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America's Cup
Der America's Cup (AC) ist die bekannteste Segel-Regatta der Welt und eine der ältesten noch heute ausgetragenen Sportveranstaltungen überhaupt.
Im America's Cup treten zwei Yachten (Syndikate) in mehreren Wettfahrten gegeneinander an. Der Cupverteidiger ist automatisch qualifiziert und bestimmt das Segelrevier. Der Herausforderer wird durch den Louis Vuitton Cup ermittelt. Die Teilnahme schon am Louis Vuitton Cup setzt großes finanzielles Engagement voraus: Die Budgets der High-Tech-Yachten betragen teilweise über 100 Mio. Dollar. Die Yachten müssen im Land des angemeldeten Teams gebaut werden.
Geschichte
Der America's Cup wurde erstmals am 22. August 1851 vor der britischen Isle of Wight, zunächst unter dem Namen "100 Guinea Cup", ausgetragen und von der US-amerikanischen Yacht America des "New York Yacht Club" gewonnen. Der Yachtverein verteidigte den Pokal in einer unvergleichlichen Siegessträhne in 25 unregelmäßig stattfindenden Wettbewerben bis 1983.
1934 verteidigte die amerikanische Rainbow von H. Vanderbilt den America's Cup gegen die britische Endeavour, die von T.O.M. Sopwith, einem Flugzeugkonstrukteur, ins Rennen geschickt wurde. Die Yachten der so genannten J-Klasse wurden nur für die Teilnahme am America's Cup konstruiert und gebaut.
1983 gewann mit der Australia erstmals ein nicht-amerikanisches Team. Aber schon 1987 holte der legendäre Skipper Dennis Conner, der den Cup 1982 verloren hatte, die so genannte "bodenlose Kanne" zurück in die USA.
1988 folgte ein ungleiches Duell (Mis-Match): Neuseeland forderte Conner mit einem bis dahin undenkbaren Riesen-Segelboot heraus, unterlag aber, da Conner ebenfalls eine Regellücke entdeckt hatte und mit einem überlegenen Katamaran (Zweirumpfboot) den Cup verteidigte.
Katamaran
Diese Überdehnungen des Reglements waren ab 1992 Grund genug, den Cup nur noch mit Booten der "America's Cup Class" auszutragen, die in einen vorgegebenen Rahmen aus Länge, Gewicht (max. 24 Tonnen), Breite (max. 4,5 m), Tiefgang (max, 4,1 m) Segelfläche etc. konstruiert werden und sich daher ähneln. Die Länge, die Segelfläche und die Verdrängung müssen einer Formel genügen, die zu Bootslängen zwischen 20 und 28 m führt.1992
Nachdem 1995 und 2000 das Team Neuseeland zweimal gewonnen hatte und den Pazifikstaat in einen kollektiven Freudentaumel versetzt hatte, unterlag es 2003 gegen die schweizerische Alinghi - erstmals holte damit ein europäisches Syndikat den Cup, dazu noch eines aus einem Binnenland.
Für den America's Cup 2002/03 war geplant mit dem Düsseldorfer Yachtclub und der Illbruck erstmals ein deutsches Herausforderer-Syndikat in das Rennen zu schicken. Aufgrund von Finanzierungsproblemen wurde das Boot nicht fertiggestellt und man konnte letztlich nicht antreten. Michael Illbruck hat dieses Boot (GER68) jedoch zu Trainingszwecken an das neuseeländische Team "[http://www.emiratesteamnz.com Emirates Team New Zealand]", einem der potentiellen Herausforderer von Alinghi im America's Cup 2007, verliehen. Ende 2006 wird Michael Illbruck das Boot segelfertig von den Neuseeländern zurückbekommen.
Der 32. America's Cup wird 2007 in Valencia ausgetragen.
Am 29. April 2005 meldete das United Internet Team Germany wenige Stunden vor Ablauf der Meldefrist zum ersten Mal in der 154-jährigen Geschichte des America's Cup ein deutsches Boot [http://www.united-internet-team-germany.de].
Ergebnisse
Der jeweilige Cup-Gewinner ist fett markiert.
Weblinks
- [http://www.americascup.com/en/ offizielle Website des 32. America's Cup (englisch)]
- [http://www.bmworacleracing.com/blog Tom Ehman Blog - Einzigartiger Blick hinter die Kulissen mit vielen Fotos (englisch)]
- [http://www.seglermagazin.de/index.php?id=3012 Seglermagazin.de: America's Cup 2007]
Kategorie:Segelwettbewerb
ja:アメリカスカップ
SegelnSegeln ist eine Fortbewegungsart unter Nutzung des Windes, bei der ein oder mehrere Segel angeströmt werden und einen Vortrieb des Fahrzeugs bewirken. Auch beim Segelfliegen kommt dieses Prinzip zur Anwendung.
Segelschiffe wurden früher in der Kriegs- und in der Handelsmarine eingesetzt. Heute wird Segeln in den Industrienationen zumeist als Freizeitaktivität oder Sport betrieben, es findet aber auch weiterhin (zum Beispiel im Fischfang) eine kommerzielle beziehungsweise alltagsbestimmte Anwendung. Viele Marinen (auch Handelsmarinen) betreiben Segelschulschiffe zur Ausbildung ihres Nachwuchses. Verwandt mit dem Segeln ist das Windsurfen.
Windsurfen
Arten von Segelbooten
Segelboote werden unterschieden nach ihrer Rumpfform und der Takelung. Als Segelboot im Unterschied zum Segelschiff werden die kleineren Fahrzeuge bezeichnet, die historisch einmal als Beiboote, jedenfalls aber ohne Kapitän, nur mit einem Skipper gesegelt wurden. Heute würde man eher zwischen Freizeit-Yachten als Booten und kommerziellen, meist mehrmastigen Segel-Schiffen wie den Museumsschiffen sprechen. Ein älteres Holzschiff von 20m Länge kann folglich sowohl als Privat-Boot oder als Museumsschiff bezeichnet werden.
Bei der Rumpfform gibt es Boote mit einem Rumpf oder mehreren Rümpfen (Proa, Katamaran, Trimaran). Je nachdem ob ein Ballastkiel vorhanden ist, spricht man von Kielbooten oder Jollen. Der Ballast ist dabei so ausgewogen, dass das Boot nicht durch den Winddruck umgeworfen (kentern, s.u.) kann, während Jollen, die lediglich ein Schwert zur Minimierung der Abdrift besitzen, zwar kentern können, aber auch leicht wieder aufzurichten sind. Eine Yacht ist aufgrund eines geschlossenen, wasserabhaltenden Decks ein etwas größeres Segelboot, mit dem man auch die Küstennähe verlassen kann.
Bei den Segeln wird unterschieden, ob sie in Längsrichtung (Schratsegel) oder quer (Rahsegel) geführt werden. Bei den Schratsegeln wird unterschieden zwischen
- Hochtakelung oder Bermudasegel
- Sprietsegel
- Gaffelsegel
- Luggersegel
- Lateinersegel
- Krebsscherensegel
- Spreizgaffelsegel
Weiterhin kann ein Segelboot einen (Slup, Kutter) oder mehrere (Yawl, Ketsch, Schoner) Masten haben.
Prinzipien des Segelns
Schoner
Segeln durch den Winddruck
(trifft zu bei Kursen vor dem Wind und raumer Wind).
Beim Segeln vor dem Wind bewirkt der Winddruck auf eine senkrecht zum Wind stehende Fläche einen Vortrieb in Windrichtung.
Diese Art des Vortriebs wird am günstigsten durch Rahsegel genutzt. Schiffe mit Rahsegeln fuhren oft auf längeren Kursen zum Ziel, auf denen bekannte Winde wie zum Beispiel die Passatwinde in günstiger Richtung standen. So fuhren auch die Walfänger aus Nantucket auf dem Umweg über die Azoren und die westafrikanische Küste in Richtung auf Kap Hoorn und das Fanggebiet westlich der südamerikanischen Pazifikküste.
Die Reisegeschwindigkeit von Rahseglern ist oft geringer, weil sie beim Kreuzen quer zum Wind sehr viel langsamer vorankommen als Boote mit Schratsegeln auf Kursen Am Wind.
Segeln durch windströmungsbewirkte Druckunterschiede
(trifft zu bei Kursen am Wind und halber Wind).
Bei einem Segel ist die Wölbung auf der dem Wind zugewandten Seite (Luv) konkav, auf der dem Wind abgewandten Seite (Lee) konvex. Der Wölbungsverlauf ist nicht gleichmäßig. Die Segel laufen zur Hinterkante hin flach zu. Der Wind strömt an einer nahezu parallel zur Richtung des scheinbaren Windes ausgerichteten Fläche (im vorderen Bereich des Segels) entlang und wird dann durch die Segelwölbung auf beiden Seiten des Segels aus der Bahn gelenkt:
Auf der Luvseite des Segels staut sich die Luft und wird abgebremst. Dadurch entsteht Überdruck.
Auf der Leeseite des Segels wird die Luft auf eine höhere Geschwindigkeit beschleuningt. Dadurch entsteht Unterdruck. (Gesetz von Bernoulli)
Die Druckdifferenz zwischen Luv- und Leeseite des Segels bewirkt eine Kraft senkrecht zum Segel, die auch für die Wölbung des Segels verantwortlich ist.
Diese Kraft kann man in zwei Teilkräfte (Vektoren) zerlegen: Die eine Teilkraft wirkt parallel zur Längsrichtung des Bootes und erzeugt den Vortrieb. Die andere Teilkraft wirkt senkrecht zur Längsrichtung des Bootes. Diese Kraft hat als Gegenkraft den Gegendruck des Lateralplans.
Auf diesen Kursen können wir also segeln, da die Segel sich ähnlich wie Tragflächen an Flugzeugen verhalten.
Grundlegende Segeltechniken
Segelmanöver
Die verschiedenen Segelmanöver sind hier nur aufgezählt. Die genaue Beschreibung erfolgt in den jeweiligen Hauptartikeln.
Eine Drehung des Bootes an den Wind nennt man anluven. Die entgegengesetzte Bewegung, vom Wind weg, nennt man abfallen.
Dreht man das Boot weiter mit der Bugspitze durch den Wind hindurch, so dass das Segel von der anderen Seite her wieder angeströmt wird, so nennt man dies wenden. Dreht man umgekehrt mit dem Heck durch den Wind, so nennt man dies halsen.
Dreht man das Boot über das Anluven hinaus mit der Bugspitze in den Wind hinein, so nennt man dies aufschießen. Dies stellt die einzige Möglichkeit dar, ein Segelschiff zum Stehen zu bringen. Allerdings ist dieser Zustand nicht stabil, da das Schiff, als Reaktion auf den Wind von vorn, achterliche Fahrt aufnimmt. Dieses Manöver stellt auch die einzige Möglichkeit dar, wenn das Schiff keinen Motor hat, an eine Boje oder an einen Steg oder Mole anzulegen.
Wenn man ein Segelboot nahezu auf der Stelle halten möchte, geschieht dies durch beidrehen.
Eine besondere Form der Wende ist die Kuh-Wende (auch Q-Wende genannt), die anstelle einer Halse gefahren werden kann.
Schiften nennt man das Wechseln der Segel auf die andere Schiffseite, ohne den Kurs zu ändern, auf Vorwind-Kursen.
Ein Ziel, das genau in Windrichtung liegt, erreicht man durch kreuzen am Wind.
Trimm
Ein seemännischer Begriff für die "Einstellungen" eines Bootes. Die Segelausrichtung wird Segeltrimm genannt. Die Position, Neigung, Biegung und Spannung des Mastes wird unter dem Begriff "Masttrimm" zusammengefasst. Dadurch kann man den Segeldruckpunkt verschieben und das Boot lee- bzw. luvgierig machen. Der Gewichtstrimm wird durch Umpumpen von Wasser in Ballasttanks oder bei Jollen durch die Position der Mannschaft geregelt. Er sorgt für Neigung des Bootes sowohl nach Luv oder Lee als auch nach achtern oder zum Bug.
In der Seefahrt nennt man Trimm auch die Neigung des Schiffes in Längsrichtung; der Trimm wird angegeben in Zentimeter und gibt den Unterschied zwischen dem vorderen und hinteren Tiefgang an. Im Gegensatz hierzu nennt man die Neigung nach Backbord oder Steuerbord "Schlagseite".
Um bei starkem Wind oder Sturm eine zu starke Krängung des Bootes zu vermeiden, ist es möglich, die Fläche der Segelfläche dadurch zu verkleinern, dass der untere Bereich des Großsegels auf dem Großbaum zusammengerafft wird. Der Segelmacher stellt das Segel so her, dass das Reffen je nach Größe des Segels in mehreren Abstufungen (2 bis 4) durchgeführt werden kann. Im Gegensatz zum beschriebenen System kommt immer häufiger ein sog. Rollreffsystem zum Einsatz. Hierbei kann das Großsegel meist stufenlos entweder in das Hohlprofil des Mastes oder um/in den Großbaum gerrollt werden.
Wird der Wind zum Sturm und reicht das Reffen nicht aus, muss das Großsegel durch ein spezielles Sturmsegel (Trysegel) ersetzt werden. Zusätzlich muß die Vorsegelfläche verkleinert (gerefft) werden um die Trimmung des Bootes aufrecht zu erhalten, da das Boot sonst zur Leegierigkeit neigt. Ersatz des Vorsegels durch
ein kleineres bzw. bei verschiedenen Rollsytemmen ist ein einfaches einrollen der Fock/Genua (Vorsegel) möglich.
Gleiten
ReffenEin Begriff für den Bewegungszustand von Booten, die den größten Teil ihres Auftriebes nicht durch ihre Verdrängung, sondern durch ihre Geschwindigkeit gepaart mit ihrer Bootsform erhalten. Das Boot "hebt" sich dabei etwas aus dem Wasser, wie man es auch bei vielen Motorsportbooten beobachten kann. Beim Gleiten haben die meisten Boote einen viel kleineren Wasserwiderstand als bei normaler Verdrängerfahrt. Das Gleiten wird deshalb bei vielen Jollen angestrebt, um hohe Geschwindigkeit zu erreichen; dazu wird oft sogar ein längerer Kurs gewählt. Gleiten ist nur bei grösseren Windstärken (ab ca. 3-4 Bft) möglich. Dann kann die Gleitschwelle überwunden werden.
Sport
Es gibt zwei stark unterschiedliche Arten des sportlichen Segelns:
Regattasegeln und Fahrtensegeln - vergleichbar dem Unterschied zwischen einem Radrennen und einer Radtour.
Fahrtensegeln
Unter Fahrtensegeln versteht man meist mehrtägige Fahrten mit einem Boot von einem Start- zu einem Zielhafen. Ein solcher Segeltörn kann sportlich mehr oder weniger anspruchsvoll sein. Es geht jedoch nie um den Wettkampf mit anderen Booten, sondern allenfalls um den Kampf mit den Elementen.
Das Fahrtensegeln an sich bietet ein weit gefächertes Spektrum, von kurzen Tagestörns bis zur mehrere Jahre dauernden Weltumsegelung.
Ein Tagestörn ist meistens eine Rundfahrt, die im gleichen Hafen beginnt und endet. Der Bootstyp spielt dabei keine Rolle. Auch mit einer Jolle ohne festen Aufbau kann man einen Tagestörn fahren, wenn auch nicht so bequem wie auf einem größeren Kielboot.
Dauert ein Törn länger, macht es einen großen Unterschied, ob die Tagesetappen so gewählt werden (können), dass jeden Abend ein Hafen angelaufen wird, oder ob nachts durchgesegelt werden muss. Im ersten Fall unterscheidet sich der mehrtägige Törn nicht sehr von einem Tagestörn, bis auf den höheren Bedarf an Ausrüstung und Verpflegung. Bei Nacht zu segeln, erfordert dagegen weitaus mehr Kenntnisse und Ausrüstung für die Navigation.
Segeltörns, die weit auf das offene Meer hinausführen (so genanntes Blauwassersegeln), bedürfen einer sehr sorgfältigen Planung und viel Erfahrung und Wissen. Hier kann im Notfall nicht immer auf sofortige Hilfe gerechnet werden, und Unfälle oder Schäden am Boot können weitaus schlimmere Folgen haben als in Küstennähe.
Generell ist im Unterschied zum Regattasegeln oder Segeln in küstennahen Gewässern eine deutlich ausgeprägtere Seemannschaft unumgänglich. Dazu gehören unter anderem eine sorgfältige Vorbereitung des Törns in Navigation wie auch Ausrüstung und vor allem eine gute Einweisung der Crew.
Hier zu nennen wäre Manövertraining, Mann-über-Bord-Manöver und Hafenmanöver.
Regattasegeln
Mann-über-Bord-Manöver
Regattasegeln ist ein Wettkampfsport: Hier wird eine vorher abgestimmte Strecke von zwei (Match Race) oder mehr (Fleet Race) Booten zur selben Zeit befahren. Beim Segeln umfasst dies eine sehr viel größere Bandbreite als bei anderen Sportarten üblich. Die Dauer eines Wettkampfes kann von Stunden bei Jollenregatten bis zu Monaten bei Hochseeregatten (zum Beispiel Volvo Ocean Race) betragen. In Jollenregatten werden meist mehrere Läufe (Wettfahrten) in einer Regatta durchgeführt, die Einzelergebnisse werden nach einem vorgeschriebenen Verfahren zusammengefasst und der Gewinner so ermittelt. Regatten werden meist nach den Wettfahrtregeln - Segeln - der ISF ausgetragen. Die ISF ist der weltweite internationale Verband für das Segeln.
Auch die Kosten zur Ausübung des Sports sind sehr unterschiedlich: Ein Team beim America's Cup braucht einen Millionenetat, um überhaupt teilnehmen zu können, während in Jollenklassen wie Laserklasse, Europe, SPLASH, 470, 420, Vaurien, Pirat, Optimist bereits mit normalen Mitteln internationale Erfolge zu erzielen sind. Neben den Kosten für das Boot, Versicherungen und Transport sind für Regatten Meldegelder zu zahlen.
Vor einer Regatta wird meist eine Ausschreibung einer Wettfahrt veröffentlicht, in der die speziellen Bedingungen
der Regatta beschrieben sind, beim Einschreiben kurz vor der Regatta erhalten die Segler meist noch eine Segelanweisung, die z.B. die Kurse, spezielle Signale und Regeln festlegt.
Auch das Risiko verteilt sich entsprechend: Bei professionellen Hochseeregatten steht die Geschwindigkeit absolut im Vordergrund, was trotz aller Sicherheitsmaßnahmen bei Fehlern auch Lebensgefahr für die Besatzung bedeutet. Bei Jollenregatten, die sportlich nicht weniger anspruchsvoll sein müssen, besteht zwar auch immer eine gewisse Unfallgefahr, das Risiko ist aber doch deutlich geringer. Bei allen Regatten kann jederzeit das Tragen von Schwimmwesten durch die Wettfahrtleitung angeordnet werden (Setzen der Flagge Y), z.B. bei auffrischendem Wind/Seegang. Das Nichtbefolgen hat die Disqualifikation zur Folge.
Kleinere Kielboote und Jollen sind meist sogenannte "Einheitsklassen" (oder One-Designs). Diese Boote haben identische Rümpfe, Masten teilweise auch Segel und Grossbäume und unterliegen strengen Beschränkungen in Bezug auf die Ausrüstung. Das alles ist in Klassenbestimmungen beschrieben und festgelegt. Somit wird sichergestellt, daß gleichwertige Boote gegeneinander segeln.
Klassenbestimmungen basieren auf den allgemeinen Bauvorschriften der ISAF oder eines nationalen Verbandes. Es gibt geschlossene Klassenbestimmungen, dort ist nur erlaubt, was beschrieben ist und offene Klassenbestimmungen, wo alles erlaubt ist, was nicht verboten ist. Auf Meisterschaften findet z.B. bei Jollen meist vor der Regatta eine Vermessung statt, in der die Konformität des einzelnen Bootes und seiner Ausrüstung mit den Bestimmungen seiner Klasse festgestellt wird. Während der Regatta kann kontrolliert werden, ob nichts ausgetauscht oder umgerüstet wurde, was Strafen nach sich zieht, die die Gesamtplatzierung verschlechtern.
Bei größeren Yachten sind die Stückzahlen der Boote jedoch viel zu klein, um ausreichend große Startfelder zu erhalten. Hier müssen unterschiedliche Boote gegeneinander segeln. Um den Wettkampf fair zu machen, gibt es sogenannte Vermessungsformeln, nach denen das Geschwindigkeitspotential der Boote theoretisch vorherberechnet wird (IMS, IRC, ORC) oder aber aus Erfahrungswerten bestimmt wird (Yardstick). Jedes Boot erhält einen individuellen Wert, mit dem die gesegelte Zeit zur berechneten Zeit korrigiert wird. Diese Zeit ist dann für die Ergebnisse relevant. Das erste Boot im Ziel ist also oft nicht der Sieger, da ein langsameres Boot nach berechneter Zeit die bessere Leistung erbracht haben kann.
Eine andere Möglichkeit, unterschiedliche Boote gegeneinander segeln zu lassen, sind die sog. Konstruktionsklassen. Hier wird ein bestimmter Rahmen vorgegeben, und eine bestimmte Formel entwickelt. In diese Formel gehen Werte wie Verdrängung (=Gewicht) des Bootes, Tiefgang, Länge, Segelfläche usw. ein. Das Ergebnis der Formel darf dann einen bestimmten Wert nicht überschreiten.
Der Konstrukteur muß nun versuchen, aus den Formeln das beste herauszuholen, und z. B. entscheiden, ob es von Vorteil sein kann, die Segelfläche zu erhöhen, auch wenn dafür der Kielballast verringert werden muß, um in der Formelbeschränkung zu bleiben.
Beispiele für Konstruktionsklassen sind z. B. die "Meterboote" wie 12er, 8er, 6er, die Eintonner, Halbtonner und Vierteltonner der Siebziger Jahre, aber auch die modernen America's Cup-Yachten.
Die 12er (eigentlich 12-Meter-Rennyachten) sind aber keinesfalls 12 Meter lang, nur das Ergebnis der Vermessungsformel, in die die Abmessungen des Bootes eingesetzt worden sind, darf 12 m nicht überschreiten. 12er sind typischerweise etwa 20-22 m lang. Gleiches gilt auch für die Tonner und andere Konstruktionsklassen.
Weitere Konstruktionsklassen sind die Jollenkreuzer [10 qm (C), 15 qm (P), 16 qm (S), 20 qm (R) und 30 qm (B)]hier sind Mindest- und Höchstlänge und -breite, das Gesamtmindestgewicht sowie die vermessene Segelfläche bestimmt.
Bedeutende Wettbewerbe
- Segelwettbewerbe der Olympischen Sommerspiele, die Olympische Bootsklassen ab 2008 (in Beijing) sind:
- Jolle Einhand Offen - Finn
- Jolle Einhand Männer - Laser
- Jolle Einhand Frauen - Laser Radial
- Jolle Zweihand Männer/Frauen - 470er
- Jolle Zweihand Offen - 49er (Skiff)
- Kielboot Männer - Star
- Kielboot Frauen - Yngling
- Mehrrümpfer - Tornado (Zweirumpf-Jolle)
- Windsurfen Männer/Frauen - NeilPryde RS:X
- Kieler Woche: die größte Segelsportveranstaltung der Welt mit Regatten in den olympischen und nicht-olympischen Bootsklassen
- Travemünder Woche: die zweitgrößte Segelsportveranstaltung der Welt mit Wettfahrten in 34 Klassen.
- Admiral's Cup
- America's Cup
- Mini-Transat
- Volvo Ocean Race
- Vendée Globe
- ISAF World Sailing Games
- Transatlantik Challenge
- Warnemünder Woche
Terminologie
Siehe auch
- Bootstypen
- Törn,
- Segler,
- Sportbootführerschein,
- Sportschifffahrt,
- Yacht,
- Segelschiff,
- Deutscher Segler-Verband,
- Segelschein,
- Segellehrer,
- Liste von Segelsportlern
Literatur
- Sportbootführerschein Binnen - Segel - Motor + R-Schein; Heinz Overschmidt, Verlag Delius-Klasing & Co, Bielefeld ISBN 3-7688-0657-X (217 Seiten, Segeln von A bis Z, bebildert, mit amtl. Fragenkatalog / gleichwertig Axel Bark)
- Sportbootführerschein Binnen - Segel - Motor + R-Schein; Axel Bark, Verlag Delius-Klasing & Co, Bielefeld ISBN 3-7688-0979-X (201 Seiten, Segeln von A bis Z, bebildert, mit amtl. Fragenkatalog / gleichwertig H. Overschmidt)
- Erdmann, Wilfried: Segeln mit Wilfried Erdmann, Edition Maritim 2004, ISBN 3-89225-506-7
- Schenk, Bobby: Fahrtensegeln. Delius-Klasing-Verlag, Bielefeld 2003 ISBN 3-7688-1426-2
- Jensen, Jens Kusk: Handbuch der praktischen Seemannschaft auf traditionellen Segelschiffen. Heel Verlag 1998, ISBN 3-8936-5722-3
- Schult, Joachim: Seglerlexikon, 600 S., Delius Klasing 1990, ISBN 3-87412-103-8
- Doberman, C.: Das Wörterbuch vom Wassersport, 875 S., Delius Klasing 1987, ISBN 3-7688-0505-0
Zeitschriften und Magazine (alphabetisch)
- blauwasser - Leben unter Segeln; palstek Verlag, Hamburg. ISSN ?? [http://www.palstek.de Homepage]
- palstek - Technisches Magazin für Segler; palstek Verlag, Hamburg. [http://www.palstek.de Homepage]
- segeln; Jahr Top Special Verlag, Hamburg. [http://www.segeln-magazin.de Homepage]
- Yacht; Delius-Klasing Verlag, Bielefeld. [http://www.yacht.de Homepage]
- Yachtrevue - Österreichs Magazin für Wassersport; Verlagsgruppe NEWS GmbH, Wien. [http://www.yachtrevue.at Homepage]
Weblinks
- Deutscher Seglerverband http://www.dsv.org/
- Bayerischer Seglerverband http://www.bayernsail.de/
- Österreichischer Segel-Verband http://www.segelverband.at/
- [http://www.avero.de/links/segeln/index.html Segeln lernen] interaktive Grafik, in der die Segelstellung zum Wind trainiert werden kann
- [http://www.uherweb.de/html/relativer_wind.html relativer Wind] kurze Erklärung zum relativen Wind
- [http://www.segel.de www.segel.de-Segelportal] (Extrem werbelastig, aber mit Regattaberichten von Jollenklassen)
- Segeljournal http://www.segeljournal.de Nützliche Tipps für Fahrtensegler im Mittelmeer
- http://www.seglermagazin.de Seglermagazin.de, aktuelles Online-Magazin rund ums Segeln
- Diskussionsforum rund ums Thema Segeln: http://www.segeln-forum.de/portal.php?sid=
Kategorie:Segeln
Kategorie:Wassersport
RegattaAls Regatta werden Sport-Wettfahrten zu Wasser bezeichnet. Regatten finden etwa in den Sportarten Segeln, Rudern, Kanu und Drachenboot statt.
Geschichte
Ursprünglich war die Regatta eine in Venedig von der Piazzetta aus stattfindende Wettfahrt auf den Kanälen der Stadt.
Rudern
Offizielle Regatten
Beim Rudern werden die Regatten nach den Richtlinien des DRV und der FISA durchgeführt.
Altersklassen
Die Ruderer werden in festgelegte Altersklassen unterteilt. Die Altersangaben bedeuten, dass der Ruderer bis einschließlich des Jahres, in dem er dieses Alter erreicht, in dieser Altersklasse fährt.
- Kinder - Ruderer bis 14 Jahre (tlw. mit weiteren Unterteilungen). Gefahren werden alle Skullboote bis zum Doppelvierer, diese jedoch immer mit Steuermann.
- Junioren B - Ruderer bis 16 Jahre. Gefahren werden alle Skullboote und tlw. auch Riemenboote.
- Junioren A - Ruderer bis 18 Jahre. Gefahren werden alle Bootsklassen. Hier sind erstmals Renngemeinschaften erlaubt, d.h. es fahren Ruderer verschiedener Vereine in einem Boot.
- Senioren/Masters - Ruderer ab 19 Jahre (es gibt weitere Unterteilungen). Gefahren werden alle Bootsklassen.
Distanzen
Es werden folgende Regatta-Distanzen gefahren:
- 250m: Sprintstrecke, extrem selten
- 300m: Sprintstrecke, extrem selten
- 400m: Sprintstrecke, z.B. auf den deutschen Sprintmeisterschaften gefahren
- 500m: Sprintstrecke, am häufigsten auf Regatten gefahrene Sprintstrecke
- 1000m: Normale Distanz, Standardmittelstrecke für 13/14-jährige oder Jüngere (Kinder)
- 1500m: Normale Distanz, Standardmittelstrecke für 15/16-jährige (B-Junioren)
- 2000m: Normale Distanz, Standardmittelstrecke für Ruderer ab 17 Jahren (A-Junioren)
- 3000m: Langstreckenrennen, Standardlangstrecke für 13/14-jährige und Jüngere (Kinder)
- 5000m: Langstreckenrennen, seltene Distanz, gefahren z.B. beim Elbepokal
- 6000m: Langstreckenrennen, Standardlangstrecke für B-/A-Junioren und Senioren. Rennen gibt es z.B. in Dortmund (Zentrale Langstrecke), Breisach und Mannheim
Auf den Kurz- und Normalstrecken hat jedes Boot eine eigene Startbahn. Auf großen Regatten wie etwa Meisterschaften werden die einzelnen Bahnen durch Bojen getrennt (Albano-System). Auf kleineren Regatten, wo oft nur 3 oder 4 Bahnen vorhanden sind, sind in regelmäßigen Abständen die Nummern der Bahnen über der Strecke angebracht. Sie dienen den Ruderern auch als Hinweis auf die bereits gefahrene Strecke, da sie für gewöhnlich in Abständen von 250m angebracht sind. Auf Langstreckenregatten wird in der Regel um 30 bis 60 Sekunden zeitversetzt gestartet, so dass die Strecke maximal zwei bis drei Bahnen breit sein muss. In solchen Fällen gibt es - außer Start und Ziel - keine Streckenmarkierungen. Im englischsprachigen Raum machen solche Langstreckenregatten bis 8 km Länge, sog. Heads, einen Großteil der Rennen aus.
Generell werden die Läufe nach Leistungsklassen aufgeteilt, d.h. die Schnelleren fahren in einem Lauf gegeneinander, die Langsameren in einem anderen. Nur bei internationalen Regatten kann es aufgrund der verschiedenen Systeme der einzelnen Länder sein, dass die Läufe gelost werden.
Auf Meisterschaftsregatten kommen je nach Platzierung und Anzahl der Vorläufe aus den Vorläufen die schnellsten Boote - je nach Größe des Teilnehmerfeldes - direkt ins Halbfinale bzw. ins Finale. Die restlichen Boote haben im so genannten "Hoffnungslauf" eine zweite Möglichkeit, sich für das Finale zu qualifizieren. Die nächsten sechs Boote, die sich nicht für das Finale der Besten qualifizieren konnten, kommen ins "Kleine Finale", auch "B-Finale" genannt.
Auf Ruderregatten wird im allgemeinen nur der 1. Platz in einem Lauf mit einer Medaille belohnt, bei Rudermeisterschaften die ersten drei Plätze des "A-Finales".
Rennablauf
Die Boote finden sich einige Minuten vor Rennbeginn hinter der Startlinie ein. Ein Schiedsrichter gibt (sofern nicht vorher bereits bekanntgegeben) die Einteilung der Läufe und die Startbahnen bekannt. Sobald die Startbahnen frei sind, legen sich die Boote an die Bahnen und werden vom Bugmann ausgerichtet, während die auf den sog. Startpotons/-booten liegenden Starthelfer das Heck festhalten.
Ein Schiedsrichter am Ufer an der Startlinie gibt Anweisungen, wie die Boote auszurichten sind und ob sie vor oder zurück verschoben werden müssen. Dann gibt er dem Starter das Zeichen, dass alle Boote sowohl gerade als auch auf einer Linie sind.
Daraufhin hebt der Starter eine (meist rote) Flagge. Der Starter nennt die Vereine und Startbahnen, bei "Achtung" begeben sich die Mannschaften in die Startauslage. Gleichzeitig mit dem Signal "Los!" senkt der Starter die Flagge und Rennen und Zeitmessung beginnen.
Es gibt (meist auf festen Regattabahnen und großen Regatten) auch den Ampelstart, der zunächst so abläuft wie oben beschrieben, bei dem aber nach "Achtung" eine Ampelanlage zunächst auf rot geschaltet wird und dann (meist begleitet von einem akustischen Signal) auf grün umspringt, was dann als Startzeichen dient.
Wenn die Boote einige Meter vom Start entfernt sind, fährt ein vierter Schiedsrichter mit einem Motorboot dem Lauf hinterher, um das Rennen zu überwachen und Kollisionen zu verhindern. Meist beginnen zu diesem Zeitpunkt auch die Vorbereitungen zum nächsten Rennen.
Während des Rennens gibt der Schiedsrichter Anweisungen, wenn ein Boot seine Bahn verlässt und auf die Bahn eines anderen Bootes kommt. Sollte ein Boote jedoch vom Feld weg aufs Ufer bzw. aus dem Rennbereich fahren, wird dies normalerweise nicht angesagt. Der Schiedsrichter hat außerdem das Recht, Boote bei mehrmaligem, konsequenten Verlassen seiner Bahn zu disqualifizieren oder bei Unfällen oder Fehlstarts das Rennen abzubrechen.
Nachdem das letzte Boot die Ziellinie überquert hat, signalisiert der Schiedsrichter mit einer hochgehaltenen weißen Fahne, dass das Rennen gültig ist.
Besondere Regatten
Ergometerwettbewerbe
Im Winter, wenn keine Regatten im Freien möglich sind, finden in vielen Städten sog. Ergo-Cups statt. Die Ruderer rudern dabei auf sog. Ruderergometern, die in etwa den Rudervorgang simulieren. Diese Ergometer sind mit kleinen Computern ausgestattet, die verschiedene Werte berechnen und die Zeit stoppen können, so dass ein Vergleich der Leistungen möglich wird.
Ultralangstreckenregatten
Es gibt auch Ruderregatten über längere Distanzen, die nicht als offizielle Regatten gezählt werden, so z.B. eine 160-km-Regatta rund um den Genfer See oder die 120-km-Regatta von Bingen nach Bonn.
Das bekannteste dieser besonderen Rennen dürfte das legendäre Boat Race zwischen den Universitäten von Oxford und Cambridge sein. Es wird seit 1829 auf der Themse ausgetragen, seit 1856 jährlich über eine Distanz von 6,74 km.
Des Weiteren gibt es noch so genannte "24-Stunden-Regatten", die oft an großen stillen Gewässern (Seen oder Baggerseen) stattfinden. Das Prinzip dieser Regatten ähnelt dem eines Staffellaufs, d.h. die Wettkampfstrecke ist in sich geschlossen und die einzelnen Boote eines Vereins rudern im fliegendem Wechsel. Die Regatta dauert durchgehende 24 Stunden und wird auch nicht durch schlechtes Wetter (Regen, Nebel, etc.) unterbrochen. Gewonnen hat der Verein, der die größte Strecke in dieser Zeit zurückgelegt hat. Bei diesen Regatten geht es nicht unbedingt um das Gewinnen - Dabeisein ist alles. Demnach sind auch oft Blinden-Rudervereine und kleinere Rudervereine mit nur wenigen Teilnehmern mit am Start, die (im Gegensatz zu den großen Vereinen mit vielen Teilnehmern) kaum Chancen zum Sieg haben. Übernachtet wird im Allgemeinen im Zelt in der Nähe des Wechselpunktes. Bekannte 24-Stunden-Regatten finden beispielsweise in Berlin und in Hürth bei Köln statt.
Kategorie:Rudern
Segeln
Beim Segeln werden die Regatten nach den Richtlinien des Deutschen Segler-Verbandes und der ISAF durchgeführt.
Man unterscheidet zwischen Einheitsklassen-Regatten und Vermessungsformel-Regatten. Klassenregatten werden zwischen Booten einer Bootsklasse ausgetragen. Bei Formel-Regatten können Boote unterschiedlicher Klassen teilnehmen. Es gibt relativ einfache Formeln (Yardstick-Formel) und komplizierte Berechnungssysteme (IMS - International Measurement System; ORC - Offshore Racing Congress). Die Anzahl der Teilnehmerboote bei Segelregatten ist bei Fleet-Races normalerweise nicht beschränkt. Einschränkungen bei der Starterzahl gibt es aber je nach Austragungsrevier bei den meisten Deutschen Meisterschaften oder Internationalen Deutschen Meisterschaften - hier vor allem im Jugend- und Jüngstenbereich. Bekannte Fleet Races sind das Volvo Ocean Race (früher Whitbread Race) und die Regatta Vendée Globe ebenso die Regatten der olympischen Bootsklassen. Es gibt noch sogenannte Match-Races, bei denen nur zwei baugleiche Boote gegeneinander antreten. Das bekannteste Match-Race ist der America's Cup.
Fast alle Segelregatten wurden früher auf einem Dreieckskurs (ehemals "Olympisches Dreieck" - wird aber bei den Olympischen Spielen nicht mehr verwendet) ausgetragen, der mit Hilfe von drei Bojen ausgelegt wird. Die erste Boje oder Lee-Boje bildet zusammen mit dem Startschiff die Startlinie. Die Startlinie wird senkrecht zur Windrichtung ausgelegt. Die zweite Boje oder Luv-Boje liegt direkt in Windrichtung von der Startlinie, sodass die Boote zur zweiten Boje kreuzen müssen. Die dritte oder Raum-Boje liegt querab zu den beiden anderen Bojen. Der Abstand der Bojen ist abhängig von der Bootsklasse und vom Revier. Die Bojen werden meist mehrfach gerundet, wobei zwischen den Dreieckskursen jeweils einmal die Raum-Boje ausgelassen wird, also z.B. 1-2-3 / 1-3 / 1-2-3 / Ziel. Die Ziellinie wird dann von der Luv-Boje und dem Startschiff gebildet, welches während der Regatta von der Lee-Boje zur Luv-Boje fährt. Um flexibel zu sein, werden für die Start- und Ziellinie oftmals kleine Bojen ausgebracht, die mit Bahnmarken (rote Flagge=Startlinie, blaue Flagge=Ziellinie) versehen werden. Diesen Dreieckskurs fahren heute in der Regel Bootsklassen, die keinen Spinnaker haben.
Im Jollenbereich wird dieser Kurs zunehmend durch die Trapezbahn ersetzt, bei der nach dem Start zunächst eine in Luv gelegene Boje angesteuert wird, danach folgt ein Kurs quer zum Wind zu einer zweiten Boje, von dort aus vor dem Wind zu einer dritten (Lee)boje, dann gegen den Wind erneut zur zweiten Boje, zurück zur dritten Leeboje, halbwind zu einer vierten Boje, die wiederum in Lee des Start/Zielschiffs liegt. Von dort aus erfolgt der Zieleinlauf.
Bei Katamaranen sowie bei den meisten Jollen- und Kielbootklassen mit Spinnaker oder Gennaker hat sich der Up-and-Down-Kurs durchgesetzt. Nach dem Start fahren die Boote gegen den Wind zur Luvboje, von dort aus wenige Meter zur Ablauftonne, vorwind zurück in Richtung der Startlinie, wo zumeist ein Bojentor (Leetor) ausgelegt ist. Die Schiffe müssen durch dieses Tor hindurch segeln, können dann aber eine beliebige der beiden Tonnen runden.
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siehe auch Segeln -> Regattasegeln
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Kanu
Bei Kanu-Regatten wird zwischen Kajak (K) und Canadier (C) - Regatten unterschieden. Dabei wird in folgenden Bootsklassen gefahren:
- K1 (Kajak-Einer)
- C1 (Canadier-Einer)
- K2
- C2
- K4
- C4
- C8
Es sind beim Kanu-Rennsport folgende Regatta-Distanzen üblich:
:250m, 500m, 1000m, 1500m, 2000m
Drachenboot
Bei Drachenboot-Regatten sind folgende Regatta-Distanzen üblich:
250m, 500m, 1000m, 1500m, 2000m
Da Drachenboot eine Teamsportart ist, werden verschiedene Klassen unterschieden.
- Damenklasse: nur paddelnde weibliche Teilnehmerinnen sind zugelassen
- Mixed-Klasse: mindestens 8 weibliche Paddlerinnen sind im Boot
- offene Klasse: wird meist als reines Herrenteam ausgefahren
Regattaveranstaltungen
Bedeutende Regatten, die in Europa stattfinden, sind:
- Kieler Woche, Segelregatta
- Travemünder Woche, Segelregatta
- Warnemünder Woche, Segelregatta
- Nordseewoche, Segelregatta (Nordsee/Helgoland)
- Boat Race, Ruderregatta auf der Themse
- E.ON Hanse Cup, Ruderregatta auf dem Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg
- Rotsee, Ruderregatta bei Luzern in der Schweiz
- [http://www.bkw-armadacup.ch BKW-Armadacup], grosses Langstreckenrennen in der Schweiz mit Massenstart
- Centomiglia, Segelregatta rund um den Gardasee
- Rund Um, Segelregatta rund um den Bodensee
- Kornati Cup, Segelregatta für Freizeitsegler in den Kornaten / Kroatien
Kategorie:Segeln
Kategorie:Wassersport
Sport
Sport (v. engl.: sport = Zeitvertreib, Vergnügen bzw. v. frz. desport) bezeichnet das kulturelle Handlungsfeld, in dem Menschen körperliche und/oder geistige Tätigkeiten ausüben, die mit planmäßiger Körperschulung, meist im Bereich der Bewegungskunst, in Zusammenhang stehen. Eine häufig anzutreffende Ausprägung dieser planmäßigen Entwicklung körperlicher und/oder geistiger Fähigkeiten ist dabei das Messen mit Gegnern nach festgelegten Regeln im sportlichen Wettkampf/Wettstreit und Wettspiel. Umgangssprachlich wird der Begriff Sport für die kulturelle Handlung von Menschen, sich in Wettkämpfen zu messen, verwendet.
Motivationen
Die Motivationen zum Sporttreiben sind vielfältig, als Beispiele seien hier genannt:
- die Lust an Bewegung bzw. sich in Bewegung auszudrücken (Beispiel: freies Tanzen)
- die Lust am Wettbewerb
- der Wunsch nach körperliche Wohlbefinden / nach Fitness des Körpers
- gesundheitliche Vorbeugung (Beispiel: Ausdauertraining)
- der Wunsch, seinen Körper zu spüren und zu erfahren
- die Formung eines attraktiven Körpers (Beispiel: Bodybuilding)
Varianten
Man unterscheidet im Wesentlichen den Breitensport und den Leistungssport. Zudem müssen die in der jüngeren Vergangenheit entstandenen Kategorien Extremsport und Funsport beachtet werden, die sich von traditionellen Sportarten teilweise extrem unterscheiden.
Sport bildet einen wesentlichen Teil der Freizeitgestaltung und Unterhaltungskultur.
Sport kann als Mannschaftssport (vor allem Ballsportarten) oder als Individualsport betrieben werden.
Sport wird in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten ausgeübt. Neben die traditionellen Sportvereine und den Schulsport treten im Bereich des Breitensports seit den 80er Jahren vermehrt auch kommerzielle Fitnessstudios. Darüber hinaus wird auch jenseits dieser Strukturen im privaten Umfeld Sport getrieben, entweder allein (Beispiel: morgendliches Joggen) oder im Kreis der Familie bzw. von Freunden. Im Bereich des Leistungssports sind die Strukturen wesentlich komplexer. Deshalb sei an dieser Stelle nur auf die entsprechenden Wikipedia-Artikel verwiesen.
Neben der aktiven Sportausübung nimmt auch die Bedeutung des Passiv-Sports einen wichtigen gesellschaftlichen Stellenwert ein, also das interessierte Verfolgen von Wettkampfsport-Ereignissen im Leistungssport als Zuschauer am Rande des Ereignisses oder über die Medien. Hochleistungs-Sportlern oder -manschaften werden dabei nicht selten als gottähnliche Idole verehrt und mutieren zu Vor- und Leitbildern der eigenen Lebensträume. Die extreme Identifikation mit Hochleistungs-Sportlern oder -manschaften führt zum Phänomen des Sport-Fans. In Deutschland und vielen anderen Ländern ist dieses Phänomen besonders ausgeprägt im Bereich des Fußball-Sports, in dessen Umfeld sich verschiedene Arten eines Passiv-Sport-Kultes formiert haben, neben den eigentlichen Fußballfans auch die so genannten "Ultras" und die "Hooligans".
Konnte in Meyers Konversationslexikon von 1888 noch gesagt werden: Als ein wesentliches Merkmal des Sports ist endlich anzuführen, dass dessen Ausübung nicht um des Gelderwerbs wegen geschieht, (Bd. 15, S. 176) - so kann dies heute wegen der Existenz von professionellen Sportlern nicht mehr als Merkmal angesehen werden. Darüber hinaus sind die kommerziellen Interessen mächtiger Dritter (z.B. Großkonzerne als Sponsoren, Förderer oder Mäzene) nicht zu unterschätzen, die sich einen Imagetransfer von sportlichen Idolen auf ihr Unternehmen erhoffen. Das ist die interne Differenz des Sport als Spektakel und Körperkunst.
Eine Übersicht zum Thema Sport in der Wikipedia findet sich unter Portal:Sport.
Siehe auch
Links
http://www.sport.uni-hamburg.de/infodoc/digitalepublikationen/tiedemann/sportdefinition.html
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Kategorie:Wortexport
ja:スポーツ
ko:스포츠
ms:Sukan
simple:Sport
th:กีฬา
YachtEine Yacht bzw. Jacht, (aus gleichbed. niederl. jacht, dies verkürzt aus mniederl. jageschip "schnelles Schiff") ist ein Wasserfahrzeug für Freizeitzwecke mit einer Kajüte. Es gibt sowohl Motoryachten als auch Segelyachten.
Segelyacht
Erst ab einer gewissen Länge des Fahrzeugs wird im allgemeinen von einer Yacht gesprochen. Unter etwa sieben Meter Länge spricht man eher von einem Boot, darüber eher von einer Yacht. Eine typische Yacht ist um zehn Meter lang und mit mehreren Kabinen für 6 Personen eingerichtet. Motor- und Segelyachten ab 50 bis 60 m Länge werden als Mega-Yachten bezeichnet, nicht nur aufgrund der Größe, sondern auch, weil sie einen vergleichsweise großen Komfort bieten können. Diese Yachten werden in aller Regel nicht vom Eigner gesteuert, sondern von einer professionellen, angestellten Besatzung.
Übliche Baumaterialien für Yachten sind Kunststoffe (meist glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK)), Holz, Stahl, Aluminium und selten Beton (Ferrozement).
Bauart, Einrichtung, Motorisierung und Ausrüstung einer Yacht richten sich sehr nach dem bevorzugten Revier und der Stärke der Nutzung.
Als Alternative zur eigenen Yacht wird die Charter von Yachten zunehmend beliebt, weil damit (subjektive) Nachteile einer eigenen Yacht vermieden werden (Pflegeaufwand, Anschaffungs- und laufende Kosten, Distanz zum Liegeplatz, Klima- und Revierabhängigkeit).
Geschichte
Erste Yachten wurden im 17. Jh. in den Niederlanden gebaut und zwischen den Königshäusern als Geschenke ausgetauscht. Optisch glichen sie den heute noch üblichen holländischen Plattbodenschiffen. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Meer dem Handel, der Fischerei und der Kriegführung vorbehalten. Seefahrt zum Vergnügen existierte bis dahin noch nicht.
Yachten
- Germania, Erste Krupp-Yacht von 1908
- Alinghi, Schweizer Yacht, 2003 Sieger des America's Cup
Besondere Vereine und Klubs
- [http://www.fky.org/index.html FKY.org - Freundeskreis Klassische Yachten]
- [http://www.kyc.de KYC.de - Kieler Yacht-Club]
- [http://www.kdy.dk KDY.dk - Königlich Dänischer Yachtclub]
- [http://www.ksss.se KSSS.se - Königlich Schwedische Segelgesellschaft]
- [http://www.yca.at YCA.at - Yacht Club Austria]
Literatur
- Seemannschaft, Delius Klasing Verlag, Bielefeld. ISBN 3768805239
Zeitschriften und Magazine
- palstek - Technisches Wassersport-Journal; Palstek Verlag Hamburg. [http://www.palstek.de palstek-Homepage]
- Skipper, Freizeit+Wassersport Verlag, Miesbach. . [http://www.skipperonline.de Skipper-Homepage]
- Yachtrevue, Hrsg: Österreichischer Segelverband, Neusiedl.
- Yacht, Delius Klasing Verlag, Bielefeld. . [http://www.yacht.de Yacht-Homepage]
Weblinks
- http://www.yachtsportarchiv.de Datenbank
Kategorie:Schiffstyp
Kategorie:Wassersport
ja:ヨット
SyndikatEin Syndikat ist eine Gruppierung von Personen oder Firmen. In der französischen Sprache wird das Wort zumeist für Gewerkschaften verwendet, für gewöhnlich weitet sich die Bedeutung im allgemeinen Sprachgebrauch auf so genannte Trusts, Kartelle oder andere geschäftliche Vereinigungen sowie kriminelle Syndikate aus. Die Europäische Union beschreibt, dass ein Syndikat vorliegt, wenn innerhalb des Kartells gemeinsamer Ein- und Verkauf von Waren und/oder Dienstleistungen erfolgt.
Der Begriff entstammt dem französischen Wort syndicat, welches Verwalter bedeutet, vor allem bei Angelegenheiten eines bestimmten geographischen Gebietes, welches vom lateinischen Wort syndicus entspringt, welches seinerseits vom griechischen Wort σύνδικος (syndikos, Verwalter einer Angelegenheit) abstammt.
In der Finanzwelt wird der Begriff Syndikat oft gleichgesetzt mit dem Begriff Konsortium. Hierbei handelt es sich um einen Zusammenschluss von mehreren Banken zur Übernahme und zum Vertrieb einer spezifischen Neuemission. Dies wird organisiert von der so genannten Syndikatsabteilung einer Investmentbank.
Siehe auch: Syndikalismus, National Crime Syndicate
Kategorie:Wettbewerb
Die Syndizierung im Banken und Finanzsektor
Louis Vuitton CupDer Louis Vuitton Cup ist die Qualifikationsveranstaltung für den America's Cup (einer Segel-Regatta). Der Name leitet sich vom Namenssponsor, dem Modelabel Louis Vuitton ab.
Da der America's Cup im eigentlichen Sinne nur die Wettfahrt des Herausforderers gegen den Verteidiger ist, wird im Rahmen der Qualifikation aus der Reihe der Bewerber der eigentliche Herausforderer ermittelt. Da es sich beim America's Cup um eine Match-Race-Veranstaltung handelt, finden beim Louis-Vuitton-Cup drei Serien "Jeder gegen Jeden" statt, die unterschiedlich gewichtet werden. Der punktbeste ist dann der aktuelle Herausforderer.
Aufgrund der hohen Anzahl der Wettfahrten und der scharfen Konkurrenz war während der letzten Austragung der Gewinn des Herausfordererpokals weitaus schwieriger als der eigentliche America's Cup. Während es in der Herausfordererserie eine Reihe sehr knapper Wettfahrten gab, wurde Team New Zealand später klar geschlagen.
Weblinks
- http://www.vuitton.com/en/lvcup2007.jhtml Offizielle Seite (Engl.)
Kategorie:Segelwettbewerb
YachtEine Yacht bzw. Jacht, (aus gleichbed. niederl. jacht, dies verkürzt aus mniederl. jageschip "schnelles Schiff") ist ein Wasserfahrzeug für Freizeitzwecke mit einer Kajüte. Es gibt sowohl Motoryachten als auch Segelyachten.
Segelyacht
Erst ab einer gewissen Länge des Fahrzeugs wird im allgemeinen von einer Yacht gesprochen. Unter etwa sieben Meter Länge spricht man eher von einem Boot, darüber eher von einer Yacht. Eine typische Yacht ist um zehn Meter lang und mit mehreren Kabinen für 6 Personen eingerichtet. Motor- und Segelyachten ab 50 bis 60 m Länge werden als Mega-Yachten bezeichnet, nicht nur aufgrund der Größe, sondern auch, weil sie einen vergleichsweise großen Komfort bieten können. Diese Yachten werden in aller Regel nicht vom Eigner gesteuert, sondern von einer professionellen, angestellten Besatzung.
Übliche Baumaterialien für Yachten sind Kunststoffe (meist glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK)), Holz, Stahl, Aluminium und selten Beton (Ferrozement).
Bauart, Einrichtung, Motorisierung und Ausrüstung einer Yacht richten sich sehr nach dem bevorzugten Revier und der Stärke der Nutzung.
Als Alternative zur eigenen Yacht wird die Charter von Yachten zunehmend beliebt, weil damit (subjektive) Nachteile einer eigenen Yacht vermieden werden (Pflegeaufwand, Anschaffungs- und laufende Kosten, Distanz zum Liegeplatz, Klima- und Revierabhängigkeit).
Geschichte
Erste Yachten wurden im 17. Jh. in den Niederlanden gebaut und zwischen den Königshäusern als Geschenke ausgetauscht. Optisch glichen sie den heute noch üblichen holländischen Plattbodenschiffen. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Meer dem Handel, der Fischerei und der Kriegführung vorbehalten. Seefahrt zum Vergnügen existierte bis dahin noch nicht.
Yachten
- Germania, Erste Krupp-Yacht von 1908
- Alinghi, Schweizer Yacht, 2003 Sieger des America's Cup
Besondere Vereine und Klubs
- [http://www.fky.org/index.html FKY.org - Freundeskreis Klassische Yachten]
- [http://www.kyc.de KYC.de - Kieler Yacht-Club]
- [http://www.kdy.dk KDY.dk - Königlich Dänischer Yachtclub]
- [http://www.ksss.se KSSS.se - Königlich Schwedische Segelgesellschaft]
- [http://www.yca.at YCA.at - Yacht Club Austria]
Literatur
- Seemannschaft, Delius Klasing Verlag, Bielefeld. ISBN 3768805239
Zeitschriften und Magazine
- palstek - Technisches Wassersport-Journal; Palstek Verlag Hamburg. [http://www.palstek.de palstek-Homepage]
- Skipper, Freizeit+Wassersport Verlag, Miesbach. . [http://www.skipperonline.de Skipper-Homepage]
- Yachtrevue, Hrsg: Österreichischer Segelverband, Neusiedl.
- Yacht, Delius Klasing Verlag, Bielefeld. . [http://www.yacht.de Yacht-Homepage]
Weblinks
- http://www.yachtsportarchiv.de Datenbank
Kategorie:Schiffstyp
Kategorie:Wassersport
ja:ヨット
1851
Politik
- 1. Januar: Josef Munzinger wird Bundespräsident der Schweiz
- 2. Dezember: Staatsstreich durch Louis Napoleon in Frankreich
- 31. Dezember: Der österreichische Kaiser Franz Joseph unterzeichnet das Silvesterpatent und hob damit die Oktroyierte Märzverfassung auf
- Ende des Schleswig-Holsteinischen Kriegs
Wirtschaft
- 15. Oktober: Die Disconto-Gesellschaft, die sich später zu einer Großbank entwickelt, eröffnet in Berlin ihren Geschäftsbetrieb
- Fruit of the Loom wird gegründet
Wissenschaft
- George Gabriel Stokes veröffentlicht die Gleichungen von Navier-Stokes der Hydrodynamik (in Cambridge Transactions 9 (1851), 8)
Kultur
- 20. Januar: Uraufführung der komischen Oper Die vornehmen Dilettanten oder Die Opernprobe von Albert Lortzing am Stadttheater in Frankfurt am Main
- 10. April: Uraufführung der Oper Die Heimkehr aus der Fremde von Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig
- 16. April: Uraufführung der Oper Sapho (Sappho) von Charles Gounod in Paris
- 20. August: Uraufführung der romantischen Oper Aurelia, Herzogin von Bulgarien von Conradin Kreutzer in Kassel
- Harriet Beecher Stowe beginnt mit der Veröffentlichung von Onkel Toms Hütte
- Der Schriftsteller Herman Melville veröffentlicht den Roman Moby Dick
- Die Oper Rigoletto von Giuseppe Verdi wird in Venedig erstmals aufgeführt und sah sich einem Riesenpimmel gegenüberstehen
Sonstiges
- 1. Mai: Im Londoner Kristallpalast wird die erste Weltausstellung eröffnet
- Adolf Anderssen gewinnt das erste internationale Schachturnier in London
- 15. Januar: Jan Blockx, belgischer Komponist († 1912)
- 8. Februar: Kate Chopin, US-amerikanische Schriftstellerin († 1904)
- 12. Februar: Eugen von Böhm-Bawerk, österreichischer Ökonom († 1914)
- 21. Februar: Karl Wilhelm Diefenbach, Maler und Sozialreformer († 1913)
- 26. Februar: Carl Albert Purpus, deutscher Pflanzensammler († 1941)
- 19. März: Friedrich Franz III., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin († 1897)
- 20. März: Pietro Abbà Cornaglia, Komponist aus dem Piemont († 1939)
- 26. März: Julius Langbehn, deutscher Schriftsteller und Kulturkritiker († 1907)
- 27. März: Vincent d’Indy, französischer Komponist und Musiktheoretiker († 1931)
- 28. März: Bernardino Machado, portugiesischer Politiker in Portugal († 1944)
- 7. April: Otto Klauwell, deutscher Komponist († 1917)
- 10. April: Gennaro Granito Pignatelli di Belmonte, Kardinal der römisch-katholischen Kirche († 1948)
- 7. Mai: Adolf von Harnack, protestantische Theologe und Kirchenhistoriker († 1930)
- 18. Mai: Itzhok Lejb Perez, jiddischer Schriftsteller († 1915)
- 20. Mai: Emil Berliner, Erfinder der Schallplatte und des Grammophons († 1929)
- 29. Mai: Léon Victor Bourgeois, französischer Jurist und Staatsmann, Nobelpreisträger († 1925)
- 3. Juni: Isaac Peral, spanischer Ingenieur und U-Boot-Pionier († 1895)
- 9. Juni: Charles Joseph Bonaparte, US-amerikanischer Politiker († 1921)
- 9. Juni: Sigmund Bergmann, Unternehmer und Erfinder († 1927)
- 10. Juni: Anton Matosch, österreichischer Bibliothekar und Mundartdichter († 1918)
- 14. Juni: Ernst Fuchs (Arzt), österreichischer Augenarzt († 1930)
- 28. Juni: Robert Friedberg, deutscher Nationalökonom und Politiker († 1920)
- 28. Juni: Waldemar Mueller, Bankier, Politiker († 1924)
- 8. Juli: Arthur Evans, britischer Archäologe († 1941)
- 10. Juli: Friedrich von Wieser, österreichischer Ökonom († 1926)
- 14. August: Doc Holliday, US-amerikanischer Revolverheld († 1887)
- 14. August: Guido Herzfeld, deutscher Schauspieler der Stummfilmzeit († 1923)
- 24. September: Federico Boyd, vierter Staatspräsident Panamas († 1924)
- 25. September: Carl Jatho, evangelischer Pfarrer († 1913)
- 2. Oktober: Ferdinand Foch, französischer Marschall im Ersten Weltkrieg († 1929)
- 12. November: Eduard Engel, deutscher Literaturhistoriker und Stilist († 1938)
- 28. November: Albert Grey, 4. Earl Grey, britischer Politiker und Staatsmann († 1917)
- 5. Dezember: Mary Krebs-Brenning, deutsche Pianistin († 1900)
- 10. Dezember: Melvil Dewey, führte die nach ihm benannte „Dewey Decimal Classification“ ein, ein System zur Klassifikation in Bibliotheken († 1931)
- 15. Dezember: Felix von Hartmann, Erzbischof des Erzbistums Köln († 1919)
- 17. Dezember: Friedrich Otto Schott, deutscher Chemiker und Glastechniker († 1935)
- 20. Dezember: Johan Gustav Knut Wicksell, schwedischer Ökonom († 1926)
- 29. Dezember: Wilhelm Marx, deutscher Kommunal- und Strukturpolitiker († 1924)
- 16. Januar: Karl von Müffling, preußischer Generalfeldmarschall, Militärschriftsteller und Geodät ( - 1775)
- 21. Januar: Albert Lortzing, deutscher Komponist ( - 1801)
- 24. Januar: Gaspare Spontini, italienischer Opernkomponist und -dirigent ( - 1774)
- 27. Januar: John James Audubon, US-amerikanischer Ornithologe ( - 1785)
- 1. Februar: Mary Shelley, englische Schriftstellerin ( - 1797)
- 1. Februar: Mary Wollstonecraft Shelley, englische Schriftstellerin ( - 1797)
- 8. Februar: Nicholas Vansittart, 1st Lord Bexley, britischer Politiker und Staatsmann ( - 1766)
- 18. Februar: Carl Gustav Jacob Jacobi, deutscher Mathematiker ( - 1804)
- 3. März: Alexander Alexandrowitsch Aljabjew, russischer Komponist ( - 1787)
- 9. März: Hans Christian Ørsted, dänischer Physiker und Chemiker ( - 1777)
- 13. März: Karl Konrad Friedrich Wilhelm Lachmann, deutscher Philologe und Germanist ( - 1793)
- 22. März: Göran Wahlenberg, schwedischer Botaniker ( - 1780)
- 2. April: Rama III., König von Siam ( - 1788)
- 12. April: Martin Schrettinger, deutscher Priester und Bibliothekar ( - 1772)
- 23. April: Michail Petrowitsch Lasarew, russischer Marineoffizier und Admiral ( - 1788)
- 23. Mai: August Wilhelm Francke, Oberbürgermeister von Magdeburg ( - 1785)
- 24. Mai: Friedrich Tieck, deutscher Bildhauer ( - 1776)
- 30. Juni: Jan Theobald Held, tschechischer Arzt und Komponist ( - 1770)
- 3. Juli: Juliana Blasius, deutsche Räuberbraut des Johannes Bückler ( - 1781)
- 5. Juli: Giovanni Scudieri, italienischer Architekt und Chefarchitekt von Tiflis ( - 1817)
- 10. Juli: Louis Jacques Mandé Daguerre, französischer Maler und Erfinder ( - 1787)
- 16. Juli: Enne Heeren Dirksen, Professor der Mathematik ( - 1788)
- 17. Juli: Béni Egressy, ungarischer Komponist, Librettist, Übersetzer und Schauspieler ( - 1814)
- 21. Juli: Horace-François Sébastiani, französischer General, Marschall von Frankreich ( - 1772)
- 1. August: Wilhelm Joseph Behr, deutscher Jurist, Politiker und Schriftsteller ( - 1775)
- 7. August: Johann Gottfried Gruber, deutscher Literaturhistoriker und Schriftsteller ( - 1774)
- 11. August: Lorenz Oken, Naturgeschichtler und Naturwissenschaftler ( - 1779)
- 27. August: Ferdinand Georg August von Sachsen-Coburg-Saalfeld-Koháry, Feldmarschallleutnant in österreichischen Diensten ( - 1785)
- 8. September: Joseph Anselm Feuerbach, Archäologe und Professor der Philologie ( - 1798)
- 9. September: Thomas Hopkins Gallaudet, US-amerikanischer Geistlicher, ( - 1787)
- 13. September: Franz Raveaux, deutscher Revolutionär der Märzrevolution ( - 1810)
- 14. September: James Fenimore Cooper, US-amerikanischer Schriftsteller ( - 1789)
- 18. November: Ernst August I. (Hannover), 1. Herzog von Cumberland ( - 1771)
- 9. Dezember: Ramón Freire y Serrano, chilenischer Offizier und Staatspräsident ( - 1787)
- 10. Dezember: Karl Drais, deutscher Erfinder ( - 1785)
- 19. Dezember: Joseph Mallord William Turner, englischer Künstler des Impressionismus ( - 1775)
- 19. Dezember: William Turner, englischer Maler ( - 1775)
- 21. Dezember: Carl Friedrich Rungenhagen, deutscher Komponist und Musikpädagoge ( - 1778)
- Georg Franz August, Graf von Buquoy ( - 1781)
ko:1851년
simple:1851
th:พ.ศ. 2394
Großbritannien und Nordirland
Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland (engl. United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland - meist verkürzt zu United Kingdom oder UK) ist eine konstitutionelle Monarchie im Nordwesten Europas. Der größte Inselstaat Europas besteht aus den Landesteilen England, Wales und Schottland auf der Insel Großbritannien und Nordirland auf der Insel Irland.
__TOC__
Im deutschen Sprachraum wird der Name oft auf Vereinigtes Königreich, entsprechend den amtlichen Kurzformen verkürzt. Die Bezeichnung Großbritannien wird ugs. oft als Synonym verwendet, bezeichnet aber nur Teile der britischen Inseln, nämlich nur die Insel, auf der England, Wales und Schottland liegen, und nicht noch das benachbarte Nordirland. Die Bezeichnung England schränkt das Vereinigte Königreich noch mehr ein. Zwar ist England der größte und nach wie vor beherrschende Landesteil, aber eben nur ein Teil des Landes und der Insel. So würde sich ein Schotte oder Nordire selbst nicht als Engländer bezeichnen.
Woher das „Groß“ in „Großbritannien“ stammt, wird im Französischen klar: „Großbritannien“ ist die „Grande-Bretagne“, im Unterschied zu der auch im Deutschen so genannten „Bretagne“. Die Bezeichnung Britannia hingegen stammt aus der Spätantike, nämlich aus dem Wortschatz der Urengländer, dem keltischen Brith, was buntfarbig oder gefleckt bedeutet. Offenbar war es dort einst Sitte, sich zu bemalen.
Geographie
Bretagne
Der größte Teil Englands besteht aus flachen Ebenen. Eine imaginäre Linie zwischen den Flüssen Tees (bei Middlesbrough) und Exe (bei Exeter) unterteilt England in einen sehr flachen und in einen eher hügeligen Teil. Die wichtigsten Hügelzüge (Gebirgsketten) von Nord nach Süd sind die Cumbrian Mountains, die Pennines, der Peak District, die Cotswolds und die Chilterns. Die wichtigsten Flüsse sind Themse, Severn, Trent, Great Ouse und Humber. Die größten Städte sind London, Birmingham, Manchester, Sheffield, Liverpool, Leeds, Bristol und Newcastle-upon-Tyne.
Wales ist abgesehen von einer flachen Ebene im Süden äußerst hügelig. Der höchste Berg, der Snowdon, ist 1.085 Meter hoch. Nördlich des Festlandes liegt die Insel Anglesey. Die größte Stadt ist Cardiff an der Südküste.
Die Geographie Schottlands ist sehr unterschiedlich, mit den flachen Lowlands im Süden und Osten sowie den teils gebirgigen Highlands im Norden und Westen. Der Ben Nevis (1.344 Meter) ist der höchste Berg Großbritanniens. Es gibt zahlreiche lange und tiefe Meeresarme, Firths und Lochs. An der Nord- und Westküste gibt es eine stattliche Anzahl von Inseln, darunter die Hebriden, die Orkney- und die Shetlandinseln. Die größten Städte sind Edinburgh, Glasgow und Aberdeen.
Nordirland umfasst den nordöstlichen Teil der Insel Irland. Das Gelände ist hügelig. Ziemlich exakt in der Mitte des Territoriums liegt der Lough Neagh, der größte Binnensee der Britischen Inseln. Die wichtigsten Städte sind Belfast und Derry.
Siehe auch: Liste der Seen in Großbritannien, Liste der Berge in Großbritannien
Klima und Vegetation
Das Klima von Großbritannien und Nordirland variiert, ist jedoch gemäßigt. Es ist aufgrund des Golfstroms markant wärmer als in anderen Gebieten auf den gleichen Breitengraden (wie z. B. Polen). Allgemein ist das Klima im Süden wärmer und trockener als im Norden.
Der Wind bläst hauptsächlich von Südwesten, vom Atlantischen Ozean her. Während mehr als der Hälfte des Jahres ist der Himmel bewölkt. Das Land ist relativ selten von Naturkatastrophen betroffen, vor allem im Winter können jedoch starke Sturmwinde und Überschwemmungen auftreten.
Die Regenmenge beträgt im Norden durchschnittlich 1.000 mm pro Jahr, im Süden 700 mm. Die Grafschaft Essex ist die trockenste Gegend des Landes. Die jährliche Regenmenge beträgt hier nur 600 mm, obwohl an über 100 Tagen im Jahr Regen fällt. In manchen Jahren kann die Regenmenge nur 450 mm betragen, weniger als z. B. in Jerusalem oder Beirut.
Der früher weit verbreitete Laub- und Mischwald ist wegen Raubbau und Landwirtschaft auf 8 % zurückgedrängt worden. Jetzt versucht man die Wälder wieder aufzuforsten. Die Gebirge sind mit Mooren und Heiden bedeckt.
Bevölkerung
Das Vereinigte Königreich hatte bei der letzten Volkszählung im Jahre 2004 60.294.000 Einwohner.
Sie gliedert sich in Engländer (83,6 %), Schotten (8,6 %), Iren (2,9 %), Waliser (4,9 %) und Andere 7,9 %.
Sprachen
Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland hat keine offizielle Amtssprache. Englisch ist jedoch de facto offizielle Sprache und wird von 95 % der Bevölkerung als einzige Sprache gesprochen. Als „Hochsprache“ gilt die so genannte Aussprachevariante der Received Pronunciation. Dieses Englisch wird auch in den meisten Schulen Deutschlands unterrichtet. Allerdings haben zwei Teilstaaten offizielle Sprachen: In Wales sind sowohl Englisch als auch Walisisch offizielle Sprachen. In Nordirland sind dies Englisch, Irisch und Ulster Scots. Zusätzlich wird in den Äußeren Hebriden die Schottisch-Gälische Sprache anerkannt. Daneben gibt es in Großbritannien diverse lokale Dialekte des Englischen, die aber keinen offiziellen Status haben und meist rein mündlicher Natur sind. Noch bis in die jüngste Vergangenheit hinein empfand man Dialekte und dialektal gefärbte Aussprache im klassenbewussten Königreich als sozialen Makel.
Die Minderheitensprachen sind durch die Europäische Charta für Regional- und Minderheitensprachen anerkannt und geschützt. Walisisch genießt in Wales Gleichberechtigung mit Englisch; in Schottland ist dies Scots, in Cornwall die Kornische Sprache, in Nordirland das Ulster Scots. Die Gehörlosen verwenden die British Sign Language.
Laut der Volkszählung von 2001 wird Walisisch von rund 20 % der Bevölkerung in Wales gesprochen (ca. 600.000 Menschen), schottisches Gälisch von rund 60.000 Menschen, Irisch von rund 20.000 Menschen (7 % der Bevölkerung Nordirlands) und Kornisch von 3.500 Menschen (etwa 0,6 % der Bevölkerung von Cornwall).
Schreibweise des Landesnamens in den offiziell anerkannten Sprachen:
- United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland (Englisch)
- Teyrnas Unedig Prydain Fawr a Gogledd Iwerddon (Walisisch)
- An Rìoghachd Aonaichte na Breatainn Mhòr agus Eirinn a Tuath (schottisches Gälisch)
- Ríocht Aontaithe na Breataine Móire agus Thuaisceart Éireann (Irisch)
- An Rywvaneth Unys a Vreten Veur hag Iwerdhon Glédh (Kornisch)
- Unitit Kinrick o Great Breetain an Northren Ireland (Scots)
Minderheiten
Es gibt mehrere ethnische Minderheiten im Vereinigten Königreich, die ca. 7,9 % der Bevölkerung ausmachen. Zu über 50 % sind ihre Angehörigen im Vereinigten Königreich selbst geboren worden. Der relativ große Anteil dieser Minderheiten erklärt sich aus der Einwanderung einer großen Anzahl von Bewohnern ehemaliger britischer Kolonien in der Karibik und des indischen Subkontinents, vor allem in den 1950ern und den 1960ern. Es gibt folgende Hauptminderheiten:
Karibischer oder afrikanischer Abstammung („Black Caribbean“ bzw. „Black African“ - über 1,1 Millionen)
Der Großteil der eingewanderten Westinder kam in den 1950ern, in der Hoffnung auf Arbeit und um der schlechten Lebensqualität in ihren Heimatländern zu entfliehen. Die meisten kamen aus Jamaika, Trinidad und Tobago und Dominica. Bei der letzten Volkszählung 2001 wurden 1.148.738 Menschen gezählt (davon 565.876 aus dem karibischen Raum und 485.277 aus Afrika), was etwa 2,1 % der Gesamtbevölkerung entspricht.
Inder (über 1 Million - 2001)
Die Inder stellen die größte Einwanderergruppe aus einem einzigen Land. Ihr Anteil an der Bevölkerung beträgt 1,8 %. Bei der letzten Volkszählung (2001) wurden 1.053.411 Menschen gezählt. Obwohl sie als eine einzige Minderheitengruppe zusammengefasst werden, gibt es weitere Unterschiede innerhalb derselben. 45 % der britischen Inder sind Hindus, die Sikhs folgen mit 29 % und an dritter Stelle die indischen Moslems mit 13 %. Diverse Gründe haben die Inder dazu veranlasst, nach Großbritannien auszuwandern; neben wirtschaftlichen Gründen wie Armut, Arbeitssuche oder dem Wunsch nach einem höheren Lebensstandard spielt auch politische Verfolgung eine Rolle.
Pakistaner (747.285 - 2001)
Pakistaner sind die zweitgrößte südasiatische Minderheit in Großbritannien. Sie kamen mit Seefahrern nach Großbritannien und suchten dort für kurze Zeit Arbeit, um Geld für ihre Familien zu verdienen, und fuhren dann wieder zurück nach Pakistan. Viele von ihnen aber blieben in Großbritannien. Der größte Teil der Pakistaner sind Anhänger des Islam.
Bengalen (283.063 - 2001)
Die Bengalen gehören ebenso wie die Inder und Pakistaner zu den sogenannten „Asian or Asian British People“. Die Gründe für ihre Einwanderung waren der Bürgerkrieg und die Abspaltung Bangladeschs von Pakistan 1971 ebenso wie die der Suche nach Arbeit und die Hoffnung auf einen höheren Lebensstandard. Die meisten Bengalen sind ebenfalls Muslime.
Chinesen (247.403 - 2001)
Ein Großteil der chinesischen Einwanderer in Großbritannien wanderte nach dem Zweiten Weltkrieg ein, vor allem aufgrund des Preisverfalls von Reis in Hongkong. Im Jahre 2001 lebten 247.403 Chinesen in Großbritannien, was 0,4 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Heutzutage gehören die Chinesen zu den bestverdienenden und bestausgebildeten Einwohnern Großbritanniens.
Sinti & Roma (ca. 120.000)
Unter dem englischen Begriff „Gypsy“ oder „Traveller“ versteht man eine Vielzahl ethnischer Minderheiten. Die Minderheit, die den traditionellen „Zigeunern“ in ihrer Lebensweise am nächsten kommt, sind die Roma, deren Ursprung in Nordindien liegt. Heutzutage werden aber auch Einwanderer aus Osteuropa, etwa aus Polen, Rumänien, Tschechien und der Slowakei dazugezählt. Die Hauptprobleme der Roma und auch der relativ wenigen britischen Sinti sind Diskriminierung, Armut und eine hohe Kindersterblichkeitsrate.
Nach Schätzungen der UNO leben in Großbritannien mehrere hunderttausend Menschen polnischer Herkunft.
Religion
Die Mehrzahl der Einwohner des Vereinigten Königreichs (ca. 74 %) versteht sich als Christen. Bei der letzten Volkszählung 2001 beantworteten 92 % der Einwohner die freiwillige Frage nach der Religion.
Wie in anderen Ländern auch ist die Kirchenmitgliedschaft nicht mit der Religionszugehörigkeit gleichzusetzen. Genaue Statistiken der Kirchenmitgliedschaft sind schwer zu erstellen, da man in Großbritannien gewöhnlich nur dann offiziell Mitglied einer Kirche wird, wenn man sich über den gelegentlichen Gottesdienstbesuch hinaus am Gemeindeleben beteiligen will. 1995 waren nur 14 % der Bevölkerung solche Mitglieder von Kirchen. Laut Umfragen aus dem Jahr 1995 fühlen sich noch ca. 27 Millionen (45 %) der anglikanischen Kirche zugehörig, 11 Millionen (19 %) anderen protestantischen Kirchen im weitesten Sinne und knapp 6 Millionen (10 %) der katholischen Kirche. Katholiken wurden früher oft als kuriose Minderheit empfunden (vgl. z. B. Evelyn Waughs Wiedersehen in Brideshead), sind heute aber etwas relativ normales geworden.
Zu den großen Kirchen (grob nach Größe und Einfluss geordnet) zählen in
- England die
- Church of England (Anglikanisch)
- Römisch-Katholische Kirche
- Methodistische Kirche
- United Reformed Church (Reformiert)
- Schottland die
- Church of Scotland (Reformiert/Presbyterianisch)
- Römisch-Katholische Kirche
- United Reformed Church (Reformiert) (in Schottland entstanden aus der Congregational Union bzw. Church und anderen reformierten Gemeinden)
- Methodistische Kirche
- Wales die
- Church in Wales (Anglikanisch)
- United Reformed Church (Reformiert)
- Römisch-Katholische Kirche
- Methodistische Kirche
- Nordirland die
- Church of Ireland (Anglikanisch)
- Römisch-Katholische Kirche
- Verschiedene Presbyterianische Kirchen
Über 9 Millionen Einwohner gehören keiner Religion an (Agnostiker, Atheisten und Heiden).
Daneben sind auch Islam, Hinduismus, Sikhismus und andere Religionen verbreitet:
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Britischen Inseln, Geschichte des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland
Geschichte des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland
In der Antike waren weite Teile der Insel Großbritannien, abgesehen vom Gebiet des heutigen Schottlands, für rund 350 Jahre von den Römern besetzt. Als diese sich zurückzogen, bildeten sich mehrere kleine Königreiche, die von den eingewanderten Angeln und Sachsen (Angelsachsen) und später auch von den Wikingern beherrscht wurden. Die keltische Urbevölkerung wurde in die westlichen Randgebiete verdrängt. Im 10. Jahrhundert entstanden die voneinander unabhängigen Königreiche Schottland und England. 1066 eroberten die Normannen, französisierte Wikinger aus der Normandie, die Insel und prägten sie für die folgenden Jahrhunderte.
Wales, das seit 1284 unter der Kontrolle Englands war, wurde mit der Act of Union 1536 Teil des Englischen Königreichs. Mit der Act of Union 1707 wurden die Königreiche Schottland und England zum Königreich Großbritannien vereinigt; beide Staaten hatten seit 1603 durch Personalunion denselben Monarchen. Die Act of Union 1800 vereinigte das Königreich Großbritannien mit dem Königreich Irland, das von 1169 bis 1603 mehr und mehr unter englische Kontrolle geraten war. Durch diese Verschmelzung entstand das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland. 1922 bildeten 26 irische Grafschaften den Irischen Freistaat (ab 1937 Éire, ab 1949 Republik Irland). Die restlichen 6 Grafschaften in der Provinz Ulster verblieben beim Vereinigten Königreich. Der heutige Staatsname Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland wird seit 1927 verwendet.
Das Vereinigte Königreich, die dominierende Industrie- und Seefahrtsnation im 19. Jahrhundert, spielte eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der parlamentarischen Monarchie, bei Literatur und Wissenschaft. Unter dem außenpolitischen Prinzip der Balance of Power trat Großbritannien über viele Jahrhunderte für ein Mächtegleichgewicht auf dem europäischen Kontinent ein und schloss dafür wechselnde Bündnisse. Auf seinem Höhepunkt umfasste das Britische Imperium zwei Fünftel der Landfläche der Erde, die in vielen Kriegen erobert worden waren. Durch die beiden Weltkriege verlor das Land seine Weltmachtstellung, obwohl es beide Male auf der Siegerseite stand. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Imperium bis auf einige kleine Reste aufgelöst. Großbritannien war gezwungen, sich mehr Europa (Kontinentaleuropa) zuzuwenden, hält sich aber bis heute bei der Integration zurück. Das Land ist zwar Mitglied der Europäischen Union, hat aber den Euro wegen innenpolitischer Widerstände nicht eingeführt. Im Zuge einer Verfassungsreform erhielten Schottland, Wales und Nordirland im Jahre 1999 eigene Parlamente.
Siehe auch: Geschichte des Vereinigten Königreiches, Geschichte Englands, Geschichte Irlands, Geschichte Nordirlands, Geschichte Schottlands, Geschichte von Wales, Britisches Imperium, Commonwealth of Nations, Britische Unterhauswahlen 2005
Politik
Hauptartikel: Politisches System Großbritanniens und Nordirlands, Britische Monarchie
Das Vereinigte Königreich ist eine konstitutionelle Monarchie (Staatsoberhaupt ist Königin Elisabeth II.), Premierminister ist Tony Blair. Hort der Souveränität ist das Parlament, das aus Oberhaus (House of Lords: Adel, heute größtenteils nichterblicher Verdienstadel, und einige anglikanische Bischöfe) und Unterhaus (House of Commons: nach Mehrheitswahlrecht gewählte Abgeordnete) besteht. Der Landesteil England ist in Europa das Land mit der ältesten ununterbrochenen parlamentarischen Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht (Magna Charta). Eine geschriebene Verfassung gibt es nicht, es gibt allerdings Gesetze mit Verfassungsrang. Schottland und Wales haben seit den 1990er Jahren eigene Landesparlamente und -regierungen. In Schottland und Wales gilt schon die Europäische Menschenrechtserklärung, in England steht sie vor der Einführung.
Das Vereinigte Königreich ist eines der Gründungsmitglieder der NATO und des Commonwealth of the Nations. Es ist außerdem ständiges Mitglied des UNO-Sicherheitsrates sowie Teil der Europäischen Union.
Militär
Das Vereinigte Königreich hat die höchsten Rüstungsausgaben in Europa und ist dessen wichtigste Militärnation. Traditionell konzentriert sich das britische Militär mehr auf die Kriegsmarine, Royal Navy, und die Luftwaffe, Royal Air Force, als auf das Heer, die British Army. Das Vereinigte Königreich besitzt seit 1952 Atomwaffen, deren Bestand in den vergangenen Jahren zwar deutlich reduziert wurde, jedoch ständig modernisiert wird.
Das Vereinigte Königreich unterhält zudem etliche Militärbasen im Ausland. Hierzu gehören mehrere Basen in Deutschland mit insgesamt 27.000 Soldaten sowie zwei britische Hoheitsgebiete auf Zypern mit etwa 7.000 Soldaten. Außer den USA hat kein Staat mehr Soldaten im Ausland stationiert als Großbritannien. Aktuell sind 67.000 britische Soldaten im Ausland stationiert, darunter 8.900 im Irak.
Verwaltungsgliederung
Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Großbritanniens und Nordirlands
Das Vereinigte Königreich besteht aus den vier Landesteilen: England (Königreich), Wales (Fürstentum), Schottland (Königreich) und Nordirland (Provinz). Wales, Schottland und Nordirland besitzen seit den 1990er Jahren eigene Landesteilparlamente und -regierungen mit einem sog. Ersten Minister als Chef (vergleichbar einem Ministerpräsidenten in Deutschland oder einem Landeshauptmann in Österreich). England besitzt, mit Ausnahme Londons (noch) keine Landesverwaltung. Eine „Northern Assembly“ (Nordenglische Versammlung) ist gegenwärtig in der Diskussion. Die Aufgaben einer Staatsspitze Englands werden von Parlament und Regierung des Vereinigten Königreiches mit wahrgenommen. Dabei ist es inzwischen üblich geworden, dass sich im Parlament die Abgeordneten der anderen Landesteile enthalten, wenn eine Entscheidung nur England betrifft (siehe auch West-Lothian Question).
Die unteren Verwaltungsebenen sind seit dem späten 19. Jahrhundert mehrmals neu strukturiert worden, weitere Veränderungen sind in der Zukunft zu erwarten. Traditionell bestand England seit dem Mittelalter aus 39, Schottland aus 34, Wales aus 13 und Nordirland aus 6 Grafschaften (engl. counties).
Heute (2004) gibt es in England 35 Grafschaften, 40 so genannte „Unitary Authories“, 6 Metropolitan Counties sowie Greater London mit seinem Bürgermeister Ken Livingstone (siehe hierzu auch Verwaltungsgliederung Englands). Wales besteht aus 22, Schottland aus 32 Unitary Authorities. In Nordirland gibt es 26 Bezirke (District). Die Namen der alten Grafschaften werden aber im Alltagsgebrauch aller Landesteile oft weiterhin verwendet.
Abhängige Gebiete (offiziell Überseegebiete/Overseas territories of the United Kingdom):
- Anguilla
- Bermuda
- Britische Jungferninseln
- Britisches Antarktis-Territorium
- Britisches Territorium im Indischen Ozean
- Kaimaninseln
- Falklandinseln
- Gibraltar
- Montserrat
- Pitcairninseln
- St. Helena
- Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln
- Turks- und Caicosinseln
Gebiete, die nur der britischen Krone unterstehen und nicht dem Vereinigten Königreich (Crown dependencies):
- Kanalinseln
- Man
Beide haben eigene Legislativen und Rechtssysteme, werden jedoch im Ber | | |