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| Amateurfotografie |
AmateurfotografieDie Amateurfotografie ist ein Sammelbegriff für die Fotografie von Nicht-Berufsfotografen, also von Amateurfotografen. Dabei enthält der Begriff allerdings keinerlei qualitative Wertung. Auch wenn Berufsfotografen eine Ausbildung genossen haben, gibt es viele Amateurfotografen welche zu gleichwertigen Ergebnissen kommen und auch sehr ähnlich arbeiten.
Nicht zu den Amateurfotografen gerechnet werden Nicht-Berufsfotografen im Bereich der wissenschaftlichen Fotografie, wie Berufsastronomen und Amateurastronomen, die auf dem Gebiet der Astrofotografie tätig sind.
Bedeutung der Amateurfotografie
: "Vielleicht ist die wahre, totale Photographie [...] ein Haufen von Bruchstücken privater Bilder, vor dem zerknitterten Hintergrund der Zerstörungen und der Krönungen" (Italo Calvino, 1957).
Soziologische Studien in der Tradition von Pierre Bourdieu unterstellen der Amateurfotografie den Zweck, den Zusammenhalt der Familie zu gewährleisten und zu fördern; Autoren wie Susan Sontag übernehmen diese Sichtweise weitgehend unreflektiert, der Fotohistoriker Timm Starl widerspricht ihr jedoch vehement.
In einer umfangreichen empirischen Studie wertete er Mitte der 90er Jahre insgesamt 72.388 Abzüge aus dem Besitz von 242 Personen aus, die zwischen 1885 und 1989 entstanden waren; demnach geben Feiern und Feste mit 3,3 Prozent nur selten Anlass zum Fotografieren; Fotografien von Familienmitgliedern und Freunden machen weitere 14,2 Prozent aus, dabei konstatiert er einen zunehmenden Anteil an Familienfotografien. Rund 40 Prozent aller Bilder zeigen keine Personen.
Eine besondere Bedeutung haben Amateurfotografien für die Historiographie und der Soziologie, da sie gerade das dokumentieren, was künstlerische und massenmediale Bilder nur gefiltert wiedergeben: das mehr oder minder authentische private und kulturelle Umfeld der Amateurfotografen und die Sichtweise, die der Fotografierende von sich und seinem Umfeld zeigen will.
Brisant sind auch häufig die Amateurfotografien von Soldaten; so stammen zahlreiche Bilddokumente aus dem Zweiten Weltkrieg, von Kriegsgefangenen und Konzentrationslagern von soldatischen Knipsern, die an propagandistischer Filterung vorbei fotografiert wurden. Ähnliches gilt auch beispielsweise für den Vietnamkrieg.
Sehr ambivalent wurde dagegen die halbprivate Bildproduktion aus dem dritten Golfkrieg aufgenommen, die beispielsweise Privataufnahmen der US-Militärs in Husseis Foltergefängnis Abu Ghreib von den "Vollzug der absoluten Unterwerfung, Dressur des sogenannten Gegners im 24-Stunden-Rhythmus, das Einbleuen der Werte der freien westlichen Welt" bebildern; in diesem Zusammenhang spricht Peter V. Brinkemper von einem fortdauernden "Medienkrieg der schmutzigen Bilder" und berichtet davon, dass das Militär ein Fotografie-Verbot für Video-, Digital- und Handycams erlassen habe (Photonews 7-8/04, S. 3).
Die Amateurfotografie spielt generell zur geschichtlichen Dokumentation eine große Rolle. So sind uns Bilder von vielen Lokomotiven hauptsächlich durch Amateurfotografen erhalten, die häufig die reizvollsten Stellen für die Aufnahmen von Eisenbahnzügen kennen. Auch viele andere Bilder, die gut die Entwicklung von technischen Anlagen aller Art zeigen, entstammen meist nicht den Kameras von Berufsfotografen.
Generell findet man im Bereich der Amateurfotografie fast alles an Fotomotiven, was mit den verwendeten Kameras fotografierbar ist. Hierunter auch zahlreiche Motive, die wegen ihrer Seltenheit (oder auch weil Berufsfotografen hierfür nicht engagiert werden) nicht von Berufsfotografen aufgenommen werden.
Die wissenschaftliche Fotografie im Allgemeinen ist ein Betätigungsfeld der "Amateurfotographen", da praktisch kein Wissenschaftler ein ausgebildeter Fotograf ist oder war.
Trickaufnahmen/Foto-Hoaxes
Auch Trickaufnahmen werden von Amateurfotografen gern gemacht. Nicht selten werden mit geeigneten Maßnahmen auch UFO Fotos gefälscht.
Geschichte und Entwicklung
Die Amateurfotografie entstand parallel zur Entwicklung der Fotografie um 1840; der Gegenpol zur Amateurfotografie – die Berufsfotografie – differenzierte sich parallel dazu ebenfalls ab 1840 aus: Beide Verwendungsformen entwickeln sich bereits in den ersten Jahren der Fotografie, und viele namhafte frühe Fotografen waren Fotoamateure, also Personen, die ihren Lebensunterhalt nicht mit der Fotografie bestritten.
Beschleunigt wurde die Ausdifferenzierung der Amateurfotografie vor allem durch drei Faktoren, welche die fotografische Praxis vereinfachten:
# Mit der Entwicklung der Handkameras ab den 1870er Jahren wurden Fotoapparate mobil und konnten situationsbezogen vergleichsweise spontan eingesetzt werden; ein typisches Beispiel ist C. P. Stirn's patentirte photographische Geheim-Camera von 1886, die 30 Mark kostete und ein Plattenmagagzin für sechs Momentfotografien enthielt.
# Mit der Entwicklung lichtstarker Objektive wie beispielsweise Voigtländers Euryscop von 1878 und Steinheils Antiplanet von 1881 konnten die Belichtungszeiten verkürzt werden, das Fotografieren von Momentaufnahmen wurde möglich.
# Mit der Erfindung von Maddox' Gelatine-Trockenplatte 1871 wurde die Verarbeitung fotografischer Platten vereinfacht; Platten konnten erstmals industriell gefertigt, so beispielsweise in Johann Sachs' Glaserei für fotografische Glasplatten in Berlin, und über einige Monate gelagert werden; auch das Mitführen eines Dunkelkammerzeltes, wie es das Kollodium-Nassverfahren noch erzwang, wurde überflüssig, da ab den frühen 1880er Jahren Wechsel- oder Doppelcassetten sowie Plattenmagazine verfügbar wurden, die eine Tageslichtwechselung ermöglichten.
Eine verbreitete Kamerabauform im ausgehenden 19. Jahrhundert war der so genannte Schülerapparat, eine einfache Kamera mit preiswerter Landschaftslinse, die jedoch als Aufnahmematerial – wie auch die zeitgenössischen Geheimkameras – noch Glasplatten verwendeten. Aus dem Jahr 1881 stammt das erste deutschsprachige Handbuch für Amateurfotografen von Haugk und Wilde (Ausführliche Anleitung, die Photographie mit der neuen, äußerst empfindlichen und haltbaren Gelatine-Emulsions-Platten, ohne eingehende Fachstudien leicht und sicher zu erlernen. Für Touristen [...] und Alle, welche die Photographie [...] zum Vergnügen betreiben wollen).
Die Amateurfotografie im engeren Sinne beginnt um 1888 mit der Etablierung der ersten industriell gefertigten und massenhaft verbreiteten Handkameras wie der Kodak No. 1. Ab diesem Zeitpunkt waren Fotografie durch den Rollfilm, kompakte Fotoapparate und eine komfortable Verarbeitung hinreichend einfach und mobil geworden, um weitere Kundenschichten zu erschließen. Eastman setzte seinen Rollfilm als Massenprodukt gegen den Widerstand des Einzelhandels und ungeachtet bis 1898 schwärender Patentstreitigkeiten am Markt durch. Obwohl Eastman das Gerichtsverfahren um den Rollfilm verlor, hatte er bis Anfang des 20. Jahrhunderts ein faktisches Monopol aufgebaut: Agfa stellte beispielsweise 1905 die Versuche ein, einen konkurrenzfähigen Rollfilm zu entwickeln und nahm die Produktion erst 1915 wieder auf.
Die Normierung und Standardisierung fotografischer Apparaturen und Verfahren ab Anfang des 20. Jahrhunderts förderten die Akzeptanz und Verbreitung weiter. Genutzt wurden zunächst überwiegend einfache Mittelformatkameras – die so genannten Boxkameras – sowie ab den 40er Jahren zunehmend Kleinbildkameras. Weiteren Auftrieb erhielt die Amateurfotografie durch die Entwicklung der Farbfotografie ab Mitte der 30er Jahre. In dieser Zeit entstanden auch zahlreiche Periodika für Fotoamateure wie Die Leica, Perutz-Mitteilungen und Der Satrap: Die Fotografie wurde "eine, wenn auch vom Großkapital unterstützte, Basis-Bewegung" (Boris von Brauchitsch, Kleine Geschichte der Fotografie, 2002, S. 110).
Eine besondere Bedeutung kommt der Arbeiterfotografie in den 20er und 30er Jahren zu, die sich als politisch engagierte Fotografie mit dokumentatischem und sozialem Anspruch verstand; in diesem Kontext sind auch die fotografischen Arbeiten von Heinrich Zille zu verorten. Die Arbeiter Illustrierte Zeitung (AIZ) veröffentlichte zahlreiche Sozialreportagen und erreichte mit einer Auflage von 1,5 Millionen nicht nur Amateurfotografen; die AIZ wurde im Nationalsozialismus verboten, mit ihr verschwand ein Forum für die sozial engagierte Fotografie.
In den Nachkriegsjahrzehnten wurde der Markt der Amateurfotografen mit speziell für die einfache und komplikationslose Handhabung konstruierten Gerätschaften versorgt; zu erwähnen sind hierbei vor allem die Instamatic-Kamera, die Pocket-Kamera sowie die weniger erfolgreichen Amateur-Konzepte der Disc- und APS-Kamera.
Heute konvergiert der technische Bereich der Amateur- und Berufsfotografie wieder zunehmend unter der Digitalfotografie, wobei sich derzeit eine Ausdifferenzierung zwischen einfachen Knips- (Consumer-) mit einer Auflösung zwischen drei und fünf Megapixeln und komplexeren (Prosumer-) Digitalkameras (ab 5 Megapixeln) andeutet.
Organisationen und Verbände
Viele Fotoamateure organisieren sich in Fotoclubs; diese Organisationsform entstand Ende des 19. Jahrhunderts als es möglich wurde, fotografische Bilder auch massenmedial durch die Autotypie zu reproduzieren. Diese Vereine trafen sich in privaten oder öffentlichen Rämen, veranstalteten Ausstellungen und Vorträge, gaben Bücher und Zeitschriften heraus und verfügten gelegentlich sogar über eigene Bibliotheken.
Das American Annual of Photography listet im Jahr 1893 rund 500 derartige Vereine auf, die teilweise noch heute existieren. Zu den bekanntesten Amateur-Fotoclubs zählen:
- Club der Amateur-Photographen (später umbenannt in Wiener Kamera-Club), Wien;
- Gesellschaft zur Förderung der Amateur-Photographie, Hamburg;
- Photoclub de Paris, Paris;
- Society of Amateur Photographers, New York;
- Camera Club, New York.
Auch heute noch haben Fotoclubs eine gewisse Bedeutung, weniger jedoch als Vereinigung von Amateurfotografen als vielmehr als Berufsverbände mit kulturpolitischem Einfluss.
Siehe auch
- Amateurfotograf
- Kodak No. 1, Handkamera und Boxkamera
- Professionelle Fotografie und Berufsfotograf
Literatur
- Timm Starl: Knipser. Die Bildgeschichte der privaten Fotografie in Deutschland und Österreich von 1880 bis 1980. München; Berlin: Koehler & Amelang, 1985. ISBN 3-7338-0200-4
- Pierre Bourdieu u.a.: Un art moyen. Essai sur les usages sociaux de la photographie. 1965 (dt. Übers. Eine illegitime Kunst. Die sozialen Gebrauchsweisen der Photographie. Frankfurt am Main 1981).
- Susan Sontag: On Photography. 1977 (dt. Übers. Über Fotografie, 1980; 15. Aufl. 2003).
Weblinks
- http://www.arbeiterfotografie.com/ - Arbeiterfotografie: "Forum für engagierte Fotografie" des Bundesverbands Arbeiterfotografie
Kategorie:Fotopraxis
FotografieAls Fotografie (ältere Schreibweise: Photographie; aus altgr. φως,φωτoς "Licht [der Himmelskörper]", "Helligkeit" und γραφειν, "malen", "schreiben") bezeichnet man:
# ein technisches Verfahren, bei dem mit Hilfe von optischen Verfahren ein Lichtbild auf ein lichtempfindliches Medium projiziert und dort direkt dauerhaft gespeichert wird (analoges Verfahren) bzw. in elektronische Daten gewandelt und dann gespeichert wird (digitales Verfahren);
# das dauerhafte Lichtbild (umgangssprachlich kurz Foto genannt, auch Abzug, Vergrößerung oder Ausbelichtung), das durch fotografische Verfahren hergestellt wird; dabei kann es sich entweder um ein Positiv oder ein Negativ handeln.
Definition
Die Fotografie ist ein Medium, das in sehr verschiedenen Zusammenhängen eingesetzt wird. Fotografische Abbildungen können beispielsweise Gegenstände mit primär künstlerischem (Künstlerische Fotografie) oder primär kommerziellem Charakter sein (Industriefotografie-, Werbe- und Modefotografie). Die Fotografie kann unter künstlerischen, technischen (Fototechnik), ökonomischen (Fotowirtschaft) und gesellschaftlich-sozialen (Amateur-, Arbeiter- und Dokumentarfotografie) Aspekten betrachtet werden. Des Weiteren werden Fotografien auch im Journalismus, in der Medizin und in der Freizeit verwendet.
Die Fotografie ist teilweise ein Gegenstand der Forschung und Lehre in der Kunstgeschichte und der emergierenden Bildwissenschaft; der Kunstcharakter der Fotografie war jedoch lange Zeit umstritten, wird jedoch seit einigen Jahren zunehmend anerkannt. Einige Forschungsrichtungen ordnen die Fotografie der Medien- oder Kommunikationswissenschaft zu (zum Beispiel Werner Faulstich), jedoch ist auch diese Zuordnung umstritten.
Fotografie kann als Ausbildungsberuf (Fotograf), aber auch an Kunstakademien und Fachhochschulen oder autodidaktisch (Fotodesigner) erlernt werden (siehe Fotografische Organisationen). Die Fotografie unterliegt dem komplexen und vielschichtigen Fotorecht; bei der Nutzung von vorhandenen Fotografien sind die Bildrechte zu beachten.
:Die Photographie ist eine wunderbare Entdeckung, eine Wissenschaft, welche die größten Geister angezogen, eine Kunst, welche die klügsten Denker angeregt – und doch von jedem Dummkopf betrieben werden kann (Nadar, 1856).
Fototechnik
Prinzipiell wird mit Hilfe eines optischen Systems, des Objektivs, das von einem Objekt ausgesendete oder reflektierte Licht auf ein lichtempfindliches Medium, beispielsweise die lichtempfindliche Schicht eines Films, projiziert und als (latentes) Abbild darauf fixiert.
Fotoapparat
Film
Der fotografischen Aufnahme dient ein Fotoapparat bzw. eine Fotokamera. Durch Manipulation des optischen Systems (Einstellung der Blende, Scharfstellung, Farbfilterung, die Wahl der Belichtungszeit und der Beleuchtung) stehen dem Fotografen zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten offen. Als höchstentwickelte Fotoapparatbauform hat sich sowohl im Analog- als auch Digitalbereich die Spiegelreflexkamera durchgesetzt
Lichtempfindliche Schicht
Bei der herkömmlichen Fotografie (Analogfotografie, Silber-Fotografie) ist die lichtempfindliche Schicht auf der Bildebene eine Dispersion (im allgemeinen Sprachgebrauch Emulsion). Sie besteht aus einem Gel, in dem gleichmäßig kleine Körnchen eines Silberhalogenids (zum Beispiel Silberbromid) verteilt sind. Je kleiner diese Körnchen sind, umso weniger lichtempfindlich ist die Schicht (siehe ISO 5800), umso besser ist allerdings die Auflösung ("Korn"). Dieser lichtempfindlichen Schicht wird durch einen Träger Stabilität verliehen. Trägermaterialien: Zelluloseacetat, früher Zellulosenitrat (Zelluloid), Kunststofffolien, Metallplatten, Textilien (siehe Film).
Bei der Digitalfotografie besteht das Äquivalent der lichtempfindlichen Schicht aus Chips wie CCD- oder CMOS-Sensoren.
Entwicklung und Fixierung
Durch das Entwickeln wird auf chemischem Wege das latente Bild sichtbar gemacht. Beim Fixieren werden die nicht belichteten Silberhalogenid-Körnchen herausgewaschen, so dass ein Bild auch bei Tageslicht betrachtet werden kann, ohne dass es nachdunkelt.
Ein weiteres älteres Verfahren ist das Staubverfahren, mit dem sich einbrennbare Bilder auf Glas und Porzellan herstellen lassen.
Ein digitales Bild muss nicht entwickelt werden; es wird elektronisch gespeichert und kann anschließend mit der elektronischen Bildbearbeitung am Computer bearbeitet und bei Bedarf ausgedruckt werden.
Geschichte der Fotografie
Siehe: Geschichte und Entwicklung der Fotografie
18. Jahrhundert: Vorläufer und Vorgeschichte
Vorläufer der Fotografie ist die Camera obscura („Dunkle Kammer“), von deren Namen sich auch das Wort Kamera ableitet. Anstelle einer Linse weist diese Kamera nur ein kleines Loch auf, durch das die Lichtstrahlen auf eine Projektionsfläche fallen, von der das (auf dem Kopf stehende) Bild abgezeichnet wurde. In Edinburgh und Greenwich bei London ist eine begehbare, raumgroße Camera obscura eine Touristenattraktion. Siehe auch Laterna magica, Panorama und Diorama. Chemiker wie Humphry Davy begannen bereits, lichtempfindliche Stoffe zu untersuchen und nach Fixiermitteln zu suchen. Ein Durchbruch ist 1550 die Erfindung der Linse, mit der schärfere Bilder erzeugt werden können. 1685: Ablenkspiegel, ein Abbild kann so auf Papier gezeichnet werden.
Humphry Davy
19. Jahrhundert: Die frühen Verfahren
Die erste Fotografie wurde 1826 durch Joseph Nicéphore Niépce hergestellt. 1837 benutzte Louis Jacques Mandé Daguerre ein besseres Verfahren, das auf der Entwicklung der Fotos mit Hilfe von Quecksilber-Dämpfen und anschließender Fixierung in einer heißen Kochsalzlösung oder einer normal temperierten Natriumthiosulfatlösung beruhte. Die auf diese Weise hergestellten Bilder, allesamt Unikate auf versilberten Kupferplatten, nannte man Daguerreotypien. Bereits 1835 erfand der Engländer William Fox Talbot das Negativ-Positiv-Verfahren.
20. Jahrhundert: Einführung der Kleinbildfotografie
Leica führte 1925 den 35-mm-Film ein (siehe Film). Oskar Barnack verwendete dazu herkömmlichen 35-mm-Kinofilm und konstruierte eine Kamera um den Film herum. Anfangs belächelt, ermöglichte erst die 35-mm-Kamera eine mobile, schnelle Fotografie. Dies begründete die moderne Reportagefotografie.
Ende des 20. Jahrhunderts: Einführung der Digitalfotografie
Reportagefotografie
1986 stellte Canon mit der RC-701 die erste kommerziell erhältliche Still-Video-Kamera mit magnetischer Aufzeichnung der Bilddaten vor, Minolta präsentierte den Still Video Back SVB-90 für die Minolta 9000; durch Austausch der Rückwand der Kleinbild-Spiegelreflexkamera wurde aus der Minolta 9000 eine digitale Spiegelreflexkamera; gespeichert wurden die Bilddaten auf 2"-Disketten.
1987 folgten weitere Modelle der RC-Serie von Canon sowie digitale Kameras von Fujifilm (ES-1), Konica (KC-400) und Sony (MVC-A7AF); auch Chinon stellte mit dem CP9-AF eine Rückwand für die digitale Bildaufzeichnung vor. 1988 folgte Nikon mit der QV-1000C und 1990/1991|91 Kodak mit dem DCS-System (Digital Camera System) sowie Rollei mit dem Digital Scan Pack. Ab Anfang der 90er Jahre kann die Digitalfotografie im kommerziellen Bildproduktionsbereich als eingeführt betrachtet werden.
Die Technik der Digitalen Fotografie revolutionierte auch die Möglichkeiten der Digitalen Kunst, insbesondere durch die Technik der Fotomanipulation.
Siehe auch: Chronologie der Fotografie, Geschichte der Fotografie, Liste bedeutender Erfindungen
Differenzierungsbereiche
Die Fotografie lässt sich in verschiedene Stilrichtungen und nach technischen Unterschieden aufteilen. Einteilungen sind beispielsweise möglich nach
- dem verwendeten Gerät (Lochkamera, Sucherkamera, Spiegelreflexkamera, Sofortbildkamera, Digitalkamera, Fachkamera auf optischer Bank oder Laufbodenkamera etc.: Kleinbildfotografie, Mittelformatfotografie, Großformatfotografie, Digitalfotografie usw.
- der Farbwiedergabe der Abbildung: Schwarzweißfotografie und Farbfotografie;
- der Art der Motivwahl und Motivation (Familienfotografie, Stillleben, Reportagefotografie, Portraitfotografie, Aktfotografie, Kriegsfotografie, Werbefotografie, Architekturfotografie, Naturfotografie, Kinderfotografie, Reisefotografie, Partyfotografie usw.)
- dem technisch-gestalterischen Grundkonzepts, wie zum Beispiel Lowkey-Fotografie, Highkey-Fotografie, abstrakte Fotografie, Lomografie,
- dem verwendeten Film- oder Negativformat (Kleinstbildformat, Kleinbildformat, Mittelformat, Großformat),
- der Art der Nachbehandlung (Virage).
Fotografie als Kunst
Der Kunstcharakter der Fotografie war lange Zeit umstritten; zugespitzt formuliert D. Pawek: „Der Fotograf bringt kein neues Sein in die Welt, es macht das Vorhandene nur sichtbar. Der Künstler erschafft die Wirklichkeit, der Fotograf sieht sie.“
Auch der Fotograf Henri Cartier-Bresson, selber als Maler ausgebildet, sah die Fotografie nicht als Kunstform, sondern als Handwerk: „Die Fotografie ist ein Handwerk. Viele wollen daraus eine Kunst machen, aber wir sind einfach Handwerker, die ihre Arbeit gut machen müssen.“ Gleichzeitig wurden gerade Cartier-Bressons Fotografien sehr früh in Museen und Kunstausstellungen gezeigt, so z.B. in der MoMa-Retrospektive (1947) und der Louvre-Ausstellung (1955).
Fotografie wurde bereits früh als Kunst betrieben (Julia Margaret Cameron, Lewis Carroll und Oscar Gustave Rejlander in den 1860ern). Erstmals trat die Fotografie in Deutschland in der Werkbund-Ausstellung 1929 in Stuttgart in beachtenswertem Umfang an die Öffentlichkeit, auch schon mit internationalen Künstlern wie Edward Weston, Imogen Cunningham und Man Ray; spätestens seit den MoMa-Ausstellungen von Edward Steichen (The Family of Man, 1955) und John Szarkowski (1960er) ist Fotografie als Kunst allgemein anerkannt.
Heute ist Fotografie als vollwertige Kunstform akzeptiert: Indikatoren dafür sind die wachsende Anzahl von Museen, Sammlungen und Forschungseinrichtungen für Fotografie, die Zunahme der Professuren für Fotografie sowie nicht zuletzt der gestiegene Wert von Fotografien in Kunstauktionen und Sammlerkreisen. Zahlreiche Gebiete haben sich entwickelt, so die Landschafts-, Akt-, Industrie-, Theaterfotografie u. a. m., die innerhalb der Fotografie eigene Wirkungsfelder entfaltet haben.
Fotografinnen und Fotografen
1960er
Die Fotografie als Objekt der Kunstwissenschaft wurde geprägt durch herausragende Fotografinnen und Fotografen wie beispielsweise - ohne Wertung quer durch die Zeit- und Stilgeschichte der Fotografie - W. H. Talbot, E. S. Curtis, Henri Cartier-Bresson, Ansel Adams, August Sander vor dem 2. Weltkrieg, Otto Steinert, Richard Avedon, Diane Arbus und unzählige andere bis hin zu "Modernen" wie Helmut Newton, Thomas Ruff, Jeff Wall und Wim Wenders. Mit jedem dieser berühmten Fotografen ist eine bestimmte Zeit, eine bestimmte Auffassung von Fotografie, ein persönlicher Stil - möglicherweise innerhalb eines bestimmten Fachgebietes der Fotografie - und eine eigene Thematik verbunden.
Einige Fotografen organisierten sich in Künstlergruppen wie f/64 um Edward Weston in den USA in der ersten Hälfte des 20. Jh. oder arbeiteten zusammen in Foto- oder Bildagenturen wie Magnum Photos oder Bilderberg, andere arbeiten dagegen bevorzugt alleine.
Oft sind künstlerisch bekannte Fotografen in ihrem "Brotberuf" eher unauffällig und durchschnittliche "Handwerker", erst in ihren freien Arbeiten treten sie mit Ausstellungen oder durch Preisverleihungen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Als Beispiel seien nur der Modefotograf Helmut Newton, der Werbefotograf Reinhart Wolf und der Landschafts- und Architekturfotograf Robert Häusser genannt: sie wurden mit völlig anderen Sujets als denen ihrer täglichen Arbeit bekannt, nämlich Aktfotografie, Food- und Architekturfotografie und mit künstlerischer eigenwilliger Schwarzweiß-Fotografie.
Die Fotografie ist jedoch keine exklusive Kunstform, sondern wird auch von zahllosen Amateurfotografen betrieben; die Amateurfotografie ist der Motor der Fotowirtschaft und Motivation für die Produktion der allermeisten Bilder, deren Zahl weltweit monatlich in die Milliarden geht.
Siehe auch: Liste bedeutender Fotografen
Theorie und Praxis
Die Fotografie wird in zahlreichen Einzeltheorien diskutiert, eine einheitliche und umfassende Theorie der Fotografie existiert jedoch bisher nicht. Die Fotopraxis ist gekennzeichnet durch die gestalterische Gratwanderung zwischen der fotografischen Technik und der gewünschten Bildaussage; sie hat sich in den vergangenen rund sechzig Jahren ausdifferenziert und umfasst zahllose Bereiche von Schnappschussfotografie und Urlaubsfotografie über Luftbildfotografie und wissenschaftliche Fotografie bis hin zu Studiofotografie, spiritistischer Fotografie und digitaler Kunst.
Besondere Bereiche der Fotografie
Es gibt einige Bereiche der Fotografie, in denen zum Teil mit besonderen Gerätschaften oder besonderen Filmen gearbeitet wird oder in denen Probleme auftreten, mit denen der "normale" Fotograf nicht konfrontiert wird. Hierzu zählen u.a. die:
- Astrofotografie
- Aktfotografie
- Luftbildfotografie
- Unterwasserfotografie
- Hochgeschwindigkeitsfotografie
- Holografie
- Infrarotfotografie
- Falschfarbenfotografie
- UV-Fotografie
- Röntgenfotografie
- Kernspuraufnahmen
- Kontaktradiografie
- Kirlianfotografie
- Lomografie
- Naturfotografie
- Schlierenfotografie
Siehe auch
- Fotoagentur
- Portal:Fotografie
- Fotoglossar
- Bildfunktion
- Kunst
- Medienwissenschaft
- Bildgebendes Verfahren
- Filmkunst
- Video
Literatur
Bücher
- Ansel Adams, Die Kamera, Christian 2002 - ISBN 388-472-070-8
- Ansel Adams, Das Negativ, Christian 1998 - ISBN 388-472-071-6
- Ansel Adams, Das Positiv, Christian 1998 - ISBN 388-472-072-4
- Roland Barthes, Die helle Kammer. Bemerkung zur Photographie, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1994
- Pierre Bourdieu, Eine illegitime Kunst: die sozialen Gebrauchsweisen der Photographie, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1983
- Bernd Busch, Belichtete Welt: eine Wahrnehmungsgeschichte der Fotografie, München: Hanser 1989
- Gisèle Freund, Photographie und Gesellschaft, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1993
- Judith Freyer Davidov, Women's Camera Work: Self/Body/Other in American Visual Culture, Duke University Press 1998
- Stefan Hartwig, Gestaltung und Wahrnehmung von Public Relations-Bildern. Lehren aus der Wissenschaft. In: [http://www.gpra.de]
- Wolfgang Kemp (Hrg.), Theorie der Fotografie, 3 Bände
- Hans-Michael Koetzle, Das Lexikon der Fotografen: 1900 bis heute, München: Knaur 2002
- Therese Mulligan, David Wooters, Geschichte der Photographie von 1839 bis heute, Taschen Verlag 2000
- Beaumont Newhall, Geschichte der Photographie, Schirmer, Mosel, München 1998
- Sigrid Schneider und Stefanie Grebe, Wirklich wahr!: Realitätsversprechen von Fotografien, Ostfildern-Ruit : Hatje Cantz], 2004
- Susan Sontag, Über Fotografie, Wien: Hanser 2002
- Susan Sontag, Das Leiden anderer betrachten , Frankfurt am Main: Fischer 2005
- Tom! Striewisch, Der große Humboldt Fotolehrgang, Humboldt-Verlag 2005 - ISBN 389-994-017-2
Zeitschriften
- Fotogeschichte
- EIKON. Internationale Zeitschrift für Photographie und Medienkunst
Weblinks
- [http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/ulb/kun.html#bild Düsseldorfer Virtuelle Bibliothek Bildarchive] - Linksammlung
- [http://www.virtuelleallgemeinbibliothek.de/00315ANF.HTM Virtuelle Allgemeinbibliothek Fotoausstellung online] - Linksammlung
- [http://www.photolinks.ch photolinks.ch] - Linksammlung, handverlesen, Deutsch und Englisch
- [http://www.photolink.de Photolink.de]
- [http://www.fotolinx.de/nachrichten Foto Nachrichten] - Fotografie Nachrichten
- [http://www.striewisch-fotodesign.de/lehrgang/ Foto-Lehrgang]
- [http://www.deviantphoto.de/ Fotografie Community deviantphoto.de]
- [http://www.flickr.com flickr.com] - Photo Sharing
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ja:写真
th:การถ่ายภาพ
Italo CalvinoItalo Calvino ( - 15. Oktober 1923 in Santiago de las Vegas in Kuba, † 19. September 1985 in Siena in Italien) war ein italienischer Schriftsteller.
Calvino wuchs in San Remo auf. Nach dem Schulabschluss studierte er ab 1942 an der agrarwissenschaftlichen Fakultät der Universität Turin. Im Zweiten Weltkrieg war Calvino in der Resistenza aktiv. Danach Studium der Literaturwissenschaften in Turin. 1947 Promotion mit einer Arbeit über Joseph Conrad.
Seit 1946 war er als Lektor bei dem italienischen Verlag Einaudi beschäftigt und literarisch aktiv. Gefördert wurde Calvino durch die Schriftsteller Cesare Pavese und Elio Vittorini. Sein erster Roman "Il sentiero dei nidi di ragno" (Wo Spinnen ihre Nester bauen), in dem er seine Kriegserfahrungen verarbeitet, erschien 1947. Der zwischenzeitlich politisch aktive Autor sagte sich nach der Besetzung von Ungarn 1956 von der kommunistischen Partei PCI los.
Calvino zählt zu den bedeutenden italienischen Autoren der Nachkriegszeit. Viele von Calvinos Büchern sind heute in Italien Volksgut und Schullektüre. Indem er den literarischen Moden keine Beachtung schenkte, überwand er die Grenzen des italienischen Neorealismus. Das Werk Calvinos entzieht sich einer einfachen Zuordnung. Obwohl es Züge der phantastischen Literatur und auch märchenhafte Züge trägt, greift eine diesbezügliche einseitige Zuordnung zu kurz. Calvino hat eine eigene Technik literarischer Reflexivität entwickelt. So wird die Literatur selbst immer wieder zum Thema in seinen Romanen. Auch metafiktionale Züge sind zu erkennen, die Calvino als einen bedeutenden Vertreter des europäischen postmodernen Romans erscheinen lassen.
Werke
Zu seinen bekanntesten Werken zählen:
- Wo Spinnen ihre Nester bauen (1947 - "Il sentiero dei nidi di ragno")
- Der geteilte Visconte (1952 - "Il visconte dimezzato")
- Italienische Märchen (1956 - "Fiabe Italiane")
- Der Baron auf den Bäumen (1957 - "Il barone rampante")
- Der Ritter den es nicht gab (1959 - "Il cavaliere inesistente")
- La giornata di uno scrutatore(1963)
- Marcovaldo (1963)
- Das Gedächtnis der Welten, Cosmicomics (1965 - "Le cosmicomiche")
- Ti con zero (1968)
- Die unsichtbaren Städte (1972 - "Le città invisibili")
- Das Schloss, darin sich Schicksale kreuzen (1973 - "Il castello dei destini incrociati")
- Wenn ein Reisender in einer Winternacht (1979 - "Se una notte d’inverno un viaggiatore")
- Palomar (1983)
- Eremit in Paris (1994 - "Eremita a Parigi")
Literatur
- Schwerpunkt: Italo Calvino. In: Zibaldone: Zeitschrift für italienische Kultur der Gegenwart, Band 1 (1986), Piper-Verlag, München. ISBN 3-492-05011-5
Weblinks
-
Einige (allerdings englischsprachige) Links zu Italo Calvinos Werk:
[http://www.italo-calvino.com/]
[http://www.emory.edu/EDUCATION/mfp/cal.html]
[http://greatsfandf.com/AUTHORS/ItaloCalvino.shtml]
[http://books.guardian.co.uk/authors/author/0,5917,-32,00.html]
[http://www.sccs.swarthmore.edu/users/00/pwillen1/lit/index2.htm]
Calvino, Italo
Calvino, Italo
Calvino, Italo
Calvino, Italo
Calvino, Italo
Calvino, Italo
Calvino, Italo
Calvino, Italo
Calvino, Italo
ja:イタロ・カルヴィーノ
Pierre Bourdieu]
Pierre-Félix Bourdieu ( - 1. August 1930 in Denguin, Pyrénées-Atlantiques; † 23. Januar 2002 in Paris) war einer der renommiertesten französischen Soziologen des 20. Jahrhunderts.
Leben
Der in Denguin geb. Bourdieu stammte aus eher "einfachen" Verhältnissen. Sein Vater Albert Bourdieu war Landwirt und später Postangestellter, seine Mutter Noémie Bourdieu, geborene Duhau, Hausfrau. Er besuchte dort das Lycée de Pau und wechselte 1948 an das rennomierte Lycée Louis-le-Grand nach Paris. Bourdieu studierte in Paris im Hauptfach Philosophie an der École Normale Supérieure und erreichte 1954 die Agrégation.
Nach dem akademischen Abschluss nahm er zunächst eine Stelle als Lehrer an. 1958-1960 unternahm er, während seines Einsatzes als Soldat im Algerienkrieg, in der Kabylei im nördlichen Algerien Feldforschungen zur Kultur der Berber und begründete mit deren Resultaten seine Reputation als Soziologe. Seit 1981 hatte Bourdieu einen Lehrstuhl am Collège de France. Seit 1985 war er Director des Centre de Sociologie Européenne (CSE) am Collège de France und der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. Bourdieu war auch, vor allem in späteren Jahren, ein politischer Intellektueller mit Sinn für symbolische Gesten: bekannt geworden ist seine Solidarisierung mit streikenden Bahnarbeitern auf einer Betriebsversammlung im Gare de Lyon am 13. Dezember 1995. Im Jahre 1998 unterststützte er die Arbeitslosenbewegung in Frankreich. Bourdieu starb im Jahre 2002 an einer Krebserkrankung.
Von 1962 bis 1983 war er mit Marie-Claire Brizard verheiratet. Bourdieu hatte drei Kinder Jérôme Bourdieu, Emmanuel Bourdieu,
Laurent Bourdieu.
Forschung
Seine soziologischen Forschungen, zumeist im Alltagsleben verwurzelt, waren vorwiegend empirisch orientiert und können der Kultursoziologie zugeordnet werden. Anknüpfend an den Strukturalismus versuchte Bourdieu, subjektive Faktoren mit objektiven Gegebenheiten zu verbinden. Wissenschaftstheoretisch vertrat er unter anderem die Aufhebung des Dualismus von Subjektivismus und Objektivismus, zwischen Idealismus und Materialismus. Auch zum mittelalterlichen Universalienstreit nahm Bourdieu eine vermittelnde Position zwischen Nominalismus und Realismus ein.
Bourdieu entwickelte seine theoretischen Begriffe unter Einbeziehung der Erfahrungen von Individuen. Er verwendete Leitbegriffe wie Habitus, sozialer Raum, soziales Feld und Kapital. Alle diese in der Soziologie und Ökonomie verwendeten Begriffe entwickelte er weiter, so dass sie in der Zusammenschau eine neue empirisch begründete soziologische Theorie ergeben, die in den heutigen soziologischen Diskursen von großer Bedeutung ist und häufig als "Theorie der Praxis" bezeichnet wird.
Die Kulturtheorie Bourdieus vergleicht Interaktionen des Alltagslebens mit einem Spiel. Die Individuen besitzen unterschiedlich viele Potentiale verschiedener Art, die sie einsetzen und teilweise transformieren können: ökonomisches Kapital, soziales Kapital, symbolisches Kapital und kulturelles Kapital bzw. Bildungskapital. Dabei gilt: "Und jeder spielt entsprechend der Höhe seiner Chips." So kann der Erwerb kulturellen Kapitals beispielsweise zur Erhöhung des ökonomischen Kapitals eingesetzt werden.
In seinem Hauptwerk Die feinen Unterschiede prägt Bourdieu den Begriff Distinktionsgewinn für die erfolgreiche Durchsetzung eines neuen vorherrschenden Geschmacks bzw. Lebensstils als Mittel im Kampf um gesellschaftliche Positionen. Diese Kulturkämpfe zwischen den gesellschaftlichen Klassen finden in einem sogenannten Raum der Lebensstile statt.
Trotz seiner ausgefeilten Sozialtheorie war Bourdieu ein empirisch arbeitender Soziologe. Dabei setzte er qualitative und quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung ein. In dem Werk Das Elend der Welt arbeitete er vor allem mit qualitativen Interviews . Um eine Feldanalyse durchzuführen verwendete er oft das mathematische Verfahren der sog. Korrespondenzanalyse bei der kategoriale Variablen in einem zweidimensionalen Raum verortet werden. Vor allem in seinem späteren Werk homo acedemicus ist dies ein von ihm häufig verwendetes Verfahren.
Nach Bourdieu gibt es für die menschliche Freiheit vielfältige Begrenzungen, unter anderem durch unbewusste verinnerlichte Faktoren, Illusionen, durch sozioökonomische Strukturen, historische Gegebenheiten, Geschlecht, Nationalität und Weltanschauung. Jedoch hat jeder Mensch innerhalb seiner Grenzen einen individuellen Handlungsspielraum, der umso größer ist, desto komplexer die Gesellschaft organisiert ist. Nur auf diesem beschränkten Hintergrund gibt es sozialen Wandel und Innovation.
Wissenschaftliche Vorläufer Bourdieus waren insbesondere Émile Durkheim, Max Weber und Karl Marx. Seine Sozial-Epistemologie ist von Durkheim beeinflusst. Er verwendet wie dieser den Begriff der "sozialen Tatsache" und teilt die Grundeinsicht in die Bedeutung der Kultur- und Sozialanthropologie für die Soziologie. Mit Weber verband ihn der Ungleichheitsdiskurs, der sich an der subjektiv ausgerichteten Begriffstrias Klasse/Stand/Partei orientiert. Von Marx übernahm er Teile der objektiv ausgerichteten Konzepte Klasse und Klassenkampf, die er über die ökonomischen Aspekte hinaus sehr stark erweiterte. Friedrich Nietzsches "Genealogie der Moral" stand bei seiner Diskussion des Verhältnisses zwischen dem Adel und den "einfachen Leuten" Pate.
Bourdieus wissenschaftliches Gesamtwerk zeichnet sich durch hohe Komplexität aus, da er nicht nur verschiedene Wissenschaftssysteme, sondern gleichzeitig eine Vielzahl von neu konnotierten Begrifflichkeiten miteinander verbindet.
Bekannt war Bourdieu zudem als politisch engagierter Intellektueller, der sich gegen die herrschende Elite und den Neoliberalismus wandte. Die Aufgabe der neuen sozialen Bewegungen umschrieb er mit dem Begriff der "ökonomischen Alphabetisierung". In seinen letzten Lebensjahren stand Bourdieu der globalisierungskritischen Bewegung nahe.
Hier einige Beispiele von Ergebnissen seiner empirischen Arbeiten:
- Er zeigte, dass trotz der formalen Wahlfreiheit in Fragen des ästhetischen Geschmacks, künstlerische Präferenzen in Frankreich (z.B. klassische Musik, Rock, Chanson) stark mit der ("kulturellen") Klassenzugehörigkeit korrelieren.
- Er wies - alltägliche Beobachtungen einbringend - nach, dass Feinheiten der Sprache wie Akzent, Grammatik, Aussprache und Stil einen wesentlichen Faktor in der sozialen Mobilität (z.B. beim Erwerb eines besser bezahlten und höherbewerteten Berufs) darstellen.
- Die von Bildungspolitik und Arbeitslosigkeit ausgelöste Bildungsdynamik bezeichnete er als "Inflation der Bildungsabschlüsse", beziehungsweise "Bildungsexpansion". Die Schulabschlüsse verlieren dadurch an Wert und auch die Absolventen aus niedrigeren Schichten haben schlechte Möglichkeiten, dieses Kapital angemessen umzusetzen (vgl. Bildungsparadox)
- Durch die zunehmende neoliberale Globalisierung sind atypische Arbeitsverhältnisse zur Regel geworden. Diese Prekarisierung trifft nicht nur marginalisierte Gesellschaftsgruppen, sondern zunehmend auch solche mit (noch) gesichertem Einkommen. Das organisierte Gegeneinander der Lohnabhängigen ist Bestandteil der neoliberalen Hegemonie. Die "strukturelle Gewalt" der Konkurrenz solle aufgegeben werden zu Gunsten eines Erkennens der gemeinsamen Interessen.
Auszeichnungen
- 1989 Ehrendoktor der Freien Universität Berlin
- 1993 Médaille d'or du Centre National de la Recherche Scientifique CNRS, höchste akademische Auszeichnung in Frankreich
- 1996 Erving Goffman - Preis der Universität Berkeley (Kalifornien)
- 1996 Ehrendoktor der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
- 1996 Ehrendoktor der Universität Athen
- 1997 Ernst-Bloch-Preis der Stadt Ludwigshafen
- 1999 Ehrendoktor der Universität Joensuu (Finnland)
- 2000 Huxley - Medaille des Königlichen Anthropologischen Instituts London
Werke
- Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. (französ. 1979), Frankfurt a.M. 1982. ISBN 3-51828-258-1
- Entwurf einer Theorie der Praxis. (französ. 1972), Frankfurt a.M. 1979. ISBN 3-51827-891-6
- Praktische Vernunft. Zur Theorie des Handelns. Frankfurt a.M. 1998. ISBN 3-51811-985-0
- Der Einzige und sein Eigenheim., Hamburg 2002. ISBN 3-87975-862-X
- Über das Fernsehen. (französ. 1996), Frankfurt a.M. 1998. ISBN 3-51812-054-9
- "Schwierige Interdisziplinarität : zum Verhältnis von Soziologie und Geschichtswissenschaft". Münster 2004. ISBN 3-89691-573-8
- Titel und Stelle. Über die Reproduktion sozialer Macht. Mitautoren: Luc Boltanski, Monique de Saint Martin,Pascale Maldidier. (französ. 1971), 1978. ISBN 3-43400-496-3
- Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen Vernunft. (französ. 1980), Frankfurt a. M. 1987. ISBN 3-51828-666-8
- Homo Academicus. (französ. 1984), Frankfurt a. M. 1988. ISBN 3-51828-602-1
- Was heißt sprechen? Die Ökonomie des sprachlichen Tausches (französ. 1987), Hg. Georg Kremnitz, Wien 1990.
- Die verborgenen Mechnismen der Macht. Schriften zu Politik und Kultur 3, Bd. 1, Hg. Margareta Steinrücke, Hamburg 1992. ISBN 3-87975-605-8
- Soziologische Fragen Frankfurt a. M. 1994. ISBN 3-51811-872-2
- Reflexive Antthropologie. Mitautor: Loic D. Wacquant. Franfurt a. M. 1996.
- Zur Soziologie der symbolischen Formen. Frankfurt a. M. 2000. ISBN 3-51827-707-3
- Meditationen. Zur Kritik der scholastischen Vernunft. Frankfurt a. M. 2001. ISBN 3-51829-295-1
- Das Elend der Welt. Zeugnisse und Diagnosen alltäglichen Leidens an der Gesellschaft. (französ. 1993), Konstanz 1997. ISBN 3-87940-568-9, - cultural studies zum Neoliberalismus
- Perspektiven des Protestes. Initiativen für einen europäischen Wohlfahrtsstaat." Hamburg 1997.
- Gegenfeuer. Wortmeldungen im Dienste des Widerstands gegen die neoliberale Invasion. UVK, Konstanz 1998. ISBN 3-89669-903-2
- Gegenfeuer 2. Für eine europäische soziale Bewegung. UVK, Konstanz 2001. (Raisons d'agir, 7) ISBN 3-89669-997-0
- Neue Wege der Regulierung. Vom Terror der Ökonomie zum Primat der Politik. Hamburg 2001.
- Ein soziologischer Selbstversuch. Frankfurt a. M. 2002. ISBN 3-51812-311-4
- Der Staatsadel. Konstanz 2004. ISBN 3-8969-807-9 (postum)
- Die männliche Herrschaft (französ. 1998), Frankfurt a. M. 2005. ISBN 3-51841-144-6
- Die Durchsetzung des amerikanischen Modells und die Folgen, in: Loccumer Initiative kritischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (Hrsg.): Europa des Kapitals oder Europa der Arbeit?, Perspektiven sozialer Gerechtigkeit (Kritische Interventionen 4), Offizin Verlag, Hannover 2000. ISBN 3-930345-22-6
Literatur
Einführungen
- Markus Schwingel: "Pierre Bourdieu zur Einführung". 4. Aufl. Junius-Verlag, Hamburg 2003 181 S. ISBN 3-88506-968-7
- Christian Papilloud: "Bourdieu lesen. Einführung in eine Soziologie des Unterschieds. Mit einem Nachwort von Loic Wacquant". Bielefeld, Transcript-Verlag, 2003, ISBN 3-89942-102-7
Weiterführende Sekundärliteratur
- Bittlingmayer, Uwe H. [Hrsg.]: Theorie als Kampf?: Zur politischen Soziologie Pierre Bourdieus. Opladen: Leske + Budrich 2002. 492 S. ISBN 3-8100-3352-9
- Bohn, Cornelia: Habitus und Kontext. Ein kritischer Beitrag zur Sozialtheorie Bourdieus. Opladen: Westdt. Verl. 1991.
- Brink, Tobias ten: VordenkerInnen der globalisierungskritischen Bewegung: Pierre Bourdieu, Susan George, Antonio Negri. Köln: Neuer ISP Verl. 2004. ISBN 3-89900-020-X
- Ebrecht, Jörg und Hillebrandt, Frank [Hrsg.]: Bourdieus Theorie der Praxis. Wiesbaden: VS Verlag 2.Aufl. 2004. 246 S. ISBN 3-531-33747-5
- Engler, Steffani und Krais Beate (Hrsg.): Das kulturelle Kapital und die Macht der Klassenstrukturen. sozialstrukturelle Verschiebungen und Wandlungsprozesse des Habitus. Weinheim [u.a.]: Juventa-Verl. 2004 216 S. ISBN 3-7799-1582-0
- Herz, Martin: Disposition und Kapital. Ein Beitrag zur Bourdieu-Debatte. Wien: Braumüller 1996.
- Krais, Beate und Gebauer, Gunther: Habitus. Bielefeld: transcript 2002. 94 S. ISBN 3-933127-17-3
- Müller, Hans-Peter: Sozialstruktur und Lebensstile. Der neuere theoretische Diskurs über soziale Ungleichheit. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1997.
- Nassehi, Armin [u.a.] [Hrsg.]: Bourdieu und Luhmann. ein Theorienvergleich. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2004. 271 S. ISBN 3-518-29296-X
- Rehbein, Boike [Hrsg.]: Pierre Bourdieus Theorie des Sozialen. Probleme und Perspektiven. Konstanz: UVK-Verl.-Ges. 2003.
- Steinrücke, Margareta [Hrsg.]: Pierre Bourdieu - Politisches Forschen, Denken und Eingreifen. Hamburg: VSA-Verl. 2004. 166 S. ISBN 3-89965-037-9
Siehe auch
- Sozialstruktur
- Literatursoziologie
Weblinks
-
- [http://www.iwp.uni-linz.ac.at/lxe/sektktf/bb/HyperBourdieu.html Bibliographie und Mediendokumentation der Schriften und öffentlichen Reden Pierre Bourdieus]
- [http://www.zeit.de/archiv/2002/06/200206_l-bourdieu.xml Zum Tod des französischen Soziologen Pierre Bourdieu, DIE ZEIT Literatur 06/2002]
- [http://www.swp.org.uk/SR/242/SR4.HTM "The Politics of Protest": Ein Interview mit Pierre Bourdieu von Kevin Ovenden]
- [http://www.sozialismus-von-unten.de/archiv/text/bourdieu.htm Pierre Bourdieu: "Aufruf gegen die Politik der Entpolitisierung"; mit ausführlicher Linkliste zu Pierre Bourdieu]
- [http://www.praxisphilosophie.de/bourdieu.htm Bourdieu-Seite der Initiative für Praxisphilosophie]
Bourdieu, Pierre
Bourdieu, Pierre
Bourdieu, Pierre
Bourdieu, Pierre
Bourdieu, Pierre
Bourdieu, Pierre
Bourdieu, Pierre
Bourdieu, Pierre
Bourdieu, Pierre
Bourdieu, Pierre
Bourdieu, Pierre
ja:ピエール・ブルデュー
1990er
- 1990: Namibia wird unabhängig, erster Präsident ist Sam Nujoma (SWAPO)
- 1990: Wiedervereinigung Deutschlands
- 1991: 2. Golfkrieg: Der Irak überfällt Kuwait; alliierte Kräfte unter der Führung der USA befreien den Golfstaat
- 1991–1995: Zerfall Jugoslawiens. Der durch Unabhängigkeitserklärungen der Teilrepubliken Slowenien, Kroatien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina und der damit verbundenen Problematik der ethnischen Vielfalt in den neu gebildeten Nationalstaaten aufbrechende Balkankonflikt zieht eine Reihe von Bürgerkriegen nach sich
- 1991: Mit der Unabhängigkeitserklärung der baltischen Staaten wird der Zerfall der Sowjetunion eingeleitet. Die Auflösung des „Ostblocks“ setzt sich fort
- 1992–1995: UNOSOM-Einsätze in Somalia (UNOSOM I, UNOSOM II, Schlacht von Mogadischu am 3. Oktober 1993)
- 1993: Die Tschechoslowakei löst sich auf. Die Nachfolgestaaten Slowakei (Slowakische Republik) und Tschechien (Tschechische Republik) entstehen.
- 1993: Auf das World Trade Center wird von islamistischen Terroristen ein erster Terroranschlag verübt
- 1993: Eritrea wird als letztes afrikanisches Land unabhängig
- 1994: Krieg in Ruanda
- 1994: Nach dem Ende der Apartheid wird Nelson Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt
- 1995: Friedensabkommen von Oslo zwischen Israel und der PLO
- 1998: Regierungswechsel in Deutschland. Ende der 16 Jahre dauernden Ära Kohl. Neuer Bundeskanzler ist Gerhard Schröder
- 1999: Kosovo-Krieg. NATO fliegt Luftangriffe auf die Bundesrepublik Jugoslawien
- 1999: Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung Euro (€) als Buchgeld
Kulturgeschichte
- 1990 findet das größte Rockkonzert in Berlin seit Öffnung der Mauer statt: Pink Floyd – The Wall
- Generation X
- Das Internet wird populär
- Mobiltelefone finden weite Verbreitung
- Achtziger-Revival (ab 1998) in Deutschland, unter anderem ausgelöst durch das Comeback von Modern Talking
- bedeutende Musikrichtungen: Hip Hop, Techno, Grunge, Jungle, Drum'n'Bass, Eurodance
Persönlichkeiten (Auswahl)
ja:1990年代
ko:1990년대
simple:1990s
zh-min-nan:1990 nî-tāi
1989
Jahreswidmungen
- Der Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- Die Stieleiche (Quercus robur) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) ist Orchidee des Jahres (Arbeitskreis Heimische Orchideen/Deutschland)
Januar bis Dezember
- 1. Januar: Jean-Pascal Delamuraz wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Das zwischen den USA und Kanada geschlossene Freihandelsabkommen tritt in Kraft
- 1. Januar: Der Privatsender ProSieben beginnt den Sendebetrieb; Vorläufer war Eureka TV
- 2. Januar: Ranasinghe Premadasa wird neuer Staatspräsident von Sri Lanka
- 21. Januar: Ungarns Kommunisten verzichten auf ihre verfassungsmäßig garantierte Führungsrolle
- 3. Februar: Umsturz in Paraguay. Absetzung des Diktators Alfredo Stroessner (seither im Exil in Brasilien)
- 4. Februar: Illegale Gründung des Umweltnetzwerkes Grüne Liga in der DDR
- 6. Februar: Erstes Treffen am Runden Tisch in Warschau. Die Kommunisten geben Macht ab
- 24. Februar: Staatsgäste aus 163 Ländern erweisen in Tokio dem verstorbenen Kaiser Hirohito die letzte Ehre
- 26. Februar: Ägypten. Taba-Abkommen
- 26. März: Laos. Wahl der obersten Volksversammlung
- 28. März: Serbien beendet Autonomie des Kosovo und Vojvodina
- 2. April: Tunesien. Wahl von Zine El Abidine Ben Ali als Staatspräsident
- 5. April: Wiederzulassung der Solidarność in Polen
- 9. April: Massaker vor dem Parlamentsgebäude in Tiflis, Georgische Sowjetrepublik
- 14. April: Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan
- 2. Mai: Ungarn beginnt den Abbau seiner Grenzsperren nach Österreich, der Eiserne Vorhang und die Berliner Mauer bekommen ernsthafte Risse, bis Ende des Jahres haben auch die Tschechoslowakei und die DDR ihre Grenzbefestigungen geöffnet
- 7. Mai Kommunalwahlen in der DDR, zahlreiche Wahlmanipulationen werden von Oppositionellen festgestellt
- 9. Mai: Slobodan Milošević wird Staatspräsident von Serbien
- 23. Mai: Die Bundesversammlung wählt Richard von Weizsäcker zur zweiten Amtszeit als Bundespräsident
- 3. Juni: Mit ca. 18.000 Fahrzeugen demonstrieren zigtausende Berliner gegen das vom rot-grünen Senat unter Walter Momper (SPD) verordnete Tempolimit 100 auf der AVUS und sammeln über 100.000 Unterschriften. Die AVUS war die einzige limitfreie Autobahn innerhalb West-Berlins
- 4. Juni: Massaker auf dem „Platz des Himmlischen Friedens“ in Peking, China
- 4. Juni: Iran. Tod von Ayatollah Khomeini. Ayatollah Chāmene'ī rückt an seine Stelle
- 4. Juni: Bei demokratischen Parlamentswahlen in Polen gewinnt das „Bürgerkomitee“ und Tadeusz Mazowiecki (Solidarność) wird designierter erster nicht-kommunistischer Ministerpräsident
- 6. Juni: Ayatollah Seyyed Alī Chāmene'ī wird Staatsoberhaupt in Iran auf unbestimmte Zeit
- 11. Juni: France Albert René wird als Staatspräsident auf den Seychellen in seinem Amt bestätigt
- 12. Juni: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Kuwait. In Kraft seit dem 23. Mai 1990
- 12. Juni: Staatsbesuch des russischen Staats- und Parteichefs Michail Gorbatschow in der Bundesrepublik Deutschland (BRD)
- 16. Juni: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Äthiopien. In Kraft seit dem 7. März 1991
- 18. Juni: Demokratische Senatswahlen in Polen
- 18. Juni: Europawahl, erstmaliger Parlamentseinzug der Partei Die Republikaner
- 23. Juni: Wiederzulassung Ägyptens zur Arabischen Liga
- 30. Juni: Omar Hassan Ahmad al-Bashir wird nach einem unblutigen Militärputsch Präsident der Republik Sudan
- 17. Juli: Österreich beantragt die Aufnahme in die EG
- 6. August: Bolivien. Jaime Paz Zamora wird Präsident
- 19. August: „Paneuropäisches Picknick“ an der ungarischen Grenze zu Österreich bei Sopron, kurzzeitig wird ein Grenztor geöffnet, dabei können ca. 700 DDR-Bürger fliehen
- 24. August: Wojciech Jaruzelski wird erster Staatspräsident und Tadeusz Mazowiecki Ministerpräsident in Polen
- 25. August: Deutsch-Ungarisches Geheimtreffen auf Schloss Gymnich bei Bonn, auf Initiative des ungarischen Ministerpräsident Miklós Németh mit Außenminister Gyula Horn und Botschafter Horváth. Mit Bundeskanzler Helmut Kohl, seinem Berater Horst Teltschik und Außenminister Hans-Dietrich Genscher. Angeblich bundesdeutsche Kreditzusagen gegen ungarische Grenzöffnung
- 11. September: Ungarn öffnet seine Grenze zu Österreich, Deutsche aus der DDR gelangen hier in den Westen
- 23. September: Aserbaidschan. Souveränitätserklärung
- 2. Oktober: Montagsdemonstration Leipzig mit 20.000 Teilnehmern
- 4. Oktober: Vereinzelte Straßenkämpfe am Dresdner Hauptbahnhof wegen der Durchfahrt der Züge mit DDR-Flüchtlingen aus Prag zwischen ca. 5.000 Demonstranten und der Volkspolizei in der sonst zumeist friedlichen Revolution
- 7. Oktober: Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR; am Rande Ausschreitungen und Zuführungen in Berlin, Leipzig u. a.; Gründung der Sozialdemokratischen Partei SDP in der DDR in Schwante bei Berlin
- 9. Oktober: legendäre Montagsdemonstration in Leipzig mit 70.000 Teilnehmern, Durchbruch der „Wende“ in der DDR
- 16. Oktober: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Tansania. In Kraft seit dem 16. Juni 1992; Leipziger Montagsdemonstration mit 120.000 Teilnehmern
- 18. Oktober: Erich Honecker tritt als Staatsratsvorsitzender der DDR und Generalsekretär der SED zurück, sein Nachfolger wird Egon Krenz
- 23. Oktober: DDR: 300.000 Demonstranten in Leipzig
- 23. Oktober: Ungarn. Die neue Verfassung tritt in Kraft
- 23. Oktober: Ausrufung der Republik: Ende der Volksrepublik Ungarn
- 25. Oktober: Der Sprecher des sowjetischen Außenministeriums, Gennadij Gerassimow, teilt die 'Sinatra-Doktrin' ('I did it my way') mit: Die kommunistischen Bruderstaaten dürfen über ihren politischen Weg selbst und unabhängig von Moskau entscheiden
- 26. Oktober: Sozialabkommen zwischen Deutschland und Schweden;
- 26. Oktober: Dresden Demonstration mit 100.000 Teilnehmern (Cockerwiese)
- 30. Oktober: Das DDR-Fernsehen stellt Karl-Eduard von Schnitzlers montägliche Sendung Der schwarze Kanal ein
- 4. November: Ostberlin, Alexanderplatz: Demonstrationsaufruf der DDR-Künstlerverbände für Demokratie, 500.000 Teilnehmer
- 6. November: Dresden, Demonstration mit 70.000 Teilnehmern
- 6. November: Hit Radio FFH erhält als erstes Privatradio in Hessen eine Sendelizenz
- 7. November: Beginn der Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung in Namibia
- 9. November: Öffnung der Berliner Mauer und Öffnung der innerdeutschen Grenze
- 10. November: Bulgarien. Sturz von Staats- und Parteichef Todor Schivkov
- 13. November: Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein wird Staatspräsident von Liechtenstein
- 18. November: Ostberlin, die Volkskammer wählt eine neue DDR-Regierung unter Ministerpräsident Hans Modrow (SED)
- 20. November: Die Vereinten Nationen verabschieden die Kinderrechtskonvention: die Bundesregierung macht gegen die Ratifizierung Vorbehalte geltend
- 23. November: Georgien. Beginn der Sezessionsversuche in Südossetien
- 26. November: Komoren. Ermordung des Präsidenten Ahmed Abdallah unter Mitwirkung von Bob Denard
- 27. November: Bonn, Bundeskanzler Helmut Kohl gibt im Bundestag überraschend sein deutschlandpolitisches 10-Punkte-Programm bekannt, Ziel Wiedervereinigung max. in 10 Jahren
- 27. November: Der Oberste Sowjet der UdSSR sanktioniert das wirtschaftliche Selbstbestimmungsrecht von Litauen, Lettland und Estland
- 3. Dezember: Ostberlin, Generalsekretär Egon Krenz, Politbüro und ZK der SED treten zurück
- 4. Dezember: Leipzig, Demonstration mit 150.000 Teilnehmern
- 19. Dezember: Dresden, Besuch Bundeskanzler Helmut Kohl, Treffen mit Ministerpräsident Hans Modrow
- 22. Dezember: Das Brandenburger Tor in Berlin wird 28 Jahre nach dem Bau der Mauer wieder geöffnet
- 22. Dezember: Beginn des Aufstands gegen Nicolae Ceauşescu in Rumänien
- 25. Dezember: Nicolae Ceauşescu und seine Frau werden nach dem dreitägigem erfolgreichen Aufstand gegen seine Dikatur in Rumänien hingerichtet
- 27. Dezember: Verabschiedung des Programms zur Wirtschaftsreform in Polen
- 29. Dezember: Verfassungsänderung mit grundlegenden Reformen in Polen
- 29. Dezember: Václav Havel wird zum Präsidenten der Tschechoslowakei gewählt
- Die Kinderrechtskonvention wird von der VN-Generalversammlung angenommen und tritt 1990 in Kraft
Kultur und Wissenschaft
- 2. Januar: Der Schriftsteller Andrzej Szczypiorski erhält den österreichischen Staatspreis für Literatur
- 18. März: Uraufführung der komischen Oper Der heiße Ofen von Hans Werner Henze in Kassel
- 18. März: In Ägypten wird eine 4400 Jahre alte Mumie in der Cheops-Pyramide gefunden
- 27. März: Die russische Marssonde Phobos 2 geht verloren. Als offizielle Ursache hierfür gilt ein Computerdefekt
- 7. April: Beginn des planmäßigen Startbetriebs von MMR06-M-Raketen auf der Halbinsel Zingst zur Erforschung der Hochatmosphäre. Bis April 1992 werden dort insgesamt 62 Raketen gestartet
- 1. Juli: In Berlin findet die erste Love Parade statt
- 25. August: Die amerikanische Raumsonde Voyager 2 fliegt am Neptun vorbei und liefert viele Fotos von Neptun und seinen Monden
- 16. Oktober: In einem Usenet-Posting wird erstmals Godwins Gesetz formuliert
- Erstmalige Vergabe des Praemium Imperiale Award
- Eröffnung des Vitra Design Museum
Gesellschaft
- 12. Februar: Joachim Kardinal Meisner wird Erzbischof von Köln
- 6. Juni: Zu chaotischen Zuständen kommt es in Teheran bei den Trauerfeierlichkeiten für Ajatollah Ruhollah Chomeini. Fünf Millionen Menschen sind auf den Straßen der iranischen Hauptstadt
Katastrophen
- 1. Januar: Vor der Küste Guatemalas kentert eine Fähre, mindestens 83 Tote
- 8. Januar: Donington, Großbritannien. Bruchlandung einer Boeing 737 der British Midland Airways durch Triebwerksprobleme und Pilotenfehler. Der Pilot schaltete das falsche Triebwerk aus. 47 Menschen starben, 79 konnten gerettet werden
- 10. März: Dryden, Kanada. Eine Fokker F-28 der Air Ontario stürzte wegen vereister Tragflächen kurz nach dem Start ab. 24 Menschen starben, 45 überlebten den Absturz
- 15. April: Sheffield, Großbritannien. 96 Menschen werden im Hillsborough-Stadion in Sheffield an Absperrgittern zum Spielfeld zerquetscht, als Tausende Fußball-Fans auf die Tribüne drängen
- 7. Juni: Paramaribo, Suriname. Eine Douglas DC-8 der Surinam Airways, auf dem planmäßigen Flug von den Niederlanden kommend, stürzte nach dem dritten Landeanflug in dichtem Nebel, in den Dschungel. 168 Menschen starben, nur 15 überlebten
- 17. Juni: Ost-Berlin, DDR. Eine Iljuschin Il-62MK der Interflug bricht den Startvorgang während des Abhebens wegen technischer Probleme ab. Nach dem Kommando die Maschine durchzustarten begeht der Flugingenieur einen verhängnisvollen Fehler: Anstatt durchzustarten schaltet er die Maschinen ab. Die Verkehrsmaschine schoss über die Landebahn hinaus und fing Feuer. 20 der an Bord befindlichen 105 Menschen starben
- 19. Juli: Sioux City Airport, Iowa, USA. Eine McDonnell Douglas DC-10 der United Airlines stürzte während einer Notlandung wegen hydraulischer Probleme auf die Landebahn. 111 Personen starben, 185 überlebten
- 27. Juli: Tripolis, Libyen. Absturz einer McDonnell Douglas DC-10 der Korean Air beim Landeanflug. 75 der 200 an Bord befindlichen Personen starben
- 8. September: Kopenhagen, Dänemark. Absturz einer Convair 580 der norwegischen Partnair. 55 Menschen starben
- 19. September: Niger. Eine McDonnell Douglas DC-10 der französischen UTA explodierte in der Luft durch eine Bombe. Alle 171 Menschen an Bord starben
Sport
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unten der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 25. Februar: Mike Tyson gewann seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Frank Bruno im Hilton Hotel, Las Vegas, Nevada, USA, durch technischen KO
- 21. Juli: Mike Tyson gewann seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Carl (The Truth) Williams in der Convention Hall, Atlantic City, New Jersey, USA, durch technischen KO
- 15. bis 17. Dezember: Deutschland (mit Boris Becker, Carl-Uwe Steeb) gewinnt erneut das Davis Cup-Finale gegen Schweden (in Stuttgart)
- 3. Januar: Alex D. Linz, US-amerikanischer Schauspieler
- 6. Januar: Max Pirkis, britischer Schauspieler
- 9. Januar: Michaella Krajicek, niederländische Tennisspielerin
- 5. Februar: Jeremy Sumpter, US-amerikanischer Schauspieler
- 10. Februar: Rebecca Horner, österreichische Schauspielerin
- 5. März: Jake Lloyd, US-amerikanischer Schauspieler
- 13. März: Harry Melling, britischer Schauspieler
- 19. März: Marie-Christin Merkel, deutsche Volksmusikerin
- 25. März: Alyson Michalka, US-amerikanische Schauspielerin
- 15. April: Brandur Enni, färöischer Popstar
- 23. April: Nicole Vaidišová, tschechische Tennisspielerin
- 4. Mai: Dániel Gyurta, ungarischer Schwimmer
- 5. Mai: Chris Brown, US-amerikanischer R&B-Sänger
- 24. Mai: Tara Correa-McMullen, US-amerikanische Schauspielerin († 2005)
- 2. Juni: Freddy Adu, US-amerikanischer Fußballspieler
- 3. Juni: Katie Hoff, US-amerikanische Schwimmerin
- 18. Juni: Renee Olstead, US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin
- 27. Juni: Matthew Lewis, US-amerikanischer Schauspieler
- 23. Juli: Daniel Radcliffe, britischer Schauspieler
- 21. August: Judd Trump, britischer Snookerspieler
- 21. August: Hayden Panettiere, US-amerikanische Schauspielerin
- 23. September: Lisa Hahn, deutsche Feldhockeyspielerin
- 11. Oktober: Michelle Wie, US-amerikanische Golfspielerin
- 21. Oktober: Sidonie von Krosigk, deutsche Schauspielerin
- 28. Oktober: Louis Klamroth, deutscher Schauspieler
- 29. November: Stefan Bradl, deutscher Motorradrennfahrer
- 28. Dezember: Mackenzie Rosman, US-amerikanische Schauspielerin
- 3. Januar: Robert Thomas, französischer Schriftsteller ( - 1927)
- 3. Januar: Sergei Lwowitsch Sobolew, russischer Mathematiker ( - 1908)
- 6. Januar: Edmund Leach, Naturwissenschaftler, Elektrotechniker und Anthropologe ( - 1910)
- 7. Januar: Hirohito, 124. Tenno- von Japan ( - 1901)
- 8. Januar: Otto Kasten, Gründer des Vereins Besucherring Dr. Otto Kasten ( - 1902)
- 8. Januar: Jan Cherniavsky, kanadischer Pianist ukrainischer Herkunft ( - 1892)
- 10. Januar: Herbert Morrison, US-amerikanischer Rundfunkreporter ( - 1905)
- 11. Januar: José Luis Bustamante y Rivero, peruanischer Präsident ( - 1894)
- 12. Januar: Willy Schneider, deutscher Volkssänger ( - 1905)
- 13. Januar: Joe Spinell, US-amerikanischer Schauspieler ( - 1936)
- 14. Januar: Robert Lembke, deutscher Journalist und Fernsehmoderator ( - 1913)
- 15. Januar: Ernst Neger, deutscher Dachdecker und Fastnachtssänger ( - 1909)
- 16. Januar: Karl Pouva, 1939 Gründer der Karl Pouva KG in Freital ( - 1903)
- 18. Januar: Bruce Chatwin, britischer Schriftsteller ( - 1940)
- 20. Januar: Józef Cyrankiewicz, polnischer kommunistischer Politiker und Ministerpräsident ( - 1911)
- 21. Januar: Harald Zusanek, österreichischer Schriftsteller ( - 1922)
- 23. Januar: Salvador Dalí, surrealistischer Maler, Schriftsteller, Bildhauer, Bühnenbildner und Schauspieler ( - 1904)
- 24. Januar: Siegfried Wischnewski, deutscher Schauspieler ( - 1922)
- 24. Januar: Ted Bundy, US-amerikanischer Serienmörder ( - 1946)
- 27. Januar: Willibald Kreß, deutscher Fußballspieler ( - 1906)
- 2. Februar: Ondrej Nepela, slowakischer Eiskunstläufer und Eiskunstlauftrainer ( - 1951)
- 3. Februar: John Cassavetes, US-amerikanischer Schauspieler und Regisseur ( - 1929)
- 4. Februar: Gustav Niermann, deutscher Politiker ( - 1919)
- 6. Februar: Chris Gueffroy, letzte Todesopfer an der Berliner Mauer ( - 1968)
- 6. Februar: King Tubby, Reggae-Musiker ( - 1941)
- 6. Februar: Barbara Tuchman, US-amerikanische Reporterin und Autorin ( - 1912)
- 8. Februar: Osamu Tezuka, japanischer Arzt und Manga-Zeichner ( - 1928)
- 9. Februar: Hermann Conring, deutscher Politiker ( - 1894)
- 11. Februar: Leon Festinger, US-amerikanischer Sozialpsychologe ( - 1919)
- 12. Februar: Thomas Bernhard, österreichischer Schriftsteller ( - 1931)
- 16. Februar: Ida Ehre, österreichisch-deutsche Schauspielerin und Theaterleiterin ( - 1900)
- 17. Februar: Johannes Sobek, deutscher Fußballspieler ( - 1900)
- 17. Februar: Marguerite Roberts, Drehbuchautorin ( - 1905)
- 20. Februar: Erika Köth, deutsche Kammersängerin und Sopranistin ( - 1927)
- 22. Februar: Sándor Márai, ungarischer Schriftsteller ( - 1900)
- 22. Februar: Otar Taktakischwili, georgischer Komponist ( - 1924)
- 23. Februar: Alfred Dallinger, österreichischer Politiker ( - 1926)
- 26. Februar: Jupp Schlaf, deutscher Tischtennisfunktionär und -spieler ( - 1919)
- 26. Februar: Roy Eldridge, US-amerikanischen Jazztrompeter ( - 1911)
- 26. Februar: Hans Klüver, deutscher Problemkomponist ( - 1901)
- 27. Februar: Paul Oswald Ahnert, deutscher Astronom ( - 1897)
- 27. Februar: Konrad Lorenz, Biologe und Nobelpreisträger (Medizin) ( - 1903)
- 28. Februar: Hermann Burger, Schweizer Schriftsteller ( - 1942)
- 1. März: Ernst Wilm, deutscher Pfarrer und Kirchenfunktionär ( - 1901)
- 6. März: Wolfgang Haußmann, deutscher Politiker ( - 1903)
- 8. März: Stuart Hamblen, US-amerikanischer Country-Musiker ( - 1908)
- 8. März: Jelisaweta Iwanowna Bykowa, sowjetische Schachspielerin ( - 1913)
- 11. März: John Jay McCloy, war von 1949 bis 1952 amerikanischer Hoher Kommissar in Deutschland ( - 1895)
- 13. März: Carl Dahlhaus, deutscher Musikwissenschaftler ( - 1928)
- 14. März: Zita von Bourbon-Parma, letzte Kaiserin Österre | | |