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AmerikaDer Name Amerika bezeichnet
- naturwissenschaftlich veraltet, aber in der Ethnologie, Sprach- und Kulturwissenschaft (Amerikanologie) gebräuchlich, den so genannten Doppelkontinent Nordamerika einschließlich Mittelamerika und den mit ihm zusammenhängenden Kontinent Südamerika. Siehe dazu Amerika (Kontinent)
- umgangssprachlich die Vereinigten Staaten von Amerika
- eine Ortschaft in Sachsen (Deutschland), Stadtteil von Penig, siehe Amerika (Sachsen)
- das Romanfragment Amerika von Franz Kafka, siehe Amerika (Roman)
Die Schreibweise America wird verwendet für
- einen Ort der Gemeinde Horst aan de Maas in den Niederlanden, siehe America (Niederlande)
- das Luftschiff „America“ (Anfang 20. Jh.), siehe Walter Wellman
- ein Goodyear-Luftschiff der 1970er
- das Musik-Album „America“ von Modern Talking, siehe America (Album)
- eine Rockband, siehe America (Band)
- ein ehemaliges Schiff der Cunard Line, siehe America (Schiff)
- ein ehemaliger amerikanischer Flugzeugträger, USS America (CV 66)
- einen Historienfilm aus dem Jahr 1924, siehe America (Film)
ja:アメリカ (曖昧さ回避)
EthnologieEthnologie (grch.: ethnos [fremdes] Volk), auch Völkerkunde erforscht als Wissenschaft die verschiedenen Ethnien bzw. Völker der Welt sowie ihre Kulturen. Manchmal wird die Ethnologie als vergleichende Völkerkunde von der Ethnographie, also der einfachen Beschreibung ethnischer Gruppen, abgegrenzt.
Begriff
Die klassische Völkerkunde wandte ihr Augenmerk vornehmlich der Kultur außereuropäischer, schriftloser Völker zu, die überwiegend in die Kategorie indigene Völker fallen, bzw. sich selbst als solche definieren.
Im internationalen (und damit auch im deutschen) Bereich wird Ethnologie zunehmend als ein System vielfältiger miteinander verflochtener Disziplinen verstanden. Anthropologie und Geschichtswissenschaft gehören ebenso hinzu wie Sozialpsychologie, Kultursemiotik oder Ökonomie. Das Feld der ethnologischen Forschung wird vor allem im angelsächsischen Bereich unter den Begriffen cultural anthropology (USA) und social anthropology (UK) beschrieben. Der bedeutende französische Ethnologe Claude Lévi-Strauss nannte sein Programm auch "strukturale Anthropologie".
In Europa wird zusätzlich die Europäische Ethnologie betrieben (der klassische Name lautet Volkskunde), die als Selbstreflexion der europäischen Kultur das Andere in der eigenen Gesellschaft untersucht.
Definition:
Eriksen, Thomas H.:
"Anthropologie ist das vergleichende Studium des kulturellen und sozialen Lebens. Ihre wichtigste Methode ist die teilnehmende Beobachtung, welche aus lange andauernder Feldforschung in einem besonderen sozialen Umfeld besteht."
Geertz, Clifford:
" Wenn wir entdecken wollen, was den Menschen ausmacht, können wir das nur finden, in dem, was die Menschen sind: und was die Menschen sind, ist höchst unterschiedlich. Indem wir die Verschiedenheiten verstehen- ihr Ausmaß, ihre Natur, ihre Basis und ihre Implikationen- können wir ein Konzept der menschlichen Natur erstellen, mehr ein statistischer Schatten als ein primitivistischer Traum, das beides beinhaltet: Substanz und Wahrheit."
Ingold, Tim:
" Anthropologie ist Philosophie mit den Menschen darinnen."
Lévi-Strauss, Claude:
" Die Anthropologie hat die Menschheit zum Subjekt ihrer Forschung, aber anders als andere Wissenschaften vom Menschen, versucht sie ihr Objekt mittels unterschiedlichster Manifestationen zu erfassen."
Gegenstand
Die Ethnologie untersucht die Struktur und Funktion von Gesellschaftssystemen und versucht sie in Modellen darzustellen. Dabei wendet sie sich der gesamten Breite gesellschaftlichen Lebens zu, wie ethnischen Gruppen in städtischen Gesellschaften, Geschlechterdifferenzen, sozialer Schichtung, internationalen Beziehungen und Spezialdisziplinen wie Medizin-, Wissenschafts-, oder Musikethnologie.
Ihr Gebiet reicht von der Archäologie, dem Studium der Religionen mit ihrem Brauchtum bis hin zur Sozial- und Individualpsychologie. Biologische Faktoren finden ebenso Berücksichtigung (Genetik, Soziobiologie) wie maßgebliche philosophische Entwürfe (Strukturalismus).
Methoden:
Qualitative Methoden,
Quantitative Methoden,
Feldforschung
Theorien:
Funktionalismus, Strukturfunktionalismus, Strukturalismus, Neoevolutionismus, Kulturrelativismus, Kulturmaterialismus, Kognitive Ethnologie, Kulturökologie, Psychoanalyse
Forschungsbereiche:
Visuelle Anthropologie, Verwandtschaftsethnologie, Ethnosoziologie, Friedens- & Konfliktforschung, Action Anthropology, Wirtschaftsethnologie, Genderforschung, Rechtsethnologie, Religionsethnologie, Interkulturelle Kommunikation
Bekannte Ethnologen: Bronislaw Malinowski, Alfred Radcliffe-Brown, Margaret Mead , Evans-Pritchard, Levi-Strauss, Victor Turner, Clifford Geertz, Stanley Tambiah etc. (Liste von Ethnologen)
Geschichte
Ethnologie in einem weiteren Sinn (Ethnographie, d.h. die Beschreibung fremder Völker) wurde schon in der griechischen und römischen Antike betrieben. Im 5. Jahrhundert v. Chr. gab Herodot von Halikarnassos bereits eine ausführliche und empirisch gestützte Darstellung der Völker der damals bekannten Welt und ihrer Sitten. Beschreibungen anderer Kulturen finden sich auch bei Platon, Aristoteles und anderen. Für die Neuzeit hat zunächst die Epoche der großen Entdeckungsreisen zu neuen Kontakten mit fremden Völkern geführt, die sich vielfältig in Reiseliteratur und anderen Texten spiegeln (z.B. bei Montaigne (Über Kannibalen), bei Montesquieu und vielen anderen). Die Geburt der Ethnologie im heutigen Sinne ist im Schatten des Kolonialismus geschehen, und zwar seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie erscheint somit als eine Art verwissenschaftlichten "schlechten Gewissens" der Kolonialpolitik der europäischen Nationen. Daher erklärt sich, dass die Ethnologie eine westeuropäisch geprägte Disziplin ist und ihre wichtigsten Exponenten in einigen jener Nationen gefunden hat, die rund um die Welt Macht beansprucht haben, vor allem England, Frankreich und Deutschland. Von den anderen Kontinenten ausgehend, gibt es keine vergleichbare Wissenschaft des kulturell Fremden. Somit trägt sie exemplarisch den Vorwurf des Eurozentrismus aus. Aktuell sind es vor allem Fragen der Methode, die die Forschung beschäftigen und die auch auf die anderen Sozialwissenschaften ausstrahlen.
Antike bis Mittelalter
Herodot (490-425 v. Chr.) war ein Geschichtsschreiber, der Reisen in den anatolischen, syrisch- irakischen und arabischen Raum unternahm. Seine Schriften gelten als wichtige Quelle. Herodot schrieb im fünften Jahrhundert vor Christus in den Historiai über die "barbarischen" Stämme im Norden und Osten der griechischen Halbinsel, im Vergleich zu den Gewohnheiten und Vorstellungen der Athener.
Cornelius Tacitus (ca. 56- ca. 120): De origine et situ Germanorum
Marco Polo (1254-1324): Le divisament dou monde/ Il Milione
Ibn Khaldun (1332-1406): Muqaddima
José de Acosta (1540-1600): Auf der Grundlage einer umfassenden humanistischen Bildung schuf der Jesuit José de Acosta mit seiner Historia natural y mortal de las Indias ein herausragendes Werk, das unvoreingenommen über die "Neue Welt" und ihre Bewohner informiert und die amerikanischen Kulturen mit den europäischen vergleicht und in Beziehung setzt.
1537: Die Bulle des Papstes Paul III. bezeichnet die Entdeckten als "veri homines", als Menschen also, die für die Christenheit gewonnen, und missioniert werden können. Die absolute Stellung der Kirche, die alle Entdeckungen, sowie herrschaftliche Entscheidungen, für sich beansprucht, führt nach dem Investiturstreit zu einer Konfrontation der kirchlichen und weltlichen Macht. Zwei theologische Schulen prägten Universalideen, nämlich
a. Die Augustinische Schule: Augustinus setzt alle Probleme des Lebens in Rückverbundenheit zu Gott in Beziehung. Die unmittelbare Macht der Kirche- " deus & anima"- schafft einen Weg zur theokratischen Gesellschaftsordnung. Aegidius Humanus denkt, dass jeder Ungläubige in Feindschaft mit Gott lebt. Dieses " Heidenproblem" spricht Ungläubigen jeden Besitz ab, weil alles "von Gott" sei. Papst Innozenz IV legitimiert Gewalt gegen "Heiden", erkennt Staatenbildung der Nicht- Christen ab, meint aber, dass der freie Wille ein Naturgesetz sei. Durch die Unterordnung unter die Gewalt des Papstes, sei den Menschen Wille und Menschsein zuerkannt. So verlasen die Entdecker entsprechende Texte, die für Indigene als Handlungsvorlage dienen sollten. Wenn die Entdeckten nicht nach christlichen Vorgaben handelten, war Gewalt legitim anzuwenden.
b. Die Thomistische Schule: Thomas von Aquin erkannte Gott als Ursache der Welt, die Macht der Kirche als mittelbar. Gott existiere im aristotelischen Denken, das auf Erfahrung beruht, aufgrund der Existenz der Welt. Die Bewegung der Welt und die Rechtsordnung fußten in Erfahrung. Persönliche Freiheit, Eigentumsrecht und Eigenstaatlichkeit wurden als Naturrecht zuerkannt.
Phasen der deutschsprachigen Ethnologie
15. und 16. Jahrhundert
Europa war eine religiöse, keine politische Einheit. Die Wertegemeinschaft Christentum stellt ihr christliches Erbe vor Politik, das als konstitutives Element fungierte, daher hat Glaube auch heute noch politische Relevanz. (EU: Ostverhandlungen, Verhandlungen mit der Türkei, baltischer Raum: " containment" von außen, um Stabilisierung zu schaffen.) Die spanische Inquisition propagiert das Christentum als den "rechten Glauben" und hoffte so das "Maurenproblem" zu lösen. 1492 wurde das letzte maurische Königreich zerstört, Amerika von Christoph Kolumbus wieder entdeckt, und 1610 erfolgten die letzten Vertreibungen von Mauren aus Spanien. Spanier und Portugiesen reisen nach Afrika, Indien, Mittel- und Südamerika um Rohstoffe, Gold und Reichtümer zu rauben. Menschen wurden nicht als Menschen wahrgenommen, das Christentum sollte verbreitet werden. Nach den Entdeckungen überwiegt eine eurozentristische Sichtweise, die bis ins zwanzigste Jahrhundert von Forschern und Kolonialisten nur wenig selbstreflexiv und kritisch hinterfragt wurde.
Bernardino de Sahagún ( 1499- 1590): Histroia general de las cosas de Nueva Espagna. Sahagun thematisiert Bräuche, Praktiken, Promiskuität und Kannibalismus.
Staden, Hans ( ca. 1525- ca. 1576) schrieb 1557 die "Wahrhaftige Historia" und legte das konfrontative Verhältnis gegen "Wilde" fest, die mit brutaler Härte als Nicht- Menschen interpretiert wurden. Staden stand auf Seiten der Kirche. Verzerrte Darstellungen aus dieser Zeit schildern Nacktheit, Kannibalismus und Promiskuität. Vermutungen und Phantasien bilden negative Darstellungen, zum Beispiel auch auf Stichen. Kannibalen in "Naturgesellschaften" seien nicht "missionierbar", "Wilde" nicht für das Christentum" aquirierbar". Die politisch- ideologische Botschaft verhinderte Respekt und nihilierte die Tötungshemmung.
Thomas Hobbes´s (1588- 1679) Leviathan (1649/ 1651), Antonio de Oliveira de Cadornega (1610- 1690), Joseph-Francois Lafiteau (1681- 1746), Jean-Jacques Rousseau ueber den Contract Social (1762).
18. und 19. Jahrhundert
"The rise of anthropological theory began during that hallowed epoch in Western culture known as the Enlightenment- the period roughly coincident with the one hundred years from the writing of John Locke´s An Essay Concerning Human understanding (1690) to the outbreak of the French Revolution."
Im 19. Jahrhundert war die Ethnologie vom Evolutionismus bestimmt, dessen Anliegen der Entwurf einer kulturellen Abfolge war. Oftmals stützten sich die Theorien nicht auf eigene Forschungen, sondern auf Berichte von Missionaren ("Lehnstuhlethnologie").
20. Jahrhundert
Erst Bronislaw Malinowski begründet die Forschungsmethode der teilnehmenden Beobachtung, die auch heute noch für das Fach wesentlich ist.
Literatur
- Karl-Heinz Kohl: Ethnologie - die Wissenschaft vom kulturell Fremden. Eine Einführung. München : Beck 1993. ISBN 3-406-37733-5 (Hervorragende Einführung in den aktuellen Stand der Disziplin)
- Christoph Antweiler: Ethnologie lesen.Ein Führer durch den Bücher-Dschungel. Mit CD-ROM Bd. 1, LIT Verlag, 3. überarb. u. erg. Aufl. 2004, ISBN 3-8258-5608-9
- Werner Petermann: Die Geschichte der Ethnologie, Wuppertal 2004;
- Friedrich Ratzel: Völkerkunde (1885);
- Hans Fischer/Beer, Bettina (2003): Ethnologie. Einführung und Überblick. Reimer: Berlin.
zu Geschichte:
- Barnard, Alan: History and Theory in Anthropology',' Cambridge University Press, 2000
- Barnard, Alan & Spencer, Jonathan: Encyclopaedia of Social and Cultural Anthropology, London/ New York: Routledge, 2003
- Borofsky, Robert: Assessing Cultural Anthropology, McGraw- Hill, Inc., 1994
- Eriksen, Thomas H.: Small Places, Large Issues, London: Pluto Press, 2001
- Feest, Christian & Kohl, Karl- Heinz ( Hg.): Hauptwerke der Ethnologie, Stuttgart, Alfred Kroener Verlag, 2001 .
- Gingrich, Andre: Erkundungen, Wien, Boehlau Verlag, 1999
- Harris, Marvin: The Rise of Anthropological Theory. A History of Theories of Culture. Updated Edition, USA: Alta Mira Press, 2001 ( 1968)
- Kuper, Adam: Anthropology & Anthropologists, GB: Routledge, 2002
Populärwissenschaftliche Literatur
- Johannes M. Waidfeld: Wachstum, der Irrtum; Wohlstand, eine gesellschaftliche Betrachtung, Fischer & Fischer Medien AG, Frankfurt 2005, ISBN 3-89950-076-8
Weblinks
- http://www.evifa.de/ - EVIFA - Virtuelle Fachbibliothek der Ethnologie
- http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/ulb/etn.html - Die Düsseldorfer Virtuelle Bibliothek: Ethnologie
- http://www.ethno.info - Portal für moderne Ethnologie
- http://www.antropologi.info/blog/ethnologie - Ethnologische Presseschau (mehrsprachiger Blog)
- http://sonner.antville.org - Ethnologisches Weblog (Newsseite), das von Studierenden der LMU München betrieben wird.
- http://journal-ethnologie.de - Virtuelles Ethnologie-Journal
Siehe auch
Portal:Ethnologie |
Ethnobotanik |
Liste der Museen für Völkerkunde |
Ethnopsychoanalyse
Theorie der interkulturellen Kommunikation
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Kategorie:Kulturwissenschaft
ja:文化人類学
SprachwissenschaftSprachwissenschaft ist ein Sammelbegriff für alle Wissenschaften die in irgendeiner Form Sprache untersuchen. Sie ist ein Teilgebiet der Semiotik. Die Bezeichnung Linguistik wird vielfach synonym verwendet, im strengen Sinne ist Linguistik jedoch die Allgemeine Linguistik, und nur ein Teilgebiet der Sprachwissenschaft.
Teilgebiete
- Allgemeine Linguistik, die Untersuchung von Sprache als abstraktes System
- Graphemik, die wissenschaftliche Untersuchung von Schrift als Sprachsystem
- Lexikologie, die Lehre von den Strukturierungen im Wortschatz
- Dialektologie, die Lehre von Dialekten
- Philologie, die sprach-, literatur- und kulturwissenschaftliche Untersuchung einzelner Sprachen
- Interlinguistik, die Untersuchung der internationalen Kommunikation, Sprachpolitik und den Plansprachen
- Paläolinguistik, die Untersuchung der Entstehung menschlicher Sprache
- Sprachphilosophie, die philosophische Betrachtung von Sprache und ihrer Verwendung
- Vergleichende Sprachwissenschaft, die vergleichende Untersuchung von Sprachen
- Kontrastive Linguistik, die synchron-vergleichende Untersuchung von Sprachen
- Historische Linguistik, die diachron-vergleichende Untersuchung von Sprachen
- Korpuslinguistik
Verwandte Wissenschaften
- Medienwissenschaft
- Kommunikationswissenschaft
- Ivar Aasen, begründete die neunorwegische Schriftsprache Landsmål (heute Nynorsk)
- Karl Bühler
- August Ferdinand Bernhardi
- Jacob Grimm & Wilhelm Grimm sind die Begründer der Deutschen Philologie
- Gustave Guillaume
- Wilhelm von Humboldt hat die Vergleichende Sprachwissenschaft begründet
- Antoine Meillet beschäftigte sich mit den indoeuropäischen Sprachen
- Ferdinand de Saussure gilt als Begründer des Strukturalismus und prägte den zweiseitigen Zeichenbegriff
- August Schleicher gilt als Begründer der Stammbaumtheorie in der vergleichenden Sprachforschung
- Johannes Schmidt gilt als Begründer der Wellentheorie
Weiterführende Angaben
Siehe auch
Portal:Sprache, Kommunikationswissenschaft, Relator, Sprachphilosophie, Konkomitanz
Weblinks
- [http://www.uni-duisburg-essen.de/germanistik/ E-Learning und Germanistik] (Webangebot der Germanistik der Universität Duisburg-Essen mit zahlreichen E-Learning-Kursen. Hier ist u.a. auch das Webangebot von Linse (Linguistik Server Essen) angesiedelt.)
- [http://www.wissenschaft-online.de/abo/ticker/771860 Es werde Wort – und zwar schnell!] Ein Bericht über die „rasante Entwicklung von Sprache"
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/249202.html Mathe ist sprachlos – Zum Erfassen mathematischer Prinzipien ist Sprache nicht notwendig.] Bericht in www.wissenschaft.de über eine Publikation im PNAS
Literatur
- Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. Kröner, Stuttgart, ISBN 3-520-45202-2.
- Csaba Földes: Interkulturelle Linguistik. Vorüberlegungen zu Konzepten, Problemen und Desiderata. Veszprém: Universitätsverlag/Wien: Ed. Praesens 2003 (Studia Germanica Universitatis Vesprimiensis, Supplement; 1). ISBN 3-7069-0230-3 und ISBN 963-9495-20-4.
- Ludger Hoffmann: Sprachwissenschaft: Ein Reader. de Gruyter, 2000. ISBN 3-11-016896-0.
- George Yule: The study of language. Cambridge University Press, 1996. ISBN 0-521-56851-X.
- Peter Koch: Wozu Linguistik? In: Florian Keisinger u. a. (Hrsg.): Wozu Geisteswissenschaften? Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte, Frankfurt a. M./New York 2003
Kategorie:Semiotik
Kategorie:Sprache
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fiu-vro:Keeletiidüs
ja:言語学
ko:언어학
th:ภาษาศาสตร์
zh-min-nan:Gí-giân-ha̍k
AmerikanologieAmerikanologie ist eine zumindestens im deutschen Sprachraum neue, hauptsächlich sozialwissenschaftliche Herangehensweise an den amerikanischen Doppelkontinent, die diesen Kontinent als historisch-ethnologisch-politologischen Ereignisraum betrachtet. Mit dem Begriff "Ereignisraum" soll die "Geophilosophie" nach Deleuze/Guattari wiedergegeben werden. Dies betrifft insbesondere deren anti-essentialistische Herangehensweise (siehe Essentialismus).
Vorläufer und Grundlagen der Amerikanologie
Die "klassischen" sozialwissenschaftlichen Arbeiten, aus denen sich die Amerikanologie als Diskurs entwickelt hatte, sind unter anderem
Darcy Ribeiro
# O Processo Civilizatório, 1968 (deutsch Der zivilisatorische Prozess, Frankfurt am Main 1971)
# As Américas e a Civilização, 1969 (deutsch Amerika und die Zivilisation, 1985).
Das letzte Werk ist sein berühmtestes, da darin seine Konfigurationstheorie ausgeführt wird, die dann in derart renommierten Journals wie "Current Anthropology" erschien.
Um diese doch etwas bejahrte Konfigurationstheorie in der gebotenen Kürze zeitgemäß zu formulieren:
Die Umstände, die den Charakter der heutigen amerikanischen Gesellschaften bedingen, sind nach dem Ansatz von Ribeiro historisch entstanden, da die Grundlagen dieser Entwicklung im Moment der europäischen Invasion in Amerika geschaffen wurden. Die heutigen Gesellschaften Amerikas sind tendenziell davon determiniert, wie die Europäer mit den Indigenen umgegangen sind: Das Szenario des "clash of civilizations" -- das im 16. Jahrhundert nun stattgefunden hatte -- war regional unterschiedlich. Wie dieser aber konkret ablief (Kolonialismus, Mischehen oder Ausrottung) determinierte die Entwicklung der spezifisch amerikanischen Gesellschaften.
Die Grundmuster der Entwicklungslinien typologisiert Ribeiro als
# pueblos testimonios: Die Volkskultur der amerikanischen Hochkulturen lebt weiter (Mesoamerika und Anden)
# pueblos nuevos: Es entstand eine neue "clasa popular" durch Mischehen, der jedoch stand die Aristokratie des spanischen oder portugiesischen Empires gegenüber. (Paraguay, Brasilien)
# pueblos transplantados: Die Indígenas haben als Individuen keinen Rechtsstatus sondern nur als "dependent nations" (USA) und werden, soferne nicht ausgerottet, in Reservate gesperrt.
# pueblos emergentes: entstanden aus "displaced persons" als Opfer der merkantilen Revolution. Die "displaced persons" entwischten dem Kolonialsystem und machten dann ihre eigene Kultur unabhängig auf, betrifft die zur Zwangsarbeit deportierten Afrikaner (Sklaven) (Marroons, Quilombos etc.)
Dazu muss gesagt werden, dass in der lateinamerikanischen Ethnologietradition "Kultur" nicht essentialistisch begriffen wird, sondern als kreative Aufgabe (Ribeiro prägte dafür den Begriff "creadividade cultural" ... der zergeht auf der Zunge, wie der Rohrzucker eines Caipirinhas, im Vergleich mit dem Schindluder, der in der Alten Welt mit dem Begriff Kultur schon betrieben wurde).
Nach amerikanologischem Ansatz charakterisiert diese Typologisierung die vorgefundenen historischen Bedingungen, unter denen Menschen politisch oder sonst wie handeln können ('agency').
Paradigma und Methode der Amerikanologie
Die Amerikanologie nutzt diese Ansätze von Ribeiro als paradigmatische Orientierung (nicht etwa als "heiligen Text"). Die grundlegende Herangehensweise der Amerikanologie beruht daher auf der Tatsache, dass es genauso amerikanische Hochkulturen (das Aztekenreich, Mayas, und das Inkareich) gegeben hat, deren Traditionen, wie erwähnt, bis heute in der "cultura popular" fortbestehen.
Aus weiteren Folgerungen aus der Konfigurationsanalyse amerikanischer Gesellschaften von Ribeiro kommen wir zu folgenden Axiomen:
# Amerika ist eine geographisch-soziale Tatsache und kein Begriff.
# Begriffe wie "Lateinamerika" spiegeln nur die halbe soziale Realität wieder (sprechen die Indígenas Latein? Und die Mestizen?),
# Begriffe wie Angloamerika sind militärisch konstruiert (weil die Indígenas militärisch dezimiert und hinterher in Reservaten domestiziert wurden).
# Amerika ist NICHT nur die USA.
# Die Geschichte Amerikas beginnt mit der Einwanderung der Menschen über die Beringstrasse. Ob diese Geschichte nun mit den Methoden der Urgeschichte, der Frühgeschichte (z.B. für die Inka: Maria Rostworowski de Diez Canseco[http://librosperuanos.com/html/Maria_Rostworowski.htm]) oder die normale "rankeanische" Geschichte betrifft, ist für die Tatsache der Geschichte unerheblich, dies ist eine Methodenfrage.
Durch die Notwendigkeit eines holistischen Ansatzes orientiert sich daher die Amerikanologie stark am Paradigma der Sinologie. Dies betrifft insbesondere die interkulturelle Methodologie, für deren Anwendbarkeit für die Gesellschaften des amerikanischen Doppelkontinentes Hanns-Albert Steger seit längerem bahnbrechende Einsichten erarbeitet hatte.
Forschungseinrichtungen der Amerikanologie
Für die Amerikanologie gibt es ein eigenes Institut, das Institut für Amerikanologie, das vom Forschungs- und Kulturverein für Kontinentalamerika und die Karibik ([http://www.konak-wien.org KonaK]) in Wien betrieben wird. Derzeit entsteht eine wissensbasierte Datenbank für Amerikanologie, die von der Republik Österreich mit dem Theodor Körner [http://members.chello.at/konakwien/tkp.htm Preis] ausgezeichnet wurde.
Kategorie:Wissenschaft
Amerika (Kontinent)
Der amerikanische Kontinent erstreckt sich in seiner Nord-Südachse vom 83. Breitengrad Nord (Kap Columbia) bis zum 56. Breitengrad Süd (Kap Hoorn). Dies entspricht ca. 15.000 Kilometer Nord-Süd Ausdehnung. Der östlichste Punkt liegt in Brasilien auf dem 35. Längengrad West und der westlichste in Nordamerika auf dem 172. Längengrad Ost auf Attu, einer Aleuteninsel. Mit einer Landfläche von etwa 42 Millionen Quadratkilometern ist er nach Asien der zweitgrößte Kontinent der Welt.
Klassischerweise teilt man den amerikanischen Kontinent in Nord-, Mittel- und Südamerika auf. Dies ist auch in plattentektonischer Hinsicht sinnvoll, da Nordamerika größtenteils auf der nordamerikanischen Platte, Südamerika größtenteils auf der südamerikanischen Platte und Mittelamerika auf der Karibischen Platte ruhen. Durch die politische Grenzziehung, die sich bekanntlich nicht an der Plattentektonik orientiert, gibt es jedoch Abweichungen dieser Zuordnung.
Der Name Amerika ist vom Namen des Italieners Amerigo Vespucci (1454-1512) abgeleitet, der klargestellt hat, dass der im Zuge der mit Christoph Kolumbus einsetzenden transatlantischen Fahrten wiederentdeckte Erdteil nicht Indien oder Asien ist. Der Freiburger Kartograph Martin Waldseemüller trug den neuentdeckten Kontinent 1507 auf einer Weltkarte als "America" ein. Die Bezeichnung "Indianer" für die Ureinwohner Amerikas geht auf die Annahme zurück, es handele sich bei Amerika um Indien.
Alternative Bezeichnungen des Doppelkontinentes Amerika sind Westliche Hemisphäre, Neue Welt, Westfeste (veraltet), vierter Kontinent (veraltet).
Nordamerika
Zu Nordamerika gehören Grönland, Kanada, die USA, Mexiko und mehrere Inselstaaten.
Besonders erwähnenswert ist, dass ein Teil Nordamerikas auf der Pazifischen Platte liegt. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um die Halbinsel Niederkalifornien in Mexiko sowie den Küstenstreifen Kaliforniens von San Diego bis nördlich von San Francisco. Der Bruch zwischen der pazifischen und der nordamerikanischen Platte wird San Andreas-Graben genannt. Beide Platten driften beständig nach Norden, die pazifische Platte jedoch mit einer höheren Geschwindigkeit. Dadurch gleiten beide Platten aneinander vorbei. Da dies nicht reibungslos passiert, sondern sich beide Platten an verschiedenen Stellen verhaken, kommt es sehr häufig zu Erdbeben in diesem Gebiet.
Im westlichen Teil befinden sich die Rocky Mountains, die westlichen Kordilleren und die Sierra Madre Occidental, die hauptsächlich durch den Druck der pazifischen Platte auf die nordamerikanische Platte vor ca. 80 Millionen Jahren entstanden sind. Im Norden ist Grönland mit seinem Inlandpackeis und weiter südlich zwischen Kanada und den USA die großen Seen erwähnenswert, die Hinterlassenschaften der letzten Eiszeit sind. Hier befindet sich der nach dem Kaspischen Meer zweitgrößte See der Welt, der Lake Superior mit einer Fläche von etwa 82.000 Quadratkilometern. Auf der östlichen Seite finden sich die Appalachen, die mit einem Alter von ca. 400 Millionen Jahren zu den ältesten Gebirgen der Welt gehören. Zwischen den Appalachen und den Rocky Mountains finden sich die Great Plains, eine zentrale Tiefebene, durch die der Missouri und der Mississippi fließen. Das Mississippital wird auch Tornado Alley genannt, da hier sehr häufig Tornados entstehen.
Mittelamerika
Portal: Mittelamerika
In Mittelamerika gibt es sehr viele tätige Vulkane an der Pazifikküste. Der Lago de Nicaragua hat mehrere hundert Inseln, davon sind einige auch tätige Vulkane. Entstanden ist dieser See durch vulkanische Abtrennung vom Pazifik, wodurch sich hier einzigartige Süßwasservarianten von Haien und Schwertfischen gebildet haben.
In Mittelamerika liegt der Panamakanal, der den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozean verbindet.
Südamerika
Portal: Südamerika
Mehr als die Hälfte Südamerikas ist tropisches Gebiet. Im westlichen Bereich dominieren die Anden, das größte Gebirge Amerikas, das Landschaftsbild. Der höchste Berg von Amerika ist der nordöstlich von Santiago de Chile liegende, vergletscherte Aconcagua mit 6.962,97 Metern Höhe. Die Anden entstanden durch die Subduktion der so genannten Nazca-Platte unter die südamerikanische Platte. Als tektonisch aktives Gebiet finden sich entlang der westlichen Küste viele Vulkane, die weiter im Süden zu einer Feuerland genannten Vulkan- und Geysirtundra hin ausläuft.
Zwischen Anden und Pazifik liegt im heutigen Nordchile die extrem aride Atacama-Wüste.
Im Nordosten findet sich das Bergland von Guayana und südlich davon das Amazonas-Becken mit dem Amazonas, seinen unzähligen Zuflüssen, fruchtbaren Überschwemmungsgebieten und Urwäldern. Der Amazonas befördert 1/5 des ins Meer fließenden Süßwassers. Das Becken wird im Süden begrenzt vom stark verwitterten Brasilianischen Bergland.
Siehe auch
- Geschichte Amerikas
- Entdeckung Amerikas 1492
- Entdeckung Amerikas
- Amerikanologie
- Martin Waldseemüller
Weblinks
Kategorie:Kontinent
ja:アメリカ州
ko:아메리카
simple:The Americas
th:ทวีปอเมริกา
zh-min-nan:Bí-chiu
US-amerikanisch
Die Vereinigten Staaten von Amerika (engl.: United States of America, kurz: USA) sind eine Bundesrepublik in Nordamerika. Sie grenzen im Norden an Kanada und (über die 100 km breite Beringstraße mit dem Bundesstaat Alaska) an Russland, im Süden an Mexiko, im Osten an den Atlantik und im Westen an den Pazifik.
Die Vereinigten Staaten entstanden 1776 mit der Unabhängigkeitserklärung der britischen Kolonien in Amerika und gewannen durch starke Industrialisierung und massive Immigration aus Europa im 19. Jahrhundert rasch an Einfluss. Am Ende des 20. Jahrhunderts waren sie nach der Überwindung des totalitären Faschismus (im 2. Weltkrieg) und Kommunismus (im Kalten Krieg), zu der sie wesentlich beitrugen, die einzige verbliebene Supermacht.
Seit etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts sind die USA weltweit die weltpolitisch, wissenschaftlich, wirtschaftlich, (populär)kulturell und militärisch führende Macht. In all diesen Gebieten prägen sie die Gegenwart in einem Maße wie kein anderes Land der Welt.
Geographie
Hauptartikel: Geographie der USA
Das Kernland der USA besteht aus 48 Bundesstaaten und dem District of Columbia (D.C.), die innerhalb einer gemeinsamen Grenze liegen. Inklusive der beiden Bundesstaaten Alaska und Hawaii, die außerhalb dieses Kernlandes liegen, zählen die USA 50 Bundesstaaten.
Das Landschaftsbild ist sehr vielfältig: es gibt Waldgebiete und Mittelgebirge an der Ostküste, Mangrovenwälder im subtropischen Florida, die Flusssysteme von Mississippi und Missouri, weite Ebenen im Zentrum des Landes, große Gebirgszüge wie die Rocky Mountains, trockene Wüsten im Südwesten, gemäßigte Regenwälder im Nordwesten und Küstengebirge an der Westküste der USA. Hinzu kommen die arktische Region der Tundra in Alaska und die tropischen Inseln von Hawaii mit dem 4.170 Meter hohen Vulkan Mauna Loa.
Das Kernland der USA liegt zwischen dem 24. und 49. nördlichen Breitengrad und zwischen dem 68. und 125. westlichen Längengrad und ist in vier Zeitzonen eingeteilt. Alaska und Hawaii sowie die politisch an die USA angeschlossenen Außengebiete (beispielsweise Puerto Rico und Guam) liegen außerhalb dieser Zone.
Im Norden grenzt das Kernland an Kanada, im Süden an Mexiko und an den Golf von Mexiko. Im Osten liegt der Atlantische Ozean und im Westen der Pazifische Ozean. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 2.500 km. Zwischen Atlantik und Pazifik liegen rund 4.500 km.
Hawaii ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean. Alaska liegt nordwestlich von Kanada und ist durch die Beringstraße von Russland getrennt.
- Grenze zu Kanada: 8.895 km (davon 2.477 km zwischen Alaska und Kanada)
- Grenze zu Mexiko: 3.326 km
- Küstenlinie: 19.924 km
Fläche
Die Vereinigten Staaten sind der flächenmäßig drittgrößte Staat der Erde nach Rußland und Kanada.
- Fläche der 50 Bundesstaaten (inkl. District of Columbia): 9.629.891 km²
- Landmasse: 9.158.453 km²
- Wasserfläche: 47.356 km²
Siehe auch: Liste der US-amerikanischen Staaten nach Fläche sortiert
Bevölkerung
Bevölkerungsgruppen
Die USA gelten traditionell als Schmelztiegel (melting pot) der Völker. Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von Indianern besiedelten Kontinent waren Europäer; anfänglich vorrangig spanischer, französischer und englischer Herkunft. Ab Mitte des 18. und verstärkt zur Mitte des 19. Jahrhunderts folgten Europäer deutscher und irischer Herkunft. Später kamen Einwanderer aus anderen Regionen Europas, vor allem aus Italien, Skandinavien und Osteuropa. Die europäischstämmigen US-Amerikaner bilden heute 74 % der Bevölkerung der USA.
deutscher
Afro-Amerikaner, Nachfahren der afrikanischen Sklaven, stellen etwas mehr als 13 % Bevölkerungsanteil. Sie leben vor allem im Süden der USA und in den großen Industriestädten des Nordens, wie z. B. Detroit. Asiatische Einwanderer, z. B. aus China, Japan, Korea, Indien und den Philippinen bilden noch eine relativ kleine Gruppe (ca. 4 %). Die Einwanderungspolitik war Anfang des 20. Jahrhunderts gegenüber Asiaten besonders restriktiv.
Heute zeigen sich weiterhin sozialstrukturell große Unterschiede zwischen weißer und schwarzer Bevölkerung: Schwarze haben im Durchschnitt ein geringeres Einkommen, eine kürzere Lebenserwartung, eine schlechtere Ausbildung und eine höhere Kriminalitätsrate. Die Ursachen dafür und mögliche Wege der Problembehebung sind innerhalb der USA heftig umstritten. Nicht nur in den Südstaaten sind Wohngegenden und nicht-öffentliche Einrichtungen - wie die sozial wichtigen Kirchen oder private Organisationen - oft faktisch noch nach Rassen getrennt, wenn auch die formale Trennung inzwischen ungesetzlich und verpönt ist. Vielfach liegt dies ebenfalls an den ökonomischen Unterschieden.
Vor allem im Südwesten der USA und in Florida gibt es einen hohen Bevölkerungsanteil lateinamerikanischer (hispanischer) Herkunft. Sie werden in den Statistiken separat geführt, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft. Ihr Anteil wuchs in den letzten Jahrzehnten stetig (bis 2004 auf knapp 13 %), da viele Lateinamerikaner vor der wirtschaftlichen Not ihrer Heimatländer in den Norden fliehen. Sie leben oft als illegale Einwanderer und halten stark an ihrer Kultur und Sprache fest.
Die Indianer ("Native Americans") (siehe auch Indianer Nordamerikas) bilden heute eine kleine, jedoch langsam wieder wachsende Minderheit; nur in Alaska erreichen sie eine zweistellige Prozentzahl der Bevölkerung. Ebenfalls relativ viele Indianer leben in South Dakota und Oklahoma.
Sprachen
Die am meisten gesprochene Sprache in den USA ist historisch bedingt amerikanisches Englisch. Daneben werden aber auch noch vereinzelt die vielen Sprachen der amerikanischen Ureinwohner und zunehmend die Sprachen anderer immigrierter Ethnien gesprochen, insbesondere Spanisch, aber auch Koreanisch, Chinesisch und Vietnamesisch. Französisch, Polnisch und Deutsch, die aufgrund früherer Migrationswellen in bestimmten Regionen einst eine wichtige Rolle spielten, werden heute fast nur noch als Fremdsprache gesprochen.
Die USA als Ganzes haben keine Amtssprache, jedoch werden alle amtlichen Schriftstücke auf Englisch verfasst. In einigen Bundesstaaten ist Englisch Amtssprache, einzelne Staaten und Territorien definieren sich jedoch als zwei- oder dreisprachig.
Siehe auch:
- Gesellschaft der USA
- Deutsche Sprache in den USA
- Deutsche in den USA
- Das amerikanische Spanisch der USA
- Französisch in Louisiana
- Französisch in Neuengland
- Liste US-amerikanischer Persönlichkeiten
Religion
Im Jahr 2004 bezeichneten sich 54 % der Bevölkerung als protestantisch, 25 % als römisch-katholisch, 10 % gaben keine religiöse Überzeugung an (aber nur 0,3 bis 0,5 % waren explizit Atheisten oder Agnostiker), 3 % waren Mitglied einer orthodoxen Kirche, 2 % waren Mormonen, 2 bis 3 % Juden und weniger als 2 % moslemisch. Kleinere Gruppen, je 0,3 bis 0,5 %, bezeichneten sich als Buddhist, Hindu oder hingen dem Unitarismus an. Die größte einzelne Konfession war die Römisch-Katholische Kirche, gefolgt von der Southern Baptist Convention, der United Methodist Church und den Mormonen.
Die Zahl der praktizierenden Christen ist im Vergleich zu anderen westlichen Industrieländern sehr hoch. Allerdings hat auch hier der Bevölkerungsanteil, der sich zum Christentum bekennt in den Jahren von 1990 (86,2 %) bis 2004 (81 %) abgenommen
Geschichte
Hauptartikel Geschichte der USA
Das Gebiet der heutigen USA wurde vor Jahrtausenden durch die Vorgänger der späteren Indianerstämme besiedelt. Die schriftliche Geschichtsschreibung beginnt jedoch erst mit der Ankunft der europäischen Siedler im 16. Jahrhundert. Die erste europäische Siedlung auf dem heutigen US-Gebiet war von den Spaniern in St. Augustine, Florida, im Jahr 1565. Die politische Geschichte der USA geht jedoch aus den 13 britischen Kolonien hervor, deren Besiedlung mit der Gründung von Jamestown, Virginia im Jahr 1609 anfing. Der Ankunft der Mayflower in Plymouth Colony (später mit Massachusetts Bay Colony zu Massachusetts zusammengefügt) 1620 ist ebenfalls für viele US-Amerikaner ein wichtiges symbolisches Datum. Schwedische Kolonien an der Delaware-Bucht und niederländische Siedlungen um New York (damals Nieuw Amsterdam) waren nicht von Dauer bzw. wurden von den englischen Siedlern assimiliert. Französische Siedlungen entlang der Mississippi- und St.-Lorenz-Flüsse fielen 1763 an Großbritannien oder (westlich des Mississippi) an Spanien, das auch eigene Kolonien im Südwesten und in Florida hatte. Die spanischen Gebiete nahmen an der Revolution, die durch die Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776 ausgelöst wurde, nicht teil. Nach dem Unabhängigkeitskrieg, der im Vertrag von Paris 1783 endete, wurden die USA durch Großbritannien als eigenständiger Staat anerkannt.
Zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges lebten etwa zwei Millionen Weiße und 500.000 versklavte Schwarze in den ursprünglichen 13 Kolonien. Jenseits der Appalachen erstreckte sich bis zum Mississippi-Fluss ein weiteres, großes Gebiet, das etwa zehn Millionen Ureinwohner („Indianer“) bewohnten. Diese Konstellation ergab zwei wichtige Themen für die kommende Entwicklung der Nation: Die weitere Landnahme Richtung Westen zu Lasten der Indianer sowie die Auseinandersetzung um die Sklaverei, die später den Kampf um die Bürgerrechte der Nachkommen der ehemaligen Sklaven bestimmte. Nördlich des Ohio-Flusses, im sogenannten Northwest Territory, aus der die späteren Bundesstaaten Ohio, Indiana, Michigan, Illinois, und Wisconsin hervorgingen, wurde die Sklaverei verboten. Ein Vermessungssystem von Quadraten ("Sections"), die eine Quadratmeile groß sind, wurde eingeführt, was noch heute für das Verkehrsnetz und die kommunalen Gemeindegrenzen dieses Gebiets prägend ist. Um die öffentlichen Schulsysteme zu finanzieren, wurde vereinbart, dass der Verkaufserlös von der 16. Section einer jeden Township (36 Sections) zugunsten der Schulen ging.
Nachdem sich die 1777 verabschiedeten und 1781 ratifizierten Konföderationsartikel als zu schwach erwiesen hatten, um das Überleben des jungen Staatenbundes zu gewährleisten, wurde 1787 in Philadelphia eine Verfassung geschrieben, welche die modernste Verfassung der damaligen Zeit war, und die heute die älteste noch gültige geschriebene Staatsverfassung der Welt ist.
Indianerpolitik
Die US-Indianerpolitik wurde bis etwa 1820 von einer vorsichtigen Erweiterung der europäischen Siedlungen geprägt, die im wesentlichen die vormalige Politik der europäischen Mächte in den USA fortsetzte. Mit der Präsidentschaft Andrew Jacksons und dem Trail of Tears begann eine verstärkte Landnahme und Besiedlungspolitik, die zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte. Die Indianer-Kriege zogen sich mit größeren Unterbrechungen bis zum Massaker von Wounded Knee in South Dakota 1890 hin. 1900 wurden nur noch 237.000 Indianer gezählt, wobei nicht nur Krieg, sondern auch Krankheiten, gegen die sich die Ureinwohner keine Immunität entwickelt hatten, und ethnische Vermischung mit den Neuankömmlingen zu diesem Rückgang geführt haben. Bis die Ureinwohner des Kontinents volle Bürgerrechte erhielten, dauerte es bis 1924.
Sklaverei und Rassentrennung
South Dakota]]
Obwohl die Einfuhr von weiteren Sklaven aus Übersee 1808 verboten wurde, hatte sich die Zahl der Sklaven bis 1860 auf etwa vier Millionen erhöht. Die Sklavenfrage entzweite zunehmend die Süd- von den Nordstaaten, da in den Nordstaaten die Industrialisierung einsetzte, dagegen die Südstaaten mit ihren riesigen Baumwollplantagen auf die Sklaverei angewiesen zu sein glaubten. Im Norden gewannen Bewegungen wie die Abolitionists, die die Abschaffung der Sklaverei forderten, starken Zulauf, stand doch diese in deutlichem Widerspruch zur Verheißung der Unabhängigkeitserklärung "all men are created equal" (alle Menschen sind gleich geschaffen). Der Krieg gegen Mexiko (1846-48) verstärkte diese Spannungen, da viele im Nordosten des Landes in diesem Krieg eine ungerechtfertigte Landnahme zugunsten der Ausbreitung der Sklavenstaaten sahen. Nachdem 1860 Abraham Lincoln für die neu gegründeten Republikaner zum Präsidenten gewählt wurde, traten elf Südstaaten aus der Union aus. Dies bedeutete den Beginn des Sezessionsskrieges (1861–1865). Die Nordstaaten gingen als Sieger daraus hervor, und die Sklaverei wurde abgeschafft. Die Schwarzen erhielten mit dem Civil Rights Act von 1866 und dem 14th Amendment von 1868 formal das volle Bürgerrecht.
Nach dem Ende der militärischen Besetzung der Südstaaten durch die Nordstaaten (Reconstruction) 1876 haben erstere schnell (Jim-Crow-)Gesetze erlassen, welche die Bürgerrechte der Schwarzen wieder einschränkten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Bürgerrechtsbewegung konnten die letzten formellen Ungleichbehandlungen aufgehoben werden. Ein sehr wesentlicher Schritt dahin war die Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen durch den Supreme Court 1954 (Brown v. Board of Education), das ein Urteil des gleichen Gerichts (Plessey vs. Ferguson) aus dem Jahr 1896 aufhob.
Der Schulbesuch von Schwarzen in "weißen" Schulen musste teilweise mit Hilfe der Nationalgarde durchgesetzt werden; im öffentlichen Leben (insbesondere im Süden) herrschte bis in die 1960er Jahre hinein Rassentrennung. In Louisiana zum Beispiel war es nicht ungewöhnlich, dass Ku-Klux-Klan-Mitglieder ins Parlament gewählt wurden. Martin Luther King war die Galionsfigur der gewaltlosen Bürgerrechtsbewegung, und 1963 hielt er anlässlich eines Protestmarschs in Washington seine berühmte Rede „I have a Dream...“. 1968 wurde er in Memphis ermordet. Auch in den folgenden Jahrzehnten kam es gelegentlich zu Rassenunruhen.
Dennoch wurde auf Ebene der Bundesgesetzgebung schon in dieser Zeit Antidiskriminierungsregelungen (Civil Rights Act, das Restaurants, Hotels und Verkehrsunternehmen die ethnische Diskriminierung verbot) erlassen, vierzig Jahre vor den analogen Regelungen in der EU. Auch das Bewusstsein für Konzepte wie "Diversity" und die gegenseitige Rücksichtnahme sind zwischenzeitlich weiterentwickelt als in Ländern, die weniger Erfahrungen mit multikulturellen Gesellschaften haben.
Industrialisierung
1890 wurde die frontier für geschlossen erklärt: die Gebiete im Osten und im Westen des Kontinents waren faktisch zusammengewachsen. Der "Wilde Westen" war somit Geschichte. Als Folge der nach dem Sezessionskrieg einsetzenden stürmischen Industrialisierung bildeten sich riesige Trusts (Kartelle), die in ihrer Machtentfaltung auch die Regierungsgewalt beeinflussten. Daher wurde 1890 der Antitrust Act verabschiedet, als dessen Folge viele Großkonzerne zerschlagen wurden. Prominentes Beispiel: Standard Oil von John D. Rockefeller. Populistische Bewegungen, die von Bauern unterstützt wurden, setzten auch eine Regulierung der Eisenbahntarife durch und forderten (erfolglos) einen Wechsel vom Goldstandard auf eine bimetallische (Gold und Silber) Währung. Ein prominenter Vertreter dieser Bewegung war der erfolglose Präsidentschaftskandidat aus Illinois, William Jennings Bryan.
Zwischen 1880 und 1910 wurde die riesige Zahl von 18 Millionen Einwanderern in die USA aufgenommen, und die USA wurden zur größten Industrienation der Welt.
Börsenkrach und New Deal
Auf den New Yorker Börsenkrach im Oktober 1929 folgte die Weltwirtschaftskrise, welche die USA in die bisher größte innenpolitische Krise stürzte. 1932 waren etwa 15 Millionen US-Amerikaner arbeitslos. Präsident Franklin D. Roosevelt legte daraufhin das Sozial- und Investitionsprogramm New Deal auf, das den Social Security Act von 1935 sowie zahlreiche öffentliche Projekte wie Straßen, Brücken, Flughäfen oder zum Beispiel auch das Tennessee-Valley-Staudamm-Projekt enthielt. Dennoch dauerte es bis Ende der 1930er Jahre, bis die Krise überwunden war.
Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit
Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor traten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein, und im August 1945 gingen sie siegreich aus dem Krieg hervor. Der sich kurz darauf abzeichnende Kalte Krieg führte dazu, dass viele US-Amerikaner den Kommunismus als Feindbild betrachteten. Eine innenpolitische Folge des Kalten Krieges nach 1945 war die "McCarthy-Ära". Der republikanische Senator Joseph McCarthy profilierte sich im Senatsausschuss für unamerikanische Aktivitäten (HUAC) dadurch, dass er eine paranoide Hexenjagd auf angebliche Kommunisten veranstaltete, die er besonders unter Filmschaffenden, Politikern und Militärs vermutete. Die zu diesem Zweck inszenierten Anhörungen wurden auch oft im Fernsehen übertragen. Wer die Aussage verweigerte, musste mit Berufsverbot rechnen. Als McCarthy sogar den Präsidenten Eisenhower verdächtigte, wurde er 1954 vom Senat entmachtet.
Gesellschaftlicher Umbruch: 1960er und 1970er
Die 1950er und 1960er Jahre waren geprägt von ökonomischer Prosperität sowie dem Auftreten der Bürgerrechtsbewegung der Afro-Amerikaner. Im Zuge eines gesamtgesellschaftlichen Umbruchs entwickelte sich in den 1960er Jahren auch eine starke Bewegung gegen den Vietnamkrieg und um 1970 auch eine starke Frauenrechtsbewegung und eine wachsende Schwulenbewegung, die (anders als in Europa) schnell gemeinsam von und für Schwule und Lesben gekämpft wurde. Durch diese Bewegungen modernisierten sich die gesellschaftlichen Werte der Vereinigten Staaten. Der Versuch einer Verfassungsänderung, welche die Gleichheit von Mann und Frau vorschreiben sollte, scheiterte jedoch. Sodomiegesetze, die bis 1962 die Praxis der männlichen Homosexualität in jedem Bundesstaat verboten hatten, wurden teilweise zurückgenommen, aber 1987 als der Supreme Court sie bestätigte, existierten sie noch in der Mehrheit der Bundesstaaten und wurden erst mit einer gegenteiligen Gerichtsentscheidung 2003 aufgehoben.
Die Watergate-Affäre um einen Einbruch in den Watergate-Gebäudekomplex der Demokratischen Partei, von dem Präsident Richard Nixon wahrscheinlich gewusst hat, und bei dem er die FBI-Ermittlungen zu behindern versuchte, entwickelte sich zum größten Skandal der US-amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Um der drohenden Amtsenthebung zu entgehen, trat Nixon 1974 zurück. Die Ölkrise 1974, die 200-Jahresfeier der Unabhängigkeit 1976 und die iranische Geiselkrise 1979 waren prägende Ereignisse für die 1970er Jahre.
1980er
In den 1970er und 1980er Jahren war ein Konjunkturabschwung und ein Verfall der Bausubstanz infolge von Kriminalität und Verwahrlosung zu verzeichnen. Zum Teil wurde auf die Kriminalität mit drakonischen Gesetzen wie dem kalifornischen „Three strikes and you are out“ geantwortet, das für das dritte Delikt (auch bei Bagatelldelikten) 25 Jahre Haft vorsieht. Die Haltung zur der in 38 der 50 Bundesstaaten gesetzlich vorgesehenen und von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung befürworteten Todesstrafe spielt bei der Volkswahl von Politikern, Richtern, Staatsanwälten und Sheriffs eine wichtige Rolle.
Politik
Hauptartikel: Politisches System der USA
Die USA haben ein präsidiales Regierungssystem mit einem Präsidenten (seit 2001 George W. Bush, 2004 wiedergewählt, Sohn von George Herbert Walker Bush, Präsident von 1989-1993) an der Spitze der Exekutive.
Die Legislative ist der Kongress. Er setzt sich aus gewählten Repräsentanten aller 50 Bundesstaaten zusammen. Laut Verfassung hat der aus zwei Kammern bestehende US-Kongress die Budgethoheit sowie das Recht zur Gesetzesinitiative. Der Kongress hat unter anderem infolge des ihm zustehenden Budgetrechts wesentlichen Einfluss auf die US-amerikanische Politik. Allein dem Kongress kommt das Recht zu, Bundesgesetze zu erlassen und Kriegserklärungen auszusprechen. Verträge mit fremden Ländern werden vom Exekutiv unterzeichnet, bedürfen aber der Ratifizierung durch die obere Kammer des Kongresses, den Senat. Bei wichtigen Ernennungen (z. B. zu Kabinettsposten oder Richterämtern des Bundes, insbesonders dem Obersten Gericht) muss der Senat den Vorschlag des Präsidenten ebenfalls bestätigen.
Die Mitglieder des Repräsentantenhauses werden für zwei Jahre gewählt. Jeder Repräsentant vertritt einen Wahlbezirk seines Bundesstaates. Die Anzahl der Wahlbezirke wird durch eine alle zehn Jahre durchgeführte Volkszählung festgelegt. Senatoren werden für sechs Jahre gewählt. Ihre Wahlen finden gestaffelt statt, das heißt alle zwei Jahre wird ein Drittel des Senats neu gewählt. Die Verfassung sieht vor, dass der Vizepräsident dem Senat vorsteht. Er hat dabei kein Stimmrecht, außer bei Stimmengleichheit.
Für den Fall der Abwesenheit des Vizepräsidenten benennt der Senat einen "Pro-Tempore-Vorsitzenden", einen Vorsitzenden auf Zeit. Die Mitglieder des Repräsentantenhauses wählen ihren eigenen Vorsitzenden, den "Speaker of the House". Der Sprecher (das Amt wird derzeit von Dennis Hastert bekleidet) und der Pro-Tempore-Vorsitzende (zur Zeit Senator Ted Stevens) sind Mitglieder der jeweils stärksten Partei ihrer Kammer.
Bevor eine Gesetzesvorlage zum Gesetz wird, muss sie sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat durchlaufen haben. Die Vorlage wird zunächst in einer der beiden Kammern vorgestellt, von einem oder mehreren Ausschüssen geprüft, abgeändert, im Ausschuss abgelehnt oder angenommen und danach in einer der beiden Kammern diskutiert. Sobald sie in dieser Kammer angenommen ist, wird sie an die andere Kammer weitergeleitet. Erst wenn beide Kammern die gleiche Version der Gesetzesvorlage angenommen haben, wird sie dem Präsidenten zur Zustimmung vorgelegt.
An der Spitze der Judikative steht als oberster Gerichtshof der Supreme Court. Die 1787 in Kraft getretene Verfassung, deren Bestimmungen einklagbar sind, hat eine große Bedeutung im politischen System der USA. Es spricht für den Erfolg und die Stabilität dieser Verfassung, dass sie bislang nur 27 Änderungen (Amendments) erfahren hat.
In den USA hat sich, durch das einfache Mehrheitswahlrecht begünstigt, ein Zweiparteiensystem gebildet. Diese Parteien sind die Demokraten und die Republikaner. Sie stellen bereits Koalitionen von unterschiedlichen Strömungen dar. Neue politische Strömungen versuchen eher, Einfluss auf die Abgeordneten beider Großparteien zu nehmen, als selbstständige Parteien zu gründen. Ein Beispiel hierfür sind die American Civil Liberties Union (Demokraten) oder die fundamental-christliche Moral Majority (Republikaner).
Kleinere Parteien wie die Grünen oder die Libertäre Partei sind unbedeutend, wenn auch bei Präsidentschaftswahlen mitunter die für den Kandidaten der Grünen abgegebenen Stimmen als – womöglich entscheidender – Nachteil für den demokratischen Kandidaten wahrgenommen werden. Einer der Hauptexponenten der Grünen Partei der USA ist Ralph Nader, der im In- und Ausland einen hohen Bekanntheitsgrad genießt.
Siehe auch: Gesellschaft der USA, US-Präsidentschaftswahlen 2004, Gerichtsorganisation in den USA
Innenpolitik
In den 1990er Jahren erlebten die USA unter dem demokratischen Präsidenten Bill Clinton (1993–2001) einen länger anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung ("New Economy"). Die weitere Verwahrlosung der Städte wurde aufgehalten - so erwachten die New Yorker Stadtteile Bronx und Harlem zu neuem Leben.
Einen wesentlichen Eingriff in die Sozialgesetzgebung gab es 1996, als der Bezug von Sozialhilfe auf zwei Jahre in Folge und insgesamt fünf Jahre verkürzt wurde. So kam es zu einem beträchtlichen Rückgang der Anzahl der Sozialhilfe-Empfänger.
Wichtige innenpolitische Themen sind auch in den USA der Strukturwandel der Wirtschaft und der Umbau der Sozialsysteme insbesondere der Gesundheitsfürsorge. Zudem spielen überwiegend moralisch-ethische Fragen wie das Recht auf Abtreibung, die Berechtigung der Todesstrafe, die politische Anerkennung von Homosexualität oder die Frage welche Rolle christliche Werte im öffentlichen Leben spielen sollen, eine wichtige Rolle.
Seit 1913 übernimmt das Federal Reserve System (Fed) die Aufgaben einer staatlichen Notenbank. Vorsitzender des Fed ist zur Zeit Alan Greenspan.
Gesundheitssystem
Das Gesundheitssystem der USA ist teilweise Weltspitze, in anderen Teilen aber in einem desolaten Zustand. Es werden jährlich etwa 1,8 Billionen US-Dollar für Gesundheit aufgewendet. Das ist im Vergleich zu Deutschland nahezu das Doppelte pro Kopf. Die Versorgungslage ist aber unzureichend: über 41 Millionen der ca. 293 Millionen US-Amerikaner sind nicht krankenversichert. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer an illegalen Einwanderern, die ebenfalls keine Krankenversicherung haben. Viele derjenigen, die versichert sind, müssen bei sämtlichen ärztlichen Leistungen zuzahlen, andere, die in einer HMO sind, müssen bürokratische Papierkriege und lange Wartezeiten bei einer Einschränkung der Arztauswahl erdulden. 1993 scheiterte Präsident Bill Clinton mit dem Versuch der Einführung einer gesetzlichen Krankenkasse.
Außenpolitik
Die Außenpolitik der USA ist von drei großen Traditionen geprägt, die wechselnd an Einfluss gewinnen: Dem Isolationismus, der Überzeugung, ein Vorreiter für Demokratie und Menschenrechte zu sein und diese auf der Welt zu verbreiten, sowie einer seit dem Zweiten Weltkrieg offenen Betonung der Rolle als Supermacht im Sinne des politischen Realismus.
Früher Isolationismus
Die frühe US-amerikanische Außenpolitik wurde von der 1823 verkündeten Monroe-Doktrin des Präsidenten James Monroe geprägt, die verkürzt auf den Nenner „Amerika den Amerikanern“ gebracht wurde. Sie postulierte, dass sich die europäischen Mächte aus dem amerikanischen Kontinent heraushalten sollten, bei gleichzeitiger Nicht-Einmischung der USA in die Angelegenheiten anderer Staaten. Ende des 19. Jahrhunderts waren die USA jedoch zur Großmacht aufgestiegen und die frontier, das heißt die Grenze zum "unzivilisierten" Westen, war 1890 für geschlossen erklärt worden.
Frühes 20. Jahrhundert
Der erste Schritt in Richtung einer imperialistischen Außenpolitik war der spanisch-amerikanische Krieg von 1898, der den USA die Philippinen, Puerto Rico, Hawaii und Kuba einbrachte. Eine offen interventionistische Politik betrieb Präsident Theodore Roosevelt (1901–1909), der das Recht der USA beanspruchte, sich in den lateinamerikanischen Staaten als „internationaler Polizist“ zu betätigen. Diese big stick policy äußerte sich zum Beispiel darin, dass die USA 1903 Panama aus Kolumbien herauslösten, um sich von dem neu gebildeten Staat die Souveränität über die Panama-Kanal-Zone abtreten zu lassen.
Während der Zeit der Weltkriege betrieben die USA die längste Zeit eine isolationistische Politik und traten erst nach der Verkündung des uneingeschränkten deutschen U-Boot-Krieges (1917) in den Ersten Weltkrieg ein. Das industrielle Gewicht der USA entschied den Krieg. Präsident Woodrow Wilson (1913–1921) reiste nach Europa, um dort eine Nachkriegsordnung zu etablieren. Sein 14-Punkte-Programm sah unter anderem die Beachtung des Selbstbestimmungsrechts der Völker sowie die Bildung eines Völkerbunds vor. Wilson konnte sich mit seinen Ideen bei Engländern und Franzosen aber nicht durchsetzen und der US-Senat verweigerte sogar den Beitritt zum Völkerbund.
1920 bis zur Nachkriegszeit
Während der nächsten zwei Jahrzehnte betrieben die USA wieder eine isolationistische Politik. Auch bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieben die USA zuerst neutral, jedoch wurde die formale Neutralität von Präsident F. D. Roosevelt schon ab März 1941 unterlaufen, da im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes (lend-lease bill) England massiv mit Waffenlieferungen unterstützt wurde. Am 7. Dezember 1941 traten die USA nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor in den Krieg ein. Kurz darauf erklärte das mit Italien und Japan verbündete Hitler-Deutschland den USA den Krieg. Wie schon im Ersten Weltkrieg brachte das industrielle Potenzial der USA die Entscheidung. Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 beendeten den Zweiten Weltkrieg. Bis heute heftig umstritten ist die Frage, ob die Atombomben-Abwürfe tatsächlich notwendig waren zur Erzwingung der japanischen Kapitulation. Japan hatte zu diesem Zeitpunkt den USA militärisch nichts mehr entgegenzusetzen, jedoch hätte eine US-amerikanische Invasion der japanischen Hauptinseln noch zu schweren Verlusten führen können.
Die USA waren maßgeblich an der Gründung der UNO am 26. Juni 1945 in San Francisco beteiligt, die noch im Einvernehmen mit der Sowjetunion stattfand. Bald jedoch zeichnete sich eine Konfrontation mit Stalin ab, die schließlich in den Kalten Krieg mündete. Durch den Präsidenten Harry S. Truman wurde eine Politik des „roll back“, das heißt der Zurückdrängung des Kommunismus verkündet, die in der „Truman-Doktrin“ ihren Ausdruck fand. Die sagte allen Ländern zur Bewahrung ihrer Unabhängigkeit Militär- und Wirtschaftshilfe zu. Dies war eine klare Abkehr von der isolationistischen Monroe-Doktrin und fand seinen Ausdruck in der Unterstützung von Griechenland und der Türkei, sowie dem Marshall-Plan, der Westeuropa wirtschaftlich auf die Beine helfen sollte. Der Kalte Krieg erreichte einen ersten Höhepunkt mit der sowjetischen Berlin-Blockade 1948/49, auf die die USA mit der Berliner Luftbrücke antworteten. 1949 wurde die NATO als Militärbündnis zwischen den USA, Kanada und Westeuropa gegründet.
Kalter Krieg
Es kam in den folgenden Jahrzehnten zu einem atomaren Wettrüsten zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt, das beiden Seiten ab den 1960er Jahren eine mehrfache „Overkill-Kapazität“ verschaffte. Gefährliche Konfrontationen des Kalten Krieges waren der Korea-Krieg (1950-53) und die Kuba-Krise (1962), bei der die Welt nur knapp einem Dritten Weltkrieg entging. Durch den Kernwaffen-Sperrvertrag (1968) und die SALT-Verhandlungen (1969) wurde versucht, die gefährliche Situation zu entschärfen.
Der Vietnam-Krieg, in den die USA 1964 (Tongking-Zwischenfall) offen eingriffen, nachdem sie zuvor schon Militärberater entsandt hatten, entwickelte sich zu einem militärischen und moralischen Fiasko, und die Niederlage wurde mit dem Abzug der US-Truppen 1973 besiegelt. Der beherrschenden Maxime der US-Außenpolitik, den kommunistischen Machtbereich einzudämmen, wurde in den 1960er und 1970er Jahren oft die Glaubwürdigkeit als Verbreiter demokratischer Werte geopfert. Es wurden Militärdiktatoren und Kleptokraten wie Somoza in Nicaragua, Pinochet in Chile, Marcos auf den Philippinen oder Mobutu in Zaire unterstützt, so lange sie nur antikommunistisch waren.
Nach dem Vietnam-Krieg zeigte sich eine Desorientierung und Ratlosigkeit der US-Außenpolitik, die im Schwanken zwischen einer Abkehr von Interventionismus und Demonstration militärischer Stärke (Carter-Administration) und dessen Gegenteil (nach der sowjetischen Invasion in Afghanistan) ihren Ausdruck fand. Unter der Reagan-Administration (1981-89) wurde (wie vor dem Vietnam-Krieg) wenig Rücksicht darauf genommen, ob die strategischen Verbündeten die Menschenrechte respektierten. Auch stellt sich die Frage nach einem hinreichenden Verständnis fremder Kulturkreise durch die US-Außenpolitik. Deren mangelnde Voraussicht zeigte sich auch darin, dass die US-Unterstützung oft den aus heutiger Sicht falschen Leuten zugute kam: So wurde nach dem Ausbruch des ersten Golfkriegs zwischen Iran und Irak (1980–88) aus Angst vor den Mullahs in Teheran der irakische Diktator Saddam Hussein (hauptsächlich durch Satelliten-Aufklärung) unterstützt, was sich später als schwerer Fehler erweisen sollte. In diesen Zusammenhang gehört auch ein Vorgang, der sich zum größten Skandal der Reagan-Ära entwickelte, die Iran-Contra-Affäre: 1986 verkauften die USA nach Vermittlung durch Sicherheitsberater Robert McFarlane und Oberst Oliver North Waffen (hauptsächlich Panzerabwehrraketen) auch an den Iran. Das daraus erlöste Geld wurde zur Unterstützung der Gegner der Sandinisten in Nicaragua, der so genannten Contras verwendet. Auch die Geld- und Waffenlieferungen an die Mujaheddin in Afghanistan erwiesen sich als zweischneidig: Das Ziel, die Sowjetunion in die Knie zu zwingen, wurde zwar erreicht, aber so auch radikal-islamische Gruppen gestärkt.
Unter Präsident Ronald Reagan (1981–89) strebte die ideologische Auseinandersetzung mit der Sowjetunion dem Finale zu. Reagan bezeichnete die Sowjetunion wiederholt in Anlehnung an religiöse Terminologie als „Reich des Bösen“ (evil empire), das es zu Tode zu rüsten gelte. Die Rüstungsausgaben wurden erhöht und ein so genanntes „Star-Wars-Programm“ (SDI-Projekt, Krieg der Sterne) aufgelegt. 1985 und 1986 traf er sich jedoch auch mit seinem sowjetischen Amtskollegen Gorbatschow zu Abrüstungsverhandlungen unter der Bezeichnung START (Strategic Arms Reduction Talks). Letztlich war diese Politik erfolgreich, denn mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion (1991) war der Kalte Krieg beendet. Die USA sind seither die einzige Supermacht und nach eigener Auffassung Ordnungsmacht der Welt.
Die Außenpolitik der Regierung Clintons
Präsident Clinton zeichnete verantwortlich für die US-Außenpolitik zwischen dem Ende des Kalten Krieges und dem Regierungsantritt von George W. Bush, und zwar mit der Hilfe von Außenminister Warren Christopher (erste Amtszeit) und Madeleine Albright (zweite Amtszeit), der ersten Außenministerin in der Geschichte der USA.
Beobachter haben von der Außenpolitik Clintons behauptet, er habe wohl das Ziel "die Sozialarbeit der Welt" zu übernehmen, da viele der Aktivitäten sich auf Werteänderungen in eher ärmere, strategisch nebensächlichen Ländern konzentrierten, darunter auch Somalia, Haiti, und Bosnien. Das Engagement in Somalia, unter George Bush sen. begonnen, hatte als Ziel die Entmachtung der Warlords, besonders Mohammed Aidids. Nachdem US-Fernsehsender Bilder übertrugen, die den Leichnam eines US-Soldaten zeigten, der durch die Straßen von Mogadischu geschleppt wurde, überließen die Sondereinsatztruppen das Land seinem Schicksal. Mit der Invasion Haitis 1994 wurde der demokratisch gewählte Jean-Bertrand Aristide an die Macht gebracht und der Militärdiktator Raoul Cedras abgesetzt; die weiteren Probleme des Landes, das 1915 bis 1934 unter US-Besatzung gelebt hatte und unter Cedras von einem Embargo der USA betroffen war, wurden nicht gelöst. Nachdem sich die europäischen Staaten als unfähig erwiesen hatten, nach dem Zerfall Jugoslawiens den Balkan zu befrieden, griffen US-Truppen 1995 und 1999 im Rahmen der Nato in Bosnien und Serbien ein, was den Sturz des Diktators Milosevic zur Folge hatte. Versuche, im Nahen Osten einen Frieden zwischen Israel und Palästina zu erreichen, erlitten mit dem Attentat auf Jitzhak Rabin einen großen Rückschritt und waren letztlich erfolglos. Clinton reagierte auf Provokationen des irakischen Diktators Saddam Hussein mit sporadischen Luftschlägen, sowie Vergeltungsschlägen gegen Einrichtungen im Sudan und Afghanistan nach Terroranschlägen auf die US-Botschaft in Nairobi und ein US-Kriegsschiff im Jemen, die man dem damals schon bekannten Al-Qaida-Netzwerk des Osama bin Laden zur Last legte. Diese Einzelaktionen, die zumeist im Kontext von UNO- oder NATO-Resolutionen stattfanden und bei den westeuropäischen Verbündeten zu keinen oder nur geringen diplomatischen Differenzen führten, wurden nicht vor der Öffentlichkeit als Teil eines dauernden Kriegszustands gerechtfertigt, wie es später mit George W. Bushs Krieg gegen den Terrorismus der Fall war.
Die Außenpolitik der Regierung George W. Bush und die Terroranschläge am 11. September 2001
Schon bald nach Amtsantritt von Präsident George W. Bush am 20. Januar 2001 zeigte sich dessen Neigung zum Unilateralismus, die im Misstrauen gegenüber multinationalen und multilateralen Institutionen ihren Ausdruck findet. Bush ist kritisch gegenüber der UNO eingestellt, der er die Unterstellung von US-Soldaten verweigert. Außerdem glaubt Bush, durch verbindliche Verpflichtung zur Einhaltung von multinationalen Verträgen die außenpolitische Handlungsfähigkeit der USA aufs Spiel zu setzen (Beispiel: Kyoto-Protokoll). Anklänge an diese neue republikanische Außenpolitik fanden sich schon Mitte der 1990er Jahre in Reden und Anträgen von Newt Gingrich und Jesse Helms. Weder bei "traditionelleren" Republikanern, wie Bob Dole, John McCain, oder Richard Lugar, noch bei den Demokraten fand diese Politik Zustimmung.
Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York sowie das Pentagon in Washington, die von radikalen Islamisten durchgeführt wurden, verkündete George W. Bush einen weltweiten Krieg gegen den Terrorismus, was zunächst auch in weiten Teilen der Bevölkerung Zustimmung fand. Bush erfand in Anlehnung an Ronald Reagan die Formel von einer "Achse des Bösen" (axis of evil), der er so genannte Schurkenstaaten (rogue states) zurechnet. Zu diesen zählt er den Iran, den Irak, Kuba und Nord-Korea.
Im Oktober 2001 wurde durch einen Feldzug in Afghanistan das radikal-islamische Taliban-Regime verjagt, das den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge, Osama bin Laden, beherbergt hatte. Ebenfalls im Namen des Krieges gegen den Terrorismus begann im März 2003 der Krieg (sog. Dritter Golfkrieg) gegen den Irak mit dem Ziel, den Diktator Saddam Hussein zu stürzen. Die USA warfen dem Irak u. a. vor, Massenvernichtungswaffen zu besitzen und Kontakte zu Bin Laden zu unterhalten, wodurch der Irak eine Bedrohung für die Welt gewesen sei.
Insbesondere der Krieg gegen den Irak ist völkerrechtlich umstritten, da er ohne ein explizites UNO-Mandat erfolgte und einige der Kriegsbegründungen (insbesondere der Verdacht auf den Besitz von Massenvernichtungswaffen und Kontakte zu Bin Laden) sich im Nachhinein als unzutreffend herausstellten, womit sich die Frage nach einer bewussten Täuschung der Weltöffentlichkeit durch die Bush-Administration erhebt.
Dem US-amerikanischen Militär gelang es schnell, den Irak militärisch zu besiegen und das Regime Saddam Husseins zu stürzen. Dennoch konnte der Irak bislang nicht befriedet werden. Zahlreiche zum Teil von Selbstmordattentätern durchgeführte Sprengstoffanschläge forderten auf Seiten der US-Truppen inzwischen mehr Todesopfer als die eigentlichen Kampfhandlungen bis Mai 2003, was dazu führte, dass sich einige Staaten der Koalition der Willigen bereits im Frühling 2004 wieder aus dem Irak zurückzogen. Im Juni 2004 wurde die Regierungsgewalt an eine irakische Übergangsregierung übergeben.
George W. Bushs Hinwendung zu einem strategischen Konzept der Präemption kann als Abkehr von der bisherigen US-amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik gewertet werden, die auf Abschreckung, Eindämmung sowie der Einwirkung der so genannten soft power (d. h. der Attraktivität ökonomischer und kultureller Einflussnahme) basiert hatte. Unter George W. Bush beträgt der Verteidigungsetat etwa 400 Milliarden US-Dollar, was bedeutet, dass das US-Militär-Budget so hoch ist wie das der in der Liste nachfolgenden neun Staaten zusammen.
Der Haushaltsansatz für Entwicklungshilfe betrug im Haushaltsjahr 2003/04 fast 20 Milliarden US-Dollar, ohne die Aufbauhilfe für Irak, die wiederum ebenfalls so groß ist. Als Anteil am Bruttosozialprodukt ist diese Summe relativ gering im Vergleich zu anderen Industrienationen, als absolute Summe jedoch das größte einer Nation auf der Welt. Von den 20 Milliarden US-Dollar gehen etwa die Hälfte an Israel und Ägypten (seit den Camp-David-Verträgen 1979). Andere Schwerpunkte sind Kolumbien, Bolivien, Peru, Afghanistan, Pakistan, Indonesien, die Türkei und Jordanien, unter anderem wegen des "Kriegs gegen den Drogenanbau" und des Kriegs gegen den Terrorismus.
Siehe auch: Außenpolitisches System der USA | :Kategorie:US-Außenpolitik | US-Interventionen im Ausland
Literatur:
- Christian Hacke: Zur Weltmacht verdammt, die amerikanische Außenpolitik von J.F. Kennedy bis G.W. Bush, Ullstein ISBN 3-548-36722-4
- Michael R. Beschloss / Strobe Talbott: Auf höchster Ebene, das Ende des Kalten Krieges und die Geheimdiplomatie der Supermächte 1989-91, ECON, ISBN 3-612-26166-5
- [http://usinfo.state.gov/usa/infousa/trade/files/98-916.pdf Congressional Research Service, Bericht an den Kongress zum Thema Entwicklungshilfe, 2004]
Gliederung
US-Interventionen im Ausland
Im Jahr 2002 gab es laut Zensus- und Volkszählungsbüro 87.900 lokale Regierungseinheiten in den Vereinigten Staaten, einschließlich Ortschaften, Kreise, Siedlungen, Schul- und andere Bezirke. Mehr als drei Viertel der Bürger der Vereinigten Staaten leben in großen Städten oder deren Vorstädten (Liste der Städte in den USA).
Liste der Städte in den USA
Ein County ist eine Untereinheit der meisten Bundesstaaten. In Louisiana heißen sie "Parishes" und in Alaska gibt es sie nicht, sondern lediglich statistische Unterteilungen. In Virginia und Missouri gibt es zudem Städte, die keinem County zuzuordnen sind. Bei Großstädten (z. B. Philadelphia) kommt es vor, dass die Grenzen von Stadt und County gleich sind; die Stadt New York nimmt sogar 5 Counties ein, die jeweils ein Borough sind. Es ist nicht selten, dass Städte und sogar Dörfer eine County-Grenze überschreiten. Die Regierungsformen der Counties und auch deren Befugnisse sind von Staat zu Staat sehr unterschiedlich, manchmal sogar innerhalb eines Staates, wenn der Landtag verschiedene Formen zur Auswahl vorgegeben hat. Manche erlassen Steuern, fast alle nehmen Kredite auf und treiben Steuern ein. Sie haben Angestellte, sind sehr oft für die Beaufsichtigung von Wahlen zuständig und bauen und unterhalten Straßen und Brücken (manchmal im Auftrag des Bundes oder Landes). Sozialhilfeprogramme werden teilweise von ihnen durchgeführt, aber teilweise von den Townships, die, insbesonders im Mittleren Westen nicht deckungsgleich mit den Kommunen sind, sondern aus 36 Quadratmeilen, die in der Landesvermessung aus dem 18. Jahrhundert bestimmt worden sind, bestehen.
Ein besonderer Aspekt bei manchen kleineren Städten, der selten und überwiegend in den Neuenglandstaaten vorkommt, ist das "town meeting". Einmal im Jahr – bei Bedarf auch häufiger – kommen alle registrierten Wähler einer Stadt zu einer öffent
Penig
Penig ist eine kleine Stadt an der Zwickauer Mulde, südlich von Rochlitz und nördlich von Glauchau, direkt an der B95, zwischen Leipzig (65 km) und Chemnitz (15 km) im Bundesland Sachsen
Geographie
Ortsteile
Dittmannsdorf, Arnsdorf, Amerika, Thierbach, Zinnberg, Tauscha, Chursdorf, Langenleuba-Oberhain, Wernsdorf, Niedersteinbach, Markersdorf, Obergräfenhain 1, Obergräfenhain 2
Geschichte
Slawischer Ursprung; genannt 981 (Thietmar von Merseburg) als Wissepnig (Hohenstockburg). 1170 - 1329 planmäßige Formung der Ansiedlung zu einer Stadt durch die Burggrafen von Altenburg, Lehensherren des Gebietes. Günstig dabei die Lage an der alten Salz- und Handelsstraße von Halle nach Prag und an einem Muldenübergang. 1200 war bereits ein Marktflecken vorhanden (civitas forensis) und im Jahr 1227 wird der Ort urkundlich erstmals als Stadt genannt.
Das Alte Schloss wurde als Wasserburg etwa um 1300 - 1320 erbaut und war der Sitz der Burggrafen von Leisnig.
Handwerk und Gewerbe entwickelten sich frühzeitig. Die Schuhmacher bildeten 1353 die erste Zunft. Im 15./16. Jh. erlangte die Töpferinnung besondere Bedeutung. Das sogenannte Peniger Steinzeug war von hoher künstlerischer Qualität und wurde weithin exportiert.
Politik
Stadtrat
Seit der Stadtratswahl vom 13. Juni 2004 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:
- CDU - 10 Sitze (45,4 %)
- PDS - 5 Sitze (22,7 %)
- Freie Wählergemeinschaft Penig e.V. - 4 Sitze (18,2 %)
- SPD - 3 Sitze (13,6 %)
Die Wahlbeteiligung lag bei 44,7 %.
Städtepartnerschaften
- Braunsbach (Deutschland)
- Uttenweiler (Deutschland)
Wirtschaft
Verkehr
- Verkehrsverbindungen:
- Straße: Bundesstraßen B 175 und B 95
Ansässige Unternehmen
- Papierfabrik Penig
- Bergmann Beton
- A. Friedr. Flender AG, Getriebewerk Penig
- Peniger Brauerei
Öffentliche Einrichtungen
- Freibad
Bildungseinrichtungen
- Freies Gymnasium Penig
- Mittelschule Penig
- Grundschule Bahnhofstraße
Ämter
Kultur und Sehenswürdigkeiten
B 95]]
- Peniger Kellerberge - unterirdisches Gangsystem, diente in früheren Zeiten zur Aufbewahrung von Bier und anderen Lebensmittel
- Köbe - Natur und Tierpark
Bauwerke
- spätgotische Stadtkirche "Unser Lieben Frauen Auf Dem Berge"
- Neues Schloss
- Altes Schloss
- Muldenwehr
- Wasserkraftanlage an der Mulde
Weblinks
- http://www.Penig.de/ Homepage der Stadt Penig
- http://www.faschingsclub-penig.de/ Faschings Club Penig e.V.
- http://www.Christengemeinde-Penig.de/
- http://www.freiesgymnasiumpenig.de/ Homepage des Freien Gymnasiums
Kategorie: Ort in Sachsen
Amerika (Roman)Amerika ist ein unvollendeter Roman von Franz Kafka. Der Titel geht auf seinen Freund und Herausgeber Max Brod zurück. Nach Kafkas Tagebüchern und Briefen lautet der Titel richtig „Der Verschollene“.
Inhalt
Der 16-jährige Karl Rossmann wird von seinen Eltern nach Amerika geschickt, da er von einem Dienstmädchen "verführt" wurde und dieses nun ein Kind von ihm erwartet. Im Hafen von New York angekommen, trifft er wunderbarerweise noch auf dem Schiff einen reichen Onkel, der ihn zu sich nimmt. Dem gesellschaftlichen Aufstieg Karls in der neuen Welt scheint nichts im Wege zu stehen. Doch bald verstößt der Onkel den Jungen, als Karl die Einladung eines Geschäftsfreundes des Onkels zu einem Landhausbesuch eigenmächtig annimmt. Auch bei dieser Verstoßung spielt ein erotisches Element eine Rolle: die Tochter des Geschäftsfreundes wird bei ihren Annäherungsversuchen im Landhaus Karl gegenüber regelrecht handgreiflich. Der ohne Aussprache vom Onkel auf die Straße geschickte Karl lernt zwei Landstreicher kennen, einen Franzosen und einen Iren, die sich seiner annehmen, freilich immer zum Nachteil von Karl. Wegen des Iren verliert er eine niedrige Anstellung als Liftjunge in einem riesigen Hotel mit grotesker Arbeitswelt. Anschließend wird er in einer Wohnung, die die beiden Landstreicher mit einer fetten älteren Sängerin teilen, gegen seinen Willen als Diener angestellt und ausgenutzt.
Ein kurzes Textfragment suggeriert, dass Karl später für ein Vorstadtbordell arbeitet. In einem weiteren Fragment entdeckt Karl durch Zufall ein Plakat für ein Theater in Oklahoma (Kafka schrieb durchgehend "Oklahama"), das allen Menschen Beschäftigung verspricht, die Künstler werden wollen. Karl wird nach einer peinlichen Befragung von den Werbern des Theaters aufgenommen, freilich nur „für niedrige technische Arbeiten“. Das Romanfragment endet mit der langen Zugfahrt nach Oklahoma, wo Karl zum ersten Mal die „Größe Amerikas begreift“.
Ende laut Brod
Kafka soll laut Brod geplant haben, dass Karl im Theater nicht nur Rückhalt und Beruf, sondern sogar die Eltern und die Heimat wieder findet. Dem widerspricht eine Tagebuchnotiz Kafkas von 1915, wonach der „schuldlose“ Karl wie Josef K., der Held des späteren Werks Der Process, „strafweise umgebracht“ wird.
Entstehung
„Der Verschollene“ ist der erste von Kafka begonnene Roman. Von Ende 1911 arbeitete er mit großen zeitlichen Unterbrechungen bis 1914 an dem Roman ohne ihn zu vollenden. Zu Lebzeiten Kafkas erschien nur das erste, eigenständige Kapitel „Der Heizer“ im Jahr 1913 im Verlag Kurt Wolff. Zusammen mit den ebenfalls 1912 entstandenen Erzählungen "Das Urteil" und "Die Verwandlung" wollte Kafka den "Heizer" zu einer Triologie "Die Söhne" zusammengefasst wissen.
Von Kafka verwendete Literatur
Anregungen zu seinem Werk erhielt Kafka aus dem Reisebuch „Amerika - Heute und Morgen“ von Arthur Holitscher aus dem Jahre 1912 (außer wichtigen Motivübernahmen geht die Schreibung "Oklahama" auf einen Druckfehler bei Holitscher zurück). Auch lassen sich Parallelen zu Charles Dickens Roman „David Copperfield“ nachweisen, was sich Kafka im Jahr 1917 in seinem Tagebuch selbst eingestand.
Brods Edition
Im Jahre 1927, also nach Kafkas Tod, veröffentlichte Max Brod das Romanfragment unter dem Titel „Amerika“. Für die Überschriften und Einteilungen der ersten sechs Kapitel gibt es ein authentisches Verzeichnis des Autors, die übrige Anordnung der Textfragmente erfolgte durch Brod recht willkürlich. Das gilt auch für den von Brod gewählten Titel „Das Naturtheater von Oklahoma“ für den chronologisch letzten Textteil. Der Herausgeber rechtfertigte sein Vorgehen mit angeblichen Aussagen Kafkas, den Roman versöhnlich enden lassen zu wollen.
Deutung
Eine Postion lautet: Im Gegensatz zu dem gängigen Amerikaklischee der erfolgreichen Karriere des tüchtigen Einwanderers zeige der erste Roman Kafkas einen erschütternden, permanenten sozialen Abstieg eines gutwilligen und naiven Jungen. Der heimatlose Karl, den großer Gerechtigkeitssinn auszeichnet, finde in der Fremde, in einer unpersönlichen Welt kalter Autoritäten und Hierarchien keinen Platz.
Literatur
Ausgaben
- Amerika. München: K. Wolff, 1927. (Die Erstausgabe wurde posthum herausgegeben von Max Brod.)
- Franz Kafka. Sämtliche Erzählungen. Paul Raabe (Hrsg.). Frankfurt am Main und Hamburg: Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1970. ISBN 3-596-21078-X.
Sekundärliteratur
- Arnold, Heinz Ludwig (Hrsg.). Franz Kafka. Text und Kritik Sonderband. Berlin: 1994.
- Jahn, Wolfgang. Kafkas Roman ‚Der Verschollene’. Stuttgart: 1965.
- Susemann, Margarete. Das Hiob-Problem bei Franz Kafka. in: Franz Kafka. Heinz Politzer (Hrsg.). Darmstadt: 1973.
Weblinks
- [http://www.dieterwunderlich.de/Kafka_amerika.htm Dieter Wunderlich: Kurze Inhaltsangabe und Interpretation zu „Amerika“]
- [http://www.xlibris.de/Autoren/Kafka/Kurzinhalte/Heizer.htm XLibris: Kurze Inhaltsangabe von „Der Heizer“]
- [http://www.digbib.org/Franz_Kafka_1883/Amerika DigBib.Org: „Amerika“] vollständiger Text des Werks
Amerika
Amerika
Amerika
Walter Wellman
Der Reporter Walter Wellman ( - 1858 in Mentor, Ohio; † 1934 in New York) bekam 1905 vom Chicagoer Record-Herald den Auftrag, werbewirksam als erster Mensch den Nordpol mit einem Luftschiff zu überqueren.
Polarexpeditionen
Bereits 1893 hatte er mit seinen Versuchen von Spitzbergen aus den Nordpol zu erreichen begonnen. Ein Jahr später war er überzeugt, dass der einzige Weg durch die Luft führte.
Erste Erfahrungen in Polargebieten hatte er 1894 mit dem Schiff „Ragnvald Jarl“ bei Walden Island im Norden Spitzbergens gesammelt, wo dieses Schiff sank. 1898/99 erreichte er als Leiter einer Expedition die Nordspitze des Franz-Josef-Lands. Sie endete jedoch nach einem arktischen Phänomen, einem Eisbeben. Die Expedition kehrte daraufhin um, sie hatte nur 275 km (170 Meilen) zurückgelegt.
Auf der Portsmouth Friedenskonferenz 1905 begeisterte sich Wellmann für den französischen Lebaudy-Lenkballon. Er war sicher mit diesem Gerät, dass eine Traglast von 3750 kg (7500 Pfund) besaß, das richtige Fortbewegungsmittel gefunden zu haben.
Er nannte sein Vorhaben die "Wellman Chicago Record Herald Polar Expedition".
Lebaudy
Die Zeitungen attackierten Wellman gnadenlos und warfen ihm vor, nie wirklich an eine Durchführung seiner waghalsigen Pläne zu denken. Wellman ärgerte sich und kämpfte ständig darum, die über ihn verbreiteten Geschichten nicht in seine Pläne einfließen zu lassen.
Nach einem vergeblichen Versuch 1906 gelang Wellman im Sommer 1907 auf Spitzbergen eine Fahrt mit seinem Luftschiff „America“ von 24 Kilometern (15 Meilen). Nach einer Bruchlandung wurde er vom Frankfurter Polarfahrer Theodor Lerner geborgen. Ein zweiter Flug 1909 mußte nach 40 Meilen aufgrund technischer Probleme abgebrochen werden. Dies war nach Salomon Andrée 1898/1899 der zweite Versuch, den Pol per Luftweg zu überqueren gewesen. 1909 reiste übrigens auch Ferdinand Graf von Zeppelin nach Spitzbergen, um die Chancen für eine derartige Unternehmung einzuschätzen.
Atlantiküberquerung
1910 versuchte Wellman mit seinem Luftschiff „America“ den Atlantik zu überqueren. Dieser Versuch scheiterte etwa 1600 km von der Küste entfernt im Ozean. Wellmann setzte mit seinem Notruf jedoch den weltweit ersten Funkspruch von einem Luftfahrzeug an ein Seefahrzeug ab. Er lautete „Kommt und holt die verdammte Katze!“ Damit war eine Katze gemeint, die sich als blinder Passagier auf das Luftschiff geschmuggelt hatte.
Luftschiff America
Länge: 56,7 m (186 ft)
Tragfähigkeit: 9.500 kg (19.000 lbs)
Antrieb: Drei Lorraine-Dietrich-Motoren zu je 80 PS mit denen eine Durchschnittsgeschwindigkeit | | |