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| American Football |
American Football]
American Football ist eine vor allem in den Vereinigten Staaten außerordentlich populäre Sportart, bei der zwei Mannschaften mit je elf Spielern versuchen, einen Spielball in die gegnerische Endzone zu bringen. American Football entwickelte sich, wie auch Australian Football, aus dem Rugby. Varianten sind unter anderem Canadian Football und Arena Football, die sich geringfügig in Regeln und Spielfeldgröße unterscheiden.
Spielfeld
Gespielt wird auf einem 120 Yard langen und knapp 53 Yard breiten Spielfeld (1 Yard ~ 0,9144 Meter), das grob in zwei gleich große Hälften zu je 60 Yard eingeteilt ist. Jeweils 50 Yards von jeder Hälfte werden als aktives Spielfeld benutzt, denn die restlichen 10 Yards auf jeder Spielfeldhälfte haben im Spielablauf eine ganz besondere Bedeutung und werden "Endzonen" genannt. Am Ende jeder Endzone befinden sich zusätzlich noch die sogenannten "goal posts". Diese dienen als Tore und ähneln der Form von überdimensionierte Stimmgabeln.
Sieht man sich ein Footballfeld zum ersten Mal an, fallen sofort die vielen Linien und Markierungen auf, welche lediglich der Orientierung dienen - sowohl den Zuschauern, Schiedsrichtern, sowie auch den Spielern.
Die Mittellinie trennt beide Spielfeldhälften voneinander und wird auch als "50 Yard Linie" bezeichnet (zwar ist, wie oben beschrieben jede Hälfte 60 Yard lang, aber durch die 10 Yard breite Endzone auf jeder Hälfte bleiben unterm Strich jewiels nur 50 Yards als aktive Spielfeldlänge übrig). Im Gegensatz zum Fußball wird an der Mittellinie kein Anstoß zur Spieleröffnung ausgeführt, sondern hier wird lediglich der sogenannte "coin-toss" vorgenommen - das ist der Münzwurf, welcher entscheidet, welche Mannschaft zuerst angreift und welche verteidigt.
Von der Mitellinie ausgehend sind nun alle 5 Yards Querlinien eingezeichnet, wobei jede zweite Querlinie nochmals an der Seitenlinie mit einer Nummer versehen ist. Diese Nummer ist in entweder mit Kreide aufgetragen (in größeren Stadien) - oder aber durch Plastikschilder dargestellt (meist auf kleineren Plätzen und im Amateurbereich) und gibt den Abstand zur jeweiligen Endzone an.
Der rotgezeichnete Bereich ist die sogenannte "red-zone", die jeweils ab der 20 Yard Linie beginnt und sich bis zur Endzone erstreckt. Dringt eine gegnerische Mannschaft in diese Zone ein, wird es brenzlig und es muß schon einiges geschehen, um zu verhindern, daß der Gegner punktet (die "red-zone" hat somit eher dramaturgischen Charakter).
Zusätzlich zu den bereits erwähnten Linien gibt es dann noch die 1 Yard Markierungen (ähnlich einer Skala), die allerdings wirklich nur einfacheren Platzierung des Balls dienen.
Da es von den Abmaßen her paßt, wird in Europa i.d.R. auf einem "handelsüblichen" Fußballplatz gespielt, der für die Football-Partien die entsprechenden Markierungen erhält.
Grundregeln
Ziel des Spieles ist es, mit seiner Mannschaft mehr Punkte zu erzielen als die gegnerische Mannschaft.
Punkte
Punkte können erzielt werden, wenn der ovale Ball (der die Form eines verlängerten Rotationsellipsoids hat) mittels eines "runs" (Laufspielzug) oder eines "passes" (Pass-Spiel) hinter die Grundlinie in die Endzone des Gegners getragen bzw. dort bei einem Passspielzug gefangen wird. Der Ball oder der Spieler müssen dabei nicht den Boden der Endzone berühren. Es reicht schon, Wenn der Spieler den Ball innerhalb der Endzone fängt oder ihn mit der Hand in die Endzone hinhält. Dies ist ein Touchdown, der sechs Punkte zählt. Falls man dies nicht schafft, kann per Kick durch die gegnerischen Torstangen ein Field goal erzielt werden. Ein Field Goal zählt drei Punkte.In der NFL Europe zählen Field Goals, die aus einer Weite über 50 Yards erzielt werden, vier Punkte. Nach einem Touchdown hat die angreifende Mannschaft zudem die Möglichkeit, den Spielstand relativ sicher durch einen PAT (point after touchdown, das Kicken des Balles durch die gegnerischen Torstangen) um einen, oder durch eine 2 point conversion (das erneute Tragen oder Werfen des Balles in die Endzone des Gegners) um zwei Punkte zu erhöhen. Die 2 point conversion ist jedoch erheblich schwerer zu verwandeln. Beide Varianten werden in der Regel von der gegnerischen 2 Yard-Linie ausgeführt, können aber durch eine Strafe bedingt auch größerer Entfernung beginnen.
Darüber hinaus kann die verteidigende Mannschaft 2 Punkte erzielen (Safety), indem sie den Ballträger der angreifenden Mannschaft in seiner eigenen Endzone zu Fall bringt.
Spielzüge
American Football wird als eine Folge von Spielzügen (Downs) gespielt. Zu Beginn eines Spielzuges befindet sich eine Mannschaft in Ballbesitz und somit im Angriff (Offense). Sie muss versuchen, durch Passspiel oder durch Laufen Raum zu erobern, um schließlich die Endzone zu erreichen und Punkte zu erzielen (siehe oben).
Ein Spielzug startet, wenn der Ball bewegt wird (Snap). Wird ein Pass nicht gefangen oder wird dead (d.h. ein balltragender Läufer wird zu Boden gebracht oder verläßt das Spielfeld), so pfeifen die Schiedsrichter den Spielzug ab. Die Mannschaften stellen sich auf Ballhöhe (line of scrimmage) neu auf und die Mannschaft in der Offensive kann einen neuen Versuch (Down) starten, solange sie das Angriffrecht besitzt.
Ihr stehen dabei jeweils vier Versuche zur Verfügung, um mindestens zehn yards Raumgewinn zu erreichen und damit das Angriffsrecht für weitere vier Versuche (Downs) zu erhalten. Schafft sie dies nicht, muss sie den Ball abgeben und die andere Mannschaft erhält das Angriffsrecht. Wenn nach drei Versuchen absehbar ist, dass der nötige Raumgewinn nicht erzielt werden kann, wird im vierten Versuch der Ball meistens durch einen punt möglichst weit in die gegnerische Hälfte gekickt, damit der Gegner das Angriffsrecht in einer möglichst schlechten Position übernehmen muss. In guter Feldposition wird mitunter auch ein field goal versucht.
Das Angriffsrecht geht außerdem verloren, wenn die angreifende Mannschaft den Ballbesitz z.B durch einen fumble (fallen lassen des Balls) oder durch eine interception (abfangen des Balles durch einen Gegnerischen Spieler) verliert.
Die andere Mannschaft befindet sich in der Verteidigung (Defense). Sie versucht den Spieler mit dem Ball zu stoppen, Pässe zu verhindern oder sogar den Ball zu erobern. Eine Eroberung kann auf zweierlei Arten erfolgen: (a) wenn der Ballträger den Ball verliert, bevor der Spielzug beendet ist (Fumble), und ihn ein Verteidiger zu fassen bekommt oder (b) wenn ein Verteidiger den geworfenen Ball in der Luft abfängt (Interception). Der so eroberte Ball kann vom Verteidiger in Richtung der gegnerischen Endzone getragen werden. Der Verteidiger wird somit direkt und ohne Unterbrechung zum Angreifer.
Die Spielzeit in den USA und bei der in Europa spielenden NFL Europe beträgt 4 mal 15 Minuten. Die Amateurmannschaften in Europa spielen lediglich 4 mal 12 Minuten.
Spieler
NFL Europe
Die Spieler im American Football sind üblicherweise Spezialisten für ihre Position. Da bei jedem Spielzug ausgewechselt werden darf, können immer die für den geplanten Spielzug geeignetsten Spieler eingesetzt werden. Die Spieler müssen im American Football rund 400 bis 1200 Spielzüge kennen und etwa 400 Spielzüge auswendig im Kopf haben. Da dies fast unmöglich ist,
tragen viele Spieler ein Schweißband, bei dem an der Innenseite des Bandes ein Zettel angebracht ist, wo Zahlen, Namen, Positionen, Spielzüge und anderweitige Dinge zum Spielverlauf in Stichpunkten notiert sind.
Wenn eine Spielergruppe längere Zeit erfolgreich zusammenspielt bekommt sie auch oft Fan-Namen wie
- in den 1990ern die Linebacker der New Orleans Saints: Dome Patrol
- die legendäre Offense-Line der Washington Redskins, die Hogs
- der gefürchtete Steel Curtain (Front-Seven der Pittsburgh Steelers)
- die Posse - die Super Bowl Receiver Gruppe um Art Monk der Washington Redskins
- die Monster of Midway - damit wurden die Linebacker der Chicago Bears bezeichnet
- Purple People Eaters - die erste Reihe der Verteidigung (Defensive Line) der Minnesota Vikings in den 1970ern
- Lokomotive Joe Smith der Running Back von Rhein Fire in der Saison 2005. Er schaffte 1028 yards. Ist damit the best Running Back ever von Rhein Fire und der zweitbeste in der Geschichte der NFL Europe.
Minister of Defense-das ehemalige Defense End von den Green Bay Packers und den Philadelphia Eagels.Der inzwischen schon verstorbene Reggie White.Der geniale Spieler führt die Statistik mit den meisten Sacks an, mit über 160 Sacks bei denen insgesamt 71 QBs mit ihm bekanntschaft machten.Reggie White starb mit 42 Jahren.
Offense
Der Quarterback (QB) ist der zentrale Spieler der Offensive. Er ist der Spielmacher und erhält zu Beginn eines Spielzuges den Ball von seinem Center (C), der vor ihm steht. Der Quarterback hat die Aufgabe, den vom Trainer (Headcoach, manche Mannschaften auch vom Offensive Coordinator) geplanten Spielzug umzusetzen und notfalls, in Reaktion auf die Spielsituation, anzupassen. Üblicherweise übergibt er den Ball dann an einen Ballträger (Runningback) oder wirft ihn zu einem Passempfänger (Receiver). Es gibt auch Spielzüge, in denen das Übergeben des Balls nur vorgetäuscht wird und der Quarterback selbst läuft (Quarterback-Draw). Wurde ein Laufspielzug angetäuscht und der Ball wird dann gepasst, spricht man von einem Play-Action-Spielzug oder -Pass.
Vor dem Quarterback stehen die Offensive Linemen (OL). Diese üblicherweise sehr großen und schweren Spieler haben die Aufgabe, den Quarterback vor den Verteidigern zu schützen (Pocket-Bildung beim Pass) und, bei Laufspielzügen, den Weg für den Ballträger freizublocken.
Die Ballträger selber werden Runningback (RB) oder Tailback (TB) genannt. Man unterscheidet zwischen Fullback (FB) und "Halfback" (HB). Der Fullback ist weniger wendig, dafür aber schwerer und kräftiger als der Halfback und wird in Situationen eingesetzt, in denen nur wenige yards Raumgewinn erzielt werden müssen oder für den Halfback wie durch einen Rammbock der Weg freigeblockt werden soll. Bei der Aufstellung gibt es auch hier verschiedene Formationen (z.B. Wishbone-, I-, Pro-Formation).
Fungieren die Runningbacks nicht als Ballträger, so agieren auch sie als Passempfänger oder schützen den Quarterback vor der Defense (Blitz-pickup).
Bei einem Passspielzug wird der Ball vom Quarterback in der Regel zu einem Wide Receiver (WR) geworfen, der aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit sehr schnell und weit in das gegnerische Territorium vordringen kann. Die "Runningbacks" und "Tight Ends" dürfen ebenfalls einen Pass fangen.
Ein weiterer Spieler ist der Tight End (TE). Er ist ein Allroundspieler, der je nach Situation blockt wie ein Offensive Lineman, den Ball fängt wie ein Widereceiver oder (seltener) auch läuft wie ein Runningback. Der TE ist an einem Ende der Offensive Line aufgestellt, quasi wie ein zusätzlicher Lineman.
Defense
Allen Defensive Spielern ist gemein, dass sie Raumgewinn verhindern sollen, indem sie den Ballträger stoppen bzw. Pässe verhindern. Hinzu kommen aber noch positionsspezische Aufgaben.
Der Offensive Line direkt gegenüber stehen die Defensive Linemen (DL), die auch eine vergleichbare Statur haben. Sie sollen versuchen, die Lücken zu schließen, die für den gegnerischen Runningbacks geblockt werden sollen. Auch den Weg zum Quarterback freizumachen, damit dieser vor der Ballabgabe zu Boden gebracht werden kann, gehört zu ihren Aufgaben. Gelingt dies und wird der Quarterback von einem Defensive Lineman (bzw. einem anderen Verteidiger) zu Boden gebracht, bevor er den Ball abgeben konnte, so spricht man von einem (Quarterback-) Sack. Die Defensive Linemen werden in Defensive Ends (DE) und Defensive Tackles (DT) unterschieden. Die Defensive Ends stehen, wie der Name schon sagt an den Enden bzw. Ecken der Defensive-Line. Sie haben die Aufgabe, zu verhindern, dass der gegnerische Ballträger über die Aussenseite läuft bzw. sie sollen von außen Druck auf den gegnerischen Quarterback machen. Die Defensive Tackles sollen die Mitte der D-Line halten und verhindern, dass Raumgewinn durch die Mitte erzielt wird.
Die Linebacker (LB) stehen dicht hinter der Defensive Line. Sie müssen einen durchgebrochenen Runningback stoppen oder Jagd auf den Quarterback machen - bei Spielzügen mit vier oder fünf Receivern müssen die Linebacker allerdings auch so wendig sein, dass sie die Receiver covern (decken) können und die Offense aus diesem "Mismatch" (zB. zu viele WR für das geplante Defense-Play; da eigentlich je ein Spieler aus der Secondary (s. nächster Abschnitt) die Receiver decken soll) nicht zu viele Vorteile ziehen kann.
Die letzte Verteidigungsreihe bilden die Defensive Backs (DB) (auch Secondary genannt), die sich in die Safeties (S) und Cornerbacks (CB) unterteilen. Sie verteidigen hauptsächlich gegen ein gegnerisches Passspiel, sind aber auch die letzte Bastion, wenn es den vorderen Reihen nicht gelungen ist, einen Ballträger zu stoppen.
Damit die Defense nicht unkontrolliert herumläuft, gibt es hier (wie auch in der Offense) sehr genau vorausgeplante Spielzüge, die von dem Defensive Coordinator und dem Headcoach während des Spieles angesagt werden, um auf die Offense(-Formation) zu reagieren.
Die verbreitetsten Aufstellungen in der Defense, sind die 4-3 und die 3-4 Defense.
Bei der 4-3 Defense befinden sich vier Spieler in der Defensive Line, drei Linebacker dahinter, sowie je zwei Cornerbacks und Safeties auf dem Feld.
Bei der 3-4 Defense benötigt man drei starke Männer in der Defensive Line, da sie ja den vierten Mann ersetzen müssen, allerdings kann man durch die vier Linebacker leichter einen Blitz (Angriff auf den gegnerischen QB) durchführen und den Gegner damit unter Druck setzen.
Des weiteren gibt es noch viele andere Varianten der Defense, die je nach Spielsituation gespielt werden. (46, Nickel, Dime, Quarter und "Stop" bzw. "Goal Line")
Special Teams
Die Special Teams treten nur in besonderen Spielsituationen an, insbesondere wenn eine Mannschaft durch den Kicker (K) den Kickoff durchführt (Beginn des Spiels bzw. nach jedem Touchdown), ein Fieldgoal versucht oder punten will, was der Punter (P) übernimmt.
Beim Kickoff wird der Ball von der Mitte der eigenen 30yard-Linie (bei Amateurligen oft von der 35) getreten, und ein gegnerischer Ballempfänger (Kickoff-Returner) versucht, den Ball so weit wie möglich zurückzutragen.
Ein Fieldgoal beendet - egal bei welchem der 4 Downs es versucht wird - einen Ballbesitz. Den Raum zwischen in etwa der gegnerischen 35yard-Linie und der Endzone bezeichnet man als "FG-Range (Reichweite)"; von dort aus traut man dem Kicker noch ein erfolgreiches FG zu, welches mit 3 Punkten belohnt wird. Nach einem TD kann man ein 20yd FG als Extrapunkt versuchen.
Mit einem Punt verzichtet die offense auf das Ausspielen des 4. Downs, da sie der gegnerischen Offense den Ball soweit wie möglich hinten überlassen will. Der Punter schlägt den Ball nach dem Snap aus der Hand in Spielrichtung.
Eine spezielle Art des Punts gibt es nach einem Safety. Beim sog. Free Kick puntet der Spieler den Ball ohne Snap und ohne Verteidigung downfield.
Verbreitung
Weltweit
Der Weltverband International Federation of American Football (IFAF) organisiert u.A. die American Football Weltmeisterschaften und sorgt dafür, daß Football bei Veranstaltungen wie den World Games 2005 vetreten ist.
USA
Wie der Name schon andeutet, ist American Football vor allem in Nordamerika verbreitet. In den USA gilt es seit den 1970er Jahren als die größte Sportart überhaupt (vorher dominierte Baseball). Praktisch jede High School und jedes College besitzt ein Team auf unterschiedlich hohem Leistungsniveau, in verschiedenen Ligen innerhalb der NCAA organisiert. Die mehreren hundert Mannschaften in den oberen Ligen des College Football spielen jeden Herbst etwa zwölf Spiele innerhalb ihrer jeweiligen Gruppe. Die besten Teams werden zu den Bowl-Spielen an Neujahr eingeladen, etwa zur Rose Bowl in Pasadena. Dieses Spiel hat eine 100-jährige Tradition.
Die bekannteste nordamerikanische Profiliga ist die National Football League (NFL), die seit 1920 existiert, mithin erst Jahrzehnte nach dem College Football entstand. Das Finale der NFL, der so genannte Super Bowl, ist das populärste Sportevent der USA. Hier treten die Champions der beiden NFL-Ligen NFC und AFC gegeneinander an. Diese Tradition begann 1967, als die NFL und die Konkurrenzliga AFL als Vorbereitung einer Fusion ihre Champions gegeneinander spielen ließen. Daneben gab und gibt es immer wieder Konkurrenzligen, etwa die USFL oder die XFL.
Europa
Im Gegensatz zu den USA, wo - abgesehen von Highschool und College - nur von August bis Januar Football gespielt wird (auch unter widrigsten Witterungsbedingungen), wird in Europa von Frühjahr bis Frühherbst gespielt.
In Deutschland wurden Ende der 1970er Jahre die ersten Vereinsmannschaften in Düsseldorf und Frankfurt gegründet, wobei hier stationierte US-Amerikaner als Spieler und Trainer mitgewirkt haben.
Die höchste reguläre Liga in Deutschland ist die zweigleisige German Football League (GFL). Das Finale der GFL ist der German Bowl. Darunter befindet sich eine ebenso zweigeteilte 2. Bundesliga, sodann diverse Regionalligen.
Ebenso gibt es seit Anfang der 1990er Jahre Football auf Hochschulebene. Das Finale ist der jährlich ausgetragene Hochschulbowl. Kurz darauf treffen sich dann die besten Hochschulspieler in der universitätren Nationalmannschaft, den GERmaniacs.
Die höchste reguläre Liga in Österreich ist die Austrian Football League (AFL). Das Finale der AFL ist der Austrian Bowl.
Seit den 1980ern werden Europa-Meisterschaften der Eurobowl sowie der EFAF-Cup durch die European Federation of American Football (EFAF), ausgetragen.
Mit einer größeren Popularität und TV-Übertragungen spielt die NFL Europe, die von der NFL organisiert und finanziert wird. Die Spieler sind meist NFL-Reservespieler oder ehrgeizige Ex-College-Spieler, die sich für höhere Aufgaben in der NFL empfehlen möchten. Einigen gelang es dank der Spielpraxis in Europa, sich für die NFL zu empfehlen. Zudem sind jeweils acht nicht aus den USA stammende Spieler (sogen. "Nationals") im Team, die überwiegend aus Europa, Japan oder Mexiko kommen, um die Publikumsbindung zu erhöhen. Fünf der derzeit sechs Teams der NFL Europe spielen in Deutschland: Frankfurt Galaxy (Frankfurt), Rhein Fire (Düsseldorf), Berlin Thunder (Berlin), Cologne Centurions (Köln), sowie die für 2005 neuen Hamburg Sea Devils (Hamburg). Einzig nichtdeutsches Team sind die Amsterdam Admirals (Niederlande).
Siehe auch
- Portal:Sport/American Football
- Superbowl
- Australian Football
- Arena Football
- Canadian Football
- Flag Football
- World Games 2005 American Football bei den World Games 2005
Weblinks
- [http://www.cross.referenzhosting.de/american_football_regeln/regeln/regeln.htm Regeln American Football]
Kategorie:Ballspiel
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USA
Die Vereinigten Staaten von Amerika (engl.: United States of America, kurz: USA) sind eine Bundesrepublik in Nordamerika. Sie grenzen im Norden an Kanada und (über die 100 km breite Beringstraße mit dem Bundesstaat Alaska) an Russland, im Süden an Mexiko, im Osten an den Atlantik und im Westen an den Pazifik.
Die Vereinigten Staaten entstanden 1776 mit der Unabhängigkeitserklärung der britischen Kolonien in Amerika und gewannen durch starke Industrialisierung und massive Immigration aus Europa im 19. Jahrhundert rasch an Einfluss. Am Ende des 20. Jahrhunderts waren sie nach der Überwindung des totalitären Faschismus (im 2. Weltkrieg) und Kommunismus (im Kalten Krieg), zu der sie wesentlich beitrugen, die einzige verbliebene Supermacht.
Seit etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts sind die USA weltweit die weltpolitisch, wissenschaftlich, wirtschaftlich, (populär)kulturell und militärisch führende Macht. In all diesen Gebieten prägen sie die Gegenwart in einem Maße wie kein anderes Land der Welt.
Geographie
Hauptartikel: Geographie der USA
Das Kernland der USA besteht aus 48 Bundesstaaten und dem District of Columbia (D.C.), die innerhalb einer gemeinsamen Grenze liegen. Inklusive der beiden Bundesstaaten Alaska und Hawaii, die außerhalb dieses Kernlandes liegen, zählen die USA 50 Bundesstaaten.
Das Landschaftsbild ist sehr vielfältig: es gibt Waldgebiete und Mittelgebirge an der Ostküste, Mangrovenwälder im subtropischen Florida, die Flusssysteme von Mississippi und Missouri, weite Ebenen im Zentrum des Landes, große Gebirgszüge wie die Rocky Mountains, trockene Wüsten im Südwesten, gemäßigte Regenwälder im Nordwesten und Küstengebirge an der Westküste der USA. Hinzu kommen die arktische Region der Tundra in Alaska und die tropischen Inseln von Hawaii mit dem 4.170 Meter hohen Vulkan Mauna Loa.
Das Kernland der USA liegt zwischen dem 24. und 49. nördlichen Breitengrad und zwischen dem 68. und 125. westlichen Längengrad und ist in vier Zeitzonen eingeteilt. Alaska und Hawaii sowie die politisch an die USA angeschlossenen Außengebiete (beispielsweise Puerto Rico und Guam) liegen außerhalb dieser Zone.
Im Norden grenzt das Kernland an Kanada, im Süden an Mexiko und an den Golf von Mexiko. Im Osten liegt der Atlantische Ozean und im Westen der Pazifische Ozean. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 2.500 km. Zwischen Atlantik und Pazifik liegen rund 4.500 km.
Hawaii ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean. Alaska liegt nordwestlich von Kanada und ist durch die Beringstraße von Russland getrennt.
- Grenze zu Kanada: 8.895 km (davon 2.477 km zwischen Alaska und Kanada)
- Grenze zu Mexiko: 3.326 km
- Küstenlinie: 19.924 km
Fläche
Die Vereinigten Staaten sind der flächenmäßig drittgrößte Staat der Erde nach Rußland und Kanada.
- Fläche der 50 Bundesstaaten (inkl. District of Columbia): 9.629.891 km²
- Landmasse: 9.158.453 km²
- Wasserfläche: 47.356 km²
Siehe auch: Liste der US-amerikanischen Staaten nach Fläche sortiert
Bevölkerung
Bevölkerungsgruppen
Die USA gelten traditionell als Schmelztiegel (melting pot) der Völker. Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von Indianern besiedelten Kontinent waren Europäer; anfänglich vorrangig spanischer, französischer und englischer Herkunft. Ab Mitte des 18. und verstärkt zur Mitte des 19. Jahrhunderts folgten Europäer deutscher und irischer Herkunft. Später kamen Einwanderer aus anderen Regionen Europas, vor allem aus Italien, Skandinavien und Osteuropa. Die europäischstämmigen US-Amerikaner bilden heute 74 % der Bevölkerung der USA.
deutscher
Afro-Amerikaner, Nachfahren der afrikanischen Sklaven, stellen etwas mehr als 13 % Bevölkerungsanteil. Sie leben vor allem im Süden der USA und in den großen Industriestädten des Nordens, wie z. B. Detroit. Asiatische Einwanderer, z. B. aus China, Japan, Korea, Indien und den Philippinen bilden noch eine relativ kleine Gruppe (ca. 4 %). Die Einwanderungspolitik war Anfang des 20. Jahrhunderts gegenüber Asiaten besonders restriktiv.
Heute zeigen sich weiterhin sozialstrukturell große Unterschiede zwischen weißer und schwarzer Bevölkerung: Schwarze haben im Durchschnitt ein geringeres Einkommen, eine kürzere Lebenserwartung, eine schlechtere Ausbildung und eine höhere Kriminalitätsrate. Die Ursachen dafür und mögliche Wege der Problembehebung sind innerhalb der USA heftig umstritten. Nicht nur in den Südstaaten sind Wohngegenden und nicht-öffentliche Einrichtungen - wie die sozial wichtigen Kirchen oder private Organisationen - oft faktisch noch nach Rassen getrennt, wenn auch die formale Trennung inzwischen ungesetzlich und verpönt ist. Vielfach liegt dies ebenfalls an den ökonomischen Unterschieden.
Vor allem im Südwesten der USA und in Florida gibt es einen hohen Bevölkerungsanteil lateinamerikanischer (hispanischer) Herkunft. Sie werden in den Statistiken separat geführt, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft. Ihr Anteil wuchs in den letzten Jahrzehnten stetig (bis 2004 auf knapp 13 %), da viele Lateinamerikaner vor der wirtschaftlichen Not ihrer Heimatländer in den Norden fliehen. Sie leben oft als illegale Einwanderer und halten stark an ihrer Kultur und Sprache fest.
Die Indianer ("Native Americans") (siehe auch Indianer Nordamerikas) bilden heute eine kleine, jedoch langsam wieder wachsende Minderheit; nur in Alaska erreichen sie eine zweistellige Prozentzahl der Bevölkerung. Ebenfalls relativ viele Indianer leben in South Dakota und Oklahoma.
Sprachen
Die am meisten gesprochene Sprache in den USA ist historisch bedingt amerikanisches Englisch. Daneben werden aber auch noch vereinzelt die vielen Sprachen der amerikanischen Ureinwohner und zunehmend die Sprachen anderer immigrierter Ethnien gesprochen, insbesondere Spanisch, aber auch Koreanisch, Chinesisch und Vietnamesisch. Französisch, Polnisch und Deutsch, die aufgrund früherer Migrationswellen in bestimmten Regionen einst eine wichtige Rolle spielten, werden heute fast nur noch als Fremdsprache gesprochen.
Die USA als Ganzes haben keine Amtssprache, jedoch werden alle amtlichen Schriftstücke auf Englisch verfasst. In einigen Bundesstaaten ist Englisch Amtssprache, einzelne Staaten und Territorien definieren sich jedoch als zwei- oder dreisprachig.
Siehe auch:
- Gesellschaft der USA
- Deutsche Sprache in den USA
- Deutsche in den USA
- Das amerikanische Spanisch der USA
- Französisch in Louisiana
- Französisch in Neuengland
- Liste US-amerikanischer Persönlichkeiten
Religion
Im Jahr 2004 bezeichneten sich 54 % der Bevölkerung als protestantisch, 25 % als römisch-katholisch, 10 % gaben keine religiöse Überzeugung an (aber nur 0,3 bis 0,5 % waren explizit Atheisten oder Agnostiker), 3 % waren Mitglied einer orthodoxen Kirche, 2 % waren Mormonen, 2 bis 3 % Juden und weniger als 2 % moslemisch. Kleinere Gruppen, je 0,3 bis 0,5 %, bezeichneten sich als Buddhist, Hindu oder hingen dem Unitarismus an. Die größte einzelne Konfession war die Römisch-Katholische Kirche, gefolgt von der Southern Baptist Convention, der United Methodist Church und den Mormonen.
Die Zahl der praktizierenden Christen ist im Vergleich zu anderen westlichen Industrieländern sehr hoch. Allerdings hat auch hier der Bevölkerungsanteil, der sich zum Christentum bekennt in den Jahren von 1990 (86,2 %) bis 2004 (81 %) abgenommen
Geschichte
Hauptartikel Geschichte der USA
Das Gebiet der heutigen USA wurde vor Jahrtausenden durch die Vorgänger der späteren Indianerstämme besiedelt. Die schriftliche Geschichtsschreibung beginnt jedoch erst mit der Ankunft der europäischen Siedler im 16. Jahrhundert. Die erste europäische Siedlung auf dem heutigen US-Gebiet war von den Spaniern in St. Augustine, Florida, im Jahr 1565. Die politische Geschichte der USA geht jedoch aus den 13 britischen Kolonien hervor, deren Besiedlung mit der Gründung von Jamestown, Virginia im Jahr 1609 anfing. Der Ankunft der Mayflower in Plymouth Colony (später mit Massachusetts Bay Colony zu Massachusetts zusammengefügt) 1620 ist ebenfalls für viele US-Amerikaner ein wichtiges symbolisches Datum. Schwedische Kolonien an der Delaware-Bucht und niederländische Siedlungen um New York (damals Nieuw Amsterdam) waren nicht von Dauer bzw. wurden von den englischen Siedlern assimiliert. Französische Siedlungen entlang der Mississippi- und St.-Lorenz-Flüsse fielen 1763 an Großbritannien oder (westlich des Mississippi) an Spanien, das auch eigene Kolonien im Südwesten und in Florida hatte. Die spanischen Gebiete nahmen an der Revolution, die durch die Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776 ausgelöst wurde, nicht teil. Nach dem Unabhängigkeitskrieg, der im Vertrag von Paris 1783 endete, wurden die USA durch Großbritannien als eigenständiger Staat anerkannt.
Zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges lebten etwa zwei Millionen Weiße und 500.000 versklavte Schwarze in den ursprünglichen 13 Kolonien. Jenseits der Appalachen erstreckte sich bis zum Mississippi-Fluss ein weiteres, großes Gebiet, das etwa zehn Millionen Ureinwohner („Indianer“) bewohnten. Diese Konstellation ergab zwei wichtige Themen für die kommende Entwicklung der Nation: Die weitere Landnahme Richtung Westen zu Lasten der Indianer sowie die Auseinandersetzung um die Sklaverei, die später den Kampf um die Bürgerrechte der Nachkommen der ehemaligen Sklaven bestimmte. Nördlich des Ohio-Flusses, im sogenannten Northwest Territory, aus der die späteren Bundesstaaten Ohio, Indiana, Michigan, Illinois, und Wisconsin hervorgingen, wurde die Sklaverei verboten. Ein Vermessungssystem von Quadraten ("Sections"), die eine Quadratmeile groß sind, wurde eingeführt, was noch heute für das Verkehrsnetz und die kommunalen Gemeindegrenzen dieses Gebiets prägend ist. Um die öffentlichen Schulsysteme zu finanzieren, wurde vereinbart, dass der Verkaufserlös von der 16. Section einer jeden Township (36 Sections) zugunsten der Schulen ging.
Nachdem sich die 1777 verabschiedeten und 1781 ratifizierten Konföderationsartikel als zu schwach erwiesen hatten, um das Überleben des jungen Staatenbundes zu gewährleisten, wurde 1787 in Philadelphia eine Verfassung geschrieben, welche die modernste Verfassung der damaligen Zeit war, und die heute die älteste noch gültige geschriebene Staatsverfassung der Welt ist.
Indianerpolitik
Die US-Indianerpolitik wurde bis etwa 1820 von einer vorsichtigen Erweiterung der europäischen Siedlungen geprägt, die im wesentlichen die vormalige Politik der europäischen Mächte in den USA fortsetzte. Mit der Präsidentschaft Andrew Jacksons und dem Trail of Tears begann eine verstärkte Landnahme und Besiedlungspolitik, die zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte. Die Indianer-Kriege zogen sich mit größeren Unterbrechungen bis zum Massaker von Wounded Knee in South Dakota 1890 hin. 1900 wurden nur noch 237.000 Indianer gezählt, wobei nicht nur Krieg, sondern auch Krankheiten, gegen die sich die Ureinwohner keine Immunität entwickelt hatten, und ethnische Vermischung mit den Neuankömmlingen zu diesem Rückgang geführt haben. Bis die Ureinwohner des Kontinents volle Bürgerrechte erhielten, dauerte es bis 1924.
Sklaverei und Rassentrennung
South Dakota]]
Obwohl die Einfuhr von weiteren Sklaven aus Übersee 1808 verboten wurde, hatte sich die Zahl der Sklaven bis 1860 auf etwa vier Millionen erhöht. Die Sklavenfrage entzweite zunehmend die Süd- von den Nordstaaten, da in den Nordstaaten die Industrialisierung einsetzte, dagegen die Südstaaten mit ihren riesigen Baumwollplantagen auf die Sklaverei angewiesen zu sein glaubten. Im Norden gewannen Bewegungen wie die Abolitionists, die die Abschaffung der Sklaverei forderten, starken Zulauf, stand doch diese in deutlichem Widerspruch zur Verheißung der Unabhängigkeitserklärung "all men are created equal" (alle Menschen sind gleich geschaffen). Der Krieg gegen Mexiko (1846-48) verstärkte diese Spannungen, da viele im Nordosten des Landes in diesem Krieg eine ungerechtfertigte Landnahme zugunsten der Ausbreitung der Sklavenstaaten sahen. Nachdem 1860 Abraham Lincoln für die neu gegründeten Republikaner zum Präsidenten gewählt wurde, traten elf Südstaaten aus der Union aus. Dies bedeutete den Beginn des Sezessionsskrieges (1861–1865). Die Nordstaaten gingen als Sieger daraus hervor, und die Sklaverei wurde abgeschafft. Die Schwarzen erhielten mit dem Civil Rights Act von 1866 und dem 14th Amendment von 1868 formal das volle Bürgerrecht.
Nach dem Ende der militärischen Besetzung der Südstaaten durch die Nordstaaten (Reconstruction) 1876 haben erstere schnell (Jim-Crow-)Gesetze erlassen, welche die Bürgerrechte der Schwarzen wieder einschränkten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Bürgerrechtsbewegung konnten die letzten formellen Ungleichbehandlungen aufgehoben werden. Ein sehr wesentlicher Schritt dahin war die Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen durch den Supreme Court 1954 (Brown v. Board of Education), das ein Urteil des gleichen Gerichts (Plessey vs. Ferguson) aus dem Jahr 1896 aufhob.
Der Schulbesuch von Schwarzen in "weißen" Schulen musste teilweise mit Hilfe der Nationalgarde durchgesetzt werden; im öffentlichen Leben (insbesondere im Süden) herrschte bis in die 1960er Jahre hinein Rassentrennung. In Louisiana zum Beispiel war es nicht ungewöhnlich, dass Ku-Klux-Klan-Mitglieder ins Parlament gewählt wurden. Martin Luther King war die Galionsfigur der gewaltlosen Bürgerrechtsbewegung, und 1963 hielt er anlässlich eines Protestmarschs in Washington seine berühmte Rede „I have a Dream...“. 1968 wurde er in Memphis ermordet. Auch in den folgenden Jahrzehnten kam es gelegentlich zu Rassenunruhen.
Dennoch wurde auf Ebene der Bundesgesetzgebung schon in dieser Zeit Antidiskriminierungsregelungen (Civil Rights Act, das Restaurants, Hotels und Verkehrsunternehmen die ethnische Diskriminierung verbot) erlassen, vierzig Jahre vor den analogen Regelungen in der EU. Auch das Bewusstsein für Konzepte wie "Diversity" und die gegenseitige Rücksichtnahme sind zwischenzeitlich weiterentwickelt als in Ländern, die weniger Erfahrungen mit multikulturellen Gesellschaften haben.
Industrialisierung
1890 wurde die frontier für geschlossen erklärt: die Gebiete im Osten und im Westen des Kontinents waren faktisch zusammengewachsen. Der "Wilde Westen" war somit Geschichte. Als Folge der nach dem Sezessionskrieg einsetzenden stürmischen Industrialisierung bildeten sich riesige Trusts (Kartelle), die in ihrer Machtentfaltung auch die Regierungsgewalt beeinflussten. Daher wurde 1890 der Antitrust Act verabschiedet, als dessen Folge viele Großkonzerne zerschlagen wurden. Prominentes Beispiel: Standard Oil von John D. Rockefeller. Populistische Bewegungen, die von Bauern unterstützt wurden, setzten auch eine Regulierung der Eisenbahntarife durch und forderten (erfolglos) einen Wechsel vom Goldstandard auf eine bimetallische (Gold und Silber) Währung. Ein prominenter Vertreter dieser Bewegung war der erfolglose Präsidentschaftskandidat aus Illinois, William Jennings Bryan.
Zwischen 1880 und 1910 wurde die riesige Zahl von 18 Millionen Einwanderern in die USA aufgenommen, und die USA wurden zur größten Industrienation der Welt.
Börsenkrach und New Deal
Auf den New Yorker Börsenkrach im Oktober 1929 folgte die Weltwirtschaftskrise, welche die USA in die bisher größte innenpolitische Krise stürzte. 1932 waren etwa 15 Millionen US-Amerikaner arbeitslos. Präsident Franklin D. Roosevelt legte daraufhin das Sozial- und Investitionsprogramm New Deal auf, das den Social Security Act von 1935 sowie zahlreiche öffentliche Projekte wie Straßen, Brücken, Flughäfen oder zum Beispiel auch das Tennessee-Valley-Staudamm-Projekt enthielt. Dennoch dauerte es bis Ende der 1930er Jahre, bis die Krise überwunden war.
Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit
Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor traten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein, und im August 1945 gingen sie siegreich aus dem Krieg hervor. Der sich kurz darauf abzeichnende Kalte Krieg führte dazu, dass viele US-Amerikaner den Kommunismus als Feindbild betrachteten. Eine innenpolitische Folge des Kalten Krieges nach 1945 war die "McCarthy-Ära". Der republikanische Senator Joseph McCarthy profilierte sich im Senatsausschuss für unamerikanische Aktivitäten (HUAC) dadurch, dass er eine paranoide Hexenjagd auf angebliche Kommunisten veranstaltete, die er besonders unter Filmschaffenden, Politikern und Militärs vermutete. Die zu diesem Zweck inszenierten Anhörungen wurden auch oft im Fernsehen übertragen. Wer die Aussage verweigerte, musste mit Berufsverbot rechnen. Als McCarthy sogar den Präsidenten Eisenhower verdächtigte, wurde er 1954 vom Senat entmachtet.
Gesellschaftlicher Umbruch: 1960er und 1970er
Die 1950er und 1960er Jahre waren geprägt von ökonomischer Prosperität sowie dem Auftreten der Bürgerrechtsbewegung der Afro-Amerikaner. Im Zuge eines gesamtgesellschaftlichen Umbruchs entwickelte sich in den 1960er Jahren auch eine starke Bewegung gegen den Vietnamkrieg und um 1970 auch eine starke Frauenrechtsbewegung und eine wachsende Schwulenbewegung, die (anders als in Europa) schnell gemeinsam von und für Schwule und Lesben gekämpft wurde. Durch diese Bewegungen modernisierten sich die gesellschaftlichen Werte der Vereinigten Staaten. Der Versuch einer Verfassungsänderung, welche die Gleichheit von Mann und Frau vorschreiben sollte, scheiterte jedoch. Sodomiegesetze, die bis 1962 die Praxis der männlichen Homosexualität in jedem Bundesstaat verboten hatten, wurden teilweise zurückgenommen, aber 1987 als der Supreme Court sie bestätigte, existierten sie noch in der Mehrheit der Bundesstaaten und wurden erst mit einer gegenteiligen Gerichtsentscheidung 2003 aufgehoben.
Die Watergate-Affäre um einen Einbruch in den Watergate-Gebäudekomplex der Demokratischen Partei, von dem Präsident Richard Nixon wahrscheinlich gewusst hat, und bei dem er die FBI-Ermittlungen zu behindern versuchte, entwickelte sich zum größten Skandal der US-amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Um der drohenden Amtsenthebung zu entgehen, trat Nixon 1974 zurück. Die Ölkrise 1974, die 200-Jahresfeier der Unabhängigkeit 1976 und die iranische Geiselkrise 1979 waren prägende Ereignisse für die 1970er Jahre.
1980er
In den 1970er und 1980er Jahren war ein Konjunkturabschwung und ein Verfall der Bausubstanz infolge von Kriminalität und Verwahrlosung zu verzeichnen. Zum Teil wurde auf die Kriminalität mit drakonischen Gesetzen wie dem kalifornischen „Three strikes and you are out“ geantwortet, das für das dritte Delikt (auch bei Bagatelldelikten) 25 Jahre Haft vorsieht. Die Haltung zur der in 38 der 50 Bundesstaaten gesetzlich vorgesehenen und von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung befürworteten Todesstrafe spielt bei der Volkswahl von Politikern, Richtern, Staatsanwälten und Sheriffs eine wichtige Rolle.
Politik
Hauptartikel: Politisches System der USA
Die USA haben ein präsidiales Regierungssystem mit einem Präsidenten (seit 2001 George W. Bush, 2004 wiedergewählt, Sohn von George Herbert Walker Bush, Präsident von 1989-1993) an der Spitze der Exekutive.
Die Legislative ist der Kongress. Er setzt sich aus gewählten Repräsentanten aller 50 Bundesstaaten zusammen. Laut Verfassung hat der aus zwei Kammern bestehende US-Kongress die Budgethoheit sowie das Recht zur Gesetzesinitiative. Der Kongress hat unter anderem infolge des ihm zustehenden Budgetrechts wesentlichen Einfluss auf die US-amerikanische Politik. Allein dem Kongress kommt das Recht zu, Bundesgesetze zu erlassen und Kriegserklärungen auszusprechen. Verträge mit fremden Ländern werden vom Exekutiv unterzeichnet, bedürfen aber der Ratifizierung durch die obere Kammer des Kongresses, den Senat. Bei wichtigen Ernennungen (z. B. zu Kabinettsposten oder Richterämtern des Bundes, insbesonders dem Obersten Gericht) muss der Senat den Vorschlag des Präsidenten ebenfalls bestätigen.
Die Mitglieder des Repräsentantenhauses werden für zwei Jahre gewählt. Jeder Repräsentant vertritt einen Wahlbezirk seines Bundesstaates. Die Anzahl der Wahlbezirke wird durch eine alle zehn Jahre durchgeführte Volkszählung festgelegt. Senatoren werden für sechs Jahre gewählt. Ihre Wahlen finden gestaffelt statt, das heißt alle zwei Jahre wird ein Drittel des Senats neu gewählt. Die Verfassung sieht vor, dass der Vizepräsident dem Senat vorsteht. Er hat dabei kein Stimmrecht, außer bei Stimmengleichheit.
Für den Fall der Abwesenheit des Vizepräsidenten benennt der Senat einen "Pro-Tempore-Vorsitzenden", einen Vorsitzenden auf Zeit. Die Mitglieder des Repräsentantenhauses wählen ihren eigenen Vorsitzenden, den "Speaker of the House". Der Sprecher (das Amt wird derzeit von Dennis Hastert bekleidet) und der Pro-Tempore-Vorsitzende (zur Zeit Senator Ted Stevens) sind Mitglieder der jeweils stärksten Partei ihrer Kammer.
Bevor eine Gesetzesvorlage zum Gesetz wird, muss sie sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat durchlaufen haben. Die Vorlage wird zunächst in einer der beiden Kammern vorgestellt, von einem oder mehreren Ausschüssen geprüft, abgeändert, im Ausschuss abgelehnt oder angenommen und danach in einer der beiden Kammern diskutiert. Sobald sie in dieser Kammer angenommen ist, wird sie an die andere Kammer weitergeleitet. Erst wenn beide Kammern die gleiche Version der Gesetzesvorlage angenommen haben, wird sie dem Präsidenten zur Zustimmung vorgelegt.
An der Spitze der Judikative steht als oberster Gerichtshof der Supreme Court. Die 1787 in Kraft getretene Verfassung, deren Bestimmungen einklagbar sind, hat eine große Bedeutung im politischen System der USA. Es spricht für den Erfolg und die Stabilität dieser Verfassung, dass sie bislang nur 27 Änderungen (Amendments) erfahren hat.
In den USA hat sich, durch das einfache Mehrheitswahlrecht begünstigt, ein Zweiparteiensystem gebildet. Diese Parteien sind die Demokraten und die Republikaner. Sie stellen bereits Koalitionen von unterschiedlichen Strömungen dar. Neue politische Strömungen versuchen eher, Einfluss auf die Abgeordneten beider Großparteien zu nehmen, als selbstständige Parteien zu gründen. Ein Beispiel hierfür sind die American Civil Liberties Union (Demokraten) oder die fundamental-christliche Moral Majority (Republikaner).
Kleinere Parteien wie die Grünen oder die Libertäre Partei sind unbedeutend, wenn auch bei Präsidentschaftswahlen mitunter die für den Kandidaten der Grünen abgegebenen Stimmen als – womöglich entscheidender – Nachteil für den demokratischen Kandidaten wahrgenommen werden. Einer der Hauptexponenten der Grünen Partei der USA ist Ralph Nader, der im In- und Ausland einen hohen Bekanntheitsgrad genießt.
Siehe auch: Gesellschaft der USA, US-Präsidentschaftswahlen 2004, Gerichtsorganisation in den USA
Innenpolitik
In den 1990er Jahren erlebten die USA unter dem demokratischen Präsidenten Bill Clinton (1993–2001) einen länger anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung ("New Economy"). Die weitere Verwahrlosung der Städte wurde aufgehalten - so erwachten die New Yorker Stadtteile Bronx und Harlem zu neuem Leben.
Einen wesentlichen Eingriff in die Sozialgesetzgebung gab es 1996, als der Bezug von Sozialhilfe auf zwei Jahre in Folge und insgesamt fünf Jahre verkürzt wurde. So kam es zu einem beträchtlichen Rückgang der Anzahl der Sozialhilfe-Empfänger.
Wichtige innenpolitische Themen sind auch in den USA der Strukturwandel der Wirtschaft und der Umbau der Sozialsysteme insbesondere der Gesundheitsfürsorge. Zudem spielen überwiegend moralisch-ethische Fragen wie das Recht auf Abtreibung, die Berechtigung der Todesstrafe, die politische Anerkennung von Homosexualität oder die Frage welche Rolle christliche Werte im öffentlichen Leben spielen sollen, eine wichtige Rolle.
Seit 1913 übernimmt das Federal Reserve System (Fed) die Aufgaben einer staatlichen Notenbank. Vorsitzender des Fed ist zur Zeit Alan Greenspan.
Gesundheitssystem
Das Gesundheitssystem der USA ist teilweise Weltspitze, in anderen Teilen aber in einem desolaten Zustand. Es werden jährlich etwa 1,8 Billionen US-Dollar für Gesundheit aufgewendet. Das ist im Vergleich zu Deutschland nahezu das Doppelte pro Kopf. Die Versorgungslage ist aber unzureichend: über 41 Millionen der ca. 293 Millionen US-Amerikaner sind nicht krankenversichert. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer an illegalen Einwanderern, die ebenfalls keine Krankenversicherung haben. Viele derjenigen, die versichert sind, müssen bei sämtlichen ärztlichen Leistungen zuzahlen, andere, die in einer HMO sind, müssen bürokratische Papierkriege und lange Wartezeiten bei einer Einschränkung der Arztauswahl erdulden. 1993 scheiterte Präsident Bill Clinton mit dem Versuch der Einführung einer gesetzlichen Krankenkasse.
Außenpolitik
Die Außenpolitik der USA ist von drei großen Traditionen geprägt, die wechselnd an Einfluss gewinnen: Dem Isolationismus, der Überzeugung, ein Vorreiter für Demokratie und Menschenrechte zu sein und diese auf der Welt zu verbreiten, sowie einer seit dem Zweiten Weltkrieg offenen Betonung der Rolle als Supermacht im Sinne des politischen Realismus.
Früher Isolationismus
Die frühe US-amerikanische Außenpolitik wurde von der 1823 verkündeten Monroe-Doktrin des Präsidenten James Monroe geprägt, die verkürzt auf den Nenner „Amerika den Amerikanern“ gebracht wurde. Sie postulierte, dass sich die europäischen Mächte aus dem amerikanischen Kontinent heraushalten sollten, bei gleichzeitiger Nicht-Einmischung der USA in die Angelegenheiten anderer Staaten. Ende des 19. Jahrhunderts waren die USA jedoch zur Großmacht aufgestiegen und die frontier, das heißt die Grenze zum "unzivilisierten" Westen, war 1890 für geschlossen erklärt worden.
Frühes 20. Jahrhundert
Der erste Schritt in Richtung einer imperialistischen Außenpolitik war der spanisch-amerikanische Krieg von 1898, der den USA die Philippinen, Puerto Rico, Hawaii und Kuba einbrachte. Eine offen interventionistische Politik betrieb Präsident Theodore Roosevelt (1901–1909), der das Recht der USA beanspruchte, sich in den lateinamerikanischen Staaten als „internationaler Polizist“ zu betätigen. Diese big stick policy äußerte sich zum Beispiel darin, dass die USA 1903 Panama aus Kolumbien herauslösten, um sich von dem neu gebildeten Staat die Souveränität über die Panama-Kanal-Zone abtreten zu lassen.
Während der Zeit der Weltkriege betrieben die USA die längste Zeit eine isolationistische Politik und traten erst nach der Verkündung des uneingeschränkten deutschen U-Boot-Krieges (1917) in den Ersten Weltkrieg ein. Das industrielle Gewicht der USA entschied den Krieg. Präsident Woodrow Wilson (1913–1921) reiste nach Europa, um dort eine Nachkriegsordnung zu etablieren. Sein 14-Punkte-Programm sah unter anderem die Beachtung des Selbstbestimmungsrechts der Völker sowie die Bildung eines Völkerbunds vor. Wilson konnte sich mit seinen Ideen bei Engländern und Franzosen aber nicht durchsetzen und der US-Senat verweigerte sogar den Beitritt zum Völkerbund.
1920 bis zur Nachkriegszeit
Während der nächsten zwei Jahrzehnte betrieben die USA wieder eine isolationistische Politik. Auch bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieben die USA zuerst neutral, jedoch wurde die formale Neutralität von Präsident F. D. Roosevelt schon ab März 1941 unterlaufen, da im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes (lend-lease bill) England massiv mit Waffenlieferungen unterstützt wurde. Am 7. Dezember 1941 traten die USA nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor in den Krieg ein. Kurz darauf erklärte das mit Italien und Japan verbündete Hitler-Deutschland den USA den Krieg. Wie schon im Ersten Weltkrieg brachte das industrielle Potenzial der USA die Entscheidung. Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 beendeten den Zweiten Weltkrieg. Bis heute heftig umstritten ist die Frage, ob die Atombomben-Abwürfe tatsächlich notwendig waren zur Erzwingung der japanischen Kapitulation. Japan hatte zu diesem Zeitpunkt den USA militärisch nichts mehr entgegenzusetzen, jedoch hätte eine US-amerikanische Invasion der japanischen Hauptinseln noch zu schweren Verlusten führen können.
Die USA waren maßgeblich an der Gründung der UNO am 26. Juni 1945 in San Francisco beteiligt, die noch im Einvernehmen mit der Sowjetunion stattfand. Bald jedoch zeichnete sich eine Konfrontation mit Stalin ab, die schließlich in den Kalten Krieg mündete. Durch den Präsidenten Harry S. Truman wurde eine Politik des „roll back“, das heißt der Zurückdrängung des Kommunismus verkündet, die in der „Truman-Doktrin“ ihren Ausdruck fand. Die sagte allen Ländern zur Bewahrung ihrer Unabhängigkeit Militär- und Wirtschaftshilfe zu. Dies war eine klare Abkehr von der isolationistischen Monroe-Doktrin und fand seinen Ausdruck in der Unterstützung von Griechenland und der Türkei, sowie dem Marshall-Plan, der Westeuropa wirtschaftlich auf die Beine helfen sollte. Der Kalte Krieg erreichte einen ersten Höhepunkt mit der sowjetischen Berlin-Blockade 1948/49, auf die die USA mit der Berliner Luftbrücke antworteten. 1949 wurde die NATO als Militärbündnis zwischen den USA, Kanada und Westeuropa gegründet.
Kalter Krieg
Es kam in den folgenden Jahrzehnten zu einem atomaren Wettrüsten zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt, das beiden Seiten ab den 1960er Jahren eine mehrfache „Overkill-Kapazität“ verschaffte. Gefährliche Konfrontationen des Kalten Krieges waren der Korea-Krieg (1950-53) und die Kuba-Krise (1962), bei der die Welt nur knapp einem Dritten Weltkrieg entging. Durch den Kernwaffen-Sperrvertrag (1968) und die SALT-Verhandlungen (1969) wurde versucht, die gefährliche Situation zu entschärfen.
Der Vietnam-Krieg, in den die USA 1964 (Tongking-Zwischenfall) offen eingriffen, nachdem sie zuvor schon Militärberater entsandt hatten, entwickelte sich zu einem militärischen und moralischen Fiasko, und die Niederlage wurde mit dem Abzug der US-Truppen 1973 besiegelt. Der beherrschenden Maxime der US-Außenpolitik, den kommunistischen Machtbereich einzudämmen, wurde in den 1960er und 1970er Jahren oft die Glaubwürdigkeit als Verbreiter demokratischer Werte geopfert. Es wurden Militärdiktatoren und Kleptokraten wie Somoza in Nicaragua, Pinochet in Chile, Marcos auf den Philippinen oder Mobutu in Zaire unterstützt, so lange sie nur antikommunistisch waren.
Nach dem Vietnam-Krieg zeigte sich eine Desorientierung und Ratlosigkeit der US-Außenpolitik, die im Schwanken zwischen einer Abkehr von Interventionismus und Demonstration militärischer Stärke (Carter-Administration) und dessen Gegenteil (nach der sowjetischen Invasion in Afghanistan) ihren Ausdruck fand. Unter der Reagan-Administration (1981-89) wurde (wie vor dem Vietnam-Krieg) wenig Rücksicht darauf genommen, ob die strategischen Verbündeten die Menschenrechte respektierten. Auch stellt sich die Frage nach einem hinreichenden Verständnis fremder Kulturkreise durch die US-Außenpolitik. Deren mangelnde Voraussicht zeigte sich auch darin, dass die US-Unterstützung oft den aus heutiger Sicht falschen Leuten zugute kam: So wurde nach dem Ausbruch des ersten Golfkriegs zwischen Iran und Irak (1980–88) aus Angst vor den Mullahs in Teheran der irakische Diktator Saddam Hussein (hauptsächlich durch Satelliten-Aufklärung) unterstützt, was sich später als schwerer Fehler erweisen sollte. In diesen Zusammenhang gehört auch ein Vorgang, der sich zum größten Skandal der Reagan-Ära entwickelte, die Iran-Contra-Affäre: 1986 verkauften die USA nach Vermittlung durch Sicherheitsberater Robert McFarlane und Oberst Oliver North Waffen (hauptsächlich Panzerabwehrraketen) auch an den Iran. Das daraus erlöste Geld wurde zur Unterstützung der Gegner der Sandinisten in Nicaragua, der so genannten Contras verwendet. Auch die Geld- und Waffenlieferungen an die Mujaheddin in Afghanistan erwiesen sich als zweischneidig: Das Ziel, die Sowjetunion in die Knie zu zwingen, wurde zwar erreicht, aber so auch radikal-islamische Gruppen gestärkt.
Unter Präsident Ronald Reagan (1981–89) strebte die ideologische Auseinandersetzung mit der Sowjetunion dem Finale zu. Reagan bezeichnete die Sowjetunion wiederholt in Anlehnung an religiöse Terminologie als „Reich des Bösen“ (evil empire), das es zu Tode zu rüsten gelte. Die Rüstungsausgaben wurden erhöht und ein so genanntes „Star-Wars-Programm“ (SDI-Projekt, Krieg der Sterne) aufgelegt. 1985 und 1986 traf er sich jedoch auch mit seinem sowjetischen Amtskollegen Gorbatschow zu Abrüstungsverhandlungen unter der Bezeichnung START (Strategic Arms Reduction Talks). Letztlich war diese Politik erfolgreich, denn mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion (1991) war der Kalte Krieg beendet. Die USA sind seither die einzige Supermacht und nach eigener Auffassung Ordnungsmacht der Welt.
Die Außenpolitik der Regierung Clintons
Präsident Clinton zeichnete verantwortlich für die US-Außenpolitik zwischen dem Ende des Kalten Krieges und dem Regierungsantritt von George W. Bush, und zwar mit der Hilfe von Außenminister Warren Christopher (erste Amtszeit) und Madeleine Albright (zweite Amtszeit), der ersten Außenministerin in der Geschichte der USA.
Beobachter haben von der Außenpolitik Clintons behauptet, er habe wohl das Ziel "die Sozialarbeit der Welt" zu übernehmen, da viele der Aktivitäten sich auf Werteänderungen in eher ärmere, strategisch nebensächlichen Ländern konzentrierten, darunter auch Somalia, Haiti, und Bosnien. Das Engagement in Somalia, unter George Bush sen. begonnen, hatte als Ziel die Entmachtung der Warlords, besonders Mohammed Aidids. Nachdem US-Fernsehsender Bilder übertrugen, die den Leichnam eines US-Soldaten zeigten, der durch die Straßen von Mogadischu geschleppt wurde, überließen die Sondereinsatztruppen das Land seinem Schicksal. Mit der Invasion Haitis 1994 wurde der demokratisch gewählte Jean-Bertrand Aristide an die Macht gebracht und der Militärdiktator Raoul Cedras abgesetzt; die weiteren Probleme des Landes, das 1915 bis 1934 unter US-Besatzung gelebt hatte und unter Cedras von einem Embargo der USA betroffen war, wurden nicht gelöst. Nachdem sich die europäischen Staaten als unfähig erwiesen hatten, nach dem Zerfall Jugoslawiens den Balkan zu befrieden, griffen US-Truppen 1995 und 1999 im Rahmen der Nato in Bosnien und Serbien ein, was den Sturz des Diktators Milosevic zur Folge hatte. Versuche, im Nahen Osten einen Frieden zwischen Israel und Palästina zu erreichen, erlitten mit dem Attentat auf Jitzhak Rabin einen großen Rückschritt und waren letztlich erfolglos. Clinton reagierte auf Provokationen des irakischen Diktators Saddam Hussein mit sporadischen Luftschlägen, sowie Vergeltungsschlägen gegen Einrichtungen im Sudan und Afghanistan nach Terroranschlägen auf die US-Botschaft in Nairobi und ein US-Kriegsschiff im Jemen, die man dem damals schon bekannten Al-Qaida-Netzwerk des Osama bin Laden zur Last legte. Diese Einzelaktionen, die zumeist im Kontext von UNO- oder NATO-Resolutionen stattfanden und bei den westeuropäischen Verbündeten zu keinen oder nur geringen diplomatischen Differenzen führten, wurden nicht vor der Öffentlichkeit als Teil eines dauernden Kriegszustands gerechtfertigt, wie es später mit George W. Bushs Krieg gegen den Terrorismus der Fall war.
Die Außenpolitik der Regierung George W. Bush und die Terroranschläge am 11. September 2001
Schon bald nach Amtsantritt von Präsident George W. Bush am 20. Januar 2001 zeigte sich dessen Neigung zum Unilateralismus, die im Misstrauen gegenüber multinationalen und multilateralen Institutionen ihren Ausdruck findet. Bush ist kritisch gegenüber der UNO eingestellt, der er die Unterstellung von US-Soldaten verweigert. Außerdem glaubt Bush, durch verbindliche Verpflichtung zur Einhaltung von multinationalen Verträgen die außenpolitische Handlungsfähigkeit der USA aufs Spiel zu setzen (Beispiel: Kyoto-Protokoll). Anklänge an diese neue republikanische Außenpolitik fanden sich schon Mitte der 1990er Jahre in Reden und Anträgen von Newt Gingrich und Jesse Helms. Weder bei "traditionelleren" Republikanern, wie Bob Dole, John McCain, oder Richard Lugar, noch bei den Demokraten fand diese Politik Zustimmung.
Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York sowie das Pentagon in Washington, die von radikalen Islamisten durchgeführt wurden, verkündete George W. Bush einen weltweiten Krieg gegen den Terrorismus, was zunächst auch in weiten Teilen der Bevölkerung Zustimmung fand. Bush erfand in Anlehnung an Ronald Reagan die Formel von einer "Achse des Bösen" (axis of evil), der er so genannte Schurkenstaaten (rogue states) zurechnet. Zu diesen zählt er den Iran, den Irak, Kuba und Nord-Korea.
Im Oktober 2001 wurde durch einen Feldzug in Afghanistan das radikal-islamische Taliban-Regime verjagt, das den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge, Osama bin Laden, beherbergt hatte. Ebenfalls im Namen des Krieges gegen den Terrorismus begann im März 2003 der Krieg (sog. Dritter Golfkrieg) gegen den Irak mit dem Ziel, den Diktator Saddam Hussein zu stürzen. Die USA warfen dem Irak u. a. vor, Massenvernichtungswaffen zu besitzen und Kontakte zu Bin Laden zu unterhalten, wodurch der Irak eine Bedrohung für die Welt gewesen sei.
Insbesondere der Krieg gegen den Irak ist völkerrechtlich umstritten, da er ohne ein explizites UNO-Mandat erfolgte und einige der Kriegsbegründungen (insbesondere der Verdacht auf den Besitz von Massenvernichtungswaffen und Kontakte zu Bin Laden) sich im Nachhinein als unzutreffend herausstellten, womit sich die Frage nach einer bewussten Täuschung der Weltöffentlichkeit durch die Bush-Administration erhebt.
Dem US-amerikanischen Militär gelang es schnell, den Irak militärisch zu besiegen und das Regime Saddam Husseins zu stürzen. Dennoch konnte der Irak bislang nicht befriedet werden. Zahlreiche zum Teil von Selbstmordattentätern durchgeführte Sprengstoffanschläge forderten auf Seiten der US-Truppen inzwischen mehr Todesopfer als die eigentlichen Kampfhandlungen bis Mai 2003, was dazu führte, dass sich einige Staaten der Koalition der Willigen bereits im Frühling 2004 wieder aus dem Irak zurückzogen. Im Juni 2004 wurde die Regierungsgewalt an eine irakische Übergangsregierung übergeben.
George W. Bushs Hinwendung zu einem strategischen Konzept der Präemption kann als Abkehr von der bisherigen US-amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik gewertet werden, die auf Abschreckung, Eindämmung sowie der Einwirkung der so genannten soft power (d. h. der Attraktivität ökonomischer und kultureller Einflussnahme) basiert hatte. Unter George W. Bush beträgt der Verteidigungsetat etwa 400 Milliarden US-Dollar, was bedeutet, dass das US-Militär-Budget so hoch ist wie das der in der Liste nachfolgenden neun Staaten zusammen.
Der Haushaltsansatz für Entwicklungshilfe betrug im Haushaltsjahr 2003/04 fast 20 Milliarden US-Dollar, ohne die Aufbauhilfe für Irak, die wiederum ebenfalls so groß ist. Als Anteil am Bruttosozialprodukt ist diese Summe relativ gering im Vergleich zu anderen Industrienationen, als absolute Summe jedoch das größte einer Nation auf der Welt. Von den 20 Milliarden US-Dollar gehen etwa die Hälfte an Israel und Ägypten (seit den Camp-David-Verträgen 1979). Andere Schwerpunkte sind Kolumbien, Bolivien, Peru, Afghanistan, Pakistan, Indonesien, die Türkei und Jordanien, unter anderem wegen des "Kriegs gegen den Drogenanbau" und des Kriegs gegen den Terrorismus.
Siehe auch: Außenpolitisches System der USA | :Kategorie:US-Außenpolitik | US-Interventionen im Ausland
Literatur:
- Christian Hacke: Zur Weltmacht verdammt, die amerikanische Außenpolitik von J.F. Kennedy bis G.W. Bush, Ullstein ISBN 3-548-36722-4
- Michael R. Beschloss / Strobe Talbott: Auf höchster Ebene, das Ende des Kalten Krieges und die Geheimdiplomatie der Supermächte 1989-91, ECON, ISBN 3-612-26166-5
- [http://usinfo.state.gov/usa/infousa/trade/files/98-916.pdf Congressional Research Service, Bericht an den Kongress zum Thema Entwicklungshilfe, 2004]
Gliederung
US-Interventionen im Ausland
Im Jahr 2002 gab es laut Zensus- und Volkszählungsbüro 87.900 lokale Regierungseinheiten in den Vereinigten Staaten, einschließlich Ortschaften, Kreise, Siedlungen, Schul- und andere Bezirke. Mehr als drei Viertel der Bürger der Vereinigten Staaten leben in großen Städten oder deren Vorstädten (Liste der Städte in den USA).
Liste der Städte in den USA
Ein County ist eine Untereinheit der meisten Bundesstaaten. In Louisiana heißen sie "Parishes" und in Alaska gibt es sie nicht, sondern lediglich statistische Unterteilungen. In Virginia und Missouri gibt es zudem Städte, die keinem County zuzuordnen sind. Bei Großstädten (z. B. Philadelphia) kommt es vor, dass die Grenzen von Stadt und County gleich sind; die Stadt New York nimmt sogar 5 Counties ein, die jeweils ein Borough sind. Es ist nicht selten, dass Städte und sogar Dörfer eine County-Grenze überschreiten. Die Regierungsformen der Counties und auch deren Befugnisse sind von Staat zu Staat sehr unterschiedlich, manchmal sogar innerhalb eines Staates, wenn der Landtag verschiedene Formen zur Auswahl vorgegeben hat. Manche erlassen Steuern, fast alle nehmen Kredite auf und treiben Steuern ein. Sie haben Angestellte, sind sehr oft für die Beaufsichtigung von Wahlen zuständig und bauen und unterhalten Straßen und Brücken (manchmal im Auftrag des Bundes oder Landes). Sozialhilfeprogramme werden teilweise von ihnen durchgeführt, aber teilweise von den Townships, die, insbesonders im Mittleren Westen nicht deckungsgleich mit den Kommunen sind, sondern aus 36 Quadratmeilen, die in der Landesvermessung aus dem 18. Jahrhundert bestimmt worden sind, bestehen.
Ein besonderer Aspekt bei manchen kleineren Städten, der selten und überwiegend in den Neuenglandstaaten vorkommt, ist das "town meeting". Einmal im Jahr – bei Bedarf auch häufiger – kommen alle registrierten Wähler einer Stadt zu einer öffentlichen Versa
SportartEine Sportart ist ein durch bestimmte Regeln strukturiertes Teilgebiet des Sports, siehe auch Liste der Sportarten. Innerhalb einer Sportart werden häufig verschiedene Disziplinen unterschieden.
Kategorien von Sportarten
Sportarten lassen sich nach bestimmten Gesichtspunkten in verschiedene Kategorien einteilen. Es gibt aber keine offizielle Klassifikation.
Einige Ordnungsmöglichkeiten:
- nach den Teilnehmern: Mannschaftssport vs. Individualsport, Breitensport vs. Leistungssport
- nach den Hilfsmitteln: Ballsport, Reitsport, Radsport, Motorsport
- nach dem Austragungsort: Hallensport, Wassersport, Bergsport
- nach Jahreszeiten: Wintersport, Sommersport
- nach der Art der Durchführung: Spielsport, Kraftsport, Ausdauersport
- nach dem "Gegner": Kampfsport, Geschwindigkeitssport, Geschicklichkeitssport
- nach der Region: autochthone Sportarten
Keine Einteilungsmöglichkeit kann ausschließen, dass eine Sportart in mehreren Kategorien auftaucht: Radpolo etwa ist sowohl eine Ball-, eine Mannschafts-, als auch eine Radsportart.
Populäre Sportarten
Die Popularität von Sportarten ist sehr stark national geprägt. Nur wenige Sportarten können eine weltweite Bedeutung vorweisen. Grundsätzlich muss dabei zwischen der Ausübung und dem Zuschauen einer Sportart unterschieden werden, wobei zweifelsohne ein Zusammenhang besteht zwischen der eigenen Ausübung eines Sports und deren Anhängerschaft.
Die weltweit populärste Zuschauersport ist eindeutig der Fußball.
Wie nur wenige andere Disziplinen gehört der Fußball in fast allen Teilen der Welt zu den absolut beliebtesten Sportarten.
Nur in Nordamerika, Australien und Südasien ist der Fußball auf eine untergeordnete Rolle reduziert.
Andere annähernd weltweit verbreitete Sportarten sind die olympischen Kerndisziplinen Leichtathletik und Schwimmen, der Motorsport, Boxen, sowie die Mannschaftssportarten Basketball, Handball und Volleyball.
Europas Sportmarkt wird völlig dominiert vom Fußball, der wohl in wirklich allen europäischen Staaten mindestens die zweitbeliebteste Sportart darstellt. Andere Sportarten finden in einzelnen Gebieten Europas besonderes Interesse:
Der Radsport in West- und Südwesteuropa, Basketball in Südosteuropa, Rugby in Westeuropa, Eishockey in Ost- und Nordeuropa, Ski alpin in der Alpenregion, Ski nordisch in Nordeuropa.
In den USA hat sich ein eigenes System von Sportarten entwickelt. Im Mittelpunkt stehen vier Mannschaftssportarten: Baseball, American Football, Basketball und Eishockey.
Mit Rugby und Cricket haben sich zwei weitere Sportarten mit dem britischen Commonwealth verbreitet, die in einem speziellen Kulturkreis äußerst populär sind, sonst aber kaum Relevanz erlangen (und z.B. nicht olympisch sind).
Als Extremsportarten schließlich bezeichnet man potentiell gefährliche
Sportarten wie Bungee-Jumping, Drachenfliegen, Freiklettern etc.
Regionale Sportarten
- Norddeutschland
- Klotstockspringen
- Boßeln
- Ringreiten
- Schweiz
- Schwingen
- Steinstossen
Siehe auch: Sport - Behindertensport - Sporttraining - Liste der Sportarten - Doping
Kategorie:Sportart
Football (Sportgerät)]
Ein Football ist ein ovaler Ball, der beim American Football und seinen Varianten verwendet wird.
Die Hülle des Footballs besteht aus vier braunen, rauhen Lederstücken sowie aus acht gleichmäßig verteilten Schnüren.
Für den Spielbetrieb z.B. in der German Football League ist der Ball genormt:
Der Längsumfang beträgt 70,5 bis 72,5 cm; der Querumfang 52,7 bis 54 cm und die Länge 27,6 bis 29 cm.
Aufgepumpt hat ein Football einen Druck von 0,86 bis 0,93 bar und wiegt zwischen 14 und 15 Unzen (396,9 bis 425,2 Gramm).
Im Jugend- und Damenbereich kann der Football kleiner sein, im Canadian Football ist der Ball größer.
Der Football wird geworfen, indem man seine Finger auf die weißen Schnüre legt und dem Ball einen Drall versetzt.
Kategorie: Sportgerät
Kategorie:American Football
Australian Football
Australian Football (oder auch „Aussie Rules“) ist eine Football-Variante, die fast ausschließlich in Australien beheimatet ist. Australian Football ist in Australien nach Cricket und Rugby eine Art Nationalsport. Nur noch in Nauru ist es Nationalsportart. Allerdings wird im australischen Bundesstaat Queensland überwiegend Rugby gespielt. Australian Football ist dort eher unbeliebt.
Verwandtschaften mit Rugby und American Football und ganz besonders Gaelic Football sind im Bezug auf Spielaufbau und Spielidee zu erkennen.
Spielregeln
Es treten zwei Mannschaften zu je 18 Spielern gegeneinander auf einem ovalen Spielfeld an, Gewinner ist die Mannschaft, die am Ende des Spiels (nach 4 mal 20 min) die meisten Punkte erzielt hat.
An beiden Kopfseiten des Spielfelds befinden sich 4 Pfosten. „Tore“ durch die mittleren, größeren Pfosten zählen 6 Punkte (so genannte „Goals“), allerdings nur wenn der Ball den Fuß verlassen hat, und kein anderes Körperteil irgendeines Spielers ihn berührte. Treffer zwischen einem der mittleren und einem der äußeren Pfosten zählen einen Punkt und werden „Behinds“ genannt. Als „Behinds“ zählen auch Schüsse an die mittleren Pfosten oder Schüsse die abgefälscht zwischen die mittleren Pfosten gelangen.
Nachdem ein „Behind“ erzielt wurde, darf die verteidigende Mannschaft, den Ball aus „Goal Square“ (Direkt vor den „Goalposts“) heraus anspielen, wobei es dem Spieler auch erlaubt ist, selbst zu treten.
Nach einem „Goal“ wird der Ball in der Mitte des Spielfeldes durch einen Schiedsrichter auf den Boden gestoßen, ein so genannter „bounce“. Ein „bounce“ wird auch zu Beginn jedes Viertels ausgeführt. Dabei dürfen Spieler aus beiden Mannschaften nach oben springen und versuchen, den Ball zu ihren Mannschaftskameraden zu tappen.
Eine wichtige Einschränkung des Spiels ist dadurch gegeben, dass der Ball zwar nach vorne getragen und geschossen werden darf, allerdings nicht geworfen werden darf.
Stattdessen wird der Ball mit der Faust nach vorne ge„punch“t.
Wird der Ball getragen, muss er alle 10 Meter vom Spieler – ähnlich wie beim Basketball – einmal auf den Boden gedribbelt werden.
Wird der Ball von einem Spieler hingegen nach vorne um mindestens 10 Meter geschossen, und im Anschluss daran ohne vorherigen Bodenkontakt gefangen, so erhält der Spieler, der den Ball fängt, ein „Mark“.
Dieser darf dann den Ball ungestört weiter mit einem Tritt nach vorne treiben, oder wenn möglich ein „Goal“ oder „Behind“ erzielen.
Durch mehrere aufeinander folgende Schüsse sind Passstafetten möglich, ohne das der Gegner Einfluss auf den Spielverlauf nehmen kann.
Falls der Ball die Seitenlinie „boundary line“ überquert, gibt es zwei Möglichkeiten. Sollte er vorher den Boden berührt oder die Hand verlassen haben, wird er von einem Schiedsrichter so weit ins Spielfeld wie möglich geworfen „boundary throw-in“, wo sich die Mannschaften wieder um den Ball streiten können. Sollte er jedoch ins aus getreten worden sein, ohne dass ein anderer Spieler ihn berührte, oder er auf dem Boden aufkam, bekommt die gegnerische Mannschaft einen Freistoß an der Stelle an der der Ball die Linie überquerte.
Das Spiel kann als sehr hart bezeichnet werden, denn obwohl die Spieler keine Schutzausrüstung tragen dürfen, und nur ärmellose Trikots tragen, sind Angriffe auf den ballführenden Spieler, mit Ausnahme des Kopfes und der Beine, am ganzen Körper möglich, wobei Angriffe mit Faustschlägen und Stöße verboten sind.
Nichtsdestotrotz sind die Kämpfe um die wichtigen „Marks“, die dann im Sprung ausgeführt werden, mit einem hohen Verletzungsrisiko verbunden.
Professionelle Ausübung
Das Spiel wird fast nur in Australien professionell gespielt. Dort gibt es die Australian Football League (AFL), deren 16 Mannschaften an der Meisterschaft teilnehmen.
Diese Mannschaften sind:
- Adelaide (Sitz: Adelaide, Spitzname „Crows“)
- Brisbane Lions (Sitz: Brisbane, fusioniert aus den Fitzroy Lions und den Brisbane Bears, Spitzname „Lions“)
- Carlton (Sitz: Carlton, Spitzname „Blues“)
- Collingwood (Sitz Melbourne, Spitzname „Magpies“)
- Essendon (Sitz: Melbourne, Spitzname „Bombers“)
- Fremantle (Sitz: Perth, Spitzname „Dockers“)
- Geelong (Sitz: Geelong, Spitzname „Cats“)
- Hawthorne (Sitz: Melbourne, Spitzname „Hawks“)
- North Melbourne (Sitz: Melbourne, Spitzname „Kangaroos“)
- Melbourne (Sitz: Melbourne, Spitzname „Demons“)
- Port Adelaide (Sitz: Adelaide, Spitzname „The Power“)
- Richmond (Sitz: Melbourne, Spitzname „Tigers“)
- Sydney (Sitz: Sydney, ehem. South Melbourne, Spitzname „Swans“)
- St. Kilda (Sitz: Melbourne, Spitzname „Saints“)
- West Coast Eagles (Sitz: Perth, Spitzname „Eagles„)
- Western Bulldogs (Sitz: Melbourne, ehem. Footscray, Spitzname „Bulldogs“)
Siehe auch: Australian Football in Nauru
Deutschland
Australian Football wird in Deutschland von der Australian Football League Germany betrieben. Ihr gehören fünf Vereine an:
- [http://crocodiles.aflg.de Berlin Crocodiles (Deutsch, Englisch)]
- [http://lions.aflg.de Düsseldorf Lions (Deutsch, Englisch)]
- [http://redbacks.aflg.de Frankfurt Redbacks(Deutsch, Englisch)]
- [http://www.hamburg-dockers.de Hamburg Dockers (Deutsch, Englisch)]
- [http://kangaroos.aflg.de Munich Kangaroos (Deutsch, Englisch)]
Weblinks
- [http://www.afl.com.au Die AFL Homepage (Englisch)]
- [http://www.aflg.de AFL Deutschland (Deutsch)]
Kategorie:Australian Football
ja:オージーフットボール
nb:Australsk fotball
Rugby (Sport)
Rugby ist eine Sportart, die gemeinsam mit dem Fußball in England entstanden ist. Der entfernt mit American Football verwandte Sport ist vor allem in Teilen des britischen Commonwealth äußerst populär.
Entstehung
Der Legende nach soll Rugby entstanden sein, als ein gewisser William Webb Ellis 1823 von der Rugby Schule (School) während eines Fußballspiels den Ball in die Hand nahm und losrannte. Obwohl berechtigte Zweifel am Wahrheitsgehalt der Geschichte bestehen, ist die Rugby-Weltmeisterschaft nach Webb Ellis benannt.
1863 wurde der englische Fußballverband FA (Football Association) mit dem Ziel gegründet, die noch vielfältigen Fußballregeln zu vereinheitlichen. Aufgrund von Streitigkeiten über Regeländerungen zogen sich einige Vereine aus dem Verband zurück und gründeten am 26. Januar 1871 mit der Rugby Football Union (RFU) einen konkurrierenden Verband, der in der Folgezeit nach und nach die Regeln der Schule von Rugby standardisierte.
1895 fand aufgrund eines Streits über den Amateur-Gedanken eine weitere Trennung statt, diesmal innerhalb der RFU.
21 Clubs vor allem aus Arbeitervierteln Nordenglands spalteten sich als Northern Rugby Union (heute Rugby League) ab, legten ihre eigenen Regeln fest und erlaubten eine Professionalisierung des Sports.
Bis heute existieren beide Varianten des Sports nebeneinander.
Internationale Begegnungen von Nationalmannschaften werden sowohl nach den Regeln der Rugby Union wie auch der Rugby League abgehalten.
Beim Siebener-Rugby stehen sich nur je sieben Spieler pro Mannschaft auf einem Feld normaler Größe gegenüber. Die Spiele dauern bei dieser äußerst schnellen, in den Regeln etwas vom normalen Rugby abweichenden Variante jedoch nur zwei Mal sieben Minuten. Auch im Siebener-Rugby werden internationale Turniere, darunter auch eine Weltmeisterschaft und die World Games, ausgetragen. Das renomierteste 7er-Turnier in Deutschland wird seit den frühen 70er-Jahre vom Rugby-Club 1960 Hürth e.V. in der Nähe von Köln ausgerichtet.
Eine noch recht neue Variante des Sports ist Touch Rugby, bei dem Mannschaften von je sechs Spielern antreten. Der Hauptunterschied zu traditionellem Rugby ist der Verzicht auf Tiefhalten, Gedränge und das Treten des Balles. Der Sport ist vor allem in Australien sehr populär. In Deutschland wird Touch zur Zeit hauptsächlich in [http://www.touchberlin.de Berlin], [http://www.touchmuenchen.de München] und Frankfurt gespielt. [http://www.touchdeutschland.de Touch Deutschland] versucht, Touch bundesweit populär zu machen. Im Juli 2004 nahm Deutschland zum ersten Mal bei den Europameisterschaften teil.
Popularität
Rugby ist vor allem auf den britischen Inseln (England, Schottland, Wales, Nordirland, Irland) sowie in Teilen des britischen Commonwealth (Neuseeland, Australien, Südafrika sowie einigen Pazifikinseln) äußerst populär, in Europa außerdem in (Süd-)Frankreich und Italien.
Neuseeland nimmt im heutigen Rugby dabei den Rang ein, den Brasilien im Fußball innehat: zwar nicht Mutterland, aber doch Lehrmeister des Sports.
In Deutschland wird Rugby seit über 100 Jahren gespielt.
Bei den Olympischen Spielen 1900 in Paris errang die deutsche Mannschaft den zweiten Platz (und gewann damit die Bronzemedaille, da es damals noch keine Goldmedaille gab).
Seitdem führt Rugby hierzulande allerdings ein Schattendasein.
Wettkämpfe finden weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt; die deutsche Nationalmannschaft spielt derzeit in der Division II a des europäischen Rugby-Verbands FIRA und kämpft erfolgreich in der dritten von fünf Runden zur Qualifikation für die Rugby WM 2007 in Frankreich. In der Weltrangliste befindet sich Deutschland auf dem 27. Platz (Stand 14.11.2005). Der Spitzenverband des deutschen Rugby-Sports ist der Deutsche Rugby-Verband.
In Deutschland gibt es nur wenige Städte in denen es mehrere Rugby-Vereine gibt, die kleinste Stadt, die zwei Vereine hervorgebracht hat, ist Bocholt. Hochburgen des deutschen Rugby sind Heidelberg, Hannover, Berlin und Frankfurt/M. Im Frauenrugby stellt Berlin mit 4 Vereinen den größten Teil in Deutschland.
Turniere
Der wichtigste internationale Wettkampf im Rugby ist die seit 1987 alle vier Jahre ausgetragene Weltmeisterschaft mit derzeit 20 Teilnehmern. Es gibt auch eine Weltmeisterschaft der Rugby League. Diese findet jedoch nur unregelmäßig statt.
Die wichtigen jährlich stattfindenden internationalen Turniere sind das zwischen den besten europäischen Teams ausgetragene Six Nations, welches sich aus dem ältesten internationalen Rugby-Turnier der Welt, dem Five Nations entwickelte, sowie das zwischen Neuseeland, Australien und Südafrika ausgetragene Tri Nations.
Zwischen 1900 und 1924 war Rugby außerdem viermal Teil der Olympischen Spiele.
Amtierender Weltmeister ist England, das Australien im Oktober 2003 in Sydney nach Verlängerung bezwang. Damit kommt zum ersten Mal überhaupt der Weltmeister aus der nördlichen Hemisphäre.
Regeln
Sydney
Sydney
Ein Rugby-Spiel dauert zwei Mal 40 Minuten (mit fortlaufender Uhr, bei der WM 2003 mit angehaltener Uhr bei verletzungsbedingten Pausen).
Jede Mannschaft von 15 Spielern (Rugby League: 13 Spieler) versucht, den ovalen Ball (der die Form eines verlängerten Rotationsellipsoids hat) ins gegnerische Mal-Feld zu tragen und dort abzulegen.
Dabei darf der Ball niemals vorwärts geworfen werden. Raumgewinn kann daher nur durch das Laufen mit dem Ball und das Kicken des Balls erzielt werden.
Rückpässe erfolgen meist schräg, um eine freie Laufposition zu erreichen.
Der Verteidiger versucht währenddessen, durch Tackling (Tiefhalten) des balltragenden Spielers den Angriff aufzuhalten und den Ball zu erobern.
Aktionen über Brusthöhe sind beim Rugby Union nicht erlaubt, ebenso ist es verboten den Gegner mit anderen Mitteln als dem Tackling und dem Tiefhalten aufzuhalten.
Ein erfolgreicher Versuch (engl. try), den Ball im Mal-Feld abzulegen, bringt fünf Punkte (Rugby League: 4 Punkte). Danach gibt es für die Mannschaft einen Zusatzkick (genauer: Erhöhung, engl. conversion), der über die Querlatte zwischen den beiden Pfosten getroffen werden muss. Dafür gibt es weitere zwei Punkte.
Auch aus dem Spiel heraus kann man den Ball über die Latte kicken.
Dieser Dropkick bringt drei Punkte (Rugby League: einen Punkt). Nach einem schweren Regelverstoß des Gegners kann ein Straftritt verhängt werden, der bei erfolgreichem Abschluss ebenfalls drei Punkte (Rugby League: einen Punkt) wert ist.
Nach Spielunterbrechungen gibt es in dem, im Gegensatz zum American Football, äußerst dynamischen Spiel zwei Standardsituationen:
Das Gedränge, bei dem sich die Stürmer der Mannschaften gebeugt gegenüber stehen und den von außen eingeworfenen Ball mittels Vorwärtsdrängen zu erobern suchen, und die Gasse, bei der der Ball vom Seitenaus eingeworfen wird. Der Einwurf muss in gerader Linie erfolgen, kann aber in Länge und Höhe variieren.
Bei Rugby Union gelten folgende Positionen und Spielernummern:
1. Reihe
Nr. 1 Der linke Prop (loosehead prop)
Nr. 2 Der Hakler (hooker)
Nr. 3 Der rechte Prop (tighthead prop)
2. Reihe
Nr. 4 & 5 Die beiden Zweitereihestürmer (locks)
3. Reihe
Nr. 6 & 7 Die beiden Außenstürmer (flanker)
Nr. 8 Der Drittereihe-Mittestürmer (number 8)
Die Hintermannschaft
Nr. 9 Der Gedrängehalb (scrum-half)
Nr. 10 Der Verbinder (fly-half)
Nr. 12 & 13 Die beiden Innendreiviertel (center)
Nr. 11 & 14 Die beiden Außendreiviertel (wings)
Nr. 15 Der Schlußspieler (full back)
7er-Rugby
Gasse
Eine Variante ist das sogenannte 7er-Rugby, das unter anderem bei World Games gespielt wird. Die Spielzeit ist auf zweimal 7 Minuten (das Finale auf 10 Minuten) verkürzt, pro Mannschaft sind 7 Spieler auf dem Feld (drei Angreifer, Forwards, und vier Verteidiger, Backs).
Ein Versuch (try) zählt 5 Punkte, eine Erhöhung (conversion) bringt weitere 2 Punkte.
Amtierender World-Games-Sieger im 7er-Rugby sind die Fidschi-Inseln.
Links
Wikipedia
- Rugby-Verband Baden-Württemberg
Weblinks
- [http://www.rugby.de Deutscher Rugby-Verband]
- [http://www.rugby-jugend.de Deutsche Rugby-Jugend]
- [http://www.rugby-journal.de Deutsches Rugby-Journal]
- [http://scrum.de SCRUM.de] - Deutsche Rugby-Community mit News, Ergebnissen & Links
- [http://www.rugbyweb.de RugbyWeb.de Spielpläne] - Deutsche Rugby Spielpläne und Ergebnisse
- [http://www.rugby.ch Schweizer Rugby Verband]
- [http://www.rugby-bw.de Rugby-Verband Baden-Württemberg]
- [http://www.rugby-berlin.de Berliner Rugby Verband]
- [http://www.bembelschwenker-frankfurt.de Rugby Old Boys Hessen - Deutschland - Die Bembelschwenker]
- [http://www.rugby-austria.at Österreichischer Rugby Verband]
- [http://www.rugby-innsbruck.at Rugby Club Innsbruck]
- [http://www.rugbyklub03-berlin.de Rugby Klub 03 Berlin]
- [http://www.rugby-club-aachen.com Rugby Club Aachen]
Kategorie:Rugby
Kategorie:Ballspiel
Kategorie:Sportart
ja:ラグビー・フットボール
Arena FootballArena Football ist eine mit dem American Football verwandte Sportart, die auch aus genannter Sportart heraus entstanden ist. Hauptunterschied zwischen Arena- und American Football ist, dass Ersteres ein Hallensport ist.
Aufgrund der räumlichen Einschränkung wird Arena Football mit abgewandelten Regeln vom Freiluft Football gespielt. So ist das Spielfeld bedeutend kleiner und von einer Mauer umzogen, die als Schutz aufgrund der räumlichen Dichte wirken soll. Diese 'Verkleinerung' der Spielmedien zieht sich durch alle Bereiche des Spiels, so lassen sich als Beispiele der verkleinerte Ball und auch die enger zusammenliegenden posts (eine Art Y-förmiges Tor im Football) im Vergleich mit dem American Football nennen. Aufgrund dieser Faktoren ist Arena Football ein sehr schnell gespieltes Spiel, bei dem sehr hohe Endergebnisse, die im American Football selten vorkommen, erzielt werden.
Kategorie:American Football
Kategorie:Ballspiel
Yard
Yard ist eine Einheit der Länge in vielen englischsprachigen Ländern (siehe Angloamerikanisches Maßsystem). Es ist seit 1758 gesetzlich festgelegt und findet vor allem in der Geodäsie Verwendung. In Europa ist die Verwendung des Yard jedoch verboten.
Das englische Wort bedeutet eigentlich Gerte. Eine passende deutsche Übersetzung wäre Schritt, normalerweise wird Yard aber beibehalten.
Definition und Umrechnung
international yard (definiert 1956)
1 yard = 3 foot = 36 inch = 0,9144 Meter
1 statute mile = 8 furlong = 80 chain = 1760 yard
survey yard (definiert 1869)
In den USA wird nur bei der Landvermessung das survey yard verwendet, sonst stets das international yard.
3937 survey yard = 3600 Meter
1 survey yard ≈ 0,91440183 Meter
0,999998 survey yard = 1 yard
Flächenmaß: square yard
Raummaß: cubic yard
2. Abstellanlage für züge
Andere Definitionen
Im Devisenhandel bezeichnet Yard eine Milliarde. 1 Yard Yen = 1.000.000.000 Yen
The Yard als Kurzform für Scotland Yard
Kategorie:Angloamerikanische Einheit
Kategorie:Geld
ja:ヤード
simple:Yard
Skala
Eine Skala (von ital. scala = Leiter, Treppe) ist eine regelmäßig (z. B. gleichmäßig oder logarithmisch) eingeteilte Anzeigefläche, die dazu dient, einen Wert anzuzeigen. Auf technischen Instrumenten ist sie in der Regel mit Ziffern versehen und ermöglicht so das genaue Ablesen zum Beispiel von Messergebnissen.
Je nach der Art eines Merkmals bzw. je nachdem, welche Vorschriften bei seiner Messung eingehalten werden können, lassen sich vier verschiedene Stufen der Skalierbarkeit unterscheiden.
- Nominalskala: Niedrigstes Skalenniveau. Für verschiedene Objekte oder Erscheinungen wird lediglich eine Entscheidung über Gleichheit oder Ungleichheit der Merkmalsausprägung getroffen (z.B. x <> y <> z). Es handelt sich also nur um qualitative Merkmale (z.B. Blutgruppen oder Geschlecht).Es gilt die Gleichheitsrelation, also ich kann entscheiden, ob zwei Ausprägungen gleich oder ungleich sind. Die Werte können abe nicht der Größe nach sortiert werden.
- Ordinalskala: Für ein ordinalskalierbares Merkmal bestehen Beziehungen der Art "größer", "kleiner", "mehr", "weniger", "stärker", "schwächer" zwischen je zwei unterschiedlichen Merkmalswerten (z.B. x > y > z). Über die Abstände zwischen diesen benachbarten Urteilsklassen ist jedoch nichts ausgesagt. Meist handelt es sich um qualitative Merkmale, wie z.B. der in der Frage gesuchte "höchste erreichbare Bildungsabschluß". Ein weiteres Beispiel sind die Schulnoten: Note 1 ist besser als Note 2, ich habe aber keine Auskunft darüber, ob der Unterschied zwischen Note 1 und 2 gleichgroß ist wie der zwischen Note 3 und Note 4.
- Intervallskala: Die Reihenfolge der Merkmalswerte ist festgelegt, und die Größe des Abstandes zwischen zwei Werten läßt sich sachlich begründen. Als metrische Skala macht sie Aussagen über den Betrag der Unterschiede zwischen zwei Klassen. Die Ungleichheit der Merkmalswerte läßt sich quantifizieren (z.B. Temperatur in °C, Intelligenzquotient), und es ist erlaubt, Differenzen zu bilden (z.B. x = y - z). Der Nullpunkt und der Abstand der Klassen (Größe der Einheit) sind jedoch willkürlich festgelegt.
- Verhältnisskala (auch Rationalskala): Besitzt das höchste Skalenniveau. Bei ihr handelt es sich ebenfalls um eine metrische Skala, im Unterschied zur Intervallskala existiert jedoch ein absoluter Nullpunkt (z.B. Blutdruck, Temperatur in Kelvin, Lebensalter). Einzig bei diesem Skalenniveau sind Multiplikation und Division sinnvoll und erlaubt. Verhältnisse von Merkmalswerten dürfen also gebildet werden (z.B. x = y · z).
Ein auf einem bestimmten Niveau skalierbares Merkmal kann selbstverständlich auch auf allen darunter liegenden Skalenniveaus dargestellt werden, jedoch nicht umgekehrt.
Außerdem gibt es noch die Unterscheidung zwischen diskreter, kontinuierlicher und künstlich diskreter Skala:
- Auf einer diskreten Skala besteht zwischen den einzelnen Werten kein kontinuierlicher Übergang, zum Beispiel bei der Angabe der Kinderzahl: Jemand kann ein Kind oder zwei Kinder haben, aber nicht anderthalb.
- Auf einer kontinuierlichen Skala besteht hingegen ein solcher fließender Übergang, beispielsweise bei der Körpergröße. Jemand kann 1,76 m oder 1,77 m groß sein, die Größe kann aber auch irgendwo dazwischen liegen und im Prinzip unendlich viele Stellen hinter dem Komma aufweisen.
- Hier kommt die künstlich diskrete Skala ins Spiel: Ein solches kontinuierliches Merkmal wird dann auf einer künstlich diskreten Skala angeben. Zum Beispiel wird jemand mit der Körpergröße 1,7636353746 m als 1,76 m groß angegeben, und jemand der Größe 1,769987 m als 1,77 m groß.
ja:天秤
Kategorie:Statistik
Rotationsellipsoid
Ein Rotationsellipsoid (auf Englisch "spheroid") ist ein Ellipsoid, das durch die Drehung einer Ellipse um eine ihrer Achsen entsteht. Im Gegensatz zu einem allgemeinen Ellipsoid sind zwei Achsen gleich lang. Man unterscheidet dabei je nach Länge der Drehachse das
- Abgeplattete (oblate) Ellipsoid bei Rotation um die kleine Achse und das
- Verlängerte (prolate) Ellipsoid bei Rotation um die große Achse.
Ein Beispiel für ein verlängertes Rotationsellipsoid ist die Form des Balles beim Rugby oder American Football.
Die meisten größeren Himmelskörper sind angenähert abgeplattete Rotationsellipsoide. Sie entstehen durch die Fliehkraft, die bewirkt, dass ein kugelförmiger Körper verformt wird. An den Polen, also den Durchstoßpunkten der Rotationsachse, werden diese Körper abgeplattet, am Äquator entsteht eine Ausbauchung. Besonders deutlich ist die Abplattung bei der Sonne und den großen Gasplaneten Jupiter und Saturn ausgeprägt, weil sie besonders schnell rotieren und nicht verfestigt sind. Aber auch die Erde und die anderen terrestrischen Planeten werden durch die bei der Rotation entstehenden Fliehkräfte zu Rotationsellipsoiden verformt. Der in zehn Stunden rotierende Jupiter ist um etwa 1/16 abgeplat | | |