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Achilleus

Achilleus

)]] Achilleus (dt. Achill, lateinisch Achilles) ist in der griechischen Mythologie der Sohn des Peleus (daher der Pelide) und der Meeresgöttin Thetis (siehe Stammbaum der griechischen Götter). Als Sohn eines menschlichen Vaters und einer göttlichen Mutter war er sterblich. Thetis versuchte aber, ihn zumindest unverwundbar zu machen, und tauchte den Säugling in die Styx. Die Stelle an der Ferse, an der sie ihn mit der Hand hielt, blieb jedoch vom Wasser des Flusses unbenetzt und die einzige verwundbare Stelle des Achilleus: die Achillesferse. Als die Achaier ihren Kriegszug gegen Troja vorbereiteten, versuchte seine Mutter, Achilleus zu verstecken, da dieser nach einer Weissagung entweder vor Troja fallen oder ein langes, aber ruhmloses Leben führen werde. Sie verbarg ihn, als Mädchen verkleidet, bei den Töchtern des Lykomedes auf Skyros, wo er dessen Tochter Deidameia heiratete. Mit dieser zeugte er den Neoptolemos(Pyrrhos). Odysseus aber spürte ihn auf und enttarnte ihn: In der Halle des Königs ließ er Schmuck, schöne Kleider und Waffen auslegen. Als nun die "Mädchen", unter ihnen auch der verkleidete Achilleus, die Halle betraten, griff Achilleus als einziger nach den Waffen. Homer kennt diese Episode nicht: In der Ilias wird erzählt, dass Achilleus von Nestor und Odysseus angeworben wurde. Zum Erzieher Achilleus' wurde Phoinix bestellt. Achilleus wurde der stärkste und wildeste der Kämpfer im Trojanischen Krieg. Homer nennt ihn meist den Schnellfüßigen. Dort war er der Anführer der Myrmidonen. Vor Troja vollbrachte Achilleus zahlreiche Heldentaten, zog sich aber nach einem Streit um die schöne Sklavin Briseis [sprich: Brise|is] vom Kampf zurück - dies ist der "Zorn des Achilles", der die Stoffe der "Ilias" thematisch bündelt. Er griff erst wieder ein, um seinen Freund Patroklos zu rächen; dabei tötete er dessen Besieger Hektor, den stärksten Helden der Trojaner, schändete im Grimm noch den Toten und wurde erst durch einen Besuch von dessen Vater Priamos zum Mitleid bewogen und gab den Leichnam zurück. Als die Amazonen auf der Seite Trojas in den Krieg eingriffen, tötete Achilleus deren Königin Penthesileia und verliebte sich dabei in die Sterbende. Als dann die Äthiopier den Trojanern zu Hilfe kamen, tötete er auch deren König Memnon. In den bekanntesten Versionen von Achilleus' Tod wurde er indirekt vom Gott Apollon getötet, der den Pfeil des Paris auf die verwundbare Achillesferse gelenkt hatte. Achilleus' Jugend, seine Unverwundbarkeit, die Begegnung mit Penthesileia und der Bericht über seinen Tod sind nicht Bestandteil der Epen Homers. Die Geschichte seines Todes wird zum Beispiel in Heinrich von Kleists Drama Penthesilea genau umgekehrt dargestellt: Achill stirbt aufgrund eines Irrtums in einer Falle Penthesileas, welche den Verlust nicht überwinden kann und deshalb kurz nach seinem Tod selbst verstirbt. Kleists Drama handelt aber von einer fiktiven Geschichte, welche in der griechischen Mythologie so nicht beschrieben wird. In Homers Ilias, die vor dem Tod des Achilleus und dem Fall Trojas endet, wird ihm vom sterbenden Hektor der Tod durch Apollon und Paris prophezeit. In der Odyssee begegnet Odysseus seinem ehemaligen Kampfgefährten bei einem Besuch der Unterwelt und hört von ihm den - für die frühe Antike bezeichnenden - Ausspruch, er, Achilleus, wäre lieber Knecht auf der Erde als der Fürst der Schatten im Hades. In der Dichtung taucht Achilleus in der Literatur vieler Völker auf, bis ins 21. Jahrhundert hinein. Einzelmerkmale der Sagen um ihn gehören zum Grundbestand epischer Dichtung und finden sich, ohne daß ein direkter Zusammenhang besteht, vergleichbar auch in anderen Literaturen, so z.B. im mittelhochdeutschen Nibelungenlied, dessen Held Siegfried ebenfalls bis auf eine Stelle unverwundbar ist. Auch wird sein Name als männlicher Vorname vielfach vergeben; siehe auch: den Heiligen Achilleus sowie zum römischen Usurpator Achilleus: Lucius Domitius Domitianus. Achilleus taucht auch in dem Paradoxon von Achilles und der Schildkröte des Zenon von Elea auf. Siehe auch: Schlangeninsel

Weblinks

Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Literarische Figur ja:アキレウス ko:아킬레우스

Griechische Mythologie

Die Griechische Mythologie umfasst Geschichten der Götter und Helden (Heroen) des antiken Griechenlands. Die Religion der antiken Griechen entstand aus den Religionen der eingewanderten Griechen und der vorgriechischen Bevölkerung in Kleinasien und Griechenland. Im Vergleich zu den großen monotheistischen Religionen ist das Fehlen klarer Gebote und Verbote auffallend, wenngleich die Göttin Nemesis und die Erinnyen (Eumeniden) Zuwiderhandlungen gegen die Natur und vor allem den Muttermord bestrafen. Es kann, in der Antike seit Xenophanes, von einem Anthropomorphismus - einer Vermenschlichung der Götter - gesprochen werden, sie sind also durch ihren Ursprung als mythologische Gestalten den Menschen vor allem in ihren Schwächen ähnlicher, als der eine Gott der Juden, Christen und Moslems sein kann. Die Religion war in ihrem Kern polytheistisch, mit verschiedenen Göttergeschlechtern (zum Beispiel dem der Titanen), zahlreichen Naturdämonen, Ortsgöttern und Halbgöttern. Einen geschlossenen Priesterstand gab es nicht, sondern bestimmten Heiligtümern zugeordnete Priester, ferner Seher und Wahrsager. Die ältesten Quellen sind unter anderem Homers Ilias und Odyssee sowie Hesiods Theogonie. Homer und Hesiod brachten die Götter in eine bestimmte Ordnung: Aus lokalen Götterkulten mit weit gehenden Zuständigkeiten wird ein funktional differenzierter Götterkosmos. Im hellenistischen Zeitalter vermischte sich die Religion mit orientalischen Elementen. Diese Mythologie wurde von den Römern unter analoger Götter-Zuordnung griechischer zu römischen Gottheiten teilweise übernommen (siehe römische Mythologie, auch: Etrusker). Sie hat trotz Christianisierung und Wegfall der Götterverehrung die Jahrtausende überdauert. Die Gestalten der griechischen Mythologie haben immer wieder die Vorlagen für neuere Werke der Kultur geliefert. Ungezählt sind die Gemälde, Opern oder Theaterstücke, die den antiken Stoff neu aufnehmen und verarbeiten. Mythos (griechisch mýthos) bedeutet ursprünglich "Rede", "Kunde" oder "Überlieferung", später verschiebt sich die Bedeutung mehr auf das Unwahrscheinliche. Bereits antike Autoren verändern den Stoff erheblich, so dass man teilweise unterschiedliche Abstammungen und/oder Nachkommen bei den einzelnen Gestalten finden kann.

Griechischer Götterhimmel

Mythos

Schöpfungsgötter


- Chaos - ungeordneter und ungeformter Weltzustand, aus dem die Götter hervorgingen
- Nyx - die Nacht, entstand aus dem Chaos; nach anderen Quellen auch aus der Paarung des Chaos mit der Dunkelheit
- Gaia - die Erde in Göttergestalt, entstand aus dem Chaos
- Erebos - die Finsternis, entsand aus dem Chaos; nach anderen Quellen auch aus der Paarung des Chaos mit der Dunkelheit
- Aether - Sohn von Erebus und Nyx die reine Luft des oberen Himmels, die die Götter atmen und in der die Gestirne schweben
- Uranos - Himmel in Göttergestalt, durch Gaia ohne Zeugungsakt geboren
- Hemera - der Tag, Tochter des Erebos und der Nyx

Titanen

Die Titanen stammen der Sage nach von Uranos und Gaia ab.
- Okeanos - Herr des Ozean, stärkster der Titanen, zeugte mit seiner Schwester und Gattin Tethys die Flussgötter, Meeres- und Quellnymphen
- Koios - wurde nach der Niederlage gegen die olympischen Götter in den Tartaros gestoßen
- Hyperion - Licht- und Sonnengott, zeugte mit Gattin Theia den Sonnengott Helios, die Mondgöttin Selene und die Göttin der Morgenröte Eos
- Kreios - Gatte der Eurybia
- Iapetos - Gatte der Nymphe Klymene (Tochter des Okeanos), wurde nach der Niederlage gegen die olympischen Götter in den Tartaros verbannt
- Kronos - Vater des Zeus, wurde nach der Entmannung des Vaters Uranos zum Herrscher der Welt; Gatte von Rhea; wurde von seinem Sohn Zeus entmachtet und herrscht nun auf der Insel der Seligen
- Tethys - Meeresgöttin, Gattin des Okeanos, als Amme der Hera verfluchte sie Hera zuliebe die Sternbilder, immer über den Himmel zu wandern
- Rheia - Mutter von Hestia, Demeter, Hera, Hades, Poseidon und Zeus; herrscht mit Gatte Kronos seit dessen Entmachtung auf der Insel der Seligen
- Themis - Göttin der Gerechtigkeit und der Ordnung, zweite Gattin (nach Methis) des Zeus, sie kennt die Zukunft und ermöglicht so Deukalion und Pyrrha, die Sintflut zu überleben und die Erde neu zu bevölkern
- Mnemosyne - Mutter der neun Musen
- Phoibe - Frau des Koios, Mondgöttin
- Theia - Gattin des Koios, fordert für ihre Kinder einen Herrschaftsanspruch neben den Titanen, woraufhin Hyperion und Helios getötet werden und Selene Selbstmord begeht
- Atlas - Sohn von Iapetos und Klymene, musste als Strafe für seine Teilnahme am Titanenkampf das Himmelsgebirge tragen, nachdem er von Perseus versteinert wurde trägt er als Atlasgebirge den Himmel auf seinen Schultern

Olympische Götter

Olympische Götter
- Zeus - Sohn von Kronos und Rhea, Göttervater
- Hera - Tochter von Kronos und Rhea, Gattin des Zeus, Göttin der Ehe und der Niederkunft
- Poseidon - Sohn von Kronos und Rhea, wurde durch Zeus vor Kronos gerettet, Gott des Meeres
- Aphrodite - entstand aus dem Samen des durch Kronos abgeschnittenen Geschlechts des Uranos, Göttin der Liebe und Schönheit
- Hephaistos - Sohn von Zeus und Hera, von Meernymphen aufgezogen, Gott des Feuers und der Schmiede
- Dionysos - Sohn von Zeus und Semele, Gott des Weines, der Masken und somit der Tragödie
- Apollon - Sohn von Zeus und Leto, Gott des Frühlings, des Lichts, der Sittlichkeit und der Künste
- Hermes - Sohn von Zeus und Maia, Götterbote, somit Schutzgott der Wege, Wanderer, Kaufleute und Diebe
- Demeter - Tochter von Kronos und Rhea, Göttin der Fruchtbarkeit der Erde, des Getreides, der Saat und der Jahreszeiten
- Artemis - Tochter von Zeus und Leto, Göttin der Jagd, des Wachstums und der Geburt
- Athene - Tochter von Zeus und Methis, Göttin der Weisheit, der Wissenschaft, der Web- und Zimmererkunst
- Ares - Sohn von Zeus und Hera, Gott des Krieges
- Hestia - Tochter von Kronos und Rhea, Göttin des Feuers, des Herdes und der Familieneintracht
- Eris - Göttin der Zwietracht und des Streites
- Hades - Ort und Gott der Toten, der Unterwelt

Mythologische Gestalten (andere Götter/Halbgötter/Heroen/Menschen)

Hades Hades
- Achilleus, Achilles
- Acheloos
- Agamemnon
- Agenor
- Aias
- Aigisthos
- Aletheia
- Alkmene
- Amazone
- Amphitryon
- Andromeda
- Arachne
- Ariadne
- Asklepios
- Atalanta
- Bellerophon
- Chloris
- Dädalus
- Danaiden
- Deukalion
- Elektra
- Europa (Mythologie)
- Eurystheus
- Hektor
- Herakles (römisch: Hercules)
- Hero
- Hypnos
- Ikarus
- Ixion
- Jason
- Kassandra
- Laokoon
- Leander
- Medea
- Menelaos
- Morpheus
- Nestor
- Ödipus
- Odysseus (etruskisch: Uthuze) Odysseus
- Oknos
- Orestes
- Orpheus
- Paris
- Perseus
- Plutos
- Priamos
- Prometheus, Titan, der den Menschen das Feuer brachte
- Pyrrha
- Sisyphos
- Tantalos
- Telemachos
- Theseus
- Tytios

Mythologische Gestalten (Ungeheuer/Tiere/andere)


- Androphonos
- Circe
- Charybdis
- Chimäre
- Erinnyen (röm. Myth. Furien)
  - Alekto
  - Megaira
  - Tisiphone
- Gorgonen
  - Euryale
  - Medusa
  - Stheno
- Hesperiden
- Horen
  - Chione
  - Irene
- Minotaurus Minotaurus
- Moiren
  - Atropos
  - Klotho
  - Lachesis
- Musen
  - Erato (Liebes-Lyrik)
  - Euterpe (Flötenspiel, Gesang)
  - Kalliope (Epische Dichtung)
  - Klio (Geschichtsschreibung)
  - Melpomene (Tragödie)
  - Polyhymnia (Hymnische Dichtung)
  - Terpsichore (Tanz)
  - Thalia (Komödie)
  - Urania (Sternkunde)
- Nymphen
  - Amphitrite
  - Orseis
  - Thetis
- Pan Pan
- Pegasus
- Satyr
- Sirene
- Skylla
- Zelos
- Zentaur
- Zephyros
- Zyklopen
  - Polyphem

Mythologische Gegenstände und Orte


- Aigis
- Ambrosia
- Delphi
- Nektar (Mythologie)
- Goldene Äpfel der Hesperiden
- Hades
  - Tartaros
  - Elysion
  - Asphodeliengrund
  - Lethe

Literatur


- Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen - Die Götter- und Menschheitsgeschichten, Klett-Cotta (Bd.1), ISBN 3-608-91824-8, dtv, ISBN 3-423-30030-2
- Karl Kerényi: Die Heroengeschichten (Bd.2), Klett-Cotta, ISBN 3-608-91873-6
- Karl Kerényi: Töchter der Sonne - Betrachtungen über griechische Gottheiten, Klett-Cotta, ISBN 3-608-91837-X
- Robert von Ranke-Graves: Griechische Mythologie. Quellen und Deutung. A. d. Engl. v. Hugo Seinfeld. 15. Aufl. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2003 (Rowohlts Enzyklopädie; rororo, Bd. 55404). 759 S. ISBN 3-499-55404-6
- Rose, Herbert Jennings: Griechische Mythologie. Ein Handbuch. 9. Aufl. München: C. H. Beck, 1997. IX, 441 S. ISBN 3-406-33223-4
- Gustav Schwab: Die schönsten Sagen des klassischen Altertums (dies Buch kann - in vielen Auflagen - als eherner Hausbuchbestand bei allen Abiturienten Deutschlands bis in die 1960er Jahre voraus gesetzt werden und ist also zumal für ein Studium der Literaturwissenschaft unabdingbar)
- Tripp, Edward: Reclams Lexikon der antiken Mythologie. 7. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2001. 560 S. ISBN 3-15-010230-8 (geb.), ISBN 3-15-010451-3 (kart.)

Siehe auch


- Portal:Mythologie
- Klassische Mythologie
- Stammbaum der griechischen Götter
- Liste griechischer Götter
- Liste von Göttinnen
- Olympische Götter (mit ihren Attributen)

Weblinks


- http://gutenberg.spiegel.de/autoren/schwab.htm - Gustav Schwab bei Projekt Gutenberg-DE
- http://gutenberg.spiegel.de/moritz/goetterl/goetterl.htm - Karl Philipp Moritz, Götterlehre oder Mythologische Dichtungen der Alten
- http://www.mythologica.de Beschreibt die einzelnen Gestalten
- http://www.perseus.tufts.edu/ (Englisch) Aber mit einer unglaublichen Funktionsvielfalt, inkl. Volltextsuche über antike Texte. Sehr viele weiterführende Links.
- http://www.br-online.de/alpha/mythen/ Auf dem BR-alpha Bildungskanal läuft eine interessante Serie zu den Griechischen Mythen
- http://home.arcor.de/karger/buechernachlese-archiv/uk_kerenyi_karl_griechen.html - Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen + Die Heroengeschichten
- http://home.arcor.de/karger/buechernachlese-archiv/uk_kerenyi_karl_sonne.html - Karl Kerényi: Töchter der Sonne ! ja:ギリシア神話 ko:그리스 신화

Thetis (Mythologie)

Thetis ist eine Meeresnymphe aus der griechischen Mythologie. Sie war eine der Nereiden genannten, zahlreichen Töchter des Meeresgottes Nereus. (Anmerkung: Sie ist zu unterscheiden von der Titanin Tethys.) Tethys 1803 )]] In einer Prophezeiung der Göttin Themis wurde vorausgesagt, dass der Sohn der Thetis stärker und mächtiger als sein Vater werden würde. Deshalb wollte keiner der Götter Thetis heiraten und sie nahm den Peleus zum Mann. Aus dieser Verbindung ging Achill hervor, den sie in den Styx tauchte, wodurch er unverwundbar wurde, nur seine Ferse, an der sie ihn hielt blieb unbenetzt, dies war dann die sprichwörtliche Achillesferse. Zu der Hochzeit des Peleus und der Thetis waren alle olympischen Götter eingeladen, bis auf Eris, die Göttin der Zwietracht. Diese warf aus Rache einen goldenen Apfel mit der Aufschrift "Der Schönsten" unter die Gäste. Den daraufhin sofort ausbrechenden Streit zwischen Hera, Athene und Aphrodite sollte Paris entscheiden, der sich für Aphrodite entschied. Aphrodite versprach ihm dafür Helena, die schönste Frau der Welt. Paris entführte Helena, was dann zum Trojanischen Krieg führte, in dem auch Achill umkam. siehe: Stammbaum der griechischen Götter Kategorie:Griechische Gottheit ja:テティス

Achillesferse

Die Achillesferse stammt als Begriff aus der griechischen Mythologie: Die rechte Ferse war die einzige Stelle, an welcher der Sagenheld Achilleus verwundbar war. Der Begriff wird heute vor allem als Metapher verwendet und bezeichnet eine verwundbare Stelle eines Systems oder einer Taktik. Als Sohn eines menschlichen Vaters und einer göttlichen Mutter, der Meeresgöttin Thetis, war Achilleus sterblich. Thetis versuchte aber, ihn zumindest unverwundbar zu machen, und tauchte ihn in den Styx, den Fluss, der die Unterwelt von der Oberwelt trennt. Die Stelle an der Ferse, an der sie Achilleus mit der Hand hielt, blieb jedoch vom Wasser des Flusses unbenetzt, und wurde so zur einzigen verwundbaren Stelle. In den bekanntesten Versionen von Achilleus' Tod wurde er von Apollon selbst oder von einem Pfeil des Paris, der von Apollon gelenkt wurde, in die verwundbare Achillesferse getroffen. Kategorie:Griechische Mythologie

Weissagung

Wahrsagerei bezeichnet allgemein die vermeintliche Fähigkeit, die Zukunft vorherzusehen. Die Wahrsagekunst bezeichnet man auch als Mantik. Mantik Mantik Mantik Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Methoden entwickelt, die Zukunft vorherzusehen. Von wissenschaftlichem Gesichtspunkt aus darf die Wahrsagerei als unzulänglich bzw. Aberglaube gelten, da keine Methode bisher nachweisbar funktioniert. Dies wird jährlich zum Beispiel durch die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V. anhand von Vorhersagen "prominenter" Wahrsager für das Vorjahr bewiesen - die Trefferquote ist jedes Mal sehr gering. Um sicherzustellen, dass eine Vorhersage zutrifft, bedienen sich Wahrsager oft dem cold reading sowie dem sogenannten Barnum-Effekt. Wahrsagerei unterscheidet sich von den wissenschaftlichen Methoden der Zukunftsvorherzusage insofern, dass Wahrsagerei meist keine theoretischen Grundlagen besitzt und praktisch aus dem Nichts Schlußfolgerungen zieht, während die Wissenschaft erst durch die Theorie zur Voraussage kommt. Es ist allerdings keine Seltenheit, dass Mantiker versuchen, scheinbar wissenschaftliche Erklärungen für die Funktionsweise der Vorhersage zu finden, etwa dass die Karten im Tarot durch das Unterbewusstsein beim Mischen beeiflusst wären oder dass in der Astrologie der Mond eine sichtbare Veränderung(Gezeiten) bewirken kann. Häufig weisen Matiker auch darauf hin, dass ihre Vorhersage auf bestätigten Erfahrungen beruhen würde, weshalb das Fehlen einer Begründung für die Wirksamkeit, nicht die Wirksamkeit an sich verneinen könnte. Schon in früher Zeit entwickelten sich mehrere Methoden:
- das Bleigießen
- das Werfen kleiner Objekte, z.B. von Knochensplittern, und Deutung der Muster
- das Deuten der Eingeweidestruktur von Opfertieren (s. Haruspex)
- Flug bestimmter Vögel (Vogelschwärme) (Auspizien)
- Körnerfressen von (heiligen) Hühnern
- sonstiges Verhalten von Tieren
- Feuer (z. B. Rauchform, schnelles glühen, ...)
- die Palmblattbibliotheken in Indien
- das Lesen von Kokablättern in Peru, Bolivien und anderen lateinamerikanischen Ländern Später kam noch z.B. das Handlesen, Kartenlegen (vgl. Tarot), die Kaffeesatzleserei und Kristallomantie hinzu. Weitere historische Formen sind die:
- Stichomantie - Weissagung aus der Form von beliebigen Texten,
- Hydromantie - Weissagung aus der Form von Wasser
- Nekromantie - Weissagung durch Kontakt mit den Toten
- Myomantik - Weissagung aus den Lauten von Mäusen
- Kromniomantik - Weissagung aus der Form von Zwiebelsprossen
- Aeoromantik - Weissagung aus der Form von Wolken
- Xylomantik - Weissagung aus der Form von Zweigen.
- Garosmantie - Weissagung aus bauchigen, mit Wasser gefüllten Flaschen
- Daphnomantie - Weissagung mittels eines ins Feuer geworfenen Lorbeerzweigs Im Buch „The Concise Lexicon of the Occult” ( ISBN 0806511915 ) sind insgesamt 93 verschiedene Methoden der Weissagung aufgeführt. Eine Auswahl dieser findet sich in der Liste der Weissagungstechniken. siehe auch:Hellsehen Kategorie:Esoterik ! Mantik (Wahrsagerei) Kategorie:Volksglaube Kategorie:Okkultismus

Troja

]] Troja, auch Troia (griechisch: Τροίη / Troíē; türkisch Truva) ist eine historische Stadt des Altertums in der Landschaft Troas im Nordwesten der Türkei am Hellespont.

Forschungsgeschichte

An der Meerenge der Dardanellen gelegen, kontrollierte die bronzezeitliche Stadt den Zugang zum Schwarzen Meer. Die Schiffe konnten damals noch nicht gegen den Wind kreuzen, also warteten sie im Hafen der Festung auf günstige Winde. Ihr Wegezoll brachte der Stadt Reichtum. Es ist nicht erwiesen, gilt aber als wahrscheinlich, dass das bei Homer auch Ilion oder Ilios genannte Troia mit der hier beschriebenen Stadt identisch ist.

Die ersten Troia-Forscher und Schliemann

1820 verfasste der schottische Zeitungsverleger und Amateurgeologe Charles Maclaren einen Essay über Troia, den er 1824 zu einer voluminösen Dissertation erweiterte, in der er den Hügel Hisarlık als Troia lokalisierte. Ein Teil dieses Hügels war damals im Besitz der englischen Großgrundbesitzer- und Diplomatenfamilie Calvert. Als Maclaren 1863 eine noch fundiertere Beschreibung der Ebene von Troia publizierte, versuchte der jüngste Sohn der Familie, Frank Calvert, den restlichen Hügel zu erwerben. Dieses Vorhaben misslang, doch dafür machte er selbst kleinere Probegrabungen von 1863-65. Diese beeindruckten ihn so sehr, dass auch er von der Existenz Troias an dieser Stelle überzeugt war. Seine Bitte an das British Museum zwecks baldiger Erforschung wurde abschlägig beschieden. British Museum] Am 9. August 1868 kam der deutsche Großkaufmann und Hobby-Archäologe Heinrich Schliemann in die Ebene der Troas. Auch er war hier auf der Suche nach dem sagenhaften Troia und vermutete es zuerst unter dem Hügel Balli Dağ aufgrund einer These von Jean Baptiste LeChevalier (1791). Schliemann und seine fünf Arbeiter wurden nicht fündig, er wollte abreisen, verpasste sein Schiff und traf dabei zufällig auf Frank Calvert, in dessen Haus er übernachtete. Calvert konnte nun Schliemann mit seiner Überzeugung begeistern, dass sich unter dem Hügel von Hisarlık die Ruinen des homerischen Troias verbergen müssen. Entgegen der Selbstdarstellung in seiner Biographie verdankte also Schliemann die Kenntnis des Ortes nicht seiner Lektüre von Georg Ludwig Jerrers Weltgeschichte für Kinder im Alter von acht Jahren sowie seiner genialen Intuition, sondern nur dem Konsul Calvert entsprechend den Recherchen von Zangger (1994, 83ff.). Schliemanns spektakulärster Fund war nun der sog. Schatz des Priamos (Schliemanns eigene Bezeichnung). Er begründete in mehrfacher Hinsicht Neues: Schliemanns Ruhm als Wissenschaftler, die Begeisterung des wilhelminischen Kaiserhauses für Troia und für die Archäologie im Allgemeinen, die nun im öffentlichen Ansehen von einer Disziplin für Amateure und Reisende zu einer ernsthaften Wissenschaftsdisziplin befördert wurde. Der Goldschatz wurde lange Zeit im Antikenmuseum in Berlin aufbewahrt und nach dem Zweiten Weltkrieg als Beutekunst in die UdSSR gebracht. Allerdings ergaben sich bereits zu Schliemanns Lebzeiten erste Hinweise darauf, dass der Schatz mehr als 1.000 Jahre älter war als von Schliemann angenommen.

Dörpfeld und Blegen

Wie weitere Ausgrabungen ergaben, war Troja von der Frühen Bronzezeit (ca. 3000 v. Chr.) bis in die Spätantike besiedelt. Mit dem Christentum ließ die Bedeutung der Stadt, in der die troianischen Sagenhelden verehrt worden waren, dann deutlich nach. Bis heute wurden mehr als 10 Siedlungsschichten entdeckt (Troia I - Troia X). Dabei gehören - vereinfacht ausgedrückt - Troia I und II der frühen, Troia III-V der mittleren, Troia VI-VIIa der späten Bronzezeit und Troia VIIb1 - b3 der frühen Eisenzeit an. Troia VIII und IX datieren in die Zeit vom 8. Jahrhundert v. Chr. bis in die römische Zeit, Troia X, ein byzantinischer Bischofssitz, reicht bis ins Mittelalter. Unlängst sind Spuren noch früherer Besiedlung gefunden worden, die bis ins 5. Jahrtausend v. Chr. zurückreichen. Ob auch der trojanische Krieg einen historischen Kern hat, ist weiterhin höchst umstritten. Die Lage der Stadt Troia wird in der Dichtung Ilias von Homer klar beschrieben: es werden die Dardanellen (im Werk: Hellespont) genannt, der höchste Berg ist der Kazdagi (Ida Berg), es werden zudem 2 Flüsse beschrieben namens Skamander (heute Karamanderes) welcher dem Ida Berg entspringt und Simois welche sich bei Troia vereinen und in den Hellespont fließen. Es wird auch von den Inseln Tenedos (Bozcaada) und Imroz (Gökceada) berichtet. Die heute archäologisch erschlossenen Flächen umfassen nur die Festung von Troia, mit Sicherheit befand sich ein großer Teil der Stadt außerhalb der befestigten Anlagen. Eisenzeit Schliemann hielt das imposante frühbronzezeitliche Troia II für das homerische. Er glaubte damals irrtümlich, dass es zeitgleich mit Mykene und Tiryns war. Dörpfeld hielt die 6. Siedlungsschicht (Troia VI) für das Homerische Troia. Schicht VIh ist um 1300 v. Chr. aber wahrscheinlich durch ein starkes Erdbeben zerstört worden. Daher hielt Carl Blegen die darauf folgende Schicht, Troia VIIa für das homerische Troia. Diese These fand und findet den meisten Zuspruch. Nach neueren Keramikuntersuchungen wird das wahrscheinlich gewaltsame Ende von Troia VIIa auf ca. 1200 v. Chr. datiert. Das passt gut zu den meisten Datierungen des Trojanischen Krieges durch antike Autoren. Als "Kandidat" für das Ilion Homers kommt aber auch noch Troia VIIb1 in Betracht. Neben Festhalten der Traditionen von Troia VI und VIIa treten hier neue Elemente zu Tage, z.B. sog. Handmade Ware (grobe, einfach verzierte graue handgemachte Keramik), die auf teilweise geänderte Bevölkerung schließen lassen. Das passt besser zu den Angaben Homers. Auch die machtpolitischen Verhältnisse in Kleinasien, wie sie Homer schildert, passen gut in diese Zeit. Die mykenische Kultur hat im 12. und 11. Jh. weiterbestanden. Auch Handel und Seefahrt wurden weiterbetrieben. Ein Krieg von Griechen gegen Troia im 12. Jh. wäre also denkbar. Dagegen hätte ein Zug gegen Troia im 14. oder 13. Jh. unweigerlich die Hethiter auf den Plan gerufen und sicherlich einen Niederschlag in den hethitischen Schriftquellen gefunden.

Hethiter-These von Latacz

Dennoch bleibt in diesem Punkt vieles ungeklärt. Die äußerst komplizierte Frage, inwieweit Homer tatsächlich als Quelle für die späte Bronzezeit dienen kann, und ob es überhaupt einen troianischen Krieg gegeben hat, kann hier nicht angemessen behandelt werden. Die Thesen des Altphilologen Joachim Latacz stützen sich auf neue Grabungsergebnisse und werden in der Fachwelt kontrovers diskutiert. Troja war vielleicht mit einer in hethitischen Quellen genannten Stadt Wilusa (= (W)Ilios) identisch, aber archäologische Beweise für die Authentizität der von Homer geschilderten Ereignisse fehlen. Ein 1995 entdecktes Bronzesiegel mit luwischen Inschriften belegt die Nähe Troias zum hethitisch-luwischen Kulturkreis. Andererseits ist die Belegbasis eines einzigen Siegels zu gering für weitreichende Schlussfolgerungen. Es blieb bislang der einzige derartige Fund, der zudem noch der Schicht VII b (= 12. Jh. v. Chr.) zugeordnet wurde. Innerhalb der Klassischen Philologie ist Latacz bislang der Einzige, der die Historizität der homerischen Epen und zugleich die Verbindung mit dem Korfmannschen Troia in Erwägung zieht. Weder in der hethitischen noch in der griechisch-römischen schriftlichen Überlieferung finden sich eindeutige Belege für die Identität Hisarlıks mit dem homerischen Troia, dasselbe gilt für die Verbindung mit Wilusa (auch das sprachwissenschaftliche Argument Wilusa = Ilion ist nicht allgemein anerkannt). Image:Trojan horse Çanakkale.jpg|Trojanisches Pferd, Requisite des Films Troja, Çanakkale, Turkei Image:Çanakkale trojan horse.jpg|Trojanisches Pferd, Çanakkale, Turkei Bild:Trojanisches_Pferd.jpg|Trojanisches Pferd, Nachbau bei der Troja-Ausstellung im Mai 2001 in Stuttgart

Korfmann und die Entdeckung der Unterstadt 1994

Bis vor kurzem beschränkten sich die Ausgrabungen auf die Burg (Akropolis) von Troia Oberstadt. Der Münchner Archäologe und Geophysiker Helmut Becker entdeckte durch geomagnetische Messungen eine ausgedehnte Unterstadt unterhalb der Akropolis. Seither wird bei den aktuellen Grabungen von Manfred Korfmanns Team (jetzt: Dr. Peter Jablonka) auch verstärkt die Unterstadt erforscht. Die reale Ausdehnung Troias rückte dadurch in das Zentrum der laufenden Diskussion. Korfmanns Thesen über die Bedeutung Troias stießen in der Forschung auf zunehmenden Widerstand und führten ab 2001 zu einer breiten, oftmals ins Persönliche gehenden Diskussion innerhalb der deutschen Altertumswissenschaften. Im Kern kreist dieser "neue Streit um Troia" um die tatsächliche Größe und Bedeutung des bronzezeitlichen Troia. Während Korfmann in Troia ein überregionales Handelszentrum sah, beschränken es einige Archäologen und Althistoriker auf eine nur mittelmäßig bedeutende Siedlung. Der Protagonist dieser Gruppe ist Korfmanns damaliger Tübinger Kollege Frank Kolb, der selbst über jahrelange Grabungserfahrung in der Türkei verfügt. Der Hauptvorwurf an Korfmann und seinen akademischen Mitstreitern besteht in einer Vernachlässigung der wissenschaftlichen Sorgfalt und Vorsicht im Namen möglichst spektakulärer, öffentlichkeitswirksamer Ergebnisse. Seit dem Beginn des Troia-Streites musste Korfmann zahlreiche der seine Theorie stützenden Grabungsinterpretationen zurückziehen und kam den Argumenten der Gegenseite ein Stück weit entgegen. An der Gesamtinterpretation der Grabungen hält das Team um Korfmann und seinen designierten Nachfolger Jablonka allerdings fest. Eine eindeutige Entscheidung konnte die Auseinandersetzung nicht erbringen. Im Laufe des "neuen Kampfes um Troia" wurde schließlich auf beiden Seiten nicht mit persönlicher Kritik und unsachlichen Bemerkungen gespart, was der fachlichen Auseinandersetzung und ihrem Ansehen in der Öffentlichkeit eher geschadet haben dürfte. Die Korfmann-Position prägt heute das Troia-Bild der interessierten Öffentlichkeit. Der öffentliche Streit hat sich bereits seit Sommer 2004 etwas beruhigt, nachdem die Debatte mehr und mehr auf persönlicher Ebene ausgetragen wurde. Nach dem Tod Manfred Korfmanns im August 2005 steht die Troia-Kampagne nun vor einer ungewissen Zukunft. Es ist zu erwarten, dass das Tübinger Team sich um eine längerfristige Fortsetzung der Forschungen bemühen wird. Das negative Beispiel des Tübinger Symposiums könnte schließlich doch noch zu einer Versachlichung der Forschungsdiskussion führen.

Troia = Atlantis?

Manfred Korfmann Der Geoarchäologe Eberhard Zangger entwickelte daneben in seinem 1992 erschienenen Buch „Atlantis. Eine Legende wird entziffert“ die Hypothese, das sagenhafte Atlantis, das in der Beschreibung des Philosophen Platon archäologisch nachweisbare Merkmale des historischen Troja aufweise, sei das durch die Griechen vernichtete Troja gewesen. Anhand geoarchäologischer Befunde versucht er am Beispiel Mykenes zu zeigen, dass der in der Ilias und der Odyssee überlieferte trojanische Krieg und die bei Platon beschriebenen Naturkatastrophen den Untergang des heroischen Zeitalters um 1200 vor Christus eingeleitet haben könnten. Allerdings ruhen Zanggers Thesen nur auf ausgesprochen unsicheren Fundamenten, und seine Argumentation verlässt sich an entscheidenden Punkten letztlich zu sehr auf Spekulationen. So kann eine Identität von Troja und Atlantis archäologisch weder widerlegt noch bewiesen werden. Dieser Ungewißheit sollte ein Projekt zur geoarchäologischen Erkundung der Ebene von Troas mit hubschraubergestützten geomagnetischen Messungen von Zangger in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) abhelfen. Das Projekt wurde den türkischen Behörden schon 1998 vorgelegt [http://www.bgr.de/b314/htm/troja.htm]. Nur eine Woche nach Bekanntmachung dieses ambitionierten Vorhabens durch den Spiegel (29.12.1998) [http://web.archive.org/web/20030815234713/http://www.sarifil.com/manisa/basin/der_01.htm] empörte sich eine Mitstreiterin Korfmanns im Schwäbischen Tagblatt (9.1.1999) über diese "Anmaßung" und bezweifelte, dass es Zangger gelingen werde, eine amtliche Erlaubnis zu erhalten [http://web.archive.org/web/20020927191424/http://asweb.artsci.uc.edu/classics/troy/deu/presse5.html]. Gegner von Zanggers Idee einer Identität von Troja und Atlantis insistieren auf dem zentralen Problem aller Atlantisspekulation: die Existenz einer Stadt, eines Landes "Atlantis" ist nur durch eine einzige Quelle belegt. Platon beschreibt Atlantis in den Dialogen "Kritias", "Timaios" und vermutlich auch in seinem Spätwerk "Nomoi" (Die Gesetze) als einen Staat von utopischem Charakter. Die Nennung des Namens "Atlantis" sei kein Widerspruch zur Annahme, dass Atlantis nur ein utopisches Konstrukt Platons sei. Skeptiker der Atlantis-Theorien plädieren daher, den Ort radikal außerhalb der "Säulen des Herakles" (Gibraltar) zu lokalisieren, d.h. außerhalb der diesseitigen Welt. Unterstützung erhalten sie dabei von Aristoteles, der ebenfalls Atlantis als utopisches Konstrukt Platons interpretiert. Die Suche nach Atlantis könne daher nicht realer sein als Sokrates' "Wolkenkuckucksheim".

Literatur


- Latacz, Joachim (2005): Troia und Homer. Der Weg zur Lösung eines alten Rätsels. München: Koehler & Amelang. 384 S., 30 s/w. Abb., 2 farb. Karten ISBN 3-7338-0332-9
- Homer (2004): Ilias. Ditzingen: Reclam. ISBN 3-15-018299-9
- Brandau, Birgit; Schickert, Hartmut; Jablonka, Peter (2004): Troia. Wie es wirklich aussah. München: Piper. 176 S., 113 farb. Abb. ISBN 3-492-04610-X
- Ulf, Christoph (2003): Der neue Streit um Troia. Eine Bilanz. München: Beck. 318 S., 17 Abb., 8 Karten ISBN 3-406-50998-3
- Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg (2001): Troia. Traum und Wirklichkeit. Stuttgart: Theiss, 496 Seiten, 500 meist farb. Abb. ISBN 3-8062-1543-X
- Hertel, Dieter (2001): Troia. Archäologie, Geschichte, Mythos. München: Beck. 128 S., 4 Karten, 16 Abb. ISBN 3-406-44766-X
- Korfmann, Manfred und Mannsperger, Dietrich (1998): Troia. Ein historischer Überblick und Rundgang. Stuttgart: Theiss, 80 S., 100 meist farb. Abb. ISBN 3-8062-1369-0
- Brandau, Birgit (1997): Troia. Eine Stadt und ihr Mythos. Bergisch Gladbach: Lübbe ISBN 3-404-64165-5
- Zangger, Eberhard (1994): Ein neuer Kampf um Troia. Archäologie in der Krise. München: Knaur, 352 S., Ill., Karten
- LeChevalier, Jean Baptiste (1800): Reise nach Troas oder Gemählde der Ebene von Troja in ihrem gegenwärtigen Zustande. [Voyage de la Troade, 1791]. Bearb. von Carl Gotthold Lenz. Altenburg und Erfurt: Rinck und Schnuphase. 271 S., Ill.

Literatur um Troja im weiteren Sinne


- Christa Wolf: Kassandra
- Marion Zimmer Bradley: Die Feuer von Troja
- Euripides: Die Troerinnen
- Jean Giraudoux: La guerre de Troie n'aura pas lieu
- Gisbert Haefs: Troja
- Sarah B. Franklin: Eine Tochter Trojas
- Leif Allendorf: Sieger

Siehe auch


- Trojanischer Krieg
- Trojanisches Pferd
- Trojaner
- Troja (Film)
- Troja (Fluss)

Weblinks


- [http://www.uni-tuebingen.de/troia/deu/ Projekt Troia] - website des Tübinger Grabungsteams, bis 2004 unter Leitung von Prof. Korfmann
- [http://www.troia.de/ www.troia.de] - prämierte website der Troia-Ausstellung von 2001/2002
- [http://www.schaetze-der-welt.de/denkmal.php?id=231 Unesco-Weltkulturerbe], SWR, »Schätze der Welt« mit Real-Video (15 Min.)
- [http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/siteindex?lookup=Troy&word=troja Antiken-Portal "Perseus"] über Troia (engl.)
- [http://earthobservatory.nasa.gov/Newsroom/NewImages/images.php3?img_id=4032 Satellitenbild] von der NASA Artikel
- [http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/28/0,1872,2006396,00.html „Ist Troja gleich Atlantis? Viele Parallelen erkennbar“], ZDF, 28. September 2003
- [http://web.archive.org/web/20041015192407/http://www.cityinfonetz.de/tagblatt/archiv/2002/das.magazin/07/artikel1.html Troia-Portal] des Schwäbischen Tagblatt, 15. Februar 2002; Dokumentation des Streitgesprächs zwischen Kolb und Korfmann in Tübingen
- [http://web.archive.org/web/20040624222214/http://www.cityinfonetz.de/tagblatt/archiv/2002/02/18/text4.phtml Interview mit Zangger] anlässlich der Tübinger Troia-Konferenz, Schwäbisches Tagblatt, 18. Februar 2002
- [http://www.nationalgeographic.de/php/magazin/topstories/1999/12/topstory2.htm „Das Drama von Troja“], National Geographic, Nr. 12, 1999 (mit Videos über die Anlage)
- [http://www.ancient-cultures.com/troja.php „Troja - Mykener gegen Hethiter?“] auf ancient-cultures.com (dt.) Aufsätze
- [http://projectsx.dartmouth.edu/history/bronze_age/lessons/les/27.html Skript über "Troy VII" und die "Historizität" des Trojanischen Krieges], Dartmouth College, March 18, 2000 (engl.) Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Türkei Kategorie:Weltkulturerbe Kategorie:Archäologische Grabung Kategorie:Historische Stadt ja:イリオス ko:트로이아

Lykomedes

Lykomedes war nach griechischem Mythus König von Skyros und der Mörder des Theseus. Unter seinen Töchtern wuchs Achilleus auf und zeugte mit einer derselben, Deidameia, den Neoptolemos. Kategorie:Griechische Mythologie

Skyros

Skyros ist eine Insel. Sie gehört zu den nördlichen Sporaden im Ägeischen Meer, liegt östlich von Euböa und ist 204 km² groß. Skyros wird häufig in den Sagen des Achilleus und Theseus erwähnt. Skyros galt im Altertum für arm, steinig und unfruchtbar, hatte aber schönen bunten Marmor und Chromeisenerz sowie eine berühmte Ziegenrasse. Ursprünglich von Pelasgern und Kariern, dann von seeräuberischen Dolopern bewohnt, wurde Skyros 469 v. Chr. von den Athenern unter Kimon, welche des Theseus Gebeine von dort holten, erobert und dauernd besetzt. Kategorie:griechische Mythologie Kategorie:Insel (Griechenland)

Deidameia

Deidameia ist in der griechischen Mythologie die Frau des Achilles, Mutter des Neoptolemos. Sie war die Tochter des Königs Lykomedes, bei dessen Töchtern Thetis ihren Sohn Achilleus als Mädchen verkleidet versteckte, damit er nicht in den Trojanischen Krieg ziehen musste. Siehe auch: Portal:Mythologie Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Literarische Figur

Neoptolemos

Neoptolemos – auch Pyrros genannt – ist eine Gestalt aus dem Sagenkreis des Trojanischen Krieges, der Sohn des Achilleus und der Deidameia. Neoptolemos wächst auf der Insel Skyros heran, am Hof seines Großvaters Lykomedes. Auf Rat des Sehers Kalchas holen ihn die Griechen vor die Mauern Trojas. Er hilft mit, den auf Lemnos ausgesetzten Philoktetes zu überzeugen, sich dem Griechenheer aufs neue anzuschließen. Neoptolemos gehört zu den Helden, die sich im Inneren des Trojanischen Pferdes einschließen lassen. Bei der Eroberung Trojas erschlägt er den greisen König Priamos am Altar des Zeus. Als Kriegsbeute erhält er die Gattin des Hektor, Andromache. Im Traum erscheint ihm der Geist seines verstorbenen Vaters Achilleus, der ihn bittet, ihm den wertvollsten Teil der trojanischen Beute zum Opfer zu bringen. Die Wahl der Griechen fällt auf die schöne Polyxena, Tochter des Priamos, die in ihre Opferung einwilligt und sich am Grab des Achilleus ersticht. Daraufhin senden die Götter günstigen Fahrtwind. Neoptolemos gelangt ohne Zwischenfälle nach Phthia in Thessalien, wo er als Nachfolger seines Vaters die Herrschaft antritt. Es gibt zwei Versionen wie er zu Tode kam: Entweder soll er von Orestes erschlagen worden sein, da er sich an dessen Verlobter Hermione vergehen wollte. Oder er soll nach einem Frevel gegenüber Apollon von Apollon-Priestern getötet worden sein. Des weiteren kann man nachlesen das Hermione im Trojanischen Krieg, von ihrem Vater Menelaos Neoptolemos versprochen wurde und ihn heiraten musste. siehe auch: griechische Mythologie Portal:Mythologie Kategorie:Griechische Mythologie

Ilias

Die Ilias (altgriechisch Ιλιάς, neugriechisch Ιλιάδα) ist anscheinend das homerische Epos vom Trojanischen Krieg, jedoch ist der Krieg nur das Hintergrundbild für die Auseinandersetzung zwischen dem Völkerfürsten Agamemnon und dem stärksten Mann des griechischen Heeres, Achill (griech. Achilleus). Ihre menschlichen Vorzüge, aber auch Fehler werden in der Ilias ausgeweitet. Zentrales Thema ist der verderbliche Zorn Achills, der unzähligen Achaiern den Tod bringt. Es gilt als das älteste Werk der griechischen und damit der abendländischen Literatur. Seine Niederschrift wird in etwa auf die Zeit um 750 v. Chr. datiert. Die ca. 30 Jahre später entstandene Odyssee beschreibt die Rückkehr des Odysseus aus dem Trojanischen Krieg.

Inhalt

Die Ilias beginnt mit dem so genannten „Zorn des Achill“: :Ménin áeide, theá, Peleiádeo Akhiléos :Den Zorn besinge, o Göttin, des Peleussohns Achilles Von dem aus der Sage bekannten zehnjährigen Krieg zwischen Griechen und Trojanern stellt Homer lediglich 51 Tage dar: Der stärkste achaiische Kriegsheld Achill und Agamemnon, der Heerführer der Achaier, geraten über die Sklavin Briseis in Streit, mit der Folge, dass Achill nicht mehr am Kampf teilnimmt. Die Trojaner unter ihrem Vorkämpfer Hektor nehmen diese Gelegenheit wahr und bedrängen die Achaier schwer. Achill gewährt seinem Freund Patroklos, an seiner Statt in den Kampf zu ziehen. Patroklos fällt von Hektors Hand. Daraufhin kommt es zum Zweikampf zwischen dem trauernden Achill und Hektor, in dem dieser fällt. Der Tod Hektors besiegelt das Schicksal Trojas; das Epos aber endet thematisch mit dem Ende des Grimms und dem einsetzenden Mitleid des Achill, der Hektors Vater Priamos den zuvor geschändeten Leichnam seines Sohnes endlich zur Bestattung zurück gibt. In den über 15.000 Versen der Ilias erzählte Homer von den Schrecken des Trojanischen Krieges. Er schrieb über List und Verrat, über Helden und Götter. Doch seine Erzählung war nicht nur ein Kriegsbericht, sondern das erste schriftliche Zeugnis der griechischen Kultur: Homers Ilias bildete die Grundlage für die Weiterentwicklung der griechischen Literatur (z. B. bezieht die Theaterliteratur viele ihrer Themen anfänglich aus den Sagen um Troja). Ebenso entwickelte sich die griechische Philosophie auch aus der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Ilias: War sie historische Wahrheit oder am Ende nur ein Mythos?. Mit der Ilias „schenkte“ Homer zudem den Griechen ihre Götter: Die zwölf olympischen Götter wurden in der Ilias zum ersten Mal mit allen ihren Funktionen und Kompetenzen beschrieben, also aus ihrem (jedoch fortwirkenden) Status von je und je lokalen Göttern zu einem Pantheon umgebildet; spätere Generationen bauten nach diesen Beschreibungen die griechischen Tempel für die einzelnen Götter. Der Troja-Mythos wurde in der Folgezeit zum Zeichen für Macht und politische Stärke: Alexander der Große studierte mit seinem Lehrer Aristoteles die Ilias. Der Feldzug der Griechen nach Osten, von dem die Ilias berichtete, wurde zu Alexanders Lebensplan. 334 v. Chr. brachte Alexander im Tempel der Athene in Troja ein Opfer dar. Danach begann er seinen Eroberungsfeldzug. Auch die römischen Kaiser legitimierten mit dem Troja-Mythos ihre imperiale Macht. Julius Cäsar glaubte, ein Nachfahre des trojanischen Herrscherhauses zu sein. Der trojanische Held Aeneas galt als Vorfahre der Gründer Roms. Die Römer fühlten sich damit als Nachfolger der Verlierer des Trojanischen Krieges; in Aeneas sahen sie den Stammvater der römischen Kaiserdynastie (der Name Julius ging angeblich auf Iulus, den Sohn des Aeneas, zurück). Selbst mittelalterliche Fürsten und Herrschaftsgeschlechter der europäischen Nationen führten sich und damit die Legitimation ihrer Herrschaft indirekt auf Troja zurück. In der Ilias fand der mittelalterliche Adel seine Ideale bestätigt; Minnedienst und Ritterlichkeit wurzeln im Mythos von der Belagerung einer Stadt, um eine Frau zu retten. Die Troja-Begeisterung war im Mittelalter grenzenlos und führte zu bizarren Vorstellungen: So glaubte man, dass trojanische Helden die Städte Xanten (Castra Troiana) und Bonn gegründet hatten. Die Habsburger beschäftigten sogar Ahnenforscher, um ihre Abstammung aus Troja nachzuweisen. Auch die Türken rechtfertigten ihre Kriege mit Troja und führten ihre Abstammung auf den trojanischen Helden Turcus zurück. Als Sultan Mehmed 1453 Byzanz eroberte, erklärte er sich zum „Rächer Trojas“.

Der homerische Held

Der homerische Heros zeichnet sich durch vier Charaktereigenschaften aus: aidós (Respekt und Rücksicht auf gesellschaftliche Stellung), éleos (Mitleid), kléos (Ruhm) und timé (Ehre). Des Weiteren ist er durch eine Vielzahl innerer und äußerer Kräfte beeinflusst und gelenkt. Ihm fehlt die Entscheidungsfreiheit, weil er einerseits göttlichem Lenken und dem Schicksal unterworfen, andererseits in gesellschaftliche Zwänge eingebunden ist. Seine Maxime lautet, immer der Beste zu sein und den anderen überlegen (aien aristeuein kai hypeirochon emmenai allon). Die Helden der Ilias sind Aristokraten. Ihr Verhalten wird von den niedrigeren Schichten nur vereinzelt kritisiert, z. B. durch den Soldaten Thersites im 2. Gesang. Ihre gesellschaftliche Stellung spiegelt sich im Kampfverhalten wieder. Sie möchten Ruhm und Ehre zu Lebzeiten erlangen, an ein Weiterleben nach dem Tod glaubten die Griechen nicht (siehe Hades). Dem Glanz der Helden steht das Elend der Unglücklichen gegenüber.

Die Sprache

Die Ilias ist in Hexametern geschrieben und besteht aus 24 Gesängen (Teilen). Sie ist in einem ionisch-äolischen Mischdialekt geschrieben, dessen Besonderheiten unkontrahierte Formen, Langformen und kurzvokalische Konjunktive sind. Jedoch finden sich auch bereits Attizismen, welche bei späteren Überarbeitungen eingefügt wurden, weil bereits im klassischen Griechenland Formen der epischen Kunstsprache unbekannt waren. Die griechische Sprache ist noch nicht diejenige der klassischen Zeit, sondern viel altertümlicher: Die Unterscheidung von Haupt- und Nebensatz ist verschwommen, Konstruktionen brechen teilweise brutal ab. Die Ilias weist auch noch viele Formen auf, die sich im späteren attischen Dialekt anders realisieren.

Beginn der „Ilias“

- - Ménin aeíde theá Peleíadoú Achiléos | oúlomenén, he myrí' Achaíois álge' ethéke, | póllas d'íphthimoús psychás Aïdí proiápsen | héroón, autoús de elória teúche kynéssin | oíonoísi te daíta, Diós d'eteleíeto boúle, | éx hou dé ta próta diástetén erisánte | Átreïdés te anáx andrón kai díos Achílleus. - - „Den Zorn besinge, Göttin, des Peleussohnes Achill, - Den verdammten , der den Achaiern unzählige Schmerzen brachte - Und viel tapfere Seelen der Heldensöhne zum Aïs (Hades) - Sendete, aber sie selbst zum Raub darstellte den Hunden, - Und dem Gevögel als Mahl. So ward Zeus′ Wille vollendet: - Seit dem Tag, als erst durch bitteren Zank sich entzweiten - Atreus′ Sohn, der Herrscher des Volks, und der edle Achilleus.“

Charaktere als Ideale

Die dargestellten Charaktere können als Paradigmen für bestimmte Eigenschaften gesehen werden. Hektor als Verteidiger der Heimat, Helene als die Schöne und Achill und Patroklos als das Freundespaar. Thersites ist der Prototyp des hässlichen, aber wahrhaftigen Schmähers.

Die „Ilias“ in der Neuzeit

Nach der Neuentdeckung Homers setzt im 17. Jahrhundert die analytische Betrachtung seiner Dichtung ein. Nach den historischen Bezügen im Werk selbst und seiner Überlieferungsgeschichte muss die Handlung im 12. oder 13. Jahrhundert v. Chr. angesetzt werden. Die Philologie hat starke Indizien dafür gefunden, dass die Rahmenhandlung der Ilias durch Gesänge in Hexameter-Form von mykenischer Zeit bis in die Epoche Homers überliefert wurde. Homer hätte somit eine seinem Publikum bis in Details bekannte Geschichte in besonders gelungener Form und unter ungewöhnlichen Vorzeichen (Der Groll des Achill) dargeboten. In letzter Zeit hat die seit langem währende Kontroverse um einen möglichen historischen Gehalt der Ilias aufgrund zahlreicher neu gefundener Indizien verstärkt Schlagzeilen gemacht. Archäologische Funde aus Mykene sind identisch mit Homers Beschreibung von Gegenständen, die man zu seinen Lebzeiten bereits nicht mehr verwendete. In der Ilias listete Homer zudem mit größter Genauigkeit die Schiffe auf, mit denen die Griechen nach Troja segelten. Er nannte sogar die Herkunft ihrer Besatzung (178 Ortsnamen). Viele dieser Ortschaften existierten zu Homers Lebenszeit nicht mehr. Ihre Existenz wurde jedoch u. a. auf einer Tontafel aus der Bronzezeit nachgewiesen, deren Schriftzeichen sich als eine Vorform des antiken Griechisch entpuppten; hier finden sich die Ortsnamen aus der Ilias wieder. Der 2004 erschienene Film Troja von Regisseur Wolfgang Petersen ist von Homers Werk inspiriert, weicht aber teilweise stark von der homerischen Vorlage ab.

Ausgaben


- Die bekannteste Übersetzung des griechischen Originals stammt von Johann Heinrich Voss, der man das Alter – sie stammt aus dem Jahr 1793 – anmerkt. Sie ist wie das griechische Original in Hexametern abgefasst und lässt einiges an Genauigkeit vermissen, damit im Deutschen der Hexameter eingehalten werden kann. Andererseits muss man Voss zugute halten, dass er der deutschen Sprache damit den Hexameter geschenkt hat, und für die Ilias und die Odysee so was wie eine eigene Sprache erfunden hat. Was die Genauigkeit der Details angeht, so lag er intuitiv bei sehr vielem sehr richtig, wo später bspw. Schadewaldt wissenschaftlichen Fehlern aufgesessen ist.
  - Homer: Ilias. Odyssee. Insel Taschenbuch. ISBN 3-458-32904-8
  - Als deutschsprachige Webausgabe frei zugänglich bei [http://www.digbib.org/Homer_8JHvChr/De_Ilias DigBib.Org] oder [http://gutenberg.spiegel.de/homer/ilias/ilias.htm gutenberg.spiegel.de]
- Moderner ist die Übersetzung von Schadewaldt (1975), die die Ilias in Prosa nacherzählt und als leichter zu lesen gilt und außerdem die Verse, aber nicht das Versmaß einhält und somit genau übersetzt ist.
- Von Roland Hampe stammt eine Übersetzung der Ilias (1979) in Hexametern.
- Originalausgabe (wissenschaftlicher Text) Homeri Opera Tomus I/II, edidit T. W. Allen, Oxford, 1902 (Tomus I (Ilias 1–12): ISBN 0-19-814528-4 ; Tomus II (Ilias 13–24): ISBN 0-19-814529-2)

Nacherzählungen

Die Übersetzungen sind nur verständlich, wenn man mit der griechischen Mythologie und Geschichte vertraut ist. Daher hat es verschiedenen Nacherzählungen gegeben, die die Geschichte allgemeinverständlich erzählen.
- Bekannt ist die Nacherzählung von Gustav Schwab, die 1838 erstmals erschienen ist (sie beschränkt sich allerdings nicht auf den „Zorn des Achill“, sondern schildert auch die Vorgeschichte des Krieges und die Eroberung Trojas).
- In „Das hölzerne Pferd“ (1968) erzählt Franz Fühmann die Ilias (und auch die Odyssee) in leicht verständlicher und trotzdem anspruchsvoller Sprache.

Weblinks


- [http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?lookup=Hom.+Il.+toc Perseus Digital Library: Iliad] – griechischer Originaltext und englische Übersetzungen
- [http://www.library.northwestern.edu/homer/html/application.html The Chicago Homer] – Griechischer und englischer Text mit vielfältigen Suchmöglichkeiten
- [http://www.digbib.org/Homer_8JHvChr/De_Ilias DigBib.Org: Ilias] – deutsche Übersetzung von Johann Heinrich Voss
- Singe den Zorn [http://www.singe-den-zorn.de]- interessante Verfilmung der Voßschen Versübersetzung am "Originalschauplatz" in Troia
20px Das Wikisource-Projekt bietet Texte im Original: ΙΛΙΑΣ (griech.) und The Iliad (engl.)

Siehe auch


- Aeneis
- griechische Mythologie Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (Altgriechisch) ja:イリアス ko:일리아스 ms:Iliad

Phoinix

Phoinix Sohn des Königs Amyntor und seiner Ehefrau Kleobule. Weil Amyntor eine Nebenfrau liebte, verführte Phoinix auf Veranlassung seiner Mutter die Geliebte seines Vaters, um sie von ihm abzubringen. Als Amyntor seinen Sohn deswegen zur Kinderlosigkeit verfluchte, floh er nach Phthia zu Peleus. Er nahm an der Kalydonischen Jagd teil und wurde Achilleus' Berater und Erzieher. Er fuhr mit Odysseus nach Skyros, um Achilleus zur Teilnahme am Trojanischen Krieg zu veranlassen. Vor Troja hatte er allerdings keinen Erfolg, als er als Mitglied der Bittgesandtschaft (Presbeia) Achilleus bewegen wollte, wieder in den Kampf einzugreifen. Auf der Rückfahrt von Troja (zusammen mit Neoptolemos, Sohn des Achilleus) ist er verstorben. Kategorie:Griechische Mythologie

Trojanischer Krieg

Der Trojanische Krieg ist ein zentrales Ereignis der griechischen Mythologie. Homers Ilias schildert entscheidende Kriegsszenen während der Belagerung der Stadt Troja (Ilion) durch das Heer der Griechen, die in der Ilias Achaier genannt werden. Dabei wird insgesamt allerdings nur von den letzten 51 Tagen der zehnjährigen Belagerung berichtet. Achaier Im griechischen Altertum wurde die Ilias als geschichtlicher Bericht verstanden und der Krieg auf das 12. oder 13. Jahrhundert v. Chr. datiert. Die Stadt Troja lag bei den Dardanellen. Heinrich Schliemann begann 1871 mit Ausgrabungen am Hügel Hissarlik im Nordwesten der heutigen Türkei und identifizierte die dort von ihm gefundenen Ruinen als das von Homer beschriebene Troja. Der Bezug der damit verbundenen Berichte Homers auf eine einzelne Auseinandersetzung wird von einigen Geschichtsforschern allerdings weiterhin bezweifelt. Sie nehmen an, dass Homers Trojanischer Krieg eine Synthese verschiedener Auseinandersetzungen zwischen Griechenland und seinen Nachbarn um die Kontrolle der freien Durchfahrt durch die Dardanellen darstelle. Die herrschende Meinung ist jedoch, dass Homer im Kern einen tatsächlich stattgefundenen Krieg realitätsnah geschildert habe. Die große Schwierigkeit ist dabei seine Datierung: Je weiter er zurückverlegt wird, desto länger werden die dunklen Jahrhunderte, die fund- und quellenlose Zeit, die zwischen ihm und dem durch Hesiod belegten Entstehen des historischen alten Hellas liegen. Verkürzt man sie, so muss wohl eine sich im Unglück der heimkehrenden Griechenkönige widerspiegelnde Revolution interpoliert werden, die aus den mykenischen Adelsherrschaften das Griechenland der Poleis (Stadtherrschaften) geformt haben müsste. Inhaltliche Hinweise datieren die Ereignisse auf die Bronzezeit oder die Zeit Mykenes, also auf mindestens zehn Jahrhunderte v. Chr., was auch zu den Ergebnissen der Ausgrabungen am Hügel Hissarlik passen könnte. Dort wurden, neben passenden Spuren von Gewalteinwirkung, Hinweise auf ein lebhaftes Handelszentrum, insbesondere vor der Zeit des Trojanischen Krieges, und reiche historische Schätze gefunden. Es ist allerdings noch nicht erwiesen, welche der mehrfachen Besiedlungen Trojas die des Trojanischen Krieges gewesen ist. Mykene

Übersicht

Mythischer Auslöser des Trojanischen Krieges war die Entführung der Helena, Gattin des Menelaos, durch Paris, den Sohn des trojanischen Königs Priamos. Daraufhin zogen die vereinten Griechen gegen Troja, um die Schmach zu rächen. Trotz zehnjähriger Belagerung gelang es jedoch nicht, die stark befestigte Stadt zu erobern. Auf Rat des Odysseus bauten die Griechen endlich ein großes hölzernes Pferd, in dem sich die tapfersten Krieger versteckten. Die Schiffe täuschten die Abfahrt vor. Die Trojaner holten entgegen den Warnungen der Kassandra und des Priesters Laokoon das Pferd in die Stadt. In der Nacht kletterten die Griechen aus ihrem Versteck, öffneten die Tore und konnten so die Trojaner überwinden. Aus dieser Begebenheit heraus entstand der bis heute gängige Begriff des Trojanischen Pferdes. In einer anderen Version heißt es, dass die Griechen das Pferd so gross gebaut hatten, dass es nicht durch Trojas Tore gepasst hätte. So haben denn die Trojaner die eigenen Mauern eingerissen, um das hölzerne Pferd in die Stadt zu holen.

Der Trojanische Krieg

Neben Homers Ilias und Odyssee finden sich weitere antike griechische Quellen, die Homers Darstellung ergänzen. Unter ihnen hervorzuheben ist insbesondere der epische Kyklos, der Vor- und Nachgeschichten des Trojanischen Krieges enthält.

Vorspiel: Das Urteil des Paris

Die Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite waren zusammen mit den übrigen olympischen Göttern zur Hochzeit des sterblichen Helden Peleus mit der Göttin Thetis eingeladen. Eris, die Göttin der Zwietracht, war hingegen nicht eingeladen worden. Sie warf daraufhin einen goldenen Apfel in die Runde, mit der Inschrift Kallisti (Der Schönsten), und löste damit einen Streit zwischen Hera, Athene und Aphrodite aus, weil jede der Göttinnen den Apfel für sich beanspruchte. Eris Die drei baten Zeus, zu entscheiden, welche von ihnen die Schönste sei. Dieser wollte es jedoch klugerweise vermeiden, sich dieser Wahl zu unterziehen, zumal Aphrodite und Athene seine Töchter und Hera seine Ehefrau und Schwester waren, womit der häusliche Ärger, egal bei welcher Entscheidung vorprogrammiert war. Also ließ er Hermes kommen und trug ihm auf, die Göttinnen zu Paris, dem schönen, wenngleich verstoßenem Königssohn Trojas zu bringen, damit dieser entscheide. Alle drei Göttinnen versuchten Paris' Gunst durch Bestechung zu erlangen:
Hera versprach politische Macht und Dominanz in Asien, Athene Weisheit und Kriegskunst.
Aphrodite jedoch las Paris' Wünsche am klarsten, indem sie ihm die schönste Frau auf Erden versprach, nämlich Helena. Diese war allerdings bereits die Frau des Königs Menelaos von Sparta. Jedenfalls sprach Paris den "Eris-Apfel" der Aphrodite zu. Womit er sich den Zorn der anderen beiden Göttinen zuzog. Diese, versuchten nun ihm zu schaden, wo sie konnten. Bevor Helena die Gattin des Menelaos geworden war, hatten viele der Griechenkönige, die alle untereinander verfeindet waren, um sie geworben.
Um nach der Wahl, ihres Bräutigames, den Frieden in Griechenland zu erhalten, hatte Odysseus dazu geraten, dass alle Bewerber einen Eid ablegen sollten, Helenas Wahl anzuerkennen und die Ehe Helenas zu verteidigen. Als Paris nun Helena traf erfüllte Aphrodite ihr Versprechen, und liess Helena, sich in Paris verlieben und beide flohen gemeinsam nach Troja. Die unter den Griechen von Menelaos aufgerufenen Eidpflichtigen, zogen nun unter dem Heerführer Agamemnon, seinem Bruder, König von Mykene, gegen Troja, sehr zur Freude von Hera und Athene.

Episoden des Kriegszuges

Achilleus nimmt am Krieg teil

Mykene Der Seher Kalchas' hatte vorhergesagt, dass die Griechen, Troja, ohne die Teilnahme des Achilleus am Krieg, nicht besiegen würden. Thetis, Achilleus' Mutter, wusste jedoch, dass Achilleus vor Troja fallen würde und verbarg ihn deshalb als junges Mädchen verkleidet am Hof des Lykomedes in Skyros. Dort hatte er ein Verhältnis mit Deidameia, die seinen Sohn Neoptolemos gebar.
Odysseus und Diomedes entlarvten seine Verkleidung, indem sie als Händler auftretend zum Hof kamen und ihn erkannten, als er ihre feilgebotenen Waffen bewunderte. Eine andere Geschichte berichtet, er habe beim Schall einer Trompete einen Speer zur Verteidigung ergriffen, anstatt zu flüchten. Begleitet von seinem Berater (Erzieher) Phoinix und seinem besten Freund und Liebhaber Patroklos machte er sich daraufhin auf den Weg nach Troja.

Agamemnon und Iphigenie

Patroklos Artemis bestrafte Agamemnon, weil er eine heilige Hirschkuh in einem ihr geweihten Hain erlegt hatte und sich rühmte, der Göttin bei der Jagd überlegen zu sein. Sie verhinderte die Abfahrt von Agamemnons Flotte bei Aulis in Böotien, indem sie eine Windstille bewirkte. Das Orakel des Priesters Kalchas weissagte, dass Agamemnon seine Tochter Iphigenie der Göttin zur Sühne opfern müsse, um die Fahrt beginnen zu können. Einige Versionen der Geschichte bestätigen, dass er seine Tochter opferte. Andere berichten, dass Artemis sie nach Tauris entrückte und an ihrer Statt eine Hindin geopfert wurde. Iphigenie diente dort auf der Krim den Tauriern als Priesterin der Göttin.
Nach Hesiod wurde Iphigenie die Göttin Hekate.

Chryseis und Briseis

Hekate Achilleus hatte Briseis entführt und zu seiner Beischläferin gemacht. Als Agamemnon aufgefordert wurde, das Orakel des Kalchas zu befolgen und seine eigene eroberte Bettgefährtin Chryseis, Tochter des Apollon-Priesters Chryses, ihrem Vater zurück zu geben und somit den Zorn Apollons (die Pest im Griechenheer) zu besänftigen, wollte er einen Ersatz. Da Kalchas vor der Weissagung, Achilles um Schutz gebeten hatte, weil er wohl wusste, daß Agamemnon über seinen Spruch nicht erfreut sein würde, nahm Agamemnon sich, voller Hass auf Achilleus, ihm zum Ausgleich Briseis weg. Dieser bat wutentbrannt und erfolgreich seine Mutter Thetis, Zeus zu bewegen, die Trojaner so lange in allen Gefechten siegen zu lassen, bis ihm Genugtuung gegeben worden sei und weigerte sich fortan, am Kampf gegen die Trojaner und deren Verbündete teilzunehmen.

Achilleus und Patroklos

Chryseis]] Als Achilleus nicht mehr an den Kampfhandlungen teilnahm und die Griechen deswegen in arge Bedrängnis gerieten, legte dessen Freund Patroklos Achilleus' Rüstung an und zog in die Schlacht. Er wurde von Hektor im Zweikampf erschlagen, der die Rüstung des Achilleus zur Beute nahm. Der erzürnte Achilleus, von seiner Mutter Thetis mit einer neuen, von Hephaistos gefertigten Rüstung ausgestattet (in der Schilderung des Schildschmucks bringt Homer einen Querschnitt griechischen Lebens unter), trat nunmehr zum Zweikampf mit Hektor an. Dieser war schon vom 'großen' Ajax verletzt worden und wurde von Achilleus getötet. Hektors Leichnam schleifte Achilleus drei Mal am Streitwagen um Troja, bevor er – durch Priamos zum Mitleid gerührt – gestattete, dem Leichnam seines Sohnes die letzten Ehren zu erweisen. (Dieser Bogen vom unstillbaren Zorn des Achill (griechisch menis, daher dt. "Manie") bis zu seiner ersten Regung von Mitleid ist zugleich die Spannweite der Ilias Homers.)

Achilleus' Tod

Homer Kurz nach Hektors Fall besiegte Achilleus noch Memnon aus Äthiopien, Kyknos aus Kolonai und die Amazonenkönigin Penthesilea, in die er sich noch in ihrem Todeskampf verliebte (nach manchen Versionen eine Liebesbeziehung gehabt hatte; manchmal heißt es gar, Achilleus habe sie nach ihrem Tod noch geschändet).
Kurz darauf wurde er von Paris getötet, der mit Hilfe des Apollon einen vergifteten Pfeil in seine Ferse schoss ((die Achillesferse war seine einzig verwundbare Stelle (vergl. Thetis)), oder in einer älteren Version durch ein Messer, als er bei einem Waffenstillstand die trojanische Prinzessin Polyxena aufsuchte. Seine Gebeine wurden mit denen des Patroklos vereint, und genau wie Ajax hat er der Legende nach, nach seinem Tode auf der Insel Leuke an der Donaumündung gelebt.

Achilleus' Rüstung und der Tod des 'großen' Ajax

Leuke Nach Achilleus' Tod stritten Odysseus und der 'große' Ajax, der nunmehr erste Held der Griechen, um Achills Waffen und Rüstung. Odysseus gewann den ausgeschriebenen Wettkampf (mit unfairer Hilfe der Göttin Athena), und Ajax verfiel in eine Raserei, in der er eine Herde Schafe (die er in seinem Wahn für Griechen, den größten Widder für Odysseus, hielt) erschlug. Als er wieder bei Sinnen war, stürtzte er sich aus Scham, über seine Tat, in sein eigenes Schwert.

Orakelsprüche

Die Griechen nahmen Helenos, einen Propheten und Sohn des Priamos, gefangen, nachdem sie schon seit fast 10 Jahren vor Troja lagen. Sie folterten ihn, bis er ihnen die Bedingungen für die Eroberung Trojas verriet. Helenos nannte als Voraussetzungen: Die Griechen müssten
- im Besitz der Pfeile des Herakles sein (die Philoktetes besaß);
- das trojanische Palladion stehlen, ein von Athene geschaffenes Relief;
- den Sohn des Achilleus, Neoptolemos, in ihren Reihen haben; Die Voraussage eines weiteren Orakels, dass der erste Grieche, der von den Schiffen an Land gehe, auch als Erster umkommen werde, wurde durch Protesilaos, den Anführer der Phylaker, erfüllt.

Philoktetes

Philoktetes war Herakles' Freund und Waffenträger gewesen und erhielt nach dessen Tod des Herakles todbringende Pfeile (vergiftet mit der Galle der Hydra) und den Bogen, weil er dessen Scheiterhaufen entzündete, als sich sonst niemand dazu bereit fand. Er segelte als einer der Anführer auf Seiten der Griechen mit sieben Schiffen gen Troja. Auf dem Weg wurde er jedoch, auf der Insel Chryse, bei einer Rast, von einer Schlange, wahrscheinlich einer Natter, gebissen. Da die Griechen seine Schmerzensschreie und die stinkende Wunde, die nicht heilte, nicht länger ertragen wollten, übernahm es Odysseus, ihn auf der Insel Lemnos auszusetzen. Medon übernahm das Kommando über Philoktetes' Mannen; letzterer blieb mit seinen Waffen – sehr ergrimmt – zehn Jahre lang alleine zurück. Als Helenos, der Sohn des Priamos, unter der Folter gestanden hatte, dass die Griechen nur siegen würden, wenn sie Herakles' Pfeile und Bogen auf ihrer Seite hätten (eine nun sehr schwer zu erfüllende Bedingung), holten Odysseus und Neoptolemos ihn zurück. Philoktetes' Wunde wurde von Asklepios oder dessen Sohn Machaon geheilt; Philoktet verwundete mit seinen Pfeilen den Paris tödlich. Siehe Äskulapstab

Diomedes

Äskulapstab Diomedes gelang es beinahe, Aeneas im Kampf zu töten; Aphrodite, Aeneas' Mutter, rettete ihn jedoch, indem sie ihn aus der Schlacht trug. Diomedes verletzte sie dabei, rasend vor Wut, am Handgelenk woraufhin Aphrodite ihren Sohn fallen ließ und weinend auf den Olymp floh, um sich von ihrem Vater, Zeus, trösten zu lassen. Aeneas wurde dann von Apollon in eine Wolke gehüllt und nach Pergamon gebracht, einem heiligen Ort in Kleinasien. Artemis heilte Aeneas dort. Später im Krieg befand sich Diomedes im Zweikampf mit Hektor, als er Ares, den auf seiten der Trojaner kämpfenden Gott des Krieges, erblickte. Diomedes forderte seine Soldaten zum geordneten Rückzug auf. Hera, die Mutter des Ares, sah Ares' Einmischung und erbat sich von Zeus die Erlaubnis, ihn mit Hilfe seiner Schwester Athene vom Schlachtfeld zu vertreiben. Dann forderte sie Diomedes auf, Ares direkt anzugreifen. Seinen Speer lenkte Athene und verletzte Ares an der Weiche. Dieser floh darauf das Kampfgeschehen, ließ sich von Aphrodite trösten und pflegte seine Wunde sowie seine verletzte Eitelkeit. Unter dem Wüten des Diomedes wichen die Trojaner, den göttlichen Beistand vermissend, daraufhin zurück. Diomedes war damit der einzige sterbliche Grieche, dem es jemals gelang gleich zwei der Olympier zu verwunden.

Glaukos

Der Lykier Glaukos, ein Enkel des Bellerophon und der Tydide Diomedes trafen sich voller Kampfgier auf dem Schlachtfeld. Diomedes wußte nicht, um wen es sich bei seinem Gegner handelte, während Glaukos sehr wohl wußte, mit wem er es zu tun hatte. Also sprach er >>"Diomedes, bereits mein Großvater Bellerophon, war bei dem Deinen, Öneus zu Gast."<<". Diomedes stieß daraufhin seine Lanze in den Boden, erneuerte die Freundschaft zwischen den Geschlechtern und tauschte mit Glaukos, dessen goldene Rüstung, gegen seine eigene eherne.

Das Trojanische Pferd

Die Belagerung der Griechen trat in das 10. Jahr, als Odysseus die kriegsentscheidende List ersann. Scheinbar die Belagerung aufgebend, hinterließen die Griechen ein riesiges Holzpferd, in dessen Bauch einige Griechen unter dem Kommando des Odysseus verborgen waren. Diese Idee war ihm durch eine Aussage des gefolterten trojanischen Sehers Helenos, gegenüber dem Seher Kalchas gekommen.
Durch allerlei Listen wurden die Trojaner bewogen, das Pferd als ein Geschenk in ihre Stadt zu nehmen, brachen eine Bresche in ihre unerstürmbare Mauer und brachten es in ihre Stadt. Nach der Siegesfeier der Trojaner konnten die im Pferd verborgenen Griechen nachts unbemerkt das Stadttor öffnen und die zurückgekehrte Armee in die Stadt lassen. Troja wurde niedergebrannt, und nur wenige Einwohner konnten entkommen. Bislang ungeklärt ist, ob es sich bei dem Pferd direkt um ein Sinnbild für den Erderschütterer Poseidon handelte – dann hätte dieser den Krieg entgegen seinem Willen entschieden – oder ob die vermeintliche Metapher wörtlich zu interpretieren ist.

Nach dem Krieg

Kalchas Der Geist des Achilleus erschien seinem Sohn Neoptolemos und verlangte, dass seine Geliebte Polyxena vor der Rückkehr dem Achill geopfert werde. Die Griechen trieben sie vor den Altar; dort tötete sie sich. Priamos' Weib Hekuba wurde eine Sklavin. Lykaon war bereits von Achilleus versklavt und bei einem Fluchtversuch getötet worden. Antenor, der Schwager und Ratgeber des Priamos, wurde verschont, da er immer zu Helenas Rückgabe an die Griechen geraten hatte. Kassandra wurde vom 'kleinen' Ajax vergewaltigt; sie wurde dann eine Konkubine Agamemnons und mit ihm in Mykene ermordet. (Vorausgesagt hatte sie alles, aber niemand glaubte ihr – gemäß einem Fluche Apollons, dem sie sich verweigert hatte.) Neoptolemos versklavte Andromache, die Witwe des Hektor (und Helenos); später ehelichte er sie. Helenos Kreusa wurde bei der Flucht aus Troja getötet. Ihr Gatte Aeneas konnte gemeinsam mit seinem Herold Misenos, seinem Vater Anchises, dem Heiler Iapyx und seinem Söhnchen Askanios (Julius) entkommen. Laut jüngeren römischen Sagen (Epen), insbesondere Vergils Aeneis, landete er nach langen Irrfahrten an der italienischen Küste, wo seine Nachkommen Rom gründeten. Da Aeneas göttlicher Abstammung (Mutter Aphrodite) war, konnte sich noch Gaius Iulius Caesar dessen rühmen.

Bearbeitungen des Themas

Der Trojanische Krieg inspirierte eine Reihe von Werken. Neben Homers Ilias sind Die Troerinnen des Euripides, Troilus & Criseyde von Geoffrey Chaucer, Les Troyens von Hector Berlioz und Der Trojanische Krieg findet nicht statt von Jean Giraudoux zu nennen. Eines der bekanntesten Werke ist wohl Shakespeares Troilus und Cressida. Es gibt verschiedene Übertragungen dieser Sagenstoffe ins Deutsche, man vergleiche nur Friedrich Schillers großes schwermütiges Gedicht Das Siegesfest. Die bekannteste stammt aus dem 19. Jahrhundert von Gustav Schwab (Schwabs klassische Sagen des Altertums, bis in die 1950er Jahre ein Hausbuch des deutschen Bürgertums (wo man bei jedem Abiturienten die ziemlich genaue Kenntnis des Trojanischen Krieges voraus setzen konnte)). Eine speziell für Kinder geschriebene Übertragung stammt von Franz Fühmann (Das Hölzerne Pferd). Die Geschichte wurde auch zur Grundlage des gleichnamigen Kinofilms von Wolfgang Petersen aus dem Jahre 2004. Die Handlung des Films weicht jedoch in bemerkenswert vielen Punkten von der antiken Überlieferung ab. Moderne Bearbeitungen stammen oft aus dem Bereich der Fantasy oder der historischen Spekulation, wie in Gisbert Haefs' Umsetzung "Troja", die mit einigen sehr eigenwilligen, aber oft auch überzeugenden, realistischen Interpretationen der überlieferten Legenden aufwartet. Der amerikanische Schriftsteller Dan Simmons setzte die Geschehnisse der Ilias in seinem Science Fiction-Roman Ilium um.

Wichtige Kriegsteilnehmer

Griechen


- Akamas
- Achilleus (durch Paris Pfeil umgekommen; in Heinrich von Kleists Penthesilea ist es diese selbst)
- Agamemnon (der Anführer der Griechen, er wird am Tage seiner Rückkehr von seiner Frau Klytaimnestra und ihrem Liebhaber Aigisthos im Bad ermordet)
- Ajax der Große (Aias der Telamonier, der große Aias; er tötet sich)
- Ajax der Kleine (Aias der Lokrer, der kleine Aias; er scheitert und ertrinkt auf der Rückfahrt)
- Alkmaion
- Antilochos (fällt durch Memnons Hand)
- Asklepios
- Automedon
- Kanopus (Griechenland)
- Diomedes
- Glaukos
- Epeios
- Eteoneus
- Eumelos
- Euryalos
- Eurybatos
- Eurypylos
- Halaisos
- Idomeneus
- Machaon (fällt durch die Hand Penthesileas')
- Medon (fällt durch Aineias' Hand)
- Menelaos (kehrt mit Helena unversehrt zurück und regiert Sparta noch lange)
- Meriones
- Neoptolemos
- der greise Nestor (kehrt heil nach Pylos zurück und regiert es noch lange)
- Nireus
- Odysseus (der "Listenreiche", sein Geschick behandelt Homers Odyssee)
- Palamedes (wird durch Odysseus' Heimtücke Opfer eines Justizmordes)
- Patroklos (fällt durch Hektors Hand)
- Philoktetes
- Podarkes (fällt durch die Hand Penthesileas)
- Polidarios
- Polypoetes
- Protesilaos (fällt durch Hektors Hand)
- Sinon
- Stentor
- Sthenelos
- Teukros
- Thersander (fällt durch Telephos' Hand)
- Thersites
- Xanthos

Trojaner/innen und ihre Verbündete


- Aineias
- Anchises
- Andromache
- Antiphus (fällt durch Agamemnons Hand)
- Askanios
- Astyanax (wird als kleines Kind von Neoptolemos gemeuchelt)
- Deiphobos (fällt durch Menelaos' Hand)
- Dolon (fällt durch Odysseus' und Diomedes' Hand)
- Eurypylos (fällt durch Neoptolemos' Hand)
- Eurytion
- Glaukos
- Hektor (fällt durch Achilleus' Hand)
- Hekuba
- Helenos
- Hiketaon
- Kassandra (wird durch Agamemnons Frau Klytaimnestra ermordet)
- Kebriones (fällt durch Patroklos' Hand)
- Kleite
- Koroibos
- Kyknos (fällt durch Achilleus' Hand)
- Iapyx
- Lykaon
- Memnon, der Äthiopier
- Mygdon
- Pandaros (fällt durch Diomedes' Hand)
- Paris, auch Alexandros, fällt durch Philoktetes' Pfeil)
- Penthesilea, die Amazone, (fällt durch Achilleus' Hand)
- Phorkys (fällt durch die Hand Ajax' des Großen)
- Polites (fällt durch Neoptolemos' Hand)
- Polydamas
- Polyxena (fällt durch Neoptolemos' Hand)
- Priamos (erschlagen von Neoptolemos)
- Rhesos
- Sarpedon (fällt durch Patroklos' Hand)
- Tenes
- Troilos (fällt durch Achilleus' Hand)
- Zwei Söhne des Merops (fallen durch Diomedes' Hand)

Götter auf Seiten der Griechen


- Athene
- Hera Vgl. dazu: Eris
- Poseidon
- Hephaistos
- Hermes

Götter auf Seiten der Trojaner


- Aphrodite
- Apollon
- Ares
- Artemis
- der Flussgott Skamander

Griechische Verbündete


- Achaier (dies bei Homer der Name für die Griechen überhaupt, das Wort "Hellenen" benutzte er noch nicht)
- Aigineten
- Argiver
- Kreter
- Iolker
- Ithaker
- Lokrer
- Lykier
- Myrmidonen
- Pheraier
- Spartaner

Trojanische Verbündete


- Aithiopen
- Amazonen
- Kolonaier
- Phryger

Weitere Beteiligte


- Meges, Anführer der Epeaner oder Dulichier.
- Mentes, König der Kikonen
- Mentes, König der Taphier Siehe auch: Liste von Kriegen, Liste von Schlachten; unter Homer die "Homerische Frage".

Weblinks


- http://www.mythentor.de/griechen/troja1.htm
- http://www.temple.edu/classics/troyimages.html Kategorie:Antike (Krieg) Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Griechische Geschichte (Antike) ja:トロイア戦争 ko:트로이 전쟁 simple:Trojan War

Myrmidonen

Der Begriff Myrmidonen kommt in der griechischen Mythologie vor. Es sind zunächst die Bewohner der Insel Aigina. Es sind auch jene Soldaten und Gefolgsleute, welche in der Ilias von Homer, dem Achilles (Achilleus - Αχιλλεύς, Αχιλλέας) in der Schlacht um Troja unterstellt waren. Sie repräsentieren am ehesten das, was man heute eine elitäre und besonders wagemutige Kampftruppe nennt. Den Namen leiten einige von Myrmidon, einem Sohn des Zeus, ab, andere von Myrmex (Ameise), weil Zeus nach einer Pest auf Bitten Aiakos' Ameisen in Menschen verwandelt haben soll. Kategorie:Griechische Mythologie

Zorn

Zorn ist ein starkes Gefühl, das sich unterschiedlich äußert. Einerseits tritt er als heftiger Ärger, wutartiger Affekt als Jähzorn oder Zornesausbruch auf, der zu unkontrollierten Handlungen oder Worten führen kann. Der Zorn erscheint dann als Beherrscher des Menschen, der seinerseits seine Gefühlsregungen nicht mehr kontrolliert. Andererseits tritt der Zorn auf als gerecht erscheinendes Zürnen auf (auch: als "Groll"): Bauernzorn, Bürgerzorn, Volkszorn, Wählerzorn; Götterzorn, Zorn Gottes, heiliger Zorn (siehe auch: Ingrimm). Zorn ist immer gegen eine bestimmte Person oder Gruppe gerichtet, während die Wut nach allen Seiten explodieren kann. In der Ilias des Homer ist der manische, lang andauernde Zorn des Achills das Leitthema. In der Kirchengeschichte zählt Zorn zu den "Sieben Todsünden". In der Kunstgeschichte kommt es zu entsprechenden allegorischen Darstellungen des Zorns.

Zitate

:Auch der Hass gegen die Niedrigkeit :Verzerrt die Züge. :Auch der Zorn über das Unrecht :Macht die Stimme heiser. :— Bertolt Brecht (1938): "An die Nachgeborenen" :Der Zorn ist eine kurze Raserei. (römisches Sprichwort) Kategorie:Emotion Kategorie:Laster

Patroklos

]] Patróklos ist einer der griechischen Kämpfer vor Troja, der Freund und Waffengefährte des Achilleus. Dieser hat sich grollend vom Kampf zurückgezogen (vergl. Briseis, Ilias und Achilleus). Selbst als die Trojaner bedrohlich die Oberhand gewinnen, und gar die Schiffe der Achäer bedrängen, lässt er sich nicht umstimmen. Doch in einem Moment äußerster militärischer Not gestattet er Patroklos, an seiner Stelle einzugreifen. In der Rüstung des Achilleus wirft Patroklos sich an der Spitze der Myrmidonen (der dem Achilleus unterstellten Soldaten) in die Schlacht. Es gelingt ihm auch, die Troer zurückzutreiben, wobei er den Sarpedon erschlägt, den König der Lykier. Doch wird er schließlich von Apollon betäubt und zum Teil entwaffnet woraufhin ihn Euphorbos von hinten mit der Lanze durchbohrt. Hektor, wieder nach vorn eilend, entriß ihm, mit dem Speer zustoßend, endgültig das Leben.
Achilleus, außer sich vor Schmerz, entsagt dem Zorn und kehrt in den Kampf zurück, um Patroklos zu rächen. Er tötet Hektor vor den Mauern Trojas, was die Wende des Krieges einleitet. - Von den Heldentaten des Patroklos erzählt das 16. Buch der Ilias, von den feierlichen Wettkämpfen zu seinem Gedenken das 23. Buch. N