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Amerikanische Besatzungszone
Die Amerikanische Besatzungszone war eine der vier Besatzungszonen, in die Deutschland nach dem Sieg über den Nationalsozialismus im Juli 1945 von den alliierten Siegermächten eingeteilt wurde.
Diese wurde auch als Südwest-Zone bezeichnet und umfaßte zum einen Bayern einschließlich der thüringischen Exklave Ostheim, ausschließlich des Kreises Lindau und der Pfalz.
Außerdem war Kurhessen und Nassau (ausschließlich der zugehörigen Exklaven und der Kreise Oberwesterwald, Unterwesterwald, Unterlahn und Sankt Goarshausen) sowie Hessen-Starkenburg, Oberhessen und den östlich des Rheines gelegenen Teil von Rheinhessen (Grenze war die Mitte der Schiffahrtsrinne des Rheins) amerikanisch besetzt.
Schließlich gehörten die nördlich der Reichsautobahn Karlsruhe-Ulm , die heutige A8, gelegenen Kreise von Württemberg und Baden zur amerikanischen Besatzungszone. Dabei handelte es sich um die Stadtkreise Stuttgart, Heilbronn und Ulm sowie die Landkreise Aalen, Backnang, Böblingen, Crailsheim, Esslingen, Schwäbisch Gmünd, Göppingen, Schwäbisch Hall, Heidenheim, Heilbronn, Künzelsau, Leonberg, Ludwigsburg, Mergentheim, Nürtingen, Öhringen, Ulm, Vaihingen, Waiblingen in Württemberg sowie die Stadtkreise Karlsruhe, Heidelberg, Mannheim und Pforzheim und die Landkreise Bruchsal, Buchen, Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim, Mosbach, Pforzheim, Sinsheim und Tauberbischofsheim in Baden.
Zusätzlich waren Bremen und Bremerhaven als Versorgungshäfen sowie der südliche Teil Groß-Berlins (Bezirke Zehlendorf, Steglitz, Schöneberg, Kreuzberg, Tempelhof, Neukölln) Bestandteil der Zone.
Aus dieser Zone bildete die amerikanische Militärregierung 1945 bzw. 1946 die Länder Bayern, Württemberg-Baden, Hessen und Bremen, die am 23. Mai 1949 Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland wurden.
1952 fusionierte das Land Württemberg-Baden mit den von der französischen Militärregierung gebildeten Ländern Baden und Württemberg-Hohenzollern zum Land Baden-Württemberg.
Kategorie:Deutsche Geschichte (Nachkriegszeit)
BesatzungszoneAls Besatzungszonen werden von fremden Truppen besetzte Gebiete eines Staates bezeichnet.
Nach dem Versailler Vertrag musste das Deutsche Reich zwischen 1919 und 1930 eine Besetzung des Rheinlandes und des Saarlandes durch französische Besatzungstruppen akzeptieren.
Im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch versteht man unter Besatzungszonen die nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Siegermächte besetzten Gebiete Deutschlands und Österreichs. Sinngemäß spricht man auch von der Zeit zwischen 1945 und 1949 in Deutschland, 1945 bis 1955 in Österreich, in der die Siegermächte die beiden Länder besetzt hielten und die politische Oberhoheit über sie hatten, von der Besatzungszeit.
Besatzungszonen in Deutschland 1945 -1949
Vorgeschichte
Am 15. Januar 1944 hatte die Europäische Beratende Kommission (EAC) vorgeschlagen, nach Beendigung des Krieges das Deutsche Reich in verschiedene Besatzungszonen aufzuteilen. Im 1.Zonenabkommen vom 12. September 1944 wurde die Grenze zwischen der Sowjetischen
Besatzungszone und den Besatzungszonen der Westmächte festgelegt, im 2.Zonenabkommen vom 14. November 1944 die Grenze zwischen der Britischen und der Amerikanischen Besatzungszone. Frankreich spielte bei den Besprechungen keine Rolle, es sollte sogar als besetzter Feindstaat behandelt werden. Doch das Französische Komitee der Nationalen Einheit in Algier verfügte über Streitkräfte des kämpfenden Frankreichs, zu deren Oberbefehlshaber General de Gaulle am 9. April 1944 ernannt wurde. Am 3. Juni 1944 wurde das Komitee in Provisorische Regierung der Französichen Republik umbenannt, die aber erst am 23. Oktober 1944 durch die USA, UdSSR und das Vereinigte Königreich anerkannt wurde. Die französichen Truppen griffen sowohl auf dem italienischen wie auf dem französischen Kriegschauplatz entscheidend in die Kämpfe ein. Das II.Französische Korps landete am 15. August 1944 zusammen mit der 7.US-Armee zwischen Toulon und Cannes und stand am 24. August 1944 vor Paris. Aufgrund einer Forderung de Gaulles marschierte die 2.Französische Panzerdivision, geführt von General Leclerc, und unterstützt durch die 4.US-Infanteriedivision in der französischen Hauptstadt ein. Am 14. Oktober beschwerte sich de Gaulle über die mangelnde Unterstützung durch die Westalliierten: Sie verfolgen ihre eigenen Interessen und ihre eigene Politik! Am 10. November 1944 besuchte de Gaulle Churchill in London und forderte die Anerkennung als gleichberechtigter Partner, sowie Kriegsmaterial für seine Truppen. Doch der britische Premier gab nur vage Zusagen. Am 27. November entsandte Frankreich einen Vertreter zur EAC. Bei der Konferenz von Jalta weigerte sich Stalin zunächst, den Franzosen eine eigene Besatzungszone zuzugestehen und an der Verwaltung über Deutschland mitzuwirken, da Frankreich wenig zu diesem Kriege beigetragen und dem Feind die Tore geöffnet habe. Doch Churchill wollte nach Abzug der Amerikaner, beabsichtigt war das nach zwei Jahren, der kommunistischen Sowjetunion nicht allein gegenüberstehen. Schließlich lenkte Stalin ein und erklärte, daß er keinen Einwand (mehr) dagegen habe, daß ihm (Frankreich) eine Zone innerhalb der britischen und amerikanischen Zone gegeben werde. Inzwischen hatten die französischen Streitkräfte vollendete Tatsachen geschaffen, trotz der Weigerung des Alliierten Oberbefehlshabers Eisenhower, Übersetzmittel zur Verfügung zu stellen, am 1. April 1945 bei Philippsburg den Rhein überschritten, Stuttgart und Friedrichshafen am Bodensee besetzt und waren dann bis nach Vorarlberg in Österreich vorgedrungen. Am 26. Juli 1945 wurde das Zonenabkommen der EAC ergänzt, Frankreich erhielt eine eigene Besatzungszone.
Die Besatzungszonen
Vorarlberg
Vorarlberg
Im Westen und im Süden Deutschlands befanden sich die britische, die französische und die amerikanische Besatzungszone, die sowjetische im Osten des verbliebenen Deutschlands.
Die Amerikaner gründeten in ihrer Zone die Länder Bayern, Württemberg-Baden, Hessen und Bremen, die Briten die Länder Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Hamburg, die Franzosen die Länder Rheinland-Pfalz, Baden und Württemberg-Hohenzollern sowie das Saarland, in der SBZ entstanden 1945 die Länder Brandenburg, Mecklenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Aufgrund der wachsenden Differenzen zwischen der Sowjetunion und den westlichen Siegermächten wurde im September 1947 aus der amerikanischen und britischen Zone die Bizone gebildet, der im März 1948 schließlich auch die französische Besatzungszone mit Ausnahme des Saarlandes beitrat. Die dabei entstandene gemeinsame Trizone war die Grundlage des späteren Westdeutschland, d.h. der Bundesrepublik Deutschland bis 1990.
Mit Inkrafttreten des Grundgesetzes am 24. Mai 1949 wurde aus den 11 westdeutschen Bundesländern (ohne Saarland), die Bonner Republik genannte Bundesrepublik Deutschland gegründet. 1952 fusionierten die Länder Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern zum Land Baden-Württemberg. Damit reduzierte sich die Zahl der Bundesländer auf 9 (ohne Berlin). Mit dem Beitritt des Saarlandes erhöhte sie sich dann wieder auf 10.
Aus der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) wurde am 7. Oktober 1949 die Deutsche Demokratische Republik (DDR).
Einen Sonderfall stellte Berlin dar, das zu keiner der vier Zonen gehören und von allen vier Besatzungsmächten gemeinsam verwaltet werden sollte, quasi wie eine neutrale fünfte Besatzungszone. Zum Zweck der gemeinsamen Verwaltung wurde es intern in vier Sektoren aufgeteilt. Dieser besondere Status galt übrigens für zehn Jahre auch für die österreichische Hauptstadt Wien.
Die Sowjetunion und die DDR interpretierten im späteren Verlauf des Kalten Krieges den Status Berlins abweichend von den Westmächten dahingehend, dass Gesamt-Berlin von Anfang an zur Sowjetischen Besatzungszone gehört habe, mutmaßlich um die Anwesenheit der Westmächte in West-Berlin zu delegitimieren und die verstärkte Eingliederung Ost-Berlins in die DDR zu rechtfertigen.
Die Vier-Sektoren-Stadt Berlin sollte anfangs nach dem Willen der Siegermächte weder der sie umschließenden DDR noch dem westlichen Teil der Bundesrepublik zugeordnet werden. Mit der fortdauernden politischen Spaltung allerdings vereinnahmte die DDR Ost-Berlin als ihre vollintegrierte Hauptstadt, während West-Berlin von der Bundesrepublik faktisch als Bundesland behandelt wurde. Die Besonderheiten des Berlin-Status und die formelle Trennung von der BRD wurden jedoch in West-Berlin weiterhin beachtet, während sie in Ost-Berlin über die Jahrzehnte fortlaufend abgebaut wurden.
Historische Situation während der Besatzungszeit in Deutschland
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges lag ein Großteil Europas, insbesondere Deutschlands in Trümmern. Die Alliierten beschlossen eine Politik der Demokratisierung, der Entmilitarisierung und der Entnazifizierung im ehemaligen Deutschen Reich.
Bei den Nürnberger Prozessen wurden die Hauptkriegsverbrecher vor einem internationalen Tribunal angeklagt. Unter ihnen waren auch überlebende einflussreiche NS-Politiker wie zum Beispiel Hermann Göring, der wie einige andere zum Tode verurteilt wurde, wobei Göring noch vor der Urteilsvollstreckung Suizid verübte. Viele andere, die dabei zu langen Haftstrafen verurteilt wurden, wurden im Lauf der 1950er Jahre wieder entlassen und spielten teilweise beim Aufbau der Verwaltung und der Bundeswehr in der Bundesrepublik Deutschland eine Rolle.
In den Zonen der Westalliierten wurde die Entnazifizierung schon bald eingeschränkt, nachdem der Interessengegensatz zwischen den politischen Systemen der UdSSR einerseits und der USA, Frankreichs und Großbritanniens andererseits immer deutlicher im aufkommenden Kalten Krieg zutage trat. Mitteleuropa war Ende der 1940er Jahre und auch später noch ein wichtiger Konfliktherd des Kalten Krieges. Beide Systeme verfolgten jeweils unterschiedliche soziale, politische und wirtschaftliche Konzepte. Während in den westlichen Zonen der Marshall-Plan den wirtschaftlichen Aufbau nach dem Muster einer kapitalistischen freien Marktwirtschaft vorantrieb, war die Ostzone geprägt von der Durchsetzung einer am Sozialismus der UdSSR orientierten Planwirtschaft.
1948 wurde in der Trizone in Westdeutschland die Währungsreform durchgeführt, die sehr schnell zu einem wirtschaftlichen Aufschwung im Westen führte. Dem Schwarzmarkt wurde dadurch die Grundlage entzogen. Die Läden füllten sich wieder mit einem breiteren und reichlicheren Warenangebot. Im Osten konnte man mit dieser Entwicklung so nicht mithalten.
Insbesondere in der 4-Sektorenstadt Berlin eskalierte die politische Situation aufgrund der dicht nebeneinander bestehenden Wirtschaftssysteme. Es kam zur Berlin-Blockade durch die UdSSR. Berlin wurde vom Westen abgeriegelt. Das diplomatische Kräftemessen stand kurz vor einer Wende vom Kalten zum Heißen Krieg. In einer berühmt gewordenen Rede rief der Westberliner Oberbürgermeister Ernst Reuter bei einer Großdemonstration die Weltgemeinschaft auf, Westberlin nicht im Stich zu lassen ("Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt") Westberlin wurde daraufhin von den Westalliierten über Monate hinweg durch die Luftbrücke mit den notwendigsten Gütern versorgt, bis schließlich die Blockade aufgegeben wurde.
Im Herbst 1949 wurden in den deutschen Besatzungszonen kurz hintereinander zwei unterschiedliche deutsche Staaten gegründet:
Im Westen die Bundesrepublik Deutschland als eine parlamentarische Demokratie, an deren Spitze bei der ersten Bundestagswahl eine CDU-Regierung unter Bundeskanzler Konrad Adenauer gewählt wurde. Adenauer orientierte sich von Anfang an dem auch militärisch entstehenden Bündnissystem des Westens.
Aus der Sowjetzone entstand die am so genannten demokratischen Zentralismus der UdSSR orientierte Deutsche Demokratische Republik (DDR) unter der Herrschaft der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) unter Walter Ulbricht. Die SED war 1946 aus der Vereinigung der SPD mit der KPD im sowjetisch besetzten Teil Deutschlands hervorgegangen, dieser Zusammenschluss wird einerseits als wichtigstes Vermächtnis der Häftlinge aus den Konzentrationslagern (siehe u.a Volksfrontkomitee Buchenwald, Buchenwalder Manifest) gesehen, andererseits als Zwangsvereinigung.
Bedingt durch die Westbindung Adenauers wurde die Spaltung Deutschlands über Jahrzehnte hinaus zementiert.
Österreich
Westbindung
Wie Deutschland war Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Alliierten besetzt. Die Besatzungszeit dauerte bis zum österreichischen Staatsvertrag im Jahre 1955.
Hauptartikel: Besetztes Nachkriegsösterreich
Siehe auch
- Trümmerfrau
- Potsdamer Konferenz
- Konferenz von Jalta
- Konferenz von Teheran
- Währungsreform
- Schwarzmarkt
- Entnazifizierung
- Stalin-Noten
- Zonenbeirat
Kategorie:Deutsche Geschichte (Nachkriegszeit)
Juli
Der Juli ist der siebte Monat des Jahres im Gregorianischen Kalender.
Er hat 31 Tage und ist nach dem römischen Staatsmann Julius Cäsar benannt, auf den die Kalenderreform des Jahres 46 v. Chr. zurückgeht (siehe Römischer Kalender, Julianischer Kalender).
Der alte deutsche Name ist Heuet oder Heuert oder auch Heumonat genannt, da im Juli die erste Heu-Mahd eingebracht wird. Andere alte Namen für den Juli sind Bären- oder Honigmonat.
Im römischen Kalender, dessen Jahr mit dem März begann, war der Juli ursprünglich der fünfte Monat und hatte vor seiner Umbenennung im Jahre 44 v. Chr. (vom Konsul Marcus Antonius eingebrachte Lex Antonia de mense Quintili "über den Monat Quintilis") den Namen Quintilis zu lat. quintus "der fünfte". Im Jahr 153 v. Chr. wurde der Jahresbeginn allerdings um zwei Monate vorverlegt, so dass die Beziehung zwischen Namen und Zählung entfiel.
Kommt es auf deutliche akustische Unterscheidbarkeit an, wird der Juli in Deutschland als "Julai" ausgesprochen, so dass er sich vom Juni, den man dann Juno ausspricht, deutlich abhebt.
Der Juli beginnt mit dem selben Wochentag wie der April und in Schaltjahren auch wie der Januar.
Siehe auch
- bewegliche Feiertage
- bewegliche Gedenktage
Weblinks
- http://www.feste-der-religionen.de/Kalender/Juli.html
!07
Kategorie:Kalender
ja:7月
ko:7월
ms:Julai
simple:July
th:กรกฎาคม
AlliierteDer Begriff Alliierte stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Verbündete, die eine Allianz geschlossen haben. Das muss kein formeller Vertrag sein, ein koordinierter Kampf gegen einen gemeinsamen Gegner reicht aus.
Im engeren Sinne werden unter Alliierten die im Zweiten Weltkrieg gegen die Achsenmächte (Deutschland, Italien, Japan) verbündeten Großmächte verstanden. Auch die im Ersten Weltkrieg gegen die Mittelmächte verbündeten Staaten werden teilweise als Alliierte bezeichnet, der korrektere Ausdruck hierfür ist Entente.
Erster Weltkrieg
siehe Hauptartikel : Entente
Zweiter Weltkrieg
ursprüngliche Alliierte:
- Polen
- Frankreich
- Großbritannien und Nordirland
Hauptalliierte
- Frankreich (faktisch nur von 1939-40 und ab 1944; dazwischen arbeitete die Widerstandsorganisation der Résistance im Partisanenkrieg den Alliierten zu)
- Großbritannien und Nordirland
- Sowjetunion (ab Mitte 1941)
- USA (ab Ende 1941)
- Republik China (Pazifikkrieg)
weitere Alliierte
- Australien
- Kanada
- Neuseeland
- Südafrika
- Philippinen
Von den Achsenmächten besetzte Länder die, vor allem im Partisanenkrieg, aus dem Untergrund auch weiterhin erbitterten Widerstand leisteten:
- Polen (besetzt von Deutschland und Sowjetunion 1939)
- Tschechoslowakei
- Norwegen (besetzt von Deutschland, 9. April 1940)
- Belgien (besetzt von Deutschland, 10. Mai 1940)
- Niederlande (besetzt von Deutschland, 10. Mai 1940)
- Luxemburg (besetzt von Deutschland, 10. Mai 1940)
- Griechenland (besetzt von Italien, 28. Oktober 1940)
- Jugoslawien (besetzt von Deutschland, Italien, Ungarn, Rumänien und Bulgarien, 6. April 1941)
In Deutschland werden mit dem Begriff die Alliierten meist die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs in Europa bezeichnet. Diese vereinbarten die gemeinsame Verwaltung des besiegten Kriegsgegners. Deutschland und Österreich wurden in Besatzungszonen geteilt, die Hauptstädte Berlin und Wien (siehe: Besetztes Nachkriegsösterreich) in jeweils vier Sektoren geteilt und gemeinsam verwaltet (Vier-Sektoren-Stadt).
Die Westalliierten waren die USA, Großbritannien und Frankreich und standen der vierten Siegermacht, der Sowjetunion, entgegen.
Der Alliierte Kontrollrat in Deutschland und die Alliierte Kommission für Österreich waren Behörde der vier Besatzungsmächte, die im Jahre 1945 gegründet wurde. Seine Aufgabe war die Ausübung der Regierungsgewalt, er brach jedoch bereits 1948 wieder auseinander.
Die Alliierte Hohe Kommission, abgekürzt AHK, war von 1949 bis 1955 oberstes Kontrollorgan der drei Westmächte für die Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin mit drei Hohen Kommissaren, derer Sitz auf dem Petersberg bei Bonn lag.
Zweiter und Dritter Golfkrieg
Aber auch die gegen den Irak verbündeten Staaten im Zweiten und Dritten Golfkrieg bzw. allgemein die Mitglieder der NATO werden als Alliierte bezeichnet.
Kategorie:US-Außenpolitik
Kategorie:Deutsche Geschichte (Nachkriegszeit)
Kategorie:Politik (Deutschland)
Kategorie:Diplomatie
Kategorie:Erster Weltkrieg
Kategorie:Zweiter Weltkrieg
ja:連合国
ko:연합국
Ostheim vor der Rhön
Ostheim vor der Rhön ist eine Stadt in Bayern im Landkreis Rhön-Grabfeld mit den Ortsteilen Oberwaldbehrungen, Thüringer Hütte und Urspringen. Die Stadt ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ostheim vor der Rhön mit den weiteren Mitgliedern Sondheim vor der Rhön und Willmars.
Geschichte
Ostheim wird 804 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Ehemals ein Amt der Fürsten Sachsen-Weimar-Eisenach, kam die Enklave Ostheim 1920 zum neugegründeten Land Thüringen. 1945 wurde Ostheim als Teil der amerikanischen Besatzungszone dem Freistaat Bayern zugeordnet.
Sehenswürdigkeiten
- Kirchenburg, besterhaltene Kirchenburg Deutschlands
- Lichtenburg mit bewirtschaftetem Rittersaal und Gaststube
- Historische Altstadt mit Adelshöfen, Mühlen, Fachwerkhäusern
- Orgelbaumuseum im Schloss Hanstein (auf Wunsch mit musikalischer Führung)
- Hügelgräber
Weblinks
- [http://www.rhoenline.de/museum/museum_orgelmuseum_ostheim.html Orgelbaumuseum]
- [http://www.bionade.de Bionade - Das Kultgetränk aus Ostheim v. d. Rhön]
- [http://www.live-reisen.com/ostheim/ostheim/start.htm Die Kirchenburg von Ostheim]
Kategorie:Ort in Bayern
Kategorie:Rhön-Grabfeld
Kategorie:Rhön
Pfalz (Region)Die Pfalz ist eine Region in Südwestdeutschland im Süden des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Wegen der idyllischen Landschaft und des im Osten sehr milden Klimas wird die Pfalz in der Werbebranche gerne als die deutsche Toskana bezeichnet. Im Westen wird die Pfalz durch das Saarland begrenzt, im Norden grenzt das Nordpfälzer Bergland an Rheinhessen und im Osten die Vorderpfalz an den Rhein, im Süden schließt sich jenseits der deutsch-französischen Grenze das Nordelsass an.
Der zum Biosphärenreservat Pfälzer Wald-Nordvogesen gehörende Pfälzer Wald bedeckt mehr als ein Drittel der Region und ist die größte zusammenhängende Waldfläche Europas. Der höchste Berg der Pfalz ist der im Nordpfälzer Bergland gelegene Donnersberg (687 m). Der tiefste Punkt der Pfalz (87,3 m) liegt auf der Gemarkung der Stadt Frankenthal und befindet sich nur wenige hundert Meter vom Rhein entfernt.
Frankenthal
Einteilung
Frankenthal
Frankenthal
Frankenthal
Nordpfalz
Die Nordpfalz ist ein hügeliges bis bergiges Bauernland und wird vom Massiv des Donnersberges überragt.
Sie ist sehr dünn besiedelt, die größten Orte Eisenberg, Kirchheimbolanden und Rockenhausen haben jeweils weniger als 10.000 Einwohner.
Die Nordpfalz besteht aus einem einzigen Landkreis, der 1969 durch Zusammenlegung der Kreise Kirchheimbolanden und Rockenhausen geschaffen wurde:
- Donnersbergkreis (Kfz-Kennzeichen KIB, Verwaltungssitz Kirchheimbolanden)
(Der auf der Skizze der Nordpfalz zugerechnete Landkreis Kusel gehört in Wirklichkeit zur Westpfalz.)
Vorderpfalz
Die Vorderpfalz ist die Ebene zwischen dem Oberrhein und dem Haardtgebirge, dem östlichen Rand des Pfälzer Waldes. Den Übergang zwischen Ebene und Gebirge bildet das schmale Hügelland der Haardt, die das pfälzische Weinbaugebiet darstellt. Durch die Haardt zieht sich von Norden nach Süden über 80 km die Deutsche Weinstraße.
Die Vorderpfalz weist bei weitem die größte Siedlungsdichte auf, auch die meisten größeren Städte sind hier zu finden. Zudem liegt in der Vorderpfalz das bevölkerungsreichste Dorf Deutschlands, Haßloch, das rd. 21.000 Einwohner hat.
Landkreise und kreisfreie Städte der Vorderpfalz (mit Kfz-Kennzeichen) sind:
- Landkreis Bad Dürkheim (DÜW)
- Stadt Frankenthal (Pfalz) (FT)
- Rhein-Pfalz-Kreis (RP, Verwaltungssitz Ludwigshafen am Rhein)
- Stadt Ludwigshafen am Rhein (LU)
- Stadt Neustadt an der Weinstraße (NW)
- Stadt Speyer (SP)
- Stadt Landau in der Pfalz (LD)
- Landkreis Germersheim (GER)
- Landkreis Südliche Weinstraße (SÜW, Verwaltungssitz Landau in der Pfalz)
Westpfalz oder Hinterpfalz
Die Westpfalz oder Hinterpfalz ist klimatisch rauher als die Vorderpfalz und umfasst das Mittelgebirge des Pfälzer Waldes (teilweise) und das an das Saarland angrenzende Ackerland des Westrich.
Landkreise und kreisfreie Städte der Westpfalz (mit Kfz-Kennzeichen) sind:
- Landkreis Kusel (KUS)
- Stadt Kaiserslautern (KL)
- Landkreis Kaiserslautern (KL)
- Stadt Zweibrücken (ZW)
- Stadt Pirmasens (PS)
- Landkreis Südwestpfalz (PS, Verwaltungssitz Pirmasens)
Südpfalz
Nach dieser mehr geographisch betonten Aufgliederung gibt es die Südpfalz eigentlich nicht. Ihre Existenz lässt sich indessen wegen der recht einheitlichen mundartlichen Eigentümlichkeiten ihrer Bewohner nicht ernsthaft bestreiten. Indem man die Stadt Landau sowie die Kreise Südliche Weinstraße und Germersheim aus der Vorderpfalz herauslöst und aus der Westpfalz den Ostteil des Kreises Südwestpfalz hinzunimmt, gelingt es, auch diese vierte pfälzische Region zu schaffen.
Geschichte
Historisch bestand die heutige Pfalz bis zum Ende des 18. Jahrhunderts aus mehreren Territorien, von denen die größten die Gebiete des Pfälzer Kurfürsten, des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken und des Hochstiftes Speyer waren. Daneben existierten kleinere reichgräfliche und ritterschaftliche Territorien und nicht zuletzt die Freie Reichsstadt Speyer. Das Gebiet der Kurpfalz wurde noch vor der Französischen Revolution mit Bayern vereinigt, als die altbayerische Linie der Wittelsbacher ausstarb und 1777 Kurfürst Carl Theodor aus der Linie Pfalz-Sulzbach das Erbe in München antrat.
Im Verlauf der französischen Revolutionskriege fielen die gesamten linksrheinischen Gebiete und damit auch die heutige Pfalz an Frankreich. Die pfälzischen Territorien wurden mit Rheinhessen im neugebildeten Département Donnersberg zusammengefasst und spätestens ab 1802 als integrierter Bestandteil des französischen Staates verwaltet.
Nach den Befreiungskriegen kam die (linksrheinische) Pfalz 1816 als "Rheinkreis" zurück an das Königreich Bayern. Dort entstand später der Name "Rheinpfalz", weil die Pfalz sich von der gleichfalls bayerischen Oberpfalz unterscheiden musste. Vor diesem historischen Hintergrund stand "Rheinpfalz" lange Zeit auch für das pfälzische Weinbaugebiet. Seit dem 27. August 1993 lautet die Bezeichnung für dieses Anbaugebiet ebenfalls "Pfalz".
Nach dem Ersten Weltkrieg war die Pfalz bis 1930 von französischen Truppen besetzt, nach dem Zweiten Weltkrieg war sie Teil der französischen Besatzungszone und ging dann nach Verordnung Nr. 57 des französischen Oberkommandos im 1947 neu gebildeten Bundesland Rheinland-Pfalz auf, das neben der Pfalz noch den früher zu Hessen gehörigen Teil Rheinhessen (Hauptstadt Mainz) und das früher zur preußischen Rheinprovinz gehörige moselfränkische Rheinland (mit den Mittelgebirgen Hunsrück, Eifel und Westerwald) umfasst.
Verwaltungsstrukturen
Innerhalb des neuen Bundeslandes war die Pfalz zunächst ein eigenständiger Regierungsbezirk, der 1968 mit dem Regierungsbezirk Rheinhessen vereinigt wurde. Die Verwaltung des neuen Regierungsbezirks Rheinhessen-Pfalz wurde als Bezirksregierung in Neustadt an der Weinstraße eingerichtet.
Mit der Umstrukturierung der Landesverwaltung zum 1. Januar 2000 wurden die Regierungsbezirke in Rheinland-Pfalz aufgelöst. Die Bezirksregierungen wurden in Aufsichts- und Dienstleistungsdirektionen beziehungsweise Struktur- und Genehmigungsdirektionen überführt, die nunmehr landesweit für ausgewählte Aufgabenbereiche und nicht mehr für alle Aufgaben innerhalb ihres bisherigen Bezirks zuständig sind.
Die Region der Pfalz ist in Landkreise und kreisfreie Städte untergliedert. Diese sind Mitglieder des Bezirksverbandes Pfalz, einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, die auf früheren Verwaltungsstrukturen basiert: Der Conseil général, im Jahre 1800 von Frankreich übernommen, mündete 1816, als nach Ende der Ära Napoleons die Pfalz dem Königreich Bayern zugeschlagen wurde, im durch Bayern genehmigten 20-köpfigen Landrath, der schließlich zum Bezirkstag Pfalz, dem Parlament des Bezirksverbandes Pfalz, wurde.
Der Bezirksverband verwaltet verschiedene kulturelle und soziale Einrichtungen in der Region und fördert die Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen und kreisfreien Städten. Vorsitzender des Bezirksverbandes ist seit 2004 der Frankenthaler Oberbürgermeister Theo Wieder (CDU).
Wirtschaft
In Ludwigshafen ist die BASF größter Arbeitgeber. An der Haardt sind der Weinbau und vor allem in der Südpfalz zusätzlich der Tourismus starke Wirtschaftsfaktoren. In Wörth am Rhein, in einem eng mit Karlsruhe und damit Baden-Württemberg verbundenen Wirtschaftsraum, werden in einem riesigen modernen Werk die Daimler-Chrysler-Lastwagen gebaut, die in alle Welt exportiert werden.
Die Westpfalz ist strukturschwach, da sich z. B. die dort traditionelle Schuhindustrie in einer schwierigen Phase befindet. In Kaiserslautern bieten das Opel-Werk und (noch) die US-Streitkräfte wichtige Arbeitsplätze. Im Umfeld der Universität Kaiserslautern siedeln sich vermehrt junge, innovative Firmen an, die moderne Arbeitsplätze schaffen.
Pfälzerinnen und Pfälzer
Kaiserslautern
Die Pfälzerinnen und Pfälzer (Pälzer), die auf humorvolle Art gerne als "Pälzer Krischer" bezeichnet werden oder sich auch selbst so nennen, gelten als ein "unverfälschter Menschenschlag". Ihnen wird persönliche Offenheit, natürliche Neugier, Geradlinigkeit, Dickköpfigkeit und Geselligkeit nachgesagt. Wichtige Eigenschaft ist die sogenannte Pfälzer Gemütlichkeit - man setzt sich gerne zusammen an einen Tisch und speist und trinkt gemeinsam. Der Wein wird aus Schoppengläsern getrunken, die eine Größe von 0,5 Liter haben. In gemütlicher Runde (etwa auf dem Dürkheimer Wurstmarkt oder anderen Weinfesten) ist es nicht unüblich, dass der Schoppen reihum gereicht wird. Die traditionelle Pfälzer Küche ist teilweise recht deftig und umfasst u. a. grobe Bratwürste, Saumagen, Leberknödel sowie Flääschknepp (Fleischklöße), die typischerweise mit Meerrettichsoße, Sauerkraut oder Weinknorzen, einer besonderen Art Roggenbrötchen, serviert werden. Legendär sind die Gebreedelde, die Pfälzer Bratkartoffeln, die häufig mit Speckstückchen oder Leberwurst angereichert werden. Auch Grumbeere mit weißem Käs, Kartoffeln mit Quark, sind in der Pfalz ein beliebtes Gericht.
Wenngleich Pfälzerinnen und Pfälzer eher konservativ-liberal und tolerant sind, kann die Gemütlichkeit auch in Zorn umschlagen, wenn etwas nicht so läuft, wie es soll. Wenn dann die Donnerkeile fliegen („Dunnerkeitel“ - beliebter Pfälzer Fluch), sollte man besser in Deckung gehen. Schließlich waren die Pfälzer maßgeblich am Bauernkrieg (1525), am Hambacher Fest (1832) und an der Märzrevolution (1848) beteiligt.
Auf Grund der beiden letztgenannten Ereignisse gilt die Pfalz auch als ein Stammland der frühen deutschen Demokratiebewegung. Als deutsches Grenzgebiet hat die Pfalz Jahrhunderte hindurch immer wieder Heimsuchungen durch Kriege erfahren, was wohl auch zu dem engen Zusammenhalt der Pfälzer geführt hat.
Kultur
Die Sprache
Die pfälzischen Dialekte gehören zu den rheinfränkischen Mundarten und sind im vertrauten Gespräch noch weit verbreitet. Um ihre Bewahrung bemühen sich die Pfälzer Mundartdichter.
Die Kunst
Die idyllischen Landschaften und Bauwerke der Pfalz, besonders die Rebenhügel der Weinstraße und die Burgen des Pfälzer Waldes, haben eine Reihe von Malern und anderen Künstlerinnen und Künstlern inspiriert. Viele von ihnen haben in ihren Werken die Schönheiten und das Lebensgefühl in der Pfalz vermittelt. Diejenigen, die aus der Pfalz stammen oder diese zur Wahlheimat erkoren haben, sind in der Liste der Bildenden Künstler in Rheinland-Pfalz enthalten.
Siehe auch unter Literatur: Clemens Jöckle in "Pfälzische Geschichte", Band 2, Seiten 307-361)
Siehe auch
- Kurpfalz
- Pfälzer Mundartdichter
- Pfälzische Dialekte
- Pälzer Krischer
- Pfalz als Weinbaugebiet
- Regierungsbezirk Oberpfalz in Bayern
Literatur
- Pfälzische Landeskunde, mit Beiträgen von M. Geiger u. a., 3 Bde., Landau in der Pfalz 1981
- Pfälzische Geschichte, Band 1 und 2, Herausgeber: K. H. Rothenberger, K. Scherer, F. Staab, J. Keddigkeit; Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern 2002
Weblinks
- [http://www.bv-pfalz.de Bezirksverband Pfalz]
- [http://www.pfalz.de Die Pfalz]
- [http://www.wanderportal-pfalz.de Wanderportal Pfalz]
- [http://www.pfalz.info Pfalz-Infos]
Kategorie:Geschichte Rheinland-Pfalz
Kategorie:Region in Rheinland-Pfalz
Kategorie:Historische Landschaft
Kategorie:Rheinland-Pfalz
Kategorie:Pfalz
Hessen-NassauDie preußische Provinz Hessen-Nassau bestand von 1868 bis 1944. Die Provinz umfasste den nördlichen und westlichen Teil des heutigen Bundeslandes Hessen und entstand aus den 1866 von Preußen annektierten Ländern Kurhessen, Nassau und Freie Stadt Frankfurt. Die größten Städte waren Frankfurt am Main, Kassel (Provinzhauptstadt) und Wiesbaden. Die Provinz hatte eine Fläche von 15.700 km² und (1905) gut zwei Millionen Einwohner.
Insignien
Die Farben der Flagge der Provinz waren, von oben nach unten, Rot-Weiß-Blau, identisch mit der Flagge der Niederlande. Das Herzogtum Nassau ist das Stammland des Königshauses der Niederlande.
Das Wappen ist dreigeteilt und zeigt die Wappen der drei annektierten Staaten: rechts (vom Träger aus gesehen) der gekrönte, silber-rot quergestreifte Löwe des Kurfürstentums Hessen, links ein gekrönter goldener Löwe, wie der erste im im blauen Feld, für Nassau, in der roten Spitze der goldbewehrte silberne Adler der Freien Stadt Frankfurt.
Gründung der Provinz
Königshauses der Niederlande
Nach dem Deutschen Krieg 1866 gelangten das Kurfürstentum Hessen (Residenzstadt Kassel), das Herzogtum Nassau (Residenzstadt Wiesbaden), die Freie Stadt Frankfurt und die bayerischen Ämter Gersfeld und Orb unter preußische Herrschaft. Ferner musste das Großherzogtum Hessen das sog. Hessische Hinterland sowie die kurz zuvor erworbene Landgrafschaft Hessen-Homburg an Preußen abtreten, es erhielt allerdings das zuvor kurhessische Bad Nauheim.
Obwohl die mitten in Hessen gelegene, ehemals Freie Reichsstadt Wetzlar schon im Jahre 1815 preußisch und 1822 Kreisstadt des neu geschaffenen preußischen Landkreises Wetzlar geworden war, blieb sie weiter im Regierungsbezirk Koblenz der Rheinprovinz. Erst am 1. Oktober 1932 wurden Stadt und Kreis Wetzlar in den Regierungsbezirk Wiesbaden der Provinz Hessen-Nassau eingegliedert.
Die neuen preußischen Gebiete wurden zunächst in den Regierungsbezirken Cassel und Wiesbaden unter einem vorläufigen preußischen Oberpräsidium in Cassel vereinigt.
Am 7. Dezember 1868 entstand hieraus die neue preußische Provinz Hessen-Nassau. Sie gliederte sich - wie in Preußen üblich - in Stadtkreise und Landkreise.
Verwaltungsreformen
Deutsches Kaiserreich
1886 wurde die Stadt Hanau kreisfrei. Der Mainkreis wurde am 31. April 1886 in die neuen Landkreise Wiesbaden und Höchst geteilt.
Der Landkreis Frankfurt wurde am 1. April 1910 aufgelöst, als alle Gemeinden des Kreises nach Frankfurt am Main eingemeindet wurden.
Weimarer Republik
Stadt-, Landkreis und Regierungsbezirk Cassel führten seit dem 4. Dezember 1926 ihren Namen mit K am Anfang.
Zum 1. April 1928 vergrößerten sich die Stadtkreise Wiesbaden und Frankfurt am Main durch Eingemeindungen, darunter unter anderen die großen Städte Höchst am Main und Biebrich. Aus den Resten der Landkreise Höchst am Main und Wiesbaden entstand der neue Main-Taunus-Kreis. Höchst, nunmehr ein Stadtteil von Frankfurt, blieb jedoch bis 1987 Verwaltungssitz des neuen Landkreises.
Der Freistaat Waldeck wurde nach einem Volksentscheid am 1. April 1929 in den Staat Preußen eingegliedert und dem Regierungsbezirk Kassel zugeordnet. Gleichzeitig wurden die Städte Fulda und Marburg an der Lahn kreisfrei.
Zum 1. Oktober 1932 trat der Kreis Wetzlar von der Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, zur Provinz Hessen-Nassau und zum Regierungsbezirk Wiesbaden, während der Kreis Grafschaft Schaumburg, der frühere Landkreis Rinteln, aus der Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, in die Provinz Hannover und den Regierungsbezirk Hannover eingegliedert wurde. Damit wurden zwei isoliert gelegene Kreise (Exklaven) in die sie umgebende Provinz eingegliedert und ein aus der Zeit des Wiener Kongresses stammender Anachronismus beseitigt.
Aufgrund der Vorgaben in den Sparverordnungen des Reichspräsidenten wurden die Kreise Gersfeld, Homberg, Kirchhain, Westerburg und Usingen aufgelöst und mit den benachbarten Kreisen vereinigt.
Nationalsozialismus
In der nationalsozialistischen Zeit wurde der Stadt Frankfurt am Main die Zusatzbezeichnung Stadt des deutschen Handwerks beigelegt.
Zum 1. Februar 1942 bildeten die bisherigen Landkreise der Eder, des Eisenberges und der Twiste den neuen Landkreis Waldeck mit dem Sitz in Korbach.
Zum 1. April 1944 wurde die Provinz Hessen-Nassau in Anlehnung an die Reichsverteidigungsbezirke und die Gaue der NSDAP in die neuen Provinzen Kurhessen und Nassau geteilt.
Dabei wechselten von der Provinz Kurhessen, Regierungsbezirk Kassel, der Kreis Herrschaft Schmalkalden zum Regierungsbezirk Erfurt in Thüringen und der Stadtkreis Hanau sowie die Landkreise Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern zum Regierungsbezirk Wiesbaden in der neuen Provinz Nassau.
Zum Oberpräsidenten in Wiesbaden wurde für die Provinz Nassau der Reichsstatthalter und Gauleiter der NSDAP Jakob Sprenger in Darmstadt bestellt. Der Parteigau Hessen-Nassau umfasste jedoch nach wie vor nur Frankfurt, Nassau und Hessen-Darmstadt. Der Bezirk Kassel bildete den Parteigau Kurhessen.
Mit der stellvertretenden Wahrnehmung der Geschäfte des Oberpräsidenten in Kassel für die Provinz Kurhessen wurde der Gauleiter der NSDAP Karl Gerland in Kassel beauftragt.
Nachkriegszeit
Der größte Teil der Provinz Hessen-Nassau wurde 1945 Teil der amerikanischen Besatzungszone. Der westliche Teil des Regierungsbezirks Wiesbaden fiel jedoch an die Französische Besatzungszone, nämlich die Kreise Ober- und Unterwesterwald, Unterlahn und Sankt Goarshausen.
Die amerikanisch besetzten Landesteile wurden am 19. September 1945 mit dem Volksstaat Hessen zum Land "Groß-Hessen" vereinigt, das nach der Annahme der neuen Verfassung am 1. Dezember 1946 in Hessen umbenannt wurde. Innerhalb des neuen Landes Hessen bestanden zunächst die beiden - ehemals preußischen - Regierungsbezirke Kassel und Wiesbaden weiter, ferner der Regierungsbezirk Darmstadt, der den rechtsrheinischen Teil des "Volkstaates Hessen" umfasste.
Die französische Besatzungsmacht vereinigte den nördlichen Teil ihres Gebiets, darunter die genannten nassauischen Landkreise, zum Land Rheinland-Pfalz. Dort bildete dieses Gebiet den Regierungsbezirk Montabaur, der 1968 Teil des Regierungsbezirks Koblenz wurde.
Der isoliert gelegene Landkreis Herrschaft Schmalkalden wurde der sowjetischen Besatzungzone zugeteilt und wurde Teil des neuen Lands Thüringen.
Politik
Oberpräsidenten
Der Oberpräsident war der Verwaltungschef einer preußischen Provinz. Wie auch die Spitzenbeamten der Regierungsbezirke, die Regierungspräsidenten, wurden sie von der preußischen Landesregierung bzw. vom König ernannt. Die Bevölkerung der Provinz hatte keinen Einfluss auf die Wahl ihres Oberpräsidenten.
- 1867-1871: Eduard von Moeller
- 1872-1875: Ludwig Carl Christoph von Bodelschwingh
- 1876-1881: Carl Ludwig August Freiherr von Ende
- 1881-1892: Botho Wendt zu Eulenburg, 1892-94 preußischer Ministerpräsident
- 1892-1898: Eduard Ludwig Karl Magdeburg
- 1898-1903: Robert Graf von Zedtlitz-Trützschler, 1886-90 Oberpräs. von Posen
- 1903-1907: Hubert Ludwig von Windheim
- 1907-1917: Wilhelm Hengstenberg
- 1917-1919: Dr. August von Trott zu Solz
- 1919-1930: Dr. Rudolf Schwander, DDP
- 1930-1932: August Haas, SPD
- 1932-1933: Dr. Ernst von Hülsen
- 1933-1943: Philipp von Hessen
- 1943-1944: Ernst Beckmann
Provinziallandtage
An 100% fehlende = Nicht im Provinziallandtag vertretene Wahlvorschläge
Städte
Die mit Abstand größte Stadt der Provinz war die ehemalige Bundeshauptstadt Frankfurt am Main. Obwohl die meisten anderen größeren Städte ebenfalls im dicht besiedelten, von Handel und Industrie geprägten Rhein-Main-Gebiet im äußersten Süden der Provinz lagen, wurde Hessen-Nassau von Kassel im äußersten Norden der Provinz aus regiert.
- Quelle: [http://gemeindeverzeichnis.de/gem1900//gem1900.htm?hessen-nassau/hessen-nassau1900.htm gemeindeverzeichnis.de]
Verwaltungsgliederung der Provinz Hessen-Nassau
Die Provinz war in Anlehnung an die Grenzen der 1866 okkupierten Staaten, in zwei Regierungsbezirke gegliedert. Der Regierungsbezirk Wiesbaden umfasste das bisherige Gebiet von Nassau, Frankfurt und des zum Großherzogtum Hessen gehörenden Hessischen Hinterlands (Lkr. Biedenkopf). Der Regierungsbezirk Kassel führte das Gebiet des Kurfürstentums Hessen weiter, 1929 kam der Freistaat Waldeck hinzu.
Siehe auch
Weiterführende Artikel
- Vorgängerstaaten: Kurfürstentum Hessen, Herzogtum Nassau, Freie Stadt Frankfurt
- Nachfolgestaat: Groß-Hessen
- Der andere (nichtpreußische) Teil Hessens: Großherzogtum Hessen, Volksstaat Hessen
- Geschichte Hessens
Weblinks
- [http://www.deutsche-schutzgebiete.de/provinz_hessen-nassau.htm Provinz Hessen-Nassau]
- [http://gemeindeverzeichnis.de/gem1900//gem1900.htm?hessen-nassau/hessen-nassau1900.htm Verwaltungsgliederung 1900]
- [http://www.polizeisammler.de/nassau Polizei im Nassauer Land]
Kategorie:Preußische Provinz
Kategorie:Hessische Geschichte
Kategorie:Kassel
Kategorie:Geschichte Rheinland-Pfalz
Kategorie:Historisches Territorium
Oberhessen
Oberhessen ist eine Landschaftsbezeichnung für ein Gebiet im mittleren Hessen.
Der Begriff Oberhessen entstand im Mittelalter für das Teilgebiet "Oberfürstentum Hessen" der Landgrafschaft Hessen, das durch die Grafschaft Ziegenhain bis 1450 vom Niederfürstentum Hessen um Kassel getrennt war. Es wurde auch als "Land an der Lahn" bezeichnet und umfasste das Gebiet um Marburg, Gießen, Grünberg und Alsfeld.
Durch die Landesteilung nach dem Tod Landgraf Philipps des Großmütigen bildete das Gebiet die Landgrafschaft Hessen-Marburg, die jedoch nach dem Tod des Landgrafen Ludwig IV. zwischen Hessen-Kassel, das den nördlichen Teil mit Marburg erhielt, und Hessen-Darmstadt aufgeteilt wurde. Durch den Wechsel der Landgrafschaft Hessen-Kassel zum Calvinismus versuchte Hessen-Darmstadt auch den nördlichen Teil Hessen-Marburgs, gestützt auf die testamentarischen Bestimmungen Ludwigs, in Besitz zu nehmen. Den Höhepunkt der Auseinandersetzungen bildete der "Hessenkrieg" am Ende des Dreißigjährigen Krieges. Hessen-Kassel konnte den Besitz des nördlichen Gebietsteils jedoch behaupten.
Daraus bildete das Kurfürstentum Hessen, zusammen mit dem Gebiet der ehemaligen Grafschaft Ziegenhain und den säkularisierten Gebieten des Erzbistums Mainz, nach dem Ende des Königreichs Westphalen eine Provinz Oberhessen.
Die Provinz Oberhessen des Großherzogtums und späteren Volksstaates Hessen umfasste zwischen 1852 und 1938 das Gebiet um die Städte Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen, Grünberg, Lauterbach (Hessen), Nidda und Schotten, bis 1866 auch das sogenannte "Hinterland" um Biedenkopf sowie die Enklave Vöhl an der Eder; und damit auch zum guten Teil ehemals nichthessische Gebiete, wie u. a. die ehemaligen Grafschaften Isenburg-Büdingen und Solms-Laubach.
Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 beschränkte sich der Begriff Oberhessen mehr und mehr auf dieses Gebiet des Großherzogtums Hessen (Darmstadt). Heute umfassen der Landkreis Gießen und der Vogelsbergkreis (im Regierungsbezirk Gießen) sowie der Wetteraukreis (im Regierungsbezirk Darmstadt) recht genau das historische Territorium des "großherzoglichen" Oberhessens.
Weblinks
- [http://www.oberhessen.de www.oberhessen.de]
Kategorie:Geographie (Hessen)
Kategorie:Historisches Territorium
Kategorie:Hessen
RheinhessenRheinhessen ist eine Region in Rheinland-Pfalz, die zwischen 1816 und 1945 zu Hessen-Darmstadt (Großherzogtum Hessen, Volksstaat Hessen) gehörte, was noch heute zu Verwechslungen führt.
Geographische Lage
Rheinhessen wird von Rhein und Nahe umschlossen und erstreckt sich über eine Fläche von rund 1.400 km² zwischen der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz und den Städten Alzey, Bingen und Worms. Weitere größere Orte in der Region sind Ingelheim am Rhein, Nierstein und Oppenheim (alle am Rhein gelegen), sowie Osthofen, Nieder-Olm und Wörrstadt.
Geologie
Rheinhessen verfügt vornehmlich über Lößböden, aber auch Mergel mit großem Lehmanteil.
Klima
Durch seine geschützte Lage im Luv und Lee von Hunsrück, Taunus, Odenwald und Donnersberg gehört Rheinhessen zu den wärmsten und trockensten Gebieten Deutschlands, was den Wein- und Obstanbau begünstigt.
Rheinhessen ist - u.a. durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung - das am geringsten bewaldete Gebiet in ganz Deutschland. Starke Regenfälle sind die Ausnahme und treten meist nur im Sommer auf.
Die durchschnittliche Sonnenscheindauer beträgt in Rheinhessen etwa 1.600 Stunden, die Vegetationszeit etwa 240 Tage.
Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 10,5°C.
Geschichte
Rheinhessen entstand unter diesem Namen nach 1815, als die vorher politisch stark zersplitterte Region erstmals vereinigt und dem Großherzogtum Hessen zugeschlagen wurde. Rheinhessen blieb bis 1918 beim Großherzogtum Hessen, dann bis 1945 beim Volksstaat Hessen. Durch die Grenzziehung zwischen französischer und amerikanischer Besatzungszone wurde es von Hessen getrennt und war ab 1947 einer von fünf Regierungsbezirken des neugeschaffenen Bundeslands Rheinland-Pfalz.
Etymologie der Orte auf -heim
Viele Orte in Rheinhessen enden auf den Wortteil -heim. Dies wird auf fränkische Zeiten, also das 5. bis 6. Jahrhundert zurückgeführt, als es üblich war Siedlungen oder Höfe nach ihrem jeweiligen Herren zu benennen. So entwickelte sich beispielsweise Ingelheim am Rhein aus dem vermutlichen Namen Ingilo über mehrere Stufen zum heutigen Namen der Stadt.
Weinbau
Rheinhessen ist mit 26.171 Hektar Rebfläche größtes Weinanbaugebiet Deutschlands.
Mehr Informationen zu Rheinhessen und seinen Weinen: http://www.rheinhessenwein.de
Dialekt
Der rheinhessische Dialekt gehört zu den "Rheinfränkischen Dialekten" und ist eng mit dem Hessischen verwandt.
Rheinhessische Spezialitäten
- Backesbroote -- Ein mit Kartoffeln und Speck gefüllter Braten
- Backesgrumbeere -- Ein gut gewürzter Kartoffelauflauf mit Speck, Wein und saurer Sahne
- Bremser -- Die Vorstufe zum Federweisser
- Gehacktesweck -- Brötchen mit stark gewürztem Mett und Zwiebeln
- Handkäs mit Musik -- Mainzer Roller eingelegt in Essig Öl und Zwiebeln
- Kreppel -- Variante des Berliner Pfannkuchens
- Spundekäs -- Besteht aus Frischkäse, Paprika, Zwiebeln und anderen Gewürzen
- Weingelee
- Weinsuppe
- Wingertsknorze -- Roggengebäck mit Speck und Zwiebeln
- Wingertsimbs -- Typische Weinbergs Brotzeit
- Zwiwwelkuche -- Zwiebelkuchen
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Württemberg
Württemberg war ein Land des Deutschen Reichs auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Baden-Württemberg. Die Hauptstadt war Stuttgart.
Namensgebung
Stuttgart
Der Name Württemberg leitet sich vom Wirtemberg in Stuttgart-Rotenberg (Stadtbezirk Stuttgart-Untertürkheim) ab. Dieser wiederum ist eventuell nach dem in Luxemburg, der möglichen Heimat des Geschlechts der Württemberger, gelegenen Wirdeberg benannt oder lokalen, keltischen Ursprungs ( - Wirodunum). Auf dem Wirtemberg stand bis 1819 die ehemalige Stammburg Wirtemberg aus dem 11. Jahrhundert, an deren Stelle 1824 eine Grabkapelle für Königin Katharina von Württemberg errichtet wurde.
Württemberg bezeichnet auch ein deutsches Weinanbaugebiet – siehe Württemberg (Weinanbaugebiet) und Württemberger Weinstraße.
Geschichte
Das Haus Württemberg tritt erstmals in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts auf. Erster urkundlich benannter Vertreter ist 1081 Konrad I., der vermutlich auch der Erbauer der Burg Wirtemberg war.
Grafschaft bis 1495
Im 12. Jahrhundert erlangten die Württemberger das Grafenamt. Mit dem Ende der Stauferherrschaft in Schwaben um 1250 waren die Voraussetzungen für die territoriale Erweiterung der Grafschaft Württemberg geschaffen. Durch die Heirat des Grafen Ulrich I. mit Mechthild von Baden im Jahr 1251 kam die spätere Hauptstadt Stuttgart zu Württemberg. Weitere Vergrößerungen der Herrschaft wurden hauptsächlich unter Graf Ulrich III. (1325–1344) und unter Graf Eberhard III. (Eberhard der Milde) (1392–1417) erreicht. Herausragend ist dabei die Erwerbung der Grafschaft Mömpelgard durch das Eheversprechen des späteren Grafen Eberhard IV. mit Henriette von Mömpelgard am 13. November 1397. Am 25. Januar 1442 wurde der Nürtinger Vertrag zwischen Ludwig I. und seinem Bruder Ulrich V. geschlossen. Dieser spaltete Württemberg in zwei Teile. Der Stuttgarter Teil unter Ulrich V. umfasste die Städte Cannstatt, Göppingen, Marbach, Neuffen, Nürtingen, Schorndorf und Waiblingen; zum Uracher Teil unter Ludwig I. gehörten die Städte Balingen, Calw, Herrenberg, Münsingen, Tuttlingen und Tübingen. Mömpelgard wurde nach dem Tod der Mutter der beiden Grafen Henriette von Mömpelgard 1444 zunächst dem Uracher Landesteil zugeschlagen.
Mit dem Münsinger Vertrag vom 14. Dezember 1482 und dem Esslinger Vertrag vom 2. September 1492 gelang es dem Grafen von Württemberg-Urach und späteren Herzog Eberhard im Bart, die Teilung Württembergs wieder aufzuheben. Der kinderlose Eberhard im Bart wurde alleiniger Herrscher des wiedervereinigten Lands. Die Nachfolge wurde auf den amtierenden Graf von Württemberg-Stuttgart Eberhard VI. festgelegt, der das Land aber gemeinsam mit einem Zwölferausschuss aus der sogenannten Ehrbarkeit, den Vertretern der adeligen und nicht-adeligen Stände im Land, regieren sollte.
Herzogtum von 1495 bis 1806
1806
Am 21. Juli 1495 wurde Württemberg zum Herzogtum erhoben. Noch im selben Jahr gab Eberhard I. (Eberhard im Bart) dem Herzogtum seine erste Landesordnung. Nach seinem Tod 1496 und dem Putsch der Ehrbarkeit gegen Eberhard II. 1498 war die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts unter Herzog Ulrich von Krisen und militärischen Auseinandersetzungen gekennzeichnet, die erst unter Herzog Christoph ihren Abschluss fanden. Nach Steuererhöhungen kam es 1514 zu Aufständen der Bauern („Armer Konrad“), die Ulrich blutig niederschlug. Nachdem er 1519 die Freie Reichsstadt Reutlingen überfiel, wurde er von den Truppen des Schwäbischen Bundes unter Anführung von Georg Truchsess von Waldburg-Zeil (genannt „Bauern-Jörg“) aus Württemberg vertrieben. Erst 1534 gelang es ihm mit Hilfe des hessischen Landgrafen Philipp I., sein Land zurückzuerobern. Nach seiner Rückkehr aus dem Exil führte er ab 1534 die Reformation in Württemberg ein. Hierbei standen ihm die Reformatoren Ambrosius Blarer, Johannes Brenz und Erhard Schnepf zur Seite. Anfänglich war die württembergische Reformation der Versuch einer Vermittlung zwischen der zwinglianischen und der lutherischen Ausrichtung. Mit der Entlassung Blarers 1538 war jedoch der Weg frei für eine rein lutherisch geprägte Fürstenreformation, die mit der Säkularisierung von Kirchengut einherging. Herzog Christoph setzte den Aufbau der staatlichen Strukturen konsequent fort, die bereits unter Eberhard I. begonnen wurde. Sehr viele Regelwerke und Gesetze wurden unter seiner Regentschaft erarbeitet. Herausragend sind dabei die Große Kirchenordnung von 1559, die alle bisherigen staatlichen und kirchlichen Regelungen kodifizierte und erweiterte. Nachdem Christophs Sohn Herzog Ludwig 1593 kinderlos verstarb, ging die Herrschaft auf Friedrich I. aus der Seitenlinie Württemberg-Mömpelgard über. Seine Politik war darauf ausgerichtet, die Privilegien der Ehrbarkeit zurückzuführen und den Adel zu stärken. Dies und seine merkantilistische Wirtschaftspolitik weisen Friedrich klar als Vertreter des frühen Absolutismus aus. Unter seinem Baumeister Heinrich Schickhardt entstanden viele Bauwerke im Stil der Renaissance.
Im Dreißigjährigen Krieg 1618 bis 1648 gehörte Württemberg zu einer der meistbetroffenen Regionen überhaupt. Ab 1628 stand das Land mehr oder weniger dauerhaft unter der Kontrolle fremder Truppen. Durch das Restitutionsedikt Kaiser Ferdinands II. verlor Württemberg etwa ein Drittel seines Territoriums. Nach der Schlacht bei Nördlingen 1634, bei der das württembergische Heer auf der Seite der unterlegenen Schweden gekämpft hatte, kam es zu Plünderungen und Brandschatzungen im Land. Herzog Eberhard III. floh ins Exil nach Straßburg. In der Folgezeit wurde das Land durch Armut, Hunger und die Pestepidemie 1637 entvölkert (ca. 120.000 Einwohner 1648 nach 350.000 im Jahr 1618). Mit dem Westfälischen Frieden 1648, bei dem der württembergische Gesandte Johann Konrad Varnbüler die territoriale Wiederherstellung des Landes in seinen alten Grenzen aushandelte, begann der Wiederaufbau und die Wiederherstellung der wirtschaftlichen und administrativen Strukturen des Landes. Diese richteten sich zwar stark an den Gegebenheiten der Vorkriegszeit aus, stärkten aber erneut die Stellung der Ehrbarkeit. Ende des 17. Jahrhunderts wurde Württemberg in die kriegerischen Auseinandersetzungen des Deutschen Reiches mit Frankreich, den Pfälzer Erbfolgekrieg, den fünften Österreichischen Türkenkrieg und den Spanischen Erbfolgekrieg hineingezogen. Im Westen des Landes kam es dabei zu größeren Verwüstungen durch die marodierenden Truppen des französischen Generals Ezéchiel de Mélac (zum Beispiel 1692 bei der Zerstörung des Schlosses und der Klosteranlagen in Hirsau).
Hirsau]
Die Regentschaft Herzogs Eberhard Ludwig, dessen Vater nur neun Monate nach seiner Geburt starb, war ein starker Kontrast und zugleich Nährboden für den sich herausbildenden württembergischen Pietismus. Hierzu gehörte vor allem der prunkvolle Bau des Schlosses Ludwigsburg ab 1704, wo sich Eberhard Ludwig mit seiner einflussreichen langjährigen Mätresse Wilhelmine von Grävenitz niederließ, während seine Ehefrau weiterhin in Stuttgart blieb. Eine Provokation der herrschenden Kreise und Moralvorstellungen war sicher auch die Ansiedlung der 1700 aus Frankreich vertriebenen Waldenser in Württemberg und die Verlegung der Hauptstadt 1724 in das damals satirisch häufig als „Lumpenburg“ bezeichnete Ludwigsburg. Nachfolger Eberhard Ludwigs, dessen einziger Sohn und Enkel bereits vor ihm verstarben, war 1733 der zur katholischen Kirche konvertierte Karl Alexander aus der Seitenlinie Württemberg-Winnental. Karl Alexander, der bereits im Alter von zwölf Jahren in den kaiserlichen Militärdienst eintrat und dort bereits mit 33 Jahren zum Generalfeldmarschall ernannt wurde, hatte durch seine auch nach seinem Amtsantritt andauernden militärischen Engagements und seinen aufwändigen höfischen Stil einen sehr hohen Finanzbedarf und machte deshalb den Juden Joseph Süß Oppenheimer zu seinem Finanzberater mit weitgehenden Entscheidungsbefugnissen in der Wirtschafts- und Finanzpolitik des Landes. Nach dem unerwarteten Tod Karl Alexanders am 12. März 1737 wurde der als „Jud Süß“ diffamierte Oppenheimer noch am selben Tag festgenommen. Der darauffolgende Prozess gegen ihn, in dem sich der aufgestaute Neid und Hass der evangelischen württembergischen Oberschicht gegen Oppenheimer und den katholischen Herzog entlud, endete mit seiner Hinrichtung am 4. Februar 1738 und hatte stark antisemitische Züge.
antisemitische]
Beim Tode Karl Alexanders war sein Sohn und Nachfolger Herzog Karl Eugen gerade erst neun Jahre alt. Er wuchs in Brüssel auf und wurde von 1741 bis zu seinem eigentlichen Amtsantritt 1744 am Hof Friedrichs des Großen in Potsdam und Berlin erzogen. Von seinem Amtsantritt im Jahr 1744 bis um 1770 war Karl Eugen ein stark absolutistisch geprägter despotischer Herrscher, der keine freie Meinungsäußerung und Opposition duldete. Die tyrannische Art seiner Regierung in dieser Zeit wurde auch in den frühen Werken des 1759 in Marbach geborenen Friedrich Schiller reflektiert. Politisch schloss sich Karl Eugen im Siebenjährigen Krieg dem Habsburgischen Österreich gegen Preußen an. Die außenpolitische Niederlage bei Kriegsende 1763 und das damit verbundene innenpolitische Wiedererstarken der Ehrbarkeit sowie die durch seinen prunkvollen Regierungsstil zerütteten Staatsfinanzen zwangen Karl Eugen zum Umdenken. Zu seinem 50. Geburtstag 1778 ruft er selbst den Neubeginn und die Umkehr aus. Abrüstung des Heeres, außenpolitische Zurückhaltung und die Rückführung der Staatsausgaben einerseits sowie andererseits die Förderung des Bildungswesens und der Kultur waren die Eckpfeiler des zweiten Teils seiner Regierung bis zu seinem Tod 1793. Diese Wende schrieb das Volk seiner bis heute im Land noch verehrten in morganatischer Ehe mit ihm verheirateten zweiten Ehefrau Franziska von Hohenheim zu. Nach seinem Tod regierten seine beiden Brüder Ludwig Eugen und Friedrich Eugen das Land jeweils für zwei Jahre, bevor die Regentschaft auf den späteren König Friedrich I. überging.
Ende des 18. Jahrhunderts stand Württemberg vor großen territorialen Veränderungen. Im Pariser Vertrag vom 20. Mai 1802 wurden die 1793 vom revolutionären Frankreich annektierten linksrheinischen Besitzungen Mömpelgard und Reichenweiher endgültig an Frankreich abgegeben. Gleichzeitig wurden aber Gebietserweiterungen zugesichert, die 1803 und 1806 nach dem Reichsdeputationshauptschluss umgesetzt wurden. Zahlreiche kleine Herrschaften wurden aufgelöst und dem Herzogtum Württemberg einverleibt, das gleichzeitig zum Kurfürstentum erhoben wurde. Zu Württemberg kamen dabei die Reichsstädte Ulm, Heilbronn, Esslingen am Neckar, Reutlingen, Ravensburg, Schwäbisch Gmünd, Biberach an der Riß, Schwäbisch Hall, Rottweil, Aalen, Isny im Allgäu, Wangen im Allgäu, Giengen an der Brenz, Weil der Stadt, Buchau, Buchhorn und Leutkirch im Allgäu. Weitere Zugewinne waren Teile von Vorderösterreich nach dem Frieden von Preßburg am 26. Dezember 1805, das Gebiet des Deutschen Ordens um Bad Mergentheim, die meisten hohenlohischen Gebiete im Nordosten, die Benediktinerklöster Comburg bei Schwäbisch Hall, Ochsenhausen, Weingarten, Zwiefalten, die Prämonstratenserklöster Schussenried und Rot an der Rot, das Zisterzienserinnenkloster Heiligkreuztal und die Deutschordenskommende Altshausen. Württemberg gab Exklaven im mittleren Schwarzwald ( Amt Hornberg mit Gutach, Kirnbach, Schiltach u. a. ) an Baden ab. Das zuvor rein und streng lutherische Württemberg erhielt durch die territorialen Zugewinne eine beträchtliche katholische Minderheit.
Königreich 1806 bis 1918
1806 wurde Württemberg zum Königreich erhoben. Die Gebietszuwächse des Landes wurden durch den Wiener Kongress 1815 völkerrechtlich bestätigt. Der erste König Friedrich I. verbündete sich ab 1805 mit Napoléon und beteiligte sich 1812/13 an dessen Krieg gegen Russland, aus dem von 15.800 württembergischen Soldaten nur etwa 300 zurückkehrten. Seine Bündnistreue mit Napoléon sicherte ihm weitgehende Handlungsfreiheit in der Innenpolitik, deren Ziel die konsequente Modernisierung des Staates und die Abschaffung der Privilegien der Ehrbarkeit in Altwürttemberg sowie der Adligen in den hinzugewonnenen Gebieten war. Mit dem Amtsantritt seines Sohnes König Wilhelm I. am 30. Oktober 1816 kam es zu einem Politikwechsel. Wilhelm erließ eine Amnestie, senkte die Steuern und setzte 1819 eine umfassende Verwaltungsreform auf der Basis einer neuen modernen Verfassung durch. Gemeinsam mit seiner Frau Königin Katharina, einer Tochter des russischen Zaren Paul I. war die Politik der ersten Jahre stark auf die Linderung der wirtschaftlichen Not breiter Bevölkerungskreise ausgerichtet. Katharina, die am 9. Januar 1819 im Alter von nur 30 Jahren starb, widmete sich mit großem Engagement der Sozialfürsorge. So gehen die Gründung des Katharinenstifts als Mädchenschule, des Katharinenhospitals, der Württembergischen Landessparkasse, der Universität Hohenheim und weiterer Institutionen auf sie zurück. Auf Basis der Verfassung von 1819 und der kommunalen Selbstverwaltung bildete sich ein bürgerlicher Liberalismus in Württemberg heraus, der sich häufig in der Gründung von Gesangvereinen manifestierte. Als Protagonisten dieser Bewegung sind Ludwig Uhland und Friedrich Silcher zu nennen. Außenpolitisch verfolgte Wilhelm das Ziel, die staatlichen Strukturen in Deutschland weiter zu bereinigen und auf sechs Staaten zu begrenzen. Mittel zu diesem nie erreichten Ziel war eine starke Verbindung mit Russland. Thronfolger Karl heiratete folgerichtig am 13. Juli 1846 die Zarentochter Olga. Karl, der die Regierung 1864 antrat, war allerdings ein Verfechter der Bildung eines deutschen Nationalstaats, der 1871 mit der Gründung des Kaiserreichs verwirklicht wurde. Der politische Machtverlust des Landes und des Herrscherhauses, der mit der Reichsgründung einherging, wurde durch eine starke Besinnung auf die württembergische Identität kompensiert. Württemberg war als Folge davon bereits in der Monarchie demokratischer organisiert als Preußen und andere deutsche Bundesstaaten. Der letzte württembergische König Wilhelm II. war deshalb nach seiner Abdankung am 9. November 1918 in der Bevölkerung sehr angesehen.
Republik und Drittes Reich 1918 bis 1945
Nach dem Ersten Weltkrieg und nach dem Amtsverzicht von König Wilhelm II. wurde am 9. November 1918 der Volksstaat Württemberg ausgerufen. Chef der provisorischen Regierung war der Sozialdemokrat Wilhelm Blos. Die neue Verfassung wurde am 26. April 1919 verabschiedet, aus den ersten Wahlen gingen das Zentrum, die SPD, die Demokratische Volkspartei, wie die DDP in Württemberg hieß, und bürgerliche Regionalparteien als stärkste Fraktionen hervor. Bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde das Land von bürgerlichen Koalitionen regiert. Die SPD blieb in der Opposition; Oppositionsführer ab 1924 war Kurt Schumacher. Die folgende Übersicht zeigt die Ergebnisse sämtlicher Landtagswahlen in Württemberg während der Weimarer Republik:
:1919: SPD 34,5 % – 52 Sitze | Demokratische Volkspartei 25,0 % – 38 Sitze | Zentrum 20,8 % – 31 Sitze | WBP 7,4 % – 11 Sitze | WBB 5,8 % – 10 Sitze | USPD 3,1 % – 4 Sitze | WBWB 2,7 % – 4 Sitze 1920: Zentrum 22,5 % – 23 Sitze | WBB 17,7 % – 18 Sitze | SPD 16,1 % – 17 Sitze | Demokratische Volkspartei 14,7 % – 15 Sitze | USPD 13,3 % – 14 Sitze | WBP 9,3 % – 10 Sitze | Deutsche Volkspartei 3,4 % – 4 Sitze 1924: Zentrum 20,9 % – 17 Sitze | WBWB 20,2 % – 17 Sitze | SPD 16,0 % – 13 Sitze | KPD 11,7 % – 10 Sitze | Demokratische Volkspartei 10,6 % – 9 Sitze | DNVP/WBP 10,4 % – 8 Sitze | Deutsche Volkspartei 4,6 % – 3 Sitze | VSB 4,0 % – 3 Sitze 1928: SPD 23,8 % – 22 Sitze | Zentrum 19,6 % – 17 Sitze | WBWB 18,1 % – 16 Sitze | Demokratische Volkspartei 10,1 % – 8 Sitze | KPD 7,4 % – 6 Sitze | DNVP/WBP 5,7 % – 4 Sitze | Deutsche Volkspartei 5,2 % – 4 Sitze | CSVD 3,9 % – 3 Sitze 1932: NSDAP 26,4 % – 23 Sitze | Zentrum 20,5 % – 17 Sitze | SPD 16,6 % – 14 Sitze | WBWB 10,7 % – 9 Sitze | KPD 9,4 % – 7 Sitze | Demokratische Volkspartei 4,8 % – 4 Sitze | DNVP 4,3 % – 3 Sitze | CSVD 4,2 % – 3 Sitze
CSVD]
Bei allen Reichstagswahlen blieb das Ergebnis der NSDAP deutlich hinter dem Gesamtergebnis im Reich zurück. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 setzte die Reichsregierung am 8. März Dietrich von Jagow als Polizeikommissar für Württemberg ein. Daraufhin wurden viele Oppositionelle festgenommen und ins Konzentrationslager Heuberg am Kalten Markt gebracht. Am 15. März wurde der Gauleiter der NSDAP Wilhelm Murr zum Staatspräsidenten gewählt. Das Ermächtigungsgesetz vom 24. März und das „Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich“ vom 31. März führten zur faktischen Bedeutungslosigkeit der Länder. Wie im übrigen Reich kam es zur Verfolgung und Vernichtung von Juden, zur Ausschaltung der Opposition, zur Gleichschaltung der Verwaltung und zur Emigration. Widerstandskämpfer aus Württemberg waren zum Beispiel Georg Elser, die Geschwister Hans und | | |