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Altun Shan

Altun Shan

Altun (auch Altun Shan) ist ein Gebirge in Westchina. Es ist 700 km lang und 200 km breit. Der Name des Gebirges kommt aus dem Mongolischen und bedeutet Berg mit weißen Birken.

Lage

Das Gebirge liegt im Südosten und Osten des Uigurischen Autonomen Gebiets Xinjiang und erstreckt sich bis in die Provinzen Qinghai und Gansu. Im Süden des Altun liegt das Gebirge Kunlun, im Westen und Norden das Tarimbecken und die Wüste Taklamakan und im Osten das Gebirge Nanshan.

Berge

Die meisten Berge des Altun sind zwischen 3.500 und 4.000 Metern hoch. Der höchste Berg ist der im Westen des Gebirges liegende Sulamutag mit einer Höhe von 6.295 m. Der Altun Shan liegt im Autonomen Kreis Subei der Mongolen im Verwaltungsgebiet der Stadt Jiuquan, Provinz Gansu, und ist mit 5.798 m der höchste Berg im mittleren Teil des Altun. Der Gipfel des Altun Shan wurde am 19. August 1989 von einem Team aus vier Japanern und Chinesen bestiegen. Kategorie:Gebirge (China)

Volksrepublik China

Die Volksrepublik China [] bzw. []; (vereinfacht 中华人民共和国, traditionell 中華人民共和國, Pinyin Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó ) ist der flächengrößte Staat in Ostasien. Das bevölkerungsreichste Land der Erde hat mit 1,3 Milliarden Staatsbürgern mehr Einwohner als die Europäische Union und Afrika zusammen.
Seit ihrer Gründung 1949, als sich nach dem Bürgerkrieg die Kuomintang nach Taiwan zurückzog, wird die Volksrepublik von der Kommunistischen Partei Chinas regiert. Die Bezeichnungen
China und Sino- stammen wahrscheinlich von dem chinesischen Wort Qín. Im Chinesischen ist Qín der Name der Dynastie des Gründungskaisers des chinesischen Reiches. Über mehrere Stationen und Sprachen gelangten der Begriff entlang der Seidenstraße bis nach Europa. Das chinesische Äquivalent zu unserem Wort "China" ist Zhōngguó, das im Deutschen recht gut mit Reich der Mitte wiedergegeben ist. Die Volksrepublik China ist flächenmäßig der drittgrößte Staat der Erde und umfasst das gesamte als China bekannte kulturell-geografische Gebiet Asiens, mit Ausnahme Taiwans und einiger kleiner Inseln vor der Küste Fujians. Der politische Status Taiwans ist nach wie vor umstritten; die mit 23 Millionen Einwohnern dichtbevölkerte Insel heißt offiziell Republik China. Weitere Bezeichnungen für die VR China sind der veraltete Begriff Rotchina und das vor allem im englischen Sprachraum verbreitete Festlandchina (mainland China). Beide Begriffe schließen die an der Küste gelegenen Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao aus, die seit 1997 bzw. 1999 zum Staatsgebiet gehören. Das Staatsgebiet gliedert sich in 22 Provinzen und 5 autonome Gebiete (siehe Administrative Gliederung der VR China). Davon machen die größten 3 Provinzen 45 Prozent der Staatsfläche aus: Xinjiang und Tibet im Westen sowie die Innere Mongolei im Norden. Allerdings sind diese Gebiete mit einem Anteil von 4% an der Bevölkerung der Volksrepublik sehr dünn besiedelt. Die Volksrepublik China wurde bis in die 1990er Jahre als Entwicklungsland eingestuft, entwickelt sich aber seit seiner teilweisen Öffnung nach der "Kulturrevolution" zunehmend zu einer Großmacht. Sie vertritt international die "Ein-China-Politik", deren offizielle Anerkennung sie seit Anfang der 70er Jahre auch im Westen durchsetzt. Wirtschaftlich weist China derzeit eine hohe Dynamik auf, so dass der aktuelle Fünfjahrplan bereits eine Drosselung gegen eine allfällige Überhitzung vorsieht. Um das rasche Bevölkerungswachstum einzudämmen, gilt die Ein-Kind-Politik, die allerdings in den letzten Jahren gemildert worden ist. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Zunahme der Bevölkerung von über 3% auf 1-2% eingependelt.

Geografie

Lage und geografische Gliederung

Ein-Kind-Politik Die Volksrepublik China grenzt an 14 Staaten, kein Staat hat mehr direkte Nachbarländer. Im Uhrzeigersinn sind dies: Indien, Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan, Kirgisien, Kasachstan, Russland, Mongolei, Nordkorea, Vietnam, Laos, Myanmar, Bhutan und Nepal. Festlandchina ist mit 9,5 Millionen Quadratkilometern etwa so groß wie die USA oder ganz Europa bis zum Ural. Die physische Oberfläche, die klimatischen Bedingungen und damit die Bewohnbarkeit der einzelnen Regionen des Landes unterscheiden sich sehr stark. China ist durch eine Reihe natürlicher Grenzen von seinen Nachbarn getrennt: im Osten und Südosten durch Meere (Gelbes Meer, Ostchinesisches Meer und Südchinesisches Meer), im Süden, Südwesten, Westen und Nordwesten durch hohe Bergmassive, im Norden durch Steppen und Wüsten und im Nordosten durch Flüsse (Amur und Ussuri). Ussuri Die Nord-Süd-Ausdehnung Chinas beträgt ca. 4.500 km; die Ost-West-Ausdehnung 4.200 km. Die Küstenlänge aller Seegrenzen Chinas beläuft sich auf 14.000 km. Der längste Fluss Chinas ist mit 6.300 km der Jangtse (Pinyin: Chángjiāng), der höchste Berg der Mount Everest mit 8.844 m und der größte See der Qinghai-See mit ca. 5.000 km². Das Territorium kann man grob in drei Bereiche unterteilen:
- Der Osten Chinas ist von vier großen, dicht besiedelten Schwemmebenen geprägt. An den Küsten befinden sich die Deltas seiner größten Flüsse. Der südöstliche Küstenstreifen ist gebirgig, während der Süden eher hügelig ist. Das Gebiet hat eine Höhe von maximal 500 Meter über dem Meeresspiegel.
- Westlich an die Ebenen schließen sich zahlreiche Gebirge mit Hochebenen und großen Becken an: die Mongolische Hochebene, das Tarimbecken, das Sichuan-Becken, das Lössplateau oder das Yunnan-Guizhou-Hochland. Die Berge haben hier Höhen von etwa 1000 bis 2000 Metern.
- Westchina hat einen ausgesprochenen Hochgebirgscharakter mit dazwischen liegenden Hochebenen. Die größten Gebirge sind: Himalaya, Tianshan, Pamir und das Hochland von Tibet. Die Gesamtregion liegt durchschnittlich 4000 Meter über dem Meeresspiegel und gehört damit zu den höchstgelegenen Ebenen der Welt. Der Westen ist zusammen mit der Inneren Mongolei auch der trockenste Landesteil, für dessen ausgeprägtes Wüstenklima die Gobi und die Taklamakan stehen. Taklamakan Die zwei wichtigsten - und längsten - Flüsse sind der Jangtse und der Gelbe Fluss, gefolgt von Mekong, Perlfluss, Brahmaputra und Amur. Die Flüsse fließen den geografischen Gegebenheiten folgend von Westen nach Osten, d.h. aus den Hochregionen mit Schnee und Gletschern aber wenig Niederschlag in die Ebenen mit viel Niederschlag. Die Hauptstadt Chinas ist Peking. Weitere wichtige Städte sind Shanghai, Guangzhou, Wuhan, Harbin, Nanjing, Xi'an, Chengdu, Tianjin, Chongqing und Shenzhen. Die Fläche Chinas besteht zu 1,5 Prozent aus Städten, 2 Prozent aus Feuchtgebieten, 6,5 Prozent aus Ödland, 9 Prozent aus Wald, 21 Prozent aus Wüste, 24 Prozent aus Grasland und zu 36 Prozent aus Ackerland. Das Klima ist so vielfältig wie die Geografie: Im Westen, Norden und Nordosten herrscht ausgeprägtes Kontinentalklima mit sehr kalten Wintern und heißen Sommern. Im Süden ist das Klima hingegen subtropisch bis tropisch. Tibet hat ein spezielles Hochgebirgsklima.

Koordinaten

ca. 78° - 130° E Länge ca. 22° - 50° N Breite

Naturkatastrophen

Besonders der Osten Chinas, aber auch die südlichen Provinzen und der Himalaya sind häufig von Erdbeben betroffen. Durch Bodenerosion entsteht die Gefahr von Erdrutschen. An den Flüssen Jangtse und Huang He kommt es häufig zu Überschwemmungen. Der Bau des
Drei-Schluchten-Damms bringt völlig neue Gefahren für die Umwelt mit sich, weitreichende Veränderungen der Landschaft und Vernichtung von natürlichen Lebensräumen durch Überflutung, wird aber auch die Überflutungen flussabwärts stark einschränken können. Die Küsten im Süden und Osten des Landes sind häufig Taifunen ausgesetzt.

Bevölkerung

China ist das bevölkerungsreichste Land der Erde und viele seiner Regionen gehören zu den am dichtesten besiedelten der Welt. In der Geschichte des Landes waren Überbevölkerung und die damit verbundenen Probleme bei der Ernährung der Menschen Ursache für tiefe politische und wirtschaftliche Krisen und Hungersnöte. Die Volksrepublik China geht deshalb in der Bevölkerungspolitik Wege, die weltweit einzigartig sind und im Inland wie Ausland Kontroversen auslösen.

Völker

Hauptartikel: Völker Chinas 91,59 Prozent der Bevölkerung Chinas sind Han-Chinesen und obwohl die 55 offiziell anerkannten nationalen Minderheiten gegenüber der Han-Mehrheit einige Vorrechte haben, wird der Regierung der Volksrepublik China vielerseits vorgeworfen, besonders die muslimischen Minderheiten zu unterdrücken. Einer der Brennpunkte ist Xinjiang, welches die Heimat der muslimischen Uiguren ist. Bereits seit der Eroberung durch das kaiserliche China gibt es eine starke chinesische Einwanderung nach Xinjiang, um einerseits die übervölkerten ostchinesischen Gebiete zu entlasten und andererseits die Bodenschätze Xinjiangs zu erschließen. Auch das Atomtestgelände des chinesischen Militärs befindet sich in der dünn besiedelten Region, wodurch es bei der einheimischen Bevölkerung zu Strahlenschäden kam.

Bevölkerungsdichte

Die Volksrepublik China weist eine Bevölkerungsdichte von etwa 136 Einwohnern pro Quadratkilometer auf. Dass diese Zahl nicht sehr groß ist, liegt vor allem daran, dass etwa Westchina eine sehr niedrige Bevölkerungzahl auf großem Territorium aufweist; dieses Territorium kann aber aufgrund des Klimas auch nicht sehr viele Menschen aufnehmen. In Tibet, dem am dünnsten besiedelten Teil des Landes, leben auf einem Quadratkilometer durchschnittlich nur zwei Menschen. Der bei weitem größte Teil der Bevölkerung lebt in den Küstenregionen. Etwa 115 Millionen Menschen, also fast 10 % der chinesischen Bevölkerung, konzentrieren sich auf einer Fläche von nur 50.000 km². Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt auf 10 % der Fläche, was einer Bevölkerungsdichte von 740 Personen pro Quadratkilometer entspricht; und 90 % der Bevölkerung leben auf einem Drittel des Staatsterritoriums, was bedeutet, dass 90 % der Bevölkerung in Gebieten leben, die mit durchschnittlich 350 Einw./km² so dicht bevölkert sind wie Europas dichtestbesiedelte Länder.

Urbanisierung

Bei der Gründung der Volksrepublik im Jahre 1949 lebte nur einer von zehn Chinesen in Städten. Bis heute ist der Urbanisierungsgrad mit knapp über 30 % relativ gering. Dies hat seine Ursache vor allem darin, dass der Zuzug in die Städte die meiste Zeit nicht möglich war, und auch heute herrscht kaum Freizügigkeit. Zudem gab es in den 1960er Jahren große Kampagnen, bei denen Menschen von den Städten auf das Land umgesiedelt wurden, teilweise um die überfüllten Städte mit hoher Arbeitslosigkeit zu entlasten, teilweise aus dem ideologischen Anspruch, Klassenunterschiede und damit Unterschiede zwischen Stadt- und Landbewohnern aufzuheben. Der Urbanisierungsgrad blieb deshalb in den 1960er und 1970er Jahren weitgehend gleich, zeitweise sank er sogar. Dies ist ein einzigartiges Vorkommen in der Weltgeschichte.

Migration

Seit 1949 sind immer wieder geplante Umsiedelungen aus dicht besiedelten Gebieten in kaum besiedelte Regionen Nord-, Nordost- und Westchinas durchgeführt worden. Solche Aktionen gab es allerdings schon während der Kaiserzeit. Die Motivationen waren strategischer (Erschließung neuer Gebiete, Sinisierung von Gebieten, die überwiegend von ethnischen Minderheiten bewohnt wurden) oder wirtschaftlicher Natur (Modernisierung der Landwirtschaft und Entwicklung der Wirtschaft in abgelegenen Regionen oder Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in überbevölkerten Regionen), häufig erfolgten die Umsiedelungen auch als Straf- oder Umerziehungsmaßnahme gegen politische Gegner. Ein konkretes Beispiel für das Vorgehen bei der Erweiterung des Lebensraumes für das chinesische Volk ist Tibet: Am 20. Juni 1996 verurteilten alle Parteien des deutschen Bundestags "die Politik der chinesischen Behörden, die im Ergebnis gerade auch in Bezug auf Tibet zur Zerstörung der Identität führt, insbesondere mittels Ansiedelung und Zuwanderung von Chinesen in großer Zahl, Zwangssterilisierungen von Frauen und Zwangsabtreibungen, politischer, religiöser und kultureller Verfolgung und der Unterstellung des Landes unter eine chinesisch kontrollierte Administration." (Resolution zur Verbesserung der Menschenrechtssituation in Tibet, [http://dip.bundestag.de/btd/13/044/1304445.asc Bundestagsdrucksache 13/4445]) Seit Ende der 1970er Jahre gibt es diese Zwangsumsiedelungen nicht mehr. Trotzdem ist die Möglichkeit, den Wohnsitz und Arbeitsplatz zu wählen, eingeschränkt. Dies liegt am starken Migrationsdruck aus den armen Provinzen West- und Zentralchinas in die Küstengebiete. Zudem würde eine vollständige Liberalisierung eine starke Landflucht bedingen, und es wird befürchtet, dass dies die Städte destabilisieren würde. Bereits jetzt wird geschätzt, dass mehrere Millionen Wanderarbeiter größtenteils illegal und unangemeldet in den chinesischen Städten leben und arbeiten. Der Wissenschaftsrat der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, Zhou Ganzhi, hat im September 2005 auf der Jahresitzung über Planung für chinesische Städte 2005 in der westchinesischen Stadt Xi'an erklärt, dass die Urbanisierungsrate in China im Jahr 2020 zwischen 50 Prozent und 55 Prozent liegen werde. Mit schnellem Wirtschaftswachstum sei die Urbanisierungsrate in China in den vergangenen 10 Jahren von 20 Prozent auf 40 Prozent gestiegen. Die anhaltende Zunahme der Urbanisierungsrate sei darauf zurückzuführen, dass zahlreiche Bauern in die Städte geströmt seien und große Geldsummen in den Städtebau investiert würden, sagte Zhou.

Bevölkerungsentwicklung

Tibet Nach der Gründung der Volksrepublik im Jahre 1949 lebten in China etwa 540 Millionen Menschen. In den 1950er Jahren stieg die Bevölkerungszahl trotz niedriger Lebenserwartung stark an. Die politische Führung um Mao Zedong war der Ansicht, dass ein mächtiger Staat eine hohe Bevölkerungszahl benötigt. Erst am Ende des Jahrzehnts begann man zögerlich mit Kampagnen zur Geburtenkontrolle. Die Gesamtbevölkerung Chinas sank vorübergehend während des Großen Sprungs nach vorn, der eine große Hungerkatastrophe mit auslöste. Da die Überbevölkerung ein zusätzlicher Grund für die Hungersnot war, wurden in den 1960er Jahren zahlreiche Geburtenplanungskampagnen durchgeführt. Abtreibungen waren von da an erlaubt und Verhütungsmittel, wo vorhanden, kostenlos erhältlich. Die Kulturrevolution brachte die Kampagnen wiederum vorübergehend zum Stillstand. Nach der Kulturrevolution wurden die Aktivitäten erneut verstärkt. Neben Kampagnen wurden das Heiratsalter erhöht und eine Zwei-Kind-Beschränkung eingeführt. Ab dem Ende der 1970er Jahre galten nochmals verschärfte Maßnahmen: In Zeiten der Wirtschaftsliberalisierungen und der Öffnung des Landes gegenüber dem Ausland galt die Überbevölkerung als Haupthindernis für den wirtschaftlichen Fortschritt. Die seit 1979 geltenden Regeln sehen die Ein-Kind-Familie und sofortige Abtreibung bei ungenehmigten Schwangerschaften vor. Die Kontrolle der Geburtenbegrenzung wird jedoch auf einer recht niedrigen administrativen Ebene durchgeführt und von der Zentralregierung nicht kontrolliert, sodass es erhebliche Unterschiede in der Handhabung der Regelungen gibt: In manchen Gebieten drohen bei jedem Verstoß drakonische Strafen, in anderen werden massenweise Ausnahmen gemacht. Vor allem außerhalb der Städte sind Familien mit zwei oder drei Kindern keine Besonderheit. Den nationalen Minderheiten wurden höhere Kinderzahlen zugestanden, ebenso Bauern, deren erstes Kind eine Tochter ist, und Zwillinge wurden als besonderes Glück angesehen, da in diesem Fall auch Han-Chinesen beide Kinder behalten durften und auch beide Kinder die vollen staatlichen Leistungen bekamen. Die Sanktionierung von ungenehmigten Geburten reicht von Entzug von Sozialleistungen über Geldstrafen bis zu Entlassungsdrohungen. Insgesamt dürfte sich die Durchführung der Politik schwierig gestalten, man geht von einer hohen Dunkelziffer an Zweitgeburten aus, was durch Geld- und Personalmangel sowie Korruption ermöglicht wird. Dennoch wird geschätzt, dass durch die Geburtenkontrolle zwischen 300 und 340 Millionen Geburten verhindert wurden. Trotz dieser Maßnahmen wird die Bevölkerung weiter wachsen, wobei für etwa 2030 mit 1,5 Milliarden Menschen der Gipfel erwartet wird. Danach wird ein Rückgang der Einwohnerzahl bis 2050 auf 1,3 Milliarden prognostiziert. Das aktuelle Bevölkerungswachstum liegt bei etwa 0,6 % pro Jahr. Die Ein-Kind-Politik ist auch in China selbst nicht unumstritten. Jedoch ist das Problem der Überbevölkerung so gravierend, dass die Regierung an eine Milderung der Maßnahmen vorerst nicht denkt. Als Alternative ist eine steuerliche Benachteiligung von Familien mit mehreren Kindern im Gespräch. Das wäre auch eine Möglichkeit, dem Problem der Überalterung der Gesellschaft, die sich bereits abzeichnet, vorzubeugen. Eine andere Alternative schlug anfang Oktober 2004 der Chef der Bevölkerungskommission Chinas vor: die Geburtenkontrolle solle zugunsten einer Zwei-Kind-Politik aufgelockert werden. Zunächst soll ab 2010 Frauen über 35 Jahren ein zweites Kind erlaubt und nachfolgend jedes Jahr die Altersgrenze um ein Jahr gesenkt werden. Aufgrund von Abtreibungen weiblicher Föten kommen in China auf 100 Mädchen etwa 120 Jungen. Deshalb wurde das Feststellen des Geschlechtes per Ultraschall in der Volksrepublik unter Strafe gestellt, um wieder ein natürliches Gleichgewicht herzustellen. Nachfolgend sind die Einwohnerzahlen der Volksrepublik China von 1950 bis 2050 angegeben. Die Zahlen von 2010 bis 2050 sind Prognosen. Die Angaben basieren auf folgender Quelle: [http://www.library.uu.nl/wesp/populstat/Asia/chinac.htm]

Religion

Hauptartikel: Religion in der Volksrepublik China Die Volksrepublik ist nach wie vor ein offiziell atheistischer Staat. Nach mehr als einem halben Jahrhundert sozialistischer Herrschaft bekennt sich die überwältigende Mehrheit der Chinesen zu keiner Konfession. Es gibt keine offiziellen Statistiken über Religionszugehörigkeit. In Zahlen gegossene Aussagen über die Verbreitung einzelner Religionen sind allesamt problematisch. Dies liegt unter anderem daran, dass es im asiatischen Kulturkreis normal ist, sich zu mehr als einer Religion zu bekennen. Traditionelle Religionen sind Buddhismus, Daoismus, Islam, Christentum und Lamaismus (in Tibet und der Inneren Mongolei), daneben ist alter chinesischer Volks- und Aberglauben sehr einflussreich. Der Konfuzianismus, der eigentlich eher eine Sozialethik denn Religion ist, beeinflusst bis heute die moralischen Verhaltensweisen der Chinesen, obwohl er speziell unter Mao Zedong bekämpft wurde. Laut Umfragen bekennen sich 20% der Bevölkerung zum Konfuzianismus, 20% zum Taoismus, 18% zum Buddhismus, 4% sind Moslems, 2% Christen, 2% Volksglauben und 4% andere Religionen(Hinduismus etw.). 4% geben an aus politischen Gründen ihre Religion zu verleugnen. 26% bekennen sich als Atheist, Agnostiker u.a.. Der Glaubensausübung sind nach wie vor strenge Grenzen gesetzt, auch wenn die einschlägigen Regelungen viel liberaler gehandhabt werden als noch in den frühen 1980er Jahren. Die Toleranz der Behörden ist andererseits auch stark abhängig von der generellen politischen Lage. So erfahren Tempel und Klöster seit einiger Zeit wieder starken Zulauf, was vor allem mit der größer gewordenen sozialen Unsicherheit seit den Reformen in Zusammenhang steht. Im gleichen Kontext sind zahlreiche neue religiöse Bewegungen zu sehen, die seit den späten 1980er Jahren entstanden sind und die von den Behörden zunächst ignoriert wurden. Die bekannteste dieser Bewegungen ist Falun Gong. Speziell dem Christentum steht die chinesische Regierung skeptisch gegenüber, was nicht zuletzt historische Ursachen hat. Nur die sich dem Staat unterordnenden "patriotischen" Kirchen, etwa die Chinesische Katholisch Patriotische Vereinigung, sind erlaubt. Diese erkennen als oberste Instanz nicht den Papst, sondern die Kommunistische Partei an. Für Aufsehen erregte die Verhaftung von Cai Zhuohua. Weitere Spannungsfelder ergeben sich mit der muslimischen Minderheit, die vor allem in Nordwestchina lebt, sowie mit der lamaistischen Strömung des Buddhismus, vor allem in Tibet.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Chinas Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs endete der chinesische Bürgerkrieg zwischen der kommunistischen Partei Chinas und der Kuomintang damit, dass die Kommunisten die Kontrolle über das Festland hatten, wohingegen die Kuomintang die Insel Taiwan innehatten, auf die sie kurz zuvor geflohen waren. Am 1. Oktober 1949 proklamierte Mao Zedong die Volksrepublik China und errichtete einen kommunistischen Staat. Damit wurde zwar Chinas Unabhängigkeit wieder hergestellt, jedoch kostete die teils desaströse Politik Maos Dutzende Millionen von Menschen das Leben, wie zum Beispiel im großen Sprung nach vorn oder der Kulturrevolution. Nach Maos Tod übernahm der pragmatischere Deng Xiaoping die Führung. Die KPCh blieb an der Macht, die Kontrolle über das persönliche Leben der Menschen wurde aber schrittweise gelockert. Im politischen Leben sind die Lockerungen weniger stark ausgeprägt. Die Zentralverwaltungswirtschaft wird schrittweise reformiert, mit dem Ziel, eine sozialistische Marktwirtschaft zu schaffen. Jedoch wird China von vielen westlichen Beobachtern wie auch von seinem Nachbarn in Indien, den Menschen in Taiwan und von Oppositionellen im eigenen Land weiterhin als autoritäre Diktatur bewertet. Auch wurde im Jahr 1999 ein Zeichen gesetzt: In jenem Jahr erschien in der Volksrepublik eine neue Serie von Banknoten. Wo zuvor nur der 100-Yuan-Schein das Konterfei Maos zeigte, findet sich sein Gesicht nun auf allen neuen Geldscheinen. Siehe auch: Liste der Staatsoberhäupter der Volksrepublik China, Liste der Ministerpräsidenten der Volksrepublik China

Politik

System

China ist ein autoritärer Staat unter der Führung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh). Es gibt ein Einparteiensystem und das sozialistische Wirtschafts- und Staatssystem ist in der Verfassung verankert. Nominell das höchste Staatsorgan ist der Nationale Volkskongress (NVK), das Parlament der Volksrepublik China. Er wählt den Staatspräsidenten, den Staatsrat (die Regierung der VR China), den Obersten Volksgerichtshof, die Zentrale Militärkommission und die Oberste Staatsanwaltschaft. Doch alles dies nur auf Vorschlag der Kommunistischen Partei, deren Organisation den Staatsapparat auf allen Stufen durchdringt und oft kaum von ihm zu trennen ist. Die eigentliche politische Führung der Volksrepublik China liegt bei einem engen Kreis von Politbüro- und Militärführern, die sich jeweils um den Vorsitzenden scharen, welcher die höchsten Ämter in Staat, Partei und Armee auf sich vereinigt. Dies sind das Amt des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei Chinas, Staatspräsidenten der Volksrepublik China sowie der Vorsitzende der Zentralen Militärkommission. Derzeit hat Hu Jintao diese Positionen inne, der die Nachfolge von Jiang Zemin antrat. Die Übergabe der Ämter erfolgt jedoch im Allgemeinen innerhalb eines längeren Zeitraums. So wurde Hu bereits 2002 Generalsekretär, aber erst 2004 Vorsitzender der Zentralen Militärkommission. Im Unterschied zu westlichen Demokratien sind im Einparteienstaat China generell die Parteiämter (z.B. das des KP-Generalsekretärs) wichtiger und als mächtiger anzusehen als die Staatsämter (z.B. das des Präsidenten). Die Volksrepublik ist zwar offiziell ein zentralistischer Einheitsstaat, dessen Zentralregierung die absolute Verfügungsgewalt über die ihr untergeordneten Provinzen hat. In der Realität ist die Beziehung zwischen Zentrale und Region aber weniger eindeutig: Besonders die wirtschaftlich prosperierenden Küstenprovinzen haben zum Teil eine beträchtliche politische Verhandlungsmacht. So gibt es beispielsweise bis heute kein einheitliches System zur Verteilung der Steuereinnahmen zwischen Provinzen und Zentralregierung, ebenso wenig wie ein Ausgleichsprogramm zur Unterstützung ärmerer Provinzen. In Krisensituationen verfügt die Regierung allerdings trotzdem über die nötige Macht ihren Willen durchzusetzen; so kann sie beispielsweise Mitglieder der Provinzregierungen zumindest theoretisch nach Belieben versetzen. Obwohl die Volksrepublik China während ihres gesamten Bestehens immer nur von einer einzigen Partei regiert wurde, erlebten die Menschen mehrere tief greifende politische Umwälzungen, die durch die verschiedenen Strömungen innerhalb der KPCh und ihrer Machtkämpfe verursacht wurden. Einerseits versuchte die maoistische Strömung, China zu einem mächtigen und wohlhabenden Staat aufzubauen, der von Staatseigentum an Produktionsmitteln, geplanter Wohlstands- und Ressourcenverteilung, der Abschaffung von sozialen Unterschieden und der absoluten Kontrolle der arbeitenden Bevölkerung gekennzeichnet sein sollte. Dem gegenüber standen die Pragmatiker Liu Shaoqi und Deng Xiaoping, die zur Erreichung des gleichen Zieles marktwirtschaftliche Mechanismen, Privateigentum und die Förderung von Unternehmertum einsetzen wollten. Zu Beginn der fünfziger Jahre bis zum Ende der siebziger Jahre hatten die Maoisten meist die Überhand. Sie lösten Revolutionen wie den Großen Sprung nach vorn oder die Kulturrevolution aus. Seit der Regierungszeit von Deng Xiaoping befindet sich China auf einem Kurs in Richtung sozialistische Marktwirtschaft, obwohl es in vielen Bereichen schon lange nicht mehr als sozialistischer Staat betrachtet werden kann. Dies ist ein neuer bedeutender Einschnitt in die Gesellschaftsordnung – weg vom Kollektivismus hin zur Marktwirtschaft, die die wieder entstandenen Klassendifferenzen verschärft. Vorläufiger Höhepunkt des marktwirtschaftlichen Kurses war der Beschluss des Volkskongresses am 14. März 2004, die Abschaffung des Privateigentums rückgängig zu machen und den Schutz des Privateigentums in der Verfassung zu verankern. Dagegen bleibt die Verfügung über Grund und Boden von einer privatbesitzrechtlichen Regelung weiterhin ausgeschlossen.
Siehe auch: Völker Chinas, Liste der Staatsoberhäupter der Volksrepublik China

Opposition

Der Widerstand gegen die aus westlicher Sicht diktatorische Führung der Partei ist kaum organisiert. Gegen die Partei Widerstand zu organisieren ist strafbar. Jede Art von Organisationsbildung, die sich nicht der Partei unterordnet, ist strafbar. Dazu gehört die Zerschlagung der Demokratiebewegung nach dem Massaker am Platz des Himmlischen Friedens. Bei Strafe verboten ist auch die Gründung von unabhängigen Gewerkschaften. Oppositionelle werden aber nicht nur kriminalisiert und inhaftiert, sondern als weitere Bedrohung wirkt auch die Psychiatrisierung von Oppositionellen, die bei normabweichendem Verhalten "zu ihrem eigenen Besten" besondere staatliche Fürsorge erfahren. Neben den Beschränkungen der Opposition, die existenzbedrohend für jeden Organisator von Oppositionsbildung sind, werden außerdem kulturell bedingte Gründe für den Mangel an Widerstand angeführt: Ein häufiger kulturkritischer Erklärungsansatz verweist darauf, dass es die konfuzianische Tradition Chinas sei, die dem Volk gebiete, das existierende Herrschaftssystem nicht in Frage zu stellen, denn es wisse nicht, was gut für das Volk sei. Konfuzianisches Ideal ist die Herrschaft durch Weise (oder durch von Weisen beratene Führer). Widerstand gegen Herrscher wurde durchaus thematisiert, als Ablösung versagender Führer durch bessere Führer, nie jedoch im Vertrauen auf die Übernahme der Führerschaft durch das Volk. Dieser kulturgeschichtliche Hintergrund kann zu der Annahme verleiten, dass Demokratie auch heute vom Volk in China nicht gewollt sei oder sogar, dass die Chinesen für eine Demokratie nicht geeignet seien. Dabei sollte man sich allerdings vor Augen halten, dass dieser Ansatz häufig von Gruppen vertreten wird, in deren Interesse er liegt: also von den Kreisen der Machthaber und derjenigen, die von ihrer stabilen Machtausübung profitieren (z.B. auch westliche Unternehmerkreise), während er unter Chinesen selbst auch auf Widerspruch stößt. Die These erinnert an die vor einigen Jahren auch in anderen Teilen Asiens geführte Debatte um die "Asiatischen Werte" (Asian Values), die in den Augen neokonservativer Vertreter "den Asiaten" angeblich ungeeignet machen für die Demokratie, auch damals wurde der Konfuzianismus als demokratiehinderlich ins Spiel geführt. Die Entwicklung der Demokratien in Taiwan und Südkorea und anderswo haben diese Stimmen jedoch zum Verstummen gebracht.

Rechtssystem

Die Entwicklung des Rechts in der Vergangenheit der VR China spiegelt bis heute die Anstrengungen der Kommunistischen Partei wider, ihr Machtmonopol zu erhalten. Als 1949 die Volksrepublik gegründet wurde, übernahmen die Kommunisten die Macht über das Rechtssystem in der Überzeugung, dass sie für die politische Macht auch die Macht über das Recht benötigen. Später, während der Kulturrevolution, wurde das geschriebene Recht so weit außer Kraft gesetzt, dass nicht einmal das formelle Staatsoberhaupt vor der Willkür der Roten Garden sicher war. Mit Beginn der Wirtschaftsreformen wurde bald auch offensichtlich, dass Gesetze und Rechtssicherheit für die marktwirtschaftliche Entwicklung grundlegend wichtig sind. Seitdem hat die Volksrepublik eine beeindruckende Zahl an Gesetzen und neuen Institutionen bekommen. Die Gesetze wurden zu Beginn nach sowjetischem, später nach europäischem und nordamerikanischem Vorbild formuliert, wobei die Möglichkeit, Recht aus der westlichen Umgebung in die chinesische Umgebung zu transplantieren, natürlich begrenzt ist. Wie tief das Recht und das Rechtsbewusstsein bereits verwurzelt sind, wurde 1989 sichtbar, als die Demonstranten auf dem Tiananmen-Platz Transparente voll mit rechtlicher Symbolik mit sich trugen, wohingegen das Kriegsrecht offiziell deshalb verhängt wurde, um
Recht und Ordnung wiederherzustellen. Wichtig ist, sich klarzumachen, dass im Chinesischen der Begriff "Rechtsstaatlichkeit" verschieden ausgelegt werden kann. Der Slogan der KP ist "yi fa zhi guo". Westliche Beobachter haben darauf hingewiesen, dass dieser Slogan in der chinesischen Praxis oft besser übersetzt ist als "Herrschaft mithilfe des Rechts" (rule by law) statt wie im westlich-demokratischen Sinne als "Herrschaft des Rechts" (rule of law). Auch das Recht ist in der Volksrepublik China im Moment nur eines der Instrumente, mit welchen die Kommunistische Partei das Land regiert. Für die Partei- und Staatsführung ist wichtig, dass die Gesetze und Entscheidungen die ihr genehmen Resultate zeigen. Gleichzeitig wächst das Rechtsbewusstsein bei den Bürgern und erfordert die moderne Marktwirtschaft, die China anstrebt, echte Rechtssicherheit. Es ist ein Spannungsfeld, in dem sich Recht und Gesetze in China bewegen. Für die Ernennung von Richtern ist noch immer die Parteizugehörigkeit ein wichtiges Kriterium, und eine Ausbildung in den Rechtswissenschaften ist erst seit Mitte der 1980er Jahre Pflicht. Trotzdem gibt es mittlerweile auch Gesetze, die die Allmacht der Bürokratie beschränken, bis hin zu einem Gesetz, welches es Bürgern erlaubt, den Staat zu verklagen, wenn sie durch rechtswidrige Entscheidungen der Verwaltung geschädigt wurden. Auch gibt es Anstrengungen, das Strafrecht so zu verbessern, dass die Möglichkeit für willkürliche Bestrafung ausgeräumt wird. Während die Qualität und Anzahl der Gesetze auch dank ausländischer Beratung stark gestiegen ist, gibt es große Mängel in der Praxis der Rechtsprechung selbst. Die Anzahl der professionell ausgebildeten Richter ist nach wie vor zu niedrig. Aus diesem Grund kommt einer formellen Schlichtung, die ein Mittelding zwischen der traditionellen Schlichtung durch angesehene Laien und einer Entscheidung eines ordentlichen Gerichts ist, eine hohe Bedeutung zu. Gleichzeitig ist die politische Beeinflussung der Gerichte und Richter durch die so genannten "Gerichtskommissionen" vor Ort enorm. In diesen Kommissionen sitzen vor allem Parteikader, oft geben sie den Richtern das Urteil vor, und das nicht nur bei politisch heiklen Prozessen, sondern auch bei Verfahren, die mächtige wirtschaftliche Interessen berühren.

Menschenrechtssituation

China ist ein Land mit Todesstrafe. Absolut und relativ (Hinrichtungen pro Einwohner) gesehen werden in keinem Land der Welt so viele Menschen exekutiert wie in China. Nachdem parallel zu den Wirtschaftsreformen seit den 1980er Jahren auch Probleme wie Suchtgift- und Bandenkriminalität sowie Korruption akut wurden, wurde eine Kampagne namens "hartes Durchgreifen" gestartet, durchaus mit Billigung von weiten Teilen der Bevölkerung. Die Todesstrafe steht daher auf eine Vielzahl von Delikten, wozu auch Drogendelikte, Korruption, Wirtschaftskriminalität und die Tötung von Pandas gehören - aber auch Weitergabe von "Staatsgeheimnissen" (Tiananmen Papers, Januar 2001), was u.a. sehr freizügig interpretiert wird. In der Vergangenheit wurde z.B. die Veröffentlichung von der tatsächlichen AIDS-, SARS- oder Vogelgrippeverbreitung als Staatsgeheimnis geahndet. Organisationen wie amnesty international geben an, dass im Jahre 2004 mindestens 3400 Menschen hingerichtet wurden und 6000 Todesstrafen verhängt wurden. Die Dunkelziffer sei jedoch bedeutend höher, so wurden im März 2004 Aussagen von Chen Zhonglin, einem Abgeordneten des nationalen Volkskongresses und Direktor des Rechtsinstituts der Universität Chongqing, publik, wonach jährlich etwa 10.000 Menschen hingerichtet würden. Alle Todesurteile müssen von Gerichten auf Provinzebene bestätigt werden. Sie werden danach in der Regel sofort vollstreckt, wozu in ein paar Provinzen (zum Beispiel in Yunnan) spezielle Exekutionsbusse mit Giftspritzen eingeführt wurden. Da die Handhabung der Todesstrafe zwischen den Provinzen sehr unterschiedlich erfolgt, wird seitens vieler Intellektueller gefordert, dass der oberste Gerichtshof Chinas alle Todesurteile bestätigen muss. Vieles deutet zudem darauf hin, dass mit den Organen von Hingerichteten Handel getrieben wird. Nach dem bis heute ungesühnten Tian'anmen-Massaker von 1989 und der damit verbundenen Machtübernahme von Jiang Zemin 江泽民 wurden und werden in der Volksrepublik Millionen von Menschen, darunter Tausende von politischen Dissidenten, in Arbeitslagern gefangen gehalten. Darunter befinden sich von der Partei verfolgte Gruppen wie Demokraten, Falun Gong (法轮功) Übende, Qigong (气功) Schulen, Menschenrechtler, Gewerkschafter und viele mehr. Von den zum Zeitpunkt des Tian'anmen-Massakers verhafteten Menschen sitzen heute (2005) noch 250 in Gefängnissen und Lagern. Hin und wieder verschwinden Oppositionelle, die sich gegenüber dem Regime kritisch äußern. So ist Anfang Juni 2004 der Militärarzt Jiang Yanyong, der im Februar desselben Jahres das Vorgehen der Regierung 1989 auf dem Tiananmen-Platz kritisierte und dem es zu verdanken ist, dass das wahre Ausmaß der SARS-Epidemie an die Öffentlichkeit gelangte, spurlos verschwunden. Man geht davon aus, dass er sich nun in Polizeigewahrsam befindet. Das Internet wird in China stark zensiert (siehe Weblinks) und überwacht. Internet-Cafes müssen eine Überwachungssoftware installieren, Diskussionen im Internet stehen unter ständiger Beobachtung. Immer wieder kommt es zu Verhaftungen von Bürgern, die mehr Demokratie und Menschenrechte fordern. Ein Aids-Aktivist wurde beispielsweise ohne Gerichtsverfahren auf unbestimmte Zeit in ein Arbeitslager geschleppt, weil er einen Aids-Skandal in der Provinz Henan öffentlich machte, den die Regierung an Bauern verschuldet hatte: Die Provinzregierung hatte Mitte der Neunziger Jahre Blutspende-Kliniken eröffnet, in denen viele Bauern Blutplasma spendeten - und sich mit dem HI-Virus ansteckten. Ganze Dörfer sind in Henan heute mit dem Virus verseucht. Über Jahre hinweg verschwieg die Provinzregierung den Skandal und überließ die Bauern sich selbst, und auch Peking begann erst 2004, sich des Problems anzunehmen. In Deutschland kommt es bei gegenseitigen Staatsbesuchen immer wieder zu innenpolitischen Diskussionen. Dabei geht es um die Frage, ob und in welcher Form die Menschenrechtsverletzungen angesprochen werden sollen. Dabei werden größte Widersprüche seitens der europäischen Außenpolitik hingenommen, um beispielsweise Geschäfte in China zu sichern: So konnte der französische Präsident Jacques Chirac einen Vertrag über den Verkauf von Airbus-Flugzeugen in China abschließen, woraufhin ein chinesischer Vertreter verkündete, dass der Vertrag nur deswegen zustande gekommen sei, weil Frankreich und Deutschland China in der Menschenrechtsfrage "entgegengekommen" seien. Deutschland hatte nämlich in dem Jahr auf der 58. Menschenrechtskommission keine Resolution gegen China eingebracht, wie es die USA, die damals nicht teilnehmen durften, üblicherweise getan hatten. Ferner wurde von der rot-grünen Regierung eine U-Boot-Lieferung an Taiwan mit der Begründung, dass man keine Waffen in Krisengebiete liefere, unterbunden. Im Gegensatz dazu hat Gerhard Schröder aber Ende des Jahres 2003 der Volksrepublik China Unterstützung für die Aufhebung des EU-Waffenembargos zugesagt, obwohl China keine zwei Wochen zuvor Taiwan mit einer Invasion drohte. Das EU-Waffenembargo wurde nach dem Tian'anmen-Massaker gegen China verhängt. Am 23. März 2004 kam es in dieser Angelegenheit zu einem Konflikt mit den USA. Der US-amerikanische Botschafter wurde einbestellt, um gegen die Pläne der USA, die VR China bei der Jahressitzung der UN-Menschenrechtskommission in Genf zu verurteilen, Protest einzulegen. Der chinesische Nationale Volkskongress (NVK) hat am 14. März 2004 weitgehende Änderungen der chinesischen Verfassung beschlossen. So wurden erstmals seit Gründung der VR China die Achtung von Menschenrechten und des Privateigentums in der Verfassung aufgenommen. Wörtlich heißt es in der neuen Verfassung: „Das legale Privateigentum ist unantastbar.“ „Der Staat respektiert und schützt die Menschenrechte.“ (In offiziellen Verlautbarungen wird von einem Menschenrechtsbegriff mit einer „chinesischen Eigenart“ ausgegangen.) Die alte Verfassung ist derzeit noch bis März 2005 gültig und soll ab dann von der neuen abgelöst werden. Der ständige Ausschuss des Nationalen Volkskongresses will in den nächsten 5 Jahren rund 60 Gesetzesentwürfe überprüfen, darunter Gesetze zur Verantwortlichkeit bei Rechtsverletzungen, zur sozialen Absicherung und zur Sozialhilfe sowie ein Gesetz über den Arbeitsvertrag. Insgesamt zeichnet sich ein Umbruch des chinesischen Rechts und Sozialsystems ab. Immer wieder werden auch Fälle von Ausbeutung von Arbeitskräften bekannt, so starb im November 2005 eine Arbeiterin nach einer Vierundzwanzig-Stunden-Schicht ohne Unterbrechung an Erschöpfung. Die Arbeitsbedingungen in chinesischen Fabriken werden von Menschenrechtsorganisationen als katastrophal und vorkapitalistisch angesehen.

Außenpolitik

Im Bereich der Außenpolitik - soweit sie den Außenhandel, der an anderer Stelle behandelt wird, nicht betrifft - verfolgt die Volkrepublik vor allem die weltweite Durchsetzung der Ein-China-Politik und die Anerkennung der chinesischen Herrschaft über Tibet und Ostturkestan sowie die Bekämpfung von Separatismus und Terrorismus. Zu diesem Zwecke wurde zusammen mit Russland und einigen zentralasiatischen Staaten die Shanghai Cooperation Organization (SCO) gegründet, die zunächst nur gegen Separatismus und Terrorismus gerichtet war, sich inzwischen aber zu einem Machtblock im Kampf um politischen Einfluss und die Rohstoffe in Zentralasien entwickelt hat.

Administrative Gliederung

Shanghai Cooperation Organization
Hauptartikel: Administrative Gliederung der Volksrepublik China Die Volksrepublik China ist administrativ in 22 Provinzen, 5 autonome Gebiete, 4 regierungsunmittelbare Städte und die Sonderverwaltungsgebiete Hongkong und Macao aufgeteilt. Darüber hinaus betrachtet die chinesische Führung Taiwan als "abtrünnige" Provinz der Volksrepublik, jedoch gelangte die Insel seit dem Bestehen der Volksrepublik 1949 nie unter deren Herrschaftseinfluss.

Infrastruktur

Verkehr

Taiwan Die Verkehrsinfrastruktur in China wird ständig verbessert. Hohe Summen werden in den Bau von Straßen, vor allem auch in den Städten, Eisenbahnlinien und neue Flughäfen investiert. Speziell in den Ballungsregionen gibt es bereits viele Verkehrswege, die mitteleuropäischem Standard entsprechen. In abgelegenen Gebieten gibt es nach wie vor meist nur eine unzureichende Verkehrsanbindung. Das chinesische Eisenbahnnetz ist - vor Indien - das längste der Welt und deckt alle Provinzen ab, wobei Tibet als letztes mit einer Eisenbahnstrecke nach Lhasa an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde. Züge werden generell nur im Fernverkehr eingesetzt, Vorortzüge gibt es fast keine. Nach wie vor werden neue Strecken gebaut und auf den meisten Strecken kann die Bahn über mangelnde Auslastung nicht klagen, weshalb ständig neue Züge und Verbindungen eingeführt werden. Die Servicequalität ist recht zwiespältig: Während regional bereits internationaler Standard erreicht ist und auch Hochgeschwindigkeitsstrecken in Arbeit sind, gibt es auch Regionen, wo alte Lokomotiven und Wagen über marode Gleise fahren und Großstädte, welche fast keine Bahnanbindung besitzen. Unfälle sind, betrachtet man die Größe des Streckennetzes und die Zahl der Züge, relativ selten. Eine Besonderheit des Verkaufs von Zugfahrkarten in China ist die fehlende Möglichkeit Zugfahrkarten für Strecken zu kaufen die nicht vom momentanen Aufenthaltsort abfahren. Grundsätzlich sind Zugfahrkarten erst ab 10 Tage vor der Abfahrt erhältlich. Mit dem Straßennetz verhält es sich analog wie mit dem Schienennetz. Für Reisende sind Fernreisebusse häufig eine brauchbare Alternative zur Bahn, vor allem da, wo das Bahnnetz nicht gut ausgebaut ist oder wenn Bahntickets nicht mehr zu haben sind. Luxuriös ausgestattete Reisebusse sind gefragt, wobei jedoch die Anzahl der Unfälle recht hoch ist. Die Anzahl der Flugverbindungen von und nach China ist stark im Wachsen begriffen, immer mehr chinesische Großstädte werden etwa von Europa aus direkt angeflogen. Viele Städte besitzen neue Flughäfen bzw. bauen gerade welche, meist mit riesigen Dimensionen. Es gibt eine große Anzahl von Fluglinien. Nur wenige davon sind international tätig, die meisten konzentrieren sich auf den Inlandsverkehr. Die Tickets sind in der Regel günstig, das Angebot liegt meist leicht über der Nachfrage und die Sicherheit hat sich in den letzten zehn Jahren stark verbessert. Nach wie vor gibt es keine regelmäßigen Flugverbindungen zwischen der Volksrepublik China und Taiwan. In verkehrspolitischer Hinsicht wird in China auf das traditionelle, mit fossilen Brennstoffen betriebene Fahrzeug gesetzt. Seit dem Ende der 1980er Jahre wird dem Ausbau des Autobahnnetzes eine höhere Priorität eingeräumt als dem Ausbau des Eisenbahnnetzes (im Gegensatz zu den Jahren zuvor). Dies bedeutet jedoch, dass sich China, wie auch der Rest der Welt, in die Abhängigkeit von Erdöl begibt, welches eine schwindende Ressource ist. Dazu bedeutet die Übernahme von städteplanerischen Konzepten aus dem Westen, wo Städte für das Auto geschaffen werden, dass trotz riesiger investierter Summen Stau und Smog weiterhin zum Stadtbild großer chinesischer Städte gehören werden.

Wirtschaft

Wirtschaftsgeschichte

Smog Nachdem im Jahr 1949 die Volksrepublik China ausgerufen wurde, interessierte im Ausland vor allem die Frage, wie das Land wohl jemals seine riesige Bevölkerung ernähren wolle. Mehr als 50 Jahre später sieht sich die Welt einem Land gegenüber, das nicht nur eine Bevölkerung ernährt, die sich seither mehr als verdoppelt hat, sondern welches außerdem einen schnell wachsenden Teil davon mit Mobiltelefonen und Computern versorgt und dazu zu den größten Exportnationen der Welt gehört. Die Wirtschaftspolitik unter Mao Zedong war von der Einführung einer Planwirtschaft nach sowjetischem Vorbild geprägt. Ein Plan sollte den Markt bei der Verteilung von Ressourcen und Investitionen ersetzen. Das Ziel war, eine schnellstmögliche Industrialisierung und höchstmögliches Wirtschaftswachstum zu erreichen. Dabei wurde die Planwirtschaft in einigen Bereichen entscheidend an die chinesischen Verhältnisse adaptiert. Zum einen sah sich China nicht in der Lage, genug planerische und administrative Kräfte aufzubringen, um eine Planwirtschaft nach streng sowjetischem Vorbild einzuführen. Anstelle dessen wurden bereits in den 1950er Jahren Maßnahmen zur Dezentralisierung getroffen und den Verantwortlichen auf Provinz- und Betriebsebene mehr Freiraum zur Umsetzung der Vorgaben gegeben. Zum anderen legte Mao großen Wert auf autarke Entwicklung. Nicht nur China, sondern auch einzelne Provinzen oder Regionen sollten sich selbst versorgen können. Dadurch isolierte sich das Land vom Rest der Welt gerade in einer Zeit, als andere Entwicklungsländer durch aktive Förderung der Integration in den Weltmarkt einen wirtschaftlichen Aufholprozess erfuhren. Der dritte Unterschied zum sowjetischen Wirtschaftsmodell lag darin, dass Mao in der Wirtschaftsentwicklung auf Massenkampagnen setzte, etwa den Großen Sprung nach vorn oder die Kulturrevolution. Diese beiden vor allem politisch motivierten Bewegungen warfen das Land jedoch um viele Jahre zurück, Historiker schätzen heute, dass der Große Sprung nach vorn (1959-61) bis zu 30 Millionen Menschen das Leben gekostet hat: die meisten verhungerten, weil Maos Politik zu gewaltigen Missernten führte. Die Kulturrevolution (1966-1976) legte China für ein ganzes Jahrzehnt praktisch lahm: Schulen und Universitäten waren geschlossen, man hatte im maoistischen Slang "rot" zu sein (also politisch korrekt) und kein "Experte" (also technisch oder ökonomisch fähig). Das wirtschaftliche Erbe Maos ist somit zwiespältig: Einerseits wuchs das BIP zwischen 1952 und 1975 um jährlich durchschnittlich 6,7 %, die Möglichkeiten für Bildung (insbesondere für Frauen), medizinische Versorgung und soziale Sicherheit erreichten ein Niveau, das es in der Geschichte des Landes zuvor nie gegeben hatte und der Anteil der Industrie an der Wirtschaftskraft wurde von etwa 20 % 1952 auf 45 % 1975 gesteigert. Diese Erfolge beruhten jedoch größtenteils auf der Mobilisierung zusätzlicher Ressourcen, die Investitionen wurden zunehmend ineffizienter und das relativ hohe Wirtschafswachstum konnte nur zu einem sehr geringen Anteil in höheren Konsum der Bevölkerung umgesetzt werden. Letzten Endes musste Mao sich auch selbst eingestehen, dass sich seine von utopischen Visionen geleitete Wirtschaftspolitik in einer Sackgasse befand. Er brachte in den frühen 1970er Jahren die wirtschaftlich pragmatischen Politiker Deng Xiaoping und Zhou Enlai zurück an die Macht, obwohl sie vorher schon in Ungnade gefallen waren. Der Tod von Mao 1976 eröffnete die Möglichkeit zu Reformen. Es ist unwahrscheinlich, dass eine Fortsetzung der Wirtschaftspolitik, wie sie unter Mao gemacht wurde, noch lange möglich gewesen wäre. Deng Xiaoping ging die dringendsten Probleme daher zuerst an und erlaubte lokalen Parteiführern schrittweise, die Kollektivierung der Landwirtschaft zurückzunehmen. Die Bauern hatten von da an Eigentumsrechte an ihren Produkten, Landbesitz war jedoch weiterhin nicht möglich. Landwirtschaftliche Produkte wurden bald wieder den frei zugänglichen, ländlichen Märkten gehandelt. Ab Mitte der 1980er Jahren wurden auch nicht-staatliche Unternehmen in der Industrie zugelassen und die Staatsunternehmen mussten auf den sich entwickelnden Märkten mit Privatunternehmen konkurrieren. Später wurde es ausländischen Unternehmen erlaubt, in China zu investieren und der Außenhandel wurde liberalisiert. Auch institutionelle Reformen an staatlichen Investitionen oder dem Steuersystem wurden notwendig. An den politischen Rahmenbedingungen wurde jedoch zunächst nichts geändert, weshalb das Wirtschaftssystem als Staatskommunismus oder offiziell als „sozialistische Wirtschaft chinesischer Prägung“ bezeichnet wurde. Im Jahre 1995 wies die Wirtschaft ein stabiles hohes Wachstum auf, das vorher isolierte Land war der siebentgrößte Teilnehmer am internationalen Handel und der Lebensstandard wuchs schnell, wobei die Konsumausgaben der Haushalte zu konstanten Preise jährlich um mehr als 7 % stiegen. Seitdem stellt sich die Frage, wie lange die chinesische Wirtschaft noch in diesem Tempo wachsen kann. Mittlerweile gibt es in China kaum noch Marktsegmente, welche man leicht liberalisieren könnte, um damit ein schnelles und vor allem großes und nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu erzeugen. Dazu gibt es einige wirtschaftliche Problemfelder, zu deren Lösung es schmerzhafter Einschnitte bedarf. Dazu gehören Staatsunternehmen, die nicht privatisiert wurden und die teils hohe Verluste machen. Diesen Staatsunternehmen werden durch die Staatsbanken immer neue Kredite zur Verfügung gestellt, um sie am Leben zu halten. Dadurch haben die dominierenden staatlichen Banken hohe Summen an faulen Krediten angehäuft, wodurch das Bankensystem illiquid geworden ist. Sollten die Bankkunden plötzlich in einem Bankensturm ihre Einlagen zurückverlangen, so könnten die Forderungen nicht bedient werden. Eine Reform des staatlichen Sektors wird von der Regierung der Volksrepublik aber nur sehr zögerlich angegangen, denn es ist zu befürchten, dass eine Schließung von unrentablen Staatsunternehmen zu einer stark steigenden Arbeitslosigkeit in den Städten führen würde. Die heutige Phase wird angesichts des zunehmenden Gewichts der Privatwirtschaft in China von ausländischen Wirtschaftsführern und Politikern oft als Chinas Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft bezeichnet. Chinaexperten wie der deutsche Politikwissenschaftler Sebastian Heilmann weisen jedoch darauf hin, dass in China keineswegs die freie Marktwirtschaft regiert, vielmehr sprechen sie von einem autoritären "Kader-Kapitalismus": Wirtschaftlich erfolgreich sind meist Unternehmer mit guten Beziehungen zu den Mächtigen, Korruption ist ein großes Problem.

Energiepolitik

Deng Xiaoping Durch die rasche Industrialisierung sowie den Anstieg des Lebensstandards stieg der Energiebedarf stark an. Im Jahr 1985 wurde etwa 13 Mal so viel Energie verbraucht wie im Jahr 1957. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Energie liegt jedoch im internationalen Vergleich niedrig, nämlich bei etwa der Hälfte des internationalen Schnitts und bei etwa einem Zehntel des Pro-Kopf-Verbrauches der USA. Deshalb kann ein weiteres starkes Ansteigen des Energiebedarfs prognostiziert werden. Das Jahr 1990 markierte einen ersten Wendepunkt in der Energieversorgung: China wu


Xinjiang

Xinjiang (offiziell chinesisch 新疆维吾尔自治区 Xīnjiāng Wéiwú'ěr zìzhìqū; offiziell uigurisch: شىنجاڭ ئۇيغۇر ئاپتونوم رايونى Shinjang Uyghur Aptonom Rayoni, deutsch: Uigurisches Autonomes Gebiet Xinjiang, veraltete Kurzform: Sinkiang; türkisch: Sincan) ist ein Autonomes Gebiet im äußersten Westen der Volksrepublik China. Der nördliche Teil des Gebiets wird auch Dschungarei (Uigurisch Dschungarai oder Dshungariä) genannt. Das zuletzt im Jahr 1757 von dem Chinesischen Reich eroberte Land Ost-Turkestan (Chinesisch-Turkestan) ist für seine ethnische Vielfalt bekannt. Es wird überwiegend von Turkvölkern bewohnt, von denen die größte Gruppe Uiguren darstellen. Islamistische und pan-turkistische Organisationen der uigurischen Separatisten sorgen immer wieder für regionale Unruhen mit der Forderung nach Unabhängigkeit, da die Bevölkerung ihrer Ansicht nach einem Sinisierungsdruck ausgesetzt ist. Den nördlichen Teil der Region bevölkern größtenteils Kasachen, im Westen gibt es zahlreiche Minderheiten der Kirgisen, Mongolen und Tadschiken. Schon seit Altertum war Xinjiang, durch den der größte Teil der östlichen Seidenstraße führt, Gegenstand zahlreicher Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Völkern und Stämmen. Seine reiche, wechselhafte Geschichte macht Xinjiang zu einer einzigartigen kulturellen Schatzkammer, wo man die Spuren von unterschiedlichsten Zivilisationen Eurasiens vorfinden kann. Die Hauptstadt des Autonomen Gebietes ist Ürümqi, eine relativ junge Stadt, verglichen mit solchen geschichtsreichen Städten wie Kaschgar, Yarkant, Kuldscha oder Turfan. Andere bedeutende Orte sind die moderne Stadt Shihezi, Urumqi-Vorort Changji, Erdöl-Stadt Karamay, Altay - kasachische Stadt am Fuße der gleichnamigen Gebirgskette, Korla, Hami, Manas, Aksu und Hotan - alte Stadt im Süden des Tarimbeckens.

Geographie

Bevölkerung

Xinjiang hat laut dem Gebietszensus 2002 rund 19 Millionen Einwohner. Das Bevölkerungswachstum betrug 1,09% pro Jahr. Der Zensus aus dem Jahr 2000 weist Uiguren (45%) und Han-Chinesen (41%) als die beiden größten Volksgruppen aus. Mit großem Abstand folgen Kasachen (7%) und Hui-Chinesen (5%). Alle anderen Volksgruppen (darunter Kirgisen und Mongolen) kommen auf einen Bevölkerungsanteil von unter 1%. Quelle: 2000 nian renkou pucha Zhongguo minzu renkou ziliao, shangxia ce 2000 年人口普查中国民族人口资料, 上下册 Tabulation on Nationalities of 2000 Population Census of China, Volume 1, 2. 民族出版社 Minzu chubanshe (Nationalitätenverlag). 北京 Beijing 2003. ISBN 7105054255. 8+1.706 Seiten. [zweisprachig: Chinesisch-Englisch].

Physische Geographie

Topographie: Der Norden wird durch die Dsungarei (auch: Jungarisches Becken) gebildet, während der Großteil der Region durch das Tarim-Becken mit der darin liegenden Taklamakan-Wüste beherrscht wird. Gebirge sind der Altun und der Kunlun im Süden, der Tianshan und die Altaikette im Norden. Die Region hat im Südwesten auch Anteile an den Gebirgsmassiven Himalaya, Karakorum und Pamir. Das größte stehende Gewässer des Gebiets war einst der Lop Nor, bevor er durch Übernutzung des Tarims und des Kongque austrocknete. Für die ortsansässige Bevölkerung dürfte dies katastrophale Folgen (gehabt) haben. Die größten Flüsse des Gebiets sind bzw. waren der Tarim, der Hädik-gol mit seinen Unterläufen Kongque, Kontsche-darja und Kum-darja) und der Tschertschen-Darja, die einst alle im Lop Nor aufgingen, heute jedoch vollkommen übernutzt und chemisch belastet sind. Heute ist der Bosten-See das größte stehende Gewässer. Die Region gilt als erdbebengefährdetes Gebiet. Im Februar 2003 wurde die Provinz von heftigen Erdbeben bis Stärke 6,8 auf der Richterskala erschüttert. Mindestens 261 Menschen verloren ihr Leben, etwa 10.000 Häuser hielten den Kräften nicht stand. Aufgrund der Abgelegenheit der Region gelangen aber nur wenige Informationen über solche Katastrophen nach außen.

Politische Geographie

Nachbarstaaten: Indien, Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan, Kirgisistan, Kasachstan, Russland und die Mongolei. Die Grenze zu Indien und Pakistan liegt in der umstrittenen Region Kaschmir. Die Grenzlinie der Provinz von 5.600 km entspricht einem Viertel der gesamten chinesischen Grenzlinie. Nachbarprovinzen sind Gansu, Qinghai, Xizang (Tibet).

Wirtschaft

Landwirtschaft: In Xinjiang werden z.B. Weintrauben angebaut, die für Reisende in andere Provizen ein beliebtes Mitbringsel sind. Auch Tomaten werden angebaut und in Form von Tomatenmark exportiert. Die Zuckerindustrie ist mit 12 Rübenzuckerfabriken vertreten. Die größte Fabrik der Region ist im Kasachischen Autonomen Bezirk Ili. Bodenschätze: In den letzten Jahren sind große Erdöl- und Gasvorkommen besonders inmitten der Taklamakan-Wüste und in ihren Randbereichen gefunden worden, die nunmehr erschlossen und ausgebeutet werden. Vor allem Karamay ist stark vom Ölabbau geprägt. Die chinesische Regierung baut derzeit im pakistanischen Gwadar einen Hafen für den Export der Bodenschätze Xinjiangs, um die wirtschaftliche Entwicklung von Xinjiang zu beschleunigen.

Geschichte

Im Altertum

Im 1. Jahrtausend v. Chr. wurde Ost-Turkestan von zahlreichen sowohl nomadisierenden, als auch sesshaften Ethnien bevölkert. Die Stämme waren zum größten Teil mongolisch- oder turksprachig, doch es gab auch indogermanische Völker wie Tocharer. Im 2-3. Jahrhundert v. Chr. geriet dieses Gebiet unter die Herrschaft der Xiongnu (Hunnen), wurde aber 104 v. Chr. während der Han-Dynastie vom Kaiserreich China erobert, das ein strategisches Interesse an der Seidenstraße besaß. Im Jahre 25 wurden die Chinesen von den Hunnen besiegt und konnten ihre Herrschaft erst 73 wieder aufbauen. Nach dem Untergang der Han-Dynastie kontrollierten die den Hunnen verwandten Stämme der Xianbei und Ruanruan dieses Territorium. In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts konnte sich im Ost-Turkestan kurz das Osttürkische Reich (Khaganat) etablieren, doch während der Tang-Dynastie eroberten die Chinesen ihre verlorenen Gebiete zurück (645 – 763). Im 9. Jahrhundert siedelte der größte Teil der nomadisierenden Stämme der Uiguren vom Baikal nach Ost-Turkestan über. Hier bauten sie im Turfan-Becken ihren eigenen Staat auf, der im 12. Jahrhundert ein Vasall der mongolischen Kitan wurde. Später wurde Ostturkestan vollständig von den Mongolen unterworfen und zuerst ins Tschagatai-Reich, danach ins Reich des Timur eingegliedert. Nach dem endgültigen Untergang dieser Reiche gründeten hier die westmongolischen Stämme der Oiraten (Dschungaren) ein Khanat. Um 1757 wurde Ost-Turkestan vom Qing-Reich unter Kaiser Qianlong endgültig unterworfen. Nach der Unterdrückung der uigurischen Aufstände unter der Führung von Jakub-Bek (1864-77), vereinten die Chinesen Dschungarei und Ostturkestan in der Provinz Xinjiang (chin. „Neue Grenze“). Während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sorgten die in Zentralasien ansässigen Khane von Kokand ständig für Unruhen in den Gebieten um Yarkand und Kaschgar. 1876 wurde Kokand vom russischen General Skobelew eingenommen. Der Zar löste das Khanat Korkand auf und schlug das Gebiet dem russischen Turkestan zu. Bis zur Xinhai-Revolution 1911 galt es als Interessengebiet des Russischen Reiches.

Im 20. Jahrhundert

Mit Unterstützung des neuen Präsidenten von China, Yuan Shikai, hat der Gouverneur Yang Zengxin eine Militärdiktatur in Xinjiang eingerichtet. Nach seiner Ermordung 1928 und kurzem Intermezzo der Herrschaft von Jing Shuren („Erste Republik Ost-Turkestan“), kam 1933 Sheng Shicai an die Macht in Ürümqi. Er akzeptierte den Einfluss der Sowjetunion und baute mit ihrer Hilfe die Wirtschaft von Xinjiang auf. Nicht desto trotz führte seine nationalistische Einstellung und minderheitenfeindliche Politik häufig zu Aufständen. Auf der Suche nach Verbündeten wandte sich Sheng in den 40-er Jahren an die Guomindang und wurde nun zum extremen Antikommunisten. Am 5 Januar 1945 wurde seine Herrschaft in Folge der „Drei-Regionen-Revolution“ (benannt nach Altai, Kuldscha und Chochek) gestürzt. Die Revolutionäre proklamierten eine zweite „Republik Ost-Turkestan“, deren Territorium ca. 25% des heutigen Xinjiangs deckte. Ein Jahr später erreichten nationalistische und revolutionär-demokratische Kräfte in Xinjiang eine Übereinkunft, es wurde eine Koalitionsregierung gebildet, die weitgehend sozialistisch eingestellt war. Im Jahre 1949 erreichten die chinesischen Kommunisten, durch feste Versprechen, weitgehende Autonomie Ost-Turkestans beizubehalten, eine friedliche Eingliederung Xinjiangs in die Volksrepublik China. Im September 1955 wurde das „Uigurische Autonome Gebiet Xinjiang“ geschaffen. Während der Kulturrevolution (1966-76) musste Xinjiang, wie ganz China, den „Roten Terror“ über sich ergehen lassen, der viele Menschenleben gekostet hat und nachhaltige Folgen hinterließ. Viele Kulturgüter wurden zerstört, ethnische Minderheiten stark diskriminiert, die Autonomie war während dieser Jahre kaum mehr als eine Fiktion. Seit der Ära Deng Xiaopings profitiert Xinjiang im großen Maße vom „Chinesischen Wirtschaftswunder“. Auch kulturell ist Ost-Turkestan inzwischen aufgeblüht, die Sinisierunspolitik der Zentralregierung wurde aber nicht aufgegeben, bloss zurückgefahren.

Aktuelle politische Lage

Deng Xiaoping Das früher starke Bevölkerungswachstum ist neben dem traditionellen Kinderreichtum auch auf Ansiedlung von Han-Chinesen zurückzuführen. Allein von 1949 bis 1973 nahm der Anteil der Han-Chinesen von 3,7% auf 38% zu. In der Hauptstadt sind heute bereits 50% der Bevölkerung Han-Chinesen. Es gibt Vorwürfe, die chinesische Regierung strebe eine Sinisierung der einheimischen Bevölkerung an. In den 50er Jahren wurde zwangsweise das lateinische Alphabet für die uigurische Sprache eingeführt, was jedoch vor mehr als 20 Jahren wieder rückgängig gemacht wurde. Über 300.000 uigurische Bücher über Geschichte und Kultur wurden in der Hauptstadt im Zuge der Kulturrevolution - wie auch im übrigen China - verbrannt. Vorlesungen und Schulen in der Uigurischen Sprache wurden damals geschlossen, sind jedoch dank politischer Lockerungen jetzt wieder zugelassen. Seit 1964 führt die Volksrepublik China Kernwaffentests in Xinjiang durch. Darüberhinaus begeht China eine Modernisierung, so werden unmittelbar neben und vor Moscheen Einkaufszentren gebaut. Obwohl uigurische Geistliche angeblich nicht zu terroristischen Aktivitäten aufrufen, nahmen in letzter Zeit vereinzelte Anschläge zu. Durch eine teilweise Verfolgung flüchteten vereinzelte Gruppen uigurischer Separatisten in die benachbarten Staaten wie z.B. Kasachstan. Die Gesellschaft für bedrohte Völker - eine internationale Menschenrechtsorganisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und dem Europarat - berichtet, dass die Bedeutung und der Gebrauch uigurischer Sprache katastrofal zurückgegangen sei, weil im April 2004 China in einer neuen Richtlinie für das Erziehungswesen die Abschaffung der Minderheitenschulen anordnete, in denen auch in Uigurisch unterrichtet wird. Zukünftig soll vor allem in Chinesisch unterrichtet werden, auch in Minderheitengebieten wie in Ostturkistan, die stattdessen seit 1998 im Aufbau befindlichen "Versuchsschulen" bieten Uigurisch nur noch als Wahl- und nicht mehr als Pflichtfach an. Diese Informationen werden von vielen anderen Quellen nicht bestätigt.

Wikilinks


- Autonome Verwaltungseinheiten Chinas
- Turkestan
- Sven Hedin

Literatur


- Oskar Weggel. Xinjiang /Sinkiang: Das zentralasiatische China. Eine Landeskunde, Hamburg 1985, ISBN 3889100198
- Sven Hedin, Im Herzen von Asien, Leipzig (F. A. Brockhaus) 1903
- [http://www.gruzim.de Andreas Gruschke], Neulanderschließung in Trockengebieten der VR China und ihre Bedeutung für die Nahrungsversorgung der chinesischen Bevölkerung, Mitteilungen des Instituts für Asienkunde Nr. 194, Hamburg 1991, ISBN 3889100872

Weblinks


- [http://www.fallingrain.com/world/CH/13/a/ Ortsnamen, Alternativnamen und Lage der Orte in Xinjiang]
- [http://www.gfbv.de/volk.php?id=34 Gesellschaft für Bedrohte Völker]
- [http://www.uygur.org/deutsch.htm Weltweites Uigurisches Nachrichtennetz 2005]
- [http://www.china.org.cn/german/112244.htm Geschichte und Entwicklung Xinjiangs aus Sicht der Kommunistischen Partei] (deutsch)
- [http://www.unpo.org/member.php?arg=21 Unrepresented Nations and Peoples Organisation] (englisch)
- [http://www.eastturkestan.net Eastturkestan] (englisch) Kategorie:Autonomes Gebiet (China) ja:新疆ウイグル自治区 ko:신장 웨이우얼 자치구 th:เขตปกครองตนเองซินเจียง

Qinghai

Qinghai, häufig mit dem tibetischen Amdo gleichgesetzt, ist eine Provinz der Volksrepublik China im Nordosten des tibetischen Hochlandes.

Geschichte

Das gesamte Gebiet gehörte - nach gängiger exiltibetischer und westlicher Lesart - als Amdo vor dem Einmarsch der Volksbefreiungsarmee, im August 1949, zu Tibet und wurde danach abgespalten. Es erfolgte eine gezielte Ansiedlung von Han-Chinesen. Historisch gesehen gab es seit dem Ende des großtibetischen Reiches, dem mit den Tsenpos (btsan po) ein Kaiser-gleicher Herrscher vorstand, kein auf dem ganzen tibetischen Hochland geeintes Tibet mehr. Insbesondere Osttibet bestand aus einer Vielzahl kleiner und mittelgroßer Reiche und Gebiete, die teilweise der Lhasa-Regierung der späteren Dalai Lamas, teilweise chinesischen Provinzen unterstanden und teilweise in hohem Maße eigenständig waren. Seit etwa 1727 wurden der Norden Khams und der größte Teil Amdos von Xining aus verwaltet, einer Stadt, die bis ins frühe 20. Jahrhundert der Provinz Gansu untergeordnet war. Aus diesem Verwaltunsgraum ging 1928 die heutige Provinz Qinghai hervor.

Bevölkerung

Die Bevölkerung ist multi-ethnisch: Der gebirgige Westen wird von Nomaden bevölkert. Nur etwa ein Drittel der Bevölkerung besteht aus Han-Chinesen, der Rest sind Tibeter, muslimische Hui-Chinesen, Mongolen, Salar, Tu und Dongxiang.

Geographie

Die Hauptstadt von Qinghai ist Xining, sie ist auch die einzige größere Stadt in der Provinz. Über die Hälfte des Terrains liegt auf 4.000 - 5.000 Meter Höhe. Landwirtschaft ist bis zu 3.200 Meter Höhe möglich. In der Provinz liegt der Nordostteil der Chang Tang, der tibetischen Hochebene. Außerdem befindet sich hier das wüstenhafte Qaidambecken. Der hier gelegene Qinghai-See ist der größte Salzsee Chinas und liefert neben Salz auch Phosphate; daneben gibt es Bodenschätze in Form von Erdöl, Kohle und Eisenerz. Im Osten von Qinghai fließt der Huang He (Gelber Fluss), hier wohnt der überwiegende Teil der Bevölkerung. Auch der Yang Tse entspringt in Qinghai. Das Klima ist kontinental: trockenkalt mit langen Wintern und kurzen Sommern. Die Hauptstadt Xining gilt seit vielen Jahrhunderten als Tor nach Tibet und Zentralasien. Ein großer Teil der Fläche Qinghais wird durch die sechs Autonomen Bezirke Haibei, Haixi, Hainan, Huangnan, Golog und Yushu eingenommen.

Wirtschaft

Unter Tibetern und Mongolen ist nach wie vor die Wanderviehwirtschaft (Yaks, Schafe, Kaschmirziege, Pferde) auf dem Tibet-Qinghai-Plateau, der Hochebene, die im Süden bis nach Tibet reicht vorherrschend. Im Nordosten der Provinz dominiert die seßhafte Landwirtschaft, insbesondere bei den islamischen Völkern Qinghais (Hui, Dongxiang, Salar), z.T. aber auch bei den tibetisch-buddhistischen Tu (Mongour).

Literatur


- Andreas Gruschke: "[http://people.freenet.de/gruschke.andreas/Ethnographie-Tibets.html Demographie und Ethnographie im Hochland von Tibet]", in: Geographische Rundschau, 49 (1997), Heft 5, S. 279-286
- Andreas Gruschke: "[http://www.tibetinfopage.de/Amdo.htm The Cultural Monuments of Tibet’s Outer Provinces: Amdo]", 2 Bände, White Lotus Press, Bangkok 2001 Kategorie:Chinesische Provinz ja:青海省 ko:칭하이 성

Gansu

Gansu (甘肃 in Pinyin: Gānsù;) ist eine Provinz der Volksrepublik China.

Geographie

Gansu umfasst ein langgestrecktes Territorium, welches von Zentralchina bis in den Nordwesten des Landes reicht und dort sogar eine kurze Grenze mit der Mongolei hat. Im Nordwesten grenzt Gansu an Xinjiang, östlich liegen die Innere Mongolei, Ningxia und Shaanxi. Südlich und westlich schließen sich Sichuan und Qinghai an. Die Provinz umfasst eine Länge von etwa 1000 km und eine Oberfläche von 390 000 km², womit Gansu zu den größten Provinzen Chinas gehört. Die Region, die zu Gansu gehört, ist bereits im Altertum unter dem Namen Gansu oder Hexi (westlich des Flusses) bekannt. Der bevölkerungsreichste Teil Gansus befindet sich am Mittellauf des Huang He, wo dieser aus den Hochplateaus Westchinas kommt. Diese Lössgebiete gehören zu den Ursprungsregionen der chinesischen Zivilisation. Im südlichen Teil Gansus macht der Huang He eine große Biegung Richtung Norden. Der nordwestliche Teil Gansus ist von Trockengebieten und Oasen geprägt, hier befindet sich der Beginn der Seidenstraße. Ein großer Teil der Provinz liegt höher als 1000 m über dem Meeresspiegel. Der Westen Gansus wird durch das bis zu 5.500 m hohe Qilian-Gebirge geprägt, während sich im Osten die Wüsten Gobi und Alashan erstrecken. Insgesamt bestehen etwa 70% des Territoriums aus Gebirge oder Hochebenen. Die Schneegrenze liegt bei 4.000 Metern, die Waldgrenze bei 3.300 Metern. Gansu ist zum größten Teil erdbebengefährdet. Alashan] Gansu hat ein gemäßigtes Monsunklima im Südwesten und ein kontinentales Klima im Nordosten. Generell gehört Gansu zu den trockeneren Gebieten Chinas, wobei sich der jährliche Niederschlag zwischen 30 mm und 700 mm bewegt. Hierbei fällt in den Sommermonaten (Juni bis August) der meiste Niederschlag. Die durchschnittliche Januartemperatur liegt, je nach Region, zwischen -14 und 3°C, im Juli herrschen durchschnittlich zwischen 11 und 27°C. Wichtige Städte sind, neben der Provinzhauptstadt Lanzhou, Tianshui, Yumen, Jiayuguan, Dunhuang, Pingliang sowie Jinchang.

Geschichte

Das Territorium des heutigen Gansu war während der frühen chinesischen Geschichte ein Gebiet, das nur teilweise unter der Kontrolle des Zentrums lag. Während der Han-Dynastie bekam die Region die ersten Entwicklungsimpulse, als der Handel über die Seidenstraße einen ersten Höhepunkt erreichte und man mit den benachbarten zentralasiatischen Völkern, aber auch mit den Römern, Handel betrieb. Der Handel kam um das zweite Jahrhundert n. Chr. aufgrund zahlreicher kriegerischer Auseinandersetzungen jedoch zum Erliegen. Zur gleichen Zeit kam jedoch der Buddhismus über die Seidenstraße nach China und der Erfolg dieser neu eingeführten Religion ist wahrscheinlich auf die allgemeine instabile politische Lage im Land zurückzuführen. Zwei der vier größten Tempelgruppen und -grotten Chinas befinden sich heute auf dem Gebiet Gansus. Im vierten Jahrhundert n. Chr. führte die Toba-Rebellion zu einem abrupten Ende des Handels über die Seidenstraße. Gansu wurde von mehreren Dynastien, die von den Toba abstammten oder verwandt waren, beherrscht. Aus einem dieser Toba-Herrscher ging später, im späten 6. Jahrhundert, die Sui-Dynastie hervor. Die Sui stellten die Zentralgewalt über das Reich wieder her und dehnten seine Grenzen wieder bis Gansu aus, wobei auch Teile der Mauer im heutigen Gansu errichtet wurden. Aus der Sui-Zeit stammt auch die Benennung der Provinz; sie wurde aus den zwei Präfekturen (州) Gan (um Zhangyi) und Su (um Jiuquan) gebildet. Nach dem Fall der Sui führten die Tang die Politik der Sui praktisch fort. Die Mauer wurde bis Dunhuang erweitert und das chinesische Reich wurde bis weit in den Westen ausgeweitet. Die chinesische Hegemonie wurde jedoch von den Turkvölkern Zentralasiens, etwa den Uiguren und von den Tibetern immer wieder bedroht. So erlitt 751 die chinesische Armee eine schwere Niederlage gegen islamische Truppen aus Zentralasien, und 781 eroberten die Tibeter Dunhuang und hielten es für mehrere Jahrzehnte. Im 10. und 11. Jahrhundert errichteten die buddhistischen Tanguten im heutigen Gansu einen mächtigen Staat, der später als Westliche Xia-Dynastie versuchte, ganz China einzunehmen. Dieser Versuch wurde 1044 jedoch vereitelt. Im 11. Jahrhundert dominierten die Tanguten jedoch mit ihrem Reich und zwei weiteren Verbündeten Mächten die Politik in Nordchina. Im Jahr 1227 wurden die inzwischen geschwächten Xia jedoch durch die Mongolen vernichtet; die Mongolen errichteten später die Yuan-Dynastie und verleibten das heutige Gansu wieder in das chinesische Reich ein. Unter der mongolischen Führung kamen zahlreiche Siedler aus Zentralasien in die Region. Unter den Ming und später den Qing wurde die Westexpansion nach und nach wieder aufgenommen, wobei Gansu und speziell die Hauptstadt Lanzhou Hauptausgangspunkt wurde. Besonders ab dem 18. Jahrhundert geriet dann die Region des heutigen Qinghai und große Teile Tibets unter die Herrschaft des chinesischen Kaiserreiches. In den 1880er Jahren wurde Xinjiang (Ostturkestan) zu einer Provinz Chinas, womit Gansu keine Grenzregion mehr war. Die relativ unterentwickelte Region war zur gleichen Zeit Zentrum von starken Ansiedelungen von Moslems; diese wurden jedoch von den Han-Chinesen mit Mißgunst betrachtet und es kam zu gewaltigen Unruhen der Moslems, wobei weite Teile der Region verwüstet wurden. Die Rebellionen wurden blutig unterdrückt, gingen jedoch in Gansu und Qinghai bis 1895 weiter; das Resultat war eine Dezimierung der moslemischen Bevölkerung beider Provinzen. Nach dem Sturz der Qing-Dynastie gehörte Gansu in den 1920ern zunächst zum Gebiet des Kriegsherren Feng Yuxiang, bis dieser mit den Kuomintang brach und dafür durch KMT-Truppen angegriffen und besiegt wurde. Deshalb herrschte ab 1928 Bürgerkrieg; die Kuomintang behielten jedoch die weitgehend Kontrolle und im zweiten chinesisch-japanischen Krieg bestand in Gansu keine Gefahr japanischer Angriffe. Im August und September 1949 wurde Gansu durch kommunistische Truppen erobert und wieder in das Stammterritorium eingegliedert. Bis 1954 waren Gansu und seine Nachbarn unter der Verwaltung des Verwaltungsrates Nordwest. Erst danach wurde Gansu wieder eigenständige Provinz; im Jahr 1958 wurde Ningxia von Gansu abgetrennt und ein eigenes Autonomes Gebiet. Die Kommunisten begannen ein Industrialisierungsprogramm, welches vor allem durch die Fertigstellung einer Eisenbahnlinie zwischen Lanzhou und Urumqi (1963) Impulse bekam.

Bevölkerung

Die Volkszählung des Jahres 2000 ergab eine Bevölkerung von 25,62 Millionen Menschen oder 70 Einwohner pro Quadratkilometer. Damit gehört Gansu zu den eher dünn besiedelten Provinzen Chinas. Der Zensus ergab auch, dass sich etwa 8,7% der Bevölkerung zu den nationalen Minderheiten zählen, wobei die zwei zahlenmäßig stärksten die Hui-Chinesen und die Tibeter sind. Daneben leben Mongolen, Kasachen, Mandschu und Salaren in Gansu. Kleinere Völker, die fast ausschließlich in Gansu siedeln, sind die Baonan, Yugur (Gelb Uiguren), Dongxiang und die Tu. Die letzteren beiden Völker sind dafür bekannt, dass sie ihre ursprünglichen Sprachen mehr als andere Völker erhalten haben. 43,2% der Fläche Gansus sind Minderheitengebiete mit zwei Autonomen Bezirken, sieben Autonomen Kreisen und 26 Nationalitäten-Gemeinden. In diesen Gebieten stellen die Minderheiten etwa 56% der Bevölkerung. Gemäß der Volkszählung von 2000 lag die Urbanisierung bei nur etwa 24%, wobei die größte Stadt Lanzhou eine Einwohnerzahl von etwa 1,6 Millionen hatte. Alle anderen Städte haben eine Einwohnerzahl von weniger als einer halben Million.

Wirtschaft

Gansu gehört trotz stetigem 8%-igem Wirtschaftswachstum in den letzten Jahrzehnten zu den ärmsten Provinzen Chinas. Nach wie vor liegt das BIP bei nur etwa 4000 Yuan pro Kopf im Jahr.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft produziert etwa ein Fünftel des BIP, beschäftigt jedoch drei Fünftel der Arbeitskräfte. Die wichtigsten Produkte sind Getreide wie Weizen, Mais und Hirse; Reis gedeiht aus klimatischen Gründen nicht. Daneben werden Gemüse und Hülsenfrüchte, speziell Sojabohnen, angebaut. Gansu ist auch ein wichtiger Produzent von Baumwolle und Nüssen. In der Viehzucht dominieren die Haltung von Ziegen und Schafen und Schweinen. Gansu ist auch als Quelle für Kräuter bekannt, welche in der traditionellen chinesischen Medizin Verwendung finden.

Industrie

Die Industrie trägt 45% zum BIP bei und beschäftigt dabei weniger als 20% der Arbeitnehmer. Es dominieren der Abbau von Rohstoffen, die Schwerindustrie sowie das Baugewerbe. Abgebaut werden vor allem Kohle, Erdöl und Erdgas, Eisenerz, Nickel, Kobalt, Zink, Platin oder Selen. Die Industrie befindet sich nach wie vor zu einem Gutteil in Staatsbesitz, die Staatsbetriebe erwirtschaften drei Viertel der Industrieproduktion. Bedeutende Industrieprodukte sind Baustoffe, petrochemische Produkte und Maschinen.

Dienstleistungen

Das Dienstleistungsgewerbe erwirtschaftete 2000 etwa 36% des BIP. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind hier der Handel und Transport; Tourismus spielt eine immer wichtigere Rolle und sind zu einer der wichtigsten Einnahmequelle für diese traditionell arme Provinz geworden. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören Teile der Großen Mauer, buddhistische Höhlentempel und andere religiöse Stätten, die wilde Landschaft in der Wüste Gobi oder die Tierwelt mit Großen Pandas oder Goldaffen.

Energie

Gansu hat ein hohes Potential zur Energiegewinnung aus Wasserkraft, und dies, obwohl es zu den trockeneren Gebieten Chinas gehört. Im Jahr 2000 wurden etwa 40% der etwa 25 Millionen kWh, die in Gansu produziert wurden, aus Wasserkraft erzeugt.

Verkehr

Das Verkehrsnetz von Gansu ist sehr dünn, jedoch sind die wichtigsten Städte der Provinz gut zu erreichen. Gansus Verkehrsinfrastruktur hat für ganz China eine hohe Bedeutung, weil es wichtige Landesteile im Nordwesten an den Rest der Volksrepublik anbindet. Dazu gehören die 2.300 km Bahnlinie (der Großteil davon auf der Strecke Lanzhou-Urumqi) und die 1300 km schiffbarer Wasserwege, speziell auf dem Huang He. Das Straßennetz umfasst zwar fast 40.000 km, davon sind jedoch nur knapp 100 km in einem Zustand, den man Autobahn nennen könnte.

Verwaltungsgliederung

Auf Bezirksebene ist Gansu in elf Städte, zwei Autonome Bezirke und einen Regierungsbezirk gegliedert:
- Baiyin (白银 Báiyín)
- Dingxi (定西 Dìngxī)
- Gannan (Autonomer Bezirk der Tibeter) (甘南藏族 : Gānnán Zāngzú)
- Jiayuguan (嘉峪关 : Jiāyùguān)
- Jinchang (金昌 : Jīnchāng)
- Jiuquan (酒泉 : Jiǔquán)
- Lanzhou (兰州 : Lánzhōu)
- Linxia Autonome Präfektur der Hui (临夏回族 : Línxià Huízú)
- Longnan (陇南 : Lǒngnán)
- Pingliang (平凉 : Píngliàng)
- Qingyang (庆阳 : Qìngyáng)
- Tianshui (天水 : Tiānshuǐ)
- Wuwei (武威 : Wǔwēi)
- Zhangyi (张掖 : Zhāngyì) Unterhalb der Bezirksebene folgt die Kreisebene mit 58 Kreisen, 17 Stadtbezirken, 7 Autonomen Kreisen und 4 Städten, sowie die Gemeindeebene mit 769 Gemeinden, 443 Großgemeinden, 106 Straßenviertel und 26 Nationalitäten-Gemeinden.

Bildung

Im Jahr 2000 lag die Analphabetenquote bei 14,3%, was zu den schlechtesten Werten innerhalb Chinas gehört. Zwar hat sich der Wert seit 1990 stark verbessert, trotzdem bleibt mangelnde Bildung ein Problem, ganz besonders auf dem Land und bei den nationalen Minderheiten.

Tourismus

In der Provinz Gansu befindet sich das Westende der Großen Mauer aus dem Jahr 1372. Jiayuguan ist eine Festung, die von 12 Meter hohen Mauern umgeben wird. Der Bauplan der Festung soll so genau gewesen sein, dass nur ein einziger Mauerstein übrigblieb, der bis heute hier aufbewahrt wird. Dunhuang ist inzwischen so berühmt, dass es zum Rummelplatz verkommt: Kamelreiten, Jeep-Touren, Dünen-Surfen. Wichtigste Attraktion sind die Mogao-Grotten, 492 bis zu 1.600 Jahre alte buddhistische Höhlentempel mit 2.400 Statuen und 45.000 Quadratmeter Wandgemälden. Die Provinzhauptstadt Lanzhou, eine Zwei-Millionen-Stadt, wurde innerhalb von vier Jahrzehnten zum Industriezentrum ausgebaut. Die Stadt ist zudem Ausgangspunkt für die Verkehrswege nach Qinghai und Tibet sowie nach Xinjiang. Eingeklemmt von einer Bergkette säumt Lanzhou über zwanzig Kilometer das Südufer des Huanghe. Etwa 280 Kilometer südlich von Lanzhou befindet sich auf zirka 3.000 Meter Höhe der Ort Xiahe im gleichnamigen Verwaltungskreis. Die Gegend gehört historisch zu der tibetischen Provinz Amdo, aus der auch der gegenwärtige 14. Dalai Lama (Tenzin Gyatso) kommt. Das Labrang-Kloster (Chinesisch: la bu lang si, 拉卜楞寺) in Xiahe ist eines der wichtigsten tibetischen Klöster ausserhalb der Grenzen des Autonomen Gebiets Tibet. Etwa 10 Kilometer von Xiahe entfernt befindet sich die Sangke-Grasebene, eine eindrucksvolle weite Graslandschaft.

Weblinks


- [http://www.gansu.gov.cn 甘肅省人民政府網站 (Gansu People's Government Website)] (auf chinesisch)
- [http://www.asinah.net/chinaprovinces_gansu.html (Gansu Provinz)] (auf englisch) Kategorie:Chinesische Provinz ja:甘粛省 ko:간쑤 성

Kunlun

: Kunlun Shan

Taklamakan

Die Taklamakan-Wüste (= Takla Makan = Takelamagan Shamo = Taklimakan Shamo) ist nach der Rub al-Chali die zweitgrößte Sandwüste der Erde. Sie ist Teil der Gashun Gobi Wüste und erstreckt sich in Zentralasien im nordwestchinesischen Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang durch den westlichen Teil des Tarim-Beckens bis zu der Straße 218. Östlich dieser Straße liegt die Wüste Lop Nor an der tiefsten Stelle des Tarim-Beckens. Die genaue Bedeutung des Namen „Taklamakan“ ist unklar. Laut dem Magazin Geo stammt der Name aus dem Uigurischen und lautet so viel wie Begib dich hinein, und du kommst nie wieder heraus. Es finden sich aber auch Bezeichnungen wie Platz ohne Wiederkehr (angeblich arabisch) oder Wüste des Todes. In jedem Fall zeigt der Name, dass es sich um eines der lebensfeindlichsten Gebiete der Erde handelt. arabisch

Geographie

Die Taklamakan-Wüste füllt etwa zwei Drittel von Xinjiang aus. Sie ist dominierender Teil der 700.000 km² großen Gashun Gobi Wüste zwischen den Gebirgen Tienshan, Pamir, Kunlun und Bejschan. Ihre Fläche von rund 300.000 km² ist zum Großteil mit bis zu 100 m hohen Dünen bedeckt. Sie entstanden durch Staub- und Sandablagerungen der Eiszeit; die Dünen wandern wegen der starken Winde sehr schnell. Die Winde führen auch zur Formung von Yardangs. Die Taklamakan ist stark erdbebengefährdet. In der Wüste liegen Salzseen. In der Nähe befinden sich das Kernwaffentestgebiet und das Raketentestgebiet Lop Nor.

Klima

Mit unter 30 mm Niederschlag im Jahr gilt die Wüste als hyperarid. Dieses extreme trockene Klima entsteht durch die Kombination zweier Faktoren. Zum einen ist die Taklamakan eine Reliefwüste, eine Wüste, die im Regenschatten von Gebirgen liegt. Dazu kommt die kontinentale Lage. Vom Meer herangeführte Luftmassen haben ihre Feuchtigkeit verloren, bevor sie Zentralasien erreicht haben. Durch die Ferne zu einem Meer mit ausgleichender Wärme schwanken die Temperaturen aufs Jahr bezogen zwischen -30 bis +50°C. Auch im Tagesverlauf schwankt die Temperatur sehr stark.

Kara Buran

Berüchtigt ist der kara buran, der schwarze Sandsturm. Er kann tonnenweise Sand aufwirbeln und über Tage oder gar Wochen andauern. Seinen Namen erhielt er, weil er dabei oftmals den Himmel verfinstert. Die Zeit des Kara Buran ist vom Februar bis zum Juni; der Sandsturm kommt alle drei bis fünf Tage vor allem aus dem Nordosten. Da ihm bereits viele Karawanen, und wahrscheinlich sogar ganze Städte zum Opfer fielen, wird er mit vielen Mythen verbunden. So gibt es die Sage von der Armee eines chinesischen Kaisers, die unter dem Sand einer 250 m hohen Düne begraben sein soll.

Besiedelungsgeschichte

Sage Viele archäologische Spuren sind durch die Trockenheit gut konserviert. So sind in der Taklamakan einige versunkene Städte zu finden, die entweder durch Wüstenausbreitung und Sandstürme unbewohnbar wurden oder deren Zuflüsse ausgetrocknet sind. Die archäologischen Funde deuten auf tocharische, hellenistische und buddhistische Einflüsse hin. Die Forscher und Entdecker Nikolai Michailowitsch Prschewalski, Aurel Stein, Albert von Le Coq, Paul Pelliot und besonders Sven Hedin beschrieben die Gefahren der Reise und die untergegangenen Städte der Wüste. Neben Städteruinen wurden auch Mumien in der Region gefunden, von denen einige bis zu 4000 Jahre alt sind. Sie zeigen, welche verschiedenen Völker die Wüste einst durchquerten. Viele von ihnen scheinen ursprünglich aus Europa zu stammen und könnten Mitglieder der Tocharer gewesen sein. Später wurden die Oasen der Wüste von Turkvölkern bewohnt. Während der Tang-Dynastie wurden die Osttürken erstmals besiegt, und China konnte damit seinen Einfluss auf die wichtige Seidenstraße ausweiten. Die Seidenstraße war in dieser Region zweigeteilt: ihre Teilstrecken führten am nördlichen und südlichem Rande der unzugänglichen Taklamakan entlang. Phasen der chinesischen Herrschaft waren von der Herrschaft von Osttürken, Mongolen und Tibetern unterbrochen. Die heutige Bevölkerung besteht auf dem Land hauptsächlich aus den Turkvölkern der Uiguren und den Kasachen, während die größeren Städte inzwischen überwiegend von Han-Chinesen bevölkert sind.

Entdeckungsgeschichte

In Europa geriet die Taklamakan das erste Mal 1888 (laut manchen Quellen 1889) ins Blickfeld. Nach dem Mord an dem britischen Händler Andrew Dalgleishs im Himalaya flüchtete der Täter entlang der Wüste. Der einen zweiten Anschlag überlebende Bowers verfolgte den Täter und stieß in einer Oase auf alte Schriftstücke. Sie waren in einer indischen Sprache aus dem 5. Jahrhundert verfasst und handelten von einer Stadt im Wüstensand. Sie gelten als erste buddhistische Dokumente, die den Einfluss der damaligen indischen Kultur beweisen. 1895 machte sich der Entdecker Sven Hedin auf seine Reise zur Durchquerung der Wüste. Bei der Durchquerung kam er wegen Wassermangel nur knapp mit dem Leben davon. Die dramatische Reise wurde zu einem bis heute anhaltenden Mythos. Der Extremsportler Bruno Baumann wagte am 8. April 2000 eine Reise durch die Wüste, um die Hintergründe von Hedins Reise zu erkunden und überlebte ebenfalls nur knapp. Sven Hedin fand damals die Überreste von Dandan Oilik, einer in der Wüste versunkenen Stadt. Dortige Wandmalereien zeigten einen indischen, griechischen und persischen Einfluss.

Erschließung

Aufgrund ihres Klimas war die Taklamakan lange Zeit unzugänglich. Die Trassen der ehemaligen Seidenstraße sind heute zu asphaltierten Verkehrsstraßen ausgebaut, auf denen die gesamte Wüste umfahren werden kann. Auf der Nordroute der Seidenstraße befindet sich heute die Straße 314, auf der Südroute die Straße 315; die Ostverbindung beider Straßen bildet die Straße 218. An diesen Straßen am Rand des Tarimbeckens liegen Oasenstädte wie Hotan (= Khotan), Kaschgar und Aksu. Die Oasen werden durch Schmelzwasser der umliegenden Hochgebirge mit Wasser versorgt. Die frühere Nordroute der Seidenstraße von Korla über Loulan Gucheng nach Yumenguan Guzhi und weiter nach Dunhuang (= Mingoshan) besteht nicht mehr; deshalb wurde der Bau der Straße 218 notwendig. Ungefähr in der Mitte der Wüste sind große Erdöl- und Gasvorkommen entdeckt worden. Zu ihrer Erschließung baute die chinesische Regierung 1995 für etwa 10 Millionen € pro Kilometer den Tarim Highway, der die Wüste Taklamakan von dem an der Straße 314 gelegenen Ort Luntai (=Bügür) bis zu dem an der Straße 315 gelegenen Ort Yawatongguzlangar bei Mingfeng (=Minfeng = Niya) in Nord-Süd-Richtung vollständig durchquert. Mit einer Länge von 520 Kilometern gilt sie als die weltweit längste Wüstenstraße. Diese Straße mit beidseitigen Sanddünenbefestigungen und permanentem Straßenreinigungsservice wird deshalb auch hinsichtlich ihres Baus und der Erhaltung als die teuerste Straße der Welt angesehen. Am 4. Oktober 2002 wurde die Autobahn mit dem Namen Qieta Desert Highway für den Verkehr geöffnet. Diese führt ebenfalls in Nord-Süd-Richtung durch die Wüste und verbindet Korla (Kurla) mit dem Kreis Qarqan (Qiemo xian 且末县) und seinem Hauptort, der Großgemeinde Qiemo (Qiemo zhen 且末鎮, Chümo = Tarran). Durch den Bau dieser neuen Schnellstraße kann die ehemals zwei Tage dauernde Reise von Korla nach Qiemo in lediglich acht Stunden bewältigt werden. Der Bau einer weiteren Landstraße durch die Taklamakan wurde im Mai 2005 begonnen. Diese Straße wird mit einer Länge von 400 Kilometern von Nord nach Süd die Städte Aral und Hotan verbinden. Für ihre Realisierung werden 800 Millionen Yuan (74,4 Millionen €) veranschlagt.

Literatur


- Baumann, Bruno: Karawane ohne Wiederkehr Malik Verlag, Berlin 2000. ISBN 3890291775
- Baumer, Christoph: Geisterstädte in der Wüste Taklamakan Belser, Stuttgart 1996. ISBN 3763023348
- Baumer, Christoph: Die südliche Seidenstraße. Inseln im Sandmeer. Versunkene Kulturen der Wüste Taklamakan Verlag Philipp von Zabern, Mainz am Rhein 2002. ISBN 3-8053-2845-1
- Kausch, Anke: Seidenstraße. Von China durch die Wüsten Gobi und Taklamakan über den Karakorum Highway nach Pakistan. Dumont Kunstreiseführer. Köln 2001. ISBN 3-7701-5243-3

Landkarten


- Westchina. Maßstab 1:2 700 000. Reise-Know-How Verlag Bielefeld 2005. ISBN 3-8317-7163-4.

Weblinks

Kartenmaterial


- [http://map.huhai.net/69.jpg Karte vom Ende des 20. Jahrhunderts]
- [http://depts.washington.edu/uwch/silkroad/maps/cities/tarim.html Die Seidenstraße und die benachbarten Oasenstädte im Tarimbecken] Kategorie:Wüste in Asien ja:タクラ=マカン砂漠

Mongolen

, Uighurisch und Zhuang]] Mit dem Begriff Mongolen werden im engeren Sinne die eigentlichen Mongol