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| Abenteuerroman |
AbenteuerromanAbenteuerromane sind fiktive Erzählungen, in denen ein oder mehrere Abenteuer bestanden werden müssen.
Das Grundprinzip eines Abenteuerromans basiert darauf, dass ein Held aus seiner alltäglichen Welt in eine fremde, gefährliche Welt aufbricht, in der er bei Lebensgefahr allerlei Proben zu bestehen hat. Ziel seiner Reise ist meist die Rettung einer Person oder seiner eigenen Welt, aus der er aufgebrochen ist. In der Regel wird ein Abenteuerroman aus Sicht des Helden erzählt, der das Gute verkörpert und oft gegen finstere Mächte oder das Böse kämpft und letztlich gewinnt.
Der Abenteuerroman hat seinen Ursprung in den Schelmenromanen und Räuberromanen des 17. und 18. Jahrhunderts, die wiederum auf die Ritterepik des Mittelalters zurückgehen. Doch bereits die Werke Homers können als Vorläufer des Abenteuerroman angesehen werden.
Zu den bekanntesten Abenteuerromanautoren des 19. Jahrhunderts gehören Jules Verne und Karl May. Jules Verne versetzt seine Protagonisten in eine Welt technischer Neuerungen und Abenteuer, Karl May bereist als fiktiver Ich-Erzähler den US-amerikanischen Westen und den Orient.
Siehe auch: Roman, Aventiure
Literatur
- V. Klotz: Abenteuer-Romane: Sue, Dumas, Ferry, Retcliffe, May, Verne. München, 1979.
- O. F. Best: Abenteuer. Wonnetraum aus Flucht und Ferne. Geschichte und Deutung. Frankfurt am Main, 1980.
- Maurizio Poggio: Abenteuer-Roman: Platzwechsel.
Weblinks
- [http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/epik/abenteuerroman.htm Abenteuerroman]
!Abenteuerroman
FiktivFiktion kommt aus dem lateinischen von fictio, was so viel heißt wie „Erdichtung“.
Es ist eine Darstellung, etwas Erfundenes ohne Bezug zur Wirklichkeit, ein Sachverhalt wie er sein könnte oder wie etwas geschehen könnte. Es ist weder falsch noch wahr, sondern eine eventuelle Möglichkeit, eine Idee die in die Zukunft geht. Eine Annahme, etwas Erdachtes oder Erfundenes, meist in Bezug auf Literaturerzählungen. Besonders folgende Formulierung Kants, "gedichtete und zugleich dabei für möglich angenommene Gegenstände" (Kritik der reinen Vernunft) beschreibt sehr gut den Begriff „Fiktion“. Es ist also keine Wirklichkeit, es ist das Gegenteil vom Tatsachenbericht.
Im Recht kennt man Fiktion als eine Art der Unterstellung, bei der ein nicht gegebener Tatbestand als real angenommen wird.
Der Begriff kommt beispielsweise in der Film- und Literatur-Genre-Bezeichnung "Science-Fiction" oder "Zukunftsliteratur" vor.
Das zugehörige Eigenschaftswort fiktiv (nicht zu verwechseln mit fingiert) ist recht gebräuchlich, so etwa in
- Fiktive Briefe (Franz Kafka)
- Fiktive Welt
- Fiktive Person
und im rechtlichen Sinne:
- Fiktive Kosten (Wirtschaftswissenschaft)
- Fiktive Veräußerung; Fiktive Vermögensübertragung (Rechtswissenschaft).
Der Begriff Fiktion (Fiktionalität) wird als Gegenbegriff zu Faktionalität verwendet.
In der Literaturtheorie wird zwischen fiktional und fiktiv unterschieden. Literarische Texte sind fiktional, sie scheinen reale Gegebenheiten der außersprachlichen Realität wiederzugeben; ihr Scheincharakter wird jedoch mehr oder minder klar erkannt: der Text 'tut als ob'. Fiktive Texte lassen sich weiter klassifizieren: fiktiv-deskriptiv sind Aussagen mit Wahrheitsanspruch und falsifiziertem Realitätsgehalt ("Falschaussagen"), fiktiv-projektiv sind Aussagen, die zwar nicht aktuell falsifizierbar, jedoch auf wissenschaftlich-systematische Realität zu beziehen sind ("Wir könnten ein Auto mit drei Rädern entwicklen").
Siehe auch:
- Herausgeberfiktion
- Wahrheit
- Lüge
- Realität
Literatur
- Käte Hamburger: Die Logik der Dichtung, Klett-Cotta, Stuttgart 1994, ISBN 3-608-91681-4
- Giorgio Manganelli: Lügenbuch, Wagenbach, Berlin 2000, ISBN 3-8031-2374-7
- Kurt Röttgers (Hrsg.): Dichter lügen, Verlag Die Blaue Eule, Essen 2001, ISBN 3-89206-062-2
Kategorie:Fiktion
Kategorie:Täuschung
AbenteuerAls Abenteuer (v. lat.: adventura = Ereignis; mittelhochdt.: aventiure) wird eine risikoreiche Unternehmung als auch ein Erlebnis bezeichnet, welches sich meist stark vom Alltag unterscheidet. Ein Abenteuer ist auch ein Bericht bzw. eine Schilderung desselben. Diese können sich auf wahre Begebenheiten oder auf Fiktionen beziehen.
Die Person, die ein Abenteuer durchsteht, meistert oder auch durchlebt, nennt man Abenteurer.
Bei einem Abenteuer existieren Risiken und Gefahren, welche den Verlauf spannend und den Ausgang ungewiß gestalten. In diesem Sinne gelten und galten Expeditionen ins Unbekannte zu allen Zeiten als Abenteuer.
Als erstes schriftlich fixiertes Abenteuer gilt das Gilgamesch-Epos. Weitere bekannte Abenteuer (als Bericht) existierten schon in der Antike. Als Beispiele mögen hier die Ilias, der Kampf um Troja, und besonders die Odyssee, die Heimfahrt des Odysseus, gelten. Ebenso sind die mittelalterlichen Schilderungen von Ritter- und Heldentaten Abenteuer.
Die Entdeckungsreisen der Renaissance bis heute sind zu ihrer Zeit auch immer zugleich Abenteuer gewesen. Als Beispiele seien hier die Fahrten der Spanier und Portugiesen genannt, die zur Entdeckung Amerikas und der Philippinen geführt haben. Die Forschungsreisen unter anderem von Alexander von Humboldt, David Livingstone oder John Franklin, die dem Wissensgewinn dienten, waren zu ihrer Zeit Abenteuer. Heute wird die Raumfahrt oft als "größtes Abenteuer der Menschheit" bezeichnet. Strittig ist, inwiefern eine Kriegsbeteiligung als Abenteuer bezeichnet werden kann. In der Moderne wird dies zurecht als Euphemismus abgelehnt, da es sich um ein unfreiwilliges, kollektives Phänomen handelt. Je weiter man aber historisch in der Kriegsführung zurückgeht, umso vertretbarer wird der Begriff auf dieses Unternehmen, was durch die zunehmende Individualisierung der Kriegsaktivitäten begründet ist ("Kampf Mann gegen Mann").
Die literarische Entsprechung eines Abenteuers ist der Abenteuerroman.
Der Begriff Abenteuer kommt auch im Bereich der Papier-und-Bleistift-Rollenspiele als Rollenspielabenteuer vor.
Hier wird damit eine meist in sich abgeschlossene Geschichte beschrieben.
Das (Einzel-)Abenteuer steht hier im Gegensatz zur Kampagne, der Abenteuerreihe.
Zitate
!Abenteuer
Heldweiteres siehe: Held (Begriffsklärung)
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Ein Held (althochdeutsch helido) ist die (meist männliche) Hauptfigur einer Geschichte, Legende oder Sage, die über Kräfte verfügt, die weit über die eines normalen Menschen hinausgehen, so dass er zu schweren und großen "Heldentaten" in der Lage ist, die ihm Ruhm bescheren. Dabei ist nicht nur körperliche, sondern auch seelische Kraft gemeint. Helden stehen meist in einem Gegensatz zum Schurken oder Feigling (Neiding).
Zur Heldin vgl. auch Virago.
Der Held als Heros
Abstammung oder Vorzeichen können vor allem einen antiken Heros ankündigen, doch kann (etwa in den isländischen Sagas) der kommende Held ein nichtsnutziger junger Mann sein, der immer nur hinter dem Ofen liegt. Zum "Helden" wird er jedenfalls durch seine erste außergewöhnliche ("heroische") Tat, wenn er etwa ein Ungeheuer oder einen Riesen erschlägt, eine Blutrache ausführt oder Menschen (gerne Jungfrauen) aus Bedrängnis rettet. Ein Held entspricht normalerweise der Definition dessen, was in der jeweiligen Kultur als vortrefflich gilt. Dass ihm das Glück ("Heil") regelmäßig zur Seite steht, ist dabei nicht notwendig, in der altnordischen Heldenepik sogar ungewöhnlich.
Bekannte Helden näherten sich in einigen Kulturen dem Status von Göttern an. Viele waren Halbgötter, Nachkommen von Sterblichen und Göttern. Das Wort "Heros" kommt aus dem Altgriechischen "ήρoς" und bezeichnet den Kulturheros der Mythologie. Die griechischen Heroen (ήρóες) waren häufig die Gestalten, die als mythische Gründer der griechischen Städte, Staaten und Länder galten. Diese mythischen Helden waren nicht immer tadellose Vorbilder. Das Zeitalter, in dem Helden dieser Art wirkten, und wo die Geschichten der griechischen Mythologie spielten, wird auch das "Heroische Zeitalter" genannt. Diese Ära endete kurz nach dem Trojanischen Krieg, als die legendären Kämpfer fast ausnahmslos fielen oder auf der Heimkehr umkamen.
Zuweilen vermochte auch eine historische Person so viel Ansehen zu erzielen, dass sie ein Held in den Augen des Volkes wurde (Volksheld, vgl. auch Nationalheld). Dieses Phänomen war häufig begleitet von einem schnellen Wachstum an Mythen um die Person; häufig wurden ihr besondere Kräfte zugeschrieben.
Der Propagandaheld
Trivialliteratur und Film zehrten noch vom Image des Helden, machten ihn aber bereits unterschwellig lächerlich.
Ganz aus der Mode gekommen war er zumindest in Deutschland und Österreich seit dem verlorenen Zweiten Weltkrieg, weil propagandistisch allzu Vielen der Status des "Kriegshelden" und dann der "Heldentod" zugesprochen wurde, so dass aus für das Heldische begeisterten Kindern die "Skeptische Generation" des Nachkriegs wurde.
In der ehemaligen DDR waren Helden der Arbeit jene Kollegen, die die Norm deutlich übererfüllten.
Heute (2005) wird das Wort fast nur noch ironisch verwendet: Du bist mir vielleicht ein Held.
Helden heute
In der heutigen Zeit gibt es keine eindeutige Definition für Held mehr, der Versuch einer Definition in der heutigen Zeit kann jedoch lauten: Ein Held setzt sich für eine uneigennützige Sache ein und ist dabei bereit seine Existenz aufzuopfern, wobei er eine Vorbildfunktion erfüllt, mutig und willensstark ist.
Von starkem Gegenwartsbezug ist das psychologische Konzept der Heldenreise, wie es sich in den Büchern des Mythologen Joseph Campbell findet.
Bekannte Helden
- Samson (altes Israel)
- David (altes Israel)
- Herakles (Heros der Griechen; lateinisch "Hercules")
- Odysseus (griechischer Held der Odyssee und der Ilias)
- Achill (berühmtester griech. Held vor Troja)
- Hektor (berühmtester trojanischer Held ebenda))
- Cú Chulainn (bekantester Held der keltischen Mythologie)
- Paris (berühmter trojanischer Held und Frauenräuber, ebenda))
- Perseus (Griechenland)
- Totila und Teja (Ostgotenkönige, Italien)
- Beowulf (Skandinavien, England)
- Siegfried (germanischer Held, in Skandinavien "Sigurd")
- König Artus und seine Ritter der Tafelrunde (spätantikes/frühmittelalterliches England)
- Sindbad, der Seefahrer (arabisch, aus Tausendundeiner Nacht)
- Hua Mulan (China)
- Ilja Muromez (russischer Bogatyr, wird in versch. Bylinen besungen)
- Stenka Rasin (russischer Volksheld)
- Fürst Igor (historisch, wird im Igorlied besungen)
- Die zwölf Paladine Karls des Großen waren wichtige Helden, deren Geschichten in der Entwicklung der höfischen Liebe und der Ritterromanze wichtig waren
- Roland (Deutschland, Frankreich)
- Grettir und Gisli (Island)
- Winkelried (Schweiz)
- El Cid (Spanien)
- Fra Diavolo (Italien)
- Zorro (Spanien, Mexiko)
- Buffalo Bill (Wilder Westen)
- Musashi Miyamoto (Japan)
- Wilhelm Tell (Schweiz)
- Liu Hulan (China)
Eine typische Heldenverehrung genossen noch im 20. Jahrhundert z.B. Otto Weddigen, Erwin Rommel, Mao Tsetung oder Che Guevara.
Wissenschaftliche Behandlung
Soziologie
Soziologen sehen in Zeiten sozialer Umwälzungen (vgl. Barbarei) oder nationaler Krisen nachgerade die Notwendigkeit eines Helden. Solche Helden bilden dann ein bestimmtes Vorbild (teilweise ein Klischee), besonders für die Jugend. Solche Mythenbildung scheint früher wirksamer gewesen zu sein; heute hat sie sich unter dem Einfluss der Massenmedien zum Starkult fortgebildet.
Religionswissenschaft
Der Religionswissenschaftler Georges Dumézil wies im indoeuropäischen Vergleich darauf hin, dass viele strukturell vergleichbare Götersagen von Indien bis Europa auf gemeinsame urgeschichtliche Heldensagen zurück gehen könnten. Der Religionsphilosoph Hermann Usener dreht in seinem Buch "Götternamen" den Spieß um, indem er folgendes Postulat aufstellt: ...daß alle Heroen, deren Geschichtlichkeit nicht nachweisbar oder wahrscheinlich ist, ursprünglich Götter waren. Interessanterweise kommt Norbert Lönnendonker in seinem Buch "Als die Götter noch jung waren; Namenkundliche Untersuchungen zur Nibelungensage" zu dem gleichen Ergebnis - zumindest was die Helden Siegfried/Sigurd (Drachentöter), Hagen von Tronje (Högni in der Thidrekssaga) und Dietrich von Bern (Thidrek af Berne in der Thidrekssaga) betrifft.
Literaturwissenschaft
Literaturwissenschaftlich ist ein Held - mit abweichender Wortbedeutung - in literarischen Werken ganz allgemein die Hauptperson einer Erzählung oder eines Bühnenstückes, unabhängig von seinen Fähigkeiten oder seinem moralischen Status. Man spricht dann auch vom Romanhelden oder Protagonisten. Er kann dann auch schwach oder böse sein (Antiheld) oder ernste Fehler begehen, die zu seinem Fall führen (besonders in der Tragödie, siehe zum Beispiel Hamlet).
Zitate
- Zeige mir einen Helden und ich schreibe dir eine Tragödie. -- F. Scott Fitzgerald
Literatur
- Hermann Usener Götternamen, Klostermann, September 2000, ISBN 3465031148
- Norbert Lönnendonker Als die Götter noch jung waren; Namenkundliche Untersuchungen zur Nibelungensage, . Rhombos-Verlag, 340 Seiten. 2003, ISBN 3930894920, auch [http://www.rhombos.de/onlinesh/jjeo/produkte/niebe.htm]
- Nicolaus Sombart: "Die deutschen Männer und ihre Feinde. Carl Schmitt - ein deutsches Schicksal zwischen Männerbund und Matriachatsmythos", Reihe Geschichte Fischer, 1997, Fischer-Taschenbuchverlag, ISBN 3-596-11341-5, Erstausgabe 1991 im Carl Hanser Verlag
- Joseph Campbell: Der Heros in tausend Gestalten, Insel, April 1999, ISBN 3458342567
Siehe auch
- Heldensage
- Volksheld, Nationalheld, Held der Sowjetunion, Held der Arbeit, Superheld, Superman
- Antiheld
Weblinks
- [http://www.sungaya.de/schwarz/germanen/thidrekssaga.htm Zur Thidrekssaga]
- [http://www.willscheck.de/zugabe/negative-helden Negative Helden: Über 'unmenschlich' handelnde Protagonisten im Film]
Kategorie:Held
ja:ヒーロー
18. Jahrhundert
Das 18. Jahrhundert begann am 1. Januar 1701 und endete am 31. Dezember 1800. Es zählt zur Epoche der Neuzeit, gilt im Rahmen der europäischen Geschichte als eine Krönung der Aufklärung - man spricht auch von der Zeit der Spätaufklärung. Nachdem bereits seit der Renaissance und vermehrt im 17. Jahrhundert Forscher und Denker wie Galilei, Newton und Descartes Grundlagen geschaffen hatten, entwickelte sich die neuzeitliche Wissenschaft weiter, gab der Landwirtschaft und Warenproduktion (Manufaktur/ früher Industrialismus) neue Impulse, Ursprünge moderner Wirtschaftswissenschaft wurden erarbeitet - durch Adam Smith z. B. In Begleitung von Voltaire und Jean-Jacques Rousseau kam es auch zum Aufblühen einer Philosophie der Aufklärung. Neue Projekte wie die Enzyklopädie (Denis Diderot u. a.) bargen neben rein sachlichen Wissenssammlungen auch brisante Inhalte, beeinflussten die späteren politischen Revolutionen des Jahrhunderts. In Deutschland kam ein neues Durchsetzungskraft des Mittelstandes z. B. in den Werken Gotthold Ephraim Lessings zum Ausdruck. Mit der Aufklärung erweiterten auch die Vertreterinnen der Frauenemanzipation ihr Wirkungsfeld (Mary Wollstonecraft u. a.).
Ereignisse/Entwicklungen
- Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika
- Französische Revolution 1789
- Gründung der Zulu-Nation
- Die Aufklärung
- In London entwickelt sich anfangs Jahrhundert eine florierende Wertpapierbörse
- Wissenschaftliche Entdeckungen und Frühphase der Industriellen Revolution.
- Die Kleine Eiszeit (1500-1850) erreicht um 1750 ihren Höhepunkt.
- Die Parlamente von Schottland und England bilden das Vereinigte Königreich von Großbritannien
- James Cook umrundet die Welt in den 1770ern.
- Beginn der europäischen Besiedlung Australiens 1788.
- Napoleonische Truppen entdecken 1799 den Stein von Rosetta.
- Wars of Empire zwischen Großbritannien, Frankreich, Spanien, Österreich.
- siehe auch Spanischer Erbfolgekrieg 1701-1714 (engl. Queen Anne's War), Österreichischer Erbfolgekrieg, War of Jenkins Ear, Siebenjähriger Krieg (engl. French and Indian War). Besiegelt den Aufstieg Großbritanniens zur Großmacht.
Persönlichkeiten
- James Watt, schottischer Erfinder.
- Johann Sebastian Bach, Komponist
- Canaletto, italienischer Maler
- James Cook, englischer Entdecker
- Denis Diderot, französischer Schriftsteller und Philosoph
- Leonhard Euler, schweizer Mathematiker
- Henry Fielding, englischer Schriftsteller
- Benjamin Franklin, amerikanischer Erfinder und Diplomat
- Friedrich II. von Preußen, König
- Thomas Gainsborough, englischer Maler
- Johann Wolfgang von Goethe, Dichter, Naturwissenschaftler, Kunsttheoretiker und Staatsmann
- Oliver Goldsmith, englischer Schriftsteller
- Thomas Gray, englischer Dichter
- Joseph Haydn, Komponist
- William Hogarth, englischer Maler
- David Hume, schottischer Philosoph
- Thomas Jefferson, amerikanischer Politiker
- Immanuel Kant, deutscher Philosoph
- Angelika Kauffmann, schweizerische Malerin
- Katharina II. (genannt: Katharina die Große)
- Gotthold Ephraim Lessing, deutscher Schriftsteller
- Georg Christoph Lichtenberg, deutscher Aphorist
- Michail Lomonossow, russischer Universalgelehrte
- Anton Raphael Mengs, deutscher Maler
- Wolfgang Amadeus Mozart, Komponist
- Isaac Newton, englischer Physiker
- Joshua Reynolds, englischer Maler
- Jean-Jacques Rousseau, französischer Schriftsteller und Philosoph
- Friedrich Schiller, deutscher Dichter und Schriftsteller
- Laurence Sterne, englischer Schriftsteller
- Alexander Suworow, russischer Feldmarschall
- Jonathan Swift, irischer Schriftsteller
- Bertel Thorvaldsen, dänischer Bildhauer
- Giovanni Battista Tiepolo, italienischer Maler
- Voltaire, französischer Schriftsteller und Philosoph
- Johann Philipp Lorenz Withof, Dichter und Philosoph, Verfasser philosophischer Lehrgedichte
- Maria Theresia, Erzherzogin von Österreich, Königin Ungarns und Böhmens
- Christian Wolff, Universalgelehrter, Philosoph, Jurist und Mathematiker
Erfindungen und Entdeckungen
- Cotton Gin von Eli Whitney
- John Harrisons Chronometer löst das Längenproblem der Navigation der Seefahrt
- Verbesserte Dampfmaschinen durch Thomas Newcomen und James Watt
- Dampfboot
- Dampfwagen
- Heißluftballon
- Fallschirm
- optischer Telegraph
- Blitzableiter
- Kreissäge
- Steindruck / Lithographie
- Impfung
- Quecksilberthermometer
- diverse Innovationen der Textilindustrie, u. a. programmierbare Webstühle
01-18
!
ja:18世紀
ko:18세기
HomerHomer ist
- ein Dichter der griechischen Antike, siehe Homer (Dichter)
- ein englischer Vorname, bekannt geworden durch die mehrfach ausgezeichnete Zeichentrick-Serie Die Simpsons.
- im Baseball eine weitere Bezeichnung für einen Home Run
die Bezeichnung mehrerer Orte in den USA:
- Homer (Alaska)
- Homer (Georgia)
- Homer (Louisiana)
- Homer (Michigan)
- Homer (Nebraska)
- Homer (New York)
siehe auch
- Homer City (Pennsylvania)
19. Jahrhundert
Das 19. Jahrhundert begann am 1. Januar 1801 und endete am 31. Dezember 1900. Es gehört zur Epoche der Neuzeit, die um die Jahrhundertwende zum 16. Jahrhundert begonnen hatte.
Neue Organisationsformen: Der Nationalstaat
Fragt man nach den Organisationsformen, danach in welchen Einheiten sich die Menschen wahrnahmen, dann dürfte dies die große Veränderung sein, die mit den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts eintrat: Der Nationalstaat wurde als neue politische Institution aufgebaut. Er forderte neue Themen, neue Bildungssysteme, neue wirtschaftliche Strukturen, eine neue Vorstellung seitens derer, die in ihm lebten: die Bereitschaft, sich als Bürger zu sehen und sich dementsprechend zu organisieren.
Herrschaft geht im 18. Jahrhundert noch von den Herrschaftshäusern und politischen Parteiungen aus, sowie von mächtigen Adeligen, die hinter den Parteiungen stehen. Kriege werden im 18. Jahrhundert dementsprechend wahrgenommen: Regenten wollen sie, und lassen "ihr" Geld in sie fließen. Militärische Niederlagen werden im 18. Jahrhundert nicht als nationale Demütigungen empfunden, sondern als Teil einer von Regenten gestalteten Machtpolitik. Hier entwickelt sich im 19. Jahrhundert eine ganz neue Wahrnehmung. Sie ist vor allem eine Folge der Französischen Revolution und der Napoleonischen Kriege, die von einem ganz neuen Heer getragen werden - einem aus Staatsbürgern zusammengesetzten. Insbesondere Deutschland hat dem französischen Nationalismus zu Beginn des 19. Jahrhunderts wenig entgegenzustellen. Das Heilige Römische Reich ist in Einzelstaaten zersplittert, die von Napoleon gegeneinander ausgespielt werden. Der Reichsverband wird aufgelöst. Deutschlands Intellektuelle fordern in der Reaktion auf die Bedrohung einen Nationalstaat, der erst noch gegründet werden muss, der jedoch auf diesem Weg mit einem ganz neuen Bewusstsein von Staatsbürgerlichkeit ausgestattet wird. Ende des 19. Jahrhunderts sind militärische Niederlagen dann mit enormen nationalen Gesichtsverlusten verbunden. Ein deutsches Heer zieht 1870 durch Frankreich und erzwingt in Versailles, dem traditionelle Ort der von Frankreich ausgehenden Herrschaft ein Eingeständnis der Niederlage, das als nationale Schmach empfunden werden muss (und 1918 eine internationale Gegenantwort, eine verheerende Demütigung Deutschlands nach sich zieht).
Nationale Euphorien, wie sie in der Befreiung Griechenlands von den Türken in den 1820ern und im Einigungsprozess Italiens Mitte des 19. Jahrhunderts aufkommen, bleiben ohne Parallele im 18. Jahrhundert - weder die englische Glorious Revolution von 1688 noch die Französische Revolution waren von vergleichbaren nationalen Sentimenten der Vereinigung begleitet. Europas Intellektuelle wie der Romantiker Lord Byron, der bei einem militärischen Kommando in Griechenland stirbt, entwickeln eine romantische Identifikation mit den neuen nationalen Bewegungen, die vom Volk getragen werden müssen, um zu funktionieren. Authentischer als Politik des 18. Jahrhunderts, echter, den Wurzeln näher, erscheint der neue Nationalismus.
Das 19. Jahrhundert legte hier Grundsteine für Entwicklungen die im 20. neue Ausprägungen und globale Dimensionen gewinnen sollten. Der Faschismus und der Nationalsozialismus des 20. Jahrhunderts werden sich als national-völkischen Bewegungen manifestieren. Hochtechnisierte und hochgerüsteten Staaten werden sich hier in romantischen Rückbesinnungen auf Völkische Ursprünge definieren und Konflikte globaler Dimensionen austragen, die die Welt neu ordnen werden.
Die Nation als von ihrer Wirtschaft lebende Einheit
Entscheidende Bedeutung für die Ausbildung des Nationalstaates gewinnt im Verlauf des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung, die ein Ringen um wirtschaftliche Macht zwischen Europas Nationen auslöst. Im 18. Jahrhundert suchen die Regenten Europas nach Möglichkeiten, ihre Staatshaushalte zu sanieren - Staatshaushalte, die im wesentlichen ihre persönlichen familiären Haushalte sind. Geld leihen sie sich von privaten Finanziers, Steuereinnahmen erhöhen sie, soweit dies geht, im besonderen Fall ziehen sie Geld aus der kursierenden Münze. Es geht aus der Sicht der Haushalte des 17. und 18. Jahrhunderts darum, den Abfluss von Edelmetall ins Ausland verhindern. Infrastrukturmaßnahmen, wie die Ansiedlung von Manufakturen, bleiben im 18. Jahrhundert von den Regenten gesteuerte Maßnahmen. Der Kameralismus entwickelt sich als eigene Wissenschaft der wirtschaftlichen Sanierung eines Territoriums durch den Landesherrn.
Mit dem 19. Jahrhundert verändert sich die Sicht auf wirtschaftliche Entwicklungen. Großbritannien wurde als Kolonialmacht und als Land der hier früh einsetzenden Industrialisierung bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zum Wirtschaftsimperium. Amsterdam verlor seine Stellung als zentraler Handelsplatz. London, die Hauptstadt des Commonwealth übernahm diese Position. Die nationale Einigung Deutschlands geschieht am Ende im 19. Jahrhundert maßgeblich in einem Aufholprozess, der auf dem Gebiet des Nationalismus mit Frankreich konkurriert, wirtschaftlich und militärisch jedoch mit dem industrialisierten und hochgerüsteten Großbritannien. Ohne die Industrialisierung, wie sie England leistete, kann das aufstrebende Preußen, die Kernmacht des neuen deutschen Reichs, Großbritannien keine Flotte entgegenstellen, und ohne eine Flotte wird die neue Nation keine Chance haben, noch Kolonien zu akquirieren.
Europas Nationen müssen die Rahmenbedingungen für die Industrialisierung stellen, wollen sie einander gegenüber bestehen.
Der wirtschaftliche Konzentrationsprozess wird von neuen Debatten begleitet: Mit der Auseinandersetzung um den Liberalismus geht es im 19. Jahrhundert um die Kernfrage, ob dem Nationalstaat mehr mit einer staatlich gelenkten Wirtschaft gedient ist, oder damit, dass er seinen Bürgern und ihrer Initiative größte Freiheit lässt. Der Kommunismus gewinnt in der Auseinandersetzung zwischen deutschen Debatten und der Realität des englischen Wirtschaftssystems Mitte des 19. Jahrhunderts seine Programmatik. Er prognostiziert, dass mit der neuen wirtschaftliche Integration die Klasse der Arbeiter eigene Kontur gewinnt - eine Klasse, die am Ende das Ende der Nationalstaaten herbeiführen wird, eine Weltherrschaft der Arbeiterklasse, gestützt auf die Produktion, die letztlich von der Arbeiterklasse ausgehen muss.
Der Sozialismus strebt Kompromisse mit dem Nationalstaat an, soziale Sicherungssysteme, die Massenarmut verhindern und den Staat stabilisieren.
Europas Nationen im Wettbewerb um Kolonien
Der Kolonialismus des 19. Jahrhunderts geht im wesentlichen bis in das 16. und 17. Jahrhundert zurück, er weist jedoch gänzlich neue Züge auf. Spanien und Portugal nutzten ihr Kolonien vordringlich, um Gold aus ihnen zu beziehen - das Edelmetall war von kurzem Profit, der Goldfluss führte zu einem Preisverfall, weniger jedoch zum Aufbau sich selbst erhaltender wirtschaftlicher Strukturen. Einen zweiten Entwicklungsschub leistete der niederländische Kolonialismus des 17. Jahrhunderts, der Amsterdam zum Weltfinanzort machte. Ihn prägte der Zusammenschluss Amsterdamer Kaufleute in Handelsgesellschaften, die die größere Erschließung von Wirtschaftsräumen zwischenfinanzierten. Importiert wurden aus den Kolonien Handelswaren. Der Reichtum der Niederlande resultierte aus dem Zwischenhandel und der Veredelung von Rohstoffen in Manufakturen des Landes.
Was dem niederländischen Kolonialismus fehlte, war die staatliche Deckung, die er in Großbritannien entwickelte. Die Unterwerfung des Mogul-Reichs Mitte des 18. Jahrhunderts mit britischer Militärmacht bedeutet hier am Ende eine Weichenstellung in den Kolonialismus des 19. Jahrhunderts. Private Kapitalgesellschaften bilden das Rückgrat des britischen Kolonialismus. Der Staat deckt sie durch den Aufbau der Nationalbank. In den Kolonien baut der erstarkende Staat Substrukturen seiner selbst auf: Eigene Bildungszentren, eine eigene ständige Armee als Ordnungsmacht, eigene staatliche Strukturen, aus denen im 20. Jahrhundert führende Nationen der Dritten Welt hervorgehen.
Der Wettstreit der Nationen um Kolonien wird im 19. Jahrhundert zum zentralen Thema europäischer nationaler Selbstwahrnehmung. Große Projekte wie der Bau des Sueskanals werden zu Kristallisationspunkten des neuen Bewusstseins. Die eigene, europäische Überlegenheit gegenüber dem kolonialen Raum schafft einen Rassismus, der im 18. Jahrhundert nicht bestand, und ein eigenes Feld der Kulturtheorie, in dem es um die Frage geht, unter welcher Bedingung sich Kulturnationen entwickeln.
Rohstoffe, Energiereserven und Industrie
Innerhalb der einzelnen Länder wird die Industrialisierung und die Erschließung der Kohlevorkommen zum Gegenpol des Kolonialismus. Zu verarbeitende Güter werden importiert, Energiereserven müssen im Land für ihre Verarbeitung erschlossen werden. Die Kohlevorkommen Nord und West Englands, Lothringens und des Rheinlands werden der Reihe nach wirtschaftlich nutzbar gemacht. Großbritannien muss sich Ende des 19. Jahrhunderts der wirtschaftlichen Konkurrenz des erstarkten europäischen Kontinents stellen, bevor die USA im 20. Jahrhundert mit einer eigenen Wirtschaftspolitik und Dank ihrer schieren Marktgröße Europas Nationen überholen.
Die Erfindung der Dampfmaschine geht in das frühe 18. Jahrhundert zurück. Im Zusammenspiel mit der Erschließung neuer Energievorkommen und dem Rohstoffimport aus den Kolonien erlaubt sie den Aufbau des industrialisierten Europas. Europas Landkarte verändert sich im Prozess. Reich waren im 17. und 18. Jahrhundert vor allem die Herrschaftszentren. Mit der Erschließung von Rohstoffvorkommen werden Regionen, die bislang uninteressant waren, als Wirtschaftsstandorte attraktiv. Das Rheinland und der Raum um Lüttich machen hier Karrieren.
Neue Verkehrsmittel und Medien
Mit der Industrialisierung wird die Eisenbahn und die Dampfschifffahrt aufgebaut - beides Erfindungen, die nötig sind, um die flächendeckende Erschließung von Wirtschaftsräumen überhaupt zu durchzuführen. Auf dem Kontinent erlaubte die Eisenbahn Mitte des 19. Jahrhunderts den Transport von Waren, die verarbeitet werden sollen an die Orte, an denen Rohstoffvorkommen die Energiereserven stellen. Zwischen den Kohleabbaugebieten, den industrialisierten Zentren, und den bestehenden Handelsmetropolen entwickeln sich Verkehrsnetze.
Mit der Ausdehnung der wirtschaftlich nutzbaren Fläche wächst die Bevölkerung im 19. Jahrhundert. Zu den neuen Verkehrsmitteln kommt ab Mitte des 19. Jahrhunderts der Aufbau der modernen Telekommunikation. Das erste Transatlantikkabel wird in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelegt. Nachrichten können wenig später mit Lichtgeschwindigkeit weltweit transportiert werden - für den Wettstreit zwischen den USA und Europa, der mit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beginnt, ist das fast die entscheidende Voraussetzung.
Mit den neuen Medien nimmt die staatliche Struktur selbst neue Formen an. Herrschaft bedurfte im Mittelalter immer wieder der persönlichen Präsenz des Regenten, der im Bedarfsfall von Pfalz zu Pfalz reiste, um Herrschaftsansprüche zu vor Ort geltend zu machen. Die frühe Neuzeit erlaubte die zentrale Machtausübung, den Absolutismus als neue Herrschaftsform. Eine zentrale Steuer- und Geldpolitik und eine bis an die Landesgrenzen reichende militärische Präsenz sicherten die neue Herrschaftsform wie die neuen Medien des Informationsmarkts: der Druck machte im 17. Jahrhundert Zeitungen allerorten verfügbar. Noch breiteten sich Nachrichten jedoch mit der Geschwindigkeit des Postverkehrs aus, und dieser Informationsfluss ließ bis in das 19. Jahrhundert kaum beschleunigen.
Die Kommunikation über die Telegrafie erlaubt Mitte des 19. Jahrhunderts die Produktion von Zeitungen und Journalen, in denen weltweit am selben Tag dieselben Nachrichten verfügbar werden. Die Machtausübung zwischen Regierungszentralen und lokalen Behörden gewinnt Intensität. Das Gefühl jederzeit und an jedem Ort des Landes von den Entscheidungen der Regierung betroffen zu sein, von Entscheidungen die ihre Informationen vorort erheben, schafft ein neues Bewusstsein bei den Bürgern von der übergeordneten staatlichen, das gesamte Gebiet erfassenden Einheit.
Bürgertum und Interessenverbände
Die Beziehungen zwischen dem Einzelnen und dem Staat werden im Verlauf des 19. Jahrhunderts in den Nationalstaaten grundlegend neu organisiert. Das 18. Jahrhundert trug noch immer den Traditionen der Ständegesellschaft Rechnung. Privilegien wurden einzelnen Ständen garantiert. In den Städten wurden Berufsgruppen mit Privilegien ausgestattet. Wirtschaftlichem Wachstum waren im 18. Jahrhundert ganz handfeste Grenzen gesetzt: Die meisten Städte Europas waren im 18. Jahrhundert ummauert. Manufakturen mussten vor den Stadtmauern ohne den Schutz errichtet werden, den die Stadt gewährte. In der Stadt wiederum wurden die einzelnen Handelsbefugnisse vom Rat der Stadt verwaltet und nicht vermehrt. Wer im 18. Jahrhundert in einer Stadt ein neues Geschäft aufmachen wollte, musste in eine Familie mit der Gewerbebefugnis seiner Wahl einheiraten oder eine verwaiste Gewerbebefugnis erwerben.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts schleifen die größeren Städte Europas ihre Befestigungsanlagen. Wo die Mauern standen, entstehen Ringstraßen. Wirtschaftliche Ansiedlungen und Villenviertel greifen an den neuen Sternstraßen aus, die die Städte des 19. Jahrhunderts anlegen. Die Voraussetzung dieser Entwicklung war der militärtechnischer Fortschritt: Als sich Städte nicht mehr verteidigen ließen, wurden ihre großen Befestigungsanlagen unnütz, neue Armeen mussten die Landessicherung vornehmen. Mit dem 19. Jahrhundert entwickeln sich die Großstädte Europas zu Wirtschaftszentren.
Zutrittsbedingungen zu den Berufen werden liberalisiert. Neuansiedlungen von Unternehmen werden gefördert. Ein neues Verständnis staatsbürgerlicher Initiative und privaten Unternehmertums ist die Folge. Das Bürgertum, das zur treibenden initiativen Kraft wird, benötigt und schafft neue Organisationsformen. Berufsverbände und ein komplexes Geflecht an Gesellschaften und Interessengruppen, die das wirtschaftliche Leben bestimmen und den kulturellen Austausch prägen.
Nation und Bildung
Eines der wichtigsten Probleme, das die Französische Revolution Europas Nationen hinterließ war das der stabilen sozialen Ordnung. Eigene Ideologien nehmen sich im 19. Jahrhundert der zentralen Frage der sozialen Mobilität und ihrer konfliktfreien Gewährleistung an - der Positivismus, der anfänglich der französische Revolution nahe steht und dann mit dem Liberalismus einhergeht, begründet die Soziologie als Wissenschaft des geregelten und für die Menschheit fruchtbaren Zusammenlebens. Der Sozialismus und der Kommunismus knüpfen weiterreichende politische Forderungen an die Entwicklung der Staaten.
Eine ganz andere Lösung des Problems sozialer Mobilität richtet sich mit den Bildungssystemen ein. Die Nationen Europas garantieren ihren Bürgern - unabhängig von Schicht und Konfession - gleiche Aufstiegschancen. Statt der Revolution einer Klasse, kann das Individuum versuchen, in privater Initiative sich empor zu arbeiten.
Die Chancen dazu muss das Bildungssystem liefern, das allen offen steht. Die Schulpflicht wird eingeführt. Zu sozialer Unruhe führt das neue System dabei gerade nicht: Jeder einzelne kann theoretisch aufsteigen, wenn er den entsprechenden Bildungsweg nimmt. Praktisch haben die finanzstarken Schichten des Bürgertums und des Adels nicht wettzumachende Vorteile, ihren Kindern in den nationalstaatlich organisierten Bildungssytemen die optimalen Startbedingungen zu geben. Arbeiterkinder werden frühzeitig aus der Schulbildung genommen, um für den Familienunterhalt zu sorgen.
Mindestens so wichtig für die soziale Stabilisierung werden die nationalen Diskussionsthemen, die in den Schulunterricht eingeführt werden. Sie sorgen für ein tiefergehendes Klassenbewusstsein. Über Kunst, Literatur und Musik spricht man in den oberen Schichten - gebildet. In den unteren Schichten bietet eine populäre Kultur eigene Diskursgegenstände an mit dem Ergebnis, dass eine Vermischung der Schichten für alle Beteiligten unattraktiv wird. Man teilt die Themen nicht, die in den verschiedenen Schichten interessant sind, sobald man Schichten wechselt.
Kulturnationen und Säkularisation
Die Schulbildung und alle nationalen Debatten blieben im 18. Jahrhundert mit religiösen Themen ausgestattet. Die Religionen stellten entscheidend die Öffentlichkeit her, innerhalb derer Diskussionen stattfinden konnten. Europas Landkarte war nicht nur territorial zersplittert, sie war zudem nach den drei Konfessionen geteilt, ohne das dabei ein einheitliches Muster zustande kam. Die Konflikte zwischen den Nationen deckten sich nicht mit der konfessionellen Landkarte. Konflikte einzelner Nationen mit Interessengruppen, die konfessionell gebunden waren, führten in der Regel darum immer sofort auch Konflikte zwischen den Nationen herbei, die sich für die benachteiligten religiösen Gruppen verantwortlicher fühlten.
Anfang des 19. Jahrhunderts erfasst eine Säkularisations-Welle Kontinentaleuropa. Die Kirche wird dem Staat untergeordnet. Einzelne Territorien wie Bayern und Württemberg überwinden ihre Zersplitterung in kleine isolierten regionale Gebiete durch spektakuläre Aneignungen kirchlichen Besitzes. Eine Verlagerung gesellschaftlicher Debatten muss die Säkularisation absichern. Die Nation muss die Diskussionen dominieren, will sie die Macht der Kirchen zurückdrängen. Sie tut dies indem sie gerade den Schutz der bürgerlichen Freiheiten anbietet.
Der Nationalstaat des 19. Jahrhunderts führt die Gleichberechtigung der Religionen ein, bevor er den Bürgern gänzliche Freiheit des Bekenntnisses einräumt. Von entscheidender Bedeutung wird diese Entwicklung für Europas Juden, die bislang in allen Territorien eine diskriminierte Minderheit waren. Wohl finden sie auch jetzt kaum Zugang zu Positionen in Militär und Politik, doch können sie in Wirtschaft und Bildung zunehmend frei investieren und eine eigene Bedeutung in der Gesellschaft damit entwickeln.
Gegenüber den von der Religion dominierten Debatten kommen neue Debatten- und Bildungsgegenstände auf: Nationaltheater werden in den Städten aufgebaut, um der Nationalliteratur einen Raum zu geben. Auf dem Buchmarkt werden die Veränderungen mit einer Umstrukturierung des Angebots greifbar: Die Buchhandlungen des 18. Jahrhunderts boten überwiegend Theologica - kontroverse Theologica, große Lehrwerke, "praktische" Theologie vom Gebetbuch bis zum religiösen Verhaltensratgeber. Im 19. Jahrhundert verliert die Theologie ihre Marktbedeutung, die Belletristik und in dieser die Nationalliteratur nehmen ihren Platz ein. Zusatzdiskussionen kommen auf: Die Kunstdebatte, die jetzt bildende Kunst zum neuen Gegenstand hat, die ernste Musik, die einen eigenen Konzertbetrieb aufbaut.
Mit beiden Debattenfeldern wird die nationale Literaturdiskussion um zwei internationale Plattformen erweitert. Alle drei großen Debatten werden im Austausch über die "Kultur" zusammengefasst. Die Frage, was eine Kulturnation auszeichnet, beschäftigte Europas Intellektuelle im Blick auf die "unterentwickelten" Länder Afrikas wie im Wettstreit der europäischen Kulturnationen um nationale Identität. Er findet auf dem Gebiet der Kultur seinen Hauptaustragungsort.
Identifizierten sich Großbritannien und Frankreich mit längerer Tradition als Nachfahren Roms, so wählt Deutschland im 19. Jahrhundert einen folgenschweren nationalen Sonderweg. Das Mittelalter wird zur eigenen großen Phase der Nation gemacht. Über das Mittelalter gründet sich die neue Nation auf "germanische" Wurzeln. Als Option war dies bereits in Debatten der Humanisten angelegt. Nun jedoch wird ein spezifischer Nationalcharakter und eine neue Ethik hinzuentwickelt. Deutschland bricht im 19. Jahrhundert mit Idealen des christlichen Humanismus. Das Germanische wird als Gegenkultur aufgebaut, in der das Volk am Ende die Ethik rechtfertigen soll - es wird zur vitalen biologischen Einheit, die die Nation als Organisationsform hervorbringt, und die von der Nation aggressiv gegen Einfluss der Nachbarnationen geschützt werden muss. Von der Romantik geht hier eine Entwicklung in die Philosophie Friedrich Nietzsches, die einen über der Moral stehenden Übermenschen denkbar macht, in den Nationalsozialismus des 20. Jahrhunderts, wo der Übermensch und das Volk rassistische Qualitäten gewinnen gegenüber den "Untermenschen" im Land und "in den slawischen Völkern" des Ostens, deren Unterwerfung und Ausrottung Programm des wirtschaftlich und militärisch modernen Nationalstaates werden - eines Nationalstaats, der die verqueren Traditionsangebote des 19. Jahrhunderts zusammenbringt und der schließlich zum Schutz der "arischen Rasse" schreitet.
Die Literatur, die Kunst und die Musik werden zu Bereichen eines pluralistischen Austauschs
Die Literatur, jetzt definiert als der Bereich der nationalsprachlichen Überlieferung (siehe hierzu eingehender den Artikel Literatur), die Kunst, jetzt definiert als Feld der Dinge, die ob ihrer Ästhetik gewürdigt sein wollen und die Musik werden in Europas Nationen zu privilegierten Debattenfeldern. Die Entwicklung kommt maßgeblich über die Sekundären Diskurse zustande, die sich diesen Produktionen im Feuilleton und an den Schulen und Universitäten annehmen.
Eine Neuordnung des Marktes ist die Folge: Hoch stehen die kulturtragenden national gewürdigten Produktionen, niedrig dagegen eine neue kommerzielle Kultur, die im Verlauf des 19. Jahrhunderts zunehmend auf die Vermarktung gegenüber den unteren Schichten als neuem Massenpublikum abzielt.
Die hohe Produktion der anspruchsvollen Kunst, Literatur und Musik, die die Kunstausstellungen, die Konzertsäle und die Literaturzeitschriften erobert, wird unter der massiven gesellschaftlichen Würdigung, die sie erfährt, mit der Wende ins 19. Jahrhundert zum Austragungsort aller wichtigen Debatten. Staatstragender Kunst steht dabei eine permanente Revolte der Kunst gegen bestehende Moral und Ästhetik gegenüber. Eine übergreifende Debatte begleitet den Weg der Kunst und der Literatur in die gesellschaftsweiten Diskussionen: Die Debatte, wie weit Kunst sich anderen Zwecken zur Verfügung stellen kann, respektive wie stark der Künster auf der Autonomie der Kunst beharren kann, sich ganz seiner Arbeit verpflichtet fühlen darf - einer Arbeit, auf die der sekundäre Diskurs zukommen muss, und die durchaus nicht einfach nach seinen Ansprüchen gebildet wird. Unter dem Motto L’art pour l’art erweitert die als Ästhetizismus ausgewiesene Option das Spektrum bis dahin bestehender Schulen, die zu unterschiedlichen Interessengruppen unterschiedliche Nähe entwickelten - von der staatsragenden Kunst des akademischen Historismus bis zu den Schulen, die die Kunst in den Dienst sozialer Anliegen stellen.
Unterhalb dieser in der hohen Kultur ausgefochtenen Kämpfe entwickelt sich eine breite Produktion, die an kommerziellen Bühnen und im Angebot der Trivialliteratur ein Massenpublikum erobert, bevor dieses mit dem Sport als neuem Ereignislieferanten und einer allgemeinen Massenpresse einen eigenen Status als politische Macht und ganz eigene Medien und in ihnen transportierte Informationen gewinnt.
Wissenschaften
Massiv zeichnen sich die skizzierten Veränderungen im Wissenschaftsbetrieb ab: Bis in das 18. Jahrhundert hinein wurden die Wissenschaften an kirchlichen und landesherrlichen Institutionen unterrichtet. Die Fächer Theologie, Jurisprudenz, Medizin und Philosophie teilten den Wissenschaftsbetrieb unter sich auf. Nationale Akademien der Wissenschaften kamen mit dem 17. Jahrhundert ins Spiel und gaben der "Gelehrtenrepublik" neue Dachstrukturen. Die Naturwissenschaften blieben jedoch bis in das späte 18. Jahrhundert trotz der spektakulären Erkenntnisse seit Galilei und Newton eine Domäne für Liebhaber. Es gibt für sie im 18. Jahrhundert keinen wirtschaftlichen Nutzen und keine Berufe, in denen sie sich auszahlen könnten.
Die Sicht auf die Naturwissenschaften ändert sich im 18. Jahrhundert maßgeblich durch die Leistungen der Royal Society, die als Wissenslieferantin den Aufbau der Kolonien begleitet. Die Verbesserung der Navigation und ihr dienend der Zeitmessung, die Sammlung geographischer Informationen gehören zu den ersten Angeboten der auf die Naturwissenschaften ausgerichteten wissenschaftlichen Gesellschaft.
Verbesserungen landwirtschaftlicher Anbauverfahren, die am Ende wirtschaftliche Profite abwerfen, kommen als Errungenschaft der Wissenschaften im späten 18. Jahrhundert in die Diskussion. Mit der Industrialisierung wird in den Nationen Europas diskutierbar, dass technische Universitäten aufgebaut werden müssen, um Grundlagenwissen zu produzieren. Das alte Gefüge der Wissenschaften wird aufgebrochen:
- Die Naturwissenschaften beliefern die technischen Wissenschaften mit Erkenntnis,
- die Ingenieurwissenschaften greifen in die Praxis aus,
- die Geisteswissenschaften werden aufgebaut, um die großen gesellschaftlichen Debattengegenstände mit hierarchisierbaren Diskussion auszustatten: Die Geschichte, die Literatur, die Kunst, die Musik werden Bereiche des Universitätsbetriebs,
- Sozialwissenschaften kommen im 19. Jahrhundert hinzu, behalten aber einen Außenseiterstatus.
Europa und die Welt
Der Nationalstaat wurde in der größeren Perspektive die Einheit, die die weltweite Expansion mit neuer Koordinationskraft übernehmen konnte. Afrika hatte dem europäischen Konzept ethnische Kulturen entgegenzustellen und wurde am härtesten von der neuen Entwicklung getroffen: Europas Nationen teilten Afrika unter sich auf und schufen eigene Pseudonationen in Afrika: Gebiete, deren Grenzen mit dem Lineal auf der Landkarte gezogen wurden, Gebiete wie sie in Europa Nationen praktisch gewesen wären, die lange in einzelne Machtdomänen zersplittert waren. In Afrika konnten die Nationen ihre eigenen Organisationsstrukturen auf in ihren Augen kaum vorhandene Organisationsstrukturen aufsetzen, ein Problem, das Sprengkraft im 20. Jahrhundert entfaltete, als dieselben künstliche geschaffenen Einheiten in "Unabhängigkeiten" entlassen wurden, die letztlich alles andere als Unabhängigkeit erlaubten.
Anders entfaltete sich der Nationalismus in Asien: Hier traf Europa im 18. Jahrhundert auf politische Einheiten, die ganz wie europäische Einheiten organisiert waren. Das Kaiserreich China schien europäischen Beobachtern überlegen in seiner Organisation, hier hatte man einen vollendet zentral organisierten Staat aufgebaut. Indien schien Europa dagegen unterlegen: das Moghul-Imperium blieb das Projekt einer einzelnen Dynastie, die am Ende in blutigen Erbschaftsquerelen unterging. Großbritannien, Frankreich und Dänemark suchten das Machtvakuum zu nutzen, das sich Mitte des 18. Jahrhunderts in Indien abzeichnete, Großbritannien blieb dabei erfolgreich. Mit dem 19. Jahrhundert und dem Aufbau der europäischen Nationalstaaten errangen diese eine überlegene Organisationsstruktur: die Integration wirtschaftlicher, militärischer Macht unter dem Dach einer zentralen Außenpolitik staatlicher Deckung. Die Nationen Europas handelten am Ende untereinander ihre Machtansprüche aus. Die Länder Asiens mussten den Weg eigener Nationalstaatlichkeit wählen. Japan ging ihn mit der Revolution der 1860er als einzige asiatische Nation erfolgreich mit einer Übernahme politischer Strukturen von Großbritannien und einer Übernahme des Bildungssystems insbesondere von Deutschland. Der Aufbau einer Militärmacht und einer Wirtschaftsmacht folgte mit verheerenden Konsequenzen für die benachbarten asiatischen Nationen.
Die unterlegenen Nationen Asiens gerieten mit dem 20. Jahrhundert in Europas Machtgeschiebe, und gewannen erst hier die Chance, Gegengewichte zur europäischen und amerikanischen Macht als aufsteigende Nationen aufzubauen.
Sich verändernde Wahrnehmungen: Entwicklungen werden ein zentrales Thema
Bestimmte Worte waren dem 18. Jahrhundert weitgehend fremd. Das Wort "Entwicklung" gehört zu ihnen. "Veränderung" ist das Wort, das sich im frühen 18. Jahrhundert überall dort findet, wo man im 19. Jahrhundert Entwicklungsthesen sucht. Eine Veränderung kann in einem Menschen vorgehen, er fasst einen neuen Entschluss, wird von einer neuen Stimmung erfasst, verändert sich von da auf grundlegend. Veränderungen, Revolutionen, sind im 18. Jahrhundert nicht minder in allen historischen Prozessen gesucht. Reiche gehen unter, andere werden gegründet. Man geht im 18. Jahrhundert davon aus, dass Kultur des Entschlusses bedarf. Adam entschied sich, erwachsen auf die Welt gekommen, am ersten Tag seiner Existenz, die Dinge zu benennen und aus einer einfachen Kombination von Vorstellungen die wesentlichen Erfindungen wie Schiffe, Häuser, und Städte zu begründen.
Der historischer Raum war für das 18. Jahrhundert kurz. Auf die Weltschöpfung folgten etwa 1600 Jahre bis zur Sintflut, dann um das Jahr 2300 v. Chr. kam es mit der erneuten Besiedelung der Welt durch die drei Söhne Noahs zum Aufbau der jetzige Kulturräume - 1000 Jahre später war dieses Werk abgeschlossen, die Antike Welt lag so besiedelt vor, wie die ersten antiken Schriftsteller und die Schreiber des Alten Testaments sie wahrnahmen.
Europa rühmte sich seiner Aufklärung gerade da es von einer kurzen Geschichte ausging, die verworrenen langen Regentenreihen mied, mit denen die Chinesen etwa ihre Geschichte ausstatteten. Die Welt müsste, so europäische Aufklärer im 18. Jahrhundert, von antiken Ruinen übersät sein, wäre die Welt älter und schon länger von Menschen besiedelt.
Zur kurzen Weltgeschichte gehört das Individuum, das Kultur jederzeit und aus dem beliebigen Entschluss hervorbringt, ein Indivduum, mit dem das 19. Jahrhundert bricht.
Geschichte als Entwicklungsraum
Die Geschichte der Welt und der Menschheit wird bereits mit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts länger. Versteinerungen, Fossile, erfordern neue geologische Theorien - bislang hatte man sie ohne weiteres als Beweis der Sintflut gesehen. Die Bibel wird im ersten Anlauf durch Auslegungen verteidigt, die den Schöpfungsmythos symbolisch lesen. Aus den einzelnen Tagen werden Jahrtausende der Entwicklung.
Der Zunehmende Kontakt mit außereuropäischen Kulturen macht es Ende des 18. Jahrhunderts denkbar, dass kulturelle Entwicklungen lange menschheitsgeschichtliche Prozesse voraussetzen. Gleichzeitig entwickelt gerade die Romantik des frühen 19. Jahrhunderts eine große Begeisterung für die "Naturvölker", deren eigene Kultur der hohen westlichen Zivilisation in manchen Aspekten plötzlich überlegen scheint.
Das 19. Jahrhundert zeigt sich begeistert von Kulturunterschieden, von der Option, dass gerade sehr lange Entwicklungen zu dem Zivilisationsstand führten, der in Europa herrscht. Die Andersartigkeit der Antike und des Mittelalters werden Untersuchungsgegenstände. Kulturelle Fremdheit wird produziert und im Historismus gegenüber der Vergangenheit in Anschlag gebracht.
Maler des 17. und 18. Jahrhunderts hatten historische Szenen zumeist nur geringfügig mit fremdem Zeitkolorit versehen, der aktuelle Orient inspirierte dabei. Maler des 19. Jahrhunderts entdecken fremde Ästhetiken. Die Gotik wird als eigene Ästhetik konstruiert und von den Romantikern in großen Gemälden inszeniert. Die Antike findet eine neue, archäologische Forschung, in der es um die Rekonstruktion fremder Sitten, und vergangener Formen des Zusammenlebens geht.
Die Sprachwissenschaft des 18. Jahrhunderts kannte keine Sprachentwicklungen, sie ging von Sprüngen und Neuschöpfungen aus. Anders die Sprachwissenschaft, die im 19. Jahrhundert aufkommt und die Entwicklungsgesetze postuliert und untergegangene Sprachstufen wie das Indogermanische rekonstruiert.
Einen tiefen Einschnitt bedeutet für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts das Aufkommen der Evolutionstheorie und des Darwinismus. Die Abstammung des Menschen vom Affen ist weniger als Bruch mit der biblischen Überlieferung problematisch - von ihr hatte man sich an den entscheidenden Stellen bereits getrennt. Die Verwandtschaft des Menschen mit dem Affen wird vielmehr als provokante Kulturthese wahrgenommen. Sie kratzt am Selbstverständnis, mit dem sich die Menschen in den Nationen
Europas als Kulturträger feiern, bevor ein eigener Rassismus sich von derselben These abspaltet: Die Theorie, die weiße Rasse könnte in der Evolution eine höhere Entwicklungsstufe erreicht haben, als die anderen Rassen der Welt.
Die Zukunft als neues Thema
Die utopischen Entwürfe des 16. und des 17. Jahrhunderts kamen bezeichnenderweise alle ohne die Zukunft als Projektionsfläche aus. Utopia, wie es Thomas Morus entwarf, war ein fiktives Eiland. Großbritannien konnte, den Entschluss vorausgesetzt, sofort einen vergleichbaren Staat einrichten.
Zukunftsprospekte bleiben im 17. und 18. Jahrhundert selten. Die Memoirs of the Twentieth Century mit denen Samuel Madden 1731 sich in der Phantasie der Romanwelt bis in das Jahr 1999 wagt zeichnen eine kaum veränderte Welt des frühen 18. Jahrhunderts. Welche Erfindungen sollten noch kommen, so musste sich der Autor des frühen 18. Jahrhunderts fragen, wo doch alle Erfindungen in jedem Moment möglich waren.
Mit der Ausdehnung der Vergangenheit wird in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Zukunft zum Raum, in dem eine neue Menschheit leben könnte. Louis-Sébastien Mercier wagt sich hier 1770 mit seinem Roman L'An 2440 in eine aufgeklärtere Zukunft, die sich erheblich von der Gegenwart unterscheidet.
Im 19. Jahrhundert kommen technologische Phantasien auf, die Science Fiction entsteht mit Welten, in denen die Wissenschaften und die Technik für ganz neue Formen des Zusammenlebens sorgen.
Politische Richtungen und philosophische Schulen entwickeln ein dem gleichkommendes Interesse an der Zukunft als Raum politischer Zielsetzungen.
Der Positivismus geht im frühen 18. Jahrhundert aus den Erfahrungen der französischen Revolution und den Diskussionen der neuen Naturwissenschaften hervor. Sein Gründer Auguste Comte konzipiert einen Siegeszug der Wissenschaften, der am Ende das menschliche Zusammenleben revolutionieren soll. Die Soziologie wird als Wissenschaft aufgebaut, um das Zusammenleben zu erforschen und Modelle eines bestmöglichen Zusammenlebens zu entwickeln. Der Positivismus selbst wird zum wissenschaftlichen Ersatz der Religionen ausgebaut. Ihn trägt die größere Kulturthese, nach der die Menschheit sich über die Religion zu den Wissenschaften entwickeln muss, die am Ende als Produzenten des Fortschritts das beste Zusammenleben ermöglichen.
Gegenüber dem Positivismus positioniert sich Mitte des 19. Jahrhunderts der Marxismus mit dem Kommunismus. Statt einer fließenden kulturellen Entwicklung fordert er den Bruch, die Weltrevolution, einen Siegeszug der benachteiligten Klassen, die den neuen Lebensstandard des 19. Jahrhunderts als billige austauschbare Arbeitskräfte ermöglichen.
Zukunftsprognosen bestimmen die Debatten des 19. Jahrhunderts neben historischen Entwicklungsthesen, die dieselben Zukunftsprognosen beweisen müssen. Gerade die Zeit, die davon ausgeht, dass alle Entwicklungen langsam verlaufen, produziert im Gegenzug extrem beschleunigte Entwicklungen. Die Welt, wie sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts aussah, unterschied sich in vielem nicht von der Welt des Mittelalters - Informationen benötigten ebenso lange auf ihren Wegen durch Europa wie Jahrhunderte zuvor, die Verkehrsmittel waren dieselben, in Dörfern und Städten lebte man ähnlich.
Ende des 19. Jahrhunderts sind Europas Metropolen weitgehend elektrifiziert, Schienennetze verbinden sie miteinander, Informationen werden ohne Zeitverzug elektronisch vermittelt. Reisegeschwindigkeiten sind durch den Zugverkehr verkürzt. Die Dampfschifffahrt verbindet die Kontinente. Die Wirtschaft ist Ende des 19. Jahrhunderts weltweit eng vernetzt. Im 20. Jahrhundert wird sie ihre erste weltweite Katastrophe erleben.
Das Individuum als Entwicklungsraum
Bis in das 18. Jahrhundert war vor allem die Religion für das Individuum und sein Innenleben zuständig. Die Medizin entwickelte grundlegende Theorien zu bestimmten Gemütsverstimmungen, die sie auf Ungleichgewichte im Säftehaushalt zurückbezog. Eine Wissenschaft der Psychologie brachte das 18. Jahrhundert nicht hervor. Sie entsteht in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch die Konzeption eines neuen Individuums, das sich durch persönliche Schwächen definiert und "sympathisch", wörtlich attraktiv für Mitgefühl, macht. Attraktivität lag im frühen 18. Jahrhundert in der Bereitschaft, die eigene Reputation zu verteidigen. Im späten 18. Jahrhundert werden zartfühlende Helden attraktiv, die das Verständnis ihrer Umwelt einfordern, deren Schutz verlangen.
Eine eigene Wissenschaft entwickelt sich mit dem neuen Individuum. Sie kümmert sich um dessen Bildung, die nun zur entscheidenden Prämisse späterer Chancen im gemeinen Leben wird. Die Erziehung wird mit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zum zentralen Thema - eine Erziehung, die die Möglichkeiten ausbilden muss, die im Individuum je nach seinen persönlichen Fähigkeiten schlummern.
Für Persönlichkeitsprobleme werden im Verlauf des 19. Jahrhunderts in der Folge eigene Humanwissenschaften zuständig. Die Medizin erforscht persönliche Anlagen. Grundsätzliche Fragen gelten der Asozialität, die womöglich vererbbar ist, zumindest aber Zeichen einer Degeneration sein muss, für die das Individuum oder die Gesellschaft Verantwortung tragen.
Der Strafvollzug wird auf Korrektion ausgerichtet. Die Erziehungsanstalten werden auf die Formung des Menschen verpflichtet. Geistige und körperliche Ertüchtigung werden Themen. Die Abhärtung und Sport kommen in Mode - beides Lebensbereiche die im frühen 18. Jahrhundert noch undenkbar waren.
Das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert werden am Ende zur Epoche der modernen Psychologie - der Wissenschaft, die Fehlentwicklungen in Dispositionen und schlecht verarbeiteten Erfahrungen aufspürt. Mit ihr ist der Zustand erreicht, an dem das Individuum der Theorie nach über sich weniger weiß als die neuen Humanwissenschaften, die Daten erheben, klassifizieren, Schädel vermessen, Krankengeschichten sammeln - ein komplexes Inventar an Interaktionen eingerichtet haben, mit denen die Wissenschaften dem Individuum begegnen. Eigene Phantasien setzte das im 18. Jahrhundert frei - von der Frankensteinphantasie bis zur Phantasie der positivistische wohlgeordneten Welt. Neue Phantasien werden dies im 20. Jahrhundert freisetzen: Die von Zwangsstaaten, die dem Individuum keinen eigenen Entwicklungsraum mehr lassen werden.
Ereignisse
Überblick
Den wichtigsten organisatorischen Modernisierungsschub bringt in Frankreich die Französische Revolution. Mit den Napoleonischen Kriegen sehen sich zwei Jahrzehnte später Europas Nationen gezwungen, adäquate Organisationsstrukturen zu entwickeln.
Napoléon Bonaparte verbreitet zu Beginn des 19. Jahrhunderts in seinen Eroberungsfeldzügen die Ideen der Französischen Revolution europaweit Der Code Civil, die bürgerlichen Gesetzesgrundlagen werden in seinem zeitweiligen Herrschaftsbereich ausgebreitet. Trotz seiner letztlichen Niederlage und dem Versuch der europäischen Fürsten, mit der Politik der Restauration nach dem Wiener Kongress von 1815, die bürgerlichen Fortschritte rückgängig zu machen, bleiben die neuen Ideen von nationaler Einheit und liberaleren Rechten in den Gesellschaften Europas, vor allem unter den intellektuellen Eliten festgesetzt.
Der deutsche Sprachraum ist zu Beginn des 19. Jahrhunderts politisch zersplittert. Deutsche Intellektuelle sehen im deutschen Nationalstaat die einzige Option, bürgerliche Freiheiten zu erlangen sowie eine Organisationsstruktur aufzubauen, die sich gegenüber Frankreich und Großbritannien verteidigen kann. Der Nationalstaat unter Führung der Gebildeten scheitert 1849. Die wirtschaftliche Entwicklung lässt in den meisten Territorien zu wünschen übrig. Preußen nutzt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die militärische Vormachtstellung, um die politische Vereinigung von oben herab durchzusetzen. Eine eigene Sozialstaatlichkeit wird unter Bismarck von oben herab eingeführt.
Großbritannien ist seit 1703 vereinigt und verfügt seit der Glorious Revolution über eine funktionale Machtaufteilung zwischen König, Parlament und Parteiensystem. Modernisierungsschübe, wie sie Frankreich nahm, folgen in Großbritannien glimpflich, insbesondere da die wachsende Prosperität Konflikte in der Klassengesellschaft entschärft. Großbritannien kann seine Vorreiterrolle als Wirtschaftsmacht bis an das Ende des Jahrhunderts verteidigen.
Der katholische Mittelmeerraum kam mit der Neuzeit in ein technologisches Hintertreffen gegenüber den nördlicheren Nationen. Das 19. Jahrhundert bringt Griechenland und Italien nationale Bewegungen und den Aufbau moderner staatlicher Strukturen.
Die USA haben 1776 die nationale Unabhängigkeit errungen, bleiben jedoch bis Mitte des 19. Jahrhunderts technologisch rückständig. Hiefür ist sowohl die Sklaverei verantwortlich, die Aufbau einer industrialisierten Gesellschaft lange entbehrlich macht wie die Ausrichtung des Südens auf eine agrarische Produktion. Einen technologischen Schub brachte der Bürgerkrieg Mitte des 19. Jahrhunderts mit sich. Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts steht insbesondere in den Nordstaaten unter dem Zeichen einer wirtschaftlichen Aufholjagd. Der Kapitalismus findet mit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten von Amerika dank der schieren Größe des Wirtschaftsraums, dem Bevölkerungszuwachs (vor allem durch Immigration) und der sehr viel freieren Entwicklungsmöglichkeiten (im gesellschaftlich nicht durch Traditionen gehinderten Kulturraum eine eigene Ausprägung - jene die es den USA im 20. Jahrhundert erlauben sollten die Führungsrolle als Weltmacht zu übernehmen. Eigene Kolonien bauten die USA dabei nicht auf, als zukunftweisend erwies sich dagegen eine Politik gegenüber dem "Hinterhof" der USA - die zweite Erschließung Südamerikas durch amerikanische Konzerne.
Südamerika prosperierte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunehmend durch europäische Emigranten, die die wirtschaftliche Erschließung vorantrieben, bleibt jedoch im der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hinter Nordamerika zurück.
Afrika und Asien geraten im 19. Jahrhundert in ein epochales Abseits, aus dem Ende des 19. Jahrhunderts allein Japan als zukünftige Wirtschafts- und Militärmacht heraustritt.
Klima
- Die Kleine Eiszeit endet.
- Das Jahr 1816 geht als Jahr ohne Sommer in die Klimageschichte ein: der Ausbruch eines Vulkans in Indonesien im April 1815 hat zur Folge, dass in Nordamerika und Europa im Juli und August Temperaturen unter Null Grad herrschen.
Europa
- Kaiser Napoléon Bonaparte von Frankreich erobert Anfang des 19. Jahrhunderts große Teile Europas. Er reformiert viele Fürstentümer mit dem Code Civil und exportiert damit einige Errungenschaften der französischen Revolution, bis nach dem Scheitern des Russlandfeldzuges sein Niedergang beginnt.
- 1806 endet das Heilige Römische Reich deutscher Nation. Unter der Federführung Napoleons werden die nordwestdeutschen Staaten zum Rheinbund zusammengeschlossen.
- In den Befreiungskriegen werden die napoleonischen Truppen besiegt (Völkerschlacht bei Leipzig). Napoleon wird auf die Mittelmeerinsel Elba verbannt, von wo er 1815 nach Frankreich zurück kehrt und die Macht für kurze Zeit zurück erobert.
- Napoleon wird 1815 in der Schlacht bei Waterloo endgültig besiegt. Als Gefangener Englands wird er auf die Atlantikinsel St. Helena verbannt; der Wiener Kongress leitet die Restaurationszeit ein. (siehe: Metternich, Vormärz, Heilige Allianz, Karlsbader Beschlüsse, Biedermeier)
- Im Wiener Kongress 1815 wird das politische Europa neu geordnet. Die Staaten des vormaligen Heiligen Römischen Reichs in den Grenzen von 1783 mit Ausnahme von Belgien formen den Deutschen Bund als losen Zusammenschluss unabhängiger deutscher Fürstentümer einschließlich der mächtigen Monarchien Preußen und Österreich.
- Auf Initiative Russlands wird im September 1815 zusammen mit Österreich und Preußen die Heilige Allianz gegründet, der sich in kurzer Zeit fast alle europäischen Staaten anschließen. Das Bündnis hat eine europäische Friedensordnung und die Durchsetzung der Restauration in den europäischen Fürstentümern zum Ziel. Es zerfällt erst in Folge des Pariser Friedens von 1856, als nach dem Krimkrieg die Mächtekonstellation in Europa wieder neu geordnet wird.
- Europäer erobern und kolonisieren große Teile von Afrika and Asien.
- Massenauswanderungswellen von Europa in die USA in Folge von Hungersnöten (vor allem in Irland) oder von politischer Unterdrückung und Verfolgung.
- Politische Revolutionen und Verfassungsreformen in Europa beschränken die Monarchien zugunsten demokratischer beziehungsweise liberaler Reformen. (siehe: Julirevolution 1830 in Frankreich, Februarrevolution 1848 in Frankreich, Märzrevolution 1848 in den Staaten des Deutschen Bundes, in Ungarn, Österreich, den italienischen Staaten unter anderem )
- Im Krimkrieg von 1853 bis 1856 versucht Russland gegen das Osmanische Reich seinen Machteinfluss auf das östliche Mittelmeer und den Balkan auszudehnen. Russland unterliegt letztlich gegen die alliierten Armeen der Osmanen, Großbritanniens, Frankreichs und Sardinien-Piemonts beim Kampf um Sewastopol. Durch den Frieden von Paris 1856 zerbricht die Heilige Allianz zwischen Preußen, Österreich und Russland. Die europäische Mächtekonstellation wird neu strukturiert. Preußen erlangt die Dominanz im Deutschen Bund. Österreichs machtpolitischer Einfluss in Europa wird nachhaltig geschwächt, was unter anderem zum Erstarken der italienischen Einigungsbewegung (Risorgimento) unter sardinischer Dominanz führt.
- Nach der Niederlage Frankreichs im deutsch-französischen Krieg und dem Sturz von Kaiser Napoleon III. kommt es in Paris zur ersten proletarisch-sozialistischen Revolution, der Pariser Kommune, die nach kurzer Zeit niedergeschlagen wird.
- 1871 wird in Folge der deutschen Einigungskriege, zuletzt nach dem Sieg des von Preußen dominierten Norddeutschen Bundes über Frankreich das deutsche Kaiserreich unter Kaiser Wilhelm I. als kleindeutsche Variante (ohne Österreich) ausgerufen.
- Der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck schafft mit einem komplexen internationalen Bündnissystem ein europäisches Sicherheitssystem, das einige Jahrzehnte stabil bleibt. Innenpolitisch ist er mit den Sozialistengesetzen und dem Kulturkampf etwas weniger erfolgreich. Den Wahlerfolgen der Sozialdemokraten stellt Bismarck eine für die Zeit relativ moderne Sozialgesetzgebung entgegen.
- 1861 kommt es zur Vereinigung der italienischen Fürstentümer als Königreich Italien unter sardinischer Führung. Viktor Emanuel II. wird zum italienischen König ausgerufen. 1870 kommt es nach der Einnahme Roms und dem Sieg über den Kirchenstaat nach einer über ein halbes Jahrhundert andauernden Epoche verschiedener Aufstände, Revolutionen und Kriege in Italien zur Vollendung der italienischen Einigung (siehe: Risorgimento)
- Karl Marx verfasst 1848 zusammen mit Friedrich Engels das Kommunistische Manifest, das die Arbeiter zur revolutionären Überwindung des Kapitalismus mobilisieren soll. Die Arbeiterbewegung beginnt sich in Arbeitervereinen und Gewerkschaften zu organisieren. Ab Mitte des Jahrhunderts werden am Marxismus orientierte sozialistische und sozialdemokratische Parteien gegründet. (siehe: Kommunistische Partei)
- Briefmarken werden in Großbritannien und bald darauf in vielen anderen Ländern eingeführt.
- Die Inquisition wird in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts beendet. Danach existiert beim Vatikan aber noch bis 1965 die Kongregation des heiligen Offiziums. Dies ist die Nachfolgeinstitution der heiligen Inquisition.
Amerika
- Im mexikanisch-amerikanischen Krieg gewinnen die USA große Teile des heutigen Südwestens der USA zu ihrem Territorium hinzu. Schon vorher hatte Napoleon Louisiana an die USA verkauft. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts erwerben die USA Alaska von Russland.
- In den briti
Karl May
Karl Friedrich May ( - 25. Februar 1842 in Ernstthal; † 30. März 1912 in Radebeul; eigentlich Carl Friedrich May) war ein deutscher Schriftsteller.
Leben
Karl May entstammte einer sehr armen Weberfamilie und war fünftes von 14 Kindern. Im Haus May herrschte größtes Elend und bittere Armut. 1844 verursachte vermutlich Vitamin-A-Mangel eine Nachtblindheit, die sich in der Folge verschlimmerte und zu einer funktionellen Blindheit führte, welche erst in seinem fünften Lebensjahr geheilt werden konnte.
Nach der Schulzeit studierte er als Proseminarist am Lehrerseminar Waldenburg. Dort wird er wegen Unterschlagung von Kerzenresten ausgeschlossen. Es kann aber auf dem Gnadenweg ein Weiterstudium am Lehrerseminar Plauen ermöglicht werden. Während der Zeit in Waldenburg entsteht sein heute als verschollen geltendes Frühwerk. Die Anzeige durch einen Zimmergenossen wegen angeblichen Diebstahls einer Taschenuhr kosteten ihn die Laufbahn als Lehrer.
In der Folge geriet er auf die schiefe Bahn und wurde wegen Diebstahls, Betrugs und Hochstapelei mehrmals verurteilt. 1865 wurde er zu vier Jahren Arbeitshaus verurteilt und 1868 vorzeitig entlassen. Von 1870 bis 1874 saß er im Zuchthaus Waldheim ein.
Im November 1874 wurde zum ersten Mal eine Erzählung von May veröffentlicht. In der Zeitschrift Deutsche Novellen Flora erschien als Fortsetzungsroman Die Rose von Ernstthal. Bis zu seinem Tode wurden über hundert Erzählungen als Fortsetzungsromane in diversen Zeitschriften veröffentlicht. Mit Der Sohn des Bärenjägers erschien 1890 der erste seiner Fortsetzungsromane als Buch.
Am 12. September 1880 heiratete er Emma Pollmer. Im Dezember 1895 erfolgte der Umzug in die Villa Shatterhand in Radebeul, die heute das Karl-May-Museum beherbergt. 1899/1900 bereiste er teilweise allein, teilweise mit seiner Frau Emma und dem befreundeten Ehepaar Plöhn den Orient. Seine zerrüttete Ehe wurde 1903 auf sein Bestreben hin geschieden; im gleichen Jahr heiratete er Klara Plöhn, die inzwischen verwitwet war. 1908 unternahm Karl May mit Klara die erste und einzige Amerikareise.
1908
1908
Seit 1899 wurde May in der Presse heftig angegriffen, insbesondere von Rudolf Lebius. Man kritisierte seine Selbstreklame und die damit verbundene Old-Shatterhand-Legende. Diese Polemik und diverse Gerichtsverfahren wegen unerlaubter Buchveröffentlichungen sollten ihn bis zu seinem Tode begleiten. (Das wenig hilfreiche Verhalten seiner Frau Emma trug dabei wesentlich zum Scheitern der Ehe bei.)
Am 9. Dezember 1902 verlieh die Universitas Germana-Americana in Chicago Karl May den Doctor honoris causa (Dr. h.c. – Ehrendoktor) für sein Werk Im Reiche des Silbernen Löwen. Man vermutet stark, dass May oder Klara Plöhn diese Verleihung organisierte, um den bis dahin geführten Doktortitel nachträglich auf eine rechtliche Grundlage zu stellen. Die genannte Universität war schon damals eine bekannte „Doktormühle“, wo gegen Entgelt alle möglichen Abschlüsse gekauft werden konnten.
Jubelnde Anerkennung erlebte er am 22. März 1912, als er auf Einladung Bertha von Suttners in Wien einen Vortrag "Empor ins Reich der Edelmenschen" hielt. Karl May starb eine Woche später an den Folgen einer Erkältung, die er sich vermutlich auf dem Rückweg von Wien zugezogen hatte. Er wurde in Radebeul beigesetzt. Sein Grab ist noch heute erhalten.
Zur Schreibweise des Namens
Die Schreibweise seines Vornamens mal mit C, mal mit K (wie auch bei anderen Personen seiner Zeit) erklärt sich durch die erst im Laufe seines Lebens festgelegten verbindlichen Regeln für Orthographie und Namensgebung (Einführung des Personenstandswesens 1875). Die Ursachen für die allgemeine Änderung des C in ein K sind eventuell zusätzlich noch politischer Natur. Carl Friedrich May wurde auf jeden Fall unter diesem Namen geboren, in den letzten zwanzig Jahren seines Lebens unterzeichnete er jedoch mit Karl (Friedrich) May.
Sein Werk
May schrieb auch unter mehreren Pseudonymen, unter anderem:
:Capitain Ramon Diaz de la Escosura, M. Gisela, Hobble-Frank, Karl Hohenthal, D. Jam, Prinz Muhamêl Lautréamont, Ernst von Linden, P. van der Löwen, Emma Pollmer und Richard Plöhn.
Bekannte Figuren aus seinen Romanen:
- Winnetou
- Old Shatterhand alias Kara Ben Nemsi Effendi alias Kuang Fu Kuang Sitaße alias Charley (oder Scharlih von Winnetou); Old Shatterhand war das alter ego Karl Mays in seinen Romanen.
- Hadschi Halef Omar
- Old Firehand
- Old Surehand
- Sam Hawkens
Sam Hawkens
Karl May ist einer der erfolgreichsten Autoren von Kolportageromanen und Trivialliteratur des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Seine Abenteuerromane wurden in 33 Sprachen übersetzt und erreichten eine Gesamtauflage von über 200 Millionen.
Sie schildern Reisen zu exotischen Schauplätzen, wie in den Wilden Westen und den vorderen Orient (die er entgegen seinen Behauptungen erst teilweise in seinem letzten Lebensjahrzehnt als bereits erfolgreicher Schriftsteller angetreten hat). Dabei wendet er sich von einem christlichen Standpunkt dem Schicksal der unterdrückten Völker zu.
Viele seiner Bücher sind aus der Ich-Perspektive des Protagonisten (Helden) geschrieben. Ihm wurde in diesem Zusammenhang Hochstapelei und Pseudologie (zwanghaftes Lügen) vorgeworfen. Die in seinen Büchern beschriebenen Fakten hat er jedoch sehr gewissenhaft recherchiert.
In seinem Spätwerk erreicht er auch literarische Beachtung und schafft dem Surrealismus nahestehende Symbolromane mit pazifistischer Tendenz (Ardistan und Dschinnistan (1909), Und Friede auf Erden (1904) sowie vor allem Winnetou IV). Eine sehr große Bedeutung hatte in diesem Zusammenhang die Künstlerfreundschaft zu dem Jugendstilmaler und Bildhauer Sascha Schneider. Schneider schuf neben einer Serie von Deckelillustrationen für die Bände Karl Mays auch ein großes Wandgemälde (Der Chodem) für den Empfangssalon des Schriftstellers in dessen Villa in Radebeul. Er selbst betonte immer wieder die Wichtigkeit seines Spätwerks.
Karl May in verschiedenen Medien
Von verschiedenen Romanen liegen Hörspielbearbeitungen vor.
Nach 23 seiner Romanstoffe wurden seit 1920 Kinofilme hergestellt und sechs Romane (oder Teile davon) dienten Fernsehserien als Vorlage (wenn auch bei den meisten Filmen und Fernsehserien von Karl May, außer den Namen der handelnden Personen, nicht viel übrig geblieben ist). Verschiedene Romanbearbeitungen werden auch auf Freilichtbühnen aufgeführt. Die bekanntesten Inszenierungen sind die jährlich stattfindenden Karl-May-Festspiele in Elspe sowie in Bad Segeberg. Auch die in Radebeul beheimateten Landesbühnen Sachsen führen regelmäßig Stücke nach Karl May auf der Felsenbühne Rathen in der Sächsischen Schweiz auf.
Ausgaben
Der Karl-May-Verlag wurde am 1. Juli 1913 von Klara May (der Witwe des Autors), Friedrich Ernst Fehsenfeld (dem Hausverleger Karl Mays) und dem Juristen Dr. Euchar Albrecht Schmid (dem Vater von Lothar Schmid) gemeinsam gegründet. Fehsenfeld schied 1921 aus Altersgründen aus. Nach dem Tode von Klara May am 31. Dezember 1944 übernahm die Karl-May-Stiftung deren Erbe. Nach dem Tode von Euchar Albrecht Schmid im Jahr 1951 übernahmen dessen Söhne Joachim, Roland und Lothar Schmid den Verlag. Später kam Lothar Schmids Sohn Bernhard dazu. Der Verlag verlegt bis heute die Werke Karl Mays. Neben den Gesammelten Werken (den klassischen Grünen Bänden) gibt er auch ein umfangreiches Reprintprogramm heraus.
Die Gesammelten Werke sind zum Teil in unterschiedlichem Umfang bearbeitet. Einige Bände enthalten nur geringere inhaltliche sowie stilistische Veränderungen (zum Beispiel Tilgung von Fremdwörtern), in anderen hingegen wurden nicht nur Handlungsstränge umgestellt oder Personen umbenannt, sondern auch Teile gestrichen oder neu eingefügt. In den letzten Jahren wurden einige Bände teilweise rückbearbeitet, wer jedoch Karl May im Originaltext lesen will, sollte auf die erwähnten Reprintbände zurückgreifen.
Lothar Schmid
Da Mays Werke rechtlich nicht mehr geschützt sind, werden sie heute nicht nur vom Karl-May-Verlag veröffentlicht. Im Auftrag der Karl-May-Stiftung entsteht die Edition Karl Mays Werke. Der Weltbild-Verlag veröffentlicht eine illustrierte Ausgabe. Beide Ausgaben bieten Texte der Erstdrucke, sind aber zurzeit (April 2004) noch nicht abgeschlossen. Die Karl-May-Gesellschaft veröffentlicht (für ihre Mitglieder) ebenfalls eine Reprint-Reihe (überwiegend Zeitschriften-Veröffentlichungen). Die Karl-May-Gesellschaft beschäftigt sich mit Leben, Werk und Wirkung des Schriftstellers. Sie ist einer der größten deutschsprachigen literarischen Vereine.
Das Museum
Karl-May-Gesellschaft
Karl-May-Gesellschaft
In Radebeul wurde am 1. Dezember 1928 in der Villa Shatterhand ein [http://www.karl-may-museum.de/ Karl-May-Museum] eröffnet. In der ebenfalls auf dem Gelände stehenden Villa Bärenfett ist ein Indianermuseum zur Geschichte und zum Leben der nordamerikanischen Indianer untergebracht. Ein weiteres Museum wurde 1985 im Zuge der May-Renaissance in der DDR im [http://www.karl-may-haus.de/ Geburtshaus] in Hohenstein-Ernstthal eingerichtet. Neben der Dauerausstellung gibt es dort jährlich zwischen dem 25. Februar und dem 30. März eine große Sonderausstellung.
Neben den Museen gibt es auch verschiedene Arbeits- oder Freundeskreise, die sich mit Karl May befassen und oft öffentlich mit Veranstaltungsreihen auftreten. Der größte ist die Karl-May-Gesellschaft mit knapp 2000 Mitgliedern. Weitere Vereine gibt es um die beiden Museen (Freundes- und Förderkreis Radebeul; Interessengemeinschaft Karl-May-Haus) und - ohne konkreten Bezugspunkt - in Cottbus, Leipzig, Stuttgart und Berlin.
Bekannte Werke
Reiseerzählungen
: Durch Wüste und Harem bzw. Durch die Wüste (1892)
: Durchs wilde Kurdistan (1892)
: Von Bagdad nach Stambul (1892)
: In den Schluchten des Balkan (1892)
: Durch das Land der Skipetaren (1892)
: Der Schut (1892)
: Winnetou I-III (1893)
: Winnetou (digitale Rekonstruktion [http://www.ub.uni-bielefeld.de/diglib/KarlMay/winnetou/ UB Bielefeld])
: Orangen und Datteln (1893) bzw. Sand des Verderbens
: Am Stillen Ozean (1894)
: Am Rio de la Plata (1894)
: In den Cordilleren (1894)
: Old Surehand I (1894)
: Old Surehand II (1895) bzw. Kapitän Kaiman
: Im Lande des Mahdi I-III (1896)
: Old Surehand III (1897) bzw. Old Surehand II
: Satan und Ischariot I-III (1896/97)
: Auf fremden Pfaden (1897)
: „Weihnacht!“ (1897) bzw. Weihnacht im Wilden Westen
: Im Reiche des silbernen Löwen I-II (1898)
: Am Jenseits (1899)
: Im Reiche des silbernen Löwen III-IV (1902/03)
: Und Friede auf Erden! (1904)
: Ardistan und Dschinnistan I-II (1909)
: Winnetou IV (1910) bzw. Winnetous Erben
Jugenderzählungen
: Im fernen Westen (1879)
: Der Waldläufer (digitale Rekonstruktion: [http://www.ub.uni-bielefeld.de/diglib/KarlMay/ferry/ UB Bielefeld])
: Der Sohn des Bärenjägers (1887) bzw. Unter Geiern (1. Teil)
: Der Geist des Llano estacado (1888) bzw. Unter Geiern (2. Teil)
: Kong-Kheou, das Ehrenwort (1888/89) bzw. Der blaurote Methusalem
: Die Sklavenkarawane (1889/90)
: Der Schatz im Silbersee (1890/91)
: Das Vermächtnis des Inka (1891/92)
: Der Oelprinz (1893/94) bzw. Der Ölprinz
: Der schwarze Mustang (1896/97) bzw. Halbblut
Lieferungsromane
: Der beiden Quitzows letzte Fahrten (1876/77)
: Auf hoher See gefangen (1877/78) bzw. Auf der See gefangen
: Szepter und Hammer (1879/80) bzw. Zepter und Hammer
: Die Juweleninsel (1880-82)
: Waldröschen (1882-84)
: Die Liebe des Ulanen (1883-85)
: Der verlorne Sohn (1884-86)
: Deutsche Herzen - Deutsche Helden (1885-88)
: Der Weg zum Glück (1886-88)
Gedichte
: Himmelsgedanken (1900)
Drama
: Babel und Bibel (1906)
Autobiografie
: Mein Leben und Streben (1910)
Karl May trat auch als Komponist in Erscheinung. Er komponierte zwei weit bekannte romantische Chorlieder, "Ave Maria" und "Vergiss mich nicht". Vor allem das erstgenannte gehört zum Repertoire zahlreicher Gesangvereine im ganzen deutschsprachigen Raum.
Zu den prominentesten Lesern seiner Werke gehören Bertha von Suttner, Karl Liebknecht, Carl Zuckmayer, Adolf Hitler, Albert Einstein, Heinrich Mann, Hermann Hesse, sowie Arno Schmidt.
Seine Bücher sind so populär, dass es viele Fortsetzungen anderer Autoren gibt. Schon zu Lebzeiten wurde May parodiert oder unverhohlen kopiert. Jetzt erscheinen auch noch "neue Romane" mit seinen Helden. Bekannt wurden die Fortsetzungen von Franz Kandolf, dessen Roman "In Mekka" bei den Veröffentlichungen des Karl-May-Verlages sogar in das offizielle Werkverzeichnis Karl Mays eingegliedert wurde, Edmund Theil, Friederike Chudoba, Jörg Kastner und Reinhard Marheinecke.
Siehe auch:
- Indianer und Deutsche
- Klaus Dill (Buchillustrator)
- Karl-May-Filme
Die Breitenwirkung von Karl May
Karl May zählte jahrzehntelang zu den meist gelesenen Schriftstellern Deutschlands. Ganze Generationen haben ihr Bild von den Indianern aus seinen Werken bezogen. Unbestreitbar positiv ist sein Plaidoyer gegen die Ausrottung der Indianer durch den weißen Mann. Weniger positiv ist sein penetranter Nationalismus; man kann sicher sein, wenn jemand deutsch spricht, zählt er zu den Guten, wenn er dagegen Franzose ist gehört er zu den Bösewichtern. Allerdings steht er damit in seiner Zeit nicht allein; der Lederstrumpf ist in dieser Beziehung auch nicht besser.
Ambivalenter ist seine Darstellung der Orientalen. Letztlich erscheinen sie aber als zweitrangige Völker gegenüber den Deutschen.
Literatur
- Gert Ueding (Hrsg.): Karl-May-Handbuch. 2. erw. u. bearb. Aufl. Königshausen & Neumann, Würzburg 2001. ISBN 3-8260-1813-3 (Grundlegendes Handbuch, sehr ausführlich)
- Harald Eggebrecht (Hrsg.): Karl May der sächsische Phantast. Fischer, Frankfurt am Main 1987. ISBN 3-596-26873-7
- Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): Karl May. München 1987. (text + kritik Sonderband) ISBN 3-88377-180-5
- Hans Wollschläger: Karl May : Grundriß eines gebrochenen Lebens. Diogenes, Zürich 1965. 2. Aufl. 1976, 3. Aufl. Wallstein, Göttingen 2004. ISBN 3-89244-740-3 (Originelle Kurzbiographie)
- Arno Schmidt: Sitara und der Weg dorthin. Stahlberg, Karlsruhe 1963; Fischer, Frankfurt am Main 1998. ISBN 3-596-13797-7 (Sehr originelle und umstrittene Interpretation des Werks unter besonderer Berücksichtigung der unterbewussten homosexuellen Strömungen)
- Christian Heermann: Winnetous Blutsbruder. Karl-May-Biografie. Karl-May-Verlag, Bamberg 2002. ISBN 3-7802-0161-5
- Hartmut Kühne, Christoph F. Lorenz: Karl May und die Musik, Karl-May-Verlag, Bamberg. ISBN 3-7802-0154-2
- Karl Mays Kompositionen, Verlag Motette/Ursina, Düsseldorf, Motette CD 50741, ISBN 3-937857-01-X
Weblinks
-
Weblinks zum literarischen Werk
- [http://karl-may-gesellschaft.de/ Karl-May-Gesellschaft e. V.] Literatur der KMG, Biographie, Bibliographie der Sekundärliteratur, Figurenlexikon und Werke im Volltext
- [http://www.karl-may.de/ Karl-May-Verlag] die Grünen Bände, Reprint-Drucke und andere Buchausgaben
- [http://www.karl-may-buecher.de bibliografische Datenbank] für alle Ausgaben nach 1963
- [http://literaturnetz.org/autoren/karl_may Werke von Karl May] im Literaturnetz
- [http://gutenberg.spiegel.de/autoren/may.htm Werke im Projekt Gutenberg DE als kostenlose Ebooks]
- [http://www.gasl.org/as/referenz/alles.php Werke] in der [http://www.gasl.org/as/referenz Arno-Schmidt-Referenzbibliothek]
- [http://www.buchlinks.de/texte.php?kat=1:2:17:52:1:1 Bücher zum Downloaden]
- [http://www.buchtips.net/bio10.htm Biografie] bei Buchtips.net
- [http://www.wiesibox.de/karlmay/konkordanz/konkordanz.html Übersicht über die aktuellen Editionen aller Verlage]
- [http://www.vorleser.net/html/may.html Winnetou I als kostenloses Hörbuch bei Vorleser Net]
Sonstige Weblinks
- [http://web19.hartha.agis-web.de/wiki/index.php/Hauptseite Karl-May-Wiki]
- [http://www.karl-may-archiv.de/ Karl-May-Archiv]
- [http://www.karl-may-stiftung.de/ Karl-May-Stiftung]
- [http://www.karl-may-museum.de/ Karl May Museum]
- [http://www.karl-may-magazin.de/ Karl-May-Magazin „KARL MAY & Co.“]
- [http://www.karl-may-hoerspiele.info Datenbank] für Karl-May-Hörspiele und -hörbücher
- [http://www.karlmayfreunde.ch/ Karl-May-Freunde Schweiz]
- [http://karlmay.ziby.net/ Australische Karl-May-Freunde] (Englisch)
- [http://www.indokarlmay.com/web Indonesische Karl May Gesellschaft] (Indonesisch)
- [http://www.karl-may-stammtisch.de Karl-May-Freunde im Saarland]
May, Karl
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