Alexander AljechinAlexander Aljechin (ursprünglich russisch Александр Александрович Алeхин, Alexander Alexandrowitsch Alechin, in Frankreich und englischsprachigen Staaten mit der französischen Transkription Alekhine (Ale-Chin); - 20. Oktober/1. November 1892 in Moskau, Russland; † 24. März 1946 in Estoril, Portugal) war ein russischer Schachspieler und der 4. Schachweltmeister.
Aljechin war der erste Schachweltmeister, der nach dem Verlust seines Titels ihn in einem erneuten Wettkampf zurückerobern konnte und der bislang einzige, der ihn bis zu seinem Tod behielt. Er war ein ausgezeichneter Blindschach-Spieler und hielt zeitweise den Rekord im Blind-Simultan-Schach. Eine nach ihm benannte Schacheröffnung ist die Aljechin-Verteidigung.
Leben
Aljechin-Verteidigung
Jugend in Russland
Aljechin wurde 1892 als Sohn eines russischen Adeligen im Dienstgrad eines Gardeoffiziers geboren. In seiner Jugend besuchte er das Gymnasium in Moskau. Mit Schach kam er frühzeitig in Berührung: zunächst spielte er gegen seinen Vater und gegen seinen älteren Bruder Alexei, der ebenfalls ein guter Schachspieler werden sollte. Aljechin begann bald darauf mit Fernschach und trat dem bedeutendsten Moskauer Schachzirkel bei, der Moskauer Schachgesellschaft.
Seinen ersten Turniersieg, beim Herbstturnier der Schachgesellschaft 1908, verbuchte er im Alter von 16 Jahren. Das Vermögen seines Vaters gestatte es ihm, sein Talent schon in frühen Jahren zur Entfaltung zu bringen: bereits als 15-Jähriger (damals in einem ungewöhnlich jungen Alter) nahm er 1908 an einem internationalen Turnier in Düsseldorf teil, wo er den vierten und fünften Platz teilte. Am gleichen Ort, kurz nach dem Turnier, spielte er einen Wettkampf gegen den deutschen Meister Curt von Bardeleben, den er vernichtend mit 4,5-0,5 schlug. Die Schachwelt horchte auf: Aljechin versprach viel für die Zukunft.
1909 erwarb er den Meistertitel, als er die All-Russische Meisterschaft in St. Petersburg gewann. Freilich gab es in Russland weiterhin Spieler, von denen Aljechin noch manches lernen konnte: im gleichen Jahr unterlag er in Moskau dem Schachmeister Nenarokow in einem Wettkampf mit 0-3. Alle gespielten Partien gingen für den Jungmeister verloren.
1912 nahm Aljechin seinen Wohnsitz in St. Petersburg, wo er bis 1914 Rechtswissenschaften studierte. Gleichzeitig beteiligte er sich intensiv am Schachleben in der Hauptstadt. Er wurde Mitglied der St. Petersburger Schachgesellschaft und nahm an so gut wie allen Veranstaltungen der Schachspieler in dieser Stadt teil.
Durch seinen – mit Aaron Nimzowitsch geteilten – Sieg beim All-Russischen Meisterturnier zur Jahreswende 1913/1914 berechtigte er sich zur Teilnahme am bedeutendsten bis dato ausgerichteten internationalen Meisterturnier in Russland. Am großen Turnier von St. Petersburg 1914 nahmen neben dem amtierenden Weltmeister Emanuel Lasker und dem genialen José Raúl Capablanca, der 1921 sein Nachfolger auf dem Weltmeisterthron wurde, die besten bekannten Spieler der Welt teil. Sensationell wurde Aljechin Dritter, nur die Vorerwähnten spielten besser. Der russische Zar Nikolaus II., der durch eine ungewöhnlich hohe finanzielle Zuwendung das große Turnier ermöglichte, verlieh den Spielern auf den fünf ersten Rängen den (inoffiziellen) Titel eines Schachgroßmeisters.
Erster Weltkrieg und Oktoberrevolution
Aljechin führte im August 1914 die Tabelle des Meisterturniers von Mannheim an, als der Erste Weltkrieg ausbrach. Sofort wurde das Turnier abgebrochen und alle Teilnehmer aus den Feindesstaaten, darunter alle russischen Teilnehmer, wurden interniert. Aljechin, wie auch Efim Bogoljubow und andere, wurden in Triberg arrestiert.
Im September 1914 kam Aljechin frei und begab sich über die Schweiz in die Heimat, wo er sich für das Rote Kreuz engagierte. Er heiratete die russische Künstlerin Anna von Sewergin, mit der er bereits seit 1913 eine uneheliche Tochter hatte.
Die Phase des Ersten Weltkrieges im Leben Aljechins ist die turbulenteste: sicher ist bloß, dass er nicht zum Schachspielen kam. Im August 1916 nahm er als Rot-Kreuz-Helfer an der galizischen Offensive der russischen Armee teil. Er erhielt zwei St.-Georgs-Medaillen und den St.-Stanislaw-Orden für seine Tapferkeit bei der Bergung Verwundeter. Schließlich wurde er aber selbst verwundet und erlitt so schwere Quetschungen, dass er mehrere Monate in einem Lazarett in Ternopil zubringen musste.
1919 wurde er in Odessa verhaftet und unter Spionageverdacht für die Weißgardisten zum Tode verurteilt. Ein Gerücht behauptet, Trotzki hätte ihn im Gefängnis besucht und mit ihm Schach gespielt, wonach man ihn entließ. Sicher ist bloß, dass man ihn als populären Schachmeister erkannte und bald darauf freiließ. Aljechin, der neben seiner Muttersprache fließend Deutsch, Französisch und Englisch sprach und gelernter Jurist war, kehrte nach Moskau zurück und nahm eine Stelle als Untersuchungsrichter bei der Hauptverwaltung der Miliz an. Er war von Mai 1920 bis zu seiner Emigration im Februar 1921 dort tätig.
Im November 1920 begann Aljechin eine zusätzliche Tätigkeit als Dolmetscher für die Komintern. Er lernte bei dieser Gelegenheit Annaliese Rüegg, eine Funktionärin der Schweizerischen Sozialdemokratischen Partei kennen, die seine zweite Ehefrau wurde und mit der er später einen Sohn hatte: Alexander Aljechin jr ( - 1922).
1920 gewann er die erste Landesmeisterschaft des noch sehr jungen Sowjetstaates. Schach hatte zu Anfang der 1920er Jahre noch nicht diesen Stellenwert, den es in der UdSSR ab den 1930er Jahren einnehmen sollte. Für Aljechin, einen enteigneten Adeligen, der nun zu einer ungewohnten, nämlich materiell entbehrungsreichen Lebensweise gezwungen wurde, taten sich zunächst auch keine schachlichen Perspektiven auf. Er ging den Weg vieler anderer Russen, die für sich keine Zukunft im Lenin-Staat sahen: im Frühjahr 1921 emigrierte er in den Westen.
In der Emigration
Lenin
Wie für die meisten Emigranten aus Russland (vgl. etwa Wladimir Nabokow) war die erste Station in der (westlichen) Fremde Berlin, wo die Emigranten auch ihre eigene Emigrantenliteratur, Cafés u. Ä. betrieben. Doch Aljechin blieb nur kurz in der deutschen Hauptstadt und zog bald nach Paris. Wie so viele andere seiner Landsleute sollte er die Heimat nicht mehr wiedersehen.
Schach wurde nun für Aljechin sein einziger Lebensinhalt. Der Großmeister stellte sich zum Ziele, Weltmeister zu werden. Im Jahre seiner Emigration entriss der Kubaner José Raúl Capablanca dem deutschen Weltmeister Emanuel Lasker den Titel. Für Aljechin standen nun sechs arbeitsreiche Jahre bevor. Aljechin zeigte sich sehr erfolgreich in den internationalen Turnieren, die er bestritt. Sein Salär konnte er stets sowohl mit Simultanvorstellungen wie mit dem Blindspiel aufbessern.
Mitte der 20er Jahre zerbrach Aljechins zweite Ehe. Doch er lernte Nadeschda Semjonowna Wassiljewna kennen, Witwe eines emigrierten russischen Generals, die seine dritte Gattin wurde. Sie begleitete ab da Aljechin bis zu ihrer Scheidung Mitte der 30er Jahre zu allen Turnieren.
1925 will Aljechin der Juristischen Fakultät der Universität Sorbonne in Paris eine Doktorarbeit mit dem Titel „Das Gefängniswesen in China“ vorgelegt haben. Die Wiener Schachzeitung verkündete 1926, Aljechin habe sich „den Doktorhut geholt“. Intensive Versuche von Schachhistorikern, diese Arbeit im Archiv der Universität ausfindig zu machen, scheiterten. Auch gibt es dort sonst keinen Hinweis auf eine Verleihung des Doktorgrades an Aljechin. Trotzdem versah Aljechin ab da seinen Namenszug mit einem „Dr.“
Die Verhandlungen mit Capablanca über einen Weltmeisterschaftskampf erwiesen sich als schwierig. Doch 1927 kam es in Buenos Aires dann schließlich zu einem Zweikampf der beiden, die von der Schachwelt als die beiden besten Spieler der Welt angesehen wurden. Capablanca, der als geradezu unbesiegbar galt, wurde als haushoher Favorit gehandelt, doch Aljechin verblüffte alle Experten und erwies sich als bedeutend besser vorbereitet. Sowohl eröffnungstheoretisch als auch psychologisch. Das Endergebnis nach 34 Partien war 6-3, bei 25 Remis, für Aljechin (gemäß Wettkampfreglement zählten Remis nicht, man spielte auf 6 Siege).
Aljechin, der neue Schachweltmeister, versprach Capablanca in seiner Rede auf dem Abschlussbankett der Veranstaltung einen Revanchewettkampf, doch dieser kam niemals zustande. Aljechin mied seinen Vorgänger sogar auf den Turnieren, die er spielte. Die beiden sollten sich erstmals wieder beim Turnier von Nottingham 1936 am Brett gegenübersitzen.
Stattdessen verteidigte Aljechin seinen Titel gegen (vermeintlich) schwächere Gegner. 1929 und 1934 spielte er mit dem damaligen FIDE-Weltmeister Efim Bogoljubow um den Titel. Für Aljechin kam es nicht in Frage, der neu gegründeten FIDE seinen Titel abzutreten. Bogoljubow spielte 1928 und 1929 zwei offizielle FIDE-Weltmeisterschaften gegen Max Euwe, die er beide gewann. Nachdem Aljechin Bogoljubow zwei Mal, 1929 (mit 15,5-9,5) und 1934 (15,5-10,5), vernichtend schlug, hat die FIDE keinen Versuch mehr unternommen, offiziell Weltmeistertitel zu vergeben. Erst nachdem Aljechin verstorben war, Ende der 1940er Jahre, gelang es dieser Organisation, genügend Legitimität aufzubringen um den „offiziellen“ Titel vergeben zu dürfen.
1934 heiratete Aljechin das vierte Mal. Seine Ehefrau wurde eine vermögende US-Amerikanerin, Grace Wishaar, die über einen Landsitz in Frankreich verfügte. Sie stand von allen Frauen Aljechins dem Schach am nächsten, spielte selbst Fernschach und nahm an Blitzturnieren teil, wenn sie Aljechin zu seinen Turnieren begleitete.
Aljechins drei letzte Frauen waren bedeutend älter als er, zwischen 12 und 16 Jahren. Der US-amerikanische Großmeister und Psychoanalytiker Reuben Fine machte sich in seinem Buch The Psychology of the Chess Player (1956) (dt. „Die Psychologie des Schachspielers“, 1982) darüber Gedanken aus psychoanalytischer Sicht (Ödipus-Komplex).
Ödipus-Komplex
Aljechin, dem viele Weggenossen schweren Alkoholismus nachsagten, verlor seinen Titel – sehr unerwartet – 1935 an den Niederländer Max Euwe (knapp mit 14,5-15,5). Euwe, „berauscht von seinem Sieg“ (Hans Kmoch), ließ sich allerdings auf einen Revanchewettkampf ein und wurde von Aljechin 1937 vernichtend geschlagen (mit 15,5-9,5). Allerdings, Max Euwe war fair und war zu einem Revanchekampf gegen das Schachgenie Aljechin bereit und hatte dann gegen Aljechin, der sein Alkoholproblem beseitigte und auf Milch umstellte, keine Chance mehr. Diese nicht selbverständliche Bereitschaft Max Euwes, seinen Titel auch gegen den besten seiner Gegner zu verteidigen, festigten seinen Ruf als untadeligen Sportler. Aljechin selber verteidigte seinen Titel nie gegen den besten seiner Gegner, gegen Capablanca.
In den 1930er Jahren tauchte eine ganze Reihe hervorragender junger Schachmeister auf, die Aljechin den Titel streitig zu machen drohte. Neben Salo Flohr, Reuben Fine und Paul Keres war dies vor allem der Russe Michail Botwinnik.
Aljechin, der das Schachleben in seiner alten Heimat Russland sehr aufmerksam verfolgte, war durchaus interessiert an einem Weltmeisterschaftskampf mit diesem hervorragendsten Spross der jungen sowjetischen Schachschule. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges machte die bereits fortgeschrittenen Vorbereitungen zu einem Zweikampf dieser beiden Russen zunichte.
Der Zweite Weltkrieg und die Kollaboration mit den Nazis
Aljechin, zwei Jahrzehnte lang französischer Staatsbürger, zeigte bereits bei Kriegsausbruch, während der Schacholympiade in Buenos Aires 1939, wo er Frankreich vertrat, seine anti-deutsche Haltung. Sobald er nach Europa zurückgekehrt war, betätigte er sich als Übersetzer in der französischen Résistance. Doch änderte er seine Ansichten grundlegend, nachdem Deutschland die UdSSR 1941 angegriffen hatte.
Er wurde plötzlich für die Propaganda der Faschisten anfällig und zeigte sich, um weiterhin Schach als Beruf ausüben zu können, bereit, für die Nazis, die gegen die Bolschewiken vorgingen, seinen Beitrag hinzuzusteuern.
Aljechin, der amtierende Schachweltmeister, wurde im faschistischen Nazi-Deutschland mit allen gebührenden Ehren willkommen geheißen. Er war bereit, um seinen geliebten Schachberuf ausüben zu können, Turniere in Nazi-Deutschland zu spielen und seinen Namen in den Dienst der Nazi-Propagandamaschine zu stellen. Er spielte zwei Turniere im besetzten Polen, dem sogenannten Generalgouvernement, aber auch sonst viele Turniere im Dritten Reich und in anderen besetzten Gebieten, z. B. in Prag. Er wurde besonders vom schachbegeisterten hochgestellten Nazi Hans Frank, dem Generalgouverneur des besetzten Polen, gefördert.
1941 erschienen unter Aljechins Namen antisemitische Artikel in einer französischen (Pariser Zeitung) und in einer niederländischen (Deutsche Zeitung) Zeitung, danach nochmals in der Deutschen Schachzeitung. Aljechin glaubte offenbar, seinem neuen Arbeitgeber durch dieses Zuvorkommen einen guten Dienst zu erweisen. Diese Artikel, die wohl weniger durch die Rassenideologie der deutschen Faschisten inspiriert waren, als vielmehr durch Aljechins konventionellen russisch-christlichen Judenhass (Aljechin bestand zeitlebens darauf, dass sein Name Al-JE-chin, nach dem russischen Namen 'Alytscha' [russ. Алыча] für die Kirschpflaume, die in den Gärten der Aljechins wuchs, ausgesprochen wurde, aber nicht Al-JO-chin, nach dem Namen Alexej/Aljoscha, weil die letztere Aussprache nach seiner Auffassung eine jüdische Entstellung darstelle), und in denen er den äußerst plumpen Versuch unternahm, eine Überlegenheit der arischen Schachspieler über die jüdischen nachzuweisen, diskreditierten ihn in der Schachwelt vollends.
Aljechin wird nachgesagt, er hätte sowohl dem polnisch-jüdischen Schachmeister Dawid Przepiórka als auch dem niederländisch-jüdischen Meister Salo Landau seine Hilfe abgeschlagen, und diese seien daraufhin in Konzentrationslagern ermordet worden. Dies ist ein unbewiesenes Gerücht, aber es sollte Aljechins generelle Haltung gegenüber den verfolgten jüdischen Schachmeistern zur Nazizeit darlegen.
Tod in Portugal
Aljechin, der seinen Glauben an den Sieg der Nazis und Faschisten nach dem Vormarsch der Sowjettruppen verlor, sah sich nach einem neuen Wohnsitz um. Prag, die Stadt, die er seit 1942 bewohnte, war ihm durch die anrückenden Sowjets zu verwundbar geworden, und er suchte Kontakte zum faschistischen Franco-Spanien, das ihn gastfreundlich willkommen hieß.
Aljechin erlebte das Kriegsende im äußersten Westen Südeuropas. Er hatte auf das falsche Pferd gesetzt. Die Faschisten Europas unterlagen den Bolschewiken, und Aljechin sah sich konfrontiert mit Angriffen auf seine faschistisch-ideologische Teilnahme am Nazi-Feldzug.
Aljechin erklärte, er hätte bloß das getan, was Schachprofis zu Kriegszeiten stets getan hätten, nämlich seinem geliebten Beruf gefrönt. Er behauptete, nach Protesten gegen Turniereinladungen an ihn, die schwerwiegenden antijüdischen Artikel nicht selbst geschrieben zu haben, sondern gezwungen worden zu sein, seinen Namen dafür herzugeben. All dies ist umstritten. Es ist nicht hundertprozentig sicher, dass Aljechin diese Artikel schrieb, aber es spricht sehr viel dafür, dass er es tat. Zum Beispiel eine veröffentlichte Äußerung aus den 40er Jahren von ihm selbst (vgl. zu diesem Thema besonders: Ralf Woelk: Schach unterm Hakenkreuz. Promos-Verlag, Pfullingen 1996. ISBN 3-88502-017-3. Seiten 101–107 sowie die Artikel Chess Notes Nr. 3605, 3606, 3617 [http://www.chesshistory.com/winter/winter06.html] von Edward Winter).
Aljechin, der nach Kriegsende wieder Kontakte mit dem sowjetischen Schachverband aufnahm und in London einen Weltmeisterschaftskampf mit Michail Botwinnik plante, sprach immer mehr dem Alkohol zu. Er starb 1946 in einem portugiesischen Hotel. Er erstickte an seinem Abendessen. Die Gerüchte von seinem Selbstmord oder gar seiner Ermordung durch die Résistance treffen nicht zu (vgl. Pablo Morán: „A. Alekhine, agony of a chess genius“. McFarland, Jefferson, NC 1989. ISBN 0-89950-440-X. Seiten 277–280 sowie den Artikel [http://www.worldchessnetwork.com/English/chessNews/evans/040119.php „Alekhines last meal“] von Larry Evans).
Seine sterblichen Überreste wurden in Paris, auf dem berühmten Cimetière du Montparnasse, beigesetzt. Die FIDE errichtete einen wertvollen Ehrengrabstein.
Fernschach
Von 1902 bis 1910 nahm Aljechin an mehreren Fernturnieren der Zeitschrift Schachmatnoje Obosrenije teil. Beim 6.,7. und 9.Turnier dieser zeitschrift spielte er zusammen mit seinem Bruder Alexei. Beim 16. Turnier von 1905 bis 1906 spielte er selbständig unter dem Namen "T. Aljechin", um nicht mit seinem Bruder verwechselt zu werden. "T" steht für den Spitznamen "Tischa", wie er zu Hause gelegentlich genannt wurde. Mit 11 von 14 Punkten gewann Aljechin dieses Turnier.
In der Folge spielte Aljechin 1906/07 noch im 1.Fernturnier des Fürsten Schachowski und danach im 17. Turnier von Schachmatnoje Obosrenije.
Partien
- Bogoljubow – Aljechin, Hastings 1922
- Réti – Aljechin, Baden-Baden 1925
Erfolge
- Schachweltmeister von 1927 bis 1935.
- Schachweltmeister von 1937 bis 1946.
- Weltrekord im Blind-Simultan-Schach.
- Er nahm an 87 Turnieren teil, von denen er 62 gewann.
- Aljechin spielte 1264 Turnier- und Wettkampfpartien, davon gewann er 735. Partien, 127 verlor er und 402 gingen Remis aus.
- Aljechins höchste Historische Elo-Zahl: 2860 (im Mai 1931)
- beim Schachturnier in Dresden 1926 erhielten Aljechin und Nimzowitsch für ihre Partie als Schönheitspreis 5.000 Zigaretten.
Liste der Turnier- und Wettkampfergebnisse
Mount Aljechin
In Queensland gibt es den 500 Fuss hohen Berg Mount Aljechin. Er ist etwa 50 Meilen von Townsville entfernt. Diesen Namen gab ihm der irische Goldgräber Patrick Joseph Finnerty († 1936).
Werke
- Das Turnier zu Hastings 1922, 1922
- Das Großmeisterturnier New York 1924, 1924
- Meine besten Partien 1908-1923, 1926
- Auf dem Wege zur Weltmeisterschaft 1923-1927, 1928
- Das New Yorker Schachturnier 1927, 1927
- Internationales und 37. Schweizerisches Schachturnier in Zürich 1934, 1934
- Das internationale Schachturnier Nottingham 1936, 1936
- 200 Schachpartien, 1937
Literatur
- Jan Kalendovský, Vlastimil Fiala: Complete Games of Alekhine. Moravian Chess, Olomouc
- Vol.1: 1892 - 1921. 1992, ISBN 80-85476-11-8
- Vol.2: 1921 -1924. 1996, ISBN 80-7189-059-6
- Alexander Alexandrowitsch Kotow: Das Schacherbe Aljechins. 2 Bände. Sportverlag, Berlin 1957–1961
- Isaak Linder, Wladimir Linder: Das Schachgenie Aljechin. Sportverlag Berlin, 1992, ISBN 3-328-00495-5
- Pablo Morán: Agonía de un genio. (Alekhine). Ricardo Aguilera, Madrid 1972 (spanisch, Werk über die 3 letzten Lebensjahre Aljechins)
- Hans Müller, A. Pawelczak: Schachgenie Aljechin. 2. Auflage. Engelhardt-Verlag, Berlin 1962
- Egon Varnusz, Árpád Földeák: Aljechin, der Größte!. Reinhardt Becker Verlag/Schachverlag Manfred Mädler, Velten/Berlin 1994, ISBN 3-925691-10-3
- Robert Hübner: Der Wettkampf Capablanca - Aljechin, Buenos Aires 1927, Zeitschrift Schach 1998, Heft 5 Seite 5 - 22, Heft 6 Seite 52 - 71, Heft 8 Seite 55 - 69
Weblinks
-
- http://www.schachecke.de/weltmeister/weltmeister2/aljechin/aljechin.html
- [http://www.karlonline.org/kol18.htm Brillantes Schach und menschliche Schwächen: Alexander Aljechin]
- [http://www.chesscafe.com/text/skittles203.pdf Interview der BBC mit Aljechin - Text und Audiomitschnitt]
- [http://www.chesscafe.com/text/kmoch05.txt Hans Kmoch über Aljechin (engl.)]
- [http://www.wtharvey.com/alek.html 80 entscheidende Positionen von seinen Spielen (engl.)]
Aljechin, Alexander
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Kategorie:Übersetzung (Literatur)
Aljechin, Alexander
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Russische Sprache
Die russische Sprache (früher auch Großrussisch genannt) ist die slawische Sprache mit den meisten Sprechern. Sie bildet zusammen mit dem Ukrainischen (früher auch als Kleinrussisch bezeichnet), dem Weißrussischen und dem Russinischen die Gruppe der ostslawischen Sprachen. Die russische Standardsprache beruht auf den mittelrussischen Mundarten der Gegend um Moskau.
Russisch wird von etwa 180 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen etwa 130 Millionen in Russland leben. Es ist Amtssprache in Russland, Weißrussland (zusammen mit Weißrussisch), Kasachstan (zusammen mit Kasachisch) und der zur Ukraine gehörenden Autonomen Republik Krim (zusammen mit Ukrainisch). In diesen und weiteren Staaten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion ist es sowohl Muttersprache eines Teiles der Bevölkerung als auch Sprache eines großen Teiles des öffentlichen Lebens. Die russische Sprache ist ebenso eine verbreitete Sprache für Wissenschaft, Kunst und Technik. Zählt man die Zweitsprachler hinzu, kommt man auf etwa 300 Millionen Sprecher.
Alphabet
Russisch wird mit dem russischen Alphabet geschrieben (rus.: русский алфавит od. русская азбука), das dem kyrillischen Alphabet (rus.: кириллический алфавит od. кириллица) entstammt.
Seit der letzten Rechtschreibreform im Jahre 1918 besteht das russische Alphabet aus 33 Buchstaben. Davon dienen 10 Buchstaben zur Wiedergabe der Vokale, und zwar: а, е, ё, и, о, у, ы, э, ю und я. Die übrigen 22 Buchstaben werden zur Wiedergabe von Konsonanten verwendet, wobei die Buchstaben ъ und ь nicht zur Nachbildung bestimmter, eingenständiger Laute, sondern als Indikatoren für die Härte oder Weichheit vorangehender Konsonanten dienen [mehr dazu siehe unter: Russische Phonetik].
Siehe auch: Russische Rechtschreibreform von 1918
Aussprache
Die Aussprache der russischen Sprache bezeichnet die Phonetik und die Phonologie der russischen Standardsprache. Im weiteren Sinne kann darunter auch die Aussprache in verschiedenen Varietäten (Dialekten und Mundarten) der russischen Sprache verstanden werden.
Tonalität
Russisch ist eine nicht-tonale Sprache, d.h. die Tonhöhe der Vokale hat keinen Einfluss auf die Bedeutung eines Wortes. Auch wie im Deutschen wird im Russischen innerhalb oder am Ende eines Satzes unterschiedliche Stimmhöhe benutzt, um z.B. einen Aussagesatz von einem Frage- oder Ausrufesatz kenntlich zu machen. Die Stimmhebung oder -senkung dient hier aber dazu, um die Bedeutung eines Satzes zu ändern oder dessen bestimmte Teile klanglich hervorzuheben. In tonalen Sprachen hingegen ändert der Ton die Bedeutung einzelner Wörter.
Wortbetonung
Die Betonung eines Wortes (der Wortakzent) hat im Russischen eine wichtige und häufig eine sinnunterscheidende Bedeutung. Falsch betonte Wörter können zu Verständnisschwierigkeiten führen, insbesondere dann, wenn sie aus dem sprachlichen Kontext isoliert oder einzeln ausgesprochen werden. In der sprachwissenschaftlichen Literatur wird die russische Wortbetonung u.a. als frei und beweglich bezeichnet. So werden z.B. durch die Verlagerung der Betonung innerhalb einiger russischen Wörter ihre unterschiedlichen Flexionsformen gebildet.
Für eine ausführliche Darstellung siehe: Wortbetonung in der russischen Sprache
Phonetik
Die phonetische Struktur der modernen russischen Standardsprache zählt 42 bedeutungsunterscheidende Einzellaute (Phoneme), die sich wiederum in 6 Vokal- und 36 Konsonantenlaute aufteilen lassen. Das umfangreiche Phoneminventar des Russischen erklärt sich durch eine für slawische Sprachen typische Besonderheit der Aussprache, und zwar werden die meisten russischen Konsonanten sowohl hart als auch weich (palatalisiert) ausgesprochen. Hierbei handelt es sich aber nicht um so genannte Phone, sondern um einzelne Phoneme, denn jede dieser Aussprachevarianten ist bedeutungsunterscheidend. Einige russische Dialekte haben einen spezifischen Phonembestand, in dem einige Konsonanten vorwiegend hart bzw. palatalisiert oder etwas anders (z.B. guttural) ausgesprochen werden.
Die Aussprache russischer Vokale und Konsonanten variiert in Abhängigkeit davon, welche Position sie in einem Wort einnehmen. Dabei unterscheidet man bei Vokalen zwischen einer betonten und einer unbetonten Position. So wird beispielsweise das "o" als [o] in betonter und als [a] oder [ə] in unbetonter Position ausgesprochen. Die Aussprache vieler russischen Konsonanten wird wiederum durch andere, ihm nachfolgende Konsonanten bestimmt. So werden u.a. alle stimmhaften Konsonanten nicht nur am Wortende stimmlos ausgesprochen, sondern auch dann, wenn sie einem anderen stimmlosen Konsonanten vorangehen.
Im Unterschied zum Deutschen ist die Länge der Vokale im Russischen weder bedeutungsunterscheidend (wie z.B. in Stiel – still) noch für die richtige Aussprache eines Wortes ausschlaggebend. Die betonten Vokale werden in der Regel halblang ausgesprochen. Die unbetonten Vokale sind dagegen kurz und unterscheiden sich häufig von den entsprechenden betonten Vokalen auch qualitativ. Im Russischen gibt es keine Diphthonge. Sowohl Doppelvokale als auch zwei unterschiedliche, aufeinander folgende Vokale werden stets als einzelne Laute ausgesprochen (wie z.B. in Kooperation, aktuell, Museum, geimpft).
Für eine ausführliche Darstellung der russischen Phonetik siehe: Russische Phonetik
Grammatik
Wie die meisten slawischen Sprachen ist auch das Russische stark flektierend. In einer flektierenden Sprache ändert sich die Gestalt eines Wortes innerhalb diverser grammatischen Kategorien, und zwar einerseits durch Hinzufügung von Affixen (schwache od. äußere Flexion) oder durch Veränderung des Wortstammes (starke od. innere Flexion). Für das Russische sind die beiden Flexionsarten charakteristisch. Im Falle der starken Flexion verändert sich der Stamm vieler russischen Wörter bei deren Beugung (Deklination, Konjugation, Komparation), und zwar durch Ablaut (z.B.: мыть - мою, жевать - жуёт), Konsonantenverschiebung (z.B.: возить - вожу) oder Hinzufügung bzw. Wegfall der Stammvokale (z.B.: брать - беру, один - одна). Dabei können die Attribute der schwachen und der starken Flexion jeweils einzeln oder in Kombination miteinander auftreten (z.B.: жечь - жёг - жгу).
Wortarten und deren grammatische Kategorien:
Auch wie im Deutschen werden im Russischen Substantive, Adjektive und Pronomen nach Kasus, Genus und Numerus gebeugt und Adverbien nur gesteigert. Russische Verben werden hingegen nicht nur nach Tempus und Numerus, sondern in der Vergangenheitsform auch nach Genus gebeugt. Anders als im Deutschen werden im Russischen auch Eigennamen (Personen-, Städte-, Ländernamen u.ä.) und Zahlwörter gebeugt. Außerdem kennt das Russische weder bestimmte noch unbestimmte Artikel. Für die Anzeige von Kasus, Genus und Numerus treten stattdessen zahlreiche Suffixe auf. Bei einer kleinen Gruppe russischer Wörter können grammatische Kategorien durch Verlagerung der Wortbetonung von einer auf die andere Silbe gebildet werden (mehr dazu siehe unter: Wortbetonung in der russischen Sprache). Weitere Wortarten im Russischen sind Präpositionen, Konjunktionen, Fragewörter, Interjektionen, Frage- und Modalpartikeln sowie die Verbpartikel «бы». In einem Satz bleiben sie immer ungebeugt.
Substantive:
Das Russische kennt drei grammatische Geschlechter und sechs grammatische Fälle (Kasus). Bei der Deklination wird innerhalb der grammatischen Geschlechter weiterhin nach belebten (d.h. Lebewesen) und unbelebten (d.h. Sachen) Substantiven unterschieden.
Verben:
Eine Besonderheit der meisten russischen Verben besteht darin, dass sie zwei unterschiedliche Formen haben, um eine Handlung im Zeitgeschehen als vollendet oder unvollendet zu spezifizieren. In der sprachwissenschaftlichen Literatur wird diese verbale Kategorie als Aspekt bezeichnet (mehr dazu siehe unter: Der Aspekt in der russischen Sprache).
Tempus:
Im Unterschied zum Deutschen gibt es in der russischen Standardsprache nur eine Vergangenheitsform, die häufig als Präteritum bezeichnet wird. Diese Bezeichnung beschreibt aber lediglich die Art und Weise, wie die Vergangenheitsform russischer Verben gebildet wird. Diese erfolgt ausschließlich durch Änderung der Gestalt eines Verbs, wie etwa durch Anhängen spezifischer Suffixe, und nicht durch zusätzliche Nutzung von Hilfsverben, wie etwa von Verben „haben“ oder „sein“ im Deutschen.
Syntax (Satzbildung):
Da das Russische stark flektierend ist, sind die gebeugten Formen vieler russischen Wörter oft einzigartig und entsprechen jeweils nur einer bestimmten grammatischen Kategorie. Deshalb ist die Verknüpfung einzelner Satzglieder im Russischen nicht so streng wie im Deutschen geregelt. So muss das Subjekt nicht notwendigerweise unmittelbar vor oder nach dem Prädikat gesetzt werden, ein Aussagesazt kann mit dem Prädikat anfangen oder enden. Innerhalb kurzer Sätze oder einzelner, geschlossener Satzteile kann die Wortfolge oft stark dennoch nicht willkürlich variieren, ohne dabei die Satzsemantik zu verändern. Insbesondere in der Poesie wird dieses besondere Merkmal der russischen Syntax häufig verwendet, indem Sätze zuweilen durch eine unübliche Umstellung der Wörter gebildet werden und somit die Reimfindung erleichtern.
Einige Unterschiede zwischen den Satzbildungsregeln im Deutschen und im Russischen können durch folgende Beispiele veranschaulicht werden:
- Im deutschen Satz „Maria fragt Jan.“ wird die Satzsemantik durch die Reihenfolge [Subjekt] → [Prädikat] → [Akkusativobjekt] bestimmt. Die Substantive, in diesem Fall die Eigennamen „Maria“ und „Jan“, weisen keine grammatischen Merkmale auf, die sie als Subjekt bzw. Akkusativobjekt erkennen lassen. Deshalb, sobald man die beiden Substantive miteinander vertauscht, ändert sich die Bedeutung des Satzes im Deutschen: „Jan fragt Maria.“. Im Russischen lassen sich die beiden Substantive durch ihre Flexionsformen eindeutig als Subjekt bzw. Akkusativobjekt erkennen. Die Bedeutung des Satzes „Мария спрашивает Яна.“ („Maria fragt Jan.“) wird im Russischen also nicht durch die Reihenfolge der Satzglieder, sondern durch deren Flexionsformen bestimmt. Deshalb ändert sich die Satzsemantik durch die Umstellung der Satzglieder nicht. Im russischen Satz wird es immer Maria sein, die Jan fragt und nicht umgekehrt: „Мария спрашивает Яна.“ oder „Мария Яна спрашивает.“ oder „Яна Мария спрашивает.“ oder „Яна спрашивает Мария.“. Will man im Russischen sagen, dass Jan Maria fragt, muss man die Flexionsformen der beiden Substantive ändern: „Ян спрашивает Марию.“.
- Im deutschen Satz „Ich liebe dich.“ muss das Prädikat immer an der zweiten Stelle stehen. Im Russischen Satz kann es entweder an der zweiten oder an der letzten Stelle sein: „Я люблю тебя.“ bzw. „Я тебя люблю.“. Wird das Prädikat an die erste Stelle im Satz gesetzt, so leitet es im Russischen nicht eine Frage ein, sondern hebt lediglich die Handlung hervor und weist in diesem Fall auf die Gefühlsstärke des Sprechenden: „Люблю я тебя.“ („Ich liebe dich so sehr.“).
Für eine ausführliche Darstellung der russischen Grammatik siehe: Russische Grammatik
Dialekte
Man unterscheidet im europäischen Teil Russlands drei sprachlich unterschiedliche Gebiete: Nord-, Mittel- und Südrussland. Die Gebiete unterteilen sich ferner in einzelne Dialekte.
Nordrussisch
Nord-östlich einer Linie vom Ladogasee über Nowgorod und Jaroslawl bis Joschkar-Ola. Diese Mundart kennzeichnet sich durch ein klar ausgesprochens unbetontes "o" (оканье - Okanje), ein gutturales "g" und ein hartes "t".
- Mundartengruppe von Ladoga und Tichwin
- Mundartengruppe von Kostroma
- Mundartengruppe von Wologda
- Mundartengruppe von Onega
- Mundarten von Beloozersk
Mittelrussisch
Die Nördliche Grenze verläuft von Sankt-Petersburg über Nowgorod und Iwanowo bis Nischni Nowgorod und Tscheboksary, die südliche von Welikije Luki über Moskau bis Pensa. Dieses Gebiet zeigt sowohl nördliche als auch südliche Sprachzüge. Im Westen ist das unbetonte "o" ein "o", im Osten ein "a" (аканье - Akanje).
- Westmittelrussisch von Pskow
- Westmittelrussisch von Nowgorod
- Ostmittelrussisch von Moskau und Umgebung
- Ostmittelrussisch von Jegorewsk und Umgebung
- Ostmittelrussisch von Temnikow und Umgebung
- Ostmittelrussisch vom Wolga-Wladimir Gebiet
Südrussisch
Im Bereich südlich von Welikije Luki über Rjasan bis Tambow. Hier spricht man das unbetonte "o" als "a", ein frikatives "g" und ein weiches "t".
- Mundart von Rjasan
- Mundartengruppe vom Dnjepr
- Mundart von Oskol
Mischsprachen
Es gab und gibt einige natürlich entstandene Mischsprachen mit dem Russischen. Bekannteste Vertreter sind die Mischungen mit den nah verwandten Ukrainisch (Surschyk) und Weißrussisch (Trasjanka).
Innerhalb der Sowjetunion vermischte es sich einst auch mit den isolierten Sprachen sibirischer und asiatischer Völker Russlands. An dessen Arktis-Grenzen zu Norwegen wurde vor 100 Jahren noch eifrig Russenorsk gesprochen. Im Fernen Osten wiederum brachte der Kontakt mit Chinesen Kjachta-Russisch hervor. Nationalismus hat auch diese Mischsprachen heute vernichtet. Allein das durch den sowjetischen Einfluss auf Kuba entstandene Rusinol lebt. In Deutschland entsteht zur Zeit unter den russischen Einwanderern eine deutsch-russische Mischsprache.
Lehnwörter
Das Russische hat sich eine ganze Reihe von Wörtern aus dem Deutschen entlehnt (siehe: Liste deutscher Wörter im Russischen). Darüber hinaus sind auch einige russische Wörter in die deutsche Sprache eingegangen (siehe: DDR-Sprache).
- Datsche - дача
- Perestroika - перестройка
- Pogrom - погром
- Sputnik - спутник
- Steppe - степь
- Subbotnik - субботник
- Troika - тройка
- Wodka - водка
- Zobel - соболь
Weitere verwandte Aktikel
- Russische Rechtschreibreform von 1918
- Wortbetonung in der russischen Sprache
- Russische Phonetik
- Russische Grammatik
- Russische Literatur
- Deutschrussisch
- Russischer Mat
Weblinks
- http://www.russian-online.net – Russisch lernen und verstehen – kostenloser Online-Sprachkurs und Sprachführer, für Einsteiger
- http://learning-russian.gramota.ru – Online-Sprachkurs, für Fortgeschrittene
- [http://www.rambler.ru/dict/scripts/go.cgi?btnG=%CD%E0%E9%F2%E8%21&query=&where=deru&start=0&count=15 http://www.rambler.ru/dict/] – Deutsch-Russisches Wörterbuch
- [http://www.dict.russian-german.net http://www.dict.russian-german.net] – freies Deutsch-Russisches Wörterbuch mit Lern-Modus
- [http://www.sz.euv-frankfurt-o.de/Homepages/Lektorate/Russisch/LRLinksOnlineWB.html Liste von Online-Wörterbüchern und Nachschlagewerken]
- [http://www.russlandjournal.de RusslandJournal.de] - Alphabet, Grammatik, viele praktische Sprachübungen und Tests der russischen Sprachlernsoftware und -bücher
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Russische Sprache
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1. NovemberDer 1. November ist der 305. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 306. in Schaltjahren) - somit bleiben 60 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 996 - Erste urkundliche Erwähnung von "Ostarrichi" - älteste Form des Namen Österreichs - in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Otto III. an den Freisinger Bischof.
Otto III.
- 1248 - Wilhelm von Holland wird in Aachen gekrönt.
- 1368 - Elisabeth von Pommern wird zur Kaiserin gekrönt.
- 1512 - In der Sixtinischen Kapelle in Rom werden die Deckenfresken von Michelangelo enthüllt.
- 1800 - US-Präsident John Adams bezieht seinen neuen Amtssitz, das spätere Weiße Haus.
- 1809 - Andreas Hofer unterliegt mit 8.500 Tirolern am Bergisel bei Innsbruck gegen 20.000 mit den Franzosen verbündete Bayern.
- 1849 – Das Königreich Bayern gibt mit dem Schwarzen Einser die erste deutsche Briefmarke heraus.
- 1874 - Auf dem Wiener Zentralfriedhof finden erstmals Bestattungen statt.
- 1914 - Das deutsche Ostasiengeschwader siegt im Seegefecht bei Coronel über ein britisches Geschwader.
- 1945 - Australien wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 1946 - Gründung des Landes Niedersachsen durch Verordnung Nr. 55 der britischen Militärregierung.
- 1949 – Die erste Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erscheint.
- 1954 – Die algerische Befreiungsfront (FLN) beginnt den Algerienkrieg.
- 1956 - Ungarn erklärt seinen Austritt aus dem Warschauer Pakt
- 1961 - In Deutschland wird mit den vierstelligen Postleitzahlen zum ersten Mal weltweit ein vollständiges Postleitzahlensystem eingeführt.
- 1962 - Die Mongolei wird Mitglied in der UNESCO.
- 1963 - In Südvietnam findet ein Militärputsch statt, der Präsident Ngo Dinh Diem, seinen Bruder Nhu Dinh und weitere Personen das Leben kostet.
- 1970 - Indienststellung des ersten Rettungshubschraubers Christoph 1.
- 1974 - Guinea-Bissau wird Mitglied in der UNESCO.
- 1981 - Antigua und Barbuda erhält seine Unabhängigkeit
- 1981 - Am Flughafen Frankfurt räumt die Polizei das Hüttenlager der Gegner der "Startbahn West"
- 1986 - In Afghanistan verliert Babrak Karmal auch das Amt des Präsidenten des Revolutionsrates und damit seine Funktion als Staatsoberhaupt.
- 1987 - Afghanistan: Die Loja Dschirga verabschiedet die Verfassung der "Republik Afghanistan" und wählt Generalsekretär Mohammed Nadschibullah zum Staatspräsidenten.
- 1993 - Der Vertrag von Maastricht tritt in Kraft
- 1995 - Kamerun wird in das Commonwealth aufgenommen.
- 2000 - Serbien und Montenegro wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 2002 - Branco Crvenkovski wird Ministerpräsident in Mazedonien
- - (bis 15. November. Volkszählung in Mazedonien
Wirtschaft
Wissenschaft, Technik
- 1770 - Das Berg- und hüttenmännisches Lehrinstitut (Vorgänger der Technischen Universität) wird in Berlin gegründet.
- 1895 - in Berlin im Variete Wintergarten findet durch die Gebrüder Max und Emil Skladanowsky erstmals auf der Welt eine kinematographische Vorführung statt.
- 1952 - US-amerikanische Kernphysiker zünden auf dem Eniwetok-Atoll im pazifischen Ozean die erste Wasserstoffbombe.
Kultur
- 1838 - Uraufführung der komischen Oper "Der Schöffe von Paris" von Heinrich Dorn in Riga.
Religion
- 610 - das Pantheon in Rom wird von Bonifatius IV. in eine Kirche umgewandelt und der Königin der Märtyrer geweiht - die vor den Toren Roms in den Katakomben befindlichen Märtyrergräber wurden den anstürmenden germanischen Stämmen preisgegeben. Die Erinnerung an die Weihe des Pantheons wird später zum Allerheiligenfest und bewahrt das antike Baudenkmal vor dem Verfall.
Katastrophen
- 1755 - Lissabon (Portugal) wird durch ein Erdbeben und einen drauf folgenden Tsunami zu zwei Dritteln zerstört. Dabei kommen etwa 60.000 Menschen allein in Lissabon ums Leben.
- 1949 - Ein Kampfflugzeug P-38 stößt über dem Flughafen von Washington D.C. mit einer DC-4 zusammen. 55 Menschen kommen ums Leben.
- 1955 - Denver, Colorado: Eine Douglas DC-6B explodiert in der Luft, nachdem ein Passagier eine Bombe gezündet hatte. 44 Menschen finden dabei den Tod.
- 1959 - Rio de Janeiro: Eine Lockheed Constellation der deutschen Lufthansa, auf einem planmäßigen Flug aus Hamburg kommend, stürzt beim Landeanflug wegen schlechter Sicht und heftigem Regen kurz vor der Küste ins Meer. 36 Menschen sterben, 3 können gerettet werden.
- 1961 - Eine Douglas DC-7C der brasilianischen Fluggesellschaft Panair do Brasil stürzt beim Landeanflug auf Recife, Brasilien ab. Alle 45 Personen werden dabei getötet.
- 1986 - Großbrand beim Chemiekonzern Sandoz in Schweizerhalle bei Basel, Löschwasser verseucht den Rhein.
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
Geboren
- 1339 - Rudolf IV. (Österreich), Herzog (und selbst ernannter Erzherzog) von Österreich 1358-1365
- 1452 - Hilger de Burgis, Weihbischof in Köln und Lüttich
- 1596 - Pietro da Cortona, bedeutender Baumeister und Maler des programmatischen, römischen Hochbarocks
- 1607 - Georg Philipp Harsdörffer, deutscher Dichter des Barock
- 1625 - Oliver Plunkett, Erzbischof von Armagh und Primas von Irland
- 1633 - Gerhard Wolter Molanus, Bedeutender Privatgelehrter, Büchersammler und evangelischer Abt des Klosters Loccum
- 1636 - Nicolas Boileau, französischer Schriftsteller
- 1661 - Ludwig von Frankreich, französischer Thronfolger, Sohn Ludwigs XIV.
- 1704 - Paul Daniel Longolius, lexikalischer Hauptredakteur
- 1707 - Giuseppe Bonito, italienischer Maler
- 1755 - Johann Theodor Roscher, deutscher Hütteninspektor
- 1757 - Antonio Canova, italienischer Bildhauer und einer der Hauptvertreter des italienischen Klassizismus
- 1757 - Johann Georg Rapp, württembergischer Separatistenführer
- 1761 - Angelo Anelli, italienischer Librettist und Schriftsteller
- 1771 - Johann Stephan Schütze, Schriftsteller und gehörte zum Goethekreis
- 1778 - Gustav IV. Adolf, König von Schweden von 1792 bis 1809
- 1781 - Karl Joseph Stieler, deutscher Maler
- 1808 - John Taylor, 3. Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
- 1816 - Friedrich Wilhelm Hackländer, deutscher Schriftsteller
- 1825 - Friedrich Haase, deutscher Schauspieler, Regisseur und Theaterdirektor
- 1832 - Richard B. Hubbard, 17. Gouverneur von Texas
- 1841 - Minna Cauer, deutsche Pädagogin und Frauenrechtlerin
- 1848 - Jules Bastien-Lepage, französischer Maler
- 1849 - William Merritt Chase, US-amerikanischer Maler
- 1855 - Guido Adler, österreichischer Musikwissenschaftler
- 1858 - Ludwig von Struve, Astronom
- 1865 - Sámuel Teleki, österreichisch-ungarischer Politiker, Entdecker und Forschungsreisender
- 1871 - Stephen Crane, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1872 - Friedrich Funder, Herausgeber der Wiener Tageszeitung Reichspost
- 1877 - Else Ury, deutsche Schriftstellerin und Kinderbuchautorin
- 1878 - Carlos Saavedra Lamas, argentinischer Politiker
- 1878 - Paul Beckers, deutscher Komiker
- 1879 - Oskar Barnack, deutscher Feinmechaniker
- 1879 - Pál Teleki, ungarischer Wissenschafter und Politiker
- 1880 - Alfred Wegener, deutscher Meteorologe und Geowissenschaftler
- 1885 - Anton Flettner, deutscher Schiffs- und Flugzeugingenieur
- 1885 - Pierre Dupong, luxemburgischer Politiker
- 1886 - Hermann Broch, österreichischer Autor
- 1887 - Max Trapp, deutscher Komponist
- 1889 - Hannah Höch, Collagekünstlerin des Dadaismus
- 1889 - Philip John Noel-Baker, britischer Politiker und Nobelpreisträger
- 1892 - Alexander Alexandrowitsch Aljechin, russischer Schachspieler und der 4. Schachweltmeister
- 1893 - Andreas Paul Weber, deutscher Lithograph, Zeichner und Maler
- 1902 - Eugen Jochum, deutscher Dirigent
- 1903 - Jean Tardieu, französischer Dichter und Dramatiker
- 1905 - Aldo Fabrizi, italienischer Filmschauspieler und Regisseur
- 1909 - Bruno Bjelinski, kroatischer Komponist
- 1911 - Hermann Bondi, britischer Mathematiker und Kosmologe
- 1920 - Hansjörg Martin, deutscher Schriftsteller
- 1921 - Harald Quandt, deutscher Industrieller
- 1921 - Ilse Aichinger, österreichische Schriftstellerin
- 1923 - Egon von Neindorff, Hippologe
- 1923 - Helmut Moritz, österreichischer Geodät
- 1923 - Victoria de los Angeles, spanische Opernsängerin
- 1925 - Fritz Laband, deutscher Fußballspieler
- 1927 - Marcel Ophüls, deutscher Regisseur (Sohn von Max Ophüls)
- 1928 - Dieter Borkowski, deutscher Schriftsteller, Journalist und Historiker
- 1932 - Edgar Reitz, deutscher Regisseur
- 1932 - Francis Arinze, nigerianischer Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1933 - Helmut Moritz, österreichischer Geodät
- 1934 - Klaus Richtzenhain, deutscher Leichtathlet
- 1934 - Umberto Agnelli, italienischer Industrieller
- 1935 - Edward Said, palästinänsischer Literaturtheoretiker und Kritiker
- 1937 - Jürgen Echternach, deutscher Politiker
- 1937 - Witta Pohl, deutsche Schauspielerin
- 1937 - Bill Anderson, US-amerikanischer Country-Sänger und Songwriter
- 1938 - Josef Riegler, österreichischer Politiker
- 1939 - Aras Ören, Schauspieler, Journalist und Schriftsteller
- 1941 - Uffe Ellemann-Jensen, dänischer Politiker
- 1942 - Larry Flynt, US-amerikanischer Verleger
- 1943 - Reinhild Hoffmann, deutsche Choreografin
- 1943 - Salvatore Adamo, belgischer Musiker, Liedermacher und Schlagersänger
- 1944 - Gabriele Geißler, deutsche Tischtennisspielerin
- 1944 - Mike Bernie, britischer Musiker
- 1945 - Ric Grech, britischer Musiker
- 1946 - Dennis Muren, Visual-Effects-Supervisor bei den Star-Wars-Filmen
- 1946 - Robert Yeazel, US-amerikanischer Musiker
- 1948 - Calvin Russell, US-amerikanischer Musiker, Vertreter des Roots Rock
- 1948 - Eddy Stibbe, niederländischer Vielseitigkeitsreiter
- 1948 - Nicholas Thomas Wright, anglikanischer Bischof von Durham
- 1948 - Werner Holz, deutscher Maler
- 1949 - Bernhard Cullmann, deutscher Fußballspieler
- 1949 - Rainer Hunold, deutscher Schauspieler
- 1950 - Barbara Fairchild, US-amerikanische Country-Sängerin
- 1950 - Dan Peek, US-amerikanischer Musiker (America)
- 1950 - Robert B. Laughlin, US-amerikanischer Physiker
- 1954 - Chris Morris, britischer Musiker
- 1956 - Ralf Isau, deutscher Schriftsteller
- 1962 - Magne Furuholmen, norwegischer Musiker (A-ha)
- 1962 - Ulf Timmermann, deutscher Leichtathlet
- 1963 - Katja Riemann, deutsche Filmschauspielerin
- 1964 - Otto Konrad, österreichischer Fußballspieler
- 1965 - Sandra Redmann, deutsche Politikerin (SPD)
- 1966 - Barbara Becker, deutsche Schmuck- und Modedesignerin
- 1968 - André Nendza, deutscher Musiker
- 1971 - Oliver W. Sakowitz, deutscher Arzt
- 1972 - Mario Barth, deutscher Comedian
- 1973 - Aishwarya Rai, indische Schauspielerin
- 1974 - Emma George, australische Stabhochspringerin
- 1978 - Cosmo Klein, deutscher Sänger und Songwriter
- 1988 - Ai Fukuhara, japanische Tischtennisspielerin
Gestorben
- 987 - Harald Blauzahn, König von Dänemark
- 1148 - Malachias, Erzbischof von Armagh
- 1635 - Johann Bernhard Gottsleben, evangelischer Geistlicher in Frohnhausen und Dillenburg
- 1700 - Karl II., König von Spanien
- 1795 - Johann Ulrich Schellenberg, Schweizer Maler und Kupferstecher
- 1832 - Julius von Voß, deutscher Schriftsteller
- 1846 - Franz Anton Ries, deutscher Violinist in der Bonner kurfürstlichen Kapelle
- 1849 - Peter Alois Gratz, katholischer Bibelwissenschaftler
- 1870 - Frederick Chamier, englischer Schriftsteller
- 1877 - Friedrich Graf von Wrangel, preußischer Offizier
- 1888 - Nikolai Michailowitsch Prschewalski, russischer Asienforscher
- 1894 - Alexander III., russischer Zar
- 1903 - Theodor Mommsen, deutscher Historiker
- 1907 - Alfred Jarry, französischer Schriftsteller
- 1914 - Christopher Cradock, britischer Admiral
- 1956 - Pietro Badoglio, italienischer Politiker und Regierungschef
- 1963 - Ngo Dinh Diem, Diktator Südvietnams (hingerichtet)
- 1968 - Georgios Papandreou, Ministerpräsident von Griechenland
- 1971 - Gertrud von Le Fort, deutsche Schriftstellerin
- 1972 - Ezra Pound, US-amerikanischer Lyriker
- 1977 - Franco Albini, italienischer Architekt
- 1979 - Mamie Eisenhower, ehemalige First Lady der USA
- 1982 - James Broderick, US-amerikanischer Schauspieler
- 1982 - King Vidor, US-amerikanischer Regisseur
- 1983 - Anthony van Hoboken, Musikwissenschaftler und Musiksammler
- 1989 - Hoimar von Ditfurth, deutscher Arzt, Journalist, TV-Moderator und Schriftsteller
- 1994 - Joey Stefano, war einer der bekanntesten Porno-Darsteller
- 1995 - Lex Hixon, US-amerikanischer Poet, Philosoph und spiritueller Lehrer
- 2002 - Käte Jaenicke, deutsche Schauspielerin (Mutter von Anja Jaenicke)
- 2003 - Heinz Zahrnt, deutscher Theologe und Publizist
- 2004 - James Hanson, britischer Unternehmer
- 2004 - Klaus-Günter Pods, Richter am Bundesarbeitsgericht
- 2004 - Marco Augusto Quiroa, guatemaltekischer Maler und Schriftsteller
Feiertage und Gedenktage
- Nationalfeiertag in Algerien (Tag der Revolution von 1954)
- Nationalfeiertag in Antigua und Barbuda (Unabhängigkeitstag von 1981)
- Welt-Vegan-Tag
- Allerheiligen
Siehe auch
- 31. Oktober - 2. November
- 1. Oktober - 1. Dezember
- November - Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
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simple:November 1
th:1 พฤศจิกายน
Moskau
Moskau (russisch Москва ) ist die Hauptstadt Russlands und mit 10.381.288 Einwohnern in der eigentlichen Stadt und 14.435.176 in der Agglomeration (Stand jeweils 1. Januar 2005) die größte Stadt Europas. Sie ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes mit Lomonossow-Universität, Hochschulen und Fachschulen sowie zahlreichen Kirchen, Theatern, Museen, Galerien und dem 577 Meter hohen Fernsehturm.
Der Kreml und der Rote Platz im Zentrum Moskaus stehen seit 1990 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Mit neun Kopfbahnhöfen, vier internationalen Flughäfen und drei Binnenhäfen ist die Stadt wichtigster Verkehrsknoten und größte Industriestadt Russlands.
Geografie
Geografische Lage
Weltkulturerbe
Moskau befindet sich im europäischen Teil Russlands, 55,75 Grad nördlicher Breite und 37,62 Grad östlicher Länge. Die Stadt liegt im Durchschnitt 156 Meter über dem Meeresspiegel im Hügelland zwischen Oka und Wolga und an den zum Teil steilen Ufern der Moskwa, einem Nebenfluss der Oka, die wiederum in die Wolga mündet.
Die Moskwa durchquert das Stadtgebiet in Mäandern von Nordwest nach Südost auf einer Länge von circa 80 Kilometern. Innerhalb Moskaus beträgt die Breite des Flusses 120 bis 200 Meter. Ungefähr 120 kleine Flüsse strömen der Moskwa zu. Mit Ausnahme von 14 wurden sie alle in unterirdische Rohrsysteme verlegt. Der 1937 fertiggestellte 128 Kilometer lange Moskau-Wolga-Kanal, der im Westen der Stadt in Richtung Norden abzweigt, sorgt für die schiffbare Verbindung des Flusses zum Iwankowoer Stausee beziehungsweise zur Wolga.
Die Stadtgrenzen bildet, mit wenigen Ausnahmen, der 1962 angelegte, 109 Kilometer lange Autobahnring. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 1.097,12 Quadratkilometern. Die Grünflächen machen etwa ein Drittel des Stadtgebietes aus. Dazu gehören circa 100 Parks und über 800 gepflegte Anlagen, bereichert durch ungefähr 500 Teiche.
Um die Stadt zieht sich eine 30 bis 40 Kilometer lange Waldparkzone mit zahlreichen Erholungs- und Vergnügungseinrichtungen. Die Fläche des Waldparkgürtels beträgt 1.725 Quadratkilometer.
Stadtgliederung
1962
Moskau ist die Hauptstadt des Föderationskreises Zentralrussland und der Oblast Moskau, welche den Großraum Moskau ohne die Stadt selbst umfasst. Innerhalb des Föderationskreises Zentralrussland ist Moskau eine eigenständige Verwaltungseinheit.
Die Oblast Moskau ist in 39 Rajons (Kreise) unterteilt. Die Stadt selbst gliedert sich in zehn Bezirke und 125 Ortsteile. Die Stadtbezirke von Moskau sind:
1. Selenograd 2. Norden (Sewerny) 3. Nordosten (Sewerowostotschny)
4. Nordwesten (Sewerosapadny) 5. Zentrum (Zentralny) 6. Osten (Wostotschny) 7. Süden (Juschny) 8. Südosten (Jugowostotschny) 9. Südwesten (Jugosapadny)
Jeder der zehn Stadtbezirke hat einen Präfekten, der dem Moskauer Bürgermeister direkt unterstellt ist. Die Präfekten werden vom Bürgermeister ernannt. Jeder der Stadtbezirke hat ein eigenes Parlament, das aus elf gewählten Abgeordneten besteht.
Klima
Moskau befindet sich in der kontinentalen Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 5 Grad Celsius, das Jahresmittel des Niederschlages liegt bei 688 Millimetern. Der meiste Niederschlag fällt im Juli (92 mm im Monatsmittel), der wenigste im März (34 mm).
Im Winter beträgt die Temperatur in Moskau meist -12 bis -15 Grad Celsius, manchmal werden aber auch Temperaturen unter -20 Grad Celsius gemessen. Recht oft herrscht Tauwetter. Die Winde sind mäßig, die Luft ist trocken. Der Windchill-Faktor ist deshalb relativ niedrig, d.h. die gefühlte Temperatur ist in der Regel höher als die tatsächliche. Stärkere Fröste sind also verhältnismäßig leicht zu ertragen.
Windchill
Das Moskauer Temperaturmittel beträgt im Dezember -6,1, im Januar -9,3 und im Februar -7,7 Grad Celsius. Der Sommer in der Hauptstadt ist in der Regel warm und sonnig, mitunter aber auch sehr heiß — Temperaturen von über 35 Grad Celsius sind keine Seltenheit. Die langjährige Durchschnittstemperatur beträgt im Juni 16,6, im Juli 18,1 und im August 16,4 Grad Celsius.
Im Frühling beträgt die Durchschnittstemperatur im März -2,2, im April 5,8 und im Mai 12,9 Grad Celsius. Im Herbst liegt die Durchschnittstemperatur im September bei 10,9, im Oktober bei 5 und im November bei -1,1 Grad Celsius.
Die Schneeschmelze in der Stadt beginnt nach Berechnungen Moskauer Phänologen um den 16. März, der Eisbruch auf der Moskwa um den 12. April. Mit den ersten Gewittern ist um den 2. Mai zu rechnen, mit den ersten Nachtfrösten um den 14. September, und dem ersten Schneefall um den 28. Oktober. Die Moskwa friert um den 18. November wieder zu. Eine feste Schneedecke bildet sich um den 23. November.
In Moskau sind die Klimaverhältnisse in der Innenstadt, den Vororten und erst recht in der Umgebung unterschiedlich. In der Innenstadt ist es trockener und wärmer. In den Vororten ist die durchschnittliche Temperatur um 2-3 Grad Celsius niedriger als im Stadtzentrum.
Geschichte
Ursprung
Moskwa
Moskwa
Jahrhundertelang hat Moskau eine hervorragende Rolle im Leben des ganzen Landes gespielt. „Jeder russische Mensch fühlt, wenn er auf Moskau blickt, daß es seine Mutter ist“, sagte der Schriftsteller Lew Tolstoi. Seit neun Jahrhunderten breitet sich Moskau zu beiden Seiten des Moskwa-Flusses aus. In zahlreichen Legenden, Liedern und Sagen besingt das russische Volk die Schönheit und Größe seiner Hauptstadt.
Eine der Sagen kündet davon, daß der Fürst Juri Dolgoruki (1090-1157) eine hölzerne Stadt zu errichten befahl, und daß diese Stadt nach dem Fluß benannt wurde, an dessen Ufern sie emporwuchs. Die erste schriftliche Erwähnung Moskaus stammt aus dem Jahre 1147, das darum als das Gründungsjahr Moskaus gilt. Doch schon lange davor gab es an der Stelle, wo heute Moskau steht, menschliche Niederlassungen. Archäologische Ausgrabungen bezeugen, daß die ältesten von ihnen vor etwa 5.000 Jahren entstanden waren.
Seit seiner Entstehung ist Moskau mit dem Schicksal des russischen Volkes untrennbar verbunden. Nicht von ungefähr nannten die Ausländer früherer Zeiten den russischen Staat „Moskowia“ und seine Einwohner „Moskowiter“.
1156 entstand eine erste, noch hölzerne Wehranlage des Kreml, in deren Schutz sich der Marktflecken allmählich zu einer beachtlichen Ansiedlung entwickelte. Im Jahre 1238 ist die Stadt von den Mongolen erobert und niedergebrannt worden. 1263 wurde Moskau zum Fürstentum erhoben. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts — die Stadt zählte mittlerweile 30.000 Einwohner — erkannte der tatarische Großkhan den Moskauer Großfürsten als (ihm allerdings tributpflichtiges) Oberhaupt von Rußland an.
Der Sieg über die Tataren in der Schlacht von Kulikowo am 8. September 1380, angeführt durch den Großfürsten Dmitri Donskoi, befreite zwar nicht von der Hegemonie der Goldenen Horde (1382 wurde Moskau sogar abermals niedergebrannt und geplündert), doch die Stadt festigte dadurch ihr politisches und militärisches Ansehen erheblich und gewann mithin beständig an wirtschaftlicher Macht. 1480 konnte sie die Tatarenherrschaft abschütteln und wurde zur Hauptstadt des russischen Reiches.
Der seit 1462 regierende Großfürst von Moskau Iwan III., der Große (1440-1505), heiratete 1472 die byzantinische Prinzessin Sofia (Zoe) Palaiologos, eine Nichte des letzten oströmischen Kaisers Konstantin XI. Palaiologos, und übernahm von dort die autokratische Staatsidee und ihre Symbole: den Doppeladler und das Hofzeremoniell. Seither gilt Moskau als „drittes Rom“ und Hort der Orthodoxie.
Moskau wird Großstadt
Orthodoxie
In den beiden letzten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts begann der Ausbau des Kreml, in dessen Umkreis sich nun in großer Zahl Handwerker und Kaufleute niederließen. Die Einwohnerzahl stieg bald darauf auf mehr als 100.000, so dass um 1600 eine Ringmauer um Moskau und eine Erdverschanzung hinzukamen, die die blühende Stadt fortan nach außen abschirmten. 1591 war sie ein letztes mal von den Tataren heimgesucht worden, 1605 bis 1612 befand sie sich in der Hand der polnischen und weißrussischen Schlachta (Adel).
Während die ersten Tuch- Papier- und Ziegelmanufakturen, Glasfabriken und Pulvermühlen entstanden, kulminierten die sozialen Gegensätze des Großreiches: 1667 erhoben sich die Bauern im Wolga- und Dongebiet gegen die wachsende Unterdrückung, ihr Führer, Stepan Rasin, wurde 1671 auf dem Roten Platz in Moskau hingerichtet. Im Jahre 1687 ist die erste Hochschule Russlands, die „Slawisch-Griechische Akademie“ eröffnet worden, 1703 erschien die erste gedruckte russische Zeitung „Wedomosti“. Im Jahre 1712 ging unter Zar Peter der Große (1672-1725) das Privileg der Hauptstadt auf das neugegründete Sankt Petersburg über, aber Moskau blieb das wirtschaftliche und geistig kulturelle Zentrum des Landes. 1755 wurde in Moskau die erste russische Universität eröffnet.
Mit dem Moskau des 18. Jahrhunderts ist das Schaffen hervorragender russischer Schriftsteller und Dichter verknüpft wie Alexander Sumarokow, Denis Fonwisin, Nikolai Karamsin und vieler anderer. In Moskau trat der große russische Gelehrte Michail Lomonossow seinen Weg in die Wissenschaft an. Auch in späteren Zeiten lebten und wirkten in Moskau viele hervorragende russische Schriftsteller und Dichter, Wissenschaftler und Künstler, die durch ihr Schaffen nicht nur zur russischen, sondern auch zur Weltkultur einen immensen Beitrag geleistet haben.
Michail Lomonossow
Im Vaterländischen Krieg von 1812, als Napoléon Bonaparte (1769-1821) mit seiner „Großen Armee“ auf Moskau zumarschierte, verlor die Stadt in einem Flächenbrand - die Bewohner zündeten ihre Häuser an und flohen aus der Stadt - zwei Drittel ihrer Bausubstanz. Aber in Moskau kam die französische Armee zum Stehen, hier wurde sie wegen Hunger und Kälte zur Umkehr gezwungen, die mit ihrem Untergang endete.
Der im Frühjahr 1813 einsetzende großstilige Wieder- und Neuaufbau sprengte rasch den alten städtischen Verteidigungsring und verschaffte der Stadt von der Mitte des 19. Jahrhunderts an durch zügigen Straßen- und Bahnstreckenbau Anschluss an die wichtigsten Städte des Landes. 1890 fuhren die ersten elektrischen Straßenbahnen; die erste Volkszählung des Landes fand am 28. Januar 1897 statt, die Bevölkerung der Stadt war auf etwa eine Million angewachsen, und bis 1914 hatte sie sich verdoppelt.
In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts nahmen die sozialen Spannungen zu. Die Konzentration der Industrie, vornehmlich der Leichtindustrie, war hier, von Sankt Petersburg abgesehen, am weitesten fortgeschritten, die Aufhebung der Leibeigenschaft im Jahre 1861 hatte Zehntausende landloser Bauern zur Lohnarbeit in die Städte getrieben. 1898 wurde in Moskau die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands gegründet.
Die Übernahme der Macht durch die Kommunisten
1898
Die russische Revolution von 1905 bis 1907 erfasste die Stadt im Dezember 1905, als die Moskauer Arbeiter vom politischen Massenstreik zum bewaffneten Aufstand übergingen. Das Wirtschafts- und Versorgungschaos im 1. Weltkrieg schürte die sozialen Spannungen weiter. 1917 wurde während der Februarrevolution Zar Nikolaus II. (1868-1918) gestürzt. Im gleichen Jahr leitete Lenin (1870-1924) in Sankt Petersburg die Oktoberrevolution, was zum Bürgerkrieg von 1917 bis 1922 und zur Machtübernahme der kommunistischen Bolschewiki in Russland führte.
Am 12. März 1918 wurde Moskau zur Hauptstadt des Landes erklärt und die Regierung übersiedelte in den Kreml am Roten Platz. Am 22. Dezember 1922 ist dort die UdSSR gegründet worden. Nach Beendigung des Bürgerkrieges wurde 1925 eine grundlegende Umgestaltung Moskaus nach neuen städtebaulichen Grunsätzen, die eine Verbesserung der Wohnverhältnisse der Bevölkerung und die Beseitigung der Elendsbehausungen am Stadtrand vorsahen, in Angriff genommen. 1926 zählte die Stadt wieder zwei Millionen Einwohner.
1935 begann mit dem von Josef Stalin beschlossenen „Generalplan zur Stadterneuerung“ eine komplexe Neugestaltung Moskaus - damals sind die breiten Radialstraßen angelegt und die U-Bahn eröffnet worden, über die Moskwa spannte man neue Brücken und baute den Moskau-Wolga-Kanal. Quer durch die Altstadt wurden neue Magistralen geschlagen, zahlreiche historische Baudenkmäler wichen überdimensionierten sowjetischen Prunkbauten. Etwa 200.000 Bauarbeiter - überwiegend politische Gefangene - waren an der Umsetzung des Generalplans beteiligt.
Die vollständige Zerstörung des alten Moskau wurde paradoxerweise nur durch den 2. Weltkrieg verhindert, der zur Einstellung der Arbeiten führte. Auch das höchste Gebäude der Welt, der 415 Meter hohe "Palast der Sowjets", konnte nicht mehr fertiggestellt werden. Anstelle der am 5. Dezember 1931 gesprengten Christ-Erlöser-Kathedrale sollte das gewaltige Politik- und Kulturforum die Überlegenheit des sozialistischen Gesellschaftsmodells zeigen. Zur Ausführung gelangte jedoch nur das Fundament, denn bei Ausbruch des "Großen Vaterländischen Krieges" wurde das Projekt stillgelegt - und nach dem Krieg nicht wieder aufgenommen.
Der Große Vaterländische Krieg
Christ-Erlöser-Kathedrale
Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht am 22. Juni 1941 in die damalige Sowjetunion begann am 30. September des Jahres ihre Offensive auf Moskau. Rund 80 Divisionen, unter ihnen 14 Panzer- und acht mechanisierte Divisionen sowie Hunderte Flugzeuge, Tausende Panzer, Geschütze und Granatwerfer wurden gegen die Hauptstadt eingesetzt. Adolf Hitler erklärte, er werde in eigener Person die Parade seiner Truppen in Moskau abnehmen. Aus den geplanten Festlichkeiten wurde jedoch nichts. Eine andere Parade fand allerdings am 7. November auf dem Roten Platz statt, die traditionelle Militärparade der sowjetischen Armee.
Am 15. November startete eine 2. Offensive der Deutschen, dabei konnten sie bis in einzelne südliche Vororte einrücken. Der sowjetische Gegenangriff begann am 5. Dezember 1941, währenddessen die deutsche Armee um 100 bis 300 Kilometer zurückgeschlagen wurde. Die deutsche Luftwaffe flog gegen Moskau 12.000 Einsätze, aber nur ein Teil der Maschinen konnte die Stadt erreichen. In der Schlacht um Moskau haben die deutschen Truppen 250.000 Mann, 1.300 Panzer, 2.500 Geschütze, mehr als 15.000 Kraftfahrzeuge und vieles andere Material verloren. Etwa 700.000 sowjetische Soldaten wurden getötet, verwundet oder vermißt. Dies war die erste große Niederlage der deutschen Wehrmacht, kaum sechs Monate nach dem Beginn des Blitzkrieges.
Die Schlacht an der Wolga von Juli 1942 bis Februar 1943 leitete die Niederlage der deutschen Truppen in der damaligen Sowjetunion ein. Am 24. Juni 1945 fand auf dem Roten Platz in Moskau die Siegesparade der sowjetischen Armee statt. An der Kremlmauer ruht der Leichnam des Unbekannten Soldaten, der bei der Verteidigung der Hauptstadt fiel. Auf seinem Grabstein wurden die Worte gemeißelt:
::Dein Name ist unbekannt,
::deine Heldentat ist unsterblich.
Die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg
1945
Moskau wurde nach den schweren Zerstörungen im Krieg wieder aufgebaut. Im Jahre 1947 fasste man den Beschluss, die Stadt an acht ausgewählten Standorten mit Hochhäusern zu versehen. Denn Moskau hatte durch den Abriss zahlreicher Kirchen und Kathedralen sowie die nun allgemein höhere Bebauung nicht nur bedeutende Orientierungspunkte, sondern auch ihre einst malerische Silhouette verloren. Die Sowjetführung forderte dabei, dass die Gebäude keine Kopien ausländischer Wolkenkratzer sein dürfen, sondern von russischer Architekturtradition geprägt sein müssen.
Am 5. März 1953 stirbt Josef Stalin auf seiner Datscha in Kunzewo bei Moskau. Er wurde zunächst im Mausoleum am Roten Platz neben Lenin aufgebahrt. Im Zuge der beginnenden "Entstalinisierung" unter Regierungschef Nikita Chruschtschow wurde Stalins Leichnam 1961 aus dem Mausoleum entfernt und an der Kremlmauer beigesetzt.
Ein besonders intensives Baugeschehen erlebte Moskau nach dem Jahre 1955. Allein in der Zeitspanne von 1961 bis 1970 machte die Neubaufläche zweieinhalbmal soviel aus wie die Gesamtwohnfläche des ganzen vorrevolutionären Moskau. 1970 war die Einwohnerzahl auf fast sieben Millionen angestiegen.
1980 war Moskau Austragungsort der XXII. Olympischen Spiele. Ende der 1980er Jahre geriet die sowjetische Wirtschaft immer mehr in eine Krise. Im Zuge der Politik von Präsident Michail Gorbatschow (Perestrojka und Glasnost) wurde der wirtschafliche Niedergang des Landes immer offensichtlicher. Auf einigen Gebieten der Versorgung herrschte großer Mangel. Der Unmut der Bevölkerung entlud sich immer offener.
Im August 1991 wollte Gorbatschow einen Vertrag für eine neue Sowjetunion zur Unterschrift vorlegen. Um dies zu verhindern und die alte Union zu retten, initiierten in Moskau einige Generäle, Regierungsmitglieder und der KGB-Chef am 19. August des gleichen Jahres einen Putschversuch gegen den Präsidenten. Nach dessen Scheitern zwei Tage später trat vier Monate danach am 25. Dezember 1991 Gorbatschow von seinem Amt als Präsident zurück. Das Datum markiert gleichzeitig das Ende des ersten kommunistischen Staates.
Moskau seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion
1991]
1992 ließ der ein Jahr zuvor zum Präsidenten Russlands gewählte Boris Jelzin einen Föderationsvertrag unterzeichnen, der den Subjekten Russlands weitreichende Vollmachten zubilligte. Im September 1993 löste er den Kongress der Russischen Volksdeputierten und den Obersten Sowjet auf. Am 3. und 4. Oktober des gleichen Jahres kam es in Moskau erneut zu einem Putschversuch konservativer Politiker und deren Anhänger. Als diese das Weiße Haus (Parlamentsgebäude), das Rathaus und den Fernsehturm in Moskau besetzten, ließ Jelzin den Aufstand mit Gewalt (190 Tote) niederschlagen, um so einen Verfassungskonflikt zu seinen Gunsten zu entscheiden.
Am 12. Dezember 1993 verabschiedete das Volk eine neue Verfassung und gleichzeitig fanden erstmals freie Wahlen mit mehreren konkurrierenden Parteien statt. Vom 5. bis 7. September 1997 feierte die Stadt mit insgesamt 450 Veranstaltungen den 850. Jahrestag ihrer Gründung.
Im Jahre 1999 wurde Moskau von den verheerendsten Terroranschlägen seiner Geschichte erschüttert.
Am 9. September führte ein Bombenattentat auf ein neunstöckiges Wohnhaus an der Gerjanow-Straße zu 95 Toten und 264 Verletzten. Am 13. September kamen bei einem Anschlag auf ein neunstöckiges Wohnhaus an der Kaschirskoje Chaussee 121 Menschen ums Leben, neun wurden verletzt. Die Urheberschaft der Anschläge konnte bis heute nicht geklärt werden. Während die Regierung tschetschenische Terroristen verantwortlich macht, beschuldigen Kritiker des russischen Präsidenten Geheimdienstagenten, die Bomben in den Hauskellern deponiert zu haben.
13. September
Am 31. Dezember 1999 trat Präsident Jelzin in Moskau überraschend vorzeitig zurück und übertrug Regierungschef Wladimir Putin die Amtsgeschäfte. Am 19. August 2000 wurde die 1931 gesprengte Christ-Erlöser-Kathedrale, der größte Russisch-orthodoxe Kirchenbau der Welt, wiedereröffnet. Anfang September 2002 musste in einigen Bezirken Moskaus der Notstand ausgerufen werden; der in die Stadt eingedrungene Rauch von mehreren Hundert Wald- und Torfbränden in der Umgebung brachte das öffentliche Leben in Moskau zeitweise zum Erliegen.
Am 23. Oktober 2002 stürmte ein Kommando von 41 tschetschenischen Geiselnehmern, unter ihnen 19 Frauen, das Musical-Theater "Nord-Ost", brachte rund 800 Zuschauer, Musiker und Schauspieler in seine Gewalt. Den Überfall leitete der tschetschenische Rebell Mowsar Barajew, als Organisator gilt der Feldkommandeur Schamil Bassajew. Bei der Erstürmung durch russische Sonderpolizeieinheiten kamen 170 Menschen, darunter 129 Geiseln, nach dem Einsatz eines Kampfgases ums Leben.
Bei einem Anschlag auf jugendliche Teilnehmer eines Rockfestivals auf dem Moskauer Flugplatz Tuschino kamen am 5. Juli 2003 einschließlich der Selbstmordattentäterinnen 16 Menschen ums Leben. Am 6. Februar 2004 wurden bei einem Bombenanschlag auf eine voll besetzte Metro in der Nähe der Station Awtosawodskaja 39 Menschen getötet und 140 verletzt.
Einwohnerentwicklung
2004
Moskau ist von alters her Anziehungspunkt für Ausländer. Die ersten Ansiedlungen wurden von angereisten Kaufleuten, Handwerkern, Lehnsleuten und deren Nachkommen schon im 16. Jahrhundert gegründet. Die deutsche Ansiedlung am Jausa-Ufer war die größte davon. Aber auch Menschen aus vielen Teilen Europas lebten dort. Damals hatte die Stadt etwa 100.000 Einwohner. Heute sind es mit zehn Millionen einhundertmal so viel. Von der ethnischen Vielfalt der Bevölkerung in Moskau zeugen die alten Ortsnamen des kompakten Ansiedelns der nichtrussischen Völkerschaften.
Die Treue der ethnischen Gruppen zu bestimmten Beschäftigungen und Handwerken blieb bis heute erhalten. Die Chinesen eröffneten Wäschereibetriebe, die Assyrer arbeiteten als Schuster oder Stiefelputzer, viele Tataren als Hausleute und die Juden als Ärzte, Pädagogen und Schriftsteller. Im Handel sind heute Gebürtige aus Transkaukasien, im Geschäftsbereich Vietnamesen und auf den Baustellen viele Ukrainer und Moldawier beschäftigt.
Insgesamt leben heute in Moskau Angehörige von mehr als hundert Nationalitäten. Von ihnen sind 90 Prozent Russen. Zu den größten ethnischen Gruppen gehören die Ukrainer, Tataren und Juden mit jeweils etwa zwei Prozent Anteil an der Bevölkerung der Hauptstadt. Allerdings ist der Zustrom der Übersiedler aus den ehemaligen Unionsrepubliken der früheren Sowjetunion nicht in vollem Maße statistisch erfasst worden, da sich viele nicht registrieren ließen.
Von einigen wenigen Ausschreitungen einzelner Extremisten gegen Ausländer abgesehen, gibt es in Moskau keine zwischenethnische Zwietracht oder Konflikte. Die Stadt ist seit Jahrhunderten durch ihre gastliche Aufnahme, Gastfreundschaft und nationale Toleranz berühmt.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1956 handelt es sich meist um Schätzungen, von 1959 bis 2002 um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung.
Toleranz
Politik
Toleranz
Da Moskau Sitz des Präsidenten und seiner Präsidialverwaltung, der Föderationsregierung sowie zahlreicher Ministerien und Behörden ist, ist die Politik der Stadtverwaltung Moskaus naturgemäß geprägt von Koexistenz aber auch Konflikten mit dem Kreml und dem Weissen Haus. Dies ist seit langer Zeit eine Konstante der Politik in der Hauptstadt Russlands.
Der latente Konflikt wird verstärkt, wenn das Stadtoberhaupt Ambitionen auf die Führung des Staates anmeldet - oder sie ihm nachgesagt werden. Die wichtigsten Akteure in diesem Konflikt sind einmal der Präsident und der Premierminister mit den vielen Beamten und Staatsbediensteten sowie auf der anderen Seite der Bürgermeister Moskaus und die zahlreichen Mitarbeiter der Stadtverwaltung.
Die Stadtverwaltung übt die Exekutivmacht (ausführende Gewalt) in Moskau aus, die aus der Regierung der Stadt und dem Regierenden Bürgermeister besteht. Der Bürgermeister wird zusammen mit dem Vizebürgermeister durch die Bevölkerung Moskaus auf vier Jahre gewählt. Die Legislative (gesetzgebende Gewalt) wird von der Stadtduma Moskaus gestellt. Diese besteht aus insgesamt 35 Abgeordneten und überwacht in ihrer Funktion den Bürgermeister.
Die Wähler in Moskau, die etwa zehn Prozent der gesamten Wählerschaft Russlands ausmachen, stimmten bei Wahlen seit Anfang der 1990er Jahre in der Regel stärker für liberale oder sozialliberale Parteien der Opposition, als der restliche Teil des Landes. Eine Ausnahme von diesem Trend sind die überwältigenden Wahlergebnisse für den gegenwärtig amtierenden Bürgermeister Juri Luschkow von über 70 Prozent. Dabei wird Luschkow trotz seiner pragmatischen Wirtschafts- und Investitionspolitik in Richtung Europa nicht als Liberaler und "Westler" betrachtet.
Städtepartnerschaften
Moskau unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Juri Luschkow
Das Bolschoi-Theater (Großes Theater) in Moskau ist das bekannteste Theater der Stadt. Es besteht seit dem Jahre 1776. Damals erhielt Fürst Peter Urussow vom Zaren das Alleinrecht, in Moskau Schau- und Singspiele aufzuführen. Die ersten Schauspieler waren Leibeigene des Fürsten.
Die Aufführungen fanden zuerst noch in einem Privathaus statt, erst im Jahre 1780 entstand der Theaterbau am heutigen Standort. Das Bauwerk steht auf Holzpfählen in einem sumpfigen Teil des Moskauer Zentrums. Zuerst war das Theater nach der vorbei führenden Straße Petrowsky-Theater benannt. Im 18. Jahrhundert wurden überwiegend Opern russischer Komponisten aufgeführt, aber auch Dramen und Ballette.
1805 brannte das Theatergebäude ab und wurde 20 Jahre später durch den Architekten Ossip Bowe (auch Osip Bove) neu errichtet. Erst damals erhielt es den Namen Bolschoi-Theater. Am 18. Januar 1825 wurde das neue Bolschoi-Theater mit dem Prolog Der Triumph der Musen zur Musik von Alexei Werstowski und Alexander Aljabjew wieder eröffnet. 1853 zerstörte erneut ein Brand die Inneneinrichtung des Theaters. Daraufhin stattete der Architekt Albert Cavos das Gebäude noch kostbarer aus. Bis heute ist bis auf kleinere Veränderungen diese Einrichtung erhalten geblieben. Durch seine außergewöhnliche Architektur im Stil des russischen Klassizismus gehört das Bolschoi-Theater heute zu den schönsten Theatern der Welt.
Heute arbeiten dort etwa 900 Schauspieler, Tänzer, Sänger und Musiker. Die Stars sind meistens auf Tournee in aller Welt unterwegs und daher selten in Moskau anzutreffen. Das Bolschoi-Theater ist heute die Heimat einer der ältesten und besten Ballettkompanien der Welt, dem weltberühmten Bolschoi-Ballett.
Museen
Klassizismus
Klassizismus
Unter den vielen Museen der Stadt besonders sehenswert ist das "Puschkin-Museum für Bildende Künste" mit hervorragenden Exponaten zur Kulturgeschichte des Altertums, zur Renaissance und einer breitgefächerten Gemäldesammlung vornehmlich westeuropäischer Künstler.
Sehr interessant ist auch die "Tretjakow-Galerie". Sie ist das größte Museum der russischen nationalen Kunst und präsentiert mehr als 100.000 Gemälde, Graphiken und Skulpturen vom 11. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Die Galerie wurde 1902 erbaut. Der Gründer war der russische Kaufmann Pawel Michajlowitsch Tretjakow (1832< |