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| Accessoire |
AccessoireDas Wort Accessoire ist ein altfranzösisches Lehnwort in der deutschen Sprache. Die wörtliche Übersetzung ist Zubehör oder Beiwerk. Hauptsächlich wird die Bezeichnung Accessoire seit dem 20. Jahrhundert als Sammelbegriff für funktionales und dekoratives modisches Beiwerk historischer und zeitgenössischer Kleidung, wie beispielsweise Hüte, Gürtel, Handschuhe, Fächer, Schirme, Taschen, Tücher und Schmuck verwendet.
Accessoire in der Kunst
Mit Accessoires (griech. Parergon) werden in Werken der bildenden Kunst alle Gegenstände, welche streng genommen zur Darstellung des Hauptgegenstandes entweder gar nicht oder doch nicht unumgänglich notwendig sind, bezeichnet.
Nach Auffassung von Kunsthistorikern muss das Accessoire aber nach Beschaffenheit der Zeit oder des Orts der Handlung zu genauerer Bezeichnung derselben gewählt werden, mithin zu besserem Verständnis und zur Charakterisierung selbst der Nebenumstände, sowie auch zur Ausführung und Ausfüllung der künstlerischen Darstellung dienen. Dabei darf die Hauptwirkung des Werks jedoch nicht gestört werden, wenngleich dieses durch das Accessoire reicher und mannigfaltiger erscheint.
Im bildhauerischen Relief soll das Accessoire nach griechischer Stilordnung möglichst beschränkt werden, auch in der statuarischen Kunst ist es nur mit Maßhaltung zu verwenden. Die allegorisierende Kunst hat dagegen auf das Accessoire geradezu den Schwerpunkt gelegt.
Accessoire in der Literatur
Im engern Sinn versteht man innerhalb der Literatur unter Accessoire Darstellungen unbelebter Gegenstände zur Verzierung einer Szene, zur Bezeichnung des Orts und zur Bestimmung der Zeitverhältnisse, beispielsweise bei der Schilderung eines Vorganges im Innern eines Raums das Mobiliar, Gerät, Stoffe etc. Im Epos, in der Tragödie und im Roman kann man die Episoden, Natur- und Ortsschilderungen, also das Lokalkolorit, als Accessoire betrachten.
Accessoire in anderen Bereichen
In der Mode bezeichnet Accessoire das Zubehör für die Kleidung, zum Beispiel Handtaschen, Halstücher, Gürtel, Schmuck. Das zur Zeit größte Internet-Auktionshaus hat eine eigene Rubrik zu diesem Bereich, der sich Kleidung & Accessoires nennt.
In der Einrichtung sind Accessoires (meist kleinere) Gegenstände, die die Ausstattung oder Möblierung eines Raumes ergänzen, zum Beispiel Vasen, Uhren, Bilder. Auch bei Autozubehör, welches nicht direkt mit der Leistungssteigerung zu tun hat, findet der Begriff Verwendung.
Siehe dazu auch: Staffage
Kategorie:Kleidung
Kategorie:Kunst
LehnwortEin Lehnwort (Materialentlehnung) ist eine Form der Entlehnung, nämlich ein Wort, das einer anderen Sprache entlehnt ist. Im Unterschied zum Fremdwort, dem der fremdsprachige Ursprung noch anzumerken ist, ist das Lehnwort in Schreibung, Lautung und Betonung so weit an den Sprachgebrauch der Zielsprache angepasst, dass es nicht oder kaum mehr als fremd wahrgenommen wird.
Begriff
Lehnwörter, die vor der 2. Lautverschiebung in die deutsche Sprache aufgenommen wurden, haben diese, ebenso wie die Erbwörter, mitgemacht und sind deshalb Erbwörtern so ähnlich geworden, dass man sie strukturell nicht mehr unterscheiden kann. (Beispiel: Palatin > Pfalz). In der deutschen Sprache kommt dazu, dass ihre Schreibweise erst viel später festgelegt wurde und man sie deshalb auch nicht mehr an einer abweichenden Schreibweise unterscheiden kann. Eine Unterscheidung ist hauptsächlich durch Kenntnis ihrer Etymologie oder durch Sprachvergleich möglich. Prinzipiell unterliegen Lehnwörter den gleichen sprachlichen Änderungen wie Erbwörter (zum Beispiel Bedeutungswandel und Lautverschiebungen).
An der Art der Lautstruktur eines Lehnwortes kann man den Zeitraum der Entlehnung bestimmen. Einige Wörter wurden mehrfach entlehnt und unterscheiden sich heute in Bedeutung und Aussprache, beispielsweise Partei (seit dem Mittelalter) vs. Partie (seit dem 17. Jahrhundert) vs. Party (seit dem 20. Jahrhundert).
Manchmal behält ein Lehnwort die ursprüngliche Form, während es sich in der Ursprungssprache ändert oder dort sogar verschwindet.
Bei der Zuordnung eines Lehnwortes zur Ursprungsprache (siehe untenstehende Liste) kommt es nicht darauf an, aus welcher Sprache das Wort tatsächlich ursprünglich kommt, sondern nur, aus welcher Sprache heraus es in die Zielsprache übernommen wurde.
Neben den Lehnwörtern gibt es auch Lehnbedeutungen, Lehnbildungen, Scheinentlehnungen und Falsche Freunde.
- Beim Lehnwort wird das Fremdwort in Klang und Schriftbild an die eigene Sprache angeglichen, beispielsweise Fenster aus dem Lateinischen fenestra oder Grenze aus dem Polnischen (granica).
- Bei einer Lehnbedeutung wird die Bedeutung eines fremden Wortes übernommen und auf ein einheimisches Wort übertragen. Das gotische daupjan mit der Grundbedeutung untertauchen bekam unter dem Einfluss des griechischen baptizein die Bedeutung jemanden durch Untertauchen zum Christen machen (taufen), und das deutsche Wort schneiden erhielt vom englischen Ausdruck to cut a person die Zusatzbedeutung jemanden absichtlich nicht kennen; s. Begriffsübernahme.
- Bei der Lehnbildung gibt es drei Varianten:
- die Lehnübersetzung, wo ein meist zusammengesetztes Fremdwort Glied für Glied übersetzt wird: Beispiele sind Großvater von französisch grand-père oder Flutlicht vom englischen flood light.
- die Lehnübertragung, wo die fremden Bestandteile teilweise übersetzt werden, z.B. Wolkenkratzer von englisch skyscraper (wörtlich Himmelskratzer) oder Fernsprecher von Telephon (Fern-Klang).
- die Lehnschöpfung, wo unabhängig vom fremden Wort eine entsprechende deutsche Wortneubildung stattfindet um das Fremdwort zu ersetzen, z.B. Kraftwagen statt Automobil oder Wasserglätte statt Aquaplaning.
- Scheinentlehnungen sind Wörter, die so klingen, als kämen sie aus einer fremden Sprache, in dieser Sprache aber nicht existieren, z.B. Friseur (französisch coiffeur), Handy (englisch mobile phone), Smoking (englisch dinner jacket).
Ein Xenismus (v. griech.: xenos fremd) ist ein Wort oder eine Wortbildung, das eine neue Bedeutung aus einer fremden Sprache in die eigene Sprache hineinträgt, oder den Begriff der eigenen Sprache ersetzt oder verdrängt. Z.B. bedeutete "realisieren" in der deutschen Sprache immer "verwirklichen"; unter dem Einfluss des englischen "to realise" wird es aber immer mehr als Synonym für "bemerken" verwendet.
So wie die deutsche Sprache zu jeder Zeit durch fremde Begriffe verändert wurde, finden ebenso Germanismen in anderen Sprachen Aufnahme.
Lehnwörter nach Ursprungssprachen
Beispiele:
- Liste deutscher Wörter aus dem Arabischen
Aba - Admiral - Algebra - Algorithmus - Alkohol - Beduine - Chemie - Emir - Gibraltar - Harem - Kaffee - Kali/Kalium/alkalisch - Kalif - Laute - Matt - Mufti - Scheich - Tarif - Ziffer - Zucker
- Liste deutscher Wörter aus dem Chinesischen
Ketchup (ursprünglich Malayisch) - Kotau - Kuli - Taifun - Tee (südchinesischer Dialekt) - Tofu
siehe Liste deutscher Wörter in anderen Sprachen.
- Liste deutscher Wörter aus dem Englischen und Amerikanischen
Hier sind Wörter aufgelistet, die durch die englische Sprache in die deutsche Sprache gelangt sind, jedoch ihren Ursprung von australischen Ureinwohnersprachen haben. Siehe auch: Australisches Englisch
Bumerang - Känguru - Koala
Bob - lynchen ursprünglich aus dem irischen, ebenso wie Boykott - Quiz - Tanker
aus Großbritannien
clever - Film - Keks - Streik
Iglu - Kajak - Kanu - Anorak
Sauna
- Liste deutscher Wörter aus dem Französischen
Bistro (evtl. aus dem Russischen)
Achtung: Viele der folgenden Ausdrücke sind nur indirekte Lehnwörter aus dem Griechischen, denn
- es handelt sich um Wörter, die zwar ursprünglich aus dem Griechischen stammen, dann aber in eine andere Sprache übergingen und nachgewiesenermaßen erst von dort aus ins Deutsche entlehnt wurden
- es handelt sich um in der Neuzeit in modernen Sprachen aus griechischem Wortmaterial zusammengesetzte Bildungen, die im Griechischen in dieser Form nie existiert haben -- auch wenn sie teilweise heute in die Neugriechische Sprache zurück-übernommen worden sind.
- Liste deutscher Wörter aus dem Griechischen
- Liste deutscher Wörter aus dem Hebräischen
Amen - betucht - Chuzpe - Ganove - Guten Rutsch - Hals- und Beinbruch - Kassiber - Kluft - Kohl - Massel - meschugge - Messias - mies - Mischpoche - Pleite - Schmiere - schofel - Stuss - Sabbat - Schickse - Schlamassel - Schmiere - Tacheles - Tinnef - Tohuwabohu - Zoff
Jiddisch ist eine häufige Quelle für Hebraismen im Deutschen.
Vgl. auch: Jenische Sprache, Jiddisch, Lottegorisch (Carlsberg), Manisch, Masematte (Münster), Mattenenglisch, Rotwelsch, Sintitikes
- Liste deutscher Wörter aus dem Indischen
Dschungel - Gulli - Guru - Nirvana - Punsch - Pyjama - Shampoo - Yoga
Absinth - Algorithmus - Baldachin - Balkon - Basar - Kapern - Karawane - Kaviar - Khaki - Kiosk - Magier - Orange - Paradies - Pistazie - Pyjama - Rochade - Schach - Schal - Tambour - Tasse - Trabant - Tulpe - Jasmin
Antenne - Bank - Bankrott - Bilanz - Fango - Fumarole - Getto - Gorgonzola - Graffiti - Kanone - Kapital - Kartoffel - Kasse - Korridor - Kredit - Konto - Lava - Makkaroni - Marzipan - Melone - Mole - Mortadella - Mozzarella - Muskat - Netto - Parmesan - Peperoni - Pistazie - Pizza - Porto - Prokura - Rest - Risiko - Salami - Salto - Solfatare - Spaghetti - Zitrone - Zucchini sowie eine Vielzahl von Wörtern aus der Musik: Alt - Bass - Dur - Forte - Intermezzo - Mezzosopran - Moll - Piano - Sopran - Tenor
- Liste deutscher Wörter aus dem Japanischen
Bonsai - Bonze - Harakiri - Judo - Kamikaze - Karaoke - Karate - Kimono - Manga - Mikado - Tamagotchi
Es gilt sinngemäß dieselbe Einschränkung wie oben bei den Gräzismen:
- Liste deutscher Wörter aus dem Lateinischen
Auster - Boss - Korfball - Matrose - Matjes - Abstecher - Stillleben - bugsieren
Aloha - Tätowierung - Tabu
Blinse (sächsisch) - Karst - Kren (österreichisch) - Kukuruz (Austriazismus) - Petschaft - Quark (Lebensmittel) - Ranzen - Vampir - Weichsel (Austriazismus) - Wodka
Jause
Penunze - Jauche - Kalesche - Gurke - Grenze - Peitsche - Säbel - Solidarność - Szlachta - Zloty
- Liste deutscher Wörter aus dem Russischen
Agitprop - Apparatschik - Bolschewismus– Datsche - Droschke - Intelligenzia - Kalaschnikow - Kosmonaut - Molotowcocktail - Perestroika - Podsol - Pogrom - Politbüro - Rubel - Sputnik - Werst - Zar
Brimsen (österreichisch)
Fjord - Geysir - Hummer - Knäckebrot - Ombudsmann - Rentier - Ski - Slalom - Troll
- Liste deutscher Wörter aus dem Spanischen
Buchtel (Austriazismus) - Kolatsche (Austriazismus) - Powidl (Austriazismus) - Roboter - Polka - Tuchent (Austriazismus)
Döner Kebab - Tulpe
Dolmetscher - Gulasch - Husar - Kutsche - Palatschinke - Paprika - Salamitaktik (unklar) - Tokajer - Tolpatsch
Kategorie:Historische Linguistik
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ja:外来語
Deutsche Sprache
Die deutsche Sprache (Hochdeutsch und Niederdeutsch) zählt zur indoeuropäischen Sprachfamilie (in Deutschland abweichend auch indogermanische Sprachfamilie genannt), spezifisch zu den westgermanischen Sprachen.
Geschichte
Hauptartikel: Deutsche Sprachgeschichte
Als hochdeutsche Sprache bezeichnet man zunächst alle germanischen Dialekte, die im frühen Mittelalter an der zweiten oder althochdeutschen Lautverschiebung beteiligt waren (alemannisch, bairisch, ost-, rhein-, mittelfränkisch, ostmitteldeutsch = ober- und mitteldeutsche Mundarten = hochdeutsche Mundarten). Die germanischen Dialekte, die diese zweite germanische Lautverschiebung nicht oder nur zu einem sehr geringen Teil mitgemacht haben, bezeichnet man seit der frühen Neuzeit als niederdeutsche Sprachen (niedersächsisch und niederfränkisch).
Das Wort „teutsch“ (deutsch) bildete sich dabei innerhalb des Lateinischen aus dem germanischen Wort für „Volk“ (thioda, thiodisk) heraus und bezeichnete die Sprache der nicht lateinisch (und nicht romanisch) sprechenden Bevölkerung. Die ältere Bezeichnung „fränkisch“ für die eigene Sprache traf etwa seit dem 9. Jahrhundert nicht mehr eindeutig zu, nachdem einerseits die westfränkische Oberschicht im späteren Frankreich den romanischen Dialekt der einheimischen Bevölkerung übernommen hatte und andererseits das Ostfrankenreich auch nicht-fränkische Stämme wie die Alemannen, die Bayern, die Thüringer und die (Nieder-)Sachsen umfasste.
Da während des ganzen Mittelalters im Unterschied zu den Nachbarländern in dem Land der Teutschen stark territorial zersplitterte politische Strukturen existierten, entwickelten sich die zum Teil extrem unterschiedlichen deutschen Dialekte (deutsche Mundarten) lange parallel nebeneinander her.
Einen ersten Ansatz zu einem überregionalen Ausgleich der Mundarten hat man teilweise in der mittelhochdeutschen Dichtersprache der höfischen Dichtung um 1200 sehen wollen. In der Tat ist teilweise das Bemühen der Dichter zu erkennen, nur regional verständliches Vokabular und dialektale lautliche Besonderheiten zu vermeiden, um ein überregionales Verständnis ihrer Werke zu ermöglichen; andererseits muss aber die Breitenwirkung der an den Fürstenhöfen tätigen Dichter zu einer Zeit, als nur eine verschwindend geringe Minderheit der Bevölkerung alphabetisiert war und Zugang zu dieser elitären Kunst hatte, als äußerst gering eingeschätzt werden. Der Beginn der neuhochdeutschen Schrift- und Standardsprache kann daher erst in überregionalen Ausgleichsprozessen des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit gesehen werden.
Während die Standardsprache in den meisten europäischen Ländern aus dem Dialekt der jeweiligen Hauptstadt hervorgegangen ist, stellt die heutige deutsche Hochsprache (Standardsprache) eine Art „Kompromiss“ zwischen den mittel- und oberdeutschen Dialekten südlich der Benrather Linie dar.
Benrather Linie
In Norddeutschland hat sich das Hochdeutsche, vor allem im Gefolge der Reformation als Amts- und Schulsprache gegen das Niederdeutsche (Plattdeutsche/Niedersächsische und Niederfränkische) durchgesetzt. Zur Blütezeit der Hanse fungierte das Niederdeutsche als Verkehrssprache im gesamten Nord- und Ostseeraum. Auch die Niederländische Sprache ist eine niederfränkische und daher niederdeutsche Sprache.
Martin Luther übersetzte 1521 das Neue Testament und 1534 das Alte Testament in die sich damals noch entwickelnde neuhochdeutsche Schriftsprache. Die dort verwendete Sprache in einer ostmitteldeutschen Färbung prägte durch die religiöse Bedeutung Luthers ganze Generationen. Es muss aber angemerkt werden, dass Luthers Bedeutung im Hinblick auf die Entstehung der Neuhochdeutschen Schriftsprache lange Zeit überschätzt wurde. Bereits seit dem 14. Jahrhundert bildete sich allmählich eine immer stärker überregional geprägte Schriftsprache heraus, die man auch als Frühneuhochdeutsch bezeichnet. Die Herausbildung der hochdeutschen Schriftsprache war im 17. Jahrhundert zum Großteil abgeschlossen. Durch die Beseitigung der so genannten Letternhäufelung im 18. Jahrhundert wurde das seitdem in Grundzügen kaum veränderte deutsche Schriftbild abgerundet.
Die Geschichte der deutschen Sprache wird häufig in vier Abschnitte (Sprachstufen) unterteilt:
- 750 – 1050: Althochdeutsch
- 1050 – 1350: Mittelhochdeutsch
- 1350 – 1650: Frühneuhochdeutsch
- ab 1650: Neuhochdeutsch
Johann Christoph Adelung veröffentlichte 1781 das erste große Wörterbuch. Jacob und Wilhelm Grimm begannen 1852 mit der Herausgabe des umfassendsten Deutschen Wörterbuchs, das 1961 vollendet wurde, aber seither einer Überarbeitung unterzogen wird.
Die deutsche Rechtschreibung wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts zunehmend normiert. Ein Durchbruch zu einer deutschen „Einheitsschreibung“ gelang mit dem „Orthographischen Wörterbuch der deutschen Sprache“ von Konrad Duden (1880), das in der Rechtschreibreform von 1901 in leicht veränderter Form zur Grundlage der amtlichen Rechtschreibung erklärt wurde. Erst 1996 kam es zu einer erneuten Rechtschreibreform. Siehe dazu auch Geschichte der deutschen Rechtschreibung.
In der Bundesrepublik Deutschland ist Hochdeutsch:
- nach § 23 Verwaltungsverfahrensgesetz (BVwVfG) als Amtssprache,
- nach § 5 Beurkundungsgesetz als Sprache für notarielle Urkunden,
- nach § 184 Gerichtsverfassungsgesetz als Gerichtssprache festgelegt.
Besondere Regelungen gelten für die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein sowie für die Sorben in Brandenburg und Sachsen; mittlerweile aber auch für die niederdeutsche Sprache.
In Österreich ist laut Artikel 8. (1) Bundes-Verfassungsgesetz (BVG) die (hoch-)deutsche Sprache, unbeschadet der den sprachlichen Minderheiten eingeräumten Rechte, die Staatssprache der Republik.
In Liechtenstein ist Deutsch die alleingültige Amtssprache. Es kennt keine Minderheitensprachen.
Hochdeutsch als Amtssprache (neben anderen Sprachen)
- Belgien (mit Französisch und Niederländisch)
- Luxemburg (mit Luxemburgisch und Französisch)
- Schweiz (63 % deutsch) (auf gesamtstaatlicher Ebene neben Französisch, Italienisch und Rätoromanisch; in 17 von 26 Kantonen alleinige Amtssprache, in 4 weiteren Amtssprache neben anderen Sprachen)
- Italien: nur regional in Südtirol (mit Italienisch und Ladinisch; in anderen Regionen: Aostatal: Französisch; Friaul: Slowenisch jeweils mit Italienisch)
- Dänemark: in Gebieten der deutschen Minderheit (Sønderjylland) (neben Dänisch)
- Namibia (seit Juni 1984 mit Afrikaans und Englisch, seit der Unabhängigkeit Namibias 1990 nicht mehr Amtssprache)
- Russland: Anerkannte Verkehrssprache der deutschstämmigen Bevölkerung in den beiden westsibirischen Nationalkreisen Asowo (Gebiet Omsk) und Halbstadt (Altai-Region).
Deutsch ist zudem eine Amtssprache der Europäischen Union und eine Arbeitssprache der Vereinten Nationen.
Dass Deutsch beinahe Amtssprache der USA geworden wäre, ist ein Gerücht, das auf eine Fehlinterpretation zurückzuführen ist (Mühlenberg-Legende, siehe auch Deutsche Sprache in den USA).
Als Minderheitensprache
- Argentinien 300.000
- Australien 200.000 oder mehr ( 2 Millionen Deutschstämmige)
- Belgien 112.458
- Brasilien (1.900.000)
- Chile (100.000)
- Dänemark 20.000
- Estland 3.460
- Frankreich: von den 1.200.000 potenziell deutschsprachigen Elsässern und Lothringern spricht nur noch ein kleiner Teil den angestammten Dialekt
- Italien 330.000
- Kanada 500.000 oder mehr (2,8 Millionen Deutschstämmige, siehe Auswärtiges Amt).
- Kasachstan 358.000
- Kroatien 11.000
- Lettland 3.780
- Litauen 2.060
- Moldawien 7.300
- Namibia 30.000
- Niederlande 47.775
- Paraguay 200.000
- Polen 170.000
- Rumänien (70.000.)
- Russland: europäischer Teil (75.000), Sibirien (767.300)
- Slowakei 12.000
- ((Südafrika)) 300.000-500.000 (100.000 Passdeutsche, 1 Million Deutschstämmige, siehe Auswärtiges Amt).
- Togo
- Tschechien 50.000
- Ukraine 38.000
- Ungarn 145.000
- Vereinigte Staaten von Amerika 6.100.000 , insbes. Pennsylvaniadeitsch s. Kapitel Pennsylvania Dutch
Siehe auch: Deutschsprachige Minderheiten
Als Fremdsprache
Deutsch (Hochdeutsch) wird in vielen Ländern als Fremdsprache gelehrt; in Europa ist es nach Englisch am weitesten verbreitet. Besonders häufig wird Hochdeutsch als Fremdsprache in den Niederlanden, Skandinavien, Baltikum, Slowenien, Kroatien, Polen, Japan, Bosnien und Herzegowina, der romanischen Schweiz, Serbien, Ungarn, Montenegro, Mazedonien und Bulgarien gewählt. Teilweise gilt Deutsch in diesen Ländern als erste Schulfremdsprache und steht damit noch vor dem Englischen. Auch in Weißrussland wird Deutsch oft an Schulen unterrichtet.
In anderen Ländern, so zum Beispiel in Frankreich und den USA, verliert Deutsch zunehmend an Bedeutung gegenüber Spanisch.
In Ostasien (Japan) wurde im 19. und 20. Jahrhundert Deutsch als Medizinsprache verwendet (an Stelle von Latein).
Nach einer Erhebung der Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache, der u. a. das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut angehören, gab es 2000 die meisten Deutschlerner in:
- Russische Föderation: 4.657.500
- Polen: 2.202.708
- Frankreich: 1.603.813
- Tschechien: 799.071
- Ukraine: 629.742
- Ungarn: 629.472
- Kasachstan: 629.874
- Niederlande: 591.190
- USA: 551.274
Deutsch ist heute die nach Englisch am meisten verwendete Sprache im Internet (gefolgt von Französisch, Japanisch, Spanisch und Chinesisch). Mehr als acht Prozent aller Seiten im Internet sind auf Deutsch.
(Internetseiten auf Englisch:Cirka 50 %)
Im Zuge der Kolonialisierung entstand im heutigen East New Britain das so genannte Unserdeutsch, das weltweit einzige Kreoldeutsch. Diese Sprache ist jedoch mittlerweile fast ausgestorben, da die meisten Sprecher auswanderten.
Außerdem haben sich in Papua-Neuguinea bis zu 150 Wörter deutschen Ursprungs in der Sprache Tok Pisin erhalten.
Aussprache
Siehe Aussprache der deutschen Sprache.
Grammatik
siehe dazu deutsche Grammatik
Rechtschreibung
Siehe dazu deutsche Rechtschreibung.
Textsammlungen
Beim Projekt Gutenberg-DE gibt es Texte von über 1000 Autoren. Wikisource enthält mehr als 2000 deutschsprachige Werke.
Siehe auch: Deutsche Literatur, Sprichwörter,
Deutschsprachige Schriftsteller: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Die Einteilung der deutschen Dialekte beruht auf Untersuchungen des 19. Jahrhunderts. In gleicher Zeit begann die Herausbildung von Umgangssprachen als einer Art Mischform zwischen Standardsprache und Dialekt. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts verdrängen die Umgangssprachen die alten Dialekte.
- Mitteldeutsch
- Westmitteldeutsch (siehe auch: Fränkische Sprache)
- Mittelfränkisch (Ripuarisch, Moselfränkisch, Luxemburgisch)
- Rheinfränkisch (Pfälzisch, Hessisch)
- Ostmitteldeutsche Sprache
- Thüringisch-Obersächsisch, (Kolonialdialekte)
- Berlin-Brandenburgisch (Mischform mit Ostniederdeutsch)
- Ostmitteldeutsche Dialekte
- Lausitzische Dialekte
- Ermländisch
- Fränkisch im Übergangsbereich zwischen dem Oberdeutschen und Mitteldeutschen (Wird häufig dem Oberdeutschen zugeordnet.)
- Ostfränkisch, umgangssprachlich "Fränkisch"
- Mainfränkisch
- Süd-Rheinfränkisch
- Oberdeutsch
- Alemannisch
- Schwäbisch
- Elsässisch
- Niederalemannisch (darunter auch schweizerdeutsche Dialekte)
- Hochalemannisch (darunter auch schweizerdeutsche Dialekte)
- Höchstalemannisch (schweizerdeutsche Dialekte)
- Bairisch
- Südbairisch
- Mittelbairisch
- Nordbairisch
Niederdeutsche Sprachen
- Niederdeutsch
- Niedersächsisch
- Niederfränkisch
Niederdeutsch bzw. die niederdeutschen Sprachen zeigen bedeutende phonologische, morphologische und lexikal-semantische Unterschiede gegenüber den übrigen deutschen Mundarten. Diese Sprachgruppe hat die zweite hochdeutsche Lautverschiebung nicht mitvollzogen.
Das Niedersächsische, das in Deutschland und in den Niederlanden gesprochen wird und gemeinhin in Norddeutschland als Niederdeutsch oder Plattdeutsch (Plattdüütsch) bezeichnet wird (in den Niederlanden als „nedersaksisch”) wird auch als Teil einer niederdeutschen Sprachgruppe aufgefasst.
Mittlerweile hat das Niedersächsische infolge der Sprachencharta des Europarats einen offiziellen Status als Regionalsprache erhalten, weil die Länder Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen Niedersächsisch für einen Schutz gemäß Teil III der Sprachencharta angemeldet haben. Vermutlich kann dennoch sein allmähliches Aussterben nicht aufgehalten werden.
Das Niederfränkische lebt weiter im Niederländischen. Auch die ursprünglichen Dialekte am Niederrhein (Kleve, Wesel, Duisburg, Mülheim an der Ruhr) sowie die alten Mundarten im Ostbergischen gehörten dem niederfränkischen Zweig an. Sie sind seit dem Zweiten Weltkrieg praktisch im Aussterben.
Die Mundarten des Gebietes zwischen der Uerdinger Linie (Ik-/Ich-Linie) und der Benrather Linie (Maken-/Machen-Linie) (Düsseldorf, Mönchengladbach, Krefeld, Neuss) weisen sowohl niederfränkische als auch mittelfränkische Züge auf und sind ein mundartliches Übergangsgebiet zwischen den hochdeutschen und den niederfränkischen Mundarten.
Einflüsse anderer Sprachen auf die deutsche Sprache
Durch ihre zentrale Lage in Europa wurde die deutsche Sprache über die Jahrhunderte durch andere Sprachen beeinflusst. Im Mittelalter und der Zeit davor war es vor allem die lateinische Sprache, aus der sich die deutsche Sprache bediente. So sind viele alltägliche Wörter, vor allem aus Architektur, Religion und Kriegswesen (z. B. Fenster, Keller, Karren, dominieren, Kloster), aus dem Lateinischen entlehnt. Auch die griechische Sprache hat das Deutsche in Religion, Wissenschaft und Philosophie stark beeinflusst (z. B. Philosophie, Physik, Demokratie, Krypta).
Später war es dann vor allem die französische Sprache, die großen Einfluss auf das Deutsche ausübte. Da nach dem Dreißigjährigen Krieg an vielen Höfen französisch gesprochen wurde und selbst preußische Könige diese Sprache besser beherrschten als Deutsch und letzteres, frei nach Voltaire, nur zur Kommunikation mit Soldaten und Pferden gebraucht wurde, kamen vor allem Wörter aus dem vornehmen Bereich in die deutsche Sprache (z. B. Boulevard, Trottoir, Konfitüre).
Auch aus den slawischen Sprachen (z. B. Grenze, Pistole), dem Jiddischen und dem Rotwelsch (z. B. Zoff, meschugge, Mischpoke, Schockse) kamen einige Wörter ins Deutsche, jedoch war der Einfluss dieser Sprachen im Vergleich zu den vorgenannten wesentlich geringer.
In Handel, Botanik und Medizin lassen sich auch einige Einflüsse aus dem Arabischen ausmachen, die verstärkt im Mittelalter beispielsweise durch die Kreuzzüge nach Europa und somit auch nach Deutschland kamen. Aber auch in alltäglichen Begriffen wie Koffer, Benzin oder Limonade lassen sich arabische Einflüsse bzw. Ursprünge nachweisen.
Ab Mitte des 20. Jahrhunderts nahm in Deutschland das Englische zunehmend Einfluss auf die deutsche Sprache (Anglizismen). Diese Entwicklung wird von einigen skeptisch betrachtet. Kritiker bringen vor, es handle sich oftmals (z. B. bei Handy) um Pseudo-Englisch, für das es genügend deutsche Synonyme gebe.
Auch technische Zwänge bei der Synchronisation englischsprachiger Filme üben mittlerweile einen Einfluss auf das Deutsche aus. Um Lippensynchronizität zu gewährleisten, werden Worte und Redewendungen kreiert, die zuvor im Deutschen nicht üblich waren, sich dann aber später in der Umgangssprache durchsetzen (z.B. "Oh mein Gott" statt "Um Gottes Willen" als Übersetzung für "Oh my God"). "Verdeckte" Anglizismen gibt es mittlerweile auch aus anderen Gründen: So ist der heute sehr gebräuchliche Ausdruck "nicht wirklich" die wortwörtliche Übersetzung von "not really" und bedeutet demzufolge soviel wie "eigentlich nicht" – allerdings hat sich der Ausdruck inzwischen verselbständigt.
Eine Sprachpolitik, wie sie unter anderem in Frankreich und Island betrieben wird, um eine Anreicherung der Sprache mit Anglizismen zu unterbinden, findet in Deutschland seit Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr statt. Gründe hierfür sind möglicherweise in der Sprachpolitik des Nationalsozialismus zu suchen. Andere verwerfen solche Bemühungen unter Verweis auf Joachim Heinrich Campe als Sprachpurismus.
Literatur zu Kontakten der deutschen Sprache
- Johannes Bechert/Wolfgang Wildgen: Einführung in die Sprachkontaktforschung. Darmstadt, Wiss. Buchgesellschaft, 1991
- Csaba Földes: Kontaktdeutsch. Zur Theorie eines Varietätentyps unter transkulturellen Bedingungen von Mehrsprachigkeit. Tübingen, Verlag Gunter Narr, 2005
- Claudia Maria Riehl: Sprachkontaktforschung. Tübingen, Narr, 2004
Wie das Deutsche in anderen Sprachen heißt
Aufgrund der sehr wechselhaften Geschichte Deutschlands gibt es in den Sprachen der Welt mehr unterschiedliche Formen für den Namen der deutschen Sprache als für die meisten anderen Sprachen der Welt.
Allgemein kann man die Namen der deutschen Sprache aber aufgrund ihrer Herkunft in sechs Gruppen zusammenfassen.
Anmerkung: In der Vergangenheit war im Rumänischen die dem Slawischen entlehnte Form nemţeşte üblich, aber heute wird im Rumänischen vorwiegend das Wort germană benutzt. Das ungarische német ist auch aus dem Slawischen entlehnt, ebenso der Name Österreichs im Arabischen, an-Nimsā (النمسا).
Siehe auch
- Jiddisch
- Rotwelsch
- »BRD-Sprache« und »DDR-Sprache«, Duden als Sprachwächter
- Schweizer Hochdeutsch, Schweizerdeutsch
- Sprachgebrauch in Österreich
- Belgranodeutsch
- Deutschsprachiger Raum
- Institut für Deutsche Sprache
- Gebärdensprache im deutschsprachigen Raum
- Moselromanisch
- Deutsche Sprache in Namibia
- :Kategorie:Deutsche Sprache
- Variantenwörterbuch des Deutschen
- Pennsylvania Dutch, Hutterisch, Texasdeutsch
- Riograndenser Hunsrückisch
- Deutsche Redewendungen
- Studentensprache
- Liste deutscher Wörter in anderen Sprachen
- Liste der häufigsten Wörter der deutschen Sprache
Weblinks
- [http://www.ids-mannheim.de Institut für deutsche Sprache, Mannheim]
- [http://www.gfds.de/ Gesellschaft für deutsche Sprache, Wiesbaden]
- [http://wortschatz.uni-leipzig.de/index.html Wortschatz der deutschen Sprache]
- [http://www.dwb.uni-trier.de/ Grimm, Deutsches Wörterbuch]
- [news:de.etc.sprache.deutsch Newsgroup zur deutschen Sprache] ([http://groups.google.com/groups?q=de.etc.sprache.deutsch de.etc.sprache.deutsch bei Google], [http://faql.de FAQs zur Newsgroup])
- [http://www.canoo.net/index.html Rechtschreibung mit Online-Prüfung, Grammatik, Morphologie und anderes]
- [http://www.woerterbuch.info/ woerterbuch.info - Deutsch-Englisch Wörterbuch mit 600.000 Übersetzungen und 125.000 Synonymen]
- [http://www.deutsche-sprachwelt.de Magazin Deutsche Sprachwelt]
Eine Übersicht über die Beiträge in Wikipedia zum Thema Sprache bietet das Portal:Sprache.
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Germanisch
Kategorie:Einzelsprache
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als:Deutsche Sprache
ja:ドイツ語
ko:독일어
ms:Bahasa Jerman
simple:German language
th:ภาษาเยอรมัน
DekorationAls Dekoration bezeichnet man Dinge zur schmückenden Ausgestaltung einer Gegebenheit:
# Theaterdekoration (siehe Bühnenbild)
# Ausschmückung eines Raumes, eines Tisches, eines Schaufensters usw.
# Auszeichnungen (siehe Verdienstorden)
Siehe auch: Schmuck, Ornament
Hut
Der Hut ist eine Kopfbedeckung mit einer Krempe.
Funktion
Das Tragen einer Kopfbedeckung im Allgemeinen oder eines Hutes im Besonderen hängt stark von der Mode ab. Der Hut stellt in vielen Kulturen ein Symbol für einen sozialen Status oder die Gruppenzugehörigkeit dar. Hüte werden sowohl von Frauen als auch von Männern getragen, heute selten von Kindern. Früher waren sie grundsätzlich ein unentbehrlicher Bestandteil der Ausgehkleidung.
Die eigentliche Funktion des Hutes war die Funktion als Kopfbedeckung zum Schutz gegen Kälte oder Hitze. Heute werden an Stelle des Hutes oft Mützen, Kopftücher oder Kappen (Baseballkappe) dafür verwendet. Allerdings werden heute insgesamt viel weniger Kopfbedeckungen getragen als in früheren Zeiten.
Kulturgeschichte
Griechen
Die Griechen gingen meist barhäuptig, nur der Handwerker setzte die runde Kappe, den Pilos, auf. Der vornehme Grieche trug auf Reisen oder bei der Jagd den breitrandigen Petasos oder die Kausia, die an einer Schnur hängend auch auf dem Rücken getragen werden konnte.
Römer
Runde und spitze Hüte waren bei den Römern vor allem bei Schauspielen, Festen und bei heiligen Riten gebräuchlich. Man erhob im Römischen Reich den Hut zum Symbol der Freiheit, weshalb freigelassene Sklaven bei ihrer Freilassung einen Hut erhielten.
Brutus und Cassius ließen nach der Ermordung Caesars auf Münzen einen Hut zwischen zwei Dolchen anbringen, auch dies zum Zeichen der Freiheit nach der Alleinherrschaft. Dies ahmte man in den Niederlanden nach, als man die spanische Herrschaft abgeschüttelt hatte.
Erst nach dem Tod Neros wurde die Sitte verbreiteter, Hüte auch im Alltag aufzusetzen.
Deutschland
In Deutschland kommen Hüte zuerst im 10. Jahrhundert vor. So ist der Strohhut ein Abzeichen des Stammes der Sachsen. Sehr verschiedene Formen gab es dann bereits im 12. und 13. Jahrhundert. Seit 1360 sind auch Hutmacher bekannt (Nürnberg).
Im 16. Jahrhundert trug man in Deutschland - wie auch in Holland und der Schweiz hohe, spitz zulaufende Hüte mit breiter Krempe, wie man sie bei festlichen Gelegenheiten noch heute in Tirol und in der Schweiz sehen kann. Auch die Form des Zylinders findet sich bereits im 16. Jahrhundert.
Hüte waren auch von jeher Symbol politischer Gesinnung gewesen. In Schweden gab es sogar eine Partei, die sich Hüte nannte. Bereits vor 1848 war das Tragen eines grauen Filzhutes mit breitem Rand Zeichen einer demokratischen Gesinnung. Nach 1849 wurden deshalb Träger dieser Heckerhüte genannten Kopfbedeckungen polizeilich verfolgt.
Europa
In Spanien mußten Juden gelbe spitze Hüte tragen.
In Frankreich wurden Bankrotteure mit grünen Hüten zur Schau gestellt.
Geweihte Hüte
Der Papst verschenkte in früheren Zeiten Hüte, die er in der Christnacht geweiht hatte, an verdiente Fürsten und Feldherren oder an solche, die er zu gewinnen suchte. Den letzten derartigen Hut erhielt Feldmarschall Daun nach der Schlacht bei Hochkirch.
Kirchenhüte
Die Pronotarien der päpstlichen Kurie tragen einen schwarzen Hut mit Quasten. Die Kardinäle haben einen roten Hut mit 15 Quasten, der Erzbischof einen mit 10, der Bischof einen mit 6 und der Abt einen solchen mit 3 Quasten auf jeder Seite.
Fürstenhüte
Weltliche Fürsten trugen den so genannten Fürstenhut, der zwischen der Grafen- und der Königskrone stand. Der Kurhut der deutschen Kurfürsten wich vom Fürstenhut ab: er besaß keine Metallspangen.
Kurfürst
Hüte heute
Der Hut hat seit den 1950er Jahren weitgehend die Verwendung als allgemeine Kopfbedeckung eingebüßt. Mit der Verringerung der Menge der Hüte ging auch die Bedeutung einiger damit verbundener Gegenstände wie Hutständer und Hutschachtel zurück. Ebenso verlor das Hutmacherhandwerk (Putzmacherei) an Bedeutung.
Besondere Hüte
Besonders prachtvolle Hüte sieht man oft in alten deutschen Filmen. Zum Beispiel trug Adele Sandrock ausgesprochen prächtige Hüte. International bekannte Hutträgerinnen im 20. Jahrhundert und weiterhin sind die britische Königin Elisabeth II. und die schwedische Königin Silvia.
Bekanntes "Hutevent" ist das Pferderennen auf der königlichen Pferderennbahn in Ascot, bei dem das weibliche Publikum mit phantasievollen Hutkreationen wetteifert. Die Herren tragen meist einen grauen Zylinder zum Cut.
Klassifikation
Man unterscheidet u.a.:
- Filzhut oder Fedora (Filzhut)
- Klapphut (Chapeau Claque)
- Melonenhut auch Bowler (Hut) (nur in England) oder Homburg
- Panamahut besonders luftiger Sommerhut
- Sombrero besonders breite Krempe
- Trilby Jägerhut
- Borsalino eleganter Hut, zugleich italienischer Hersteller
- Strohhut auch "Kreissäge", Malelot, Boater
- Zylinderhut
- Dreimaster
- Dreispitz
- Tweedhut weich, leger
Siehe auch: Hut (Heraldik), Toque, Eiserner Hut, Mütze, Liste der Kleidungsstücke
Bekleidung
Gürtel
Ein Gürtel (Cingulum) ist ein um den Körper oder Teile davon getragenes Band, Geflecht etc., das zum Zusammenhalt der Kleider (daher Leib-, Arm-, Kniegürtel etc.) diente oder auch, wie im Mittelalter, lediglich als Schmuck. In vielen Kulturen war es auch ein Zeichen für Jungfräulichkeit, nach der griechischen Mythologie verlieh ihr Gürtel der Göttin Aphrodite ihren Liebreiz.
Da die Männer den Gürtel um die Lenden trugen, so heißt noch jetzt "die Lenden gürten" soviel wie sich zur Reise anschicken.
Im Mittelalter und in der Renaissancezeit diente der Gürtel auch als Wehrgehänge zur Aufnahme des Schwerts. Die Prunkgürtel der Männer und Frauen waren von Leder, Brokat, Samt, Seide und anderen kostbaren Stoffen und mit Goldschmuck, Edelsteinen, Glasflüssen, Stickereien etc. geziert. Für den weiblichen Bedarf werden neben Gürteln auch Gürtelketten gefertigt. An letzteren hingen in dieser Zeit meist Kreuze, Spiegel, Fächer, Taschen, Schlüssel und ähnliche Gebrauchsgegenstände.
Es gab auch Gürtel aus Metallgliedern und Kettenschnüren. Solche Gürtel aus der Bronzezeit sind häufig in Gräbern gefunden worden.
Heutzutage gibt es Gürtel für die Beinkleider (Hose für Mann und Frau, Rock für die Frau) aus mehr praktischen (Halt) als dekorativen Gründen. Fast jedes Beinkleid hat Gürtelschlaufen, um Gürtel einzuführen. Während Männer den Gürtel links einschlaufen, ist es bei Frauen umgekehrt. Dementsprechend sind auch die Gürtelschnallen seitenverkehrt. Breite Gürtel sind oft rundgeschnitten, um eine bessere Anpassung an die Körperform zu erreichen.
Zum Verschluss von Gürteln dienen Schnallen, Koppelschlösser und Haken; Gürtel ohne spezielles Schließteil können, falls sie aus hierfür geeignetem Material bestehen, durch Knoten geschlossen werden (sog. "Bindegürtel").
Schutzgürtel sollen bei manchen Sportarten (z. B. Gewichtheben, Kraftdreikampf) die Muskulatur schützen.
Gürtel (hier auch zum Teil: Leibriemen beziehungsweise Einsatzgürtel) werden auch verwendet, um Gegenstände am Gürtel zu befestigen:
- Vollzugs- und Sicherheitskräfte zum Beispiel Dienstwaffe, Mobiltelefone, Taschenlampen, Schlüsselbund und so weiter.
- Soldaten im Gefechtsanzug zum Beispiel Dienstwaffe (nur Offiziere und Generäle), Magazintaschen, ABC-Schutzmaske und Klappspaten. Siehe Munitionsgürtel
- Feuerwehrsicherheitsgurte (früher: Hakengurte) mit Ringöse und Karabinerhaken bei der Feuerwehr
Im Kampfsport dient der (Texil-)Gürtel (Obi) auch zur Anzeige des Fortschrittsgrades eines Kämpfers.
In der "Schwarzen Pädagogik" und heute vermehrt auch im Bereich des BDSM werden Gürtel, insbesondere solche aus Leder, auch als Züchtigungsinstrument verwendet.
Siehe auch:
- Gurt
- Gürtelgehänge
- Nierengürtel
Kategorie:Kleidung
Kategorie:Führungs- und Einsatzmittel
Kategorie:Züchtigungsinstrument
ja:ベルト
TascheHier wird die Tasche als Behältnis behandelt; für andere Bedeutungen → Tasche (Begriffsklärung).
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Eine Tasche ist ein Behältnis zum Transportieren von Gegenständen.
Es gibt verschiedene Arten von Taschen:
- Eine Aktentasche ist eine Tasche im Format etwas größer als ein DIN A4-Blatt zum Tranportieren von Schriftstücken.
Schriftstück
- Eine Reisetasche ist ein Gepäckstück, mit dem v.a. Kleidung auf Reisen transportiert wird.
- In einer Sporttasche wird Sportkleidung und ggfs. Sportgeräte transportiert.
- Handtaschen und Brieftaschen sind kleine, z.T. modische Taschen, die unterwegs mitgeführt werden. Diese enthalten Gegentstände des täglichen Bedarfs wie Taschentücher oder Ausweispapiere. Während Damenhandtaschen über die Schulter gehängt werden, werden Herrenhandtaschen am Handgelenk getragen.
- Eine Kuriertasche ist eine Tasche, mit einem Riemen, die über die Schulter gehängt wird und vor allem für Fahrradkuriere entworfen wurde.
- Bauchtaschen (auch: Wimmerl oder Hüfttaschen) sind kleine Taschen, die um die Hüfte geschnallt werden.
- Fototaschen werden i.d.R. um die Schulter gehängt und dienen dem Transport von Fotoapparaten und Zubehör.
Taschen haben Griffe oder Henkel. Sie bestehen, je nach Art und Verwendungszweck, zumeist aus Leder oder Kunstofffasern und sind relativ flexibel.
Außerdem sind in viele Kleidungsstücke, vor Allem in Hosen und Jacken, kleinere Taschen eingenäht.
Siehe auch
- Ranzen
- Koffer
- Gepäck
- Beutel
- Sack
- Rucksack
- Tüte
Kategorie:Behälter
Weblinks
- [http://margarete.meggle-freund.de/content/view/16/54/ margarete.meggle-freund.de] - Magisterarbeit zum Gebrauch von Taschen, Grundsatzaussagen zum zeichenhaften Gebrauch von Dingen
ReliefRelief (von lat.: relevare = in die Höhe heben) bedeutet
#in der Kunst eine plastische Darstellung aus einem Hintergrund heraus, siehe Relief (Kunst)
#in der Geologie die Höhengestaltung der Erdoberfläche, siehe Relief (Geologie)
#in der Kartographie eine dreidimensionale Darstellung eines Teils der Erdoberfläche, siehe Relief (Kartographie)
AllegorieDie Allegorie (griechisch αλληγορία = etwas anders ausdrücken) ist eine personale oder gegenständliche Darstellung eines abstrakten Sachverhaltes und in der Rhetorik eine Stilfigur, die einen bildhaften Ausdruck für einen abstrakten Sachverhalt anwendet; eine ausgeführte, über ein Einzelwort hinausgehende Metapher.
Eine Allegorie dient dazu, abstrakte Begriffe mit Hilfe von Personifikationen und Symbolen bildlich darzustellen. Eine Allegorie ist von vorneherein auf ihre Deutung hin konstruiert. Vom Hörer oder Betrachter erfordert die Allegorie einen Gedankensprung vom Gesagten oder bildlich Dargestellten zur gemeinten Bedeutung.
Für den Betrachter, der mit den geistigen oder historischen Zusammenhängen, aus denen die Allegorie heraus konstruiert wurde, nicht vertraut ist, bleibt ihr Sinn oft dunkel. So ist z.B. der mit allegorischen Figuren bevölkerte Deckenhimmel in barocken Schlössern ohne Anleitung kaum zu verstehen.
Allegorie und Symbol
Symbol
Ein Symbol ist ein Zeichen, das einen tieferen Sinn andeutet, das in unterschiedlichen Zusammenhängen benutzt und eingesetzt werden kann und das im allgemeinen leicht zu verstehen oder in seiner Bedeutung intuitiv zu erfassen ist. Dagegen ist die Allegorie auf eine bestimmte Deutung hin konstruiert. In Allegorien können Symbole verwendet werden, so trägt z.B. die Allegorie der Gerechtigkeit als Symbol für unparteiisches Urteilen eine Augenbinde.
Im Gegensatz zum Symbol, das alle Völker und Religionen kennen, ist die Allegorie eine Erscheinung, die vor allem in der abendländisch-westlichen Kultur zu beobachten ist.
Beispiele
Die Allegorie kann auch als bildhafte Personifikation eines Staates verwendet werden. In der Form einer Nationalallegorie finden wir beispielsweise für das Deutsche Reich die Germania, für die Schweiz die Helvetia, für Großbritannien die Britannia oder für die USA die Lady Liberty.
Lady Liberty
- Der Tod als Gerippe (das Fleisch vergeht) und mit der Sense (er trifft alle).
- Die Gerechtigkeit als Frau (Justitia; "iustitia" ist im Lateinischen weiblich) mit verbundenen Augen (ohne Ansehen der Person), in der einen Hand eine Waage (genau abwägend) und in der anderen ein Schwert (urteilend).
- Dürers Melancholie 1 als Allegorie der Melancholie als auch des Künstlers und künstlerischer Kreativität.
Da die Allegorie ein indirektes Zeichen des Dargestellten ist, wird sie nicht direkt verstanden, sondern erst durch Abstraktion - oder Konvention.
Allegorie in der Literatur
In der Literatur sind Allegorie und Allegorese Formen, die Inhalte von Texten erklären, wobei die Allegorese die Interpretationsform ist, die Allegorie die Textform. Das hermeneutische Verfahren einer allegorischen Interpretation von Texten wurde zuerst in der Antike für das Deuten der Epen Homers und der Theogonie Hesiods angewendet. Die verschiedenen philosophischen Schulen versuchten dadurch, die Texte nicht nur wörtlich zu verstehen, sondern einen verborgenen Sinn in ihnen zu entdecken. Die skandalösen Göttergeschichten Homers und Hesiods konnten auf diese Weise gerechtfertigt werden.
In Rom wurde die von den Griechen praktizierte allegorische Interpretation von Göttermythen übernommen. Allegorische Figuren wurden u.a. von Lukan (Roma), Vergil (Fama), Lukrez und Ovid erfunden. Aus spätrömischer Zeit stammt das Buch Tröstungen der Philosophie des Boethius, in dem neben den Musen der Dichtkunst auch die Philosophie als Person zum Autor sprechen. Von weitreichendem Einfluss auf Literatur und Kunst des Mittelalters war das Buch Psychomachie des Prudentius aus dem 4. Jahrhundert n. Chr, eine allegorische Schilderung des Kampfes zwischen den christlichen Tugenden und den heidnischen Lastern.
Bis zum ausgehenden Mittelalter entstanden zahlreiche phantastisch-allegorische Werke, so der Anticlaudian des Alanus ab Insulis im 12. Jahrhundert, der sich im Vorwort zu seinem Buch ausdrücklich eine nur buchstäbliche Lektüre des Textes verbat, oder der überaus populäre und weit verbreitete Rosenroman von Guillaume de Lorris und Jean de Meung. In der Übergangszeit zwischen Mittelalter und Renaissance schrieb Petrarca seine in vielen illustrierten Handschriften überlieferten De remediis utriusque fortunae, eine allegorische Anleitung für den Menschen über seinen Umgang mit Glück und Unglück und schließlich Dante die Göttliche Komödie.
In der Barockzeit erlebten Allegorien eine Blüte in allen Bereichen der Literatur, sei es in Gedichten, Reden aller Art, Predigten, Grabinschriften etc.
Nachwirkungen und Spuren allegorischer Figuren dürften sich noch heute in der Fantasy-Literatur finden lassen.
Christliche Allegorese
Allegorese wurde schon früh auch für die Bibel praktiziert. So deutet der Apostel Paulus die Söhne der Sarah und der Hagar als Altes Testament und Neues Testament. Origines bezieht das Hohelied des Alten Testaments auf die Liebe zwischen Christus und der Seele des Gläubigen. Augustinus prägte über das Mittelalter hinaus die christliche Allegorese. Zur allegorischen Deutung der Hl. Schrift forderte er vom Interpreten Kenntnisse in Grammatik, Rhetorik, Linguistik sowie umfassendes Wissen über die Dinge der Natur, über Zahlen und Musik, nicht aber über heidnische Mythen und heidnische Mantik oder Astrologie.
Luther schätzte allegorische Deutungen von Bibeltexten nicht und machte sich über Origines lustig. Andererseits verwendete er Allegorien in seinen Tischreden und Predigten, da sie zwar dem Zuhörer nicht "rationale Erkenntnis des historisch geschehen Mysteriums ermöglichten, aber doch sein Anspiel (allusio) und natürliches Ergiffensein."
Allegorie in der Rhetorik
In der Rhetorik ist Allegorie ein Fachterminus. Die sprachliche Form der Allegorie wird in der Rhetorik als rhetorischer Tropus verstanden. Wie alle Tropen erfordert sie einen Gedankensprung vom Gesagten zum Gemeinten. Durch die semantischen Formen similitudo (Vergleich) und contrarium (Gegensatz) ist sie verwandt mit der Metapher, dem exemplum (Beispiel), dem Aenigma (Rätsel), dem Sprichwort, der Ironie, dem Euphemismus usw. In der Rhetorik kann sie auf vielfältige Weise angewendet werden, so in Lob- und Preisreden, zum Argumentieren, für das Belehren, für Satiren, Witze und dergleichen.
Cicero schrieb in seinem Buch de oratore der Allegorie verschiedene Anwendungsmöglichkeiten zu: Sie diene zur Verdeutlichung des Redegegenstandes bzw. zu dessen Verbergen, der Kürze der Darstellung und der Unterhaltung des Publikums. In seinem bis ins Mittelalter maßgebenden Buch über die Redekunst De institutione oratoria lieferte Quintilian eine rhetorische Theorie der Allegorie.
Allegorie in der Kunst
Antike
In der bildenden Kunst sind allegorische Darstellungen seit der Antike üblich. Berühmt ist das verschollene Bild Die Verleumdung des Malers Apelles mit seinem Aufmarsch allegorischer Figuren wie Gerücht, Neid oder der nackten Wahrheit, das in der Renaissance nach einer Ekphrasis des Pausanias von Sandro Botticelli nachgeschaffen wurde oder das nur in einer römischen Kopie erhaltene Relief des Kairos, Allegorie der günstigen Gelegenheit, des hellenistischen Bildhauers Lysipp.
In der römischen Kunst ist die Allegorie eine übliche Darstellungsform auf Gemmen, Münzen, Sarkophagen oder Triumphbögen. Personifizierungen abstrakter Ideen und Vorstellungen, wie Glück, Frieden, Eintracht, Jahreszeiten,Geld oder bestimmter Städte oder Staatswesen wurden benutzt zur bildlichen Erinnerung an einen bestimmten Menschen (Sarkophage), zur Verherrlichung bestimmter historischer Ereignisse (Triumphbögen) bzw. zur Verbildlichung religiöser oder kosmologischer Vorstellungen.
kosmologischer
Mittelalter
kosmologischer (um 1180)]]
Antike allegorische Bildformeln wurden auch in der frühchristlichen Kunst verwendet und umgedeutet. Von besonderer Wichtigkeit für die Herstellung allegorischer Bilder in der christlichen Kunst sind Thesen des Isidor von Sevilla zur Verwendung allegorischer Texte, die im Zuge des Bilderstreits auch als Argumente für das Bild im Kontext christlicher Religion benutzt wurden. Im Laufe des Mittelalters entwickelten sich im Zusammenhang mit der christlichen Dogmatik neue Allegorien, die in unzähligen Varianten in der Malerei, der Skulptur und sogar in der Architektur erscheinen. Typische Beispiele sind die Sieben Kardinaltugenden, die Sieben Todsünden,die Sieben Freien Künste, Frau Welt, Ecclesia und Synagoge und Zahlenallegorien.
Eine eigene Ausprägung allegorischer Interpretation von Texten, die sich in den Bildkünsten widerspiegelt, ist die Typologie, in der jeweils Ereignisse des Alten und des Neuen Testaments als Typus und Antitypus miteinander in Zusammenhang gebracht wurden. Die einzelnen Textstellen der Bibel bzw. ihre bildliche Darstellung konnten verschiedenen Interpretationsmodi unterzogen werden, bei denen der buchstäbliche (sensus litteralis) und der geistige (sensus spiritualis) Sinn zu unterscheiden war. Zu beachten war bei diesem die allegorische Bedeutung (sensus allegoricus), die moralische Bedeutung (sensus tropologicus) und die eschatologische Bedeutung (sensus anagogicus).
Renaissance und Barock
Neue Impulse bekamen die Allegorien durch das wachsende Interesse humanistischer Gelehrter am Neo-Platonismus. Alle Erscheinungen der Welt können als Abbilder göttlicher Schönheit gesehen werden. Niederschlag fanden zum Beispiel Ideen neoplatonischer Gelehrter am Hofe der Medici in Florenz in den Bildern Botticellis.
eschatologische Bedeutung, National Gallery, London]]
Auch pagane Quellen können Spiegel göttlicher Schönheit und Weisheit sein. Beispielhaft für die Neubewertung nichtchristlicher Quellen ist das Interesse an ägyptischen Hieroglyphen, bzw. an dem Buch über Hieroglyphen des Horapoll von 1419. 1499 erschien der allegorische Roman Hypnerotomachia Poliphili des Francesco Colonna, mit dem das Spiel der Künstler und Dichter von Renaissance und Barock mit der Emblematik eröffnet wurde. Andrea Alciatis Emblematum liber von 1531 erlebte viele Auflagen und diente in der Folge den Künstlern wie die Iconologia des Cesare Ripa, 1593, als allgemein anerkannte und viel benutztes Buch für allegorische Darstellungen. Zu den aus dem Mittelalter bekannten Allegorisierungen traten neue, wie z. B. die des Herkules als Verkörperung des tugendhaften Menschen, bzw. des vollkommenen Herrschers.
Die Tendenz zum Dunklen und Unverständlichen in Allegorien, die schon Cicero angemerkt hatte, nimmt in der Renaissance zu, beispielhaft zu erkennen in den Bildern für Isabella d'Estes studiolo und zeigt sich in schwer zu deutenden Bildern des Manierismus, wie der Allegorie der Liebe des Bronzino.
Eine Blüte erlebte die allegorische Malerei im Zuge der Gegenreformation in der Ausmalung katholischer Kirche und gleichzeitig in der Ausgestaltung barocker Schloss- und Parkanlagen.
Romantik und Klassizismus bis zur Gegenwart
Gegenreformation
In der folgenden Zeit ließ die Lust an der Allegorie bei Künstlern und Auftraggebern nach. Der Allegorie wurde vermehrt trockene und gefühlsarme Gedankenkonstruktionen nachgesagt. Kunsttheoretiker des 19. Jahrhunderts wie Lessing und Moses Mendelssohn stellten den Sinn allegorischer Darstellungen in Frage, während Winckelmann und Goethe der Allegorie positiver gegenüberstanden. Trotzdem gab es nach wie vor allegorische Gemälde wie die Allegorie der Freiheit von Delacroix oder die Tageszeitenbilder von Philipp Otto Runge. Während der Wilhelminischen Zeit spielten allegorische Skulpturen eine bedeutende Rolle bei der Dekoration von repräsentativen Bauten oder Denkmälern wie beispielsweise dem Deutschen Reichstag oder dem Niederwalddenkmal bei Bingen.
Auch Künstlern des 20. Jahrhunderts, wie z. B. Max Beckmann, arbeiten gelegentlich mit allegorische Darstellungen.
Die Ausstellung der Deutschen Guggenheim in Berlin zeigte 2005 unter dem Titel Douglas Gordon's The Vanity of Allegory unter anderem Werke von Duchamp, Hirst, Jeff Koons, Man Ray, Andy Warhol sowie der Filmregisseure Bertolucci, Coppola, Walt Disney, Fellini,Godard, Kubrick, Pasolini, Tarkovsky und Visconti.
Beispiele
Visconti, Luca Giordano, 1684-1686]]
- Lysipp: Kairos, Römische Kopie, Turin, Antikenmuseum
- Ecclesia und Synagoge, um 1225-1235, Straßburger Münster, Musée de l'Oeuvre Nôtre-Dame, Strasbourg
- Lorenzetti: Die gute Regierung; die schlechte Regierung, 1338-1339, Siena, Palazzo Pubblico
- Botticelli: Die Verleumdung, um 1490/95, Florenz, Uffizien
- Bronzino: Allegorie der Liebe, um 1545, London, National Gallery
- Rubens: Allegorie von Krieg und Frieden, London. National Gallery
- Luca Giordano: Triumph der Medici in den Wolken des Olymp, Palazzo Medici Riccardo, Florenz
- Giovanni Battista Tiepolo: Allegorie der vier Kontinente, Deckenfresken im Treppenhaus der Würzburger Residenz, 1752-53, Würzburg
- Asmus Carstens: Die Nacht und ihre Kinder Schlaf und Tod, 1795, Weimar, Staatliche Kunstsammlungen
- Delacroix: Die Freiheit führt das Volk oder Der 28. Juli 1830, 1830, Paris, Louvre
- Renoir; Die Rhône empfängt die Saône, [1901], Paris, Galerie Durand-Ruel
- Max Beckmann: Die Nacht, Düsseldorf Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Literatur
- Heinz Meyer: "Zum Verhältnis von Enzyklopädik und Allegorese im Mittelalter". Frühmittelalterliche Studien 24. 1990. S. 290?313
- Walter Benjamin: Ursprung des deutschen Trauerspiels. (1928)
Zitat
Die Allegorie verwandelt die Erscheinung in einen Begriff, den Begriff in ein Bild, doch so, dass der Begriff im Bilde immer noch begrenzt und vollständig zu halten und zu haben und an denselben auszusprechen ist.
Die Symbolik verwandelt die Erscheinung in Idee, die Idee in ein Bild, und so, dass die Idee im Bild immer unendlich bleibt und, selbst in allen Sprachen ausgesprochen, doch unaussprechlich bliebe.
Goethe: Maximen und Relfexionen. Nr. 1112 und 1113.
Siehe auch
- Symbol
- Todessymbolik
- Gevatter
Kategorie:Rhetorischer Begriff
TragödieDie Tragödie gehört zu den literarischen Grundmustern, ist eine Form des Dramas, die sich bis in das antike Griechenland zurückführen lässt. Das Wort "Tragödie" kommt aus der griechischen Sprache und bezeichnet einen "Bocksgesang". Es ist jedoch bis heute nicht klar, wie die Tragödie genau entstanden ist und inwiefern sie mit einem "Bocksgesang", oder eventuell auch mit einem Bocksopfer, zusammenhängt. Eine deutsche Form der Tragödie ist das Trauerspiel, die beiden Begriffe sind jedoch nicht genau deckungsgleich. Der Begriff Trauerspiel ist eine Übersetzung von Philipp von Zesen für das griechische Wort Tragödie.
Bedeutung
In ihrer "klassischen" Form beschäftigt sich die Tragödie mit dem Schicksal, Unglück und den letztendlich tragischen Katastrophen, die Mächtigen, Adligen und Menschen in hohen sozialen Positionen widerfahren. Fehlentscheidungen, Charakterfehler und Hybris (Hochmut) führen dazu, dass die Situation der betroffenen Figuren sich unausweichlich verschlechtert und mit ihrem Tod endet. Das Scheitern des tragischen Helden ist dabei unausweichlich, seine Ursache liegt in der Konstellation und dem Charakter der Figur. Der Keim der Tragödie ist, dass der Mensch über das ihm zugeteilte Schicksal hinausgehen will.
Hierbei bedeutet "tragisch" aber nicht wie in der Alltagssprache häufig verwendet, dass etwas sehr traurig ist, sondern dass sich jemand in einem unauflösbaren Dilemma befindet und dadurch "schuldlos schuldig" wird, wie zum Beispiel Ödipus, Orestes oder Hamlet.
Nach einer Interpretation schrieb Aristoteles in seiner Poetik der Tragödie geradezu psychologische Wirkungsmacht zu: Die Zuschauer sollten in der Aufführung Mitleid (eleos) und Furcht (phobos) für den Helden empfinden und in der Anschauung seines tragischen Schicksals eine Reinigung (Katharsis) von eben diesen Gefühlen erleben.
Nach Interpretation von Dietrich Schwanitz betont die Tragödie "die Unerbittlichkeit der Zeit, die Verfallenheit an den Tod und die Unterwerfung unter die Gesetze der Gesellschaft und der Natur." Isolation werde "als Selbstüberhebung bestraft, so als ob der Held sich aus Stolz aus der Gesellschaft ausschließt."
Literatur
- Dietrich Schwanitz: Bildung. Alles, was man wissen muss. Eichborn, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-8218-0818-7, S. 211-212.
- Nietzsche: Die Geburt der Tragödie.
Siehe auch
- Poetik
- Bürgerliches Trauerspiel
- Komödie, Schicksalstragödie
- Rachetragödie
- Heinrich von Kleist
- Tragisch
Kategorie:Literaturgattung
!Tragödie
ja:ギリシア悲劇
ko:비극
simple:Tragedy
LokalkoloritUnter Lokalkolorit (etwa: die örtliche Färbung) versteht man die Anmutung, Eigenart und Atmosphäre, die einen Ort, eine Gegend oder eine Landschaft auszeichnet.
Oft werden damit teilweise zum Klischee erstarrte Vorstellungen herangezogen, um einen Schauplatz in einem literarischen Werk oder einem Film zu veranschaulichen. Besonderheiten des Schauplatzes werden so dargestellt, dass sie einen Wiedererkennungseffekt haben. Dies kann durch Sehenswürdigkeiten (Kölner Dom, Völkerschlachtdenkmal etc.), besondere Feierlichkeiten (Oktoberfest, Kieler Woche, Hamburger Dom etc.) oder auch Dialekte (Schwäbisch, Plattdeutsch, Bairisch etc.) hervorgerufen werden.
So wird zum Beispiel in vielen in Paris spielenden Filmen der Eiffelturm gezeigt, schmissige Akkordeonmusik eingespielt und Baguettes kaufende Baskenmützenträger dargestellt. Unter Medienpraktikern bezeichnet man insbesondere akustisches "Lokalkolorit" als Atmo.
Kategorie:Feste & Brauchtum
Handtasche
Handtaschen sind Mode-Accessoires mit praktischem Hintergrund. Viele Frauen mögen und können nicht auf ihre Handtasche verzichten, während Männer selten Handtaschen benutzen. Handtaschen dienen der Aufbewahrung und dem Transport von für die Trägerin unverzichtbaren Kleingegenständen wie Geldbörse, Taschentücher, Kosmetika, Ausweise, Mobiltelefon, Agenda usw.
Für Herren gibt es - wenn auch immer weniger - Herrenhandtaschen (Brieftaschen genannt).
Geschichte
Handtaschen stammen aus dem 18. Jahrhundert, als die Kleidermode dazu überging, für Damen der höheren Bevölkerungsschichten immer raffinierter Kleider zu entwickeln, bei denen eingenähte Taschen den optischen Gesamteindruck ruiniert hätten. Vorher trugen Frauen ihre Habseligkeiten in Taschen, die in die Röcke eingenäht waren oder in einem am Gürtel befestigten Beutel. Die ersten Handtaschen waren sehr klein und konnten höchstens ein Taschentuch oder die oft benötigte Riechsalzflasche fassen. Der erste "Klassiker" war der sogenannte Pompadour, ein - meist aus Seide genähter - Beutel ohne festen Boden, der sich oben mit zwei Schnüren schließen ließ, die dann als Griff oder Schulterriemen dienten.
Richtig in Mode kamen Handtaschen erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als die französischen Modeschöpfer Accessoires als Modebestandteil entdeckten. Von nun an wurden Handtaschen in allen Größen, Ausführungen und Materialien entworfen, und auf die Bedürfnisse der Trägerin zugeschnitten. Die damaligen Handtaschen waren einfach mit einem Griff versehen oder konnten am Gürtel der Trägerin befestigt werden. Als ersten "Design-Klassiker" kann man die Gobelin-Taschen bezeichnen, also Behältnisse aus schweren, dunklen Wollstoffen, die kunstvoll bestickt waren.
Im Laufe der 1930er Jahre wurden Umhängetaschen entwickelt, die es der Trägerin erlaubten, ihre Hände frei zu lassen.
In der 1950er Jahren wurden Taschen aus den neuentwickelten Kunststoffen Nylon und PVC modern.
In den 1970er und 1980er Jahren begannen viele Modeschöpfer, neben ihren Prêt-à-porter-Kollektionen auch Handtaschen zu kreieren. Bei "Joop", "Jil Sander" oder "Gucci" kann diese Entwicklung beobachtet werden. Es gibt neben den Modekollektionen auch immer wieder Handtaschenkollektionen.
Seit dem Artenschutzabkommen von 1976 dürfen Handtaschen und andere Lederwaren offiziell nicht mehr aus Schlangen- oder Krokodilleder gefertigt werden. Um dennoch beim Finish der Handtasche die Optik eines Reptilleders zu erzielen, wurden bei der Lederherstellung Prägemethoden entwickelt, die die Oberfläche von Rindsleder wie eine Krokoprägung aussehen lassen. Das Artenschutzabkommen wird immer wieder gebrochen und man kann noch heute Handtaschen aus dem entsprechenden Leder erwerben, die nachweislich nach 1976 entstanden. Gut erhaltene Produkte aus Schlangen- und Krokodilleder, die vor 1976 entstanden, erzielen heute auf Auktionen u. U. Preise bis zu 100.000 Dollar.
Der Beginn der Handtasche als Modebestandteil ist auch der Beginn der Firmengeschichte vieler berühmter Häuser, die zum Teil noch heute existieren. In Frankreich waren und sind das vor allem "Hermès" und "Louis Vuitton". In Deutschland genossen Taschen und Lederwaren von "Mädler", "Goldpfeil" und "Aigner" höchstes Prestige. Heute gibt es in Deutschland nur noch eine bedeutende Firma, die Taschen und Lederwaren in alle Welt exportiert, das Haus Bree aus Hamburg (gegründet 1971). Für den Massenkonsum stellt die Firma "Picard" (gegründet 1928) Handtaschen und Lederwaren her. Taschen von Picard sind qualitativ hochwertig und haben ein ansprechendes Design, sind dabei aber für jedermann erschwinglich. Die meisten Modelle von "Picard" kosten weniger als 100,00 Euro.
Legendäre Modelle im 20. Jahrhundert
Im letzten Jahrhundert gab es einige Modelle aus großen Häusern, die Geschichte gemacht haben.
Kelly Bag und Birkin Bag
Das Haus Hermès brachte in den 1930er Jahren eine kompakte, trapezförmige Tasche mit festem Boden heraus, die ursprünglich als Satteltasche dienen sollte. Als zwanzig Jahre später die Hollywoodschauspielerin Grace Kelly den Grimaldi-Fürsten Rainier heiratete, wählte sie für ihre Garderobe, die sie während der Verlobungszeit in der Öffentlichkeit trug, diese Tasche von Hermès. Bilder aus den Jahren 1955 und 1956 zeigen Grace Kelly immer wieder mit verschiedenen Ausgaben dieses Modells. Selbst bei der standesamtlichen Trauung trug sie eine der Taschen. Da Grace Kelly in den 1950er Jahren nicht nur eine Leinwandgöttin sondern auch eine Stilikone war, stieg urplötzlich die Nachfrage nach dieser Tasche weltweit um ein vielfaches. Hermès reagierte schnell, steigerte die Produktion der Tasche und gab dem Modell den Mädchennamen der jungen monegassischen Fürstin. Fürstin Gracia Patricia trug bis zu ihrem Tod 1982 in der Öffentlichkeit 25 Jahre lang fast ausschließlich eine "Kelly Bag" am Arm. Um sich während ihrer drei Schwangerschaften vor den Paparazzi zu schützen, und ihnen nicht die Möglichkeit zu geben, ihren Bauch zu fotografieren, benutzte die Fürstin die Tasche während dieser Zeit hin und wieder auch als eine Art Schutzschild, das sie vor ihre Umstandskleider hielt.
Die "Kelly Bag" ist eine klassische Henkeltasche mit Überschlag. Distinktiv ist der Verschluß der Tasche; zwei durch an der Seite befindliche Ösen geführte Lederriemen mit jeweils einem in Gold eingefaßten Ende, das ein rechteckiges Loch besitzt, müssen über den Überschlag (der in der Mitte ebenfalls eine rechteckige und mit Gold eingefaßte Öffnung besitzt) gelegt und über einen goldenen, circa drei Zentimeter langen Stift geschoben werden, der sich auf der Vorderseite der Tasche befindet. Der Stift besitzt am oberen Ende eine ringförmige, drehbare Öse, die senkrecht nach oben gedreht werden muß, damit die Tasche geschlossen bleibt. Der Griff der Tasche ist oben auf dem Überschlag festgenäht.
Die "Kelly Bag" wird aus Kalbsleder, Straußenleder oder - seltener - F | | |