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AIU

AIU

Die Abkürzung AIU steht für
- Association Internationale des Universités, internationaler Zusammenschluss der Universitäten seit 1950, Sitz Paris.
- Astrophysikalisches Institut und Universitäts-Sternwarte der Universität Jena. Kategorie:Abkürzung

Paris

Paris (dt. [], frz. []) ist die Hauptstadt Frankreichs und der Region Île-de-France. Der Fluss Seine teilt die Stadt in einen nördlichen Teil (rive droite „rechtes Seineufer“) und einen südlichen Teil (rive gauche „linkes Seineufer“). Paris hat im separat verwalteten Stadtgebiet offiziell 2.138.551 Einwohner, in der Agglomeration leben 11.564.680 Menschen (Stand jeweils 1. Januar 2005). Die außerhalb der Ringautobahn (französisch boulevard périphérique, umschließt die 20 arrondissements) liegenden Ortschaften der Banlieue sind selbständig verwaltet und zählen dadurch nicht zur Stadt Paris im verwaltungsrechtlichen Sinne. Paris ist eine der bedeutendsten Weltstädte und das überragende politische, wirtschaftliche sowie kulturelle Zentrum eines zentralistisch organisierten Landes und sein größter Verkehrsknotenpunkt (unter anderem mit drei Flughäfen und sechs Kopfbahnhöfen). Paris ist auch UN-Stadt (UNESCO).

Geografie

Geografische Lage

UNESCO UNESCO] Die Stadt liegt im Zentrum des Pariser Beckens durchschnittlich 65 Meter über dem Meeresspiegel. Sie ist umgeben von großen Wäldern, die der Bevölkerung als Naherholungsgebiete dienen. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 105,4 Quadratkilometern. Die höchste natürliche Erhebung innerhalb der Stadtgrenzen ist der Hügel Butte Montmartre mit einer Höhe von 129 Metern.

Stadtgliederung

Im Jahre 1790 wurde Paris Verwaltungssitz des Départements Seine (75). Seit der Neugliederung der Départements der Île-de-France im Jahre 1968 ist Paris gleichzeitig Stadt und Département. Die Stadt ist in 20 nummerierte Gebiete aufgeteilt, die Arrondissements genannt werden und die Postleitzahlen 75001 bis 75020 tragen. Jedes Arrondissement besteht aus vier Quartiers. Die Arrondissements von Paris sind: Louvre, Bourse, Temple, l'Hôtel de Ville, Panthéon, Luxembourg, Palais Bourbon, l'Élysée, l'Opéra, l'Entrepôt, Popincourt, Reuilly, Gobelins, l'Observatoire, Vaugirard, Passy, Batignolles-Monceaux, Butte-Montmartre, Buttes-Chaumont und Ménilmontant.

Klima

Paris befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 10,6 Grad Celsius und die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge 639 Millimeter. Der wärmste Monat ist der Juli mit 18,4 Grad Celsius im Mittel, der kälteste der Januar mit durchschnittlich 3,4 Grad Celsius. Der meiste Niederschlag fällt im Monat Juni mit 65 Millimeter im Mittel, der wenigste im Februar und April mit jeweils durchschnittlich 45 Millimeter.

Geschichte

April]] Die Stadt entwickelte sich seit Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. aus der keltischen Siedlung Lutuhezi des Stammes der Parisier auf der Seine-Insel, die heute Île de la Cité heißt. Der erste Bestandteil des Namens stammt von der keltischen Wurzel luta „Sumpf“, so dass der gesamte keltisch-römische Name Lutetia Parisiorum, also „Sumpfebene der Parisier“ bedeutet. Der Hinweis auf den Sumpf ging im Laufe der Zeit verloren. Nach der Eroberung der Siedlung durch die Römer im Jahr 52 v. Chr. brannten die Parisii ihr Inselfort nieder und überließen es den Römern. Diese bauten die Stadt als Lutetia wieder auf und dehnten die nunmehr befestigte Stadt auf das linke Seineufer aus. Dort entstanden Thermen, ein Forum und ein Amphitheater. Die Stadt wurde im römischen Reich als Civitas Parisiorum oder Parisia bekannt, blieb aber im besetzten Gallien zunächst recht unbedeutend. 52 v. Chr. Im 5. Jahrhundert wurde die römische Herrschaft durch die Merowinger beendet. Im Jahre 508 ist Paris Hauptstadt des Merowingerreiches unter Chlodwig I. (466-511) geworden. Danach wurde sie unter einem seiner Söhne zu einem fränkischen Teilkönigreich Paris. Während der Karolingerherrschaft überfielen die Normannen wiederholt die Stadt. Die Kapetinger machten Paris zur Hauptstadt Frankreichs. Philipp II. Augustus (1165-1223) ließ die Stadt befestigen. 1190 wurden eine Mauer am rechten Ufer der Seine und im Jahre 1210 ein Wall am linken Ufer errichtet. Zu jener Zeit gab es am rechten Seineufer zahlreiche Händler. Auf Veranlassung Philipp II. entstand am westlichen Stadtrand der Louvre. 1181 ist die erste überdachte Markthalle eröffnet worden und 1301 ist auf der Île de la Cité ein Königspalast gebaut worden. Die Sorbonne im Süden von Paris hat sich aus mehreren kleinen Schulen entwickelt. Karl V. (1338-1380) ließ am linken Seineufer die Mauer zum Schutz der Stadt vor den Engländern erneuern. 1370 ist auf seine Veranlassung am rechten Ufer, wo heute die grands boulevards verlaufen, ebenfalls eine Mauer errichtet worden. Während des Hundertjährigen Krieges war Paris von 1420 bis 1436 von englischen Streitkräften besetzt. 1436] Während der Hugenottenkriege zwischen 1562 und 1598 blieb die Stadt in katholischem Besitz. In der Bartholomäusnacht am 24. August 1572 sind in Paris Tausende von Hugenotten ermordet worden. Auf Veranlassung Ludwig XIV. (1638-1715) sind Straßenbeleuchtungen angebracht, die Wasserversorgung modernisiert und die Krankenhäuser Invalides und Salpêtrière erbaut worden. Er ließ die Stadtmauern von Paris abtragen und an deren Stelle die „Großen Boulevards“ errichten. Die Residenz des Königs wurde nach Versailles verlegt. Dennoch blieb Paris das politische Zentrum Frankreichs, was auf seine hohe Bevölkerungszahl und seine führende wirtschaftliche Rolle im Land zurückzuführen war. Als im Jahre 1789 die Französische Revolution ausbrach, war es die Bevölkerung von Paris, die den Weg zur Abschaffung der Monarchie und zur Einführung der ersten französischen Republik ebnete. 1844 ist zu Verteidigungszwecken an Stelle des heutigen Boulevard Périphérique eine neue Stadtbefestigung errichtet worden. Diese hatte eine Länge von 39 Kilometern und ist mit ihren 94 Bastionen und 16 Forts die größte Befestigungsanlage der Welt gewesen. Paris war in den Jahren 1855, 1867, 1878, 1889, 1900 und 1937 Veranstaltungsort von sechs Weltausstellungen, welche die kulturelle und politische Bedeutung der Stadt unterstrichen. Nach dem Niedergang des 2. Kaiserreiches und der Einnahme der Stadt durch deutsche Truppen erhob sich 1871 die so genannte Pariser Kommune, die sich aus Arbeitern, Handwerkern und Kleinbürgern zusammensetzte, gegen die konservative provisorische Regierung der Republik. Paris erlebte zwischen 1871 und 1914 eine Blütezeit in der belle époque. Am Gare de Lyon, der Pont Alexandre III. und den U-Bahnstationen ist der Stil dieser Zeit beispielhaft zu erkennen. 1921 hatte Paris mit knapp drei Millionen die höchste Einwohnerzahl seiner Geschichte erreicht. Der städtische Wohnungsbau konnte mit der Nachfrage nicht mehr Schritt halten. Während des 2. Weltkrieges war die Stadt zwischen 1940 und 1945 von der deutschen Wehrmacht besetzt. 1968 kam es in der Stadt zu Studentenrevolten und Massenstreiks. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Paris zu einer multikulturellen, kosmopolitischen Stadt. Kamen anfangs noch Italiener, so gibt es mittlerweile eine kulturelle Vielfalt, die in einigen Gegenden die Quartiers dominiert. Sehr bekannt sind vor allem das ostasiatisch-chinesisch geprägte 13. Arrondissement und das afrikanisch-maghrebinisch geprägte 18. Arrondissement. Darüber hinaus gibt es auch jüdisch, japanisch und tamilisch dominierte Viertel. 2005 kommt es zu großen Ausschreitungen von Randalierern in den Vorstädten von Paris, die sich zu einem Flächenbrand über ganz Frankreich ausweiteten.

Einwohnerentwicklung

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1784 handelt es sich um Schätzungen, von 1790 bis 1999 um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung. Ausschreitungen

Politik

Städtepartnerschaften

Paris unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften. In Klammern das Jahr der Etablierung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Sehenswürdigkeiten in Paris

Theater

Sehenswürdigkeiten in Paris Die wichtigsten Musical- und Theaterensembles des Landes haben ihren Sitz in Paris. Die Comédie-Française oder Théâtre français ist ein Nationaltheater mit vorwiegend klasssischem Repertoire in der Tradition von Molière. Es entstand 1680; berühmte Schauspieler waren unter anderem Sarah Bernhardt und Jean-Louis Barrault. Weitere Theater sind das Moulin Rouge, das Théâtre des Bouffes-Parisiens, das Théâtre des Champs-Elysées und das Théâtre Feydeau.

Museen

Die Vielzahl bedeutender Museen in Paris ist einzigartig. Der 1793 eröffnete Louvre mit über 30000 Exponaten von der Antike bis zum Ende des 19. Jhds zählt zu größten und wichtigsten Museen der Welt. In einem ehemaligen Bahnhof am linken Seineufer befindet sich seit 1986 das Musée d'Orsay, welches gemalte und plastische Werke von Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum ersten Weltkrieg beherbergt. Das 1977 eröffnete Centre National d’Art et de Culture Georges-Pompidou (Centre Pompidou) ist eine der touristischen Hauptattraktionen der Stadt. Im Jahre 1985 ist das Picasso-Museum, das die weltweit größte Sammlung von Werken des Künstlers beherbergt, eröffnet worden. Es ist im Hôtel Salé untergebracht. Anfang des Jahres 1997 öffnete das Musée de la Musique seine Tore für die interessierte Öffentlichkeit.

Bauwerke


- Straßen und Plätze Die Avenue des Champs-Élysées ist die wahrscheinlich berühmteste Straße der Welt. Der 71 Meter breite Boulevard bildet das Rückgrat einer einzigartigen südöstlich-nordwestlichen Sichtachse, die beim Louvre und den Tuilerien beginnt, der Place de la Concorde und den Arc de Triomphe umfasst und bis zur Grande Arche im neuen westlichen Stadtteil La Défense reicht. Der Place de la Concorde ist der größte und letzte der Königsplätze von Paris. Ab 1755 errichtet, war während der Revolutionszeit auf dem in Place de la Révolution umbenannten Platz die Guillotine aufgestellt. Seit 1836 wird der Platz vom Obelisk von Luxor dominiert. Neben dem 23 Meter hohen Obelisken befinden sich zwei aufwändig gestaltete Brunnen. Der Place des Vosges ist ein unter Heinrich IV. angelegter quadratischer Platz im Distrikt Marais. Der Platz bietet heute ein einzigartig geschlossenes Ensemble von Bauten des frühen 17. Jahrhunderts. Das Ensemble der Place Vendôme wurde für den „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. zwischen 1690 und 1720 erbaut. Der von einem geschlossen erhalten gebliebenen, harmonisch angeordneten Palais umfasste Platz wird heute von einer 44 Meter hohen Triumphsäule dominiert, die Napoléon Bonaparte 1806 errichten ließ. Der Pont Neuf (Neue Brücke) ist die älteste noch erhaltene Brücke über die Seine. Auf dem Place Igor Strawinsky neben dem Centre Pompidou sieht man den bekannten Strawinsky-Brunnen von Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle.
- Weltliche Bauwerke Niki de Saint Phalle]] Das Wahrzeichen der Stadt ist der Eiffelturm, eine Stahlkonstruktion aus dem Jahre 1889, die für die Weltausstellung eigentlich nur temporär errichtet werden sollte. Der Triumphbogen wurde von 1806 (unter Napoléon) bis 1836 (unter Louis-Philippe) errichtet. Als Inspiration diente der allerdings deutlich kleinere Titusbogen in Rom. Das Hôtel de Ville ist das Ende des 19. Jahrhunderts errichtete neoklassizistische Rathaus von Paris. Paris hat eine Reihe kunstgeschichtlich bedeutender Adelspaläste, ehemalige Stadtresidenzen bedeutender Adliger, Prälaten und Ministerialen. Erhalten sind zahlreiche Bauwerke aus dem späten 15. bis 18. Jahrhundert, insbesondere in den Distrikten Marais und St-Germain-des-Près. Das Panthéon, errichtet von 1764 bis 1790, wechselte mehrmals seine Bestimmung: Als Kirche konstruiert, wurde der Kuppelbau nach der französischen Revolution 1789 zur nationalen Ruhmeshalle erklärt. Nach mehreren Umwidmungen im 19. Jahrhundert ist sie seit 1885 erneut Ruhmeshalle Frankreichs. Entsprechend illuster ist die Liste hier beigesetzten Personen: Voltaire, Victor Hugo, Émile Zola, Jean-Jacques Rousseau, Marie Curie. 1849 gelang dem Physiker Foucault mit dem nach ihm benannten Pendel hier der empirische Nachweis der Erdrotation. Das Pendel befindet sich heute in der Kapelle des Musée des arts et métiers. Im ausgehenden 19.Jahrhundert entstand auch der so typische Pariser Haussmann-Stil. Die Sorbonne ist die älteste Universität nördlich der Alpen. Sie wurde im 13. Jahrhundert im Quartier Latin gegründet. An der Universität studierten und lehrten einige der bedeutendsten Philosophen des Mittelalters. Der heutige Bau der Sorbonne wurde 1885 bis 1901 errichtet. Im seit Ende der 1950er Jahre im Westen von Paris entstandenen Büro- und Geschäftsviertel La Défense, in dem Wolkenkratzer dominieren, befindet sich als westliche Fortführung der berühmten Pariser Achse die so genannte Grande Arche. Der gigantische, 110 Meter hohe Kubus des dänischen Architekten Johann Otto von Spreckelsen wurde 1989 eingeweiht. Der Elysée-Palast ist der Amtssitz des französischen Präsidenten. Das [http://fr.wikipedia.org/wiki/Grand_Palais| Grand Palais] war Ausstellungshalle zur Weltausstellung vergleichbar mit dem Londoner Spiegelpalast. Im Unterschied dazu - er steht noch.
- Kirchen Elysée-Palast] Die ehemalige Abteikirche Saint-Denis nördlich von Paris war seit dem 8. Jahrhundert Grablege fast aller französischen Könige. Der 1147 begonnene Neubau der Klosterkirche markierte überdies den Beginn der Gotik. Die Kathedrale Notre-Dame de Paris gilt allgemein als der Inbegriff frühgotischer Baukunst. Sie wurde als Bischofskirche im 12. und 13. Jahrhundert auf der Île de la Cité erbaut und erreicht eine Höhe von 69 Metern. Die gotische Kirche Sainte-Chapelle, in einer kurzen Zeitspanne in den 1240er Jahren entstanden, liegt gegenüber von Notre-Dame auf der Île de la Cité. Sie diente dem König als Aufbewahrungsort für religiöse Reliquien. Der Invalidendom wurde im 17. und 18. Jahrhundert errichtet. Die prächtige Kuppelkirche dient als Grabstätte bedeutender französischer Feldherren, darunter Napoléon, der 1840 hierher überführt wurde. Die zwischen 1876 und 1914 im Zuckerbäckerstil errichtete Kuppelkirche Sacré-Cœur befindet sich weithin sichtbar auf dem Hügel Montmartre. Im Quartier Latin befinden sich St. Séverin-et-St-Nicolas, St. Julien-le-Pauvre und St. Etienne-du-Mont, im Marais Temple des Filles de la Visitation Sainte-Marie, St. Paul-et-St-Louis und St-Gervais-et-St-Protais sowie im Stadtteil St-Germain-des-Prés die Kirchen St. Germain-des-Prés und St. Sulpice. Weitere bedeutende Kirchen in Paris sind St. Nicolas-des-Champs, St. Martin-des-Champs, St. Eustache, St. Germain-l'Auxerrois, St. Roch, Ste-Marie-Madeleine, Chapelle Expiatoire, St. Augustin und Ste-Trinité.
- Friedhöfe Zu den bekanntesten religiösen Bauwerken zählen in Paris auch die neuen Friedhöfe, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts die alten ersetzten. Außerhalb der damaligen Grenzen der Hauptstadt wurden der Cimetière de Montmartre im Norden, der Cimetière du Père Lachaise im Osten, der Cimetière du Montparnasse im Süden, sowie im Zentrum der Stadt der Cimetière de Passy angelegt. Die Bekanntheit dieser Friedhöfe beruht im Wesentlichen darauf, dass hier eine große Anzahl von berühmten Persönlichkeiten beerdigt sind.
- Hotels Paris ist bekannt für seine vornehmen und eleganten Hotels, die hauptsächlich um die „Tuilerien“ und die „Place Vendôme“ angesiedelt sind. Hier findet man beispielsweise das berühmte „Hotel Ritz“, das „George V“ oder aber das „Hotel Intercontinental“ mit seinem repräsentativen Patio. Natürlich findet man aber Hotels und Unterkünfte in fast allen Preisklassen. Besonders reizvoll sind die kleinen Stadthotels mit dem berühmten Pariser Charme, auf die man oft ganz unverhofft trifft. Für all diejenigen, die für mehr als drei Monate nach Paris kommen, bietet sich die Anmietung eines „möblierten Appartements“ an.

Parks

Einer der bekanntesten städtischen Parks ist der Jardin du Luxembourg im VI. Arrondissement von Paris, im Quartier Latin. Er wurde im Jahre 1612 angelegt und beherbergt das Palais du Luxembourg, den Sitz des Senats, der zweiten Kammer der französischen Parlaments. Der Garten umfasst streng geometrisch angelegte Partien, aber auch freier gestaltete Zonen. Weitere bedeutende Parks in Paris sind die Tuilerien, Bois de Boulogne, Bois de Vincennes, Jardin des Plantes, Parc des Buttes-Chaumont, Parc Montsouris, Parc de la Villette und Parc André Citroën.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Parc André Citroën Paris ist das bedeutendste Wirtschaftszentrum Frankreichs. In der Metropolregion Paris hat sich etwa ein Viertel der Produktionsbetriebe des Landes niedergelassen. Durch den riesigen Absatzmarkt, den die Stadt bietet, übt sie seit jeher große Anziehungskraft auf Hersteller von Konsumgütern aus. Paris ist bekannt für die Produktion von Luxusgütern (Haute Couture und Schmuck). Zu den wichtigsten Erzeugnissen der Stadt zählen chemische Produkte, Elektrogeräte, Kraftfahrzeuge und Maschinen. Fast alle großen Dienstleistungsunternehmen Frankreichs, insbesondere Banken und Firmen des Finanzwesens, haben ihren Sitz in Paris. Seit den 1990er Jahren werden vermehrt Anstrengungen unternommen, multinationale Konzerne anzusiedeln. Die Stadt ist heute eine der wichtigsten Handelsmetropolen in Europa. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist die Lage der Stadt inmitten einer der fruchtbarsten Agrarlandschaften in Europa. Die Landwirtschaft war deshalb schon in den früheren Jahrhunderten die bedeutendste Wirtschaftsgrundlage der Region und sicherte die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung in der Stadt.

Verkehr


- Nahverkehr Der Verkehr in Paris wird überwiegend über die U-Bahn (Métro) abgewickelt. Sie wird täglich von rund fünf Millionen Menschen genutzt und besteht aus 14 Linien mit einer Gesamtlänge von mehr als 200 Kilometern. An das Métro-Netz angeschlossen sind die Schnellbahnen (RER, Réseau Express Régional), die Paris mit den Vororten verbinden. Am 21. November 1853 fuhren in Paris die ersten Pferdestraßenbahnen, es waren die ersten in Europa. Mit der Elektrifizierung des Straßenbahnnetzes begann man am 6. November 1881. Der Betrieb wurde am 14. August 1938 eingestellt. Nach 54 Jahren Unterbrechung verkehrt seit dem 6. Juli 1992 wieder eine Straßenbahn durch die Vororte. Heute befahren zwei Linien ein 23 Kilometer langes Streckennetz, eine dritte nach Paris ist in Planung. Trolleybusse fuhren zum ersten Mal während der Weltausstellung in Paris zwischen dem 15. April 1900 und dem 12. November 1900, ein weiteres Mal zwischen 1912 und 1914 sowie nach einer Unterbrechung durch den 1. Weltkrieg vom 7. April 1925 bis 8. Juli 1935. Nach einer siebeneinhalbjährigen Pause wurde der Betrieb noch während des 2. Weltkrieges am 18. Januar 1943 wieder aufgenommen und am 1. April 1966 dann endgültig eingestellt.
- Fernverkehr 1966 Paris besitzt den zweitgrößten Binnenhafen in Europa und ist Knotenpunkt des Eisenbahn- und Straßenverkehrsnetzes in Frankreich. Am Stadtrand befinden sich drei internationale Flughäfen. 48,3 Millionen Passagiere sind im Jahre 2003 auf dem Flughafen Charles de Gaulle abgefertigt worden – dies war die dritthöchste Zahl aller Flughäfen in Europa. Mit 23,1 Millionen Passagieren nimmt Orly den neunten Platz ein. Der dritte Flughafen ist Paris-Beauvais. Wichtigste Eisenbahnverbindungen sind die Fernstrecken zu den Großstädten Frankreichs wie Marseille, Lyon, Bordeaux, Toulouse, Straßburg und Rennes, die zum Teil mit TGV-Zügen befahren werden. Außerdem gelten die Strecken des Eurostar nach London und des Thalys nach Köln und Amsterdam über Brüssel als bedeutende europäische Verbindungen. Die wichtigsten Personenbahnhöfe sind Gare d'Austerlitz, Gare de l'Est, Gare de Lyon, Gare Montparnasse, Gare du Nord und Gare Saint-Lazare. Dem Eisenbahngüterverkehr dienen die Rangierbahnhöfe Villeneuve-Saint-Georges, Le Bourget und Achères in den gleichnamigen politisch selbständigen Vororten, die durch die Große Ringbahn (Grande Ceinture) untereinander verbunden sind.

Medien

Die meisten französischen Fernseh- und Radiosender haben ihren Sitz in Paris. Die Stadt ist Erscheinungsort international bedeutender Tageszeitungen („Le Figaro“, „Le Monde“, „Libération“) und bedeutendstes internationales Zentrum des Verlagswesens.

Bildung

Die Gegensätze zwischen Paris und dem Rest des Landes werden besonders im Bereich Bildung deutlich. Denn die angesehensten Bildungsstätten Frankreichs befinden sich überwiegend in Paris. Die 1257 gegründete Sorbonne ist die älteste Universität in Frankreich. Im Jahre 1968 wurde die Universität von Paris durch eine umfassende Reform in 13 unabhängige Teile aufgegliedert. Fünf von ihnen liegen außerhalb der Stadt. Weitere höhere Bildungseinrichtungen sind das im Jahre 1530 eröffnete Collège de France, die École Polytechnique (eröffnet 1794), das Institut Catholique (eröffnet 1875) und die École du Louvre (eröffnet 1882). Auch die Elithochschule ENA ist in Paris vertreten. Ludwig XI. legte den Grundstock für die größte öffentliche Bibliothek, die Bibliothèque Nationale, mit einem Bestand von mehr als zehn Millionen Bänden. Ende 1996 wude das neue Gebäude für die Nationalbibliothek von Präsident Jacques Chirac eingeweiht. Die berühmte Académie française ist 1635 gegründet worden. Seit dem Jahre 1803 gehört sie dem Institut de France an.

Persönlichkeiten

Paris war Geburts- und/oder Sterbeort zahlreicher bekannter Persönlichkeiten. Dazu gehören unter anderem der Schriftsteller Honoré de Balzac, der Komponist Georges Bizet, der Maler François Boucher, der Komponist Frédéric Chopin, der Metallbauingenieur Gustave Eiffel, der Architekt Charles Garnier, der deutsche Schriftsteller Heinrich Heine, der Schauspieler und Regisseur Mathieu Kassovitz, der US-amerikanische Sänger und Lyriker Jim Morrison (The Doors) sowie der irisch-englische Literat Oscar Wilde. Siehe auch: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Paris

Galerie

Image:Tour_eiffel_at_sunrise_from_the_trocadero.jpg|Eiffelturm bei Sonnenaufgang Image:Palais garnier bs.jpg|Garnier-Oper Bild:Louvre paris.gif|Der Louvre Image:Place_de_la_Concorde_Luxor_obelisk_dsc00775.jpg|Obelisk aus dem Tempel von Luxor am Place de la Concorde = Weblinks =
- Portal: Paris.
- [http://www.paris.fr/ Offizielle Paris-Seite]
- [http://www.parisinfo.com/ Pariser Fremdenverkehrsamt]
- [http://deutsch.pidf.com/ Offizielle Paris Ile-de-France-Seite]
- [http://www.paris-tourist.com/ Online-Reiseführer für Paris]
- [http://www.comedie-francaise.fr/ Nationaltheater Comédie Francaise]
- [http://www.zoomify.com/ Zoombares Satellitenbild (Flash benötigt)]
- [http://around.at/paris/ Private Seite über Paris]
- [http://www.parisbalades.com/Deutsch/default.htm/ Paris balades - Paris für Fußgänger (im Aufbau)]
- [http://www.reisefuehrer.cc/index.php/category/paris/ Sehenswürdigkeiten in Paris] Kategorie:Ort in Île-de-France Kategorie:Französisches Département Kategorie:Hauptstadt in Europa als:Paris (Stadt) ja:パリ ko:파리 시 nb:Paris simple:Paris

Astrophysik

Die Astrophysik beschäftigt sich mit den physikalischen Grundlagen der Erforschung von Himmelserscheinungen. Die Wissensgebiete der Astrophysik und der Astronomie sind nicht strikt voneinander trennbar, sie betonen allerdings verschiedene Aspekte: Klassischerweise beschäftigt sich die Astronomie mit der Beobachtung, Messung und Vermessung von Himmelsobjekten (Cluster, Quasare, Galaxien, Nebel, Neutronensterne, Pulsare, Sterne, Planeten, Monde, Kometen, usw.) und der Interpretation der durch Beobachtung gewonnenen Messdaten bezüglich der Objekte selbst (Klassifizierung) sowie deren Entfernung, Lage usf.. Dem gegenüber beschäftigt sich die Astrophysik mit den physikalischen Prozessen, die die spezifischen beobachtbaren Himmelserscheinungen hervorrufen.

Klassische Teilgebiete der Astrophysik


- Physikalische Kosmologie (Kosmogonie, Entstehungsgeschichte des Universums)
- Entstehung und Evolution von Sternen
- Sonnenphysik
- Astroteilchenphysik
- Kosmochemie (chemische Evolution der Elemente)
- Gravitationsdynamik (Entstehung und Entwicklung von Galaxien)
- Schwarze Löcher
- Neutronensterne
- Entstehung und Evolution von Planetensystemen. (Exoplaneten)

Theoretische Astrophysik

Die Theoretische Astrophysik versucht anhand von Modellen Himmelserscheinungen vorauszusagen oder nachzubilden. Viele astrophysikalische Prozesse lassen sich durch partielle Differentialgleichungen beschreiben, für die nur in Ausnahmesituationen eine exakte analytische Lösung gefunden werden können. Eine weit verbreitete Methode in der Astrophysik sind daher numerische Berechnungen (Numerik) und Simulationen, die mit einem üblichen PC (2005) Tage bis Wochen dauern würden. In der Praxis wird daher oft auf Supercomputer oder Cluster zurückgegriffen. Die so gewonnenen Resultate versucht man durch Beobachtungen zu bestätigen.

Beobachtende Astrophysik

Wichtigste Methode ist dabei die Spektralanalyse von elektromagnetischer Strahlung, wobei sich der Beobachtungsbereich von Radiowellen (Radioastronomie) bis zu hochenergetischen Gammastrahlen über etwa 17 Zehnerpotenzen erstreckt. Von der Erde aus können außer sichtbarem Licht die Frequenzbereiche von Radiowellen und einige Teile des Infrarotbereichs beobachtet werden. Der größte Teil des infraroten Lichts, ultraviolettes Licht, sowie Röntgenstrahlung und Gammastrahlung können nur von Satelliten aus beobachtet werden, da die Atmosphäre der Erde als Filter wirkt. Klassifiziert man Sterne nach Spektralklassen und Leuchtkraftklassen, können sie in ein Hertzsprung-Russell-Diagramm (HRD) eingetragen werden. Die Lage im HRD legt fast alle physikalischen Eigenschaften des Sterns fest. Zur Entfernungsbestimmung kann man das Farben-Helligkeits-Diagramm (FHD) benutzen. Neben einzelnen Sternen werden vor allem Galaxien und Galaxiencluster beobachtet. Hierfür werden erdgebundene Teleskope - oft auch zu Clustern zusammengeschaltet - sowie Weltraumteleskope wie etwa HUBBLE benutzt. Häufig werden auch Satteliten mit Detektoren und Teleskopen, z.B. HEGRA, gestartet. Daneben interessieren sich Astrophysiker auch für den kosmischen Strahlungshintergrund.

Verhältnis der Astrophysik zu anderen Teilgebieten der Physik

Im Gegensatz zu allen anderen Teilgebieten der Physik kennt die Astrophysik keine Laborexperimente. Die Genauigkeit, die etwa bei Messungen in der Kernphysik erreicht wird, ist in der Astrophysik systematisch ausgeschlossen. Störeffekte können kaum umgangen werden, wobei die Möglichkeit Teleskope im Weltraum zu stationieren bereits einen deutlichen Fortschritt darstellt. Echtzeitmessungen sind durch astronomischen Entfernungen hingegen physikalisch unmöglich. Trotz dieser grundsätzlichen Verschiedenheit zu allen anderen Teildisziplinen der Physik nutzen Astrophysiker Methoden aus anderen Gebieten der Physik, insbesondere aus der Kern- und Teilchenphysik (Detektoren zur Messung bestimmten Teilchen bei bestimmten Energien etwa). In der Theoretischen Astrophysik hingegen ist die Anlehnung an die Plasmaphysik besonders eng, da sich viele astronomische Erscheinungen wie etwa Sternenatmosphären oder Materiewolken in guter Näherung als Plasmen beschreiben lassen. Siehe auch: Geschichte der Astrophysik in der Antarktis, Portal:Physik, Portal:Astronomie Kategorie:Physik Kategorie:Astrophysik ja:天体物理学 ms:Astrofizik simple:Astrophysics

Sternwarte

Eine Sternwarte (oder ein Observatorium v. lat.: observare = beobachten) ist heutzutage ein Ort mit wissenschaftlichen Instrumenten, oft Teleskopen, für die Beobachtung des Weltraums.

Merkmale

Weltraum] Das Erscheinungsbild einer heutigen Sternwarte ist in der Regel durch eine oder mehrere Kuppeln gekennzeichnet, die einerseits zur Beobachtung geöffnet und in die gewünschte Richtung gedreht werden können, andererseits aber im geschlossenen Zustand das darunter aufgestellte Instrument schützen. Die Instrumente selbst (vor allem die Teleskope) sind zum Schutz vor Erschütterungen auf eigenen, vom übrigen Gebäude getrennten Sockeln montiert. Der Begriff Observatorium wird auch noch für Satelliten, die Teleskope tragen, verwendet. Typischerweise befinden sich mehrere Teleskope bzw. Instrumente auf einem Satellit, die meist alle das selbe Ziel beobachten, seltener auch getrennt gesteuert werden können. Eine Sternwarte, die hauptsächlich zum Zweck von Führungen und der Erwachsenenbildung betrieben wird, nennt man auch Volkssternwarte. Ein ähnliches Ziel wie Volkssternwarten verfolgen Schulsternwarten und werden gelegentlich auch gemeinsam betrieben. Weiter gibt es auch Privatsternwarten, die von einzelnen Amateurastronomen oder Vereinigungen betrieben werden, und in Einzelfällen ebenfalls der Öffenlichtkeit Beobachtungsmöglichkeiten bieten. Sternwarten sind nicht mit Planetarien zu verwechseln. In ersteren kann man tatsächliche Objekte beobachten, während letztere die Himmelsobjekte künstlich projizieren. Im weiteren Sinn werden auch Bauwerke, die durch ihre besondere Konstruktion die Festlegung bestimmter astronomischer Besonderheiten, wie z.B. den Tag der Wintersonnenwende, ermöglichen, als Observatorium bezeichnet. Bei dieser Art von Bauwerken, die zu meist einer vorgeschichtlichen Phase der verschiedensten Kulturen zuzurechnen sind, handelt es sich meist um sogenannte Sonnenobservatorien, da von hier aus vor allem der Lauf der Sonne beobachtet wurde. Siehe z.B. Sonnenobservatorium von Goseck oder Stonehenge.

Geschichte

Das derzeit als ältestes datiertes Observatrorium der Vorgeschichte ist das Sonnenobservatorium von Goseck aus ca. 5000 v. Chr.. Andere Anlagen stammen aus Zeiten ab ca. 3000 v. Chr. (Stonehenge und die Pyramiden der Vorgeschichte). Im Spätmittelalter und der Zeit danach entstanden die ersten Vorläufer der „klassischen“ Sternwarten. Sie beheimateten Instrumente zur Vermessung von Sternörtern, z.B. Quadranten oder Astrolabien. Beispiele sind Sternjeborg, die Sternwarte Tycho Brahes oder die Sternwarte des Ulug Beg. Nach Erfindung des Teleskops 1608 entstanden dann die ersten Sternwarten im heutigen Sinne. Diese waren zunächst Teile physikalischer Kabinette, wie sie von Adligen und anderen Gönnern nach und während der Aufklärung unterhalten und gefördert wurden. Es handelte sich oft um ausgebaute Dachgeschosse, angebaute Türme oder dergleichen. Eigenständige Sternwartenbauten wurden oft als Türme ausgeführt, wie die Mannheimer Sternwarte. In diese Zeit fällt auch zum Beispiel der Bau des Royal Greenwich Observatory 1675. Die erste Sternwarte, bei der die Instrumente in ein ebenerdiges Gebäude gestellt wurden, war die Seeberg-Sternwarte, die 1790 in Betrieb genommen wurde. Die erste Schulsternwarte Deutschlands wurde 1872 im ostsächsischen Bautzen gegründet. Für die Qualität der Beobachtung ist ein möglichst dunkler Himmel wichtig. Daher waren bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Sternwarten mit konkurrenzfähiger Forschung nahe oder sogar in Städten die Regel, oft auch um dem Geldgeber, im allgemeinen dem lokalen Fürstenhof, nahe zu sein. Das Anwachsen der Städte und der damit verbundene Lichtsmog, der die Beobachtungen in zunehmendem Maß beeinträchtigte, führte im 20. Jahrhundert zu einem Ausweichen in immer abgelegenere und vom Lichtsmog noch nicht betroffene Gebiete wie etwa in Gebirgen, zunächst in näher gelegene Gebirge wie die Pyrenäen oder die Alpen und schlieslich in Gebiete weit abseits größerer Ansiedlungen und mit klarer und ruhiger Luft, wie etwa auf dem Mauna Kea auf Hawaii oder in der Atacama-Wüste in Chile. Gleichzeitig ermöglichte der technologische Fortschritt die Anfertigung immer größerer Teleskope, die immer schwächere Lichtmengen auffangen können und so Beobachtungen in immer größere Tiefen des Weltalls erlauben. Auch diese Instrumente gelangen durch die natürliche Unruhe der Luft an Grenzen. Leistungsfähige Adaptive Optiken sind zwar in der Lage, diesen Nachteil fast vollständig zu korrigieren, aber üblicherweise nur in sehr kleinen Bildfeldern. Ein Ausweg bot sich in der Konstruktion von Weltraumteleskopen, die Beobachtungen außerhalb des störenden Einflusses der Atmosphäre ermöglichen wie etwa das Hubble-Weltraumteleskop. Darüber hinaus wurden Weltraumteleskope entwickelt, um Beobachtungen in Spektralbereichen zu ermöglichen, die vom Boden aus unzugänglich sind, wie etwa im fernen Infrarot oder im Bereich der Röntgenstrahlung.

Einzelne Sternwarten und Observatorien

Sternwarten in Deutschland heutzutage (Auswahl)

Forschungsinstitute

Röntgenstrahlung
- Bonn: Hoher List
- Hamburg: Hamburger Sternwarte in Bergedorf
- Heidelberg: Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl
- Sonneberg: Sternwarte Sonneberg
- Tautenburg: Thüringer Landessternwarte

Volkssternwarten

Thüringer Landessternwarte, Volkssternwarte von 1930]]
- Aachen: Volkssternwarte Aachen
- Bad Kreuznach: Volkssternwarte Bad Kreuznach
- Bad Nauheim: Volkssternwarte Wetterau
- Bielefeld: Volkssternwarte Ubbedissen
- Berlin: Archenhold-Sternwarte, Wilhelm-Foerster-Sternwarte
- Bonn: Volkssternwarte Bonn
- Buchloe: Volkssternwarte Buchloe
- Darmstadt: Volkssternwarte Darmstadt
- Ennepetal: Volkssternwarte Ennepetal
- Hagen: Volkssternwarte Hagen
- Hannover: Volkssternwarte Geschwister Herschel Hannover e.V.
- Jena: Volkssternwarte Urania Jena
- Köln: Volkssternwarte Köln
- Mainz: Volkssternwarte Mainz
- München: Bayerische Volkssternwarte München e V
- Nürnberg: Regiomontanus-Sternwarte
- Radebeul: Volkssternwarte Radebeul
- Recklinghausen: Volkssternwarte Recklinghausen
- Regensburg: Volkssternwarte Regensburg
- Solingen: Sternwarte Solingen
- Tübingen: Volkssternwarte Tübingen
- Würzburg: Volkssternwarte Würzburg

Sonstige Sternwarten


- Augsburg: Sternwarte Diedorf
- Bautzen: Schulsternwarte "Johannes Franz"
- Berlin: Bruno-H.-Bürgel-Sternwarte
- Bernau: Sternwarte Bernau
- Bochum: Sternwarte Bochum
- Bremen: Walter-Stein-Sternwarte
- Duisburg: Rudolf-Römer-Sternwarte
- Essen: Walter-Hohmann-Sternwarte
- Heppenheim: Starkenburg-Sternwarte
- Herne: Sternwarte Herne
- Kiel: Sternwarte Kiel
- Lübeck: Sternwarte Lübeck
- Melle: Sternwarte des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück und EXPO-Sternwarte
- Stuttgart: Sternwarte Stuttgart Siehe auch Weblinks unten.

Sternwarten in Österreich (Auswahl)


- Wien: Universitätssternwarte Wien, Kuffner-Sternwarte, Urania
- Niederösterreich: Leopold Figl-Observatorium
- Linz: Johannes-Kepler-Sternwarte Siehe auch Weblinks unten.

Historische Sternwarten (Auswahl)


- Berlin: Neue Berliner Sternwarte, 1835 bis 1913
- Gotha: Sternwarte Gotha, 1790 bis 1934, bzw. Seeberg-Sternwarte
- Leipzig: Sternwarte Leipzig, 1790-1956
- Mannheim: Mannheimer Sternwarte, 1774 bis 1880

Andere Sternwarten (Auswahl)


- Spanien: Calar-Alto-Observatorium, Roque de Los Muchachos Observatorium,
- Großbritannien: Royal Greenwich Observatory
- USA: Kitt-Peak-Nationalobservatorium, Lick-Observatorium, Large Binocular Telescope, Mauna Kea Observatorium, Mount Palomar, Mount-Wilson-Observatorium, Yerkes-Observatorium
- Chile: La Silla (ESO), Paranal-Observatorium (ESO)
- Russland: Abas-tuman im Transkaukasus, Krim-Observatorium, Pulkowo-Observatorium, Selentschuk Observatorium
- Australien: Mount-Stromlo-Observatorium, Siding Spring Observatorium

Im Luftraum (Auswahl)


- Stratoscope
- Kuiper Airborne Observatory
- SOFIA

Im Weltall (Auswahl)


- Hubble-Weltraumteleskop (NASA/ESA)
- Spitzer-Weltraumteleskop (NASA)
- XMM-Newton-Weltraumteleskop (ESA)
- Chandra-Weltraumteleskop (NASA)

Vor- und frühgeschichtliche Bauten mit astronomischem Bezug (Auswahl)


- Stonehenge
- Pyramiden von Gizeh
- Sonnenobservatorium von Goseck
- Sonnenobservatorien der Maya, z.B. auf dem Monte Alban

Weblinks


- [http://www.dmoz.org/World/Deutsch/Wissenschaft/Naturwissenschaften/Astronomie/Observatorien/%c3%96ffentliche_Sternwarten/ Verzeichnis öffentlicher Sternwarten] im Open Directory Project
- [http://www.ari.uni-heidelberg.de/AG/agastroinst.html Verzeichnis Astronomischer Institute im deutschsprachigen Raum - als Liste] bei der Astronomsichen Gesellschaft, ca. die Hälfte sind Sternwarten
- [http://www.sternklar.de/gad/Volkssternwarten.htm Verzeichnis der Volkssternwarten im deutschsprachigen Raum] im German Astronomical Directory
- [http://beam.to/astronomie Sternwarten in Österreich] Kategorie:Bodengebundenes Observatorium Sternwarte ja:天文台

Jena

Jena ist eine deutsche Universitätsstadt mitten in Thüringen am Fluss Saale gelegen. Sie ist nach Erfurt und Gera die drittgrößte Stadt sowie eines der drei Oberzentren des Freistaats Thüringen und hat den Status einer kreisfreien Stadt. Nach verschiedenen Eingemeindungen wurde Jena 1975 Großstadt.

Geografie

Jena liegt im mittleren Saaletal zwischen teilweise von Mischwäldern bedeckten Muschelkalk- und Sandsteinhängen. Auf ihnen kommen zahlreiche z. T. seltene Orchideenarten vor. Die größte Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 14,7 km und von Ost nach West 12,2 km. Folgende größeren Städte liegen in der Nähe von Jena: Gera, ca. 35 km östlich, Erfurt, ca. 40 km westlich, Weimar, ca. 15 km westlich, Naumburg (Saale), ca. 33 km nordöstlich, Halle (Saale), ca. 70 km nordöstlich, Leipzig, ca. 75 km nordöstlich und Chemnitz, ca. 94 km östlich, Rudolstadt, ca. 30 km südlich.

Nachbargemeinden

Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Jena. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden aufgeführt:
- im Saale-Holzland-Kreis: Lehesten (mit Altengönna), Neuengönna (mit Porstendorf), Golmsdorf (mit Beutnitz), Jenalöbnitz und Großlöbichau (alle Verwaltungsgemeinschaft Dornburg-Camburg), Rabis, Fraitsch und Gröben (gehören zu Schlöben, erfüllende Gemeinde ist Bad Klosterlausnitz), Laasdorf, Zöllnitz, Rutha-Sulza, Rothenstein, Dürrengleina und Zimmritz (gehören zu Milda), Bucha (mit Pösen, Oßmaritz, Nennsdorf, Coppanz - alle Verwaltungsgemeinschaft Südliches Saaletal)
- im Landkreis Weimarer Land: Döbritschen, Großschwabhausen und Hohlstedt (alle Verwaltungsgemeinschaft Mellingen) und Saaleplatte (mit Großromstedt, Kleinromstedt und Hermstedt)

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Jenas ist in insgesamt 41 statistische Bezirke eingeteilt. Die Verwaltung der Stadt Jena ist in die Kernstadt und 23 Ortschaften im Sinne von § 45 der Thüringer Kommunalordnung unterteilt. Diese Ortschaften wurden durch die Hauptsatzung der Stadt Jena eingerichtet. Dabei handelt es sich meist um räumlich getrennte Gebiete bzw. Dörfer, die ehemals selbständige Gemeinden waren. Für jede Ortschaft gibt es einen vom Volk anlässlich einer Bürgerversammlung gewählten Ortschaftsrat. Vorsitzender ist der ebenfalls vom Volk gewählte Ortsbürgermeister. Die statistischen Bezirke der Stadt Jena mit ihren amtlichen Nummern: Die 24 Ortschaften der Stadt Jena: Ortsbürgermeister

Geschichte

Ortsbürgermeister Ortsbürgermeister Jena wurde erstmals 1182 urkundlich erwähnt. Ein lange Zeit angenommener Zusammenhang mit einer bereits im Hersfelder Zehntverzeichnis aus dem 9. Jahrhundert genannten Siedlung Jani wird von einer Reihe von Historikern in Zweifel gezogen. Eine andere Theorie besagt, dass sich die Nennung aus dem 9. Jahrhundert auf das heutige Wenigenjena bezieht, da dort umfangreiche Siedlungsfunde aus dem 8. und. 9. Jahrhundert im Bereich der Schillerkirche entdeckt wurden. Um 1230 erhielt Jena von den Herren von Lobdeburg die Stadtrechte. Mit Schwächung der Lobdeburger traten die Grafen von Schwarzburg und Wettiner in Erscheinung. Bis 1331 gelangten die Wettiner in den Vollbesitz der Stadt und 1332 erteilten sie Jena das gothaische Stadtrecht. Seit 1423 gehörte Jena zum Kurfürstentum Sachsen, da die Wettiner nach dem Aussterben der Askanier die Kurwürde erhielten. Auch mit der Leipziger Teilung verblieb Jena im ernestinischen Kurfürstentum Sachsen. Durch der Niederlage im Schmalkaldischen Krieg, verloren die Ernestiner die Kurwürde. Jena gehörte von nun an zum Herzogtum Sachsen. Infolgedessen wurde als Ersatz für die verlorengegangene Universität Wittenberg im Jahre 1548 die Hohe Schule in Jena gegründet, aus der 1558 die heutige Friedrich-Schiller-Universität Jena hervorgeht. Für kurze Zeit (1672-1692) wurde Jena Hauptstadt eines selbständigen Fürstentums Sachsen-Jena. Nach dem Tod des Herzogs von Sachsen-Jena (1692) kam die Stadt an die ernestinische Linie Sachsen-Eisenach und 1741 an das Herzogtum Sachsen-Weimar, das im 19. Jahrhundert zum Großherzogtum erhoben wurde (Großherzogtum Sachsen). Am 14. Oktober 1806 bekämpfte Napoléon siegreich die preußischen und sächsischen Armeen in der Doppel-Schlacht bei Jena und Auerstedt. Mit der Vereinigung der thüringischen Staaten 1920 wurde Jena Teil des Landes Thüringen. Hier wurde die Stadt 1922 kreisfrei. Gleichzeitig entstand der Landkreis Jena, der bei der Kreisreform zum 1. Juli 1994 Teil des Saale-Holzland-Kreises wurde. Während der DDR-Zeit gehörte die Stadt zum Bezirk Gera.

Eingemeindungen

Folgende Gemeinden und Gemarkungen wurden nach Jena eingemeindet. Im Jahr 1900 betrug der Gebietsstand der Stadt 1.323,2 ha. Seit den letzten Eingemeindungen von 1994 umfasst das Stadtgebiet 11.421,6 ha. 1900 ¹ Ausgemeindungen (die Orte wurden später jedoch wieder eingegliedert) Die letzten Eingemeindungen 1994 erfolgten aufgrund von § 23 des Neugliederungsgesetzes in Thüringen. Bei den seinerzeit eingegliederten Orten handelt es sich nur teilweise um selbständige Gemeinden. Alle eingegliederten Orte (außer Isserstedt) hatten zuvor schon ein oder mehrere Nachbargemeinden aufgenommen., und zwar Cospeda die Gemeinden Lützeroda und Closewitz, Drackendorf die Gemeinde Ilmnitz, Krippendorf die Gemeinde Vierzehnheiligen, Kunitz die Gemeinde Laasan, Münchenroda die Gemeinde Remderoda, Maua die Gemeinde Leutra und Jenaprießnitz die Gemeinde Wogau.

Wüstungen

Neben den heute noch existierenden Ortsteilen gab es auf dem heutigen Stadtgebiet Jenas eine Vielzahl von Orten, die heute nicht mehr existieren, sogenannte Wüstungen. 1. Proschitz 2. Krolip 3. Kötschen 4. Schondorf 5. Ziskau 6. Rödel 7. Schichmannsdorf 8. Krotendorf 9. Schetzelsdorf 10. Nollendorf 11. Hodelsdorf/auf dem Sande 12. Zweifelbach 13. Leutra 14. Nobis 15. Wüstenwinzerla 16. Dürrengleina 17. Niederleutra 18. Hirschdorf 19. Selzdorf 20. Clöchwitz 21. Büsitz 22. Schlendorf 23. Benndorf 24. Wenigenkunitz 25. Gaberwitz 26. Kalthausen

Einwohnerentwicklung

Es folgt eine Übersicht mit den Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1870 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse¹ oder amtliche Fortschreibungen² der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. 1870 ¹ Volkszählungsergebnis, ² amtliche Fortschreibung

Religionen

Vor der Christianisierung der Gegend um Jena lebten hier im 3.-6. Jh. die Thüringer, welche aus mehreren Stämmen zu einem Stammesverband verschmolzen sind. Durch die vielfältigen Kontakte mit Rom und dem Ostgotenreich kam es frühzeitig zu Einfluss des Christentums, zumindest auf die Adelsgeschlechter. Vorrangig wurde dem arianische Glauben nachgegangen. In einigen Gebieten lassen sich sogar noch ältere Kulte, die aus dem römischen Reich übernommen wurden, nachweisen (Dianakult usw.). Die Thüringer hingen ursprünglich an den nordischen Göttern. Dieser Glaube war bis ins 8. Jh. vorherrschend für das Gebiet, in dem später Jena entstand. Hinzu kamen im 7. Jh. die slawischen Einwanderer, die ihre Gottheiten mitbrachten und Tempel errichteten. Erst mit der Mission des Bonifacius wurde nach und nach das Christentum in der Gegend eingeführt. Erste Pfarreien sind westlich von Jena im Raum Erfurt/Arnstadt im 8. Jh. nachweisbar. Eine Festigung des römisch-katholischen Glaubens fand aber erst im 10. Jh. statt. Die Bevölkerung des Gebietes um Jena gehörte ursprünglich ins eigens dafür geschaffene Bistum Erfurt. Dieses hatte allerdings nicht lange Bestand. Somit kam die Gegend an das Bistum Bistum Mainz. Das es vorher ältere Kirchenstrukturen in der Gegend gab, zeigte sich darin, dass die alten "Urpfarreien" über die neu geschaffenen Bistumsgrenzen hinaus eine Reihe von Pfarrrechten weiterhin unterhielten (z.B. Lobeda, Wenigenjena usw.). Die Stadt war direkt dem Dekanat Oberweimar innerhalb des Archidiakonat Beatae Mariae virginis in Erfurt zugeordnet. Das ab 1909 eingemeindete Gebiet rechts der Saale gehörte zum Bistum Naumburg, obwohl im Mittelalter Jena auch die Pfarrrechte in Wenigenjena und Camsdorf besaß. 1252 wird erstmals ein Geistlicher in Jena erwähnt. 1523 wurde die erste reformatorische Predigt in Jena gehalten. Es kam zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Richtungen der reformatorischen Bewegung (Lutheraner, Flacianer usw.), infolgedessen die Reformation schnell Fuß fasste und Jena zu einem Zentrum der der neuen Weltanschauung wurde. Über lange Zeit war Jena eine überwiegend protestantische Stadt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis, zumal Martin Luther mehrmals persönlich in Jena weilte. Anstelle des Papstes hatte der Landesherr die Führung der sogenannten "ev. luth. Landeskirche" übernommen. Damit teilte die Kirche in Jena die Geschicke der jeweiligen Landesherren. Die „Evangelisch-Lutherische Kirche des Großherzogtums Sachsen“, zum dem Jena seit dem 18. Jahrhundert gehörte (damals noch Herzogtum Sachsen-Weimar), schloss sich nach 1920 mit den anderen Landeskirchen Thüringens zur „Thüringer Evangelischen Kirche“ zusammen. 1948 nannte sie sich in Evangelisch-Lutherische Kirche in Thüringen um. Jena ist Sitz einer Superintendentur der Landeskirche innerhalb des Aufsichtsbezirks Ost, dessen Kreiskirchenamt sich in Gera befindet. Die heute bestehenden evangelisch-lutherischen Pfarrämter Jenas gehören somit alle zur Superintendentur Jena. Spätestens seit dem 19. Jahrhundert zogen auch wieder Bürger mit katholischem Bekenntnis in der Stadt. Die kleine Gemeinde erhielt seinerzeit die Ruine der Kirche „St. Johannes Baptist“, eine in den Grundmauern sehr alte Kirche, in der bis zur Reformation neben der Hallenkirche St. Michael, Amtshandlungen (vor allem Beerdigungen) vorgenommen wurden, welche dann aber verfiel. Die kleine katholische Gemeinde wurde jedoch bereits 1813 wieder aufgelöst und die Katholiken von Weimar aus betreut. Erst 1905 wurde die Pfarrei wieder errichtet. Die Kirchenruine wurde zur heutigen Pfarrkirche ausgebaut, wobei damals ein Längsschiff Richtung Westen gebaut wurde und der Altar in eine neue Apsis im Westen verlegt wurde. Durch Vertreibung und Verfolgung waren nach dem 2. Weltkrieg mehr als 14.000 Katholiken in Jena. Die Pfarrkirche hatte zum damaligen Zeitpunkt sowenig Kapazität, dass trotz acht Sonntagsgottesdiensten und Aussenstellen in den Umliegenden Dörfern nicht alle Katholiken zum Sonntagsgottesdienst kommen konnten. Darum bauten man 19571959 den Altar wieder aus der Apsis im Westen aus und stellte ihn in den damaligen Eingangsbereich im Osten. Dafür zog man in der ehemaligen Apsis eine Empore ein. Die Apsis ist heute noch an ihren schön gestalteten Chorfenstern zu erkennen. Ab 1821 gehörte die Pfarrgemeinde, wie die meisten Teile des späteren Landes Thüringen, zum Gebiet des Bistums Paderborn. Nach dem Preußischen Konkordat von 1929 erfolgte eine Neuordnung der Gebiete der katholischen Bistümer. Die Gemeinde in Jena kam zum Bistum Fulda. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es für den Bischof aus Fulda immer schwerer seine Amtsgeschäfte im Ostteil seines Bistums wahrzunehmen. Daher geschah die Verwaltung der Gemeinde in Jena durch einen Generalvikar mit Sitz in Erfurt, der 1953 zum Weihbischof und 1968 zum Bischöflichen Kommissar ernannt wurde. Mit der 1973 erfolgten Einrichtung des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen und der Erhebung von 1994 zum Bistum Erfurt war der Erfurter Bischof endgültig für Jena zuständig. Die Pfarrgemeinde in Jena gehört somit heute zum Dekanat Weimar innerhalb des Bistums Erfurt. Da einige später eingemeindete östliche Ortsteile dem Gebiet des Bistum Dresden-Meißen zugehören, ist der Pfarrer der Jenaer Gemeinde zusätzlich Kaplan der benachbarten Stadtrodaer Gemeinde, um auch offiziell die Katholiken seelsorgerisch betreuen zu können, die hinter der Bistumsgrenze leben. Die Pfarrei betreut auch Katholiken außerhalb Jenas und ist mit ca. 5000 Mitgliedern eine der größten Pfarreien im Bistum Erfurt. Darüber hinaus gibt es auch noch Gemeinden, die zu den Freikirchen gehören, darunter die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die Evangelisch-Methodistische Gemeinde (Methodisten), die Adventgemeinde, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) und die Christliche Gemeinde Lobeda. Neben den christlichen Kirchen gibt es aber auch noch eine kleine jüdische Gemeinde. Sie hat ca. 150 Mitglieder und ist in den letzten Jahren durch den Zuzug jüdischer Menschen aus Russland entstanden. Die Gemeinde ist noch nicht als selbstständig anerkannt worden und wird deshalb von der Erfurter Gemeinde betreut. Die Gemeinde hat ein kleines Gemeindezentrum, aber keine Synagoge.

Politik

Die Verwaltung der Stadt Jena oblag zunächst den Beamten der Lobdeburgischen Herrschaft. Doch stand bald auch ein Rat an der Spitze der Stadt, der ab 1317 von zwei Ratsmeistern geleitet wurde. Seit dem 14. Jahrhundert war der Rat dreigeteilt. 1540 führte der Kurfürst von Sachsen eine neue Städteordnung ein. Es gab mehrere Bürgermeister doch ab 1604 nur noch einen Bürgermeister an der Spitze der Stadt. Ab 1892 trägt das Stadtoberhaut den Titel Oberbürgermeister. Der Rat wurde von der Bevölkerung gewählt. Ab 1933 wurde der Oberbürgermeister von der Partei eingesetzt und nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungszone den „Rat der Stadt“ mit einem Oberbürgermeister. Der Rat wurde vom Volk gewählt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Vorsitzender dieses Gremiums ist der „Stadtratsvorsitzende“. Das Gremium wählte anfangs auch den Oberbürgermeister. Seit 2000 wird der Oberbürgermeister direkt vom Volk gewählt. Oberbürgermeister seit 1922 Vorsitzende des Stadtrats
- 1990–1999: Dr. Rainer Oloff
- 1999–2004: Prof. Dr. Gustav-Adolf Biewald (CDU)
- seit 2004: Dr. Gudrun Lukin (PDS) Sitzverteilung im Stadtrat

Wappen

Das Wappen der Stadt Jena zeigt in Silber einen silbern-blau gekleideten Engel mit langen goldenen Haaren sowie goldenem Nimbus, Harnisch, Helm und Flügel; mit der Rechten einem grünen Drachen eine Lanze in den Rachen stoßend, in der Linken einen goldenen Schild mit aufgerichtetem schwarzen Löwen haltend; der linke Fuß steht auf dem Drachen. Unter dem Drachen ein kleiner silberner Schild mit blauer Weintraube. Die Stadtflagge ist längsgestreift in den Farben Blau-Gelb-Weiß, belegt mit dem Stadtwappen. Die Wappenfigur stellt den Erzengel Michael dar. Die Weintraube symbolisiert den einst blühenden Weinbau in Jena. Der Löwe wurde als Wappenfigur der Herren von Meißen aufgenommen, als die Stadt an die Landgrafen von Thüringen überging. Die Wappenfiguren wurden aus dem historischen Siegel der Stadt übernommen, das schon sehr alt ist. In seiner heutigen Form wurde das Wappen zuletzt durch die Hauptsatzung der Stadt im Jahre 1999 festgelegt.

Städtepartnerschaften

Jena unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- 25px Lugoj, Rumänien – seit 1983, erneuert 1993
- 25px Erlangen, Bayern – seit 1987
- 25px San Marcos (Nicaragua), Nicaragua – seit 1996
- 25px Aubervilliers, Frankreich – seit 1999

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch das südliche Stadtgebiet führt in West-Ost-Richtung die Bundesautobahn 4 Erfurt–Dresden. Die Stadt hat Anschlussstellen in Schorba, Jena-Göschwitz und Jena-Lobeda. Ferner führen die Bundesstraße 7 und die Bundesstraße 88 durch Jena. Die Stadt ist auch ein Bahnknotenpunkt. Hier kreuzen sich die Fernstrecke München–Nürnberg–Halle/Leipzig–Berlin und die Mitte-Deutschland-Verbindung Weimar–Glauchau (Holzlandbahn, früher Weimar-Gera-Bahn). Jena verfügt über zwei Bahnhöfe und vier Haltepunkte. Alle Züge in Ost-West-Richtung fahren über den Haltepunkt „Neue Schenke“ am südöstlichen Rand der Stadt, den Bahnhof Göschwitz und den Bahnhof Jena West (früher Weimar-Gera-Bahnhof, dann Westbahnhof). Die Verbindungen in Nord-Süd-Richtung (Saalbahn) verlaufen über den Haltepunkt Jena-Zwätzen, den Saalbahnhof (früher der Hauptbahnhof Jenas), Jena/Paradies (ICE-Haltepunkt) und Göschwitz. Die beiden Bahnlinien treffen sich weit außerhalb des Stadtzentrums am Bahnhof Göschwitz (welcher in den siebziger und achtziger Jahren als Hauptbahnhof geplant war). Am 12. Juni 2005 wurde der neugebaute moderne ICE-Haltepunkt Jena/Paradies eröffnet, der eine bis dahin betriebene provisorische Holzbahnsteiganlage ablöst. Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen Straßenbahn- und Buslinien der Jenaer Nahverkehrsgesellschaft mbH (JeNah). Für das Straßenbahnnetz gibt es auch zwei Nachtlinien, die stündlich verkehren. Einige Ortschaften können nur mit dem überregionalen Personennahverkehr der JES Verkehrsgesellschaft mbH erreicht werden. Aufgrund mehrerer Staustufen ist die Saale bei Jena heute nicht mehr schiffbar.

Wirtschaftsstandort

Jena gehört zu den drei Einpendlerstädten Thüringens. Das heißt es pendeln zum Arbeiten mehr Arbeitnehmer nach Jena ein als von Jena weg. Daneben wird Jena neben Erfurt und Ilmenau als einer der drei Industriestandorte Thüringens bezeichnet. Die wirtschaftliche Stärke zeigt sich auch in den Arbeitslosenquote, wo Jena mit 12,5% (November 2005) weit unter dem Landesdurchschnitt von 15,4% (November 2005) und unter dem Ostdurchschhnitt von 17,0% (November 2005). Dennoch liegt Jena über dem Bundesdurchschnitt von 11,0% (November 2005).

Ansässige Unternehmen

In Jena hat die Holz und Papierherstellung lange Tradition. Heute gibt es jedoch nur noch eine Papierfabrik in Porstendorf. Seit dem 19. Jahrhundert wurde in Jena die Glas- und Optikindustrie ansässig. Durch Erfindungen die das Mikroskop revolutionierten und die Entwickung des Planetariums sind die ansässigen Unternehmen heute weltweit bekannt. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Unternehmen Carl Zeiss Jena GmbH und SCHOTT JENAer GLAS GmbH durch emigrierte und abgeworbene Wissenschaftler und Angestellte in Westdeutschland neu gegründet. Bis Juli 1945 wurde ein Großteil der Maschinen demontiert und gemeinsam mit großen Teilen des Know-How in die amerikanische Besatzungszone verlagert. Danach erfolgte unter der russischen Besetzung ähnliches mit dem übriggebliebenen Rest. Da die Carl-Zeiss-Stiftung allerdings allein in Jena Gültigkeit besaß, wurde der Betrieb nach und nach in Jena neu organisiert. Daraus entstand später das Kombinat Carl Zeiss Jena. Die Schottwerke wurden ebenfalls in ein Kombinat umgewandelt. Zusätzlich entstand in der DDR-Zeit in Jena ein pharmazeutischer Zweig in Form der JenaPharm. Nach der Wende wurde das Großkombinat Carl Zeiss, welches fast alle optische Unternehmen innerhalb der DDR inne hatte und noch mehr, zerschlagen. Die lukrativen Kernbereiche in Jena wurden von der Treuhandanstalt dem kurz vor der Insolvenz stehenden Zeiss Oberkochen weit unter Wert verkauft. Da dies trotzdem große Probleme ergab, wurden wiederum bestimmte Kernbereiche abgespalten und eine neue Firma Jenoptik AG gegründet. Die restlichen Bereiche verblieben bei Carl Zeiss Jena. Mit der Intershop Communications AG entstand eine für Jena relativ grosse Firma zur Entwicklung von Software. Heute finden sich hier unter anderem auch Firmen, wie die Jena-Optronik GmbH, die sich auf den Bereich der Optik spezialisiert haben. Die Firma Jenapharm konnte sich im Wettbewerb nicht behaupten und wurde von der Schering AG aufgekauft. Eine ganze Reihe pharmazeutischer Institute haben sich in deren Umfeld in Jena angesiedelt.

Medien

In Jena gibt es Lokalredaktionen der Tageszeitungen Ostthüringer Zeitung (OTZ, hervorgegangen aus dem Zentralorgan der SED im Bezirk Gera "Volkswacht") und der auflagenschwächeren Thüringische Landeszeitung (TLZ). Beide gehören der Zeitungsgruppe Thüringen (WAZ-Konzern) an. Der Offene Kanal Jena, ein Radiosender, sendet seit 1998 auf 103,4 MHz (UKW) und im Kabel auf 107,90 Mhz. Weiterhin gibt es einen TV-Sender JenaTV, der seit 1998 Bewegtbild-Nachrichten in und aus Jena ins lokale Kabelnetz einspeist. Des Weiteren erscheinen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der FH Jena und an einigen Gymnasien die Studentenzeitungen Akrützel, Die Wurzel und Unique.

Öffentliche Einrichtungen

In Jena befindet sich eine Dienststelle des Deutschen Patent- und Markenamts, dessen Hauptsitz in München ist. Ferner sind in Jena folgende Institute ansässig:

Bildung und Forschung

In der Saalestadt haben sich in Nachbarschaft zu der traditionsreichen Friedrich-Schiller-Universität und der 1991 gegründeten Fachhochschule Jena zahlreiche Institute und kleine Biotechnologie-Unternehmen angesiedelt, die Grundlagenforschung betreiben oder medizinische Instrumente entwickeln. Jena ist die einzige Stadt im Freistaat Thüringen mit einer Volluniversität und eine Fachhochschule an denen zusammen über 20.000 Studenten versuchen in verschiedenen Fachbereichten ihren Abschluss zu erreichen. weitere Forschungseinrichtungen::
- Hans-Knöll-Institut für Naturstoff-Forschung e. V. (HKI)
- Leibniz-Institut für Altersforschung - Fritz-Lipmann-Institut (FLI, früher IMB)
- Max-Planck-Institut für Biogeochemie
- Max-Planck-Institut für chemische Ökologie
- Max-Planck-Institut zur Erforschung von Wirtschaftssystemen
- Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF)
- Institut für Physikalische Hochtechnologie (IPHT)
Besondere Schulen
Schulwesen und Reformpädagogik haben in Jena lange Tratition. Mitte des 19. Jahrhunderts wirkte der Pädagoge Karl Volkmar Stoy hier. Im Sommer 1853 ist er mit einer gesamten Schule durch die Landschaft gezogen ist und hat so den Wandertag erfunden. Die von ihm 1844 gegründete Schule war eine der Ersten mit angebauter Turnhalle. Heute trägt ein Berufsschulzentrum seinen Namen. Anfang des 20. Jahrhunderts gründete Hermann Pistor eine Fachschule für Augenoptik und der Pädagoge Peter Petersen entwickelte das Jena-Plan-Modell an der Universität in der Stadt. Es existieren eine Freie Waldorfschule im Süden und eine Europaschule im Stadtteil Alt-Lobeda. Die Integrierte Gesamtschule "Grete Unrein" entstand 1991 als ein Sondermodell mit der Umwandlung mit der "Erich Weinert-Schule" an der Leutra zur Grundschule. In Jena befinden sich das Spezialgymnasium "Carl-Zeiss", mit Schwerpunkten auf Mathematik und Naturwissenschaften, und "Johann Christoph Friedrich GutsMuths Gymnasium" im Bereich Sport. Unter landeskirchlicher Trägerschaft steht das Christliche Gymnasium Jena. Ein neues Gebäude, eine ehemaligen Kaserne der Roten Armee im Norden der Stadt, wurde renoviert und im Januar 2001 eingeweiht.

Justiz


- Das Oberlandesgericht Jena wurde 1877 von den Thüringischen Staaten (ohne Schwarzburg-Sondershausen) als einzige gemeinsame Institution gegründet. Es ersetzte das Oberappellationsgericht, welches die Ernestinischen Herzogtümer schon 1816 eingerichtet hatten. Nach der Neugliederung der Gerichte in der DDR wurde es 1952 aufgelöst. Die Wiedererrichtung erfolgte 1993.
- Thüringer Generalstaatsanwaltschaft
- Amtsgericht

Freizeit- und Sportanlagen


- Ernst-Abbe-Sportfeld (Kapazität: 14.000 Zuschauer) – Spielstätte des FC Carl Zeiss Jena (Regionalliga Nord)
- Sporthallenkomplex Lobeda-West (Kapazität: 1.000 Zuschauer) – Spielstätte von erdgas baskets Jena (Basketball, 2. Bundesliga Staffel Süd)
- Freizeitbad Galaxsea – Spaßbad, Sportbad, Sauna

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater


- Theaterhaus Jena
- Kulturarena
- Volkshaus Jena
- Kurz- und Kleinkunstbühne Jena (Kabarett)

Philharmonie

Die „Jenaer Philharmonie“ wurde 1934 als Konzertorchester gegründet und 1969 auf ihre heutige Größe erweitert. Zu ihr gehören auch drei Chöre: Philharmonischer Chor (gegründet 1970), Knabenchor (1976) und Madrigalkreis (1968).1968

Museen

Im Stadtmuseum Göhre gibt es neben einem Museum zur Stadtgeschichte auch Wanderausstellungen. Das Schott GlasMuseum bietet Einblicke in die Produktion und Verwendung von Glas. Im Optischen Museum findet man eine Ausstellung zur Geschichte und der Funktionsweise optischer Geräte, wie Brillen oder Mikroskope. Biologische Ausstellungen findet man im Phyletischen Museum und im Botanischen Garten. Literarische Ausstellungen sind im Romantikerhaus und in der Goethe-Gedenkstätte zu finden. Es gibt in der Gemeinde Cospeda eine Gedenkstätte zur Schlacht bei Jena und Auerstädt. Wanderaustellungen sind nicht nur in der Göhre, sondern auch in der Schott-Villa oder dem Prinzessinnenschloss zu finden.

Denkmäler

In Jena gibt es mehrere Holocaustdenkmäler. Unteranderem hängen an der B 7 mehrere Gedenktafeln für die Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald, die hier auf ihrem Todesmarsch zum Ende des zweiten Weltkrieges vorbeigekommen sind. Am Westbahnhof hängt eine Gedenktafel, da von hier die Juden, Roma und Sinti in die Züge für die Konzentrationlager verladen wurden. Ein Denkmal steht an der B 7 zwischen der Johanniskirche und der Friedenskirche. Auf dem Stein steht der Spruch „Den Toden zum Gedenken, den Mördern zur Schande, den Lebenden zur Mahnung“. Zu den wichtigsten Kriegsdenkmälern gehört ein Soldatendenkmal auf dem Nordfriedhof, sowie das Denkmal auf dem Friedensberg.

„Sieben Wunder“ von Jena

In Jena gibt es sieben sogenannte Wunder, für die die Stadt schon im Mittelalter über die Grenzen hinweg beworben wurde. Heute sind nicht mehr alle dieser ehemaligen Wunder vorhanden, bzw. wurden ersetzt. Eines der sieben Wunder ist der Tunnel unter dem Altar (Ara) der Stadtkirche, welcher früher einziger Zugang zum ehemaligen Kloster war. Der Schnapphans (Caput=Das Haupt) am Rathaus ist das zweite Wunder. Er schnappt jede volle Stunde nach einer Goldenen Kugel an einem Stab, die ein Pilger hält. Eine Legende besagt, dass die Welt unterginge, wenn er sie schnappen kann. Der Original-Schnapphans ist heute im Stadtmuseum zu sehen. Am Rathaus schnappt heute ein neuer Schnapphans. Eine Drachenstatue (Draco) aus dem 16. Jahrhundert mit sieben Köpfen, vier Beinen, zwei Armen und vier Schwänzen, ist das dritte Wunder. Über den Grund der Entstehung kann heute nichts mehr gesagt werden. Der markanteste Berg (Mons) Jenas, der Jenzig (ein Muschelkalkberg) ist das vierte Wunder. Als fünftes Wunder gilt die alte Camsdorfer Brücke (Pons), eine Steinbogenbrücke, welche Anfang des 20. Jahrhunderts einer neuen Brücke weichen musste. Auf ihr befand sich auch eine Kapelle. Die neugebaute Brücke wurde 1945 Opfer der Sprengung durch deutsche Truppen. Die Sprengung war eigentlich sinnlos, da die Amerikaner die Saale an einer anderen Stelle schon überquert haben. In der DDR-Zeit wurde die Brücke mit Hilfe der Russischen Besatzer wieder aufgebaut, trug daher auch den Namen "Brücke der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft. Es war das erste Bauwerk Jenas, was nach dem Krieg wiedererbaut wurde. Die neue Camsdorfer Brücke musste 2005 saniert werden. Das sechste Wunder ist ein alter Bergfried, der zur Burg Kirchberg (nicht der Königspfalz Kirchberg, welche westlich davon lag) gehörte, auf dem Hausberg. Sein heutiger Name ist Fuchsturm (Vulpecula Turris). Über ihn gibt es mehrere Legenden. Eine besagt, dass sich an dieser Stelle der Boden unter den Füßen eines Riesen auftat und ihn verschlang. nur seine kleiner Finger ragte noch hinaus. Weitere Legenden ranken sich um das Zustandekommen seines heutigen Namens. Das siebte und letzte Wunder der Stadt Jena ist das heute nicht mehr existierende Weigelsche Haus (Weigeliana Domus). Es stand bei der Stadtkirche und wurde zur Verbreiterung der Straße abgerissen. Seinen Ruhm verdankt es dem Mathematikprofessor Erhard Weigel aus dem 17. Jahrhundert. Er hat hier unter anderem eine Weinleitung und einen Fahrstuhl eingebaut.

Archive


- Stadtarchiv
- Unternehmensarchiv SCHOTT JENAer GLAS GmbH
- Unternehmensarchiv Carl Zeiss Jena GmbH
- Archiv der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Bauwerke

Das markanteste Gebäude in Jena und Wahrzeichen ist der JenTower (im Volksmund Uniturm), das höchste Bürogebäude in den neuen Bundesländern. Daneben gibt es noch den alten, nicht mehr in Betrieb stehenden Fernsehturm auf dem Landgrafen, und die Turmüberreste der alten Stadtmauer. Dazu gehören der 1995 bei Sanierungsarbeiten eingestürzte Rote Turm am Süd-östlichen Ende, der Anatomieturm, in dem Johann Wolfgang von Goethe geforscht hat und mit C.J. Loder den Zwischenkieferknochen entdeckte, am Süd-westlichen Ende und das Johannistor am westlichen Ende des alten Stadtkerns. Vom Johannistor verläuft ein kurzes Mauerstück, auf dem das sog. Haus auf der Mauer steht, bis hin zum ehemaligen Pulverturm im Nordwesten des Stadtkerns. Innerhalb des Stadtkerns findet man das Collegium Jenense, ein altes Universitätsgebäude, das in einem ehemaligen Kloster eingerichtet wurde. Am historischen Marktplatz befindet sich neben dem historischen Rathaus mit dem Schnapphans auch die Göhre, in der sich das Stadtmuseum befindet. Auf dem Marktplatz steht ein Denkmal von Johann Friedrich I., dem "Großmütigen", dem Begründer der Jenaer Universität. In Jena wird er auch "Hanfried" genannt. Am Nordöstlichen Ende liegt das Universitäts-Hauptgebäude. Es wurde 1905-1908 erbaut. An seiner Stelle stand bis dahin das alte Jenaer Stadtschloss, das eigens dafür abgerissen wurde. An das Schloss erinnert heute nur noch der alte Schlossbrunnen im Innenhof. Verlässt man den Stadtkern in nördliche Richtung, so kommt man zur neu erbauten Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (kurz ThULB). Das Gebäude enthält fast alle Bibliotheken der Friedrich-Schiller Universität, sowie eine große Restaurations- und Digitalisierungswerkstatt. Links neben der ThULB, in nördlicher Richtung, findet sich der Botanische Garten und gleich dahinter das am 18. Juli 1926 eröffnete Zeiss-Planetarium. Es ist das älteste erhaltene Planetariumsgebäude. Nach dem Planetarium kommt das Griesbachsches Gartenhaus, auch Prinzessinnenschlößchen genannt, mit einer großen Gartenanlage. Verlässt man den Stadtkern in westlicher Richtung, so trifft man auf eines der ersten deutschen Hochhäuser, welches sich am Ernst-Abbe-Platz befindet. Daneben befindet sich das Einkaufszentrum Goethe-Galerie, welche auf einem ehemaligen Fabrikgelände des Carl-Zeiss Kombinates erbaut wurde. Auf einem der Gebäude zwischen Ernst-Abbe-Platz und der Galerie findet man eine kleine Kuppel, wo die ersten Aufführungen des Planetariums durchgeführt wurden. Durchquert man die Goethe-Galerie weiter Richtung Westen, so gelangt man auf einen Platz, der an die Galerie, das Volkshaus, sowie dem alten Klinikgelände Bachstraße grenzt. Auf dem Platz ist ein Denkmal in Form eines Tempels für Ernst Abbe gebaut. Das Volkshaus beinhaltet heute nicht nur Säle für diverse Veranstaltungen und Aufführungen und die Probenräume der Jenaer Philharmonie, sondern auch einen Großteil der Jenaer Stadtbibliothek, der Ernst-Abbe-Bibliothek. Verlässt man den Stadtkern vom Anatomieturm aus in südlicher Richtung, so kommt man zum Schillerhaus mit Garten und dem Theater, von dem heute nur noch der Bühnenraum steht. Im Schillergäßchen befindet sich die Volkssternwarte Urania Jena. Hier werden regelmäßig öffentliche Himmelsbeobachtungen und astronomische Vorträge angeboten. Geht man vom Stadtkern aus in östlicher Richtung und überquert die Saale über die neue Camsdorfer Brücke, so kommt man zur Grünen Tanne, dem Gründungsort der Jenaische Burschenschaft, die heute als die Urburschenschaft bezeichnet wird. Der Gasthof befindet sich heute im Besitz der Burschenschaft Arminia auf dem Burgkeller.

Brücken

Jena ist durch die Saale geteilt, was mehrere Brücken erforderlich machte. Die alte Camsdorfer Brücke, welche zu den sieben Stadtwundern gehört, wurde ab Juli 1912 abgetragen und bis November 1913 durch eine breitere ersetzt, um dem stärker werdenden Verkehr gerecht zu werden. Die im Zweiten Weltkrieg durch die Wehrmacht gesprengte Camsdorfer Brücke wurde 1946 mit Hilfe der sowjetischen Armee wieder aufgebaut und musste auf Grund schwerwiegender Schäden im Jahr 2005 komplett saniert werden. Lange Zeit war die Camsdorfer Brücke der einzige im Schwerlastverkehr befahrbare Übergang im Jenaer Stadtgebiet. Weitere Brücken wurden erst im ausgehenden 19. Jahrhundert erbaut. So waren es die Schützenbrücke (seit 1882) und der Wiesensteg, die vor allem Bedeutung für den Fußgängerverkehr hatten. Dies hatte vor allem mit der regen Bautätigkeit in Obercamsdorf und Wenigenjena zu tun. 1927/1928 wurde die Schützenbrücke durch die einige Meter stromaufwärts neu erbaute Paradiesbrücke ersetzt. Der Wiesensteg bekam als Ersatz die etwas stromaufwärts gelegene Griesbrücke. Zwischen dem Südviertel und der Oberaue befindet sich eine Fußgängerbrücke. Nach Eingemeindung verschiedener umliegender Dörfer kamen die Brücke zwischen Zwätzen und Kunitz, sowie die Burgauer Brücke und die Mauaer Brücke dazu. In den achtziger Jahren wurde zwischen Neu-Lobeda-West und Göschwitz eine weitere Brücke errichtet. Erst in den neunziger Jahren wurde dann die Umgehung von Wenigenjena fertig gestellt, die Jena-Ost mit der Innenstadt durch die Wiesenbrücke, (Jenzigweg/Löbstedter Straße) verbindet. Die Brücke in Burgau wurde, wie die übrigen Jenaer Brücken auch, 1945 gesprengt. Sie ist heute, nach ihrem Wiederaufbau, für Kraftfahrzeuge gesperrt und entspricht in ihrer bildlichen und konstruktiven Erscheinung dem mittelalterlichen Vorbild. Der Autoverkehr wird über eine Neubaubrücke aus den neunziger Jahren geleitet. Für die Straßenbahn wurde in der Oberaue eine separate Brücke errichtet. Nur in Burgau und an der Paradiesbrücke wurden vorhandene Brücken aus den vierziger Jahren genutzt.

Burgen und Befestigungsanlagen

19. Jahrhundert Von den ehemaligen Burgen von Jena sind heute nur Ruinen oder kleine Teile vorhanden. Die südlichste Burg ist die obere Lobdeburg. Die untere Lobdeburg befindet sich direkt in Lobeda. Eine weitere Burg der Lobdeburger befand sich in der Ortslage Burgau. Auf dem Johannisberg (zwischen Lobeda und Wöllnitz) befinden sich gleich mehrere Befestigungsanlagen. Die jüngste der Wallanlagen stammt aus der Zeit des 7.-9. Jh. Östlich des Stadtkerns befinden sich gleich 4 ehemalige Befestigungsanlagen. Der Fuchsturm ist übrig gebliebener Turm der aus dem 12. Jahrhundert herrührenden Burganlage Kirchberg. Von West nach Ost findet man die Reste der Burgen Greifberg, Königspfalz Kirchberg (10. Jahrhundert), Burg Kirchberg (12.Jh.) und Windberg. Weiter nördlich, auf dem Jenzig befindet sich eine Steinzeitliche Wallanlage. Im Norden findet man die Ruine Kunitzburg, eigentlich Burg Gleisberg, ehemaliger Sitz von Reichsministerialen. In Jena selbst befand sich auf dem Gelände des heutigen Hauptgebäudes der Friedrich-Schiller-Universität das Stadtschloß, welches von 1670 bis 1692 Regierungssitz des Herzogtums Sachsen-Jena war. Dieses musste dem Universitätsneubau weichen, der 1908 anläßlich des 350-jährigen Universitätsjubliläums eingeweiht wurde.

Kirchen

Als älteste noch bestehende Kirche Jenas gilt die römisch-katholische Kirche St. Johannes Baptist im Stadtzentrum in der Wagnergasse. Der erste Teil wurde im 11. Jahrhundert erbaut. Neben der katholischen Kirche steht die ehemalige Garnison