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Amazonen

Amazonen

Der Begriff "Amazonen" ist mehrdeutig und bezeichnet sowohl
- den Volksstamm der Amazonen, als auch
- das Brettspiel Das Spiel der Amazonen.

Amazone

Amazonen im engeren Sinne ist der Name, den die Griechen einem in den Mythen matriarchalisch organisierten, angeblich in Anatolien und am Ostufer des Schwarzen Meeres lebenden Volk gaben. Später wurde dieser Name auch für ein Frauenvolk in Nordafrika verwendet. Nordafrika In der westlichen Moderne, vor allem in der Popkultur, wird der Begriff „Amazonen“ auch für andere vermeintlich matriarchalisch strukturierte Völker benutzt.

Herkunft des Namens

Zuweilen wurde die griechische Bezeichnung "Amazone" oft auf a-mazos (brustlos) zurückgeführt. Denn die Amazonen sollen ihren kleinen Töchtern - laut einigen späteren Quellen - die rechte Brust ausgebrannt haben, damit diese später den Bogen ungehindert abschießen können. Wahrscheinlicher ist, dass die Amazonen über der rechten Brust ein Lederdreieck trugen, welches die Brust flach drückte. Damit konnte die Sehne des Bogens ungehindert gespannt werden. Dies erweckte den Eindruck einer "Einbrüstigen". Allerdings wurden Amazonen in den griechischen Darstellungen gewöhnlich mit zwei Brüsten wiedergegeben. Die Herleitung von a-mazos wird in der Forschung daher mittlerweile überwiegend abgelehnt und ist nicht die einzige vorgeschlagene mögliche Deutung des Namens. So wird der Name zum Beispiel auch von "a-mazas" (brotlos) hergeleitet. Es ist überliefert, dass der Verzehr von Brot bei den kaukasischen Amazonen als verweichlicht galt. Deshalb bekamen nur ihre männlichen Sklaven Brot, während die kämpferischen Frauen eiweiß- und vitaminreiche Kost wie Fisch, Früchte und Fleisch bevorzugten. Ebenfalls denkbar wäre eine Herleitung von zone = Gürtel. Amazone könnte demnach etwa wohlgegürtet bedeuten und auf die Tracht der Amazonen anspielen. Dies schafft Assoziationen zu Herakles´ Abenteuer bei den Amazonen, dessen Aufgabe es war, sich den Gürtel der Hippolyte anzueignen (s.u.) Eine andere nachvollziehbare Deutung ist diese: Im altpersischen Sanskrit gibt es eine Bezeichnung "uma soona", die in etwa die Bedeutung "Kinder der Uma" hat, wobei "Uma" der Name einer Mond(?)-Göttin ist. Auf einigen griechischen Vasen tragen die Amazonen mondförmige Schilde, und auch die Griechen ordneten ihnen Artemis, die Göttin der Jagd und des Mondes zu. Lautmalerisch könnten sie den ihnen unverständlichen Volksnamen in das Wort "amazon" verwandelt haben.

Amazonen in der griechischen Mythologie und in sonstigen griechischen Quellen

Artemis Der Sagendichter Homer nennt die Amazonen in der im 8. Jh. v. Chr. verfassten Ilias an zwei Stellen: #Im Zusammenhang mit dem Bellerophontes-Mythos (Ilias VI,186), bei dem der griechische Held Bellerophontes bei seinem Aufenthalt in Lykien u.a. gegen Amazonen kämpfte. #Priamos hat in seiner Jugend auf Seiten der Phryger gekämpft, als diese von Amazonen attackiert wurden (Ilias III, 184ff.). Eine Sage, die diesen Kampf schildert, ist nicht erhalten. Homer setzte sie jedoch beim Leser als bekannt voraus. Wie auch die Mythen um die Amazonen selber. Man kann demnach annehmen, dass Amazonensagen schon vor Homer existiert haben. In etwas späteren Quellen erfahren wir, dass die Amazonen ihre Hauptstadt Themiskaia am Thermodon-Fluss im Pontos-Gebiet (Nordost-Kleinasien) gehabt haben sollen. Archäologische Untersuchungen - wobei anzumerken ist, dass diese Region ärchäologisch noch schlecht erforscht ist - konnten diese mythologische Darstellung allerdings bislang nicht bestätigen. Auch die Darstellung deutlich späterer antiker Quellen, wonach Kappadokien, Samothrake und Lesbos von "Amazonenstämmen besetzt gehalten" wurde, entspricht nicht den philologischen und archäologischen Fakten. Zwar wurde - der Sage nach - auf der Insel Lesbos die unter Griechen übliche männliche Homosexualität von einer weiblichen Homosexualität nachgeahmt (daher der Begriff "lesbisch"), dennoch handelte es sich hier um mythische griechische Stämme und nicht um die aus der Sagenwelt stammenden Amazonenstämme. In der an die Werke Homers anschließende Aithiopis wird folgende berichtet: Während des trojanischen Kriegs, als die Amazonen schon nicht mehr so mächtig waren, sollen sie unter ihrer Königin Penthesilea den Trojanern zu Hilfe gekommen sein und die Griechen in arge Bedrängnis gebracht haben. Mit herben Anstrengungen und durch das Eingreifen Achills siegten die Griechen. Penthesilea fiel im Kampf gegen Achilles. In der Sage von den Argonauten, die uns leider nur in der späten Version des 3. Jh. v. Chr. erhalten ist, heißt es, dass die Argonauten - eine Gruppe von 50 bedeutenden griechischen Heroen - auf dem Weg nach Kolchis nicht wagten, an bestimmten Abschnitten der kleinasiatischen Schwarzmeerküste an Land zu gehen, weil dort Amazonen lebten. Herodot schrieb im 5. Jahrhundert v. Chr. die zwischen Kaspischem und Schwarzem Meer ansässigen Sauromaten (sie sind zu den Sarmaten zu rechnen) wären aus einer Vermischung von Skythen und Amazonen entstanden. Vor einigen Jahren ist in diesem Gebiet (bei Pokrovka) tatsächlich ein Gräberfeld aus dem 6.-4. Jh. v. Chr. entdeckt worden (siehe a.a.O. und Weblinks). Die ausführlich von Herodot geschilderte schöne Geschichte von der Verbindung von Amazonen und Skythen im Bereich der Krim und deren Auswanderung in das spätere Gebiet der Sauromaten enthält jedoch einen Anachronismus: Die Skythen - so Herodot an andere Stelle selbst - sind erst im späten 8. Jh v. Chr. ins Schwarzmeergebiet vorgedrungen - einer Zeit, in der Amazonen in Nordanatolien nicht mehr anzutreffen waren. Eventuell läßt Herodot die Amazonen einfließen, weil dies beim Leser die - aus griechischer Sicht höchst ungewöhnliche - vollkommen gleichberechtigte Stellung der Frau bei den Sauromaten verständlicher macht. An anderer Stelle hebt Herodot die aus seiner Sicht ungewöhnlichen Bräuche der Lykier, die in Südwest-Kleinasien lebten, hervor (Herodot I,173): Sie sollen sich noch zu seiner Zeit nach ihren Müttern benannt haben. Außerdem richtete sich der Status eines Kindes nach dem Status der Mutter. War sie aus dem Bürgerstand, bekamen automatisch auch ihre Kinder Bürgerrechte, selbst wenn der Vater ein Sklave war. War ihre Mutter hingegen unfrei, so bekamen auch die Kinder keine Bürgerrechte, selbst wenn der Vater ein noch so angesehener Bürger war. Dies deutet auf eine ehemals sehr hohe Stellung der Frau in dem Teil Lykiens, den Herodot bereist hat. Die mütterrechtlichen juristischen Regelungen mögen Herodot auf die Idee gebracht haben, es handele sich hierbei um Nachfahren des Sagenvolkes der Amazonen. Geschichtswissenschaftlich betrachtet haben diese ungewöhnlichen Regelungen jedoch weltlichere Gründe. Theseus, der sagenhafte König von Athen soll eine Amazonenkönigin entführt, sie mit nach Athen genommen und zu seiner Frau gemacht haben: Antiope, die Schwester von Hippolyte. Aus Rachelust drangen die Amazonen in Griechenland ein, plünderten einige Städte an der Küste und belagerten Athen. Bei den Kämpfen wurde Antiope getötet. Diese Sage hat mit Sicherheit kaum Wahrheitsgehalt. Eine Belagerung Athens durch kleinasiatische Stämme ist nicht nachgewiesen und extrem unwahrscheinlich. Doch lässt eine solche Sage Athens in hellerem Licht erstrahlen: es klingt gut, wenn man darauf verweisen kann, in grauer Vorzeit der Belagerung durch ein Volk standzuhalten, vor dem selbst die schimmerndsten Heroen großen Respekt hatten. Eine weitere Sage berichtet, dass die Amazonenkönigin Hippolyte von Herakles erschlagen wurde, der ins Amazonenland aufbrach, um den Gürtel der Königin zu erlangen. Obwohl beide Seiten keine kriegerischen Absichten hatten kam es durch ein Missverständnis zum Kampf in dessen Verlauf Herakles die Königin und einige weitere Amazoninnen tötete. Voller Ehrfurcht vor diesem starken Helden händigten die überlebenden Amazonen Herakles den Gürtel daraufhin aus. Ferner gibt es eine Reihe von Gründungslegenden, in denen Amazonen eine Rolle spielen: so gründeten sie unter anderen die Städte Kyme, Myrne und Paphos. Auch das Artemision von Ephesos soll ursprünglich von Amazonen mitgegründet worden sein. Es war in der Antike üblich, sich Völker und Gruppen aus der Sagenwelt als Ahnherren zu wählen. Dies hatte den Vorteil, dass man sich auf eine ältere Vergangenheit berufen konnte, als es der Wirklichkeit entsprach, ohne mit einem tatsächlich historischen Volk in Konflikt darüber zu geraten. Die griechischen Mythen erwähnen auch verschiedene Inseln, auf denen zeitweise Frauen ohne Männer gelebt haben sollen. Die Frauen dort hatten nur zu bestimmten Zeiten mit den Männern benachbarter Siedlungen Kontakt, um von ihnen geschwängert zu werden. Diese Frauengemeinschaften werden aber nicht konsequent als "Amazonen" bezeichnet. Zum Beispiel die Inseln Tamnos, Lemnos und Lesbos (s.o.) sollen zeitweise solche "Fraueninseln" gewesen sein. Die Frauen von Tamnos sollen demnach ihrer Göttin in einem rituellen Menschenopfer alle Männer, die an ihren Küsten landeten, geopfert haben. Über jene von Lemnos wurde gesagt, sie hätten sich gegen ihre Männer erhoben und alle gleichzeitig ermordet.

Amazonen in der römischen Mythologie

Diodorus Siculus erwähnt Amazonen in Nordwest-Afrika, die lange vor den kleinasiatischen Amazonen gelebt und ganz Nordafrika unterworfen haben sollen. In ihrem Zusammenhang spricht man auch von „libyschen Amazonen“, die bereits von Herodot erwähnt wurden. In einem späteren Abschnitt seines Werks, widerspricht sich jedoch Diodor, denn dort fließen asiatische und libysche Amazonen, die er vorher strikt trennt, ineinander über. Von Kleinasien aus sollen die Amazonen demzufolge einige Inseln der Ägäis angegriffen und später Athen belagert haben. Sueton, ein römischer Historiker aus dem 1. Jahrhundert schrieb, dass die Amazonen „einst einen großen Teil Kleinasiens beherrschten“ (er meinte wohl die Skythen). Noch im 5. Jahrhundert wurde das Schwarze Meer auch „Amazonenmeer“ genannt.

Sonstige Hinweise auf Amazonen

In zwei demotischen Papyri aus Ägypten sind Unternehmungen des Pharaos Petubastis (ca. 818-793 v. Chr.) geschildert, bei denen er u.a. mit Amazonen unter einer Königin Sarpot kämpft. Später führen Ägypter und Amazonen gemeinsam Krieg gegen das Land Hintu. Die Geschichten sind lange nach Petubastis entstanden und können demnach nicht als „außergriechischer“ Hinweis für eine reale Existenz der Amazonen der griechischen Mythologie angesehen werden. Eventuell wurden die Erzählungen nämlich von griechischen oder orientalischen Mythen beeinflusst. Um einen realen Kern in den Amazonenmythen ausmachen zu können bräuchte man zeitgenössische Quellen (selbst für den Sagendichter Homer lebten sie in "grauer Vorzeit"). Es gibt sehr viele hethitische Texte aus den Archiven von Hattuscha und Ugarit, die ins 15. - 13. Jh. v. Chr. datieren - die Zeit, in der die meisten griechischen Sagen spielen dürften. Es konnten jedoch keinerlei Hinweise auf das Sagenvolk der Amazonen gefunden werden. Es wird in hethitischen Quellen allerdings nur selten Nordost-Anatolien erwähnt, und wir wissen nicht einmal sicher, welches Volk dort in der späten Bronzezeit gelebt hat. Außerdem erfahren wir sehr wenig über Gesellschaftsstrukturen, Sitten etc. der hethitischen Nachbarn. Auch assyrischen Quellen konnte kein Hinweis auf irgendwelche Amazonen entnommen werden.

Hypothesen zum realen Kern der mythischen Amazonen

W. Leonhards Gleichsetzung mit den Hethitern

W. Leonhard hat 1912 eine Gleichsetzung der Amazonen mit den Hethitern postuliert. Eine solche Identifikation würde zwar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Hethiter waren ein mächtiges reales Volk, das griechische Quellen jedoch mit keiner Silbe erwähnen, die Amazonen dagegen ein archäologisch nicht fassbares Volk, das eine große Rolle in griechischem Schrifttum und Kunst spielt. Zudem waren Frauen bei den Hethitern den Männern de jure gleich gestellt, was bei indogermanischen Völkern ungewöhnlich war. Gegen diese Theorie sprechen jedoch schon die Tatsachen, dass 1. das Kerngebiet der Hethiter Zentralanatolien und nicht das Pontos-Gebiet war und 2. hethitische Frauen nicht mit in den Krieg zogen. Die Theorie Leonhards ist daher abgelehnt worden und wird nicht mehr vertreten.

Die Forschungen von Jeannine Davis-Kimball

Es wird für möglich gehalten, dass die realen Vorbilder für die Amazonen bei den Griechen Stämme der Skythen oder Sarmaten waren. Vor einiger Zeit fanden der russische Archäologe Leonid Jablonskij und seine amerikanische Kollegin Jeannine Davis-Kimball in Südrussland und der Ukraine zahlreiche Gräber (Kurgane) skytischer oder sarmatischer Frauen gefunden, die mit Waffen und Rüstungen begraben wurden. Ein wichtiger Fundort ist eine Nekropole bei Pokrovka. Zwischen ca. 600 v.Chr. und 300 v.Chr. wurden hier den weiblichen Gräbern sogar mehr Waffenbeigaben als den männlichen beigefügt. Im letzten Drittel der Belegungsphase wurde die Nekropole von Samarten benutzt. Einige Waffen weisen Gebrauchsspuren auf, sind also sehr wahrscheinlich auch benutzt worden. In weiteren Gräbern wurden 2500 Jahre alte Frauenskelette, die anatomisch auffällig waren, entdeckt. Zum einen waren ihre Oberschenkelknochen gebogen und ihre Steißbeine gestaucht. Sie waren also viel geritten. Zum anderen wurden als Grabbeigaben unter anderem auch Waffen gefunden. Andere anatomische Auffälligkeiten, wie etwa durch Hiebe und Stiche in einem Kampf verursachte Verwundungen, wiesen die Skelette nicht auf. Es mag sich also um rein rituell-symbolische Grabbeigaben handeln. Es wurde jedoch auch ein weiteres "Amazonengrab" entdeckt, das nicht nur Schmuckstücke wie Dutzende von Goldperlen, Goldbroschen und einen Ohrring, sondern auch mehr als 110 Pfeilspitzen enthielt. Die große Anzahl der Pfeilspitzen lässt die Forscher vermuten, dass es sich bei der Toten um eine berittene Kriegerin handelte. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es sich - zumindest was die Nekropole bei Pokrovka angeht - um Gräber der von Herodot (s.o.) genannten Sauromaten handelt. Dass diese Stämme der Samarten und Skythen mit den mythischen Amazonen identisch sind oder auch nur die Amazonenerzählungen und -darstellungen stärker beeinflusst haben, wie Frau Davis-Kimball meint, ist jedoch äußerst zweifelhaft. Ebenfalls ihre - mittlerweile auch im Deutschen Fernsehen verbreitete - ethnologischen und genetischen Untersuchungen, die darin gipfeln, dass sich Spuren der "Amazonen" bis in die Mongolei nachweisen lassen, wo Davis-Kimball ein kleines Mädchen getroffen hat, das genetisch Nachfahrin dieses Volks ist. Wenn sich Spuren skythischer, sarmatischer oder sonstiger Stämme, bei denen Frauen hochgestellt waren, bis heute verfolgen lassen, hat das kaum etwas mit den Amazonen zu tun. Denn das Bindeglied zwischen diesen Völkern und den Amazonen der Griechischen Sagen fehlt. Davis-Kimballs Argument, auf griechischer Vasenmalerei begegneten Amazonen als Motiv ab dem 6. Jh. v. Chr. - als die Griechen von diesen Völkern angeblich erfuhren - in stark zunnehmendem Maße, ist schwach: Erst im Laufe des 5. Jh. hört Herodot von den Sauromaten. Zudem ist es in der griechischen Kunst üblich, alte oder mythische Völker so darzustellen, wie zeitgenössische Völker aus ungefähr der selben Gegend bekleidet und bewaffnet waren. Dass daher Amazonen ähnlich den Skythen (oder auch Parthern) dargestellte werden, ist als normal anzusehen. Davis-Kimballs Forschungen belegen daher lediglich, dass es zwischen dem 6. und 3. Jh. v. Chr. in den genannten Gebieten Südrusslands, der Ukraine und Kasachstans Völker gab, bei denen Frauen offenbar eine gesellschaftlich hohe Stellung hatten und mit Waffen kämpften. Eine Verbindung zu den viel früher lebenden - falls real - Amazonen der griechischen Mythologie lässt sich jedoch nicht nachweisen.

Erinnerungen an matriarchale Völker in Kleinasien

Einige Forscher gehen davon aus, dass die Amazonensagen auf Erinnerungen fußen, die frühe Ereignisse widerspiegeln, bei denen Griechen im kleinasiatischen Raum auf matriarchal regierte Völker getroffen und in Kämpfe verwickelt worden sind. Später seien diese Erinnerungen immer mehr ausgeschmückt worden. Diese Hypothese geht von einem (kleinen) realen Kern der Amazonensagen aus, sagt jedoch nicht, wann und wo und bei welcher Gelegenheit Griechen auf solche Völker getroffen sind. Die Kontakte mit diesen matriarchal regierten Völkern müssen aber vor der Mitte des 8. Jh. gewesen sein, denn Homer sind Erzählungen über Amazonen schon bekannt (s. o.). Zudem haben Griechen im Zuge der Kolonisation der Kleinasiatischen Schwarzmeerküste (spätestens ab dem 3. Viertel des 7. Jh. v. Chr., vorher schon präkolonialer Handel) solche Völker oder deren Spuren dort nicht mehr angetroffen. Folglich müssen von dieser These angenommene Kontakte vor Mitte des 8. Jh. stattgefunden haben und matriarchal regierte Völker Mitte des 7. Jh. nicht mehr existiert haben.

„Amazonen“-Völker in der nordischen Welt

Auch die Walküren, die Botinnen Wotans aus Walhalla in der nordischen Sagenwelt, werden von Feministinnen als Amazonen betrachtet. Allerdings handelte es sich bei den Walküren ursprünglich um Totengeister, die erst in spätgermanischen Mythen vermenschlicht wurden. Unter den Wikingern gab es insofern "Amazonen", als es weibliche Kampfgefährtinnen der Wikinger gab, die auch das Schwert ergriffen. Die norwegische Flotte, die im 10. Jahrhundert in Irland einfiel und Ulster niederbrannte, wurde von einer Kriegerin angeleitet, die „die rote Frau“ genannt wurde. Es handelte sich bei dieser Frau um die Tochter eines bedeutenden Wikingers, die auf einem Rachefeldzug Stammeskrieger auf die irische Insel führte. Im keltischen Irland selbst war es bis ins 7. Jahrhundert nicht verboten, wenn Frauen ihre Männer als Kampfgefährtinnen unterstützten, dann wurde den Frauen von der christlichen Kirche das Tragen von Waffen verboten. In den Ländern um das Schwarze Meer herum trugen einzelne Frauen bis ins 18. Jahrhundert hinein Männerkleider, ritten rittlings und kämpften an der Seite der Männer. Ihr taktischer Wert war aufgrund ihrer geringeren Körperkraft allerdings gering, und ihre Verwendung war dem der jugendlichen Verbände gleichgestellt.

„Amazonen“-Völker in anderen Regionen der Welt

Auch auf anderen Kontinenten gab es "Amazonenvölker". So zeigte sich zum Beispiel Christoph Kolumbus beeindruckt von den Arawak-Frauen auf Santa Cruz, die in der Armee mitkämpften. Der Fluss Amazonas wurde nach den Amazonen benannt, weil die Spanier glaubten in das sagenumwobene Land des griechischen Mythos gelangt zu sein. Echte "Amazonen" fanden sie allerdings nicht. Sie wurden zwar von Francisco de Orellana in der Gonzalo-Pizarro's-Expedition beschrieben, doch die Existenz wird angezweifelt. Wie schon bei den Griechen ist es schwierig, Geschichte und Legenden auseinander zu halten.

Weblinks


- Zu den Sauromaten: [http://www.csen.org/WomenWarriors/Statuses_Women_Warriors.html The Center for the Study of the Eurasian Nomads (CSEN)]
- [http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/25/0,1872,2133081,00.html ZDF: Das Amazonenrätsel]
- [http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/23/0,4070,2174263-0,00.html ZDF-Video: Neu entdecktes Amazonengrab in der südrussischen Steppe]
- [http://www.atlantia.de/mythen/mythen/atlantioi_hesperiden.htm Die Amazonen ein atlantisches Volk? - Artikel über einen Bezug zu Atlantis]
- [http://www.gilians.de/amazonen/]

Literatur


- Jeannine Davis-Kimball: Warrior Women: An Archaeologist's Search for History's Hidden Heroines, New York 2002. ISBN 0-446-52546-4
- Gabriele Frohnhaus, Barbara Grotkamp-Schepers, Renate Philipp (Hg.): Schwert in Frauenhand - Weibliche Bewaffnung, Essen 1998. ISBN 3-88474-693-6
- Gerhard Pöllauer: Die verlorene Geschichte der Amazonen, Klagenfurt 2002. ISBN 3-902096-88-8

Andere Wortbedeutung

#Alltagssprachlich ist eine Amazone im übertragenen Sinn eine selbständige und streitbare junge Frau. #Beim Reiten werden weibliche Reiter oft als Amazonen bezeichnet. #Im rheinischen Karneval gibt es den Typus der Amazone sowie ganze Amazonencorps - entweder als Abteilungen von Karnevalsgesellschaften oder als selbstständige Zusammenschlüsse närrischer junger Frauen. Sie treten sowohl im Straßen- als auch im Saalkarneval auf, meist in schmucken Uniformen mit militärischen Anklägen. Von den ebenfalls im rheinischen Karneval verbreiteten Möhnen unterscheiden sie sich durch das tendenziell niedrigere Alter ihrer Mitglieder, durch ihre Kleidung und dadurch, dass sie meist tänzerisch aktiv sind. #Amazonen ist auch die deutsche Kurzbezeichnung für die Papageiengattung Amazonenpapageien (Amazona), der Europäer erstmals am Amazonas begegnet sind. #Amazone ist auch der Name einer Märchenschach-Figur. #Ein Hersteller von Landwirtschaftsmaschinen. Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Literarische Figur

Amazonen (Brettspiel)

Das Spiel der Amazonen (in Spanisch: El Juego de las Amazonas; oftmals kurz Amazonen genannt) ist ein abstraktes strategisches Brettspiel für zwei Spieler, das der Argentinier Walter Zamkauskas 1988 erfunden hat. Es gehört zur Familie der territorialen Spiele und ist entfernt mit Go verwandt. El Juego de las Amazonas (The Game of Amazons) ist ein eingetragenes Warenzeichen von Ediciones de Mente. Das Spiel der Amazonen wird auf einem 10x10 Schachbrett (oder einem internationalen Damebrett) gespielt. Die beiden Spieler spielen mit Weiß und Schwarz; jeder Spieler hat vier Amazonen, die zu Beginn wie in der Abbildung gezeigt auf das Brett gesetzt werden. Außerdem werden etwa 50 Blockadesteine benötigt, die „giftige“ Pfeile symbolisieren. Go

Spielregeln

Weiß zieht zuerst, danach ziehen die Spieler abwechselnd. Jeder Zug besteht aus zwei Teilen: Zuerst wird eine eigene Amazone auf ein leeres benachbartes Feld oder über mehrere leere Felder in orthogonaler oder diagonaler Richtung gezogen, genau wie eine Dame beim Schach. Sie darf dabei kein Feld überqueren oder betreten, das bereits von einer eigenen oder gegnerischen Amazone oder einem Pfeil (Blockadestein) besetzt ist. Anschließend verschießt diese Amazone vom Endpunkt ihres Zuges aus einen „giftigen“ Pfeil (Blockadestein) auf ein anderes Feld. Dieser Pfeil kann in jede orthogonaler oder diagonaler Richtung fliegen, also wiederum wie eine Dame beim Schach. Er darf auch rückwärts in Richtung des Feldes geschossen werden, von dem aus die Amazone gerade gezogen hat. Ein Pfeil darf jedoch kein Feld überqueren oder auf einem Feld laden, wo sich bereits ein anderer Pfeil oder eine Amazone befindet. Es besteht Zugzwang, jeder Spieler muß stets eine Amazone ziehen und einen Pfeil verschießen. Verloren hat derjenige Spieler, der als Erster nicht mehr ziehen kann. Zugzwang

Strategie

Die Strategie des Spiels basiert darauf, mit den Pfeilen (und auch den eigenen vier Amazonen) die Mobilität der gegnerischen Amazonen zu begrenzen, und Gebiete durch Pfeile nach und nach so abzugrenzen, dass der Gegner nur noch in kleineren Regionen ziehen kann, während man seine eigenen Amazonen in den größeren Gebieten platziert. Jeder Zug verkleinert die verfügbare Spielfläche. Am Spielende befindet sich dann jede Amazone in einem Gebiet, das von den gegnerischen Amazonen vollständig abgeschottet ist. Dann kann eine Amazone nur noch innerhalb ihres eigenen Territoriums ziehen und Pfeile verschießen, bis sie wegen des Zugzwangs schließlich gar keine Bewegungsmöglichkeit mehr hat.

Geschichte

El Juego de las Amazonas wurde zuerst in einem spanischsprachigen Artikel des argentinischen Rätselmagazins El Acertijo (Nummer 4, Dezember 1992) vorgestellt. Eine autorisierte englische Übersetzung von Michael Keller erschien zuerst im Schachmagazin NOST-Algia. Andere Spielzeitschriften veröffentlichten ebenfalls die Regeln, wodurch das Spiel einige begeisterte Anhänger fand. Das Internet hat das Spiel weiter verbreitet, und viele Anhänger halten es für eins der besten und tiefgründigsten abstrakten Brettspiele. Michael Keller schrieb 1994 das erste Amazonen-Computer-Programm (in Fortran mit einem Text-Interface). Einige stärkere Programme wurden in den letzten Jahren von verschiedenen Autoren entwickelt (s. u. Online spielen). Eine autorisierte Version des Spiels erschien in der „Transpose Collection“ von Kadon Enterprises.

Online spielen

Es existieren einige Orte im Internet, wo Amazonen gespielt werden kann. Dazu gehören:
- [http://www.brainking.com BrainKing] – hier wird Amazons ‘zugbasiert’ gespielt, d.h. die Spielpartner müssen nicht gleichzeitig online sein.
- [http://jenslieberum.de Amazong] - Java Applet, zweifacher Gewinner der Computer Olympiade.
- [http://abaot.com/Amazons STAii's Amazons client] - basiert auf dem IRC Protokoll.

Weblinks


- [http://www.cs.ualberta.ca/~tegos/research/amazons/ Amazonen an der University of Alberta] – KI Forschung zur Entwicklung eines spielstarken Programms und viele interessante Links
- [http://www.boardgamegeek.com/game/2125 Amazonen bei BoardGameGeek.com]
- [http://www.chessvariants.org/other.dir/amazons.html Amazonen bei ChessVariants.org]
- [http://www.yorgalily.org/gamazons/ Gamazon] - Open Source Programm (Linux)
- [http://www.solitairelaboratory.com/amazons.html The Game of the Amazons bei Solitaire Laboratory]
- [http://www.gamepuzzles.com/abstract.htm#TP Transpose Spielsammlung von Kadon Enterprises] Kategorie:Brettspiel Kategorie:Strategiespiel

Bushfire

to prevent bushfires.]] A bushfire is a wildfire that occurs in the forests, scrubs, woodlands or grasslands of Australia or New Zealand. In the southeast, bushfires tend to be most common and most severe, during summer and autumn, in drought years, and particularly in El Niño years. In the north, bushfires usually occur during winter (the dry season), and fire severity tends to be more associated with seasonal growth patterns. In the southwest, similarly, bushfires occur in the summer dry season and severity is usually related to seasonal growth. Fire frequency in the north is difficult to assess, as the vast majority of fires are deliberately started by humans. Bushfires are a natural part of the ecosystem, but a part that is much misunderstood. Plants have evolved to survive fires by a variety of strategies (from possessing reserve shoots that sprout after a fire, to fire-resistant seeds) or even encourage fire (in the case of eucalypts, containing flammable oils in the leaves) as a way to eliminate competition from less fire-tolerant species. Most native animals, too, are adept at surviving bushfires. The natural fire regime was altered forever by the arrival of humans in Australia about 50,000 years ago. Fires became much more frequent, and fire-loving species — notably eucalypts — greatly expanded their range. It is assumed that a good deal of this change came about as the result of deliberate action by early humans, setting fires to clear undergrowth or drive game. In the south, bushfires are most often started by lightning. However, near populated areas, accidents and arson cause many fires. In the north, most fires are deliberately lit. Most fire-prone areas have large firefighter services to help control bushfires. As well as the water-spraying trucks most commonly used in urban firefighting, bushfire services use a variety of alternative techniques. They often possess aircraft, particularly helicopters, that can douse areas inaccessible to ground crews. However, large fires are of such a size that no conceivable firefighting service could attempt to douse the whole fire directly, and so alternative techniques are used. Typically, this involves controlling the area that the fire can spread to, creating control lines which are areas which contain no combustible material. These control lines can be produced by bulldozing, or by backburning — setting a small, low-intensity fire to burn the flammable material in a controlled way. These may then be extinguished by firefighters, or, ideally, directed in such away so that they meet the main fire front, at which point both fires will run out of flammable material and be extinguished. helicopter helicopter remains almost devoid of animal life, but a thick carpet of Alpine Ash seedlings has sprouted in the ashes.]] Unfortunately, such methods can fail in the face of wind shifts causing fires to miss control lines, or fires jumping straight over them (for instance, because a burning tree falls across a line, or burning embers are carried by the wind over the line). The actual goals of firefighters vary. Protection of life (both the firefighters and civilians) is given top priority, then private property according to economic and social value. In very severe fires, this is sometimes the only possible action. Protecting houses is regarded as more important than, say, machinery sheds, though firefighters, if possible, will try to keep fires off farmland to protect stock and fences (steel fences are destroyed by the passage of fire, as the wire is irreversibly stretched and weakened by it). Preventing the burning of publicly-owned forested areas is generally of least priority, and, indeed, it is quite common (in Australia, at least) for firefighters to simply observe a fire burn towards control lines through forest rather than attempt to put it out more quickly — it is, after all, a natural process. The risk of major bushfires can be reduced by reducing the amount of fuel present. In forests, this is usually accomplished by conducting control burns — deliberately setting areas ablaze under less dangerous weather conditions in spring or autumn. Control burns are often controversial, both because they can be regarded as tampering with the forest ecosystem, and because many a serious fire has started as a control burn that got out of hand. Contrary to urban understanding of bushfire, rural farming communities are comparatively rarely threatened directly by them. They are usually located in the middle of large areas of cleared, usually grazed, land, and in the drought conditions present in bushfire years there is often very little grass left. However, urban fringes often spread into forested areas, and communities have literally built themselves in the middle of highly flammable forests. Alpine Ash On occasions, bushfires have caused wide-scale damage to private property, particularly when they have reached such urban-fringe communities, destroying many homes and causing deaths. In fire-prone areas, people living in them typically take a variety of precautions. These include building their home out of flame-resistant materials, reducing the amount of fuel near to the home or property, constructing firebreaks, and investing in firefighting equipment. Bushfires have existed for as long as trees have been around. The kind of Australian trees that tend to burn most vigorously evolved millions of years ago to cope with the dry conditions as Continental Australia drifted slowly towards the equator. Ancient indigenous aboriginals learned through thousands of years to use controlled burning to encourage new growth of plants. ;Some significant bushfire events:
- Black Friday bushfires (1939)
- Southern Highlands bushfires (1965)
- Tasmanian "Black Tuesday" bushfires (1967)
- Ash Wednesday bushfires (1983)
- Linton bushfire (1998)
- New South Wales bushfires (2001)
- Canberra bushfire (2003)
- Black Tuesday bushfires (South Australia 2005)

External links


- [http://www.fesa.wa.gov.au Fire & Emergency Services Authority of Western Australia] General Information & Emergency Alerts
- [http://www.rfs.nsw.gov.au New South Wales Rural Fire Service], The NSW Rural Fire Service is the largest fire department in the world which specialises in fighting bushfires.
- [http://nrfa.fire.org.nz/ New Zealand National Rural Fire Authority Website]
- [http://www.safirefighter.com/ SA Firefighters] A website for South Australian Fire fighters
- [http://www.cfs.org.au/ South Australian Country Fire Service Official Website]
- [http://www.fire-brigade.asn.au/ South Australian CFS Promotions Unit Website] Rural Fire Service Category:Australian plants Category:Firefighting

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