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AdieuDer französische Abschiedsgruß Adieu (sinngemäß „Gott befohlen“), auch Adjö, grammatikalisch eine Interjektion, wird in Frankreich und in den meisten Regionen der Schweiz benutzt.
Das Wort setzt sich aus den beiden französischen Wörtern à (=bei) und dieu (=Gott) zusammen, deren Wurzeln im Lateinischen (a deus) liegen. Das Wort hat kein gleichstämmiges Verb oder Adjektiv. Andere romanische Sprachen kennen synonyme Worte (z.B. spanisch ¡Adiós!, hier auch el adiós (=der Abschied), und portugiesisch Adeus!).
Im Deutschen war es bis 1914 der geläufigste Abschiedsgruß, wurde aber bei der damals einsetzenden franzosenfeindlichen Sprachpropaganda recht erfolgreich außer Gebrauch gesetzt ("Fort mit dem welschen Gruß 'Adieu' ! Wir grüßen deutsch 'Auf Wiedersehn' !"). Der Gebrauch im deutschsprachigen Raum in der französischen Form oder in der im Südwestdeutschen entwickelten Form Ade (früher auch adies, gespr. "adjes") ist veraltet und kommt außer im Schweizerdeutsch, wo es in verschiedensten abgewandelten Formen (ohne s oder auch "Adiä") noch rege benutzt wird, oft nur noch in Dichtungen und Liedern vor ("Nun ade, du mein lieb Heimatland"). In Baden wird hingegen meist von älteren Menschen oder auch im Mundartrundfunk noch der Abschiedsgruß: ade oder ada oder adada oder adele verwendet. Gebräuchlicher hingegen sind Abwandlungen wie das norddeutsche Tschüss (adjüs) oder das rheinische Tschö, die beide ihren Ursprung im französischen Adieu während der französischen Annexion der deutschen Küstengebiete bis Hamburg unter Napoleon I. haben.
Kategorie:Grußhandlung
InterjektionEine Interjektion (dt.: Empfindungswort) ist ein lenkender Ausdruck wie ach, aha oder au, der an die Mündlichkeit gebunden ist und meist aus der Hörerposition eingesetzt wird, um den Sprecher zu steuern. Interjektionen werden standardmäßig kleingeschrieben; nur weil sie eigentlich immer am Anfang des Satzes stehen, den sie selber bilden, findet man sie fast nur großgeschrieben vor.
Die Umgangssprache (vor allem die von Kleinkindern) macht davon reichlicheren Gebrauch als die Hochsprache. Sprachhistoriker vermuten gelegentlich, dass die allerersten Wörter der Menschen (die Urworte) Interjektionen waren. Etymologisch lässt sich das Wort auf interiectio (lateinisch für Einwurf) zurückverfolgen (inter „dazwischen, zwischen hinein“ u. iacere „werfen“).
Tonverläufe
Interjektionen haben einen spezifischen Tonverlauf, der zu Funktionsunterschieden führt; damit entsprechen sie Tonsprachen wie dem Chinesischen, in denen Töne Bedeutungsunterschiede hervorrufen. Ein schwebend gesprochenes mh unterscheidet sich sehr von einem Fallenden. Das Erste drückt aus, dass der Hörer mit dem Gesagten noch nicht fertig ist, das Zweite kündigt schon an, dass er nicht einverstanden ist. Dialekte haben eigene Interjektionen (z. B. das schwäbische ei).
Grammatikalische Eigentümlichkeit
Interjektionen als quasi selbständige Sätze erlauben es zuweilen, grammatische „Lücken“ einer Sprache zu füllen. Zum Beispiel verlangt ein deutscher Satz unausgesprochen Subjekt und Prädikat (sonst wird er als defekt empfunden), was zu inhaltlichen Widersinnigkeiten führen kann.
Beispiel: „Der Wind weht.“ Es gibt aber keinen Wind, der, wenn er gerade nicht weht, in seiner Höhle liegt und schläft. Das will der Beispielsatz auch nicht suggerieren, es geht ihm um einen darzustellenden Prozess des Wehens. Umgeht man den Wind und sagt: „Es weht“, so wirft man die neue Frage auf, wer denn dieses es sei. Da ist eine Interjektion wie zum Beispiel hui viel gewandter und kann durch Betonung und Längung sogar die Stärke und die Dauer des Wehens anzeigen. (Aus dem Fliegenden Robert im Struwwelpeter: „Hui, wie pfeift der Wind und keucht, / dass der Baum sich nieder beugt.“)
Beispiele von Interjektionen
- bestimmte Tierlaute: wauwau
- ja, nein
- hallo
- adieu
Siehe auch die Links auf diese Seite.
Literatur
- Die grundlegende Arbeit zu den Interjektionen ist das gleichnamige Buch von Konrad Ehlich (1986), M. Niemeyer, Tbg., ISBN 3484301112
- Die erste systematische Darstellung in einer Grammatik geben Gisela Zifonun, Ludger Hoffmann, Bruno Strecker in der Grammatik der deutschen Sprache (1997), 3Bde, Gruyter, ISBN 3110147521
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Siehe auch: Interjektion (von Gegenständen)
Kategorie:Wort
Kategorie:Rhetorischer Begriff
ja:感動詞
Lateinischen
Als Latein bzw. Lateinisch (lat. lingua Latina: „lateinische Sprache“) bezeichnet man die Sprache, die ursprünglich vom Volksstamm der Latiner gesprochen wurde, der Bewohner von Latium mit Rom als Zentrum.
Innerhalb der indogermanischen Sprachen gehört Latein zur Gruppe der italischen Sprachen. Es bildete die Grundlage für alle heutigen romanischen Sprachen.
Entwicklung
romanischen Sprachen
Ursprünglich in Rom und dem umliegenden Gebiet (Latium) gesprochen, wurde Latein später an humanistischen Gymnasien unterrichtet. Neben Griechisch war Latein die Amtssprache des römischen Reiches. Wegen der kulturellen Überlegenheit des Ostens verlor es dabei zeitweise in Nordafrika und selbst in Rom seine Vorrangstellung. So war die Liturgiesprache der römischen Christen bis um 300 das Griechische. In dieser Zeit drangen viele griechische Lehnwörter ins Lateinische ein.
Während der Spätantike begannen sich verschiedene Volkssprachen, aus denen im Mittelalter die romanischen Sprachen entstehen sollten, phonetisch und grammatikalisch von der lateinischen Hochsprache wegzuentwickeln. Doch noch im 6. Jahrhundert entstanden hochsprachliche lateinische Werke. Im Oströmischen Reich war Latein bis ins frühe 7. Jahrhundert neben Griechisch eine der beiden Amtssprachen.
Im Westen übernahmen die Germanen mit den Grundelementen der spätrömischen Verwaltung auch die lateinische Sprache, die in der Administration bis in die frühe Neuzeit vorherrschend blieb. Seit der Völkerwanderung und der Christianisierung der (zunächst zumeist arianischen) Germanenvölker wurde Latein im Westen des früheren Römischen Reiches und in den römisch-katholischen Folgestaaten die Sprache des Klerus (Kirchenlatein), der Rechtswissenschaft (Glossatoren) und der sich bildenden Hochschulen (studia generalia). Es bildete somit die Schriftsprache, vor allem für das kirchliche und weltliche Urkundenwesen (Diplomatik) im frühen Europa.
In völkerrechtlichen Verträgen (z. B. im Westfälischen Frieden von 1648) dominierte Latein bis in das 17. Jahrhundert hinein. Es bildet noch bis ins 20. Jahrhundert den Affixvorrat für die Fachterminologie in den Wissenschaften und verliert durch die fortschreitende Absorption in die englische und andere Sprachen lediglich an direkter, nicht jedoch an indirekter Bedeutung. Es wird noch an vielen Schulen unterrichtet.
Antike
Antike Schreibweise
Die lateinische Sprache wurde ursprünglich als scriptio continua, d. h. als zusammenhängender Fluss von Zeichen ohne Zwischenräume geschrieben. Auch Satzzeichen und Kleinbuchstaben wurden in der Antike nicht verwendet. Auf Wachstafeln war nämlich wenig Platz zum Schreiben, und Papyrus war teuer. Die antiken lateinischen Texte sind für uns heute daher schwer zu lesen.
Vergleiche folgendes Beispiel:
Alte Schreibweise:
AVREAPRIMASATAESTAETASQVAEVINDICENVLLO
SPONTESVASINELEGEFIDEMRECTVMQVECOLEBAT
POENAMETVSQVEABERANTNECVERBAMINANTIAFIXO
AERELEGEBANTVRNECSVPPLEXTVRBATIMEBAT
IVDICISORASVISEDERANTSINEVINDICETVTI
NONDVMCAESASVISPEREGRINVMVTVISERETORBEM
MONTIBVSINLIQVIDASPINVSDESCENDERATVNDAS
NVLLAQVEMORTALESPRAETERSVALITORANORANT
NONDVMPRAECIPITESCINGEBANTOPPIDAFOSSAE
NONTVBADIRECTINONAERISCORNVAFLEXI
NONGALEAENONENSISERANTSINEMILITISVSV
MOLLIASECVRAEPERAGEBANTOTIAGENTES
Heutige Schreibweise:
Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo,
sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat.
poena metusque aberant nec verba minantia fixo
aere legebantur, nec supplex turba timebat
iudicis ora sui, sed erant sine vindice tuti.
nondum caesa suis, peregrinum ut viseret orbem,
montibus in liquidas pinus descenderat undas,
nullaque mortales praeter sua litora norant.
nondum praecipites cingebant oppida fossae,
non tuba directi, non aeris cornua flexi,
non galeae, non ensis erant: sine militis usu
mollia securae peragebant otia gentes.
Auszug aus Ovids Metamorphosen: Die Schöpfung (Das goldene Zeitalter)
Details zu den verwendeten Buchstaben finden sich in dem Artikel Lateinisches Alphabet. Siehe zu diesem Thema auch: Paläografie (dort Lateinische Paläografie), Capitalis, Versalschrift und Majuskel.
Antike Aussprache
Auf die antike Aussprache der lateinischen Sprache wird im Artikel Lateinische Aussprache eingegangen.
Literatur
Mit Antiker Literatur des Lateinischen beschäftigt sich u. a. der Artikel Lateinische Literatur.
Gegenwart
Auch heute ist Latein noch an vielen Gymnasien aller Fachrichtungen zu finden. Etwa ein Drittel aller Gymnasiasten im deutschen Sprachraum lernt Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache. An humanistischen Gymnasien wird dem Lateinischen, neben dem Griechischen, noch eine herausgehobene Bedeutung zugemessen, was früher auf eine aktive Beherrschung des Lateinischen zielte.
Tatsächlich werden auch heute noch für zahlreiche Studiengänge das Latinum oder Lateinkenntnisse gefordert, insbesondere in zahlreichen geisteswissenschaftlichen Fächern. Das Latinum ist als Studienvoraussetzung für die Fächer Medizin und Jura weitestgehend abgeschafft, häufig aber nicht in Fächern wie Anglistik, Philosophie oder sogar Musikwissenschaften.
Unabhängig von den Studienanforderungen wird von Befürwortern des Lateins betont, dass das Erlernen der lateinischen Sprache weiterhin Basis für die korrekte Verwendung von Fremdwörtern sei, das Erlernen anderer romanischer Sprachen wesentlich erleichtere und erhebliche Transfer-Effekte für die Denkschulung aufträten. Das Übersetzen lateinischer Texte fördere auf Grund der erheblichen Komplexität vieler lateinischer Sätze auch das logische Denken. Von den Gegnern ist hingegen zu hören, dass die Auseinandersetzung mit jeder Art von Grammatik, egal welcher Sprache, das strukturierte Denken fördere, und dass das Erlernen moderner romanischer Sprachen, welche im Gegensatz zu Latein noch gebraucht werden, mindestens ebenso gut dazu geeignet sei, die zahlreichen lateinischen Lehnwörter im Deutschen korrekt zu verwenden und andere romanische Sprachen zu erlernen. In der Tat sind viele gesamtromanische, also in allen romanischen Sprachen auftretende Wörter nicht im klassischen Latein vorhanden und müssen dann neu gelernt werden: guerra „Krieg“, testa „Kopf“, cavallo „Pferd“, mangiare/manger „essen“, andare - „gehen“ , boc(c)a/bouche „Mund“, blanco/blanc „weiß“, die Himmelsrichtungen etc. Viele dieser Wörter erklären sich nämlich aus dem umgangssprachlichen oder dem späten Latein oder stammen aus der Soldatensprache, also aus Varietäten, die nicht in der Schule gelehrt werden.
Aus deutschen und US-amerikanischen Untersuchungen geht hervor, dass zwischen absolviertem Lateinunterricht und der Beherrschung der englischen Sprache in Schrift und vor allem Wort eine signifikante Korrelation besteht. Ein kausaler Zusammenhang ist allerdings nicht nachgewiesen worden – möglicherweise macht eine hohe sprachliche Begabung eines Kindes die Wahl des als schwierig geltenden Latein wahrscheinlicher.
Da auch im modernen Lateinunterricht die Sprachproduktion eindeutig der Rezeption (Leseverstehen) untergeordnet ist, glauben viele, Latein falle Menschen mit ausgeprägter Begabung für Mathematik und formelle Denkvorgänge generell leichter als andere Fremdsprachen, wohingegen Menschen mit ausgeprägter Begabung für intuitives Erlernen von Sprachen andere Fremdsprachen leichter fänden. Dieser Zusammenhang lässt sich allerdings nicht häufig verifizieren: Die Erfahrung zeigt, dass die Schülerleistungen in Latein überwiegend Hand in Hand mit denen in der Muttersprache und anderen Fremdsprachen gehen.
Modernes Latein
Auch heute werden deutsch-lateinische Lexika aufgrund neulateinischen Wortgutes herausgegeben, z. B. das „lexicon auxiliare“ oder das vom Vatikan herausgegebene „lexicon recentis latinitatis“, welches erst im Jahre 2004 eine Neubearbeitung erfuhr.
Der finnische Rundfunksender YLE (Yleisradio) verbreitet Wochennachrichten in neulateinischer Sprache. Radio Bremen veröffentlicht regelmäßig die Nuntii Latini in schriftlicher und gesprochener Version. Seit April 2004 veröffentlicht auch die deutschsprachige Redaktion bei Radio Vatikan Nachrichten auf Lateinisch. Dabei handelt es sich um ursprünglich deutsche Meldungen. Gero P. Weishaupt übersetzt sie für die Redaktion ins Lateinische. Sehr beliebt ist auch die lateinische Fassung der Asterix-Comics, die der deutsche Altphilologe Graf v. Rothenburg (Rubricastellanus) verfasst hat.
Der Autor Nikolaus Groß, beruflich seit zehn Jahren Deutsch-Lektor in der südkoreanischen Hauptstadt, hat 2004 eine komplett latinisierte Übertragung von Patrick Süskinds Das Parfum im Brüsseler Verlag der Fundatio Melissa, einem überregionalen Verein zur Pflege des gesprochenen Lateins, veröffentlicht. Dem Buch ist mit dem „Glossarium Fragrantiae“ eine größere Liste aktualisierter Neuschöpfungen beigegeben. Vom selben Wortartisten existiert des weiteren ein Buch über den Baron Mynchusanus (Münchhausen). 2003 erschien bereits der erste Teil der Harry Potter-Bücher von J. K. Rowling auf Latein (Harrius Potter et Philosophi Lapis). Daneben gibt es noch viele weitere Übersetzungen „klassischer“ Werke ins Lateinische, so zum Beispiel Karl Mays Winnetou III, oder Der kleine Prinz (Regulus) von St. Exupéry.
Durch das Internet ist die Verfügbarkeit alter lateinischer Texte sowie das Entstehen neuer lateinischer Texte erheblich begünstigt worden. Inzwischen gibt es sogar lateinische Fassungen von Popsongs. Daneben entstehen auch neue Popsongs in lateinischer Sprache, etwa Cursum Perficio, gesungen von Enya, Liberatio, eines von vielen lateinischen Musikstücken der Gruppe „Krypteria“, oder bei Gruppen der Dark Wave bzw. Gothic (Jugendkultur). Roma Ryan hat neben Cursum Perficio für Enya noch weitere Songs in lateinischer Sprache verfasst. In Internetforen wie Grex Latine Loquentium kommunizieren Teilnehmer aus vielen Ländern ausschließlich in Latein.
In der klassischen beziehungsweise neoklassischen Musik findet Latein ebenfalls Verwendung. So hat etwa der niederländische Komponist Nicholas Lens auf seinem Werk Flamma Flamma ein lateinisches Libretto vertont, für sein Werk Terra Terra hat Lens selbst ein Libretto in lateinischer Sprache verfasst. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Vertonungen lateinischer Gedichte wie z. B. von Jan Novák. Carl Orff unterlegte mehreren seiner Vokal-Kompositionen Texte in Latein oder Griechisch. Igor Strawinski ließ das nach Sophokles von Jean Cocteau in französischen Versen verfasste Libretto zu „Ödipus Rex“ von Jean Daniélou ins Lateinische übersetzen.
Das Lehrbuch Lingua Latina per se illustrata des dänischen Autors Hans H. Ørberg hat die bisher hauptsächlich für den Unterricht in modernen Sprachen eingesetzte einsprachige Lehrmethode auf den altsprachlichen Unterricht übertragen. Das Lehrbuch erfreut sich in verschiedenen Ländern einer steigenden Beliebtheit.
Latein in den Wissenschaften
In der Biologie erfolgt die Namensbildung der wissenschaftlichen Namen lateinisch und griechisch, wobei neuere Vorschläge vorsehen, die Regeln nur aus der lateinischen Sprache zu entnehmen. In der Medizin sind die anatomischen Fachbegriffe lateinisch, für die einzelnen Organe wird zusätzlich auch latinisiertes Griechisch verwendet. Die Krankheitsbezeichnungen leiten sich aus dem Griechischen ab. Zahlreiche Sprichwörter haben einen lateinischen Ursprung und sind teilweise auch in der deutschen Übersetzung zu geflügelten Worten geworden. In den Rechtswissenschaften existieren verschiedene lateinische Lehrsätze und Fachbegriffe (Latein im Recht). Auch in der Geschichtswissenschaft spielt vor allem Latein weiterhin eine große Rolle. In der Meteorologie werden lateinische Begriffe in der Wolkenklassifikation eingesetzt.
Latein in der katholischen Kirche
Latein ist neben Italienisch die Amtssprache des Vatikanstaats. Die katholische Kirche veröffentlicht alle amtlichen Texte von weltkirchlicher Bedeutung in Latein. Das gilt für die liturgischen Bücher, den Katechismus, den Codex des kanonischen Rechts sowie die päpstlichen Rechtsvorschriften (canones, decretales) und Rundschreiben (Enzykliken).
Bis zum zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) war Latein die offizielle Gottesdienstsprache und ist dies (laut Sacrosanctum Concilium) offiziell noch heute, wobei andere Sprachen jedoch gleichfalls erlaubt sind. Tatsächlich werden nur noch sehr wenige Gottesdienste in Latein gehalten. Der gegenwärtig amtierende Papst Benedikt XVI. bevorzugt bei seinen Messen aber das Lateinische vor dem Italienischen.
Siehe auch: Lateinische Kirche
Referenzlisten
- Lateinische Präpositionen
- Liste lateinischer Ortsnamen
- Liste lateinischer Präfixe
- Liste lateinischer Redewendungen
- Liste lateinischer Suffixe
- Liste von lateinischen Palindromen
- Lateinische Zahlwörter
Siehe auch
- Grammatik des Lateinischen
- Lateinische Aussprache
- Lateinische Sprichwörter
- Küchenlatein
- Vulgärlatein
- Mittellatein
- Lateinische Literatur
- Sprachen im Römischen Reich
- Jägerlatein
- Panlatinismus
Weblinks
- [http://www.commtec.de/wb/ Wörterbuch Latein-Deutsch-Latein auxilium online (mit Download-Möglichkeit)]
- [http://www.latein-pagina.de/iexplorer/stil.htm Lateinische Stilblüten]
- [http://www.thelatinlibrary.com/ The Latin Library – klassische Texte im Original]
- [http://www.albertmartin.de/latein/ Latein-Deutsch-, Deutsch-Latein-Wörterbuch mit hilfreichen Extras]
- [http://www.radiobremen.de/online/latein/ Nuntii latini bei Radio Bremen]
- [http://www.latein-pagina.de/ Latein-Pagina]
- [http://www.antikeundeuropa.de/Alte_Sprachen_heute/alte_sprachen_heute.html Alte Sprachen heute]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/a_chron.html Sammlung lateinischer Texte/bibliotheca Augustana]
- [http://www.music.indiana.edu/tml/ Lateinische Musiktraktate im Original]
- [http://www.lateinservice.de/index.htm Die deutsche Latein-Seite]
- [http://www.alcuinus.net/GLL/ Grex Latine Loquentium (Internetforum in lateinischer Sprache)]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.latein24.de/ Übersetzungen vieler klassischer lateinischer Texte bei Latein24.de]
Kategorie:Einzelsprache
-
als:Latein
ja:ラテン語
ko:라틴어
simple:Latin language
th:ภาษาละติน
zh-min-nan:Latin-gí
Propaganda
Unter Propaganda im allgemeinen Sinn versteht man die gezielte Verbreitung einer Botschaft, um das Handeln und Denken Anderer im eigenen Sinn zu beeinflussen. Die Information kann richtig oder falsch sein. Wenn sie richtig ist, ist sie oft einseitig und unvollständig. Beispiele dafür sind zumal politische Selbstdarstellungen von Parteien, politischen Bewegungen und Staaten, während bei Unternehmen zumeist von Öffentlichkeitsarbeit, Public Relations und von Werbung für Produkte gesprochen wird.
Propaganda, durch die ein gesellschaftlicher Bewusstseinswandel und sozial erwünschte Verhaltensweisen herbeigeführt werden sollen, wird auch als Social Marketing bezeichnet; Hauptbeispiele in den Bereichen Umweltschutz ("Ich war eine Dose") und gesundheitliche Aufklärung ("Gib Aids keine Chance"). Auch unspezifische "Feel good"-Kampagnen, die Imageverbesserung und Stimmungswandel ohne klar definierten Verhaltensappell propagieren, werden von ihren Initiatoren unter den Terminus Social Marketing subsumiert, um den negativen Beiklang des Begriffs "Propaganda" zu vermeiden (z.B. "Du bist Deutschland").
Besonders perfide, denunziatorische und blutrünstige Propaganda wird in der Öffentlichkeit häufig als Gräuelpropaganda bezeichnet.
Propaganda und Information
In vielen Fällen ist es schwierig, Information und Propaganda klar voneinander zu trennen, da es in der menschlichen Kommunikation keine reine Information gibt. Ausnahmslos jeder Informationsaustausch zwischen Menschen ist deformiert und hat eine bestimmte Orientierung, ist subjektiv gefärbt und durch den Sender bereits gefiltert. Die einzige Objektivität, die in der menschlichen Kommunikation existiert, besteht darin, den subjektiven Standpunkt einer Person möglichst neutral und vollständig darzustellen. Propaganda nutzt diese Trennschärfe geschickt aus, um die öffentliche Meinung gezielt zu beeinflussen.
Funktionierende, für das Publikum "glaubwürdige" Propaganda kommuniziert die Informationen auf subtile Weise verzerrt. So werden zwar keine "richtigen" Lügen verbreitet, jedoch die Informationen qualitativ und/oder quantitativ so verzerrt, dass diese den Interessen der Verbreiter entsprechen.
Quantitative Informationsverzerrung findet immer dann statt, wenn eine an sich unwichtige Tatsache oder ein Ereignis übergroß/überwichtig dargestellt wird oder umgekehrt - kleiner oder unwichtiger, als es in Wahrheit ist. Qualitative Informationsverzerrung hingegen bezieht sich auf den Standpunkt, der bei der Kommunikation vermittelt wird. Ein klassisches Beispiel ist die Geschichte des Pessimisten und des Optimisten: Auf dem Tisch steht ein Ein-Liter-Krug, in dem sich ein halber Liter Wasser befindet. Der Pessimist sagt: "Der Krug ist halb leer", während der Optimist feststellt: "Der Krug ist halb voll". In beiden Fällen ist die kommunizierte Information die selbe, der kommunizierte Standpunkt jedoch beeinflusst in hohem Maße die Rezeption durch den Empfänger der Botschaft.
Wortgeschichte
Lateinisch propagare heißt ursprünglich "verbreiten, ausdehnen; fortpflanzen". Als Verb pfropfen (bei der Pflanzenveredelung) wurde der Begriff in der Botanik schon früh ins Deutsche entlehnt.
Mit dem Gerundivum dieses Verbs wurde von Papst Gregor XV. im Jahre 1622 eine kirchliche Kongregation namens Sancta congregatio de propaganda fide geschaffen, also die jesuitische "Heilige Gesellschaft zur Verbreitung des Glaubens", deren Zweck es war, die Missionierung und Verbreitung des katholischen Christentums zu fördern. Von dieser Organisation aus wurde der Ausdruck Propaganda in die meisten Sprachen übernommen.
Politische Propaganda
Biblische Zeit
In der Darstellung der christlich geprägten Sekundärliteratur der hebräischen Bibel (Original) können die meisten Geschichten des alten Testaments auch als Propaganda interpretiert werden. Sie vereinen alles, was wirkungsvolle Propaganda ausmacht: Rechtfertigung (Legitimierung) widersprüchlicher Handlungen und Aktionen durch das Argument, dass der Wille des Menschen sich zum Guten oder Bösen zu verhalten frei sei, und Gottes Wege, seine Belohnungen und Strafen etwa, nicht alle klar zu erkennen sind, mit dem Ziel, Herrschaftsansprüche zu stärken und das "Volk Gottes" als den anderen Völkern gegenüber darzustellen.
Die hebräische Bibel, als prinzipielle vorgeschichtliche Erzählung der ausgehenden nahöstlichen Bronzezeit, berichtet von einer Zeit, die 2 bis 1,5 Jahrtausende vor der Zeitrechnung (V. d. Z. V. d. Chr.) liegt und wird zwischen 600 bis 100 v. d. Z. redaktionell fixiert. Als Geschichte der bronze- und eisenzeitlichen jüdischen Sieger in Kanaan, als dem gelobtem Land, enthält jedoch schon die jüdische Heilige Schrift, z. B. im Chumasch, genügend Erzählungen, Mythen und Legenden um den Aspekt der Propaganda auf die in christlicher Weise tradierte Kultur der eigen-propagandistisch ausgelegten hebräischen Bibel zu spiegeln. Die jüdische hebräisch-aramäische Heilige Schrift kündet von einem Volk ehemaliger Sklaven, das zu einem Volk erst wird und oft gegen die Gebote des Namens verstösst. Es wird von einem halsstarrigen Volk berichtet. Das Volk Israel tut andere unrühmliche Dinge und ein grosser Teil verlässt Zeitweise sogar den monotheistischen Glauben und schliesst sich unter ihrem König einem Götzenkult des Baal (siehe: Belzebub) an, usw.
Beachtet werden muss, dass ein jüdisches historisch-kritisches Verständnis der Bibel (=Tora, Tanach) ein anderes ist, und es im Lichte der Entwicklung der Nation, des Volkes Israel sieht. Gleichfalls wird auch darauf hingewiesen, dass keine kritischen oder politisch-propagandistisch unerwünschten Erzählungen über das Volk Israel ausgelassen werden und die Bibel Menschlichkeit, Menschenwürde (auch gegenüber Sklaven, Armen, Schutzbefohlenen), Umweltschutz, Schutz vor der sozialen und gesellschaftlichen Degradierung, Gerechtigkeit und Mitgefühl transportiert, immer im Sinne einer Propaganda für das Volk Israel gesehen, das gehalten ist, sich ethisch und nächstenliebend zu verhalten und sich gegen andere Völker abgrenzt. Insbesondere sind es wohl die mehr als 3 Jahrtausende der Verfolgung, erst unter biblischen Völkern, wie den Ägyptern, Assyrern und Babyloniern, dann unter den Griechen und Römern, und dann 2000 Jahre christliche Verfolgung bis zur Schoa, die das Volk Israel sich über die gesammte Erde verteilen ließen, mit beträchtlichem Anteil an der Kultur: Kein anderes Volk hat im Vergleich zu seiner Größe mehr Nobelpreisträger, Wissenschaften und Religionen (Christentum, Islam u. a.) hervorgebracht.
Das rabbinische Judentum legt die Bibel in der Hauptsache liberal und menschenrechtlich aus, missioniert nicht und betreibt eine Kultur-Propaganda, die darauf zielt, Juden die Kultur und den Reichtum der Tradition zu lehren.
Antike
In der Griechischen Antike beschränkte sich die innenpolitische Propaganda auf die persönliche Überzeugung Andersdenkender, vor allem in Volksversammlungen (vgl. Agora, öffentliche Meinung). Außenpolitisch trugen Autoren wie Demosthenes, der antike Großmeister der Rhetorik, wesentlich zur Bildung von Feindbildern und Legitimierung kriegerischer Aktionen und zur Erhöhung der eigenen Nation bei.
Die Ausdehnung des Römischen Reiches hingegen war nur mit der Unterstützung durch intensive Propagandaarbeit möglich. Eroberungsfeldzüge oder Putsche mussten legitimiert und finanziert werden. Ein Meister dieses Fachs war Julius Caesar. In De bello Gallico rechtfertigte er sich als Feldherr und kommender Staatsmann, schrieb eine (nachträgliche) Rechtfertigung für seine aufwendigen Feldzüge gegen die gallischen Stammesvölker und ebnete dadurch den Weg für die Erfüllung seiner weiteren Ambitionen. Auch die Catilinares Ciceros (Reden gegen Catilina) und seine Anklage gegen Verres (Divinatio in Caecilium, Orationes in Verrem) waren propagandistische Meisterstücke.
Nachbiblische Zeitenwende
Die Nachfolge des Untergegangenen römisch-griechischen Herrschaftsraumes durch die gerade entstehenden christlichen Kirchen, konnte nur durch politische Einflussnahme, christliche Kriege und christliche Propaganda geschehen. Die Zeit nach der Zerstörung des zweiten jerusalemer jüdischen Tempels durch die römische Besatzung um 70 und die Kreuzigung von 10000 Juden entlang den Straßen von Philistia (=Palästina) durch die Römer und die nachfolgende Zerstreuung (Diaspora) der Juden aus Palästina hatte die Positionierung des Urchristentums weg vom Judentum hin zum Christentum zur Folge, mit der Übernahme religiöser Konzepte des griechisch-römischen Kulturraumes, wie die Halbgottheit Jesu, Menschenopfer Jesu, Tod und Auferstehung Jesu, Mehrgottheit in der so genannten monotheistischen Dreieinigkeit, Anbetung von Statuen und gestaltlichen Kunstwerken (Kruzifix und Opferdarbringung vor diesen mit Kerzen). Dies geschah einerseits, um den antijüdischen Bestrebungen des römischen Kulturraumes zu entkommen und andererseits, um besser und leichter mit neuen religiösen Konzepten unter den Bürgern des römisch-griechischen Kulturraumes missionieren zu können.
Da das Christentum eine missionierende Religion ist, war und bleibt sie essentiell auf ihre christliche Propaganda angewiesen, wenngleich in heutiger Zeit die Repressionen, Menschenrechtsverletzungen und Zwangstaufen etwa, an Bedeutung im Sinne der Begleitung und Erfüllung der Propaganda abgenommen haben.
Mittelalter
Mittelalterliche Herrscher befehligten Chronisten, die ihre Taten und Handlungen positiv darstellen und ihren kriegerischen Aktionen einen legitimen Anspruch verleihen sollten. Religiöse Propaganda waren auch die vielen Lebensläufe und Erzählungen christlicher Heiliger, insbesondere beginnend mit der des Heiligen Martins. Christliche Propaganda leitete seit der Zeit der ersten Jahrhunderte nach der Zeitenwende im so genannten christlichen Kulturraum die Versklavung, Tötung, Pogrome und Folterung, Zwangstaufen oder Zwangsbekehrungen unzähliger Menschen anderer Ethnien, Hautfarben oder Glauben ein. Ist die christliche Religionsgemeinschaft nach Zahl der Gläubigen die Stärkste weltweit, so sind die Opfer der christlichen Propaganda nach Zahl und Grausamkeit die Stärksten der Welt - keine andere Kultur als die christliche hat dermaßen viel Leid verursacht.
So hatte Papst Stephan III. († 772) die Langobarden in einem Brief an die Frankenkönige als "eine treulose und stinkende Nation" denunziert, "die nicht einmal zu den Nationen gerechnet wird und von der gewiss die Aussätzigen ihren Ursprung haben". In der Tat unterwarf Karl der Große, dann schon Alleinherrscher des Fränkischen Reiches, die "aussätzigen" Langobarden im Jahr 774 und machte sich selbst zu deren König.
Neuzeit
Der Club de la propagande, eine Geheimgesellschaft der Jakobiner im Frankreich des 18. Jahrhunderts, wollte die Verbreitung revolutionärer Ideen fördern. Im 19. Jahrhundert wurde der Begriff erstmals mit der Bedeutung (oder gar als Synonym) von Werbung eingesetzt, die er teilweise bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts beibehielt. Carlo Pisacane hingegen forderte den Terrorismus als Propaganda der Tat.
Im engeren, umgangssprachlich häufig gebräuchlichen Sinn steht Propaganda in der Folge zunehmend aber auch für absichtlich falsche oder irreführende Information, die einem politischen Zweck oder dem Interesse des Machterwerbs bzw.seiner -erhaltung dient.
Antijüdische Propaganda des nationalsozialistischen und faschistischen Europa, insbesondere Deutschlands, löst das grauenhafteste Verbrechen von Menschen an Menschen aller Zeiten, die Schoa aus. Etwa 6 Millionen Juden und dazu noch Millionen andere menschliche Opfer werden von den Nazis und deren Helfer industriell und systematisch gemordet.
Agitprop
Im Machtbereich der Sowjetunion wurde (mit Lenin) als Propaganda die allgemeine Überzeugungsarbeit von Kommunisten bezeichnet, im Unterschied zur Agitation, die spezielle Ziele verfolgt (vgl. Agitprop). Propagandisten versuchen, die Sichtweise von Menschen zu einem bestimmten Thema so zu verändern, dass es den Zielen der Propagandisten hilfreich ist. Lenin definierte Propaganda als "die revolutionäre Beleuchtung der gesamten gegenwärtigen Gesellschaftsordnung oder ihrer Teilerscheinungen ..., unabhängig davon, ob das in einer Form geschieht, die dem einzelnen oder der breiten Masse zugänglich ist." [http://www.marxists.org/deutsch/archiv/lenin/1902/wastun/kap3b.htm]
"Moderne" Propaganda
Der Ursprung der modernen Propaganda liegt in Amerika und Großbritannien zur Zeit des Ersten Weltkriegs. In den USA wurde 1916, während der Amtszeit von Woodrow Wilson, die Creel-Kommission ins Leben gerufen, die unter Beteiligung von John Dewey, Walter Lippmann und des neugegründeten britischen Propagandaministeriums die Aufgabe hatte, das pazifistisch gestimmte amerikanische Volk gegen das Deutsche Reich zu mobilisieren. Dies wurde ein großer Erfolg. Lippmann verfasste später eine Demokratie-Theorie, die besagt, dass das Volk im Wesentlichen aus zwei Klassen bestehe: Einerseits aus der Klasse der Spezialisten, die aktiv mit den Angelegenheiten der Allgemeinheit betraut sind und die Entscheidungen treffen, andererseits aus der großen Mehrheit, die mangels eigenen Wissens zur Unterstützung der "vernünftigen" Entscheidungen der Spezialisten gebracht werden müsse.
Untersucht wurde die Weltkriegspropaganda im wissenschaftlich-soziologischen Kontext einer allgemeinen Theorie der öffentlichen Meinung erstmals und grundlegend in der "Kritik der öffentlichen Meinung" von Ferdinand Tönnies (1922, ²2003). 1922 fand der Ausdruck Propaganda Eingang in die Encyclopædia Britannica.
Basierend auf der Einschätzung, das Deutsche Reich wäre im Ersten Weltkrieg nicht aufgrund militärischer Unterlegenheit, sondern durch den "Verrat der Heimatfront" (siehe auch: Dolchstoßlegende) besiegt worden, haben die Nationalsozialisten extreme propagandistische Aktivität entfaltet und sie unter Joseph Goebbels zu einer verhängnisvollen Perfektion gebracht.
Im Deutschen hat so das Wort "Propaganda" durch den "Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda" Goebbels eine hauptsächlich negative Bedeutung erlangt.
Das Standardwerk der Nachkriegspropaganda ist "Propaganda" des Amerikaners Edward Bernays, der schon Mitglied der Creel-Kommission war.
Subtile Formen
In einem noch engeren, weniger gebräuchlichen aber legitimen Sinn steht der Begriff Propaganda für ständige beruhigende Versicherungen, die mögliche Zweifel an einer bereits vorhandenen Überzeugung zerstreuen sollen. Zweifel sind in der Regel unangenehm, und so sind zweifelnde Menschen sehr empfänglich für diese Art von Propaganda und sie wird auch gezielt an diese Menschen gerichtet.
Techniken zur Erzeugung von Propaganda
Was Propaganda von anderen Formen des Eintretens für eine Sache unterscheidet, sind die Prinzipien der Überredung (lat. Persuasion) und/oder Täuschung von Menschen anstelle von rational einsichtiger Überzeugung.
Im Einzelnen:
Überredung
- Insistierende Wiederholung, deren Wiederholung nahe legen soll, am Ende sei doch etwas an der Sache dran.
- Überredung durch Auseinandersetzungen vermeintlicher Gegner in der Öffentlichkeit. Durch die Formel These - Antithese - Synthese kann die Öffentlichkeit zu einer vermeintlichen Kompromißformel gezogen werden, der sie ansich nie zugestimmt hätte.
Täuschung
- Explizite Behauptungen mit unwahrem oder willkürlich gewichtetem Inhalt (vgl. Joseph Goebbels, Karl-Eduard von Schnitzler u.v.a.) oder
- implizite Behauptungen, d.h. semantischer Neubelegung von Begriffen nach eigenen Zwecken, z.B. die Verwendung des Ausdrucks Ground Zero für das Areal des zerstörten World Trade Centers, statt, wie bis dahin üblich, für den Bodenpunkt einer Nuklearexplosion, etwa in Hiroschima und Nagasaki (vgl. Sprachnormierungen, "political correctness", persuasiver Sprachgebrauch, Neusprech).
- Tabuisierung bestimmter Themen (verschiedene Themen werden aus der Öffentlichkeit verbannt) und / oder ihre Nennung bestraft. (Strafandrohung, gesellschaftliche Nachteile, etc.)
Anderes
- Unterstützung durch Prominenz oder durch Angehörige geeignet erscheinender Berufsgruppen
- Aufrufe, sich der Mehrheit anzuschließen, weil die zu den Gewinnern gehören wird ("Jeder macht mit", "Wir machen mit", "Der Sieg ist nah")
- Fatalisierung: Pathetische Aussagen, die Naturgegebenheit, Unabwendbarkeit und Richtigkeit von Maßnahmen suggerieren ("Der Euro kommt" statt "Der Euro wird eingeführt")
- Überhöhung: Pathetische Appelle an Vaterland, Freiheit, Frieden, Demokratie, Menschenrechte, Gott, Ehre, Ruhm usw. und Verbindung von Personen oder Themen mit solchen positiv besetzen Wörtern ("Gott ist auf unserer Seite" von George W. Bush)
- Starke Vereinfachungen von komplexen Themen. Ein Mittel dazu sind Begriffe, die zwei Aspekte eines Themas beinhalten, und damit die getrennte Diskussion derselben erschweren (Ausländerkriminalität)
- Umgekehrt starke Verkomplizierung von einfachen Zusammenhängen. Seitenweise Ausführungen über eine trivial falsifizierbare Aussage erwecken den Eindruck, sie sei wahr oder zumindest als Alternative in Erwägung zu ziehen. Die grundsätzliche Fehlannahme in der Masse an Text zu erkennen ist dabei für Nicht-Experten schwer bis unmöglich. Beispiel: Sehr oft benutzt, um Pseudowissenschaften als wissenschaftlich bzw. als Alternative zu wissenschaftlichen Theorien erscheinen zu lassen.
- Verweis auf zweifelhafte Statistiken und Umfrageergebnisse als Beleg für die eigene Behauptung
- Synthese neuer Phantasiewörter, um Vorurteile zu erzeugen. Beispiele: internationales Finanzjudentum, Islamo-Faschismus, Hassprediger.
- Vage oder mehrdeutige Aussagen (Erzeugung von Zweifeln bzw. Assoziationen)
- Schuldzuweisungen, Präsentation von Sündenböcken, Angriff auf die Persönlichkeit der Gegner.
- Negative Darstellung der Gegner als extreme Minderheit ("Nur einige Sekten, Splittergruppen sind dagegen").
- Die Behauptung, es sei der Wille des "einfachen Mannes auf der Straße" - aber auch: Diskreditierung missliebiger Aussagen als Meinung "von jemandem der keine Ahnung" oder gar verkürzt "Stammtischniveau" oder "laienhaft"
- Erzeugung von Vorurteilen - aber auch: Diskreditierung missliebiger Urteile als Vorurteil
Sonderfall Gräuelpropaganda
Gräuelpropaganda ist eine besonders perfide und hetzerische Form der Propaganda. Hier wird der Feind schwerster Verbrechen und grausamer Bluttaten bezichtigt, indem reale Vorfälle stark übertrieben und verallgemeinert dargestellt werden oder Ereignisse völlig frei erfunden werden. Oft werden auch eigene Verbrechen im nachhinein dem Feind zugeschrieben. Gräuelpropaganda war zu allen Zeiten üblich, etwa zur Kriegsvorbereitung oder um den Durchhaltewillen des eigenen Volkes z.B. durch Angst zu steigern.
Einen ersten zweifelhaften Höhepunkt erlebte die Gräuelpropaganda im Ersten Weltkrieg, als Franzosen und Deutsche sich gegenseitig blutigste Verbrechen vorwarfen, z. B. das Abhacken der Hände an gefangenen Gegnern und Zivilisten - ein häufig gebrauchtes Motiv in illustrierten Blättern und auf Propagandapostkarten der Kriegszeit. Solche und ähnliche Vorwürfe waren aber in der Regel frei erfunden oder maßlos übertrieben dargestellt.
Perfektioniert wurde die Gräuelpropaganda im Zweiten Weltkrieg, sowohl durch die Nationalsozialisten, als auch durch die Sowjets. Ein unrühmliches Kapitel war die nationalsozialistische, antisemitische Gräuelpropaganda, welche Juden (oder wahlweise "jüdische Bolschewisten"), aber auch die Slawen allgemein zu hinterhältigen, verschlagenen, geldgierigen, grausamen usw. Untermenschen deklassierte. Mit diesem Grundton wurde das 1940 von den Sowjets verübte Massaker von Katyn an gefangenen polnischen Offizieren von Goebbels propagandistisch ausgeschlachtet. Gleichzeitig (und noch lange nach Kriegsende) wurden die Ereignisse von Katyn von sowjetischer Seite den deutschen Truppen zugeschrieben. Von besonderer Wirkung kann die Gräuelpropaganda dann sein, wenn sie teilweise auf Wahrheit beruhte, wie im Fall des Kaufman-Plans.
Medien und Kanäle der Propagandaverbreitung
Gebräuchliche Methoden, um Propaganda auszustreuen, sind Nachrichten, Regierungserklärungen, politische Kolumnen und Kommentare; oft durch Beeinflussung der Lehrpläne von Schulen (hier oft als Umschreibungen der Geschichte oder pseudowissenschaftliche Aussagen). Auch die Schleichwerbung in redaktionellen Beiträgen verschiedener Art (Presse, Fernsehen, im Spielfilm usw.) ist zu nennen. Durch die modernen Massenmedien (Radio, Film, Fernsehen und Internet) kann die Propaganda schnell verbreitet werden.
Eine historische Technik der Propagandaverbreitung ist die Lithographie. Mit dem Steindruck ließen sich Flugblätter mit Karikatur und Spottvers schon für die Französische Revolution schnell herstellen. Nach der Oktoberrevolution entwarfen russische Avantgarde-Künstler Plakate, so genannte Rosta-Fenster, zur massenhaften Verbreitung neuester Nachrichten und politischer Karikaturen.
Propaganda als Bild
Nicht nur durch Sprache, auch mit Bildern (Film, Fernsehen, Fotografien, Kunstwerke) kann Propaganda verbreitet werden. Diese ist schwerer zu durchschauen, und dadurch um so verbreiteter. Einige Lebensstile, Weltanschauungen oder Haltungen werden z.B. wie selbstverständlich als erstrebenswert dargestellt, andere betont negativ. Oft wurde das Bild einer Heilen Welt und eines aufopferungsvollen Führers (Nationalsozialismus, Stalinismus, Maoismus, Nordkorea) in den Massenmedien und auf Standbildern verbreitet. Gegner wurden dämonisiert und entmenschlicht dargestellt. Typisches Beispiel sind die Bilder, die Lenin und Stalin bei Reden während der Revolutionszeit zeigen, aus denen Trotzki und andere mißliebige Politiker herausretuschiert wurden.
Ein harmloseres Beispiel sind Politiker, die sich mit Kindern auf dem Arm ablichten lassen, eine solche Inszenierung dient ebenso wie bei Schauspielern, die sich vorzugsweise lächelnd fotografieren lassen, der Sympathie-Bildung. Ähnlich funktioniert Werbung mit Kindern oder Tieren, die an das Kindchenschema appellieren. Der Betrachter soll der dargestellten Person oder dem Produkt gegenüber positive Gefühle entwickeln. Es kommen z.B. auch warme oder kalte Farben zum Einsatz, die Stimmungen erzeugen, auch die Musik spielt etwa in der Fernsehwerbung eine wichtige Rolle. Diese Art von Beeinflussung findet nicht auf einer rationalen Ebene statt, sondern über das Unterbewusstsein, Gefühle und Instinkte.
In der Kunst stellen z.B. die Montagen von John Heartfield oder Klaus Staeck, oder auch Bilder von George Grosz eine Form von Propaganda dar, indem sie zu gesellschaftlichen Fragen entschieden Position beziehen.
Medienpräsenz
Propaganda kann aber auch allein schon durch Medienpräsenz stattfinden, berichten etwa die Medien nicht, oder nur sehr knapp über ein Geschehen, hat es in der Realität vieler nicht stattgefunden. Medien vermitteln Bedeutung und Relevanz und tragen Verantwortung, weshalb die Ethik bei Journalisten häufig diskutiert wird, und Schülern Medienkompetenz vermittelt werden soll.
Medienkonzerne und Medienmogule vermögen mittels tendenziöser Berichterstattung auf das politische Geschehen Einfluss zu nehmen, Lobbyisten und Thinktanks steuern gesellschaftliche Diskurse in erwünschte Richtungen (z.B. die sogenannte Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft).
Dem entgegen steht das Medium des Internet, das einen ungesteuerteren Fluss an Informationen zulässt, deren Wahrheitsgehalt so aber auch zweifelhafter wird.
Verwandte Themen
- Synonyme/Parallelbegriffe:
- Agitator
- Agitprop
- Mission
- Hetzkampagne
- Schmutzkampagne
- Volksverhetzung
- Psychologische Kriegsführung
- Spin
- Werbung (hier auch Grundsätzlicheres)
- Public Relations
- Prinzipien:
- Tina-Prinzip
- KISS-Prinzip
- Zensur
- Sprachnormierung
- Sprachregelung
- "political correctness"
- Indoktrination
- Lingua Tertii Imperii (Untersuchungen zur Sprache des Nationalsozialismus)
- Wissenschaften, die sich mit Propaganda auseinandersetzen:
- Sprachwissenschaft
- Medientheorie
- Kommunikationswissenschaft
- Politologie
- Soziologie
- Psychologie
- Geschichte
Verwandte Artikel
Medientheorie, Manipulation, Geschichte der Zensur, NS-Propaganda, Propagandafilm, Hufeisenplan, Jessica Lynch, Nayirah, Spin Doctor, Wag the Dog, Embedded Journalist, Thinktank, SourceWatch, Kriegspropaganda, Werbung
Literatur
- Arnold, Klaus: Propaganda als ideologische Kommunikation. In: Publizistik, 48. Jg. (2003), Heft 1, S. 63-82.
- Artus, Helmut M. (Bearb.): Krieg und Propaganda. Ein Überblick über aktuelle sozialwissenschaftliche Forschung und Literatur. Gesellschaft im Fokus der Sozialwissenschaften, 2003. (PDF-E-Book, [http://www.gesis.org/Information/SowiNet/sowiOnline/irak/irak1_titel.pdf Download hier])
- Beck, Sven O.: Propagandakrieg: Kriegsberichterstattung, moderne Feindbilder und öffentliche Meinung. Universität der Bundeswehr, 1997. (Seminararbeit als PDF-E-Book, [http://www.rz.unibw-muenchen.de/~s51bcoll/Seminararbeiten2000/Beck_Propagandakrieg.pdf Download hier])
- Bussemer, Thymian: Propaganda. Konzepte und Theorien, Wiesbaden: Verlag f. Sozialwissenschaft, 2005 (ISBN 3-8100-4201-3).
- Ellul, Jacques: Propaganda, London: Vintage 1973 (ISBN 0-39471-874-7). (Gilt als Standardwerk - 1. Auflage 1965)
- Hartwig, Stefan: Konflikt und Kommunikation. Berichterstattung, Medienarbeit und Propaganda in internationalen Konflikten vom Krimkrieg bis zum Kosovo. Münster 2003. (ISBN 3825845133)
- Hruza, Karel (Hrsg.): Propaganda, Kommunikation und Öffentlichkeit (11.–16. Jahrhundert). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2002. -ISBN 3-7001-3101-1 ([http://hw.oeaw.ac.at/3101-1 Webdokument dazu])
- Jackall, Robert (Hrsg.): Propaganda, London: Macmillan Press 1995 (ISBN 0-333-61757-6).
- Krempl, Stefan: Krieg und Internet: Ausweg aus der Propaganda?. Hannover: Verlag Heinz Heise (dpunkt), 2003. - ISBN 3-93693-109-7 ([http://www.spindoktor.de/buch.html Spindoktor.de - Buch zum Blog])
- Taleb, B. A.: The Bewildered Herd: Media Coverage of International Conflicts & Public Opinion. 2004 (ISBN 0595326862)
- Weber, Gregor/Zimmermann, Martin (Hrsg.): Propaganda – Selbstdarstellung – Repräsentation im römischen Kaiserreich des 1. Jhs. n. Chr. Stuttgart: Steiner 2003 (Historia Einzelschrift 164). - 355 S., 69 Abb. EUR 92. - ISBN 3-515-08251-4 ([http://www.plekos.uni-muenchen.de/2004/rweber.html Rezension hierzu])
Weblinks
- [http://www.geschichte.uni-freiburg.de/mordek/muensch/forschung.html Oliver Münsch, Habilitationsprojekt: Polemik und Propaganda in Streitschriften des Investiturstreits (ca. 1080-1100)]
- [http://www.rhetorik.ch/Beeinflussen/Beeinflussen.html Marcus Knill, Beeinflussung-Manipulation-Propaganda]
- [http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/propaganda/ NS-Propaganda-Plakate] (Deutsches Historisches Museum, Berlin)
- [http://www.artelino.de/articles/chinese-propaganda-posters.asp Chinesische Propaganda-Plakate]
- [http://www.sicherheitspolitik.de/PDFs/WuS%201_2005%20Hartwig_Krieg%20mit%20Bildern.pdf Artikel: Krieg mit Bildern. Asymmetrischer Krieg und die Instrumentalisierung der Medien]
- [http://www.internationalposter.com/ru-text.cfm Russische Propaganda-Plakate (englisch)]
- [http://goetz.burggraf.de/htdocs/Galleries/ru/posters/ Sowjetische Propaganda-Plakate]
- [http://www.phil.uni-erlangen.de/~p2gerlw/ressourc/malplak.html Plakate, verschiedene Propaganda-Plakate]
- [http://www.sicherheitspolitik.de/PDFs/WuS%201_2005%20Hartwig_Krieg%20mit%20Bildern.pdf Artikel: Krieg mit Bildern. Asymmetrischer Krieg und die Instrumentalisierung der Medien]
- [http://www.leaflet-propaganda.com/ Propaganda Leaflets - Flugblattpropaganda im 20. Jahrhundert in Europa]
- [http://www.sammeln.at/sammler/buecher_und_papier/postkarten-motive.htm Sammeln.at > Historische Postkarten: Motive, Propaganda-Karten]
- [http://www.virus-bs.ch/dbc/vdansidx.htm Amerikanische Anti-Hanf-Propaganda] Illustrationen aus den 30ern, 40ern und 50ern
- [http://www.dradio.de/dlf/sendungen/feldpost/begleitung/propaganda.html Propagandakrieg – Krieg der Ideen: Feldpostbriefe - Lettres de poilus] (Begleitmaterialien zu einer Sendung des DLF)
- [http://www.graswurzel.net/260/concert.shtml Die letzte Seite von "Mein Kampf" - American Warsongs]
- [http://www.calvin.edu/academic/cas/gpa/index.htm German Propaganda Archive] (Calvin College, USA - Umfangreiche Sammlung von Materialien zu Nazi- und DDR-Propaganda)
- [http://www.jugendschutz.net/rechtsextremismus/rechtsextreme_propaganda/ Merkmale rechtsextremer Propaganda] (Jugendschutz.net)
!
ja:プロパガンダ
simple:Propaganda
TschüssTschüs [] (auch „tschüss“ []) ist ein Abschiedsgruß aus der plattdeutschen Sprache, der sich – ähnlich wie die Begrüßung moin – zunehmend auch im hochdeutschen und oberdeutschen Sprachraum findet.
Tschüs ist als Lehnwort aus dem romanischen Sprachraum übernommen worden. Einen Hinweis auf die Abstammung des Wortes gibt die teilweise auch heute noch im Norden verwendete Fassung atschüs (auch adjüs geschrieben, z. B. in Fritz Reuter). Vergleiche adieu, adios, ade.
Besonders in Mecklenburg wird auch die Form tschüssing verwendet; im Rheinland ist die Form tschö, in Schleswig-Holstein die Variante Tüüs verbreitet.
Ursprung des Wortes
Für den Ursprung werden mehrere Quellsprachen angenommen:
- Spanisch: Norddeutschland, insbesondere Hamburg und Bremen, hatte seit der Hansezeit intensive Handelskontakte mit den Niederlanden, Portugal und Spanien. Nach diesem Modell stammt das Wort Tschüs ursprünglich aus dem Spanischen adiós, wurde in den damals spanischen Niederlanden zu atjüs und drang von dort aus in den niederdeutschen Sprachraum ein.
- Französisch: Nach diesem Modell ist das Wort tschüs aus dem französischen adieu (mit Gott; Wiktionary-Eintrag) entstanden, woraus zunächst atschüs wurde. Allerdings ist die sprachliche Übereinstimmung recht gering.
- Ende des 17. Jahrhunderts siedelten sich in Norddeutschland, insbesondere in Bremen und Altona, aus Frankreich geflüchtete Hugenotten an. Mit ihnen kamen einige französische Ausdrücke als Modeworte auch in die plattdeutsche Sprache, vermutlich auch Atschüs.
- Die Übernahme des Wortes in den plattdeutschen Grundwortschatz auf breiter Ebene (einschließlich des ländlichen Binnenlandes) erfolgte vermutlich während der napoleonischen Besatzungszeit im frühen 19. Jahrhundert.
Die genaue Entstehungsgeschichte ist aufgrund spärlicher schriftlicher Quellenlage vor dem 19. Jahrhundert nicht mit letzter Sicherheit aufzuklären. Fest steht jedoch, dass zur Zeit von Fritz Reuter, also im 19. Jahrhundert, der Ausdruck adjüs auch in Mecklenburg die wichtigste Abschiedsformel war. Ebenso ist er durch Klaus Groth für den Holsteiner Raum belegt (u. a. in Mien Jungsparadies).
Rechtschreibung und Aussprache
Die Rechtschreibung ist nach der Rechtschreibreform für die hochdeutsche Sprache nicht eindeutig festgelegt. So ist nach Bertelsmann und Wahrig sowohl die Schreibweise tschüs als auch tschüss zulässig. Die Duden-Redaktion (23. Aufl.) differenziert eindeutig nach der Aussprache: tschüss bei kurzer Aussprache des Vokals, tschüs bei langer. Die Schreibweise tschüß ist auch nach alter und neuer Rechtschreibung offiziell nicht korrekt (Duden, 20. Aufl.), obwohl sie schon seit langem sehr gebräuchlich ist und nach alter Regelung die Verwandtschaft zu Formen wie tschüssi besser ausdrücken würde. Nach alter Rechtschreibung durfte nur tschüs geschrieben werden. Der frühere Duden-Hinweis „[auch: tschüß]“, der gerne als Rechtfertigung für die falsche Schreibweise herangezogen wurde, war aber in Kursiv gesetzt und betraf tatsächlich nur die Aussprache.
In der niederdeutschen Rechtschreibung herrscht dagegen – trotz der sonst zu beobachtenden Vielfalt – eindeutig die Schreibweise tschüss mit zwei s vor, wobei die langvokalige Variante gebräuchlicher ist.
Sie ergibt sich bereits aus der Verlängerungsregel durch Vergleich mit der mecklenburgischen Form tschüssing.
Die Aussprache von tschüs(s) und atschüs(s)/adjüs kann – je nach Kontext – sowohl mit langem ü als auch mit kurzem ü erfolgen. Die Form tschüssing wird üblicherweise mit kurzen Vokalen ausgesprochen.
Verkleinerungsformen
Wie tschüsschen werden ebenfalls öfters gehört – vielleicht auch wegen seiner Ähnlichkeit zu Küsschen – sowie in Jugendkreisen das tschüssi (siehe unten) und vereinzelt sogar tschüssikowski.
Parallel zur Entstehung von Tschüss aus span. adiós [] dürfte sich das alemannische/schwäbische ade aus frz. adieu [] entwickelt haben.
Seit den 1980er-Jahren dringt das Wort tschüss in den schwäbischen Großdialektraum ein, doch wird das Fremdwort durch die übliche Verkleinerungsform (Anhängen des Diminuitiv-Suffixes -le) zum Lehnwort tschüssle, oft auch in der Aussprache tschissle.
Das rheinische tschö wird stärker dialektal zum tschökes und in der etwas kindlich angehauchten i-Sprache zu tschüssi, das auch im sächsischen Raum verbreitet ist.
In Österreich hat sich unter den Habsburgern und in Bayern unter den Wittelsbachern der Gruß adieu etabliert, doch vornehmlich in den „besseren“ Ständen.
In den alpinen Regionen Österreichs und den ländlichen Gebieten Bayerns konnten sich diese Ausdrücke bis vor kurzem nicht recht durchsetzen. Hier blieben die traditionellen Grußworte erhalten, also Grüß Gott und Pfiat di (Kurzform von Pfiat di God = „Behüt dich Gott“). Inzwischen nimmt aber tschau (ciao) zu. Tschau und auch das seltenere tschüs werden hier aber ausschließlich bei Freunden und guten Bekannten verwendet.
Das auch in der Deutschschweiz gebräuchliche Grußwort tschau bzw. tschou ist entlehnt aus ciao, einer Dialektform von ital. schiavo [], das, wie Servus, eigentlich „Sklave“ bedeutet.
Statistik der Abschiedsgrüße
Eine Allensbach-Meinungsumfrage ergab, dass in Deutschland der Abschiedsgruß auf Wiedersehen seine frühere Vorherrschaft langsam verliert. Knapp die Hälfte der Deutschen ziehen ihn anderen Formen vor, doch tschüs oder tschau kommen zusammen auf etwas über 50 Prozent. Von Freunden verabschieden sich rund 15 Prozent mit auf Wiedersehen, was um 1965 noch 54 Prozent taten. Bei Jüngeren ist diese Entwicklung noch deutlicher.
Weblinks
- [http://www.abendblatt.de/daten/2002/08/07/54854.html Gruß zum Abschied – aus dem Hamburg-Lexikon des Hamburger Abendblatts]
- [http://www.gavagai.de/person/HHI07.htm Valentin Erl: Der Bayer kennt kein "ü"] – Eine (fast) ernsthafte Betrachtung zum tschüs, mit zahlreichen Ergänzungen.
Kategorie:Grußhandlung
Napoleon I.
Napoléon Bonaparte ( - 15. August 1769 in Ajaccio, Korsika; † 5. Mai 1821 in Longwood House, St. Helena, Süd-Atlantik) war General in der französischen Revolutionsarmee. Von 1799 bis 1804 Erster Konsul der Französischen Republik (durch Selbsternennung), von 1804-1815 (ebenfalls durch Selbsternennung) mit kurzer Unterbrechung Kaiser der Franzosen, 1805 König von Italien, 1806 Protektor des Rheinbundes.
französischen Revolution
Bedeutung
Napoléon Bonaparte gilt als einer der fähigsten militärischen Führer aller Zeiten. Es gelang ihm in kurzer Zeit, fast ganz Europa unter seine direkte oder indirekte Kontrolle zu bringen. Er selbst machte sich zum Kaiser von Frankreich und Verwandte und Vertraute zu Königen und Fürsten der eroberten Länder.
Er hat vermutlich als erster europäischer Feldherr die Lehren Sunzis studiert und befolgt, dessen Buch Die Kunst des Krieges erst im Jahre 1782 in die französische Sprache übersetzt worden war. Nicht minder bedeutsam ist Napoléons staatsmännische Aufbauleistung in der Zeit nach der Französischen Revolution. Sein Gesetzbuch Code Civil gilt in Frankreich bis heute und hatte seit seiner Veröffentlichung im Jahre 1804 einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung des bürgerlichen Rechts.
Die von Napoléon erzwungene Abdankung des deutschen Kaisers Franz II. und die Beendigung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, die Neuordnung deutscher Fürstentümer zu größeren Territorien wie auch der spätere Befreiungskampf gegen Napoléon förderten das deutsche Nationalgefühl und den Aufstieg Preußens bis hin zum Deutschen Reich.
Leben
„Ein Korse von Geburt“ – Kindheit
Napoléon wurde als Napoleone Buonaparte bzw. korsisch Nabulione in Ajaccio auf der Mittelmeer-Insel Korsika geboren, die nach einem langen Unabhängigkeitskrieg gegen Genua im Jahre 1768 an Frankreich verkauft worden war. Er war der zweite Sohn von Carlo di Buonaparte und Letizia Ramolino, die gemeinsam 13 Kinder hatten, von denen jedoch nur acht die frühen Kindheitsjahre überlebten. Die Familie gehörte dem korsischen Kleinadel an und war seit dem frühen 16. Jahrhundert auf der Insel präsent. Ihre Wurzeln liegen in der italienischen Toskana. Napoléons Vater war der Sekretär von Pascal Paoli, einem großen korsischen Führer, gewesen und hatte mit diesem für die Unabhängigkeit Korsikas gekämpft. Als studierter Jurist hatte er an einer korsischen Verfassung mitgearbeitet, beugte sich aber 1769 der französischen Oberhoheit. Er arbeitete fortan als Advokat bzw. Richter und als Winzer und Landwirt auf seinen Gütern. Darüber hinaus war er gewählter Adelsvertreter im korsischen Standesparlament und in Paris. Aufgrund seiner umfangreichen Bibliothek und dem Einfluss des Vaters interessierten sich seine älteren Söhne, darunter Napoléon, früh für Geschichte, Literatur und Jura. Außerdem war Napoléon Linkshänder, was zu der damalige Zeit recht ungewöhnlich war. Paoli war Napoléons Jugend-Vorbild.
Jugend und militärische Ausbildung
Dank eines königlichen Stipendiums, welches Ludwig XVI. für verarmte aber verdiente französische Adlige ins Leben gerufen hatte, zog der zehnjährige Napoleone - Napoléon, wie er nun genannt wurde - 1779 zusammen mit seinem Bruder Joseph nach Frankreich in ein Internat in Autun wo er - erst jetzt - Französisch lernte. Danach ging er an die Kadettenschule von Brienne, um eine erste militärische Ausbildung zu erhalten, wo er als Stipendiat und einziger Korse als Außenseiter, aber auch als guter Schüler, galt. Ein besonderes Talent entwickelte er in der Mathematik, außerdem interessierte er sich für die großen Helden der Geschichte wie Alexander den Großen und Julius Caesar. Seine Lieblingslektüre waren - ähnlich wie bei Friedrich dem Großen - die Parallel-Biographien von Plutarch, in denen je ein bedeutender Grieche und Römer gegenübergestellt und in ihrem Wert als Vorbilder sittlich-heroischer Lebensführung abgewogen werden. Mit zwölf Jahren hegte er den Wunsch, zur See zu gehen. Als 1783 England und Frankreich ihren Seekrieg beendeten, versuchte er sogar, in die englische Marine aufgenommen zu werden. 1784 wurde er in der École royale militaire in Paris angenommen und erreichte die Stadt am 21. Oktober. Da er weiterhin zur Marine wollte, kam er in die Artillerie-Klasse, wo er u.a. Hydrostatik, Differential- und Integralrechnung studierte.
Am 24. Februar 1785 starb sein Vater Carlo an Magenkrebs und Napoléon übernahm die Rolle des Familienoberhauptes, die eigentlich seinem älteren Bruder Joseph Bonaparte zustand. Im gleichen Jahr war Napoléon bei den Prüfungen so gut, dass er sein Studium schon nach einem Jahr, statt nach zweien, abschließen konnte und erhielt kaum 16 Jahre alt sein Offizierspatent. Da die französische Marine in diesem Jahr keine Offiziere suchte, entschied er sich für das Regiment La Fère in Valence, der Korsika am nächsten gelegenen Garnisonsstadt. Dort nahm er als Unterleutnant im Januar 1786 seinen Dienst auf bis er im Juni 1788 nach Auxonne versetzt wurde. Um seine Mutter zu entlasten, nahm er seinen elfjährigen Bruder Louis zu sich und kümmerte sich um seine Erziehung.
Literatur und Reformvorstellungen
In der Freizeit seines militärischen Dienstes widmete er sich der Literatur und der Schriftstellerei. Er las in dieser Zeit sehr viel und sehr umfangreich: von Romanen bis zu Lehrbüchern, von antiken Werken wie die Platos bis hin zu neuzeitlichen Werken, wie z.B. von Voltaire, Corneille und Lavater, oder naturwissenschaftliche Werke wie Rollins Geschichte des Altertums, Buffons Histoire Naturelle oder Marignys Geschichte der Araber. Als Autodidakt brachte er sich hier ein umfangreiches Wissen bei. Als er sich auch zunehmend für Politik und Ungerechtigkeiten im Staat interessierte, wurde Jean-Jacques Rousseau sein großes Vorbild und eine konstitutionelle Monarchie wie die Englands, die im Interesse des Volkes regierte, schien ihm vorbildlich; Patriotismus, bzw. im Dienste des Volkes zu handeln, wurde sein Ideal.
Zu dieser Zeit fing er auch selber an zu schreiben. Unter anderem schrieb er einen Gruselroman mit politischem Hintergrund, den Versuch einer Geschichte Korsikas - wegen der ablehnenden Haltung Paolis, den er um Unterstützung bat, gab er dies enttäuscht auf -, und einen philosophischen Essay über menschliches Glück, den er für eine Preisausschreibung der Akademie von Lyon schrieb - kein Essay wurde für würdig gefunden, den Preis zu erhalten. Er vertritt hier die Auffassung, dass der Mensch geboren wird, um glücklich zu sein und "Sittlichkeit wird es geben, wenn die Regierungen frei sind."
Ein Soldat der Revolution
Patriotismus
Als im Frühjahr des Jahres 1789 die Französische Revolution ausbrach, emigrierte Napoléon nicht, wie viele andere Offiziere, sondern wurde trotz seiner eigenen Adelsabstammung glühender Befürworter der Republik und deswegen bald zum Hauptmann befördert, anders als die vielen adligen Offiziere, die geflohen waren. Bonaparte versah zunächst nur einige unbedeutende Ordnungsaufgaben in der französischen Provinz und hielt sich zumeist in seiner Heimat Korsika auf, wo die Nationalbewegung einen neuen Aufschwung erlebte und die Unabhängigkeit von Frankreich anstrebte.
Im Jahre 1792/93 erhielt Napoléon sein erstes militärisches Kommando und wurde mit der Befehlsgewalt über ein Freiwilligen-Bataillon der korsischen Nationalgarde für die Invasion nach Sardinien betraut, mit dem sich die Französische Republik seit 1792 im Krieg befand. Der Landungsversuch scheiterte jedoch, wofür Bonaparte vor allem die französischen Truppenteile verantwortlich machte. Die undurchsichtige Verwicklung seiner Brüder in einen Staatsstreich gegen den Führer der korsischen Unabhängigkeitsbewegung Pasquale Paoli zwang die Familie im Sommer 1793 Korsika fluchtartig zu verlassen und völlig verarmt nach Frankreich zu gehen.
Napoléon unterstützte die Revolution und machte schnell Karriere. 1793 befreite er Toulon von den mit den Engländern kooperierenden königstreuen Royalisten. Zum Glück für den Sieger befand sich neben Saliceti im Lager von Toulon ein noch viel einflussreicherer Mann: Augustin Robespierre, der Bruder von Maximilién. Er war bei der Einnahme von Toulon zugegen und meldete das Ereignis in einem Bericht nach Paris. Das Resultat stellte sich sofort ein: Mit Verfügung vom 14. Januar 1794 erhielt Napoléon Bonaparte den Rang eines Brigadegenerals.
Der Italienfeldzug und die Expedition nach Ägypten
Nach der Entmachtung und Hinrichtung Robespierres fiel Napoléon in Ungnade und wurde kurzfristig als Robespierreianer in Haft genommen. Wenig später wurde er Kommandeur der Westarmee gegen die Royalisten in der Normandie, wieder zurück in Paris schlug er im Auftrag des Direktoriums einen Aufstand der Royalisten in Paris nieder. Dabei setzte er zum ersten Mal Geschütze in der Stadt ein. Dieser Sieg brachte ihm das Vertrauen des Direktoriums und den Oberbefehl über die Italienarmee ein, welchen er am 27. März 1796 erhielt.
Zuvor lernte er bei Paris Joséphine de Beauharnais kennen und lieben, die er am 9. März 1796 heiratete.
Joséphine de Beauharnais
Als Kommandierender General der schlecht ausgerüsteten französischen Truppen gelang es ihm mehrfach, die österreichischen Truppen zu besiegen. Österreich, unter der Führung von Erzherzog Karl, musste einen ungünstigen Vertrag hinnehmen. Zur gleichen Zeit organisierte Napoléon einen Coup, der mehrere Royalisten in Paris entmachtete.
1798 marschierte Napoléon in Ägypten (siehe Die Ägyptische Expedition Napoleons) ein, um Großbritanniens Zugang nach Indien zu stören. Napoléon war den Prinzipien der Aufklärung zugetan, deshalb nahm er Gelehrte auf seine Expedition mit. Die Übersetzung des Steins von Rosetta ist ein Ergebnis davon.
Bürger Napoléon Bonaparte – Erster Konsul der Französischen Republik (1799–1804)
Steins von Rosetta
Napoléons Expeditionsflotte wurde in der Seeschlacht von Abukir von der britischen Flotte unter Horatio Nelson fast völlig zerstört. Daher war Napoléon auf den Landweg angewiesen. In Europa formierte sich eine Koalition gegen Frankreich, die Royalisten wurden wieder mächtiger und Napoléon kehrte im Oktober 1799 ohne seine Truppen nach Paris zurück. In den darauf folgenden Wochen planten Abbé Sieyès und Roger Ducos, Direktoren der französischen Regierung, einen Staatsstreich. Dafür benötigten sie aber militärische Hilfe und Napoléon war ihr Mann um die Truppen zu führen. Am 9. November 1799, marschierte Napoléon mit seiner Armee in Paris ein und wurde durch diesen Staatsstreich des 18. Brumaire VIII zum Ersten Konsul und Alleinherrscher.
Er vollzog mehrere dauerhafte Reformen im Bildungswesen, in der Verwaltung sowie im Rechts- und Finanzwesen. Seine Gesetzessammlung, der Code Civil oder Code Napoleon, wie sie nach Napoléon auch genannt wurde, hat bis zum heutigen Tag in vielen Ländern Bedeutung.
Im Jahre 1800 griff Napoléon Österreich an und besiegte es erneut, vor allem in der Schlacht bei Marengo am 14. Juni 1800. In der Schlacht fiel sein enger Mitstreiter General Desaix. Danach unterschrieben auch die Briten einen Friedensvertrag.
1802 war Thomas Jefferson bereit, New Orleans von Napoléon zu kaufen, der kurz zuvor der unumstrittene Herrscher von Frankreich geworden war und Louisiana von Spanien erworben hatte. Jefferson sandte James Monroe nach Paris, um die Verhandlungen beim Verkauf von Louisiana zu unterstützen.
Das Wiederaufflammen des Krieges zwischen Großbritannien und Frankreich war unausweichlich. Napoléon hatte gerade einen schweren militärischen Rückschlag erlitten, als seine Armee, die Santo Domingo erobern und eine Basis errichten sollte, durch Gelbfieber und erbitterten Widerstand, angeführt von Toussaint l'Ouverture, zerschlagen wurde.
Napoléon wusste, dass er mit seinen geschwächten westlichen Streitkräften Louisiana nicht verteidigen können würde und beschloss, das gesamte Gebiet an die Vereinigten Staaten zu verkaufen.
Die amerikanischen Unterhändler waren bereit, 2 Millionen Dollar für New Orleans auszugeben. Sie waren verblüfft, als ihnen das gesamte Gebiet vom Golf von Mexiko bis Kanada und vom Mississippi bis zu den Rocky Mountains - eine Fläche so groß wie die damaligen Vereinigten Staaten - für weniger als 20 Millionen Dollar angeboten wurde. Der Verkauf kam zustande und wird als Louisiana Purchase oder Louisiana-Landkauf bezeichnet.
Nach einer aufgedeckten Verschwörung im August 1803 um Georges Cadoudal, Pichegru und General Moreau, die ein Attentat im Malmaison auf den Korsen planten, suchte Bonaparte mit Hilfe seines Polizeiministers Joseph Fouché nach einem Bourbonen, den man als Signal in seine Gewalt bringen kann. Der politisch eher unbedeutende Herzog von Enghien war das am leichtesten zu erreichende "Ziel", um das Exempel zu statuieren.
Durch ein Kommandounternehmen von drei Gendarmeriebrigaden und 300 Dragonern am 14./15. März ließ ihn Bonaparte von Ettenheim in Baden nach Frankreich entführen, um ihm dort einen politischen Schauprozess aufgrund Hochverrats machen zu können. Bei der Verhaftung leistete der Herzog keinen Widerstand. Bereits während der Fahrt nach Vincennes erklärte er, dass er Napoléon unversöhnlichen Hass geschworen habe und jede Gelegenheit nutzen würde, um ihn zu bekämpfen. Die konfiszierten Papiere bewiesen, dass die Bourbonen Verschwörer gegen Napoléon anwarben. Daraufhin reagierte der Erste Konsul heftig:
"Warum führen sie nicht Waffen gegen mich? (...) Stattdessen senden sie Straßenräuber aus, sprengen Paris in die Luft, töten Unschuldige. Dafür sollen sie mir blutige Tränen weinen."
Nach der zu erwartenden Verurteilung als "Emigrant, der vom Ausland bezahlt wird, um eine Invasion Frankreichs zu erleichtern" durch ein Tribunal von sieben Obristen, vor denen sich Enghien stolz als Feind Bonapartes und des revolutionären Frankreich bezeichnete, erschoss man den Herzog von Enghien im Garten des Schlosses von Vincennes. Dies schadete Napoléon aussenpolitisch insbesondere in Deutschland und Preußen, da man die eigenen Souveränitätsrechte bedroht sah. Ein von Joséphine überbrachtes Gnadengesuch hatte Napoléon zuvor schon abgelehnt, da er einen Bourbonen als Signal hingerichtet sehen wollte.
Innenpolitisch hatte Bonaparte jedoch mit dieser "terroristischen Hinrichtung" (Louis Bergeron) alle weiteren royalistischen Komplotte erstickt und die Zustimmung der breiten Bevölkerung hinter sich. Bezeichnenderweise meinte Napoléon selbst als Reaktion auf die Empörung des Auslandes nur knapp: "Ich bin die Französische Revolution". Doch sein Außenminister Talleyrand, der zuvor die Aktion unterstützt hatte, urteilte später, dass dies nicht nur ein Verbrechen, sondern ein Fehler gewesen sei.
Napoléon I. – Kaiser der Franzosen (1804–1815)
Talleyrand
Nachdem Napoléon seinen Einfluss auf die Schweiz und Deutschland vergrößert hatte, gab eine Meinungsverschiedenheit über Malta den Briten einen Vorwand, um Frankreich 1803 den Krieg zu erklären und die französische royalistische Opposition zu unterstützen (Beginn der Napoleonischen Kriege). Nachdem ihm in einer Volksabstimmung die Kaiserwürde angetragen wurde, krönte sich Napoléon am 2. Dezember 1804 in der Zeremonie selbst zum Kaiser. Es war eine ungewöhnliche Szene, als er die Krone Pius VII. aus den Händen nahm und sich selbst aufs Haupt setzte. Diese Szene war allerdings abgesprochen und keineswegs wie später dargestellt, die Handlung eines Diktators. Das Gemälde zu dieser Zeremonie stammt vom Maler Jacques-Louis David, der nachträglich die Mutter Napoléons I. auf einer Empore sitzend darstellte. Nachträglich, weil sie sich geweigert hatte, bei der Krönung anwesend zu sein. Der Kaiser bestand aber auf deren Anwesenheit, wenigstens im Bild dargestellt. Da die Zeremonie sich über Stunden hinzog, konnte der Kaiser von Zeit zu Zeit ein Gähnen nicht unterdrücken. Er hielt das Zepter in der Hand wie ein Kinderspielzeug und flüsterte seinem Bruder Joseph zu: „Wenn uns jetzt unser Vater sehen könnte!“ Die Kaiserin Joséphine war von der Krönung so beeindruckt, dass man sie spät abends dazu überreden musste, ihre Krone zum Schlafengehen abzulegen.
Am 26. Mai 1805 wurde Napoléon im Mailänder Dom mit der Eisernen Krone der Langobarden zum König von Italien gekrönt.
Der französische Plan, zusammen mit den Spaniern die Briten zur See zu schlagen, schlug bei Trafalgar fehl und die Briten erlangten die dauerhafte Herrschaft über die Weltmeere. Ökonomisch missachtete Napoléon aus kriegstaktischen Gründen an Adam Smith orientierte Vorstellungen von Ökonomen wie Jean-Baptiste Say, der durch seine abweichenden wirtschaftspolitischen Vorschläge sogar von der Zensur betroffen war und seine Anstellung verlor.
Jean-Baptiste Say
In Europa hatte sich eine weitere Koalition gegen Napoléon formiert. Napoléon griff an, überschritt am 25. September mit seinen Truppen den Rhein und sicherte sich am 3. Dez. 1805 einen großen Sieg gegen Österreich und Russland in der Schlacht bei Austerlitz, auch Dreikaiserschlacht genannt. Als Ergebnis wurde Napoléon praktisch Herrscher über die meisten Gebiete Europas. Im Oktober 1806 kam es zu der Schlacht bei Jena und Auerstedt, in der die preußischen Truppen vernichtet wurden. Die französischen Truppen marschierten in Berlin ein; Preußen blieb für Jahre besetzt und musste hohe Kontributionen bezahlen. Napoléon marschierte durch Polen und unterzeichnete ein Abkommen mit dem russischen Zar Alexander I., das Europa zwischen den beiden Mächten aufteilte.
Napoléon setzte einen europaweiten Handelsboykott (die sog. Kontinentalsperre) gegen Großbritannien durch und setzte einen neuen König in Spanien ein. Die Spanier erhoben sich und es gelang Napoléon nicht, den Aufstand niederzuschlagen.
Kontinentalsperre
Während sich Frankreich mit Spanien beschäftigte, griff Österreich 1809 unter Erzherzog Karl in der Schlacht von Aspern Napoléons Armeen an und war siegreich. Der Nimbus der Unbesiegbarkeit Napoléons war das erste Mal gebrochen worden. Allerdings konnte dieser Erfolg bei der Schlacht bei Wagram im Juli 1809 nicht wiederholt werden.
In diesem Jahr (1809) ließ sich Napoléon auch von Josephine de Beauharnais scheiden, da sie ihm keine Kinder gebären konnte. Sie hatte dies schon länger geahnt, aber aus Angst vor einer Scheidung die Behauptung aufgestellt, er könne ihr keine Kinder zeugen, schließlich hätte sie ja schon zwei Kinder aus ihrer ersten Ehe. Die Generäle und Politiker Napoléons bedrängten ihn Marie-Louise von Habsburg zu heiraten. Aufgrund politischer Vorzüge durch diese Heirat, nämlich der Stärkung des österreich-französischem Bündnisses und der Legitimation des Kaiserreichs, wurde die Heirat im Jahr 1810 geschlossen. Die Leidtragende dabei war letztendlich sie selbst, denn seit ihrer Kindheit war ihr Napoléon zuwider, aber schließlich musste sie doch der Staatsräson geopfert werden. Marie Louise war die älteste Tochter des österreichischen Kaisers Franz I. Außerdem brauchte Napoléon ja einen Nachfolger, den ihm Marie Louise 1811 schenkte. Sie gebar Napoléon II. Napoléon versuchte zweimal, ihn als Erben einzusetzen, aber regiert hat er nie.
Zar Alexander I. war Napoléon gegenüber misstrauisch geworden und lehnte es ab, mit ihm gegen die Briten zu kooperieren. Napoléon marschierte deshalb am 24. Juni 1812 in Russland ein und begann damit den Vaterländischen Krieg. Sein Plan war, wie bei den bisherigen typisch napoleonischen „Blitzfeldzügen“ gewohnt, eine schnelle spektakuläre Entscheidungsschlacht herbeizuführen, die den Krieg bald beenden und Friedensverhandlungen einleiten sollte. An eine Besetzung Russlands war nicht gedacht. Für den Fall, dass eine Entscheidungsschlacht vor dem Winter 1812/13 nicht möglich gewesen wäre, sollte ein Winterlager im Baltikum bezogen werden, um den Feldzug im Frühjahr 1813 fortzusetzen.
Vaterländischen Krieg
Doch mit folgender Taktik der Russen hatte Napoléon nicht gerechnet: Die russischen Truppen zogen sich immer weiter in die Weite des Landes zurück und verweigerten wohlweislich eine frühe Austragung einer offenen Feldschlacht. Dieser Rückzug in die Tiefe des Raumes entfaltete auf den französischen Kaiser und seine Truppen eine gewisse Sogwirkung, die, auf Napoléons Ungeduld berechnet, den ursprünglichen Plan eines zwischenzeitlichen Winterlagers zunichte machte und die „Grande Armée“ den stetig zurückweichenden russischen Korps nachsetzen ließ. Erst bei Borodino stellten sich die Russen unter dem 'Cunctator' Kutusow einer Abwehrschlacht, die für beide Seiten äußerst blutig und verlustreich verlief und letztlich unentschieden endete.
Doch durch diesen Pyrrhussieg gelang es Napoléon zunächst, ohne weiteren Kampf Moskau einzunehmen. Von 250.000 Einwohnern waren 15.000 geblieben, Bettler, Sträflinge und Ausländer. Es waren inhaftierte Sträflinge angeheuert worden, die mit dem Versprechen der Amnestierung die Stadt an verschiedenen Stellen in Brand setzten. Es gelang nicht, die Feuer zu löschen, da selbst die Löschgeräte zum größten Teil zerstört waren. Der deutschstämmige Gouverneur Rostoptschin hatte ebenso Pumpen und Schläuche wegschaffen lassen. Die aus Holz gebauten Häuser brannten in kürzester Zeit nieder, dazu kam der Wind, der alle Versuche zunichte machte. In vier Tagen wurden 8500 Häuser zerstört, vier Fünftel der Stadt.
Und immer noch wartete Napoléon zwei Wochen lang auf Antwort von Zar Alexander, erhielt jedoch keine Nachricht. Alexander, von seinen Beratern (unter anderem dem Freiherrn vom Stein und preußischer Exil-Offiziere sowie der Schwedische Kronprinz Jean-Baptiste Bernadotte) nachhaltig zur Unnachgiebigkeit gedrängt, wollte keinen Frieden (entgegen anders lautenden früheren Versicherungen seinerseits). Der Marsch nach Moskau hatte zwölf Wochen gedauert, ebensoviel brauchte man für den Rückmarsch. Aber anstatt loszumarschieren, wartete er immer noch auf ein Wort von Alexander. Er studierte russische Almanache und stellte fest, dass der strenge Winter auf der Breite von Moskau gewöhnlich Ende November einsetzte. Aber nun fielen am 15. Oktober ungewöhnliche sieben Zentimeter Schnee, und immer noch wartete Napoléon auf eine Nachricht von Alexander. Dann aber, als am 18. Oktober Marschall Joachim Murat von Kutusow vor Moskau angegriffen wurde und 2500 Mann verlor, erwachte Napoléon aus seiner optimistischen Stimmung und gab den Befehl zum Abmarsch.
Joachim Murat
Am 19. Oktober 1812 um 14 Uhr verließen die ersten Einheiten Moskau. Napoléons Fehler (von ihm selbst zugegeben) war der immer wieder aufgeschobene Rückzug sowie die Wahl der Hinmarschroute mit ihrer "verbrannten Erde", anstatt einen weiter südlich verlaufenden Bogen zu beschreiben .Wesentlich für die hohen Verluste war die sehr schlecht vorbereitete Logistik der Versorgung der Truppen. Es gab Nächte, in denen mehrere tausend Pferde starben. Die Armee wurde immer wieder von marodierenden Kosaken angegriffen. Napoléon verlor bei diesem Feldzug die meisten seiner Soldaten. Trotz schwerer Verluste war der Übergang über den Fluss Beresina eine Leistung ohnegleichen.
Er marschierte mit etwa 612.000 Soldaten, 50.000 Pferden und einigen Frauen aus dem Dienstleistungsgewerbe los und kam mit weniger als 40.000 Mann zurück, wobei die meisten der restlichen Soldaten in Vilnius an Krankheiten und Übersättigung durch den langen Hunger-Zeitraum starben; die Bevölkerung der Stadt starb dadurch fast komplett aus. Zusätzlich hatten die meisten Verluste die verbündeten bzw. gepressten Truppen der Vasallenstaaten zu tragen. Durch diese schwere Niederlage Frankreichs ermutigt, griffen mehrere Nationen in Europa gegen Frankreich zu den Waffen. Die endgültige Niederlage der Franzosen kam 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig. 1814 bildete sich ein Bündnis aus Großbritannien, Russland, Preußen und Österreich gegen Napoléon.
Der Feldzug von 1814 auf französischem Boden gilt auch heute noch militärgeschichtlich betrachtet strategisch wie taktisch als Napoléons „Meisterstück“ und Illustrierung napoleonischer Taktik überhaupt: Mit deutlich unterlegenen Kräften durch geschicktes und temporeiches Manövrieren den zahlenmäßig drückend überlegenen, aber getrennt marschierenden Feind jeweils einzeln zu schlagen.
Elba, Herrschaft der Hundert Tage, Waterloo und das Ende auf St. Helena
1814
1814
1814
Nachdem Napoléon geschlagen war, dankte er zum ersten Mal am 11. April 1814 in Fontainebleau ab; er musste nun ins Exil nach Elba, einer kleinen Mittelmeerinsel. Er kehrte jedoch am 1. März 1815 aufs Festland zurück, wo ihn die Armeen, die ihn aufhalten sollten, als ihren Führer empfingen. Er erreichte Paris und regierte weitere 136 Tage, doch seine Regierung wurde aufgrund von gewaltsamen Taten nicht mehr akzeptiert. So stellte er zum Beispiel ein Heer auf, das aus 40.000 14-jährigen Jungen bestand. Teile der gegnerischen Allianz stellten ihn als den Antichristen dar, dem gegenüber sich die Vertraute des Zaren Juliane von Krüdener als das erlösende Sonnenweib stilisierte. Diese Zeit wird auch als die Herrschaft der Hundert Tage bezeichnet.
Am 18. Juni 1815 griff Napoléon die Engländer unter dem Herzog von Wellington nahe dem belgischen Ort Waterloo an. Als die preußischen Truppen unter Marschall Blücher den Engländern noch zu Hilfe kamen und somit die Schlacht verloren war, floh er mit seiner Kaiserlichen Garde nach Paris. Das Ende dieser Schlacht markiert gleichzeitig das Ende der Napoleonischen Kriege.
Napoléon musste am 22. Juni abdanken und wurde auf die englische Insel St. Helena im Südatlantik verbannt. Dort schrieb er seine Memoiren und starb am 5. Mai 1821. Sein Leichnam wurde noch am selben Tag obduziert und am 9. Mai in einem vierfachen Sarg beigesetzt. Die Vermutung, Napoléon könnte sukzessiv durch Arsen vergiftet worden sein, ist widerlegt. In der medizinischen Fachliteratur ist überzeugend dargelegt, dass er wie sein Vater und Großvater an Magenkrebs verstarb. Arsen wurde damals als Medikament gegen Appetitmangel eingesetzt (Fowlersche Lösung).
Es gibt eine Theorie, wonach General Montholon ihm regelmäßig Arsen in den Wein gegeben haben soll, um so seine Rückkehr nach Frankreich zu ermöglichen (Quelle: Vincent Croussier, L'Express, 06. Dezember 2004).
Es gibt allerdings auch noch die Theorie, dass Napoléon 'von' seiner Tapete vergiftet worden ist. Die Pigmente der Tapete enthielten nämlich einige Arsenverbindungen, die damals häufig benutzt wurden und eine schöne grüne Farbe hatten. In trockenem Klima waren diese Pigmente ungefährlich, doch in dem feuchten Klima auf St. Helena bildeten sich Schimmelpilze auf der Tapete, die aus den Pigmenten das gasförmige Trimethylarsen freisetzten, welches Napoléon dann eingeatmet hätte.
Die meisten der durch die Eroberungskriege Napoléons verursachten Veränderungen auf der politischen Landkarte wurden beim Wiener Kongress wieder rückgängig gemacht.
Fast zwanzig Jahre nach seinem Tod wurde Napoléon Bonapartes Leichnam exhumiert (15. Oktober 1840) und in den Pariser Invalidendom überführt.
Napoléon und die Frauen
Invalidendom
Trotz seiner eher geringen Körperlänge von rund 164 cm gab es in Napoléons Leben zahlreiche „Frauengeschichten“, größtenteils heimliche Affairen, die man einerseits auf sein Charisma und andererseits auf eine ihm nachgesagte ausgeprägte Libido zurückführen könnte. Die erste wichtige Frau war Désirée Clary (1777-1860), die Schwägerin von Joseph Bonaparte und später Königin von Schweden und Norwegen wurde. Beide waren seit 1794 ein Paar, zwischen 1795 und 1796 verlobt, als Napoléon noch ein politisch unbedeutender General war, aber die Familie Désirées stellte sich gegen einen zweiten Bonaparte, und Napoléon lernte 1796 seine zukünftige Frau kennen. Désirée heiratete General Jean-Baptiste Bernadotte, den späteren schwedisch-norwegischen König, von dem sie am 4. Juli 1799 einen Sohn Oscar bekam. Auf ihre Bitte hin wurde Napoléon Pate dieses Kindes. Ausgerechnet Bernadotte ist zu diesem Zeitpunkt als Kriegsminister Vorgesetzter Napoléons. Später tritt er als einer der Marschälle von Frankreich Kämpfer für, als Kronprinz von Schweden - Oberbefehlshaber der Nordarmee u.a. in der Völkerschlacht bei Leipzig - ein Gegner von Napoléon auf.
Napoléon war zweimal verheiratet: seine erste Frau war Joséphine de Beauharnais, geboren als Marie Josèphe Rose Tascher de la Pagerie (1763-1814) und Witwe des Vicomte de Beauharnais, welche er zur Kaiserin Joséphine von Frankreich krönte und deren Kinder Eugène und Hortense er adoptierte. Da die Ehe kinderlos blieb, ließ sich Napoléon von Joséphine am 5. Dezember 1809 aus politischen Erwägungen und in beiderseitigem Einvernehmen scheiden. Joséphine durfte ihren Kaiserin-Titel und den gemeinsamen Wohnsitz Schloss Malmaison behalten.
Seine zweite Frau war die Erzherzogin Marie-Louise von Habsburg (1791-1847), auch sie wurde zur Kaiserin gekrönt. Aus der Ehe mit Marie-Louise ging ein Kind hervor, Napoléon-François-Charles-Joseph Bonaparte (1811-1832), Franz Herzog von Reichstadt, der am Tag seiner Geburt zum | | |