Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Althochdeutsch

Althochdeutsch

Als Althochdeutsch (Ahd.) bezeichnet man die älteste schriftlich bezeugte Form der deutschen Sprache in der Zeit etwa von 750 bis 1050. 1050 Das Althochdeutsche ist keine einheitliche Sprache, wie der Begriff suggeriert, sondern die Bezeichnung für eine Gruppe von westgermanischen Dialekten, die südlich der so genannten „Benrather Linie“ (die von Düsseldorf-Benrath ungefähr in west-östlicher Richtung verläuft) gesprochen wurden. Diese Dialekte unterscheiden sich von den anderen westgermanischen Sprachen oder Dialekten durch die Durchführung der Zweiten (oder Hochdeutschen) Lautverschiebung. Die Dialekte nördlich der „Benrather Linie“, das heißt, im Bereich der norddeutschen Tiefebene und im Gebiet der heutigen Niederlande, haben die Zweite Lautverschiebung nicht durchgeführt. Diese Dialekte werden zur Unterscheidung vom Althochdeutschen unter der Bezeichnung Altsächsisch (seltener: Altniederdeutsch) zusammengefasst. Aus dem Altsächsischen hat sich das Mittel- und Neuniederdeutsche entwickelt. Da das Althochdeutsche eine Gruppe nahe verwandter Dialekte war, gab es im frühen Mittelalter auch keine einheitliche Schriftsprache; die überlieferten Textzeugnisse lassen sich den einzelnen Dialekten zuweisen, so dass man oft treffender von Altfränkisch, Altbairisch, Altalemannisch etc. spricht. Die althochdeutsche Überlieferung besteht zu einem großen Teil aus geistlichen Texten (Gebeten, Taufgelöbnissen, Bibelübersetzung); nur vereinzelt finden sich weltliche Dichtungen (Hildebrandslied) oder sonstige Sprachzeugnisse (Inschriften, Zaubersprüche). Charakteristisch für die althochdeutsche Sprache sind die noch vokalisch volltönenden Endungen (vgl. Latein), zum Beispiel: Im Zusammenhang mit der politischen Situation ging im 10. Jahrhundert die Schriftlichkeit im Allgemeinen und die Produktion deutschsprachiger Texte im Besonderen zurück; eine Neueinsetzung einer deutschsprachigen Schriftlichkeit und Literatur ist ab etwa 1050 zu beobachten. Da sich die schriftliche Überlieferung des 11. Jahrhunderts in lautlicher Hinsicht deutlich von der älteren Überlieferung unterscheidet, bezeichnet man die Sprache ab etwa 1050 als Mittelhochdeutsch.

Literatur


- Rolf Bergmann u. a. (Hrsg.): Althochdeutsch # Grammatik. Glossen. Texte. Winter, Heidelberg 1987, ISBN 3-533-03877-7 # Wörter und Namen. Forschungsgeschichte. Winter, Heidelberg 1987, ISBN 3-533-03940-4
- Wilhelm Braune: Althochdeutsche Grammatik. Niemeyer, Tübingen 2004, ISBN 3-484-10861-4
- Rudolf Schützeichel: Althochdeutsches Wörterbuch.Niemeyer, Tübingen 1995, ISBN 3-484-10636-0
- Stefan Sonderegger: Althochdeutsche Sprache und Literatur: eine Einführung in das älteste Deutsch. Darstellung und Grammatik. de Gruyter, Berlin (u. a.) 1987, ISBN 3-11-004559-1

Siehe auch

Deutsche Sprachgeschichte, althochdeutsche Literatur

Weblinks


- [http://www.cis.uni-muenchen.de/ahdeutsch/haupt.html www.cis.uni-muenchen.de/ahdeutsch/haupt.html] – Althochdeutsches Wörterbuch des 8. Jahrhunderts
- [http://www.koeblergerhard.de/germanistischewoerterbuecher/althochdeutscheswoerterbuch/nhd-ahd.pdf Neuhochdeutsch-althochdeutsches Wörterbuch] – im PDF-Format Kategorie:Deutsche Sprache Kategorie:Sprachstufe

Deutsche Sprache

Die deutsche Sprache (Hochdeutsch und Niederdeutsch) zählt zur indoeuropäischen Sprachfamilie (in Deutschland abweichend auch indogermanische Sprachfamilie genannt), spezifisch zu den westgermanischen Sprachen.

Geschichte

Hauptartikel: Deutsche Sprachgeschichte Als hochdeutsche Sprache bezeichnet man zunächst alle germanischen Dialekte, die im frühen Mittelalter an der zweiten oder althochdeutschen Lautverschiebung beteiligt waren (alemannisch, bairisch, ost-, rhein-, mittelfränkisch, ostmitteldeutsch = ober- und mitteldeutsche Mundarten = hochdeutsche Mundarten). Die germanischen Dialekte, die diese zweite germanische Lautverschiebung nicht oder nur zu einem sehr geringen Teil mitgemacht haben, bezeichnet man seit der frühen Neuzeit als niederdeutsche Sprachen (niedersächsisch und niederfränkisch). Das Wort „teutsch“ (deutsch) bildete sich dabei innerhalb des Lateinischen aus dem germanischen Wort für „Volk“ (thioda, thiodisk) heraus und bezeichnete die Sprache der nicht lateinisch (und nicht romanisch) sprechenden Bevölkerung. Die ältere Bezeichnung „fränkisch“ für die eigene Sprache traf etwa seit dem 9. Jahrhundert nicht mehr eindeutig zu, nachdem einerseits die westfränkische Oberschicht im späteren Frankreich den romanischen Dialekt der einheimischen Bevölkerung übernommen hatte und andererseits das Ostfrankenreich auch nicht-fränkische Stämme wie die Alemannen, die Bayern, die Thüringer und die (Nieder-)Sachsen umfasste. Da während des ganzen Mittelalters im Unterschied zu den Nachbarländern in dem Land der Teutschen stark territorial zersplitterte politische Strukturen existierten, entwickelten sich die zum Teil extrem unterschiedlichen deutschen Dialekte (deutsche Mundarten) lange parallel nebeneinander her. Einen ersten Ansatz zu einem überregionalen Ausgleich der Mundarten hat man teilweise in der mittelhochdeutschen Dichtersprache der höfischen Dichtung um 1200 sehen wollen. In der Tat ist teilweise das Bemühen der Dichter zu erkennen, nur regional verständliches Vokabular und dialektale lautliche Besonderheiten zu vermeiden, um ein überregionales Verständnis ihrer Werke zu ermöglichen; andererseits muss aber die Breitenwirkung der an den Fürstenhöfen tätigen Dichter zu einer Zeit, als nur eine verschwindend geringe Minderheit der Bevölkerung alphabetisiert war und Zugang zu dieser elitären Kunst hatte, als äußerst gering eingeschätzt werden. Der Beginn der neuhochdeutschen Schrift- und Standardsprache kann daher erst in überregionalen Ausgleichsprozessen des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit gesehen werden. Während die Standardsprache in den meisten europäischen Ländern aus dem Dialekt der jeweiligen Hauptstadt hervorgegangen ist, stellt die heutige deutsche Hochsprache (Standardsprache) eine Art „Kompromiss“ zwischen den mittel- und oberdeutschen Dialekten südlich der Benrather Linie dar. Benrather Linie In Norddeutschland hat sich das Hochdeutsche, vor allem im Gefolge der Reformation als Amts- und Schulsprache gegen das Niederdeutsche (Plattdeutsche/Niedersächsische und Niederfränkische) durchgesetzt. Zur Blütezeit der Hanse fungierte das Niederdeutsche als Verkehrssprache im gesamten Nord- und Ostseeraum. Auch die Niederländische Sprache ist eine niederfränkische und daher niederdeutsche Sprache. Martin Luther übersetzte 1521 das Neue Testament und 1534 das Alte Testament in die sich damals noch entwickelnde neuhochdeutsche Schriftsprache. Die dort verwendete Sprache in einer ostmitteldeutschen Färbung prägte durch die religiöse Bedeutung Luthers ganze Generationen. Es muss aber angemerkt werden, dass Luthers Bedeutung im Hinblick auf die Entstehung der Neuhochdeutschen Schriftsprache lange Zeit überschätzt wurde. Bereits seit dem 14. Jahrhundert bildete sich allmählich eine immer stärker überregional geprägte Schriftsprache heraus, die man auch als Frühneuhochdeutsch bezeichnet. Die Herausbildung der hochdeutschen Schriftsprache war im 17. Jahrhundert zum Großteil abgeschlossen. Durch die Beseitigung der so genannten Letternhäufelung im 18. Jahrhundert wurde das seitdem in Grundzügen kaum veränderte deutsche Schriftbild abgerundet. Die Geschichte der deutschen Sprache wird häufig in vier Abschnitte (Sprachstufen) unterteilt:
- 7501050: Althochdeutsch
- 10501350: Mittelhochdeutsch
- 13501650: Frühneuhochdeutsch
- ab 1650: Neuhochdeutsch Johann Christoph Adelung veröffentlichte 1781 das erste große Wörterbuch. Jacob und Wilhelm Grimm begannen 1852 mit der Herausgabe des umfassendsten Deutschen Wörterbuchs, das 1961 vollendet wurde, aber seither einer Überarbeitung unterzogen wird. Die deutsche Rechtschreibung wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts zunehmend normiert. Ein Durchbruch zu einer deutschen „Einheitsschreibung“ gelang mit dem „Orthographischen Wörterbuch der deutschen Sprache“ von Konrad Duden (1880), das in der Rechtschreibreform von 1901 in leicht veränderter Form zur Grundlage der amtlichen Rechtschreibung erklärt wurde. Erst 1996 kam es zu einer erneuten Rechtschreibreform. Siehe dazu auch Geschichte der deutschen Rechtschreibung. In der Bundesrepublik Deutschland ist Hochdeutsch:
- nach § 23 Verwaltungsverfahrensgesetz (BVwVfG) als Amtssprache,
- nach § 5 Beurkundungsgesetz als Sprache für notarielle Urkunden,
- nach § 184 Gerichtsverfassungsgesetz als Gerichtssprache festgelegt. Besondere Regelungen gelten für die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein sowie für die Sorben in Brandenburg und Sachsen; mittlerweile aber auch für die niederdeutsche Sprache. In Österreich ist laut Artikel 8. (1) Bundes-Verfassungsgesetz (BVG) die (hoch-)deutsche Sprache, unbeschadet der den sprachlichen Minderheiten eingeräumten Rechte, die Staatssprache der Republik. In Liechtenstein ist Deutsch die alleingültige Amtssprache. Es kennt keine Minderheitensprachen.

Hochdeutsch als Amtssprache (neben anderen Sprachen)


- Belgien (mit Französisch und Niederländisch)
- Luxemburg (mit Luxemburgisch und Französisch)
- Schweiz (63 % deutsch) (auf gesamtstaatlicher Ebene neben Französisch, Italienisch und Rätoromanisch; in 17 von 26 Kantonen alleinige Amtssprache, in 4 weiteren Amtssprache neben anderen Sprachen)
- Italien: nur regional in Südtirol (mit Italienisch und Ladinisch; in anderen Regionen: Aostatal: Französisch; Friaul: Slowenisch jeweils mit Italienisch)
- Dänemark: in Gebieten der deutschen Minderheit (Sønderjylland) (neben Dänisch)
- Namibia (seit Juni 1984 mit Afrikaans und Englisch, seit der Unabhängigkeit Namibias 1990 nicht mehr Amtssprache)
- Russland: Anerkannte Verkehrssprache der deutschstämmigen Bevölkerung in den beiden westsibirischen Nationalkreisen Asowo (Gebiet Omsk) und Halbstadt (Altai-Region). Deutsch ist zudem eine Amtssprache der Europäischen Union und eine Arbeitssprache der Vereinten Nationen. Dass Deutsch beinahe Amtssprache der USA geworden wäre, ist ein Gerücht, das auf eine Fehlinterpretation zurückzuführen ist (Mühlenberg-Legende, siehe auch Deutsche Sprache in den USA).

Als Minderheitensprache


- Argentinien 300.000
- Australien 200.000 oder mehr ( 2 Millionen Deutschstämmige)
- Belgien 112.458
- Brasilien (1.900.000)
- Chile (100.000)
- Dänemark 20.000
- Estland 3.460
- Frankreich: von den 1.200.000 potenziell deutschsprachigen Elsässern und Lothringern spricht nur noch ein kleiner Teil den angestammten Dialekt
- Italien 330.000
- Kanada 500.000 oder mehr (2,8 Millionen Deutschstämmige, siehe Auswärtiges Amt).
- Kasachstan 358.000
- Kroatien 11.000
- Lettland 3.780
- Litauen 2.060
- Moldawien 7.300
- Namibia 30.000
- Niederlande 47.775
- Paraguay 200.000
- Polen 170.000
- Rumänien (70.000.)
- Russland: europäischer Teil (75.000), Sibirien (767.300)
- Slowakei 12.000
- ((Südafrika)) 300.000-500.000 (100.000 Passdeutsche, 1 Million Deutschstämmige, siehe Auswärtiges Amt).
- Togo
- Tschechien 50.000
- Ukraine 38.000
- Ungarn 145.000
- Vereinigte Staaten von Amerika 6.100.000 , insbes. Pennsylvaniadeitsch s. Kapitel Pennsylvania Dutch Siehe auch: Deutschsprachige Minderheiten

Als Fremdsprache

Deutsch (Hochdeutsch) wird in vielen Ländern als Fremdsprache gelehrt; in Europa ist es nach Englisch am weitesten verbreitet. Besonders häufig wird Hochdeutsch als Fremdsprache in den Niederlanden, Skandinavien, Baltikum, Slowenien, Kroatien, Polen, Japan, Bosnien und Herzegowina, der romanischen Schweiz, Serbien, Ungarn, Montenegro, Mazedonien und Bulgarien gewählt. Teilweise gilt Deutsch in diesen Ländern als erste Schulfremdsprache und steht damit noch vor dem Englischen. Auch in Weißrussland wird Deutsch oft an Schulen unterrichtet. In anderen Ländern, so zum Beispiel in Frankreich und den USA, verliert Deutsch zunehmend an Bedeutung gegenüber Spanisch. In Ostasien (Japan) wurde im 19. und 20. Jahrhundert Deutsch als Medizinsprache verwendet (an Stelle von Latein). Nach einer Erhebung der Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache, der u. a. das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut angehören, gab es 2000 die meisten Deutschlerner in:
- Russische Föderation: 4.657.500
- Polen: 2.202.708
- Frankreich: 1.603.813
- Tschechien: 799.071
- Ukraine: 629.742
- Ungarn: 629.472
- Kasachstan: 629.874
- Niederlande: 591.190
- USA: 551.274 Deutsch ist heute die nach Englisch am meisten verwendete Sprache im Internet (gefolgt von Französisch, Japanisch, Spanisch und Chinesisch). Mehr als acht Prozent aller Seiten im Internet sind auf Deutsch. (Internetseiten auf Englisch:Cirka 50 %)

Als Kreolsprache

Im Zuge der Kolonialisierung entstand im heutigen East New Britain das so genannte Unserdeutsch, das weltweit einzige Kreoldeutsch. Diese Sprache ist jedoch mittlerweile fast ausgestorben, da die meisten Sprecher auswanderten. Außerdem haben sich in Papua-Neuguinea bis zu 150 Wörter deutschen Ursprungs in der Sprache Tok Pisin erhalten.

Aussprache

Siehe Aussprache der deutschen Sprache.

Grammatik

siehe dazu deutsche Grammatik

Rechtschreibung

Siehe dazu deutsche Rechtschreibung.

Textsammlungen

Beim Projekt Gutenberg-DE gibt es Texte von über 1000 Autoren. Wikisource enthält mehr als 2000 deutschsprachige Werke. Siehe auch: Deutsche Literatur, Sprichwörter, Deutschsprachige Schriftsteller: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Dialekte der hochdeutschen Sprache

Die Einteilung der deutschen Dialekte beruht auf Untersuchungen des 19. Jahrhunderts. In gleicher Zeit begann die Herausbildung von Umgangssprachen als einer Art Mischform zwischen Standardsprache und Dialekt. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts verdrängen die Umgangssprachen die alten Dialekte.
- Mitteldeutsch
  - Westmitteldeutsch (siehe auch: Fränkische Sprache)
    - Mittelfränkisch (Ripuarisch, Moselfränkisch, Luxemburgisch)
    - Rheinfränkisch (Pfälzisch, Hessisch)
  - Ostmitteldeutsche Sprache
    - Thüringisch-Obersächsisch, (Kolonialdialekte)
    - Berlin-Brandenburgisch (Mischform mit Ostniederdeutsch)
    - Ostmitteldeutsche Dialekte
      - Lausitzische Dialekte
    - Ermländisch
- Fränkisch im Übergangsbereich zwischen dem Oberdeutschen und Mitteldeutschen (Wird häufig dem Oberdeutschen zugeordnet.)
  - Ostfränkisch, umgangssprachlich "Fränkisch"
    - Mainfränkisch
  - Süd-Rheinfränkisch
- Oberdeutsch
  - Alemannisch
    - Schwäbisch
    - Elsässisch
    - Niederalemannisch (darunter auch schweizerdeutsche Dialekte)
    - Hochalemannisch (darunter auch schweizerdeutsche Dialekte)
    - Höchstalemannisch (schweizerdeutsche Dialekte)
  - Bairisch
    - Südbairisch
    - Mittelbairisch
    - Nordbairisch

Niederdeutsche Sprachen


- Niederdeutsch
  - Niedersächsisch
  - Niederfränkisch Niederdeutsch bzw. die niederdeutschen Sprachen zeigen bedeutende phonologische, morphologische und lexikal-semantische Unterschiede gegenüber den übrigen deutschen Mundarten. Diese Sprachgruppe hat die zweite hochdeutsche Lautverschiebung nicht mitvollzogen. Das Niedersächsische, das in Deutschland und in den Niederlanden gesprochen wird und gemeinhin in Norddeutschland als Niederdeutsch oder Plattdeutsch (Plattdüütsch) bezeichnet wird (in den Niederlanden als „nedersaksisch”) wird auch als Teil einer niederdeutschen Sprachgruppe aufgefasst. Mittlerweile hat das Niedersächsische infolge der Sprachencharta des Europarats einen offiziellen Status als Regionalsprache erhalten, weil die Länder Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen Niedersächsisch für einen Schutz gemäß Teil III der Sprachencharta angemeldet haben. Vermutlich kann dennoch sein allmähliches Aussterben nicht aufgehalten werden. Das Niederfränkische lebt weiter im Niederländischen. Auch die ursprünglichen Dialekte am Niederrhein (Kleve, Wesel, Duisburg, Mülheim an der Ruhr) sowie die alten Mundarten im Ostbergischen gehörten dem niederfränkischen Zweig an. Sie sind seit dem Zweiten Weltkrieg praktisch im Aussterben. Die Mundarten des Gebietes zwischen der Uerdinger Linie (Ik-/Ich-Linie) und der Benrather Linie (Maken-/Machen-Linie) (Düsseldorf, Mönchengladbach, Krefeld, Neuss) weisen sowohl niederfränkische als auch mittelfränkische Züge auf und sind ein mundartliches Übergangsgebiet zwischen den hochdeutschen und den niederfränkischen Mundarten.

Einflüsse anderer Sprachen auf die deutsche Sprache

Durch ihre zentrale Lage in Europa wurde die deutsche Sprache über die Jahrhunderte durch andere Sprachen beeinflusst. Im Mittelalter und der Zeit davor war es vor allem die lateinische Sprache, aus der sich die deutsche Sprache bediente. So sind viele alltägliche Wörter, vor allem aus Architektur, Religion und Kriegswesen (z. B. Fenster, Keller, Karren, dominieren, Kloster), aus dem Lateinischen entlehnt. Auch die griechische Sprache hat das Deutsche in Religion, Wissenschaft und Philosophie stark beeinflusst (z. B. Philosophie, Physik, Demokratie, Krypta). Später war es dann vor allem die französische Sprache, die großen Einfluss auf das Deutsche ausübte. Da nach dem Dreißigjährigen Krieg an vielen Höfen französisch gesprochen wurde und selbst preußische Könige diese Sprache besser beherrschten als Deutsch und letzteres, frei nach Voltaire, nur zur Kommunikation mit Soldaten und Pferden gebraucht wurde, kamen vor allem Wörter aus dem vornehmen Bereich in die deutsche Sprache (z. B. Boulevard, Trottoir, Konfitüre). Auch aus den slawischen Sprachen (z. B. Grenze, Pistole), dem Jiddischen und dem Rotwelsch (z. B. Zoff, meschugge, Mischpoke, Schockse) kamen einige Wörter ins Deutsche, jedoch war der Einfluss dieser Sprachen im Vergleich zu den vorgenannten wesentlich geringer. In Handel, Botanik und Medizin lassen sich auch einige Einflüsse aus dem Arabischen ausmachen, die verstärkt im Mittelalter beispielsweise durch die Kreuzzüge nach Europa und somit auch nach Deutschland kamen. Aber auch in alltäglichen Begriffen wie Koffer, Benzin oder Limonade lassen sich arabische Einflüsse bzw. Ursprünge nachweisen. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts nahm in Deutschland das Englische zunehmend Einfluss auf die deutsche Sprache (Anglizismen). Diese Entwicklung wird von einigen skeptisch betrachtet. Kritiker bringen vor, es handle sich oftmals (z. B. bei Handy) um Pseudo-Englisch, für das es genügend deutsche Synonyme gebe. Auch technische Zwänge bei der Synchronisation englischsprachiger Filme üben mittlerweile einen Einfluss auf das Deutsche aus. Um Lippensynchronizität zu gewährleisten, werden Worte und Redewendungen kreiert, die zuvor im Deutschen nicht üblich waren, sich dann aber später in der Umgangssprache durchsetzen (z.B. "Oh mein Gott" statt "Um Gottes Willen" als Übersetzung für "Oh my God"). "Verdeckte" Anglizismen gibt es mittlerweile auch aus anderen Gründen: So ist der heute sehr gebräuchliche Ausdruck "nicht wirklich" die wortwörtliche Übersetzung von "not really" und bedeutet demzufolge soviel wie "eigentlich nicht" – allerdings hat sich der Ausdruck inzwischen verselbständigt. Eine Sprachpolitik, wie sie unter anderem in Frankreich und Island betrieben wird, um eine Anreicherung der Sprache mit Anglizismen zu unterbinden, findet in Deutschland seit Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr statt. Gründe hierfür sind möglicherweise in der Sprachpolitik des Nationalsozialismus zu suchen. Andere verwerfen solche Bemühungen unter Verweis auf Joachim Heinrich Campe als Sprachpurismus.

Literatur zu Kontakten der deutschen Sprache


- Johannes Bechert/Wolfgang Wildgen: Einführung in die Sprachkontaktforschung. Darmstadt, Wiss. Buchgesellschaft, 1991
- Csaba Földes: Kontaktdeutsch. Zur Theorie eines Varietätentyps unter transkulturellen Bedingungen von Mehrsprachigkeit. Tübingen, Verlag Gunter Narr, 2005
- Claudia Maria Riehl: Sprachkontaktforschung. Tübingen, Narr, 2004

Wie das Deutsche in anderen Sprachen heißt

Aufgrund der sehr wechselhaften Geschichte Deutschlands gibt es in den Sprachen der Welt mehr unterschiedliche Formen für den Namen der deutschen Sprache als für die meisten anderen Sprachen der Welt. Allgemein kann man die Namen der deutschen Sprache aber aufgrund ihrer Herkunft in sechs Gruppen zusammenfassen. Anmerkung: In der Vergangenheit war im Rumänischen die dem Slawischen entlehnte Form nemţeşte üblich, aber heute wird im Rumänischen vorwiegend das Wort germană benutzt. Das ungarische német ist auch aus dem Slawischen entlehnt, ebenso der Name Österreichs im Arabischen, an-Nimsā (النمسا).

Siehe auch


- Jiddisch
- Rotwelsch
- »BRD-Sprache« und »DDR-Sprache«, Duden als Sprachwächter
- Schweizer Hochdeutsch, Schweizerdeutsch
- Sprachgebrauch in Österreich
- Belgranodeutsch
- Deutschsprachiger Raum
- Institut für Deutsche Sprache
- Gebärdensprache im deutschsprachigen Raum
- Moselromanisch
- Deutsche Sprache in Namibia
- :Kategorie:Deutsche Sprache
- Variantenwörterbuch des Deutschen
- Pennsylvania Dutch, Hutterisch, Texasdeutsch
- Riograndenser Hunsrückisch
- Deutsche Redewendungen
- Studentensprache
- Liste deutscher Wörter in anderen Sprachen
- Liste der häufigsten Wörter der deutschen Sprache

Weblinks


- [http://www.ids-mannheim.de Institut für deutsche Sprache, Mannheim]
- [http://www.gfds.de/ Gesellschaft für deutsche Sprache, Wiesbaden]
- [http://wortschatz.uni-leipzig.de/index.html Wortschatz der deutschen Sprache]
- [http://www.dwb.uni-trier.de/ Grimm, Deutsches Wörterbuch]
- [news:de.etc.sprache.deutsch Newsgroup zur deutschen Sprache] ([http://groups.google.com/groups?q=de.etc.sprache.deutsch de.etc.sprache.deutsch bei Google], [http://faql.de FAQs zur Newsgroup])
- [http://www.canoo.net/index.html Rechtschreibung mit Online-Prüfung, Grammatik, Morphologie und anderes]
- [http://www.woerterbuch.info/ woerterbuch.info - Deutsch-Englisch Wörterbuch mit 600.000 Übersetzungen und 125.000 Synonymen]
- [http://www.deutsche-sprachwelt.de Magazin
Deutsche Sprachwelt] Eine Übersicht über die Beiträge in Wikipedia zum Thema Sprache bietet das Portal:Sprache. Kategorie:Indogermanisch Kategorie:Germanisch Kategorie:Einzelsprache !
-
als:Deutsche Sprache ja:ドイツ語 ko:독일어 ms:Bahasa Jerman simple:German language th:ภาษาเยอรมัน


1050

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Die Stadt Nürnberg wird als norenberc (felsiger Berg) erstmals am 16. Juli urkundlich erwähnt [http://www.kulturprofile.nuernberg.de/ARCHIV_950/f_3_geschichte_1.html]

Geboren


- 11. November - Heinrich IV. (HRR), deutscher König und Kaiser († 1106)

Gestorben


- Guido von Arezzo, italienischer Mönch, Musiktheoretiker und Lehrer (
- 990) ko:1050년

Westgermanische Sprachen

Die westgemanischen Sprachen sind eine Untergruppe der germanischen Sprachen, die unter anderem Englisch, Friesisch, Niederländisch und Deutsch umfasst. Eine ausführliche Liste der Einzelsprachen findet sich am Ende dieses Artikels.

Frühe Zeugnisse der westgermanischen Sprachen

Die schriftlichen Zeugnisse der westgermanischen Sprachen setzen erst im 8. Jahrhundert ein. Seit dem 8. Jahrhunder sind Altenglisch und Althochdeutsch überliefert, seit dem 9. Jahrhundert Altsächsisch, die Vorgändersprache des Niederdeutschen, Altfriesisch ist seit dem 13. Jahrhundert belegt.

Untergliederung der westgermanischen Sprachen

Die allgemein akzeptierte Gliederung der westgermanischen Sprachen teilt diese in einen anglo-friesischen und einen kontinentalgermanischen Zweig. Letzterer enthält unter anderem Hochdeutsch, Niederdeutsch und Niederländisch. Die anglo-friesischen Sprachen werden weiter in anglische Sprachen (mit Englisch als Hauptvertreter) und friesische Sprachen unterteilt. Die Kontinentalgermanischen Sprachen teilen sich in Hochdeutsche Sprachen (mit den ober- und mitteldeutschen Dialekten) und niederdeutsche Sprachen. Die Anglo-Friesischen Sprachen unterscheiden sich von den anderen westgermanischen Sprachen durch die anglo-friesische Palatalisierung (Beispiele: Deutsch Käse – Englisch cheese, Friesisch tsiis; Deutsch Kirche, Niederländisch kerk – Englisch church, Friesisch tsjerke) und durch den Wegfall von Nasalen vor Frikativen unter Ersatzdehnung (Beispiele: Deutsch fünf – Englisch five; Deutsch Mund – Englisch mouth). Manche Autoren postulieren eine Ingaevonische Sprachgruppe (auch: ingväonische Sprachgruppe), die außer den anglo-friesischen Sprachen auch noch Niedersächsisch und (je nach Autor) Niederländisch umfassen soll. Diese Sprachgruppe gehe auf die bei Tacitus und Plinius dem Älteren erwähnten Ingwäonen zurück. Die Zurückprojektion heutiger Sprachzustände auf das 1. Jahrhundert wird allgemein als nicht zulässig verworfen. Zudem gibt es für die vorgeschlagene Sprachgruppe keine guten sprachwissenschaftlichen Abgrenzungskriterien. Nichtdestotrotz hat sich der Begriff Ingväonismus für einzlene Eigenheiten des Niederdeutschen, die mutmaßlich anglo-friesischen oder nordgermanischen Urprunges sind, eingebürgert. Hierzu zählt etwa das Pronomen he (hochdeutsch: er) für die 3. Person Singular Maskulinum.

Gegliederte Liste der westgermanischen Sprachen

Folgende lebenden und ausgestorbene Sprachen (†) aus der Familie der germanischen Sprachen zählen zu den westgermanischen Sprachen:
- Anglo-Friesische Sprachen
  - Angelsächsisch (Altenglisch), Mittelenglisch
    - Modernes Englisch (mit starken französisch-lateinischen Einflüssen)
    - Scots
    - Cayman-Inseln-Englisch (kein Kreol)
    - Angloromani (mit starkem Einfluss des Romani)
  - Friesisch
    - Westfriesisch
    - Ostfriesisch
    - Nordfriesisch
- Kontinentalwestgermanische Sprachen
  - Niederdeutsche Sprachen
    - Altniederdeutsch (altsächsisch) †
    - Mittelniederdeutsch
      - Niederfränkische Sprachen
      -
- Niederländisch
      -
- Kleverländisch
      -
- Limburgisch-Bergisch
      -
- Ostbergisch
      -
- Afrikaans (aus dem Niederländischen entstanden, mit vielen anderen Einflüssen)
      - Niedersächsisch (Plattdeutsch)
      - Ostniederdeutsch (Plattdeutsch)
      -
- Plautdietsch (Mennonitisch)
  - Hochdeutsche Sprachen
    - Deutsch (Hochdeutsch)
      - Ostmitteldeutsch
      - Westmitteldeutsch
      -
- Luxemburgisch
      -
- Pennsylvania Dutch (wird von verschiedenen Gruppen in Amerika gesprochen)
      - Oberdeutsch
      -
- Ostfränkisch und Südfränkisch
      -
- Bairisch
      -
- Alemannisch
      -
  - Hochalemannisch (u.a. Schweizerdeutsch)
      -
  - Schwäbisch
      -
  - Höchstalemannisch (Schweizerdeutsch)
      -
  - Elsässisch
      -
  - Niederalemannisch
      -
- Langobardisch
    - Jiddisch (mit lexikalischen Einflüssen aus dem Hebräischen, Romanischen und Slawischen, meistens geschrieben im hebräischer Schrift)
      - Westjiddisch
      - Ostjiddisch
      - Kolonialjiddisch Kategorie:Germanistik Kategorie:Sprachfamilie

Benrather Linie

Als Benrather Linie wird die Sprachgrenze zwischen den norddeutschen Regionalsprachen (Niederdeutsch) und dem Hoch- bzw. Mitteldeutschen Sprachraum bezeichnet. Die gedachte Linie verläuft in West-Ost-Richtung quer durch Deutschland von Aachen über Benrath (ein Stadtteil Düsseldorfs), wo sie den Rhein schneidet, über Olpe, Kassel, Nordhausen, Aschersleben und Dessau, wo sie die Elbe schneidet, nach Berlin und Frankfurt (Oder). Benannt ist sie nach oben erwähntem Schnittpunkt mit dem Rhein. Im Zuge der 2. Lautverschiebung der Germanischen Sprachen (um 500 n.Chr.), welche die norddeutschen Gebiete nicht mitmachten, kam es entlang dieser Linie zur Trennung der westgermanischen Sprachen. Die Sprachgruppen südlich der Benrather Linie entwickelten sich zu Hochdeutsch – während sich die anderen westgermanischen Sprachen (Englisch, Niederfränkisch (Niederländisch), Niedersächsisch (Plattdeutsch) und Friesisch) weniger veränderten. Die Benrather Linie wird auch Maken-machen-Linie genannt – nach der Lautverschiebung von niederdeutsch maken zu hochdeutsch machen. Sie ist im Westen ein Teil des Rheinischen Fächers. In den letzten Jahrzehnten ist die Benrather Linie auf dem Gebiet der ehemaligen DDR nach Norden „gewandert“, so dass nun in Sachsen-Anhalt und großen Teilen Brandenburgs weitgehend ein vom ostmitteldeutschen Thüringisch-Obersächsisch und dem Lausitzischen stark beeinflusstes Hochdeutsch gesprochen wird. Bis etwa zum Zweiten Weltkrieg wurde im Norden des Landes vor allem die Ostniederdeutsche Sprache gesprochen. Eine weitere (nord)germanische Sprachgrenze zu Schleswig-Holstein wird nach dem Fluss Eider benannt. Die Südgrenze des mitteldeutschen Sprachgebiets wird als Mainlinie bezeichnet.

Weblinks


- http://www.ned.univie.ac.at/publicaties/taalgeschiedenis/dt/benrath.htm - Karte mit Benrather Linie
- http://www.diwa.info/ - erste vollständige Ausgabe von Georg Wenkers "Sprachatlas des Deutschen Reichs"
- http://www.actilingua.com/deutsch-lernen/deutsch_in_wien.php - Mainlinie und Benrather Linie
- http://www.wdr.de/cgi-bin/mkram?rtsp://ras01.wdr.de/aks/spezial/spezial050301.rm - WDR-Beitrag zur Benrather Linie mit Beispielen Kategorie:Deutsche Sprache

Benrath (Düsseldorf)

Benrath Historie

Benrath liegt am Rhein und an der Itter (Bachlauf aus dem Bergischen Land; entspringt bei Gräfrath), es ist einer der südlichen Stadtteile Düsseldorfs. Der Name ist abgeleitet von Benrode, erstmalig erwähnt 1222 "Ritter von Benrode". Der Ort Benrode gehörte im 14. Jahrhundert dem Grafen von Berg, das Dorf entstand dann, parallel zur Entwicklung der Benrod´schen Burg (aus der sich später das Jagdschloß entwickelte), aus mehreren Bauernhöfen; so dem Buchholzer Hof, dem Novener Hof, dem Buscher Hof, dem Pritschau Hof, dem Kappeler Hof, dem Niederheider Hof und dem Oberheider Hof. Lediglich der Niederheider Hof ist erhalten (heute zu Holthausen gehörig), an die anderen Höfe erinnern nur noch Straßennamen. Etwa gleichzeitig entstand die Pfarrkirche St. Cäcilia und einige Ackerbürgerhäuser in ihrer direkten Umgebung. Mit der Industrialisierung siedelten sich vornehmlich im Ortsteil Paulsmühle, das ist das Quartier östlich der Köln-Mindener-Eisenbahn, Industriebetriebe an wie: Flender, Balcke, Capito, Klein und Tellering, später noch die Demag Baumaschinen. Dies brachte, ebenso auch durch die Entstehung des Industrieterrains Reisholz, einen erheblichen Bevölkerungszuwachs für Benrath. Durch das Anlegen eines befestigten Marktplatzes in der Nähe der Pfarrkirche entstand ein zusammenhängender Ortstkern mit Geschäftsstraße (Mittelstraße; seit der Eingemeindung in Hauptstraße umbenannt; heute Fußgängerzone). Weiterhin entstanden Arbeiter-Siedlungen (vor allem in der Paulsmühle), aber auch Unternehmervillen (im Bereich westlich des Schloßes zum Rhein hin) sowie Beamten- und Angestelltenwohnungen (im Zenrtrum, rund um den Marktplatz). Bis zur Eingemeindung nach Düsseldorf im Jahre 1929 gehörten folgende Gemeindeteile zur Bürgermeisterei Benrath: Benrath, Garath, Hassels, Hellerhof, Holthausen, Itter, Niederheid, Oberheid, Paulsmühle, Reisholz, Rittersberg und Urdenbach. Der Gemeindeteil Garath mit Hellerhof hatte innerhalb der Bürgermeisterei Benrath bis 1929 einen Sonderstatus. Die Benrather Bürger waren über die Eingemeindung nach Düsseldorf wenig begeistert. So erstritten sie Sonderrechte von der Stadt Düsseldorf, die bis heute gelten: z. B. eine eigene Bezirksvertretung, ein eigenes Arbeitsamt und ein eigenes Standesamt. Es blieb damit auch ein gesundes Stück Benrather Selbstbewußtsein bis zum heutigen Tag erhalten. Benrath gehört zum Stadtbezirk 9 der Stadt Düsseldorf und erstreckt sich auf eine Fläche von 5,90 km² mit 15.905 Einwohnern. Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 2696 Einwohnern/km².[http://www.duesseldorf.de/bv/09/infos/daten.shtml Daten]

Benrather Linie - Sprachengrenze

In den Sprachwissenschaften hat sich der Begriff der Benrather Linie eingebürgert. Entlang dieser östlich in Richtung Berlin laufenden Linie hat die 2. Lautverschiebung die niederdeutschen von den hochdeutschen Sprachgruppen getrennt.

Sehenswürdigkeiten

hochdeutsch Im Zentrum von Benrath befindet sich das ehemalige Jagd- und Lustschloss des pfälzischen Kurfürsten Karl Theodor, später preußisches Königsschloß, das Benrather Schloss mit seiner ausgedehnten Parkanlage. Ferner sind das ehemalige Rathaus der Gemeinde Benrath aus dem Jahre 1906 (im Stil der sog. Weser-Renaissance durch Walther Furthmann errichtet), die evangelische Dankeskirche (1914 - 1915, neobarock, durch Wilhelm Pützer und Lyonel Wehner errichtet) sowie die katholische St. Cäcilia-Kirche (1901 durch den Architekten W. Sültenfuß errichtet, neogotisch) sehenswert. Die St. Cäcilia-Kirche ist der dritte Sakralbau an dieser Stelle. Sie ist Nachfolgebau einer klassizistischen Kirche, die wiederum der Nachfolgebau einer romanischen Kirche war. Im Pflaster der Hauptstraße ist vor der St. Cäcilia-Kirche die Stelle markiert, an der bis 1929 der romanische Kirchturm gestanden hat. Weiterhin sind die alte Posthalterei (um 1800 errichtet, heute Jugendkulturzentrum) und zahlreiche Gründerzeitbauten im Bereich der Benrather Schloßallee, der Sophienstraße, der Benrodestraße, der Meliesallee und der Görresstraße beachtlich.

40px Wanderwege

In Benrath beginnen beziehungsweise enden folgende markierte Wanderwege des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV.):
- X19: Benrath, Bahnhof - Dillenburg in Hessen
- D: Benrath, Schöne Aussicht - Kaiserswerth

Verkehrswege

18px Benrath besitzt einen Regionalbahnhof an der Eisenbahnstrecke Düsseldorf - Köln (histor. Köln-Mindener-Eisenbahn). Der Bahnhof ist ein frühmoderner Klinkerbau aus den 1930er Jahren und der zweite Bahnhof an dieser Stelle. Es verkehren dort Regionalexpress- und S-Bahnzüge der Deutschen Bahn. 18px Eine Straßenbahn, Linie 701, verbindet Benrath mit der Düsseldorfer Innenstadt. Bis 1962 verkehrte eine schmalspurige Straßenbahn von Benrath (Beginn in der Paulistraße) über Hilden nach Solingen-Ohligs bzw. nach Haan und Wuppertal-Vohwinkel. Im Straßenbahnmuseum Wuppertal-Kohlfurt ist der Triebwagen-Nr. 107 dieser Schmalspurlinie fahrbereit erhalten. [http://www.bergisches-staedtedreieck.de/bergische_museumsbahn/ Straßenbahnmuseum Wt.-Kohlfurt] 18px An der Autobahn A59 gibt es eine Anschlußstelle "Düsseldorf-Benrath". Im Frühling und Sommer verkehren Personenschiffe auf dem Rhein von Benrath nach Zons.

Weblinks


- [http://www.duesseldorf.de/bv/09/infos/historie.shtml Historie]
- [http://www.duesseldorf-benrath.de/ Lokalportal Benrath]
- [http://www.duesselgo.de/572/1044/index.html Links aus Benrath bei duesselgo.de]
- [http://www.heimatarchiv-benrath.de/ Heimatarchiv Groß-Benrath]
- [http://www.schloss-benrath.de/ Stiftung Schloß Benrath]
- [http://www.sankt-caecilia-benrath.de/ St. Cäcilia-Kirche] Benrath

Westgermanische Sprachen

Die westgemanischen Sprachen sind eine Untergruppe der germanischen Sprachen, die unter anderem Englisch, Friesisch, Niederländisch und Deutsch umfasst. Eine ausführliche Liste der Einzelsprachen findet sich am Ende dieses Artikels.

Frühe Zeugnisse der westgermanischen Sprachen

Die schriftlichen Zeugnisse der westgermanischen Sprachen setzen erst im 8. Jahrhundert ein. Seit dem 8. Jahrhunder sind Altenglisch und Althochdeutsch überliefert, seit dem 9. Jahrhundert Altsächsisch, die Vorgändersprache des Niederdeutschen, Altfriesisch ist seit dem 13. Jahrhundert belegt.

Untergliederung der westgermanischen Sprachen

Die allgemein akzeptierte Gliederung der westgermanischen Sprachen teilt diese in einen anglo-friesischen und einen kontinentalgermanischen Zweig. Letzterer enthält unter anderem Hochdeutsch, Niederdeutsch und Niederländisch. Die anglo-friesischen Sprachen werden weiter in anglische Sprachen (mit Englisch als Hauptvertreter) und friesische Sprachen unterteilt. Die Kontinentalgermanischen Sprachen teilen sich in Hochdeutsche Sprachen (mit den ober- und mitteldeutschen Dialekten) und niederdeutsche Sprachen. Die Anglo-Friesischen Sprachen unterscheiden sich von den anderen westgermanischen Sprachen durch die anglo-friesische Palatalisierung (Beispiele: Deutsch Käse – Englisch cheese, Friesisch tsiis; Deutsch Kirche, Niederländisch kerk – Englisch church, Friesisch tsjerke) und durch den Wegfall von Nasalen vor Frikativen unter Ersatzdehnung (Beispiele: Deutsch fünf – Englisch five; Deutsch Mund – Englisch mouth). Manche Autoren postulieren eine Ingaevonische Sprachgruppe (auch: ingväonische Sprachgruppe), die außer den anglo-friesischen Sprachen auch noch Niedersächsisch und (je nach Autor) Niederländisch umfassen soll. Diese Sprachgruppe gehe auf die bei Tacitus und Plinius dem Älteren erwähnten Ingwäonen zurück. Die Zurückprojektion heutiger Sprachzustände auf das 1. Jahrhundert wird allgemein als nicht zulässig verworfen. Zudem gibt es für die vorgeschlagene Sprachgruppe keine guten sprachwissenschaftlichen Abgrenzungskriterien. Nichtdestotrotz hat sich der Begriff Ingväonismus für einzlene Eigenheiten des Niederdeutschen, die mutmaßlich anglo-friesischen oder nordgermanischen Urprunges sind, eingebürgert. Hierzu zählt etwa das Pronomen he (hochdeutsch: er) für die 3. Person Singular Maskulinum.

Gegliederte Liste der westgermanischen Sprachen

Folgende lebenden und ausgestorbene Sprachen (†) aus der Familie der germanischen Sprachen zählen zu den westgermanischen Sprachen:
- Anglo-Friesische Sprachen
  - Angelsächsisch (Altenglisch), Mittelenglisch
    - Modernes Englisch (mit starken französisch-lateinischen Einflüssen)
    - Scots
    - Cayman-Inseln-Englisch (kein Kreol)
    - Angloromani (mit starkem Einfluss des Romani)
  - Friesisch
    - Westfriesisch
    - Ostfriesisch
    - Nordfriesisch
- Kontinentalwestgermanische Sprachen
  - Niederdeutsche Sprachen
    - Altniederdeutsch (altsächsisch) †
    - Mittelniederdeutsch
      - Niederfränkische Sprachen
      -
- Niederländisch
      -
- Kleverländisch
      -
- Limburgisch-Bergisch
      -
- Ostbergisch
      -
- Afrikaans (aus dem Niederländischen entstanden, mit vielen anderen Einflüssen)
      - Niedersächsisch (Plattdeutsch)
      - Ostniederdeutsch (Plattdeutsch)
      -
- Plautdietsch (Mennonitisch)
  - Hochdeutsche Sprachen
    - Deutsch (Hochdeutsch)
      - Ostmitteldeutsch
      - Westmitteldeutsch
      -
- Luxemburgisch
      -
- Pennsylvania Dutch (wird von verschiedenen Gruppen in Amerika gesprochen)
      - Oberdeutsch
      -
- Ostfränkisch und Südfränkisch
      -
- Bairisch
      -
- Alemannisch
      -
  - Hochalemannisch (u.a. Schweizerdeutsch)
      -
  - Schwäbisch
      -
  - Höchstalemannisch (Schweizerdeutsch)
      -
  - Elsässisch
      -
  - Niederalemannisch
      -
- Langobardisch
    - Jiddisch (mit lexikalischen Einflüssen aus dem Hebräischen, Romanischen und Slawischen, meistens geschrieben im hebräischer Schrift)
      - Westjiddisch
      - Ostjiddisch
      - Kolonialjiddisch Kategorie:Germanistik Kategorie:Sprachfamilie

Norddeutsche Tiefebene

Das Norddeutsche Tiefland, auch "Norddeutsche Tiefebene", bildet einen der Landschaftsgroßräume in Deutschland zwischen den Küsten der Nord- und Ostsee sowie den Norddeutschen Mittelgebirgen. Im Westen begrenzen die Wesergebirge, Teutoburger Wald und Wiehengebirge das norddeutsche Tiefland und trennen die Westfälische Bucht ab. Dagegen dehnt sich das Nordostdeutsche Tiefland östlich von Harz und Kyffhäuser weiter nach Süden bis zur Leipziger Bucht und der Dresdner Elbtalweitung bis zum sächsischen Hügelland und dem Nordrand des Erzgebirges aus. Im Osten schließt sich Pommern an, die westliche Grenze ist die Ems und der Dollart, und im Südosten die Oberlausitz. Die Niederlausitz und das Oderbruch können noch zum norddeutschen Tiefland gerechnet werden.

Landschaft, Böden und ihre Entstehung

Die Landschaft wurde durch zuletzt maßgeblich im Verlauf der Eiszeiten durch Gletschervorstöße des skandinavischen Inlandeisschildes geformt. Das Relief des Norddeutschen Tieflandes ist eben bis wellig. Die tiefsten Punkte liegen in den ausgedehnten Tieflandsmooren und den Marschen im Nordwesten Niedersachsens auf Meereshöhe. Die ausgedehnten ombrogenen Hochmoore sind in niederschlagsreichen Warmzeiten entstanden. Die küstennahen Gebiete bestehen teilweise aus holozänen Flussmarschen bzw. Boddenlandschaft, der sich die pleistozäne Alt- oder Jungmoränenlandschaft (Geest) in verschiedensten Ausprägungen anschließt. Nach bzw. bei Rückzug der Gletscher bildeten sich Flugsanddünen, die durch die Vegetation festgelegt wurden. Menschliche Eingriffe ließen die Lüneburger Heide entstehen und sorgten dort für eine großflächige Verarmung (Podsolierung) der Böden. Die fruchtbarsten Böden sind die Marschen (Auen-Vegen) und die Börden (Hildesheimer Börde, die Altmark und die Magdeburger Börde, mit ca. 90 Bodenpunkte). Die ärmsten Böden sind die Hochmoor-Torfböden im Teufelsmoor mit weniger als 10 Bodenpunkte. Die Lössgebiete des Tieflandes gehören zu den ältesten Siedlungsstandorten Deutschlands (Bandkeramische Kultur). Im erdgeschichtlich besonders jungen östlichen Teil befinden sich viele Seen (v. a. die Mecklenburgische Seenplatte mit der Müritz). Die letzte Eiszeit, das Weichselglazial, hat diese Landschaft vor rund 10 000 Jahren hinterlassen. Die Oberflächengestalt in der nordwestdeutschen Geest ist dagegen schon stärker verwittert, da die letzten Vergletscherungen hier wesentlich länger zurückliegen (vgl. u. a. Saale-Eiszeit). Ems, Weser, Elbe und Spree sind die wichtigsten Flüsse, die das Tiefland in die Nordsee entwässern und für die Entstehung von Au- und Bruchwäldern wie den Spreewald sorgten. Die Wasserscheide zur Ostsee verläuft nur wenige Kilometer westlich von Oder und Neiße.

Klima und Vegetation

Klimatisch sind der Küstenstreifen und die vorgelagerten ostfriesischen Inseln euozeanisch geprägt. Nach Süden schließt sich ein breiter Steifen ozeanisch geprägten Klimas an, der von der Ostküste Schleswig-Holsteins bis zu den Mittelgebirgen zieht. Das Klima geht in südöstlicher Richtung allmählich in subkontinentales Klima über. Im Windschatten des Harzes und einiger kleineren Erhebungen wie Drawehn und Fläming hat sich zum Teil trockeneres kontinentales Lokalklima ausgeprägt. Mikroklimatische Besonderheiten bieten sich in den Moore und Heiden durch für die Landwirtschaft sehr ungünstiges Klima sowie im Alten Land bei Hamburg, das durch die ganzjährig milde Temperaturen von Nordsee und Elbe geprägt ist und dadurch traditionelles Obstbaugebiet ist. azonalen Vegetationskomplexen der Moore, Auwälder, Bruchwälder und Gewässer, waren ursprünglich ausgedehnt an Ems, Weser, Elbe und Spree vorhanden. Ausgeprägten Salzwiesen, Watten und Tideröhrichten der Mündungstrichter hielten sich dauerhaft an der flachen Nordseeküste in der Gezeitenzone. Die Zonale Vegetation des Norddeutschen Tieflandes ist nach herrschender Lehrmeinung fast ausschließlich der Verband der Rotbuchenwälder.

Literatur


- Heinz Ellenberg, 1996: Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökologischer, dynamischer und historischer Sicht. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart. ISBN 3825281043 Kategorie:Landschaft in Europa Kategorie:Glaziologie Kategorie:Norddeutschland

Altsächsisch

Die Altniederdeutsche Sprache bzw. Altsächsische Sprache umfasst die Sprache des alten Siedlungsgebietes der Sachsen und Angeln (Altsächsische Sprache) sowie Niederfranken im frühen Mittelalter.

Historisches

Bereits in vorhistorischer Zeit hatte sich die angelsächsische Sprache abgespalten, die sich in England - durchaus in Kontakt mit dem sächsischen Festland - zum Altenglischen entwickelte. Die Sprache der Angeln und Sachsen in England wird deshalb gewöhnlich nicht mehr zum Altniederdeutschen hinzugerechnet. Auf dem Festland spaltete sich das Niederdeutsche im Laufe des hohen Mittelalters in die mittelniederdeutsche Sprache sowie die mittelniederfränkische Sprache (Mittelniederländisch) auf. Die Entwicklung des Niederdeutschen auf dem Boden des ostfränkischen, später deutschen Reichs ist seit jeher stark von den hochdeutschen Mundarten beeinflusst worden.

Abkömmlinge

Moderne Abkömmlinge (die sich unter Einfluss anderer Sprachen wie Französisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch und hochdeutscher Mundarten auseinanderentwickelt haben), sind Niederländisch, Afrikaans und die niederdeutsche Sprache (Plattdeutsch).

Verbreitung

Das Gebiet des Altniederdeutschen im 9.Jahrhundert ist nur schlecht belegt, umfaßt aber im wesentlichen das heutige Niedersachsen, Westfalen, Engern und Ostfalen, d.i. das heutige anhaltinische Gebiet (etwa von Halle bis Magdeburg), immer linkselbisch. Im Süden verlief die Sprachgrenze zum Fränkischen und damit zum Althochdeutschen (Oberdeutschen) auf einer Linie von Merseburg über Göttingen bis zum Sauerland und Ruhrgebiet. Teile Niederrheins und ein Teil der Niederlande etwa nördlich vom Ruhrgebiet bis nach Groningen und im Westen bis fast ans Eiselmeer waren ebenfalls altniederdeutsch. Südlich davon begann das Altniederfränkische oder Altniederländische Sprachgebiet. Im Norden grenzte das Gebiet von Groningen bis nach Bremerhaven an das West- und Ostfriesische Sprachgebiet. Sowie in Schleswig-Holstein bis ans Dänische und im Nordosten etwa auf der Linie Plön und bei Lüneburg die Elbgrenze entlang ans slawische Sprachgebiet. Durch die deutsche Ostexpansion nach Osten und Norden, sowie dem aufblühenden Handel vor allem der Hansestädte, entwickelt sich die Altniederdeutsche Sprache zur Schrift und Verkehrssprache. Es bildet sich das Mittelniederdeutsche heraus, daß zu einer Spaltung in das alte Stammgebiet und der kolonisierten Gebiete östlich der Elbe führte. In der zahlreiche fremde Einflüsse aufgenommen wurden. Der Differenzierungsprozess zum Mittelniederdeutschen dauerte etwa 150 Jahre. Der unten erwähnte Sachsenspiegel repräsentiert den Sprachstand nach diesem Prozess.

Quellen und Dokumente

Die altsächsische bzw. altniederdeutsche Sprache ist nur in wenigen Dokumenten überliefert, so in einigen Taufgelöbnissen, die die Sachsen unter Karl dem Großen sprechen mussten und vor allem in der größten Dichtung, dem Heliand, der als episches Werk nach dem Muster germanischer Heldensagas die Geschichte von Jesus Christus erzählt. Eine andere Quelle ist der Spegel der Sassen von Eike von Repgows, er ist in Abschriften überliefert. Die wenigen anderen Quellen sind zumeist Übersetzungen aus dem Lateinischen und daher in der Lexik begrenzt. Bei der Untersuchung der schriftlichen Quellen muss zudem bedacht werden, dass sie meist nicht von Sachsen, sondern von Franken oder Bayern aufgezeichnet wurden, die vermutlich der sächsischen Sprache nur begrenzt mächtig waren. Erheblich reichhaltiger ist die Quellenlage für den angelsächsischen Raum, z.B. das Beowulf-Epos.

Sprachprobe

Wesentliches Merkmal des Altsächsischen ist, daß die hochdeutsche Lautverschiebung nicht vollzogen wurde. Das betrifft die Konsonanten p,t,k und die langen Vokale, die noch nicht diphtongisiert wurden ei, au, ü. Die Lautverschiebugn breitete sich im 6. bis 8. Jahrhundert vom Alpenraum her immer weiter nach Norden aus und blieb an der Sprachgrensze zum Sächsischen stehen. Sprachprobe (Heliand, der Abschnitt entspricht dem Anfang von Kapitel 2 des Lukas-Evangeliums): Thô ward fon Rûmuburg rîkes mannes bar alla thesa irminthiod Octaviânas ban endi bodskepi obar thea is brêdon giwald cuman fon them kêsure cuningo gihuilicun, hêmsitteandiun sô wîdo sô is heritogon obar al that landskepi liudio giweldun. Hiet man that alla thea elilendiun man iro ôdil sôhtin, helidos iro handmahal angegen iro hêrron bodon, quâmi te them cnôsla gihue, thanan he cunneas was, giboran fon them burgiun. That gibod ward gilêstid obar thesa wîdon werold.

Siehe auch

Germanische Sprachen Kategorie:Einzelsprache

Schriftsprache

Eine Schriftsprache ist eine Sprache, die zum Lesen und Schreiben verwendet wird, insbesondere dort, wo mündlich in einer anderen Sprache oder einem Dialekt verkehrt wird. Im weiteren Sinne bezeichnet das Wort die Standardsprache, weil sie einen Standard zur schriftlichen Repräsentation aller Variationen der Lautsprache setzt. In vielen Sprachen gilt das Beherrschen der Schriftsprache als Zeichen einer gehobenen Bildung und somit als erstrebenswertes Ziel. Schriftsprache ist immer eine bestimmte Sprache (Deutsch, Englisch) und unterscheidet sich vom Begriff der schriftlichen Sprache, die "verschriftlichte Sprache" allgemein der gesprochenen Sprache entgegensetzt. Beispiele: In der deutschen Schweiz ist Schweizer Hochdeutsch (lokal auch als Schriftdeutsch bezeichnet) die Schriftsprache (oder Dachsprache), während mündlich fast ausschließlich Schweizer Dialekt (Schweizerdeutsch) gesprochen wird. Das gleiche gilt für viele andere hoch- bzw. oberdeutsche Mundartgebiete und niederdeutsche Sprachgebiete. Im Rätoromanischen ist Rumantsch Grischun die offizielle gemeinsame Schriftsprache oder Dachsprache der fünf Dialekte. Siehe auch: Schrift, Standardsprache, Dachsprache, Ausbausprache, Sprechsprache, Gesprochene Sprache, Amtssprache Kategorie:Sprache

Sächsisches Taufgelöbnis

Zur Gattung der religiösen Gebrauchstexte gehört das altsächsich |(alt)sächsische Taufgelöbnis aus dem endenden 8. Jh. als ältester überlieferter Text in altsächsischer Sprache (allerdings mit althochdeutschen und altenglischen Textteilen). Das Taufgelöbnis verlangte die Unterwerfung des Täuflings unter den christlichen Gott. Die Fragen und Antworten, die ein Sachse vor der (freiwilligen oder erzwungenen) Taufe zu bestehen hatte, sind dabei wahrscheinlich von einem angelsächsischen Missionar vom Lateinischen ins Altsächsische übersetzt worden und gehören in das Umfeld der Sachsenkriege (772-804) des fränkischen Herrschers Karls des Großen (768-814). Der Erfolg der mit den Sachsenkriegen einhergehenden Christianisierung und Missionierung hing nämlich auch ab von der Übermittlung grundlegendster Glaubensinhalte des Christentums, wie sie das Taufgelöbnis vermittelte. Der Täufling hatte sich gegen die/den Teufel (unholdun, Donar, Wotan, Saxnot) zu wenden und sich Gott, Christus und dem Heiligen Geist anzuvertrauen.

Sächsisches Taufgelöbnis

Forsachistû diabolae? :et respondet: ec forsacho diabolae. end allum diobolgeldae? :respondet: end ec forsacho allum diobolgeldae. end allum dioboles wercum? :respondet: end ec forsacho allum dioboles wercum and wordum, Thunaer ende Wôden ende Saxnôte ende allum thêm unholdum, thê hira genôtas sint. Gelôbistû in got alamehtigan fadaer? :ec gelôbo in got alamehtigan fadaer. Gelôbistû in Crist, godes suno? :ec gelôbo in Crist, gotes suno. Gelôbistû in hâlogan gâst? :ec gelôbo in hâlogan gâst. Übersetzung: Sagst du dem Teufel ab? :ich schwöre dem Teufel ab. und allem Teufelsdienst? :und ich schwöre allem Teufelsdienst ab. und allen Teufelswerken? :und ich schwöre allen Teufels-Werken und Worten ab, Thunaer und Wôden und Saxnôte und allen Dämonen, die ihre Genossen sind. Glaubst du an Gott, den allmächtigen Vater? :ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater. Glaubst du an Christus, Gottes Sohn? :ich glaube an Christus, Gottes Sohn. Glaubst du an (den) Heiligen Geist? :ich glaube an (den) Heiligen Geist.

Literatur


- Brunner Horst, Geschichte der deutschen Literatur des Mittelalters im Überblick (= RUB 9485), Stuttgart 2003, S.47f Sächsisches Taufgelöbnis

Hildebrandslied

Das Hildebrandslied ist eines der frühesten poetischen Textzeugnisse in deutscher Sprache.

Handschriftenbeschreibung

Der einzige erhaltene Textzeuge des Hildebrandslieds wird in der Murhardschen Bibliothek in Kassel unter der Signatur 2° Ms. theol. 54 aufbewahrt. Der Text des Hildebrandsliedes befindet sich auf den Seiten 1r und 76v einer frühmittelalterlichen Pergament-Handschrift, also auf der Vorderseite des Blattes 1 und der Rückseite des Blattes 76. Bei diesen Seiten handelt es sich um die ursprünglich leer gebliebenen Außenseiten des Kodex. Der Hauptteil des Kodex wurde wahrscheinlich um 830 im Kloster Fulda eher gedankenlos von einer Vorlage abgeschrieben und enthält die in lateinischer Sprache verfassten biblischen Texte Sapientia Salomonis und Jesus Sirach. Das althochdeutsche Hildebrandslied ist offensichtlich ein nachträglicher Eintrag etwa des 4. Jahrzehnts des 9. Jahrhunderts. Die Aufzeichnung bricht ab, weil der Platz auf dem letzten Blatt nicht ausreichte. Oft dachte man in der Forschung an eine Schreibübung, weil die Zeilen auch sehr unterschiedlich ausgeschrieben sind. Der Anlass für die Niederschrift könnte in folgender Tatsache liegen: Das Kloster Fulda erhält in den 40er Jahren des 9. Jahrhunderts Reliquien des Heiligen Quirinus, die aus Ungarn nach Fulda kommen und geographisch wie auch lebenszeitlich an die Zeit der Völkerwanderung erinnern und so vielleicht bei den Schreibern - es handelt sich wohl um zwei - diesen Text wachrufen. Das Lied wurde von unbekannten Fuldaer Mönchen in althochdeutscher Sprache, jedoch in einer eigentümlichen altsächsisch-bairischen Mischsprache und mit angelsächsischen Schreib-Besonderheiten (w-Rune), aufgezeichnet. Das Stabreimgedicht (Hiltibrant enti Hadubrant untar heriun tuem) besteht aus Langversen, von denen nur 68 erhalten sind. Die eigentümliche Mischung aus ober- und niederdeutschem Dialekt erklärt sich so, daß der hochdeutsche Schreiber jener Vorlage das niederdeutsche Lied nur ungeschickt wiedergeben konnte. Eine erste wissenschaftliche Edition des Hildebrandliedes veröffentlichten die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm im Jahr 1812. Die Handschrift befand sich als Kriegsbeute nach 1945 zeitweilig in den USA, wo unkundige Antiquare eines der beiden Blätter abtrennten. Es konnte erst 1972 wieder mit dem Codex vereinigt werden.

Inhalt

1972 Das Hildebrandslied ist das einzige so früh aus dem süddeutschen Sprachraum überlieferte Heldenlied. Geschildert wird eine Episode aus dem Sagenkreis um Dietrich von Bern. Hildebrand hat Frau und Kind verlassen und ist als Waffenmeister mit Dietrich gezogen. Nun kehrt er nach 30 Jahren heim. An der Grenze stellt sich ihm ein junger Krieger mit seinem Gefolge entgegen. Hildebrand fragt: wer sin fater wari (wer sein Vater wäre). So erfährt er, dass dieser Mann, Hadubrand, sein Sohn ist, Hadubrand weist seine goldenen Armringe zurück und meint er sei ein listiger alter Hunne, denn Seefahrer hätten ihm berichtet, dass sein Vater tot sei (tot is hiltibrant). Um seiner Ehre willen muss der Vater die Herausforderung annehmen - beide stehen zwischen ihren Heeren! - und klagt so über sein furchtbares Schicksal. Es handelt sich also um eine Zweikampf-Situation zwischen Hildebrand und seinem Sohn Hadubrand. Da der Schluss des Textes verloren ist, kann nicht mit letzter Sicherheit gesagt werden, ob das Ende tragisch gestaltet war. Man kann aber davon ausgehen. Sicher scheint auch, dass der Vater seinen Sohn erschlagen hat - Zeugnis gibt "Hildebrands Sterbelied" in der nordischen Überlieferung der Edda. Im deutschen "Jüngeren Hildebrandslied" siegt auch der Vater. Insgesamt ist die Tragik sicher auch die größere, wenn der Vater seinen Sohn erschlagen hat - er löscht damit seine Familie aus. Eine spätere Variante (entstanden zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert) bietet allerdings eine versöhnliche Variante an: Mitten im Kampf wenden sich die Streitenden voneinander ab, der Sohn erkennt den Vater und sie schließen sich in die Arme. Diese Version endet mit einem Kuss des Vaters auf die Stirn des Sohnes und den Worten: "Gott sei Dank, wir sind beide gesund." Zeitlich dürfte die Handlung im 5. Jahrhundert einzuordnen sein, als Odoaker gegen den Ostgotenkönig Theoderich den Großen kämpfte. In der germanischen Sage wurde Theoderich dann Dietrich von Bern genannt. Odoaker war Germane (Skire oder Rugier) und hatte im Jahre 476 den letzten weströmischen Kaiser Romulus Augustulus abgesetzt; daraufhin riefen ihn seine Truppen zum König Italiens (rex Italiae) aus.

Literatur

Faksimile


- Hanns Fischer: Schrifttafeln zum althochdeutschen Lesebuch, Tübingen 1966 ISBN 3484100087
- Präsident der Universität Kassel (Hrsg.): Das Hildebrandlied – Faksimile der Kasseler Handschrift mit einer Einführung von Hartmut Broszinski. 3. überarb. Auflage, kassel university press, Kassel 2004, ISBN 3-89958-008-7

Ausgaben


- Elias von Steinmeyer: Die kleineren althochdeutschen Sprachdenkmäler, Berlin 1916
- Wilhelm Braune, Ernst A. Ebbinghaus: Althochdeutsches Lesebuch, 17. Auflage, Tübingen 1994 ISBN 3484107081
- Horst Dieter Schlosser: Althochdeutsche Literatur, 2. Auflage, Berlin 2004 ISBN 3503079033

Übersetzungen


- Walter Haug u. Benedikt Konrad Vollmann (Hrsg.): Bibliothek des Mittelalters. Band 1. Frühe deutsche Literatur und lateinische Literatur in Deutschland 800-1150, Deutscher Klassiker Verlag, Frankfurt am Main, 1991, ISBN 3618660154
- Siegfried Gutenbrunner: Von Hildebrand und Hadubrand. Lied, Sage, Mythos, Heidelberg 1976, ISBN 3825323625
- Althochdeutsche poetische Texte. Althochdeutsch/Neuhochdeutsch, ausgewählt, übersetzt und kommentiert von Karl A. Wipf (=Reclams Universal-Bibliothek Band 8709), Stuttgart 1992, ISBN 3150087090

Bibliographien


- Helmich van der Kolk: Das Hildebrandslied, Amsterdam 1967 (bis 1967)
- Verfasserlexikon. Die deutsche Literatur des Mittelalters, herausgegeben von Kurt Ruh et al., Berlin/New York 1981, Band 3, Seite 1240-1256, ISBN 3110087782

Aufsätze


- Hans Heinrich Meier: Die Schlacht im 'Hildebrandslied, in: Zeitschrift für deutsches Altertum (ZfdA) Band 119, 1990, Seite 127-138

Schicksal der Handschrift nach 1945


- Opritsa D. Popa:
Bibliophiles and bibliothieves : the search for the Hildebrandslied and the Willehalm Codex. Berlin 2003. ISBN 3110177307

Weblinks


- http://www.ib.hu-berlin.de/~hab/arnd/ - Hier kann man sich das Hildebrandslied auch vorlesen lassen!
- http://iasl.uni-muenchen.de/rezensio/liste/Graf3110177307_868.html Schicksal in den USA Hildebrandslied Hildebrandslied Hildebrandslied Hildebrandslied Hildebrandslied


Merseburger Zaubersprüche

Die Merseburger Zaubersprüche heißen so nach dem Ort ihrer Überlieferung: Sie wurden 1841 in der Bibliothek des Domkapitels Merseburg in einer aus Fulda stammenden theologischen Handschrift des 9./10. Jahrhunderts von Georg Waitz entdeckt (Handschrift: Merseburg Domkapitel Cod. 136 S. 85a). Die zwei Zauberformeln sind die einzigen erhaltenen Zeugen germanisch-heidnischer Religiosität in althochdeutscher Sprache.

Form

Beide Sprüche sind zweigliedrig. Einem episch-erzählenden Einleitungsteil, der ein früheres Ereignis schildert, folgt die eigentliche magische Beschwörung in Form eines Analogiezaubers (So wie damals ... so soll auch jetzt ...). In der Form ihrer Verse stellen die Zaubersprüche ein Übergangswerk dar - die Langzeilen zeigen teils Stabreime, teils schon den Endreim, der in der christlichen Dichtung des 9. Jhs. erfunden wurde.

Geschichte

In der vorschriftlichen, heidnischen germanischen Frühzeit dienten Zaubersprüche dazu, „durch die Macht des gebundenen Wortes die magischen Kräfte, die sich der Mensch dienstbar machen will, nutzbar zu machen“ . Zaubersprüche sind, speziell aus dem germanischen Sprachraum, in großer Zahl überliefert. Alle diese Sprüche stammen aber aus dem Mittelalter und sind daher christlich geprägt bzw. beeinflusst. Das Einzigartige an den Merseburger Zaubersprüchen ist, dass sie ihren vorchristlichen Ursprung (vor 750 n. Chr.) noch sehr rein reflektieren. Sie wurden im 10. Jh. von einem schriftkundigen Kleriker, vielleicht noch im Kloster Fulda, auf eine freigebliebene Seite eines liturgischen Buches eingetragen - zu welchem Zweck, ist unbekannt. So wurden uns die Zaubersprüche in karolingischen Minuskeln auf dem Vorsatzblatt eines lateinischen Sakramentars überliefert. Berühmt wurden die Zaubersprüche in der Neuzeit durch die Bewertung der Brüder Grimm, die wie folgt heißt: Gelegen zwischen Leipzig, Halle, Jena ist die reichhaltige Bibliothek des Domkapitels zu Merseburg von Gelehrten oft besucht und genutzt worden. Alle sind an einem Codex vorbeigegangen, der ihnen, falls sie ihn näher zur Hand nahmen, nur bekannte kirchliche Stücke zu gewähren schien, jetzt aber, nach seinem ganzen Inhalt gewürdigt, ein Kleinod bilden wird, welchem die berühmtesten Bibliotheken nichts an die Seite zu setzen haben... Später wurden die Zaubersprüche dann von den Brüdern Grimm in der Ausgabe "Über zwei entdeckte Gedichte aus der Zeit des deutschen Heldenthums" veröffentlicht (1842) und werden jetzt in der Merseburger Domstiftsbibliothek aufbewahrt.

Spruch 1 - Befreiung von Gefangenen

Der erste Zauberspruch ist eine Art „Lösesegen“. Er beschreibt, wie eine Anzahl „Idisen“ (walkürenartige Frauen) auf dem Schlachtfeld gefangene Krieger von ihren Fesseln befreit. Den eigentlichen „magischen“ Spruch stellt die letzte Zeile mit „Entspring den Haftbanden, entfahr den Feinden!“ dar, der die Krieger erlösen soll.

Spruch 2 - Pferdeheilung

Balder (auch Phol) und Wotan reiten durch den Wald (holza), wobei sich Balders Pferd den Fuß verrenkt. Wotans Spruch daraufhin: "Bein zu Bein, Blut zu Blut, Glied zu Glied, als ob sie geleimt seien". So zeigen Darstellungen aus dem 5./6. Jahrhundert Wotan beim Heilen eines Pferdes. Leider können die anderen (Götter-)Namen nicht eindeutig identifiziert werden. Klar ist nur „Uuôdan“ (Wodan, Wotan, Odin) und „Frîia“ (Freya, seine Gemahlin). Bei den anderen Namen ist nicht einmal sicher, ob es wirklich Namen von Göttern sind, da verschiedene Interpretationen ihrer Übersetzung zu finden sind. Freya als göttlicher Heiler eines Pferdes]]

Erklärungen


- walkürenartige Frauen: Walküren (altnordisch "diejenigen, die bestimmen, wer auf dem Kampfplatz fallen soll"), in der germanischen Mythologie die Botinnen des obersten Gottes Wotan (Odin), die über die Schlachtfelder reiten, die gefallene Einherier durch ihren Kuss zu ewigem Leben erwecken und sie nach Asgard entrücken. Eventuell identisch mit den Disen, weibliche Gottheiten aus der nordischen Mythologie. Eine Dise altnordisch dís / dísir, altschwedisch dis ist eine Art weibliche Fruchtbarkeitsgottheit, eventuell mit den angelsächsischen Idisi verwandt.
- Balder: Aus der nordischen Mythologie der Gott des Lichtes
- Wotan: Der germanische Gott Wotan entspricht weitgehend dem nordischen Odin und wurde vor allem in den südlicheren Gefilden Germaniens verehrt.

Vertonungen

Viele Gruppen und Interpreten wurden immer wieder von den Merseburger Zaubersprüchen inspiriert und brachten sie vertont heraus. Die schon "klassisch" gewordene Vertonung des ersten Spruchs stammt von der Gruppe Ougenweide; sie ist eine freie Erfindung und auf keinerlei echte Überlieferung gestützt. Die Gruppe „In Extremo“, die durch ihren Song „Küss mich“ auch 2003 in den Charts waren, brachten den ersten Zauberspruch in ihrem Album „Verehrt und angespien“ im Jahre 1999 heraus und publizierten den zweiten Zauberspruch dann in ihrem Album „Sünder ohne Zügel“ im Jahre 2001. In dem gleichen Jahr tauchten sie dann auch bei dem Projekt „Helium Vola“ in einem ganz anderen Zusammenhang auf. Die Band Corvus Corax hat diese Zaubersprüche auf dem Album „Ante Casu Peccati“ in Liedform bearbeitet. Ebenso existiert eine weitere Bearbeitung von Tanzwut, einem Projekt von Corvus Corax, auf dem Album „Tanzwut“. Eine weitere Band hierzu ist Nagelfar die die Sprüche auf Virus West einbauten. Keine dieser Interpretationen basiert auf mittelalterlichen Melodien.

Aktuell

Die Merseburger Zaubersprüche waren vor kurzem (bis 14. November 2004; verlängert bis 30. November 2004) im Rahmen der Ausstellung "Zwischen Kathedrale und Welt - 1000 Jahre Domkapitel Merseburg" im Dom zu Merseburg zu sehen. Nach der letzten Ausstellung 1939 waren sie in diesem Jahr noch ein letztes Mal zu bewundern, jetzt sind sie wieder hinter Tresortüren verschwunden.

Literatur


- Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie. 2. Auflage 1995. ISBN 3520368021

Weblinks


- http://www.darkweb.de/mystik/merseburger_zaubersprueche1.html (Übersetzungen und Info)
- http://www.mysterium-scribendi.de/merse.html (Infos)
- http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/08Jh/Merseburg/mer_intr.html (Infos) Kategorie:Mittelalter (Literatur) Kategorie:Literatur (Althochdeutsch) Kategorie:Germanische Mythologie

Latein

Als Latein bzw. Lateinisch (lat. lingua Latina: „lateinische Sprache“) bezeichnet man die Sprache, die ursprünglich vom Volksstamm der Latiner gesprochen wurde, der Bewohner von Latium mit Rom als Zentrum. Innerhalb der indogermanischen Sprachen gehört Latein zur Gruppe der italischen Sprachen. Es bildete die Grundlage für alle heutigen romanischen Sprachen.

Entwicklung

romanischen Sprachen Ursprünglich in Rom und dem umliegenden Gebiet (Latium) gesprochen, wurde Latein später an humanistischen Gymnasien unterrichtet. Neben Griechisch war Latein die Amtssprache des römischen Reiches. Wegen der kulturellen Überlegenheit des Ostens verlor es dabei zeitweise in Nordafrika und selbst in Rom seine Vorrangstellung. So war die Liturgiesprache der römischen Christen bis um 300 das Griechische. In dieser Zeit drangen viele griechische Lehnwörter ins Lateinische ein. Während der Spätantike begannen sich verschiedene Volkssprachen, aus denen im Mittelalter die romanischen Sprachen entstehen sollten, phonetisch und grammatikalisch von der lateinischen Hochsprache wegzuentwickeln. Doch noch im 6. Jahrhundert entstanden hochsprachliche lateinische Werke. Im Oströmischen Reich war Latein bis ins frühe 7. Jahrhundert neben Griechisch eine der beiden Amtssprachen. Im Westen übernahmen die Germanen mit den Grundelementen der spätrömischen Verwaltung auch die lateinische Sprache, die in der Administration bis in die frühe Neuzeit vorherrschend blieb. Seit der Völkerwanderung und der Christianisierung der (zunächst zumeist arianischen) Germanenvölker wurde Latein im Westen des früheren Römischen Reiches und in den römisch-katholischen Folgestaaten die Sprache des Klerus (Kirchenlatein), der Rechtswissenschaft (Glossatoren) und der sich bildenden Hochschulen (studia generalia). Es bildete somit die Schriftsprache, vor allem für das kirchliche und weltliche Urkundenwesen (Diplomatik) im frühen Europa. In völkerrechtlichen Verträgen (z. B. im Westfälischen Frieden von 1648) dominierte Latein bis in das 17. Jahrhundert hinein. Es bildet noch bis ins 20. Jahrhundert den Affixvorrat für die Fachterminologie in den Wissenschaften und verliert durch die fortschreitende Absorption in die englische und andere Sprachen lediglich an direkter, nicht jedoch an indirekter Bedeutung. Es wird noch an vielen Schulen unterrichtet.

Antike

Antike Schreibweise

Die lateinische Sprache wurde ursprünglich als scriptio continua, d. h. als zusammenhängender Fluss von Zeichen ohne Zwischenräume geschrieben. Auch Satzzeichen und Kleinbuchstaben wurden in der Antike nicht verwendet. Auf Wachstafeln war nämlich wenig Platz zum Schreiben, und Papyrus war teuer. Die antiken lateinischen Texte sind für uns heute daher schwer zu lesen. Vergleiche folgendes Beispiel: Alte Schreibweise: AVREAPRIMASATAESTAETASQVAEVINDICENVLLO SPONTESVASINELEGEFIDEMRECTVMQVECOLEBAT POENAMETVSQVEABERANTNECVERBAMINANTIAFIXO AERELEGEBANTVRNECSVPPLEXTVRBATIMEBAT IVDICISORASVISEDERANTSINEVINDICETVTI NONDVMCAESASVISPEREGRINVMVTVISERETORBEM MONTIBVSINLIQVIDASPINVSDESCENDERATVNDAS NVLLAQVEMORTALESPRAETERSVALITORANORANT NONDVMPRAECIPITESCINGEBANTOPPIDAFOSSAE NONTVBADIRECTINONAERISCORNVAFLEXI NONGALEAENONENSISERANTSINEMILITISVSV MOLLIASECVRAEPERAGEBANTOTIAGENTES Heutige Schreibweise: Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo, sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat. poena metusque aberant nec verba minantia fixo aere legebantur, nec supplex turba timebat iudicis ora sui, sed erant sine vindice tuti. nondum caesa suis, peregrinum ut viseret orbem, montibus in liquidas pinus descenderat undas, nullaque mortales praeter sua litora norant. nondum praecipites cingebant oppida fossae, non tuba directi, non aeris cornua flexi, non galeae, non ensis erant: sine militis usu mollia securae peragebant otia gentes. Auszug aus Ovids Metamorphosen: Die Schöpfung (Das goldene Zeitalter) Details zu den verwendeten Buchstaben finden sich in dem Artikel Lateinisches Alphabet. Siehe zu diesem Thema auch: Paläografie (dort Lateinische Paläografie), Capitalis, Versalschrift und Majuskel.

Antike Aussprache

Auf die antike Aussprache der lateinischen Sprache wird im Artikel Lateinische Aussprache eingegangen.

Literatur

Mit Antiker Literatur des Lateinischen beschäftigt sich u. a. der Artikel Lateinische Literatur.

Gegenwart

Auch heute ist Latein noch an vielen Gymnasien aller Fachrichtungen zu finden. Etwa ein Drittel aller Gymnasiasten im deutschen Sprachraum lernt Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache. An humanistischen Gymnasien wird dem Lateinischen, neben dem Griechischen, noch eine herausgehobene Bedeutung zugemessen, was früher auf eine aktive Beherrschung des Lateinischen zielte. Tatsächlich werden auch heute noch für zahlreiche Studiengänge das Latinum oder Lateinkenntnisse gefordert, insbesondere in zahlreichen geisteswissenschaftlichen Fächern. Das Latinum ist als Studienvoraussetzung für die Fächer Medizin und Jura weitestgehend abgeschafft, häufig aber nicht in Fächern wie Anglistik, Philosophie oder sogar Musikwissenschaften. Unabhängig von den Studienanforderungen wird von Befürwortern des Lateins betont, dass das Erlernen der lateinischen Sprache weiterhin Basis für die korrekte Verwendung von Fremdwörtern sei, das Erlernen anderer romanischer Sprachen wesentlich erleichtere und erhebliche Transfer-Effekte für die Denkschulung aufträten. Das Übersetzen lateinischer Texte fördere auf Grund der erheblichen Komplexität vieler lateinischer Sätze auch das logische Denken. Von den Gegnern ist hingegen zu hören, dass die Auseinandersetzung mit jeder Art von Grammatik, egal welcher Sprache, das strukturierte Denken fördere,