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Akt (Theater)Ein Akt ist im Drama ein Hauptabschnitt der Handlung, dessen Schluss durch das Fallen des Vorhangs bezeichnet wird. Insofern jede dramatische Handlung in drei Unterabteilungen, Auseinandersetzung oder Exposition, die Spitze oder die Höhe der Verwickelung und die Lösung oder Katastrophe zerfällt, wäre die Einteilung in drei Akte die naturgemäßeste. Da indes die Entwicklung im Verhältnis zur Exposition und Katastrophe bei weitem der reichhaltigere Teil ist und sich meist nicht in einen Akt zusammendrängen lässt, so zerfällt dieselbe in den größeren Stücken in der Regel wieder in drei Teile, sodass das Ganze aus fünf Akten besteht.
Schon die Komödien der römischen Dichter Plautus und Terenz haben alle fünf Akte. Einfache, wenig verwickelte Handlungen lassen sich auch in einem oder zwei Akten durchführen.
Am Schluss eines Aktes tritt ein Stillstand (Zwischenakt genannt) ein, der dem Zuschauer Zeit gönnen soll, sich des empfangenen Eindrucks bewusst zu werden und sich in die rechte Stimmung für das Folgende zu versetzen. Abgesehen hiervon machen in größeren Dramen auch äußere Umstände, wie neue Szenierung und dergleichen, das Eintreten solcher Ruhepunkte nötig. Der ganz unpassende Name Zwischenakt rührt wahrscheinlich davon her, dass früher (namentlich in den englischen Volkstheatern) in den Pausen von anderen Schauspielern kleine Zwischenstücke oder Tänze aufgeführt wurden, an deren Stelle später im modernen Theater musikalische Produktionen traten.
Übrigens ist es eine Hauptforderung der Dramatik, dass die Akte nicht nach Willkür oder lediglich in Berücksichtigung jener Äußerlichkeiten gemacht, sondern durch innere Notwendigkeit geboten sind. Jeder einzelne Akt soll für sich eine Art Ganzes bilden, zugleich aber auch wieder ein Glied, das erst in Verbindung mit anderen Gliedern, das heißt mit den übrigen Akten, einen lebendigen Organismus ausmacht. Wiewohl also jeder Akt schon an und für sich dem Zuschauer eine gewisse Befriedigung gewähren soll, so darf er doch die Spannung desselben auf die weitere Entwicklung nicht schwächen, sondern soll sie vielmehr noch steigern.
Mehr als fünf Akte kommen selten vor und lassen sich, als mit der dramatischen Einheit unvereinbar, schwerlich auf Grund innerer und organischer Verhältnisse rechtfertigen. Wenn der Stoff von solchem Umfang ist, dass ihn der Dichter in fünf Akten nicht unterbringen zu können meint, so hängt er ein Vor- oder Nachspiel an.
In vier Akte lässt sich ein dramatischer Stoff naturgemäß und mit innerer Notwendigkeit nicht wohl zerlegen, wiewohl es gerade in neuerer Zeit öfters geschieht; dagegen ist das einaktige Lustspiel eine Gattung des Dramas, welche sich für beschränktere Stoffe vortrefflich eignet.
In ältern deutschen Stücken ist der Ausdruck Akt wörtlich durch Handlung wiedergegeben; in anderen findet man Aufzug, vom Aufziehen des Vorhangs beim Beginn jedes Aktes hergenommen.
Kategorie:Kunst
DramatikDie Dramatik (lat. drama = Handlung) ist neben der Lyrik (griech. lyra = Leier) und Epik (griech. epos = gesagtes) eine der drei Literaturgattungen. Dramatische Werke können zwar gelesen werden, werden aber meist für das Theater oder den Film zum Darstellen gefertigt. Es ist also eine auf Bühnendarstellung ausgerichtete Dichtung. Moderne Formen sind Hörspiel und Fernsehspiel.
Das mit nur 35 Sekunden wohl kürzeste Theaterstück der Weltliteratur heißt Atem. Es handelt sich um ein Drama von Samuel Beckett und besteht aus dem Geräusch menschlichen Atems und einem Schrei.
siehe auch
- Drama
Kategorie:Drama
Exposition (Literatur)Die Exposition (lat. expositio = Darlegung) ist ein wesentlicher Bestandteil des Dramas: wirkungsvolle Einführung des Zuschauers in Grundstimmung, Ausgangssituation, Zustände, Zeit, Ort und Personen des Stückes und Darbietung die für das Verständnis wichtigen Voraussetzung, die zeitlich auch deutlich vor Beginn der eigentlichen Bühnenhandlung liegen können. Im Klassischen Drama ist sie meist als Protasis in die Handlung des 1. Aktes/ 1. Auftrittes integriert und wird durch das erregende Moment abgeschlossen.
Kategorie:Literarischer Begriff
KomödieDie Komödie (v. griech.: komodia = Lied der Gemeinen; Gesang bei einem fröhlichen Umzug) - Drama oder Handlung mit glücklichem Ausgang, dessen zu Charakteren erstarrten leitenden Figuren sich der Zuschauer charakterlich, intellektuell oder moralisch überlegen fühlt.
Die Zuschauer blicken zu den Figuren auf Bühne oder Leinwand entweder hinauf oder auf sie hinab, empfinden sie entweder als Verkörperung einer Kraft, der sie gleichen, oder einer Schwäche, der sie bloß nicht gleichen wollen: die sie deswegen verlachen. Schwankt dieses Gefühl, handelt es sich um eine Tragikomödie. Nicht zufällig geht ihre Entstehung somit geschichtlich mit Zeiten moralischen Verfalls und Niedergangs und somit auch dem Aufkommen intellektueller Opposition zur Gesamtheit einer Kultur einher.
Geschichte der Komödie
Die heutige Komödie basiert auf der antiken griechischen Komödie. Das griechische Wort "Komodia" wird oft vom "komos", dem traditionellen Umzug der betrunkenen Teilnehmer eines Symposions, also eines traditionellen adeligen Trinkgelages, abgeleitet. Jedoch könnte das Wort auch aus dem Begriff "kome" (Dorf) entstanden sein, was auf eine Entstehung der Komödie aus dörflichen Festen hindeuten würde.
Regelmäßige Uraufführungen von Komödien fanden vor allem in Athen statt, im Rahmen der Dionysosfeste. Bei der attischen Komödie werden drei Phasen oder Epochen unterschieden: die "Alte Komödie", deren bekanntester Autor Aristophanes ist, die "Mittlere Komödie", von der nur Autorennamen, aber keine Theaterstücke erhalten geblieben sind, und die "Neue Komödie", als deren bedeutendster Vertreter Menander gilt. Charakteristisch für die "Alte Komödie" ist eine oft ätzende Kritik an gesellschaftlichen und politischen Zuständen, verbunden mit Angriffen gegen lebende Personen, sowie eine meist nur locker gefügte Handlung, während die "Neue Komödie" mehr von der Komik der dargestellten Handlung lebt. Die attischen Komödien, besonders die von Menander und seinen Zeitgenossen, wurden im 3. Jahrhundert v. Chr. auch in Rom bekannt und beliebt.
Plautus war der wohl produktivste lateinische Komödienautor. Wie neueste Forschungen nahelegen greift er bereits meist auf griechische Vorlagen zurück. Seine auf Publikumserfolg orientierten Stücke waren auch beim einfachen Volk beliebt; er kultivierte den Typus des listigen kleinen Mannes, der sich gegen die Autoritäten mit Mutterwitz durchsetzt und zum Vorbild für viele Figuren wie Falstaff, Scapin, den Truffaldino der Commedia dell'arte wurde. Ein anderer berühmter römischer Autor war Terentius (Terenz), der die Geschliffenheit der Sprache in der Komödie kultivierte.
Die Themen der römischen Komödie waren unpolitisch, die Handlung mit ihren Charakteren überschaubar. Die Autoren begannen sich mit neuen Formen und neuen Inhalten auseinanderzusetzen. So findet sich beispielsweise bei Mimos ein Mischwerk, das Epyllion: er verwendet als Form das hexametrische Versmaß, der Inhalt hat aber nichts heroisches und passt somit nicht zum Versmaß. In dieser Form schrieb auch Theokrit, z.B. in einem Stück über Hirten, die sich während des Schafehütens in hexametrischem Versmaß unterhalten.
Auch Comic-Figuren wie Asterix stehen in dieser Tradition.
Komödien waren über lange Zeit bei Wandertheatern zu Hause. Ab dem 16. Jahrhundert begann in Europa die Einrichtung fester Häuser, die aber meist weiter von wandernden Theatertruppen bespielt wurden.
In Italien entwickelte sich die Commedia dell'Arte als volksnahe Theaterform, die auch nach Mittel- und Westeuropa ausstrahlte.
Die Komödie als Theaterform nahm im 16., 17. und 18. Jahrhundert neuen Aufschwung. Autoren wie William Shakespeare, Molière in Frankreich, Carlo Goldoni in Italien sowie Gotthold Ephraim Lessing in Deutschland sind hier zu nennen.
Eine Wiederbelebung des Volksschauspiels und von Elementen aus der Commedia dell'Arte erfolgte in Italien durch Dario Fo.
Typen der Komödie
- nach der Form
- Charakterkomödie: eine einzelne Person steht im Vordergrund ("Der Schwierige" von Hugo von Hofmannsthal, "Der Geizige" von Jean-Baptiste Molière)
- Typenkomödie: charakterisiert durch ein typisches, durch Masken, Gestik oder Kostüme wiedererkennbares Rollenpersonal (Commedia dell'Arte)
- Situationskomödie ("Der zerbrochene Krug" von Heinrich von Kleist)
- Konversationsstück: spielt in höheren Gesellschaftskreisen und lebt von der geistreichen Konversation (Eugène Scribe, Victorien Sardou, Sacha Guitry, "Bunbury" von Oscar Wilde, George Bernard Shaw, "Dr. med. Hiob Prätorius" von Curt Goetz)
- nach dem Inhalt
- Intrigenkomödie ("Die lustigen Weiber von Windsor" von William Shakespeare)
- satirisch-gesellschaftskritische Komödie ("Die Hose" von Carl Sternheim)
- Groteske: benannt nach den seltsam verschnörkelten Wandmalereien in der Grotte des Titus-Palastes in Rom, typisch sind grausige, bizarre Situationen, die lächerlich dargestellt sind ("Der Besuch der alten Dame" und "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt, "Die Kleinbürgerhochzeit" von Bertolt Brecht, "Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch, "Überlebensgroß Herr Krott" von Martin Walser)
- Boulevardkomödie ("Das Haus in Montevideo" von Curt Goetz, "Komödie im Dunkeln" von Peter Shaffer)
- Untertypen
- Burleske
- Farce
- Schwank: meist in bäuerlichem Mileu
- Posse
- Klamotte
Kraft vs. Schwäche
Dramatische Figuren stimmen einen zur Identifikation entweder durch ihrer Willenskraft (Draufgänger), Verstandeskraft (Tausendsasa) oder moralischen Kraft (Ritter) – umgekehrt komische Figuren, mit denen man nicht nicht identifiziert wegen ihrer Willensschwäche (Hampelmann), Verstandesschwäche (Stümper) oder moralischen Schwäche (Tunichtgut).
Schelm vs. Narr
Der Schelm oder Schalk ist in diesem Zusammenhang der selber nicht komische Held einer Komödie, der seinen Widersacher zum Narren macht. Der Schelm ist jemand, mit dem man sich identifiziert, da er über Verstandeskraft (Witz) verfügt Es kann Komödien ohne Schelme, nicht aber ohne Narren geben (sonst gäb's nichts zu lachen).
Die deutsche Übersetzung des Wortes "Komodia" mit Lustspiel tauchte erstmals im Titel eines anonymen Stücks des 16. Jahrhunderts auf und wurde dann im 17. Jh. von Andreas Gryphius aufgegriffen und seit dem 18. Jh. synonym für Komödie verwendet. Seit dem 20. Jh. bezeichnet man oft vor allem Konversationsstücke als Lustspiele.
Literatur
- Aristophanes / Meander: Griechische Komödien. hrsg. v. Eberhard Reschenberg, Leipzig 1966.
- Bernhard Greiner: Die Komödie. Tübingen 1992.
- Die deutsche Komödie. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Hrsg. von Walter Hinck. Düsseldorf 1977. (Einzelinterpretationen)
Siehe auch
- Bürgerliches Trauerspiel, Tragödie, Burleske, Liste berühmter Dramatiker
Kategorie:Humor
!
ja:喜劇
ko:희극
simple:Comedy
Terenz]]
Publius Terentius Afer, auch Terenz genannt, war einer der berühmtesten Komödienautoren der römischen Antike.
Der Beiname Afer (der Afrikaner) deutet vermutlich auf Zugehörigkeit zu einem libyschen Stamm hin.
Er wurde um das Jahr 190 v. Chr. in Karthago geboren und kam als Sklave nach Rom. Sein Herr, der Senator Terentius Lucanus erkannte seine Talente, sorgte für seine Bildung und ließ ihn frei. Terentius Komödien zeichnen sich durch geschliffene Sprache und anspruchsvolle Komik aus. So wurde er rasch zum Lieblingsautor der gebildeten Schichten; Caesar hingegen erkannte ihm die "vis comica", die Fähigkeit jemanden zum Lachen zu bringen, ab und nannte ihn einen "halbierten Menander".
Terentius war neben Plautus der bedeutendste römische Komödiendichter und stand dem aristokratischen Scipionenkreis nahe. Seine 6 Komödien sind alle erhalten. Sie wurden zwischen 168 und 160 vor der Zeitrechnung aufgeführt.
Terentius starb 159 v. Chr.
Folgende Komödien sind überliefert:
- Adelphoe (Die Brüder, 160)
- Andria (Das Mädchen von Andros, 166)
- Eunuchus (Der Verschnittene, 161)
- Heauton Timorumenos (Der Selbstquäler, 163)
- Hecyra (Die Schwiegermutter, 160)
- Phormio
Vorbild der Stücke des Terentius waren die Komödien der sogenannten neuen attischen Komödie, besonders die (nicht als Originale erhaltenen) des Menander und des Apollodor von Karystos, wobei er teilweise 2 Stücke in einem zusammenarbeitete (als Kontamionation). So z.B. in der "Andria", das geichnamige Stück des Menandros und dessen "Perinthia", und schloß sich eng an das Original an.
In seinen Komödien gestaltet Terentius das bürgerliche Alltagsleben in sorgfältiger, lebensechter Charakterisierung der Personen. Erziehungsprobleme, Ehefragen, Liebesverwicklungen und Menschlichkeit sind die Themen seiner von humanistischem Geist getragenen Stücke.
Das Fehlen von drastischer Komik, grobem, volkstümlichem Scherz und Vulgärem unterscheidet Terentius von Plautus. Mit ihrer planmäßigen, kunstvoll angelegten Handlungsführung, ihrer gewählten Sprache, einer gepflegter Konversation gemäßen Sprache, fanden die Komödien besonders bei den gebildeten Schichten viel Anklang. Beim breiteren Publikum fanden seine Stücke erst allmählich einen Zugang. Der Schauspieler Ambivius Turpio inszenierte die Stücke. Die Prologe nutzte Tenrentius dazu, sich gegen Anfeindungen zu rechtfertigen. Sie spiegeln daher den literarischen Kampf dieser Zeit wider. Er wirkte stark auf die Weltliteratur. Roswitha von Gandersheim lehnte sich eng an seine Komödien an. Im Humanismus wurde die antike Komödie auf der so genannten Terenzbühne wiederbelebt. In der Neuzeit empfing das moderne Drama (Molière, Lessing) wesentliche Impulse von Terentius.
Literatur
- P. Kruschwitz: Terenz, Studienbücher Antike 12, Hildesheim 2004.
Weblinks
Kategorie:Autor
Kategorie:Antike (Literatur)
Kategorie:Literatur (Latein)
Kategorie:Drama
ZuschauerPublikum ist die aus dem Lateinischen stammende Bezeichnung für die Öffentlichkeit und Allgemeinheit, sowie der Sammelbegriff für „Zuschauer/-hörerschaft“. Gebräuchlich z.B. im Theater, Zirkus,((Kino)) (verehrtes ...), bei Festivals etc. Kennzeichnende Aspekte sind:
- Freiwilligkeit, so werden Teilnehmer an speziellen Versammlungen, Vorlesungen etc. nicht mit diesem Begriff bezeichnet.
- Möglichkeit zur (gewünschten) Reaktion, z.B. Applaus, Missfallensäußerungen etc.
- Bei Vorträgen, Präsentationen etc. hat das Publikum in gewissen Grenzen die Möglichkeit, den Ablauf zu beeinflussen (z.B. durch Fragen).
Auch für Nutzer/Anwender (multimedialer) Informationssysteme findet der Publikumsbegriff zunehmend Anwendung. Die Einflussnahme findet hier per Interaktion und Navigation statt. Siehe auch Medieninformatik.
Publikum im Theater
Publikum des Kinos
Eine Betrachtung des Kinos kann vom Publikum und seinen Bedürfnissen nicht absehen. Siegfried Kracauer hat seinen Essay Film und Gesellschaft (1927) daher später Die kleinen Ladenmädchen gehen ins Kino genannt. Dabei ist vor der Frage nach der Rezeption einzelner Filme, zunächst zu untersuchen, welche Menschen und warum überhaupt ins Kino gehen.
Guy Debord hat in seinem Film In girum imus nocte et consumimur igni [Wir wandern des Nachts im Kreise umher und werden vom Feuer verzehrt] scharfe Kritik am heutigen Kinopublikum geübt. Diese Kritik, die wohl anhand des französischen Publikums entwickelt wurde, kann auch auf das Publikum der deutschen Programmkinos übertragen werden.
"Dieses Publikum, dem man so vollkommen die Freiheit entzogen hat und das dies alles geduldet hat, verdient weniger als jedes andere, daß man es schont. Mit dem traditionellen Zynismus derer, die die menschliche Neigung, ungerächte Kränkungen noch zu rechtfertigen, kennen, verkünden die Manipulatoren der Werbung heute in aller Ruhe, daß 'man ins Kino geht, wenn man das Leben liebt'. Aber dieses Leben und dieses Kino gelten gleich wenig; insofern sind sie tatsächlich beliebig austauschbar.
Das Kinpublikum, das nie sehr bürgerlich war und auch kaum mehr aus dem gewöhnlichen Volk kommt, setzt sich inzwischen fast nur noch aus einer einzigen sozialen Schicht zusammen, die im übrigen sehr breit geworden ist; nämlich der kleinen Fachgehilfen aus den diversen Zweigen jener 'Dienstleistungen', die das heutige Produktionssystem so dringend braucht: Verwaltung, Kontrolle, Wartung, Forschung, Lehre, Meinungsbildung, Unterhaltung und Pseudokritik. Damit ist wohl ausreichend beschrieben, was sie sind. Gewiß muß man bei diesem Publikum, das noch ins Kino geht, auch die rechnen, die, weil sie eben jünger sind, sich erst im Stadium einer oberflächlichen Lehre in diesen diversen organisatorischen Arbeiten finden.
Am Realismus und an den Konkretisierungen dieses berühmten Systems kann man schon die persönlichen Fähigkeiten der ausführenden Organe erkennen, die es ausgebildet hat. Und tatsächlich täuschen sich diese hier in allem und können nur noch über Lügen faseln. Es sind arme Lohnabhängige, die sich für Eigentümer halten; betrogene Ignoranten, die sich gebildet glauben, und Tote, die meinen, sie hätten Sitz und Ttimme."
Debord zeigt im folgenden ausführlich die Tiefe und das Ausmaß des Selbstbetrugs der Kinogänger auf und wie ihnen der Besuch des Kinos hilft, in diesem Selbstbetrug zu verharren.
Die feministische Filmtheorie hat aufgezeigt, daß die Wünsche und Erwartungen männlicher und weiblicher Zuschauer durchaus nicht einfach identisch sind.
Literatur:
- Guy Debord, In girum imus nocte et consumimur igni, Berlin, Edition Tiamat 1985
- Annette Kuhn, WOMEN'S PICTURES. Feminism and Cinema, London, Sydney, Wellington: Pandora 1990
- Siegfried Kracauer, "Die kleinen Ladenmädchen gehen ins Kino" in: ders., Das Ornament der Masse, suhrkamp taschenbuch 371, Frankfurt am Main 1977
Siehe auch :Zaungast, Betrachter,
Kategorie:Soziologie
Stimmung (Psychologie)Die Stimmung bezeichnet einen allgemeinen emotionalen Zustand der Persönlichkeit, der sich in der Struktur aller ihrer Äußerungen ausdrückt.
Als solcher ist sie nicht gegenständlich, sondern persönlich, und sie ist kein spezielles Erleben, das sich an ein besonderes Ereignis knüpft, sondern ein unbestimmter allgemeiner Zustand. Trotzdem hängt sie wie jeder emotionale Zustand von Anlässen, Umgebung und äußeren Bedingungen ab, auch von organischen, z. B. dem jeweiligen Gesundheitszustand und den jeweils vorherrschenden biochemischen Konstellationen, ohne dass man sich dessen allerdings bewusst wird.
Sie tönt und färbt in Form eines Zumuteseins als heitere oder traurige, frohe oder missmutige, gehobene oder gedrückte Stimmung das gesamte Erleben, aktiviert oder hemmt das Handeln.
Diese Vierteilung entspricht entfernt den vier klassischen Temperamenten: Choleriker, Sanguiniker, Melancholiker, Phlegmatiker.
Alle Eindrücke werden im Lichte der jeweiligen Stimmungslage gewertet und weiterverarbeitet. Im Unterschied zu anderen Gefühlslagen, insbesondere zu den Affekten, sind Stimmungen stationärer, konstanter, weniger stark und unmittelbar von Umweltveränderungen (z. B. auch Farbgestaltungen, siehe Farbwirkung) abhängig, obgleich auch Stimmungslabilität angetroffen wird.
Das Wohlbefinden, die Leistungsbereitschaft und die soziale Kontaktfähigkeit hängen wesentlich von den Stimmungen ab. Sie spielen in der Psychopathologie eine wesentliche symptomatische Rolle. Neben der Psychotherapie wird durch Psychopharmaka versucht, eine gedrückte Stimmungslage zu heben, gegebenenfalls eine hypomanische zu dämpfen.
siehe auch Laune, Labilität, Emotion
Kategorie:Affekt
DramatikDie Dramatik (lat. drama = Handlung) ist neben der Lyrik (griech. lyra = Leier) und Epik (griech. epos = gesagtes) eine der drei Literaturgattungen. Dramatische Werke können zwar gelesen werden, werden aber meist für das Theater oder den Film zum Darstellen gefertigt. Es ist also eine auf Bühnendarstellung ausgerichtete Dichtung. Moderne Formen sind Hörspiel und Fernsehspiel.
Das mit nur 35 Sekunden wohl kürzeste Theaterstück der Weltliteratur heißt Atem. Es handelt sich um ein Drama von Samuel Beckett und besteht aus dem Geräusch menschlichen Atems und einem Schrei.
siehe auch
- Drama
Kategorie:Drama
Musik
Die Musik (griechisch μουσική (τέχνη) - musiké (téchne) - Kunst der Musen, in der lateinischen (ars) musica bereits in der eingeengten Bedeutung Tonkunst, Tonwerk, musikalische Darbietung, bereits im Althochdeutschen als Lehnwort; ähnliche Entlehnung in unzähligen weiteren Sprachen) bezeichnet
- die Tonkunst: die künstlerische Erzeugung akustischer Ereignisse;
- Werke der Tonkunst;
- umgangssprachlich die Wiedergabe musikalischer Werke ("Wollen wir Musik hören?").
Für eine strukturierte Linkliste siehe: Portal:Musik.
Genauere Begriffsbestimmung und das Material der Musik
Musik ist gestaltete Zeit (im Gegensatz etwa zur bildenden Kunst, die Raum gestaltet). Musik kann nur als Ablauf in der Zeit erlebt werden. Aus diesem Grund setzt Musik beinahe begriffsnotwendig eine rhythmische Ordnung ihres Rohmaterials (Geräusche, Töne, Klänge) voraus. Außer durch Rhythmus kann musikalisches Material durch Melodie (die Abfolge verschiedener Tonhöhen) und Harmonie (die Gleichzeitigkeit bestimmter Tonhöhen) organisiert sein. In Einzelfällen wird auch ein räumlicher Effekt, der dadurch entsteht, dass jedes Instrument an einer Stelle erklingt und somit (begrenzt) ortbar ist, gezielt eingesetzt, etwa in mehrchöriger Musik mit entsprechender räumlicher Aufstellung der einzelnen Gruppen.
Eine genaue Bestimmung, was Musik ist und was nicht, ist nicht möglich. Gestaltung durch den Menschen ist keine notwendige Voraussetzung, sofern man nicht die Laute der Vögel ausschließen möchte. Gedankenloses Vor-sich-hin-pfeifen, die Fahrgeräusche einer Lokomotive und das Stimmen eines Instruments sind andere Grenzfälle, an denen jeder Versuch einer scharfen Abgrenzung von Musik und Nicht-Musik scheitern muss. Schließlich haben avantgardistische Komponisten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ganz bewusst die Grenzen dessen, was Musik ist, gesprengt, indem sie darauf verzichteten, Rhythmus, Harmonie, geschweige denn Melodie zu gestalten: Beispielsweise wurden mit dem Tonbandgerät aufgezeichnete Allerweltsgeräusche in den Konzertsaal geholt, die Beschränkung auf tonale (Dur- und Moll-)Systeme aufgegeben (Atonalität; Arnold Schönberg, Theodor W. Adorno), musikalische Werke unter Zufallsbedingungen hergestellt (Aleatorik) oder Stille als Musikstück deklariert (John Cage).
Musikwissenschaft
Die Musikwissenschaft und ihre Disziplinen behandeln mit wissenschaftlicher Methodik die Entwicklung und Entstehung von Musik (Musikgeschichte), ihre Komponisten, deren Werke und Interpreten sowie die Musikinstrumente (Instrumentenkunde).
Weitere Forschungsrichtungen der Musikwissenschaft sind die Musiktheorie, als Werkzeug der Analyse und als Kompositionskunde, mit der Königsdisziplin Harmonielehre, sowie die Musiksoziologie und Musikpsychologie.
Die Musikwissenschaften werden grob in drei Gruppen eingeteilt:
# systematische Musikwissenschaften: Musiksoziologie, Musikästhetik, musikalische Akustik, Musikpädagogik, Musikpsychologie, musikalische Volkskunde (Musikethnologie), Physiologie des Instrumentalspiels
# angewandte Musikwissenschaften: Musikkritik, Musiklehre, Instrumentenbau
# historische Musikwissenschaften: Instrumentenkunde, Notationskunde, Satzkunde, Ikonographie, Quellenkunde, Stilkunde, Biographie, musikalische Aufführungspraxis
Gattungen, Formen, Genres und Stile
Mit der Systematisierung von Musik nach intersubjektiven Kriterien beschäftigen sich die Disziplinen Gattungskunde und Formenlehre sowie die Stilkunde (siehe Stilrichtungen der Musik).
Die Musikwissenschaften haben mehrere Ordnungsdimensionen entwickelt, die mit unterschiedlichem Erfolg auf Musik angewendet werden.
Nach Art der Beteiligung:
- Vokalmusik (siehe auch a cappella)
- Instrumentalmusik
Nach wertmäßiger Einordnung:
- E-Musik (so genannte Ernste Musik),
- U-Musik (Unterhaltungsmusik, Populäre Musik).
(wobei gerade diese Unterteilung, so wie auch die ihr zu Grunde liegenden Werte, verschiedentlich hinterfragt und auch abgelehnt wurden und werden)
Nach Herkunft:
- Musik aus der europäischen Abstammungslinie (alte, klassische, romantische, zeitgenössische Musik)
- Außereuropäische Musik, heute auch Weltmusik genannt, die von der Musikethnologie untersucht wird
Nach Verwendungszweck, bzw. Anlass der Entstehung:
- Funktionale Musik, von liturgischer Musik über Militärmusik, Filmmusik bis zur Muzak
- Autonome Musik, die um ihrer selbst willen komponiert und aufgeführt wird
- Programmmusik, der ein außermusikalisches Programm zugrundeliegt
- Virtuosenmusik, die nur der Zurschaustellung der Fähigkeiten eines Virtuosen dient
- Gelegenheitskomposition, im Gegensatz zu gültigen Werken eines Komponisten
- Sakrale Musik und Liturgische Musik, z.B. Choral, Kirchenlied, Messe, Oratorium
- Profane Musik oder Weltliche Musik
Nach Tonsystemen:
- Kirchentonarten
- Neuntonmusik (speziell... siehe Osvaldo Antonio Ovejero [http://www.mica.at/person/person_detail.asp?clr=5&iID=69010 externer Link] )
- Zehntonmusik (fernöstlich)
- Zwölftonmusik (üblich)
- Vierteltöne
Nach Menge der Beteiligten:
- Solo
- Duett/Duo
- Terzett/Trio
- Quartett
- Quintett
- Sextett
- Septett
- Oktett
- Nonett
- Dezett
- Orchester
- Chormusik
- Ensemble
Als Spezialfall des 19. und 20. Jahrhunderts nach Tonalitätsvorstellung:
- Tonale Musik
- Atonale Musik
Beziehung zu anderen Kunstformen
Architektur
In der griechischen und römischen Antike waren Musik und Architektur viel enger miteinander verknüpft als dies heute der Fall ist. Architekten, Musiker und Philosophen haben in den Jahrhunderten nicht nur immer wieder Verbindungen zwischen den beiden Künsten gesucht und auch geschaffen, sondern sich auch wechselseitig neue Impulse gegeben. Der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling sagte im Jahre 1859: Architektur ist erstarrte Musik. In ähnlicher Weise ist bei Arthur Schopenhauer zu lesen: Architektur ist gefrorene Musik. Mehr zur Beziehung von Musik und Architektur siehe Architektur#Musik.
Literatur
Die Verbindung von Musik und Text/ Literatur ist in vielen Musikstilen elementarer Bestandteil bzw. konstituiert bestimmte musikalische Gattungen (Oper/ Kunstlied/ Popsong) überhaupt erst. Von Interesse dabei ist der Gesamtausdruck, der im Zusammenspiel von Musik und Text entsteht.
Es kann aber auch vorrangig um eine inhaltliche Mitteilung gehen, wie sie mit dem Liedtext scheinbar beabsichtigt ist. Liebes- und Protestlied sind solche Formen der direkten Aussage. Allerdings wird durch die musikalische "Verpackung" der Inhalt mit einer Wertung versehen, die Sender und Empfänger in der Kommunikation entweder verstehen oder missverstehen können.
Eine indirektere Verbindung von Musik und Literatur stellen Schauspilemusiken dar, die in ihrer Wirkung bereits eine gewisse Nähe zur Filmmusik aufweisen.
Anwendung
Während Musik oft als reine und zweckfreie Kunst angesehen wird, ist ihre gezielte Nutzung weit verbreitet: Zum Beispiel zum Wecken bestimmter Emotionen (z. B. Werbung, Filmmusik), zur Verdeutlichung von Inhalten, die über ein anderes Medium (z. B. Text, Stimme, Video/Animation) übermittelt werden, zu therapeutischen Zwecken (Musiktherapie), u. v. m. Auch die Kombination mit anderen Kunstformen ist in der Musik besonders häufig, z.B. mit Lyrik (Lied, Oper, Popsong usw.) oder Tanz (Ballett).
Aufgrund dieser kommunikativen Funktion bezeichnet man Musik auch als eine universelle Sprache.
Musik kann entweder spontan entstehen (Improvisation), oder nach schriftlich fixierten Aufzeichnungen ausgeübt werden (Komposition, Notenschrift).
Geschichte
Die Entwicklung der Musik kann in Epochen unterteilt werden, die sich in der konventionellen Musikgeschichte an die Formen der Bildenden Kunst und Architektur anlehnen (z.B. Musik der Antike, Renaissancemusik, Barockmusik, Klassische Musik usw.); neuere Forschungen bemühen sich jedoch, eine Historiographie zu entwickeln, die weniger von den äußeren Rahmenbedingungen als vielmehr der musikalischen Strukturen selbst ausgeht.
In der Chronologie der musikalischen Entwicklung können folgende eurozentristische Abschnitte unterschieden werden:
- Mittelalter - Musik vor dem 13. Jahrhundert, Musik des 13. Jahrhunderts
- Musik der Neuzeit - Musik des 14. Jahrhunderts, Musik des 16. Jahrhunderts, Musik des 17. Jahrhunderts, Musik des 18. Jahrhunderts, Musik des 19. Jahrhunderts
- Musik der Moderne und Postmoderne - Musik des 20. Jahrhunderts
Musiksoziologie
Musik ist nicht nur Selbstzweck und Kulturgut, sondern auch eine umsatzstarke Branche der Kulturindustrie. Die heutige Musikindustrie prägt musikalische Entwicklungen (Casting-Bands, Schaffen von Opernstars), absorbiert und kommerzialisiert unabhängig entstandene Formen (Jazz, Punk) und übt in Form von massiver Lobbyarbeit Einfluss auf politische Entscheidungen aus (Copyright). Weitere Themenbereiche der Musiksoziologie sind Identitätsbildung durch geteilte Musikpräferenzen (siehe auch Jugendmusikkultur) und die Eingebundenheit der Musikausübung und des Musikonsums in gesellschaftliche Strukturen wie Geschlecht, soziale Klasse und Lebensstil.
Musik und Mensch
Kulturhistorisch und bei der Entstehung der Säugetier-Art Mensch (Evolution) spielen Musik und ihre Wahrnehmung durch Ohr, Gehirn und die individuelle Rezeption im Sinne einer sofortigen, unvermeidbaren Bewertung eine enorme Rolle. Musikgeschmack, Musikvorlieben, musikalische Bildung haben alle hörenden Menschen - sie sind sich nur nicht einig in der Bewertung. Diese ist immer subjektiv und gleichzeitig ist sie kulturell geprägt (musikalische Sozialisation).
Ob Musik zur Kommunikation vor der Sprachentwicklung oder beide in einer wechselseitigen Beeinflussung stattfanden, wird sich nicht mehr klären lassen. Aber Musik als Kommunikationsmitttel ist weltweit verbreitet. Die Psychologie sagt, dass Musik Emotionen transportiert aber auch Emotionen verändert.
Das ist unabhängig von der Frage des Unterschieds von Vokalmusik und der Nutzung von Instrumenten zur Musikerzeugung oder -verstärkung.
Musiktechnologie
Neben den Unternehmen der Medienindustrie übt auch die Musiktechnologie zunehmenden Einfluss auf Hörgewohnheiten und das Musikangebot aus. Für die Rezeption von aufgezeichneter Musik sind Abspielgeräte (Tonbandgerät, Schallplattenspieler, CD-Spieler, MP3-Player usw.) notwendig, die sich zunehmend an den Möglichkeiten der Computertechnologie orientieren. Mit der Einführung der Audio-CD begann die Digitalisierung der Musik; durch das Aufzeichnungsformat MP3 wurde die psychoakustische Kompression von Musik eingeführt, bei der solche Anteile aus Musikdaten entfernt werden können, die für die Klangqualität als weniger wichtig erachtet werden. Da damit die Gefahr von unberechtigten Kopien (Raubkopien) heraufbeschworen wurde, werden heute Audiodateien zusehends mit Hilfe von DRM Digital Rights Management versehen, das nur eine feste Anzahl autorisierter Kopien erlauben soll.
Mit der Einführung neuer Technologien wie z. B. der DVD-Audio oder der SACD (Super Audio CD) ist die bis dato vorherrschende Wiedergabe-Technologie im Ein-Kanal- (Mono) bzw. Zwei-Kanal-Verfahren (Stereo) um mehrkanalige (im allgemeinen Fünf-Kanal-, "Surround" genannte) Wiedergabemöglichkeiten erweitert worden.
Der Einfluss der Technologie auf die Musik geht aber weit über die Verfahren zur Speicherung und Wiedergabe von Musikstücken hinaus. Wie seit jeher Instrumentenbauer die technischen Möglichkeiten ihrer Zeit auf der Suche nach dem vollendeten Klang auszuschöpfen suchten, so hat auch das 20. Jahrhundert die Elektronik zur Schaffung neuer Musikinstrumente mit eigenständigem Klangcharakter genutzt. Beispiele hierfür sind u.a. die Elektrogitarre, die Hammondorgel oder der Synthesizer. Des weiteren wird in modernen Produktionsstudios immer mehr auf Computer zur Erstellung von Musik gesetzt. Wichtig sind hier Systeme wie MIDI oder Software Synthesizer, mit denen ganze Orchester imitiert werden können.
Neben der Speicherung und Produktion von Musik wird auch das Nachschlagen durch moderne Technologie vereinfacht. In den fünfziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts erschienen Bücher wie Barlow und Morgensterns "A Dictionary of Musical Themes" und Parsons' "A Directory of Tunes and Musical Themes", die es dem Leser ermöglichen, Melodien z. B. anhand des Parsons-Codes zu identifizieren. Inzwischen gibt es aber viel bessere Methoden dafür, z. B. Musipedia, eine Online-Suchmaschine für Melodien.
Wirkungen
Der Musik werden die unterschiedlichsten emotionale und psychologische Wirkungen zugeschrieben; das Spektrum reicht von der einer heilenden Wirkung (z. B. Musik von Bach und Mozart, New Age-Musik) bis hin zu "destruktiven" Wirkungen (z. B. bei Death Metal, Gothic, Musik von Schönberg), die durchaus beabsichtigt sein können.
Bis heute konnten die Musikwissenschaft und ihre Hilfsdisziplinen nicht abschließend klären, in welchem Grad diese Wirkungen mit den kulturellen Rahmenbedingungen zusammenhängen; so wurde durch die Verbreitung der Rockmusik noch vor wenigen Jahrzehnten der Untergang des Abendlandes befürchtet; andererseits weist die Medienwirkungsforschung zumindest in speziell dispositionierten Fällen Wirkungen wie Selbsttötungen nach. Allerdings sind auch diese Forschungsergebnisse umstritten.
Auch Pflanzen und Tiere sollen auf Musik reagieren; bestimmter Musik wird eine positive Wirkung auf das Wachstum von Zimmerpflanzen nachgesagt; selbst in der Tierhaltung wird gelegentlich Musik eingesetzt.
Vollkommen im Bereich der Spekulation liegt die Unterstellung der universellen Verständlichkeit von Musik; so kommunizieren Erdenbewohner in Steven Spielbergs Spielfilm Unheimliche Begegnung der dritten Art mit außerirdischen Besuchern über Tonfolgen und Klänge. Selbst die heutigen Raumsonden der NASA und ESA enthalten Aufzeichnungen von Musik, die der Verständigung mit außerirdischen Lebensformen behilflich sein sollen (siehe Sounds of Earth).
Literatur
- MGG - Musik in Geschichte und Gegenwart: allgemeine Enzyklopädie der Musik hrsg. von Friedrich Blume. Bärenreiter Metzler. MGG Personenteil in 17 Bänden (1999 ff.), MGG Sachteil in 10 Bänden. [http://www.mgg-online.com]
- Leonard Bernstein: Musik - die offene Frage. Vorlesungen an der Harvard-Universität. München: Goldmann, 1976. ISBN 3-442-33052-1
- Hans Renner: Grundlagen der Musik - Musiklehre. Stuttgart: Reclam, 1953. ISBN 3-15-007774-5
- dtv-Atlas Musik. Bd. 1 u. 2. ISBN 3423030224
- Harenberg Komponistenlexikon. Dortmund 2001. ISBN 3-611-00978-4
"Das grosse Lexikon der Musik", herausgegeben von Marc Honegger und Günther Massenkeil, Freiburg im Breisgau 1978 und 1987
Siehe auch
- Portal:Musik
- Musikliteratur
- Universalien der Musikwahrnehmung
Weblinks
- [http://www.miz.org/ Deutsches Musikinformationszentrum, Bonn]
- [http://dma-opac.ddb.de/ Online-Katalog (OPAC)] des Deutschen Musikarchivs Berlin
- [http://www.gnoosic.com/ Gnoosic - Das webbasierte Empfehlungssystem für Musik]
- [http://www.music-map.de/ Music-Map - Die Welt der Musik nach Geschmack sortiert]
- [http://de.musipedia.org/ Musipedia - kollaborative Musikenzyklopädie, eine Art Wikipedia für Musik]
- [http://www.hirnforschung.de/Musik.php4 Newsletter zu Gehirn und Musik von hirnforschung.de]
- [http://www.gratisipodvideo.de.vu/ Seite des beliebtesten Musikplayers, des Ipods]
!Musik
Kategorie:Musiktheorie
fiu-vro:Muusiga
ja:音楽
ko:음악
ms:Muzik
simple:Music
th:ดนตรี
WillkürWillkür ist
- umgangssprachlich (meist abwertend) ein nach persönlichem Interesse, [welches richtig oder falsch sein kann], ausgerichtetes Handeln, das nur auf den eigenen persönlichen Erfahrungen beruht, die wiederum richtig oder falsch sein können; und andere Meinungen ausschließt. [vergleiche „küren“.];
- rechtlich die ins Belieben des Rechtssubjektes gestellte („gewillkürte“) Ausgestaltung eines Rechtsgeschäftes, siehe auch Kurfürst;
- Medizinisch die bewusste Kontrolle von Körperfunktionen;
- soziologisch ein von Ferdinand Tönnies 1887 in Gemeinschaft und Gesellschaft gewählter Begriff, der soziales Handeln in Gesellschaft bezeichnete; er ersetzte den Begriff in der 2. Auflage 1912 durch Kürwillen und hielt fortan daran fest.
Siehe auch: Wille
GliedDer Begriff Glied bezeichnet
#allgemein: ein Teil eines Ganzen
#einen einzelnen Ring (o.ä.) einer Kette
#einen (beweglichen) Körperteil eines Lebewesens: Gliedmaßen
#(auch in der Form männliches Glied): den Penis
#eine militärische Aufstellung: Glied (Militär)
OrganismusMit Organismus (v. griech.: Organon = Werkzeug) wird
- in der Biologie und Medizin ein individuelles Lebewesen, also ein Tier, eine Pflanze oder ein Mikroorganismus bezeichnet.
- in der Soziologie und Theologie auch ein tierisches oder menschliches Gemeinwesen oder ein Sozialkörper bezeichnet.
OrganischDas Adjektiv Organisch bezeichnet
#in der Natur Substanzen biologischer, belebter Herkunft;
#in der Chemie (genauer: Organische Chemie) kohlenstoffhaltige Verbindungen; Gegenteil: anorganisch
#in der Medizin körperliche Phänomene, Erkrankungen, Symptome; Gegenteil: psychisch
#in der Anthroposophie eine Struktur, die den Menschen in seiner Ganzheit berücksichtigt: organischer Unterricht; organische Architektur
VerhältnisDas Verhältnis gibt eine Beziehung zwischen zwei Objekten an. Es gibt je nach Zusammenhang unterschiedliche Definitionen von Verhältnis:
# Verhältnis in der Mathematik und den Naturwissenschaften
# Verhältnis in der Soziologie
:: als ein Spezialfall Verhältnisverträge zwischen Studentenverbindungen
# Umgangssprachlich für Liebesbeziehung
Die Pluralform Verhältnisse beschreibt die Gesamtheit der (Umwelt-)Gegebenheiten. Diese Form ist vergleichbar mit Umstände. Beispiele: in armen Verhältnissen aufgewachsen, Produktionsverhältnisse etc..
LustspielDie Komödie (v. griech.: komodia = Lied der Gemeinen; Gesang bei einem fröhlichen Umzug) - Drama oder Handlung mit glücklichem Ausgang, dessen zu Charakteren erstarrten leitenden Figuren sich der Zuschauer charakterlich, intellektuell oder moralisch überlegen fühlt.
Die Zuschauer blicken zu den Figuren auf Bühne oder Leinwand entweder hinauf oder auf sie hinab, empfinden sie entweder als Verkörperung einer Kraft, der sie gleichen, oder einer Schwäche, der sie bloß nicht gleichen wollen: die sie deswegen verlachen. Schwankt dieses Gefühl, handelt es sich um eine Tragikomödie. Nicht zufällig geht ihre Entstehung somit geschichtlich mit Zeiten moralischen Verfalls und Niedergangs und somit auch dem Aufkommen intellektueller Opposition zur Gesamtheit einer Kultur einher.
Geschichte der Komödie
Die heutige Komödie basiert auf der antiken griechischen Komödie. Das griechische Wort "Komodia" wird oft vom "komos", dem traditionellen Umzug der betrunkenen Teilnehmer eines Symposions, also eines traditionellen adeligen Trinkgelages, abgeleitet. Jedoch könnte das Wort auch aus dem Begriff "kome" (Dorf) entstanden sein, was auf eine Entstehung der Komödie aus dörflichen Festen hindeuten würde.
Regelmäßige Uraufführungen von Komödien fanden vor allem in Athen statt, im Rahmen der Dionysosfeste. Bei der attischen Komödie werden drei Phasen oder Epochen unterschieden: die "Alte Komödie", deren bekanntester Autor Aristophanes ist, die "Mittlere Komödie", von der nur Autorennamen, aber keine Theaterstücke erhalten geblieben sind, und die "Neue Komödie", als deren bedeutendster Vertreter Menander gilt. Charakteristisch für die "Alte Komödie" ist eine oft ätzende Kritik an gesellschaftlichen und politischen Zuständen, verbunden mit Angriffen gegen lebende Personen, sowie eine meist nur locker gefügte Handlung, während die "Neue Komödie" mehr von der Komik der dargestellten Handlung lebt. Die attischen Komödien, besonders die von Menander und seinen Zeitgenossen, wurden im 3. Jahrhundert v. Chr. auch in Rom bekannt und beliebt.
Plautus war der wohl produktivste lateinische Komödienautor. Wie neueste Forschungen nahelegen greift er bereits meist auf griechische Vorlagen zurück. Seine auf Publikumserfolg orientierten Stücke waren auch beim einfachen Volk beliebt; er kultivierte den Typus des listigen kleinen Mannes, der sich gegen die Autoritäten mit Mutterwitz durchsetzt und zum Vorbild für viele Figuren wie Falstaff, Scapin, den Truffaldino der Commedia dell'arte wurde. Ein anderer berühmter römischer Autor war Terentius (Terenz), der die Geschliffenheit der Sprache in der Komödie kultivierte.
Die Themen der römischen Komödie waren unpolitisch, die Handlung mit ihren Charakteren überschaubar. Die Autoren begannen sich mit neuen Formen und neuen Inhalten auseinanderzusetzen. So findet sich beispielsweise bei Mimos ein Mischwerk, das Epyllion: er verwendet als Form das hexametrische Versmaß, der Inhalt hat aber nichts heroisches und passt somit nicht zum Versmaß. In dieser Form schrieb auch Theokrit, z.B. in einem Stück über Hirten, die sich während des Schafehütens in hexametrischem Versmaß unterhalten.
Auch Comic-Figuren wie Asterix stehen in dieser Tradition.
Komödien waren über lange Zeit bei Wandertheatern zu Hause. Ab dem 16. Jahrhundert begann in Europa die Einrichtung fester Häuser, die aber meist weiter von wandernden Theatertruppen bespielt wurden.
In Italien entwickelte sich die Commedia dell'Arte als volksnahe Theaterform, die auch nach Mittel- und Westeuropa ausstrahlte.
Die Komödie als Theaterform nahm im 16., 17. und 18. Jahrhundert neuen Aufschwung. Autoren wie William Shakespeare, Molière in Frankreich, Carlo Goldoni in Italien sowie Gotthold Ephraim Lessing in Deutschland sind hier zu nennen.
Eine Wiederbelebung des Volksschauspiels und von Elementen aus der Commedia dell'Arte erfolgte in Italien durch Dario Fo.
Typen der Komödie
- nach der Form
- Charakterkomödie: eine einzelne Person steht im Vordergrund ("Der Schwierige" von Hugo von Hofmannsthal, "Der Geizige" von Jean-Baptiste Molière)
- Typenkomödie: charakterisiert durch ein typisches, durch Masken, Gestik oder Kostüme wiedererkennbares Rollenpersonal (Commedia dell'Arte)
- Situationskomödie ("Der zerbrochene Krug" von Heinrich von Kleist)
- Konversationsstück: spielt in höheren Gesellschaftskreisen und lebt von der geistreichen Konversation (Eugène Scribe, Victorien Sardou, Sacha Guitry, "Bunbury" von Oscar Wilde, George Bernard Shaw, "Dr. med. Hiob Prätorius" von Curt Goetz)
- nach dem Inhalt
- Intrigenkomödie ("Die lustigen Weiber von Windsor" von William Shakespeare)
- satirisch-gesellschaftskritische Komödie ("Die Hose" von Carl Sternheim)
- Groteske: benannt nach den seltsam verschnörkelten Wandmalereien in der Grotte des Titus-Palastes in Rom, typisch sind grausige, bizarre Situationen, die lächerlich dargestellt sind ("Der Besuch der alten Dame" und "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt, "Die Kleinbürgerhochzeit" von Bertolt Brecht, "Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch, "Überlebensgroß Herr Krott" von Martin Walser)
- Boulevardkomödie ("Das Haus in Montevideo" von Curt Goetz, "Komödie im Dunkeln" von Peter Shaffer)
- Untertypen
- Burleske
- Farce
- Schwank: meist in bäuerlichem Mileu
- Posse
- Klamotte
Kraft vs. Schwäche
Dramatische Figuren stimmen einen zur Identifikation entweder durch ihrer Willenskraft (Draufgänger), Verstandeskraft (Tausendsasa) oder moralischen Kraft (Ritter) – umgekehrt komische Figuren, mit denen man nicht nicht identifiziert wegen ihrer Willensschwäche (Hampelmann), Verstandesschwäche (Stümper) oder moralischen Schwäche (Tunichtgut).
Schelm vs. Narr
Der Schelm oder Schalk ist in diesem Zusammenhang der selber nicht komische Held einer Komödie, der seinen Widersacher zum Narren macht. Der Schelm ist jemand, mit dem man sich identifiziert, da er über Verstandeskraft (Witz) verfügt Es kann Komödien ohne Schelme, nicht aber ohne Narren geben (sonst gäb's nichts zu lachen).
Die deutsche Übersetzung des Wortes "Komodia" mit Lustspiel tauchte erstmals im Titel eines anonymen Stücks des 16. Jahrhunderts auf und wurde dann im 17. Jh. von Andreas Gryphius aufgegriffen und seit dem 18. Jh. synonym für Komödie verwendet. Seit dem 20. Jh. bezeichnet man oft vor allem Konversationsstücke als Lustspiele.
Literatur
- Aristophanes / Meander: Griechische Komödien. hrsg. v. Eberhard Reschenberg, Leipzig 1966.
- Bernhard Greiner: Die Komödie. Tübingen 1992.
- Die deutsche Komödie. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Hrsg. von Walter Hinck. Düsseldorf 1977. (Einzelinterpretationen)
Siehe auch
- Bürgerliches Trauerspiel, Tragödie, Burleske, Liste berühmter Dramatiker
Kategorie:Humor
!
ja:喜劇
ko:희극
simple:Comedy
AufzugDer Ausdruck Aufzug bezeichnet
# eine Anlage zum Befördern von Waren und/oder Personen, siehe Aufzugsanlage.
# einen Aufmarsch
# in der Umgangssprache eine besondere Kleidung
# im Drama einen Abschnitt, siehe: Akt
# beim Turnen eine bestimmte Übung: Aufzug (Turnen)
# Antriebseinrichtung im Uhrwerk
# Beim Buchdruck die Aufspannung auf dem Druckzylinder oder der Druckplatte
# Sichtbare Erhebung einer Festung über dem Horizont: Fachbegriffe Festungsbau
Kategorie:Kunst
Kategorie:!Hauptkategorie
Kategorie:Thema
ja:Category:芸術と文化
zh-min-nan:Category:Gē-su̍t Marquess of HalifaxThe title of Marquess of Halifax was created in the Peerage of England in 1682 for Sir George Savile, 4th Baronet. He had previously been created Viscount Halifax, Baron Savile of Eland (both 1668) and Earl of Halifax (1679), all also in the Peerage of England. All the titles became extinct on the death of the 2nd Marquess in 1700.
Marquesses of Halifax (1682)
- George Savile, 1st Marquess of Halifax (1633-1695)
- William Savile, 2nd Marquess of Halifax (1665-1700)
The first Marquess's sister married the 1st Earl of Plymouth. His daughter by his first wife (daughter of the 1st Earl of Sunderland) married the 3rd Earl of Carbery. His daughter by his second wife (sister of the 1st Duke of Kingston) married the 3rd Earl of Chesterfield.
The 2nd Marquess was son of the first by his first marriage. He married Mary Finch, a daughter of Daniel Finch, 2nd Earl of Nottingham and Lady Essex Rich.
Essex was daughter of Robert Rich, 3rd Earl of Warwick and Anne Cheeke. Anne was daughter of Sir Thomas Cheeke of Pirgo and a senior Essex Rich.
The elder Essex was daughter of Robert Rich, 1st Earl of Warwick and Penelope Devereux, Lady Rich. Essex was probably named after her maternal grandfather Walter Devereux, 1st Earl of Essex. Her maternal grandmother was Lettice Knollys.
William Savile was father-in-law to Richard Boyle, 4th Earl of Cork, Sackville Tufton, 7th Earl of Thanet and Charles Bruce, 4th Earl of Elgin.
Halifax
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На взлёте:
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- Дж. Р. Р. Толкиеном (J. R. R. Tolkien), (Thorin Oakenshield) был Гномом (Dwarf), сыном
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Категория:Средиземье
См. Толкин, Джон Рональд Руэл, Ник Перумов
Category:Фэнтези
ja:Category:指輪物語
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