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Altes Rathaus (Landsberg am Lech)
Das Alte Rathaus im Westen des Hauptplatzes in Landsberg am Lech (Bayern) ist der auffälligste und schönste Bau des gesamten Platzes. Die Fassade ist mit reichlich Stuck verziert und wurde 1719 von Dominikus Zimmermann gestaltet. Gebaut wurde es von 1699-1702 und die Innenräume wurden in den 1990er Jahren renoviert. In diesen Innenräumen sind diverse große Gemälde von Hubert von Herkomer, ebenso vier Fresken des Künstlers Piloti im Festsaal, die von der Vergangenheit der Stadt erzählen.
Das Gebäude ist bis heute der Tagungsort des Landsberger Stadtrates und wird außerdem für standesamtliche Trauungen genutzt. Im Erdgeschoss befindet sich das Tourismusbüro der Stadt Landsberg.
Weblinks
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Landsberg am Lech
Landsberg am Lech, Rathaus
Landsberg am Lech
Landsberg am Lech ist eine bayerische Große Kreisstadt im gleichnamigen Landkreis des Regierungsbezirks Oberbayern - rund 50 km westlich von München und etwa 35 km südlich von Augsburg nahe dem Ammersee an der Romantischen Straße gelegen.
Stadtgliederung
Zu Landsberg gehören folgende Ortsteile: Landsberg, Erpfting, Ellighofen, Pitzling und Reisch. Innerhalb der Stadt Landsberg liegen zudem die kleineren Siedlungen (Weiler) Mittelstetten, Sandau und Stadtwaldhof.
Stadtwaldhof
Geschichte
Mittelalter
Um 1135 wurde eine Siedlung namens Phetine auf dem späteren Stadtgebiet Landsbergs urkundlich erwähnt, hatte aber noch kein Stadtrecht.
Herzog Heinrich der Löwe verlegte im Jahre 1158 die bedeutende Salzstraße auf eine südlichere Route, wobei er bei Phetine eine Brücke über den Lech bauen ließ.
Zum Schutz dieser Brücke errichtete er unter Einbeziehung der Burg Phetine eine neue größere Anlage, genannt "Castrum Landespurch".
Die Burg war zum einen Vogtburg des Wessobrunner Klosters (heute Landkreis Weilheim-Schongau) und zum anderen Schutz der Grenze zum Hochstift Augsburg.
Im Schutz dieser Burg entstand eine rasch wachsende Ansiedlung, die schon im 13. Jahrhundert das Stadtrecht erhielt und bald "Landesperch" genannt wurde.
Daraus entwickelte sich die heutige Stadt Landsberg am Lech.
13. Jahrhundert
1315 ist die Stadt im Krieg zwischen Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen abgebrannt. Da die Stadt eine wichtige strategische Lage hatte, wurde sie wieder aufgebaut. Der Wiederaufbau wurde vom Herzog unterstützt.
1320 wurde der Stadt das Recht gegeben, Salzzölle zu erheben. Auf diese Weise gelangte die Stadt durch den so genannten Salzpfennig zu einem ansehnlichen Wohlstand.
1353 wurde dann der erste Salzstadel gebaut, bis zum 17. Jahrhundert waren es insgesamt drei. In diesen Salzstadeln wurde das Salz gelagert und auch verkauft (Im 20. Jahrhundert wurde der Salzstadel von der Landsberger Feuerwehr als Standort genutzt, in den 1990er Jahren zog dann die Stadtbücherei Landsberg in den sogenannten Lechstadel). Dazu entwickelte sich auch der restliche Handel bestens, vorwiegend wurde mit Getreide und Holz (Transport über den Lech) gehandelt.
Die Stadt wurde ständig ausgebaut und erweitert, so dass zwischen 1415 und 1435 ein weiterer Stadtmauerring notwendig wurde. Dadurch wurde das Gebiet im Norden und Osten Landsbergs erheblich erweitert. Im Jahr 1425 entstand dann das Bayertor als Einlass in die Stadt von Osten her. Durch dieses Tor führte auch die Salzstraße (von München kommend) in die Stadt hinein. Im gleichen Jahr verlieh Herzog Ernst der Stadt ihr bis heute gültige Stadtwappen.
Neuzeit
Aus dem Jahr 1762 stammen die ersten schriftlichen Nachweise einer Hausnummerierung. Die bis heute gültige Zählung wurde dann im Jahr 1790 festgelegt. Unabhängig von den heutigen Straßennamen verläuft diese Nummerierung von Nr. 1 am Hauptplatz bis Nr. 496a im Hofgraben. Zusätzlich existieren Nebennummern mit a, b, c oder 1/2, 1/3 und 1/4, die bei Teilungen bzw. zusätzlichen Bebauungen entstanden.
Nationalsozialismus
Siehe Landsberg am Lech zur Zeit des Nationalsozialismus
Nachkriegszeit
1945 waren sehr viele der jüdischen KZ-Überlebenden aus den Konzentrationslagern um Landsberg am Lech entwurzelt und heimatlos. Oft hatten sie ihre Angehörigen verloren oder wußten nicht wo diese geblieben waren. Tausende dieser Displaced Persons (DPs) wurden in Landsberg untergebracht und versorgt. Die jüdischen Überlebenden bezeichneten sich selbst als "She’erit Hapletah" - den Rest der Geretteten.
1945
Am 9. Mai 1945 richtete die US-Armee in der Saarburgkaserne das DP-Lager (Displaced Persons Camp) ein. Im DP-Lager lebten Ende 1945 etwa 7000 DPs (Displaced Persons). Während seines Bestehens durchliefen etwa 23 000 jüdische DPs das DP-Lager.
Das Verhältnis zwischen Landsberger Bürgern und den DPs war meist durch Emotionen geprägt und nie unproblematisch. Wurde man doch durch die KZ-Überlebenden immer wieder an die Greuel vor der eigenen Haustüre erinnert.
Nach Gründung des Staates Israel entwickelte sich das DP-Lager Landsberg mehr und mehr zum Durchgangslager. Viele der entwurzelten ehemaligen KZ-Häftlinge bereiteten sich auf Ihre Wiedereingliederung und Auswanderung nach Israel, USA oder andere Länder ihrer Wahl vor. Im DP-Lager Landsberg gab es u.a. Schulen, Werkstätten, neun Kibbuzime, ja sogar eine Lagerzeitung, die"Jiddische Landsberger Cajtung".
Bis zum April 1950 sank die Zahl des DP-Lagers auf 1.500 Personen. Landsberg wurde zu einem Lager, in das sich die Bewohner anderer DP-Lager, die aufgelöst wurden, zurückzogen, bis schließlich das Landsberger DP-Lager am 1. November 1950 aufgelöst wurde ([http://www.buergervereinigung-landsberg.de/dplager/dp_lager.htm Weitere Informationen]).
1945 - 1958 diente das Landsberger Gefängnis der amerikanischen Besatzungsmacht für die Unterbringung deutscher Kriegsverbrecher. 1946 wurde es zum War Criminals Prison No. 1 der Amerikaner. Bis 1951 wurden in Landsberg verurteilte deutsche Kriegsverbrecher hingerichtet. Die genaue Zahl der Hingerichteten ist umstritten. Es finden sich Angaben von 279 bis über 300 ([http://www.buergervereinigung-landsberg.de/kriegsverbrecher/kriegsverbrecher.htm Weitere Informationen]).
Politik
Stadtrat
der Landsberger Stadtrat besteht aus 30 Stadträten:
- 11 Sitze für die CSU
- 7 Sitze für die SPD
- 3 Sitze für die Grünen
- 3 Sitze für die Unabhängige Bürgervereinigung
- 2 Sitze für die Landsberger Liste
- 2 Sitze für die Freien Wähler
- 1 Sitze für die Bürgeraktion Landsberg
- 1 Sitze für die ÖDP
Bürgermeister
Landsberger Oberbürgermeister ist seit Ingo Lehmann (SPD), der 2000 Nachfolger von Franz Xaver Rößle (UBV) wurde. Beide Oberbürgermeister waren vor Ihrer Amtszeit Richter am Landsberger Amtsgericht.
Stellvertreter des Oberbürgermeisters ist der 2. Bürgermeister Norbert Kreuzer (CSU).
Städtepartnerschaften
- Hudson (Ohio), USA
- Saint-Laurent-du-Var, Frankreich
- Waldheim, Sachsen
- Failsworth, England
- Rocca di Papa, Italien
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Italien
- Das 36 m hohe Bayertor aus dem Jahr 1425
- Altes Rathaus und Hauptplatz mit Marienbrunnen
- Schmalzturm und Hauptplatz mit Marienbrunnen
- die Alte Bergstraße (Verbindung vom Bayertor zum Hauptplatz)
- Mutterturm, 1884 errichtet von Hubert von Herkomer zu Ehren seiner Mutter
- Lechwehr
Gedenkstätten
- Europäische Holocaustgedenkstätte in freier Trägerschaft der Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert ([http://www.buergervereinigung-landsberg.de/gedenkstaette/landsberg.htm Weblink])
Kirchen
- Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt
- Johanniskirche, errichtet von Dominikus Zimmermann
- Hl. Kreuz-Kirche, Weihe 1754
- Stadtpfarrkirche zu den Heiligen Engeln
Theater
- Landsberger Stadttheater
Museen
- Stadtmuseum
- Herkomermuseum im Mutterturm
Freizeit
- Inselbad beheiztes Freibad
- Lechpark Pössinger Au Ausflugziel mit Wildpark
- Sportzentrum mit Eisstadion
Feste
- Ruethenfest (alle vier Jahre)
- Stadtfest am Hauptplatz (jährlich)
- Belagerungsfest am Bayertor (jährlich)
Musik
- Kulturversorgung Quere (1995 - 1997)
- Cumulo Nimbus Renaissancerock aus Landsberg am Lech
Parks
- Wildpark in der Pössinger Au
- Park am Mutterturm
- Englischer Garten am Westufer des Lechs oberhalb des Lechwehrs
Wirtschaft und Infrastruktur
Ansässige Unternehmen
- IWL-Werkstätten
- [http://www.rational-ag.de Rational AG, Großküchentechnik]
- [http://www.veit.de/en_d/index_neu.htm VEIT GmbH]
- [http://www.adac.de Technikzentrum Süddeutschland des ADAC]
Behörden
- Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge Außenstelle Landsberg
- Bundesanstalt Technisches Hilfswerk [http://www.thw-landsberg.de/ Ortsverband Landsberg am Lech]
- Bundesvermögensamt München Außenstelle Landsberg
- Justizvollzugsanstalt des Freistaates Bayern
- Welfenkaserne der Bundeswehr mit Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 13, Programmierzentrum der Luftwaffe fliegende Waffensysteme
Schulen
Berufsbildende Schulen
- Agrarbildungzentrum des Bezirks Oberbayern Landsberg am Lech
- Staatliche Berufsschule Landsberg am Lech
Weiterführende Schulen
- [http://www.dzg-landsberg.de Dominikus Zimmermann Gymnasium] Landsberg am Lech
- [http://www.fos-landsberg.de Fachoberschule] Landsberg am Lech
- Freie Waldorfschule Landsberg am Lech
- [http://www.ikg-landsberg.de Iganz-Kögler-Gymnasium] Landsberg am Lech
- Johann-Winklhofer-Realschule Landsberg am Lech
- Montessori-Schule Landsberg am Lech
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Nikolaus Mangold - war ein Landsberger Goldschmied aus dem 15. Jahrhundert. In der Katharinenvorstadt trägt die Nikolaus-Mangold-Straße seinen Namen.
- Sir Hubert von Herkomer - geboren am 26. Mai 1849 in [http://www.waal.de Waal] bei Landsberg am Lech, gestorben am 31. März 1914 in Budleigh-Salterton, Devonshire, England, war ein englischer Maler, Bildhauer, Musiker und Schriftsteller; außerdem gilt er als der Wegbereiter des Automobilsports in Deutschland. In späteren Jahren verweilte er fast jährlich in Landsberg, wo er auch am Ufer des Lech den Mutterturm erbauen ließ. Außerdem sind in der Innenstadt die Hubert-von-Herkomer-Straße und die Herkomer-Passage nach ihm benannt.
- Alois Wolfmüller - geboren am 24. April 1864 in Landsberg am Lech, gestorben am 3. Oktober 1948 in Oberstdorf. Er war Erfinder und Flugtechniker in einer Person. Als Zeitgenosse Otto Lilienthals korrespondierte er regelmäßig mit Lilienthal in Briefen über Eigenschaften und Bauformen von Flugapparaten und deren Flügelbauformen. Außerdem gilt er als der Erfinder des ersten, seriengefertigten Motorrades der Welt und ist damit auch im Guinness-Buch der Rekorde eingetragen. Fluggeräte von Alois Wolfmüller sind unter anderem in der Flugwerft Schleißheim, einer Außenstelle des Deutschen Museums zu besichtigen. Außerdem ist nach ihm der Wolfmüllerweg in Landsberg benannt, der von der Neuen Bergstraße zum Krachenberg führt.
- Wilhelm Ritter von Leeb - geboren am 5. September 1876 in Landsberg am Lech, gestorben am 29. April 1956 in Hohenschwangau) war ein deutscher Generalfeldmarschall im Zweiten Weltkrieg. In Landsberg war nach ihm die mittlerweile geschlossene Ritter-von-Leeb-Kaserne benannt.
- Ignaz Kögler - geboren am 11. Mai 1680 in Landsberg am Lech, gestorben am 30. März 1746 in Peking, China wurde als Handwerkersohn am Hauptplatz geboren und besuchte das Landsberger Jesuitengymnasium. Er trat in den Orden ein und wurde Professor für Mathematik an der Universität Ingolstadt. Später bewarb er sich bei der Ordensleitung in Rom um die Verwendung in der Mission und wurde nach China geschickt, wo er Mitarbeiter und später Leiter der Kaiserlichen Sternwarte war und mit dem hohen Ehrentitel Mandarin ausgezeichnet wurde. Nach ihm wurde das Ignaz-Kögler-Gymnasium benannt.
- Siegfried Rauch - geboren am 2. April 1932 in Landsberg am Lech, Schauspieler.
Siehe auch: Riedberg
Weblinks
- [http://www.landsberg.de Stadt Landsberg am Lech]
- [http://www.stadtinfo-landsberg.de Stadtinfo mit Stadtplan und Luftbild]
- [http://www.jubei.net/ Jugendbeirat der Stadt Landsberg am Lech]
- [http://www.lra-landsberg.de Landkreis Landsberg am Lech]
- [http://www.museum-landsberg.de Neues Stadtmuseum Landsberg am Lech]
- [http://www.buergervereinigung-landsberg.de Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert]
- [http://www.ammerseelech.de Tourismusverband Ammersee-Lech e.V.]
Kategorie:Ort in Bayern
Kategorie:Landsberg am Lech
Stuck
Stuck (von ital. stucco, „Stück“; eigentlich: „Rinde“, „Überzug“) ist eine gut formbare, schnell erhärtende Masse aus Gips, Kalksteinmehl, Sand und Wasser (oder Leim).
Dieser Werkstoff ist gut für Auftragearbeiten an Wänden und Decken zu gebrauchen. Für plastische Darstellungen wurde er im Kirchenbau der Gotik oft verwendet. Seit der Antike war Stuck ein wichtiges Material für die Innenraumgestaltung.
Eine besondere Blüte erfuhr das Stuckieren im Barock und im Rokoko, für deren schwungvolle Dekorationselemente die Technik des Stuckierens ideal geeignet war. Mit dem Begriff Stuck bezeichnet man seither auch die daraus hergestellten Schmuckelemente an Fassaden und Innenräumen von Kirchen, Schlössern und Wohngebäuden. Während damals zunächst italienische Stuckateure in ganz Europa für hochwertige Stuckaturen herangezogen wurden, entwickelten sich im süddeutschen Raum bald die Stuckateure Wessobrunner Schule zu den bedeutendsten Vertretern dieser Kunst.
Im Barock wurde auch häufig Stuckmarmor eingesetzt, eine aufwändige Methode zur Nachahmung von Marmor, die zwar teurer als Marmor selbst war, aber sowohl größere einheitlich gefärbte Werkstücke als auch besonders dramatische künstlerische Effekte der Färbung ermöglichte.
Standards für das Putz- und Stuckhandwerk sind heute in der VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) DIN 18350 Putz- und Stuckarbeiten geregelt.
Kategorie:Baustoff
Kategorie:Gips
1719
- 23. Februar: Das Fürstentum Liechtenstein wird selbständig
Kultur
- 21. August: Uraufführung der Oper Sirita von Antonio Caldara in Wien
- Daniel Defoe veröffentlicht Robinson Crusoe
- 3. Januar: Friedrich Karl Joseph von Erthal, Erzbischof von Mainz († 1802)
- 15. Februar: Wilhelm Sebastian von Belling, preußischer Husarengeneral († 1779)
- 2. April: Johann Wilhelm Ludwig Gleim, deutscher Dichter († 1803)
- 28. Juni: Étienne-François de Choiseul, französischer Staatsmannn († 1785)
- 20. August: Charles-François de Broglie, Französischer Diplomat († 1781)
- 3. September: Ferdinand Zellbell, schwedischer Komponist († 1780)
- 27. September: Abraham Gotthelf Kästner, deutscher Mathematiker († 1800)
- 20. Oktober: Gottfried Achenwall, Begründer der moderenen Statistik († 1772)
- 14. November: Leopold Mozart, der Vater von Wolfgang Amadeus Mozart († 1787)
- 15. Dezember: Ludwig IX., Gemahl der Henriette Karoline von Pfalz-Zweibrücken, der „Großen Landgräfin“ († 1790)
- 23. Februar: Bartholomäus Ziegenbalgdeutscher evangelischer Missionar ( - 1682)
- 13. März: Johann Friedrich Böttger, deutscher Alchimist ( - 1682)
- 17. Juni: Joseph Addison, britischer Schriftsteller und Politiker ( - 1672)
- 7. September: John Harris, Geistlicher und Mathematiker sowie ab 1709 Sekretär der Royal Society in London ( - 1666)
- 11. September: Domenico Martinelli, italienischer Architekt, der auch (1690–1705) in Wien tätig war ( - 1650)
- 8. November: Michel Rolle, Mitglied der Academie des sciences ( - 1652)
- 31. Dezember: John Flamsteed, englischer Astronom ( - 1646)
ko:1719년
Dominikus Zimmermann]
Dominikus Zimmermann ( - 30. Juni 1685 in Gaispoint bei Wessobrunn; † 16. November 1766 in Wies bei Steingaden) war ein deutscher Stuckateur und Baumeister des Rokoko.
Wie sein Bruder Johann Baptist Zimmermann entstammt er einer Künstlerfamilie der Wessobrunner Schule. Anfänglich arbeitete er als Stuckateur, später als selbständiger Baumeister in Landsberg am Lech, wo er von 1748 bis 1753 auch das Amt des Bürgermeisters ausübte.
Bürgermeister]]
Seine Hauptwerke sind die Wallfahrtskirche in Steinhausen (1727-1733) (eine Hauptsehenswürdigkeit der Oberschwäbischen Barockstraße), die Frauenkirche in Günzburg (1735-1740) und die Wallfahrtskirche in der Wies bei Steingaden (1745-1754).
Die Baukunst Zimmermanns ist in wesentlichen Zügen durch die so genannte Vorarlberger Bauschule geprägt. Seine architektonische Ausbildung scheint er durch Johann Jakob Herkomer in Füssen erhalten zu haben, aber er ist wohl auch in der Schweiz der Vorarlberger Bautradition ("Auer Lehrgänge" etc.) begegnet. Diese hat er sehr frei weiterentwickelt. Sein Denken als Architekt ist zuweilen mehr von dekorativen Aspekten geprägt denn von tektonischen. So gelingt ihm die einzigartige Synthese von Ornament und Architektur, die in dieser Konsequenz kaum ein Baumeister seiner Zeit erreicht hat. Das Besondere an Zimmermanns Baukunst ist, dass er über das volle Formenrepertoire eines Architekten verfügt, doch wie ein Dekorationskünstler gestaltet. Diese Synthese konnte er vor allem in der Altarbaukunst kennenlernen, die er selbst entscheidend weiterentwickelt hat. Dazu kommt Zimmermanns ausgeprägtes Gespür für einzigartige Raumwirkungen, die er gewissermaßen zu großen "Raumbildern" gestaltet.
Altar]
Zimmermanns Kirchenbauten und ihre speziellen Formen (geschweifte Fenster etc.) übten großen Einfluss auf zahlreiche Baumeister vor allem in Oberschwaben aus, darunter am bedeutendsten die Dossenberger und Jakob Emele.
Literatur
- Hermann und Anna Bauer: Johann Baptist und Dominikus Zimmermann. Entstehung und Vollendung des bayerischen Rokoko. Pustet, Regensburg 1985, ISBN 3-7917-0918-6
Weblinks
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Zimmermann, Dominikus
Zimmermann, Dominikus
Zimmermann, Dominikus
Zimmermann, Dominikus
Zimmermann, Dominikus
Zimmermann, Dominikus
Zimmermann, Dominikus
Zimmermann, Dominikus
1699
- 26. Januar: Der Friede von Karlowitz beendet den Großen Türkenkrieg zwischen Österreich und dem osmanischen Sultan; Österreich werden große Teile Slawoniens und Kroatiens zugesprochen, Podolien geht zurück an Polen
- August II. (Polen) verbündet sich mit Dänemark und Russland gegen Karl XII. (Schweden)
- Friedrich IV. wird König von Dänemark und Norwegen
- Venedig erobert den Peloponnes
- Bengalen wird von den Briten erobert
- Erfindung des Sextanten
- Jakarta wird durch ein Erdbeben zerstört
Kultur
- 18. Januar: Uraufführung der Oper La fede pubblica von Giovanni Bononcini an der Hofburg Wien in Wien
- 16. Februar: Uraufführung der Oper Hercules und Hebe von Reinhard Keiser am Theater am Gänsemarkt in Hamburg
- 11. Februar: Bertrand François Mahé de La Bourdonnais, französischer Admiral († 1753)
- 17. Februar: Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, Baumeister, Maler und Architekt in Preußen († 1753)
- 22. März: Johann Georg von Langen, deutscher Forst- und Oberjägermeister († 1776)
- 23. März: John Bartram, Amerikanischer Botaniker († 1777)
- 25. März: Johann Adolph Hasse, deutscher Komponist († 1783)
- 30. März: Johann Michael Breunig, Barockkomponist († 1755)
- 13. April: Alexander Ross, schottischer Dichter († 1784)
- 8. Mai: Albrecht Wolfgang Graf zu Schaumburg-Lippe, Militär und Heerführer, Landesherr von Schaumburg-Lippe († 1748)
- 13. Mai: Pombal, portugiesischer Staatsmann, erster Minister unter König Joseph I. (Portugal)
- 14. Mai: Hans Joachim von Zieten, Reitergeneral und ein enger Vertrauter König († 1786)
- 2. Juni: Marie Thérèse Rodet Geoffrin, gilt als eine der geistreichsten Frauen des 18. Jahrhunderts († 1777)
- 2. November: Jean-Baptiste-Siméon Chardin, französischer Maler († 1779)
- 13. November: Johann Zach, böhmischer Komponist und kurfürstlich mainzischer Hofkapellmeister († 1773)
- 10. Dezember: Christian VI. (Dänemark), König von Dänemark und Norwegen († 1746)
- 27. Februar: Franz Ulrich Graf Kinsky, war Diplomat und Staatsmann ( - 1634)
- 21. April: Jean Racine, bedeutender Autor der französischen Klassik; insbesondere Verfasser bekannter, noch heute gespielter Tragödien ( - 1639)
- 22. April: Hans Aßmann Freiherr von Abschatz, deutscher Barocklyriker ( - 1646)
- 12. Mai: Lucas Achtschellinck, belgischer Landschaftsmaler ( - 1626)
- 4. August: Marie Sophie von der Pfalz, Königin von Portugal ( - 1666)
- 11. August: Friedrich Rudolf Ludwig von Canitz, Diplomat und deutscher Schriftsteller ( - 1654)
- 25. August: Christian V. (Dänemark), König von Dänemark und Norwegen 1670–1699 ( - 1646)
ko:1699년
1990er
- 1990: Namibia wird unabhängig, erster Präsident ist Sam Nujoma (SWAPO)
- 1990: Wiedervereinigung Deutschlands
- 1991: 2. Golfkrieg: Der Irak überfällt Kuwait; alliierte Kräfte unter der Führung der USA befreien den Golfstaat
- 1991–1995: Zerfall Jugoslawiens. Der durch Unabhängigkeitserklärungen der Teilrepubliken Slowenien, Kroatien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina und der damit verbundenen Problematik der ethnischen Vielfalt in den neu gebildeten Nationalstaaten aufbrechende Balkankonflikt zieht eine Reihe von Bürgerkriegen nach sich
- 1991: Mit der Unabhängigkeitserklärung der baltischen Staaten wird der Zerfall der Sowjetunion eingeleitet. Die Auflösung des „Ostblocks“ setzt sich fort
- 1992–1995: UNOSOM-Einsätze in Somalia (UNOSOM I, UNOSOM II, Schlacht von Mogadischu am 3. Oktober 1993)
- 1993: Die Tschechoslowakei löst sich auf. Die Nachfolgestaaten Slowakei (Slowakische Republik) und Tschechien (Tschechische Republik) entstehen.
- 1993: Auf das World Trade Center wird von islamistischen Terroristen ein erster Terroranschlag verübt
- 1993: Eritrea wird als letztes afrikanisches Land unabhängig
- 1994: Krieg in Ruanda
- 1994: Nach dem Ende der Apartheid wird Nelson Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt
- 1995: Friedensabkommen von Oslo zwischen Israel und der PLO
- 1998: Regierungswechsel in Deutschland. Ende der 16 Jahre dauernden Ära Kohl. Neuer Bundeskanzler ist Gerhard Schröder
- 1999: Kosovo-Krieg. NATO fliegt Luftangriffe auf die Bundesrepublik Jugoslawien
- 1999: Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung Euro (€) als Buchgeld
Kulturgeschichte
- 1990 findet das größte Rockkonzert in Berlin seit Öffnung der Mauer statt: Pink Floyd – The Wall
- Generation X
- Das Internet wird populär
- Mobiltelefone finden weite Verbreitung
- Achtziger-Revival (ab 1998) in Deutschland, unter anderem ausgelöst durch das Comeback von Modern Talking
- bedeutende Musikrichtungen: Hip Hop, Techno, Grunge, Jungle, Drum'n'Bass, Eurodance
Persönlichkeiten (Auswahl)
ja:1990年代
ko:1990년대
simple:1990s
zh-min-nan:1990 nî-tāi
Hubert von HerkomerSir Hubert Ritter von Herkomer ( - 26. Mai 1849 in Waal bei Landsberg am Lech (Bayern); † 31. März 1914 in Budleigh-Salterton, Devonshire, England) war ein Maler, Bildhauer, Musiker und Schriftsteller. Außerdem gilt er als der Wegbereiter des Automobilsports in Deutschland.
Seine Familie ging 1851 in die USA, bereits 1857 dann nach Southampton, England. In späteren Jahren weilte Herkomer fast jährlich während des Sommers in Deutschland, vor allem in Landsberg am Lech. Von Herkomer eröffnete im Jahre 1883 in Bushey eine eigene Schule für Malerei und Radierung, die er bis zu seinem Tod leitete. 1885 übertrug ihm die Universität Oxford einen Lehrstuhl an der Slade School.
Zu seinen Werken zählen zahlreiche Portraits und Bilder mit sozialer Thematik.
Von 1884 bis 1887 ließ er in Landsberg zu Ehren seiner Mutter am Lechufer einen Turm erbauen, deswegen trägt dieser auch den Namen "Mutterturm". Dort befindet sich heute das Herkomer-Museum.
Im Jahr 1905 organisierte er die erste Tourenwagen-Rallye in Deutschland. Diese sogenannten Herkomer-Konkurrenzen wurden bis 1907 ausgetragen und galten als Zuverlässigkeitsprüfungen für Automobile, wodurch dieser neue Sport in Deutschland populär wurde. Der Sieger der Rallye bekam den Herkomer-Preis verliehen, der von dem Künstler selbst kreiert und aus purem Sterlingsilber geschaffen war. Noch bis in die Gegenwart gilt diese 40 kg schwere Trophäe mit dem Siegerbildnis als der wertvollste private Automobilpreis der Welt.
Weblinks
- [http://www.landsberg.de/landsberg.nsf/id/32CE244DE7B5FDF9C1256ED80034EC10 Biographie (deutsch) mit Bild]
- [http://www.speel.demon.co.uk/artists/herkomer.htm Biographie (englisch) mit Bild]
Herkomer, Hubert von
Herkomer, Hubert von
Herkomer, Hubert von
Herkomer, Hubert von
Herkomer, Hubert von
Herkomer, Hubert von
Herkomer, Hubert von
Fresko]]
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Freskomalerei oder Frischmalerei (it.: al fresco = ins Frische) ist eine Form der Wandmalerei, bei der die Farben in den frischen Putz aufgetragen werden, wobei sie sich unlöslich mit dem Untergrund verbinden (al fresco).
Das fertige Wand- oder Deckenbild wird Fresko genannt. Umgangssprachlich werden oft alle Wandmalereien, egal ob in trockener (al secco) oder feuchter (al fresco) Malweise als Fresken bezeichnet.
Maltechnik
Bei der al fresco-Malerei werden Farbpigmente in Kalkwasser (Kalkfarben) angerührt und auf den noch frischen, also feuchten Kalkputz aufgetragen. Dabei vermengen sie sich die Kalkteilchen Bindemittel-Putz mit den Kalkteilchen Bindemittel-Kalkfarbe. Beim Abbinden (Trocknen, Festwerden) entsteht eine homogene Kalkputzschicht, mit eingearbeiteten Farbpigmenten.
Die Farbe kann nicht wie bei der so genannten Seccomalerei (Wandmalerei auf die trockene Wand) abblättern. Die Technik ist aufwändiger und schwieriger, da Putz und Farbe jeweils am selben Tag aufgetragen werden müssen und es keine Möglichkeit der Korrektur gibt.
Einzelne Motive des Gesamtfreskos werden jeweils an einem Tag bearbeitet, das so genannte Tagewerk (giornata). Der Putz des nächsten Tages muss ganz vorsichtig bis an den bereits eingefärbten Putz des Vortages herangebracht werden, um nicht das bestehende Werk zu zerstören. Die dadurch entstehenden Stöße zwischen den einzelnen Tagewerken sind bei Streiflicht gut zu erkennen.
Geschichte
Die erste historisch nachweisbare Freskomalerei stammt aus dem historischen Persien zur Zeit vom Kyros II.. In den historischen Gemäuern von Persepolis wird bildlich der Sieg über die babylonischen Truppen, die Eroberung Jerusalems und die Befreiung der versklavten und verschleppten Juden aus ihrer babylonischen Gefangenschaft dargestellt.
Beliebt war die Freskomalerei in der Antike. Guterhaltene Beispiele finden sich in Pompeji z.B. in der Mysterienvilla und Herculaneum. Im Mittelalter wurde seit Giotto gerne mit einer Mischtechnik von fresco und secco gearbeitet.
In der Renaissance und im Barock wird dann fast ausschließlich wieder „al fresco“ gearbeitet. Berühmte Beispiele sind die Sixtinische Kapelle mit dem bedeutendsten Freskenzyklus des Abendlandes von Michelangelo und diejenigen von Raffael im Vatikan.
Kategorie:Technik der Malerei
ja:フレスコ
ko:프레스코
EheAls Ehe (v. althochdeutsch: ewa = Vertrag, rechtsprachlich hist. Konnubium) bezeichnet man eine sozial anerkannte und durch (Rechts-) Regeln gefestigte Lebensgemeinschaft, traditionell gesehen von Mann und Frau, Ehegatten oder auch Ehepaar genannt. Die Ethnologie bezeichnet mit Ehe herkömmlich eine institutionalisierte Wirtschafts- und Reproduktionsgemeinschaft zwischen zwei oder mehr Personen unterschiedlichen Geschlechts (nicht unbedingt gleichen Rechts), deren gemeinsame Kinder durch die Ehe legitim werden. Die Voraussetzung der Verschiedengeschlechtlichkeit ist jedoch nicht mehr universell anerkannt; die Niederlande oder Spanien, aber auch Deutschland (wenn auch unter anderer Bezeichnung) kennen sie nicht (mehr) oder nur noch eingeschränkt, in den USA gibt es - heftig bekämpfte - Bestrebungen in diese Richtung. In Artikel 143 der offiziellen deutschen Fassung des belgischen Zivilgesetzbuches heißt es nunmehr: „Zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts können eine Ehe eingehen.“
Weiter gefasst umfasst eine Ehe immer eine Art öffentlich (oft religiös) anerkannten Vertrags, sowie ökonomische Rechte und Pflichten zwischen den betroffenen Personen, die durch diesen Vertrag geregelt werden. Die Modalitäten des Vertrages sowie seines Zustandekommens hängen in hohem Maße von der jeweiligen Kultur und Gesellschaft ab. In vielen, insbesondere patrilinearen Gesellschaften hat die Ehe auch die Funktion der Absicherung einer bestimmten legitimen Erblinie.
Die Ehe endet durch Scheidung, Aufhebung, Nichtigerklärung oder mit dem Tod eines Partners. Die katholische Eheauffassung allerdings kennt keine Scheidung, sondern nur eine Nichtigerklärung. Eine katholische Ehe kann unter bestimmten Voraussetzungen für nichtig erklärt werden, das heißt sie bestand dann von Anfang an nicht. Kritik an dem "Lebenslang-Konzept" kam beispielsweise vom spanischen Dichter Cervantes; er schlug vor, die Ehe von vornherein auf drei bis fünf Jahre zu befristen, wonach sie, wie andere Verträge auch, beendet oder verlängert werden könnte.
An der Vorstellung vom allgemeinen sittlichen Wert der Ehe hat sich bis heute im Prinzip wenig geändert, wie die im deutschen Grundgesetz verankerte staatliche Bevorzugung und Subventionierung der Lebensform Ehe auf allen Ebenen belegt. De facto sind unverheiratete Paare nur in wenigen Ländern verheirateten (fast) gleichgestellt, zum Beispiel in Skandinavien und in den Niederlanden.
Die Geschichte der Ehe
Von der Poly- zur Monogamie
Über die Anfänge der "Ehe" diesseits des Tier-Mensch-Übergangsfeldes wissen wir empirisch nichts, selbst ausdeutbare Grabfunde der Archäologie reichen bislang nicht soweit zurück.
Ältere Sozialevolutionisten gingen von einer linearen Evolution der Paarbindungen unter Menschen aus: Zu Beginn der Menschheit habe Promiskuität geherrscht, die sich anschließend zur Gruppenehe und schlussendlich über die Polygamie zur Monogamie entwickelt hätte. Dieser Ansicht nach wurde die Monogamie als die kulturell am höchsten stehende Eheform betrachtet. Nach gleicher Logik (eine spätere Entwicklung stelle zwangsläufig eine "höhere" Entwicklungsform dar) müsste die heutige Scheidungsrate ebenfalls als "höhere" Form der Ehe betrachtet werden, im Vergleich zu der früheren Regelform einer lebenslangen Ehe. Die wenigsten der älteren Sozialevolutionisten ziehen jedoch diese Konsequenz aus solcher teleologischen Logik.
Monogam lebende Völker scheinen in vorchristlicher respektive vorislamischer Zeit wenig verbreitet gewesen zu sein (nach Tacitus' Schriften waren die Germanen mit ihrer Einehe eine Ausnahme unter den Barbaren der Antike) und nur bei wenigen herrschte Polyandrie, wo eine Frau mit mehreren Männern verheiratet war.
Es sind nur wenige Gesellschaften bekannt, in der Polygynie und Polyandrie gleichzeitig praktiziert wurden (siehe Gruppenehe und Pseudogruppenehe). Vor allem durch die Expansion monotheistischer Religionen und die Missionierung wurde die Monogamie zur weltweit vorherrschenden Eheform. Doch war im alten Judentum und ist im zeitgenössischen Islam die Monogamie kein Zwang.
Die Eheschließung war vermutlich primär ein Friedens- und Bündnisvertrag zwischen Sippen, und - mittels oft komplizierter Exogamie- und Endogamieregeln - als Bindeglied zwischen Clans oder Phratrien. Sie galt seit der Antike auch als eine Vorbedingung für den Beginn einer Familie, die als Baustein einer Gemeinschaft und der Gesellschaft angesehen wurde. Damit diente die Installierung der Ehe nicht nur den Interessen zweier Einzelpersonen oder ihrer Kinder, sondern auch den Zwecken religiöser und weltlicher Eliten. (Bis in die Neuzeit hinein war z. B. im Hochadel die "Ehe zur linken Hand" ohne Legitimierung und Erbrecht der Kinder nach dem Vater möglich.)
Neueste Zeit
Die mittlerweile etwas liberalere sexuelle Praxis in der Kultur der westlichen Neuzeit, sowie die verhältnismäßige Einfachheit von Scheidung und Wiederverheiratung haben zu einem Anstieg der so genannt seriellen Monogamie geführt. Sich von einem (Ehe-)Partner zu trennen, um mit dem nächsten zu leben, hat vordergründig weder mit Polygamie noch mit Promiskuität zu tun. Allerdings zeigen sich dabei oft Muster, die den bei der Polygamie herrschenden Mustern gleichen - etwa die Heirat eines Mannes mit einer sehr viel jüngeren, vor allem äußerlich attraktiven Frau als "Trophäe" gegen Ende einer besonders erfolgreichen beruflichen Karriere des Mannes.
Seit dem 19. Jahrhundert haben alternative Gruppierungen die Gruppenehe geübt, in der alle erwachsenen Mitglieder miteinander verheiratet waren (siehe Oneida). In noch jüngerer Zeit, nämlich zusammen mit der Queer-Bewegung und der Bi-Bewegung entstand, beginnend in den USA und hier der Region um San Francisco, die Polyamory-Subkultur, in der dauerhafte nichtmonogame und einvernehmliche Liebesbeziehungen zwischen mehreren Partnern gefördert werden.
Inzesttabu
Alle bekannten Zivilisationen haben in unterschiedlichem Grad stets die Ehe mit Bluts-Verwandten tabuisiert, namentlich zwischen Elternteilen und ihren Kindern. Fast alle Völker verbieten die Ehe zwischen Bruder und Schwester. Vielfach untersagt man auch die Ehe zwischen Verwandten zweiten Grades. Viele Völker haben sich weitere Beschränkungen auferlegt, so die Ehe mit Personen gleichen Familiennamens oder mit Personen mit dem gleichen Totemtier. Siehe dazu auch den Artikel Heiratsregeln.
Eine Ausnahme bildete das alte Ägypten, wo die Ehe zwischen Bruder und Schwester in der Familie des Pharao gestattet war; dieses Privileg wurde dem Volk verweigert und könnte dazu gedient haben, Macht und Lebenskraft in einer Familie zu konzentrieren (siehe auch Inzest).
Die Konsequenz des Inzesttabus ist die Forderung nach exogamer, der auf eine andere Gruppe bezogenen Heirat. Ethnologen betonen, das Inzesttabu diene also dazu, den sozialen Zusammenhalt zu fördern (vgl. Schwägerschaft).
Endogamie
Bestimmte Völker fördern auch die Ehe innerhalb einer bestimmten Gruppe (Endogamie) und fordern auf, jemanden aus dem gleichen Stamm zu heiraten. Auch rassistische Gesetze der Vergangenheit, die Verbindungen unterschiedlicher Rassenangehöriger zu verbieten suchten, lassen sich als Beispiele von Endogamie ansehen.
Scheidung - Ehevertrag
Viele Gesellschaften kennen das Verfahren der Scheidung für die Beendigung der Ehe. Die Anerkennung der Scheidung ist in verschiedenen Weltanschauungen unterschiedlich geregelt.
In modernen Rechtssystemen besteht die Möglichkeit, einen Ehevertrag abzuschließen. Dieser Vertrag dokumentiert u. a. die Vereinbarungen der Ehepartner bezüglich die Konsequenzen einer Scheidung. Im deutschen Rechtssystem ist es üblich, dass Eheverträge Regelungen enthalten zu den Themen:
- Zugewinnausgleich
- Versorgungsausgleich
- Unterhalt
Während Unterhaltsregelungen auch in anderen Rechtssystemen häufig vorkommen, hängen die Regelungen über Zugewinnausgleich von dem vom jeweiligen Rechtssystem vorgesehenen ehelichen Güterstand ab (Voraussetzung für einen Zugewinnausgleich ist, dass die Form der Zugewinngemeinschaft bekannt ist), sowie von den Möglichkeiten des jeweiligen Sozialsystems (Voraussetzung für einen Versorgungsausgleich ist eine gesetzliche Rentenversicherung o. ä.).
Ehe und Religion
Viele Religionen kennen umfangreiche Regeln für die Ehe.
Christentum
In den östlich-orthodoxen Kirchen ist die Ehe eines der Mysterien. Sie wird durch den Priester gespendet. Ein besonderer Ritus ist dabei die Krönung der Brautleute. Die orthodoxen Kirchen erlauben im Notfall eine oder sogar zwei Scheidungen, die Feier zur Wiederverheiratung ist jedoch weniger festlich als die zu einer ersten Eheschließung; es überwiegt der Gedanke der Buße. Vor einer dritten Heirat wird sogar ein ganzes Bußjahr verlangt. Mehr als drei Ehen dürfen grundsätzlich von keinem geschlossen werden, außer das "Kirchengericht" entscheidet umgekehrt.
Für die römisch-katholische Kirche ist die Ehe zwischen zwei getauften Christen eines der sieben Sakramente. Die Partner spenden einander das Ehesakrament selbst. Gültig ist eine Ehe nur, wenn sie nach den kirchlichen Vorschriften geschlossen wird. Dabei erfragt der Geistliche im Beisein von zwei Zeugen den Ehekonsens. Für die Ehe mit einem Nichtchristen oder einem Christen anderer Konfession kann die Erlaubnis erteilt werden, nur standesamtlich oder nach dem Ritus der anderen Konfession zu heiraten. Die Eheleute können sich zwar ("von Tisch und Bett") trennen, aber eine Scheidung ist nicht möglich. Kirchlich kann deshalb nur heiraten, wessen frühere Ehen durch Tod oder Ungültigerklärung (Annullierung) nicht mehr bestehen.
In der Schweiz und in Deutschland ist die bürgerliche Trauung rechtliche Voraussetzung, kirchlich getraut werden zu dürfen. Die kirchliche Trauung gibt Gottes Segen für die Ehe, auch wenn sie nicht als Sakrament angesehen wird. Auch Geschiedene können kirchlich getraut werden. Auch die Reformierte Kirche versteht die Ehe nicht als Sakrament, sieht jedoch den Ehestand als heilig an, wie der Heidelberger Katechismus in seiner Auslegung des Siebten Gebotes klar macht.Im Anglikanismus wird die Ehe ebenfalls nicht als Sakramen verstanden (da nicht von Christi eingesetzt, und auch nicht für alle Menschen notwendig), aber dem Eheritus wird ein sakramentaler Charakter zugesprochen (da es ein äußerlich sichtbares Ritus ist, und Mittel zur Gnade). Derzeit gibt es innerhalb des Anglikanismus eine lebendige Diskussion darüber, ob die Ehe auf heterosexuelle Paare weiterhin begrenzt bleiben soll. Auch in manchen Gliedkirchen der EKD werden Segnungszeremonien für gleichgeschlechtliche Paare entwickelt und durchgeführt. Die Metropolitan Community Church feiert seit Jahrzehnten schon gleichgeschlechtliche wie auch verschiedengeschlechtliche Ehen.
Hinduismus
Der Hinduismus sieht in der Ehe eine heilige Aufgabe, die religiöse und soziale Verpflichtungen zur Folge hat.
Buddhismus
Im Buddhismus wird die Ehe weder gestärkt noch wird davon abgeraten. Es wird jedoch gelehrt, wie man eine glückliche Ehe verbringen kann.
Islam
Nach islamischem Verständnis sind die Lebensbereiche von Männern und Frauen grundsätzlich getrennt; die Ehe ist der einzige Ort, in dem diese Trennung - zu einem Teil - legitimerweise aufgehoben ist. Der Koran empfiehlt die Ehe mit diesem Hintergrund in hohem Maße; sie helfe u. a. zur geistigen Vervollkommnung.
Judentum
Orthodoxen Juden ist die Ehe sehr wichtig, weil sie glauben, dass ein Mann die Aufgabe hat, seine zweite Hälfte, also die Frau zu finden. Das Reformjudentum, dem die Ehe ebenfalls wichtig ist, behauptet hingegen, dass es nicht allein die Aufgabe des Mannes sei, eine Frau zu finden, sondern auch umgekehrt. Für beide ist die Eheschließung eine große Mitzwa und wird als eine der größten und wichtigsten Lebensentscheidungen für beide Partner betrachtet.
Ehe heute in Deutschland
Bis Ende des 18. Jahrhunderts war die Eheschließung ausschließlich Sache der Kirchen. Der Einfluss des französischen Rechts (vgl. Code Civil) begünstigte die Zivilehe, denn in vielen Territorien im westlichen Deutschland kam französisches Personenstandsrecht zur Anwendung. Zu ersten ganz eigenständigen deutschen partikularrechtlichen Gesetzen kam es erst in den 1850er Jahren (Frankfurt, Oldenburg u. a.). Die erste in Oldenburg durchgeführte zivilrechtliche Trauung erfolgte 1855 in Varel. Geheiratet haben damals der Baptistenprediger Haese und Meta Schütte. Gerade "Dissidenten" wie sie, die keiner der damaligen großen Konfessionen angehörten und denen mancherorts eine rechtlich anerkannte kirchliche Eheschließung verweigert wurde, trugen zur Einführung und Durchsetzung der Zivilehe bei.
Als Folge von Kulturkampf und dem späteren Reichskonkordat wurden die staatlichen Standesämter eingeführt, in denen die Ehe unabhängig von einem weltanschaulichen Bekenntnis geschlossen wird (Zivilehe). Eine kirchliche Eheschließung darf zusätzlich, jedoch erst nach der bürgerlich-rechtlichen Eheschließung stattfinden. Wegen der Religionsfreiheit und da religiöse Zeremonien vom Staat sowieso nicht als rechtlich bindend anerkannt werden, kann über die Verfassungskonformität dieser Bestimmung des Personenstandsgesetzes diskutiert werden. In Österreich ist eine rein kirchliche Eheschließung ohne weiteres möglich und hat keinerlei Rechtsfolgen.
Der Nationalsozialismus deformierte die bürgerliche Ehe hin zu einer dem Staate vollständig nützlichen Institution. Er verbot "rassische Mischehen" durch ein Ehegesetz, trennte häufig solche Ehen und förderte die "reinrassige" Reproduktion für den Staat (Erbgesundheitsgesetz). Die verfassungsrechtliche Ausgestaltung des Art. 6 Grundgesetz nach dem Zweiten Weltkrieg lässt sich auch vor diesem Hintergrund verstehen: Die Ehe steht unter dem besonderen Schutz des Staates, doch ihr Kernbereich wird dessen direktem Zugriff entzogen. Für die heutige Form der Ehe gilt grundgesetzlich das Leitbild der Gleichberechtigung. Im Eherecht des BGB umgesetzt wurde dies nicht schon 1949, sondern in mehreren Schritten seit 1953.
Ehegatten werden ökonomische Vorteile eingeräumt wie zum Beispiel das Ehegattensplitting bei der Berechnung der Einkommensteuer; das Ehegattensplitting bringt jedoch vor allem dann ökonomische Vorteile, wenn die Einkommen der Ehegatten sich deutlich voneinander unterscheiden und ist damit als Anreiz zur "Hausfrauenehe" in die Kritik geraten. Weitere Vorteile wie Vertrauen und gegenseitige Anregung werden von verschiedenen Gruppen gefördert (Marriage Encounter, Familienwerke von politischer oder weltanschaulicher Seite und andere). Unklar ist jedoch, wie der Staat zwischen Eheleute zum erhöhten Vertrauen beitragen kann oder soll, außer durch das bereits bestehende Zeugnisverweigerungsrecht.
Die in Deutschland am 1. August 2001 gesetzlich eingeführte Lebenspartnerschaft gleichgeschlechtlicher Partner bringt alle rechtlichen und sozialen Pflichten einer Ehe mit sich, bietet aber nur manche ihrer Vorteile. Im Steuerrecht, Beamtenrecht und Adoptionsrecht hat der Bundesrat bislang keiner Gleichstellung zugestimmt.
Die Form der Ehe wird seit längerem immer seltener von Paaren zur Gestaltung ihres Zusammenlebens gewählt. Während 2002 in Deutschland noch 388.000 Paare heirateten, waren es im Jahr darauf nur noch 383.000, was einem Rückgang von 1,4 Prozent entspricht. Viele Paare binden sich heute ohne Trauschein oder gehen wechselnde Partnerschaften ein. Doch verweist die Familiensoziologie darauf, dass vor dem 19. Jahrhundert die Lage statistisch ähnlich war, und dass die soziale Bedeutung der "Ehe" deswegen nicht unbedingt gemindert werde.
siehe auch: Eherecht
Soziologische Komponenten
Aus religiösen, soziologischen und psychologischen Gründen hat eine Zusage zur Ehe vor Freunden, der Familie und der Öffentlichkeit - für welche die Trauzeugen und der Priester bzw. Standesbeamte stehen - ein besonderes Gewicht. Ähnlich einem Eid vor Zeugen hat daher das gegenseitige Versprechen eines Ehepaares im Regelfall eine größere Tragfähigkeit als eine ganz private (manchmal gar nicht definitiv ausgesprochene) Entscheidung.
Psychologische Komponenten
Unter dem Begriff Ehepaar wird oft besondere Vertrautheit und Gütergemeinschaft der Partner subsumiert (denn ein tiefes Verständnis des ehelichen Güterrechts, was eben statt Gütergemeinschaft die Zugewinngemeinschaft vorsieht, ist bei der überwiegenden Mehrheit der Eheleute nicht vorhanden), andererseits heute auch oft die Gefahr von Verengung, erkaltender Liebe oder Scheidung. Die zunehmende Sicht auf negative Aspekte hat einerseits mit wachsender Bindungsangst zu tun, andererseits mit gesellschaftlichen Entwicklungen und Freiheiten.
Ehepaare, die gerne verheiratet sind, suchen und finden im Laufe der Zeit ihre jeweils eigene Balance zwischen persönlicher Freiheit und Verbundenheit. Ein solches (veränderliches) Gleichgewicht erlaubt freie Kontakte nach außen, das Bewahren eines eigenen Freundeskreises und die Pflege gemeinsamer Kontakte.
Mit wachsender Vertrautheit (aber auch durch Enttäuschungen und Krisen) entwickeln sich besondere Formen der Kommunikation im verbalen, nonverbalen und sexuellen Bereich. Sie sind wichtig, um der möglichen Gefahr des schleichenden "Verstummens" zu begegnen. Auch die Balance zwischen Sicherheit und Wandel, zwischen Gewohnheiten und Neuem ist im Gespräch öfters zu hinterfragen.
Vorbereitung und Beratung
Ein spezieller Bereich die Ehe betreffend ist der Kontakt von Ehepaaren zu den jeweiligen Herkunftsfamilien. In der Ehevorbereitung, von Seelsorgern und Eheberatern wird die Wichtigkeit betont, dem Partner klaren Vorrang vor den eigenen Eltern zu geben. Die notwendige Loslösung wird schon im Alten Testament treffend beschrieben: ... Deshalb wird der Mann Vater und Mutter verlassen ....
Mit der Geburt oder Adoption von Kindern ändert sich die eheliche Partnerschaft in vielen Bereichen. Nun ist es besonders wichtig, Irritationen offen, aber behutsam anzusprechen und mit möglichen seelischen Verletzungen gut umzugehen. Freundschaften zu anderen jungen Familien oder Eherunden erleichtern diese Phase.
Ehe heute in Belgien, den Niederlanden, Kanada, Spanien
Diese Länder weisen die Besonderheit auf, dass sowohl verschieden- als auch gleichgeschlechtliche Paare die Ehe eingehen können. Im kanadischen Provinz von Ontario ist es notwendig, vor der Ehe, eine Lizenz von der kommunalen Verwaltung zu beantragen. Mit der Lizenz ist es dann möglich, vor einem Beamten der Stadtverwaltung, einem Richter, oder einer anerkannten religiösen Figur die Ehe einzugehen.
Soziologische Komponenten
Aus religiösen, soziologischen und psychologischen Gründen hat eine Zusage zur Ehe vor Freunden, der Familie und der Öffentlichkeit - für welche die Trauzeugen und der Priester bzw. Standesbeamte stehen - ein besonderes Gewicht. Ähnlich einem Eid vor Zeugen hat daher das gegenseitige Versprechen eines Ehepaares im Regelfall eine größere Tragfähigkeit als eine ganz private (manchmal gar nicht definitiv ausgesprochene) Entscheidung.
Psychologische Komponenten
Unter dem Begriff Ehepaar wird oft besondere Vertrautheit und Gütergemeinschaft der Partner subsumiert (denn ein tiefes Verständnis des ehelichen Güterrechts, das in diesen Ländern unterschiedlich ausgestaltet ist, und die Gütergemeinschaft nicht immer vorsieht, ist bei der überwiegenden Mehrheit der Eheleute nicht vorhanden), andererseits heute auch oft die Gefahr von Verengung, erkaltender Liebe oder Scheidung. Die zunehmende Sicht auf negative Aspekte hat einerseits mit wachsender Bindungsangst zu tun, andererseits mit gesellschaftlichen Entwicklungen und Freiheiten.
Ehepaare, die gerne verheiratet sind, suchen und finden im Laufe der Zeit ihre jeweils eigene Balance zwischen persönlicher Freiheit und Verbundenheit. Ein solches (veränderliches) Gleichgewicht erlaubt freie Kontakte nach außen, das Bewahren eines eigenen Freundeskreises und die Pflege gemeinsamer Kontakte.
Mit wachsender Vertrautheit (aber auch durch Enttäuschungen und Krisen) entwickeln sich besondere Formen der Kommunikation im verbalen, nonverbalen und sexuellen Bereich. Sie sind wichtig, um der möglichen Gefahr des schleichenden "Verstummens" zu begegnen. Auch die Balance zwischen Sicherheit und Wandel, zwischen Gewohnheiten und Neuem ist im belgischen, niederländischen, spanischen bzw. kanadischem Gespräch öfters zu hinterfragen.
Vorbereitung und Beratung
Ein spezieller Bereich die Ehe betreffend ist der Kontakt von Ehepaaren zu den jeweiligen Herkunftsfamilien. In der Ehevorbereitung, von Seelsorgern und Eheberatern wird die Wichtigkeit betont, dem Partner klaren Vorrang vor den eigenen Eltern zu geben. Es ist auch für belgische Verlobte möglich, aber keinesfalls üblich, sich von deutschen Eheberatern in dieser Hinsicht beraten zu lassen. Die notwendige Loslösung wird schon im Alten Testament treffend beschrieben: ... Deshalb wird der Mann Vater und Mutter verlassen .... Das Alte Testament wird auch in diesen Ländern, und nicht nur in Deutschland gelesen.
Mit der Geburt oder Adoption von Kindern ändert sich die eheliche Partnerschaft in vielen Bereichen. Nun ist es besonders wichtig, Irritationen offen, aber behutsam anzusprechen und mit möglichen seelischen Verletzungen gut umzugehen. Freundschaften zu anderen jungen Familien oder Eherunden erleichtern diese Phase. Nicht nur junge deutsche Ehepaare schließen untereinander Freundschaften, sondern auch in Kanada ist dieses Phänomen bekannt.
Ehe heute in den USA
Das US-amerikanische Eherecht wird von den einzelnen Bundesstaaten geregelt. Das ergibt ein komplexes Flickwerk von verschiedenen Güter- und Scheidungsrechten. Als eine Art Vertrag zwischen den beiden Eheleuten werden Ehen, die in einem Bundesstaat geschlossen werden, auch in anderen Bundesstaaten anerkannt. Eine Ausnahme hierzu sind gleichgeschlechtlichen Ehen; hier erlaubt es das Defense of Marriage Act aus 1996, dass der Bund und die einzelnen Staaten zur Anerkennung dieser Ehen nicht verpflichtet sind. Da dieses Gesetz nicht Verfassungsrang hat, wie die Vorschrift über gegenseitiges Anerkenntnis von Verträgen, ist es derzeit umstritten, ob es verfassungskonform ist. Der Landtag von Kalifornien hat einen Gesetz zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtlichen Paaren verabschiedet; Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat jedoch sein Veto angekündigt.
Viele Wirkungen der Ehe, z. B. bei der Veranlagung zur Bundeseinkommenssteuer, oder bei Migrationsfragen, werden vom Bund geregelt. Bis 1967 wurden Ehen zwischen Menschen unterschiedlicher Rasse nicht in allen US-Bundesstaaten zugelassen. In diesem Jahr verurteilte das Supreme Court den Staat Virginia dazu, eine im District of Columbia geschlossene Ehe zwischen einem Mann europäischer und einer Frau afrikanischer Herkunft anzuerkennen.
Vor der Eheschließung muss eine Heiratsserlaubnis (marriage license) beantragt werden. Nur durch sie wird die Ehe gesetzlich anerkannt. In den USA kann die religiöse und die gesetzliche Zeremonie zur Eheschließung gleichzeitig stattfinden. Falls die Ehe von einem Geistlichen geschlossen wird, kann er gleichzeitig als Standesbeamter handeln und die Ehe damit auch rechtlich in Kraft setzen. Dies erfordert die Unterzeichnung der Heiratserlaubnis. Eine rein religiöse Zeremonie wird vom Gesetz nicht anerkannt.
Soziologische Komponenten
Aus religiösen, soziologischen und psychologischen Gründen hat eine Zusage zur Ehe vor Freunden, der Familie und der Öffentlichkeit - für welche die Trauzeugen und der Priester bzw. Standesbeamte stehen - ein besonderes Gewicht. Ähnlich einem Eid vor Zeugen hat daher das gegenseitige Versprechen eines Ehepaares im Regelfall eine größere Tragfähigkeit als eine ganz private (manchmal gar nicht definitiv ausgesprochene) Entscheidung.
Psychologische Komponenten
Unter dem Begriff Ehepaar wird oft besondere Vertrautheit und Gütergemeinschaft der Partner subsumiert (denn ein tiefes Verständnis des ehelichen Güterrechts, das in den verschiedenen US-Bundesstaaten unterschiedlich ausgestaltet ist, und die Gütergemeinschaft nicht immer vorsieht, ist bei der überwiegenden Mehrheit der Eheleute nicht vorhanden), andererseits heute auch oft die Gefahr von Verengung, erkaltender Liebe oder Scheidung. Die zunehmende Sicht auf negative Aspekte hat einerseits mit wachsender Bindungsangst zu tun, andererseits mit gesellschaftlichen Entwicklungen und Freiheiten.
Ehepaare, die gerne verheiratet sind, suchen und finden im Laufe der Zeit ihre jeweils eigene Balance zwischen persönlicher Freiheit und Verbundenheit. Ein solches (veränderliches) Gleichgewicht erlaubt freie Kontakte nach außen, das Bewahren eines eigenen Freundeskreises und die Pflege gemeinsamer Kontakte.
Mit wachsender Vertrautheit (aber auch durch Enttäuschungen und Krisen) entwickeln sich besondere Formen der Kommunikation im verbalen, nonverbalen und sexuellen Bereich. Sie sind wichtig, um der Gefahr des schleichenden "Verstummens" zu begegnen, die auch in USA vorhanden ist. Auch die Balance zwischen Sicherheit und Wandel, zwischen Gewohnheiten und Neuem ist im Gespräch öfters zu hinterfragen.
Vorbereitung und Beratung
Ein spezieller Bereich die Ehe betreffend ist der Kontakt von Ehepaaren zu den jeweiligen Herkunftsfamilien. In der Ehevorbereitung, von Seelsorgern und Eheberatern wird die Wichtigkeit betont, dem Partner klaren Vorrang vor den eigenen Eltern zu geben. Aufgrund der großen Entfernungen, aber auch wegen der sprachlichen Barrieren ist es keinesfalls üblich, dass US-amerikanische Verlobte sich von deutschen Eheberatern in dieser Hinsicht beraten lassen. Zudem hat die US-amerikanische Eheberatung eine eigene Tradition entwickelt. Die notwendige Loslösung wird schon im Alten Testament treffend beschrieben: ... Deshalb wird der Mann Vater und Mutter verlassen .... Das Alte Testament wird in USA mindestens so häufig wie in Deutschland gelesen.
Mit der Geburt oder Adoption von Kindern ändert sich die eheliche Partnerschaft in vielen Bereichen. Nun ist es besonders wichtig, Irritationen offen, aber behutsam anzusprechen und mit möglichen seelischen Verletzungen gut umzugehen. Freundschaften zu anderen jungen US-amerikanischen oder ausländischen Familien oder Eherunden erleichtern diese Phase.
Literatur
- Marianne Weber: Ehefrau und Mutter in der Rechtsentwicklung. Tübingen 1907.
- Dieter Schwab: Grundlagen und Gestalt der staatlichen Ehegesetzgebung in der Neuzeit bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Bielefeld 1967.
- Klaus Jürgen Matz: Pauperismus und Bevölkerung. Die gesetzlichen Ehebeschränkungen in den süddeutschen Staaten während des 19. Jahrhunderts. Stuttgart 1980.
- Arne Duncker: Gleichheit und Ungleichheit in der Ehe. Persönliche Stellung von Frau und Mann im Recht der ehelichen Lebensgemeinschaft 1700-1914. Köln u.a. 2003.
- Josef Prader/Heinrich J.F. Reinhard: Das kirchliche Eherecht in der seelsorglichen Praxis, Ludgerus-Verlag, Essen 2001, ISBN 3-87497237-2
Belletristik über die Ehe ist zahlreich, wenn auch bei Weitem nicht so umfangreich wie über die Liebe. So gehören zum Beispiel "Die Wahlverwandtschaften" (Goethe 1809) oder die "Künstlerehe" (Schefer 1828) zu den Glanzstücken.
- Felicitas von Lovenberg: Verliebe dich oft, verlobe dich selten, heirate nie? Die Sehnsucht nach der romantischen Liebe. Droemer Verlag 2005, ISBN 3-426-27368-3
Verwandte Themen
- Generell: Portal:Zusammenleben, Partnerschaft und Sexualität - Familie - Verlöbnis - Heiratsverbot - Heiratsregeln - Verwandtenheirat - Hochzeitsbräuche - Frauenraub - Brautgabe - Bräutigamsgabe- Mitgift - Heirat - Matrimonium - Hochzeit - Eingetragene Lebenspartnerschaft - Eheformen - Gynäogamie - Arrangierte Heirat - Geschwisterheirat - Vernunftehe - Morganatische Ehe - Außereheliche Beziehung - Ehebruch - Scheidung - Witwe - Josefsehe - Wilde Ehe - Kameradschaftsehe - Unehelich - Vorehelich - Lebensgemeinschaft - Handschuhehe - Verliebtheit - Flitterwochen - Beziehung - Eheberatung - Marriage Encounter
- Mittelalter: Friedelehe - Muntehe - Wittum - Wahlbruderschaft – Kebsehe - Winkelehe
Weblinks
- http://www.ehetherapie.de
- EKHN: [http://www.ekhn.de/inhalt/leben/trauung/index.htm Infos zur Trauung (christliche Bedeutung, Antworten zu häufigen Fragen, Tipps zur Mitwirkung, ...)]
- [http://www.katholisch.de/3791.htm Katholische Kirche in Deutschland: Die Ehe]
- [http://www.eurasien.net/antworten/?aktion=antwort&text=ehe Buddhismus und Ehe]
- [http://www.asn-ibk.ac.at/bildung/faecher/geschichte/maike/mittelalter/MaV.htm Ehe im Mittelalter]
- [http://www.law.umkc.edu/faculty/projects/ftrials/conlaw/loving.html Urteil in Loving vs. Virginia]
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Kategorie:Feste & Brauchtum
Kategorie:Familienrecht
ja:結婚
ko:결혼
Kategorie:Landsberg am LechHier sind alle Artikel rund um den Landkreis Landsberg am Lech und seine Gemeinden gesammelt!
Kategorie:Oberbayern Art punkArt punk is a term given to punk music which may infuse avant garde elements or which focuses on being more original and challenging as an artform. After punk's rise in and around 1977, many groups struggled with the directions of the new musical style. Some groups were formed with extremely populist idealogy; many of these groups believed punk should be simple and often wrote three-chord songs, presumably with the intention that anyone should be able to play this music. Some examples of bands formed under these or similar principles include The Cockney Rejects, Sham 69 and The Blood. At roughly the same time, many punk groups were evolving to include more complex song structures and varied instruments, such as the synthesizer. Some of these groups include Wire, Talking Heads, and Suicide. Most of the original art-punk bands can be classified as post-punk, but the influence of these bands extends beyond the boundry of punk music.
Category:Punk rock
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IBM PC AT是世界著名计算机公司美国国际商用机器公司(IBM)于1984年发布的个人电脑产品,正式名称是IBM 5170 PC AT。AT是英文“先进技术”(Advanced Technology)的缩写,这是由于它引入了标准的16位ISA总线以及采用了当时最新的
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国立编译馆
国立编译馆,成立于1932年,位於台北市大安區,隶属中华民国教育部,负责有关学术文化书籍和教科图书的编译事务。在以往台灣地區尚未開放民間廠商編印教科書之前,是各級中小學教科書的惟一供應者。
外部链接
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AVL 树
在计算机科学中,AVL树是最先发明的自平衡二叉查找树。在AVL树中任何节点的两个儿子子树的高度最大差别为一,所以它也被称为高度平衡树。查找、插入和删除在平均和最坏情况
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