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Altnordische Sprache
Die altnordische Sprache, auch norröne Sprache, ist eine germanische Sprache, die zwischen dem 8. und 13./14. Jahrhundert von den Einwohnern Skandinaviens gesprochen wurde (bis ca. 1000 war das die Wikingerzeit).
Altnordisch wird als Sammelbezeichnung der sich ab dem 9. Jahrhundert allmählich voneinander differenzierenden Literatursprachen Altdänisch, Altschwedisch, Altnorwegisch und Altisländisch gebraucht. Da das Altisländische für das Studium des Altnordischen die wichtigste Sprache darstellt, werden die Begriffe Altnordisch und Altwestnordisch oft Synonym für Altisländisch benutzt.
Die heutigen Nachfolger des Altnordischen sind die westskandinavischen Sprachen Isländisch, Nynorsk, Färöisch und das ausgestorbene Norn von Orkney und den Shetlandinseln, sowie die ostskandinavischen Sprachen Schwedisch, Bokmål und Dänisch.
Norwegisch geriet ab dem 15. Jahrhundert nach der Kalmarer Union unter starken Einfluss des Dänischen. Es gibt zwei offizielle norwegische Schriftsprachen. Bokmål entstand aus der "Norwegisierung" der dänischen Schriftsprache. Nynorsk eine Kunstsprache aus den konservativen ländlichen Dialekten vor allem West- und Nordnorwegens.
Vom Altnordischen haben sich Isländisch und das nahe gelegene Färöisch innerhalb der letzten tausend Jahre am wenigsten verändert. Beispielsweise weisen beide Sprachen viele grammatische Eigenschaften auf, die in den anderen skandinavischen Sprachen verloren gegangen sind. Im Altnordischen wird sehr genau zwischen den drei Geschlechtern und vier Fällen unterschieden. Auch der puristische moderne Wortschatz des heutigen Isländisch und Färöisch erinnert sehr an das Altnordische.
Die altnordische Sprache hatte auch einen Einfluss auf die Englische Sprache, besonders auf manche Dialekte, wie das Scots, das viele alte skandinavische Lehnworte enthält.
Altnordisch wurde anfangs in Runen geschrieben (teilweise noch im 16. Jahrhundert). Nach der Christianisierung Skandinaviens wurden auch Texte in lateinischer Schrift auf Pergament abgefasst. Die wichtigsten literarischen Texte, die großen Sagas und die Edda des mittelalterlichen Islands entstanden im 13. und 14. Jahrhundert.
Alphabet
Da das Altisländische die wichtigste der altnordischen Sprachen ist, soll hier represäntativ dessen Alphabet dargestellt werden. Die anderen Sprachen weichen nicht wesentlich davon ab.
Das Graphem-Inventar des normalisierten Altisländischen besteht aus folgenden Zeichen:
- Kurzvokale: <a e i o u y ø ö> <ö> wird auch durch ein o mit einem Häkchen dargestellt.
- Langvokale: <á é í ó ú ý æ œ>
- Diphtonge: <au ei ey>
- Konsonanten: <d ð b f g h j l m n p r s t v x z þ> <ð> steht für "weiches th" wie in engl. mother <þ> für "th" wie in engl. thing <x> gibt die Phonemfolge /ks/ wieder. <z> kann die Phonemfolgen /ts/, /ds/ und /þs/ stehen.
Es handelt sich um ein "phonologisch flaches" Schriftsystem
Grammatik
Lesebeispiele
(Völuspá, erste Stophe. Hier richtet sich die Völva (Seherin) an den „Walvater“, der niemand anderes ist als Odin, der sie zuvor um Rat gefragt hat.)
Literatur
- Adolf Noreen: Altisländische und altnorwegische Grammatik, unter Berücksichtigung des Urnordischen. Halle, Max Niemeyer, 1903 [http://www.ling.upenn.edu/~kurisuto/germanic/oi_noreen_about.html (Im Internet als Faksimiles vorhanden)]
- Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. Heidelberg, Winter, 2001. ISBN 382531152X
Weblinks
- [http://www.heimskringla.no heimskringla.no]
- [http://homepage.uibk.ac.at/homepage/c303/c30310/anwbhinw.html Gerhard Köbler: Altnordisches Wörterbuch]
- [http://www.northvegr.org/zoega/index002.php Northvegr.org - Zoëga's A Concise Dictionary of Old Icelandic] (Altnordisch-Englisches Wörterbuch)
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Wikingerzeit
Kategorie:Skandinavische Sprache
ja:古ノルド語
ko:고대 노르드어
Germanische SprachenDie germanischen Sprachen sind ein Zweig der indoeuropäischen bzw. indogermanischen Sprachfamilie.
Ein charakteristisches lautliches Phänomen bei der Entstehung der germanischen Sprachen sind Veränderungen im Konsonantismus (Lautverschiebungen).
In der folgenden Auflistung werden nur die Eigenarten der größten Sprachgruppen genannt, Dialekte findet man unter dem jeweiligen Extraartikel. Zum Beispiel werden viele niederdeutsche Dialekte nur unter Niederdeutsch bzw. Plattdeutsch im Artikel westgermanische Sprachen aufgeführt.
West- Ost- Nord-Gliederung
Die Sprachgrenze zwischen Nord- und Westgermanisch ist heute durch die deutsch-dänische Grenze markiert und lag früher etwas weiter südlich an der Eider. Innerhalb der beiden großen Sprachgruppen gibt es fließende Übergänge durch lokale Dialekte (fließende Sprachgrenzen).
Westgermanische Sprachen
Unter anderen: Deutsch, Englisch, Niedersächsisch, Niederfränkisch, Niederländisch, Friesisch, Jiddisch (weiteres siehe Westgermanische Sprachen).
Ostgermanische Sprachen
Alle ostgermanischen Sprachen sind ausgestorben (weiteres siehe Ostgermanische Sprachen).
Nordgermanische Sprachen
Schwedisch, Dänisch, Norwegisch, Färöisch und Isländisch (weiteres siehe Nordgermanische Sprachen).
Geschichte
Man geht von einer hypothetischen protogermanischen (vor- oder gemeingermanischen) Sprache als Ursprung aller germanischen Sprachen aus. Heute unterscheidet man die westgermanischen und die nordgermanischen Sprachen, die sich um das 1. Jahrhundert trennten. Schon vorher spaltete sich das ausgestorbene Ostgermanisch ab. Diese Sprachperiode nennt man auch gemeingermanisch.
Nordgermanische Sprachen stammen vom Altnordischen ab. Diese Vorform der heutigen skandinavischen Sprachen ist uns in Runendenkmälern sowie der reichen Literatur des mittelalterlichen Skandinaviens bezeugt. Bereits vor der frühesten Überlieferung der altnordischen Sprache teilte sich diese in Altwestnordisch und Altostnordisch. Aus dem ersten Zweig gingen das heutige Isländische und Färöische hervor, aus dem zweiten Zweig das heutige Dänische und Schwedische.
Aufgrund des jahrhundertelangen Einflusses der dänischen Herrscher auf das Königreich Norwegen gilt dessen heutige Amtssprache Bokmål ebenfalls als ostnordisch, während die Dialekte Westnorwegens, aus denen der Sprachforscher Ivar Aasen die zweite Amtssprache Norwegens, das Nynorsk, schuf, dem westnordischen Zweig angehören.
Siehe auch
- Germanen,
- Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch, Frühneuhochdeutsch, Neuhochdeutsch
- Germanische Dichtung
Literatur
Claus Jürgen Hutterer: Die germanischen Sprachen, 3. überarbeitete Auflage, Wiesbaden 1990, Drei Lilien Verlag, ISBN 3-922383-52-1
Weblinks
- [http://www.stefanjacob.de/Geschichte/Unterseiten/Sprache.php Germanisch-deutsche Sprachgeschichte]
- [http://www.linguasphere.net/secure/ip/pdf/zones/52.pdf "The Linguasphere Register", Zone 52- Germanische Sprachen]
Kategorie:Sprachfamilie
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Germanisch
ja:ゲルマン語派
ko:게르만어
13. Jahrhundert
Das 13. Jahrhundert begann am 1. Januar 1201 und endete am 31. Dezember 1300.
Etwa zur Jahrhundertmitte war der Übergang vom Hochmittelalter zum Spätmittelalter in Europa.
Ereignisse und Entwicklungen
- Vierter bis achter Kreuzzug
- Untergang der Dynastie der Hohenstaufen
- Die Mongolen unter Dschingis Khan erobern große Teile Asiens und Osteuropas und errichten eine mongolische Dynastie in China
- Marco Polo erreicht China und Tibet
- Erste islamische Reiche entstehen in Südostasien
- Ewiger Bund der Eidgenossen (Gründungsjahr der Schweiz 1291)
- In Straßburg entsteht die erste Bauhütte. Bauhütten gelten als Vorläufer der Zünfte.
- Gründung des Franziskanerordens
Persönlichkeiten
- Franz von Assisi, Gründer des Franziskanerordens
- Albertus Magnus, Universalgelehrter und Theologe
- Thomas von Aquin, Theologe
- Ludwig IX., König von Frankreich
- Friedrich II., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
- Dante Alighieri, italienischer Dichter
- Dschingis Khan, mongolischer Khan
- Baibars al-Bunduqdari, mamluckischer Sultan von Ägypten und Syrien
- Robert von Sorbon, französischer Gelehrter
Erfindungen und Entdeckungen
- Der Kompass wird aus dem Osten eingeführt. Er ermöglicht den Schiffen, von nun an fernab der Küsten zu segeln.
01-13
!
ja:13世紀
ko:13세기
simple:13th century
th:คริสต์ศตวรรษที่ 13
Skandinavien
Skandinavien ist ein Begriff für eine geographische Region. Es umfasst, Dänemark, Norwegen und Schweden, die sich durch ähnliche Sprachen von den benachbarten, durch die Geschichte verbundenen heutigen Staaten Nordeuropas unterscheiden, mit Ausnahme von Island und den Färöern. Deren Sprachen (Isländisch als Landes- wie Amtssprache, Färöisch als Landessprache, aber nicht als Amtssprache) werden ebenfalls zu den skandinavischen Sprachen gezählt.
Die Nordischen Länder umfassen darüberhinaus Finnland, Island, Grönland und die Färöer. In diesen Ländern wird neben den anderen Sprachen auch Schwedisch bzw. Dänisch (Schwedisch in Finnland als zweite Landes- wie Amtssprache und Dänisch in Grönland und auf Färöern als Amtssprache) gesprochen. Alle Nordischen Länder sind Mitglieder des Nordischen Rats.
Manchmal wird im deutschen Sprachgebrauch auch Finnland zu Skandinavien gezählt. Skandinavien und Finnland werden allerdings korrekterweise unter dem Begriff Fennoskandinavien zusammengefasst.
Finnland bildete jahrhundertelang die Osthälfte Schwedens (lat. Ostrobothnia, schwed. Österbotten). Auch gibt es in Finnland eine trotz kleinem Bevölkerungsanteil politisch nicht unbedeutende schwedische Minderheit, und Schwedisch (Finnlandschwedisch) ist zweite Landessprache in Finnland. Die finnische Sprache unterscheidet sich allerdings sehr vom Schwedischen und zählt nicht zu den germanischen, noch nicht einmal zu den indogermanischen Sprachen, sondern zur Familie der finnougrischen Sprachen, zu der auch Ungarisch zählt. Aufgrund der langen gemeinsamen Geschichte hören es manche Finnen nicht gerne, mit den Schweden begrifflich subsumiert zu werden. Genauso wenig wie manche Schweden mit Finnland in Verbindung gebracht werden wollen.
Im Norden Schleswig-Holsteins (Südschleswig) lebt zudem eine dänische Minderheit.
Zusammen mit den britischen Inseln, dem Baltikum und dem Nordwesten Russlands bilden die nordischen Länder Nordeuropa. Skandinavien war in der Antike als Scandza bekannt.
Bekannt für die skandinavischen Länder sind die Kreuzflaggen, die jeder heutige offizielle Staat Skandinaviens hat.
Der Begriff Skandinavien kommt von der latinisierten Form des altschwedischen Begriffes Skathinawjö. Hierbei bedeutet Skathin- "Gefahr" oder "Schaden" und -awjö "Insel" oder "Halbinsel". Der Name Skandinavien bedeutet also etwa die gefährliche Halbinsel, was sich wahrscheinlich auf gefährliche Meeresströme um die schonische Halbinsel bezieht. Der Begriff Skandinavien ist etymologisch verwandt mit Schonen, und Skanör. Andere sehen den Wortursprung bei der germanischen Göttin Skadi.
Weblinks
- [http://www.lysator.liu.se/nordic/ Nordic FAQ] (engl.)
- [http://www.norden.org/ Nordic Council] (engl.)
Kategorie:Europa
als:Skandinavien
ja:スカンディナヴィア
ko:스칸디나비아
simple:Scandinavia
zh-min-nan:Skandinavia
1000
Politik und Weltgeschehen
- 15. März – Während des "Staatsakts von Gnesen", Errichtung des Erzbistums Gnesen mit den Bistümern Breslau, Krakau und Kolberg durch Kaiser Otto III.
- 30. April – Das Kloster Helmarshausen (Hessen) erhält vom Kaiser das Münzrecht.
- Island wird christlich.
- Leif Eriksson entdeckt Nordamerika (Vinland).
- Erste urkundliche Erwähnung von Oedingen.
- Erste urkundliche Erwähnung von Elspe.
- Erste urkundliche Erwähnung von Wasenweiler.
- Erste urkundliche Erwähnung von Vinnen.
- Poppon wird erster Bischof von Krakau.
- 31. Dezember – Ende des 1. Jahrtausends und des 10. Jahrhunderts.
- Adelmann von Lüttich, belgischer Gelehrter
- 9. September – Olav I. Tryggvasson, König von Norwegen ( - 963)
ja:1000
ko:1000년
simple:Thousand
Wikingerzeit
Wikinger (auch Nordmänner, Normannen, Waräger oder Rus) waren keine geschlossene ethnische Gruppe, sondern ursprünglich küstennahe Bauern aus verschieden Gebieten Skandinaviens. Diese entwickelten einen entscheidenden Vorsprung im Schiffbau und benutzten ihre allen anderen weit überlegenen Wikingerschiffe auch für Raubzüge, wodurch sie geschichtlich in Erscheinung traten. So wurden sie nach und nach seefahrende Krieger, die primär zwischen 517 und 1066 vornehmlich Küstengebiete und Inseln Europas plünderten und teilweise kolonisierten, und ein weitreichendes Handelsnetz errichteten.
Handel
Überblick
Der Begriff Wikinger leitet sich vermutlich von dem altnordischen Substantiv víkingr ab. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, warum sie Wikinger genannt wurden und wer den Begriff zuerst verwendete. Wikinger bezeichnet u. U. auch nur den Teil der Normannen, der auf Heerfahrt ging.
(vikva = von der Stelle rücken, bewegen, sich bewegen; norw. vige = weichen; Vík ist eine kleine Bucht, wo das Ufer zurückweicht; Fritz Askeberg in "Norden och kontinenten i gammal tid" (Uppsala 1944) leitet davon víking (vom Verb víkja) als "Reise von Zuhause" ab; víkingr wäre danach einer, der eine Reise macht. [vgl. Korsar zu lat. cursus und Pirat uspr. verwandt mit "fara" = reisen]; die Viking (feminin!) wird gleichbedeutend mit hernaðr "Kriegszug, kriegerischer Überfall". Das Wort ist älter als die Wikingerzeit und bereits im angelsächsischen Wídsíð [altenglischer Text im Exeter-Book des 10. Jh.] belegt. Auch wenn sie allgemein für Raub und Zerstörung bekannt sind, siedelten und handelten sie auch ebenso friedlich und hatten eine hohe Kultur. Die Wikingerzeit bezeichnet den jüngsten Teil der skandinavischen Eisenzeit, sie endet mit der Erobung Englands durch Wilhelm und der etwa gleichzeitigen Christianisierung der letzten Nordgermanen.
Eine Neigung der staatenbildenden Wikinger zum Handel zeigt sich an Handelshäfen wie Birka, Kaupang, Ribe, Ralswiek, Seeburg oder Sigtuna, die auch zum kulturellen Austausch zwischen Skandinaviern, Slawen, Sachsen Balten und Franken beitrugen. Oder Haithabu (nahe Schleswig), bis es schließlich 1055 in einer Schlacht zwischen Harald Hardraada und Sweyn II. zerstört und 1066 von Westslawen endgültig dem Erdboden gleichgemacht wurde. Dennoch fand Handel mit Griechen, Arabern usw. statt. Ein Zentrum für den Handel mit dem Baltikum und Osteuropa war auch die schwedische Insel Gotland.
Eine der wichtigen wenn auch parteiischen zeitgenössischen Quellen ist die Geschichte des Erzbistums Hamburg von Adam von Bremen, anno 1076, in der erstmals die Entdeckung Amerikas (Vinland genannt) durch die Wikinger schriftlich erwähnt wird.
Vinland
Der erste schriftlich bezeugte Wikingerüberfall wird von Gregor von Tours in seiner Historia Francorum beschrieben: Im Jahr 517 überfiel ein dänischer Kleinkönig mit Namen Chlochilaichum mit seiner Flotte Gallien. Er verwüstete und beraubte das Gebiet des austrasischen Frankenkönigs Theoderich I. und nahm etliche Gefangene. Die Flotte stach in See, der König blieb jedoch am Strand und musste auf die Flut warten. So konnte Theudoricus Sohn Theudobertus, der mit einem starken Heer und Flotte anrückte, den König töten, die Dänen in einem Seegefecht besiegen und die Beute zurückholen. Der zweite Bericht stammt erst wieder aus dem Jahr 793, als das Kloster Lindisfarne auf einer Insel vor der Nordostküste Englands von fremden Seefahrern geplündert wurde.
Für die nächsten 200 Jahre ist die Europäische Geschichte voll mit Berichten über die Plünderungen der Wikinger. Sie eroberten den größten Teil Finnlands und des Baltikums sowie große Teile Englands und erichteten Stützpunkte in Irland. Raubzüge führten sie jedoch auch flussaufwärts, weit ins Binnenland von Holland nach Dorestad, in Frankreich z.B. nach Paris, in das Landesinnere von Spanien und selbst nach Kiew in Zentralrussland, wo sie die Kontrolle über dortige Gebiete erlangten. Berichte erzählen außerdem von Überfällen im Mittelmeer (siehe Wikingerraubzüge ins Mittelmeer) und im Kaspischen Meer.
Sie besiedelten Island und Grönland und durch archäologische Funde und deren Auswertung ist mittlerweile belegt, dass sie Neufundland, also Nordamerika, erreichten und dort für kurze Zeit (etwa 50 Jahre) siedelten.
Ab etwa 900 n. Chr. kam es zu Reichsgründungen. In Skandinavien auf den drei Gebieten die heute in etwa denen der modernen Staaten entsprechen.
Die dänischen Wikinger
Die Dänen segelten südlich nach Friesland, Frankreich und um 900 n. Chr. ins südliche England. Knut der Große war König über Dänemark, Norwegen und Teile Englands, als sein Reich seine größte Ausdehnung erreichte. Den Grundstein für dieses Großreich hatten bereits sein Vater, Sven Gabelbart und sein Großvater, Harald Blauzahn. Ein gewisser Rollo dessen genaue Herkunft unklar ist setzte sich 911 in der Normandie fest.
Die norwegischen Wikinger
Die Norweger segelten nach Nordwesten und Westen zu den Färöern, Orkney, Shetlands und nach Irland und Nordengland. Interne Auseinandersetzungen in Norwegen führten im Jahre 970 zur Emigration nach Island, wo sie unbewohnte Gebiete vorfanden und siedelten.
Erik der Rote musste Island verlassen und segelte Richtung Westen, wo er nach einer beschwerlichen Seefahrt Grönland fand und ab 985 besiedelte. Etwa um 1000 wurde Nordamerika vermutlich von Leif Eriksson, dem Sohn Eriks des Roten, von Grönland aus entdeckt, der es Vinland nannte. Eine kleine Siedlung wurde auf der nördlichen Halbinsel von Neufundland bei L'Anse aux Meadows angelegt, aber die Gegenwehr der Ureinwohner führte innerhalb einiger Jahre zu ihrem Ende. Die archäologischen Überreste sind nun UNESCO-Weltkulturerbe.
Siehe auch Geschichte Norwegens
Die schwedischen Wikinger
Die Schweden richteten ihren Blick mitunter nach Schleswig und auf die südliche Ostseeküste primär aber nach Osten. Schon in der Vendelzeit bestand ein intensiver Austausch über Osteuropa bis ins Schwarze Meer, wovon unter anderem die Übernahme von Helmarten wie dem Spangenhelm und Nasalhelm oder dem später für die Wikinger so charakteristischen Brillenhelm zeugen, die auf byzantinische Vorbilder zurückgehen.
Die Wikinger nutzten das verzweigte Flusssystem, um sich in Osteuropa zu bewegen. So kamen sie übers Schwarze Meer nach Konstantinopel (Byzanz) und trieben selbst mit Bagdad Handel. Mit den Ostslawen tauschten sie Honig, Wachs, Bernstein, Felle, Waffen und Sklaven, und verkauften diese für Silber, Seide, Brokat, Gewürze, Helme und Rüstungen. Die Finnen und Slawen nannten diese Skandinavier Rus oder Warjagi (Waräger), von den Byzantinern wurden sie Rhos und Waragoi genannt, und die Araber bezeichneten sie als Al-Madjus, Ruser oder auch Saqaliba.
Die wikingischen Händler-Abenteurer kooperierten mit den Slawen, mitunter schwangen sich kampferfahrene Skandinavier zu lokalen Stammesfürsten auf. Manchmal kam es daher auch zu bewaffneten Auseinandersetzungen. So heißt es in der Nestorchronik, die Slawen hätten die Waräger über das Meer verjagt, sie dann später zurückgerufen, um die Ordnung wiederherzustellen und über sie zu herrschen. Sie erwählten Rurik zu ihrem Fürsten. Viele Nordmänner ließen sich auf Dauer in Russland nieder. Von diesen Rus hat Russland seinen Namen (siehe Kiewer Rus).
Zusammen mit den Slawen überfielen die Rus mit ihren Schiffen ab 860 immer wieder Konstantinopel, so dass sie im Byzantinischen Reich bald gefürchtet waren. Die Byzantiner erkauften sich mit Handelsprivilegien den Frieden und sicherten sich die Dienste der Rus in der kaiserlichen Warägergarde. Ein Häuptlingsbegräbnis mit ritueller Opferung einer Sklavin sowie einer Schiffverbrennung auf dem Lande - und nicht auf dem Wasser wie in vielen Filmen oft fälschlicherweise dargestellt - hat im Jahre 922 der arabische Reisende Ahmad Ibn Fadlān akkurat beschrieben.
Die Wikingerschiffe
Der Bau des Wikingerschiffs erfolgte ohne Pläne nur aus dem mündlich überlieferten Gedächtnis der Väter. Es werden zwei Arten von Schiffen unterschieden:
- Langschiffe, auch als Kriegs- oder Kampfschiffe bezeichnet und auf Grund ihres Stevenschmucks oft "Drachen" genannt
- und Handelsschiffe, so genannte Knorren.
Langschiffe waren die Kriegs- bzw. Kampfschiffe der Wikinger. Sie konnten mit ihnen schnell und unerwartet angreifen - sich aber wieder zurückziehen, bevor ein Vergeltungsschlag organisiert werden konnte. Dieser Schiffstyp war ein ca. 20 m langer Verdränger, deren Holzplanken überlappend in Klinkertechnik verbaut wurden. An den Überlappungen wurden die Planken mit Metallnieten zusammengehalten. Sämtliche hölzernen Schiffsteile aller Schiffstypen wurden mit verschiedenen Beilen aus Baumstämmen nach der jeweiligen Maserung gehackt. Daraus ergab sich insgesamt eine enorme Festigkeit und Belastbarkeit. Auch die Planken wurden nicht gesägt. Die Langschiffe wurden gerudert und gesegelt; sie hatten einen umlegbaren Segelmast, der in kürzester Zeit (ca. 1,5 Minuten) auf- und abgebaut werden konnte. Der Tiefgang aller Schiffe betrug nicht mehr als 1,5 m und sie erreichten eine Maximalgeschwindigkeit von ca. 20 Knoten! Neben der Möglichkeit von Fahrten über lange Entfernungen konnten die Wikinger daher mit ihren Schiffen nicht nur in flachen Gewässern segeln, sondern zusätzlich entlang der Flüsse, selbst unter Brücken hindurch, tief in das jeweilige Landesinnere vordringen.
Mit den Handelsschiffen, die breiter und hochbordiger als die Langschiffe waren, brachen die Wikinger z. B. zu ihren Entdeckungsfahrten nach Grönland und zum Handel in das heutige Russland auf.
Das Steuerruder aller Schiffstypen war auf der rechten Seite, davon leitet sich die Richtungsangabe steuerbord in der allgemeinen Schifffahrt her. Aus der Saga von Riem lässt sich entnehmen, dass die Wikinger schon damals wussten, dass die Erde eine Kugel ist. Ein archäologischer Fund lässt auf die Verwendung einer kompassähnlichen Navigationshilfe schließen. Auch die Gezeiten haben sie gekannt. Insgesamt waren die Wikinger in der Navigation und dem Schiffbau nicht nur für ihre Zeit richtungsweisend, vielmehr stammen viele noch heute verwendete Begriffe aus dem Bereich letztlich von ihnen.
Siehe auch: Geschichte des Wikingerschiffbaus, Langschiffe, Knorren
Gründe der Expansion
Den Grund für die Überfälle sehen einige, neben dem erheblichen Vorsprung im Schiffbau und den damit verbundenen Möglichkeiten, in einer Überbevölkerung, die durch die technischen Fortschritte (wie etwa die Verwendung von Eisen), aber auch durch die seit 800 n. Chr. einsetzende Klimaverbesserung hervorgerufen wurde. Eine Ursache könnten auch Notlagen gewesen sein. So verließen in Frühgeschichtlicher Zeit Kimbern und Teutonen (wahrscheinlich auch Vandalen) Jütland. Etwa zur selben Zeit gingen auch die Goten aufs Festland. Jahrhunderte später verließen Angeln, Jüten und Sachsen die Halbinsel.
Ein weiterer Grund war, dass sich zu dieser Zeit einige Länder (besonders England und Irland) destabilisiert und somit leichte Beute für Überfälle waren. Das Frankenreich hatte besser verteidigte Küsten und befestigte Häfen, was die Wikinger aber nicht von ihren Raubzügen abhielt.
Mythologie und Literatur
Klimaverbesserung
Die germanische Mythologie und die altnordische Literatur berichten uns über ihre heidnische Religion und ihre kühnen Helden.
Das bedeutendste Beispiel für die germanische Mythologie stellt wohl die Edda (Ältere Edda und Jüngere Edda) dar.
In dieser Sammlung sind die verschiedensten Erzählungen der Wikinger zusammengefasst.
Allgemein war Thor der wichtigste Gott der Wikinger und regional hatte dieser sogar eine wichtigerere Position als Odin, der germanische Göttervater. Die Wikinger im Gebiet des heutigen Schwedens verehrten Freyr als einen ihrer wichtigsten Götter, der daher sein Hauptheiligtum im heutigen Uppsala besaß. Außerdem kannten die Wikinger keine Priester.
Sitten und Gebräuche
Sehr oft wurden bei den Wikingern weibliche Säuglinge kurz nach der Geburt getötet. Das hatte den Zweck, dass die Frauen bald wieder schwanger werden konnten, um einen erhofften Knaben zu gebären. Für Ihre kriegerischen Raubzüge waren sie besonders auf männlichen Nachwuchs angewiesen.
Auf ihren Raubzügen nahmen sie Gefangene jeden Alters und Geschlechts mit nach Hause und hielten sie als Sklaven. Mit diesen wurde auch regelrechter Handel betrieben bis in den vorderen Orient. Dort waren besonders blonde Kinder und Frauen begehrt.
Ende der Wikinger
Nach Jahrzehnten des Plünderns wurde der Widerstand in allen Teilen Europas wirkungsvoller und der Druck der deutschen Kaiser förderte die Christianisierung Skandinaviens und führte zu einem milderen Verhalten. Es etablierten sich die großen Königreiche Norwegen, Dänemark und später auch Schweden und man kann annehmen, dass ihre Könige friedlichere Verhältnisse schaffen wollten.
Zeitlich wird das Ende der Wikingerzeit mit der Schlacht bei Hastings im Jahre 1066 festgelegt.
Weiter könnte die zu hohe Bevölkerungszahl und der damit verbundenen Ressourcenknappheit und Bodenknappheit ein Grund für das Ende der Wikinger sein.
Die Normandie
Um 911 bekamen der Wikingerfürst Rollo die Normandie als Lehen im Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte vom französischen König Karl dem Einfältigen zugesprochen, nachdem sie lange das Seine-Gebiet rund um Paris verwüstet hatten.
Sie sollten nun Frankreich vor weiteren Überfallen durch Wikinger schützen.
Aufgrund ihrer Herkunft wurden sie Nordmänner oder Normannen genannt; so erhielt die Normandie ihren Namen. Die Normannen nahmen die französische Sprache an und entwickelten im Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung eine neue kulturelle Identität. Zur weiteren Geschichte, insbesondere zur Eroberung Englands 1066 durch den normannischen Herzog Wilhelm der Eroberer und zur Ausbreitung der Normannen bis nach Sizilien, siehe Normannen.
Erfinderreichtum der Wikinger
Schon die Wikinger haben die Linse erfunden. Sie war aus Bergkristall geschliffen und perfekt gearbeitet. Vermutlich hatten die Wikinger auch dafür ein eigenes Gerät entwickelt. Es wurde mit dem Fuß angetrieben und konnte den Bergristall schleifen. Mir der Linse hätten sie theoretisch auch das Fernrohr erfinden können, vielmehr wird aber vermutet dass die Linse zum ausbrennen von Krankheiten und zum Feuerzünden dienlich war. Eine weitere "Erfindung" der Wikinger war die Hochseefischerei. Die Wikinger fischten im grossen Stile auch auf dem Meer und nicht nur mit Reusen und ähnlichem vom Land aus.
Andere Bedeutungen
Der Begriff "Wikinger" ist auch unter Modelleisenbahn-Freunden bekannt : für die kleinen Automodelle im Maßstab 1 zu 87 H0 (gesprochen: "Ha-Null") als Zubehör zur Modellbahn.
- siehe auch: Wiking
Literatur
- Ian Heath, David Nicolle, Angus McBride: Wikinger und Normannen, St. Augustin, Siegler 2003. ISBN 3-87748-630-4
- Benjamin Hudson: Viking pirates and Christian princes. Dynasty, religion, and empire in the North Atlantic, Oxford, Oxford Univ. Press 2005. ISBN 0-19516-237-4
- Angus Konstam: Atlas der Wikinger. Geschichte, Eroberungen und Kultur der Wikinger, Wien, Tosa 2002. ISBN 3-85492-555-7
- Peter H. Sawyer (Hrsg.): Die Wikinger. Geschichte und Kultur eines Seefahrervolkes, Stuttgart, Theis 2001. ISBN 3-8062-1688-6
Siehe auch: Wikinger-Museum Haithabu, Berserker, Jomswikinger, Runenstein, Wickie und die starken Männer :Kategorie:Wikinger
Weblinks
- [http://www.heimskringla.no heimskringla.no - «Kulturformidlingen norrøne tekster og kvad»]
- http://www.vikingnet.de/
- http://www.wikinger.org/
- http://www.uni-tuebingen.de/mittelalter/links/links22.htm
- http://www.norwegen-service.de/Kultur/Die_Wikinger/die_wikinger.htm
- http://www.blinde-kuh.de/wikinger/ (für Kinder)
- http://www.jordheim.info/
Kategorie:Germanischer Stamm
Kategorie:Europäische Ethnie
!Wikinger
als:Wikinger
ja:ヴァイキング
ko:바이킹
ms:Viking
simple:Vikings
zh-min-nan:Viking-lâng
NynorskNynorsk (dt. Neu-Norwegisch) ist eine der beiden offiziellen Standardvarianten des Norwegischen. Als skandinavische Sprache wurde Nynorsk von dem Folkloristen Ivar Aasen konstruiert, der den Versuch unternommen hat, aus einigen, vor allem westnorwegischen, Dialekten eine neue Schriftsprache zu bilden. Die norwegischen Dialekte stammen aus dem Altnordischen. Vor 1929 wurde Nynorsk Landsmål (Landsprache) genannt.
Heute ist Nynorsk die Form, die nur von einer kleinen Minderheit (die Schätzungen schwanken zwischen 10 und 20 %) der Norweger geschrieben wird. Da das Nynorsk vor allem als Schriftsprache gemeint ist, wird es praktisch nicht gesprochen. Nynorsk-schreibende Norweger verwenden in der Regel eine der vielen Mundarten. Die andere aus der dänisch-norwegischen literarischen Tradition entwickelte Variante ist das Bokmål.
Beide Formen werden ausführlich im Artikel über die norwegische Sprache beschrieben.
Weblinks
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Norwegische Sprache
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NornNorn war bis in das 18. Jahrhundert hinein die Landessprache auf den Shetland- und Orkney-Inseln.
Diese Inselgruppen gehörten einst zu Norwegen, waren aber vorher schon keltisch besiedelt. Norn ist eine nordgermanische Sprache gewesen. Bis heute ist das Schottische Englisch und besonders die schottischen Dialekte auf den Shetlands und auf den Orkney-Inseln stark vom Nordischen beeinflusst. Norn war wie heute noch Isländisch und Färöisch eine westskandinavische Sprache (Inselskandinavisch). Das heutige Färöisch kommt dem Norn am nächsten.
Noch heute haben besonders auf den Shetlands viele Bewohner eine besondere Beziehung zu Skandinavien. Die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Shetlands, Orkneys, Hebriden und Färöern werden auch auf offizieller Ebene in den letzten Jahren intensiviert.
Das Vaterunser
Matthäus 6:9-13, Orkney Norn (nach Wallace 1700):
:Favor i ir i chimrie, Helleur ir i nam thite,
:gilla cosdum thite cumma, veya thine mota vara gort
:o yurn sinna gort i chimrie,
:ga vus da on da dalight brow vora
:Firgive vus sinna vora sin vee Firgive sindara mutha vus,
:lyv vus ye i tumtation, min delivera vus fro olt ilt, Amen.
Matthäus 6:9-13, Shetland Norn (nach Low 1774):
:Fy vor or er i Chimeri. Halaght vara nam dit.
:La Konungdum din cumma. La vill din vera guerde
:i vrildin sindaeri chimeri.
:Gav vus dagh u dagloght brau. Forgive sindorwara
:sin vi forgiva gem ao sinda gainst wus.
:Lia wus ikè o vera tempa, but delivra wus fro adlu idlu.
:For do i ir Kongungdum, u puri, u glori, Amen
Matthäus 6:9-13, Altnordisch:
:Faþer vár es ert í himenríki, verði nafn þitt hæilagt
:Til kome ríke þitt, værði vili þin
:sva a iarðu sem í himnum.
:Gef oss í dag brauð vort dagligt
:Ok fyr gefþu oss synþer órar,
:sem vér fyr gefom þeim er viþ oss hafa misgert
:Leiðd oss eigi í freistni, heldr leys þv oss frá öllu illu.
Matthäus 6:9- 13 (16) (Neufäröisch nach Jacob Dahl und Kristian Osvald Viderø, 1961):
:Faðir vár, tú sum ert í himlunum! Heilagt verði navn títt;
:komi ríki títt, verði vilji tín
:sum í himli so á jørð;
:gev okkum í dag okkara dagliga breyð;
:og fyrigev okkum skuldir okkara,
:so sum vit fyrigeva skuldarum okkara;
:og leið okkum ikki í freistingar; men frels okkum frá tí illa.
:(Tí at um tit fyrigeva monnum misgerðir teirra,
:so skal himmalski faðir tykkara eisini fyrigeva tykkum;
:men fyrigeva tit ikki monnum,
:so skal faðir tykkara ikki heldur fyrigeva misgerðir tykkara.)
:Amen!
: Quelle: [http://www.bibelselskabet.dk/farbib/web/bibelen.htm bibelselskabet.dk]
Literatur
- Michael P. Barnes: The Norn Language of Orkney & Shetland. Shetland Times 1998. ISBN 1898852294 (72 Seiten, einzige Monographie zum Thema)
Kategorie:EinzelspracheKategorie:Skandinavische SpracheKategorie:Tote Sprache
Orkney
Orkney (engl. Orkney Islands) ist ein aus ca. 70 kleinen Inseln und der Hauptinsel Mainland bestehender Archipel, der zu Schottland gehört. Er liegt durch den Pentland Firth getrennt etwa 16 km nördlich von Caithness im Norden von Schottland. Nur etwa 20 Inseln sind bewohnt. Die beiden wichtigsten Städte sind Kirkwall, als Verwaltungsort mit ca. 7.000 Einwohnern, und Stromness, als einer der beiden Fährhäfen vom "Festland" mit ca. 2.000 Einwohnern, beide auf Mainland. Die Einwohner der Orkney heißen Orkadier. Bei dem heute noch gesprochenen Dialekt handelt es sich um den Rest der zwischen 800 und 1700 verwendeten skandinavischen Sprache Norn.
Die Orkney sind praktisch baumlos und niedrig (höchste Erhebung der Inseln ist mit 481 m der Ward Hill auf Hoy), auch wenn es Steilküsten von ca. 30 m gibt. Das Klima ist mild und vom Golfstrom beeinflusst.
Inseln
- Auskerry
- Burray
- Eday
- Egilsay
- Flotta
- Graemsay
- Holm of Papa
- Hoy
- Mainland (Pomona)
- North Ronaldsay
- Papa Westray
- Rousay
- Sanday
- Shapinsay
- South Ronaldsay
- Stronsay
- Westray
- Wyre
Vorgeschichte
Wyre
Die belegte Geschichte der Orkney beginnt in der Steinzeit. Etwa 4.000 v. Chr. erreichten die ersten Bauern den Archipel. Noch heute können die Reste steinzeitlicher Bauten wie Skara Brae und Knap of Howar sowie Megalithanlagen (Blackhammer, Crantit, Cuween, Isbister - The Tomb of the Eagles, Knowe of Yarso, Maeshowe, Quoyness, Taversoe Tuick, Unstan Cairn und Wideford Hill) besichtigt werden. Steinkreise Ring of Brodgar, Brochs (Gurness, Midhowe) und Souterrains (Crantit, Grain Earth House, Rennibister) oder die mysteriöse Brunnenanlage von Mine Howe und der einzigartige Dwarfie Stane (ein Felsengrab) vervollständigen das Bild, das überraschende Parallelen mit Zeugnissen anderen Megalithkulturen in Europa und denen der Shetlandinseln zeigt. In Irland, Mykene, Portugal sowie auf Malta und Sardinien gibt es ähnliche Formen, wie auf den beiden Archipelen, die die Heimat der nördlichsten Megalithkultur sind. Im Südgrab auf dem Holm of Papa Westray sind Ritzungen, wie sie die spanische Almeriakultur hervorbrachte. Ganz deutlich zeigt der Westray Stone das seine Spiralen ihre Vorbilder im irischen Newgrange haben. Die Idolplättchen vom Jarlshof (Shetland) haben sogar mehrfache Parallelen im mediterranen Raum. Die ältesten bäuerlichen Siedler haben indes laut DNA-Untersuchung von Material aus den Megalithanlagen Cairns ihre nächsten kontinentalen Verwandten in Friesland und auch die Form und das Dekor einiger Keramiken weisen nach Mitteleuropa.
Sh. auch Britische Megalithik
Geschichte
Britische Megalithik]
Die neuzeitlichen Bewohner stammen von den Norwegern ab, deren König Harald I. die Inseln 876 besetzen ließ. Sie wurden von Christian I. 1468 James III. von Schottland als Mitgift für Margarethe I. von Dänemark versprochen. Eine der Hauptquellen für Personen und Ereignisse aus dieser Zeit ist die Orkneyinga saga.
Mit Scapa Flow ist ein natürlicher Hafen, der von den Inseln umschlossen wird, in die Militärgeschichte eingegangen. Er hat bereits im Krieg gegen Napoleon eine wichtige Rolle gespielt und tat dies auch im 1. Weltkrieg und 2. Weltkrieg.
Am 21. Juni 1919 versenkte sich in Scapa Flow die gesamte deutsche Kriegsmarine, die ihre Schiffe nach dem verlorenen 1. Weltkrieg eigentlich an die siegreichen Briten hätte übergeben sollen.
Vier der Südinseln werden heute durch die so genannten Churchill Barriers verbunden. Im Zweiten Weltkrieg hatte Winston Churchill sie bauen lassen, um deutschen U-Booten die Durchfahrt unmöglich zu machen.
Kultur
- Der Schriftsteller und Dichter George Mackay Brown
- Der Schriftsteller Eric Linklater
- Der Schriftsteller Edwin Muir
- Der Komponist Sir Peter Maxwell Davies
- [http://www.stmagnusfestival.com/ Das jährliche St. Magnus Festival]
Literatur
- Walkowitz J.E.: Das Megalithsyndrom. 2003. ISBN 3-930036-70-3
- William P.L. Thomson: The new History of Orkney 1987,2001. ISBN 184183-0224 (eng.)
- Liv Kjorsvik Schei, Gunnie Moberg: The Islands of Orkney 2000. ISBN 1-84107-064-5 (engl.)
Weblinks
- [http://www.schaetze-der-welt.de/video.php?video=247&quality=80 Schätze der Welt: Orkney-Inseln: Die jungsteinzeitlichen Monumente auf den Orkney-Inseln - ein 14-Minuten-Video]
- http://www.orkneyjar.com/history/tombs/crantit/
Kategorie:Inselgruppe
Kategorie:Geographie (Großbritannien)
Kategorie:Schottische Grafschaft
Kategorie:Unitary Authority (Schottland)
Kategorie:Norwegen
Kategorie:Archäologie
ja:オークニー諸島
ko:오크니 제도
Schwedische Sprache
Schwedisch (Eigenbezeichnung: ) gehört zu den skandinavischen Sprachen und somit auch zu den germanischen Sprachen. Die germanischen Sprachen sind Teil der indogermanischen Sprachfamilie.
Schwedisch ist Amtssprache in:
- Schweden
- Finnland (neben Finnisch)
- Åland (26.000 Einwohner)
Schwedisch wird von etwa 8,5 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen etwa 8,0 Millionen in Schweden und knapp 265.000 als finnlandschwedische Minderheit in Finnland leben. Überdies wird Schwedisch von etwa 1 Million Einwanderern in Schweden gesprochen.
Für die finnischsprachigen Bewohner Finnlands ist Schwedisch Pflichtfach in der Schule. Schwedisch und Finnisch sind in Finnland gleichberechtigte Amtssprachen. Es gibt in Uusimaa (Nyland) und Itä-Uusimaa (Öster-Nyland) noch einige hauptsächlich schwedischsprachige Gemeinden, in Österbotten (Pohjanmaa) Gemeinden, die überwiegend schwedischsprachig sind, sowie mehrere einsprachig schwedische Gemeinden. Turku/Åbo gilt als die Hauptstadt des schwedischsprachigen Finnland, hier liegt auch die einzige schwedischsprachige Universität Finnlands, die Åbo Universitet.
Åland ist die einzige offiziell einsprachige Region im sonst zweisprachigen Finnland: Hier wird nur Schwedisch gesprochen, und Finnisch ist nur ein Wahlfach (Englisch aber ein Pflichtfach). Das hier gesprochene Åländisch ist eindeutig dem Reichsschwedischen zuzuordnen, und weist Einflüsse aus dem Norrländska und Gutamål auf.
Das auf Gotland gesprochene Gutamal (Gutamål) gilt als Abkömmling der gotischen Sprache, wird aber in der Regel als schwedischer Dialekt gezählt, da es sich durch die Dominanz des Schwedischen in Schulen und öffentlichem Leben diesem angenähert hat.
Die in Schonen (Skåne) gesprochene schonische Sprache (Skånska) wird häufig auch zu den dänischen Dialekten gezählt, da sie Merkmale sowohl mit dem Schwedischen auch als mit dem Dänischen teilt.
Die Kurzbezeichnung der Sprache laut ISO-Norm ist sv (ISO 639-1) beziehungsweise swe (ISO 639-2).
Schweden können sich relativ problemlos mit Norwegern und (wenn jene sich Mühe geben, deutlich zu sprechen) Dänen unterhalten. Hierbei gibt es allerdings regionale Unterschiede. So verstehen die Schweden im Süden, vor allem in Skåne, wegen der nahen Verwandtschaft ihres Dialekts mit dem Dänischen die Dänen relativ gut. Einwohner in Westschweden (beispielsweise in Värmland oder Dalarna) haben dagegen große Probleme mit dem Dänischen, dafür aber kaum Schwierigkeiten mit dem Norwegischen.
Ursprung und Entwicklung
Während des Mittelalters unterlag die schwedische Sprache (wie auch die norwegische Sprache) deutlichen Einflüssen aus dem Mittelniederdeutschen der Hanse. In der Neuzeit kamen Einflüsse des Hochdeutschen hinzu, teils durch den Handel mit Deutschland, bzw. dem Deutschen Reich, und dem Baltikum, teils durch den Dreißigjährigen Krieg und die daher zurückkehrenden Soldaten (dies ist offensichtlich durch die vielen Lehnwörter im Militärjargon). Doch auch die Dominanz der deutschen Sprache in manchen Wissenschaften prägte den schwedischen Wortschatz.
Umgekehrt hinterließ die schwedische Sprache während der schwedischen Herrschaft über Teile Norddeutschlands (Raum Stade, Vorpommern) deutliche Einflüsse auf die niedersächsische Sprache und die ostniederdeutsche Sprache, speziell das Nordniedersächsische, Mecklenburgische und Westpommersche.
Alphabet
Das schwedische Alphabet besteht aus 28 Buchstaben. Das W fehlt (es gilt als Schreibvariante des V) dafür werden nach dem Z noch Å, Ä, Ö hinzugefügt. Ä und Ö gelten als eigenständige Buchstaben und nicht wie im Deutschen als Umlaute von A und O. Die schwedischen Wörterbücher sind deswegen entsprechend geordnet und für Deutsche anfänglich etwas verwirrend. So stehen z.B. garn und gärna nicht hintereinander, sondern mehrere Seiten weit auseinander.
Aussprache
Das Schwedische zeichnet sich durch sein ausgeprägtes Vokalsystem aus. Länge und Kürze der Vokale sind bedeutungsunterscheidend. In einer Silbe ist entweder der Vokal oder der Konsonant lang, die Verbindung von kurzem Vokal mit langem Konsonant ist im Schwedischen unbekannt. Das Schwedische kennt keine Diphthonge.
Mit den Vokalen [], [] und [] besitzt das Schwedische drei Mittelzungenvokale.
Allgemeine Ausspracheregeln
Diese Ausspracheregeln sind allgemeiner Art, es gibt immer einzelne Ausnahmen.
- Der Buchstabe å wird wie ein deutsches o (wie in roh) ausgesprochen.
- Der Buchstabe o wird vor einem einzelnen Konsonanten wie ein deutsches u ausgesprochen. Steht er vor zwei Konsonanten wird er wie ein kurzes o ausgesprochen. (das erste O in Otto)
- Der Buchstabe u wird vor einem einzelnen Konsonanten wie ein deutsches ü ausgesprochen. Steht er vor zwei Konsonanten wird er wie ein sehr kurzes u ausgesprochen.
- Der Buchstabe a wird vor einem einzelnen Konsonanten sehr dunkel, weit hinten im Rachen ausgesprochen. Steht er vor zwei Konsonanten wird er wie ein deutsches a ausgesprochen.
- Die Kombination rs wird immer sch ausgesprochen auch dann, wenn das r der letzte Buchstabe eines Wortes ist und das s der erste des nachfolgenden wie in Jag pratar svenska
Auffallend sind die vielen retroflexen Konsonanten, d. h. Verbindungen mit dem //: rd, rl, rn, rs und rt, bei deren Aussprache die Zunge zurückgebogen, die Zungenspitze an den harten Gaumen gelegt und nach dem r ruckartig losgelassen wird.
Betonung und Satzmelodie
Anders als beispielsweise im Deutschen oder im Englischen, wo es nur einen Druckakzent gibt, werden schwedische Worte mit einem Druck und einem tonalen Wortakzent gesprochen.
Der Druck ist vereinfacht gesagt die Betonung des Wortes, der tonale Akzent dagegen die Melodie, mit der das Wort ausgesprochen wird. Im Schwedischen gibt es zwei tonale Akzente, einen fallenden und den für den schwedischen "Singsang" verantwortlichen, auf der zweiten Silbe nochmal kurz ansteigenden.
Dieser Wortakzent, den es auch im Norwegischen gibt, kann in einigen wenigen Fällen bedeutungsunterscheidend sein, variiert allerdings regional.
Gegenüber den eindeutigen Tonsprachen, in denen die Silbentonhöhe auf der Ebene der Wortbedeutung unterscheidend ist, ist der variable Tonhöhenverlauf in der schwedischen Sprache pragmatisch distinktiv, sprich, er bestimmt, ob es sich bei einem Satz um eine Frage, eine Aussage oder einen Befehl handelt.
Vokale
Vokalphoneme in Standardschwedisch
Konsonanten
Dialekte
Vokalphoneme in Standardschwedisch
- Norrländska mål — Norrland
:1. Överkalix, Norrbotten; [http://swedia.ling.umu.se/Norrland/Norrbotten/Overkalix/yw.html junge Frau]
:2. Burträsk, Västerbotten; [http://swedia.ling.umu.se/Norrland/Vasterbotten/Burtrask/ow.html alte Frau]
:3. Aspås, Jämtland; [http://swedia.ling.umu.se/Norrland/Jamtland/Aspas/yw.html junge Frau]
:4. Färila, Hälsingland; [http://swedia.ling.umu.se/Norrland/Halsingland/Farila/om.html alter Mann]
- Sveamål — Svealand
:5. Älvdalen, Dalarna; [http://swedia.ling.umu.se/Svealand/Dalarna/Alvdalen/ow.html alte Frau]
:6. Gräsö, Uppland; [http://swedia.ling.umu.se/Svealand/Uppland/Graso/om.html alter Mann]
:7. Sorunda, Södermanland; [http://swedia.ling.umu.se/Svealand/Sodermanland/Sorunda/ym.html junger Mann]
:8. Köla, Värmland [http://swedia.ling.umu.se/Svealand/Varmland/Kola/yw.html junge Frau]
:9. Viby, Närke; [http://swedia.ling.umu.se/Svealand/Narke/Viby/om.html alter Mann]
- Gotländska mål — Gotland
:10. Sproge, Gotland; [http://swedia.ling.umu.se/Gotaland/Gotland/Sproge/yw.html junge Frau]
- Åländska mål — Åland
- Östsvenska mål — Finnland
:11. Närpes, Österbotten; [http://swedia.ling.umu.se/Finland/Osterbotten/Narpes/yw.html junge Frau]
:12. Dragsfjärd, Åboland; [http://swedia.ling.umu.se/Finland/Aboland/Dragsfjard/om.html alter Mann]
:13. Borgå, Nyland; [http://swedia.ling.umu.se/Finland/Nyland/Borga/ym.html junger Mann]
- Götamål — Götaland
:14. Orust, Bohuslän; [http://swedia.ling.umu.se/Gotaland/Bohuslan/Orust/om.html alter Mann]
:15. Floby, Västergötland; [http://swedia.ling.umu.se/Gotaland/Vastergotland/Floby/ow.html alte Frau]
:16. Rimforsa, Östergötland; [http://swedia.ling.umu.se/Gotaland/Ostergotland/Rimforsa/ow.html alte Frau]
:17. Årstad-Hedberg, Halland; [http://swedia.ling.umu.se/Gotaland/Halland/Arstad/ym.html junger Mann]
:18. Stenberga, Småland; [http://swedia.ling.umu.se/Gotaland/Smaland/Stenberga/yw.html junge Frau]
- Sydsvenska mål — Schonen, Blekinge, Halland und Süd-Småland
:19. Jämshög, Blekinge; [http://swedia.ling.umu.se/Gotaland/Blekinge/Jamshog/ow.html alte Frau]
:20. Bara, Skåne; [http://swedia.ling.umu.se/Gotaland/Skane/Bara/om.html alter Mann]
Grammatik
Wortarten
Verben
Durch die Flexion der Verben werden ausschließlich die verschiedenen Tempora des Verbs angegeben, nicht jedoch Person und Numerus.
Verben wird in der Regel:
- in der Gegenwart (Präsens) ein r angehängt,
- in der 1. Vergangenheit (Präteritum) ein de angehängt,
- in der 2. Vergangenheit ein Hilfsverb har (hat) vorangestellt, während das Verb auf t endet,
- in der 3. Vergangenheit ein Hilfsverb hade (hatte) vorangestellt, während das Verb auf t endet,
- in der Zukunft kommer att (werden) vorangestellt, während das Verb seine Grundform behält. Ähnlich dem Deutschen können auch die Worte ska (sollen) und tänker (wollen, beabsichtigen) verwendet werden.
Beispiel:
Es existiert eine Reihe von starken Verben und Verben mit Ausnahmen.
Beispiele:
Substantive
Genus
Bei den Substantiven muss zunächst zwischen Utrum (en-Wörtern) und Neutrum (ett-Wörtern) unterschieden werden.
Beispiele:
Dabei werden schwedische Substantive meist frei eingeteilt, man kann also nicht durch logisches Geschlecht (Sexus) oder spezifische Endungen einteilen, welchem Genus ein Substantiv angehört.
Als Faustregel gilt: Ein einzelnes, lebendes Individuum ist immer Utrum. (Diese Regel gilt nicht andersherum!)
Beispiele:
Bestimmte Form - Unbestimmte Form
Substantive können in unbestimmter und bestimmter Form auftreten. Im Gegensatz zum Deutschen werden die Artikel bei der bestimmten Form nicht vorangestellt, sondern als Suffix an das Substantiv angehängt:
Beispiele:
Dabei kann es allerdings zu nötigen Anpassungen kommen, welche den Klang beeinflussen, beispielsweise bei "en lärare", wo das Suffix (-en) durch den Vokal auf -n beschränkt wird, wodurch "läraren" entsteht, wobei gleichgültig ist, welcher Vokal die Endung bildet. So wird auch aus "ett piano" mit dem Suffix -t "pianot".
Pluralform
Im Plural ist die Endung erneut entscheidend dafür, welches Suffix dem Substantiv zuteil wird. Für unbestimmte Substantive existieren für diesen Fall fünf Regeln, zuzüglich zweier Unregelmäßigkeiten:
# -or tritt in Kraft, wenn ein Substantiv die Endung -a trägt. ("en flicka" ("ein Mädchen") wird zu "flera flickor" ("mehrere Mädchen").)
# -ar tritt bei den meisten Utrumformen in Kraft, nämlich, wenn eine Utrumform die Endung -e oder -ing trägt. ("en pojke" ("ein Junge") wird zu "flera pojkar" ("mehrere Jungen"); "en tidning" ("eine Zeitung") wird zu "flera tidningar" ("mehrere Zeitungen").) Es kann außerdem Umlaut des Stammvokals auftreten (o wird ö).
# -er tritt in Kraft, wenn ein Substantiv (unabhängig welchen Genus') die Betonung auf der letzten Silbe trägt. ("en gardin" ("eine Gardine") wird zu "flera gardiner" ("mehrere Gardinen"); "ett kompani" ("eine Kompanie") wird zu "flera kompanier" ("mehrere Kompanien").) Nur -r erhalten einige schwedische Substantive auf Vokal. (Z. B. "en sko" ("ein Schuh") wird zu "flera skor" ("mehrere Schuhe"); ("en fiende" ("ein Feind") wird zu "flera fiender" ("mehrere Feinde"); "ett fängelse" ("ein Gefängnis") wird zu "flera fängelser" ("mehrere Gefängnisse").) Es kann außerdem im Plural ein Umlaut des Stammvokals auftreten a wird ä: en tand -> tänder (Ein Zahn -> Zähne o wird ö: en son -> söner (Ein Sohn -> Söhne) å wird ä: en tång -> tänger (Eine Zange -> Zangen)
# -n tritt in Kraft, wenn ein neutrales Substantiv auf einen unbetonten Vokal endet. ("ett frimärke" ("eine Briefmarke") wird zu "flera frimärken" ("mehrere Briefmarken").)
# - (Noll-Morfem) tritt in Kraft, wenn ein neutrales Substantiv auf einen Konsonanten endet oder wenn eine Personenbezeichnung mit -are endet. ("ett hus" ("ein Haus") wird zu "flera hus" ("mehrere Häuser"); "en lärare" ("ein Lehrer") wird zu "flera lärare" ("mehrere Lehrer").) Hierbei kann Umlaut auftreten. ("en man" ("ein Mann") wird zu "flera män" ("mehrere Männer").)
# Irreguläre Formen, für die man keine Regeln bestimmen kann. Ausnahmen bestätigen die Regel, und so bleibt einem nichts anderes übrig, als diese Formen auswendig zu lernen.
# Anpassung des Wortstammes an das Suffix tritt in Kraft, wenn ein Substantiv auf die unbetonten Formen -er, -el und -en endet. Dann verschwindet das -e- vor -ar und -er, um den Klang beizubehalten. ("en faster" ("eine Tante") wird zu "flera fastrar" ("mehrere Tanten"); "en cykel" ("ein Fahrrad") wird zu "flera cyklar" ("mehrere Fahrräder"); "en öken" ("eine Wüste") wird zu "flera öknar" ("mehrere Wüsten").)
Bestimmte Formen des Plurals sind regelmäßiger und können in drei Gruppen eingeteilt werden:
# -na tritt in Kraft, wenn die unbestimmte Form des Plurals auf -r endet. ("flera böcker" ("mehrere Bücher") wird zu "böckerna" ("die Bücher").)
# -en tritt in Kraft, wenn die unbestimmte Form des Plurals ein Null-Morphem als Suffix erhalten hat. ("flera hus" ("mehrere Häuser") wird zu "husen" ("die Häuser").)
# -a tritt in Kraft, wenn die unbestimmte Form des Plurals auf -n endet. ("flera yrken" ("mehrere Professionen") wird zu "yrkena" ("die Professionen").)
Genitiv
Das heutige Schwedische kennt - ähnlich wie das Englische - mit der Ausnahme des Genitivs keine Kasusflexion mehr. Die syntaktische Stellung der Nomina im Satz wird also nur noch durch die Wortstellung oder durch Präpositionen ausgedrückt.
Der Genitiv wird durch einfaches Anfügen des Suffixes -s gebildet, das allerdings entfällt, wenn das Substantiv bereits auf -s endet. Nach dem Genitiv steht das Substantiv, welches in Relation steht, immer in der unbestimmten Form.
Beispiel:
Possesivpronomen
Das Possessivpronomen ist der Genitiv des Personalpronomen; es bezeichnet den Besitzer eines Sache. Das Schwedische unterscheidet eine reflexive und eine nicht reflexive Form des Possessivpronomens.
Nicht-reflexive Formen
Das Possesivpronomen muß an das Genus des Wortes, auf das es sich bezieht, angeglichen werden.
Für die Personalpronomen den und det gibt es ebenfalls ein Possessivpronomen: dess. Diese Form wird im Alltagsgebrauch aber eher nicht benutzt.
Regel:
- Alle auf -s endenden Pronomen (hans, hennes, dess, deras) werden nicht verändert.
- Alle reimenden Pronomen (min, din, sin und vår, er) werden ersetzt durch mitt, ditt, sitt und vårt, ert wenn sie sich auf ett-Wörter beziehen
- bzw. durch mina, dina, sina und våra, era wenn sie sich auf im Plural stehende Wörter (en und ett) beziehen.
(NB: Die schwedische Modehauskette Hennes & Mauritz hat ihren Namen von einem Damenmodegeschäft namens "Hennes" (dt: ~Für Sie) in Västerås, das im Jahr 1968 das Stockholmer Jagd- und Waffengeschäft von [http://www.widforss.se/ Mauritz Widforss] aufkaufte, um zukünftig auch Herrenbekleidung zu verkaufen)
Reflexive Formen
Für die 3. Person (sowohl Singular als auch Plural) gibt es im Schwedischen darüberhinaus noch ein reflexives Possessivpronomen:
Diese Form wird benutzt, wenn der Besitzer Subjekt des Satzes ist und läßt sich im Deutschen am besten mit der/die/das eigene übersetzen.
Beispiele:
Han kommer med sin son. Er kommt mit seinem Sohn. (dem eigenen!)
Han kommer med hans son. Er kommt mit seinem Sohn. (dem des Freundes z.B.)
Hon kommer med sitt barn. Sie kommt mit ihrem Kind. (dem eigenen!)
Hon kommer med hennes barn. Sie kommt mit ihrem Kind. (dem der Freundin z.B.)
Beachte! Das reflexive Possessivpronomen sin/sitt/sina darf nicht zusammen mit dem Subjekt stehen!
Beispiele
Han kommer med sin fru. Er kommt mit seiner Frau. (der "eigenen")
Han och hans fru kommer inte idag. Er und seine Frau kommen heute nicht. ("Er und seine Frau" sind doppeltes Subjekt des Satzes)
Jag känner Sven och sin bror. Ich kenne Sven und seinen Bruder
Hans bror arbetar i Lund. Sein Bruder arbeitet in Lund
Alleinstehende Possessivpronomen
Wie auch im Deutschen können Possessivpronomen alleine stehen, ohne daß ihnen ein Subjekt folgt.
Beispiele:
Om du behöver en båt, kan du få låna min. Wenn du ein Boot brauchst kannst du meines leihen.
Har du en cigarett för mig? Jag glömmde mina. Hast du eine Zigarette für mich? Ich habe meine vergessen.
Per lånade Olav sin båt. Hans var trasig. Per lieh Olav sein (eigenes) Boot, Seines (Olavs) war kaputt
Adjektive
Deklination
Die Beugung von Adjektiven in der unbestimmten Form verhält sich sehr einfach, ist jedoch mit Ausnahmen gespickt. Gemäß der Regel werden Adjektive, die sich auf ein Utrum-Substantiv im Präsens beziehen, nicht flektiert.
Beispiele:
Adjektive, die sich auf ein neutrales Substantiv beziehen, erhalten das Suffix -t in der unbestimmten Form.
Beispiele:
Bezieht sich das Adjektiv auf eine Pluralform, ob bestimmt oder unbestimmt, wird dem Adjektiv der Suffix -a zuteil.
Beispiele:
Doch, wie gesagt, existieren irreguläre Formen bei der Deklination von Adjektiven, die sich auf ein singuläres, unbestimmtes, neutrales Substantiv beziehen.
Irreguläre Formen:
Die Beugung der Adjektive in der bestimmten Form ist weit regelmäßiger und einfacher. In der bestimmten Form wird das Suffix -a (man erinnere sich an den Plural) angehängt. Wenn das Substantiv männlich ist, wird -e angehängt im Singular.
Beispiele:
Dabei müssen die bestimmten (oder demonstrativen) Artikel immer vorhanden sein, da sich das Adjektiv direkt vor das bestimmte Substantiv stellt.
Außerdem enden Adjektive immer auf -a in folgenden Fällen:
Nach allen Possessivpronomen (min, din, hans etc.)
Nach allen Genitivformen:
Auch in der bestimmten Form existieren allerdings irreguläre Formen, doch nur bei den Adjektiven "liten" ("klein") und "gammal" ("alt"):
Komparation
Das Schwedische kennt in der Komparation die gleichen Stufen wie die deutsche Sprache, also Positiv, Komparativ und Superlativ. Den Elativ mit "zu" bildet die schwedische Sprache mit "för". Man kann für die Komparation fünf Regelmäßigkeiten aufstellen:
- Regel A fasst die häufigste Form, das Anfügen der Suffixe -are und -ast, zusammen.
- Regel B fasst die bereits erwähnte Form von den Endungen -el, -en und -er zusammen, die alle ihr unbetontes -e- im Komparativ und Superlativ verlieren.
- Regel C fasst die Formen zusammen, die mit den Suffixen -re und -st gebildet werden. Vorsicht, sie ändern ihren Stammvokal!
- Regel D ist eigentlich keine Regel, sie fasst hier nur die irregulären Formen zusammen.
- Regel E fasst lange Adjektive zusammen, die mit "mer" ("mehr") und "mest" ("meist-") kompariert werden. Dazu gehören auch die Adjektivformen der Verben, die aus dem Partizip Präsens und dem Partizip Perfekt gebildet werden.
Adverb
Adverbien sind wie Adjektive Eigenschaftswörter. Sie beschreiben im Gegensatz zu Adjektiven niemals einen Gegenstand sondern Handlungen und Eigenschaften. Es gibt zahlreiche Adverbien, die unflektiert benutzt werden; das häufigste ist mycket (sehr, viel). Bei der Verwendung von Adjektiven als Adverbien wird diesen im Schwedischen die Endung -t angehängt (im Gegensatz zum Deutschen, wo die unflektierte Form des Adjektivs verwendet wird).
Adjektiv: Lena är vänlig.
Adverb: Lena svarar vänligt.
Das Adverb beschreibt die Art und Weise, in der Lena antwortet.
Doppeltes Adverb: Lena svarar mycket vänligt.
Das Adverb vänligt beschreibt die Art und Weise, in der Lena antwortet, gleichzeitig wird es von mycket ebenfalls genauer beschrieben.
Syntax
Allgemein
Durch die Vereinfachung der Flektion ergibt sich eine relativ starre Satzstellung. So kann man nur an Hand der Stellung eines Substantives im Satz erkennen ob es sich um das Subjekt oder das Objekt des Satzes handelt, nicht aber an der Form des Substantives. In der Regel hat ein Hauptsatz folgenden Aufbau:
: Subjekt + Prädikat + Objekt
Hierbei sind, wie im Deutschen, nur das Subjekt und das Prädikat zwingend notwendig.
Das folgende Schema zeigt die Struktur des schwedischen Hauptsatzes an einigen Beispielen.
Im Fundament können außer dem gebeugten Verb prinzipiell alle Satzteile stehen, meist steht hier aber das Subjekt. Sollte ein anderes Satzteil als das Subjekt im Fundament stehen so bleibt dessen eigentlicher Platz unbesetzt.
Negation
Einen Satz verneint das Wort inte:
Fragen
Bei Fragen hat der Satz folgenden Aufbau:
: Prädikat + Subjekt + Objekt
Beispiel:
Bei Fragen, die nicht mit Ja oder Nein zu beantworten sind, wird ein Fragewort vorangestellt. Der Satz hat in diesem Fall folgenden Aufbau:
: Fragewort + Prädikat + Subjekt + Objekt
Beispiel:
Übersetzungsproblem
Ein Beispiel für nicht aus dem Schwedischen übersetzbare Begriffe ist Lagom.
Literatur
- Viberg et al., Schwedische Grammatik, Bokförlaget Natur och Kultur, Stockholm 1987, ISBN 91-27-50249-X
- Jaktén et al., Langenscheidts Praktisches Lehrbuch Schwedisch, Langenscheidt, Berlin 1997, ISBN 3-468-26301-5
Weblinks
- [http://www.hello.to/swedish101/ Swedish 101] (auf Englisch)
- [http://deutsch-schwedisches-woerterbuch.elch.nu/lexikon.php Deutsch-Schwedisches Wörterbuch von Schweden-Seite.de]
- [http://pauker.at/ Deutsch-Schwedisches Wörterbuch von pauker.at]
- Otto Hoppe, [http://runeberg.org/hoppe/ Schwedisch-Deutsches Wörterbuch], 3. Aufl., 1919, digitalisiert vom Projekt Runeberg
- The Swedish Schoolnet: Großes [http://www-lexikon.nada.kth.se/skolverket/swe-eng.shtml Schwedisch-Englisch/Englisch-Schwedisches] Wörterbuch mit Deklinationen, Lautschrift, Redewendungen, Beispielsätzen, ... sowie [http://lexin.nada.kth.se/sve-sve.shtml Schwedisch-Schwedisches] Wörterbuch mit über 28.000 Wörtern mit Definitionen, Lautschrift und Aussprache zum Anhören
- Svenska dialekter idag [http://swedia.ling.umu.se/ Übersicht über schwedische Dialekte mit Hörbeispielen]
Kategorie:Einzelsprache
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ja:スウェーデン語
ko:스웨덴어
Dänische Sprache
Die dänische Sprache, kurz Dänisch (dänisch dansk [sprog]), gehört zu den germanischen Sprachen und dort zur Gruppe der skandinavischen Sprachen.
Sie ist die Amtssprache in Dänemark und zweite Amtssprache in Grönland (neben Grönländisch) und auf den Färöern (neben Färöisch, meist in der Varietät Gøtudanskt) und Verkehrssprache in Island (als ehemalige Kolonialsprache).
Weiterhin ist sie als Minderheitensprache in Schleswig-Holstein (dän. Slesvig-Holsten) durch dessen Landesverfassung besonders geschützt. Das Dänisch im ehemaligen Dänisch-Westindien ist im 20. Jahrhundert verschwunden.
In Dänemark wird das Dänische von ca. 5 Millionen Muttersprachlern gesprochen. Weitere ca. 330.000 Muttersprachler verteilen sich vor allem auf Deutschland (das bis 1864 dänische Südschleswig (dän. Sydslesvig), Zentrum ist hier Flensburg (dän. Flensborg) mit ca. 20.000 Sprechern), Grönland und die Färöer (beide politisch zu Dänemark gehörend), aber auch auf Kanada, Norwegen, Schweden und die USA.
Obwohl es vom Wortschatz her stark vom Plattdeutschen beeinflusst ist, ist die Sprachgrenze zu (nieder-)deutschen Dialekten keine fließende, sondern eine „harte“. Diese verlief historisch an der Eider.
Der Language Code ist da bzw. dan (nach ISO 639).
Interskandinavisch und Dialekte
Die Bokmål-Variante des Norwegischen ist linguistisch gesehen auch ein dänischer Dialekt. Kulturhistorisch wird es aber als eigene Sprache gezählt und auch von seinen Sprechern deutlich so empfunden. Zusammen mit Schwedisch bilden Dänisch und Norwegisch die virtuelle „interskandinavische Sprache“, was nichts anderes bedeutet, als dass es diese Sprache nirgends in Schriftform gibt, und alle drei linguistisch gesehen Dialekte, also gegenseitig verständlich, sind, wobei aber Schwedisch kein Dialekt des Dänischen ist, sondern beide Dialekte des „Interskandinavischen“ (Kontinentalskandinavisch im Gegensatz zum Inselskandinavisch auf den Färöern und in Island). Ein Beispiel hierfür ist, dass man auf den Färöern von Muttersprachlern durchaus gefragt wird, ob man Skandinavisch (nicht Dänisch) spräche. In dem Fall würden sie dann aber Dänisch sprechen.
Dänisch selber zerfällt in diverse zum Teil gegenseitig nur schwer verständliche Dialekte. Gelehrte Standardsprache ist das so genannte Radio Københavnsk (wörtlich: Radio Kopenhagisch, also durch Radio und Fernsehen im ganzen Land verständlich), welches sich zum Beispiel deutlich von den in Jütland (und dort besonders im Süden) gesprochenen Dialekten unterscheidet.
Die Bedeutung von Dialekten nahm jedoch in den letzten Jahrzehnten sehr ab, der Grund ist die Verbreitung der Standardsprache, welche die Dialekte verdrängt.
„Verwandt“ mit dem Dänischen ist das Petuh in Flensburg. Es beruht teilweise auf dänischer Grammatik (Satzbau), einer Reihe Danismen, ist aber vom Wortschatz her dem Plattdeutschen sehr ähnlich, so dass es dort eingeordnet und auch als Petuh-Tanten-Deutsch bekannt ist. Es stammt aus dem 19. Jahrhundert und kann vielleicht als der Versuch von Dänen verstanden werden, Deutsch zu sprechen. Vergleiche hierzu auch: Missingsch
Weiter gab es bis ins 20. Jahrhundert das Kreoldänische in Dänisch-Westindien, das aber mit seinem letzten Sprecher ausgestorben und auch nicht schriftlich überliefert ist.
Danistik und Dänischunterricht
Danistik ist die dänische Philologie. Sie gehört zur Skandinavistik und wird zum Beispiel an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gelehrt.
In Südschleswig gibt es eine Reihe dänischer Schulen, die in erster Linie für die dänische Minderheit gedacht sind, aber auch von Kindern deutscher Muttersprachler besucht werden können, wenn sich die Eltern ebenfalls Dänisch aneignen (Elternabende finden in der Regel auf Dänisch statt).
Bekannteste und traditionsreichste dänische Schule in Deutschland ist die Duborg Skolen in Flensburg. Sie ist bis jetzt das einzige dänische Gymnasium in Deutschland. Ein zweites ist in Schleswig in Planung.
In Schleswig-Holstein gibt es darüber hinaus eine Reihe von deutschen Schulen, an denen Dänisch als dritte Fremdsprache angeboten wird.
Danismen
Aus dem Dänischen stammende bzw. entlehnte Wörter heißen Danismen. Der weltweit bekannteste Danismus ist der Name des Spielzeugs Lego (aus dänisch: leg godt! - spiel gut!). Andere bekannte Danismen sind: hyggelig (gemütlich, malerisch, nett, …) und Pølser (Würstchen).
Viele Orts- und Familiennamen in Südschleswig sind auch dänischer (altskandinavischer) Herkunft. So zum Beispiel alle Orte mit -by (wie in Husby), -rup (Sörup) und -wig (Schleswig dän.: Slesvig).
Wie man am Telefonbuch von Flensburg leicht erkennen kann, sind dort Familiennamen mit -sen am Ende üblich. Bis zum 19. Jahrhundert hatte es einen dänischen Bevölkerungsanteil von über 80 %, der sich nur zum Teil eingedeutscht hat. Namen wie Petersen, Hansen, Jacobsen usw. künden noch von dieser Zeit.
Eine nennenswert von Danismen beeinflusste Sprache ist das Färöische. Es sind quasi die einzigen Fremd- und Lehnwörter, die diese Sprache „zulässt“ (wobei es schwierig ist, sie als reine Danismen zu identifizieren, da sie auch als „Interskandinavismen“ empfunden werden können). Aus dem Dänischen kommende Anglizismen werden hier in der gehobenen Sprache aber nicht entlehnt.
Norwegisch (Bokmål) ist ebenfalls stark von Danismen beeinflusst. Dies hängt mit der über 400-jährigen Union Norwegens mit Dänemark zusammen. In der norwegischen Geschichte wird diese Epoche vor allem als Fremdherrschaft empfunden und auch als 400-Jahre-Nacht (so Henrik Ibsen) bezeichnet.
Fremdsprachliche Einflüsse auf das Dänische
Besonders bedeutend ist der Einfluss des Deutschen, speziell (und über Vermittlung durch die geographische Nähe) des Niederdeutschen zu allen Zeiten. So besteht ein großer Teil des dänischen Vokabulars aus niederdeutschen Lehnwörtern und Lehnübersetzungen. Das macht für Deutsche das Erlernen und Sprechen des Dänischen einfacher. Viele Begriffe kann man durch Raten selber finden, wenn man weiß, auf welche Art ins Dänische lehnübersetzt wurde.
Deutsch war bis ins 19. Jahrhundert gleichzeitig Sprache am dänischen Hof. Es galt also als vornehm, ähnlich wie Französisch am preußischen Hof. Das beförderte die Übernahme deutscher Begriffe nicht unwesentlich.
Im heutigen Dänisch gibt es – wie im Deutschen auch – eine große Anzahl von Internationalismen (in den letzten Jahrzehnten verstärkt Anglizismen). Das geht so weit, dass Dänen sich auf Angloamerikanisch grüßen: Hej! wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den US-Amerikanern übernommen (aus amerik.: Hi!). Jedenfalls erleichtert dieser Umstand auch das Lernen, Lesen und Sprechen des Dänischen, da ganz viele Fremd- und Lehnwörter vertraut sind.
Aber: Dänisch ist dennoch eine skandinavische Sprache, also existiert – wie oben schon erwähnt – eine harte Sprachgrenze. Diese Grenze unterscheidet es im eigentlichen Kern der Sprache mehr vom Deutschen, als es das Englische tut, was ja trotz seiner westgermanischen Herkunft nicht unbedingt durch alle uns bekannten Anglizismen plötzlich „verständlich“ ist.
Kurz: Die fremdsprachlichen Einflüsse des Deutschen und Englischen (als Mittler von weiteren Internationalismen) erleichtern das Erlernen des dänischen Wortschatzes, sie erschließen aber nicht die Sprache an sich.
Das dänische Alphabet
Das dänische Alphabet enthält unter anderem alle im Deutschen auch bekannten 26 Buchstaben von A–Z in der gleichen Reihenfolge. Der Unterschied liegt darin, dass das Dänische keinen der deutschen Umlaute (ä, ö, ü) und auch nicht das ß verwendet. Dafür gibt es drei typische Sonderzeichen:
Æ, æ: Typographisch gesehen ist das Æ eine Ligatur aus A und E. Es entspricht dem deutschen Ä.
Ø, ø: Das Ø ist typographisch gesehen immer ein O mit einem nach rechts geneigten Schrägstrich, der an beiden Enden über das O herausragt. Es entspricht dem deutschen Ö.
Å, å: Das Å ist mit der dänischen Rechtschreibreform von 1948 eingeführt worden. Es ersetzt das ältere Aa, aa. Dieser Buchstabe hat im Deutschen keine graphische Entsprechung. Der Kringel auf dem Å wird als ein kleines O verstanden, womit angedeutet wird, dass es sich hier ursprünglich um einen A-Laut gehandelt hat, der, wenn kurz ausgesprochen, sehr stark zum O tendiert. Die Stadt Ålborg wird z. B. wie „Ollborg“ ausgesprochen. Handelt es sich aber um ein langes Å, wird es wie U in „und“ ausgesprochen, d. h. Ångstrøm wird als „Ungström“ ausgesprochen. Niederdeutschen Sprechern ist dieser Laut allerdings bekannt, z. B. in maken (hochdt.: machen). Das Aa existiert nur noch in Eigennamen und auf „antiken“ Beschriftungen, aber nicht mehr in der sonstigen Schriftsprache. Seit 1984 ist bei Ortsnamen jedoch wieder die Schreibung mit Aa zulässig, und einige Orte wünschen diese alte Schreibweise. Siehe hierzu Aabenraa.
Auch sonst kennt das Dänische keine Vokalverdopplungen in der Schrift, wohl aber bei Konsonanten.
Diese drei Sonderbuchstaben werden anders als die Umlaute im Deutschen (Wörterbuch) nicht unter A und O einsortiert, sondern stehen immer am Ende des Alphabets, also so:
A, B, C, [...] X, Y, Z, Æ, Ø, Å
Im deutschen Schriftsatz gilt, dass diese drei Buchstaben in dänischen Namen, Stichwörtern und Zitaten oder gar im Gebrauch des Dänischen selbst niemals mit Ä, Ö, und Aa umschrieben werden sollen (obwohl Dänen das dennoch entziffern könnten). Das gilt analog für das Internet. Ausnahmen bilden nur Eigennamen wie Kierkegaard.
Tipp für Computerbenutzer: Anstatt sich die Zahlencodes für diese Zeichen zu merken (oder um sie zu erlernen), gibt es (zumindest bei Windows) das Programm charmap (Character Map) das über Start > Ausführen > „charmap“ zu erreichen ist.
Die dänische Phonologie ist für Deutsche das Hauptproblem beim Spracherwerb des Dänischen. Sie ist so kompliziert, dass sie nicht in einfache Regeln gefasst werden kann, und gleichzeitig weicht sie in den existierenden Dialekten auch erheblich voneinander ab.
Die meisten Deutschen (die nicht auf einer der o. a. dänischen Schulen waren) werden es wohl kaum schaffen, ein Dänisch zu sprechen, das von den Muttersprachlern selber zumindest als ein Dialekt aus ihrem Lande erkannt wird. Was aber durchaus möglich ist, ist eine flüssige Aussprache des Dänischen, die zumindest im interskandinavischen Gespräch völlig ausreicht und natürlich auch von jedem Dänen verstanden wird. So werden Deutsche, die einigermaßen fließend Dänisch beherrschen, oft gefragt, ob sie Norweger seien. Das ist in Dänemark dann als Lob zu verstehen.
Wichtigste Besonderheiten
Der Stoßlaut (Stød)
Der Stød ['sdøð] ist ein Glottisschlag [], wie er in vielen Varietäten des Deutschen vorkommt, beispielsweise in beachte []. Er kommt so häufig (und betont) und an für Deutschsprecher so ungewohnten Stellen vor (nämlich nach Vokal und vor Konsonant bzw. am Wortende), dass er den gesamten Charakter der dänischen Lautung dominiert. Hinzu kommt, dass es im Dänischen keine einheitlichen Regeln dafür gibt, wo und wann der Stød genau Anwendung findet. Dies ist nicht nur eine Frage des Dialekts, sondern auch des Soziolekts, wobei gilt, dass gehobenere Schichten den Stød öfters verwenden und dass er im Süden Jütlands weniger vorkommt.
Der dänische Stød hat in seinen skandinavischen Verwandten, dem Schwedischen und dem Norwegischen, seine Entsprechung im musikalischen Akzent.
Begnügt man sich mit einer interskandinavischen Aussprache des Dänischen, kann man den Stød auch ganz weglassen und wird dennoch verstanden. „Dänisch“ spricht man dann aber nicht.
Zudem gibt es einige Fälle, in denen gleichgeschriebene Wörter durch den Stød einen Bedeutungsunterschied erfahren, z. B. ['änən] 'anderer' ~ ['än’ən] 'die Ente', ['ånən] 'das Atmen' ~ ['ån’ən] 'der Geist', ['hεnər] 'geschieht' ~ ['hεn’ər] 'Hände'.
Das weiche D
Für die deutsche Zunge noch schwieriger ist das weiche D. Historisch entstammt es dem altskandinavischen „Ett“, das heute nur noch in Island und auf den Färöern in der Schriftsprache verwendet wird: Ð, ð. Das kleine ð ist bekannt aus der Lautschrift für einen weichen Reibelaut, bei dem eine Enge zwischen Zunge und Zähnen gebildet wird, so wie im englischen the. Es wird auch in der Lautschrift zur Bezeichnung des dänischen weichen D verwendet.
Nur wird es im Dänischen erstens nicht am oberen sondern am unteren Zahndamm artikuliert, und zweitens kommt es nie im Anlaut eines Wortes oder einer Silbe vor.
In der Schrift ist das weiche D stets mit /d/ bezeichnet. Eine bedeutungsunterscheidende Funktion hat es nicht.
Neben dem Stød ist es das zweite Hauptcharakteristikum der gesprochenen dänischen Sprache, wo dann die Kombination von beiden den typischen „weichen“ Klang (im Vergleich etwa zum Norwegischen) ergibt.
Vokalqualitäten
Die dänischen Vokale ähneln den deutschen, doch sind manche nicht identisch. Grundsätzlich verdunkeln sich alle Vokale vor oder nach dem /r/ (welches nie gerollt wird). Das /a/ wird heller ausgesprochen (ähnlich dem Englischen), und das Å ähnelt je nach Kürze oder Länge verschiedenen Arten des [o] (mit Tendenz zum [a], wenn es lang ist, wird es wie u in „und“ ausgesprochen).
Am ungewohntesten ist vielleicht die typische helle Aussprache des kurzen /i/. Diese kann am einfachsten erlernt werden, wenn man bei kurzem /i/ immer versucht, ein kurzes [e] zu artikulieren.
„Verschlucken“ von Konsonanten
...und daraus oft Bildung von Diphthongen
Wenn beklagt wird, dass das Dänische bei weitem nicht so gesprochen wie es geschrieben wird, so liegt das zum großen Teil nicht nur am weichen D, sondern auch am Verschlucken diverser geschriebener Konsonanten in der Aussprache.
Betroffen hiervon sind meist im Auslaut oder im Wortinneren befindliche /g/, /t/ und oft auch des /d/ und anderer Konsonanten.
Zum Beispiel wird det (deutsch: das) nicht etwa [det] ausgesprochen, sondern immer [de].
-er im Auslaut verfärbt sich wie im Deutschen zu einer Art Vokal, nur nicht wie im Berlinischen von Hammer zu [hamma], oder im Niederdeutschen zu [hammä], sondern zu einer Art [hammå].
Und so gibt es viele weitere Ausspracheregeln und (-Ausnahmen), welche den praktischen Sprachunterricht unumgänglich machen, will man das Dänische vervollkommnen. An Universitäten dauert die Vermittlung der dänischen Phonologie ein komplettes Semester.
Ein bekannter Liedrefrain findet dort zur Veranschaulichung der Diphthongbildung von [ei] Verwendung:
En snegl på vejen er tegn på regn i Spanien
[en sneil po vein er tein po rein i Spänien]
Eine Schnecke auf dem Weg ist ein Zeichen für Regen in Spanien
(Aus: My Fair Lady, die dänische Version von: Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen)
Hier ist das [ei] in regn (weil es nach /r/ kommt) dunkler als in den drei anderen Wörtern.
Einige Regeln könnte man zwar mit einigen Ausnahmen aufstellen.
Deutsch > dänisch: au > u, z. B. Hausmaus = husmus, eu > y z. B. deuten = tyde und ei = e (wie im Berlinischen) Beine = ben oder ei > i, z. B. Reis = ris
Ebenfalls bei Konsonanten sch > sk, z. B. schön = skøn, D > T und umgekehrt, d. h. deutsch = tysk
Die meisten dieser Regeln sind entweder vom Plattdeutschen oder Mittelhochdeutschen bekannt.
Wo man da überall den Stød setzen kann, muss die dänische Wikipedia-Gemeinde entscheiden.
Siehe auch
Liste dänischsprachiger Schriftsteller, Hyggelig
Literatur
Die Dänische Zentralbibliothek für Südschleswig enthält die größte Sammlung dänischer Titel in Deutschland.
Geschichte der dänischen Sprache
- Peter Skautrup: Det danske sprogs historie. Bd. 1–4, Kopenhagen 1944–1968 (unveränderter Nachdruck 1968) und 1 Registerband, Kopenhagen 1970
Grammatiken
- Barbara Fischer-Hansen, Ann Kledal: Grammatikken. Håndbog i dansk grammatik for udlændinge. Special-pædagogisk forlag, 1998 (Indeholder gode forklaringer på grammatiske funktioner og regler i dansk.)
- Robin Allan, Philip Holmes, Tom Lundskær-Nielsen: Danish. A Comprehensive Grammar. London and New York 1995
nur Syntax:
- Kr. Mikkelsen: Dansk Ordföjningslære. Kopenhagen 1901 (Nachdruck Kopenhagen 1975)
Wörterbücher
Dänisch-Dänisch
- Den Danske Ordbog. 6 Bände, Gyldendal, Kopenhagen bis 2005 (das künftige Monumentalwerk, ca. 400 Euro, nur im Abonnement über den Buchhandel erhältlich)
- Dansk Ordbogen. Erstausgabe. Gyldendal, Kopenhagen 2004, ISBN 8712037591 (105.000 Stichwörter ca. 35 Euro)
- Politikens Store Ordbogs cd-rom. Politikens Forlag, Kopenhagen 2001, ISBN 87-567-6056-6 (Nur Datenträger! – Nudansk Ordbog mit Etymologie, Fremdwörterbuch, Abkürzungswörterbuch und 4000 Biografien, für Mac und Windows, ca. 95 Euro)
- Politikens Nudansk Ordbog. Politikens Forlag, Kopenhagen 2001, ISBN 87-567-6564-9 (100.000 Stichwörter mit CD-ROM für Windows, ca. 55 Euro, gilt als Standardwerk)
- Politikens Nudansk Ordbog med Etymologi. Politikens Forlag, Kopenhagen 2001, ISBN 87-567-6556-8 (100.000 Stichwörter mit Etymologie und CD-ROM für Windows, ca. 70 Euro)
- Politikens Retskrivningsordbog. Politikens Forlag, Kopenhagen 2001, ISBN 87-567-6455-3 (Rechtschreibungswörterbuch, 80.000 Stichwörter mit CD-ROM, ca. 15 Euro, preiswerte Alternative)
Aussprachewörterbücher
- Lars Brink, Jørn Lund u. a.: Den Store Danske Udtaleordbog. Kopenhagen 1991
- Peter Molbæk Hansen: Udtaleordbog. Kopenhagen 1990
Weblinks
- [http://netdob.asb.dk/netdob/index.html Dänisch-dänisches Netzwörterbuch]
- [http://www.kryds.dk/bigsog.htm Dänisches Synonymwörterbuch]
- [http://www.ronzon.de/seiten/dansk1.html Grundlagenwortschatz Deutsch-Dänisch]
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Kategorie:Einzelsprache
-
Kategorie:Dänemark
ja:デンマーク語
ko:덴마크어
15. Jahrhundert
Das 15. Jahrhundert begann am 1. Januar 1401 und endete am 31. Dezember 1500.
Es ist die Endphase des Spätmittelalters, die Epoche des Humanismus, der Beginn der Renaissance und der Übergang zur Neuzeit.
Ereignisse und Entwicklungen
- In der Zeit von 1403 bis 1516 erobern die Schweizer Eidgenossen das Tessin.
- Das Abendländische Schisma endet 1417.
- Jeanne d'Arc führt die französischen Truppen 1429 zu einem Sieg gegen die Engländer im Hundertjährigen Krieg.
- Konstantinopel fällt 1453 an das Osmanische Reich.
- Die Hussitenkriege finden 1419 bis 1436 in Mitteleuropa statt.
- Niccolo Machiavelli schreibt Il Principe.
- 1474-1477 finden die Burgunderkriege statt, die mit dem Untergang des Hauses Burgund enden.
- Nach fast 800-jähriger muslimischer Herrschaft fällt am 2. Januar 1492 Granada, die letzte Hochburg des einst großen maurischen Reiches auf spanischem Boden (Abschluss der Reconquista). Muslime und Juden werden vertrieben.
- Christoph Kolumbus erreicht am 12. Oktober 1492 die zu den Bahamas gehörende Insel Guanahani und entdeckt damit Amerika.
- 1493-1519: Maximilian I. (HRR) regiert. Sein Beiname "Der letzte Ritter" symbolisiert den Untergang des Rittertums.
- Die Zulus besiedeln Teile des heutigen Südafrika.
- Die Spanische Inquisition wird gegründet.
- Vasco da Gama erreicht 1498 Indien.
- Niedergang des Khmer-Reiches von Angkor, 1431 Eroberung durch das Thai-Königreich Ayutthaya
- älteste Volksschauspiel Deutschlands: Drachenstich
Persönlichkeiten
- Filippo Brunelleschi erfindet die Zentralperspektive
- Leonardo da Vinci, Erfinder und Maler
- Martin Luther 1483-1546, Reformator
- Albrecht Dürer 1471-1528, deutscher Maler und Graphiker.
Erfindungen und Entdeckungen
- Johannes Gutenberg erfindet 1440 den Satz mit beweglichen Lettern, revolutioniert die Druckkunst und bricht das Informationsmonopol der Kirche.
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ko:15세기
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