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Amis

Amis

Die Amis sind mit mehr als 140.000 Angehörigen der größte Ureinwohnerstamm Taiwans. Sie leben vorwiegend in den Landkreisen Hualien und Taitung in Osttaiwan sowie der Küstenregion Pingtung im Süden des Landes. Je nach geographischer Ansiedlung werden die Amis weiter in Hanshih, Siouguluan, Coastal, Taitung und Hengchun unterteilt. Diese Gruppen besitzen jeweils unterschiedliche Gewänder, Gewohnheiten und Sprachen. Innerhalb des matrilinear organisierten Volkes wird das Wissen des Stammes in eigenen Schulen weitergegeben. Die Hierarchie des Stammes wird durch eine Altersrangfolge festgelegt. Die Mitglieder des Stammes sind überwiegend in der Landwirtschaft, der Jagd und der Küstenfischerei tätig. Bekannt ist der Stamm vor allem für sein Erntefest Ilisin, dass im Juli und August mit Gesängen und Tänzen begangen wird. Kategorie:Taiwan zh-min-nan:Amis-cho̍k

Ureinwohner

Indigene Völker ist eine relativ junge Lehnübersetzung, wahrscheinlich vom spanischen Pueblos indígenas und bezeichnet Gemeinschaften von Ureinwohnern einer Region oder eines Landes. Der Ausdruck "Indigene Völker" hat in Lateinamerika als Sammelbezeichnung für alle Nachkommen der vorkolumbianischen Bevölkerung die auf Kolumbus' Verwechslung mit Indien beruhenden Begriffe Indios/Indianer ersetzt. In internationalen politischen Kontexten ist "Indigene Völker"/"Indigenous Peoples"/"Pueblos Indígenas" die übliche Sammelbezeichnung für Ureinwohnervölker aller Kontinente, während im nationalen Rahmen oft andere Sammelbegriffe verwendet werden (z.B. Aborigines, Native Americans, First Nations, Adivasi).

Definition

Die heute meistgebrauchte Definition dieses Begriffs geht auf UN-Sonderberichterstatter José Martínez-Cobo zurück, der diesen 1986 in seiner grundlegenden Studie über Diskriminierung gegen Indigene Völker (UN-Dokument Nr. E/CN.4/Sub.2/1986/87) an vier Kriterien knüpfte. Der hier gewählte Wortlaut weicht leicht von der Cobo-Definition ab und orientiert sich an der weiter präzisierten Fassung von Erika-Irene Daes, der langjährigen Vorsitzenden der WGIP. (Siehe: Working Paper by the Chairperson-Rapporteur, Mrs. Erica-Irene A. Daes, on the concept of indigenous people[http://www.unhchr.ch/Huridocda/Huridoca.nsf/(Symbol)/E.CN.4.Sub.2.AC.4.1996.2.En?Opendocument]):
- Zeitliche Priorität in Bezug auf die Nutzung oder Besiedlung eines bestimmten Territoriums: Indigene Völker sind relativ die "ersten" Bewohner eines Gebiets.
- Die freiwillige Bewahrung kultureller Besonderheit (voluntary perpetuation of cultural distinctiveness), die die Bereiche Sprache, Gesellschaftsorganisation, Religion und spirituelle Werte, Produktionsweisen und Institutionen betreffen kann: Indigene Völker sind kulturell deutlich von der dominierenden Gesellschaft unterschieden.
- Selbstidentifikation und Anerkennung durch andere als eine distinkte Gemeinschaft: Die Betroffenen müssen selbst mehrheitlich der Ansicht sein, dass sie einer distinkten Gruppe (einem Volk) angehören und dass dieses als "indigen" anzusehen ist. Gleichzeitig muss diese Ansicht von anderen, etwa von Angehörigen anderer indigener Völker in nennenswertem Umfang geteilt werden.
- Eine Erfahrung von Unterdrückung, Marginalisierung, Enteignung, Ausschluss oder/und Diskriminierung, wobei diese Bedingungen fortbestehen oder nicht: Der Grad der heute fortbestehenden Unterdrückung kann höchst unterschiedlich sein - von struktureller Benachteilung bei Aufstiegsmöglichkeiten bis hin zu Zwangsvertreibung und Ausrottung. Als Gruppe erfahrene Unterdrückung ist in jedem Fall konstitutiv für das politische Selbstverständnis indigener Völker. Diese vier Kriterien müssen nicht immer in gleicher Weise zutreffen, sondern es handelt sich hierbei um eine Arbeitsdefinition, die die Mehrzahl der Fälle angemessen beschreibt. Ein exklusive, "harte" Definition des Begriffs "Indigene Völker" kann und soll es nach Ansicht ihrer Vertreter, die aber auch von der UNO-Arbeitsgruppe über indigene Bevölkerungen geteilt wird, nicht geben. (Siehe: Working Paper by the Chairperson-Rapporteur, Mrs. Erica-Irene A. Daes, on the concept of "indigenous people"[http://www.unhchr.ch/Huridocda/Huridoca.nsf/(Symbol)/E.CN.4.Sub.2.AC.4.1996.2.En?Opendocument]) Es kann immer Fälle geben, in denen das Konzept "indigen" Anwendung findet, obwohl einzelne Kriterien nicht bzw. nicht mehr zutreffen. So kann die Selbstidentifikation als "indigen" fortdauern, auch wenn die erlittene Marginalisierung bereits (weitestgehend) überwunden ist, so etwa bei den Inuit Grönlands. Ein zentrales Element der Unterscheidung indigener Gemeinschaften von der nicht-indigenen Mehrheitsgesellschaft ist oftmals die besonders enge Bindung indigener Kulturen an ihr jeweiliges Territorium sowie die besonders enge Beziehung zu diesem, die zumeist auch spirituelle Dimension besitzt. (Siehe auch Indigenous Peoples and their Relationship to Land[http://www.unhchr.ch/Huridocda/Huridoca.nsf/(Symbol)/E.CN.4.Sub.2.2001.21.En?Opendocument], Arbeitspapier von Erika-Irene Daes, der früheren Vorsitzenden der WGIP.) Zentral zum Verständnis des Begriffs ist der Aspekt des Kollektivs. Indigene Völker existieren als Gesellschaften, nicht als bloße Ansammlung von Individuen. Somit sind die Forderungen nach indigenen Rechten überwiegend Forderungen nach Kollektivrechten.

Unterscheidung zu anderen Begriffen

Eingeborene

Die deutsche Übersetzung des Begriffs "indigen" lautet eingeboren. Wegen des kolonialen bzw. romantisierenden Beiklangs ist dieser Begriff jedoch belastet. (Eine weitere, bislang im Deutschen nicht eingebürgerte Variante der Übersetzung wäre "einheimisch", vgl. niederländ.
Inheemse Volken.)

Naturvölker

Der romantisierende Begriff Naturvolk wird im Deutschen oft synonym mit "Indigene Völker" verwandt. Dieser Begriff kennt keine englische Entsprechung und spielt daher international keine Rolle. Während indigen eine
politische Kategorie ist, rekurriert Naturvolk auf das romantische Ideal des Edlen Wilden, der in vollkommener Harmonie mit der Natur lebe. Dabei wird übersehen, dass auch "naturverbundene" menschliche Gemeinschaften stets auch Kultur hervorbringen. So sind beispielsweise auch die tropischen Regenwälder und die Tundren des russischen Nordens Kulturlandschaften, die durch indigene Völker geprägt wurden und werden. "Indigene Völker" bezieht sich zentral auf den Umstand der Diskriminierung und fordert die Realisierung und Respektierung von Menschenrechten ein. Für Anhänger des "Naturvolk"-Begriffs (im deutschsprachigen Raum etwa der Verein Freunde der Naturvölker e.V.[http://naturvoelker.org]) stehen dagegen Menschenrechte nicht im Vordergrund, sondern sie streben die Konservierung einer vermeintlich oder tatsächlich naturnahen, nicht-technisierten Lebensweise an, was die Gefahr des Paternalismus birgt. Wenn sie nach technischen Errungenschaften oder europäischer Bildung streben, begehen "Naturvölker" nach dieser Überzeugung Verrat an sich selbst. Dagegen impliziert das Konzept "indigene Völker" zuallererst das Recht der Betroffenen, selbst über die eigene Entwicklung zu bestimmen, unabhängig davon, ob das Resultat dem Klischee vom Edlen Wilden entspricht, oder nicht.

Nationale Minderheiten/Volksgruppen

Vertreter indigener Völker legen großen Wert auf die Unterscheidung zwischen nationalen Minderheiten bzw. Volksgruppen und "indigenen Völkern". Zu den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen gehören die spezifische Bindung indigener Völker an ihre jeweiligen Territorien, der Umstand der politischen und ökonomischen Marginalisierung, sowie der größere kulturelle und soziale Abstand zur jeweiligen Mehrheitsgesellschaft. Eindeutig um nationale Minderheiten handelt es sich bei Angehörigen einer Ethnie, die in einem anderen Staat die Titularnation stellt, also etwa Ungarn in Rumänien, Dänen in Schleswig-Holstein, Serben in Kroatien oder Polen in Litauen. Gleichzeitig werden aber auch Bevölkerungsgruppen ohne ein solches "Mutterland" oft als "nationale Minderheiten" und keineswegs als "indigene Völker" eingestuft, so etwa Bretonen in Frankreich oder Sorben und Friesen in Deutschland. Im letzteren Fall hängt die Unterscheidung zwischen Minderheit und indigenem Volk wesentlich von ökonomischen und kulturellen Faktoren sowie insbesondere von der Selbsteinschätzung der Betroffenen ab. So haben Vertreter der Sorben eine Selbstidentifikation als "indigen" stets abgelehnt.

Stammesvölker

Der Terminus Stammesvölker wird von der britischen Organisation Cultural Survival bevorzugt und ist in der Praxis zumeist deckungsgleich mit "indigene Völker". Der letztere Terminus hat jedoch den Vorteil, genauer und umfassender definiert und nicht an eine bestimmte Form der Sozialorganisation gebunden zu sein.

Autochthone Völker

Der Begriff "Autochthonen Völker" ist ein Synonym zu "indigene Völker", das v.a. im Französischen häufiger verwendet wird ("peuples autochtones").

Konfliktfelder

Land- und Ressourcenkonflikte

Da viele indigene Völker in enorm ressourcenreichen Gebieten der Erde leben, sind Konflikte, v.a. um Landnutzung und -rechte, ein generelles Problem dieser Völker. Ein Großteil der Uran-, Erdöl-, Gold- und Kohleförderung der Erde findet in den Gebieten indigener Völker statt. Ähnliches gilt für einen großen Teil der Atomtests der letzten Jahrzehnte, für Atommüllendlager und Großstaudämme. Dabei ziehen die Aktivitäten transnationaler Konzerne oftmals Militarisierung, Gewalt und bewaffnete Konflikte nach sich, so etwa auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Bougainville, bei der ein Bürgerkrieg um eine Kupfermine des Konzerns Rio Tinto etwa 10 000 Menschen das Leben kostete. Für eine allgemeine Analyse
siehe auch das Arbeitspapier Indigenous Peoples and Conflict Resolution[http://www.ohchr.org/english/issues/indigenous/docs/wgip22/2.pdf ] von Miguel Alfonso Martínez, dem gegenwärtigen Vorsitzenden der UNWGIP

Der Streit um das kleine 's'

Der "Streit ums kleine 's'", also die Frage, ob es indigenous
peoples (Völker) oder nur indigenous people (Menschen) gibt, gehört zu den bis heute am heftigsten umkämpften Fragen. Aus diesem Grund heißt die zuständige UNO-Arbeitsgruppe bis heute Working Group on Indigenous Populations (UNWGIP) und nicht "Working Group on Indigenous Peoples". Ebenso heißt das von der UNO ausgerufene Jahrzehnt der Indigenen Völker offiziell "Decade of the World's Indigenous People" und ein neu eingerichtes UN-Gremium in New York, das ursprünglich den Namen "Permanent Forum on Indigenous Peoples" erhalten sollte, wurde letztendlich unter dem Namen "Permanent Forum on Indigenous Issues" (Ständiges Forum über indigene Angelegenheiten) begründet. Der ernsthafte Hintergrund dieses Streits ist, dass das Völkerrecht mit dem Begriff Volk weitreichende spezifische Rechte verbindet, zuallererst das Recht auf Selbstbestimmung, was die freie Verfügung über Land und Ressourcen einschließt. Da indigene Völker häufig in der ressourcenreichen Regionen leben, fürchten zahlreiche Regierungen, im Falle einer Anerkennung dieses Rechts, die Kontrolle über diese Bodenschätze zu verlieren. Weiterhin besteht in Ländern, wo gewaltsame Konflikte zwischen Regierungen und indigenen Völkern stattfinden, mitunter die Befürchtung einer Sezession der letzteren. Historisch gibt es jedoch zahlreiche Beispiele dafür, dass Kolonialmächte indigene Völker als souveräne Rechtssubjekte anerkannt haben. Dies dokumentieren zuallererst zahlreiche historische Verträge, die etwa zwischen der englischen oder spanischen Krone oder der US-Regierung und indigenen Völkern in Nordamerika abgeschlossen wurden.

Forderungen indigener Völker

Zentrale Forderung der meisten Organisationen indigener Völker ist die verbindliche und uneingeschränkte Anerkennung ihrer Menschenrechte, beginnend mit dem Recht auf Selbstbestimmung, wie es in den ersten Artikeln der Internationalen Pakte über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte sowie über bürgerliche und politische Rechte, also der beiden wichtigsten völkerrechtlich verbindlichen Menschenrechtsdokumente ausdrücklich anerkannt wird. Dabei ist
Selbstbestimmung keineswegs gleichbedeutend mit Sezession und der Gründung eines eigenen Staates, sondern es geht um die prinzipielle Anerkennung eines Rechts. In Fällen, wo z.B. transnationale Konzerne große industrielle Vorhaben (z.B. Bau von Großstaudämmen, Erdöl- oder Uranförderung, Atomtests, Entsorgung von Giftmüll) auf von indigenen Völkern genutzten oder bewohnten Territorien planen, fordern indigene Völker, dass dies nur nach einer Freien, Vorherigen und Informierten Zustimmung ([http://www.ohchr.org/english/issues/indigenous/docs/wgip22/4.pdf Free, Prior and Informed Consent]) geschehen darf. In einigen Ländern ist die Forderung nach Free, Prior and Informed Consent bereits gesetzlich verwirklicht, so etwa auf den Philippinen. Auf der Ebene des internationalen Rechts lauten die wichtigsten Forderungen: Verabschiedung der Erklärung der Rechte der Indigenen Völker sowie die Ratifierung des Übereinkommens Nr. 169[http://www.ilo169.de/index.php?option=content&task=view&id=20&Itemid=31] der Internationalen Arbeitsorganisation.

Indigene Völker weltweit

Die Gesamtzahl der Angehörigen der indigenen Völker der Erde wird auf etwa 350 Millionen Menschen geschätzt. Dabei existieren v.a. in Asien und Afrika erhebliche Unsicherheiten. Denn in diesen beiden vormals fast vollständig kolonisierten Kontinenten stellen sich zahlreiche Regierungen auf den Standpunkt, dass die gesamte Bevölkerung gleichermaßen
indigen sei, wobei sie jedoch übersehen, dass "echte" indigene auch in einer postkolonialen Ära oftmals einer fortdauernden Unterdrückung ausgesetzt sind, von der die Mehrheit nicht mehr betroffen ist. Indigene Völker werden daher oft auch als innere Kolonien oder Vierte Welt bezeichnet. Siehe auch:
- Liste indigener Völker
- Indigene Völker Südamerikas
- Indianer Nordamerikas
- Indigene Völker Mittelamerikas und der Karibik
- Indigene Völker Europas
- Indigene Völker Afrikas
- Indigene Völker Asiens
- Indigene Völker Australien-Ozeaniens

Siehe auch


- Ethnische Minderheit
- Ethnos
- Volksstamm
- Ureinwohner
- Naturvolk
- Arbeitsgruppe über Indigene Bevölkerungen
- Menschenrechte

Weblinks


- [http://www.infoe.de/ Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie e.V. (infoe)]
- [http://www2.gtz.de/indigenas/deutsch/einleitung/index.html GTZ: Wer sind indigene Völker?]
- [http://www.ilo169.de/ Kampagne zur Ratifizierung der ILO-Konvention 169 über indigene Völker]
- [http://www.speaking4earth.com/ Speaking 4 Earth] - Menschenrechtsportal des Netherlands Centre for Indigenous Peoples
- [http://www.iwgia.org/ International Work Group on Indigenous Affairs (IWGIA)]
- [http://www.cwis.org/ Centre for World Indigenous Studies]
- [http://www.pygmies.info/ Indigene Völker Afrikas]
- [http://www.hrusa.org/indig/ Indigenous Peoples' Human Rights Project]
- [http://www.oew.org/de/aktuellesartikel.php?id=227 Eine Definition (Quelle: OEW)]
- [http://www.oew.org/de/aktuellesartikel.php?id=228 Ein gut gehütetes Geheimnis: Die UN-Dekade der Indigenen Völker - ein relatives Scheitern, eine Dekade der Rhetorik? (Quelle: OEW)] ! als:Ureinwohner ja:先住民 nb:Urfolk


Matrilinearität

Matrilinearität (adj.: matrilinear, seltener: matrilineal), oder uterine Deszendenz, Mutterfolge, bezeichnet in der Ethnologie, Anthropologie und Biologie ein System, das die verwandtschaftlichen Verhältnisse (Abstammung) und vor allem die Rechtsverhältnisse (Erbrecht) von der Mutter her organisiert. (Gegensatz: Patrilinearität). Statt einer vom Vater ausgehend gezeichneten Linie, die die Abstammung verdeutlicht, wird diese von der Mutter ausgehend betrachtet. Matrilinear strukturierte Familiensysteme weisen zum Großteil das so genannte Avunkulat auf. In diesen Systemen übernimmt der Onkel die Vaterrolle für die Kinder seiner Schwester. Rein matrilineale Verwandtschaftssysteme kommen heute nur noch selten vor und beschränken sich auf Ackerbaukulturen. Die bevölkerungsreichsten, heute noch bekannten matrilinealen Kulturen sind die Minangkabau auf Sumatra, die Hopi-Indianer sowie die Irokesenvölker. Historische Dokumente belegen, dass auch Kulturen früherer Epochen matrilinear strukturiert waren wie die Champa in Vietnam. Es existieren Kulturen, die nur einen bestimmten Aspekt über die Mutterlinie vererben, andere Aspekte jedoch über die Vaterlinie. So beispielsweise die jüdische Kultur, wo die Religionszugehörigkeit über die Mutter vererbt wird, die ansonsten jedoch streng patriarchal organisiert ist. Diese matrilineare Vererbung der jüdischen Religionszugehörigkeit ist neueren Ursprungs und geht auf die Zeit der Besetzung Israels/Palästinas durch die Griechen zurück. Um ihre Kultur trotz Vermischung (durch Vergewaltigung aber ebenfalls durch freiwilligen Ehebruch der Männer) mit den Besatzern zu beschützen, waren die Juden - Zwecks Eindeutigkeit der Herkunftsbestimmung - zur Einführung dieses Systems gezwungen. Das reformierte und progressive Judentum baut diese einseitige Regelung heute wieder ab, während die orthodoxen Juden daran festhalten. Anthropologen und Kulturwissenschaftler sind sich größtenteils darüber einig, dass die Verwandtschaftsrechnung über die Mutterlinie in der Entwicklungsgeschichte der Menschen das ursprünglichere und somit ältere Verwandtschaftssystem ist, als über die Vaterlinie. Erst nachdem die Beteiligung des Mannes bei der Zeugung bekannt war, konnte der Genitor zum Vater und somit zu einem relevanten sozialen Akteur werden. Der Übergang von matrilinearen zu patrilinearen Verwandtschaftssystemen erforderte eine ganze Reihe von neuen, komplexen sozialen Organisationsformen, um die männliche Verwandtschafts- und Erblinie zu garantieren. Je komplexer die Gesellschaftsform, und je wichtiger (vererbbarer) Besitz für die Menschen wurde, desto wichtiger war diese Absicherung der Erblinie: So musste beispielsweise abgesichert werden, dass die Frau mit nur einem Mann sexuellen Kontakt haben konnte (Monogamie, Einschränkung des Bewegungsspielraums bis hin zur vollständigen Isolierung der Frau). Vielerorts existierten so genannte Übergangskulturen, in denen die soziale Organisation matrilinear war, die politische Organisation jedoch patriarchal. Im alten Ägypten etwa musste ein Mann, der Pharao werden wollte, die Hohepriesterin/Königin heiraten, weil die Erblinie bis weit in die jüngsten Dynastien weiblich war. Daher die häufigen Bruder/Schwester-Heiraten.

Literatur


- Hans Fischer: Ethnologie. Einführung und Überblick. Reimer Verlag, Berlin, 1992. ISBN 3496004231
- B. Malinowski: Das Geschlechtsleben der Wilden in Nordwest-Melanesien. Siehe auch: Matriarchat, Patriarchat, Matrifokalität, Matrilokalität Kategorie:Matriarchatsforschung Kategorie:Soziologie Kategorie:Ethnologie

Hierarchie

Die Hierarchie ([] oder []) (griechisch ἱεραρχία, ein Kompositum aus ἱερή, hierí - die heilige und ἀρχή, arché - Herrschaft, Ordnung, Prinzip) ist ein System von Elementen, die einander über- bzw. untergeordnet sind, so dass jedem Element nur höchstens ein anderes unmittelbar übergeordnet ist (siehe auch: Rangordnung). Eine Hierarchie bedarf einer klaren Definition der jeweiligen Ordnung, also, was die Bedeutung ist von „übergeordnet“ bzw. „untergeordnet“ im gegebenen Zusammenhang. Mathematiker sprechen in diesem Zusammenhang von einer Ordnungsrelation. Für Nichtmathematiker: Es muss nicht nur festgelegt werden, welche Elemente unmittelbar miteinander in Beziehung stehen, sondern auch die Richtung der Beziehung. Generell ist eine Hierarchie eine rigidere Untermenge der Strukturen.

Sozial

Bezogen auf Soziale Systeme sind Hierarchien oft mit Verhältnissen von Herrschaft und Autorität verbunden - beispielsweise der Linienorganisation in einem Unternehmen, einer Behörde, dem Militär. Hierarchien werden auch allgemein zur Ordnung von Objekten zum Beispiel in einer Systematik verwendet. Formal lässt sich die Struktur einer Hierarchie als Baum beschreiben. Bildlich werden Hierarchien häufig mit einer Pyramide verglichen. Die Elemente lassen sich meist in Ebenen anordnen, wobei jedes Element (bis auf das oberste) nur mit einem (Monohierarchie) oder mehreren (Polyhierarchie) Elementen der jeweils nächsthöheren Ebene verbunden ist. Eine alternative Struktur wie das Netzwerk (auch: Rhizom) kennt grundsätzlich weder Hierarchie, noch notwendigerweise ein Zentrum. Spezielle Arten von hierarchischen Strukturen, die auch häufig synonym verwandt werden, sind Klassifikationen oder Taxonomien.

Beispiele

Taxonomie
- Hierarchie Krankenhaus
  - Chefarzt - Oberarzt - Stationsarzt - Assistenzarzt - Arzt im Praktikum
- Hierarchie Militär
  - Generale/Admirale - Stabsoffiziere - Offiziere - Unteroffiziere mit Portepee - Unteroffiziere ohne Portepee - Mannschaften
- Hormonhierarchie der Schilddrüse
  - TRH steuert TSH, TSH steuert Schilddrüse, Schilddrüse steuert Körperzellen
- Hierarchie Leben (veraltet)
  - vegetativ (Pflanze, Tier, Mensch)
  - seelisch (Tier, Mensch)
  - geistig (Mensch)
  - ewig (Die ewige Veränderung, Der große Atem, Götter)
- Hierarchie des Seins (jede Ebene setzt die Vorhergehende voraus, ist aber selber etwas völlig Neues)
  - mathematisch (Punkt) - physikalisch (Welle) - chemisch (Atom) - biologisch (Zelle) - sinnlich (Nerv) - geistig (Wort)
- Ein Klassifikationssystem
- Ein Verzeichnisbaum als Sonderform der Verzeichnisstruktur
- Ein Baumdiagramm Entscheidungsbaum oder Dendrogramm
- Ein Stammbaum
- Im Rechtswesen: Normenhierarchie

Siehe auch

Peter-Prinzip, Hierarchische Datenbank, Baum des Wissens, Einliniensystem, Mehrliniensystem, Gilles Deleuze, Hierarchie (Philosophie), Rangordnung Kategorie:Management Kategorie:Personalwesen Kategorie:Herrschaftssoziologie ! Kategorie:Planung und Organisation ja:ヒエラルキー simple:Power structure

Landwirtschaft

Landwirtschaft ist der Prozess, durch den gezielten Anbau von Pflanzen (Ackerbau, Gartenbau, Obstbau, Weinbau, nicht jedoch Forstwirtschaft) und durch die Nutzung und Zucht von domestizierten Tieren (Viehzucht) Nahrungsmittel, Futter, Fasern und andere gewünschte Rohstoffe zu produzieren. Sie dient der Ernährung der Menschheit und ist heute vorwiegend auf Erzielung von Profit ausgerichtet. Profit

Einordnung

Allgemein

Landwirtschaft beinhaltet dreierlei:
- Subsistenzwirtschaft: Hierbei produziert der Landwirt genug Nahrungsmittel für sich und seine Familie (jedoch nicht mehr).
- (generell in den sogenannten "entwickelten" Ländern und in anderen Ländern ebenfalls mehr und mehr) die Produktion eines finanziellen Einkommens durch Landkultivierung oder kommerzielle Viehzucht. Neben Nahrungsmitteln und Futter nimmt die Produktion von anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Zierpflanzen, Düngemittel, Leder, industriellen Chemikalien (Stärke, Ethanol, Farbstoffe und Plastik), Fasern (Baumwolle, Wolle, Hanf, Naturseide und Flachs), Kraftstoffen (Methan, Biodiesel, Biomasse) sowie zugelassenen medizinischen Wirkstoffen (Biopharmaceutica, legalen Drogen (Alkohol, Tabak) und verbotenen Drogen (Marihuana, Opium, Kokain) zu. Auch die Produktion genetisch veränderter Pflanzen und Tiere steigt an.

Ökonomische Einordnung

In den Wirtschaftswissenschaften wird die Landwirtschaft als Primärsektor (auch: Urproduktion) bezeichnet. Die Betriebswirtschaftslehre bezieht sich in vielen Grundlagen auf die landwirtschaftliche Produktion.

Bedeutung in Deutschland

Im Jahr 2003 gab es in Deutschland ca. 420.700 landwirtschaftliche Betriebe ab 2 ha LF. Darin waren rund 1,3 Millionen Personen haupt- oder nebenberuflich beschäftigt, was 560.000 Vollzeitarbeitsplätzen entsprach. Insgesamt wurden 17 Millionen ha (Hektar) Boden landwirtschaftlich genutzt (das sind ca. 49,3 Prozent der Gesamtfläche). Davon entfielen auf die Pflanzenproduktion rund 11,8 Millionen Hektar und auf Dauergrünland rund 5 Millionen Hektar. Im Vergleich dazu spielen Obstanlagen, Baumschulen und Weihnachtsbaumkulturen hinsichtlich des Flächenverbrauchs keine große Rolle. Deutschland war 2004 mit Waren im Wert von 13,8 Mrd. Dollar weltweit viertgrößter Exporteur von Agrarprodukten.

Rechtliche Einordnung

Der Begriff der Landwirtschaft wird in Deutschland grundlegend durch § 201 Baugesetzbuch(BauGB) geregelt.

Produktion

Bereiche

Baugesetzbuch Baugesetzbuch Generell kann die Landwirtschaft in zwei Produktionsrichtungen eingeteilt werden:
- Viehhaltung
- Pflanzenproduktion. Welche dieser Formen lokal überwiegt, ist vom Standort abhängig: Auf leichten Standorten (schlechter Boden) ist die Viehhaltung konkurrenzkräftiger, während auf besseren Böden die Pflanzenproduktion wirtschaftlicher ist. Unformatierten Text hier einfügenUnformatierten Text hier einfügenUnformatierten Text hier einfügen

Ziele


- Ernährungssicherung durch die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel,
- Schonung der natürlichen Ressourcen Boden, Wasser und Luft,
- infrastrukturelle, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Belebung der ländlichen Räume,
- Pflege der Kulturlandschaft und Erhalt der Artenvielfalt,
- in Zukunft möglicherweise vermehrt Erzeugung regenerativer Energien

Formen der Landwirtschaft


- historische Landwirtschaft :bis zur Erfindung des mineralischen Düngers
- traditionelle Landwirtschaft :bis ca. 1960
- moderne Landwirtschaft :erzielt hohe Ernteerträge durch Züchtung spezieller Sorten (in einigen Staaten auch bereits unter Einsatz der Gentechnik), durch Monokultur, sowie den Einsatz von Futtermitteln, Kunstdünger (dessen Entwicklung maßgeblich zur Erholung der Wälder in Mitteleuropa beigetragen hat), Insektiziden, Fungiziden, Herbiziden und Wachstumsregulatoren (den so genannten Pflanzenschutzmitteln). Der intensive Einsatz der genannten Produktionsfaktoren dient der stetigen Ertragssteigerung, führt aber oft zu negativen Wechselwirkungen mit der Natur (Umweltschutz) und den erzeugten Lebensmitteln (Fragen zu Rückständen in Nahrungsmitteln). :
- bäuerliche Landwirtschaft :
- industrielle Landwirtschaft :
- extensive Landwirtschaft :
- ökologische Landwirtschaft ::versucht, modernes Wissen zu nutzen und dabei die genannten negativen Wechselwirkungen zu vermeiden. Die Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel führt seit Sommer 2003 einen auf mehrere Jahre ausgelegten Vergleich der beiden Produktionsformen durch, dessen Ergebnis in der aktuellen Diskussion hilfreich sein kann.

Methoden

Hinsichtlich der Produktionsmethoden wird heute unterschieden in (alphabetisch):
- Biologische Landwirtschaft (oder auch Ökologische Landwirtschaft), zu der auch die Unterform der auf den Lehren R. Steiners gründenden Biologisch-dynamischen Landwirtschaft zählt
- Konventionelle Landwirtschaft mit der Unterform der integrierten Landwirtschaft
- Permakultur
- Synergistische Landwirtschaft

Politik

Hauptartikel: Agrarpolitik

Politische Konfliktfelder

Die Landwirtschaft in Deutschland, Europa und weltweit befindet sich in einem tiefen Umbruch: Große Erfolge in der Produktivitätssteigerung auf der einen Seite stehen ungleicher Verteilung, Preisdumping, zahlreichen Betriebsaufgaben sowie ökologischen Problemen gegenüber. Die seit 1992 eingeleiteten Reformen der europäischen Agrarpolitik mit einem komplexen System von Ausgleichszahlungen konnten Fehlentwicklungen nicht verhindern. Die gegenwärtige Situation ist für die soziale Lage der landwirtschaftlichen Familien, für die Volkswirtschaft und für die ökologische Situation von Boden-, Gewässer- und Tierschutz mit hohen Belastungen verbunden. Die große Zahl der Betriebsaufgaben ist Zeugnis einer existenziellen Not. Die in der Öffentlichkeit heftig diskutierten Krankheiten bzw. Skandale – BSE-Krise, Maul- und Klauenseuche – sind keine Einzelphänomene, sondern sind teilweise Ausdruck von Strukturproblemen der Landwirtschaft in der Zerreißprobe zwischen ökonomischen und ökologischen Erfordernissen. Zugleich ist die weltweite Krise der Landwirtschaft ein Kernproblem globaler Gerechtigkeit: Während auf den Weltmärkten ein Überschuss an Nahrungsmitteln herrscht, die Preise immer weiter fallen und subventionierte Überschussprodukte aus den USA und der EU die Eigenproduktion von Nahrungsmitteln in Entwicklungsländern zurückdrängen, ist es nicht gelungen, das Problem der Welternährung zu bewältigen. Der rapide Verlust an fruchtbarem Boden und der bedrohliche Rückgang der Verfügbarkeit von Wasser, das zu 70 % in der Landwirtschaft verbraucht wird, ist schon heute eine der primären Armutsursachen. Wirksame Armutsbekämpfung für die 800 Millionen hungernden Menschen ist nicht möglich ohne eine tiefgreifende Reform der globalen Agrarpolitik. Die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH, die heimische Agrarprodukte in den Medien bewirbt, ist bei den Landwirten weitgehend umstritten, da sie ihre Beiträge zwangsweise erhebt.

Geschichte

Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH] Hauptartikel: Agrargeschichte Der systematische Anbau von Pflanzen begann vermutlich vor rund 12.000 Jahren am Ende der letzten Eiszeit. Es ist wahrscheinlich, dass die Entwicklung nahezu gleichzeitig in Amerika, China und dem mittleren Osten einsetzte. Dabei werden die Veränderung des Klimas durch das Ende der Eiszeit, das Bevölkerungswachstum und die beginnende Sesshaftigkeit als sich begünstigende Faktoren angesehen. Im 8. Jahrhundert wurde der Ackerbau auf die Dreifelderwirtschaft umgestellt. Die bis dahin verwendeten Ochsen wurden durch Pferde ersetzt, wodurch schwere Eisenpflüge eingesetzt werden konnten. Durch die Entdeckung Amerikas 1492 entwickelte sich ein reger, weltweiter Austausch an Agrarprodukten, der für nahezu alle Völker einschneidende Änderungen bewirkte (Columbian Exchange).

Aktuelle Diskussion

Erneuerbare Energieträger

Die landwirtschaftliche Produktion von Erneuerbaren Energieträgern kann nicht mehr leisten als den durch die Sonne gegebenen Energieeintrag. Solange die Nicht-Bilanzierung der Nutzung von fossilen Brennstoffen in unseren Wirtschaftssystemen anhält, kann jede Form der landwirtschaftlichen Produktion von regenerativen Energieträgern (unabhängig von ihrer Nachhaltigkeit) nicht mit der Nutzung der fossilen Energiegewinnung konkurrieren. Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist in Deutschland gesetzlich festgeschrieben.

Siehe auch

Portal:Land- und Forstwirtschaft, Agrarpolitik, Forstwirtschaft, Landwirt, Leibgedinge, Erzeugergemeinschaft, Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, FAO, Haupterwerbsbetrieb, Nebenerwerbsbetrieb, Zuerwerbsbetrieb

Weblinks


- [http://www.zbmed.de/bonn_service.html Fachinformationszentrum: Bereichsbibliothek für Ernährung, Umwelt und Agrarwissenschaften, Bonn]
- [http://www.destatis.de/themen/d/thm_land.php Statistiken zur Landwirtschaft in Deutschland]
- [http://www.verbraucherministerium.de/index-0005BCF0323B1050A9746521C0A8D816.html Ernährungs- und agrarpolitischer Bericht 2005 der Bundesregierung]
- [http://www.situationsbericht.de Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes]
- [http://www.cma.de/wissen_100489.php Materialien zum Thema Landwirtschaft der CMA]
- [http://www.kritischer-agrarbericht.de/index.php?id=79 "Kritischer Agrarbericht" des AgrarBündnis e.V.]
- [http://www.agrar.de/infothek Infothek - Suchmaschine zum Thema Landwirtschaft]
- [http://www.landtreff.de Forum für die Landwirtschaft]
- [http://www.datenmatrix.de/cgi-local/hdbg-bildarchiv/bildarchiv.cgi?action=projektbilder&id=-lf-&templ=04_01_projekte_bilder&start=0&proseite=10 Dokumentation zur Geschichte der Landwirtschaft in Bayern aus dem Archivbestand des Hauses der Bayerischen Geschichte] !Landwirtschaft Kategorie:Umwelt- und Naturschutz ja:農業 ko:농업 simple:Agriculture

Fischerei

] )]] ] Mit Fischerei bezeichnet man die Wirtschaftszweige, die sich mit dem Fangen und Züchten von Fischen und anderen Wassertieren zur Nahrungsgewinnung und Weiterverarbeitung beschäftigen. Die Fischerei zählt zum primären Wirtschaftssektor, zu dem auch Landwirtschaft und Bergbau gehören. Wichtig für eine nachhaltige Fischerei ist eine verlässliche und langfristig angelegte Fischereiforschung, wie sie in Deutschland z.B. von der Bundesforschungsanstalt für Fischerei betrieben wird. Der Jahres-Fischereiertrag lag 2003 bei etwa 140 Millionen Tonnen weltweit. Eine Sonderform der Fischerei ist die Aquakultur, das Züchten von Wasserlebewesen.

Fangtechniken

Von den so genannten Kuttern oder Trawlern, den Fischerbooten oder Fangschiffen, werden Netze durch das Wasser oder am Meeresgrund entlang gezogen. Die in den Netzen gefangenen Fische werden an Bord des Schiffes gezogen, wo sie in große Auffangwannen geworfen werden. Größere Fische werden mit einem Kehlschnitt geschlachtet oder in Filetiermaschinen getötet. Moderne große Fischerboote verarbeiten den Fisch bereits an Bord, sie gleichen schwimmenden Fabriken. Viele Tiere können auch ersticken bevor sie geschlachtet werden. Sogenannter Beifang, nicht als verkaufsfähige Tiere benötigte oder erlaubte, dennoch getötete Tiere werden meist wieder über Bord gegeben, teilweise auch zu Fischmehl verarbeitet. Säugetiere wie Delfine und kleine Walarten verfangen sich häufig in den Netzen und ersticken unter Wasser. Innerhalb der EU gibt es Vorschriften über die Maschengröße der Fischnetze, die den Jungfischen ein Entkommen ermöglichen sollen.

Ökologische Aspekte

Viele Millionen Delfine werden durch die Treibnetzfischerei sinnlos getötet, besonders bei der Jagd auf Thunfische. Die industriell betriebene Fischerei führt zur Bedrohung des Bestandes für viele Fischarten, so ist der Kabeljau durch Überfischung weltweit akut vom Aussterben bedroht. Um weitere ökologische Katastrophen zu verhindern, die langfristig auch den wirtschaftlichen Untergang der Fischereiindustrie in vielen Regionen bedeuten würden, werden Fangquoten, d.h. eine festgelegte Menge an Fischen in einem bestimmten Gebiet, festgelegt. Häufig werden diese jedoch aus politischen und wirtschaftlichen Gründen zu hoch angesetzt. Mit dem MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) ist seit 1997 ein Produktkennzeichen vorhanden, das es Verbrauchern ermöglichen soll, Fisch aus nachhaltiger Fischerei zu kaufen.

In Nordeuropa

Marine Stewardship Council] Fast ohne Ausnahme spielt sich die Seefischerei Nordeuropas auf dem küstennahen Schelf des Nord-Atlantik oder den Nebenmeeren in Tiefen bis 700 m ab. Die Lage der Fangplätze auf dem flachen Schelf ist biologisch bedingt, da hier die besten Voraussetzungen für günstige Lebensbedingungen der meisten Seefische gegeben sind.

Die wichtigsten Fangplätze der Seefischerei

Im Nordatlantik


- Barentssee = Kabeljau, Rotbarsch, Lodde
- Bäreninsel-Spitzbergen = Kabeljau, Rotbarsch
- Westgrönland = Kabeljau
- Ostgrönland = Rotbarsch
- Island = Kabeljau, Rotbarsch, Seelachs, Lodde
- Labrador = Kabeljau, Rotbarsch, Heilbutt
- Nordsee = Hering, Scholle
- Neufundland = Kabeljau, Rotbarsch
- Norwegische Küste = Seelachs
- Ostsee = Hering, Dorsch (=Kabeljau), Sprotte
- Ostkante = Hering
- USA-Schelf = Makrele

Fangmethoden


- Schleppnetzfischerei
- Treibnetzfischerei
- Langleinenfischerei
- Ringwadenfischerei
- Angelfischerei
- Lichtfischerei
- Elektrofischerei
- Fischfang mittels Fischwehr und Reuse
- Grundfischen
- Dynamitfischerei
- Cyanidfischerei

Literatur


- Antje Kahlheber: Die Erschöpfung der Weltmeere. Spektrum der Wissenschaft, November 2004, S. 60 - 68, ISSN 0170-2971

Weblinks


- [http://www.fangtechnik.de Fangtechnik in der Binnenfischerei]
- [http://europa.eu.int/pol/fish/index_de.htm Fischereipolitik der EU]
- [http://www.portal-fischerei.de/ Fischerei in Deutschland] - Portal des Bundes und der Länder
- [http://www.bfa-fisch.de Deutsche Bundesforschungsanstalt für Fischerei]
- [http://www.faz.net/s/Rub2542FB5D98194DA3A1F14B5B01EDB3FB/Doc~E0E0A4CA1E38145D4A0FF07459D14F0F0~ATpl~Ecommon~Scontent.html Bericht über die weltweite Bedrohung des Kabeljaubestandes durch Überfischung]
- [http://onefish.org/global/index.jsp onefish.org - Community Knowledge Directory] - umfangreiche Seite zu verschiedensten Aspekten des Fischereiwesens (engl.)

Siehe auch


- Ernährung
- Quase (altertümliches Fischereifahrzeug)
- Fischer (Leute die den Beruf ausüben) Kategorie:Fischerei ja:漁業

Erntefest

Das Erntedankfest wird gefeiert, um sich bei Gott für die Ernte zu bedanken. Bei der Feierlichkeit, die oft in einer Kirche veranstaltet wird, werden Feldfrüchte, geerntetes Getreide und anderes dekorativ aufgestellt. Eine aus Getreide oder Weinstöcken geflochtene "Erntekrone" wird oft in einer Prozession durch das Gemeindegebiet getragen. In ländlichen volkskirchlichen Gemeinden kommen zu den Gottesdiensten zahlreiche Gemeindeglieder zusammen. Mit dem Erntedankfest soll an die Arbeit in Landwirtschaft und Gärten erinnert werden und daran, dass es nicht allein in der Hand des Menschen liegt, über ausreichend Nahrung zu verfügen. So drückt es auch das wahrscheinlich populärste Lied zu Erntedank von Matthias Claudius aus: :"Wir pflügen, und wir streuen den Samen auf das Land, :doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand: :der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf :und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf. :Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, :drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!"

Geschichte

Der Ursprung des Erntedankfests reicht bis in die vorchristliche Zeit zurück. In Mittel- und Nordeuropa wurde Erntedank (Haustblot) zur Herbst-Tagundnachtgleiche (23. September) mit einem Dankopfer gefeiert. Ähnliche Riten gab es in Israel, Griechenland oder im Römischen Reich. Zum Judentum vgl. etwa: Exodus [http://www.bibel-online.net/buch/02.2-mose/34.html#34,22 34,22]; Numeri [http://www.bibel-online.net/buch/04.4-mose/28.html 28], Deuteronomium [http://www.bibel-online.net/buch/05.5-mose/16.html 16]. In der katholischen Kirche ist ein Erntedankfest seit dem 3. Jahrhundert belegt. Offizieller Bestandteil des Kirchenjahres ist es aber bis heute nicht. "Das heilsgeschichtlich orientierte Jahr der Kirche kennt kein E.-Dankfest" (Rupert Berger: Artikel "Ernte, Erntedankfest. II. Liturgisch", Lexikon für Theologie und Kirche (3.Auflage), Band 3, Sp. 821). Dennoch ist der Brauch des Dankes für eine gute Ernte seit vielen Jahren auch in vielen katholischen Gemeinden üblich geworden, so dass neben Kräuterweihen (am 15. August), Quatember, Erstlingsfrüchtesegnung in der katholischen Kirche die Eucharistie am ersten Oktobersonntag vielfach als "Dank für die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit" auf dem von Erntedank-Gaben umgebenen Altar gefeiert wird.

Deutschland

Seit dem Mittelalter kennt man verschiedene Daten für eine Erntedankefeier. Nach der Reformation bürgerte sich in evangelischen Gemeinden der Michaelistag oder ein dem Michaelistag benachbarter Sonntag ein. Das Fest wird in den evangelischen Kirchen Deutschlands gemäß einem königlichen Erlass in Preußen im Jahr 1773 am Sonntag nach Michaelis (29. September) begangen. Die evangelischen Freikirchen feiern wie die römisch-katholische Kirche das Fest in der Regel am ersten Sonntag im Oktober. Im Jahr 1972 wurde dieser Termin von der deutschen Bischofskonferenz festgelegt. Mancherorts sind andere Termine üblich, so begehen etwa die Moselgemeinden das Fest nach der Weinlese am zweiten Novembersonntag.

Weblinks


- [http://www.katholisch.de/2548_6538.htm katholische Kirche im Internet: Erntedankfest]
- EKHN: [http://www.ekhn.de/inhalt/glaube/kirchenjahr/erntedank/index.htm Infos zum Erntedankfest (Biblischer Hintergrund, Geschichte, Bräuche)]
- [http://www.festjahr.de/festtage/erntedank.html Festjahr.de]
- http://www.festjahr.de/festtage/erntedank.html Kategorie:Kirchenjahr

Kategorie:Taiwan

Kategorie:Land in Asien Kategorie:China ja:Category:台湾 zh-min-nan:Category:Tâi-oân

Dénomination des vaisseaux de Star Trek

La dénomination des vaisseaux de Starfleet est construite sur le modèle suivant : [Entité politique] [nom du vaisseau] [Code type du vaisseau] [Numéro de série]. Exemple : USS Enterprise NCC-1701-D

Codes types

Fédération des Planètes Unies


- NAR - Federation, non-Starfleet, Recherche
- NCC - Federation, Starfleet, Service actif
- NDT - Federation, non-Starfleet, Transport
- NFT - Fédération
- NGL - Federation, non-Starfleet, Cargo
- NX - Federation, Starfleet, Experimental
- NSP - Federation, Vulcain, Science

Empire Klingon


- IKC - Croiseur Impérial Klingon
- IKS - Vaisseau Impérial Klingon

Empire Stellaire Romulien


- IRW - Vaisseau de guerre Impérial Romulien Catégorie:Vaisseau de Star Trek

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