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| Altsächsisch |
AltsächsischDie Altniederdeutsche Sprache bzw. Altsächsische Sprache umfasst die Sprache des alten Siedlungsgebietes der Sachsen und Angeln (Altsächsische Sprache) sowie Niederfranken im frühen Mittelalter.
Historisches
Bereits in vorhistorischer Zeit hatte sich die angelsächsische Sprache abgespalten, die sich in England - durchaus in Kontakt mit dem sächsischen Festland - zum Altenglischen entwickelte. Die Sprache der Angeln und Sachsen in England wird deshalb gewöhnlich nicht mehr zum Altniederdeutschen hinzugerechnet. Auf dem Festland spaltete sich das Niederdeutsche im Laufe des hohen Mittelalters in die mittelniederdeutsche Sprache sowie die mittelniederfränkische Sprache (Mittelniederländisch) auf. Die Entwicklung des Niederdeutschen auf dem Boden des ostfränkischen, später deutschen Reichs ist seit jeher stark von den hochdeutschen Mundarten beeinflusst worden.
Abkömmlinge
Moderne Abkömmlinge (die sich unter Einfluss anderer Sprachen wie Französisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch und hochdeutscher Mundarten auseinanderentwickelt haben), sind Niederländisch, Afrikaans und die niederdeutsche Sprache (Plattdeutsch).
Verbreitung
Das Gebiet des Altniederdeutschen im 9.Jahrhundert ist nur schlecht belegt, umfaßt aber im wesentlichen das heutige Niedersachsen, Westfalen, Engern und Ostfalen, d.i. das heutige anhaltinische Gebiet (etwa von Halle bis Magdeburg), immer linkselbisch. Im Süden verlief die Sprachgrenze zum Fränkischen und damit zum Althochdeutschen (Oberdeutschen) auf einer Linie von Merseburg über Göttingen bis zum Sauerland und Ruhrgebiet. Teile Niederrheins und ein Teil der Niederlande etwa nördlich vom Ruhrgebiet bis nach Groningen und im Westen bis fast ans Eiselmeer waren ebenfalls altniederdeutsch. Südlich davon begann das Altniederfränkische oder Altniederländische Sprachgebiet. Im Norden grenzte das Gebiet von Groningen bis nach Bremerhaven an das West- und Ostfriesische Sprachgebiet. Sowie in Schleswig-Holstein bis ans Dänische und im Nordosten etwa auf der Linie Plön und bei Lüneburg die Elbgrenze entlang ans slawische Sprachgebiet.
Durch die deutsche Ostexpansion nach Osten und Norden, sowie dem aufblühenden Handel vor allem der Hansestädte, entwickelt sich die Altniederdeutsche Sprache zur Schrift und Verkehrssprache. Es bildet sich das Mittelniederdeutsche heraus, daß zu einer Spaltung in das alte Stammgebiet und der kolonisierten Gebiete östlich der Elbe führte. In der zahlreiche fremde Einflüsse aufgenommen wurden. Der Differenzierungsprozess zum Mittelniederdeutschen dauerte etwa 150 Jahre. Der unten erwähnte Sachsenspiegel repräsentiert den Sprachstand nach diesem Prozess.
Quellen und Dokumente
Die altsächsische bzw. altniederdeutsche Sprache ist nur in wenigen Dokumenten überliefert, so in einigen Taufgelöbnissen, die die Sachsen unter Karl dem Großen sprechen mussten und vor allem in der größten Dichtung, dem Heliand, der als episches Werk nach dem Muster germanischer Heldensagas die Geschichte von Jesus Christus erzählt. Eine andere Quelle ist der Spegel der Sassen von Eike von Repgows, er ist in Abschriften überliefert. Die wenigen anderen Quellen sind zumeist Übersetzungen aus dem Lateinischen und daher in der Lexik begrenzt.
Bei der Untersuchung der schriftlichen Quellen muss zudem bedacht werden, dass sie meist nicht von Sachsen, sondern von Franken oder Bayern aufgezeichnet wurden, die vermutlich der sächsischen Sprache nur begrenzt mächtig waren.
Erheblich reichhaltiger ist die Quellenlage für den angelsächsischen Raum, z.B. das Beowulf-Epos.
Sprachprobe
Wesentliches Merkmal des Altsächsischen ist, daß die hochdeutsche Lautverschiebung nicht vollzogen wurde. Das betrifft die Konsonanten p,t,k und die langen Vokale, die noch nicht diphtongisiert wurden ei, au, ü. Die Lautverschiebugn breitete sich im 6. bis 8. Jahrhundert vom Alpenraum her immer weiter nach Norden aus und blieb an der Sprachgrensze zum Sächsischen stehen.
Sprachprobe (Heliand, der Abschnitt entspricht dem Anfang von Kapitel 2 des Lukas-Evangeliums):
Thô ward fon Rûmuburg rîkes mannes
bar alla thesa irminthiod Octaviânas
ban endi bodskepi obar thea is brêdon giwald
cuman fon them kêsure cuningo gihuilicun,
hêmsitteandiun sô wîdo sô is heritogon
obar al that landskepi liudio giweldun.
Hiet man that alla thea elilendiun man iro ôdil sôhtin,
helidos iro handmahal angegen iro hêrron bodon,
quâmi te them cnôsla gihue, thanan he cunneas was,
giboran fon them burgiun. That gibod ward gilêstid
obar thesa wîdon werold.
Siehe auch
Germanische Sprachen
Kategorie:Einzelsprache
Sachsen (Volk)
Die Sachsen sind die Angehörigen eines westgermanischen Stammesverbands, der seit dem 2. und 3. Jahrhundert den Nordwesten der heutigen Bundesrepublik Deutschland und den Osten der heutigen Niederlande bewohnt. Genauer gesagt waren die germanischen Stämme der Sachsen (sh. niedersächsischer Sprachraum), im niederdeutschen Gebiet zwischen Zuiderzee (heute IJsselmeer) und Pommern zuhause.
Zur Klarstellung sei gesagt, dass der heutige Freistaat Sachsen (historisch auch Kursachsen bzw. Obersachsen) mit dem Volk der Sachsen nichts gemein hat und den sächsischen Namen nur aufgrund historischer Namensverschiebungen trägt; seine Bewohner, die sich fälschlicherweise umgangssprachlich als Sachsen bezeichnen, gehören zum mittelhochdeutschen Dialektraum.
In den darauffolgenden Jahrhunderten eroberten sächsischen Stämme weite Teile Niederdeutschlands (heute Nordwestdeutshland und östliche Niederlande) und gliederten die dort lebenden germanischen Stämme ihrem Stammesverband ein, zuletzt im 6. und 7. Jahrhundert das Hamaland (heutiges Westmünsterland), das Land der Brukterer (heutiges Münsterland und nördliches Ruhrgebiet). Später unterschied man drei Teilstämme bzw. Stammesgruppen.
Die Herkunft der Stammesbezeichnung ist nicht gänzlich geklärt. Es wird aber angenommen, dass die antiken Autoren, die den Begriff aufbrachten – die Eigenbezeichnung des Volkes war möglicherweise eine ganz andere – den Namen von dem typischen Hiebmesser der Sachsen, dem Sax abgeleitet haben. Neuerdings wird aber auch vermutet, die Sachsen könnten neben Wodan ab dem 4. Jahrhundert verstärkt auch einen Saxnoth genannten Gott verehrt haben.
Das Siedlungsgebiet umfasst grob die östlichen Niederlande, das heutige Westfalen, Niedersachsen mit Ausnahme des von Friesen bewohnten Landesteils, Holstein, Mecklenburg und den Norden von Sachsen-Anhalt (vom Ijsselmeer bis Pommern). Sachsen, Angeln und Jüten wanderten im 3. bis 5. Jahrhundert in den südlichen Teil der britischen Hauptinsel ein (s. auch ->Hengist und ->Horsa) – das heutige Großbritannien (Angelsachsen) – und wurden dort zu den dominierenden Kulturen. So wurde im keltischen und irischen Sprachgebrauch der Stammesname (irisch Sasana 'England', Sasanach 'Engländer, gaelisch Sasunn 'England', Sasunnach 'englisch') für die heutigen Engländer verwendet. Das heutige England lässt sich allerdings klar von den Angeln ableiten.
Von der Völkerwanderung kaum berührt, bewahrten die Sachsen bis zur Unterwerfung durch Karl den Großen die alte germanische Stammesverfassung ohne König, mit der Versammlung der Freien in Marklo, dem Thing, zur Regelung aller politischen Angelegenheiten. Herzöge übernahmen nur in Kriegszeiten Führungsrollen.
Die sächsischen Teilstämme
In der historischen Literatur kommen immer wieder die 4 Bezeichnungen sächsischer Teilstämme vor. Ob es sich dabei nicht auch um die fränkische Einteilung in Verwaltungsprovinzen handelt, ist noch nicht geklärt. Auf jeden Fall ist der Begriff "Ostfalen" erst im 12. Jh. aufgekommen.
Westfalen
Die Westfalen lebten hauptsächlich zwischen Weser und Rhein, ihr Name hat die Bedeutung "Westmänner" oder "Westsachsen"
Ostfalen, eigentlich Saxoniae Orientalis
Die Ostfalen ("Ostmänner") lebten zwischen Weser und Elbe.
Dieses Gebiet wurde erst im 7.-10. Jh. besiedelt.
Engern
Die Engern nahmen in Sachsen offenbar eine zentrale Stellung ein. Sie lebten an der Weser, zwischen Ost- und Westfalen. In ihrem Gebiet liegt die Stätte der jährlichen Versammlung von Marklo an der Weser. Der Name der Engern (lateinisch Angarii) scheint die verkürzte Form des Namens der Angrivarier zu sein, die demnach einen wichtigen Teilstamm der Sachsen bildeten.
Nordalbingier
Wie der Name (lateinisch albis Elbe) schon zeigt, lebten die Nordalbingier nördlich der Elbe und im Lande Hadeln. Der östliche Teil dieses Gebietes ging im 9. Jh. größtenteils an die von Osten einwandernden Slawen verloren.
Geschichte
- 200 bis 400 Die Sachsen breiten sich von Holstein kommend nach Süden aus und erreichen über das Elbe-Weser-Dreieck (siehe: Geschichte Hadelns) Westfalen und Ostfalen.
- 300 bis 500 Sachsen segeln gemeinsam mit Angeln und Jüten nach Britannien und verschmelzen dort zu den Angelsachsen.
- Um 450 werden von den Briten weitere Sachsen zum Schutz gegen die schottischen Pikten angeworben.
- 477 Gründung des Königreiches Sussex (= Süd-Sachsen).
- Um 500 wird das Königreich Essex gegründet (= Ost-Sachsen).
- Um 530 erreichen die Sachsen den Rhein.
- 531 zerschlagen festländische Sachsen und Franken gemeinsam das Königreich Thüringen in der Schlacht bei Burgscheidungen. Der Norden nördlich des Harzes wird sächsisch, der Süden fränkisch. Diese These ist allerdings sehr umstritten und ist wahrscheinlich einer Fehlinterpretation mittelalterlicher Chroniken geschuldet.
Vielmehr scheinen die Sachsen infolge der Zerschlagung des Thüringer Königreiches mit in eine lose Abhängigkeit des Frankenreiches gelangt zu sein.
- 568 24.000 Sachsen ziehen mit den Langobarden nach Italien, kehren aber schon bald wieder zurück, worauf es zum Streit mit den in die ehemals sächsischen Wohnsitze angesiedelten Sueben kommt.
- Ab 596 werden die britischen Sachsen zum Christentum bekehrt. Die Festlands-Sachsen bleiben bei ihrem alten Glauben.
- Vermutlich im 6. Jahrhundert Gründung des Königreiches Wessex (= West-Sachsen).
- Im 7. Jahrhundert beginnen die Sachsen, Herzöge zu wählen, angeblich zunächst nur in Kriegszeiten. Diese Verwaltungshierarchie könnte aber durchaus auch auf eine fränkische Oberherrschaft hindeuten, da die Bezeichnungen der Herzöge ausschließlich in fränkischen Quellen überliefert sind. Die wahrscheinlich fränkischen Herzöge versuchen immer mehr Autonomie zu erlangen und stellten sich an die Spitze des Widerstandes gegen die unter den Pippiniden ausgerufene Christianisierung aller Landesteile, so auch der der Sachsen.
- 738: erster Versuch der festeren Unterwerfung unter die fränkische Krone durch Pippin der Jüngere
- 772 bis 804: Der Versuch der Einführung des Christentums in die größtenteils schon abhängigen Gebiete, führte zu einem mehr als dreißig Jahre dauernden Krieg Sachsenkriege Karls des Großen
- 772 Eroberung der sächsischen Eresburg und Zerstörung des wichtigsten religiösen Zentrums der sächsischen Religion, der Irminsul. Der alte Glaube wird von den christlichen Okkupatoren als Heidentum betrachtet.
- 775 Zweiter Feldzug der Franken. Eroberung der strategisch wichtigen sächsischen Sigiburg hoch über der Ruhr.
- 777 beruft Karl eine erste fränkische Reichsversammlung in Paderborn ein, mitten im Land der vermeintlich besiegten Sachsen. Doch das gescheiterte Engagement Karls in Spanien lässt die Sachsen ihren Unabhängigkeitskampf unter der Führung Herzog Widukinds wiederaufnehmen.
- 785: Die Taufe des sächsischen Herzog Widukind leitet die Christianisierung der Sachsen ein.
- 794 Entscheidende Schlacht auf dem Sindfeld.
- 799 findet erneut eine Reichsversammlung in Paderborn als Machtdemonstration statt. Die Sachsen sind endgültig besiegt.
Ab 804: Eingliederung der Sachsen in das Reich Karls des Großen als Herzogtum Sachsen, bestehend aus den Teilen Engern, Westfalen, Ostfalen und Nordalbingien.
Mit Heinrich I. wurde 919 ein Sächsischer Herzog deutscher König. Ihm folgten die ersten deutschen Kaiser Otto der Große, Otto II. und Otto III. Die Epoche der Kaiser aus dem Hause der Liudolfinger endete mit dem Tod Heinrichs II. 1024. Während dieses Jahrhunderts lag der politische und kulturelle Schwerpunkt des Reichs im Gebiet der Sachsen.
Nach der Achtserklärung Heinrichs des Löwen 1180, wegen dessen Weigerung dem Kaiser Friedrich Barbarossa Heerfolge nach Italien zu leisten, zerschlug der Kaiser das alte Herzogtum Sachsen. Westfalen wurde in kirchlichen Besitz übergeben, Heinrich dem Löwen blieben Braunschweig und Lüneburg, die Fürsten und Bischöfe wurden für reichsunmittelbar erklärt, der Name Herzogtum Sachsen haftete nur noch einem kleinen Landesteil an der Elbe an.
Am 6. Januar 1423 wurde dieser Teil dem Markgrafen von Meißen, Friedrich dem Streitbaren verliehen. Da der Herzogtitel die höhere Würde besaß, führte dieser von nun an den Titel "Herzog von Sachsen", wodurch der heutige Freistaat Sachsen seine Bezeichnung bekam. Deren Bewohner gehören ursprünglich zum germanischen Volksstamm der Thüringer. Dieses neue Herzogtum Sachsen wurde danach lange als Obersachsen bezeichnet, das Land mit dem Volksstamm der Sachsen als Niedersachsen. Diese Bezeichnung wurde bei der Auflösung Preußens nach dem Zweiten Weltkrieg als Name des heutigen Bundeslandes wiederbelebt. Auch die Westfalen sind Niedersachsen.
Sprachen
#Die niedersächsischen Sachsen sprachen Altsächsisch, das zu den altniederdeutschen Sprachen gehört, siehe auch Niedersächsische Sprache. Ihre Sprache bildete als Angelsächsisch die Grundlage des Englischen und stand in seinen früheren Entwicklungsstufen dem Altenglischen teilweise näher als dem Althochdeutschen. Davon kann nach den massiven Veränderungen, die das Altenglische/Angelsächsische besonders nach dem Einfall der Normannen in England durchmachte, allerdings keine Rede mehr sein.
#Dementsprechend wird auch heute in Schleswig-Holstein und den nördlichen Teilen des Bundeslandes Niedersachsen (neben Hochdeutsch) nordniedersächsisch gesprochen. In Westfalen (Westfälisch), den südlichen Gebieten Niedersachsens (Ostfälisch), Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und im Norden von Sachsen-Anhalt werden ähnliche Dialekte gesprochen, die insgesamt zur Niedersächsischen Sprache zusammengefasst werden können.
#Der heute umgangssprachlich als "Sächsisch" bezeichnete Dialekt Obersachsens (Kursachsen), des heutigen Bundeslandes Sachsen sowie des südlichen Sachsen-Anhalts, ist dagegen eine Untergruppe der Ostmitteldeutschen Sprache und gehört zur Thüringisch-Obersächsischen Dialektgruppe des Hochdeutschen.
Literaturhinweise
Torsten Capelle: Die Sachsen des frühen Mittelalters, Stuttgart 1998. ISBN 3806213844
Dr.Wilhelm Gebers: Auf dem Weg nach Walhall - Die Pferde der Altsachsen - Begleiter in Leben und Tod, Lohne 2004, ISBN 980815188
Hans-Jürgen Häßler: Niedersachsens frühe Bevölkerung: Die Altsachsen der spätrömischen Kaiserzeit und des frühen Mittelalters, Hannover 2004, ISBN 3899950941
- siehe auch: [http://sassen.gmxhome.de/sassen/quellen.html Literaturhinweise]
Weblinks
- [http://www.sachsengeschichte.de/ Sachsengeschichte.de]
- [http://www.saxones.de Projekt Saxones] - Ein "Reenactment"- / Living History-Projekt
Kategorie:Europäische Ethnie
Kategorie:Germanischer Stamm
Kategorie:Niedersächsische Geschichte
ja:サクソン人
Franken (Volk)Zu den Franken (wörtlich: die Freien) im ethnologischen Sinn zählt man gewöhnlich die westgermanischen Stämme der
- Salfranken (seit 420) (ungleich Salier)
- Ripuarier (bzw. Rheinfranken),
- Chamaven,
- Chattuarier,
- Sigambrer (bzw. Sugambrer),
- Brukterer,
- Usipiter,
- Ampsivarier
- später auch die Chatten (heute Hessen)
Geschichtlicher Abriss
Seit etwa 200 n. Chr. begannen sich einige der kleinen westgermanischen Stämme entlang der römischen Grenze, etwa die Usipiter, Tenkterer, Sugambrer und Brukterer, zu einem größeren Stammesverband zusammenzuschließen, der sich selbst als "die Franken" (= die Freien, Kühnen) bezeichnete. Die Franken wurden erstmals um 250 n. Chr. als Francii von römischen Quellen erwähnt, anlässlich eines ihrer vielen Raubzüge über die Grenze in die römische Provinz Gallien hinein.
Während der Völkerwanderung drangen diese Stämme in Gebiete ein, die heute dem fränkischen Sprachraum zugeordnet werden (Region Franken in Nord-Bayern und Nord-Württemberg, Süd-Thüringen, Hessen, Nord-Baden, Rheinland-Pfalz, das nördliche Elsass, Lothringen, Saarland, Luxemburg, das Rheinland, die deutschsprachigen Gebiete Ostbelgiens, der Niederrhein, Limburg, Holland, Seeland, Brabant sowie Flandern). Siehe dazu auch Spätantike.
Zu Beginn des 5. Jahrhunderts befand sich das Zentrum der Frankensiedlungen in und um Köln. Im Jahr 420 überschritt (nach viel späteren und unzuverlässigen Quellen) Herzog Pharamond mit seinen Anhängern den Rhein Richtung Westen und begründete damit die, in den folgenden Jahrhunderten noch bedeutsame, Teilung der Franken in die westlichen Salfranken und die östlichen Rheinfranken. Die archäologischen Quellen weisen dagegen auf eine zunächst friedliche, allmähliche Aufnahme ins römische Gallien, wo sie als laeti bzw. foederati angesiedelt wurden. Der Zug der Franken nach Südwesten wurde vermutlich auch durch die Wanderung der Angelsachsen nach England um 450 über die heutige niederländische Küste und entsprechende Konflikte mit den fränkischen Bewohnern ausgelöst.
Zur Großmacht wurden die Franken durch die Eroberungen des Merowingers Chlodwig I., der nacheinander das nordgallische Reich des Syagrius, die Alamannen und die Westgoten besiegte und somit die Grenze des Frankenreichs bis zu den Pyrenäen vorschob. Entscheidend war auch der Übertritt Chlodwigs, und mit ihm weiter Teile seines Volkes, zum katholischen Christentum. Seine Söhne setzten seine Eroberungen fort, indem sie Burgund und das Thüringerreich dem Frankenreich angliederten, sodass ihr Reich im wesentlichen die Gebiete des heutigen westlichen Deutschlands, der Beneluxstaaten und Frankreichs umfasste. Chlothar I. vereinigte noch einmal das Frankenreich, unter seinen Söhnen kam es dann zur Bildung der fränkischen Teilreiche Austrasien und Neustrien, was die spätere Teilung im (Vertrag von Verdun 843) vorwegnahm, der zur Entstehung der Staaten Frankreich und Deutschland (deutscher Sprachraum) führte, wobei die politischen Grenzen bis in die Neuzeit zumeist keine Mundartgrenzen (Sprachgrenzen) waren.
heutiger Abriss
In großen Teilen Frankreichs und dem eher romanisch-keltisch geprägten Südteil Belgiens (Wallonien) ging die fränkische Sprache verloren, das Altfranzösische setzte sich durch; der Name Frankreich (France) blieb als einziges Relikt des Frankenreiches erhalten. Von der fränkischen Kultur blieb nur noch wenig übrig, unter anderem das Fränkische Gehöft. Als Franken werden heute nur noch Leute bezeichnet, die fränkische Mundarten innerhalb des deutschstämmigen Sprachraums sprechen.
Literatur
- Erich Zöllner: Geschichte der Franken bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts, auf der Grundlage des Werkes von Ludwig Schmidt unter Mitwirkung von Joachim Werner neu bearbeitet, München 1970. Standardwerk.
- Die Franken. Wegbereiter Europas. 5. bis 8. Jahrhundert. Mainz, 1997. - 2. durchges. und erg. Aufl.
Verwandte Artikel
- Fränkisches Reich
- Geschichte Frankreichs
- Herzogtum Franken
- Franken (Region)
- Fränkische Sprache
- Niederfränkisch
- Moselfränkische Dialektgruppe
- Ostfränkische Dialektgruppe
- Mainfränkische Dialekte
- Ripuarische Franken
Weblinks
- [http://www.franken-im-mittelalter.de/ Edel und Frei. Franken im Mittelalter] (Website zur Landesausstellung 2004 in Forchheim)
!
Kategorie:Germanischer Stamm
als:Franken (Volk)
ja:フランク人
Angelsächsische SpracheDie angelsächsische bzw. altenglische Sprache gehört innerhalb der Gruppe der germanischen Sprachen, die der indoeuropäischen Sprachfamilie angehört, zu den westgermanischen Sprachen. Sie entstand, als die Angeln, Sachsen und Jüten sich ab ca. 450 in England ansiedelten. Für moderne Englischsprecher ist diese Sprache ohne gezieltes Erlernen nicht mehr verständlich.
Allgemein
Durch die dänische und norwegische Einwanderung hat sie gegenüber der altsächsischen Sprache auch zahlreiche skandinavische Elemente integriert. Stärker noch als in der niedersächsischen Sprache wurden auch Elemente der lateinischen Sprache integriert.
Die angelsächsische Sprache war von ca. 450 an etwa 700 Jahre lang in Gebrauch. Mit der Eroberung Englands durch die französischen Normannen 1066 entstand sukzessive aus ihr die mittelenglische Sprache.
Die vier Hauptdialekte der angelsächsischen Sprache waren: Nordhumbrisch, Merzisch (Südhumbrisch), Kentisch und Westsächsisch.
Altenglische Literatur
Das Beowulf-Epos, niedergeschrieben um 1000 aber vermutlich älter, ein germanisches Heldenepos in stabreimenden Langzeilen, ist eines der bekanntesten Stücke angelsächsischer Dichtung. Ferner wurden die christlich-religiösen Gedichte des Cynewulf in altenglischer Sprache geschrieben.
Die Caedmon-Handschrift mit religiösen Dichtungen zu alttestamentlichen Themen, das Exeter-Buch mit Dichtungen zu religiösen und weltlichen Themen, der Codex Vercellensis mit Predigten und kleinere Dichtungen, sowie in der Prosa diverse Rechtstexte seit dem 7. Jahrhundert und Urkunden, die seit dem 8. Jahrhundert in altenglischer Sprache verfasst wurden sind weitere Quellen, aus denen das Angelsächsische als Literatursprache bekannt ist.
Einfluss auf englische Schriftsteller der Moderne
Heutzutage begeistern sich immer mehr Briten und auch andere Englischsprecher für diese Sprache und Literatur ihrer Vorfahren. Besonders gefördert wurde dies durch die Publikationen J. R. R. Tolkiens, der Professor für Alt- und Mittelenglisch war. Durch seinen Essay Beowulf: The Monsters and the Critics stellte er die Forschung an den altenglischen Texten in den 1930er Jahren auf eine neue Grundlage, man begann neben der Sprache stärker auch die Inhalte zu betrachten, die vorher in ihrer Denkweise als hoffnungslos veraltet gegolten hatten. Auch in Tolkiens fiktiven Werken spielt das Angelsächsische eine nicht ganz unwesentliche Rolle. Eines seiner fiktiven Völker (nämlich das von Rohan) ähnelt in Sprache und Kultur den Angelsachsen des 5. Jahrhunderts, vor allen denen in der Provinz Mercia, in der Tolkien den Großteil seines Lebens verbrachte.
http://www.uni-graz.at/~katzer/gerfaq.html#faq_tolkien_2
In neuerer Zeit hat die neuenglische Versübersetzung des Beowulf durch Seamus Heaney, einen populären irischen Dichter und Literaturnobelpreisträger, in den Feuilletons aller englischsprachigen Länder einiges Aufsehen erregt.
Textprobe
Das Vater Unser auf Altenglisch (westsächsisch):
::Fæder ure þu þe eart on heofonum
::si þin nama gehalgod
::tobecume þin rice
::gewurþe þin willa
::on eorðan swa swa on heofonum
::urne gedæghwamlican hlaf syle us to dæg
::and forgyf us ure gyltas
::swa swa we forgyfað urum gyltendum
::and ne gelæd þu us on costnunge
::ac alys us of yfele soþlice.
Siehe auch
Altniederdeutsch, Altenglische Namen, Englische Sprache
Weblinks
- [http://www.vec.ca/German/1/englisch.cfm Die englische Sprache - mit Links zu Altenglisch-Informationen]
Kategorie:Anglistik
Kategorie:Sprachstufe
ja:古英語
simple:Old English language
AltenglischDie angelsächsische bzw. altenglische Sprache gehört innerhalb der Gruppe der germanischen Sprachen, die der indoeuropäischen Sprachfamilie angehört, zu den westgermanischen Sprachen. Sie entstand, als die Angeln, Sachsen und Jüten sich ab ca. 450 in England ansiedelten. Für moderne Englischsprecher ist diese Sprache ohne gezieltes Erlernen nicht mehr verständlich.
Allgemein
Durch die dänische und norwegische Einwanderung hat sie gegenüber der altsächsischen Sprache auch zahlreiche skandinavische Elemente integriert. Stärker noch als in der niedersächsischen Sprache wurden auch Elemente der lateinischen Sprache integriert.
Die angelsächsische Sprache war von ca. 450 an etwa 700 Jahre lang in Gebrauch. Mit der Eroberung Englands durch die französischen Normannen 1066 entstand sukzessive aus ihr die mittelenglische Sprache.
Die vier Hauptdialekte der angelsächsischen Sprache waren: Nordhumbrisch, Merzisch (Südhumbrisch), Kentisch und Westsächsisch.
Altenglische Literatur
Das Beowulf-Epos, niedergeschrieben um 1000 aber vermutlich älter, ein germanisches Heldenepos in stabreimenden Langzeilen, ist eines der bekanntesten Stücke angelsächsischer Dichtung. Ferner wurden die christlich-religiösen Gedichte des Cynewulf in altenglischer Sprache geschrieben.
Die Caedmon-Handschrift mit religiösen Dichtungen zu alttestamentlichen Themen, das Exeter-Buch mit Dichtungen zu religiösen und weltlichen Themen, der Codex Vercellensis mit Predigten und kleinere Dichtungen, sowie in der Prosa diverse Rechtstexte seit dem 7. Jahrhundert und Urkunden, die seit dem 8. Jahrhundert in altenglischer Sprache verfasst wurden sind weitere Quellen, aus denen das Angelsächsische als Literatursprache bekannt ist.
Einfluss auf englische Schriftsteller der Moderne
Heutzutage begeistern sich immer mehr Briten und auch andere Englischsprecher für diese Sprache und Literatur ihrer Vorfahren. Besonders gefördert wurde dies durch die Publikationen J. R. R. Tolkiens, der Professor für Alt- und Mittelenglisch war. Durch seinen Essay Beowulf: The Monsters and the Critics stellte er die Forschung an den altenglischen Texten in den 1930er Jahren auf eine neue Grundlage, man begann neben der Sprache stärker auch die Inhalte zu betrachten, die vorher in ihrer Denkweise als hoffnungslos veraltet gegolten hatten. Auch in Tolkiens fiktiven Werken spielt das Angelsächsische eine nicht ganz unwesentliche Rolle. Eines seiner fiktiven Völker (nämlich das von Rohan) ähnelt in Sprache und Kultur den Angelsachsen des 5. Jahrhunderts, vor allen denen in der Provinz Mercia, in der Tolkien den Großteil seines Lebens verbrachte.
http://www.uni-graz.at/~katzer/gerfaq.html#faq_tolkien_2
In neuerer Zeit hat die neuenglische Versübersetzung des Beowulf durch Seamus Heaney, einen populären irischen Dichter und Literaturnobelpreisträger, in den Feuilletons aller englischsprachigen Länder einiges Aufsehen erregt.
Textprobe
Das Vater Unser auf Altenglisch (westsächsisch):
::Fæder ure þu þe eart on heofonum
::si þin nama gehalgod
::tobecume þin rice
::gewurþe þin willa
::on eorðan swa swa on heofonum
::urne gedæghwamlican hlaf syle us to dæg
::and forgyf us ure gyltas
::swa swa we forgyfað urum gyltendum
::and ne gelæd þu us on costnunge
::ac alys us of yfele soþlice.
Siehe auch
Altniederdeutsch, Altenglische Namen, Englische Sprache
Weblinks
- [http://www.vec.ca/German/1/englisch.cfm Die englische Sprache - mit Links zu Altenglisch-Informationen]
Kategorie:Anglistik
Kategorie:Sprachstufe
ja:古英語
simple:Old English language
Mittelniederdeutsche SpracheDie Mittelniederdeutsche Sprache ist ein Entwicklungsstadium des Niederdeutschen und hat sich aus der Altniederdeutschen Sprache im Mittelalter entwickelt und ist seit etwa dem Jahre 1225/34 schriftlich belegt: Sachsenspiegel. Sie ist zu dieser Zeit räumlich weit verbreitet und verwandt mit der südlichen Nachbarsprache: Mittelhochdeutsch.
Unter dem Begriff Mittelniederdeutsch wurden in der Frühzeit der Germanistik teilweise sowohl Mittelniederfränkisch als auch Mittelniedersächsisch (Mittelniederdeutsch im engeren und insbesondere im heutigen Sinne) zusammengefasst. Der Begriff Mittelniedersächsisch bezieht sich nicht auf das Bundesland Niedersachsen, sondern auf die germanischen Stämme der Sachsen, die im Gebiet zwischen Zuiderzee (heute IJsselmeer) und Pommern zuhause waren sowie auf das Reich der sächsischen Herzöge.
Die mittelniederdeutsche Sprache war in der Hansezeit von etwa 1300 bis ca. 1600 n. Chr. die führende Schriftsprache im Norden Mitteleuropas und diente als Lingua franca in der Nordhälfte Europas. Sie wurde parallel zum Latein auch für Zwecke der Diplomatie und für Urkunden verwendet. So wurden der größte Teil des Schriftverkehrs der Hanse in Mittel- und Nordeuropa auf Mittelniederdeutsch durchgeführt. Mittelniederdeutsche Urkunden gibt es von London im Westen bis Nowgorod im Osten und Bergen im Norden bis Westfalen im Süden. Auch in Wisby auf Gotland, Riga, Reval und Dorpat wurde mittelniederdeutsch kommuniziert. Insbesondere aus dieser Zeit resultiert ein erheblicher Einfluss des Niederdeutschen auf die skandinavischen Sprachen Norwegisch, Dänisch und Schwedisch, der durch zahlreiche Lehnworte gekennzeichnet ist. Manche Skandinavisten meinen, rund die Hälfte oder noch mehr des schwedischen Wortschatzes gehe auf Niederdeutsch zurück. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, daß es sich weniger um die häufigsten Wörter (Pronomina, Konjunktionen, Präpositionen etc.) als vielmehr um teilweise seltener Substantive handelt (Berufsbezeichnungen etc.).
Ursprünglich entwickelte sich die niederdeutsche Schriftsprache im ostfälischen Bildungszentrum Braunschweig, wo sie zweifelsfrei auch erheblichen hochdeutschen Einflüssen ausgesetzt war. Später verlagerte sich der Schwerpunkt der Sprache nordwärts in die Hansestädte, wo sie als Gebrauchs- und Verkehrssprache zum Verständigungsmittel innerhalb des Hansebundes sowie in dessen gesamtem Hinterland wurde.
Neben den mittelniederdeutschen Urkunden stellen insbesondere folgende Werke wichtige Sprachdenkmäler der mittelniederdeutschen Sprache dar:
- Der Sachsenspiegel, eine Sammlung sächsischen Rechts um 1225, das bis in das 19. Jahrhundert die Rechtsprechung in Europa maßgeblich beeinflusste,
- Reynke de Voss, Lübeck, 1498, eine Tierfabel, die in viele Sprachen übersetzt und auch als Reineke Fuchs von Johann Wolfgang von Goethe verarbeitet wurde.
Aus dem Mittelniederdeutschen sind folgende Sprachen und Idiome entstanden:
- die Niederländische Sprache und das Afrikaans, die Sprache der Buren in Südafrika
- die Niedersächsische Sprache, besser bekannt als Plattdeutsch, die wiederum zahlreiche Großdialekte (Westfälisch, Ostfriesisch, Holsteinisch etc.) umfasst.
- die zahlreichen ostniederdeutschen Mundarten, die sich im Gefolge der deutschen Ostsiedlung vom Alt- oder Westniederdeutschen abgesondert haben.
Der Wortschatz des Mittelniederdeutschen wird beschrieben im Mittelniederdeutschen Handwörterbuch.
Weblinks
- http://andpuzik.narod.ru/Mnd.htm Mittelniederdeutsch
- http://www.rrz.uni-hamburg.de/hamburgisches_ub/ Das Virtuelle Hamburgische Urkundenbuch
- http://www.plattmaster.de/medeloller.htm Mittelniederdeutsche Schriftsprache im Vergleich mit modernem Plattdeutsch
- http://www.bis.uni-oldenburg.de/~havekost/needer/rey1-1.htm Reynke de Voss
Kategorie:Deutscher Dialekt
Hochdeutsch
Hochdeutsch hat mehrere Bedeutungen.
#Standardsprache (dabei wird "hochdeutsch" als Synonym zu "neuhochdeutsch" verwendet.)
#Landschaftlich-räumlicher Begriff (Hochdeutsch/Niederdeutsch)
#Oberbegriff für die hochdeutsche Sprache bzw. hochdeutschen Dialekte in der zeitlichen Entwicklung von althochdeutsch über mittelhochdeutsch bis neuhochdeutsch.
Standardsprache
Hochdeutsch ist die deutsche Sprache, wie sie im deutschsprachigen Raum, d.h. in Deutschland, Österreich, Luxemburg, Liechtenstein, Teilen der Schweiz, Belgiens (Ostkantone), Italiens (Südtirol) und Frankreichs (Elsaß-Lothringen) (wobei hier dem Deutschen in der Öffentlichkeit nur noch eine geringe Rolle zukommt) als Norm hinsichtlich Wortgebrauch und Aussprache empfohlen wird.
Hinter dem Wort "Hochdeutsch" (deutsche Standardsprache, Hochsprache, Standarddeutsch) steht also das Konzept einer präskriptiven schriftlichen und mündlichen Norm, dem alle Sprecher des deutschen Sprachraums möglichst nahe kommen sollten.
Die hochdeutsche Schriftsprache ist weitgehend standardisiert. Im Ideal bilden dabei bestimmte Zeichen bestimmte Laute ab. Die Schriftsprache bildete die erste standardisierte Form der deutschen Sprache und die Grundlage der Verständigungsmöglichkeit über Dialektgrenzen hinaus. Die Bevölkerung betrachtet die Schriftsprache als ein wertvolles Gut, das man nur sehr behutsam verändern darf. Die Schriftsprache wirkt zugleich konservierend und stabilisierend auf die Umgangssprache.
Die alten, oft vom Hochdeutschen sehr stark abweichenden, Mundarten/Sprachen wurden (und werden) vom Hochdeutschen immer mehr zurückgedrängt, sodass viele dieser alten Mundarten/Sprachen schon ausgestorben sind oder im Aussterben begriffen sind.
Aussprache
Nachdem sich die neuhochdeutsche Schriftsprache herausgebildet hatte, setzte sich in gebildeten Kreisen die Idealvorstellung der Schreiblautung durch. Damit ist eine Aussprache gemeint, die sich möglichst stark am Geschriebenen orientiert. Im 19. Jahrhundert kam die Vorstellung auf, dass das beste Deutsch auf der Theaterbühne gesprochen werde (Bühnendeutsch). Auch die Aussprache in Norddeutschland wurde als vorbildlich eingestuft, da sich das Niederdeutsche zu stark von der Standardsprache unterscheidet und diese deshalb nicht so leicht beeinflussen kann. Deswegen orientiert sich die dortige Aussprache der im Zeitalter der Reformation übernommenen hochdeutschen Schriftsprache an der Schreibung, so dass man das Ideal der Schreiblautung in dieser Region am ehesten als verwirklicht betrachten kann.
Die Aussprache des Hochdeutschen in den verschieden Sprachgebieten weicht unterschiedlich stark voneinander ab (siehe dazu z.B den Artikel Helvetismus). Wenn sogar die Aussprache der Schriftsprache markante regionale Unterschiede aufweist, dann gilt das erst recht für die regionalen Dialekte. Die nachfolgenden Abschnitte beschreiben die Aussprache der Standardsprache.
Eine große Wirkung geht heutzutage von den deutschen Fernseh- und Rundfunkprogrammen aus, bei denen überwiegend auf eine Aussprache geachtet wird, die sich stark an der hochdeutschen Schriftsprache orientiert.
Gemeinsprache
Aus der Überlappung von Standardsprache und Fachsprache ergibt sich eine allgemeinverständliche Gemeinsprache, auch Gesamtsprache genannt, die neben dem Standardwortschatz Fachwörter (Termini) umfasst, die auch von Laien verstanden werden.
Landschaftlich-räumlicher Begriff
In der zweiten und ursprünglichen Bedeutung stehen sich "Hochdeutsch" und "Niederdeutsch" als landschaftlich-räumliche Begriffe gegenüber. In diesem sprachwissenschaftlichen Sinn umfasst der Begriff "Hochdeutsch" alle diejenigen westgermanischen Dialekte, die sprachgeschichtlich die zweite, hochdeutsche Lautverschiebung mitmachten (Beispiele: apfel gegenüber appel, zeit/zīt gegenüber tīd).
Diese gliedern sich in
- Mitteldeutsch
- Westmitteldeutsch (Ripuarisch, Moselfränkisch, Rheinfränkisch, etc.),
- Ostmitteldeutsch (Berlin-Brandenburgisch, Thüringisch-Obersächsisch und Lausitzische Dialekte)
- Oberdeutsch (Alemannisch, Schwäbisch, Schweizerdeutsch, Bairisch, etc.)
Umstritten ist die Zuordnung der ostfränkischen und der südfränkischen Dialekte. Diese liegen im Übergangsbereich zwischen dem Mittel- und Oberdeutschen. Es ist daher umstritten, ob sie insgesamt dem Oberdeutschen oder dem Mitteldeutsch zugeordnet werden.
Im sprachwissenschaftlichem Sinn gehört auch Jiddisch zur Gruppe der hochdeutschen Sprachen.
Die Regionalsprachen in Norddeutschland und in den Niederlanden nördlich der Benrather Linie gehören nicht zum Gebiet des Hochdeutschen. Hier wurde (und wird in ländlichen Regionen z. T. noch) umgangssprachlich die vom Altniederdeutschen abstammende Niedersächsische Sprache (Plattdeutsch) und Niederfränkische Sprache bzw. das Ostniederdeutsche gesprochen, während das Hochdeutsche in Norddeutschland nur als Amtssprache für den Umgang mit Behörden und Ortsfremden dient(e).
Historische Entwicklung
Neuhochdeutsch bezeichnet die jüngste Periode der deutschen Hochsprache.
Die deutschen Sprachepochen werden wie folgt unterteilt:
1. Althochdeutsch (Ahd.) 800 bis 1050
2. Mittelhochdeutsch (Mhd.) 1100 bis 1350
3. Frühneuhochdeutsch (Fnhd.) 1350 bis 1600/1650
4. Neuhochdeutsch (Nhd.) 1650/1700 bis Gegenwart
Es ergeben sich einige Probleme bei der genaueren Datierung. Zum einen ist mit dem Jahr 800 nur der vermutete Beginn althochdeutscher Sprache bezeichnet, da der bisherige Forschungsstand die ältesten bekannten schriftlichen Sprachquellen in dieser Zeit lokalisiert.
Weiterhin sind die Übergänge zwischen den einzelnen Epochen sehr fließend (über einen Zeitraum von ca. 50 Jahren). Der Sprachwandel vollzieht sich auf vielen Ebenen und beileibe nicht zeitgleich.
Weblinks
- [http://diwa.info Der Digitale Wenker-Atlas (DiWA): Alle deutschen Dialekte online in Bild und Ton]
- [http://members.tripod.com/~radde/Mundarten.html Deutsche Mundarten der Gegenwart]
Literatur
- Alfred Lameli: Standard und Substandard. Regionalismen im diachronen Längsschnitt, Steiner, Stuttgart 2004, ISBN 3-515-08558-0 (zugl. Univ. Diss, Marburg 2003)
Siehe auch
- Standarddeutsch, Standardsprache, Schriftsprache, Umgangssprache, Dialekt, Akzent (Aussprache), Variantenwörterbuch des Deutschen, Duden
Kategorie:Deutsche Sprache
Kategorie:Schweizer Sprache
Französische Sprache
Die französische Sprache (Französisch) gehört zur
romanischen Gruppe der indogermanischen Sprachen. Sie wird gegenwärtig von ca. 77 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen. Zählt man Zweitsprachler hinzu, kommt man auf ca. 130 Millionen Sprecher
(Stand für beide Zahlen 1999).
Der Language Code ist fr bzw. fra oder
fre (nach ISO 639); für Altfranzösisch (842 bis
ca. 1400) ist der Code fro und für Mittelfranzösisch
(ca. 1400 bis 1600) ist der code frm.
Geschichte der französischen Sprache
Die französische Sprache entwickelte sich nach dem Zerfall des Römischen Reiches aus dem Vulgärlatein der gallo-römischen Bevölkerung in der Nordhälfte des heutigen Frankreichs. Allerdings färbte die keltische Bevölkerung die neu entstehende Volkssprache vorwiegend im Klangbild. Einen stärkeren Einfluss übten die Germanen, insbesondere die Franken, aus. Sie eroberten das Gebiet in der Spätantike und prägten den französischen Wortschatz entscheidend mit. Dabei bildeten sich verschiedene Dialekte heraus, die als Langues d'oïl zusammengefasst werden. Die ersten Dokumente, die der französischen Sprache zugeordnet werden, sind die Straßburger Eide, die 842 sowohl auf Altfranzösisch als auch auf Althochdeutsch verfasst wurden.
Unter den Kapetingern kristallisiert sich Paris allmählich als politisches Zentrum Frankreichs heraus, wodurch der dortige Dialekt, das Franzische, zur Hochsprache reift. Aufgrund der zunehmend zentralistischen Politik werden die anderen Dialekte stark zurückgedrängt.
Nachdem 1066 Wilhelm der Eroberer den englischen Thron besteigt, wird das normannische Französisch für zwei Jahrhunderte die Sprache des englischen Adels. In dieser Zeit wurde die englische Sprache sehr stark vom Französischen beeinflusst.
Mit den Albigenserkreuzzügen erreicht Frankreich seine heutige Ausdehnung. Dabei werden die Langues d'oc (siehe unten) zugedrängt und unterdrückt.
Durch den Edikt von Villers-Cotterêts wird 1539 die Französische Sprache als Landessprache Frankreichs festgelegt.
Im Jahre 1634 gründete Kardinal Richelieu die Académie Française, die sich mit der "Vereinheitlichung und Pflege der französischen Sprache" beschäftigt.
Ab dem 17. Jahrhundert wird Französisch die lingua franca des europäischen Adels, zunächst in Mitteleuropa, im 18. und 19. Jahrhundert auch in Osteuropa (Polen, Russland, Rumänien). In dieser Zeit entwickelte sich Frankreich zu einer Kolonialmacht und legte damit den Grundstein für die heutige Verbreitung der französischen Sprache außerhalb Europas und der französischen Kreolsprachen. Das 1830 unabhängig gewordene Belgien erobert ebenfalls Kolonien, wo die französische Sprache eingeführt wird.
Im 18. Jahrhundert übernimmt das Französische als Sprache des Adels die Domäne der internationalen Beziehungen und der Diplomatie (zuvor: Latein). Als Großbritannien im 19. Jahrhundert zur herrschenden Kolonialmacht, und die USA im 20. Jahrhundert zur Weltmacht wurden, ändert sich die Sprachsituation zu Gunsten der englischen Sprache.
Mit der Dezentralisierung in den 1980er Jahren wird den Regionalsprachen sowie den Dialekten in Frankreich mehr Freiraum eingeräumt, wodurch sie eine Renaissance erfahren. 1994 wird in Frankreich das Loi Toubon erlassen, ein Gesetz, das den Schutz der französischen Sprache sichern soll.
Aussprache
Siehe: Aussprache der französischen Sprache
Verbreitung
Amtssprache
Französisch ist allein oder zusammen mit anderen Sprachen Amtssprache in folgenden Staaten (in Klammern die Anzahl der Muttersprachler)
Außerdem ist Französisch eine der Amtssprachen der Europäischen, der Afrikanischen Union, der Organisation Amerikanischer Staaten sowie der Vereinten Nationen.
Sonstige Verwendung
Französisch ist darüber hinaus Verkehrssprache in folgenden Ländern und Regionen:
- Algerien
- Andorra
- Dominica
- Kanalinseln (unter britischer Krone)
- Libanon
- Louisiana (USA)
- Marokko
- Mauretanien
- Tunesien
Zudem bildet Französisch die Grundlage verschiedener Terminologien, z.B. in der gastronomischen Fachsprache und im Ballett.
Sprachvarianten der französischen Sprache
Französisch ist eine indoeuropäische Sprache und gehört zu den galloromanischen Sprachen, die in zwei Gruppen geteilt werden: langues d'oïl im nördlichen Frankreich und Belgien und langues d'oc im Süden Frankreichs. Hierbei ist der Status, was dabei Dialekt und was eigenständige Sprachen ist, umstritten. Meistens spricht man von zwei Sprachen und deren jeweiligen Patois, den französischen Dialekten. Das Französische wird den langues d'oïl zugeordnet und geht auf eine Mundart aus dem Raum Ile de France zurück.
Sie grenzen sich von den langues d'oc ab, die südlich des Flusses Loire verbreitet sind und eine eigene Sprache darstellen. Die Unterscheidung bezieht sich auf die Verwendung des Wortes Ja - Oc im Süden und Oïl im Norden. Zudem ist bei den Langues d'oc, die zusammenfassend auch als Okzitanisch bezeichnet werden, der romanische Charakter stärker ausgeprägt.
Daneben gibt es das Franko-Provenzalische, was mitunter keiner der beiden anderen gallo-romanischen Sprachen zugeordnet wird. Da es allerdings keine Hochsprache entwickelt hat, wird es von manchen als Dialekt der langues d'oc angesehen.
Gallo-romanische Sprachen:
- langues d'oïl (Französisch)
- Gallo, Wallonisch, Picardisch
- Franko-Provenzalisch
- langues d'oc (Okzitanisch)
- Provenzalisch, Languedokisch, Gaskognisch
Aufgrund der internationalen Verbreitung gibt es auch landestypische Eigenheiten der französischen Sprache:
- Belgisches Französisch
- Schweizer Französisch
- Französisch in den USA
- Cajun
- Französisch in Louisiana
- Französisch in Neuengland
- Französisch in Kanada
- Kanadisches oder Quebecer Französisch
- Akadisches Französisch
- Neufundländisches Französisch
- Michif
- Jèrriais
- Französisch geprägte Kreolsprachen
Alle wichtigen Dinge zur Konjugation finden sich unter französische Konjugation
Objekt
Objektpronomen
Welches Objektpronomen ersetzt welches Objekt?
Dieses "de" kann auch ein Teilungsartikel sein.
Welches Objektpronomen steht in welcher Reihenfolge im Satz?
wobei
- [se] für ein eventuelles Reflexivpronomen steht,
Wo stehen die Objektpronomen im Satz?
- Objektpronomen stehen immer vor dem konjugierten Verb.
- Ausnahme bei Infinitivkonstruktionen: Objektpronomen stehen dann vor dem handlungstragenden Infinitiv
Beispiele
Modus Indicatif :
Modus Subjonctif :
Dieses Modus existiert nicht im Deutschen. Er ist mit Konstruktionen mit "que" zu verwenden.
Modus Conditionnel :
Dieses Modus drückt die Bedingung aus.
Außerdem hat die französische Sprache das Modus Impératif, das in Présent und Passé geteilt ist. Diese Teilung gilt auch für die Moden Participe und Infinitif.
Konnektoren
cause (Ursache)
conjonctions:
parce que
puisque,
pour la simple et bonne raison que,
comme,
étant donné que,
du fait que,
attendu que,
considérant que,
vu que,
soit parce que,
sous prétexte que,
ce n'est pas parce que,
car,
en effet,
tellement,
tant,
d'autant plus que,
d'autant moins que,
d'autant mieux que,
surtout que,
à présent que,
maintenant que,
dès l'instant où,
dès lors que,
du moment que
prépositions:
à cause de,
grâce à,
avec,
étant donné,
du fait,
à la lumière de,
attendu que,
eu égard à,
vu,
à la suite de,
par suite de,
sous,
à,
pour,
par,
de,
à force de,
faute de,
par manque de,
à defaut de,
sous prétexte que,
sous couleur de,
sous couvert de
conséquence (Folge)
conjonctions:
si bien que,
de telle manière que,
de telle façon que,
de telle sorte que,
en sorte que,
tel +Nomen +que,
verbe +tellement,
verbe +tant,
si +Adj. +que,
au point que,
tant et si bien que,
tant et tant que,
à telle enseigne que,
pour que,
il s'en faut de ... que,
sans que,
donc,
partant,
par conséquant,
en conséquence,
c'est pourquoi,
voilà pourquoi,
de ce fait,
c'est pour cela que,
alors,
depuis lors,
dès lors,
de cette manière,
ainsi,
aussi,
du coup,
d'où,
de là
but (Ziel)
conjonctions:
pour,
afin de,
pour que,
afin que,
si...c'est pour que,
de manière à,
de façon à,
de manière que,
de façon que,
de sorte que,
de manière à ce que,
de façon à ce que,
de telle manière que,
de telle façon que,
de telle sorte que,
pour ne pas,
afin de ne pas,
de peur de,
de crainte de,
il faut que,
il suffit de
prépositions:
dans le but de,
en vue de,
à dessein de,
histoire de,
question de,
affaire de,
dans/avec l'intention de,
dans la perspective de,
dans le souci de,
avec l'idée de,
dans/avec l'espoir de,
avec l'arrière-pensée de,
dans le seul but de,
à seule fin de,
en vue de,
en perspective de,
dans un souci de
condition (Bedingung)
conjonctions:
à condition que,
à la seule condition que,
à une seule contition, c'est que...,
sous la condition que,
pourvu que,
pour peu que,
si tant est que,
pour autant que,
dans la mesure où
prépositions:
à,
à condition de,
faute de,
à defaut de,
à moins de,
quitte à,
au risque de,
avec,
en das de,
sans,
en l'absence de,
sauf,
sous réserve de
hypothèse (Annahme)
conjonctions:
à supposer que,
en supposant que,
supposé,
une supposition,
en admettant que,
au cas où,
dans le cas où,
pour le cas où,
dans l'hypothèse où,
des fois que,
suivant que,
selon que,
soit que,
...,autrement,
...,sans cela/quoi,
...,faute de quoi,
à moins que
opposition (Gegensatz)
adverbes:
au contraire,
à l'opposé,
inversement,
en revanche,
par contre,
à la place
prépositions:
contrairement à,
au contraire de,
contre,
à l'encontre de,
à/au rebours de,
à l'opposé de,
à l'inverse de,
au détriment de,
face à,
en face de,
à côté de,
auprès de,
au lieu de,
à la place de,
loin de
conjonctions:
et,
alors que,
tandis que,
alors même que,
pendant que,
tandis que,
cependant que,
là où,
autant...autant...,
au lieu que
concession (Einschränkung)
adverbes:
pourtant,
cependant,
nonobstant,
néanmoins,
toutefois,
seulement,
malheureusement,
quand même,
tout de même,
malgré tout
coordonnants:
mais,
or,
et
prépositions:
malgré,
sans,
en dépit de,
au mépris de,
nonobstant,
avec,
pour,
sans,
au risque de,
quitte à
conjonctions:
bien que,
quoique,
sans que,
encore que,
même si,
quand bien même,
tout/pour/si/aussi/quelque +Adj. +que +Subj.,
quoi que ce soit,
quoi qu'il arrive/advienne,
où que,
quel que soit
comparaison (Vergleich)
conjonctions:
comme,
comme pour,
comme quand,
comme lorsque,
aussi +Adj./Adv. +que...,
autant +de +Nominalgruppe +que...,
rien ne...tant que,
ainsi que,
au même titre que,
de même que,
tel que,
tel...,tel...,
autant...,autant...,
plus...que,
rien de plus +Adj...que de +Inf.,
davantage,
meilleur que,
mieux que,
pire que,
pis que,
plutôt que,
à mesure que,
au fur et à mesure que,
tant que,
plus...,plus...,
moins...,moins...,
d'autant plus/moins/mieux...que...
prépositions:
comme,
de,
en
Französische Wendungen im deutschen Sprachgebrauch
- à - je, zu (je), für (je); vor Preisangaben von Waren.
- à bas [a'ba] - "nieder mit".
- a condition - bedingungsweise (Lieferung).
- à deux mains - mit beiden Händen
- à discretion - nach Belieben.
- à fonds perdu - auf Verlustkonto, nichtrückzahlbar.
- à jour - "bis zu dem Tage", auf dem laufenden.
- à la ... - nach Art von ...
- à la bonne heure - ["zur guten Stunde"], sehr gut!, bravo!, ausgezeichnet!
- à la carte [-'kart] - nach der (Speise-)Karte, nach Wahl
- à la mode - nach der Mode, modisch
- à la suite[-'syit] - im Gefolge
- à propos - nebenher bemerkt
- à quatre - zu vieren
- à tout prix - um jeden Preis
- comme il faut - wie es sich gehört
- déjà-vu
- jour-fix
- peut-à-peut
- vis-à-vis
Sprachregulierung
Die Französische Sprache wird reguliert durch:
- Académie française
- Loi Toubon - Gesetz zum Schutz der französischen Sprache
Siehe auch
- Frankophonie
- Sprachen in Frankreich
- Französische Rechtschreibreform
- Französischunterricht
- Argot
- Verlan
- Gérondif
- Gallizismus
Weblinks
- [http://www.academie-francaise.fr/ L'académie française]
- [http://sf.gidoo.de/de/service/rectifications-orthographiques.html Informationen zu den orthografischen Korrekturen (rectifications orthographiques)]
- [http://www.russki-mat.net/frz/Argot.htm Wörterbuch der französischen Umgangssprache]
- [http://www.sprachurlaub.de/service/franzoesisch-lernen.htm Vollständige franzöische Grammatik - sehr anschaulich]
- [http://www.verben.info/ Französische Verben online üben]
-
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Romanische Sprache
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Schweizer Sprache
als:Französische Sprache
ja:フランス語
ko:프랑스어
simple:French language
th:ภาษาฝรั่งเศส
zh-min-nan:Hoat-gí
Schwedische Sprache
Schwedisch (Eigenbezeichnung: ) gehört zu den skandinavischen Sprachen und somit auch zu den germanischen Sprachen. Die germanischen Sprachen sind Teil der indogermanischen Sprachfamilie.
Schwedisch ist Amtssprache in:
- Schweden
- Finnland (neben Finnisch)
- Åland (26.000 Einwohner)
Schwedisch wird von etwa 8,5 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen etwa 8,0 Millionen in Schweden und knapp 265.000 als finnlandschwedische Minderheit in Finnland leben. Überdies wird Schwedisch von etwa 1 Million Einwanderern in Schweden gesprochen.
Für die finnischsprachigen Bewohner Finnlands ist Schwedisch Pflichtfach in der Schule. Schwedisch und Finnisch sind in Finnland gleichberechtigte Amtssprachen. Es gibt in Uusimaa (Nyland) und Itä-Uusimaa (Öster-Nyland) noch einige hauptsächlich schwedischsprachige Gemeinden, in Österbotten (Pohjanmaa) Gemeinden, die überwiegend schwedischsprachig sind, sowie mehrere einsprachig schwedische Gemeinden. Turku/Åbo gilt als die Hauptstadt des schwedischsprachigen Finnland, hier liegt auch die einzige schwedischsprachige Universität Finnlands, die Åbo Universitet.
Åland ist die einzige offiziell einsprachige Region im sonst zweisprachigen Finnland: Hier wird nur Schwedisch gesprochen, und Finnisch ist nur ein Wahlfach (Englisch aber ein Pflichtfach). Das hier gesprochene Åländisch ist eindeutig dem Reichsschwedischen zuzuordnen, und weist Einflüsse aus dem Norrländska und Gutamål auf.
Das auf Gotland gesprochene Gutamal (Gutamål) gilt als Abkömmling der gotischen Sprache, wird aber in der Regel als schwedischer Dialekt gezählt, da es sich durch die Dominanz des Schwedischen in Schulen und öffentlichem Leben diesem angenähert hat.
Die in Schonen (Skåne) gesprochene schonische Sprache (Skånska) wird häufig auch zu den dänischen Dialekten gezählt, da sie Merkmale sowohl mit dem Schwedischen auch als mit dem Dänischen teilt.
Die Kurzbezeichnung der Sprache laut ISO-Norm ist sv (ISO 639-1) beziehungsweise swe (ISO 639-2).
Schweden können sich relativ problemlos mit Norwegern und (wenn jene sich Mühe geben, deutlich zu sprechen) Dänen unterhalten. Hierbei gibt es allerdings regionale Unterschiede. So verstehen die Schweden im Süden, vor allem in Skåne, wegen der nahen Verwandtschaft ihres Dialekts mit dem Dänischen die Dänen relativ gut. Einwohner in Westschweden (beispielsweise in Värmland oder Dalarna) haben dagegen große Probleme mit dem Dänischen, dafür aber kaum Schwierigkeiten mit dem Norwegischen.
Ursprung und Entwicklung
Während des Mittelalters unterlag die schwedische Sprache (wie auch die norwegische Sprache) deutlichen Einflüssen aus dem Mittelniederdeutschen der Hanse. In der Neuzeit kamen Einflüsse des Hochdeutschen hinzu, teils durch den Handel mit Deutschland, bzw. dem Deutschen Reich, und dem Baltikum, teils durch den Dreißigjährigen Krieg und die daher zurückkehrenden Soldaten (dies ist offensichtlich durch die vielen Lehnwörter im Militärjargon). Doch auch die Dominanz der deutschen Sprache in manchen Wissenschaften prägte den schwedischen Wortschatz.
Umgekehrt hinterließ die schwedische Sprache während der schwedischen Herrschaft über Teile Norddeutschlands (Raum Stade, Vorpommern) deutliche Einflüsse auf die niedersächsische Sprache und die ostniederdeutsche Sprache, speziell das Nordniedersächsische, Mecklenburgische und Westpommersche.
Alphabet
Das schwedische Alphabet besteht aus 28 Buchstaben. Das W fehlt (es gilt als Schreibvariante des V) dafür werden nach dem Z noch Å, Ä, Ö hinzugefügt. Ä und Ö gelten als eigenständige Buchstaben und nicht wie im Deutschen als Umlaute von A und O. Die schwedischen Wörterbücher sind deswegen entsprechend geordnet und für Deutsche anfänglich etwas verwirrend. So stehen z.B. garn und gärna nicht hintereinander, sondern mehrere Seiten weit auseinander.
Aussprache
Das Schwedische zeichnet sich durch sein ausgeprägtes Vokalsystem aus. Länge und Kürze der Vokale sind bedeutungsunterscheidend. In einer Silbe ist entweder der Vokal oder der Konsonant lang, die Verbindung von kurzem Vokal mit langem Konsonant ist im Schwedischen unbekannt. Das Schwedische kennt keine Diphthonge.
Mit den Vokalen [], [] und [] besitzt das Schwedische drei Mittelzungenvokale.
Allgemeine Ausspracheregeln
Diese Ausspracheregeln sind allgemeiner Art, es gibt immer einzelne Ausnahmen.
- Der Buchstabe å wird wie ein deutsches o (wie in roh) ausgesprochen.
- Der Buchstabe o wird vor einem einzelnen Konsonanten wie ein deutsches u ausgesprochen. Steht er vor zwei Konsonanten wird er wie ein kurzes o ausgesprochen. (das erste O in Otto)
- Der Buchstabe u wird vor einem einzelnen Konsonanten wie ein deutsches ü ausgesprochen. Steht er vor zwei Konsonanten wird er wie ein sehr kurzes u ausgesprochen.
- Der Buchstabe a wird vor einem einzelnen Konsonanten sehr dunkel, weit hinten im Rachen ausgesprochen. Steht er vor zwei Konsonanten wird er wie ein deutsches a ausgesprochen.
- Die Kombination rs wird immer sch ausgesprochen auch dann, wenn das r der letzte Buchstabe eines Wortes ist und das s der erste des nachfolgenden wie in Jag pratar svenska
Auffallend sind die vielen retroflexen Konsonanten, d. h. Verbindungen mit dem //: rd, rl, rn, rs und rt, bei deren Aussprache die Zunge zurückgebogen, die Zungenspitze an den harten Gaumen gelegt und nach dem r ruckartig losgelassen wird.
Betonung und Satzmelodie
Anders als beispielsweise im Deutschen oder im Englischen, wo es nur einen Druckakzent gibt, werden schwedische Worte mit einem Druck und einem tonalen Wortakzent gesprochen.
Der Druck ist vereinfacht gesagt die Betonung des Wortes, der tonale Akzent dagegen die Melodie, mit der das Wort ausgesprochen wird. Im Schwedischen gibt es zwei tonale Akzente, einen fallenden und den für den schwedischen "Singsang" verantwortlichen, auf der zweiten Silbe nochmal kurz ansteigenden.
Dieser Wortakzent, den es auch im Norwegischen gibt, kann in einigen wenigen Fällen bedeutungsunterscheidend sein, variiert allerdings regional.
Gegenüber den eindeutigen Tonsprachen, in denen die Silbentonhöhe auf der Ebene der Wortbedeutung unterscheidend ist, ist der variable Tonhöhenverlauf in der schwedischen Sprache pragmatisch distinktiv, sprich, er bestimmt, ob es sich bei einem Satz um eine Frage, eine Aussage oder einen Befehl handelt.
Vokale
Vokalphoneme in Standardschwedisch
Konsonanten
Dialekte
Vokalphoneme in Standardschwedisch
- Norrländska mål — Norrland
:1. Överkalix, Norrbotten; [http://swedia.ling.umu.se/Norrland/Norrbotten/Overkalix/yw.html junge Frau]
:2. Burträsk, Västerbotten; [http://swedia.ling.umu.se/Norrland/Vasterbotten/Burtrask/ow.html alte Frau]
:3. Aspås, Jämtland; [http://swedia.ling.umu.se/Norrland/Jamtland/Aspas/yw.html junge Frau]
:4. Färila, Hälsingland; [http://swedia.ling.umu.se/Norrland/Halsingland/Farila/om.html alter Mann]
- Sveamål — Svealand
:5. Älvdalen, Dalarna; [http://swedia.ling.umu.se/Svealand/Dalarna/Alvdalen/ow.html alte Frau]
:6. Gräsö, Uppland; [http://swedia.ling.umu.se/Svealand/Uppland/Graso/om.html alter Mann]
:7. Sorunda, Södermanland; [http://swedia.ling.umu.se/Svealand/Sodermanland/Sorunda/ym.html junger Mann]
:8. Köla, Värmland [http://swedia.ling.umu.se/Svealand/Varmland/Kola/yw.html junge Frau]
:9. Viby, Närke; [http://swedia.ling.umu.se/Svealand/Narke/Viby/om.html alter Mann]
- Gotländska mål — Gotland
:10. Sproge, Gotland; [http://swedia.ling.umu.se/Gotaland/Gotland/Sproge/yw.html junge Frau]
- Åländska mål — Åland
- Östsvenska mål — Finnland
:11. Närpes, Österbotten; [http://swedia.ling.umu.se/Finland/Osterbotten/Narpes/yw.html junge Frau]
:12. Dragsfjärd, Åboland; [http://swedia.ling.umu.se/Finland/Aboland/Dragsfjard/om.html alter Mann]
:13. Borgå, Nyland; [http://swedia.ling.umu.se/Finland/Nyland/Borga/ym.html junger Mann]
- Götamål — Götaland
:14. Orust, Bohuslän; [http://swedia.ling.umu.se/Gotaland/Bohuslan/Orust/om.html alter Mann]
:15. Floby, Västergötland; [http://swedia.ling.umu.se/Gotaland/Vastergotland/Floby/ow.html alte Frau]
:16. Rimforsa, Östergötland; [http://swedia.ling.umu.se/Gotaland/Ostergotland/Rimforsa/ow.html alte Frau]
:17. Årstad-Hedberg, Halland; [http://swedia.ling.umu.se/Gotaland/Halland/Arstad/ym.html junger Mann]
:18. Stenberga, Småland; [http://swedia.ling.umu.se/Gotaland/Smaland/Stenberga/yw.html junge Frau]
- Sydsvenska mål — Schonen, Blekinge, Halland und Süd-Småland
:19. Jämshög, Blekinge; [http://swedia.ling.umu.se/Gotaland/Blekinge/Jamshog/ow.html alte Frau]
:20. Bara, Skåne; [http://swedia.ling.umu.se/Gotaland/Skane/Bara/om.html alter Mann]
Grammatik
Wortarten
Verben
Durch die Flexion der Verben werden ausschließlich die verschiedenen Tempora des Verbs angegeben, nicht jedoch Person und Numerus.
Verben wird in der Regel:
- in der Gegenwart (Präsens) ein r angehängt,
- in der 1. Vergangenheit (Präteritum) ein de angehängt,
- in der 2. Vergangenheit ein Hilfsverb har (hat) vorangestellt, während das Verb auf t endet,
- in der 3. Vergangenheit ein Hilfsverb hade (hatte) vorangestellt, während das Verb auf t endet,
- in der Zukunft kommer att (werden) vorangestellt, während das Verb seine Grundform behält. Ähnlich dem Deutschen können auch die Worte ska (sollen) und tänker (wollen, beabsichtigen) verwendet werden.
Beispiel:
Es existiert eine Reihe von starken Verben und Verben mit Ausnahmen.
Beispiele:
Substantive
Genus
Bei den Substantiven muss zunächst zwischen Utrum (en-Wörtern) und Neutrum (ett-Wörtern) unterschieden werden.
Beispiele:
Dabei werden schwedische Substantive meist frei eingeteilt, man kann also nicht durch logisches Geschlecht (Sexus) oder spezifische Endungen einteilen, welchem Genus ein Substantiv angehört.
Als Faustregel gilt: Ein einzelnes, lebendes Individuum ist immer Utrum. (Diese Regel gilt nicht andersherum!)
Beispiele:
Bestimmte Form - Unbestimmte Form
Substantive können in unbestimmter und bestimmter Form auftreten. Im Gegensatz zum Deutschen werden die Artikel bei der bestimmten Form nicht vorangestellt, sondern als Suffix an das Substantiv angehängt:
Beispiele:
Dabei kann es allerdings zu nötigen Anpassungen kommen, welche den Klang beeinflussen, beispielsweise bei "en lärare", wo das Suffix (-en) durch den Vokal auf -n beschränkt wird, wodurch "läraren" entsteht, wobei gleichgültig ist, welcher Vokal die Endung bildet. So wird auch aus "ett piano" mit dem Suffix -t "pianot".
Pluralform
Im Plural ist die Endung erneut entscheidend dafür, welches Suffix dem Substantiv zuteil wird. Für unbestimmte Substantive existieren für diesen Fall fünf Regeln, zuzüglich zweier Unregelmäßigkeiten:
# -or tritt in Kraft, wenn ein Substantiv die Endung -a trägt. ("en flicka" ("ein Mädchen") wird zu "flera flickor" ("mehrere Mädchen").)
# -ar tritt bei den meisten Utrumformen in Kraft, nämlich, wenn eine Utrumform die Endung -e oder -ing trägt. ("en pojke" ("ein Junge") wird zu "flera pojkar" ("mehrere Jungen"); "en tidning" ("eine Zeitung") wird zu "flera tidningar" ("mehrere Zeitungen").) Es kann außerdem Umlaut des Stammvokals auftreten (o wird ö).
# -er tritt in Kraft, wenn ein Substantiv (unabhängig welchen Genus') die Betonung auf der letzten Silbe trägt. ("en gardin" ("eine Gardine") wird zu "flera gardiner" ("mehrere Gardinen"); "ett kompani" ("eine Kompanie") wird zu "flera kompanier" ("mehrere Kompanien").) Nur -r erhalten einige schwedische Substantive auf Vokal. (Z. B. "en sko" ("ein Schuh") wird zu "flera skor" ("mehrere Schuhe"); ("en fiende" ("ein Feind") wird zu "flera fiender" ("mehrere Feinde"); "ett fängelse" ("ein Gefängnis") wird zu "flera fängelser" ("mehrere Gefängnisse").) Es kann außerdem im Plural ein Umlaut des Stammvokals auftreten a wird ä: en tand -> tänder (Ein Zahn -> Zähne o wird ö: en son -> söner (Ein Sohn -> Söhne) å wird ä: en tång -> tänger (Eine Zange -> Zangen)
# -n tritt in Kraft, wenn ein neutrales Substantiv auf einen unbetonten Vokal endet. ("ett frimärke" ("eine Briefmarke") wird zu "flera frimärken" ("mehrere Briefmarken").)
# - (Noll-Morfem) tritt in Kraft, wenn ein neutrales Substantiv auf einen Konsonanten endet oder wenn eine Personenbezeichnung mit -are endet. ("ett hus" ("ein Haus") wird zu "flera hus" ("mehrere Häuser"); "en lärare" ("ein Lehrer") wird zu "flera lärare" ("mehrere Lehrer").) Hierbei kann Umlaut auftreten. ("en man" ("ein Mann") wird zu "flera män" ("mehrere Männer").)
# Irreguläre Formen, für die man keine Regeln bestimmen kann. Ausnahmen bestätigen die Regel, und so bleibt einem nichts anderes übrig, als diese Formen auswendig zu lernen.
# Anpassung des Wortstammes an das Suffix tritt in Kraft, wenn ein Substantiv auf die unbetonten Formen -er, -el und -en endet. Dann verschwindet das -e- vor -ar und -er, um den Klang beizubehalten. ("en faster" ("eine Tante") wird zu "flera fastrar" ("mehrere Tanten"); "en cykel" ("ein Fahrrad") wird zu "flera cyklar" ("mehrere Fahrräder"); "en öken" ("eine Wüste") wird zu "flera öknar" ("mehrere Wüsten").)
Bestimmte Formen des Plurals sind regelmäßiger und können in drei Gruppen eingeteilt werden:
# -na tritt in Kraft, wenn die unbestimmte Form des Plurals auf -r endet. ("flera böcker" ("mehrere Bücher") wird zu "böckerna" ("die Bücher").)
# -en tritt in Kraft, wenn die unbestimmte Form des Plurals ein Null-Morphem als Suffix erhalten hat. ("flera hus" ("mehrere Häuser") wird zu "husen" ("die Häuser").)
# -a tritt in Kraft, wenn die unbestimmte Form des Plurals auf -n endet. ("flera yrken" ("mehrere Professionen") wird zu "yrkena" ("die Professionen").)
Genitiv
Das heutige Schwedische kennt - ähnlich wie das Englische - mit der Ausnahme des Genitivs keine Kasusflexion mehr. Die syntaktische Stellung der Nomina im Satz wird also nur noch durch die Wortstellung oder durch Präpositionen ausgedrückt.
Der Genitiv wird durch einfaches Anfügen des Suffixes -s gebildet, das allerdings entfällt, wenn das Substantiv bereits auf -s endet. Nach dem Genitiv steht das Substantiv, welches in Relation steht, immer in der unbestimmten Form.
Beispiel:
Possesivpronomen
Das Possessivpronomen ist der Genitiv des Personalpronomen; es bezeichnet den Besitzer eines Sache. Das Schwedische unterscheidet eine reflexive und eine nicht reflexive Form des Possessivpronomens.
Nicht-reflexive Formen
Das Possesivpronomen muß an das Genus des Wortes, auf das es sich bezieht, angeglichen werden.
Für die Personalpronomen den und det gibt es ebenfalls ein Possessivpronomen: dess. Diese Form wird im Alltagsgebrauch aber eher nicht benutzt.
Regel:
- Alle auf -s endenden Pronomen (hans, hennes, dess, deras) werden nicht verändert.
- Alle reimenden Pronomen (min, din, sin und vår, er) werden ersetzt durch mitt, ditt, sitt und vårt, ert wenn sie sich auf ett-Wörter beziehen
- bzw. durch mina, dina, sina und våra, era wenn sie sich auf im Plural stehende Wörter (en und ett) beziehen.
(NB: Die schwedische Modehauskette Hennes & Mauritz hat ihren Namen von einem Damenmodegeschäft namens "Hennes" (dt: ~Für Sie) in Västerås, das im Jahr 1968 das Stockholmer Jagd- und Waffengeschäft von [http://www.widforss.se/ Mauritz Widforss] aufkaufte, um zukünftig auch Herrenbekleidung zu verkaufen)
Reflexive Formen
Für die 3. Person (sowohl Singular als auch Plural) gibt es im Schwedischen darüberhinaus noch ein reflexives Possessivpronomen:
Diese Form wird benutzt, wenn der Besitzer Subjekt des Satzes ist und läßt sich im Deutschen am besten mit der/die/das eigene übersetzen.
Beispiele:
Han kommer med sin son. Er kommt mit seinem Sohn. (dem eigenen!)
Han kommer med hans son. Er kommt mit seinem Sohn. (dem des Freundes z.B.)
Hon kommer med sitt barn. Sie kommt mit ihrem Kind. (dem eigenen!)
Hon kommer med hennes barn. Sie kommt mit ihrem Kind. (dem der Freundin z.B.)
Beachte! Das reflexive Possessivpronomen sin/sitt/sina darf nicht zusammen mit dem Subjekt stehen!
Beispiele
Han kommer med sin fru. Er kommt mit seiner Frau. (der "eigenen")
Han och hans fru kommer inte idag. Er und seine Frau kommen heute nicht. ("Er und seine Frau" sind doppeltes Subjekt des Satzes)
Jag känner Sven och sin bror. Ich kenne Sven und seinen Bruder
Hans bror arbetar i Lund. Sein Bruder arbeitet in Lund
Alleinstehende Possessivpronomen
Wie auch im Deutschen können Possessivpronomen alleine stehen, ohne daß ihnen ein Subjekt folgt.
Beispiele:
Om du behöver en båt, kan du få låna min. Wenn du ein Boot brauchst kannst du meines leihen.
Har du en cigarett för mig? Jag glömmde mina. Hast du eine Zigarette für mich? Ich habe meine vergessen.
Per lånade Olav sin båt. Hans var trasig. Per lieh Olav sein (eigenes) Boot, Seines (Olavs) war kaputt
Adjektive
Deklination
Die Beugung von Adjektiven in der unbestimmten Form verhält sich sehr einfach, ist jedoch mit Ausnahmen gespickt. Gemäß der Regel werden Adjektive, die sich auf ein Utrum-Substantiv im Präsens beziehen, nicht flektiert.
Beispiele:
Adjektive, die sich auf ein neutrales Substantiv beziehen, erhalten das Suffix -t in der unbestimmten Form.
Beispiele:
Bezieht sich das Adjektiv auf eine Pluralform, ob bestimmt oder unbestimmt, wird dem Adjektiv der Suffix -a zuteil.
Beispiele:
Doch, wie gesagt, existieren irreguläre Formen bei der Deklination von Adjektiven, die sich auf ein singuläres, unbestimmtes, neutrales Substantiv beziehen.
Irreguläre Formen:
Die Beugung der Adjektive in der bestimmten Form ist weit regelmäßiger und einfacher. In der bestimmten Form wird das Suffix -a (man erinnere sich an den Plural) angehängt. Wenn das Substantiv männlich ist, wird -e angehängt im Singular.
Beispiele:
Dabei müssen die bestimmten (oder demonstrativen) Artikel immer vorhanden sein, da sich das Adjektiv direkt vor das bestimmte Substantiv stellt.
Außerdem enden Adjektive immer auf -a in folgenden Fällen:
Nach allen Possessivpronomen (min, din, hans etc.)
Nach allen Genitivformen:
Auch in der bestimmten Form existieren allerdings irreguläre Formen, doch nur bei den Adjektiven "liten" ("klein") und "gammal" ("alt"):
Komparation
Das Schwedische kennt in der Komparation die gleichen Stufen wie die deutsche Sprache, also Positiv, Komparativ und Superlativ. Den Elativ mit "zu" bildet die schwedische Sprache mit "för". Man kann für die Komparation fünf Regelmäßigkeiten aufstellen:
- Regel A fasst die häufigste Form, das Anfügen der Suffixe -are und -ast, zusammen.
- Regel B fasst die bereits erwähnte Form von den Endungen -el, -en und -er zusammen, die alle ihr unbetontes -e- im Komparativ und Superlativ verlieren.
- Regel C fasst die Formen zusammen, die mit den Suffixen -re und -st gebildet werden. Vorsicht, sie ändern ihren Stammvokal!
- Regel D ist eigentlich keine Regel, sie fasst hier nur die irregulären Formen zusammen.
- Regel E fasst lange Adjektive zusammen, die mit "mer" ("mehr") und "mest" ("meist-") kompariert werden. Dazu gehören auch die Adjektivformen der Verben, die aus dem Partizip Präsens und dem Partizip Perfekt gebildet werden.
Adverb
Adverbien sind wie Adjektive Eigenschaftswörter. Sie beschreiben im Gegensatz zu Adjektiven niemals einen Gegenstand sondern Handlungen und Eigenschaften. Es gibt zahlreiche Adverbien, die unflektiert benutzt werden; das häufigste ist mycket (sehr, viel). Bei der Verwendung von Adjektiven als Adverbien wird diesen im Schwedischen die Endung -t angehängt (im Gegensatz zum Deutschen, wo die unflektierte Form des Adjektivs verwendet wird).
Adjektiv: Lena är vänlig.
Adverb: Lena svarar vänligt.
Das Adverb beschreibt die Art und Weise, in der Lena antwortet.
Doppeltes Adverb: Lena svarar mycket vänligt.
Das Adverb vänligt beschreibt die Art und Weise, in der Lena antwortet, gleichzeitig wird es von mycket ebenfalls genauer beschrieben.
Syntax
Allgemein
Durch die Vereinfachung der Flektion ergibt sich eine relativ starre Satzstellung. So kann man nur an Hand der Stellung eines Substantives im Satz erkennen ob es sich um das Subjekt oder das Objekt des Satzes handelt, nicht aber an der Form des Substantives. In der Regel hat ein Hauptsatz folgenden Aufbau:
: Subjekt + Prädikat + Objekt
Hierbei sind, wie im Deutschen, nur das Subjekt und das Prädikat zwingend notwendig.
Das folgende Schema zeigt die Struktur des schwedischen Hauptsatzes an einigen Beispielen.
Im Fundament können außer dem gebeugten Verb prinzipiell alle Satzteile stehen, meist steht hier aber das Subjekt. Sollte ein anderes Satzteil als das Subjekt im Fundament stehen so bleibt dessen eigentlicher Platz unbesetzt.
Negation
Einen Satz verneint das Wort inte:
Fragen
Bei Fragen hat der Satz folgenden Aufbau:
: Prädikat + Subjekt + Objekt
Beispiel:
Bei Fragen, die nicht mit Ja oder Nein zu beantworten sind, wird ein Fragewort vorangestellt. Der Satz hat in diesem Fall folgenden Aufbau:
: Fragewort + Prädikat + Subjekt + Objekt
Beispiel:
Übersetzungsproblem
Ein Beispiel für nicht aus dem Schwedischen übersetzbare Begriffe ist Lagom.
Literatur
- Viberg et al., Schwedische Grammatik, Bokförlaget Natur och Kultur, Stockholm 1987, ISBN 91-27-50249-X
- Jaktén et al., Langenscheidts Praktisches Lehrbuch Schwedisch, Langenscheidt, Berlin 1997, ISBN 3-468-26301-5
Weblinks
- [http://www.hello.to/swedish101/ Swedish 101] (auf Englisch)
- [http://deutsch-schwedisches-woerterbuch.elch.nu/lexikon.php Deutsch-Schwedisches Wörterbuch von Schweden-Seite.de]
- [http://pauker.at/ Deutsch-Schwedisches Wörterbuch von pauker.at]
- Otto Hoppe, [http://runeberg.org/hoppe/ Schwedisch-Deutsches Wörterbuch], 3. Aufl., 1919, digitalisiert vom Projekt Runeberg
- The Swedish Schoolnet: Großes [http://www-lexikon.nada.kth.se/skolverket/swe-eng.shtml Schwedisch-Englisch/Englisch-Schwedisches] Wörterbuch mit Deklinationen, Lautschrift, Redewendungen, Beispielsätzen, ... sowie [http://lexin.nada.kth.se/sve-sve.shtml Schwedisch-Schwedisches] Wörterbuch mit über 28.000 Wörtern mit Definitionen, Lautschrift und Aussprache zum Anhören
- Svenska dialekter idag [http://swedia.ling.umu.se/ Übersicht über schwedische Dialekte mit Hörbeispielen]
Kategorie:Einzelsprache
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Norwegische Sprache
Die norwegische Sprache (Eigenbezeichnung: norsk, sprich: [norsk] bzw. [noschk]) gehört zum nordgermanischen Zweig der indogermanischen Sprachen. Sie wird von etwa 5 Millionen Norwegern als Muttersprache gesprochen, von denen der größte Teil in Norwegen lebt, wo es Amtssprache ist.
Norwegisch wurde in drei Formen standardisiert, wovon heute zwei offiziellen Status haben:
- Bokmål (Buchsprache)
- Nynorsk (Neunorwegisch)
- Riksmål (Reichssprache; ohne offiziellen Status).
Bokmål/Riksmål, oft in fehlerhafter Vereinfachung Norsk („Norwegisch“) genannt, wird von rund 85-90 Prozent der Bevölkerung geschrieben und ist linguistisch gesehen keine ursprüngliche Einzelsprache, sondern ein teilweise norwegisiertes Dänisch und somit eine Tochtersprache desselben. Das Riksmål ist eine nicht-offizielle Variante, die dem moderaten Bokmål ähnlich ist. Es ist der dänisch-norwegischen literarischen Tradition verpflichtet und daher zum Teil weniger „norwegisiert“.
Nynorsk hingegen hat einige Gemeinsamkeiten mit den westskandinavischen Sprachen Färöisch und Isländisch. Beide Varianten haben im Weiteren jeweils Elemente, die sie mit dem Schwedischen teilen. Norweger, Dänen und Schweden verstehen sich gegenseitig relativ gut, wobei Norweger beide Völker sprachlich besser verstehen als diese sich untereinander. Auch haben Norweger die besseren Voraussetzungen, sich mit Färingern und Isländern zu unterhalten.
Geschichte
In Norwegen gab es immer eine Vielzahl verschiedener Dialekte. Wegen der komplizierten Topographie mit vielen Gebirgen und Tälern und schlechten Verkehrswegen über Land konnten sich die Dialekte sehr unterschiedlich voneinander entwickeln, auch wenn die Abstände zwischen zwei Orten oft nur relativ gering waren.
Aus diesem Grunde, aber auch wegen der dänischen Vorherrschaft mit Dänisch als Amtssprache über Jahrhunderte hinweg, konnte sich nie eine einheitliche Aussprache etablieren, die dem Standarddeutschen vergleichbar wäre. Das macht heutzutage in Norwegen die Verständigung nicht unbedingt einfacher, gibt dem Norwegisch Lernenden aber auch eine gewisse Freiheit im Erlernen der korrekten Aussprache, da das norwegische Ohr gewisse Schwankungsbreiten gewöhnt ist.
Was die norwegische Schriftsprache betrifft, so muss von zwei norwegischen Sprachen gesprochen werden.
Der Ursprung der norwegischen Sprache liegt im Altnordischen, das dem Isländischen sehr ähnlich ist. In der Hansezeit war Niederdeutsch (Plattdeutsch) die Verkehrssprache des Nordens. Viele niederdeutsche Wörter wurden als Fremdwörter und Lehnwörter integriert. Von 1380 bis 1814 war Norwegen mit Dänemark vereinigt und wurde von Kopenhagen aus regiert. Durch diese Periode, die als Personalunion begann, wurde Norwegen immer schwächer und 1450 das Norwegische offiziell durch Dänisch ersetzt.
Die auf dem Lande gesprochenen Dialekte wurden aber weiterhin gesprochen. Nach der Trennung von Dänemark 1814 entstand eine im Laufe des 19. Jahrhunderts wie in anderen jungen Staaten Europas eine national-romantische Welle, die hauptsächlich an die „glorreiche“ Vergangenheit im Mittelalter (also vor der Vereinigung mit Dänemark) anknüpfen wollte. Dies betraf auch die Sprache: Die Anhänger dieser Bewegung forderten, dass zum Zeichen der Emanzipation Norwegens die ursprüngliche norwegische Sprache des Mittelalters wieder zum Leben erweckt werden solle.
Schließlich wurde in den 1850er Jahren vom Dichter und Sprachwissenschaftler Ivar Aasen das Landsmål entwickelt (das seit 1929 offiziell Nynorsk heißt). Seit 1885 ist Landsmål / Nynorsk offizielle Schriftsprache in Norwegen. Die Grundlage für diese neue Sprache bildeten vor allem die westlichen norwegischen Dialekte, die am altertümlichsten sind. Was das neu geschaffene Landsmål jedoch von einer Plansprache unterscheidet, ist die Tatsache, dass dieses auf eng verwandte, gemeinsame sprachliche Wurzeln zurückgreift, denen nur aus äußeren Gründen die natürliche Entwicklung zu einer gemeinsamen Sprache verwehrt blieb.
Allerdings hatte sich das Dänische inzwischen als Amtssprache und auch allgemeines Kommunikationsinstrument breiter Schichten vor allem in der Hauptstadt Oslo schon so tief verwurzelt, dass das neue Landsmål das Dänische nicht zu verdrängen vermochte. Dazu kommen zwei weitere Nachteile der neuen Sprache:
- dieses hatte für Stadtbewohner einen „bäurischen“ Klang und wurde deshalb abgelehnt
- für die Sprecher anderer, nicht-westnorwegischer Dialekte klingt das Landsmål ebenfalls fremd.
So trennte sich die norwegische Sprache in zwei Varietäten:
# Riksmål („Reichssprache“ oder „Standardnorwegisch“)
# Landsmål (Landessprache).
Die Erste war bis Anfang des 20. Jahrhunderts nahezu reines Dänisch, später passte es sich aber in immer mehr Zügen an das Landsmål an (dano-norwegisch).
Seit 1929 heißt Riksmål offiziell Bokmål und Landsmål wird als Nynorsk bezeichnet.
Die sog. Samnorsk-Bewegung beanspruchte weiterhin den Namen Samnorsk für einen inoffiziellen, norwegischen Dialekt.
Aufgrund des erstarkten Nationalbewusstseins konnte Nynorsk bis 1944 immer mehr Anhänger gewinnen und hatte seinerzeit knapp ein Drittel der Norweger auf seiner Seite. Inzwischen ist deren Anteil bevölkerungsmäßig auf etwa 12–15 Prozent geschrumpft. Dies hat mehrere Gründe: In den urbanen Gebieten, also vor allem in der Region Oslo, wird Nynorsk als befremdliche Sprache empfunden. Das städtische Bürgertum hat das auf ländlichen Mundarten basierende Nynorsk ohnehin stets abgelehnt. Folglich fehlt dem Nynorsk bis heute eine wirkliche Verankerung in den wirtschaftlichen und politischen Zentren. Zum anderen wird von manchen Landbewohnern besonders Ostnorwegens Nynorsk eher als Kunstprodukt angesehen, da es eben nur so etwas wie ein kleinster gemeinsamer Nenner der Dialekte ist. Und schließlich ist die Grammatik des Nynorsk schwieriger als die des Bokmål. Bekanntlich wird oft der Weg des Einfacheren beschritten.
Umgekehrt muss gesagt werden, dass dennoch die meisten norwegischen Dialekte dem Nynorsk näher stehen als dem Bokmål, welches einige dem Norwegischen zum Teil ganz fremde phonologische, morphologische und sonstige grammatische Züge | | |