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Amazonas
Der Amazonas (auch Amazonenstrom, portugiesisch Rio Amazonas bzw. im Oberlauf Rio Solimões, früher Rio Orellana) ist der wasserreichste und zweitlängste Fluss der Erde. Er befördert mehr Wasser als Nil, Mississippi und Yangtse zusammengenommen, insgesamt ein Sechstel aller Flüsse weltweit. Rechnet man die Quellflüsse hinzu, ist der Amazonas insgesamt mit 7.250 km Länge auch der längste Fluss der Welt. Die Breite des Flusses beträgt in Brasilien meist mehrere Kilometer und variiert jahreszeitlich bedingt durch die schwankenden Niederschläge an den Oberläufen. In den Zeiten größter Wassermengen kann er die angrenzenden Wälder auf einer Breite von bis zu 100 km überschwemmen. Die betroffenen Überschwemmungswälder bilden die "Várzea", ein einzigartiges Ökosystem. Im Mündungsbereich des Amazonas liegt die Flussinsel Marajó (siehe Karte). Rechnet man diese 49.000 km² große Insel sowie die südlich von ihr mündenden Flüsse (insb. den Rio Tocantins) hinzu, hat das Mündungsdelta des Amazonas eine Breite von mehreren hundert Kilometern. Der Amazonas besitzt 1100 größere Nebenflüsse, von denen 17 über 1600 km lang sind. Er durchquert von West nach Ost eine Landschaft, die man als Amazonasbecken bezeichnet.
Amazonasbecken
Amazonasbecken
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Etymologie
Amazonasbecken
Amazonasbecken
Die Herkunft des Namens ist nicht eindeutig geklärt. Teilweise wird der Name darauf zurück geführt, dass die Entdecker unter der Führung von Francisco de Orellana kämpfende Eingeborenenfrauen gesehen hätten und den Fluss daher nach den Amazonen benannten. Andere meinen, dass eines der angetroffenen Eingeborenvölker einen Namen gehabt hätte, der so ähnlich klingt und in lateinischer Schrift dann zu "Amazonas" wurde. Wieder andere sehen als Ursprung den Namen "Amassunú", mit dem die Tupi-Indianer den Fluss bezeichnet haben sollen. Weitere Möglichkeiten wären von den indianischen Wörtern amazonassa, amacunu für "Wasserlärm", wie die Indianer am Oberlauf ihn nannten oder Amassonas für "Schiffsverstörer", wie ihn die Indianer beim Rio Negro nannten.
Umgekehrt gab der Fluss dem Amazonasbecken, aber auch mehreren Provinzen in Brasilien, Venezuela und Kolumbien den Namen.
Quelle und Mündung
Der Amazonas entspringt in den peruanischen Anden. Seine Quellflüsse heißen Marañón, Huallaga und Ucayali. Der linke und nördlichste der drei ist der 1.600 km lange Marañón, der mit seinem Ursprung im Lago Lauricocha lange Zeit als der Quellfluss des Amazonas galt.
Der Ucayali mit seinen Zuflüssen ist jedoch deutlich länger als der Marañón, und als eigentlicher Quellfluss des Amazonas gilt heute der Río Apurímac, dessen Quelle zwischen Cusco und Arequipa am Nordhang des Nevado Mismi liegt, rund 160 km westlich des Titicacasees. Der Río Apurímac (730,7 km Länge) findet seine Fortsetzung im Río Ene (180,6 km), Río Tambo (158,5 km) und schließlich über weitere 1.600,1 km im Unterlauf des Río Ucayali, bis er sich nach insgesamt fast 2.670 km südwestlich von Iquitos in Peru mit dem Marañón vereinigt.
Auf brasilianischem Gebiet nimmt der Amazonas allein 220 Nebenflüsse auf, von denen etwa 100 schiffbar sind. Er besitzt einige größere Nebenflüsse wie den Tigre, der seine Quelle östlich des Yerupajá hat.
Ab der peruanisch-brasilianischen Grenze heißt der Amazonas nunmehr Rio Solimões. Bei der Vereinigung des Rio Solimões mit dem Rio Negro bei Manaus bekommt der Fluss auch in Brasilien wieder den Namen Amazonas. Der nördliche Mündungsbereich bildet ein Ästuar (Trichtermündung) mit beginnendem Unterwasserdelta. Der Amazonas ist bei Manaus noch etwa 280 km vom Äquator entfernt. An seiner Mündung bringt der Amazonas ca. 190.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, also etwa 6 Billionen Kubikmeter pro Jahr, in den Atlantik, was dem über 23-fachen Durchsatz der Wolga, des wasserreichsten Stromes Europas, entspricht.
Im Amazonastiefland sind infolge des geringen Gefälles die Nebenflüsse (3,8 Zentimeter je Kilometer) vielfach durch natürliche Kanäle miteinander verbunden. Die Gewässer südlich von Marajó (Tocantins, Guamã und andere) bilden den Rio Pará, welcher durch die Bahia de Guajará (ca. 20 km breit) in den Südatlantik fließt. Die Landenge zwischen Marajó und dem Kontinent ist bei der Stadt Breves am schmalsten, jedoch mit Ozeanschiffen zum Amazonas befahrbar.
Verkehr
Der Amazonas ist auch heute noch Hauptverkehrsader des Amazonasgebiets, insbesondere für den Gütertransport. Die meisten Städte sind mit Linienflügen zu erreichen, diese sind jedoch für einen großen Teil der Bewohner des Amazonasgebietes nicht erschwinglich. Straßen sind während der Regenzeit meist unpassierbar.
Der Amazonas ist von der Atlantikküste bis Manaus mit Ozeanschiffen befahrbar. Selbst die Nebenflüsse Rio Tapajos und Rio Negro werden mit Kreuzfahrtschiffen befahren. In Manaus und inzwischen auch in einigen anderen Orten können diese großen Schiffe anlanden. Elf der dem Amazonas zufließenden Flüsse zählen selbst zu den zwanzig wasserreichsten Flüssen der Erde.
Flora und Fauna
siehe dazu den Artikel: Amazonasbecken
Amazonasbecken
Es wird geschätzt, dass der Amazonas etwa 5000 verschiedene Fischarten beherbergt. Das sind mehr als im ganzen Atlantik. Der Fischreichtum spiegelt sich auch in den Speisekarten wieder. Zu den wichtigsten Speisefischen zählen: Tambaquí (Colossoma macropomum), Jaraqui, Filhote, Tucunaré (Cichla spp.), Pirarucú (Arapaima gigas). Darüber hinaus gibt es aber eine Unmenge von regional vorkommenden Fischen, darunter Arten von Piranhas, der urzeitlich aussehende Tamuatã, und andere.
Zu den besonders bedrohten Tierarten, die den Amazonas besiedeln, gehören der "Peixe-Boi", eine mit dem Dugong und den Seekühen nahe verwandte Art und der rosafarbene Flussdelfin (Amazonasdelfin; bras. Boto cor-de-rosa).
Im Amazonas schwimmen grüne "Inseln", die sich aus miteinander verhakten mitgeschwemmten Bäumen entwickeln oder bei Hochwasser losgerissene Wasserpflanzen und über Wurzeln vernetzte Grasinseln. Sie können über hundert Meter lang werden und bilden ein eigenes Biotop.
Pororoca
Amazonasdelfin
Ein einzigartiges Naturphänomen ereignet sich einige Male im Jahr bei Neu- und Vollmond um die Frühjahrssonnenwende.
Eine bis zu vier Meter hohe Welle rollt mit der einsetzenden Flut vom Atlantik her bestimmte Zuflüsse des Amazonas mehrere Kilometer flussaufwärts. Nach der Bezeichnung poroc-poroc, was in der Sprache der Tupi etwa "großer, zerstörerischer Lärm" heißt, wird sie Pororoca genannt.
Voraussetzung für die Entstehung dieses Phänomens ist das Zusammentreffen der hohen Wasserstände des Amazonas im Frühjahr der Nordhalbkugel und die Springflut bei Voll- oder Neumond. Von den Anwohnern wegen ihrer Zerstörungskraft gefürchtet, zieht die Pororoca Surfer aus aller Welt an. Der Brasilianer Picuruta Salazar hielt sich 37 Minuten und ca. 12 Kilometer auf der Welle.
Bedrohung des Amazonas
Nicht nur der wunderschöne Regenwald im Amazonasgebiet wird von den Menschen langsam zerstört, auch der Fluss selber wird schon lange vergiftet: Goldgräber haben in den vergangenen 10 Jahren mehr als 2000 t Quecksilber in den Amazonas geschüttet. Quecksilber hat durch seine hohe Dichte die Eigenschaft, nur Gold in sich aufzunehmen; Schmutz und Schlamm bleiben außerhalb der Quecksilberkugel.
Diese Eigenschaft machen sich die Goldgräber zu nutze und werfen jährlich allein 800 t Quecksilber in den Rio Tapajós. Doch die Goldgräber beachten dabei nicht, dass Quecksilberdämpfe, die bei dem Trennen von Gold und Quecksilber entstehen, äußerst giftig für Mensch und Tiere sind. Folgen einer Quecksilbervergiftung sind oft schwere Erbschäden wie Missbildungen, doch häufig endet eine Vergiftung mit dem Tod.
Große Städte am und bedeutende Nebenflüsse des Amazonas
Gold
:L=Linker Zufluss
:R=Rechter Zufluss
- L Rio Napo
- Grenze Peru/Brasilien, ab hier Rio Solimões
- R Rio Juruá
- R Rio Purus
- L Rio Negro, bei Manaus, ab hier wieder Rio Amazonas
- L Rio Branco
- R Rio Madeira
- R Rio Tapajós, bei Santarém
- L Rio Paru
- R Rio Xingú
- Flussaufspaltung im Delta mit der größten Flussinsel der Erde, der Ilha de Marajó
- R Rio Tocantins, in der Nähe von Belém
Der Amazonas hat eine braune Färbung, die von der Sedimentfracht herrührt, die insbesondere aus den in den Anden liegenden Quellflüssen eingetragen wird. 90 Prozent der Sedimente, die der Amazonas mitführt, werden durch den Madeira, den Ucayali und den Marañon eingetragen. Einige Zuflüsse kommen aber aus kristallinen Gebieten mit geringer Sedimentfracht (z. B. der Rio Tapajós, der Rio Negro und der Rio Xingu).
An den Zusammenflüssen unterschiedlich gefärbter Flüsse zeichnen sich die verschiedenen Farben der Wassermassen zum Teil kilometerweit ab. Jährlich werden an der Stadt Óbidos, etwa 800 km vor der Mündung, 1,2 Milliarden Tonnen Sediment vorbeitransportiert. Davon erreichen etwa 75 Prozent den Atlantik, die restlichen 25 Prozent werden auf den unteren 800 Flusskilometern abgelagert.
Die größte Stadt am Amazonas ist Iquitos, nahe der Vereinigung der Quellflüsse. Die Städte Manaus (am Rio Negro) und Belém (an der Bahia de Guajará) liegen entgegen einer weit verbreiteten Meinung nicht am Amazonas. Weitere große Städte sind Macapá und Santarém. Pucallpa liegt am Quellfluss Ucayali.
Anwohner
In der Amazonasregion leben etwa eine Million Angehörige indigener Gruppen. Ihre Territorien werden in Brasilien von der dortigen Indianerbehörde FUNAI demarkiert. In Brasilien wurden bislang über eine Million Quadratkilometer als Indianergebiete ausgewiesen, das entspricht etwa 20 Prozent der Fläche. In diesen Gebieten leben 150 indigene Völker. Dennoch kommt es in den Indianergebieten teilweise zu heftigen Auseinandersetzungen mit eindringenden Goldsuchern (Garimpeiros) und Holzunternehmern. Die direkt an Flüssen lebenden Bewohner - oft in einfachen Hütten auf Stelzen (Hochwasser) - heißen Caboclos und leben oft vom Fischfang, etwas Viehzucht sowie dem Verkauf von Paranüssen und Früchten auf nahe gelegenen Märkten. (Kautschuk)
Geschichte
Die Mündung des Amazonas wurde 1499 oder 1500 entdeckt. Der Italiener Amerigo Vespucci und der Seefahrer Vicente Yanez Pinzon kamen fast gleichzeitig mit ihren Schiffen an. Meist wird Vespucci als Entdecker angegeben.
Francisco de Orellana befuhr den Fluss von 1541 bis 1542 als erster Mensch bis zur Atlantikmündung. Seine Fahrt begann an der Quelle vom Nebenfluss Napo in Ecuador. Er beteiligte sich an der Expedition von Gonzalo Pizarro. Eine Zeit lang wurde der Amazonas deswegen Rio Orellana genannt. Er war eigentlich auf der Suche nach dem legendären Goldland Eldorado. Von Oktober 1637 bis August 1638 befuhr Pedro Teixeira den Amazonas flussaufwärts bis zur Quelle des Napo. 1545 kehrte Orellana zurück zum Amazonas, immer noch auf der Suche nach Eldorado, wo er auf seinem Schiff starb.
Am 12. Februar 1542 entdeckten Francisco de Orellana und Gonzalo Pizarro die Quelle des Maranón, des kürzeren Quellflusses. Erst 1971 wurde die Quelle des Ucayali vom Amerikaner Loven McIntrye entdeckt, was den Fluss um einige Kilometer verlängerte, da man zuvor den Maranón als Quelle ansah.
Samuel Fritz, ein deutscher Jesuitenmissionar, kartographierte den Amazonas 1707 als erster.
Viele Südamerikaforscher erforschten den Amazonas, darunter die Deutschen Alexander von Humboldt - er erklärte die häufige Gabelung (Bifurkation)-, Freiherr von Langsdorff und Eduard Friedrich Poeppig.
Unter anderem hat auch der deutsche Forscher und Naturwissenschaftler Carl Friedrich Philip von Martius (1794-1868) weite Teile des Amazonas befahren und einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung der wohl unendlichen Tier- und Pflanzenwelt des Amazonasgebietes geleistet.
Uramazonas
Einer wissenschaftlich allerdings nicht gesicherten Theorie zufolge lag die Quelle des Uramazonas bis vor 130 Millionen Jahren im Ennedi-Massiv im Nordosten der Republik Tschad (Afrika), das damals noch zum Superkontinent Gondwana gehörte, in dem das heutige Indien, Afrika, Südamerika, Australien und die Antarktis vereint waren. Der Uramazonas floss damals in die entgegengesetzte Richtung, von Osten nach Westen und mündete in den Pazifik. Mit einer Länge von ca. 14.000 km war der Uramazonas demzufolge der längste Fluss, den es jemals auf der Erde gab.
Nachdem Gondwana auseinandergebrochen war, driftete die südamerikanische Kontinentalplatte nach Westen. Da das Amazonasbecken von der Quelle des Uramazonas getrennt wurde, lagen die östlichen Gebiete des Flusstales trocken. Die weiter westlich gelegenen Flussbereiche wurden aber weiterhin von den ehemaligen Zuflüssen des Uramazonas gespeist.
Nachdem Südamerika im Zuge der Kontinentaldrift (tektonische Plattenverschiebung) mit der Pazifischen Platte zusammen traf, falteten sich an der Westküste des Kontinents die Anden auf, welche den Durchfluss des Wassers stoppten. In der Folge entstand ein gewaltiges Süßwasserbecken. Aufgrund der hohen Faltung des Gebirges im Westen fließt das Wasser in der Region seit ca. 50 Millionen Jahren nach Osten ab. Dazu wählt es den ausgetrockneten Lauf des Uramazonas. Daher lässt sich auch erklären, dass das Flussbett des Amazonas zur Mündung hin schmaler wird, was sonst bei anderen Flüssen zur Quelle hin der Fall ist. Ebenso lässt sich damit erklären, dass sich im Oberlauf des Amazonas, tausende Flusskilometer von der Meeresküste entfernt, Tiere wie Rochen, Garnelen, Seezungen, Seekühe und Delfine finden, nicht jedoch in dessen Unterlauf. Die Tiere gerieten in den Amazonas, als dieser noch in den Pazifik mündete und wurden später vom Pazifik abgeschnitten.
Siehe auch
- Die längsten Flüsse der Erde
Kategorie:Fluss in Südamerika
Kategorie:Geographie (Peru)
Kategorie:Geographie (Brasilien)
Kategorie:Ökosystem
ja:アマゾン川
simple:Amazon River
th:แม่น้ำแอมะซอน
Fluss (Gewässer)
Ein Fluss (althochdeutsch.: fluz zu fliozan «fließen») ist ein größerer natürlicher Wasserlauf, ein Fließgewässer.
Im Alpenraum werden Flüsse oft auch als Achen (zu althochdeutsch aha [st. f.], «Fluss») bezeichnet.
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Ein Fluss wird aus Niederschlägen gespeist und entwickelt sich aus dem Zufluss mehrerer Bäche oder anderer Flüsse.
Ein Fluss hat mindestens zwei Ufer. Die meisten Flüsse haben eine Quelle und eine Mündung.
An flachen Wasserscheiden können Gabelungen, so genannte Bifurkationen gebildet werden.
Große Flüsse, die nicht Nebenfluss eines größeren Flusses sind, sondern im offenen Meer münden, werden auch als Strom bezeichnet. Sie bilden als Mündung entweder einen Ästuar oder ein Flussdelta.
Manche Flüsse versickern auch in der Wüste oder in anderen porösen Gesteinsschichten. Andere gehen nach der Mündung unter dem Meer noch als Flussrinne (bekannteste Kongo-Rinne) weiter. Bisweilen bilden Flüsse Staatsgrenzen. Oftmals durchfließen Flüsse mehrere Staaten.
Man unterscheidet hinsichtlich des zeitlichen Bestehens perennierende (beständige, ausdauernde), episodische (manchmal, in unregelmäßigen Abständen) und periodische (manchmal, in regelmäßigen Abständen) Flüsse.
Stürzt ein Fluss über eine Felskante hinab, so bildet sich dabei ein Wasserfall oder eine Kaskade.
Ein Fluss wird in vier Regionen aufgeteilt (siehe Flussregionen).
Flora, Fauna und menschliche Nutzung
Die meisten Flüsse führen Süßwasser und sind somit der Lebensraum einer besonderen Süßwasserflora und -fauna.
Wirtschaftlich werden Flüsse vor allem für den Transport (siehe auch: Transportweg), zur Trinkwassergewinnung, zur Elektrizitätserzeugung in Laufkraftwerken und zur Kühlung von konventionellen und nuklearen Elektrizitätswerken genutzt. Oft werden sie als Abwasserkanal missbraucht.
Die 10 längsten Flüsse der Erde
# 7.250 km - Amazonas: Apurimac-Ene-Tambo-Ucayali-Amazonas - (Südamerika). Länge seit Bestätigung des Río Apurímac als Quellfluss (2001).
# 6.671 km - Nil: Luvironza-Ruvuvu-Ruvusu-Kagera-Weißer Nil-Nil - (Afrika)
# 6.300 km - Cháng Jiāng - (Asien)
# 6.051 km - Mississippi-Missouri - (Nordamerika)
# 5.940 km - Jenissei-Angara-Selenga-Ider - (Asien)
# 5.410 km - Ob-Irtysch - (Asien)
# 5.052 km - Amur-Argun-Kerulen - (Asien). Der Amur-Argun-Kerulen entsteht nur in niederschlagsreichen Jahren.
# 4.845 km - Huáng Hé (Gelber Fluss) - (Asien)
# 4.500 km - Mekong - (Asien)
# 4.374 km - Kongo - (Afrika)
Weitere "Längste Flüsse" siehe: Die längsten Flüsse der Erde
Die 10 längsten Flüsse, die durch Deutschland fließen
# 2.852 km - Donau
# 1.320 km - Rhein
# 1.165 km - Elbe
# 866 km - Oder
# 545 km - Mosel
# 524 km - Main
# 510 km - Inn
# 433 km - Weser
# 413 km - Saale
# 343 km - Spree
Weitere "Deutsche Flüsse" siehe: Liste der Flüsse in Deutschland
Die 5 längsten Flüsse, die durch die Schweiz fließen
# 1.320 km - Rhein (davon 375 km in der Schweiz) - mündet in die Nordsee
# 812 km - Rhône (davon 264 km in der Schweiz) - mündet ins Mittelmeer
# 510 km - Inn (davon 104 km in der Schweiz) - mündet in die Donau
# 291 km - Aare - mündet in den Rhein
# 248 km - Ticino - mündet in den Po
Weitere Schweizer Flüsse siehe: Liste der Flüsse in der Schweiz, :Kategorie:Fluss in der Schweiz
Orografie
Blickt man von der Quelle zur Mündung, dann kann man das rechte und linke Ufer als orografisch rechtes oder linkes Ufer eindeutig festlegen.
Siehe auch
- Die längsten Flüsse der Erde
- Flussbegradigung
- Hydrologie, Limnologie
- Liste der Flüsse (weltweit), Liste der Flüsse in Deutschland, Liste der Flüsse in der Schweiz, Liste europäischer Flüsse
- Wadi
- Flussordnungszahl
- Fluss des Jahres
Kategorie:Hydrologie
Kategorie:Limnologie
Kategorie:Physische Geographie
Kategorie:Geomorphologie
Kategorie:Biotop
Kategorie:Fluss
ja:川
ko:강
ms:Sungai
simple:River
th:แม่น้ำ
zh-min-nan:Hô
Mississippi (Fluss)
Der Mississippi (Mississippi River) ist ein 3.778 km langer Fluss bzw. Strom in den USA.
Zusammen mit dem längeren Missouri, mit dem sich der Mississippi vereinigt, bildet er als Missouri-Mississippi den längsten Strom in Nordamerika.
Er entspringt im US-Bundesstaat Minnesota und fließt südwärts ins Mississippidelta in den Golf von Mexiko.
Flusslauf
Der Mississippi entspringt dem Lake Itasca im nördlichen Minnesota. Er vereinigt sich mit dem Missouri und dem Meramac bei St. Louis in Missouri und mit dem Ohio in Illinois. Bis auf das Gebiet um die Großen Seen entwässert der Fluss das gesamte Gebiet zwischen den Rocky Mountains im Westen und den Appalachen im Osten.
Er fließt durch das Gebiet von zehn US-Staaten: Minnesota, Wisconsin, Iowa, Illinois, Missouri, Kentucky, Arkansas, Tennessee, Mississippi und Louisiana, bevor er im Mississippidelta ca. 160 km südlich von New Orleans in den Golf von Mexico einmündet.
Flussabwärts ist der Mississippi River ab Minneapolis schiffbar. Die Fahrrinne ist meist zwischen 3m und 3,65 tief (10-12 feet). Sie wird ständig von vielen Spezialbooten von Sedimenten freigehalten. Pro Stunde spült der Mississippi ca. 40t Sedimente in das Flussdelta. Die tiefste Stelle ist bei Baton Rouge mit 60,35m (198 feet). Ab dort ist er auch für die Seeschiffe befahrbar. Über den Intracoastal Waterway sowie den Illinois Waterway besteht Anschluss an das Gebiet der Großen Seen.
Nach neueren Forschungen im Jahr 2005 wird gesagt, dass der Mississippi nicht mit seinem Delta endet, sondern als untermeerischer Strom noch rund 2000 Kilometer weiter bis nach Kuba fließt.
Quelle
Im Gegensatz zu den meisten großen Flüssen besitzt der Mississippi keine großen Quellflüsse. Er entspringt dem Itascasee als ein fünf Meter breiter Bach.
Der See liegt etwa bei 47° 15' nördlicher Breite und 95° 12' westlicher Länge, ca. 450 m ü. M. Da ein Quellsee eigentlich keine Quelle sein kann, weil er selber wiederum auf Zuflüsse angewiesen ist, sehen viele Menschen in der Quelle eines kleinen Baches, der in den Itascasee mündet, die Mississippiquelle. Diese Quelle liegt in 512 m Höhe.
Etymologie
Wovon sich der Name Mississippi ableitet ist ungewiss, aber es gibt mehrere Möglichkeiten. Vielleicht stammt es aus der Sprache der Algonkin und bedeutet „Vater der Ströme“ oder „Vater der Gewässer“.
Eine andere Variante wäre aus der Sprache der Anishinabe Messipi für „großer Fluss“.
Vom Wort Mississippi leitet sich wiederum viele Begriffe aus allen möglichen Bereichen ab, wie zum Beispiel der Bundesstaat Mississippi, der Mississippi-Alligator oder der Mississippi Delta Blues.
Die nördlichen Stämme Amerikas nannten den Fluss Mitchisipi oder auch Misipi was soviel wie Großer Fluss oder Vater der Gewässer bedeutet.
Nebenflüsse
Mississippi Delta Blues
Linke Nebenflüsse:
- St. Croix
- Black River
- Chippewa River
- Rock River
- Wisconsin River
- Illinois
- Kaskaskia River
- Ohio
- Hatschie River
- Yazoo River
- Big Black River
Rechte Nebenflüsse:
- Minnesota
- Root River
- Turkey River
- Iowa
- Skunk River
- Salt River
- Missouri
- St. Francis River
- White River
- Arkansas
- Red River
Große Städte am Flusslauf
- Minneapolis (Minnesota)
- St. Paul (Minnesota)
- St. Louis (Missouri)
- Davenport (Iowa)
- Memphis (Tennessee)
- Baton Rouge (Louisiana)
- New Orleans (Louisiana)
Geschichte
Von 700 bis ca. 1600 erstreckte sich am Mississippi die Mississippi-Hochkultur.
Der spanische Entdecker Hernando de Soto war am 8. Mai 1541 der erste Europäer, der den Fluss entdeckte.
Er nannte ihn Rio de Espiritu Santo. 1673 brachen Louis Joliet und Jacques Marquette zu einer großen Expedition auf dem Mississippi auf.
Als erster Europäer erreichte René-Robert Cavelier, Sieur de La Salle 1683 die Mündung des Flusses.
Der Fluss stellte lange Zeit eine Westgrenze des europäisch besiedelten Gebiets in den USA dar. Indianische Stämme wie die Cherokee wanderten über den Fluss nach Westen, das Land westlich des Mississippi war für unbestimmte Zeit als Reservatsland vorgesehen.
Gleichzeitig war er der wichtigste Verkehrsweg des Landes.
Er hatte sowohl kommerzielle Bedeutung, als auch während des amerikanischen Bürgerkriegs militärische.
Ab 1812 fuhr der erste Schaufelraddampfer, Robert Fultons New Orleans im Linienverkehr zwischen New Orleans und Natchez. Bis 1817 waren es bereits 17 dampfgetriebene Fahrzeuge auf dem Fluss geworden, Ende 1818 bereits 31; 1820 waren es 69 Schiffe, bis 1836 war die Zahl auf 381 gestiegen und bis 1850 auf 740 Dampfschiffe. Die meisten Schiffe verkehrten zwischen New Orleans und Louisville, andere auch zwischen New Orleans und Natchez. Kleinere Boote fuhren auch den Yazoo hinauf, um dort direkt die Baumwolle abzuholen. Vor allem transportierte diese Schiffe Baumwolle in den Hafen von New Orleans von wo aus sie nach Europa verschifft wurde.
Eine erste Konkurrenz für die Schiffe begann mit der Eisenbahn. Die erste Strecke, die Vicksburg-Jackson-Railroad nahm 1838 ihren Betrieb auf.
Viele Forschungsreisende machten sich auf die Suche nach der Quelle des Mississippis, wie z.B. Zebulon Pike, der im Dezember 1805 auf Expedition ging. Er vermutete fälschlicherweise im Lake Leech die Quelle.
Erst 1832 gelang Henry Rowe Schoolcraft und Allen die Entdeckung des Itascasees als Quellsee des Stromes.
Besonders die Geschichten Mark Twains über den Fluss gingen in die Weltliteratur ein.
Siehe auch
- Die längsten Flüsse der Erde
Kategorie:Fluss in den USA
ja:ミシシッピ川
ko:미시시피 강
simple:Mississippi River
Várzea (Landschaft)Mit Várzea werden die Flächen an den Ufern des Amazonas und Solimões bezeichnet, die durch die jahreszeitlich schwankenden Wasserspiegel periodisch überflutet werden. Sie erstrecken sich zwischen 50 km am mittleren Amazonas und 200 km im Mündungsgebiet landeinwärts. Insgesamt dehnen sich die Várzeas in Brasilien auf eine Fläche von insgesamt 250.000 km² aus, das entspricht etwa 5% des brasilianischen Amazonasgebietes.
Die Várzeaböden zeichnen sich, bedingt durch die regelmäßigen Überschwemmungen und die dabei abgelagerten Sedimente, durch einen hohen Nährstoffgehalt aus. Die natürliche Vegetation der Várzeas sind Überschwemmungswälder und auf den Seen Makrophytenvegetationen.
Die etwa 1,1 Mio Bewohner der Várzea (ribeirinhos) leben meist von Fischfang, Holzeinschlag und kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Die zunehmende Zucht von Rindern und Wasserbüffeln in den Várzeagebieten führt zur Störung dieser Ökosysteme.
Aus der Luft betrachtet, sehen diese Várzea wie dunkle Kommata im Dschungel aus.
Kategorie:Ökosystem
MarajóMarajó (port. Ilha de Marajó) ist die größte Flußinsel der Welt. Mit 48.000 km² übertrifft sie die Fläche der Schweiz. Die Insel liegt im Mündungsdelta des Amazonas im Norden Brasiliens.
Geographie
Weite Teile der Insel sind während der Regenzeit überschwemmt. Im Küstenbereich tragen hierzu die hohen Wasserstände des Amazonas bei, und im Inneren der Insel die starken Regenfälle.
Regenzeit
Im Osten der Insel überwiegt Savannenvegetation. In diesen Gebieten wird vor allem auf großen Fazendas Viehzucht betrieben. Heute beherbergt die Insel große Herden domestizierter Wasserbüffel. Der Westen der Insel ist hingegen von Várzea-Wäldern dominiert und von Kleinbauern besiedelt. Neben Holzextraktion wird hier Açaí produziert.
Nördlich der großen Savannengebiete sind Palmensümpfe anzutreffen, die von Buriti-Palmen (Mauritia flexuosa) und Kohlpalmen (Euterpe oleracea) dominiert sind. Während der Regenzeit werden diese Sümpfe etwa einen Meter überflutet. Die Ökologie dieser Sümpfe ist praktisch unbekannt.
Es gibt 20 größere Flüsse auf der Insel. Im Zentrum der Insel befindet sich der Lago Arari, der durch Regenwasser gespeist wird.
Aufgrund der schwankenden Wasserstände und der regelmäßigten Überschwemmungen sind viele der Siedlungen auf Stelzen gebaut (Palafitas).
Die wichtigsten Ortschaften liegen im Südosten der Insel: Soure und Salvaterra. Sie verfügen über einfache touristische Infrastruktur und werden aufgrund der einsamen und weitläufigen Strände gerne besucht.
Geschichte
3000 Jahre alte Keramikfunde deuten auf eine frühe Hochkultur (die Marajoara-Kultur) hin, die allerdings zur Zeit der Eroberung bereits untergegangen war. Heute können Fundstücke der Marajoara-Kultur im Museu Goeldi in Belém besichtigt werden, Repliken werden in Icoarací verkauft.
Marajó wurde zur Zeit der Ankunft der Portugiesen von diversen indianischen Gruppen bewohnt. Wegen ihrer verschiedenen Sprachen glaubte man, dass es verschiedene Völker sind und sie alle Nhengaibas nannte. Unter ihnen gab es die Aruãs, Mapuás, Anajás, Guajarás, Mamaiauás, Sacarás, Jurunas. Doch im Prinzip war es nur ein Stamm mit unterschiedlichen Dialekten, die Aruaque, welche dem Volk der Aruã angehörten. Diese kommen, laut Nachforschungen, von den Westindische Inseln, wo sie von den Kariben verdrängt worden sind.
Die Aruaque waren geschickte Töpfer. Sie stellten außer Gebrauchswaren wie Töpfe auch Vasen, Begräbnisurnen, Kinderspielzeug und anderes her. Ihre Keramik war meist dreifarbig dekoriert: rot, schwarz und weiss. Sie wohnten auf aufgeschütteten Erdhügeln, den sambaquis, die auch für Begräbnisstätten ihrer Angehörigen dienten, welche dort in schön geschmückten Urnen beigesetzt wurden. Wie so viele brasilianische Indio Stämme und Völker der einst schätzungsweise 4 Millionen, verschwanden auch die letzten Aruaques im 18. Jahrhundert und mit ihnen ihre Sprachen.
1918 war Marajó die einzige stärker bevölkerte Gegend der Erde auf der die Spanische Grippe nicht ausbrach.
Flora und Fauna
Kariben
Marajó hat eine vielfältige Fauna und insbesondere die Vögel lassen sich auf den unbewaldeten campos alagados (Überschwemmungsflächen) gut beobachten. Die roten Scharlachsichler zählen zu den charakteristischsten Vertretern der Vogelwelt von Marajó.
Kategorie:Insel (Brasilien)
Amazonasbecken
Als Amazonasbecken wird die riesige von Regenwäldern bedeckten Tiefebene im nördlichen Teil Südamerikas bezeichnet. Das Becken hat seinen Namen von dem das Becken von West nach Ost durchquerenden Fluss „Amazonas“.
Das Amazonasbecken umfasst Gebiete in Brasilien, Französisch-Guayana, Suriname, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien. Es ist mit ca. 7 Millionen km², was etwa 5% der gesamten Landfläche der Erde entspricht, das größte zusammenhängende Landschaftsgebiet und damit auch der größte zusammenhängende Wald unseres Planeten.
Das Gebiet bezeichnet die Landschaft, die durch das riesige Flusssystem des Amazonas geprägt ist und umfasst damit auch die über 1000 „größeren“ Nebenflüsse desselben. Der größte Teil des Amazonasbeckens (rund zwei Drittel der Fläche) gehört zu Brasilien. Dabei ist nicht nur der Amazonas ein mächtiger Fluss, sondern auch viele seiner Nebenflüsse. Zehn davon gehören ihrerseits zu den fünfundzwandzig wasserreichsten Flüssen der Erde, darunter sogar ein Nebenfluss eines Nebenflusses, nämlich der Rio Branco.
Man schätzt, dass im Amazonasbecken rund ein Fünftel allen Süßwassers der Erde fließt. Dabei hat das Becken ein derart geringes Gefälle, dass die Flüsse meist nur eine sehr geringe Fließgeschwindigkeit aufweisen. Für den Amazonas gilt, dass das Gefälle rund fünf Millimeter pro Kilometer beträgt, wobei im Vergleich hierzu beispielsweise eine Badewanne ein stärkeres „Gefälle“ aufweist. Je nach Jahreszeit werden weniger als 100.000 oder sogar über 200.000 m³ Wasser pro Sekunde dem Atlantischen Ozean zugeführt.
Die großen Nebenflüsse des Amazonas kann man an ihren Farben unterscheiden. Der Rio Negro gibt seine Farbe schwarz bereits im Namen an. Der Rio Madeira gilt als gelb-roter Fluss, der Rio Tapajos und der Rio Xingu haben klares Wasser, das aus der Entfernung und aus dem Flugzeug blaugrün erscheint. Allgemein gilt, dass die dunklen Flüsse (Schwarzwasserflüsse) eher aus dem Norden (also linksseitig), die hellen eher aus dem Süden (also rechtsseitig) zufließen. Der Grund liegt in der Bodenbeschaffenheit und damit der Erosion der durchflossenen Regionen.
Politik
Die Anrainerstaaten des Amazonasbeckens haben 1978 ein Abkommen zur Zusammenarbeit in der Amazonasregion (Tratado de Cooperación Amazonica, TCA) verabschiedet. Aus dieser ging im Jahr 2003 die Organisation des Amazonaspaktes (OTCA) mit Sitz in Brasília hervor.
Bevölkerung
In der Amazonasregion leben etwa 22 Millionen Menschen. Davon gehören circa eine Million einer der vielfältigen indigenen Völker in der Region an. Im brasilianischen Teil der Amazonasregion werden 150 verschiedene indigene Völker unterschieden. Weitere wichtige Bevölkerungsgruppen sind traditionelle Uferbewohner (Ribeirinhos), die zum Teil während des Kautschukbooms in die Region kamen und vom Kautschukzapfen lebten. Später kamen Siedler (colonos) hinzu, die im Rahmen von staatlichen Ansiedlungsmaßnahmen zur Erschließung der Region Grundstücke zum Ackerbau zugewiesen bekamen. Zwischen den Farmern und Viehzüchtern einerseits, welche durch großflächige Rodungen die Kautschukwälder gefährden, und der Seringueiro-Bewegung andererseits, welche auf diese Wälder als Lebensgrundlage angewiesen sind, zeigten in der Folge große Spannungen. Weitere Menschen kamen im Rahmen von Industrie und Handel in die Region, insbesondere in Manaus durch die Einrichtung einer Freihandelszone.
Wichtige Städte
Wichtige Städte in der Amazonasregion sind:
- Belém
- Manaus
- Santarém
- Iquitos
- Pucallpa
- Georgetown
- Paramaribo
- Cayenne
Flora und Fauna
Die Amazonasregion zeichnet sich unter anderem durch ihre große Biodiversität aus. Die Anzahl der tatsächlich in der Amazonasregion vorkommenden Spezies ist schwer zu schätzen, da erst ein Bruchteil von ihnen entdeckt und beschrieben wurde. Es wird von einer Zahl zwischen fünf und zehn Millionen Arten ausgegangen. Von diesen wurden bislang etwa 1,4 Millionen beschrieben, darunter 750.000 Insektenarten, 40.000 Wirbeltiere, 250.000 Pflanzen und 360.000 Mikrobiota. Man geht davon aus, dass in der Region etwa ein Viertel der lebenden Tier- und Pflanzenarten ihr Habitat haben. Die Fischfauna wird auf 2.000 Arten geschätzt, mehr als in allen anderen Flüssen der Welt zusammen.
Die Vegetation in Amazonien ist sehr heterogen. Eine grobe Unterteilung der der verbreitetesten Vegegationsformen umfasst: Dichte Wälder, offene Wälder mit Palmen, offene Wälder ohne Palmen, Lianenwälder, Trockenwälder, Bergwälder (vor allem am Andenabhang), Überschwemmungswälder (Várzea), Sumpfwälder (Igapó). Hinzu kommen lokale Formationen wie Mangrovenwälder, waldfreie Savannen (campos naturais), Caatinga, etc.
Boden
Terra preta ist eine fruchtbare Schwarzerde, die in der Nähe des Amazonas und seiner Nebenflüsse verbreitet ist.
Weblinks
- http://www.amazonwatch.org/amazon/geo_focus_map.php (Karte Großprojekte im Amazonasbecken)
Kategorie:Landschaft in Südamerika
Kategorie:Geographie (Brasilien)
Kategorie:Geographie (Peru)
Kategorie:Geographie (Bolivien)
Kategorie:Geographie (Ecuador)
Francisco de OrellanaFrancisco de Orellana ( - 1490 in Trujillo, Spanien; † 1546) war ein spanischer Konquistador, der als Erster den Amazonas von West nach Ost befuhr. Orellana war wahrscheinlich im Jahre 1527 in die Neue Welt gekommen. Als Francisco Pizarro zur Eroberung Perus aufbrach, zog er mit ihm in den Kampf. Beim Sturm auf Cuzco 1533 verlor Orellana ein Auge. Nach der Eroberung des Inkareiches ließ sich Orellana in Portoviejo (Ecuador) nieder. Während des Bürgerkrieges zwischen Pizarro und Diego de Almagro kämpfte er auf der Seite Pizarros.
Im Jahre 1541 erklärte sich Orellana bereit, mit Gonzalo Pizarro (dem jüngeren Bruder von Francisco Pizarro) zu einer Expedition jenseits der Anden teilzunehmen. Sie wollten nach Zimtbäumen und dem sagenhafte Goldland El Dorado suchen (Hauptartikel siehe Gonzalo-Pizarro-Expedition).
Insgesamt brachen 4.000 Indianersklaven und 220 Spanier in Quito (Ecuador) auf. Doch nach monatelangem Suchen im Urwald waren die Vorräte fast völlig aufgebraucht. Pizarro befahl ein Schiff zu bauen. Es war die "San Pedro". Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Konquistadoren am Rio Coca. Einige Zeit später erreichten die Männer den Río Napo. Hier wurde nach zweimonatiger Arbeit ein weiteres Schiff gebaut. Es wird von Pater Carvajal "Victoria" getauft.
Am 25. Dezember 1541 startete die Expedition. Da Pizarro zu diesem Zeitpunkt von Malaria geschwächt war, blieb er mit einem Teil seiner Männer im Basislager zurück. Orellana wird von Pizarro beauftragt, mit 57 Männern und den beiden Schiffen nach Nahrung zu suchen. Die Spanier fuhren etwa 1.000 Kilometer flussabwärts, konnten aber nichts Essbares finden. Die Mannschaft war schließlich selbst dem Verhungern nahe, ohne dass sie den zurückgebliebenen Männern Proviant hätten bringen können.
Es war Winter und es wäre zu mühsam gewesen, auf dem immer stärker anschwellenden Fluss gegen die Strömung zurückzurudern. So beschlossen sie weiter flussabwärts zu fahren. Enttäuscht von Orellana entschied sich Pizarro schließlich für die Aufgabe des Basislagers, um den Rückmarsch anzutreten. Mit weniger als 80 Überlebenden erreicht Pizarro ein halbes Jahr später Quito.
Die gefährliche Reise Orellanas auf dem riesigen Amazonas und seinen Nebenarmen wurde von ständigen Indianerangriffen begleitet. Am 24. Juni 1542 kam es zu einer ungewöhnlichen Begegnung, über die der Mitreisende Dominikaner Fray Gasper de Carvajal in seinem Tagebuch folgendes berichtet²:
Als wir dem Ufer immer näher kamen, begannen die Indios mit Pfeilen nach uns zu schießen, und da es zahlreiche Krieger waren, schien es, als regne es Pfeile. Aber unsere Arkebusiere und Armbruster waren auch nicht träge. Obwohl sie viele töteten, schienen es die Indios gar nicht zu merken, denn trotz des Schadens, der ihnen zugefügt wurde, machten sie unermüdlich weiter. Ich will, daß man erfährt, warum diese Indios sich auf solche Weise verteidigten. Es muß erklärt werden, daß sie tributpflichtige Untertanen der Amazonen sind. Als sie von unserem Kommen erfahren hatten, wandten sich die Indios mit der Bitte um Hilfe an diese, und es kamen so etwa zehn bis zwölf von ihnen, denn wir selbst sahen diese Frauen, die als weibliche Hauptleute in vorderster Front von allen Indios kämpften. Die Frauen sind sehr hellhäutig und groß und tragen langes Haar, das sie geflochten und um den Kopf gewickelt haben. Sie sind sehr kräftig und gehen ganz nackt.
Aufgrund dieser Begegnung erhielt der Fluss seinen heutigen Namen Amazonas.
Schließlich erreichte Francisco de Orellana am 26. August 1542 das riesige Delta des Amazonas. Er hatte nur ein Dutzend seiner Begleiter durch Indianerangriffe verloren. Aber die Odyssee war noch nicht zu Ende, denn der nächste spanische Hafen lag auf Trinidad. Monatelang kämpfte er sich mit seinen beiden wenig meerestauglichen Schiffen an der Küste entlang. Die Schiffe verloren sich aus den Augen, aber beide erreichten schließlich Trinidad.
Ein Prozess von Pizarro gegen de Orellana verlief im Sande. Kronprinz Philipp sprach Orellana frei, und die Behörden erklärten Orellana als Besitzer riesiger Länderein am Amazonas. Um Beweise für seine Berichte einzuholen, rüstete Orellana eine zweite Expedition aus. Nach langen Verhandlungen übergab man ihm schließlich vier Schiffe, die so altersschwach waren, daß zwei auf dem Atlantik und die beiden anderen in der Amazonas-Mündung sanken. Daraufhin meuterte die Mannschaft und ließ den an Sumpffieber erkrankten Francisco de Orellana 1546 sterbend auf einer der Inseln des Amazonas-Deltas zurück.
Nach Orellana wurde in Ecuador sowohl eine Provinz (Orellana) als auch eine Stadt (Puerto Francisco de Orellana) benannt.
Literatur
- Wolfgang zu Mondfeld: Blut, Gold und Ehre. Die Conquistadoren erobern Amerika. 1981
Orellana, Francisco de
Orellana, Francisco de
Orellana, Francisco de
Orellana, Francisco de
Orellana, Francisco de
Orellana, Francisco de
Orellana, Francisco de
ja:フランシスコ・デ・オレリャーナ
Peru
Peru (spanisch Perú, amtlich Republik Peru, spanisch República del Perú Quetchua Piruw) ist ein Staat in Südamerika und grenzt an Ecuador, Kolumbien, Brasilien, Bolivien und Chile.
Geographie
Landschaftszonen
Peru besitzt drei völlig unterschiedliche Klimaregionen:
- Costa (Küste; ca. 11 % der Staatsfläche)
- Sierra (Anden; ca. 15 %)
- Selva (Regenwald; ca. 64 %).
Costa
Regenwald
Die Costa steht unter dem Einfluss des Humboldtstroms und ist weitgehend eine Küstenwüste, in der nur entlang der aus den Anden kommenden Flüsse, in Flussoasen, Landwirtschaft möglich ist.
Im Süden Perus, an der Grenze zu Chile, beginnt die trockenste Wüste der Erde, die Atacama-Wüste.
Im südlichen Bereich der Costa bis nach Lima, das ungefähr auf der Hälfte des Küstenstreifens liegt, sind Regenfälle während des Jahres extrem selten.
Nördlich von Lima nehmen Bodenqualität und Regenfall etwas zu, so dass hier auch Landwirtschaft außerhalb der Flussoasen möglich ist. Die Temperaturen schwanken zwischen 12 Grad im Winter und 35 Grad im Sommer.
Sierra
Atacama
Hinter der schmalen Küstenregion beginnt die Sierra. Sie besteht aus mehreren Bergzügen der Anden, die von Längstälern (span. callejón oder valle) unterbrochen werden. Typisch für die gesamte Andenregion sind dazu tief eingeschnittene Täler (Canyons) und Durchbrüche der Gebirgsketten (span. Pongo]] durch große Flüsse, an der West- und Ostseite der Kordillere.
Einen typischen Querschnitt der Anden zeigt sich in der zentralen Region Ancash:
Von West nach Ost sind das die "Schwarzen Kordilleren" (Cordillera Negra, bis ca. 5.000 m), gefolgt vom Callejón de Huaylas (um 3.000 m). Der nächste Bergzug sind die "Weißen Kordilleren" (Cordillera Blanca), hier befindet sich der höchste Berg Perus, der Huascarán (6.768 m). Weiter Richtung Osten erstreckt sich das Callejón de Conchucos (mit dem Fluss Marañón, einem Quellfluss des Amazonas), abgelöst von weiteren Bergketten.
Höchste Berge: Nevado Huascarán (6768 m), Yerupaja (6634 m), Coropuna (6425 m), Ampato (6310 m), Chachani (6075 m), Volcán Misti (5822 m)
Während im Norden des Landes die Anden nicht bis zur Schneegrenze reichen und sehr vegetationsreich sind (klimatische Zone des Paramo), zeigen sie sich im zentralen Gebiet sehr steil, teilweise mit breiteren Tälern und hohen Bergen mit ewigem Schnee und Eis (Gletscher). Im mittleren Süden Perus zeigt sich die Landschaft eher "hügelig" zwischen 3.000 und 4.000 Metern, mit wenigen markanten schneebedeckten Bergmassiven über 5.000 Metern. Ab hier Richtung Süden treten ebenfalls Vulkankegeln mit teilweise noch aktuell sporadischer vulkanischen Aktivität auf, und die Andenkette verbreitet sich stark, mit Ausprägung von wenigen Gebirgsketten und dazwischenliegenden hügeligen Hochebenen. Im Süden des Landes zeigt sich insbesondere eine gewisse Abflachung der Hochebene, es bildet sich der sogenannte Altiplano, der seine typische Ausprägung um den Titicacasee erhält.
Die mittlere Jahrestemperatur in 3.300 m Höhe liegt bei 16 Grad. Mitunter sind in der eher niederschlagsarmen Region heftige Regenfälle von Oktober bis April zu erwarten. Größere Städte in dieser Region sind Huaraz (ein Paradies für Bergkletterer) und Cuzco.
In der Nähe Cuzcos liegt auch die legendäre Inka-Stadt Machu Picchu.
Selva
Machu Picchu
Östlich der Anden beginnt die Regenwaldregion ("Selva"). Der Übergang ist dabei fließend, da es einen tropischen Bergwald gibt, in dem ein milderes Klima herrscht.
In der durch Tageszeitenklima bestimmten Region beträgt die Jahresmitteltemperatur ca. 26 °C und der Jahresniederschlag erreicht bis zu 3.800 mm. Dort entspringen auch weitere Quellflüsse des Amazonas, der durch das Amazonasbecken in Richtung Brasilien fließt.
Der peruanische Regenwald ist dicht und fast undurchdringlich. Die Flüsse, die von den Ketten der Anden in weiten Flussschlingen zum Amazonas strömen, sind die einzigen Verkehrsadern durch die weiten Waldgebiete.
Die einzige größere und auch für den Tourismus wichtige Stadt in dieser Region ist Iquitos. Sie ist von Lima aus nicht auf dem Landweg erreichbar, sondern nur mit dem Flugzeug oder dem Boot.
Gewässer
Wichtigste Flüsse in Peru sind der Amazonas und seine Quellflüsse Río Apurímac, Río Urubamba, Río Ucayali und Río Marañón, außerdem die Amazonas-Nebenflüsse Napo, Putumayo und Huallaga.
Die größten und wichtigsten Seen Perus sind der Titicacasee und der Lago di Junín zwischen den Andenketten.
Flora und Fauna
Die Flora Perus ist sehr abwechslungsreich und vielfältig. In den trockenen und sandigen Küstenebenen wachsen nur wenige Gräser und Sträucher. In den Regenwaldregionen findet man hingegen eine große Fülle an Pflanzen. Vertreter dieser Vegetationen sind unter anderem Kautschuk- und Mahagonibäume, Zedern und Vanillepflanzen. Im Hochgebirge herrscht auf Grund der natürlichen Bedingungen nur eine spärliche Pflanzenvielfalt vor. Hier wachsen hauptsächlich Trockenpflanzen (Xerophyten), wie etwa Kakteen und Mesquiten.
Ebenso wie die Flora hat auch die Tierwelt Perus eine große Vielfalt zu bieten. In der Küstenebene und auf den Küsten vorgelagerten Inseln leben Möwen und Seeschwalben, Eidechsen, Skorpione, Robben und Pinguine. In den peruanischen Küstengewässern findet man unter anderem Sardinen, Hummer und Makrelen. Tiere der fruchbareren Regionen im Osten sind beispielsweise Gürteltiere, Alligatoren, Jaguare, Pumas, Papageien und Flamingos.
Städte
Größte Städte: Lima (8.000.000 Einw.), Callao (750.000), Arequipa (720.000), Trujillo (610.000), Chiclayo (480.000), Iquitos (400.000)
Siehe auch: Liste der Städte in Peru
Bevölkerung
Peru ist neben Bolivien und Guatemala eines der drei Länder mit mehrheitlich indianischer Bevölkerung. 45 Prozent der Einwohner sind indianischer Abstammung, sie gehören überwiegend zu den Quechua oder Aymará sprechenden Völkern. 37 % der Einwohner sind Mestizen, 15 % sind europäischer Abstammung und die übrigen 3 % sind afrikanischer oder asiatischer Abstammung.
Religionen: Katholiken (89 %), Protestanten (7 %), Anhänger von indigenen Religionen.
Rund zweieinhalb Millionen Peruaner leben aufgrund einer anhaltenden Emigration im Ausland, vor allem in den USA, Europa und Japan.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Perus
Peru ist ein Land mit Jahrtausende alten prä-inkaischen Kulturen. Die ersten Einwanderer kamen etwa 20.000 bis 10.000 v. Chr in das heutige Peru. Etwa 4.000 v. Chr. begannen Ackerbau und Viehzucht. Die früheste heute noch erkennbare Hochkultur war die der Chavín de Huántar, die etwa 800 v. Chr. bis 300 v. Chr. existierte. Um den Titicacasee entwickelte sich ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. bis etwa 1000 n. Chr. die Tiahuanaco-Kultur.
Auch an der Küste entwickelten sich im Bewässerungsgebiet der Andenflüsse im ersten Jahrtausend n.Chr. differenzierte Kulturen wie die der Moche in der Region um Lambayeque. Vor dem Inkareich war Chanchan als Hauptstadt der Chimú eine Großstadt mit entwickelter städtischer Kultur.
Das Reich der Inka entstand um 1200 und umspannte bis 1532 große Teile der heutigen Staaten Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Argentinien und Chile. Die auf den Hochebenen Perus gelegene Stadt Cuzco war die Hauptstadt des Inka-Reiches.
Die Spanier eroberten ab 1532 dieses Land und gründeten für die spanische Krone das Vizekönigreich Peru, das auf seinem Höhepunkt vom heutigen Panama bis zum äußersten Süden des Kontinents reichte.
1821 wurde das Land durch José de San Martín und Simón Bolívar befreit und erhielt seine Unabhängigkeit. Rebellionen und Bürgerkriege verhinderten jedoch die Entwicklung eines modernen Staates.
Zwischen 1968 und 1980 regierte eine Militärjunta das Land und versuchte, durch Boden- und Wirtschaftreformen ein sozialistisches System zu etablieren. 1980 übernahm der 1968 gestürzte Belaúnde Terry als gewählter Präsident erneut die Macht und übergab die verstaatlichten Unternehmen wieder in Privatbesitz.
In den 1980er Jahren begann die linksgerichtete Guerillaorganisation Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad) einen bewaffneten Kampf gegen die Regierung. Beide Seiten verübten grausame Massaker an der Zivilbevölkerung, um diese zu disziplinieren. Die Aktivität des Sendero Luminoso dauerte bis in die 1990er Jahre. Die andere linke Guerilla des Landes, Tupac Amaru, lehnte immer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung ab.
Siehe auch:
- Liste der Staatspräsidenten von Peru
- Liste der Premierminister von Peru
Politik
Die Regierung ist repräsentativ, dezentralisiert und nach dem Prinzip der Gewaltenteilung aufgebaut. Zu den vorrangigen Interessen des Staates gehören die Verteidigung der staatlichen Souveränität, der Schutz der Bevölkerung vor Bedrohung ihrer Sicherheit sowie die Förderung des Allgemeinwohls. In der Realität jedoch bestehen trotz einiger außenwirtschaftlicher Erfolge gravierende politische, soziale und wirtschaftliche Probleme.
Politische Reform noch nicht gefestigt
Obwohl Peru sich seit 1980 als Präsidialrepublik bezeichnet, ist der Demokratisierungsprozess bis jetzt wenig gefestigt. So konnte die Internationale Förderung für Menschenrechte während der Wahlkampagnen im Jahr 2000 erhebliche Unregelmäßigkeiten feststellen. Zur Finanzierung der Wahlkampagnen wurden Steuergelder verwendet und auch das Militär war nicht nur als neutraler Beobachter vor Ort. Zudem ist die angestrebte Dezentralisierung und Regionalisierung des Landes bisher nicht über Ansätze hinweg gekommen. Die staatlichen Einkünfte fließen weiterhin nach Lima und werden von den dortigen staatlichen Organisationen den einzelnen Gemeinden zugeteilt. Von der angestrebten Dezentralisierung verspricht sich der Staat eine Entlastung der Zentralregierung und durch die regionale Unabhängigkeit einen positiven Effekt auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
Aufgabe des Präsidenten
Laut der Verfassung von 1993 wird alle 5 Jahre ein Staatspräsident gewählt, der nicht zur Wiederwahl antreten kann. Alejandro Toledo Manrique von der Partei "Perú Posible" ist seit 2001 der aktuelle Präsident der Republik Peru.
Zu den weitreichenden Aufgabengebieten des Präsidenten gehören die Vertretung des Staates nach innen und außen, die Führung der allgemeinen Regierungspolitik, die Einberufung der Wahlen zum Amt des Präsidenten und des Kongresses sowie die Erfüllung und Wahrung der Verfassung und der Gesetze.
Toledo konnte bisher die hohen Erwartungen der Bevölkerung nicht erfüllen.
Es lassen sich noch keine messbaren Erfolge bei der Bekämpfung der gravierenden Arbeitslosigkeit und der Armut feststellen.
Wahlen in Peru
Am 8. April 2001 wurden saubere und transparente Präsidentschafts- und Kongresswahlen abgehalten. Alejandro Toledo, hartnäckiger Widersacher Fujimoris, gelang es, 36,51 % der Stimmen auf sich zu vereinigen, gefolgt überraschenderweise vom Ex-Präsidenten Alan García (25,78 %) und der Kandidatin der rechtsstehenden Christlichen Volkspartei PPC, Lourdes Flores Nano (24,30 %). Aus diesem Grunde wurde am 3. Juni 2001 eine Stichwahl zwischen Toledo und García abgehalten. In einem dramatischen Ausgang besiegte der aus armen Verhältnissen stammende Toledo seinen Kontrahenten García mit 6 Prozentpunkten Unterschied. Die Partei Toledos, Perú Posible, hat sich als eine politische Alternative etabliert. Im Kongress hat Perú Posible 45, die APRA 26, Unidad Nacional 17 und FIM 11 der 120 zur Verfügung stehenden Sitze erhalten. Der Wahlsieger hat die Unterstützung des FIM (11), der Volksaktion AP (3), SOMOS PERU (4), UPP (6) und Renacimiento Andino (1) erhalten, womit die Regierungspartei eine Mehrheit von 70 Sitzen im Kongress besitzt. Toledo musste auf die wachsende Kritik seiner Regierung mehrmals mit einer Kabinettumbildung reagieren (zuletzt im August 2005, nach dem Rücktritt des Ministerpräsidenten Ferrero). Hervorzuheben sind die Benennungen von Kuczynski als Finanzminister (im 1. Regierungskabinett Toledos bereits Finanzminister) und von Carlos Ferrero als Premier, das Ausscheiden von Jaime Quijandra und Silva Ruete sowie die Ernennung von Fernando Olivera zum Außenminister, was den Rücktritt Ferreros auslöste.
Die Ergebnisse der letzten Präsidentschafts- und Kongresswahlen liefern die Wilfried Derksen political websites.
Bei den Kommunal- und Regionalwahlen von November 2002 gelang es der APRA die erste politische Kraft im Lande zu werden. In 12 der 25 Regionen und in 10 Großstädten des Landes stellt nun die APRA die politischen Spitze.
Machtgruppen im Land
Die sich aus den Großgrundbesitzern des Hochlands und der Küste rekrutierende peruanische Elite hat über Jahrhunderte als Oligarchie das Land regiert, erst durch die Agrarreform von 1969 wurde ihr ihre Machtgrundlage entzogen.
In den Jahren danach kamen neue Machtgruppen hinzu, die sich auf Industrie und Finanzaktivitäten konzentrierten, zu einem großen Teil europäischer Abstammung waren und vom Protektionismus des Staates lebten. Fujimoris Einstieg in die Politik und die konsequente Durchsetzung einer neoliberalen Wirtschaftspolitik auf südamerikanischem Boden führte zu einer Neustrukturierung des Machtblocks: Während manche Gruppen an Gewicht verloren, traten neue, wettbewerbsfähigere Gruppen auf. Heutzutage bestehen an die zehn ökonomische Gruppen, die einen starken Einfluss auf Wirtschaft und Politik ausüben.
Politische Gliederung
Hauptartikel: Peruanische Regionen
Peru ist in 26 Regionen (Regiones), 194 Provinzen (Provincias) und 1.821 Bezirke (Distritos) gegliedert. Seit der Regionalisierung des Landes im Jahre 2002 sind die Regionen Selbstverwaltungseinheiten mit direkt gewählten Organen.
Infrastruktur
Die wichtigsten Verkehrswege für das Land sind die Panamericana und die Seewege nach Nordamerika, Ostasien und Europa.
Peru besitzt 3.462 km Eisenbahnstrecke, 72.900 km Straßen und 254 Flughäfen.
Durch die extrem großen Höhenunterschiede der Anden bestehen größere infrastrukturelle Probleme vor allem entlang der West-Ost-Achse. Dies zeigt sich am geringen Anteil der gepflasterten Autostraßen, der gerade einmal 9.331 km bzw. 13 % beträgt. Dadurch verstärkt sich der periphere Charakter der Selva-Region, die kaum besiedelt ist, was wiederum bedeutet, dass die Landbevölkerung in diesen Gebieten nicht von dem wirtschaftlichen Aufschwung der Küstenregionen profitiert.
Wirtschaft
Hauptartikel: Wirtschaft Perus
Peru hat eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Dies hat dazu geführt, dass vor allem nordamerikanische Konzerne, aber auch europäische Firmen, den Markt beherrschen. Teilweise ist der Zustand monopolartig. Erwähnt sei z. B. die beherrschende Stellung spanischer Firmen im Telekommunikationsbereich.
Das Land ist reich an Bodenschätzen, vor allem Gold und Kupfer, die durch internationale Konsortien ausgebeutet und exportiert werden. Zusätzlich spielen die Fischerei und Landwirtschaft eine wichtige Rolle, neben Zuckerrohr wird viel Kaffee ausgeführt. Diese Produkte werden vor allem in den bewohnten Gebieten im Westen angebaut, in denen nur durch künstliche Bewässerung Landwirtschaft betrieben werden kann. Die großen Gebiete der Selva werden hingegen kaum landwirtschaftlich genutzt, wo größtenteils Subsistenzwirtschaft betrieben wird.
Angebaut wird aber auch der Kokastrauch, dessen Blätter von den Eingeborenen gewohnheitsmäßig gekaut werden.
Die Anbaufläche dieser Pflanze beträgt ca. 121.000 ha, damit ist Peru der weltweit größte Kokaproduzent. Ungefähr 85% des Kokaanbaus sind für die illegale Produktion bestimmt. Die Erlöse aus dem illegalen Export übertreffen die des legalen bei weitem.
Industrie konzentriert sich auf die Küste und dort vor allem auf Lima, die restlichen Gebiete sind, außer bei Bodenschätzen, untergeordnet.
Tourismus
Hauptartikel: Tourismus in Peru
Peru ist durch seine landschaftliche Vielfalt interessant für jede Art von Tourismus. Ökotourismus bietet sich an, da es viel unberührte Natur gibt, vor allem im Regenwald im Osten des Landes. Die Anden bieten neben Wanderungen bei Huaraz und Cuzco (Inkatrail) noch Bergsteigen und Wildwasserfahrten. Einige historische Stätten sind interessant, insbesondere Machu Picchu, die schönste archäologische Stätte Südamerikas. Auch der Titicacasee ist ein weiteres touristisches Highlight.
Das Land ist gut erschlossen, wenn auch durch die Gebirgslage das Reisen manchmal beschwerlicher als in Europa ist.
Kultur
Die Kultur Perus ist einerseits geprägt durch die spanischen Eroberer und dem von ihnen mitgebrachten katholischen Glauben. Andererseits sind, besonders in den ländlichen Gebieten, viele Traditionen erhalten geblieben, die auf die Inkas oder andere Kulturen zurückgehen, die bereits vor der spanischen Eroberung existierten.
Etwa 89 % der Peruaner sind katholisch (eine Folge der teilweise zwangsweisen Missionierung durch die Eroberer), jedoch lebt ein gewisser Teil ihrer Ur-Traditionen auch in christlichen Ritualen weiter (neuerdings erzielen auch evangelische Kirchen einen großen Zulauf). In Lima kann man viele prachtvolle Bauten im Kolonialstil bewundern.
Das kulturelle Leben konzentriert sich auf die wenigen großen Städte. Allein in Lima lebt ca. ein Drittel der Gesamtbevölkerung. Diese durch Landflucht ausgelöste Tatsache hat große soziale Probleme zur Folge: Armut und Kriminalität sind in Lima nicht zu übersehen.
Künstler
- Amílcar Salomón Zorilla
- Mario Vargas Llosa Schriftsteller
- Cantos del Pueblo Musikgruppe
- Susanna Baca Música Negroide
- Chabuca Granda Música Criolla
- Raúl García Zarate Gitarrenvirtuose für andine Musik
Weitere Themen
- Portal:Südamerika
- Barriadas
- Andengemeinschaft
Literatur
Winter, Johannes und Scharmanski, André (2005): Sind die Andenstaaten unregierbar? Ursachen der politischen Krise in Bolivien, Ecuador und Peru. In: Zeitschrift Entwicklungspolitik 14/2005, S. 30-34.
Weblinks
- [http://www.peruline.de/ Tourismus und Reisen in Peru]
- [http://www.limaperunet.com/climate/climateall.html Peru klima]
- [http://www.limaperunet.com/climate/CLIMATELIMACELSIUS.htm Lima Klima]
- [http://www.inei.gob.pe/mapas/bid Statistische Informationen zu allen Regionen, Provinzen und Bezirken von Peru]
- [http://www.peru.tk/ Peru]
- [http://www.perunoticias.net/ Peru News]
- [http://www.machupicchu.biz/ Machupicchu]
- [http://www.embajada-peru.de Botschaft der Republik Peru in Deutschland] (mit Hintergrundinfos)
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/pe.html CIA - The World Factbook]
- [http://www.elcolibri.de/ El Colibrí Digital. Peruanische Zeitschrift aus Berlin. ]
- [http://www.inkatour.com/index_de.html Peru entdecken]
- [http://www.sportfishingperu.com/ AngelSport in Peru]
Kategorie:Staat
Kategorie:Südamerika
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Anden]
Die Anden sind die längste Gebirgskette der Erde. Sie erstrecken sich entlang der Westküste Südamerikas von Venezuela über Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Argentinien und Chile (siehe: Andenländer). Sie bestehen aus zwei, in manchen Abschnitten auch mehreren parallel verlaufenden Hauptketten. Im mittleren Abschnitt in Peru, Bolivien, Nordchile und Nordargentinien liegen diese Ketten sehr weit auseinander und umschließen das zentrale Hochland (Altiplano), worin auch der Titicaca-See eingebettet ist. Das Zentrum des Inka-Reiches, Cuzco, befand sich nördlich von dieser Hochebene.
Die Anden erstrecken sich mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von ca. 7.500 km von den Tropen (ca. 10° Nord) bis weit in die Außertropen (ca. 55° Süd).
Im Süden und in Ecuador sind sie bis 200 km breit; zwischen Arica (Chile) und Santa Cruz de la Sierra (Bolivien) weisen sie dagegen eine Ost-West-Ausdehnung von über 600 km auf.
Berge
Der höchste Berg der Anden ist der 6.962 m hohe Aconcagua. Er liegt in Argentinien an der Grenze zu Chile.
weitere bekannte Gipfel der Anden
- Huascarán, 6.768 m (Peru)
- Alpamayo, 5.947 m (Peru)
- Nevado Yerupajá, 6.634 m (Peru)
- Nevado Illimani, 6.483 m (Bolivien)
- Cerro Torre, 3.133 m (Argentinien)
Vulkane
Die Anden und die mittelamerikanischen Kordilleren sind als Teil des zirkumpazifischen Gebirgssystems ein Raum stärkster seismischer und vulkanischer Aktivität. Die höchsten Vulkane der Erde befinden sich hier: Der 6882 m hohe Monte Pissis (Argentinien) und der 6887 m hohe Ojos del Salado (Chile). Postvulkanische Erscheinungen, wie Solfataren, Geysire und Fumarolen sind weit verbreitet.
bekannte aktive Vulkane der Anden
- Cotopaxi, 5897 m (Ecuador)
- Tungurahua, 5010 m (Ecuador)
- Pichincha, 4784 m (Ecuador)
weitere Vulkane der Anden
- Llullaillaco, 6.723 m (Argentinien/Chile)
- Nevado Coropuna, 6.426 m (Peru)
- Ubinas, 6.572 m (Chile)
- Chimborazo, 6.310 m (Ecuador)
- Uturunco, 6.010 m (Bolivien)
- Licancabur, 5.921 m (Bolivien)
- Misti, 5.852 m (Peru)
Entstehung der Anden
Das Alter der Anden wird auf ca 60 Mio Jahre geschätzt.
Die Platten
Im Rahmen der Plattentektonik stellen die Anden das Standardbeispiel einer Ozean/Kontinent-Konvergenz dar. Die Nazca-Platte traf vor ca 150 Mio Jahren auf die Südamerikanische Platte. An der Subduktionslinie entstanden zwei Tiefseegräben: der Perugraben (6262 m) und der Atacamagraben (8066 m).
Eine Anzahl grundlegender geodynamischer Prozesse spielen sich in der Anden-Gebirgsbildung ab: Konvergenzbewegungen bis zu 10 cm pro Jahr, vertikale Hebung bis mehr als 1 mm pro Jahr und extreme Dicke (60 – 70 km) der Kruste. Die Orogenese (Gebirgsbildung) begann im Tertiär, doch erst im Pleistozän erfolgte die Heraushebung der Anden bis hin zur Mächtigkeit eines Hochgebirges.
Das Gebirge ist im Bereich des Altiplano deshalb so breit, weil mangelnde Erosion dazu geführt hat, dass sich das Anden-Orogen stabilisierte. Heute pflanzen sich Kompression und Krustenverdickung immer weiter nach Osten fort.
Rohstoffe
Die Anden beherbergen einige der ehemals weltgrößten Silberminen (Cerro de Pasco, Potosí) und die weltgrößte Kupfermine (Calama). Große Lagerstätten von Schwefel und Salpeter können in Bolivien und Nord-Chile abgebaut werden, was gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu Gebietsstreitigkeiten beider Länder führte (Salpeterkrieg). Daneben gibt es viele andere Minerale und Edelmetalle, deren Abbau besonders für die ärmeren zentralandinen Länder von großer ökonomischer Bedeutung ist.
Kultur
siehe auch: andine Musik
Lebensräume
Die Höhenstufen
andine Musik
Die Meterangaben beziehen sich auf den tropischen Teil der Anden.
Die niedrigste Stufe ist die Tierra Caliente (= "heißes Land"). Hier herrscht tropischer Regenwald vor. Aufgrund der klimatischen Gegebenheiten ist dieser Teil der Anden nur dünn besiedelt. Typische landwirtschaftliche Produkte sind Kakao, Bananen und Zuckerrohr.
Im Bereich von 1000 m bis 2000 m über dem Meeresspiegel liegt die Tierra Templada (= "gemäßigtes Land") die von tropischem Bergwald geprägt ist. Hier können Kaffee, Tabak und Mais geerntet werden.
Der Hauptsiedlungsraum der Anden liegt in der Tierra Fria (= "kühles Land") auf 2000 m bis 3500 m Höhe. Neben dem Anbau von Weizen, Kartoffeln und Gerste können hier auch Rinder gehalten werden. Die natürliche Vegetationsform ist der tropische Höhen- und Nebelwald.
Die Baumgrenze kennzeichnet den Übergang zur Tierra Helada (= "kaltes Land"). Dieses Gebiet wird als Weideland für Schafe und Lamas genutzt.
Die Schneegrenze liegt auf ca. 5000 m und bildet den Beginn der Tierra Nevada (= "Schnee- und Eisregion")
Fauna
andine Musik
In den Hochebenen der Anden sind vier kamelartige Tiere beheimatet. Seit Jahrtausenden hält die Bevölkerung Lamas und Alpakas als Haustiere, denn ihre Genügsamkeit, Ausdauer und Einsetzbarkeit in Höhen über 4000 m Höhe machten sie schon zur Zeit der Inkas zu wichtigen Nutztieren. Sie wurden aus den wilden Stammformen der Guanakos und Vicuñas gezüchtet, die ausschließlich in freier Wildbahn leben. Guanakos leben in kleinen Herden bis zu 25 Tieren. Das Vicuña ist das kleinste der Andenkamele (Schulterhöhe: 80 cm). Aufgrund seines feinen Fells wurde das Vicuña fast ausgerottet und nur strengen Schutzbestimmungen ist es zu verdanken, dass es nun wieder häufiger in den Hochanden zu sehen ist.
Imposant, aber sehr selten zu sehen, ist der Andenkondor, der mit einer Spannweite von bis zu 3,20 Meter der größte Raubvogel der Welt ist. In den antiken Kulturen wurde der Kondor als heiliges Tier verehrt.
Ein anderer Rekordhater ist das mehr als einen Meter lange Riesengürteltier. Damit ist es der größte Vertreter seiner Gattung. Sein Panzer aus Knochenplatten ist so hart und stabil, dass es kaum einem Raubtier gelingt, ihn zu knacken.
Außerdem leben in den Anden Pudus und Bergtapire.
siehe auch
- physische Geographie Südamerikas
Weblinks
- [http://www.klett-verlag.de/klett-perthes/sixcms/klett-perthes/terra-extra/sixcms/detail.php?id=16431 Entstehung der Anden, Klett Verlag]
Kategorie:Gebirge
Kategorie:Südamerika
Kategorie:Geographie (Argentinien)
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Kategorie:Geographie (Peru)
Kategorie:Geographie (Ecuador)
ja:アンデス山脈
ko:안데스 산맥
Marañón]]
Der rund 1.600 km lange Marañón ist einer der Quellflüsse des Amazonas (Südamerika).
Der Fluss entspringt in der und der Cordillera Raura nahe der Cordillera Huayhuash, durchläuft einen weiten Teil der Anden Nord-Perus und vereinigt sich in der Nähe von La Union mit dem Río Vizcara. Als einer der längsten Flüsse Perus fließt er mehrere hundert Kilometer innerhalb der Anden nach Nordosten bevor er nach Osten in das Amazonasgebiet abbiegt und dort in den Río Ucayali mündet. Der Marañón führt somit durch Hochgebirge, durch Wüstentäler bis zu subtropischem und tropischen Regenwald. Vom Ort Balsas an flußabwärts ist er schiffbar.
Eine Erdölleitung verläuft parallel zu dem nördlichen Teil seiner Laufstrecke. Außerdem sind im Gebiet des Flusses Blei, Zink und Silber zu finden. Auch eine Buntmetallverhüttung findet man hier vor.
Der Fluss bildet den Hintergrund für den Roman "Die goldene Schlange" von Círo Alegría.
Orte am Marañón sind:
- Bagua
- Barranca
- Concordia
- Nauta
Nebenflüsse des Marañóns sind:
- Crisnejas
- Chamayo
- Cenepa
- Santiago
- Moroña
- Pastaza
- Huallaga
- Tigre
Kategorie:Fluss in Südamerika
Río UcayaliDer Ucayali entspringt etwa 100 km nördlich des Titicacasees und vereinigt sich im nordöstlichen Peru nahe dem Äquator mit dem Río Marañón zum Amazonas.
Der Río Ucayali bildet zusammen mit dem Río Apurímac, dem Río Ene und dem Río Tambo mit einer Länge von 2.670 Kilometern den längsten Oberlauf des Amazonas. Hierbei weisen die einzelnen Teilstücke des Amazonas-Zulaufs folgende Einzelstrecken auf:
- Río Apurimac: 730,7 km
- Río Ene: 180,6 km
- Río Tambo 158,5 km
- Río Ucayali 1.600,1 km
Der Río Ucayali hieß nach der spanischen Eroberung anfangs San Miguel, dann Ucayali, Ucayare, Poro, Apu-Poro, Cocama und Rio de Cuzco. Peru hat in seiner frühen Geschichte viele kostspielige und hervorragend geleitete Expeditionen ausgeschickt um den Fluss zu erforschen. Eine von ihnen behauptete im Jahr 1867, sich bis auf 400 Kilometer der Hauptstadt Lima genähert zu haben, und der kleine Dampfer "Napo" hat sich bis zur Mündung des Río Tambo vorgearbeitet, 1.600 Kilometer oberhalb der Mündung des Ucayali in den Amazonas.
Die Breite des Ucayali im Unterlauf variiert zwischen 400 und 1.200 Metern, verursacht durch die große Zahl von Sandbänken und Inseln. Der Fluss fließt hier mit einer Geschwindigkeit von 5-7 km/h und weist immer eine Mindesttiefe von 1,50 m auf.
Nach dem Fluss ist die peruanische Ucayali Region benannt worden.
Weblink
- [http://dmoz.org/Regional/South_America/Peru/Departments/Ucayali/ Ucayali Department ODP category (englisch)]
Kategorie:Fluss in Südamerika
Kategorie:Geographie (Peru)
Río ApurímacDer Apurímac ist ein Fluss im Südosten Perus.
Der Name übersetzt aus dem Quechua (Apu = Herr/Berggott, rimay = sprechen) bedeutet "sprechender Herr". Er ist Gegenstand zahlreicher Erzählungen der Inkas und Namensgeber des peruanischen Departamentos Apurímac.
Der Apurímac gilt seit 1975 als Quellfluss des Amazonas, was im Jahr 2001 durch eine Expedition der National Geographic Society bestätigt wurde.
Der Apurímac entspringt am Nevado Mismi in den Anden. Nach einer Strecke von 730,70 km in nördlicher Richtung vereinigt er sich mit dem Río Montaro zum Río Ene, wird später zum Río Tambo und fließt dann bei Kilometer 1.069,80 in den Río Ucayali, der wiederum in den Amazonas mündet.
Apurimac
Apurimac
ArequipaArequipa ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Süden Perus. Sie liegt in 2.360 m Höhe und hat etwa 1.100.000 Einwohner. Beherrscht wird die Stadt durch die Vulkane in der nahen Umgebung, dem 5.822 m hohen kegelförmigen Misti, dem immer schneebedeckten 6.057 m hohen Chachani und dem kleineren Pichu Pichu. Die Küste des Pazifik liegt nur 75 km Luftlinie entfernt und beschert der Stadt das ganze Jahr über ein mildes und sonniges Wetter.
Pazifik
Wegen der weißen Sillar-Steine, aus denen viele Gebäude aufgebaut sind, und die vom nahen Vulkan Chachani stammen, wird Arequipa auch "die weiße Stadt" genannt. Das Gebiet wird häufig von heftigen Erdbeben heimgesucht. 1784 und 1868 wurden dadurch große Teile der Stadt zerstört. Das letzte Erbeben im Jahre 2001 ließ einen der beiden Türme der Kathedrale am Hauptplatz einstürzen. Dieser wurde bis zum Jahr 2004 restauriert.
Das Kloster Santa Catalina liegt nahe dem Stadtzentrum und schloss bereits im Erbauungsjahr 1579 seine Pforten gegenüber der öffentlichen Welt. Bis zu 450 Nonnen vornehmlich adeliger spanischer Abstammung sollen hier gelebt haben. Als Novizinnen mußten sie eine Mitgift von mindestens 1.000 Goldpesos mitbringen. Dieses Kloster konnte bis zu seiner Öffnung 1970 trotz seiner Weltabgeschiedenheit sein Geheimnis weitgehend wahren: Englische Teppiche, spanische Seidenvorhänge, flämische Spitzentücher, gepolsterte Stühle, Damast, feines Porzellan und Silber gehörten ebenso zur "Ausstattung", wie 200 Dienstmädchen, die die redegewandten Nonnen bedienten, für sie kochten, Wasser schleppten, Herde feuerten, putzten und wuschen. Erst 1970 wurde das Kloster nach einer Renovierung für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zur allgemeinen Überraschung fand man hier eine autonome Stadt inmitten der Stadt; die Zeit schien 1579 stehen geblieben zu sein, sieht man einmal von den Zerstörungen der Erdbeben ab.
Im Departement Arequipa sind die ältesten Reste menschlicher Besiedlung gefunden worden. Sie datieren zwischen 6000 und 8000 v. Chr. Über 400 archäologische Orte wurden bis heute registriert, darunter befinden sich die Höhlenzeichnungen in Sumbay und Pampa Colorado. Zwei der tiefsten Schluchten, der Cotahuasi- und der Colca Cañon, mit Tiefen bis zu 3.000 m, befinden sich ebenfalls hier.
Um etwa 1250 trafen die Inkas in der Gegend um Arequipa ein und vereinnahmten die hier lebenden Kulturen in ihr Reich. Besonders wichtig war das Colca-Tal mit der ergiebigen Landwirtschaft. Den Vorteil dieser natürlichen Fruchtbarkeit erkannten auch die Spanier und Francisco Pizarros capitán Garcí Manuel de Carbajal gründete am 15. August 1540 die Stadt als spanische Residenz. 1541 erhielt sie vom spanischen König Carlos V. die Stadtrechte. Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich Arequipa zur Handelsstadt zwischen der Küste und den Anden. Die Umgebung entwickelte sich als Bergbaugebiet und zum Wein- und Wollproduzenten. Mit Einführung der Eisenbahn, die ab 1870 bis zum Seehafen Matarani fuhr, und 1904 den Anschluss zu den Städten Cuzco und Puno herstellte, stieg die Bedeutung Arequipas als Handelsstadt.
Die UNESCO erklärte 2000 das Stadtzentrum von Arequipa zum Weltkulturerbe.
Söhne und Töchter der Stadt
- José Luis Bustamante y Rivero, peruanischer Präsident
- Juan Landázuri Ricketts, Erzbischof von Lima und Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- Alex Olmedo, peruanischer Tennisspieler
- Hernando de Soto (Ökonom), peruanischer Ökonom
- Mario Vargas Llosa, peruanische Schriftsteller
- Alberto Vargas, berühmt für seine Pin-Up-Zeichnungen
Kategorie:Ort in Peru
Kategorie:Weltkulturerbe
ja:アレキパ
Titicacasee
Der Titicaca-See ist Südamerikas größter Süßwassersee, mit einer Fläche von 8.288 Quadratkilometern ist er fast 13 Mal so groß wie der Bodensee.
Er befindet sich auf dem Altiplano, der Hochebene der Anden; der westliche Teil des Sees gehört zu Peru, der östliche zu Bolivien. Der Titicaca-See ist das höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Erde. Er liegt auf einer Höhe von 3821 m über dem Meeresspiegel, ist 194 km lang, 65 km breit und hat eine mittlere Tiefe von 140 bis 180 m, eine maximale Tiefe von 280 m (obwohl einige Einheimische behaupten, er wäre bodenlos). Mehr als 25 Flüsse fließen in den See Titicaca. Es gibt eine Vielzahl großer und kleiner Inseln, von denen einige Relikte der Inka-Kultur beherbergen, z.B. die Isla del Sol.
Eine wichtige Nahrungsquelle für die Bevölkerung am Titicaca-See stellt der Fischreichtum dar.
Die Herkunft des Namens Titicaca ist nicht sicher bekannt. Er soll auf zwei Aymara-Wörter beruhen: titi heißt Große Katze und kak heißt Felsen. Frei übersetzt bedeutet es "Puma-Felsen". Der Legende nach ist der erste Inka, Manco Cápac, über einen Felsen auf der Sonneninsel auf die Erde gestiegen. Dieser Felsen hat (mit genügend Fantasie betrachtet) die Form eines Kopfes einer Wildkatze. Eine liegende Katze ist aber auch zu erkennen, wenn die Landkarte mit dem See auf den Kopf gestellt wird.
Klima
Trotz der mit 10-12° sehr niedrigen Jahresdurchschnittstemperatur des Wassers stellt der Titicaca-See einen großen Wärmespeicher dar, so dass um den See Kartoffeln, Gerste, Mais und Quinoa gedeihen. Die Region um den Titicaca-See wird als das Ursprungsgebiet des Kartoffelanbaus angesehen.
Das Leben am Titicaca-See
Zu einen der Attraktionen des Titicaca-See gehören die schwimmenden Inseln der Uros. Ursprünglich begannen die Uros schwimmende Inseln zu bauen, um sich z.B. vor den kriegerischen Inkas zu schützen bzw. zu verbergen.
Die Inseln bestehen aus kreuzweise aufgebrachten Lagen Totora-Schilf. Immer wenn ein Angriff drohte, wurde die Verankerung gelöst und die Uros zogen sich mit den Inseln auf das Innere des Sees zurück. Das Totora-Schilf wurde zu einer wichtigen Lebensgrundlage. Die Boote für den Fischfang und Matten für den Bau der einfachen Hütten bestehen daraus. Auch in der Ernährung spielt es eine Rolle.
Die Uros sind sehr stolz auf ihr traditionelles Lebensweise und lehnen es strikt ab, auf das Festland überzusiedeln. Allerdings haben sie den Tourismus als Einnahmequelle entdeckt und erlauben heute Besuchern die nachgiebig-schwankenden Inseln zu besuchen.
Auf der zu Peru gehörenden Insel Taquile leben heute etwa 1600 Quechua. Das Volk auf der 5,5 km langen und 1,6 km breiten Insel wurde erst spät entdeckt, weil sie sich bei Ankunft von Fremden versteckten. Berühmt sind die Inselbewohner heute wegen ihrer strickenden Männer. Sie wird deshalb auch liebevoll "Insel der strickenden Männer" genannt.
Auf der bolivianischen Seite des Titicaca-See liegen die heiligen Inseln Isla del Sol (Sonneninsel) und die Isla de la Luna (Mondinsel). Der Legende nach war es auf der Isla del Sol, das Viracocha, der weisse bärtige Gott auf mystische Weise erschien und die ersten Inkas, Manco Cápac und seine Schwesterfrau Mama Oclla, erschuf. Und tatsächlich sind auf beiden Inseln zwischen kleinen traditionellen Dörfern viele uralte Ruinen zu entdecken.
bild:Taquile.jpg|Fest auf der Insel Taquile
Bild:Peru-titicacasee-1.jpg|Kinder der Insel Taquile
Weblinks
- [http://www.bolivialine.de/ Bolivialine - Reiseinfos zum Titicacasee]
- [http://www.li.lu.free.fr/Suedamerika/SAII/ Fahrradreise zum Titicaca-See]
Kategorie:See in Südamerika
Kategorie:Geographie (Bolivien)
Kategorie:Geographie (Peru)
ja:チチカカ湖
ms:Tasik Titicaca
Río TamboDer Río Tambo ist ein peruanischer Fluss am Osthang der südamerikanischen Anden.
Der Río Tambo gehört zum Oberlauf des Amazonas, dessen Ursprung in dem Vilcanota-Gebirgsmassiv südlich von Cuzco zu finden ist. Er quillt aus den Hängen des Cerro Huagra und heißt zuerst Río Huarco, dann Río Toto, Río Santiago, Río Apúrimac und Río Ene, bevor aus seinen Wassern der Río Tambo wird.
Der Río Tambo bildet sich auf am Zusammenfluss von Río Perené und Río Ene bei der Gemeinde Puerto Prado, 400 m ü.NN.
Der Fluss fließt zuerst 70 km in östlicher Richtung, am Südrand des Gran Pajonal, und schwenkt dann für weitere 90 km nach Norden, so dass seine Gesamtlänge 160 km beträgt.
Bei vereinigt sich der Río Tambo auf 287 m ü.NN bei der Stadt Atalaya mit dem Río Urubamba und heißt im weiteren Verlauf dann Río Ucayali.
Kategorie:Fluss in Südamerika
Kategorie:Geographie (Peru)
Brasilien
Brasilien (portugiesisch Brasil) ist der fünftgrößte Staat der Erde und der bevölkerungsreichste Südamerikas. Er nimmt über die Hälfte des Kontinents ein. Das Land grenzt (von Nordosten gegen den Uhrzeigersinn) an Französisch-Guayana, Suriname, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Peru, Bolivien, Paraguay, Argentinien, Uruguay und den südlichen Atlantik. Damit hat es mit jedem südamerikanischen Land außer Chile und Ecuador eine direkte Grenze.
Geographie
Ecuador
Brasilien ist geprägt durch die ausgedehnten Regenwälder des Amazonas-Tieflands im Norden und Hochebenen, Hügeln und Gebirge im Süden. Während die landwirtschaftliche Basis des Landes in den Savannengebieten des Mittelwestens liegt, lebt der Großteil der Bevölkerung in der Nähe der Atlantikküste, wo sich auch fast alle Großstädte befinden.
Wichtige Städte
Atlantik
Atlantik
Die größten Städte sind São Paulo mit ca. 19 Mio. Einwohnern, Rio de Janeiro mit ca. 6 Mio. Einwohnern, | | |