich im Altenburger Schloss (siehe Bauwerke). Das Lindenau-Museum beherbergt die größte Sammlung frühitalienischer Tafelbildmalerei nördlich der Alpen. Das Mauritianum (Naturkundliches Museum) zeigt das weltweit größte Exemplar eines Rattenkönigs.

Bauwerke

Am Rande des Stadtkerns befindet sich auf einem Porphyrfelsen die Anlage des Schlosses Altenburg. Das Schloss selber zeigt heute weitestgehend den Zustand des 18. Jahrhunderts, wogegen die benachbarte Altenburger Schlosskirche ihr ursprüngliches Erscheinungsbild des 15. Jahrhundert bewahrt hat. Sehenswert sind ferner die Brüderkirche, die St. Bartholomäikirche, die Nikolaikirche, die Agneskirche, der Skatbrunnen, die Roten Spitzen, das Seckendorffsche Palais, das Magdalenenstift, das Rathaus, das Bahnhofgebäude und der "Große Teich" mit "Inselzoo". Ebenfalls erwähnenswert ist der Kunstturm, der 1844/45 im Stile eines italienischen Campanile errichtet wurde und bis 1878 der Wasserversorgung der Stadt diente. 18. Jahrhundert 18. Jahrhundert18. Jahrhundert 18. Jahrhundert

Sport


- SV Motor Altenburg
- Tennisclub Altenburg

Regelmäßige Veranstaltungen


- Skat- und Spielefest (erstes Mai-Wochenende)
- Park- und Teichfest
- Museumsnacht (Museen sind bis spät in die Nacht geöffnet)
- Kneiptour

Kulinarische Spezialitäten

Eine lokale Spezialität ist der "Altenburger Ziegenkäse", er ist in der EU unter diesem Namen als geschützte Ursprungsbezeichnung eingetragen und darf mit dem entsprechenden Siegel ausgezeichnet werden.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Altenburg liegt im Schnittpunkt der Bundesstraßen B7, B 93 und B 180. Durch Altenburg verläuft die Bahnstrecke Leipzig-Hof. In Nobitz, ca. 10 km von Altenburg entfernt, befindet sich der Flughafen Altenburg-Nobitz.

Ansässige Unternehmen


- ASS Spielkartenfabrik Altenburg GmbH
- Gumpert Sportwagenmanufaktur GmbH
- HKM Fahrzeugbau GmbH
- Altenburger Brauerei GmbH
- Altenburger Destillerie & Liqueurfabrik GmbH
- Altenburger Senffabrik GmbH
- Druckerei zu Altenburg GmbH

Medien

In Altenburg befindet sich der Sitz der Redaktion der Osterländer Volkszeitung, einer Lokalausgabe der Leipziger Volkszeitung. Weiterhin gibt es einen TV-Sender TV-Altenburg, der jedoch nur über das lokale Kabelnetz empfangen werden kann.

Öffentliche Einrichtungen

Altenburg ist seit dem 29. Juni 1996 Sitz des Länderverband Sachsen, Thüringen der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk.

Persönlichkeiten


- Alfred Brehm - lebte von 1844-1846 in Altenburg
- Friedrich Arnold Brockhaus - lebte von 1810-1817 in Altenburg

Söhne und Töchter der Stadt


- Perry Bräutigam, deutscher Fußballspieler
- Joachim Büchner, deutscher Leichtathlet
- Franz Hermann Reinhold Frank, deutscher Theologe
- Johann Georg August Galletti, deutscher Historiker und Geograf
- Johannes Karl Friedrich Hesekiel, evangelischer Theologe
- Gerit Kling, deutsche Schauspielerin
- Bernhard von Lindenau, Astronom; sächsischer Regierungschef (1830-1843); Kunstsammler
- Gottlob Heinrich von Lindenau, königlich-sächsischer Kammerherr, Kreisoberforstmeister und Rittergutsbesitzer
- Sophie Mereau, Schriftstellerin der deutschen Romantik
- Klaus Reichenbach, Politiker
- Albrecht von Sachsen-Eisenach, Herzog
- Ernst I. von Sachsen-Gotha, Sohn von Herzog Johann III. von Sachsen-Weimar
- Friedrich von Sachsen-Weimar, Herzog
- Johann Friedrich von Sachsen-Weimar, Herzog
- Carsten Schatz, deutscher Politiker
- Klaus Schnädelbach, deutscher Geodät
- Johann Severin Vater, deutscher Theologe und Sprachforscher
- Wilhelm IV. (Sachsen-Weimar), deutscher Herzog
- Christian Friedrich Witt, deutscher Kirchenmusiker und Komponist
- Johann Wilhelm Zinkeisen, deutscher Historiker

Literatur


- Deutscher Städteatlas; Band: V; 1 Teilband. Acta Collegii Historiae Urbanae Societatis Historicorum Internationalis - Serie C. Im Auftrag des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte e. V. und mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, hrsg. von Heinz Stoob †, Wilfried Ehbrecht, Jürgen Lafrenz und Peter Johannek. Stadtmappe Altenburg, Autor: Hans Karl Schulze. ISBN 3-89115-042-3; Dortmund-Altenbeken, 1994.

Weblinks


- [http://www.stadt-altenburg.de/ Offizielle Internetseite der Stadt Altenburg]
- Kategorie:Ort in Thüringen Kategorie:Ehemalige deutsche Landeshauptstadt

Vasco da Gama

Dom Vasco da Gama, Graf von Vidigueira (
- um 1469 in Sines; † 24. Dezember 1524 in Cochin/Indien) war ein portugiesischer Seefahrer und Entdecker des Seewegs nach Indien.

Biographie

Über die historische Herkunft des Namens Gama werden von Historikern verschiedene Versionen vertreten. Eine Theorie besagt, dass dieser Name auf den Ritter Lopo Rodrigues de Olhoa zurückgeht, der als Begleiter des portugiesischen Nationalhelden und „Gegenstück“ zum Cid, Geraldo Sem Pavor, bei der Rückeroberung der Stadt Évora von den Mauren im Jahre 1166 von einer zahmen Dammhirschkuh (portugiesisch: gama) begleitet wurde. Vom Spitznamen für den Ritter soll Gama später zum Familiennamen seiner Nachkommen geworden sein. Über Vasco da Gamas Jugend und das Leben vor seiner großen Entdeckungsfahrt ist wenig bekannt. Er entstammt dem portugiesischen Adel. Seine Eltern waren Estêvão da Gama und Isabel Sodré, deren Familie ursprünglich aus England stammte und über gute familiäre Beziehungen zum Orden der Christusritter verfügte. Beide hatten gemeinsam zumindest fünf Kinder, einige Autoren gehen von sieben bzw. acht aus. Sein Vater gehörte zum Ritterorden von Santiago und war Komtur von Cercal sowie Verwalter (alcaide-mor) der Stadt Sines, die ebenfalls dem Santiago-Orden gehörte. Die Familie seines Vaters stammte aus dem südlichen Alentejo, war ursprünglich mit dem Ritterorden von Avis verbunden und wechselte erst später zum Ritterorden von Santiago. Estêvão da Gama gehörte zum Hause des Prinzen Dom Fernando, der auch Großmeister des (portugiesischen) Ordens von Santiago war. Später schloss sich Estêvão da Gama dessen Sohn, Dom Diogo, Herzog von Viseu und Administrator des Ordens der Christusritter an. Mit beiden kämpfte er in Nordafrika und in Kastilien. 1484 wurde Dom Diogo der Verschwörung gegen den König, seinen Onkel Johann II., angeklagt und ermordet, sein Anhang verfolgt. Der erste historische Beleg für den Lebensweg von Vasco da Gama stammt aus dem Jahre 1480. In diesem Jahr trat er in den Ritterorden von Santiago ein. Dies war die Voraussetzung um später persönliche Einkünfte aus der Verwaltung und Bewirtschaftung von Gütern des Ordens ziehen zu können, bedeutete jedoch nicht automatisch die spätere Weihe zum Priester. Ein Noviziat in den Ritterorden dieser Zeit begann üblicherweise im Alter von 11 oder 12 Jahren, so dass von hier aus auf das nicht eindeutig belegte Geburtsjahr von Vasco da Gama geschlossen werden kann: 1468 bzw. 1469. 1492 beauftragt Johann II. Vasco da Gama mit Vergeltungsmaßnahmen gegen französische Handelsschiffe im Hafen von Setúbal und in Häfen an der Algarve, um damit auf die Angriffe französischer Piraten auf portugiesische Schiffe vor der westafrikanischen Küste zu reagieren. 1495 wird er als Anerkennung für geleistete Dienste zum Komtur der beiden Komtureien des Santiagoordens Mouguelas und Chouparia ernannt. Warum Vasco da Gama als Oberbefehlshaber für die Reise nach Indien ausgewählt wurde, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Die beiden Zeitgenossen und Chronisten ihrer Zeit, João de Barros und Damião de Góis, verweisen darauf, dass er die Nachfolge seines Vaters angetreten habe, der unter Johann II. einer der wichtigsten Verfechter der Suche des Seeweges nach Indien um Afrika herum gewesen sei. Gesichert ist jedenfalls, dass da Gama über sehr gute Beziehungen zu dem seit 1495 herrschenden König Manuel I. verfügte und als ein Mann dessen Vertrauens galt. Manuel I. ermöglichte Vasco da Gama auch den Eintritt in den Orden der Christusritter. Die (möglicherweise) fehlenden maritimen Kenntnisse Vasco da Gamas wurden durch die besten Piloten und Steuerleute Portugals kompensiert, die die zu befahrenden Gewässer, so weit sie den Portugiesen bekannt waren, kannten. Außerdem begleitete Bartolomeu Dias, der Bezwinger des Kaps der Guten Hoffnung, die kleine Flotte bis zu den Kapverdischen Inseln. Im Gegensatz zu dieser Position gehen verschiedene Autoren jedoch auch davon aus, dass sich Vasco da Gama schon früh als fähiger Seemann und Kapitän ausgezeichnet haben muss. Denn obwohl Bartolomeu Dias bereits um die Jahreswende 1487/88 als erster Europäer die Südspitze Afrikas umsegelt hatte, erteilte König Manuel I. von Portugal nicht ihm, sondern da Gama den Auftrag, den letzten noch fehlenden Abschnitt der Gewürzroute nach Indien zu erkunden. Bereits 80 Jahre zuvor wurde diese Suche von Heinrich dem Seefahrer begonnen. Das Ziel der Expedition war es, den arabischen, persischen, türkischen und venezianischen Zwischenhandel auszuschalten, der Gewürze wie etwa Pfeffer in Europa extrem verteuerte. Vasco da Gama verließ am 8. Juli 1497 den Hafen Rastello in Lissabon mit seinem Flaggschiff, der Nau S. Gabriel (120 t), sowie der Nau S. Raphael bzw. Bérrio (100 t) unter Nicolao Coelho und der Nau S. Michael in anderen Quellen auch Santa Fé und einem Transportschiff sowie 150 Mann Besatzung. Er segelte mit weit nach Westen ausholendem Kurs durch den Atlantik und löste sich als erster Seefahrer deutlich von der Küste, um bessere Windverhältnisse zu nutzen. Am 4. November erreichte die kleine Flotte die Sankt-Helena-Bucht an der Westküste Südafrikas. Anschließend umfuhr er das Kap der guten Hoffnung in einem großen Bogen und landete am 25. November in der Mosselbai. Der ostafrikanischen Küste folgend erreichte er am 7. April 1498 Mombasa, wo arabische Kaufleute versuchten, seine Weiterfahrt zu verhindern. Vasco da Gama segelte weiter zu der ostafrikanischen Stadt Malindi, einer Handelskonkurrentin von Mombasa. Deren Sultan stellte ihm einen Navigator für die Überfahrt nach Indien zur Verfügung. Am 20. Mai 1498 landete Vasco da Gama nahe Calicut an der Malabarküste. Zum ersten Mal hatte ein europäisches Schiff Indien auf dem Seeweg um Afrika herum erreicht. Vasco da Gama schloss einen Handelsvertrag mit dem Samorim (Herrscher) von Calicut und trat am 8. Oktober voll beladen mit kostbaren Gewürzen die Rückreise an. Das erste Schiff seiner Flotte unter Nicolao Coelho erreichte die Heimat am 10. Juli 1499. Vasco da Gama selbst, der sich wegen seines tödlich erkrankten Bruders einige Wochen auf den Azoren aufgehalten hatte, traf am 9. September wieder in Lissabon ein, wo ihm ein triumphaler Empfang bereitet wurde. Zu Weihnachten 1499 verlieh das Könighaus Vasco da Gama die Herrschaft über die Stadt Sines, die sein Vater bereits ausgeübt hatte. Damit begann ein jahrelang schwelender Konflikt zwischen dem König und da Gama einerseits und den Ordensoberen der Santiagoritter sowie den lokalen Autoritäten der hochadligen und im Santiago-Orden einflussreichen Familie de Noronha andererseits, die diese Verleihung als Einmischung in die Rechte des Ordens nicht anerkannten. 1507 verlor Vasco da Gama diese Auseinandersetzung, musste mit seiner Familie Sines verlassen und durfte das Gebiet nur noch mit Erlaubnis des Ordensoberen betreten. Darauf hin legte er alle Ämter der Santiagoritter nieder. Weitere Ehrungen durch den König folgten. So durfte da Gama den Titel "Dom" führen, was auch seinen Brüdern und Nachkommen gestattet wurde. 1502 wurde ihm dann der Titel eines Almirante do Mar das Índias (etwa: Admiral des Indischen Meeres) verliehen. Dies geschah sicher auch als Erwiderung auf die Ernennung von Christoph Kolumbus zum Admiral des Ozeanischen Meeres durch das spanische Königspaar einige Jahre zuvor.

Weitere Reisen

Die zweite portugiesische Indienexpedition leitete Pedro Alvares Cabral, der bei dieser Gelegenheit im Jahr 1500 Brasilien entdeckte. 1501 befehligte João da Nova mit vier Naus die dritte Reise, die vierte Fahrt 1502 stand dann wieder unter dem Kommando Vasco da Gamas. Diesmal brach er mit 21 schwer bewaffneten Schiffen auf, legte in Ostafrika Stützpunkte an und baute Portugals Stellung an der indischen Malabarküste weiter aus. Dabei schreckte er auch vor Gewaltanwendung nicht zurück und ließ vor allem den Widerstand arabischer Händler gegen die neue Konkurrenz aus Europa rücksichtslos zusammenschießen. Mit zum Teil erzwungenen Handelsverträgen sicherte er Portugal das Monopol im europäischen Gewürzhandel und legte den Grundstein für sein Kolonialreich in Asien. Innerhalb weniger Jahre errang Portugal eine hegemoniale Stellung als Seemacht im Indischen Ozean. Nach der Rückkehr von seiner zweite Reise lebte da Gama zurückgezogen auf seinen Besitzungen in Portugal. 1524 wurde er noch einmal als Vizekönig nach Indien entsandt, wo er aber schon kurz nach seiner Ankunft starb. Zunächst in Cochin beigesetzt, wurden seine Gebeine später nach Lissabon überführt. Das Museu Naval (Seefahrtsmuseum) in Faro stellt Modelle historischer bedeutsamer Schiffe aus, darunter eines der Nau São Gabriel.

Literatur


- Gernot Giertz (Hg.), Vasco da Gama. Die Entdeckung des Seewegs nach Indien; Ein Augenzeugenbericht 1497-1499, Berlin 1990
- Fernand Salentiny, Die Gewürzroute. Die Entdeckung des Seewegs nach Asien; Portugals Aufstieg zur ersten europäischen See- und Handelsmacht, Köln 1991
- Luís Adão da Fonseca, Vasco da Gama. O Homem, a Viagem, a Época, Lisboa 1997. Siehe auch: Geschichte Portugals, Zeittafel Portugal

Weblinks


-
- [http://www.lsg.musin.de/Geschichte/gesch_Karten/entdeckungsfahrten.htm Entdeckungsfahrten]
- [http://www.lib.utexas.edu/maps/historical/ward_1912/spanish_portuguese_discovery.jpg Das Zeitalter der Entdeckungen]
- [http://www.wcurrlin.de/links/basiswissen/basiswissen_entdeckungen_kolonialreiche.htm#portugal Entdeckungen und Kolonialreiche] Gama, Vasco da Gama, Vasco da Gama, Vasco da Gama, Vasco da Gama, Vasco da Gama, Vasco da Gama, Vasco da ja:ヴァスコ・ダ・ガマ ko:바스쿠 다 가마 ms:Vasco da Gama simple:Vasco da Gama th:วาสโก ดา กามา

Hafen

)]] Ein Hafen ist ein natürlich oder künstlich geschützter Uferbereich für die Schifffahrt, meist durch ein System von Hafenbecken, Anlegestellen, Kais, Hafenmauern und Molen gebildet. Wichtigere Häfen haben eingene Verkehrsanbindungen, zum Beispiel einen Eisenbahnanschluss, der bei großen Anlagen als unabhängiger Hafenbahnhof darstellt, oder in letzter zeit eigene Autobahnanbindung. Man unterscheidet primär nach der Funktion zwischen Binnenhäfen - Flusshäfen, Kanalhäfen, Tiefwasserhäfen, Binnenseehäfen und Seehäfen, auch Hochseehäfen genannt. Weiterhin sind Yacht-Häfen (Marinas) und Freizeit-Häfen zu nennen. Eine weitere Unterscheidung zwischen den verschiedenen Hafentypen kann man nach ihrem Verwendungszweck vornehmen:
- Handelshäfen für den Warenumschlag
  - Öl und Chemieprodukte
  - Stückguthafen
  - Containerhafen
- Fischereihäfen für die Küsten- oder Hochseefischerei
- Fährhäfen für Autofähren oder Eisenbahnfähren, oft gemischt
- Militärhäfen Marinehäfen, U-Boot-Häfen und Hafenanlagen für die Küstenwache
- Freizeithäfen, Marinas - für die Sportboote
- Bauhäfen - die Werften, Docks Als weitere Unterscheidung ist die technische Ausbildung zu sehen. Dabei werden insbesondere offene Häfen (offener Tidehafen)und Dockhäfen unterschieden. Im offenen Hafen kann das Schiff jederzeit Ein- und Auslaufen. Im Dockhafen sind Schiffsgröße und Auslaufzeit durch eine in der Hafenzufahrt gelegene Schleuse begrenzt. Besonders in großen Häfen findet man eine Vielzahl der oben genannten Einrichtungen. __NOTOC__

Die größten Häfen nach Handelsvolumen in Millionen Tonnen 2004

Weltweit

#Singapur (Singapur) 393,4 #Shanghai (VR China) 379,7 #Rotterdam (Niederlande) 352,4 #Ningbo (VR China) 225,9 #Hong Kong (VR China) 222,9 #Guangzhou (VR China) 215,2 #Tianjin (VR China) 206,2 #Nagoya (Japan) 180,0 #Tsingtao (VR China) 162,7 #Antwerpen (Belgien) 152,3 Belgien]]

Deutschland

#Hamburg 114,5 #Bremen/Bremerhaven 52,3 #Wilhelmshaven 45,0 Anmerkungen:
- Die Zahlen für Singapur und Schanghai umfassen auch den Handel über die jeweiligen Flüsse.
- Es lassen sich im Internet noch andere Quellen finden, in welchen die Daten teilweise abweichen.
- Nicht einbezogen ist Duisburg als Europas größter Binnenhafen mit 75 Mio t. Quelle: [http://www.portofrotterdam.com/abouttheport/images/29_56582.pdf World's Major Ports 2004 - 2001, by metric tons and by TEUs, Port of Rotterdam], Seite 5 (PDF-Format, 4 Megabyte)

Andere Bedeutung

Im Oberdeutschen bezeichnet Hafen auch einen Topf oder ein sonstiges – meist aus Ton hergestelltes – Gefäß. Die zugehörige Berufsbezeichnung ist Hafner. in der Schweiz wird die WC-Schüssel manchmal auch als Hafen bezeichnet.

Siehe auch:


- Liste der Seehäfen
- Flughafen
- Vertragshafen Kategorie:Verkehrsbauwerk Kategorie:Güterverkehr Kategorie:Stadtbaugeschichte simple:Harbor

Vier

Die natürliche Zahl Vier ist Nachfolgerin der Drei und Vorgängerin der Fünf. Sie ist (nach der 1) die zweite Nicht-Primzahl. Eine vierseitige Fläche ist ein Viereck. Ein geometrischer Körper mit vier Flächen ist ein Tetraeder. Ursprünglich wurde die Zahl der Elemente mit vier angegeben: Vier-Elemente-Lehre. Da es nach vier Himmelsrichtungen und Jahreszeiten sowie nach traditioneller Auffassung vier Elemente und Temperamente gibt, galt die Vier im Mittelalter als die Zahl des Irdischen, im Gegensatz zur Drei, der Zahl Gottes und der Trinität. Aus den rechnerischen Verbindungen dieser Zahlen Drei und Vier ergeben sich weitere im Christentum Heilige Zahlen: Sieben und Zwölf. Aus dieser christlichen Zahlenlehre ergeben sich auch für die Musik die Auffassung, dass der 3/4-Takt als der Vollkommene gilt - früher dargestellt durch einen Kreis, während der 4/4-Takt als der unvollkommene, der irdische gilt, der bis heute in der musikalischen Notation durch einen Halbkreis, ein dem großen C ähnliches Zeichen angegeben wird. Die Vier ist im Deutschen die einzige Zahl, deren Wert mit der Anzahl der Buchstaben ihres Zahlennamens übereinstimmt (sieht man davon ab, den Zahlennamen fünf mit 'ue' statt 'ü' zu schreiben). Der Vier-Farben-Satz besagt, dass vier Farben ausreichen, um alle Flächen auf einer Landkarte so einzufärben, dass nirgends gleichfarbige Flächen aneinanderstoßen, wohingegen drei Farben dafür nicht genügen. Die Vier gilt in China als Unglückszahl, da sie klanglich dem chinesischen Wort für Tode ähnelt (死 pinyin si3). Auch in Japan gilt die Vier als Unglückszahl, sie bedeutet als []shi]], shii Vier oder Tod, auch Leichenhemd. Daher nimmt man z.B. beim Bestellen von Getränken oder ähnlichem für vier Personen statt shi shon . Der lateinische Begriff für Vier quattuor fand ins Deutsche Eingang bei Begriffen wie Quader, Quadrat, Quadriennale, Quartal, Quarte, Quartett. Das griechische Präfix für Vier tetra fand bei Fremdwörten Gebrauch wie Tetralogie, Tetrarchie, Tetrapode, Tetrapoden Tetraeder, Tetrachord. Vier ist auch ein Ortsteil der Stadt Boizenburg/ Elbe in Mecklenburg-Vorpommern.

Siehe auch:


- Vierer, Vierpass, Vierung, Viertel, Vier Jahreszeiten, Zählen, Quadral 4 ja:4 ko:4

Indien

Indien (hindi भारत, Bhārat; englisch India) ist ein Staat in Südasien, der den größten Teil des indischen Subkontinents umfasst. Im Norden bildet der Himalaya die natürliche Nordgrenze Indiens, im Süden umschließt der Indische Ozean das Staatsgebiet. Indien grenzt an Pakistan, China, Nepal, Bhutan, Myanmar und Bangladesch. Seine Bezeichnung hat Indien von dem in Tibet entspringenden Strom Indus, dessen Name sich von dem Sanskrit-Wort Sindhu mit der Bedeutung Fluss herleitet. In Urdu heißt das Land Hind, in Hindi Bharat; diese Bezeichnung wurde zum amtlichen Namen der Republik Indien. Als Hindustan, „Land der Hindus“, bezeichneten die muslimischen Eroberer den Nordteil Indiens.

Geographie

Hauptartikel: Geographie Indiens Indien, mit einer Fläche von 3.287.590 km² der siebtgrößte Staat der Erde, erstreckt sich vom 68. bis zum 97. östlichen Längengrad über rund 3200 Kilometer. Von West nach Ost, zwischen dem 8. bis zum 37. Grad nördlicher Breite, beträgt die Ausdehnung rund 2800 Kilometer. Indien grenzt an sechs Staaten: Pakistan, China (Tibet), Nepal, Bhutan, Myanmar und Bangladesch. Da der nördliche Teil des umstrittenen Kaschmirs seit 1949 unter pakistanischer Kontrolle steht, hat Indien keine gemeinsame Grenze mit Afghanistan mehr. Die natürliche Grenze im Norden und Nordosten bildet der Himalaya, das höchste Gebirge der Welt. Südlich davon schließen sich die breiten, fruchtbaren Stromebenen der Flüsse Indus, Ganges und Brahmaputra an. Den Nordosten Indiens, einschließlich der Brahmaputra-Ebene, verbindet nur ein schmaler Korridor zwischen Bangladesch und Nepal bzw. Bhutan mit dem Rest des Landes. Im Westen geht das Stromland des Ganges in die Wüste Thar über, die im Osten und Süden vom Aravalligebirge begrenzt wird. Südlich davon liegen die Sümpfe des Rann von Kutch sowie die Halbinsel Kathiawar. Kathiawar Das Hochland von Dekkan nimmt den größten Teil der keilförmig in den Indischen Ozean vorragenden indischen Halbinsel ein. Die Vindhya- und Satpura-Berge schirmen den Dekkan von der Gangesebene im Norden ab. Im Westen wird er von den bis zu 2700 Meter hohen Westghats, im Osten von den flacheren Ostghats begrenzt. Beide Gebirgszüge treffen im Süden, wo die Halbinsel spitz zum Kap Komorin zuläuft, zusammen. Die Westghats fallen steil zur Konkan- und Malabarküste entlang des Arabischen Meeres ab. Die Ostghats gehen in die breiteren östlichen Küstenebenen am Golf von Bengalen über. Zu Indien gehören außerdem drei dem Indischen Subkontinent vorgelagerte Inselgruppen. Rund 300 Kilometer westlich der Malabarküste liegen die Korallenatolle der Lakkadiven. Südöstlich der Halbinsel, zwischen 1000 und 1600 Kilometer vom indischen Festland entfernt, erstrecken sich die Inseln der Andamanen und Nikobaren. Der höchste Punkt Indiens ist der Berg Kanchenjunga mit 8.598 Metern Höhe, der sich im äußersten Westen Sikkims in unmittelbarer Grenznähe zu Nepal erhebt. Der höchste vollständig auf indischem Gebiet liegende Berg ist die Nanda Devi mit 7.822 Metern. Der tiefste Punkt ist die zwei Meter unter dem Meeresspiegel gelegene Kuttanad-Senke an der Malabarküste.

Flüsse

Kuttanad Alle größeren Flüsse Indiens entspringen in einer der drei Hauptwasserscheiden des Subkontinents: im Himalaya, in den zentralindischen Vindhya- und Satpura-Bergen oder in den Westghats. Indiens längster und zweifellos wichtigster Fluss ist der Ganges, der im Himalaya entspringt. Seine längsten Nebenflüsse sind die Yamuna und der Gumti; der Chambal ist ein Zufluss der Yamuna. Der Brahmaputra, der das Land im Nordosten durchfließt, vereinigt sich mit dem Ganges und bildet vor der Mündung in den Golf von Bengalen ein gewaltiges Delta, an dem Indien jedoch nur im Westen Anteil hat. Der Großteil des Gangesdeltas liegt auf dem Territorium des Nachbarstaates Bangladesch. Fast ein Drittel der Fläche Indiens gehört zum Einzugsgebiet von Ganges und Brahmaputra. Im äußersten Norden durchquert der Indus in Südost-Nordwest-Richtung den Bundesstaat Jammu und Kashmir. Das Hochland von Dekkan wird von mehreren großen Flüssen entwässert. Die Narmada und der Tapti münden ins Arabische Meer, während Godavari, Krishna, Mahanadi und Kaveri zum Golf von Bengalen fließen.

Geologie

Indien gehörte bis gegen Ende des Jura zum Südkontinent Gondwana. Erst in der Kreidezeit riss es von der Antarktis ab und driftete in erdgeschichtlich extrem kurzen 50 Millionen Jahren quer durch den gesamten Tethys-Ozean gegen Eurasien, wo sein Aufprall gegen Ende der Kreidezeit den Himalaya schuf und Tibet anhob. Tibet

Klima

Mit Ausnahme der Bergregionen ist Indiens Klima vornehmlich tropisch, wobei Nord- und Zentralindien kontinentaler geprägt sind als der maritime Süden. So treten im Norden im Jahresverlauf teils erhebliche Temperaturschwankungen auf. Während in den nördlichen Tiefebenen im Dezember und Januar Temperaturen von nur 10 bis 15 Grad Celsius vorherrschen, sind in der heißesten Zeit zwischen April und Juni 40 bis über 50 Grad Celsius keine Seltenheit. Im Süden ist es dagegen ganzjährig heiß. Die Niederschlagsverhältnisse werden im ganzen Land maßgeblich vom Monsun beeinflusst. Der Südwest- oder Sommermonsun setzt in den meisten Landesteilen im Juni ein und bringt je nach Region bis September oder Oktober ergiebige Niederschläge. Auf Grund der sehr unterschiedlichen Topographie ist die Niederschlagsverteilung allerdings höchst ungleichmäßig. Die stärksten Regengüsse gehen an der Westküste, in den Westghats, an den Hängen des Himalayas und in Nordostindien nieder. Am trockensten ist es dagegen in der Thar. Die aus Zentralasien kommenden Nordost- oder Wintermonsunwinde zwischen Oktober und Juni bringen kaum Feuchtigkeit, daher entfallen in den meisten Gegenden 80 bis über 90 Prozent der jährlichen Gesamtniederschlagsmenge auf die Sommermonate. Lediglich der Südosten erhält auch während des Nordostmonsuns Regen, da die Luftströmungen über dem Golf von Bengalen Feuchtigkeit aufnehmen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Indiens Die Industal-Zivilisation (größtenteils im heutigen Pakistan gelegen) war eine der frühen Hochkulturen der Welt, mit einer eigenen Schrift, der bisher nicht entzifferten Indus-Schrift. Um etwa 2500 v.Chr. existierten dort geplante Städte wie Harappa, mit einer Kanalisation, Seehäfen und Bädern, während angenommen wird, dass in Südindien noch weniger entwickelte Verhältnisse herrschten. Weiter östlich machen sich andere archäologische Komplexe bemerkbar wie die sogenannte Copper Hoard Culture. Ab 1700 v.Chr. setzte aus bislang unbekannten Gründen der Zerfall der Indus-Kultur ein. Eine für die weitere Entwicklung Indiens sehr wichtige Periode, war die vedische Zeit (1500 v.Chr. - 500 v.Chr.), in der die Grundlagen der heutigen Kultur geschaffen wurden. Über die politische Entwicklung ist weitaus weniger bekannt, als über die religiöse und philosophische Entwicklung. Gegen Ende der vedischen Zeit wurden die Upanishaden geschaffen, die in vielerlei Hinsicht die Basis der in Indien entstandenen Religionen Hinduismus, Buddhismus und Jainismus bilden. In diese Zeit fällt die Urbanisierung in der Gangesebene und das Heraufkommen von Königreichen wie Magadha. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. entfaltete sich der Buddhismus, der während rund 500 Jahren neben dem Hinduismus die maßgebliche Geistesströmung Indiens darstellte. Arabische Eroberungszüge im 8. Jh. und zentralasiatische Invasionen ab dem 12. Jahrhundert führten zu einer Dominanz muslimischer Staaten im Norden, sowie zur Islamisierung von Teilen der dortigen Bevölkerung. Das Delhi-Sultanat und die Mogul-Dynastie gehörten zu den wichtigsten Herrscherhäusern dieser Zeit. Hinduistische Königstümer gab es nur noch in Südindien (z.B. Vijayanagar). Ab 1505 begannen europäische Mächte kleinere Küstenkolonien zu erobern (vgl. Portugiesisch-Indien). Von 1756 an unterwarf die britische East India Company von ihren Hafenstützpunkten Kalkutta, Madras und Bombay aus weite Teile Indiens. Mitte des 19. Jahrhundert erlangte sie die vollständige politische Kontrolle über alle indischen Territorien (von einigen kleineren portugiesischen und französischen Gebieten abgesehen). Loyale Fürsten behielten Staaten mit begrenzter Souveränität wie Hyderabad, Bhopal, Mysore, Kashmir. 1857 erhoben sich Teile der Bevölkerung Nordindiens gegen die Herrschaft der East India Company. Nach der Niederwerfung des Aufstandes wurde Indien der direkten Kontrolle durch Großbritannien unterstellt. 1884 wurde in Bombay die Kongresspartei (Indian National Congress) gegründet. Sie forderte zunächst politische Mitsprache. Ihre Mitglieder waren vorwiegend Hindus und Parsen. Die muslimische Oberschicht blieb auf Abstand. Ihr Wortführer Sayyid Ahmad Khan befürchtete, dass sie durch Einführung des Mehrheitsprinzips aus der Verwaltung gedrängt würden. Als Interessenvertretung der Muslime wurde 1906 die Muslim League gegründet. Im Ersten Weltkrieg verhielt sich die große Mehrheit der Bevölkerung loyal. Aus Verärgerung darüber, dass die Briten an der Aufteilung des Osmanischen Reiches beteiligt waren, schlossen sich nun auch viele Muslime der Unabhängigkeitsbewegung an. Der gewaltfreie Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft, vor allem unter Mahatma Gandhi und Jawaharlal Nehru, führte 1947 zur Unabhängigkeit. Gleichzeitig verfügte die Kolonialmacht die Teilung der fast den gesamten indischen Subkontinent umfassenden Kolonie Britisch-Indien in zwei Staaten, die säkulare Indische Union sowie die kleinere Islamische Republik Pakistan. Die Briten erfüllten damit Forderungen der Muslim League nach einem eigenen Nationalstaat mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit. Die Teilung führte zu der größten Vertreibungs- und Fluchtbewegung der Geschichte. Ungefähr 10 Millionen Hindus und Sikhs wurden aus Pakistan vertrieben, etwa 7 Millionen Muslime aus Indien. 750.000 bis eine Million Menschen kamen ums Leben. Die Vertreibung nahezu aller Hindus und Sikhs aus dem Gebiet des damaligen West- und Ostpakistan (heute Pakistan und Bangladesch) und der Vertreibung der Muslime aus Indien gilt als Beispiel für eine sog. ethnische Säuberung ohne unmittelbare Verursachung durch einen Krieg. Der Maharaja von Kashmir, selbst Hindu bei überwiegend moslemischer Bevölkerung, verzögerte seine Entscheidung und verursachte damit eine Krise, die zur de-facto-Teilung der Region Kashmir führte. Seitdem herrscht in der Grenzregion beider Länder der Kaschmirkonflikt. Nach zwei vorangegangenen Kriegen führte die indische Unterstützung einer Unabhängigkeitsbewegung im damaligen Ost-Pakistan zu einem dritten Krieg 1971 mit folgender Teilung Pakistans und Gründung des neuen, ebenfalls islamisch geprägten Staates Bangladesch. Heute sind die fundamentalen Probleme Indiens einerseits der fortdauernde Streit mit Pakistan um die Region Kashmir, andererseits die starke Überbevölkerung, die zunehmende Umweltverschmutzung, die ausgedehnte Armut, sowie ethnische und religiöse Konflikte zwischen Hindus und Moslems.

Bevölkerung

Demographie

Moslems Moslems Indien ist in puncto Einwohnerzahl nach der Volksrepublik China und vor den USA der zweitgrößte Staat der Erde. Am 11. Mai 2000 überschritt Indiens Bevölkerungszahl offiziell die Milliardengrenze. Während es von 1920 - damals hatte Indien 250 Millionen Einwohner - 47 Jahre bis zu einer Verdoppelung der Bevölkerung gedauert hat, waren es von 1967 bis 2000 nur noch 33 Jahre. Das Wachstum der Bevölkerung hat sich in den letzten Jahrzehnten nur wenig abgeschwächt und liegt im Moment bei 1,5 Prozent pro Jahr. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt für Männer 63,57 Jahre (1971 waren es nur 44 Jahre) und für Frauen 65,16 Jahre (1971 waren es nur 46 Jahre). In Deutschland sind es zum Vergleich bei Männern 75 Jahre und bei Frauen 81 Jahre. Indien ist damit eines der wenigen Länder der Erde, wo die Lebenserwartung bei Männern und Frauen fast identisch ist. Die Bevölkerungsdichte beträgt 329 Einwohner pro km² (Deutschland 231 pro km²). Das Bevölkerungswachstum erklärt sich jedoch nicht aus einer gestiegenen Geburtenrate, sondern aus der in den letzten Jahrzehnten gestiegenen Lebensdauer, d.h. Reduktion der Sterberate. Dies ist unter anderem auf eine Verbesserung der Gesundheitsfürsorge zurückzuführen. In der Sterberate hatte Indien bereits 1991 mit Deutschland gleichgezogen (10 pro Tausend), für 2005 wird sie auf 8.28 geschätzt. Die Geburtenrate blieb allerdings hoch (sie betrug 1991 30 pro Tausend) und sinkt nur allmählich (für 2005 wird sie auf 22,32 pro Tausend geschätzt). Die Fertilitätsrate (Anzahl der Kinder pro Frau) ging von 5,2 (1971) auf 3,6 (1991) zurück, für 2005 wird sie auf 2,78 geschätzt. Indien gehört zu den Ländern, wo es deutlich mehr Männer gibt: auf 1000 Männer kommen 933 Frauen. Der durchschnittliche Inder ist 26 Jahre alt (Median-Wert). Mit einem jährlichen Bevölkerungszuwachs von 15 Millionen Menschen hat Indien im Moment den größten absoluten Zuwachs aller Staaten der Erde. Der relative Zuwachs liegt jedoch mit 1,4 % nur wenig über dem Weltdurchschnitt. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wird Indien in den nächsten Jahrzehnten sein Bevölkerungswachstum kaum abschwächen und die VR China bis zum Jahre 2045 als bevölkerungsreichstes Land der Erde abgelöst haben. Nachfolgend sind Einwohnerzahlen Indiens zwischen 1700 und 2050 aufgeführt. Die Zahlen für 2025 und 2050 sind eine Prognose. Die Zahlenangaben bis 1875 sind nach dem Gebietsstand von Britisch-Indien, also einschließlich Bangladesch, Myanmar und Pakistan berechnet, die Angaben ab 1900 nach dem heutigen Gebietsstand der Republik Indien. Quelle: [http://www.library.uu.nl/wesp/populstat/Asia/indiac.htm]

Sprachen und Schriften

In Indien werden insgesamt 415 Sprachen und Idiome gesprochen. Neben den beiden überregionalen Amtssprachen Hindi und Englisch sind die folgenden 21 Sprachen als Nationalsprachen anerkannt: Asamiya, Bengali, Bodo, Dogri, Gujarati, Kannada, Kashmiri, Konkani, Maithili (seit 2003), Malayalam, Marathi, Meitei, Nepali, Oriya, Punjabi, Santali, Sanskrit, Sindhi, Tamil, Telugu und Urdu. Englisch ist Verwaltungs-, Unterrichts- und Wirtschaftssprache. Neben Hindustani (im Norden Indiens weit verbreitet und der Vorgänger von Hindi und Urdu) sind auch noch die Sprachen Rajasthani und Mizo erwähnenswert. Bihari ist z.B. der Oberbegriff für die Dialekte in Bihar, wozu auch Maithili, Bhojpuri und Magahi gehören. In letzter Zeit gab es Versuche, den Gebrauch des Sanskrit, welches ebenfalls eine Amtssprache ist, wiederzubeleben. Das Central Board of Secondary Education (CBSE) hat in den Schulen, die es reguliert, Sanskrit zur dritten der unterrichteten Sprachen gemacht. In diesen Schulen ist der Sanskritunterricht für die fünften bis achten Schulklassen obligatorisch. Sanskrit Von den 23 Verfassungssprachen gehören sechzehn der indoarischen, vier der dravidischen (Telugu, Tamil, Kannada und Malayalam), eine der austroasiatischen (Santali) und eine der tibetobirmanisch bzw. sinotibetischen Sprachfamilie (Meitei) an. Erschwerend wirkt sich der Umstand aus, dass die meisten der Sprachen unterschiedliche Schriftsysteme aufweisen. Während für Hindi, Marathi, Nepali, Konkani und Sanskrit eine gemeinsame Schrift verwendet wird (Devanagari), werden Telugu, Tamil, Kannada, Malayalam, Gujarati, Oriya, Punjabi durch eine jeweils eigene Schrift charakterisiert. Für Bengali, Asamiya und Meitei (Manipuri) wird eine weitere Schrift (Bengalische Schrift) verwendet. Urdu wird in arabischer Schrift geschrieben, Kashmiri und Sindhi werden in arabischer Schrift oder auch in Devanagari geschrieben. Jedes der von verschiedenen Sprachen verwendeten Schriftsysteme beinhaltet ergänzende, sprachlich bedingte Sonderzeichen. Indien mit seinen 23 Sprachen ist daher das Land mit den meisten Amtssprachen weltweit. Über die Beibehaltung des Status des Englischen als Amtssprache wird alle 15 Jahre neu entschieden. Englisch gilt weiterhin als Prestige-Sprache und wird nur von einer privilegierten Minorität der Bevölkerung fließend gesprochen. Wenn sich Menschen unterschiedlicher Sprachgemeinschaften begegnen, sprechen sie – im Norden – entweder Hindi oder Englisch miteinander, im Süden eine der drawidischen Sprachen oder Englisch.