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Altersbestimmung (Archäologie)Für die Altersbestimmung von Gesteinen, Fossilien oder archäologischen Funden gibt es verschiedene Datierungsmethoden, die man in zwei große Gruppen unterteilen kann, relative und absolute Altersbestimmung.
Relative Datierungsmethoden
Die relative Altersbestimmung der Geologie vergleicht das Alter verschiedener Gesteinsschichten miteinander, ohne das tatsächliche Alter zu messen. Dabei gilt als Leitprinzip, dass ältere Schichten eher abgelagert sind als jüngere, und somit ältere Schichten unter jüngeren zu finden sind.
Ausnahmen kommen etwa bei Überschiebungen vor: Ein Gesteinsblock wurde durch tektonische Prozesse angehoben, und über einen (nicht angehobenen) jüngeren geschoben. Derartige Prozesse sind selten und durch Aufnahme eines Gesamtbildes identifizierbar.
- Durch Leitfossilien können verschiedene Gesteine dem gleichen Zeitraum zugeordnet werden.
- Durch zeitlich begrenzte, charakteristische Einlagerungen können auch räumlich weit von einander entfernte Gesteine altersmäßig verglichen werden. Zum Beispiel hat sich eine Iridium-Schicht, die beim Aufprall eines großen Meteoriten entstanden ist, weltweit in alle Gesteine der damaligen Zeit eingelagert.
- Warvenchronologie: Hierbei werden Warven, jährliche Sedimentablagerungen in Seen, ausgezählt. Der Boden bekommt durch diese Ablagerungen ein Streifenmuster. Insbesondere für Gegenden mit starker Schneeschmelze ist dieses Verfahren geeignet. Für die Eifelregion gibt es eine Chronologie der letzten 23.000 Jahre, für einen japanischen See für 45.000 Jahre und für den Lago Grande di Monticchio in Süditalien sogar für die letzten 76.000 Jahre.
- Eisbohrkerne: Hier werden die Schichten gezählt, die jedes Jahr durch den Schneefall gebildet werden.
- Magnetostratigraphie: Das Erdmagnetfeld hat sich im Lauf der Zeit oft umgepolt. Dieses Muster lässt sich in den Gesteinen wiederfinden und auszählen.
Daneben gibt es auch relative Datierungsmethoden welche ausgestorbene Radionuklide benutzen. So waren etwa die heute ausgestorbenen Radionuklide 26Al oder 53Mn bei der Entstehung des Sonnensystems noch vorhanden. Mit diesen Methoden können z.B. das Entstehungalter von Meteoriten oder einzelner Bestandteilen von Meteoriten relativ zueinander bestimmt werden. Erst durch Eichen dieser relativen Datierungsmethoden mit absoluten Datierungsmethoden wie der Uran-Blei-Datierung können dann auch absolute Alter angegeben werden.
Absolute Altersbestimmung
Bei den radiometrischen Methoden mit nicht ausgestorbenen Radionukliden wird gemessen, wie hoch der Anteil natürlich vorkommender radioaktiver Elemente und eventuell ihrer Zerfallsprodukte ist. Da die Halbwertszeit der radioaktiven Elemente bekannt ist, kann daraus das Alter berechnet werden.
Für das Alter von Gesteinen benötigt man dafür Elemente mit sehr langen Halbwertszeiten. Dafür eignen sich unter anderem (Halbwertszeit folgende Methoden (Geochronologie) in Klammern):
- Uran 238U → Blei 206Pb (4,5 Milliarden Jahre, Uran-Blei-Datierung)
- Uran 235U → Blei 207Pb (704 Millionen Jahre, Uran-Blei-Datierung)
- Thorium 232Th → Blei 208Pb (14 Milliarden Jahre)
- Rubidium 87Rb → Strontium 87Sr (48,8 Milliarden Jahre)
- Samarium 147Sm → Neodym 143Nd (106 Milliarden Jahre)
- Kalium 40K → Argon 40Ar (1,25 Milliarden Jahre, Kalium-Argon-Datierung)
In der Archäologie sind lange Halbwertzeiten zu ungenau oder nicht anwendbar. Hier eignet sich als weiteres Beispiel für radiometrische Altersbestimmung die so genannte Radiokarbonmethode.
Hiermit können jedoch nur organische Materialien datiert werden.
Bei der Radiokohlenstoffdatierung wird der Gehalt an radioaktivem Kohlenstoff 14C, der eine Halbwertszeit von 5.730 Jahren hat, gemessen. Damit sind Altersbestimmungen bis zu 50.000 Jahren möglich. Bei älteren Proben ist der 14C-Anteil bereits zu gering, um noch gemessen werden zu können.
In der Regel werden bei geologischen Datierungen sogenannte Isochronendiagramme verwendet. Vorteil dieser Technik ist es, dass die anfängliche Konzentration und Istopenverthältnisse der Tochterelemente nicht bekannt sein müssen, man erhält sie vielmehr als ein weiteres Resultat, zusätzlich zum Alter der Probe. Des weiteren hat die Isochrontechnik den Vorteil dass zuverlässig ausgeschlossen werden kann, dass eventuelle Störungen durch Umgebungseinflüsse das gemessen Alter verfälscht haben könnte.
Der eigentliche Vorteil der radiometrischen Datierungsmethoden beruht darauf, dass die Bindungsenergien der Atomkerne um etliche Grössenordnungen grösser sind, als die thermischen Energien der Umgebung in welcher potentielle Proben (meist Gesteine) überhaupt existieren können. Eine Beeinflussung der Zerfallsraten (Halbwertszeiten) durch Umgebungseinflüsse kann deshalb ausgeschlossen werden, so dass die radiometrischen Alter - besonders wenn sie unter Verwendung der Isochronmethode gewonnen wurden - als sehr zuverlässig gelten.
Eine weitere absolute Datierungsmethode ist die Fission-Track-Methode. Hier werden die durch die beim radioaktiven Zerfall (z. B. spontanter Zerfall von Uran oder Zerfall von 40K zu 40Ar) entstandenen hochenergetischen Zerfallsprodukte erzeugten Kristallschäden entlang deren Flugbahnen durch Anätzen unter dem Mikroskop sichtbar gemacht und abgezählt.
Alternativ zu der radiometrischen absoluten Altersbestimmung gibt es auch die Baumring-Methode (Dendrochronologie) und die Thermolumineszenzmethode.
Siehe auch
- Isotopenuntersuchung
Kategorie:Archäologische Forschungsmethode
Kategorie:Paläontologie
Kategorie:Kalender
Fossilien
Südwestdeutschlands]]
Als Fossil (von lat. fossilis „(aus)gegraben“) früher auch Petrefakt genannt, bezeichnet man jedes Zeugnis vergangenen Lebens aus der Erdgeschichte.
Derartige erdgeschichtliche Dokumente können sowohl körperliche Überreste (Körperfossilien) als auch Zeugnisse der Aktivität von Lebewesen (Spurenfossilien) sein, die älter als 10.000 Jahre sind und sich somit einem geologischen Zeitalter vor dem Beginn des Holozäns zuordnen lassen. In der Biologie und Paläontologie werden die Arten, die bis zur Wende Pleistozän/Holozän ausstarben als fossil bezeichnet und den rezenten Arten gegenüber gestellt, denjenigen also, die heute noch leben oder erst im Laufe des Holozäns ausstarben.
Durch besondere Umstände sind manche fossile Lebewesen nach ihrem Tod nicht verwest und zerfallen, sondern Bestandteile, Form und/oder Struktur blieben bis heute zum Teil erhalten. Die fossilen Energieträger Erdöl, Erdgas und Kohle sind ebenfalls Überreste vorwiegend pflanzlicher Biomasse. Es muss dabei jedoch bedacht werden, dass auch jegliche Spuren von Lebewesen dieses Alters, also unter anderem Abdrücke und versteinerte Exkremente (Koprolithe), zu den Fossilien gezählt werden.
Begriffe und Einteilung
Die Bezeichnung „Fossil“ wurde erstmalig 1546 von Georgius Agricola in seinem Standardwerk De natura fossilium verwendet. Gängige Bezeichnungen für Fossilien waren auch „Petrefakt“ und „Versteinerung“, jedoch fälschlicherweise, da sie nur den häufigsten Erhaltungszustand eines Fossils umschreiben. Belegte man zunächst unterschiedslos alle aus dem Boden gegrabene Kuriositäten mit dem Begriff „Fossil“, etwa auch Minerale und Artefakte, seltsam geformte Wurzeln und Mineralkonkretionen, fand erst im Laufe der Zeit eine Bedeutungsverengung auf solche Objekte statt, die von der Existenz früheren Lebens zeugten. Der Naturforscher und spätere Geistliche Nicolaus Steno war der erste, der erkannte, dass es sich bei Fossilien nicht um Launen der Natur, sondern um Lebewesen aus früheren Zeiten handelt.
Den Grenzbereich zwischen fossil und rezent wird als subfossil oder auch subrezent bezeichnet, er wird jedoch uneinheitlich gebraucht. „Subfossil“ können Zeugnisse bezeichnen, die aus den letzten 10.000 Jahre stammen, in der Paläobotanik bezeichnet es eine unvollständige Fossilisation, also einen bestimmten Erhaltungszustand. Danach können selbst Floren aus dem Tertiär als subfossil gelten.
Fossilien von Lebewesen, die nur in einem kurzen Zeitabschnitt auftraten, dafür aber räumlich weit verbreitet waren, können als Leitfossilien verwendet werden. Mit ihnen kann man das Alter von Gesteinsschichten aus verschiedenen Gegenden vergleichen (Biostratigrafie). Die wissenschaftliche Erforschung der Fossilien erfolgt in erster Linie durch die Paläontologie.
Einige heteromorphe Ammoniten und andere Fossilien wie der Bischofsstab, die eine ungewöhnliche Wuchsform aufweisen, werden als aberrante Formen bezeichnet.
Fossilien werden unterteilt in:
- Körperfossilien: Als solche bezeichnet man vollständig erhaltene Körper von Lebewesen, sowie auch deren teilweise erhaltenden Hartteile bzw. seltener auch Weichteile.
- Steinkerne: Diese entstehen, wenn Lebewesen einen Hohlraum im Sediment hinterlassen, der später ganz oder teilweise mit Sediment verfüllt wird (siehe unten).
- Spurenfossilien: Spurenfossilien enthalten alle Hinweise auf Leben, die nicht das Lebewesen selbst betreffen. Beispielsweise Fußabdrücke, Bewegungs- und Grabspuren (Bioturbation), Ernährungsspuren (Fraß oder Kot), Fortpflanzungs- und Wohnspuren (Eier, Nest).
Körperfossilien werden nach ihrer Größe und den jeweils verwendeten Arbeitstechniken weiter differenziert. Die Grenzen sind dabei fließend:
- Makrofossilien sind mit dem bloßem Auge erkennbar.
- Mikrofossilien sind mit dem Lichtmikroskop erkennbar
- Nannofossilien sind mit dem Elektronenmikroskop erkennbar
Entstehung von Fossilien - Fossilisationslehre
Die Fossilisationslehre (Taphonomie) ist die Lehre, die sich mit der Entstehung von Fossilien beschäftigt. Da der abgestorbene Organismus (oder Hinterlassenschaften) mehrere Phasen durchläuft, bevor die Fossilisation abgeschlossen ist, benutzt die Fossilisationslehre die Erkenntnisse verschiedener anderer Disziplinen.
Bedeutung der Fossilien für die Evolutionslehre
Dokumente der Lebensgeschichte
Die Existenz von Fossilien ist eines der wichtigsten Argumente für die Evolutionstheorie. Sie zeigen uns, dass im Laufe der Geschichte des Lebens unzählige Organismenarten auf der Erde entstanden und verschwunden sind. Diese ehemalige Vielfalt ist allein aus der Kenntnis heutiger Formen heraus nicht zu beschreiben. In den Fossilien lernen wir nicht nur die Ahnen vieler in der Gegenwart lebender Organismen kennen, sondern auch einst blühende, aber nachkommenslos erloschene Tier- und Pflanzengruppen, wie zum Beispiel Trilobiten, Ammoniten, Samenfarne oder Dinosaurier.
Zeugen vergangener Lebensräume
Fossilien dienen als Hinweise auf ehemalige geographische und ökologische Verhältnisse also der ehemaligen Umwelt oder Paläoumwelt, mit der sich die Paläoökologie beschäftigt, denn jedes Lebewesen ist an einen bestimmten Lebensbereich gebunden und gibt uns als Fossil außerdem Auskunft über die besonderen Umstände, die zu seiner Erhaltung geführt haben.
Die Reste der verschiedenen Pflanzen- und Tiergruppen treten nacheinander in der Abfolge der Gesteine auf. Ältere Gesteinsschichten enthalten Fossilien einfacher gebauter Lebewesen, in jüngeren Schichten findet man Reste höherentwickelter Lebewesen. Dadurch kann man bestimmen zu welcher Zeit Tiere oder Pflanzen gelebt haben. Trotzdem ist die Überlieferung nur lückenhaft, weil nur wenige Organismen fossil werden und wenn, dann auch nur die Hartteile. So gibt es fast keine Überlieferungen von hartteillosen Organismen.
Lebende Fossilien
Für die Evolutionsforscher sind auch so genannte „lebende Fossilien“ sehr wichtig. Mit ihrer Hilfe können Paläontologen Rückschlüsse auf die Lebensweise und das Aussehen von heute ausgestorbenen Tiere ziehen. Ein lebendes Fossil ist ein Lebewesen, dass:
- nur noch in wenigen, begrenzten Gebieten gefunden wird,
- verschiedene altertümliche Merkmale aufweist,
- und ein relativ hohes erdgeschichtliches Alter hat.
Lebende Fossilien findet zumeist auf Inseln oder Inselkontinenten, in der Tiefsee, in tropischen Urwäldern, also in geographisch oder ökologisch isolierten Gebieten, in denen Feinde oder Konkurrenten weitgehend fehlen. Ein typisches Beispiel dafür ist Australien: Lange bevor sich die anderen Erdteile trennten, ist der Inselkontinent vom Rest der Welt fortgetrieben und wurde ein einzelner, lange Zeit fast unzugänglicher Kontinent. Die Tiere dieses Erdteils sind daher zum großen Teil entwicklungsgeschichtlich primitiv. Sie sind Nachfahren von Tieren, die auf anderen Kontinenten längst ausgestorben sind. Mit Ausnahme einiger weniger Exemplare in Amerika gibt es etwa Beuteltiere nur noch in Australien. Obwohl sie früher in vielen Teilen der Erde vorkamen, sind sie heute sonst überall ausgestorben.
Lebende Fossilien sind: Beuteltiere, Krokodile, Schildkröten, Quastenflosser, Schnabeltiere, Ameisenigel und einige Eidechsen- und Schlangenarten.
Methoden zur Altersbestimmung von Fossilien
Um den Ablauf der Evolution zu klären, muss man das Alter der Fossilien bestimmen. Es gibt dabei verschiedene Methoden der Altersbestimmung. Man kann sie unterscheiden in:
# Radiometrische Altersbestimmung
# Stratigraphische Altersbestimmung
# Altersbestimmung durch Leitfossilien
Radiometrische Altersbestimmungen
Die Entdeckung der Radioaktivität (1896) eröffnete die Möglichkeit der radiometrischen Altersbestimmung, die anders als die anderen Verfahren absolute Zeitangaben liefert und somit das Wissen über die Evolution entscheidend beeinflusste.
Grundlegende Theorie: Die Atome radioaktiver Isotope, beispielsweise von Uran (U) und Thorium (Th), zerfallen gesetzmäßig zu nichtradioaktiven Isotopen. Bei der radiometrischen Altersbestimmung wird das Mengenverhältnis aus Mutter- zu Tochterisotop in einem Mineral festgestellt. Das Ergebnis bedarf sorgfältiger geologischer Interpretationen, denn nur unter günstigen Bedingungen ist das radiometrische Alter der Mineralien gleich dem Alter der Gesteine.
Kohlenstoff-14-Methode: Durch Stoffwechselprozesse bleibt das Niveau von Kohlenstoff 14 in einem lebenden Organismus in konstantem Gleichgewicht mit dem Niveau der Atmosphäre oder des Meeres. Mit dem Tod des Organismus beginnt Kohlenstoff 14 mit einer konstanten Geschwindigkeit zu zerfallen; der Kohlenstoff wird dann nicht mehr durch das Kohlendioxid in der Atmosphäre ersetzt. Der schnelle Zerfall von Kohlenstoff 14 (Halbwertszeit 5.730 Jahre) begrenzt im Allgemeinen den Datierungszeitraum auf ungefähr 50.000 Jahre, in manchen Fällen kann er bis 70.000 Jahre erweitert werden. Die Unsicherheit bei der Messung erhöht sich mit dem Alter der Probe, da über lange Zeit durch Diffusion Kohlenstoff aus dem umgebenden Gestein aufgenommen werden kann und sich so der Wert verfälscht.
Kalium-Argon-Methode: Mit dem Zerfall von radioaktivem Kalium 40 zu Argon 40 und Calcium 40 können Gesteine mit einem Alter von 200 bis 800 Millionen Jahren (mit Argon) bzw. von ein bis zwei Milliarden Jahren (mit Calcium) datiert werden. Kalium 40 kommt in häufigen gesteinsbildenden Mineralien wie Glimmern, Feldspäten und Hornblenden vor. Problematisch ist das Entweichen von Argon, wenn das Gestein Temperaturen über 125 °C ausgesetzt war, denn dadurch wird das Messergebnis verfälscht.
Rubidium-Strontium-Methode: Mit dieser sehr genauen und zuverlässigen Methode können die ältesten Gesteine datiert werden. Sie basiert auf dem Zerfall von Rubidium 87 zu Strontium 87 und wird häufig auch dafür eingesetzt, um Kalium-Argon-Datierungen zu überprüfen, da sich Strontium bei geringer Erwärmung nicht verflüchtigt, wie es beim Argon der Fall ist.
Methoden mit Blei: Das Blei-Alpha-Alter wird bestimmt, indem man den Gesamtbleigehalt und die Alphateilchenaktivität (Uran-Thorium-Gehalt) von Zirkon-, Monazit- oder Xenotimkonzentraten spektrometrisch bestimmt. Die Uran-Blei-Methode basiert auf dem radioaktiven Zerfall von Uran 238 in Blei 206 und von Uran 235 in Blei 207. Mit den Zerfallsgeschwindigkeiten für Thorium 232 bis Blei 208 kann man drei voneinander unabhängige Altersangaben für die gleiche Probe erhalten. Die ermittelten Blei-206- und Blei-207-Verhältnisse können in das so genannte Blei-Blei-Alter umgewandelt werden. Die Methode wird am häufigsten für Proben aus dem Präkambrium benutzt.
Schichtenabfolgen im Gestein (Stratigraphie)
Durch die Abfolge der Gesteinsformationen (Stratigraphie) kann man festlegen, welche Schichten älter und welche jünger sind. Da diese Methode keine absoluten Zahlen bringen kann, wird sie als relative Zeitskala bezeichnet. Zusammen mit den radiometrischen Messungen ergibt sich aber ein relativ genaues Bild, wie alt eine Gesteinsschicht ist und damit auch die darin erhaltenen Fossilien.
Leitfossilien
Stratigraphie
Dies sind Fossilien, die nur in einem relativ kleinen Abschnitt der Gesteinsfolgen in großer Zahl vorkommen. Wenn das Alter dieser bestimmt ist, hat man die Möglichkeit dadurch andere Schichten in denen diese Fossilien ebenfalls vorkommen zu bestimmen, weshalb Leitfossilien auch ein unverzichtbares Element der Altersbestimmung in der Paläontologie sind.
Ein gutes Leitfossil sollte folgende Ansprüche erfüllen:
- weite geografische Verbreitung
- weitgehende Unabhängigkeit von Gesteinsausbildung (Fazies)
- leichte Kenntlichkeit
- häufiges Auftreten
Wichtige Beispiele sind die Trilobiten (Kambrium bis Devon) und die Ammoniten (Devon bis Kreide). Beide Tiergruppen besiedelten einst das riesige Urmeer unseres Planeten.
Bekannte Fundstätten von Fossilien in Deutschland
- Grube Messel bei Darmstadt
- Steinbrüche bei Solnhofen und Eichstätt
- Holzmaden in Baden-Württemberg
- Bundenbach in Rheinland-Pfalz
- Geiseltal bei Halle/Saale Sachsen-Anhalt
- Bilzingsleben in Thüringen
- Doberg bei Bünde. Siehe auch Dobergmuseum
- Kalksteinbruch Rüdersdorf bei Berlin
- Ziegeleigrube Vorhalle bei Hagen
Diese Fundstätten zeichnen sich durch hohe Artenvielfalt und erstklassigen Erhaltungszustand der Fossilien auf eng begrenztem Raum aus.
Fossilien finden sich aber auch oft in natürlichen Aufschlüssen (Gestein tritt an die Erdoberfläche) oder künstlichen Aufschlüssen (zum Beispiel beim Straßen- oder Tunnelbau).
Berühmte Fossilien
Auch außerhalb der Wissenschaft sind einige Fossilien berühmt geworden, so zum Beispiel der Urvogel Archaeopteryx aus dem Solnhofener Plattenkalk, der vermutlich von gefiederten Dinosauriern abstammte. Ein weiters Beispiel ist das ungewöhnlich vollständige Skelett eines weiblichen Australopithecus afarensis namens „Lucy“.
Weiterführende Artikel
- Fossilien und geologische Zeitskala
- Versteinerter Wald
Zitate
- „Für jenen, der die Evolution verstanden hat, ist die Welt stets so jung und frisch wie zum Zeitpunkt ihrer Entstehung.“ Thomas Henry Huxley, A Liberal Education (1868)
Weblinks
- [http://www.sauti.de/ Fossilien - Zeugen der Evolution]
- [http://www.fossilien-solnhofen.de/ Der Solnhofener Plattenkalk und seine Fossilien]
- [http://www.fossilien-online.de/ Fossilien aus dem Solnhofener Plattenkalk]
- [http://www.fossilien-finden.de/ Typische Fossilien]
- [http://www.uni-wuerzburg.de/mineralogie/palbot/images/images.html#showing Pflanzenfossilien im Internet, ein Link-Verzeichnis (in Englisch)]
- [http://www.fossilien.in/ Fossilien]
- [http://www.versteinertes-holz.de/ Infos über versteinertes Holz]
- [http://www.steinkern.de/ Community für Fossiliensammler]
Kategorie:Paläontologie
ja:化石
ko:화석
simple:Fossil
th:ซากดึกดำบรรพ์
Archäologie
Die Archäologie (von griech. ἀρχη: Anfang und λòγος: Lehre, also Lehre vom Anfang) gehört zu den Geisteswissenschaften. Im Gegensatz zur Geschichte befasst sich die Archäologie mit den Sachzeugnissen abgeschlossener Geschichtsepochen. Früher auf das Altertum begrenzt existiert heute keine Zeitgrenze. Der behandelte Zeitraum reicht somit vom ersten Auftreten des Menschen bis in die Neuzeit. Selbst die jüngste Geschichte u.a. Konzentrationslager und Bunkerlinien aus dem 2.Weltkrieg, werden archäologisch ausgewertet. Die Archäologie hat sich dabei weltweit zu einem Verbund unterschiedlichster theoretischer und praktischer Forschungen entwickelt.
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Geschichte der Archäologie
Die in der Renaissance einsetzende Wiedergeburt klassisch-antiker Gelehrsamkeit führte im 15. und 16. Jahrhundert zu einem gesteigerten Interesse an den griechischen und römischen Altertümern und zu einer Welle der Sammelleidenschaft antiker Kunstgegenstände. Doch
auch die weniger reisefreudigen Gelehrten begannen sich zunehmend für die vorhandenen Zeugnisse vergangener Zeiten zu interessieren.
In Skandinavien wurden Bodendenkmäler schon sehr früh beachtet. Bereits 1588 grub man einen Dolmen bei Roskilde aus. 1662 erhielt Uppsala (Schweden) einen Lehrstuhl der Altertumskunde.
In England veröffentlichte William Camden (1551-1632) im Jahre 1586 seine Britannia, einen Katalog der sichtbaren Altertümer. Bemerkenswert ist, dass er bereits Bewuchsmerkmale in einem Kornfeld bemerkte und als solche interpretierte.
1685 wird in Cocherel (Frankreich) eine neolithische Grabkammer entdeckt und ausgegraben. Hierbei wurde einer der erster Grabungsberichte erstellt.
Trotz einiger „Highlights“ hatte die Archäologie als Wissenschaft noch keinen wirklichen Stellenwert, denn es herrschte die Ansicht vor, dass ausschließlich historische Quellen und die Bibel zur Interpretation der Vergangenheit geeignet seien. So war es ein Faktum, dass - aus der Bibel
abgeleitet - die Menschheit im Oktober 4004 v. Chr. entstanden war. 1655 wagte es Isaac de la Peyrère die sogenannten „Donnerkeile“ (Steinzeitartefakte) Menschen zuzuordnen, welche vor Adam lebten (Prä-Adamiten-These). Nach einer Intervention der Inquisition wiederrief er seine Theorie. Michele Mercati (1541-1593) gilt als der Erste europäische Gelehrte, der Steinwerkzeuge eben als solche einstufte. Sein Werk wurde jedoch erst 1717 veröffentlicht.
Festzuhalten ist, dass sich archäologische Forschungsmethoden jeweils sukzessive und allmählich durchsetzten. Oftmals haben einzelne Gelehrte schon früh bahnbrechende Schlussfolgerungen getroffen, da diese jedoch nicht zeitgemäß waren blieben sie weitgehend unbeachtet. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Stratigraphie, die sich erst mit Charles Lyell (1797-1875) und seiner Principles of geology durchsetzte, obwohl andere lange vor ihm, die Gleichzeitigkeit von Funden in einer Schicht erkannten.
Charles Lyell
Die ersten großen Ausgrabungen fanden in den antiken Städten Pompeji und Herkulaneum statt. Beide waren am 24. August 79 n. Chr. durch einen Ausbruch des Vesuvs ausgelöscht worden. Pompeji wurde Ende des 16. Jahrhunderts beim Bau einer Wasserleitung wiederentdeckt. 1748 begannen die
Grabungen. In Herkulaneum wurde erstmals 1709 gegraben, 1738 ließ Karl IV von Neapel gezielt ausgraben. 1768 konnte das Theater, die Basilika und die Villa der Papyri freigelegt werden.
Johann Joachim Winckelmann schrieb 1764 seine berühmte Beschreibung Monumenti antichi inediti und wird vielfach als Vater der Archäologie bezeichnet.
Die Ägyptischen Baudenkmäler, allen voran natürlich die Pyramiden, waren bereits im Altertum beliebte Reiseziele (siehe Weltwunder). Im 17. Jahrhundert hatte sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass es sich hierbei um Königsgräber handelt. Die Ägyptologie nahm mit Napoleons Ägypten-Feldzug 1798 ihren Anfang. In Begleitung des Heeres befanden sich auch Wissenschaftler. Von besonderer Bedeutung war der Fund des Stein von Rosetta, welcher 1822 Jean-François Champollion die Entzifferung der Hieroglyphen ermöglichte.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelt sich die Archäologie zunehmend zur Wissenschaft. Unterscheiden sich die Ausgräber bisher nur unwesentlich vom Grabräuber, werden nun die Grabungstechniken verfeinert, die Dokumentation und Einordnung der Funde wichtiger.
Der Däne Christian Jürgensen Thomsen ordnete die Funde nach ihren Rohstoffen (Stein, Bronze und Eisen) und schuf damit das Dreiperiodensystem. In Schweden entwickelte Oscar Montelius das System der differenzierten Typologie zur Einordnung (Periodisierung) von Fundstücken.
(Siehe auch: Liste der Keramikstile)
Mit dem Fund des Neandertalers wird 1856 der Grundstein der Prähistorische Archäologie gelegt. 1869 glaubt Heinrich Schliemann das homerische Troja gefunden zu haben. Er löst damit zahlreiche Grabungen im ägäischen Raum aus.
Gustaf Kossinna stellt 1920 seine siedlungsarchäologischen Methoden vor und gilt als Pionier der Siedlungsarchäologie. Thor Heyerdahl fährt 1947 mit einem Floß von Südamerika nach Polynesien und kann als Begründer der Experimentellen Archäologie betrachtet werden.
Im 20. Jahrhundert greift die Archäologie vermehrt auf Techniken anderer Wissenschaften zurück. Als Beispiel sei die 1949 entwickelte C-14-Methode zur Datierung von organischen Stoffen genannt. Die Archäologie hat sich zur Verbundwissenschaft entwickelt.
Die Erforschung der 1991 in den Ötztaler Alpen gefundenen vorgeschichtlichen Leiche (Similaun-Mann/Ötzi) ist hierfür beispielshaft.
(Siehe auch: Liste bekannter Archäologen)
archäologische Meilensteine
- 1738 Ausgrabungen in Herkulaneum
- 1748 Ausgrabungen in Pompeji
- 1799 Entdeckung des Stein von Rosetta
- 1802 Entzifferung der altpersischen Keilschrift durch Georg Friedrich Grotefend
- 1820 Ein Bauer findet die Venus von Milo in Melos auf einem Feld.
- 1824 Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen durch Jean-François Champollion
- 1853/54 führt das Niedrigwasser im Zürcher See zur Entdeckung der Pfahlbauten
- 1856 Entdeckung des Schädelfragments von Neandertal
- 1869-73 Heinrich Schliemann gräbt in Troja
- 1876 Schliemann gräbt in Mykene
- 1879 In der Höhle von Altamira (Spanien) werden Höhlenmalereien entdeckt.
- 1911 Hiram Bingham legt die Inkastadt Machu Picchu frei
- 1922 Howard Carter entdeckt das Grab Tutanchamuns
- 1947 Thor Heyerdahl fährt mit dem Floß Kon-Tiki von Südamerika nach Polynesien
- 1958 Entdeckung von Çatal Hüyük durch James Mellaart
- 1964-68 Der Tempel von Abu Simbel wird versetzt.
- 1974 Entdeckung des Grabes des chinesischen Kaisers Qin Shi Huang Di bei Xi'an
- 1985 In Schweden gelingt die Klonierung von Erbsubstanz einer altägyptischen Mumie
- 1991 Fund einer vorgeschichtlichen Leiche (Similaun-Mann) mit fast vollständig erhaltenem Körper in einem Gletscher der Ötztaler Alpen
Fachgebiete
Archäologie ist ein Sammelbegriff vieler archäologischer Disziplinen, welche beispielsweise bestimmte Zeitabschnitte oder Regionen bezeichnen. Die einzelnen Disziplinen unterscheiden sich dabei nicht nur im Gegenstand der Forschung, sondern auch in den verwendeten Methoden. Daneben gibt es einige archäologische Spezialgebiete, welche Themenschwerpunkte oder spezielle archäologische Techniken behandeln. Teilweise ist die Archäologie wiederum nur ein Teilaspekt einer eigenständigen Wissenschaft beispielsweise der Altamerikanistik.
(Siehe auch: :Kategorie:Archäologisches Fachgebiet)
... nach Epochen und Regionen
Die Bezeichnung der Unterdisziplinen sind nicht immer eindeutig; so kann ein Studiengang an der einen Universität mit „Ur- und Frühgeschichte“, an der nächsten jedoch mit Prähistorische Archäologie bezeichnet sein.
- Prähistorische Archäologie oder Ur- und Frühgeschichte
- Vorderasiatische Archäologie und Biblische Archäologie
- Ägyptologie
- Klassische Archäologie
- Provinzialrömische Archäologie
- Christliche Archäologie
- Mittelalterarchäologie oder Mittelalter- und Neuzeitarchäologie
- Altamerikanistik oder Archäologie der Neuen Welt
... nach Spezialgebiete
Altamerikanistik
- Musikarchäologie
- Montanarchäologie
- Industriearchäologie
- Siedlungsarchäologie
- Unterwasserarchäologie
- Luftbildarchäologie
- Experimentelle Archäologie
Nachbardisziplinen
Für die archäologische Forschung werden oft andere Spezalisten benötigt, wie z.B. Geologen, Biologen oder Chemiker. Aus der Beschäftigung dieser naturwissenschaftlichen Fächer mit archäologischem Material und archäologischen Fragestellungen haben sich eigene Spezialgebiete entwickelt.
- Geoarchäologie
- Archäogeometrie
- Archäozoologie
- Archäobotanik
- Archäoinformatik
- Archäoastronomie oder Astro-Archäologie oder Paläoastronomie
- Paläopathologie und Anthropologie
- Epigraphik
- Numismatik
- Papyrologie
Forschungsmethoden
Die Ausgrabung ist zwar die bekannteste Forschungsmethode, jedoch nur ein Teilbereich der archäologischen Arbeit. Da jede Ausgrabung auch eine Zerstörung der Fundsituaton beinhaltet ist sie oft nur das letzte Mittel, wenn der Befund beispielsweise durch Überbauung zerstört werden soll.
Die Prospektion umfasst hingegen zerstörungsfreie Methoden, mit deren Hilfe eine Untersuchung potentieller oder bekannter Fundplätze ermöglicht wird. Teilbereiche sind die Oberflächenbeobachtung, die Luftbildarchäologie und geophysikalische Methoden (Geoelektik, Elektromagnetische Induktion, geomagnetische Kartierung, Bodenradar).
Die Dokumentation, Auswertung, Konservierung und Archivierung der Funde stellt den weitaus größten Teil der archäologischen Tätigkeit dar.
(Siehe auch: Kategorie:Archäologische Forschungsmethode)
Grabungstechnik
Kategorie:Archäologische Forschungsmethode
(Hauptartikel: Ausgrabung)
Eine moderne Grabung ist befundorientiert, d.h. die einzelnen Funde werden in ihrer räumlichen und zeitlichen Einbettung auf Befunde bezogen.
Die meisten Fundplätze werden heute durch Baumassnahmen entdeckt. Über Notgrabungen versucht die Archäologie diese Befunde vor ihrer Zerstörung auszuwerten. Einzelne Fragestellungen können aber auch gezielt zur Fahndung eines Fundplatzes führen.
Bevor mit dem Graben begonnen wird ist eine Archäologische Voruntersuchung nötig: Suchgräben, magnetische Sondierung, Bodenwiderstandsmessung, Luftbildarchäologie etc. kommen hier zum Einsatz. Jede Methode dient dazu sich ein Bild der potentiellen Grabungsstelle zu machen, um die eigentliche Grabung besser planen zu können.
Da jede Ausgrabung zur Zerstörung des Befundes führt, soll eine exakte Dokumentation den Fundplatz, zumindest auf dem Papier, auch später bis ins Detail rekonstruierbar machen.
Das wichtigste Arbeitsmittel der Ausgrabung ist deshalb, neben der Kelle, "Papier und Bleistift".
Altersbestimmung
(Hauptartikel: Altersbestimmung)
Altersbestimmung
Ein Schwerpunkt der archäologischen Forschung ist die Datierung der Befunde (z.B. Grab) anhand der Funde (z.B. Grabbeigabe).
Bei der Altersbestimmung wird zwischen absoluter Chronologie
- C14-Datierung (für organische Stoffe)
- Thermolumineszenzdatierung auch: TL-Datierung (für Keramik)
- Dendrochronologie (für Holz)
- Kalium-Argon-Methode (für Gestein)
und relativer Chronologie
- Fundkombination von geschlossenen Funden
(Siehe auch: Seriation und Korrespondenzanalyse)
- Chorologie
- Stratigrafie
- Phosphatanalyse
- Photogrammetrie
unterschieden.
Funde
(Siehe auch: :Kategorie:Archäologischer Fundplatz)
(Siehe auch: :Kategorie:Archäologischer Fund)
Archäologie in Deutschland
In Deutschland gehört die Archäologie zu den Aufgaben der Bundesländer (=Landesarchäologie), meist als Bereich des Denkmalamtes als Bodendenkmalpflege organisiert. Größere Städte haben oft eine eigene Stadtarchäologie.
Deutsche Grabungen im Ausland werden hingegen vom Deutschen Archäologischen Institut durchgeführt.
Literatur
- J. Rychener: Was ist Archäologie? Annäherung an einen Traum. Augster Museumshefte 24. 2001
- J. Bergemann: Orientierung Archäologie: was sie kann, was sie will. 2000
- P. Bahn (ed.): Archaeology. Cambridge Illustrated History. 1996
- B. Cunliffe: Illustrierte Vor- und Frühgeschichte Europas. Campus Verlag 1996
- H. J. Eggers: Einführung in die Vorgeschichte. Piper Verlag 1986
- M. K. H. Eggert: Prähistorische Archäologie. Konzepte und Methoden. UTB 2001
- T. Hölscher: Klassische Archäologie. Grundwissen. Theiss 2002
- M. Kuckenburg: Siedlungen der Vorgeschichte in Deutschland, 300 000 bis 15 v. Chr. Dumont 1993
- G. P. Fehring: Einführung in die Archäologie des Mittelalters. 1992
- Trigger, Bruce. 1990. "A History of Archaeological Thought". Cambridge: Cambridge University Press. ISBN 0521338182
Kataloge
- W. Menghin / D. Planck (Hrsg.): Menschen Zeiten Räume Archäologie in Deutschland
- U. v. Freeden / S. v. Schnurbein (Hrsg.): Spuren der Jahrtausende. Archäologie und Geschichte in Deutschland
Aufbereitung für die Öffentlichkeit
Museen mit einem Schwerpunkt auf die Darstellung archäologischer Funde werden als Archäologische Sammlung bezeichnet.
(Siehe auch: Kategorie:Archäologische Sammlung)
Als Archäologische Wanderung wird die Verbindung oberirdisch sichtbarer Bodendenkmäler durch einen Wanderlehrpfad bezeichnet.
Ein Archäologischer Park dient in Form eines Reservats der langfristigen Konservierung eines Fundplatzes, indem das Gelände vor einer Überbauung geschützt wird.
Rekonstruktionen oder der Wiederaufbau sind wissenschaftlich sehr umstritten, da eine Rekonstruktion immer spekulativ ist und nur den aktuellen Wissensstand wiederspiegelt. Zudem oftmals gefärbt durch den herrschenden Zeitgeist. Es ergeben sich jedoch auch Schnittstellen zur Experimentellen Archäologie, indem die Machbarkeit und der Praxisbezug einer Theorie überprüft werden können.
Weblinks
- [http://www.archaeologie-online.de Online-Forum zur Archäologie mit Linksammlung]
- [http://archaeologieforum.at Forum zur Archäologie in Österreich]
- [http://www.ausgraeberei.de Nützliches für Grabungstechnik und Archäologie]
Zeitschriften
- [http://farch.net Forum Archaeologiae - Zeitschrift für klassische Archäologie]
- [http://www.archaeologie-in-deutschland.de Zeitschrift "AiD Archäologie in Deutschland"]
Vereine und Organisationen
- [http://www.dainst.org/index.php Deutsche Archäologische Institut]
- [http://www.landesarchaeologen.de Liste aller Landesämter für Archäologie in Deutschland]
- [http://www.dguf.de Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte] mit einer [http://www.dguf.de/link-frames.htm Liste archäologischer Vereine in Deutschland]
- [http://www.ag-caa.de AG Computeranwendungen & quantitative Methoden in der Archäologie]
- [http://www.araf.de Archäologie (AR) Afrikas (AF)]
- [http://www.exarc.org/links_portal.html EXARC European EXchange on Archaeological Research and Communication] Zusammenschluß europäischer Institutionen zur Experimentellen Archäolgoie.
!AAArchäologie
Kategorie:Geisteswissenschaft
Kategorie:Kulturwissenschaft
Kategorie:Geschichtswissenschaft
als:Archäologie
ja:考古学
ko:고고학
ms:Arkeologi
simple:Archaeology
th:โบราณคดี
DatierungDatierung ist die Methode, die den Zeitraum der Entstehung bzw. Nutzung von archäologischen und paläontologischen Funden oder historischen Dokumenten bestimmt.
Je nach Art und Alter des Fundes finden verschiedene Methoden Anwendung:
- Radiokarbonmethode bei bis zu 30 000 alten Funden die organische Stoffe enthalten (C-14-Methode)
- Dendrochronologie bei Holzstücken und Holzbalken
- Tritium-Methode bei Weinen, Wasserproben oder wasserhaltigen Funden bei nicht zu hohem Alter
- Wasserzeichen, Schriftmerkmale, Tinte, Papierart werden zur Datierung von Urkunden herangezogen
- Chemische Zusammensetzung von Farben bei Ölgemälden
Siehe auch
- Altersbestimmung (Archäologie)
- Uran-Blei-Datierung
- Probleme der Altersbestimmung
- Akme
Kategorie:Archäologie
Kategorie:Paläontologie
Kategorie:Geologie
Kategorie:Historische Geologie
Kategorie:Historische Hilfswissenschaften
LeitfossilienLeitfossilien sind Fossilien, anhand derer man die relative Altersbestimmung verschiedener Gesteinsschichten vornehmen kann. Findet man das gleiche Leitfossil in Sedimentgestein von verschiedenen Orten der Erde, so sind die Gesteine annähernd gleich alt. Diese Art der Altersbestimmung wird Biostratigraphie genannt.
Ein ideales Leitfossil erfüllt folgende Bedingungen:
- Die Art darf nur kurze Zeit existiert haben, um eine möglichst präzise Datierung zu ermöglichen
- Die Art sollte in möglichst unterschiedlichen Lebensräumen existiert haben und damit in möglichst vielen unterschiedlichen Gesteinsfazies zu finden sein
- Die Fossilien müssen geographisch weit verbreitet sein, sodass auch weit entfernte Schichten miteinander verglichen werden können
- Die Fossilien müssen leicht und eindeutig bestimmbar sein.
- Die Fossilien müssen in hoher Anzahl vorkommen.
Je weniger diese Anforderungen erfüllt werden, desto geringer ist der Nutzen als Leitfossil.
Leitfossilien für das Kambrium sind hauptsächlich Trilobiten, für Ordovizium und Silur meistens Graptolithen und vom Devon bis zur Kreidezeit stellen die Ammonoideen die meisten Leitfossilien.
Geschichte
Als Begründer der Biostratigraphie gilt der englische Landvermesser William Smith (1769-1839), dem um 1800 bei Kanalbauarbeiten auffiel, dass in verschiedenen Gesteinsschichten verschiedene Fossilien vorkommen. Bis 1815 erstellte er eine geologische Landkarte von England und Wales aufgrund von Leitfossilien in verschiedenen Schichten. Seine Bemühungen brachten ihm neben der Wollaston-Medaille der Geologischen Gesellschaft von London auch den Spitznamen Strata-Smith ("Schichten-Smith") ein.
Siehe auch:
- Geologische Zeitskala
Kategorie:Geologie
Kategorie:Historische Geologie
Kategorie:Paläontologie
ja:示準化石
Iridium (Chemisches Element)
Iridium ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Ir und der Ordnungszahl 77. Das sehr schwere, harte, spröde, silber-weiß glänzende Metall der Platingruppe gilt als das korrosionsbeständigste Element. Unter 0,11 Kelvin wechselt es in den supraleitfähigen Zustand über.
Geschichte
Iridium (griechisch iris für Regenbogen) wurde 1803 in London von Smithson Tennant zusammen mit Osmium entdeckt. Beim Auflösen eines Rohplatins in Königswasser befanden sich beide Platinmetalle im unlöslichen schwarzen Rückstand. Die hohe Farbkraft der Iridiumsalze inspirierte Tennant zu dem Namen Iridium.
Vorkommen
Iridium ist seltener als Gold oder Platin. In der Natur tritt es elementar in Form von kleinen Körnern auf oder in Begleitung des Platins. Mit Osmium bildet es zwei natürlich vorkommende Minerale :
- Osmiridium, das zu 50 % aus Iridium, der Rest aus Osmium, Platin, Rhutenium und Rhodium besteht
- Iridosmium, das sich zu 55-80 % aus Osmium und zu 20-45 % aus Iridium zusammensetzt.
Wichtige Vorkommen liegen in Südafrika, im Ural, Nord- und Südamerika, in Tasmanien, Borneo und Japan.
Freies Iridium ebenso wie andere Elemente der Platingruppe finden sich in Flusssanden. Daneben fällt Iridium bei der Verhüttung von Nickelerzen an.
Eigenschaften
Wegen seiner Härte und Sprödigkeit kann Iridium nur schwer bearbeitet werden. Bei Rotglut oxidiert es unvollständig zu schwarzem IrO2, das oberhalb 1140 °C wieder zerfällt. Auch Iridium ist wie Osmium in der Hitze und vor allem beim höherem Sauerstoffgehalt als Oxid flüchtig. An kalten Stellen jedoch scheidet es sich im Gegensatz zum Osmium als Metall oder IrO2 wieder ab.
In Mineralsäuren, auch in Königswasser, ist es beständig. In Chlorid-Schmelzen bei Gegenwart von Chlor wird es jedoch aufgelöst. Iridium gilt als das Element mit der größten Dichte.
Ein bestimmtes Iridiumiostop ist mit 22,65 kg/dm³ das dichteste aller Reinelemente. Im Durchschnitt aller vorkommenden Isotope ist Iridium nicht das dichteste Element, sondern Osmium. Ob Iridium das dichteste Element ist, oder ob es Osmium ist, ist also reine Definitionssache.
In der angelsächsischen Literatur gilt überwiegend Osmium als das dichteste Element.
Isotope
Iridium hat 8 Isotope
- 189Ir
- 190Ir
- 191Ir 37,3 % Ir ist stabil mit 114 Neutronen
- 192Ir
- 192mIr
- 193Ir 62,7 % Ir ist stabil mit 116 Neutronen
- 194Ir
- 195Ir
siehe Tabelle rechts
Verwendung
Iridium ist oft Bestandteil von Legierungen, denen es Härte und/oder Sprödigkeit verleiht. Platin-Iridium-Legierungen setzt man bei Präzisionsmessungen, in der Medizin und dem Maschinenbau ein.
Weitere Verwendung findet es:
- in Form von Behältern und Tiegeln für Hochtemperaturanwendungen
- als elektrischer Kontakt
- bei Zündkerzen-Elektroden
- in Schreibfedern für Füllfederhalter
- als Bestandteil von Kugelschreiberminen (Schreibkugel)
- in Legierung mit Pt als Zerstäuberspitze in der Flammen-Atomabsorptionsspektrometrie
- sowie in Form der UV-Schutzschicht auf hochwertigen Sonnenbrillen
Sicherheitshinweise
Metallisches Iridium ist wegen seiner Beständigkeit ungiftig. Iridiumverbindungen müssen als toxisch eingestuft werden.
Nachweis
Siehe auch KT-Impakt (Kreide-Tertiär-Einschlag), Auftreten von Iridium in Schichten weltweit, die durch einen Meteor oder Kometen hervorgerufen wurden.
Verbindungen
Viele Iridiumsalze sind farbig: Mit Chlor bildet es olivgrünes Iridium(III)-chlorid oder dunkelblauschwarzes nicht ganz definiertes Iridium(IV)-chlorid. Mit Fluor reagiert es zu gelbem, leichtflüchtigem Iridium(VI)-fluorid beziehungsweise gelbgrünem Iridium(V)-fluorid.
Literatur
Weblinks
- [http://periodic.lanl.gov/elements/77.html Los Alamos National Laboratory - Iridium]
- [http://www.webelements.com/webelements/elements/text/Ir/index.html WebElements.com - Iridium]
- [http://environmentalchemistry.com/yogi/periodic/Ir.html EnvironmentalChemistry.com - Iridium]
- [http://www.pniok.de/ir.htm Bild in der Sammlung von Heinrich Pniok]
Kategorie:Chemisches Element
Kategorie:Gruppe-9-Element
Kategorie:Periode-6-Element
Kategorie:Übergangsmetall
ja:イリジウム
th:อิริเดียม
WarveEine Warve (Jahresschicht, Ursprung: varvig lera = geschichteter Ton) umfasst die Sedimentation eines Jahres in Seen oder im Meer. Eine Warve baut sich aus mehreren unterscheidbaren Teillagen auf. Zur Bildung von Warven sind in Jahresrhythmus wechselnde Sedimentationsverhältnisse notwendig. Bei Vorliegen von Warven im Sediment kann, wie bei Baumringen, durch Auszählen der Warven das Alter (des Sediments) präzise ermittelt werden. Weiterhin schwanken die Mächtigkeiten der Jahresschichten und ihre interne Struktur in Abhängigkeit von einwirkenden äußeren Parametern, wie z.B. Klima.
Warventypen
Man unterscheidet verschiedene Warventypen.
- Klastische Warven können in Gewässern gebildet werden, in denen der Stoffeintrag aus dem Einzugsgebiet das am Seegrund abgelagerte Sediment dominiert. Das trifft vor allem auf proglaziale und Hochgebirgsseen zu. Hier wird im Sommer, wenn das in der Umgebung des Gewässers vorhandene Eis taut, durch starke Abflüsse grobes Material (sandig, oft hell) am Seegrund abgelagert. Im Winter, wenn der See zugefroren ist, sinkt das während des Jahres in den See gelangte Feinmaterial (Ton) ab und es entsteht eine feinkörnige (oft dunkel) Lage. Diese Abfolge stellt zusammen ein Jahr dar.
- Evaporitische Warven können in Gewässern in semiariden Gebieten abgelagert werden. Dort wird durch Erwärmung und Verdunstung in jährlich regelhafter Weise die Löslichkeitskonzentration verschiedener Minerale (Karbonate, Sulfate, Halite) überschritten, und diese Minerale fallen nacheinander aus und werden am Seegrund abgelagert. Die Wiederholung dieser charakteristischen Abfolge stellt die Sedimentation eines Jahres dar. Ein Beispiel für ein solches Gewässer ist das Tote Meer.
- Organogene oder Biogeochemische Warven können in dimiktischen meso-eutrophen Seen der höheren Breiten abgelagert werden. Diese Warven spiegeln hier einen Teil des im See abgelaufenen Lebens wider. Im Frühjahr, wenn das nährstoffreiche Tiefenwasser während der Frühjahrszirkulation ins Oberflächenwasser eingemischt werden kann, treten in solchen Seen oft Massenblüten planktischer Kieselalgen auf. Ein Teil dieser Algen gelangt nach dem Absterben an den Seegrund. Ihre Schalen bilden häufig die Frühjahrslage. Im Sommer gelangt wenig Material an den Seegrund, da die stabile thermische Schichtung (Thermokline) die Vermischung von Oberflächen- und Tiefenwasser behindert. Die nach der Frühjahrsblüte im Oberflächenwasser verbliebenen Nährstoffe zirkulieren in kurzen Kreisläufen (Nährstoff-Produzent-Konsument-Nährstoff). Eine Ausnahme stellen Kalkkristalle dar, die bei sommerlichen Algenblüten (CO2-Entzug durch Algen) und wegen der Erwärmung des Oberflächenwasser (Ausgasen des CO2 in Atmosphäre) ausgefällt werden. Dieser Kalk bildet in Hartwasserseen die Sommerlage. Kommt es im Herbst zur erneuten Zirkulation des gesamten Wasserkörpers, dann könne weitere Blüten planktischer Kieselalgen auftreten und die Schalen am Seegrund abgelagert werden. Zusätzlich werden in den Herbstschichten auch benthisch-litoral Kieselalgenschalen und organischer Detritus gefunden. Im Winter wird eine Tonschicht abgelagert, wenn es während des Jahres ausreichend hohe Einträge aus dem Einzugsgebiet gegeben hat und über eine längere Dauer eine stabile Eisschicht zur vollständigen Beruhigung des Wasserkörpers sorgt. Die Folge dieser vorgestellten Sub-Schichten repräsentiert die Sedimentation und das Leben einen Jahres. Beispiele für lange Sequenzen mit diesem Typ Jahresschicht sind die Eifel-Maare (ohne, bzw. mit wenig Kalk) und der Belauer See in Schleswig-Holstein (kalkführende Warven).
Kategorie:Geologie
Kategorie:Limnologie
Kategorie:Ozeanologie
Eifel
Die Eifel ist ein grenzüberschreitendes Mittelgebirge im Westen von Deutschland zwischen Aachen im Norden und Trier im Süden. Sie fällt im Nord-Osten auf einer Linie zwischen Aachen - Düren - Bonn zur Niederrheinischen Bucht hin ab. Im weiteren Verlauf begrenzen Rhein und Mosel im Osten und Süden die Eifel. Im Westen geht sie in Belgien und Luxemburg in die Ardennen über. Sie berührt die deutschen Bundesländern Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sowie die belgischen Ostkantone Eupen - Sankt Vith sowie das Großherzogtum Luxemburg.
Die Eifel ist geologisch ein Teil des linksrheinischen Schiefergebirges und damit der östliche Teil des Mittelgebirges Eifel-Ardennen.
Die höchste Erhebung der Eifel ist die Hohe Acht (747 m).
Den Namen erhielt die Eifel vom karolingischen Eifelgau her, der annähernd dem Gebiet um die Quellen der Flüsse Ahr, Kyll, Urft und Erft entsprach.
Ein bekanntes Ausflugsziel für Motorsportfans ist der Nürburgring mit der Nordschleife. Seit 2004 ist ein Teil der Nordeifel als Nationalpark Eifel unter besonderen Schutz gestellt. Ein neues touristisches Ziel soll ab 2006 die Deutsche Vulkanstraße sein.
Geographie
Als Teil des Rheinischen Schiefergebirges gilt die Eifel als ein welliges sog. Rumpfhochland, welches sich aus dem durch Erosion abgetragenen Urgebirge der Variskische Alpen und späterer erneuter Hebung entwickelte. Die wellige Hochebene wird im westlichen Teil durch einzelne bis 700 m hohe Bergrücken wie Schneifel oder Hohes Venn durchzogen. Im östlichen Teil bildeten sich aus tertiärem und diluvialen Vulkanismus einzelne Schlackenvulkane und Basaltkuppen (Hohe Eifel,Vulkaneifel), welche die Hügellandschaft überragen (Hohe Acht, Ernstberg).
Die zur Mosel und Rhein hin entwässernden Flüsse wie z.B. Our und Kyll bzw. Ahr und Brohl haben sich zum Rand der Eifel hin tief eingeschnitten und bilden größere Täler aus.
Die über 5300 km² große Eifel wird von den Geographen allgemeinübersichtlich in West- und Osteifel unterteilt, feingliedriger in mehrere naturräumliche Landschaften mit teilweise weiteren Untergliederungen.
Naturräume
- Hohe Eifel oder Hocheifel
- Vulkaneifel
- Ahrgebirge, auch Ahreifel
- Rheineifel
- Breisiger Ländchen
- Nordeifel
- Rureifel, auch gleichgesetzt mit Nordeifel
- Monschauer Heckenland
- Der Kermeter
- Zitterwald
- Hürtgenwald
- Aachener Hügelland
- Hohes Venn
- Schnee-Eifel
- Schneifel, auch gleichgesetzt mit Schnee-Eifel
- Prümer Land
- Südeifel
- Kyllburger Waldeifel oder nur Waldeifel, auch Kylleifel
- Islek
- Bitburger Gutland
- Voreifel, im Raum Cochem-Mayen auch Vordereifel
- Meschernicher Voreifel
- Drachenfelser Ländchen
- Die Pellenz
- Maifeld
- Moseleifel
- Der Kondel oder Kondelwald
- Meulenwald
- Moselberge
- Wittlicher Senke
Bitte weiter Ergänzen
Hinweis: Es wurden ausschließlich naturräumliche bzw. kulturlandschaftliche Eifelregionen benannt. Teilweise kursierende Begriffe von Tourismus- und Fremdenverkehrsvereinen stehen oftmals nicht in einen korrekten geographischen Kontext.
Berge und Erhebungen
Der höchste Berg der gesamten Eifel ist die Hohe Acht mit 747 m. Sie ist gleichzeitig die einzige Erhebung der Eifel über 700 m. Allerdings erreichen viele Bergrücken, Bergkuppen und größere Gebiete wie der Zitterwald generell Höhen von z.T. deutlich über 600 m.
Liste der Berge und Erhebungen
- Hohe Acht (747 m), Hohe Eifel
- Ernstberg (699 m), Vulkaneifel
- Schwarzer Mann, (698 m), Schnee-Eifel
- Signal de Botrange (694 m), Hohes Venn
- Scharteberg (691 m), Vulkaneifel
- Weißer Stein (689 m), Nordeifel
- Nürburg (678 m), Hohe Eifel
- Hochkelberg (675 m), Hohe Eifel
- Seimersberg (663 m), Schnee-Eifel
- Stehling (658 m ?), Hohes Venn
- Giescheid (652 m), Nordeifel
- Nerother Kopf (647 m), Vulkaneifel
- Aremberg (623 m), Ahrgebirge
- Dreiser Höhe (611 m), Hohe Eifel
- Hardtkopf (596 m), Südeifel
- Herkelstein (435 m), Nordeifel
Gewässer
Die Eifel ist aufgrund des feucht-milden Atlantikklimas von zahlreichen Bächen und kleineren Flüssen durchzogen. Durch Aufstauungen entstanden besonders in der Nordeifel z.T. sehr große Stauseen (Bsp. Rursee, zweitgrößter Stausse in Deutschland).
Eine Besonderheit bilden in der Eifel die Maare. Diese oftmals kreisrunden natürlichen Seen sind vulkanischen Ursprungs (siehe auch Geologie). Das größte Maar ist der Laacher See bei Maria Laach.
Liste Flüsse und Bäche
- Rhein
- Mosel
- Sauer
- Prüm
- - Nims
- - Enz
- Our
- Kyll
- Salm
- Lieser
- Alf
- Elz
- Nette
- Brohl
- Ahr
- Erft
- Veybach (Feybach)
- Krebsbach
- Maas
- Rur
- Inde
- Urft
- Olef
- Vesdre (Weserbach)
- Hill
(geordnet nach Flusslauf und Nebenflüssen; die kursiv gesetzten Flüsse verlaufen außerhalb der Eifel)
Liste Seen und Stauseen
- Laacher See
- Pulvermaar
- Weinfelder Maar, auch Totenmaar
- Ulmener Maar
...
- Stausee Bitburg
- Stauanlage Weilerbach (Freilinger See)
- Kylltalsperre (Kronenburger See)
- Oleftalsperre
- Rursee
- Urfttalsperre
...
Bitte weiter Ergänzen
Geologie
Der geologische Untergrund besteht in der Eifel wie in den anderen Landschaften des Rheinischen Schiefergebirges überwiegend aus Schiefer, Kalk- und Sandsteinen und Quarziten der Devonzeit. Bis vor etwa 10000 Jahren gab es in der Eifel starke vulkanische Aktivität, Geologen unterteilen die Eifel daher aufgrund der geologischen Begebenheiten eher in drei Naturräume; Schiefereifel, Kalkeifel und Vulkaneifel. Die Krater, die bei der Explosion vulkanischer Gase entstanden und sich teilweise mit Grundwasser füllten, werden Maare genannt. Aus geologischer Sicht gilt die Eifel noch immer als vulkanisch aktiv. Es wird angenommen, dass sich unter der Eifel ein sogenannter "Hot Spot" befindet. Kennzeichen dieser vulkanischen Aktivität ist beispielsweise austretendes CO2, zum Beispiel im Laacher See.
Klima
Die Eifel gehört zum atlantischen Klimabereich mit relativ hohen Niederschlägen; die Winter sind mäßig kalt, aber ausgedehnt und schneereich; die Sommer sind feucht und kühl; vorherrschende Windrichtung ist West-/Nordwest; relativ trockenes und mildes Klima herrscht im Wind- und Regenschatten der Hocheifel; sibirische Kaltluft bleibt in der Regel auch in den höheren Lagen der Eifel wenig wetterwirksam, da die Atlantiknähe auch im Winter mildere Meeresluft an die Eifel heranführt.
Im langjährigen Mittel hat selbst die Schneifel im Winter nur eine Schneedecke von neun zusammenhängenden Tagen, da länger anhaltende Kälteabschnitte ausbleiben; mit insgesamt 70 Tagen geschlossener Schneedecke ist die Schneehäufigkeit insgesamt in den Hochlagen relativ hoch (zum Vergleich: Bitburg 35 Tage, Maifeld 30 Tage), allerdings schwankt die Schneehäufigkeit von Jahr zu Jahr. Schneehöhen schwanken im Mittel zwischen 15 cm bis 60 cm; allerdings kann es durch den feuchten atlantischen Klimabereich auch zu extremen Ausschlägen kommen (2. März 1987 gemessene Schneedecke in der Eifel 227 cm am Weißen Stein).
Die Mitteltemperatur im kältesten Monat (Januar) beträgt -1,5 °C in den Hochlagen, im Gebirgsvorland +1,5 bis 2 °C; Frosttage mit Tiefsttemperaturen unter 0 °C gibt es in den Höhenlagen 110; Eistage, an denen die Temperaturen nicht über 0 °C ansteigen liegen im langjährigen Mittel bei 40; der wärmste Monat (Juli) hat im Schnitt nur eine Temperatur von 14 °C in den Hochlagen; die Niederschlagsmenge nimmt infolge des Lee-Effektes der Hochlagen von West nach Ost deutlich ab; sind es in der Schneifel noch durchschnittlich 1200 mm (Hohes Venn 1500 mm-1700 mm) Niederschlag so beträgt die Niederschlagsmenge im Maifeld nur 600 mm.
Die bioklimatischen Bedingungen sind in der Eifel günstig. Wärmebelastung und Luftschwüle treten im Sommer nur selten auf. Die Eifel hat insgesamt ein ausgesprochenes Reizklima, wobei die Hochlagen als reizstark gelten. Die Eifel ist ein Reinluftgebiet mit sehr geringer luftchemischer Belastung. An heißen Sonnentagen ergibt sich manchmal eine erhöhte Konzentration von bodennahem Ozon.
Geschichte
Bereits vor mehr als 100.000 Jahren streiften Neandertaler durch das Gebiet der heutigen Eifel.
Archäologische Funde belegen, dass vor etwa 30.000 Jahren Cro-Magnon-Menschen dort gesiedelt haben.
Vor etwa 12.000 Jahren endete die letzte Eiszeit und das Klima änderte sich radikal.
Zur Römerzeit war die Eifel ein bedeutender Wirtschaftsraum. Die Bodenschätze (Blei, Galmei, Eisen, Kalk und Steine zum Bauen) wurden abgebaut und große Fernstraßen durchquerten die Eifel. Im Hochmittelalter war die Eifel Grenzgebiet zwischen den Erzbistümern Köln und Trier, der Grafschaft Luxemburg und dem Herzogtum Jülich. Dies erklärt die große Zahl an Burgruinen, welche vor allem zur Grenzsicherung erbaut wurden. Durch geschickte Politik konnten sich einige kleinere Fürstentümer und Abteien ihre Selbständigkeit bewahren, so z.B. das Haus Manderscheid - Blankenheim, die Grafschaft Salm-Reifferscheid oder die Abtei Prüm.
Die Berg- und Hüttenwerke sowie der große Bedarf an Bau- und Brennholz führten im 17. und 18. Jahrhundert zu einer fast völligen Abholzung der Wälder. Man muss sich die Eifel um 1800 als eine Wiesen- und Heidelandschaft vorstellen, auf der vor allem Schafherden weideten. Gleichzeitig verarmte die Bevölkerung zusehends, da die kargen Ackerböden keine reichen Ernten zuließen. Gleichzeitig war die Eifel Durchmarschgebiet französischer Truppen zu allen möglichen Kriegsschauplätzen. Diese forderten von der einheimischen Bevölkerung „Fouragegelder“, was zur weiteren Verarmung beitrug, wie die Auflistung von Kottenheim zeigt.
Mit Beginn der preußischen Herrschaft 1815 änderte sich an den sozialen Zuständen wenig: Die Eifel als ärmliches Randgebiet des Reiches war nur aus militärischen Gründen von Interesse. Allerdings änderte sich das Landschaftsbild, da die Preußen eine planvolle Aufforstung betrieben, wenn auch mit standortuntypischen Nadelbäumen.
Die Grenzlage zwischen Deutschland und Belgien, bzw. Luxemburg führte zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Bau vieler Eisenbahnstrecken, die vor allem strategischen Zwecken dienten. Doch brachte diese Verbesserung der Verkehrswege nebenbei auch den Tourismus in Schwung. Ebenfalls der Wirtschaftsförderung diente der Bau des Nürburgrings in den 1920er Jahren.
Da die Eifel Grenzregion blieb, wurde sie auch von den Kämpfen des 2. Weltkriegs nicht verschont. Dem Bau des Westwalls folgten von September 1944 bis zum Januar 1945 heftige Gefechte und die Ardennenoffensive, vor allem in der Nordeifel.
Ardennenoffensive
Wirtschaft
Große Teile der Eifel gelten als strukturschwaches Gebiet. Große Industrieansiedlungen fehlen fast ganz. Lediglich in der Pellenz im Neuwieder Becken ist eine stärkere Industiealisierung vorhanden. Landwirtschaft wird in bestimmten Tallagen und in den tieferen Gebieten betrieben (besonders in Teilen der Südeifel sowie in der Voreifel und dem Maifeld). An Rhein, Mosel und Ahr wird umfangreich Weinwirtschaft betrieben. In den Hochlagen sind nur Forst- und Milchwirtschaft möglich.
Tradtion hat in der Eifel auch an vielen Stellen der Abbau von Basalt und anderen Gesteinen sowie Mineralien.
Der Tourismus spielt eine zunehmende wirtschaftliche Bedeutung und wurde insbesondere durch die Nationalparkausweisung in der Rureifel oder naturkundliche Infrastruktur in der Vulkaneifel weiter gestärkt. Desweiteren sind einige Maare und Seen beliebte Ausflugziele. Im Winter gibt es auch in den Hochlagen Angebote für Wintersportler.
Bekannt ist die Eifel aufgrund der vulkanischen Ursprünge für die vielen Mineralquellen. Größte Abfüller sind Gerolsteiner und Apollinaris.
... Nur erster Einstieg, bitte gesamten Wirtschaftsteil überarbeiten, fortführen bzw. ergänzen!
Kultur
Literatur aus der Eifel und über die Eifel
Als traditionell abgeschiedene Landschaft, in der die Bevölkerung eine stille und einfache Lebensweise pflegt, bot die Eifel einen guten Boden für eine lebendige Volkspoesie.
In Sagen, Legenden und Märchen, die an langen Winterabenden in den Bauernstuben erzählt wurden, spiegelt sich häufig die Sehnsucht nach einer besseren Welt, die im Kontrast zur vorgefundenen Lebenswirklichkeit stand.
Volksliteratur
Eifler Mentalität und Humor schlug sich nieder in zahlreichen Schnurren und Schwänken. Käuze und Eifler Originale sind in diesen Erzählungen lebendig geblieben. Über den Raum bekannt geworden sind die "Dahnener Sprünge". Freude am Witz und Nachbarschaftsspott mögen die Motive gewesen sein für diese volkstümlichen Eifler Schildbürgergeschichten.
Schon früh wurde die Volkspoesie der Eifel gesammelt. Inspiriert durch die Romantik, in der man im Volkstümlichen Quellen unverfälschter Motive und Formen sah, entstanden Sagensammlungen und Bearbeitungen Eifler Sagenstoffe. Unter den aufschlußreichen Sammlungen sei der poetische Führer durch die Eifel des Kaplans Johann Heydinger genannt. Prominente Autoren wie Adalbert von Chamisso, Guido Görres, Karl Simrock, Ernst Moritz Arndt und Friedrich Schlegel stehen hier neben frühen Eifeler Autoren.
Auch das wissenschaftliche Interesse der 20er Jahre an der Volkskultur gab Impulse für das Sammeln von Volkspoesie. Prominentester Sammler war der in Zendscheid geborene Bonner Professor für Volkskunde, Matthias Zender, der in den Jahren zwischen 1929-1936 als Student etwa 10.000 Sagen, Volksmärchen und Schwänke des Eifel-Ardennenraumes zusammengetragen hat, von denen 2000 veröffentlicht wurden.
Autoren
Als erster Dichter der Eifel gilt Peter Zirbes, ein wandernder Steinguthändler aus Niederkail. Er ist Schöpfer schlichter Mundartgedichte, die er 1852 veröffentlichte.
Zu den prominenten Autoren, die die Eifel als Schauplatz einiger Romane und vieler Erzählungen wählte, zählte die gebürtige Trierin Clara Viebig. Die Erfolgsautorin und bedeutende Erzählerin des späten Naturalismus hat mit dem Roman "Kreuz im Venn" und dem "Weiberdorf" unvergessene Eifelliteratur geschrieben. Wegen ihrer Ehe mit einem jüdischen Verleger erlitt ihre Rezeption in der Nazizeit einen entscheidenden Bruch. Erst im vergangenen Jahrzehnt erlebten die Werke der Schriftstellerin eine ungeahnte Renaissance.
Auch andere bedeutende Autoren haben sich mit dem Eifelraum und seinen Menschen literarisch auseinandergesetzt. Prominente "Dichter der Eifel" sind Alfred Andersch mit seinem Kriegsroman "Winterspelt", Ursula Krechel, Dietmar Sons, Heinz Küpper, Jacques Berndorf, Ralf Kramp und andere. Sie haben Literatur von nationalem Rang über die Eifel verfasst.
Interessant ist neben der Perspektive des bodenständigen Dichters die literarische Gestaltung der Eifel aus der Sicht des Außenstehenden. Vor allem dort, wo keine romantische Verklärung der Eifel versucht wird, sondern wo Auswegslosigkeit und Verzweiflung angesichts von Armut und Not, geistiger Enge oder starrer Wertordnungen sichtbar werden, fordert diese Literatur zur Auseinandersetzung mit dem Raum und seinen Menschen heraus.
Eifel-Krimis
Jacques Berndorf ( - 1936) hat eine Reihe von Krimis geschrieben, die sämtlich in der Eifel spielen, unter anderem Eifel-Blues (1989), Eifel-Gold (1993), Eifel-Filz (1995), Eifel-Schnee (1996), Eifel-Feuer (1996), Eifel-Rallye (1997), Eifel-Jagd (1998), Eifel-Sturm (1999), Eifel-Müll (2000), Eifel-Wasser (2001), Eifel-Liebe (2002) und Eifel-Träume (2004).
Der Emons Verlag bietet eine Reihe von Krimis über die Eifel an, u.a. vier Bücher von Edgar Noske (Siehe Weblinks). Weitere empfehlenswerte Autoren von Eifelkrimis sind Carsten Sebastian Henn, Ralf Kramp und Carola Clasen.
Liste bedeutende und bekannte Eifeler
- Mario Adorf ( - 1930) Schauspieler und Schriftsteller, Mayen
- Peter Binsfeld (ca. 1545 - 1598) Theologe und Hexentheoretiker
- Nicolaus Cusanus (1401 - 1464) Kardinal, Bischof von Brixen (Südtirol), Kues/Italien
- Elke Erb ( - 1938), Schriftstellerin, Scherbach
- Hermann Emil Fischer ( - 1852 - 1919) Chemiker, Nobelpreisträger (1902), Euskirchen
- Friedrich Joseph Haass (1780 - 1853) "Heiliger Doktor von Moskau", Münstereifel/Moskau
- Balthasar König (~1685 - ~1760) Begründer der traditionellen Eifeler Orgelbaukunst, Süddeutschland/Münstereifel/Köln
- Christian Ludwig König (1717 - 1789) Orgelbauer, Sohn von Balthasar König, Münstereifel/Köln
- Caspar Joseph König (1726 - 1763) Orgelbauer, Sohn von Balthasar König, Münstereifel/Köln
- Hermann Löher (1595 - 1678) Autor eines Buches über Hexenverfolgungen, Münstereifel/Amsterdam
- Alois Mertes (1921 - 1985) CDU-Politiker und Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gerolstein
- Andrea Nahles ( - 1970) Literaturwissenschaftlerin, Politikerin, Weiler bei Mayen
- Winfried Schäfer ( - 1950) Fußballtrainer
- Edgar Schmitt ( - 1963) "Euro-Eddy", Fußballer beim Karlsruher SC in den 90er-Jahren, Dudeldorf
- Johannes Sleidanus (1506 - 1556) Historiker, Professor, Schleiden/Straßburg
- Johannes Sturmius (1507 - 1589) Humanist, Schulreformer, Schleiden/Straßburg
- Klaus Toppmöller ( - 1951) Fußballtrainer, Rivenich
- Peter Zirbes (1825 - 1901) Dichter, Niederkail
- Hugo Zöller (1852 - 1933) Forschungsreisender, Journalist, Schleiden-Oberhausen/München
Städte in der Eifel
- In der Eifel: Adenau, Bad Münstereifel, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Bitburg, Daun, Düren, Euskirchen, Eupen, Eschweiler, Gerolstein, Heimbach, Hillesheim, Kall, Kaisersesch, Kyllburg, Malmedy, Manderscheid, Mayen, Mechernich, Monschau, Neuerburg, Nideggen, Prüm, Schleiden, Schweich, St. Vith, Wittlich
- Größere Städte in der Nähe: Aachen, Bonn, Koblenz, Köln, Lüttich, Luxemburg, Maastricht, Trier
Verkehr
Durch die Eifel führen:
- die Eifelbahn Köln - Gerolstein - Trier mit mehreren Nebenbahnen. Ein großer Anteil der Nebenbahnen wurde jedoch inzwischen stillgelegt und teilweise auch zurückgebaut.
- die Autobahnen A 1, A 48, A 60, A 61 und A 553
- zahlreiche Bundesstraßen, z. B. B 50, B 51, B 56, B 257, B 258, B 265, B 410, B 421, B 477
Siehe auch
- Moselfränkische Dialektgruppe
- Liste der Landschaften in Nordrhein-Westfalen
- Stockgut
- Grafschaft Manderscheid
- Zu einer "kleinen Geschichte der Not und Plagen" siehe den Artikel zu Kottenheim
Weblinks
- [http://www.eifel.info/ eifel.info: Portal der Tourismus-Verbände]
- [http://www.eifel.de/ www.eifel.de: Portal der Eifel]
- [http://www.eifel-online.de/ eifel-online - eifel-news]
- [http://www.nationalpark-eifel.de/ Nationalpark Eifel]
- [http://www.naturpark-eifel.de/ Naturpark Hohes Venn-Eifel]
- [http://www.schoenecken.com/ Webportal für die Westeifel]
- [http://www.eifel-barrierefrei.de/ Barrierefreie Angebote in der Eifel]
- [http://www.eifeltour.de/ Die Eifel von A-Z]
- [http://www.GrubeWohlfahrt.de/ Die EIFEL von unten]
- [http://www.vulkanweg.de Wanderwege Eifel u.a. Vulkanweg und Lieserpfad]
- [http://wikoelsch.dergruenepunk.de/index.php/Ejfel Die Eifel in der WiKoelsch]
Kategorie:Deutsches Mittelgebirge
Kategorie:Landschaft in Rheinland-Pfalz
Kategorie:Landschaft in Nordrhein-Westfalen]
[[Kategorie:Rheinland]]
[[en:Eifel
ChronologieDie Chronologie, kurz Zeitkunde, ist die Lehre von der Zeitmessung und Zeitrechnung. Sie untersucht, wie die Völker dieser Erde gegenwärtig und einst die Zeit einteilen und messen.
Die Chronologie unterteilt sich in die Astronomische Chronologie und die Historische Chronologie.
Die Chronologie kennt die natürliche kosmische Zeitordnung (Tag, Mondmonat, Sonnenjahr), die zyklische Zeitrechnung (Kalender) und die lineare Zeitordnung (Jahrrechnung).
Die Unterscheidung von relativer und absoluter Chronologie ist in der Archäologie und der Geologie/Paläontologie üblich (s. auch Altersbestimmung (Archäologie)):
- relative Chronologie basiert auf dem Vergleich zweier Kontexte (z.B. Schichten), d.h. beide sind entweder gleich alt oder einer ist jünger als der andere. Die Methodik stammt aus der Stratigraphie (s. dort zur Vertiefung des Themas).
- absolute Chronologie ist nur mittels Dendrochronologie oder physikalischer Methoden (z.B. Radiokarbonmethode, Thermolumineszenzdatierung) möglich. Die Zeit wird hier als Maßzahl, etwa "vor heute" (BP - engl. before present) oder "vor" (v. Chr.) bzw. "nach Christus" (n. Chr.) angegeben.
Siehe auch:
- Geschichtskritik
- Altersbestimmung (Archäologie)
Weblinks
Linksammlung zur Historischen Chronologie: http://www.vl-ghw.lmu.de/chronologie.html
Kategorie:Kalender
Kategorie:Historische Hilfswissenschaften
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Japan
Japan (jap. 日本 Nihon/Nippon; ) ist nach Indonesien, Madagaskar und Papua-Neuguinea der viertgrößte Inselstaat der Welt. Er liegt im Pazifik vor den Küsten Russlands und Koreas.
Der Landesname setzt sich aus den Zeichen 日 (Aussprache ni, in der Bedeutung „Tag“ oder „Sonne“) und 本 (Aussprache hon, in der Bedeutung „Ursprung“ oder „Wurzel“) zusammen. Japan ist deshalb auch bekannt als „Land der aufgehenden Sonne“. Sowohl der frühere mythologische Name Cipangu als auch Japan leiten sich vermutlich von der chinesischen Aussprache der Schriftzeichen (chin. 日本國 rìbĕnguó) ab.
Mit Japan befasst sich ein eigener Bereich der Kulturwissenschaft und Landeskunde, die Japanologie.
Geographie
Japanologie
Hauptartikel: Geographie Japans
Japan ist eine Inselkette, die sich entlang der Ostküste Asiens erstreckt. Die Hauptinseln sind Hokkaidō im Norden, die zentrale und größte Insel Honshū, sowie Shikoku und Kyūshū im Süden. Dazu kommen ca. 3.000 kleinere Inseln, die sich vor allem in der Seto-Inlandsee und als Ryūkyū-Inseln konzentrieren.
Über den gesamten Archipel verläuft eine Gebirgskette, die ungefähr 73% der Landmasse Japans ausmacht. Der höchste Berg Japans ist der Fujisan auf der Hauptinsel Honshū mit 3.776 m über dem Meeresspiegel. Nur in den Regionen Kantō (Großraum Tōkyō) und Kansai (Kyōto - Ōsaka - Kōbe) finden sich größere Ebenen. Beide sind dicht besiedelt und der Standort gleich mehrerer Millionenstädte. Auf Grund des Mangels an Flachland werden Berghänge durch Terassenfeldbau kultiviert.
Regionale Einteilung
Hauptartikel: Regionen Japans
Japan ist in acht Regionen eingeteilt: Hokkaidō, Tōhoku, Kantō, Chūbu, Kansai, Chūgoku, Shikoku und Kyūshū. Diese Einteilung ist historisch begründet und spielt heutzutage nur eine untergeordnete Rolle. Politisch ist Japan in Präfekturen gegliedert (siehe Politik).
Klima
Aufgrund der Nord-Süd-Ausdehnung des Landes ist das Klima in Japan sehr unterschiedlich ausgeprägt, die Inselkette erstreckt sich von der kalt-gemäßigten Klimazone in Hokkaidō, mit kalten und schneereichen Wintern, bis in die Subtropen in Okinawa. Dazu kommt der Einfluss von Winden - im Winter vom asiatischen Kontinent zum Meer, und im Sommer vom Meer zum Kontinent. Im späten Juni und frühen Juli fällt im Süden ein Großteil des Jahresniederschlages als monsunartige Regenfront (jap. 梅雨前線 baiu zensen), außerdem ist diese Zeit Taifun-Saison mit bis zu zwanzig Wirbelstürmen jährlich.
Japan kann wegen seiner breit gefächerten geographischen Verhältnisse in sechs Hauptklimaregionen eingeteilt werden:
- Hokkaidō: nicht sonderlich starke Niederschläge, aber während der langen kalten Winter größere Schneeverwehungen
- Japanisches Meer: Der Nordwestwind im Winter bringt starken Schneefall. Im Sommer ist diese Region kühler als die pazifische Region, jedoch gibt es hier öfter Föhn.
- Zentrales Hochland (Chūo-kochi): starke Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sowie Tag und Nacht, geringe Niederschläge
- Seto-Inlandsee: Die Berge der Region Chūgoku und Shikoku halten den Wind auf und führen zu einem ganzjährig milden Klima.
- Pazifikregion: kalte Winter mit geringem Schneefall und heiße trockene Sommer
- Nansei-shoto (Ryūkyū-Inseln): Subtropisches Klima mit warmen Wintern und heißen Sommern. Starke Niederschläge vor allem während der Regenzeit, regelmäßig auftretende Taifune.
Bild:Klima wakkanai.png|Klimadiagramm Wakkanai (Hokkaidō)
Bild:Klima tokio.png|Klimadiagramm Tokio (Honshū)
Bild:Klima kagoshima.png|Klimadiagramm Kagoshima (Kyūshū)
Naturerscheinungen
Kyūshū]
Japan liegt an der geologischen Bruchzone dreier tektonischer Platten (die Eurasische Platte im Westen und Norden, die Philippinische Platte im Süden und die Pazifische Platte im Osten). Von seinen etwa 240 Vulkanen, die zum pazifischen Feuerring gehören, sind 40 aktiv. In der gesamten Region gibt es nahezu täglich leichtere Erdbeben, in größeren Abständen auch schwere (z. B. Großes Kanto-Erdbeben 1923, Erdbeben von Kōbe 1995). Jedes Jahr findet zum Jahrestag des Kanto-Erdbebens im September eine Übung zum Katastrophenschutz statt.
Im Spätsommer beginnt die Taifun-Saison, bei der vor allem der Süden und Südwesten Japans von über dem Pazifischen Ozean entstehenden Wirbelstürmen heimgesucht wird (z. B. von Tokage im Oktober 2004).
In den letzten tausend Jahren starben in Japan über 160.000 Menschen durch Tsunamis (durch unterseeische Erdbeben ausgelöste Flutwellen). Das Land verfügt heutzutage durch Messbojen im Pazifik über ein effektives Tsunami-Frühwarnsystem. Für die Bevölkerung finden regelmäßig Trainingsprogramme statt, viele japanische Küstenstädte schützen sich durch das Errichten riesiger Deiche. Diese Wälle aus Stahlbeton sind teilweise 10 Meter hoch, bis zu 25 Meter breit und mit stabilen Metalltoren ausgestattet.
Die zehn größten Städte
Tōkyō (Tokio) (8.340.000 Einwohner) – Yokohama (3.375.500) – Ōsaka (2.639.700) – Nagoya (2.213.700) – Sapporo (1.874.900) – Kōbe (1.523.900) – Kyōto (1.469.500) – Fukuoka (1.400.100) – Kawasaki (1.315.900) – Hiroshima (1.155.600) – Sendai (1.027.500)
siehe auch: Städte in Japan
Infrastruktur
Städte in Japan]Die gut ausgebauten Bahntrassen Japans haben eine Gesamtlänge von 23.577 km. Das entspricht Platz 14 (Stand 2004) der Weltrangliste (zum Vergleich: Deutschland liegt mit 46.142 km auf Platz 9; Stand 2004; Quelle: CIA World Factbook).
Die Nord-Süd-Verbindung des Shinkansen ist die Lebensader des Landes. 1964, zu den Olympischen Spielen wurde das erste Teilstück von | | |