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| Basena Von Thüringen |
Basena von ThüringenBasena von Thüringen (auch: Basina), Königin der Franken, ( - vor 466 ; † ?) stammte wahrscheinlich aus dem Haus der thüringischen Könige. In erster Ehe war sie - einer Quelle folgend - mit Bisinus, dem König der Thüringer verheiratet, eine andere Lesart spricht davon, das sie seine Tochter gewesen sei. Sie lernte den Frankenkönig Childerich I. († 482) während dessen thüringischem Exil kennen und folgte ihm als seine Frau nach Beendigung der Verbannung. Dieser Ehe entstammen der Sohn und Nachfolger Childerichs, Chlodwig I. ( - 466, † 511) sowie die Töchter Audofleda ( - um 470, † 526) und Lantechild.
Literatur
- Erich Zöllner: Geschichte der Franken bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts, München 1970.
Weblinks
- [http://gutenberg.spiegel.de/grimm/sagen/g425.htm "Childerich und Basina"] (Projekt Gutenberg: Gebrüder Grimm: Deutsche Sagen)
Kategorie:Frau
Kategorie:Franke
FrankenDer Begriff Franken ("frei") bezeichnet:
- eine Landschaft in der Mitte Deutschlands, siehe Franken (Region),
- einen westgermanischen Volksstamm, siehe Franken (Volk),
- in Kurzform "die Franken" - das Fränkische Reich,
- das Herzogtum Franken im Ostfrankenreich,
- die Währung
- der Schweiz, siehe Schweizer Franken (SFR)
- ehemalig in Frankreich, siehe Französischer Franc,
- ehemalig in Belgien, siehe Belgischer Franc,
- ehemalig in Luxemburg, siehe Luxemburgischer Franc,
- der Zwischenkriegszeit Albaniens, siehe Franga,
- ein Weinanbaugebiet in Bayern, siehe Franken (Weinbaugebiet),
- eine ehemalige Region als Körperschaft des öffentlichen Rechts in Baden-Württemberg, heute die Region Heilbronn-Franken,
- ein Stadtteil von Sinzig,
- eine Kommune im Elsass, siehe Franken (Haut-Rhin).
Außerdem bezeichnet Franken folgende Personen:
- Al Franken, amerikanischer Autor und Satiriker.
466
Politik und Weltgeschehen
- Eurich lässt seinen Bruder Theoderich II. beseitigen und erklärt sich selbst zum König der Westgoten.
- Chlodwig, König der Franken († 511)
- Ankan, 27. Kaiser von Japan († 535)
- Theoderich II., König der Westgoten
Staatsoberhäupter
Afrika
- Vandalisches Königreich - Geiserich, König der Wandalen und Alanen (428 - 477)
Asien
- Japan - Yūryaku, japanischer Kaiser (456 - 479)
Europa
- Burgundisches Königreich - Gundioch, König der Burgunder (436 - 473)
- Byzantinisches Reich - Leo I., byzantinischer Kaiser (457 - 474)
- Frankenreich - Childerich I., König der Salfranken (457 - 482)
- Tolosanisches Reich -
- Theoderich II., König der Westgoten (453 - 466)
- Eurich, König der Westgoten (466 - 484)
- Weströmisches Reich - Interregnum; Ricimer, der Magister militum, übt die Reichsgeschäfte aus (465 - 467)
ko:466년
ThüringerDie Thüringer (lat. Thuringi oder Thoringi) sind ein westgermanischer Stamm. Für die Etymologie zum Thüringernamen existieren zahlreiche Theorien, siehe dazu die Diskussion auf Diskussion:Geschichte Thüringens#Etymologie falsch und Diskussion:Geschichte Thüringens#Herkunft des Namens.
Die lange Zeit übliche Ableitung des Namens von den elbgermanischen Hermunduren wird in jüngster Zeit in Zweifel gezogen, da sie lautgeschichtlich nicht haltbar ist. Stattdessen wird eine Ableitung von einem germanisch-keltischen Stamm der Turonen in Erwägung gezogen.
Geschichte
Das Siedlungsgebiet der Thüringer umfasste im wesentlichen das heutige Mitteldeutschland, das heißt den Raum zwischen Thüringer Wald, Werra, Harz und Elbe. Wahrscheinlich entstanden sie hauptsächlich aus Gruppen der Hermunduren.
Die Bezeichnung Thüringer tauchte erstmals Ende des 4. Jahrhunderts auf. Im 5. Jahrhundert gerieten die Thüringer unter die Herrschaft der Hunnen und bildeten nach deren Abzug 452 ein eigenes Königreich.
Der erste bekannte König war Bisinus. Sein Reich erstreckte sich nach Süden über den Main hinaus fast bis zur Donau. Wahrscheinlich ist er mit dem Thüringerkönig Fisud identisch, der gemäß der Origo Gentis Langobardorum seine Tochter Radegund mit dem Langobardenkönig Wacho verheiratete.
Kurz danach erscheinen bei Gregor von Tours als Könige der Thüringer die Brüder Baderich, Herminafried und Berthachar, von denen Berthachar früh von Herminafried ermordet wurde. Schließlich blieb nur noch Herminafried als eigenständiger König übrig. Er heiratete die Gotin Amalaberga, eine Nichte des Ostgotenkönigs Theoderich. Beim Tod Theoderichs 526 verlor das thüringische Reich den gotischen Schutz, sodass es für Franken nicht mehr schwer war, die Thüringer anzugreifen.
In der Schlacht bei Burgscheidungen an der Unstrut besiegten die merowingischen Franken mit den verbündeten Sachsen schließlich im Jahr 531 die Thüringer unter König Hermanfrid. Durch Flucht, Deportation und Mord fand die thüringische Königsfamilie ihr Ende. Die letzte Angehörige des Könishauses, Radegundis, starb 587 im französischen Exil und wurde später heiliggesprochen.
Das thüringische Reich wurde in das Herzogtum Thüringen unter fränkischer Herrschaft und einen sächsischen Teil aufgeteilt.
Die Thüringer wurden von Bonifatius christianisiert. (Gründung des Bistums Erfurt 745)
Literatur
- Karl Peschel: Thüringen in ur- und frühgeschichtlicher Zeit. Wilkau-Haßlau : Beier & Beran, 1994. ISBN 3930036037
- Heike Grahn-Hoek: Stamm und Reich der frühen Thüringer nach den Schriftquellen. Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte 56, 2002, 7-90.
- Hardy Eidam/ Marina Moritz/ Gerd-Rainer Riedel/ Kai-Uwe Schierz (Hrsg.): Heidenopfer – Christuskreuz - Eichenkult. Erfurt 2004.
Weblinks
- http://72.rapidforum.com/topic=109781899738 Diskussionen zu den Thüringern im Frühmittelalterforum
Siehe auch
- Freistaat Thüringen
- Geschichte Thüringens
Kategorie:Europäische Ethnie
Kategorie:Germanischer Stamm
Franken (Volk)Zu den Franken (wörtlich: die Freien) im ethnologischen Sinn zählt man gewöhnlich die westgermanischen Stämme der
- Salfranken (seit 420) (ungleich Salier)
- Ripuarier (bzw. Rheinfranken),
- Chamaven,
- Chattuarier,
- Sigambrer (bzw. Sugambrer),
- Brukterer,
- Usipiter,
- Ampsivarier
- später auch die Chatten (heute Hessen)
Geschichtlicher Abriss
Seit etwa 200 n. Chr. begannen sich einige der kleinen westgermanischen Stämme entlang der römischen Grenze, etwa die Usipiter, Tenkterer, Sugambrer und Brukterer, zu einem größeren Stammesverband zusammenzuschließen, der sich selbst als "die Franken" (= die Freien, Kühnen) bezeichnete. Die Franken wurden erstmals um 250 n. Chr. als Francii von römischen Quellen erwähnt, anlässlich eines ihrer vielen Raubzüge über die Grenze in die römische Provinz Gallien hinein.
Während der Völkerwanderung drangen diese Stämme in Gebiete ein, die heute dem fränkischen Sprachraum zugeordnet werden (Region Franken in Nord-Bayern und Nord-Württemberg, Süd-Thüringen, Hessen, Nord-Baden, Rheinland-Pfalz, das nördliche Elsass, Lothringen, Saarland, Luxemburg, das Rheinland, die deutschsprachigen Gebiete Ostbelgiens, der Niederrhein, Limburg, Holland, Seeland, Brabant sowie Flandern). Siehe dazu auch Spätantike.
Zu Beginn des 5. Jahrhunderts befand sich das Zentrum der Frankensiedlungen in und um Köln. Im Jahr 420 überschritt (nach viel späteren und unzuverlässigen Quellen) Herzog Pharamond mit seinen Anhängern den Rhein Richtung Westen und begründete damit die, in den folgenden Jahrhunderten noch bedeutsame, Teilung der Franken in die westlichen Salfranken und die östlichen Rheinfranken. Die archäologischen Quellen weisen dagegen auf eine zunächst friedliche, allmähliche Aufnahme ins römische Gallien, wo sie als laeti bzw. foederati angesiedelt wurden. Der Zug der Franken nach Südwesten wurde vermutlich auch durch die Wanderung der Angelsachsen nach England um 450 über die heutige niederländische Küste und entsprechende Konflikte mit den fränkischen Bewohnern ausgelöst.
Zur Großmacht wurden die Franken durch die Eroberungen des Merowingers Chlodwig I., der nacheinander das nordgallische Reich des Syagrius, die Alamannen und die Westgoten besiegte und somit die Grenze des Frankenreichs bis zu den Pyrenäen vorschob. Entscheidend war auch der Übertritt Chlodwigs, und mit ihm weiter Teile seines Volkes, zum katholischen Christentum. Seine Söhne setzten seine Eroberungen fort, indem sie Burgund und das Thüringerreich dem Frankenreich angliederten, sodass ihr Reich im wesentlichen die Gebiete des heutigen westlichen Deutschlands, der Beneluxstaaten und Frankreichs umfasste. Chlothar I. vereinigte noch einmal das Frankenreich, unter seinen Söhnen kam es dann zur Bildung der fränkischen Teilreiche Austrasien und Neustrien, was die spätere Teilung im (Vertrag von Verdun 843) vorwegnahm, der zur Entstehung der Staaten Frankreich und Deutschland (deutscher Sprachraum) führte, wobei die politischen Grenzen bis in die Neuzeit zumeist keine Mundartgrenzen (Sprachgrenzen) waren.
heutiger Abriss
In großen Teilen Frankreichs und dem eher romanisch-keltisch geprägten Südteil Belgiens (Wallonien) ging die fränkische Sprache verloren, das Altfranzösische setzte sich durch; der Name Frankreich (France) blieb als einziges Relikt des Frankenreiches erhalten. Von der fränkischen Kultur blieb nur noch wenig übrig, unter anderem das Fränkische Gehöft. Als Franken werden heute nur noch Leute bezeichnet, die fränkische Mundarten innerhalb des deutschstämmigen Sprachraums sprechen.
Literatur
- Erich Zöllner: Geschichte der Franken bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts, auf der Grundlage des Werkes von Ludwig Schmidt unter Mitwirkung von Joachim Werner neu bearbeitet, München 1970. Standardwerk.
- Die Franken. Wegbereiter Europas. 5. bis 8. Jahrhundert. Mainz, 1997. - 2. durchges. und erg. Aufl.
Verwandte Artikel
- Fränkisches Reich
- Geschichte Frankreichs
- Herzogtum Franken
- Franken (Region)
- Fränkische Sprache
- Niederfränkisch
- Moselfränkische Dialektgruppe
- Ostfränkische Dialektgruppe
- Mainfränkische Dialekte
- Ripuarische Franken
Weblinks
- [http://www.franken-im-mittelalter.de/ Edel und Frei. Franken im Mittelalter] (Website zur Landesausstellung 2004 in Forchheim)
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Kategorie:Germanischer Stamm
als:Franken (Volk)
ja:フランク人
Childerich I.Childerich I. († 482) ist der erste historisch greifbare Merowinger. Er regierte die Salfranken, den wohl größten fränkischen Teilstamm westlich des Rheins, und wird als deren König in den Jahren 463 und 469 erstmals erwähnt.
Childerich war ein Sohn Merowechs, Herrscher in der Gegend von Tournai, und Verwalter der römischen Provinz Belgica II, wo er die Stellung eines römischen Generals einnahm. Unter dem magister militum Aegidius kämpfte er siegreich gegen die Westgoten bei Orléans. Ein Angriff der Westgoten unter König Eurich auf Orleans konnte unter Führung des comes Paulus und Childerichs zurückgeschlagen werden. Gemeinsam mit Paulus vertrieb er die Sachsen, die sich an der Loiremündung festgesetzt hatten.
Childerich stand in seiner Doppelrolle als fränkischer Kleinkönig und römischer Provinzgeneral voll und ganz in der Tradition der spätrömischen Militäraristokratie und stützte seine Macht auf die weiterhin arbeitenden Rüstungsbetriebe in seiner Residenz Tournai, wo er sich auch mit den Insignien eines römischen Generals und mit weiteren reichen Beigaben in einem Hügelgrab, das vermutlich thüringischer Tradition folgt und 1653 entdeckt und freigelegt wurde, begraben ließ.
König Childerich soll so zügellos gelebt haben, das sich Adel und Volk darüber empörten und ihn von der Herrschaft verstießen und verbannten. Darin zeigt sich die alte germanische Vorstellung von der notwendigen Eignung eines Königs. Die Franken "begehrten" einmütig den römischen kaiserlichen Heermeister Aegidius zu ihrem König, dessen Königtum acht Jahre währte, bis Childerich aus seinem thüringischen Exil zurückgerufen und wieder eingesetzt wurde. Er brachte Basena als Gattin mit, mit der er die Kinder Chlodwig ( - 466, † 511), Audofleda ( - um 470, † nach 526) und Lantechild hatte.
Seinem Sohn Chlodwig I. gelang es, die verschiedenen "warlords" der fränkischen Kleinkönigreiche, zum Beispiel in Cambrai oder in Köln, auszuschalten und das Frankenreich nach der Trennung des Jahres 420 unter seiner Macht wieder zusammenzufassen.
Literatur
- Erich Zöllner: Geschichte der Franken bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts, München 1970.
Weblinks
- [http://gutenberg.spiegel.de/grimm/sagen/g425.htm "Childerich und Basina"] (Projekt Gutenberg: Gebrüder Grimm: Deutsche Sagen)
Kategorie:Mann
Kategorie:Herzog
Kategorie:Gestorben 482
Chlodwig I.
Chlodwig I. (auch Chlodowech, - 466; † 27. November 511 bei Paris) war ein Mitglied der Merowingerdynastie und gilt als der Herrscher, der mit seiner Herrschaft über das Frankenreich dessen Machtstellung begründete und Paris zu dessen Hauptstadt machte. Chlodwig, der aufgrund seiner Anknüpfung an die römische Tradition vielleicht eher zur Spätantike als zum Mittelalter zu rechnen ist, auch wenn aufgrund der fließenden Grenze der Epochen beides möglich und sinnvoll ist, einte das Frankenreich und führte es zu einem ersten Höhepunkt.
In französischen und englischen Werken heißt Chlodwig I. Clovis.
Leben
Aufstieg
Chlodwig folgte seinem Vater Childerich I. 482 als König der Franken auf den Thron. Die Franken beherrschten zu dieser Zeit den Raum der ehemaligen römischen Provinz Belgica II., in den heutigen südlichen Niederlande und dem nördlichen Belgien (Toxandrien um die Provinzhauptstadt Tournai).
Chlodwig einte die Franken unter seiner Herrschaft, indem er die übrigen Kleinkönige nach und nach auf teils brutale und heimtückische Weise ausschaltete. 486 besiegte er dann Syagrius, den letzten römischen Heerführer in Gallien, bei Soissons. Dieser Sieg erweiterte die fränkische Herrschaft über den größten Teil des Gebietes nördlich der Loire. Dieser Erfolg ließ ihn noch mehr in die römischen Positionen im nördlichen Gallien einrücken, als es schon der Macht seines Vaters Childerich I. als römischer Provinzgeneral entsprach. In der Schlacht von Zülpich im Jahre 496 besiegten die Franken unter Chlodwig die Alamannen zum ersten Mal, 506 zum zweiten, entscheidenden Mal.
Heirat und Christianisierung
Nach seiner Hochzeit (492/494) mit der burgundischen Prinzessin Chlothilde und einer für ihn siegreichen Schlacht gegen die Alemannen, in der er angeblich den Christengott angerufen hatte, konvertierte er zum christlichen Glauben. Seine Taufe fand zu Weihnachten durch Remigius von Reims in der Kathedralkirche von Reims statt. Das Jahr der Taufe ist allerdings umstritten: am wahrscheinlichsten sind die Jahre 497, 498 oder 499, aber auch 507 kommt in Betracht.
Die Taufe wird in drei Quellen überliefert:
- in einem Glückwunschschreiben des Bischofs Avitus von Vienne,
- in einem Brief des Bischofs Remigius von Reims
- und in der Frankengeschichte des Gregor von Tours.
Gregor von Tours
In den Quellen sind zwei Motive für den Übertritt Chlodwigs zum Christentum angegeben. Zunächst das Motiv des christlichen Königs. Der König war in seinem Amt auch durch seine vermeintliche Abstammung von den heidnischen Göttern legitimiert. Diese Abstammungslegitimation und damit die Verbindung zu seinen heidnischen Vorfahren musste er aufgeben, als er Christ wurde. Stattdessen wurde dem König verheißen, er werde einst im Himmel mit seinen Nachkommen herrschen. Damit wurde ein christliches Königtum begründet, was auch die Pflicht des Königs zur Mission einschloss. Das zweite Motiv ist das Motiv des stärkeren Gottes (Sieghelfermotiv). Die Taufe sollte dem König Stärke in der Schlacht verleihen. Nach dem Bericht des Gregor von Tours bekehrte sich Chlodwig zum Christentum, nachdem er den christlichen Gott um Hilfe bei der Schlacht von Zülpich bat, weil sich seine eigenen Götter als unfähig erwiesen hatten, und diese Schlacht dann auch gewann. Erfahren hatte er vom Christengott durch seine Frau Chlothilde.
Große Bedeutung hatte die Taufe Chlodwigs für die weitere Geschichte Europas, da das Fränkische Reich, aus dem später Frankreich und Deutschland hervorgehen sollten, mit dem Übertritt Chlodwigs zum christlichen Glauben christianisiert wurde. Denn anders als in der römischen Antike, wo die Taufe die Zuwendung eines Einzelnen zum Christentum bedeutete, fanden im germanischen Bereich sowie später im Frühmittelalter Taufen oft kollektiv, also im Stammesverband, statt. So befragte Chlodwig nach dem Bericht des Gregor von Tours vor seiner Taufe die Adligen und sein Volk. Als diese zustimmten, ließ er sich mit 3.000 Anhängern taufen. Allerdings wird sich der Christianisierungsprozess der Franken sehr langsam vollzogen haben, wobei sich sicherlich auch noch zahlreiche heidnische Bräuche einige Zeit hielten (vergleiche die Schilderung des Prokopios von Caesarea, Bella, 6,25; Prokop berichtet von heidnischen Menschenopfern der Franken bei ihrem Kriegszug nach Italien).
Anders als die anderen Könige der germanischen Nachfolgestaaten auf dem Boden des früheren Römischen Reichs, die den christlichen Glauben in der Form des Arianismus annahmen, bekannte sich Chlodwig zum katholischen Glauben (katholisch nicht im heutigen konfessionellen Sinn, sondern in der eigentlichen Bedeutung des Wortes, also zum allgemeinen Glauben der Kirche im Gegensatz zum Glauben der Arianer). Dies half erheblich, eventuelle Reibungspunkte der Franken mit der gallo-römischen Bevölkerungsmehrheit zu beseitigen und eine Verschmelzung der verschiedenen Ethnien zu beschleunigen. Die Westgoten unternahmen diesen Schritt erst Ende des 6. Jahrhunderts.
Chlodwig verlangte jedoch vom Bischof von Rom einen Preis für seine Bekehrung. In einem Vertrag wurde festgelegt:
- die Liturgie in seinem ganzen Reich würde lateinisch,
- die Besetzung aller geistlichen Ämter würde von einer fränkischen Synode unter dem Vorsitz des Königs bestimmt und
- die Geistlichen blieben dem König steuerpflichtig.
Es handelt sich also, vom lateinischen Ritus abgesehen, um eine Kirchenordnung in der Art der germanischen Eigenkirchen, also eine lokal selbständige katholische Kirche. Auf diese Tradition beriefen sich die französischen Könige im Spätmittelalter und der Gallikanismus, die eine eigenständige katholische Kirche in Frankreich forderten. Ein Überrest dieser Tradition findet sich bis heute z.B. im Bistum Basel, dessen Bischof bis heute von den lokalen Klerikern gewählt wird und vom Papst nur bestätigt werden kann.
Spätzeit
Chlodwigs Sieg über das westgotische Königreich von Tolosa (Toulouse) in der Schlacht von Vouillé (507) brachte den größten Teil von Gallien unter seine Herrschaft, womit er sich auch des Kerngebiets der gallo-römischen Kultur bemächtigte. Weitere Erfolge machten Chlodwig schließlich zum Herrscher von fast ganz Gallien, nur der Vorstoß ans Mittelmeer wurde von den Ostgoten unter Theoderich vereitelt. Chlodwig wählte den Ort Lutetia (Paris), gelegen an einer strategisch günstigen Position an der Seine, zu seiner Hauptstadt. Chlodwig legte stets großen Wert auf die Anerkennung seiner Position durch den oströmischen Kaiser Anastasios I., der noch immer als nomineller Oberherr des Westens galt; sie wurde ihm durch die Ernennung zum Ehrenkonsul gewährt. 509 eroberte Chlodwig das Rheinfränkische Reich und vereinigte damit wieder die seit 420 getrennten größten Einzelgruppen der Franken.
Eine besondere Leistung Chlodwigs war die Kodifizierung des bis dahin mündlich überlieferten fränkischen Rechts in der so genannten Lex Salica.
Chlodwig starb 511 und wurde in der Apostelkirche in Paris, der späteren Abteikirche Sainte-Geneviève beerdigt. Im Gegensatz zum Reich seines politischen Gegners (und Schwagers) Theoderich dem Großen, dessen hegemonialen Führungsanspruch er bekämpft hatte, überdauerte das Frankenreich den Tod seines Begründers um Jahrhunderte.
Nachfolge
Obwohl die Grenzen von Chlodwigs endgültigem Reich sich über die Zeiten immer wieder teils stark veränderten, ist es die Lehrmeinung der Historiker in Frankreich, dass Chlodwig mit seiner Leistung als der Begründer der französischen Nation zu gelten hat.
Diese Sichtweise hat aber keine Allgemeingültigkeit, und basiert auf Vorstellungen des 19. Jahrhunderts. Vielmehr kann man Chlodwigs Herrschaftszeit als Grundlage für die weitere Entwicklung in West-, Mittel und Ostmitteleuropa ansehen (siehe dazu Knefelkamp, Ulrich: Das Mittelalter, Paderborn 2003, S.43)
Nach seinem Tod wurde sein Reich unter seinen vier Söhnen, Theuderich, den Sohn seiner ersten Ehefrau, einer vornehmen Fränkin, sowie Chlodomer, Childebert und Chlothar, den drei Söhnen Chlothildes, aufgeteilt. Diese begründeten neue Königreiche mit Zentren in Reims, Orléans, Paris und Soissons.
Dies führte zu einer Zeit der Uneinigkeit, die, mit einigen Unterbrechungen, bis zum Ende der Merowinger-Dynastie (751) dauerte. Dabei verlor das Frankenreich seit etwa 560 zunehmend seinen spätantiken Charakter: Das europäische Mittelalter nahm seinen Anfang.
Literatur
- Eugen Ewig: Chlodwig I., in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 2, 1863-1868. Enthält die wichtigsten Quellen- und Literaturangaben sowie einen guten Überblick bezüglich des Lebens Chlodwigs.
- Gregor von Tours: Zehn Bücher Geschichten, Bd.1, Buch 1-5, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1991, ISBN 3534068092 Die wesentliche historische Quelle für die Merowinger
Des weiteren:
- Chevallier, Béatrice: Clovis:un roi européen, Paris 1996
- Delorme, Philippe: Clovis, Paris 1996.
- Tessier, G.: Le baptême de Clovis, Paris 1964. Grundlegendes, älteres Werk.
- Verseuil, Jean: Clovis ou la naissance des rois, Paris 1992.
- Zöllner, Erich: Geschichte der Franken bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts, München 1970. Standardwerk
Siehe auch: Fränkisches Reich
Weblinks
- [http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=148 Merowingerkönige, Hausmeier und Fakten, geordnet nach Jahreszahlen]
Kategorie:Mann
Kategorie:König (Franken)
Kategorie:Spätantike
Kategorie:Mittelalter
Kategorie:Geboren 466
Kategorie:Gestorben 511
ja:クロヴィス1世
511
Politik und Weltgeschehen
- Chlodwig I., König der Franken beruft eine Bischofskonzil nach Orléans, das Glaubensfragen und die Kirchenorganisation im Frankenreich regelt. Dem König wird im Sinne des germanischen Eigenkirchenwesens ein maßgeblicher Einfluss bei der Einsetzung der Bischöfe zugestanden.
- Nach dem Tod Chlodwigs I. wird sein Reich unter seinen vier Söhnen, Theuderich, Chlodomer, Childebert und Chlothar aufgeteilt, die die neuen Königreiche von Reims, Orléans, Paris und Soissons gründen.
- Der Ostgotenkönig Theoderich der Große greift im Westgotenreich ein und vertreibt dessen Herrcher Gesalech. Als neuen König setzt Theoderich seinen Enkel Amalrich ein, für den er die Vormundschaft übernimmt.
- Kaiser Anastasios I. setzt Makedonios, den Patriarchen von Konstantinopel ab und ersetzt ihn durch den monophysitischen Patriarchen von Antiochia. Daraufhin kommt es zu Unruhen und der Erhebung eines Gegenkaisers, doch kann Anastasios den Aufstand schnell unterdrücken.
- 511 oder 507 - Theodahad, König der Ostgoten († 536)
- 27. November - Chlodwig, König der Franken ( - 466)
Staatsoberhäupter
Afrika
- Vandalisches Königreich - Thrasamund, König der Wandalen und Alanen (496 - 523)
Asien
- Japan - Keitai, japanischer Kaiser (507 - 531)
- Lachmidenreich - Mundir III., König der Lachmiden (505 - 554)
- Persien (Sassaniden) - Kavadh I. (498 - 531)
Europa
- Burgundisches Königreich - Gundobad, König der Burgunder (473 - 516)
- Byzantinisches Reich - Anastasios I., byzantinischer Kaiser (491 - 518)
- Frankenreich -
- Chlodwig I., König der Franken (482 - 511)
- Theuderich I., Herrscher des Königreichs von Reims (511 - 533)
- Chlodomer, Herrscher des Königreichs von Orléans (511 - 524)
- Childebert I., Herrscher des Königreichs von Paris (511 - 558)
- Chlothar I., Herrscher des Königreichs von Soissons (511 - 561)
- Königreich von Kent - Oeric, König in Canterbury (488 - 512)
- Ostgotisches Reich - Theoderich der Große, König der Ostgoten (474 - 526)
- Tolosanisches Reich -
- Gesalech, König der Westgoten (507 - 511)
- Amalrich, König der Westgoten (511 - 531)
- Theoderich der Große, König der Ostgoten übernimmt die Vormundschaft (511 - 526)
Ohne eigenen Staat
- Symmachus, Papst (498 - 514)
- Makedonios II., Patriarch von Konstantinopel (495 - 511)
- Thimotheos I., Patriarch von Konstantinopel (511 - 518)
ko:511년
470
Politik und Weltgeschehen
- Odoaker wird zum Führer der germanischen Hilfstruppen Westroms ernannt.
- um 470 - Feldzug Westroms unter Anthemius, der von Truppen des britischen Heerführers Riothamus unterstützt wird, gegen den König der Westgoten, Eurich - Riothamus gilt als mögliches Vorbild für König Artus, seine rund 12.000 Mann starke Truppe wird von den Westgoten aufgerieben.
- um 470 - Sidonius Apollinaris wird Bischof von Clermont-Ferrand.
- 469/70 - Severin bei Passau und Bischof Lupus (Diözese Troyes) erlangen die Freilassung von Gefangenen des Alamannenkönigs Gibuld.
- Dionysius Exiguus, skythischer Mönch, führte Zählung ab Christi Geburt ein († um 540)
- um 470 Audofleda, Schwester Chlodwigs I., Frau Theoderichs des Großen († nach 526)
- um 470 Mozi, chinesischer Philosoph
-
Staatsoberhäupter
Afrika
- Vandalisches Königreich - Geiserich, König der Wandalen und Alanen (428 - 477)
Asien
- Japan - Yūryaku, japanischer Kaiser (456 - 479)
Europa
- Burgundisches Königreich - Gundioch, König der Burgunder (436 - 473)
- Byzantinisches Reich - Leo I., byzantinischer Kaiser (457 - 474)
- Frankenreich - Childerich I., König der Salfranken (457 - 482)
- Tolosanisches Reich - Eurich, König der Westgoten (466 - 484)
- Weströmisches Reich - Anthemius, römischer Kaiser (467 - 472)
als:470
ko:470년
Kategorie:FrauDiese Kategorie dient dazu Abfragen z. B. nach allen weiblichen Nobelpreisträgern durchführen zu können.
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Kategorie:Personen nach Geschlecht
♀
Kategorie:FrankeDiese Kategorie enthält Mitglieder des germanischen Volksstammes der Franken.
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Kategorie:Germane
Kategorie:Franken J. Franklin BellJ. Franklin Bell (1856- January 1919) was Chief of Staff of the United States Army from 1906 to 1910.
1910
Bell was a major-general in the Regular Army of the United States, commanding the Department of the East, with headquarters at Governors Island, New York at the time of his death in 1919. He entered West Point in 1874, and graduated in 1878, with a commission as lieutenant of cavalry.
Indian Wars
Bell first saw active service on the western prairies with the 7th Cavalry, "Custer's Crack Regiment." With this regiment, he participated in the battle of Wounded Knee, North Dakota, and against the Sioux Indians. After a decade on the plains, he became an instructor and Chief of the Army War Colleges, located at Fort Leavenworth, Kansas.
Spanish-American War
At the outbreak of the Spanish-American War, Bell was acting as adjutant to General Forsyth, then commanding the Department of the West, with headquarters at San Francisco. He was immediately commissioned Colonel of Volunteers, and authorized to organize a regiment. This regiment was ordered to the Philippines and, under his command, rendered valuable services against the insurgents.
After a few months in the Philippines Bell was promoted from his commission of captain in the Regular Army to brigadier-general in the Regular Army, outranking many officers previously his senior.
War crimes
A few months after the Balangiga Massacre, President Theodore Roosevelt ordered Bell's commander General Adna Chaffee to adopt, "in no unmistakable terms," "the most stern measures to pacify Samar."
On December 7, 1901, Bell wrote a letter beginning with this introduction:
"the United States Government, disregarding many provocations to do otherwise , has for three years exercised an extraordinary forbearance and patiently adhered to a magnanimous and benevolent policy toward the inhabitants of the territory occupied by this brigade"
Bell followed this disclaimer with a long list of Filipino breaches against the laws of civilized warfare. The Filipinos had broken General Order No. 100. The Filipinos had broken General Order No. 63 by wearing civilian clothes with no special markings and returning home between battles and "divesting themselves of the character and appearance of soldiers...concealing their arms...posing as peaceful citizens...They have improvised and secreted in the vicinity of roads and trails rudely constructed infernal machines propelling poisoned arrows or darts." Even the destruction of telegraph wires and bridges violated, in Bell's opinion, some section of Lincoln's General Orders. The time had come to fight fire with fire Bell declared. America should "severely punish, in the same or lesser degree, the commission of acts denounced in the aforementioned articles." In other words, Bell went on record as planning to violate General Order No. 100 and the accepted tactics of civilized warfare.
Bell elaborated on these orders in a series of circulars, which specifically bestowed on his station commanders the right to retaliate.
One circular by Bell explained, when an American was "murdered", soldiers were instructed to "by lot select a P.O.W.--preferably one from the village in which the assassination took place--and execute him.
Another circular rationalized that "it is an inevitable consequence of war that the innocent must generally suffer with the guilty" and that " a short and sever war creates in the aggregate less loss and suffering than a benevolent war indefinitely prolonged."
Bell warned his commanders that young officers should not be restrained or discouraged without excellent reason. "It is not necessary to seek or wait for authority from headquarters to do anything or take any action which will contribute to the end in view."
Bell reasoned that since all natives were treacherous, it was impossible to recognize "the actively bad from only the passively so."
Chaffee received copies of Bell's directive and was aware of Bell's plan to launch a war of extermination.
Most notable of Bell's numerous engagements with the insurgents was that near Porac in the island of Luzon, in which he was wounded while leading a charge. Despite his war crimes, America awarded Bell the Congressional Medal of Honor, for "gallantry in action".
Service in America
In 1905, Bell returned to the United States and was commissioned major-general, and in the spring of 1907, was appointed Chief of the Army General Staff. He served for four years, under Presidents Roosevelt and Taft.
When the United States military forces concentrated in the Philippines, he returned to Manila as Commander-in-Chief until war with Mexico seemed imminent. He was then ordered home to take command of the 4th Division. The 4th Division remained in Texas City as reserve, and although at several times, he seemed about to cross the Rio Grande, he was never a part of the expeditionary force.
After the Mexican situation quieted, Bell was relieved of the 4th Division, and placed in command of the Department of the West. He remained in command at San Francisco, where he had once been acting adjutant, until America entered the Great War.
In the early spring of 1917, Bell was transferred to the Department of the East, and as commander of that department, became responsible for the First Officers' Training Camps, at Plattsburg, Madison Barracks, and Fort Niagara. These camps, in August, 1917, graduated the large quota of new officers needed for the new National Army and, to a large extent, to officer the new divisions of the east and northeast.
In the same month, Bell was offered and promptly accepted the command of the National Army Division to be organized at Camp Upton. Bell's venerable figure, as he addressed the officers, and the men of the newly-formed 77th Division at Camp Upton, in September and the ensuing months of training, will be remembered among the first impressions of a life, strange and full of new conditions.
Bell commanded the Division when the first newly-appointed officers climbed the hill and reported to their first assignment, through that formative stage when barracks were thrown together at a miraculous speed, and being filled at the same rate. Then, in December, he sailed for France to make a tour of the front, and observe, first hand, actual fighting conditions. He did not return until the latter part of March, 1918.
On his return, Bell failed the physical examination required for active service overseas. When the doctors decreed that he would not take his division to France, Bell was again given command of the Department of the East, and returned to his old headquarters, Governors Island, which command, he held until his death, January, 1919.
External links
- [http://www.bakbakan.com/samarall.htm The Burning of Samar]
Additional Reading
- The Philippine "Lodge committee" hearings (A.K.A. Philippine Investigating Committee) and a great deal of documentation were published in three volumes (3000 pages) as S. Doc. 331, 57th Cong., 1st Session An abridged version of the oral testimony can be found in: American Imperialism and the Philippine Insurrection: Testimony Taken from Hearings on Affairs in the Philippine Islands before the Senate Committee on the Philippines--1902; edited by Henry F Graff; Publisher: Little, Brown; 1969. ASIN: B0006BYNI8
Category:War
- [http://en.wikisource.org/wiki/Secretary_Root%27s_Record:%22Marked_Severities%22_in_Philippine_Warfare See the extensive Anti-imperialist summary of the findings of the Lodge Committee/Philippine Investigating Committee on wikisource]. Listing many of the attrocities and the military and government reaction.
Footnotes
# Benevolent Assimilation: The American Conquest of the Philippines, 1899-1903, Stuart Creighton Miller, (Yale University Press, 1982). p. 206; [http://www.bakbakan.com/samarall.htm The Burning of Samar]
# Miller, p. 207-208; General Bell's orders can be found in a number of sources, [http://dictionary.reference.com/search?q=e.g.&db= - e.g.], "The Issuance of Certain Orders in the Philippines," S. Doc. 347, 57th Cong., 1st Sess. They were also reproduced in S. Doc. 331, pt. 2 p. 1606-38; Circulars: S. Doc. 347
Bell, J. Franklin
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