:: wikimiki.org ::
| Aleppokiefer |
Aleppokiefer
Die Aleppokiefer (Pinus halepensis) ist die verbreitetste Kiefer des Mittelmeerraumes. Der Baum wird von Touristen oft für eine Pinie gehalten.
Beschreibung
Die Aleppokiefer hat im Gegensatz zur Pinie einen aufgelockerteren, mehr der Rotföhre (Pinus sylvestris) ähnlichen Wuchs. Sie erreicht als Baum eine Höhe von etwa 16 m. Ihre Nadeln sind gelblich- oder hellgrün, dünner und länger (6 bis 10 cm) als die der Rotföhre und stehen zu zweit in einer Scheide. Die Zapfen sind 5 bis 10 (12) cm lang, 4 cm breit (geschlossen, offen: bis 9 cm), verbleiben auch nach der Samenreife viele Jahre am Baum und enthalten nur kleine geflügelte Samen.
In der Jugend wächst die Aleppokiefer buschig breit mit langen dünnen Jahrestrieben, die in zwei Phasen geschoben werden.
Vorkommen
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Aleppokiefer wird im östlichen Mittelmeerraum angenommen: Syrien (hier liegt auch die Stadt Aleppo, die der Kiefer den Namen gab) bis Libanon. Heute ist sie in fast allen Küstenländern des Mittelmeerraumes eingebürgert, als Forstbaum, aber auch oftmals als Zierbaum bzw. zu Begrünungs- und Hangbefestigungszwecken.
Nutzung
Das Holz der Aleppokiefer wird forstwirtschaftlich produziert und dient der Papierherstellung, auch als Konstruktionsholz und Brennholz.
Das Harz der Aleppokiefer wird zu Kolophonium und Terpentin verarbeitet. In Griechenland dient es auch zum Aromatisieren des Retsina-Weines.
Besonderes
Die Aleppokiefer ist nicht zuverlässig winterhart in Deutschland (Anbauerfahrungen fehlen), außer möglicherweise auf den Nordseeinseln. Ein privater Anbauversuch findet zur Zeit in Suhl (Thüringer Wald) statt. Der aus Kroatien mitgebrachte dreijährige Setzling hat die harten und schneereichen Winter 2003/2004 und 2004/2005 im Freien unbeschadet überstanden.
Unterarten und Varietäten
- Pinus halepensis ssp. halepensis
- Kalabrische Kiefer (Pinus halepensis ssp. brutia) (Syn.: Pinus brutia).
- Pinus halepensis var. stankewiczii ist eine Varietät in der Ukraine.
- Pinus halepensis var. eldarica
Die Kalabrische Kiefer (Pinus brutia) ist als eigene umstritten. Einige Botaniker sehen sie als der Aleppokiefer an. Die Kalabrische Kiefer stammt trotz des Namens nicht aus Italien, sondern aus dem östlichen Mittelmeerraum.
Synonyme
Die Art wurde schon unter vielen anderen Namen beschrieben:
P. alepensis, P. halepensis var. genuensis, P. halepensis var. abasica, P. halepensis var. carica, P. halepensis var. ceciliae, P. halepensis var. minor, P. maritima, P. sylvestris var. maritima, P. penicillus, P. arabica, P. genuensis, P. hispanica, P. carica, P. abasica, P. loiseleuriana, P. pseudohalepensis, P. parolinii, P. × saportae, P. ceciliae.
Weblinks
- [http://www.conifers.org/pi/pin/halepensis.htm Botanische Informationen zur Art.] (engl.)
- [http://www.itis.usda.gov/servlet/SingleRpt/SingleRpt?search_topic=TSN&search_value=506601 ITIS 506601 Referenz]
- [http://www.ipgri.cgiar.org/networks/euforgen/Distribution_Maps/Maps/Pinus%20halepensis%20big.jpg Verbreitungskarte]
Kategorie:Nacktsamer
Kategorie:Baum
KieferDer Begriff Kiefer bezeichnet
#ein Exemplar der Nadelbaum-Gattung der Kiefern
#in der Anatomie einen dem Kauen dienenden Knochen, siehe Kiefer (Anatomie)
#Teile der Mundwerkzeuge von Insekten, siehe Kiefer (Insekt)
Folgende Personen heißen Kiefer
#Anselm Kiefer ( - 1945) Maler und Aktionskünstler
#Dorkas Kiefer ( - 1972) Deutsche Schauspielerin und Comedian
#Nicolas Kiefer ( - 1977) Deutscher Tennisspieler
Pinie
Die Pinie (Pinus pinea) gehört zur Gattung der Kiefern (Pinus) aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae).
Die Pinie wird meist 12 bis 20 m hoch, manchmal auch bis zu 25 m. Typisch ist die Schirm-Form der Krone. Die biegsamen, immergrünen Nadeln stehen paarweise und sind meist 9-16 cm lang und 1-1,5 mm dick. Die Zapfen der Pinie brauchen drei Jahre bis zur Reife; sie sind symmetrisch, 8-15 cm lang und bis zu 10 cm breit. Die Samen sind etwa 2 cm lang. Die Pinie ist sehr frostempfindlich.
Wirtschaftliche Piniennutzwälder seit der Antike
Die Pinie kommt heute im gesamten Mittelmeerraum vor und prägt dort das Landschaftsbild. Sie wird schon seit der Antike in großem Ausmaß gepflanzt, sodass ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet nicht mehr sicher zu ermitteln ist. Vermutet wird ein ursprüngliches Vorkommen auf der Iberischen Halbinsel. Die Pinie wurde bereits in der Antike in erster Linie wegen ihrer Samen, der Pinienkerne, kultiviert, die kulinarischen Zwecken dienen. Man geht sogar davon aus, dass die Pinienwälder an der Küste allesamt auf alte Kulturen zurückgehen. Denn die Pinie findet im Küstenbereich des Mittelmeerbeckens durchaus nicht ihre idealen Lebensbedingungen.
Das Holz ist weniger wertvoll und wird beispielsweise als Bauholz und für die Erzeugung von Zellulose verwendet. Die entleerten Pinienzapfen sind billiges Brennholz.
Bilder
Bild:Pinie_La_Brena2004.jpg|Schirmkrone
Bild:PinusPinea.jpg|Pinienzweige, links: junge Pflanze, rechts: ältere Pflanze
Bild:230px-StonePine.jpg|Pinienzapfen
Image:Pinus pinea(01).jpg|Habitus, Side, Türkei
Image:Pinus pinea conos.jpg|Männliche Zapfen
Image:Pine cone with nuts.jpg|offener reifer Zapfen
Image:Pinienzapfen_geschlossen.jpg|reifer, geschlossener Zapfen
Weblinks
Kategorie:Nacktsamer
Kategorie:Baum
Zapfen (Botanik)
Als Zapfen bezeichnet man den verholzten, ährigen und weiblichen Blütenstand der Nadelholzgewächse und der Erlen.
Charakteristisches Merkmal der Nadelholzgewächse sind die im reifen Zustand verholzten Zapfenschuppen. Man unterscheidet Deckschuppen und Frucht- oder Samenschuppen. Auf letzteren sitzen die frei liegenden Samenanlagen (siehe Nacktsamige Pflanzen) und später die Samen.
Die Zapfen sitzen in unterschiedlicher Weise an den Zweigen der verschiedenen Nadelbaumarten. Bei der Tanne stehen sie aufrecht, bei der Fichte hängen sie, bei der Schwarz-Kiefer stehen sie waagerecht von den Zweigen ab.
Manche Zapfen, etwa die der Tanne, fallen in der Zeit der Samenreife auseinander, so dass man auf dem Boden keine ganzen Tannenzapfen findet. Bei anderen Nadelhölzern fallen die Zapfen als Ganzes vom Baum, so bei der Fichte und Kiefer. Zuvor haben diese Zapfen aber am Baum ihre Schuppen geöffnet, um die geflügelten Samen zu entlassen.
Kategorie:Pflanzenmorphologie
Syrien
Die Arabische Republik Syrien ( al-Dschumhūriyya al-ʿarabiyya as-sūriyya) ist ein autoritär geführter Staat in Vorderasien. Sie grenzt an Israel, den Libanon, die Türkei, den Irak, Jordanien und das Mittelmeer. Syrien kommt von "sūrī" und heißt übersetzt etwa "Land der Rosen". Nach der syrischen Hauptstadt Damaskus ist auch die in der Parfümherstellung verwendete Damaszenerrose benannt. Eine andere Meinung zu der Namensableitung ist die nach dem alten Reich Assyrien, dessen Kern aber in Mesopotamien lag.
Geografie
Landschaft und Wüsten
Syrien erreicht auf etwa 150 Kilometer die Ostküste des Mittelmeeres, direkt nördlich des kleinen Staates Libanon.
Entlang dieser Küste erstreckt sich eine schmale Ebene. Parallel zu ihr verläuft - in etwa 20 km Abstand zur Küste - das Alawiten-Gebirge, dessen Ostabhang steil zur fruchtbaren Orontes-Ebene abfällt. Eine von Norden nach Süden verlaufende Gebirgskette trennt das Orontes-Tal von der syrischen Hochebene. Diese wird weiter südlich vom Antilibanon-Gebirge mit dem 2.814 Meter hohen, mit Schnee bedeckten Gipfel des Hermon (arab.: , Dschabal asch-Schaich) gegen Westen abgeschirmt. Hier entspringen kleinere Flüsse, die das ganze Jahr über Wasser führen und Oasenbildung ermöglichen; darunter der Barada, der die Damaskus umgebende Oase Ghuta bewässert.
Auf der Hochebene im Osten und Südosten Syriens dehnt sich die Syrische Wüste, die in ihrem Zentrum von kleineren Hügelketten unterbrochen wird und allmählich gegen die Euphratsenke abfällt. Im Nordosten Syriens durchschneidet der Euphrat die Nordausläufer der Wüste Shamiyah; an sie schließt sich eine fruchtbare Ebene, die Dschezire, an. Im Südosten erhebt sich das vulkanische Massiv des Hauran mit dem Dschabal ad-Druz (Jabal ad Duruz, 1.735 Meter) als Mittelpunkt und der westlich gelegenen Hauran-Ebene. Die bedeutendsten Flüsse Syriens sind der Euphrat (676 Kilometer) und der Orontes (325 Kilometer).
Klima
Das Klima ist subtropisch, trocken und warm. Im Osten herrscht heißes, trockenes kontinentales Steppen- und Wüstenklima mit einem durchschnittlichen Jahresniederschlag unter 150 Millimeter. Im Westen an der Küste ist Mittelmeerklima mit einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von 600 bis 800 Millimeter.
Städte
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Aleppo 2.139.714 Einwohner, Damaskus 1.576.797 Einwohner, Homs 735.871 Einwohner, Latakia 431.606 Einwohner und Hama 348.862 Einwohner.
- Siehe auch: Liste der Städte in Syrien
Tier- und Pflanzenwelt
Die Tier- und Pflanzenwelt Syriens ist durch die jahrtausendelange Besiedelung des Landes stark verarmt. Außer Nutztieren gibt es keine größeren Säugetiere mehr. Selbst Dromedare findet man heute kaum noch. Lediglich die Vogelwelt ist noch vielfältig. 354 Vogelarten wurden in Syrien dokumentiert. Syrien ist ein wichtiges Durchzugsland für Zugvögel. Bemerkenswert sind erst im Jahre 2002 in Syrien wiederentdeckte Waldrappen, die zu den gefährdetsten Vogelarten überhaupt zählen. Die natürliche Pflanzenwelt ist durch Abholzung und Überweidung schon seit dem Altertum stark degradiert. Wald findet man kaum noch im Lande. Die Aleppokiefer und die Libanonzeder kommen noch in Restbeständen vor. Dagegen sind Öl- und Feigenbäume häufig angepflanzt zu finden.
Bevölkerung
Feigenbäume
Die mehrheitsbevölkerung in syrien bilden araber , zweitgrößte volksgruppe bilden die kurden , laut angeblich syrischen geheimdokumenten , sollen bei der letzen volkszählung 1999 2,8 millioen in syrien gelebt haben , daneben leben noch armenier und assyrer im land
Etwa 89 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime; rund 3 % sind Alawiten, 2 % sind Drusen und gut 1 % sind schiitische Ismaeliten oder seltener Imamiten; etwa 6 % sind Christen verschiedener Konfessionen. Die meisten sind syrisch-orthodox, die Maroniten etwas über 2 %, nämlich rund 424.000. - [http://www.catholic-hierarchy.org/country/scsy1.html] Andere bekennen sich zur Armenische Apostolischen Kirche und der mit Rom unierten Syrisch-Katholische und Griechisch-Katholoischen Kirchen. Gläubige der alten apostolischen Kirche des Ostens und der Assyrischen Kirche des Ostens zählen um die 30.000 und leben Hauptsächlich um den Fluss Khabur im mesopotamischen Teil Syriens. Die wenigen Hundert noch in Syrien verbliebenen Juden leben überwiegend in den Städten, erwähnenswert ist auch die 12.000 starke yezidische gemeinde.
Daneben gibt es zahlreiche arabisch-sprachige Flüchtlinge: 482.000; davon 476.000 Palästinenser und 170.000 Binnenflüchtlinge (Ende 2002) sowie ca. 40.000 chaldo-asssyrische Flüchtlinge aus dem Irak.
Die Bevölkerung Syriens ist im Laufe des 20. Jahrhunderts sehr stark gewachsen. Nach dem 1. Weltkrieg betrug die Bevölkerung wohl nicht viel mehr als 1.500.000 Menschen. Um 1970 war sie dann auch auf rund 6.000.000, etwa das vierfache, angewachsen. Heute ist sie mit 18.000.000 etwa zwölf mal so groß wie nach dem 1. Weltkrieg.
Auffällig ist auch, dass es mehr als 15 Millionen Syrer außerhalb Syriens gibt. Dies ist zum Vergleich zu der Einwohnerzahl eine enorm hohe Zahl.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Syriens
Von den Anfängen bis zur Unabhängigkeit 1946
Syrien wurde nacheinander von den Kanaanäern, Hurritern, Phöniziern, Hebräern, Aramäern, Assyrern, Babyloniern, Persern, Griechen und Nabatäern beherrscht, ehe es 64 v. Chr. römische Provinz wurde. 395 fiel es ans Byzantinische Reich.
Im 7. Jahrhundert wurde das Gebiet von den Arabern erobert (Eroberung Damaskus' im Jahre 635). Unter den Umayyaden war Damaskus von 661 bis 750 Sitz des Kalifen. Nach der Eroberung durch die Mamluken 1260 und den Kreuzzügen wurde es schließlich 1517 Teil des Osmanischen Reichs.
1920 errichtete König Faisal, der dritte Sohn des Scherifen von Mekka ein unabhängiges arabisches Königreich Syrien, dessen Grenzen größtenteils auf das Sykes-Picot-Abkommen von 1916 zurückgingen. Bereits wenige Monate später wurde er von Frankreich gestürzt. Französische Truppen besetzten das Land, und der Völkerbund stellte Syrien und den Libanon gemäß der Konferenz von San Remo unter französisches Mandat.
Ursprünglich wollte Frankreich keinen geeinten syrischen Staat, sondern beabsichtigte eine Aufteilung in vier Staaten mit eigener Regierung, wobei religiöse und konfessionelle Gesichtspunkte eine Rolle spielen sollten.
Diese Absichten lösten Mitte 1925 einen Aufstand der Drusen aus, worauf Frankreich mit Bombardierungen reagierte. Der wachsende innere und auch äußere Druck (seitens Großbritanniens) führten schließlich dazu, dass zunächst die Gebiete um Damaskus und Aleppo zum Staat Syrien zusammengeschlossen wurden. Neben der Zulassung von politischen Parteien wurde auch eine Verfassung ausgearbeitet. 1937 kamen die Gebiete um Latakia und der Drusenstaat zum Staatsgebiet hinzu.
In Anlehnung an das Abkommen zwischen dem Irak und Großbritannien von 1922 wurde 1936 ein Vertrag mit Frankreich geschlossen, in dem die Unabhängigkeit Syriens in Aussicht gestellt wurde. Dieser Vertrag wurde von Frankreich allerdings nicht ratifiziert.
1939 trat Frankreich das Gebiet um Alexandrette an die Türkei ab - offenbar, um die Türkei als Verbündeten im Zweiten Weltkrieg zu gewinnen. Nachdem Paris von deutschen Truppen besetzt worden war und die französische Verwaltung sich auf die Seite des Vichy-Regimes unter Marschall Pétain geschlagen hatte, marschierten "freifranzösische" Truppen in Syrien ein. Im Auftrag Charles de Gaulles wurde das Mandat für beendet und Syrien 1944 für unabhängig erklärt. Es folgte später die Anerkennung durch die Sowjetunion, die Vereinigten Staaten und Großbritannien.
1945 wurde Syrien Gründungsmitglied der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga.
Frankreich war jedoch immer noch militärisch präsent, was zu antifranzösischen Demonstrationen führte und in der französischen Bombardierung von Damaskus gipfelte. Nachdem der britische Premierminister Winston Churchill mit der Entsendung von Truppen gedroht und die Vereinten Nationen Frankreich zum Rückzug aufgefordert hatten, lenkte Frankreich ein: bis zum 17. April 1946 hatten die letzten französischen Truppen das Land verlassen.
Die Syrische Arabische Republik
Am 17. April 1946 wird die Syrische Arabische Republik ( al-dschumhūriyya al-ʿarabiyya as-sūriyya) ausgerufen. Seither ist der 17. April syrischer Nationalfeiertag.
Die ersten Jahre der jungen Republik sind durch politische Instabilität und Regierungskrisen gekennzeichnet. Dazu trägt auch die Niederlage im ersten Palästinakrieg 1948 bei.
Der Aufstieg des Panarabisten Gamal Abdel Nassers in Ägypten nährt auch in Syrien Hoffnungen auf die Schaffung eines gemeinsamen arabischen Staats. Im Vorfeld des Sueskriegs bilden beide Länder ein gemeinsames Oberkommando; nach schweren Spannungen zwischen der Ba'ath-Partei und der Kommunistischen Partei wird aus Furcht einer kommunistischen Machtübernahme eine Delegation nach Ägypten entsendet, wo die Vereinigung der beiden Staaten beschlossen wird.
Am 1. Februar 1958 wird der Zusammenschluss Ägyptens und Syriens zur Vereinigten Arabischen Republik (VAR) bekanntgegeben.
Da von Anfang an die ägyptische Seite dominiert und die wichtigsten Politikbereiche bestimmt, wächst die Unzufriedenheit in Syrien. Hinzu treten wirtschaftliche Probleme. Ein Putsch syrischer Offiziere im September 1961 bedeutet schließlich das Ende der Vereinigten Arabischen Republik. Nach einem weiteren Putsch im Mai 1963 erlangt die Ba'ath-Partei zum ersten Mal die Macht in Syrien, die jedoch weiterhin zerstritten ist.
Nach dem verlorenen Sechs-Tage-Krieg gegen Israel im Juni 1967 und dem Verlust des Golans folgt eine Phase, die von allgemeiner Niedergeschlagenheit gekennzeichnet ist.
Hafiz al-Assad
Aus den jahrelangen Machtkämpfen innerhalb der Ba'ath-Partei tritt am 16. November 1970 schließlich Hafiz al-Assad als Sieger hervor. Assad, unter Salah Dschadid noch Verteidigungsminister, lässt den Altpräsidenten und einige seiner Anhänger verhaften, nachdem er selbst einst aus politischen Gründen einige Zeit im Gefängnis verbringen musste. 1971 lässt er sich mit 99,2 Prozent der Stimmen (ohne Gegenkandidaten) zum Staatspräsidenten wählen; im selben Jahr wird er Generalsekretär der Ba'ath-Partei.
1973 wird eine neue Verfassung verabschiedet, in der die Position des Staatspräsidenten weiter aufgewertet wird. Des weiteren soll die Schari'a fortan eine der Hauptgrundlagen der Gesetzgebung sein.
Außerdem wird festgelegt, dass der Staatspräsident Muslim sein muss, um die Sunniten zu beruhigen, denen die Alawiten, zu denen auch al-Assad gehört, zu mächtig geworden waren.
Im Oktoberkrieg von 1973 gelingt es der syrischen Armee, einen kleinen Teil der von Israel besetzten Golanhöhen zurückzuerobern.
Ein Kennzeichen von Assads Politik ist die Unterdrückung der islamistischen Opposition. Es kommt unter anderem zu Terroranschlägen, die auf das Konto der Muslimbrüder gehen. Nach einem weiteren Anschlag in der Militärakademie 1979, dem 50 alawitische Kadetten zum Opfer fallen, geht die Regierung verschärft gegen die Muslimbrüder vor.
Zu einem folgenschweren Aufstand, wiederum von Muslimbrüdern initiiert, kommt es im Februar 1982 in der mittelsyrischen Stadt Hama. Die Armee greift mit Panzern und Luftwaffe ein, es kommt zu heftigen Kämpfen, in deren Verlauf große Teile der Altstadt zerstört werden. Etwa 1.000 Soldaten und zwischen 10.000 und 30.000 Zivilisten verlieren ihr Leben (Siehe Demozid).
Der Niederschlagung des Aufstands folgt eine umfangreiche Verhaftungswelle, die der fundamentalistischen Opposition das Rückgrat bricht. In der Folge ist al-Asads Machtposition sehr stark und kaum gefährdet.
1994 kommt Assads ältester Sohn Basil, der sein Nachfolger werden sollte, bei einem Autounfall in der Nähe des Flughafens von Damaskus ums Leben.
Baschschār al-Assad
Nach dem Tod des syrischen Präsidenten Hafiz al-Assad am 10. Juni 2000 wird am 10. Juli 2000 sein zweitjüngster Sohn Baschschār al-Assad mit einer Mehrheit von 97,29 % (offizielles Wahlergebnis) zum nächsten Präsidenten gewählt.
Baschschār gilt als liberaler als sein Vater, da er unter anderem in London studierte und auch dort heiratete. Erstes Anzeichen eines neuen politischen Kurses war die Freilassung von 600 politischen Gefangenen im November 2000.
Allgemein erhofft sich die Bevölkerung eine weitere Öffnung des Landes, wie sie von Hafiz al-Assad in den 1990er Jahren begonnen wurde. Unter Baschar wurde unter anderem die Benutzung des Internets erlaubt.
Allerdings kam es im September 2001 erneut zu einer Inhaftierungswelle gegen bekannte Oppositionelle. Im Frühjahr 2004 wurden nach Demonstrationen und Zusammenstößen mit den Sicherheitsdiensten hunderte syrischer Kurden, darunter auch Kinder, verhaftet.
Im Februar 2005 wurde in Beirut ein Autobombenanschlag auf Rafiq Hariri, den ehemaligen und langjährigen Regierungschef des Libanon verübt. Da es Hinweise auf Geheimdienst-Aktivitäten gab, wächst in jüngster Vergangenheit der Druck auf Syrien. Insbesondere die USA machen dessen Führung für das Attentat verantwortlich. Doch auch Frankreich fordert von Syrien die volle Souveränität Libanons zurück.
Im Mai 2005 gab Präsident Assad diesen Forderungen teilweise nach.
Neuere Politik
Verhältnis zu Israel
In Folge des Sechstagekrieges im Jahr 1967 besetzte Israel die Golan-Höhen, von wo immer wieder syrischer Beschuss erfolgt war. Seit damals herrscht zwischen den beiden Ländern lediglich ein Waffenstillstand, Syrien erkennt den israelischen Staat nicht an (zum Beispiel ist in seinen Atlanten nur von "Palästina" die Rede). Der Abschluss eines Friedensvertrags, der eine völkerrechtliche Anerkennung beinhalten könnte, ist für die syrische Seite eng an die Rückgabe der Golanhöhen geknüpft, die wiederum für Israel von immenser strategischer Wichtigkeit sind.
Anderseits beschuldigt Israel die syrische Regierung, Terroristen Unterschlupf zu gewähren. Im Oktober 2003 flog die israelische Luftwaffe einen Angriff gegen ein vermutetes Terroristen-Ausbildungslager südlich von Damaskus, der von vielen Staaten verurteilt wurde.
Verhältnis zu Libanon, USA und UNO
Syrien betrachtete sich lange als Schutzmacht des kleinen Nachbarstaates, der fast die gesamte Landgrenze mit Syrien gemeinsam hat. Die langjährige Besetzung größerer Teile des Libanon galt offiziell als Unterstützung gegen Israel und wurde von der pro-syrischen Regierung des Omar Karame bis zuletzt befürwortet. Die letzten Einheiten der syrischen Armee verließen den Libanon Ende April 2005, als es dort nach dem Mord an Expremier Rafik Hariri (14. Februar) schwere Vorwürfe an den syrischen Geheimdienst und tagelange Massenproteste gab. Sie führten auch zum Rücktritt der Regierung Karame.
Im April 2005 beauftragte die UNO ihren Spitzendiplomaten Detlev Mehlis, den bis dato ungeklärten Mord in Beirut an Ex-Premier Hariri zu untersuchen. Am 20. Oktober 2005 berichtete Mehlis dem Sicherheitsrat über eine klare Mittäterschaft syrischer Geheimdienstkreise an dem Anschlag in Beirut, bei dem außer Hariri 21 Menschen umkamen. Syrien hatte eine Verwicklung stets verneint und sprach von einem Komplott des Westens - insbesondere weil die USA auch Kontakte zu den Attentätern vom 11/9 vermuteten. Siehe [http://www.rundschau-online.de/kr/KrCachedContentServer?ksArtikel.id=1129873265707&openMenu=1039082845263&calledPageId=1039082845263 Chronik der Ereignisse].
Am 31. Oktober forderte der Sicherheitsrat in einer einstimmigen Resolution von Syrien volle Kooperation zur Aufklärung des Hariri-Mordes. Er verzichtete zwar auf die lange diskutierten Sanktionen, behielt sich aber weitere Schritte und eine Untersuchung von UNO-Ermittlern vor. Die Hauptforderung war, es müssten alle verdächtigen Personen vernommen werden, zu denen auch Bruder und Schwager des syrischen Präsidenten Assad gehören.
Laut UN-Chefermittler Mehlis (siehe 20.Oktober) habe Syrien "bisher den Daumen auf viele wichtige Informationen gehalten" und ihn an Befragungen gehindert. Die von USA, England und Frankreich eingebrachte Resolution wurde nach Abmilderung einstimmig beschlossen und verpflichtet alle Staaten, Verdächtigen die Einreise zu verweigern und ihre Bankguthaben einzufrieren. Während Syriens Außenminister al-Sharaa in New York einen Eklat verursachte und in Damaskus gegen die Resolution demonstriert wurde, stimmten ihr der Libanon und auch arabische Staaten zu. [http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=356&Alias=wzo&cob=205315 Weblink].
Die Abmilderung des vom Westen eingebrachten Resolutionsentwurfs war auf Druck Russlands und Chinas erfolgt. So wurde auf die offene Androhung von Sanktionen gegen Syrien verzichtet, doch behielt sich der Sicherheitsrat "weitere Maßnahmen" vor, falls sich Syrien nicht an die Vorgaben hält. Auch die Aufforderung an die syrische Führung, jede Unterstützung des Terrorismus zu beenden, wurde gestrichen.
Die heftige Protestwelle in Syrien gegen die UNO-Beschlüsse und die USA wurde vom Westen als gesteuert angesehen. Auch die Reden des syrischen Außenministers trugen zur weiteren Isolierung des Landes bei, von dem erst kurz zuvor strengere Grenzkontrollen zum Irak und gegen den Übertritt von Terroristen gefordert worden waren.
Verwaltungsgliederung
Syrien ist seit 1987 in 14 Gouvernorate (muhafazat, singular: muhafazah) unterteilt, die nach dem jeweiligen Hauptort benannt sind:
Anteile an der Syrischen Wüste haben die Regionen Nr. 2, 6 (jeweils Ostteil) und vor allem 13; weitere Wüstengebiete liegen in den Gouvernoraten Nr. 12 und 14.
Der Bezirk Qunaitra (Kuneitra) auf den Golanhöhen ist seit 1967 größtenteils von Israel besetzt. Die Region um Iskenderūn (Alexandrette), bis zur Eingliederung in die Türkei Sandschak Alexandrette genannt, gehört seit 1939 zur Türkei, wird allerdings ebenfalls von Syrien beansprucht.
Wirtschaft
Die Landwirtschaft kann unter günstigen Bedingungen bis zu einem Drittel der Wirtschaftsleistung ausmachen und ist für das Land extrem wichtig. Erdöl, Textilien und Nahrungsmittel sind Syriens Hauptexportgüter, welche Syrien eine positive Handelsbilanz bescheren.
Der Tourismus beschränkt sich hauptsächlich auf Kultur- und Sprachtouristen, obwohl es eine gewisse touristische Infrastruktur und fast 200 km Küste gibt. Wichtige Industriegebiete sind die Regionen um Aleppo, Damaskus und das Gebiet zwischen Homs und Hama.
Die syrische Wirtschaft ist stark vom Export von Erdöl abhängig. Sie machen 70 Prozent der Exporterlöse aus und aus ihnen speist sich die Hälfte des Budgets.
Da das Erdöl in Syrien vermutlich in einigen Jahren ausgehen will und die syrischen Machthaber eine breiter diversifizierte Wirtschaft errichten wollen, streben sie einen Strukturwandel und den Umbau zu einer funktionierenden Marktwirtschaft an. Dieser soll mit jährlichen Privatinvestitionen von bis zu fünf Mrd. Dollar, Zusatzeinnahmen aus dem Ölexport und Investitionen aus dem Ausland finanziert werden. Die Wirtschaftspolitiker sehen in den nächsten fünf bis zehn Jahren die beste Gelegenheit für Strukturänderungen. Zu den im neuen Fünfjahresplan festgeschriebenen weitrechenden Veränderungen gehört unter anderem eine umfassende Steuerreform, Privatisierung, der Abbau von Monopolen, Deregulierung wichtiger Sektoren und die Reduzierung des öffentlichen Sektors.
Der Internationale Währungsfond lobte die Bemühungen der syrischen Wirtschaftspolitiker bereits, vor allem die Anpassung des syrischen Pfunds an einen realistischen Wechselkurs.
Kultur
Sport
siehe Hauptartikel Syrischer Fußball
Feiertage
In Syrien gibt es wie in Deutschland sowohl staatliche als auch religiöse Feiertage. Grundlage für die staatlichen Feiertage ist dabei wie in mittlerweile fast allen arabischen Ländern die christliche Zeitrechnung, für die islamischen Feiertage die Hidschra-Zeitrechnung nach dem Mondkalender. Da das Mondjahr elf Tage kürzer ist als das Sonnenjahr, „wandern“ die islamischen Feiertage jedes Jahr entsprechend „nach vorn“. Hier eine Übersicht über die Feiertage 2005, die veränderlichen Feiertage sind mit einem Stern ( - ) gekennzeichnet:
- Christliches Neujahr (ʿĪd ra's as-sana al-mīlādiyya): 1. Januar
- Opferfest (ʿĪd al-adhā): 21. Januar -
- Islamisches Neujahr (ʿĪd ra's as-sana al-hidschriyya), 1426: 10. Februar -
- Tag der Revolution (Thaurat ath-thāmin min ādār): 8. März
- Muttertag (ʿĪd al-umm): 21. März
- Katholische Ostern (ʿĪd al-fash): 27. März -
- Tag des Truppenabzugs (ʿĪd al-dschala'), Nationalfeiertag: 17. April
- Geburtstag des Propheten Muhammad (ʿĪd al-maulad an-nabawī asch-scharīf): 21. April -
- Tag der Arbeit (ʿĪd al-'ummāl al-'ālamī): 1. Mai
- Orthodoxe Ostern (ʿĪd al-fash): 1. Mai -
- Märtyrertag (Dhikrī asch-schuhadā'): 6. Mai
- Fest des Fastenbrechens (ʿĪd al-fitr), Ende des Ramadan: 3. November -
- Weihnachten (ʿĪd al-mīlād al-madschid): 25. Dezember
(Quelle: US-Botschaft in Damaskus, http://damascus.usembassy.gov/wwwhholi.html)
Bekannte Syrer
Weblinks
- [http://www.travel-images.com/syria.html Syrien - Bilder]
- [http://www.arte-tv.com/de/GALLERIE_20PHOTO_20_3A/184466,CmC=486468,CmPage=184466,CmPart=com.arte-tv.www,view=introduction.html Syrien auf dem Schachbrett des Nahen Ostens]
- [http://www.spirit-of-the-moment.com/compositions/Syrien/index.html Reisebilder sortiert nach Themen und Orten aus Syrien, Jordanien und dem Libanon]
Kategorie:Staat
Kategorie:Nahost
Kategorie:Mittelmeer
ja:シリア
ko:시리아
ms:Syria
simple:Syria
th:ประเทศซีเรีย
zh-min-nan:Syria
AleppoAleppo (arab. حلب, Halab) ist eine Stadt und eine Provinz in Nordsyrien.
Die Stadt hat um 2,1 Millionen Einwohner (2005) und ist die größte Stadt im Land vor Damaskus, rund ein drittel der Bevölkerung sind Kurden. Sie ist eine der ältesten Städte in der Region und nimmt einen strategischen Punkt zwischen dem Mittelmeer und dem Euphrat. Ursprünglich wurde sie auf einer Hügelgruppe in einer breiten fruchtbaren Senke auf beiden Seiten des Flusses Quwaiq erbaut. Die gleichnamige Provinz oder das Gouvernement um die Stadt vergrößert diese um 16.000 km² und hat 3,7 Millionen Einwohner.
Quwaiq
Wirtschaft
Die Stadt war vor allem als Handelsplatz bedeutend. sie lag am Kreuzungspunkt zweier Handelsstraßen und vermittelte den Handel von Indien, der Euphrat- und Tigris-Region mit Damaskus im Süden, der dem Fuß des Gebirges statt der unwegsamen Seeküste folgte.
Im Mittelalter machte besonders Zengi (1128–70) die Stadt zu einem Zentrum des internationalen Handels. Er schloß unter anderem Handelsverträge mit Venedig ab. In osmanischer Zeit gab es Handelsniederlassungen und Faktoreien nicht nur von Venedig, sondern auch von englischen (1580), französischen (1535) und niederländischen (1612) Kaufleuten.
Obgleich der Handel häufig aus politischen Gründen aus der Stadt verbannt wurde, wuchs er stetig, bis die Europäer den Seeweg nach Indien um das Kap der guten Hoffnung und den Weg nach Ägypten über das Rote Meer einschlugen. Damit begann der wirtschaftliche Niedergang der Stadt; ihre Hauptexporte sind jetzt Agrarerzeugnisse der Region, hauptsächlich Weizen und Baumwolle, Pistazien, Oliven und Schafe.
1906 erhielt Aleppo einen Bahnanschluß nach Damaskus Hedschas-Bahn, 1912 nach Istanbul.
Der Name
Der aramäische Name der Stadt war Jamchad, in der Antike war sie bekannt als 'Halpa', in seleukidischer Zeit hieß sie Beröa, heute Halab.
Der arabische Name Halab ist die Vergangenheitsform von "melken". Der Prophet Abraham soll an diesem Ort, der damals relativ klein war, seine Kuh "asch-Schahba" gemolken und die Milch an die Armen verteilt haben.
Wenn die armen Menschen sich trafen, fragten sie sich "Halab Abraham?", was soviel wie "hat Abraham gemolken?" bedeutet.
Der Name der Stadt, der aus diesem Ereignis abgeleitet wurde, heißt in der syrisch-arabischen Sprache Halaba asch-Schahba.
Geschichte
Antike
Das Fürstentum von Jamchad (Aleppo) war seit ca. 1800 v. Chr. eine wichtige Macht in Nordsyrien. Sein Gebiet reichte bis nach Karkemisch am Euphrat und nach Alalach bei Antakya. Es war damit ein ernster Rivale für die hethitische Vorherrschaft in Nordsyrien, geriet aber sehr bald in Abhängigkeit von Hanigalbat und wurde schließlich durch Murschili I. (1620-1590) um 1600 v. Chr. eingenommen.
Nach dem Fall des hethitischen Großreiches um 1200 wurde Aleppo vielleicht Sitz eines späthethitischen Kleinfürstentums. Darauf verweisen zu mindest einige Funde von der Zitadelle. Dann wurde Aleppo Hauptstadt des aramäischen Königreiches von Bit Agusi, daß außer Aleppo auch noch Arpad (Tell Rifa'at) umfaßte. Salmanassar III. (858-824 v. Chr.) konnte die Stadt dem assyrischen Reich eingliedern und erreichte, wie bereits sein Vorgänger Adad-nirari II. (911-891) das Mittelmeer. Aleppo war in dieser Zeit ein Zentrum der Verehrung des Wettergottes Hadad.
Ab 610 folgte eine Periode der Persischen Herrschaft, bis Aleppo durch Alexander 333 v. Chr. besetzt und durch Seleukos I. Nikator in Beröa umbenannt wurde. Hadad wurde als Zeus weiter verehrt. Die Stadt blieb in seleukidischen Händen bis 64 v. Chr., als Syrien durch die Römer erobert wurde.
Mittelalter
Die Stadt wurde Teil des byzantinischen Reiches, bevor sie in arabische Hände 637 bis 10. Jahrhundert fiel. Unter dem Hamdamiden (944–1003) erreichte Aleppo eine gewisse Unabhängigkeit. Der wichtigste hamdamidische Herrscher war Saif ad-Daula (944–67). 962 wurde die Stadt durch den byzantinischen General Nikephorus Phokas eingenommen und systematisch geplündert. Sie blieb bis 987 byzantinisch. Ab 1023 wurde die Stadt von den arabischen Mirdasiden beherrscht, bis sie 1070 durch die Seldschuken eingenommen wurde.
Die Stadt wurde 1098 und 1124 von Kreuzfahrern belagert, aber nicht erobert. Unter Nur ad-Din az-Zengi (1128–70), einem Turkmenen aus Mossul wurde Aleppo zum Zentrum des Widerstands gegen die Kreuzritter. Sein Sohn Nur ad-Din stellte die Stadtbefestigungen wieder her, unter seiner Herrschaft wurden außerdem zahlreiche wichtige Gebäude errichtet. Nach dem Tode Nur ad-Dins fiel Aleppo an Saladin. Die Ajjubiden beherrschten die Stadt von 1176 bis 1260. Al-Zaher Ghazi (1193–1215), der Sohn Saladins erneuerte die Befestigung der Zitadelle.
Aleppo blieb in arabischen Händen, bis es, wie weite Teile Nordsyriens, 1260 von den Mongolen erobert und verwüstet wurde. 1260 bis 1516 war die Stadt Teil des Mamelukken-Reiches. Die Zitadelle wurde 1292 wieder aufgebaut, aber um 1400 durch Timur erneut zerstört.
Neuzeit
1517 wurde Aleppo Teil des osmanischen Reiches. Damals zählte die Stadt um die 50.000 Einwohner. Sie war Sitz eines Provinzgouverneurs (Wali). Die Stadt blieb Teil des osmanischen Reiches bis zu dessen Untergang, aber sie wurde weiter durch interne Fehden erschüttert sowie durch Pestepidemien und 1823 durch die Cholera heimgesucht.
1901 lag ihre Einwohnerzahl um 125.000.
Die Stadt lebte kurzfristig wieder auf, als sie unter französische Kolonialherrschaft kam, ging aber nach der Entscheidung (1938-1939), dass die Hafenstadt Antiochia (Antakya) an die Türkei gehen sollte, weiter nieder.
Aufbau der Stadt
Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen dem Alt- und Neualeppo. Die Stadt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Wesentlichen neu entworfen.
Altstadt
Die Altstadt (Medina) von Aleppo befand sich innerhalb einer fünf Kilometer langen und siebentorigen Stadtmauer und hat eine Ausdehnung von ca. 350 ha. 1952 schuf der französische Architekt Andre Gutton zahlreiche neue breite Straßen durch die Stadt im Interesse moderner Verkehrsführung. In den 1970ern wurden große Teile der Altstadt zugunsten moderner Wohnblöcke abgerissen, die Altstadt verkam mehr und mehr. Nach der Volkszählung von 2004 leben 118.000 Menschen in der Altstadt.
Die Altstadt wurde 1986 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Seit 1993 wird sie in Zusammenarbeit mit der GTZ renoviert (10 Millionen € aus dem deutsch-syrischen Schuldenerlaßabkommen), mit Unterstützung vom Aga Khan-Trust for Culture und dem Arab Fund for social and economic development. 2004 bekam das Projekt einen Städtebaupreis der Harvard School of Design verliehen.
Sie enthält die Große Moschee, die Zitadelle und den Stadtpalast Saif al-Daulah. Das Stadttor Bab Antakya wird zur Zeit von illegalen Anbauten befreit und wieder freigelegt.
Das Viertel Dschudaide außerhalb der Stadtmauern, trotz des Namens das christliche Viertel, ist inzwischen in Mode gekommen und zieht auch wohlhabende Bewohner an.
Zitadelle
Das mittelalterliche Stadt-Schloss Saif al-Daulah liegt auf einem teilweise künstlich errichteten Siedlungshügel (Tell) 50 m über der Stadt. Der gegenwärtige Bau wurde im 13. Jahrhundert nach der Zerstörung eines Vorgängerbaus durch Timur errichtet, aber 1822 durch ein Erdbeben beschädigt. Vorgängerbauten sind bereits aus seleukidischer Zeit bekannt, die Dichte der Bebauung und die Dicke der Ablagerungen verhinderten jedoch bisher eingehende archäologische Untersuchungen. Es ist aber zu vermuten, daß die Zitadelle spätestens seit der Bronzezeit befestigt war.
Moscheen
Die Stadt hat viele Moscheen, wozu auch die Madrasa Halawiya zählt. Ein früherer Tempel wurde zu Aleppos großer byzantinischen Kathedrale umgebaut und Flavia Iulia Helena Augusta geweiht, der Mutter des Konstantin I.. Hier befindet sich angeblich das Grab des Vaters Johannes d. Täufers. Während des Kreuzzugs, als die Eindringlinge die Umgebung plünderten, wurde die Kathedrale St. Helena vom obersten Richter der Stadt in eine Moschee umgewandelt. Im 12. Jahrhundert gründete Nur ad-Din eine Madrasa (religiöse Schule) in der ehemaligen Kathedrale.
Die große Moschee Al-Jami al-Kabir wurde von den Umajjaden begonnen; der erhaltene Bau von Nur ad-Din stammt von 1158, und die Rekonstruktion nach dem Mongolensturm von 1260.
Archäologie
Bisher fanden keine Ausgrabungen im Stadtgebiet statt.
Zahlreiche Siegel aus der späten altsyrischen Zeit I (um 1800) lassen vermuten, daß Aleppo Sitz bedeutender Steinschneiderwerkstätten war.
Durch Funde aus Gabbul wird wahrscheinlich gemacht, daß Aleppo in mittelsyrischer Zeit (1600-1200 v. Chr.) Sitz einer Bildhauerschule war. Auf der Zitadelle wurden zwei Löwen aus Basalt gefunden, die vermutlich von einem späthethitischen Tor oder einem Tempel des 10. Jh stammen. Auch die Fürstenstatue von 'Ain et-Tell (Arpad) wird um 800 in Aleppo entstanden sein.
Söhne und Töchter der Stadt
- Ignace Pierre VIII. Abdel-Ahad, syrisch-katholischer Erzbischof von Beirut und Patriarch der mit Rom unierten syrisch-katholischen Kirche von Antiochien
- Muhammad Nadschi al-Utri, Premierminister von Syrien
- François Rabbath, US-Amerikanischer Komponist
- Levon Ter-Petrosyan, erster Präsident von Armenien
Sehenswürdigkeiten
- Nationalmuseum, mit zahlreichen archäologischen Funden.
- Als ein traditionelles Handelszentrum weist Aleppo auch eindrucksvolle suqs und Handelshöfe Hane auf.
- Al-Jami al-Kabir
Sultane von Aleppo
Seldschuken-Dynastie in Aleppo und Damaskus:
- Ak Sunkur Qasim al-Awla, Gouverneur von Aleppo und Damaskus bis 1094
- Tausch, Sultan von Aleppo und Damaskus 1094–1095
Seldschuken Dynastie in Aleppo:
- Rodwan ibn Tausch 1095–1113
- Alp Arslan al-Akhies ibn-Rodwan 1113–1114
- Sultan Schah ibn-Rodwan 1114–1117
Artukiden
- Ghazi ibn-Artuk 1117
- Timurtash ibn-al-Ghazi 1117–1118
- Süleyman I ibn-al-Ghazi 1118–1121
- Suleyman II (Usurpator) 1121–1123
- Balak der Usurpator 1123–[1124]
- Timurtash ibn-al-Ghazi (zweite Regierungszeit) 1124–1125
- Ak Sunkur 1125–1127 (Sultan von Mosul)
- Masul ibn-Ak Sunkur 1127–1128 (Sultan of )
Seldschuken-Dynastie
- Zenghi I Ibn Ak Sunkur Kasim el Awla 1128–1146
- Nur ad-Din Mahmud ibn-Zengi 1146–1173 ( 1154 bis 1173 mit Damaskus)
- Malek as-Saleh ibn-Nur ad-Din 1173–1181
- Masud von Mosul 1181–1182
- Zengi II, Bruder Masuds 1182–1183
Erobert durch Saladin 1183, Sultan 1183–1186 (in Ägypten, Damaskus und Aleppo)
Ayyubiden
- Malek Al-Adil I (Bruder von Saladin, Vizekönig) 1183–1186
- Malek Az-Zahir 1186–1216
- Malek Al-Aziz 1216–1236
- Al Malek An-Nasir Yusuf 1236–1260
Eroberung durch die Mongolen 1260
Kutus, Mamelukken-Sultan von Ägypten
Literatur
- S. Saouaf: Le Musé d'Alep (Aleppo 1968).
Weblinks
- http://www.gtz-aleppo.org (Lagekarte und Stadtplan)
- http://sahab-travel.com/tourist_info/ (Reiseinformationen mit geschichtlichem Überblick)
Kategorie:Aleppo
Kategorie:Weltkulturerbe
ja:アレッポ
ForstwirtschaftAls Forstwirtschaft (auch Waldwirtschaft oder Waldbau, wobei letzterer Begriff auch einen Fachbereich der Forstwirtschaft und -wissenschaft bezeichnet und somit ein Unterbegriff ist) wird in erster Linie die Bewirtschaftung von Forsten zur Produktion von Holz bezeichnet.
In Mitteleuropa hat sich nach jahrhundertelanger Übernutzung vor dem Beginn des 19. Jahrhunderts die nachhaltige Form der Holznutzung durchgesetzt.
Aufgaben
Alle Aspekte einer Forstwirtschaft zu berücksichtigen ist eine große Herausforderung für die Wissenschaft und Praxis des Waldbaus. Den Wald zu bewirtschaften und nachhaltig seine Funktionen als Rohstoffquelle, zum Arten-, Boden-, Klima- und Wasserschutz sowie für Freizeit und Erholung der Bevölkerung aufrecht zu erhalten, sollte die Aufgabe der Waldbewirtschaftung sein.
Der Waldbau erfordert ein ständiges Abwägen zwischen ökonomischen und ökologischen Interessen, um die unterschiedlichen Ansprüche an den Wald berücksichtigen zu können. Das Zusammenführen und Vernetzen von sozio-ökonomischen, ökologischen und technischen Erkenntnissen ist demnach eine wichtige Aufgabe des Waldbaus.
:Die Bundeswaldinventur hat gezeigt, dass wir in Deutschland über enorme Holzvorräte verfügen - es wächst mehr Holz nach als wir nutzen. Holz ist eine sich selbst erneuernde Rohstoffquelle mit vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten und vielen Vorteilen für unsere Umwelt. Dies ist ein ökologisches und auch ökonomisches Potenzial, das es zu erschließen und zu nutzen gilt. Mit der gerade verabschiedeten Charta für Holz wurde das Ziel formuliert, die Nutzung einheimischer Hölzer in den nächsten zehn Jahren um 20 Prozent zu steigern, das ist ehrgeizig, aber mit vereinten Kräften machbar. - Renate Künast, zitiert aus dem Vorwort zur Kurzfassung der zweiten Bundeswaldinventur
Ausbildung
In Deutschland existiert der Studiengang Forstwirtschaft an folgenden Fachhochschulen:
- Fachhochschule Weihenstephan in Freising
- Fachhochschule Eberswalde in Eberswalde
- Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen in Göttingen (Fakultät Ressourcenmanagement)
- Fachhochschule Rottenburg in Rottenburg am Neckar
Weiterhin besteht die Möglichkeit zur Ausbildung zum Forsttechniker an der Technikerschule für Wald- und Forstwirtschaft [http://www.forst.bayern.de/staatsforstverwaltung/berufe_im_wald/forsttechniker/technikerschule/] in Lohr a.Main.
Zur Ausbildung zum Forstwissenschaftler siehe: Forstwissenschaft
Zielsetzung
Ziel der Forstwirtschaft ist die nachhaltige Produktion des nachwachsenden Rohstoffes Holz.
Im Zuge von internationalen Prozessen wurde nachhaltige Waldbewirtschaftung definiert als
:„die Behandlung und Nutzung von Wäldern auf eine Weise und in einem Ausmaß, das deren biologische Vielfalt, Produktivität, Verjüngungsfähigkeit, Vitalität sowie deren Fähigkeit, die relevanten ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Funktionen gegenwärtig und in der Zukunft auf lokaler, nationaler und globaler Ebene zu erfüllen gewährleistet, ohne anderen Ökosystemen Schaden zuzufügen.“ ([http://www.mcpfe.org/ Europäische Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa (MCPFE)] in der [http://www.mcpfe.org/resolutions/helsinki Helsinki-Resolution H1], „Allgemeine Leitlinien für die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder Europas", 1993)
In dieser in Europa anerkannten Definition kommen die vielen Funktionen des Waldes und das Streben nach nachhaltiger Entwicklung von Natur und Wirtschaft zum Ausdruck. Die waldbauliche Tätigkeit umfasst dabei die zielorientierte Planung, Entscheidung und Umsetzung im Bereich der Erneuerung, Pflege und Sanierung von Waldökosystemen bei gleichzeitiger Betrachtung ökologischer, sozioökonomischer und technischer Erkenntnisse. Die Forstwirtschaft kann dabei die nachhaltige Behandlung und Nutzung der Wälder sicherstellen.
Struktur
Die Forstwirtschaft in Deutschland unterscheidet drei Eigentumsarten von Wald
- Staatswald
- Körperschaftswald
- Privatwald
Siehe auch: Waldinteressentenschaft
Um die Funktionen des Waldes zu sichern, ist es wichtig, dass funktionierende Strukturen geschaffen werden. Dies obliegt den einzelnen Bundesländern mit eigenen Landeswaldgesetzen. Die Bundesgesetzgebung gibt hierbei nur den Rahmen mit dem Bundeswaldgesetz vor.
Der Staatswald ist in den meisten Ländern in einzelne Forstämter unterteilt. Diese wiederum bestehen aus einzelnen Revieren die eine Größe von ca. 1.500 bis 3.000 ha haben. Die Bewirtschaftung der Reviere wird von den Förstern (Dipl. Forstingenieur) durchgeführt.
Nachhaltigkeit, Massennachhaltigkeit
Hauptartikel: Nachhaltigkeit (Forstwirtschaft)
Nach katastrophalen Waldzerstörungen in Mitteleuropa im Mittelalter durch Übernutzung der Wälder entwickelte sich der Grundsatz der forstlichen Massennachhaltigkeit: Man entnehme dem Wald nicht mehr Holzmasse, als gleichzeitig nachwächst (s. a.: Geschichte des Waldes in Mitteleuropa). Nachfolgenden Generationen sollen mindestens vergleichbare, wenn nicht bessere Nutzungsmöglichkeiten überlassen werden. Die Nachhaltigkeit der Bewirtschaftung wurde schon im 19. Jahrhundert auf ökologische und später soziale Nachhaltigkeit ausgedehnt. Seit Mitte der 1990er mündet dies in Zertifizierungen (Siehe auch: FSC, PEFC).
Franz Alt: „Die gesamte Wirtschaft müsse von der Forstwirtschaft lernen, was Nachhaltigkeit bedeute - der Holzweg ist ein guter Weg.” (Quelle: AFZ 22/2004, S. 1209)
Volkswirtschaftliche Bedeutung
Aufgrund der Methodik der statistischen Erfassung wird die Bedeutung der Forst- und Holzwirtschaft völlig unterschätzt. Diese Unterschätzung kommt dem deutschen Steuerzahler teuer.
Siehe [http://www.welt.de/data/2004/11/11/358545.html Auf dem Holzweg]
Persönlichkeiten
- Heinrich Christian Burckhardt
- Hans Carl von Carlowitz (1645-1714), Oberberghauptmann, Wissenschaftler
- Johann Heinrich von Cotta (1763-1844), Wissenschaftler
- Johann Christian Carl Gayer
- Georg Ludwig Hartig (1764-1837), Wissenschaftler
- Carl Justus Heyer (1797-1856), Wissenschaftler
- Johann Christian Hundeshagen (1783-1834), Wissenschaftler
- Johann Heinrich Jung (genannt Jung-Stilling) (1740 - 1817), Wissenschaftler (Kameralist)
- Gottlob König (1779-1849), Wissenschaftler
- Friedrich Wilhelm Leopold Pfeil, (1783-1859), Wissenschaftler
- Aldo Leopold (1878-1948), Wissenschaftler
- Alfred Möller (1860-1922), Wissenschaftler
- Horst Stern (1922), Journalist und Schriftsteller
- Hans Joachim Fröhlich, (1923), Wissenschaftler
- Antal Festetics (1937), Wildbiologe
Siehe auch
- Portal:Land- und Forstwirtschaft
- Forstwissenschaft
- Exploitation - eine nicht forstwirtschaftliche Waldnutzungsform
- Kadaververjüngung
- Rückeweg
- Waldarbeit
- Ramholzwirtschaft
Literatur
- Reinhold Erlbeck, Ilse Haseder und Gerhard Stinglwagner: Das Kosmos Wald- und Forstlexikon. 880 S. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1998. ISBN 3-440-07511-7
- Johannes Fischbach-Einhoff, Ulrich Schraml und Andreas Katthagen: Deutscher Forstwirtschaftsrat 1950 - 2000. 50 Jahre für Wald, Forstwirtschaft und Umwelt. Landwirtschaftsverlag, Münster 2000. 3-00-006273-4
Weblinks
- [http://www.zukunftswald.de Zukunftswald.de - Informationen über nachhaltige Forstwirtschaft, virtuelle Exkursionen, Simulationsspiel, chatbot]
- [http://www.waldwissen.net/ Waldwissen - Informationsangebot für die Forstwirtschaft]
- [http://www.forstwirtschaft.com Das Infoportal über Umwelt, Wald, Holz, Jagd, Wasser, ...]
- [http://www.rechnungswesenforum.de/verzeichniss/index/World/Deutsch/Wirtschaft/Land-_und_Forstwirtschaft/Forstwirtschaft/Aus-_und_Weiterbildung/ Weiterbildungsmöglichkeiten zum Thema Forstwirtschaft]
- [http://www.ifsa.net/ IFSA - Internationale Forststudentenorganistation ]
- [http://www.welt.de/data/2004/11/11/358545.html Der als Bonsai wahrgenomme ökonomische Mammutbaum]
- [http://www.infoholz.de/html/f_area.phtml?p2=3 Infoholz.de - Wirtschaftsfaktor Forst & Holz]
Kategorie:Naturschutz
ja:林業
Brennholz]
Brennholz, Feuerholz oder Kaminholz, ist ein Brennstoff; trockenes Holz wird zur Verbrennung in einem Nutzfeuer verwendet. Es ist der älteste Brennstoffl der Menschheit. Entscheidend für die Nützlichkeit von Brennholz ist der Heizwert und die Brenndauer. Wenn die subjektive Behaglichkeit eine Rolle spielt, dann kannn es auch auf optische Werte des Holzes beim Brennen ankommen.
Verwendung
Lagerung
Entscheidend für den Heizwert des Holzes ist vor allem die Dauer und Art der Lagerung. Um die natürliche Holzfeuchte auf unter ca. 20% zu senken (trockner ist besser) muss Holz zwei bis drei Jahre gelagert werden. Am besten lagert man Brennholz im Freien in einer Holzmiete oder unter einem Dach bei gleichzeitig guter Belüftung. Die Luftdurchströmung mit Wind ist eine entscheidende Voraussetzung für das Trocknen.
Heizwert
Da Brennholz überwiegend in Raummeter oder Festmeter verkauft bzw. abgemessen wird, kommt dem Volumen beim Brennholz mehr Bedeutung zu als dem Gewicht. Nadelhölzer haben zwar oft einen höheren Heizwert (bezogen auf das Trockengewicht) als Laubhölzer, aber sind recht leicht und brennen sehr schnell ab.
Bei der Verwendung von trockenem, abgelagertem Holz ersetzt die Energie aus 1 Raummeter Laubholz, mit einem Energieinhalt von 2.100 kWh, ca. 210 l Heizöl oder 200 m3 Erdgas.
Entzündung
Um Brennholz zu entzünden, können kleine trockene Äste als Zunder eingesetzt werden. Brennholz seinerseits kann benutzt werden, um Kohle beispielsweise in Kachelöfen zu entzünden.
Emmision
Das Verfeuern von unbehandeltem Brennholz in privaten Haushalten ist unbedenklich für die Umwelt, weil dabei keine schädliche Stoffe, zum Beispiel Dioxine, in die Luft gelangen.
Holzarten
Verwendung finden verschiedene Hölzer. Ideal ist schweres Laubholz, welches pro Raummeter deutlich mehr Heizwert als Nadelholz hat. Besonders geeignet sind Rotbuche, Hainbuche, Eiche, Esche und Birke. Laubholz brennt normalerweise bedeutend länger als Nadelholz, zudem verbleibt weniger Asche. Die Brenndauer ist wichtig für die Nachhaltigkeit der Wärme. Eine kurze, hohe Wärmeentwicklung ist unerwünscht; bevorzugt wird die dauerhafte gleichmäßíge Wärmeentwicklung.
- Birkenholz wird oft für offene Kamine verwendet, da es im trockenen Zustand kaum Funken verursacht und neben seinem schönen Flammenbild auch für viele Menschen gut riecht. Es ist das einzige Laubholz, das auch in frischem Zustand brennt. Birke hat - bezogen auf das Volumen - ca. 60% des Heizwertes von Buchenholz (bezogen auf das Gewicht ca. 90%).
- Buchenholz (Rotbuche, Hainbuche) gilt als das Kaminholz überhaupt, da es ein schönes Flammenbild und gute Glutentwicklung bei gleichzeitig nahzu keinen Funken(spritzern) gewährleistet; zudem hat es einen sehr hohen Heizwert. Der Brennwert/Heizwert von Buchenholz wird oft als Referenzwert im Vergleich zu anderen Hölzern verwendet. Es ist "universal" einsetzbar, aber leider auch recht teuer.
- Eichenholz wird für Kamine nicht bevorzugt, da es wenig Glut und kein schönes Flammenbild hat. Sein Heizwert ist ähnlich hoch wie der des Buchenholzes, aber es hat eine längere Brenndauer. Deswegen ist es erste Wahl bei allen Öfen (Kachelofen, Kaminofen, Werkstattofen), die tatsächlich der Wärmegewinnung dienen. Die Brenndauer ist nachhaltig über viele Stunden.
- Holzpellets für eine Pelletheizung werden gewöhnlich nicht als Brennholz bezeichnet, obwohl sie rein sachlich ebenfalls darunter fallen.
Aufarbeitung
Brennholz kann am besten als Meterholz aufgearbeitet werden und wird in dieser Form meist von der Forstwirtschaft angeboten. Ist das Meterholz für den Endverbraucher zu groß, wird es mit einer Säge (vorwiegend einer Wippsäge) auf die gewünschte Länge gebracht.
Will man Brennholz von Hand spalten, dann sollte man Baumscheiben von ca. 30 cm Länge - z.B. mit einer Motorsäge - abschneiden und das Holz noch in feuchtem (frisch geschlagenem) Zustand spalten. Hierfür kann man einen Holzspalter oder einen Spalthammer benutzen. Wird das Holz erst trocken, dann ist es sehr viel schwerer spaltbar. Es gibt zwar Hölzer, bei denen es sich genau andersherum verhält, aber diese sind eine Ausnahme und spielen für Brennholz eine untergeordnete Rolle.
Arbeitssicherheit
Bei der Aufarbeitung von Brennholz ist aus Gründen der Arbeitssicherheit auf die Persönliche Schutzausrüstung (PSA-Forst) zu achten. Diese umfasst zum Beispiel Arbeitshandschuhe, Sicherheitsschuhe, Gehörschutz und Schutzbrille. Vor allem bei Arbeiten mit der Kreissäge, aber auch beim Holzspalter oder Spalthammer besteht ein erhöhtes Unfallrisiko.
Weblinks
- [http://www.wald-online-bw.de/3holz/1holzmarkt/brennholz.htm wald-online-bw.de - Holz - der Energieträger vor Ort]
Kategorie:Holz
Kategorie:Biomasse
Kategorie:Brennstoff
ja:薪
Harz (Pflanze)
Harz ist eine von Pflanzen abgesonderte, zähe Flüssigkeit; im süddeutschen Sprachraum wird es als "Pech" bezeichnet. Das Harz dient vornehmlich, aber nicht nur, zum Verschließen von Wunden an der Pflanze. Harze sind eine Mischung verschiedener chemischer Substanzen. Einige Stoffe sind leicht flüchtig und aromatisch. Wenn diese entwichen sind, wird das verbleibende Harz zäher und härter.
Nadelbaumharz ist eine zähe, klebrige und stark riechene Flüssigkeit. Harz von Laubbäumen klebt und riecht kaum, lässt sich nicht schmelzen, sondern verkohlt beim Erhitzen. Getrocknet und zermahlen ist es wasserlöslich. Je nach Wassergehalt ist die Konsistenz gallertartig bis zähflüssig wie Honig. Seine physikalischen Eigenschaften lassen sich am besten mit Gelatine vergleichen. Es gibt praktisch keine Anwendungsmöglichkeiten für Harze von Laubbäumen. Zwar wäre es denkbar es als wasserlösliches Bindemittel zu verwenden, jedoch gibt es viele andere Stoffe mit ähnlichen Eigenschaften die wesentlich billiger zu gewinnen sind.
In Griechenland wird das Harz der Aleppokiefer zum Wein gegeben, was ihm ein besonderes Aroma verleiht. Dieser Wein wird Retsina genannt
Bernstein ist fossiles Harz. Es stammt sehr oft von Kieferngewächsen, bei denen Terpentin ein Bestandteil des Harzes ist.
Die industrielle Gewinnung von Naturharz geschieht in so genannten Pechereien, meist aus Föhren. Heute wird das Naturharz aber weitestgehend durch Kunstharz ersetzt, das als Epoxidharz bezeichnet wird und zu den Kunststoffen zählt. Harze werden u. a. zur Oberflächenveredlung und Oberflächenversiegelung eingesetzt, aber auch zur Formherstellung. Siehe Hierzu auch Resine.
Harz wird auch bei diversen Ballsportarten (besonders Handball) genutzt, um die Ballhandhabung zu verbessern. Die einzige Sportart, bei der der Einsatz dieses "Haftmittels" verboten ist, ist American Football.
Harz ist in Alkohol sehr gut löslich. Bei verschmutzten Textilien sollte man zuerst das Harz grob abkratzen, anschließend ein mit Wasser leicht angefeuchtetes Tuch unter den Stoff legen, den Stoff straff spannen und den Fleck mit einem in 90%-igem Ethanol getränktem Lappen vorsichtig von innen nach außen betupfen. Das Harz sollte sich anschließend in dem angefeuchteten Tuch befinden. Vor der Behandlung empfiehlt es sich aber unbedingt, den zu reinigenden Stoff an einer unauffälligen Stelle mit dem Alkohol betupfen, um die Farbechtheit sicherzustellen.
Siehe auch: Pech, Kolophonium
Weblinks
- http://www.chem.ethz.ch/D-CHEM-Communications/molmix/molmix2/kunst.html
Kategorie:Bernstein
Kategorie:Pflanzenprodukt
ja:樹脂
KolophoniumKolophonium ist ein gelbes bis braunschwarzes Baumharz mit muscheligem Bruch und Glasglanz. Der Name ist von der lydischen Stadt Kolophon abgeleitet, die als antikes Handelszentrum für Kolophonium gilt. In der Neuzeit erfolgte die Einfuhr überwiegend aus Nordamerika. Es ist ein natürliches Harz, das aus dem Balsam von Kiefern, Fichten und Tannen (Koniferen) gewonnen wird. Als Kolophonium werden die festen Bestandteile dieser Baumharze bezeichnet, die nach der Abtrennung der flüchtigen Bestandteile (Terpentin) mittels Destillation zurückbleiben.
Eigenschaften
Kolophonium ist bräunlich-durchsichtig und splittert im kalten Zustand leicht. Hauptbestandteil sind leicht oxydierende Harzsäuren, wie Abietin- und Primarsäuren. Der Schmelzpunkt dieses qualitativ recht unterschiedlichen Naturharzes liegt im Allgemeinen zwischen 80-125°C. Der reine Harzanteil beträgt etwa 70%, die restlichen Inhaltstoffe setzen sich aus ca. 20% Terpentin und 10% Wasser zusammen. Es ist wasserempfindlich und gut löslich in Alkohol.
Verwendung
Verwendung findet es in verschiedenen Bereichen: In der Elektronik als Aktivator und Isolator in Flussmitteln zum Weichlöten, sowohl in der Flussmittelseele im Lötdraht, im Flussmittel zum Wellenlöten und auch in Lötpasten für die SMD-Technik.
Kolophonium wird auch als Bogenharz bezeichnet, da die Rosshaarbögen von Streichinstrumenten damit behandelt werden müssen, um Saitenschwingungen zu erregen. Dabei wird das Harz einfach von einem größeren Klumpen auf das Rosshaar abgerieben.
Kolophonium wird auch als zerriebener Staub auf Radierplatten aufgestäubt und danach kurz erhitzt. So entsteht ein feines Raster von Kolophonium-Kügelchen, mit deren Hilfe im künstlerischen Tiefdruck flächige Einfärbungen möglich sind. Man nennt diese Technik Aquatinta.
Kolophonium wurde in der Oberflächentechnik zusammen mit weiteren Naturharzen wie Mastix, Kopal und Sandarak in Gemischen gebraucht. In der Lackherstellung (Geigenlack) wurde es ersetzt, da das Material zu spröde ist und einen wenig widerstandsfähigen Lackfilm erzeugt.
Kolophonium ist auch als aromatisches Räucherwerk geeignet, es wirkt dabei antiseptisch und durchblutungsfördernd. Dazu sollte aber kein Kolophonium benutzt werden, das für technische Anwendungen wie etwa das Löten produziert wurde, denn dieses kann unerwünschte Zusatzstoffe enthalten.
Eine weitere Anwendung findet Kolophonium in der Herstellung pyrotechnischer Zündlichter. Ähnlich wie mit Schellack kann mit Hilfe von Kolophonium eine formbare Masse hergestellt werden.
Weblinks
- [http://www.geba-online.de/KatalogSucheEinfach.php4?katalog_db=6&quicksearch=1 Kolophoniumliste bei der Gesellschaft der Bassisten in Deutschland (GEBA-online)]
Kategorie:Pflanzenprodukt
Griechenland
Griechenland (griechisch früher Ελλάς, Hellás, heute Ελλάδα, Elláda; amtliche Vollform: Hellenische Republik) liegt in Südost-Europa und grenzt an Albanien, Mazedonien (von Griechenland nicht unter diesem Namen anerkannt, sondern als FYROM bezeichnet), Bulgarien und die Türkei und ist ein Anrainerstaat des Mittelmeers.
Griechenland ist eine parlamentarische Demokratie und hat ein Einkammerparlament mit 300 Abgeordneten, von denen 288 auf vier Jahre gewählt und 12 von den Parteien gestellt werden.
Geographie
parlament
Ungefähr ein Viertel der Fläche Griechenlands entfällt auf etwa 9841 Inseln, von denen 167 bewohnt sind.
Die größten davon sind:
- Kreta (ca. 8.260 km²)
- Euböa (ca. 3.657 km²)
- Lesbos (ca. 1.630 km²)
- Rhodos (ca. 1.400 km²)
- Chios (ca. 840 km²)
- Kephalonia (ca. 780 km²)
- Korfu (ca. 579 km²)
- Samos (ca. 480 km²)
- Náxos (ca. 432 km²)
Siehe auch: Liste griechischer Inseln
Regionen auf dem griechischen Festland:
- Attika
- Epirus
- Makedonien
- Mittelgriechenland
- Peloponnes
- Thessalien
- Thrakien
Die Region Makedonien im Norden Griechenlands ist nicht mit dem selbständigen Staat ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien zu verwechseln.
Siehe auch: Liste der Städte in Griechenland
Verwaltungsgliederung
Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Griechenlands
Griechenland ist in 13 Verwaltungsregionen (griech. περιφέρειες/periphéries, Sg. περιφέρεια/periphéria) gegliedert, die wiederum in 51 Präfekturen (griech. νομοί/nomí, Sg. νομός/nomós) untergliedert sind.
Bevölkerung
Neben den Neugriechen bzw. der griechischsprachigen Mehrheitsbevölkerung existieren noch einige sprachliche Minderheiten. Die wichtigsten Minderheitssprachen sind:
- Albanisch
- Aromunisch (in Zentralgriechenland ca. 100.000 aktive Sprecher der Gruppe der Aromunen oder auch Vlachen, ca. 300.000 passive Sprecher)
- Bulgarisch, gesprochen von ca. 30.000 muslimischen Pomaken
- Slawomazedonisch, gesprochen von slawischsprachigen Bewohnern Nordwestgriechenlands
- Türkisch 150.000 in Thrakien
Türken und Pomaken sind zusammen als muslimische Minderheit anerkannt und genießen einige besondere Rechte, wie Schulunterricht in türkischer Sprache, Verwendung von Schulbüchern aus der Türkei (gem. bilateraler Vereinbarungen), Koranschulen etc. Sie sind über je 3 Abgeordnete von Nea Dimokratia und PASOK im Parlament vertreten.
Religion
Nominell gehören 95% der Bevölkerung der Griechisch-orthodoxen Kirche an, auf dem größten Teil des Festland dem Autokephalen Orthodoxen Erzbistum von Griechenland mit Sitz in Athen, auf den Inseln und dem Ostzipfel des Festlandes um Thessaloniki dem "Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel" mit Sitz in İstanbul. Die Zahl regelmäßiger Kirchenbesucher ist in Griechenland noch deutlich höher als in den meisten anderen Ländern Europas. Die Orthodoxe Kirche übt auch wesentlichen Einfluss auf das Bildungswesen aus und ihre besondere Stellung als Staatskirche ist in der griechischen Verfassung festgelegt; andererseits untersteht sie teilweise dem Staat, zum Beispiel müssen alle Bischöfe vom Parlament bestätigt werden.
Daneben gibt es unter den Bürgern mindestens 150.000 Muslime (größtenteils türkischer Abstammung), etwa 121.000 katholische Christen des griechischen und des lateinischen Ritus, - [http://www.catholic-hierarchy.org/country/scgr1.html] dann etwa 50.000 Zeugen Jehovas, etwa 30.000 protestantische (meist evangelikale) Christen verschiedener Richtungen, und etwa 5.000 Juden.
Die etwa 700.000 Albaner in Griechenland sind meist nominell Muslime, Katholiken oder Orthodoxe, aber die überwiegende Mehrheit praktiziert ihren Glauben nicht.
Siehe auch: Katholische Kirche in Griechenland
Religionsgeschichte
Zur vorchristlichen Religionsgeschichte siehe Griechische Mythologie
Politik
Innenpolitik
Am 7. März 2004 fand in Griechenland ein Regierungswechsel statt. Die konservative Partei Nea Dimokratia (ND) löste die bisher regierende sozialistische Partei PASOK ab. Am 8. März 2004 beauftragte Staatspräsident Konstantinos Stefanopoulos den Spitzenkandidaten der Konservativen Kostas Karamanlis mit der Regierungsbildung. Schon einen Tag später, am 9. März 2004, stellte er seine neue Regierungsmannschaft vor. Zum neuen Außenminister ernannte er den Diplomaten Petros Molyviatis. Dieser gilt als Fachmann für die Zypernfrage. Die Verhandlungen über die Wiedervereinigung der Insel scheiterten jedoch durch die Ablehnung des Annan-Planes durch die griechischen Zyprioten Ende April 2004.
Die neue griechische Regierung hat 19 Minister, darunter zwei Frauen. Karamanlis erklärte zudem die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele im August 2004 zur Chefsache, da sein Regierungsteam in dieser Hinsicht unter großem Zeit- und Handlungsdruck stand. Die mit Hilfe der UNO geführten Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns scheiterten, weshalb am 1. Mai 2004 nur der griechische Teil der Mittelmeerinsel der Europäische Union beitrat.
Die neue Regierung wird nach Presseberichten weiter eine Annäherung mit der Türkei anstreben. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan war einer der ersten Politiker, die Karamanlis zu seinem Sieg gratulierten.
Die beiden größten Parteien Nea Dimokratia und Pasok beherrschen seit 1974 die griechische Politik, daneben spielt auch die kommunistische KKE eine wesentliche Rolle. Die Sitzverteilung im griechischen Parlament, der Vouli ton Ellinon, sieht derzeit wie folgt aus:
Nea Dimokratia - 165
PASOK - 117
KKE - 12
SYN - 6
Siehe auch: Politische_Parteien_in_Griechenland
Innenpolitisch steht Griechenland vor zahlreichen Herausforderungen. Diese liegen im wesentlichen in den Bereichen der Haushaltspolitik und der Konsolidierung des immer noch dramatisch defizitären Staatshaushalts und der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die trotz des konstanten beachtenswerten Wirtschaftswachstums der letzten Jahre immer noch auf hohem Niveau verharrt bei gleichzeitig massiver Teuerung.
Ein weiteres ungelöstes Problem ist der massive Zuzug, vor allem illegaler als in der Landwirtschaft geschätzter billiger Arbeitskräfte, von Ausländern v.a. aus Albanien, Rumänien und Bulgarien. Mit einer gleichzeitig steigenden Kriminalitätsrate v.a. im Bereich der Eigentumsdelikte -in der Vergangenheit eine quantité negligeable- begünstigt dieses Umfeld vermehrt soziale Spannungen und latent fremdenfeindliche Tendenzen in der Bevölkerung.
Außenpolitik
Der außenpolitische Kurs Griechenlands steht oftmals im Gegensatz zu dem seiner Bündnispartner in EU und NATO. Der Ministerpräsident der 90er Jahre Andreas Papandreou galt mit seinen immer wiederkehrenden nationalistischen Eskapaden als Enfant terrible in der EU. Der in der Bevölkerung tief verwurzelte Anti-Amerikanismus und das schwierige Verhältnis Griechenlands zu seinen Nachbarn sowie tiefe Prägungen aus der Geschichte machen Griechenlands Außenpolitik zu einem komplexen Thema.
Insofern sind die schrittweise Aussöhnung und die immer besser werdenden Beziehungen zum ehemaligen Erzfeind Türkei ein revolutionärer Schritt. Griechenland gilt als einer der größten Befürworter eines EU-Beitritts Ankaras.
Auch wenn Griechenlands Position zum Zypern-Konflikt eindeutig ist, so hat die Ablehnung des Annan-Plans das Verhältnis zur Türkei nicht wesentlich belastet.
Das Verhältnis zu Albanien, mit dem der faktische Kriegszustand erst 1987 beendet wurde, kann mittlerweile als ausgeglichen betrachtet werden, die Kontakte zu Sofia und Bukarest sind sehr gut. Mit Bulgarien wurde die Eröffnung 3 neuer Grenzübergänge vereinbart.
Die diplomatischen Beziehungen zum nördlichen Nachbarn Mazedonien befinden sich zwar im Ausbau und der Ausblick ist positiv. Das Verhältnis bleibt jedoch wegen des nach wie vor ungelösten Namensstreits belastet, verstärkt wieder nach Anerkennung der Republik Mazedonien durch die USA im November 2004.
Die Beziehungen zu Serbien sind traditionell exzellent. Serbien gilt immer noch als jahrhundertealter einziger Verbündeter, den man auf dem Balkan hat. Die durchweg pro-serbische Haltung im Jugoslawienkrieg und die dezidiert geschlossen ablehnende Haltung gegen das NATO-Bombardement auf Serbien 1999 belasteten jedoch das gespannte Verhältnis zur NATO, auch wenn Griechenland offiziell seine Bündnistreue betont.
Gesundheitswesen
Im griechischen Gesundheitssystem genießen, ähnlich wie in Großbritannien, alle griechischen und ausländischen Bürger, die in Griechenland tätig sind, einen staatlichen Versicherungsschutz. Der Arzt kann wählen zwischen dem Dienst im öffentlichen Bereich oder einer Privatpraxis; beide Varianten zusammen sind nicht möglich. Die Versorgung kann in zwei Kategorien eingeteilt werden:
Die primäre Versorgung der staatlichen Versicherung, wobei hier ungleiche Verhältnisse bei den ärztlichen Dienstleistungen in Städten, städtischen Randgebieten und ländlichen Bezirken bestehen. In den städtischen Zentren ist die primäre staatliche ärztliche Versorgung deutlich besser als auf dem Land, weil es gut organisierte Ärztehäuser gibt, die von den Versicherten aller Bereiche zwecks ihrer Behandlung aufgesucht werden.
Die sekundäre private Versorgung, wie man sie gewöhnlich in Privatpraxen sowie den Hauptstädten der Regierungsbezirke und in den Städten der größeren Inseln findet. Die von zahlreichen Touristen in Anspruch genommene ärztliche Versorgung der Inseln wird hauptsächlich von einzelnen, frei praktizierenden Ärzten, von privaten Gesundheitszentren mit meist sehr guter Facharztausstattung, sowie von Landärzten wahrgenommen.
Die staatliche Versorgung ist nicht ganz auf mitteleuropäischem Stand (v.a. spezielle OP-Verfahren betreffend), während die Privatversorgung mitteleuropäischen Standard hat. Teilweise ist sogar in Notfällen kein Vorzeigen des persönlichen Krankenheftes notwendig, wenn der Patient nicht stationär behandelt wird.
Dies gilt für alle Personen, die sich in Griechenland aufhalten.
Kultur und Gesellschaft
Griechische Philosophie
Artikel: Philosophie der Antike
Griechische Kunst
Hauptartikel: Kunstgeschichte Griechenlands
Griechische Küche
Hauptartikel: Griechische Küche
Griechische Literatur
Hauptartikel: Griechische Literatur
Griechische Musik
Hauptartikel: Griechische Musik
Griechischer Wein
Hauptartikel: Weinbau in Griechenland
Sport
- Fußball ( Fußball in Griechenland )
- Basketball ( Griechischer Basketball )
- Volleyball
- Wasserball
- Gewichtheben
- Handball
- Marathonlauf (dieser geht der Legende nach auf den Läufer Pheidippides zurück, der die Nachricht vom Sieg der Griechen über die Perser nach Athen brachte)
Adel
Laut Artikel 4 Absatz 7 der griechischen Verfassung werden "griechischen Staatsbürgern (...) Adelstitel oder Rangbezeichnungen weder verliehen noch anerkannt."
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Griechenlands, siehe auch: Liste der Herrscher von Griechenland.
Das antike Griechenland samt den kleinasiatischen Städten wird als Wiege Europas bezeichnet, insbesondere aufgrund der griechischen Philosophie (siehe: Platon, Aristoteles). Nachdem Rom Griechenland im Jahre 146 v. Chr. zur römischen Provinz machte, wurde es nach der Reichsteilung 395 Bestandteil des oströmischen bzw. byzantinischen Reiches bis zu dessen Untergang.
Zu Details siehe: Antikes Griechenland und Byzantinisches Reich
Byzantinisches Reich
Seit 1453 Teil des Osmanischen Reichs kam es ab 1821 zum großen Volksaufstand. Als einer der wichtigsten geistigen Wegbereiter dieses Volksaufstands gilt Rigas Velestinlis (1757-1798). Durch das Londoner Protokoll vom 3. Februar 1830, vom Osmanischen Reich am 24. April anerkannt, wurde Griechenland zum selbständigen Staat erklärt. Somit war Ioannis Kapodistrias bis zu seiner Ermordung das erste Staatsoberhaupt. Im Jahr 1832 wurde dann Prinz Otto von Bayern als Otto I. Griechenlands erster (neuzeitlicher) König. Allerdings umfasste dieser Staat nur den kleineren Teil des heutigen Staatsgebiets. Thessalien wurde 1881, Kreta 1908 erworben. Die meisten Inseln sowie der Norden Epirus und Nordosten Makedonien des heutigen Staates (mit Thessaloniki) kamen erst durch die beiden Balkankriege 1912-1913 an Griechenland, als das geschwächte Osmanische Reich sich dort nicht mehr gegenüber den mit Serbien und zeitweise Bulgarien verbündeten Griechen behaupten konnte.
Nach dem Ersten Weltkrieg versuchte das mit der Entente verbündete Griechenland mit Billigung der Siegermächte (Völkerbundsmandat) die türkische Niederlage zu nutzen, um außer dem von Bulgarien gewonnen Westthrakien auch Osthrakien und das damals mehrheitlich von Griechen bewohnte Gebiet von Smyrna (heute İzmir) unter seine Kontrolle zu bringen. Ziel war die Umsetzung der Megali Idea (Großen Idee), welche vom damaligen Ministerpräsidenten Eleftherios Venizelos mit dem Ausdruck "Griechenland der zwei Kontinente und fünf Meere" als außenpolitisches Ziel konkretisiert wurde. Doch 1922 endete der Griechisch-Türkische Krieg mit einer verheerenden griechischen Niederlage in der Kleinasiatischen Katastrophe. Im Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein radikaler Bevölkerungsaustausch vereinbart: Alle noch in großen Teilen der Türkei verstreut lebenden Griechen (mit Ausnahme der Istanbuler Griechen und einiger Inselgriechen) wurden nach Griechenland vertrieben (etwa 1,5 Mio.), im Gegenzug mussten an die 500.000 meist türkische Muslime Griechenland verlassen, mit Ausnahme der Muslime in Thrakien. Die Flüchtlingsquote in Griechenland nach diesem Krieg betrug ca. 25 %, wesentlich mehr als etwa in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.
Im Zweiten Weltkrieg lehnte Griechenland unter dem Diktator General Metaxas ein italienisches Ultimatum zur Kapitulation ab. (Der Tag der Ablehnung, der 28. Oktober 1940 wird heute als Nationalfeiertag, der sogenannte "Nein-Tag", begangen, da Metaxas ein Telegramm lediglich mit dem Wort Όχι, also Nein, an Italien gesendet haben soll.) Daraufhin wurde Griechenland von Italien angegriffen, konnte aber die italienischen Truppen schlagen und bis weit hinter die albanische Grenze zurückdrängen. Erst durch das militärische Eingreifen der deutschen Wehrmacht im April-Mai 1941 über Jugoslawien und Bulgarien wurde der griechische Widerstand gebrochen. Italien, Deutschland und Bulgarien errichteten ein hartes Besatzungsregime. Gegen die bald erstarkende Partisanenbewegung griffen die Besatzungsmächte mehrfach kriegsverbrecherisch auf brutale Weise durch: In verschiedenen Orten, unter anderem in Kalavrita und Distomo, wurde als "Vergeltung" für Partisanenüberfälle die jeweilige Dorfbevölkerung von der Wehrmacht oder "Sondereinheiten" ermordet. Die Frage nach einer Entschädigung von deutscher Seite für diese Aktionen ist bis heute immer wieder Gegenstand politischer Diskussion. Der bewaffnete Widerstand ging hauptsächlich von der kommunistisch beeinflussten Volksbefreiungsarmee ELAS aus. Gleichzeitig gab es aber auch rivalisierende royalistische Partisanen, die durch Großbritannien unterstützt wurden. Nach militärischer Intervention Großbritanniens am 5. Dezember 1944 wurde die ELAS entsprechend dem Abkommen von V | | |