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| Amerikanische Filmgeschichte |
Amerikanische FilmgeschichteMan kann die US-amerikanische Filmgeschichte einteilen in
- Frühgeschichte
- Hollywood in den 1910ern
- Edison Trust/MPPC
- Das klassische Hollywoodkino
- Starsystem
- Studiosystem
- New Hollywood
Siehe auch: Filmgeschichte, deutsche Filmgeschichte
Kategorie:Filmgeschichte
Filmgeschichte
Frühzeit der US-amerikanischen FilmgeschichteDie Frühzeit der amerikanischen Filmgeschichte wurden von folgenden Personen und Firmen geprägt.
Ein besonders zu beachtender Abschnitt war Hollywood in den 1910ern.
Wichtige Personen
:Thomas Edison
:David Griffith
:Charlie Chaplin
:Mack Sennett
:Mary Pickford
:Carl Laemmle
:Louis B. Mayer
:William S. Hart
:William Fox
:Pancho Villa
:Lillian Gish
Firmen
:Paramount Pictures
:RKO
:First National
:United Artists
:Famous Players
:Mutual Corporation
:Universal Studios
:Vitagraph
:Biograph Studios
:Essanay
:Nestor Company
:Metro Pictures Corporation
:Goldwyn Pictures Corporation
:Columbia Pictures
:Warner Bros.
:I.M.P.
:Keystone
Weblinks
- [http://www.35millimeter.de/filmgeschichte/amerikanischer-film/ 35millimeter.de - Texte, Filme und Regisseure zur frühen amerikanischen Filmgeschichte]
Kategorie:Filmgeschichte
Kategorie:USA
New HollywoodUnter dem Begriff des New Hollywood werden amerikanische Filme zusammengefasst, die zwischen den späten 1960er und mittleren 1970er Jahren das traditionelle Hollywood-Kino modernisierten. Im allgemeinen datiert man den Beginn des New Hollywood auf das Jahr 1967. Damals entstanden mit Die Reifeprüfung und Bonnie und Clyde zwei Filme, die sich formal wie thematisch von den bis dato gängigen Hollywood-Produktionen unterschieden.
Nahezu alle New-Hollywood-Filme zeichnen sich durch eine – deutliche oder latente – gesellschaftskritische Grundhaltung aus. Viele stellen in einer radikalen, ungewohnt deutlichen Weise Sex und Gewalt dar. Einige Regisseure modernisierten die klassischen Genres des Hollywood-Kinos (Western, Film Noir …) oder „dekonstruierten“ sie, indem sie absichtlich gegen Genre-Konventionen verstießen.
Die relativ kurze New Hollywood-Ära gilt als eine der künstlerisch bedeutendsten Phasen des amerikanischen Films.
(Unter Stars des New Hollywood finden sich ausführlichere Informationen zu den wichtigsten Darstellern des New Hollywood-Kinos.)
Das alte Hollywood
Die „goldene Ära“
Bevor das New Hollywood erfolgreich war, gab es das klassische Hollywood-Kino – von vielen als „Golden Age“, als „goldene Ära“ bezeichnet. Unter dem Golden Age versteht man allgemein die Zeit zwischen den frühen 1930er und späten 1950er Jahren. Diese Hollywood-Ära wurde von den Produktionsstrukturen und den Genres geprägt, die sich bereits während der Stummfilmzeit herausgebildet hatten. Auch das Star-System der Traumfabrik hatte sich bereits während der 20er Jahre etabliert. Viele Filme des Golden Age können einem genau definierten Genre zugeordnet werden (Western, Komödie, Abenteuerfilm) und sind mit den dafür geeigneten Stars besetzt (Western – John Wayne; Komödie – Cary Grant; Abenteuerfilm – Errol Flynn). Während dieser Zeit hatten die großen Filmstudios jahrzehntelang die gesamte Produktions- und Verwertungskette unter Kontrolle – sie stellten die Filme also nicht nur her, sondern vertrieben sie auch über ihre eigenen Kinoketten.
Diese Produktionsstrukturen waren sowohl in kommerzieller wie künstlerischer Hinsicht ergiebig. Obwohl die Filmherstellung während des Golden Age sozusagen „automatisiert“ war, schufen Regisseure wie Frank Capra, Howard Hawks, John Ford, Alfred Hitchcock, John Huston, Fred Zinnemann oder Billy Wilder bedeutende Meisterwerke. Einige dieser Filme wirkten stilbildend und haben Maßstäbe gesetzt. Während des Golden Age arbeiteten viele der weltbesten Regisseure, Schauspieler, Autoren, Kameramänner oder Komponisten in Hollywood – nicht zuletzt wegen der sehr guten Verdienstmöglichkeiten. Die handwerkliche Grundqualität der Golden-Age-Filme ist deshalb in der Regel beachtlich.
Erfolgsrezepte wurden während des Golden Age jahrelang variiert (Rock Hudson / Doris Day in einer romantischen Komödie), und als das Fernsehen aufkam und zu einer ernsthaften Bedrohung wurde, reagierte Hollywood mit erfolgreichen Monumentalepen wie Die zehn Gebote oder Ben Hur. Viele der alten Hollywood-Filme spielten in einer Traumwelt und bedienten die eskapistischen Bedürfnisse eines Publikums, das im Kino nicht mit den sozialen Realitäten konfrontiert werden wollte.
Die Krise
In den frühen 60er Jahren gelangte die Traumfabrik Hollywood mit ihren bewährten Rezepten an einen toten Punkt. Berühmte Regisseure wie Hitchcock oder Ford hatten ihr Hauptwerk abgeschlossen, und die legendären Golden-Age-Stars kamen in die Jahre (Cary Grant, John Wayne) oder waren tot (Humphrey Bogart, Gary Cooper). Die großen Studios wurden von alten Männern wie Jack Warner geleitet, die teils seit der Stummfilmzeit ihren Posten bekleideten und keinen Kontakt mehr mit der gesellschaftlichen Realität hatten. Immer mehr Filme wurden am Publikum vorbei produziert, und in einem verzweifelten Versuch, ihre Zuschauer zurückzugewinnen, pumpten die Studios Mitte der 60er Jahre enorme Summen in künstlerisch unbedeutende Monumentalfilme und Musicals, die niemand mehr sehen wollte. Die Zeit für eine grundlegende Erneuerung war gekommen.
Das New Hollywood setzt sich durch
Erste Erfolge
Das künstlerische Vakuum, das Mitte der 1960er Jahre in Hollywood sichtbar wurde, ermöglichte es jungen Filmemachern, eine neue Art von Kino zu etablieren. Arthur Penn drehte mit Bonnie und Clyde (1967) einen erfolgreichen Gangsterfilm, dessen skeptische Anti-Establishment-Haltung – kombiniert mit einem lyrischen, modernen Erzählstil – haargenau den Zeitgeist traf. Ähnliches gelang Mike Nichols mit Die Reifeprüfung (1967), in dem Dustin Hoffman (dem mit dieser Rolle der Durchbruch gelang) als frustrierter College-Absolvent gegen die langweilige, moralisch korrupte Spießerwelt der Elterngeneration rebelliert.
Der Erfolg dieser beiden Filme ebnete unter anderem den Weg für Hippie-Regisseur Dennis Hopper, der 1969 den Motorrad-Streifen Easy Rider realisierte. Der billig produzierte Film wurde von der Woodstock-Generation mit Begeisterung aufgenommen und weltweit zu einem großen Hit. Die Hippie-Helden des Films – dargestellt von Dennis Hopper, Peter Fonda und Jack Nicholson – fallen mordlüsternen Hinterwäldlern zum Opfer.
Der ehemalige TV-Regisseur Robert Altman drehte mit M - A - S - H (1970) einen ätzend-satirischen Anti-Kriegsfilm über den Koreakrieg, dessen hippieske Helden (unter anderem Donald Sutherland) soldatische Tugenden ad absurdum führen. Der ehemalige Cutter Hal Ashby realisierte mit Harold und Maude (1971) und Das letzte Kommando (1973) zwei New-Hollywood-Filme mit einem ganz eigenen Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse. John Cassavates arbeitete als Schauspieler in kommerziellen Hollywood-Produktionen (Das dreckige Dutzend) und sezierte als Regisseur die Krisen und Neurosen von Durchschnittsamerikanern in mittleren Jahren (Eine Frau unter Einfluß, 1974).
Western
Hollywood-Veteran Sam Peckinpah realisierte in einem unverwechselbaren, kraftvoll-poetischen Stil pessimistische Spät-Western wie The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz (1969) oder Pat Garrett & Billy the Kid (1973). Peckinpahs sympathische Outlaws scheiterten – wie auch die liebenswerten Wildwest-Ganoven im Superhit Zwei Banditen (1969) – an einer massiv aufmarschierten Staatsmacht, die sie gnadenlos zusammenschoss. In dem unterhaltsam-satirischen Anti-Western Little Big Man (1969) spielte Dustin Hoffman einen freundlichen Anti-Helden inmitten der Indianerkriege. Die sympathischen Indianer des Films wurden von dem vermeintlichen Nationalhelden General Custer - der sich als Psychopath entpuppte - brutal abgeschlachtet.
Robert Altman verweigerte sich in McCabe & Mrs. Miller (1971) allen Regeln des Genres und zeigte illusionslose Glücksritter in einer verschlammten Western-Stadt. In Arthur Penns Duell am Missouri lieferte Marlon Brando 1975 als bizarrer Killer die Travestie eines Western-Schurken. Für Sydney Pollack spielte Robert Redford die Rolle eines jungen Trappers, der die Schönheit und Grausamkeit der Rocky Mountains kennenlernt (Jeremiah Johnson, 1971).
Komödien
Der ehemalige Bühnenkomiker Woody Allen begann Ende der 60er Jahre damit, die (Sexual-)Neurosen des modernen urbanen Mannes in originellen Komödien wie Der Stadtneurotiker (1977) zu thematisieren. Der bebrillte, schmächtige, hibbelige Allen, der als sein eigener Hauptdarsteller agierte, war einer der typischen Anti-Helden der Ära. Allen schrieb die Drehbücher, führte Regie und war der Hauptdarsteller. United Artists als sein Stammfilmverleih der 70ziger Jahre ermöglichte ihm diese Freiheit und profitierte auch von dessen künstlerischen und kommerziellen Erfolg beim Publikum.
Mel Brooks gelang eine Reihe origineller Genre-Parodien wie z.B. Frankenstein Junior (1974) oder Silent Movie (1976), in denen das klassische Hollywood respektlos, doch liebevoll verulkt wurde.
Horrorfilme
George A. Romero begründete mit dem aggressiven No-Budget-Streifen Die Nacht der lebenden Toten (1969) den modernen Horrorfilm. Die Bedrohung ging von zu Zombies mutierten Bürgern aus. John Carpenter drehte eine Reihe brillanter, niedrig budgetierter Thriller wie Assault – Anschlag bei Nacht (1976) und Halloween – Die Nacht des Grauens (1978), die sich durch ihre düstere, pessimistische Grundhaltung auszeichneten. Im Horror-Kultfilm Kettensägenmassaker (1974) von Tobe Hooper wurden friedliche Hippies in der US-Provinz von psychopathischen Farmern abgeschlachtet. In Rosemaries Baby (1968), Der Exorzist (1973) und Das Omen (1975) sorgten „Teufelskinder“ für Angst und Schrecken – alle drei Filme konnten auch als Allegorien auf den damals aktuellen Generationenkonflikt interpretiert werden.
Science Fiction
Der amerikanische Science-Fiction-Film dieser Ära zeichnet sich durch eine durchweg zivilisationskritische, pessimistische Stimmung aus. In Planet der Affen (1967) und Der Omega-Mann (1970) erlebt Charlton Heston in postapokalyptischen Welten beklemmende Abenteuer. Jahr 2022… die überleben wollen (1973; wieder mit Heston) zeigt die Endphase der westlichen Zivilisation, die von Smog, Umweltverschmutzung und einem neuen Kannibalismus geprägt ist. In Silent Running (1972) von Douglas Trumbull werden die letzten Wälder des Planeten Erde in einem Gewächshaus-Raumschiff gepflegt (das auf höheren Befehl gesprengt werden soll). In Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All (1971) von Regie-Veteran Robert Wise attackieren außerirdische Mikroorganismen ein Geheimlabor, in Crazies (1973) von George A. Romero lassen biologische Kampfstoffe friedliche Dorfbewohner zu Killern mutieren.
John Carpenter zeigte in Dark Star – Finsterer Stern (1974) die absurden Abenteuer einer Raumschiffbesatzung, die damit beauftragt ist, „instabile Planeten“ zu sprengen. In THX 1138 (1971) von George Lucas rebellieren die kahlgeschorenen Opfer einer aseptischen Zukunftsdiktatur gegen ihre Peiniger. Phase IV (1974) von Saul Bass zeigt ein Wissenschaftler-Team im vergeblichen Kampf gegen die überlegene Intelligenz eines Ameisen-Kollektivs. Ridley Scotts stilbildender Kultfilm Alien (1978) erzählte in alptraumhaften Bildern, wie eine Raumschiffbesatzung von einem unbesiegbaren Außerirdischen dezimiert wird.
Musikfilme
Die populäre Musik der 1960er und 1970er Jahre wurde in vielen New-Hollywood-Filmen als Soundtrack eingesetzt. Parallel dazu entstanden auch reine Musikfilme wie Head (1968), in dem Regisseur Bob Rafelson (nach einem Drehbuch von Jack Nicholson) die überdreht-psychedelischen Abenteuer der Retortenband The Monkees schilderte (Vorbild waren die stilprägenden Beatles-Filme von Richard Lester). D.A. Pennebaker dokumentierte in Don't look back (1967) eine Bob-Dylan-Tournee und in Montery Pop (1968) das gleichnamige Musikfestival. Michael Wadleighs Woodstock-Film (1970) wurde zu einem Zeitdokument der Flower-Power-Generation. Martin Scorsese dokumentierte in The Last Waltz (1978) das Abschiedskonzert der Rock-Band The Band.
Der Regisseur als auteur
Bei den meisten New-Hollywood-Filmen gewann die Person des Regisseurs eine zentrale Bedeutung bei der Produktion. War in früheren Zeiten oft der Produzent oder Studioboss die entscheidende Figur bei der Herstellung eines Films, rückten die Regisseure nun in die wichtigste Machtposition vor.
Die meisten von ihnen sahen sich in der Tradition des europäischen Autorenfilms als den so genannten „auteur“ ihrer Werke, der in die Produktion, die Drehbucherstellung, den Schnitt involviert war. Tatsächlich gingen viele der inhaltlichen und stilistischen Entwicklungen des New Hollywood auf die wegweisenden Filme der französischen Nouvelle Vague zurück.
Die meisten New-Hollywood-Regisseure waren von den Qualitäten des europäischen Kinos begeistert und bewunderten Regisseure wie François Truffaut, Jean-Luc Godard, Jean Renoir, Ingmar Bergman, Federico Fellini, Luchino Visconti oder Michelangelo Antonioni. Sie hatten für die standardisierten Kommerzfilme Hollywoods nur Verachtung übrig und wollten einer individuellen Vision folgen. Sie wollten Filme drehen, die tiefgründig, subtil und künstlerisch relevant waren.
Neue Themen, neue Technik, neue Stars
Themen
New-Hollywood-Filme waren meist nahe an der gesellschaftlichen Realität und nahmen oft die Themen der Protestbewegungen auf, die gegen die erstarrten sozialen Strukturen und den Vietnamkrieg rebellierten und eine gesellschaftliche Liberalisierung forderten. In einigen New-Hollywood-Filmen wurde die populäre Musik dieser Ära eingesetzt: Bob Dylan, Cat Stevens, Simon & Garfunkel, The Doors, Steppenwolf, The Rolling Stones.
New-Hollywood-Geschichten spielten nicht in einer hermetischen Traumwelt, sondern erzählten in der Regel von echten Menschen mit realen Problemen. Die Protagonisten wurden nicht heroisiert, sondern in ihren Handlungen und Motiven hinterfragt und analysiert. Viele von ihnen gingen an den Realitäten zugrunde oder wurden in ihrem – oft tödlichen – Scheitern zu Märtyrern, die „das System“ im moralischen Sinne besiegt hatten.
Die Vertreter der staatlichen Autoritäten waren korrupt, psychopathisch, intrigant. Mächtige Männer und hohe Funktionsträger erwiesen sich als moralische Bankrotteure. Undurchsichtige Geheimdienst-Intrigen bedrohten harmlose Durchschnittsbürger. Hinter den Fassaden der Wohlanständigkeit taten sich Abgründe auf. Das New Hollywood spiegelte auf diese Weise die Verunsicherung und die Paranoia der Vietnam- und Watergate-Ära wider. Noch während das New Hollywood seine größten Erfolge feierte, wurde Präsident Richard Nixon als Lügner entlarvt und musste zurücktreten.
Technik
Auf der technischen Seite wurde die neue Art des Geschichten-Erzählens durch kleine, handliche Kameras und empfindlicheres Filmmaterial möglich. Die Filmemacher konnten die Studios verlassen und on location drehen, teilweise in einem fast dokumentarischen Stil ohne zusätzliches Licht. Der typische Look vieler Filme dieser Ära hat genau diesen Charme des inszenierten Dokumentarfilms (Asphalt-Cowboy, Hexenkessel, French Connection – Brennpunkt Brooklyn).
Männliche Stars
Die Rollen im New-Hollywood-Kino wurden in der Regel nicht mit etablierten Hollywood-Stars besetzt - für viele von ihnen begann in den späten 60ern ein Karriere-Abstieg. Statt dessen kamen unangepasste, unglamouröse, doch hochtalentierte Darsteller zum Einsatz, die einen ganz neuen Realismus in ihr Spiel einbrachten: Gene Hackman, Robert Duvall, Martin Sheen, John Cazale, Gene Wilder, Richard Dreyfuss, Donald Sutherland, Elliott Gould oder Bruce Dern. Viele von ihnen kamen vom New Yorker Off-Broadway und hätten im alten Hollywood-System bestenfalls Nebenrollen erhalten.
Jack Nicholson, Robert De Niro, Dustin Hoffman und Al Pacino waren die wichtigsten Schauspieler der Ära. Sie stiegen durch ihre brillanten Rollengestaltungen zu Superstars auf und konnten sich für Jahrzehnte an der Spitze von Hollywood halten.
Warren Beatty und Robert Redford erreichten während der New-Hollywood-Ära Top-Star-Status. Sie entsprachen zwar äußerlich dem Typus des Filmstars, brachten aber eine skeptische, „unglamouröse“ Grundhaltung in ihr Spiel ein. (Sowohl Beatty wie Redford profilierten sich auch als Regisseure und Produzenten.) Auch die gutaussehenden Darsteller Ryan O'Neal und Jon Voight spielten wichtige New-Hollywood-Rollen. Top-Stars wie Paul Newman, Burt Reynolds oder Burt Lancaster arbeiteten für die wichtigsten Regisseure der Ära. Der legendäre Marlon Brando wurde nach einem jahrelangen Karrieretief erfolgreich reaktiviert und spielte unter anderem die berühmte Rolle des „Paten“.
Weibliche Stars
Da die New-Hollywood-Filme in der Regel „männliche“ Themen behandelten und mit männlichen Hauptdarstellern gedreht wurden, konnten sich während dieser Ära nur relativ wenige Schauspielerinnen durchsetzen. Wichtige Protagonistinnen des New-Hollywood-Kinos waren Faye Dunaway, Jane Fonda, Barbra Streisand, Diane Keaton, Jill Clayburgh, Ellen Burstyn oder Karen Black.
Ausführlichere Informationen zu den Stars des New Hollywood finden sich unter Stars des New Hollywood (Seite wird derzeit erarbeitet).
Weitere wichtige Protagonisten
Auch die folgenden Personen waren für das New Hollywood bedeutsam:
- Produzenten: Bert Schneider (Easy Rider, Ein Mann sucht sich selbst, Die letzte Vorstellung), Robert Evans (Der Pate, Chinatown, Der Marathon-Mann)
- Drehbuchautoren: William Goldman (Zwei Banditen, Die Unbestechlichen, Der Marathon-Mann), Robert Towne (Bonnie & Clyde, Das letzte Kommando, Chinatwon), Rudy Wurlitzer (Asphaltrennen, Pat Garrett jagt Billy The Kid), Buck Henry (Die Reifeprüfung, Catch-22, Is' was, Doc?), Mario Puzo (Der Pate, Der Pate 2), John Milius (Jeremiah Johnson, Der weiße Hai, Apocalypse Now), Robert Benton (Bonnie & Clyde, Is' was, Doc?), Paul Schrader (Taxi Driver, Schwarzer Engel, Wie ein wilder Stier),
- Kameramänner: Vilmos Zsigmond (McCabe & Mrs. Miller, Beim Sterben ist jeder der erste, Sugarland Express), László Kovács (Easy Rider, Ein Mann sucht sich selbst, Shampoo), Conrad Hall (Zwei Banditen, Der Marathon Mann]), Gordon Willis (Klute, Der Pate, Zeuge einer Verschwörung, Die Unbestechlichen)
- Cutter / Cutterinnen: Marcia Lucas (American Graffiti, Alice lebt hier nicht mehr, Krieg der Sterne), Verna Fields (Is' was, Doc?, Paper Moon, Der weiße Hai), Owen Roizman (French Connection – Brennpunkt Brooklyn, Der Exorzist, Die drei Tage des Condor), Thelma Schoonmaker (Woodstock, Wie ein wilder Stier), Sam O'Steen (Die Reifeprüfung, Catch-22, Chinatown )
Pauline Kael, Amerikas einflussreichste Filmkritikerin, förderte das New-Hollywood-Kino durch positive Artikel und Besprechungen und war mit einigen der Protagonisten befreundet.
Der Höhepunkt
Friedkin, Bogdanovich und Polanski
In den frühen 1970er Jahren erreichte das New-Hollywood-Kino seinen künstlerischen und kommerziellen Höhepunkt. Regisseure, die kurz davor noch Low-Budget-Filme gedreht hatten, eroberten sich ein weltweites Massenpublikum. William Friedkin inszenierte 1971 mit French Connection – Brennpunkt Brooklyn den Prototyp des modernen Polizeifilms und zeigte Gene Hackman als fanatischen, latent rassistischen Drogenfahnder. Friedkin toppte diesen Erfolg zwei Jahre später mit dem unglaublich erfolgreichen, auch künstlerisch überzeugenden Horrorklassiker Der Exorzist, der zu einem weltweit diskutierten Phänomen wurde.
Der Film-Narr Peter Bogdanovich war zuerst mit dem melancholischen Coming-of-Age-Film Die letzte Vorstellung (1970) und dann mit der übermütigen Komödie Is' was Doc? (1972) sehr erfolgreich. Der Pole Roman Polanski lebte seit vielen Jahren in Hollywood und überzeugte Kritik und Publikum mit dem doppelbödigen, brillant inszenierten Krimi Chinatown (1974), in dem Jack Nicholson eine denkwürdige Vorstellung als Privatdetektiv mit aufgeschlitzter Nase gibt.
Francis Ford Coppola
Noch erfolgreicher war der Italo-Amerikaner Francis Ford Coppola, der 1972 mit dem Mafia-Epos Der Pate Kritik und Publikum faszinierte. Der Pate, für viele der beste Film aller Zeiten, zeigte Marlon Brando in der gerne parodierten Rolle des barocken Mafia-Chefs, dessen altmodische Ehrbegriffe von seinen skrupellosen Nachfolgern und Konkurrenten nicht geteilt werden. Mit dem ebenso brillant inszenierten Nachfolger Der Pate II (1974) und dem faszinierenden Vietnam-Epos Apocalypse Now (1979) etablierte sich Coppola als wichtigster Regisseur der 70er Jahre.
Den Filmen von Coppola, Friedkin und Bogdanovich ist gemein, dass sie den radikalen Chic des New Hollywood in einen gemäßigten, massentauglichen Stil transformierten. Dass sie damit auch den Niedergang des New Hollywood einläuteten, indem Sie das Blockbuster-Kino erfanden, konnte wohl niemand ahnen.
Die Endphase
Martin Scorsese
Regisseur Martin Scorsese war Italo-Amerikaner wie Coppola. Wie dieser und viele andere New-Hollywood-Stars und -Regisseure kam er aus der Schule des B-Movie-Produzenten Roger Corman, der sich ein gut funktionierendes und sehr lukratives Off-Hollywood-Studiosystem aufgebaut hatte. Hier erlernten die späteren Regie-Stars ihr Handwerk, und Darsteller wie Nicholson, Hopper, De Niro, Dern oder Sylvester Stallone spielten bei Corman ihre ersten Rollen.
Scorsese überzeugte zunächst 1973 mit Hexenkessel, einem betont realistischen Porträt New Yorker Straßenganoven. 1975 gelang ihm mit Taxi Driver ein zeitloses Meisterwerk. Robert De Niro brillierte in der Rolle eines entwurzelten Vietnam-Veteranen, der in den Straßen von New York einen Rachefeldzug startet. Das beklemmende Boxerdrama Wie ein wilder Stier – mit einer legendären Darstellung De Niros – wurde 1980 ein weiterer Klassiker.
Bis Mitte der 1970er Jahre drehten etablierte New-Hollywood-Veteranen wie Nichols, Altman oder Penn mit wechselndem, oft nachlassendem Erfolg regelmäßig Filme. Andere Regisseure wie z.B. George Roy Hill, Sydney Pollack, Milos Forman oder Alan J. Pakula fertigten in einem modernen, interessanten, kommerziell erfolgreichen Stil Filme wie Der Clou (1973), Einer flog übers Kuckucksnest (1975) oder Die Unbestechlichen (1976), die sich dezent die Traditionen des New Hollywood nutzbar machten, aber betont massenkompatibel inszeniert wurden.
Lucas, Spielberg und das Blockbuster-Kino
Der Niedergang des New Hollywood vollzog sich parallel zum Aufstieg der Regisseure George Lucas und Steven Spielberg. Der ehemalige TV-Regisseur Spielberg war mit der ambitionierten Bonnie-&-Clyde-Variante Sugarland Express (1973) an den Kinokassen nicht erfolgreich. Seinen Nachfolgefilm Der weiße Hai (1975) designte er deshalb zum superkommerziellen Hit. Tatsächlich machte Spielbergs genialisches Talent den thematisch anspruchslosen Film zu einem weltweiten Phänomen (das die Badestrände leerfegte). Der weiße Hai wurde zu einer Art Blaupause für alle künftigen Sommer-Blockbuster. Mit dem optimistischen, visuell spektakulären UFO-Film Unheimliche Begegnung der 3. Art setzte Spielberg 1978 ein deutliches Gegengewicht zu den apokalyptischen Science-Fiction-Visionen der vorangegangenen Jahre.
Noch erfolgreicher als Spielberg war zu dieser Zeit George Lucas, dem 1973 mit dem wehmütigen American Graffiti ein erster Hit gelungen war. 1977 sprengte er mit dem Weltraumabenteuer Krieg der Sterne alle Rekorde und etablierte eine Art popkulturelle Ersatzreligion. Krieg der Sterne war ein guter, emotional ansprechender Märchenfilm, der im Kern jedoch banal und infantil blieb. Auf Jahrzehnte hinaus definierte er die neue, global akzeptierte Hitfilm-Formel von Hollywood (die Guten besiegen die Bösen, der Junge kriegt das Mädchen, viele Spezialeffekte). Der Blockbuster-Film inklusive weltweitem Merchandising (und zwei bis drei Fortsetzungen) wurde zu einem Erfolgsrezept, das Hollywood bis heute anwendet.
Mit dem Auftauchen von Spielberg und Lucas, die den „positiven“ Blockbuster-Film etablierten, war der Niedergang des „alten“, skeptischen, kritischen New Hollywood besiegelt. Nach dem Endes des Vietnam-Krieges und dem Sturz Richard Nixons wollte das Massenpublikum wieder leichte und positive Filme mit Happy-End sehen, die gut zu konsumieren waren und nicht ständig die gesellschaftlichen Verhältnisse hinterfragten. Da die meisten New-Hollywood-Regisseure parallel dazu entweder künstlerisch ausbrannten oder an ihrer eigenen Egomanie scheiterten, gab es plötzlich keine Basis mehr für ihre Art von Kino. Als Ende der 1970er Jahre teuer produzierte Anti-Establishment-Streifen wie Heaven's Gate, The Blues Brothers oder 1942 kommerziell scheiterten, stellten die Studios ihre Produktion radikal auf stromlinienförmige Hit-Filme um. Dabei wurde auch gezielt die Macht der Regisseure beschnitten.
Die 80er Jahre
Während der Reagan-Ära der 1980er Jahre etablierte sich ein optimistisch-patriotisches Hit-Kino (Rambo 2, Top Gun), das künstlerisch wertlos war, vom Publikum aber begeistert aufgenommen wurde. Spielberg und Lucas festigten ihre Position, indem sie als Regisseure/Produzenten im Fließband-Stil kommerziell höchst erfolgreiche Serienfilme herstellten (Krieg der Sterne, Indiana Jones, Zurück in die Zukunft), die harmloses Entertainment boten und durch teure Spezialeffekte aufgewertet wurden. Aufwändige Actionfilme ohne inhaltliche Ambitionen wie Aliens oder Stirb langsam wurden zu weltweiten Hits und begründeten ein erfolgreiches neues Sub-Genre. Die schicken Oberflächenreize von Werbespots und Musikvideos wurden erfolgreich für die große Leinwand adaptiert (Flashdance, 9 1/2 Wochen).
Wichtige New-Hollywood-Filmemacher wie Coppola, Penn oder Nichols drehten währenddessen als Auftragsregisseure unerhebliche Routinefilme. Die Karrieren von Friedkin, Bogdanovich, Ashby, Altman, Scorsese stagnierten.
Die Ära des New Hollywood war für immer vorbei, auch wenn Veteranen wie Altman oder Scorsese in den 1990er Jahren bei der Kritik wieder Erfolge feiern konnten.
Essentielle New-Hollywood-Filme
- 1967: Die Reifeprüfung von Mike Nichols, Bonnie und Clyde von Arthur Penn
- 1968: Die Nacht der lebenden Toten von George A. Romero
- 1969: Easy Rider von Dennis Hopper, The Wild Bunch von Sam Peckinpah, Asphalt Cowboy von John Schlesinger
- 1970: M - A - S - H von Robert Altman
- 1971: Die letzte Vorstellung von Peter Bogdanovich, French Connection – Brennpunkt Brooklyn von William Friedkin
- 1972: Der Pate von Francis Ford Coppola
- 1973: American Graffiti von George Lucas
- 1974: Chinatown von Roman Polanski
- 1975: Einer flog übers Kuckucksnest von Milos Forman
- 1976: Taxi Driver von Martin Scorsese
- 1977: Der Stadtneurotiker von Woody Allen
- 1978: Halloween von John Carpenter, Die durch die Hölle gehen von Michael Cimino
- 1979: Apocalypse Now von Francis Ford Coppola
Die wichtigsten New-Hollywood-Regisseure mit ausgewählten Filmen
- Woody Allen: Woody, der Unglücksrabe (1969), Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten (1972), Der Schläfer (1973), Der Stadtneurotiker (1977 – Oscar für beste Regie)
- Robert Altman: M - A - S - H (1970 – Für Oscar nominiert), McCabe & Mrs. Miller (1971), Der Tod kennt keine Wiederkehr (1973), Nashville (1975 – Für Oscar nominiert)
- Hal Ashby: Harold und Maude (1971), Das letzte Kommandol (1973), Shampoo (1975)
- Peter Bogdanovich: Bewegliche Ziele (1968), Die letzte Vorstellung (1971 – Für Oscar nominiert), Is' was, Doc? (1972), Papermoon (1973)
- John Boorman: Point Blank (1967), Beim Sterben ist jeder der erste (1972 – Für Oscar nominiert)
- Mel Brooks: Frühling für Hitler? (1968), Is' was, Sheriff? (1974), Frankenstein Junior (1974)
- John Carpenter: Dark Star (1974), Assault – Anschlag bei Nacht (1976), Halloween (1978)
- John Cassavetes: Ehemänner (1970), Eine Frau unter Einfluß (1974), Die Ermordung eines chinesischen Buchmachers (1976)
- Michael Cimino: Die durch die Hölle gehen (1978 – Oscar für beste Regie), Heaven's Gate (1980)
- Francis Ford Coppola: Der Pate (1972 – Oscar für beste Regie), Der Pate II (1974 – Oscar für beste Regie), Der Dialog (1974 – Für Oscar nominiert), Apocalypse Now (1979 – Für Oscar nominiert)
- Roger Corman: The Trip (1967), Bloody Mama (1970), G.A.S.S. oder – Es war notwendig, die Welt zu vernichten, um sie zu retten (1971)
- Brian de Palma: Schwestern des Bösen (1973), Phantom im Paradies, (1974) Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
- Peter Fonda: Der weite Ritt (1971)
- Milos Forman: Einer flog über das Kuckucksnest (1975 – Oscar für beste Regie), Hair (1978)
- Bob Fosse: Cabaret (1972), Lenny (1974 – Für Oscar nominiert)
- William Friedkin: French Connection – Brennpunkt Brooklyn (1971 – Oscar für beste Regie), Der Exorzist (1973 – Für Oscar nominiert)
- Monte Hellman: Das Schießen (1967), Asphaltrennen (1971)
- George Roy Hill: Zwei Banditen (1969 – Für Oscar nominiert), Schlachthof 5 (1972), Der Clou (1973 – Oscar für beste Regie)
- Tobe Hooper: Das Kettensägenmassaker (1974)
- Dennis Hopper: Easy Rider (1969), The Last Picture (1971)
- Norman Jewison: In der Hitze der Nacht (1967 – Oscar für beste Regie), Jesus Christ Superstar (1973)
- George Lucas: THX 1138 (1971),American Graffiti (1973 – Für Oscar nominiert), Krieg der Sterne (1977 – Für Oscar nominiert)
- Sidney Lumet: Serpico (1973), Hundstage (1975 – Für Oscar nominiert), Network (1976 – Für Oscar nominiert)
- Paul Mazursky: Bob & Caroline & Ted & Alice (1969), Alex im Wunderland (1970), Eine entheiratete Frau (1978 – Für Oscar nominiert)
- Russ Meyer: Megavixens (1970), Blumen ohne Duft (1970)
- Alan Meyerson: Ganoven auf Abwegen (1973)
- John Milius: Jagd auf Dillinger (1973), Der Wind und der Löwe (1975)
- Mike Nichols: Die Reifeprüfung (1967 – Für Oscar nominiert), Catch-22 – Der böse Trick (Catch-22), 1970)
- Jack Nicholson: Drive, He Said (1967)
- Alan J. Pakula: Klute (1971), Zeuge einer Verschwörung (1974), Die Unbestechlichen (1976 – Für Oscar nominiert)
- Sam Peckinpah: The Wild Bunch (1969), Pat Garrett jagt Billy the Kid (1973), Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia (1974)
- Arthur Penn: Bonnie und Clyde (1967 – Für Oscar nominiert), Little Big Man (1970), Duell am Missouri (1976)
- D.A. Pennebaker: Don't look back (1967), Montery Pop (1968)
- Roman Polanski: Rosemaries Baby (1968), Chinatown (1973 – Für Oscar nominiert)
- Sydney Pollack: Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß (1969), Jeremiah Johnson (1972), Die drei Tage des Condor (1975)
- Bob Rafelson: Five Easy Pieces (1970 – Für Oscar nominiert), Der König von Marvin Gardens (1972)
- Carl Reiner: Wo is' Papa? (1970)
- George A. Romero: Die Nacht der lebenden Toten (1968), Zombie (1978)
- Herbert Ross: Die Eule und das Kätzchen (1970), Mach's noch einmal, Sam (1972), Am Wendepunkt (1977 – Für Oscar nominiert)
- Richard Rush: Die wilden Schläger von San Francisco (1967), Psych-Out (1968)
- Jerry Schatzberg: Panik im Needle Park (1971), Asphalt-Blüten (1973)
- John Schlesinger: Midnight Cowboy (1969 – Oscar für beste Regie), Der Marathon-Mann (1976)
- Martin Scorsese: Wer klopt denn da an meine Tür? (1967), Hexenkessel (1973), Alice lebt nicht mehr hier (1974), Taxi Driver (1976 – Für Oscar nominiert), Wie ein wilder Stier (1980 – Für Oscar nominiert)
- Steven Spielberg: Sugarland Express (1974), Der weiße Hai (1975 – Für Oscar nominiert), Unheimliche Begegnung der dritten Art (1977), 1941 – Wo bitte geht's nach Hollywood (1979)
- Douglas Trumbull: Silent Running (1972), Brainstorm
- Michael Wadleigh: Woodstock (1970)
- Peter Yates: John und Mary (1969), Vier schräge Vögel (1972), Bei mir liegst du richtig (1974)
Literatur
- Peter Biskind: Easy Riders, Raging Bulls. Heyne, 2004, ISBN 3453877853 (das anerkannte Standardwerk zum Thema)
- Hans Helmut Prinzler, Gabriele Jatho: New Hollywood 1967–1976. Trouble in Wonderland. Bertz + Fischer, 2004, ISBN 3865051545
- Jürgen Müller: Filme der 60er Jahre. Taschen Verlag, 2004, ISBN 3822827975
- Mike Siegel, Ulrich P. Bruckner: Passion & Poetry – Sam Peckinpah in Pictures. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2003, ISBN 3896024728
- Jürgen Müller: Filme der 70er Jahre. Taschen Verlag, 2003, ISBN 382282190X
- GeorgSeeßlen, : Martin Scorsese. Heyne, 2003, ISBN 3929470721
- Peter W. Jansen: Jansens Kino: Taxi Driver/Apocalypse Now, 1 Audio-CD. Bertz + Fischer, 2003, ISBN 3865051421
- Peter W. Jansen: Jansens Kino: Bonnie und Clyde/Der eiskalte Engel, 1 Audio-CD. Bertz + Fischer, 2003, ISBN 3865051316
- Renate Hehr: New Hollywood. Heyne, 2002, ISBN 3930698943
- Andrew Yule: Steven Spielberg. Die Eroberung Hollywoods. Heyne, 1997, ISBN 3785284004
- Frank Schnelle: Suspense Schock Terror. John Carpenter und seine Filme. Uwe Wiedleroither, 1991, ISBN 3924098042
- Ulli Weiss: Das Neue Hollywood. Francis Ford Coppola, Steven Spielberg, Martin Scorsese. Heyne, 1986, ISBN 3453860977
Weblinks
- [http://www.35millimeter.de/filmgeschichte/amerikanischer-film/1967/new-hollywood.22.htm 35millimeter.de – Texte, Regisseure, Filme zum Thema New Hollywood]
Kategorie:Filmgeschichte
Deutsche FilmgeschichteDie Deutsche Filmgeschichte ist ein vielfältiger und wechselhafter Teil der internationalen Filmkultur. Sie reicht von technischen Pioniertaten über die frühen Kinokunstwerke des Stummfilms bis zu nationalsozialistischen Hetzstreifen, biederen Heimatfilmen und zum innovativen Autorenkino.
1895 - 1918: Pionierzeit; vom Kintopp zur Filmindustrie
Zu dieser Epoche siehe auch Filmgeschichte und Stummfilm
Die Filmgeschichte beginnt in Deutschland bereits im Geburtsjahr des Films überhaupt: schon vor der ersten Vorführung der Brüder Lumière in Paris zeigten die Brüder Skladanowsky im Wintergartenpalais zu Berlin kurze Filme auf einem Überblendprojektor. Dessen aufwändige Technik konnte allerdings gegenüber dem praktischeren Gerät der Lumières, das sowohl für Aufnahme als auch zu Projektion genutzt werden konnte, nicht bestehen. Weitere bekannte deutsche Filmpioniere waren Guido Seeber und Oskar Messter.
Die neuartige Kinematographie war zunächst eine Attraktion für die "höheren Schichten", die Neuheit nutzte sich allerdings rasch ab; belanglose Kurzfilmchen wurden Jahrmarktsattraktionen für Kleinbürger und Arbeiter. Die Ladenbuden, in denen damals Kino veranstaltet wurde, hießen im Volksmund einigermaßen verächtlich „Kintopp“. Dem versuchten künstlerisch interessierte Filmleute mit längeren Spielhandlungen nach literarischen Vorbildern entgegen zu wirken: nach 1910 entstanden erste künstlerische deutsche Filme, z. B. „Der Student von Prag“ des Reinhardt-Schauspielers und Regisseurs Paul Wegener. Vor 1914 wurden allerdings auch viele ausländische Filme importiert, besonders dänische und italienische Kunstfilme standen in hohem Kurs, Sprachgrenzen gab es im Stummfilm naturgemäß nicht. Der Wunsch des Publikums nach weiteren Filmen mit ganz bestimmten Darstellern schuf auch in Deutschland das Phänomen des Filmstars, die Schauspielerin Henny Porten war einer der ersten Stars. Der Wunsch der Zuschauer nach Fortsetzungen bestimmter Filme regte die Produktion von Filmserien (Serials) an, beliebt war vor allem der Detektivfilm - hier begann auch der Regisseur Fritz Lang seine glänzende Karriere.
Der Boykott z. B. französischer Filme in der Kriegszeit hinterließ eine spürbare Lücke, teilweise mussten Filmvorführungen durch Varieté-Nummern ergänzt oder ersetzt werden. Um 1916 existierten schon 2000 feste Abspielstätten im Deutschen Reich. Bereits 1917 setzte mit der Gründung der UFA die massive und halbstaatliche Konzentration der deutschen Filmindustrie ein, auch als Reaktion auf die sehr effektive Nutzung des neuen Mediums durch die alliierten Kriegsgegner zu Propagandazwecken. Unter militärischer Ägide entstanden sogenannte „Vaterländische Filme“, die in Sachen der Propaganda und der Verfemung des Kriegsgegners entsprechenden Streifen der Alliierten teilweise gleich kamen. Das Publikum mochte die patriotische „Medizin“ jedoch nicht ohne den Zucker der umrahmenden Unterhaltungsfilme schlucken, welche daher ebenfalls gefördert wurden. Auf diese Weise wuchs die deutsche Filmindustrie zur größten Europas heran.
1918 - 1933: von den Stummfilmklassikern zum frühen Tonfilm
Ab 1919 erlangte der deutsche expressionistische Film (Das Cabinet des Dr. Caligari, 1919, von Robert Wiene; „Nosferatu“, 1922, von Friedrich Wilhelm Murnau) Weltruhm. Der expressionistische Film, geboren aus der Not, eher mit improvisatorischer Phantasie als mit großem Budget arbeiten zu müssen, schien eine vorübergehende Modeerscheinung zu sein. Tatsächlich beeinflusste er stark die düstere Ästhetik späterer Horror- und Gangsterfilme weltweit. Auch Regisseure wie Jean Cocteau oder Ingmar Bergman ließen sich hier inspirieren. Von der zeitgenössischen Filmkritik - siehe Lotte H. Eisner und Siegfried Kracauer - wurden dem frühen deutschen Kunstfilm allerdings auch apokalyptische und autoritätsfromme Tendenzen attestiert.
Nachfolgestil war der stärker sozialkritisch geprägte neusachliche Film, realisiert beispielsweise von Georg Wilhelm Pabst („Die freudlose Gasse“, 1925; „Die Büchse der Pandora“, 1929). Zeitweise produzierten über 230 Filmgesellschaften allein in Berlin, neue Studios in Babelsberg ermöglichten noch größere Filmprojekte: im Kinospektakel „Metropolis“ (1927) von Fritz Lang wirkten 36.000 Komparsen mit, der Kameramann und Tricktechniker Eugen Schüfftan brachte hier sein revolutionäres Spiegeltrick-Verfahren erstmals ausführlich zum Einsatz. Mitte der 1920er Jahre wurden riesige Kinopaläste mit 1600 und mehr Plätzen eröffnet.
Der deutsche Stummfilm wurde wichtiges Exportprodukt und Devisenbringer für den verarmten Kriegsverlierer Deutschland. In dieser Zeit war der deutsche Film ernsthafte Konkurrenz für die „Filmnation Nr.1“, die USA. So zog es nicht wenige der fähigsten deutschen Filmschaffenden - wie z. B. 1923 das Komödiengenie Ernst Lubitsch - früh nach Amerika. Außerdem: sogenannte Asphalt- und Sittenfilme nahmen sich „anrüchiger“ Themen (Abtreibung, Prostitution, Homosexualität, Nacktkultur, Drogensucht etc.) an und zogen die Kritik konservativer Kreise sowie die Zensur auf sich. Auch Dokumentar- und Experimentalfilm blühten auf, siehe etwa das Schaffen der Lotte Reiniger, Oskar Fischingers, Robert Siodmaks oder Walter Ruttmanns. Eine neuartige Mischung aus Natur- und Spielfilm stellte das Bergfilm-Genre dar. Der Düsseldorfer Draufgänger Harry Piel realisierte frühe Spielarten des Actionfilms.
Die umstrittenen „Preußenfilme“ erfreuten sich bei der politischen Rechten großer Beliebtheit, das „Dritte Reich“ sollte diese Reihe fortsetzen. Die UFA war 1927 Teil des konservativen
Hugenberg-Konzerns geworden. Auf der Linken entwickelte sich die „Volksfilm-Bewegung“.
Die frühe Tonfilmära (1929 bis 1933) war dann nochmals ein Höhepunkt des deutschen Kinos. Werke wie Josef von Sternbergs „Der blaue Engel“ (1930), wie „Berlin Alexanderplatz“ (1931) oder wie die Filmversion von Brechts „Dreigroschenoper“ (1931) entstanden. Fritz Lang drehte einige seiner Meisterwerke, u. a. „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931). Mit dem Arbeiterfilm „Kuhle Wampe“ (1932) kam ein in authentischem Milieu gedrehtes und von diesem getragenes Werk in die Kinos. Trotz - oder gerade wegen - der Wirtschaftskrise waren die Lichtspielhäuser damals gut frequentiert. 1932 existierten bereits 3800 Tonfilmkinos.
1933 - 1945: Film im Nationalsozialismus
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten veränderte sich die Produktion: über 1500 Filmschaffende emigrierten - u. a. Fritz Lang, Marlene Dietrich, Peter Lorre, Max Ophüls, Elisabeth Bergner, Friedrich Hollaender, Erich Pommer, später auch Detlef Sierck. Wegen der antisemitischen „Arisierungs“-Politik der Nazis mussten Filmkünstler jüdischer Herkunft ihre Arbeit in Deutschland aufgeben. Einige Künstler, wie beispielsweise Kurt Gerron, entkamen dem Regime nicht und wurden später in Konzentrationslagern ermordet.
Es wurden nur noch solche Filme genehmigt, die dem Regime ungefährlich erschienen. In den späten 1930er und frühen 1940er Jahren entstanden dementsprechend vor allem Unterhaltungsfilme („Die Feuerzangenbowle“, 1944), Durchhalte- und Propagandafilme („Jud Süß“, 1940; Filme zum Thema Friedrich der Große, regelmäßig mit Otto Gebühr). Offensive NS-Propaganda - vgl. z. B. den Pseudodokumentarfilm „Der ewige Jude“ - wurde dabei zugunsten glamouröser und erstmals auch farbiger UFA-Zerstreuung an die Seite gedrängt: vom meist tristen Alltag im totalitären Deutschland, später auch vom Schrecken des „totalen Krieges“ konnten sich die Zuschauer so ablenken. Nebenbei propagierten viele Unterhaltungsstreifen auch „deutsche Werte“ wie Schicksalsergebenheit und das Führerprinzip.
1943 und 1944, auf dem Höhepunkt des Bombenkrieges, wurden Zuschauerzahlen von jeweils über einer Milliarde erreicht. Die an den Kinokassen erfolgreichsten Filme waren:
- Die große Liebe (Rolf Hansen, 1942) - 8 Mio. Reichsmark
- Wunschkonzert (Eduard von Borsody, 1940) - 7,6 Mio RM
- Frauen sind doch bessere Diplomaten (Georg Jacoby, 1941) - 7 Mio RM
- Wiener Blut (Willi Forst, 1942) - 7 Mio RM
Es gab aber durchaus Werke, welche nicht ganz dem NS-Menschenbild und der Ideologie der Machthaber entsprachen, siehe nur „Viktor und Viktoria“ (1933), „Der Maulkorb“ (1938) und die Filme von Helmut Käutner und Curt Goetz. Auch die „Soundtracks“ vieler Musikfilme waren beschwingter, als es die Vorstellung der Nazis über völkische Folklore eigentlich erlaubte (vgl. Peter Kreuder u. a.). Mutige Filmschaffende waren aber immer auch von Repression und Zensur bedroht. Meist war offizielle Zensur jedoch unnötig; so hatte die Filmindustrie sich schon 1933 in quasi vorauseilendem Gehorsam mit der Produktion des Propagandafilms „Hitlerjunge Quex“ der NS-Bewegung angedient. 1934 wurde die Präventivzensur von Filmen, bzw. Drehbüchern, eingeführt, 1936 die Filmkritik endgültig verboten.
Mitte 1936 übertrug auch ein Gesetz zur „Vorführung ausländischer Filme im Deutschen Reich“ dem NS-Propagandaministerium die alleinige Entscheidungsbefugnis über die Vorführungszulassung. Deutsche Revue-, Musical- und Spielfilme mussten nach der Einführungsbeschränkung auch den Mangel an ausländischen, vor allem amerikanischen Filmen ausgleichen. Ab 1937 stand die Filmindustrie gänzlich unter staatlicher Kontrolle. Die Produktion von Unterhaltungsware wurde von der NS-Führung zu einem Staatsziel erklärt.
Die dem Kinofilm vom Regime zugemessene Wichtigkeit wurde auch durch die Aufrechterhaltung von aufwändigen Filmprojekten - z. B. Herstellung eines deutschen Langfilms in Farbe noch 1943 - und Großproduktionen praktisch bis zum Kriegsende deutlich (vgl. Kolberg (Film)). Technisch innovatives und gleichzeitig politisch fatales leistete Leni Riefenstahl mit ihren Reichsparteitags- und Olympia-Dokumentationen sowohl für den Dokumentar-, als auch für den Sportfilm (1936 - 1938). Die Werke zeichneten sich durch die verführerische Massenästhetik des Totalitarismus aus.
Siehe auch:
- Nationalsozialistische Filmpolitik
- Liste wichtiger deutscher Filmregisseure (1933-1945)
- Liste wichtiger deutscher Filmkünstler (1933-1945)
- Liste der im Nationalsozialismus verbotenen Filme
- Liste bekannter deutschsprachiger Emigranten und Exilanten (1933–1945)
1945 - 1980: Film in einem geteilten Land; Generationskonflikt
Nach dem Krieg bekamen viele Deutsche im Rahmen der Reeducation schockierende Filmbilder der NS-Konzentrationslager zu sehen. Ungleich beliebter waren allerdings die nun wieder zugänglichen ausländischen Spielfilme: besonders ältere Chaplin-Streifen und US-Melodramen fanden großen Zuspruch. Seither beanspruchen ausländische Produktionen im Westen einen Marktanteil von 70 bis 90 Prozent.
Westdeutscher Film
Nach dem kurzen Intermezzo des teilweise neorealistischen „Trümmerfilms“ in der unmittelbaren Nachkriegszeit setzte man in Westdeutschland weiterhin vorwiegend auf Unterhaltung, besonders auf den Heimatfilm, was vom filmischen Nachwuchs kritisiert wurde (Oberhausener Manifest, 1962). Sonja Ziemann und Rudolf Prack gaben das Traumpaar des idyllischen Genres.
Viele Filme dieser Zeit waren Remakes alter UFA-Produktionen, so auch zahlreiche Heimatfilme, die nun allerdings weitgehend von der Blut-und-Boden-Schwere der Vorbilder aus der NS-Zeit befreit waren. Der Heimatfilm, von der seriösen Kritik lange ignoriert, wird seit einigen Jahren auch zwecks Analyse früher westdeutscher Befindlichkeiten ernsthaft untersucht.
Fernsehen (ab 1954) und verpasster Anschluss an neue Filmtrends führten zur Krise des westdeutschen Kinos, auch wenn es durchaus einzelne Qualitätsfilme wie etwa Bernhard Wickis „Die Brücke“ (1959) und kontroverse Produktionen wie „Die Sünderin“ (1951, mit Hildegard Knef) gab. Immerhin ging aus den Reihen der Heimatfilmdarsteller mit Romy Schneider ein späterer Weltstar hervor. Weitere typische Genres der Zeit waren Operetten- und Arztfilme sowie Gesellschaftskomödien. Der Schlagerfilm blieb bis in die 1960er Jahre erfolgreich
Mit der Wiederbewaffnung Westdeutschlands 1955 setzte auch eine populäre Kriegsfilmwelle ein. Die problematischen Streifen zeigten den deutschen Soldaten des 2. Weltkrieges als tapferen, unpolitischen Kämpfer, der eigentlich immer schon „dagegen“ gewesen war. Ansonsten erschöpfte sich die „Vergangenheitsbewältigung“ weitgehend in einigen Filmen zum militärischen Widerstand gegen Hitler.
Von der Produktivität und internationalen Bedeutung her konnte sich die (west-)deutsche Filmindustrie nicht mehr mit der französischen, italienischen oder japanischen messen. 1956 erreichten die bundesrepublikanischen Zuschauerzahlen mit 817 Millionen Kinobesuchern ihren Zenit.
Ostdeutscher Film
Der ostdeutsche Film konnte zunächst davon profitieren, dass die Infrastruktur der alten UFA-Filmstudios im nun sowjetisch besetzten Teil Deutschlands (Gebiet der späteren DDR) lag. Die Spielfilmproduktion kam daher schneller in Gang als in den Westsektoren.
Grundsätzlich verband die Filmschaffenden und die Kulturpolitiker der DDR, bei allen sonstigen Differenzen und Reibungspunkten, das antifaschistische Engagement und die Überzeugung, für das „bessere Deutschland“ zu arbeiten. Allerdings war dabei „vielen 'führenden' Antifaschisten zugleich auch der Stalinismus in Fleisch und Blut übergegangen.“ (Ralf Schenk)
In der DDR entstanden unter Regisseuren wie z. B. Wolfgang Staudte einige bemerkenswerte Filme (u. a. „Der Untertan“ nach Heinrich Mann, 1951). Staudte ging später nach Westdeutschland.
Von der Produktion heroischer Personenkult-Filme wie denen der „Ernst Thälmann“-Serie (ab 1954) nahm man später Abstand.
Weitere bekannte Filme des halbstaatlichen ostdeutschen DEFA-Monopolbetriebs waren etwa „Der geteilte Himmel“ (1964, nach Christa Wolfs Roman), „Die Legende von Paul und Paula“ (1973), „Solo Sunny“ (1978), „Jakob der Lügner“ (1975, nach Jurek Becker). Produktionen, die sich kritisch mit dem DDR-Alltag beschäftigten, wurden von der Parteiführung mitunter aus dem Verleih genommen - vergleiche die „Spur der Steine“ von 1966. Dieses Werk gehörte zu jener fast kompletten DEFA-Jahresproduktion von Gegenwartsfilmen, die in einem rabiaten Kahlschlag nach dem 11. Plenum des ZK der SED im Dezember 1965 verboten wurde.
Bekannte ostdeutsche Regisseure waren beispielsweise Frank Beyer, Konrad Wolf und Egon Günther. Nach 1976 verließen auch zahlreiche bekannte Filmschauspieler die DDR, u. a. Angelica Domröse, Eva-Maria Hagen, Katharina Thalbach, Hilmar Thate, Manfred Krug. Armin Mueller-Stahl konnte seine Karriere gar in Hollywood fortsetzen.
Da die DDR in den 80er Jahren auch zahlreiche Filme aus dem Westen in ihr Verleihsystem nahm, reduzierte sich die Rolle der DEFA immer stärker.
Während ihres Bestehens produzierte die DEFA neben TV-Filmen und - teils sehr guten - Dokumentarfilmen (Volker Koepp, Barbara und Winfried Junge u. a.) insgesamt ungefähr 750 abendfüllende Spielfilme fürs Kino.
„Neuer“ und „alter“ deutscher Film
Waren 1960 noch fast 100 westdeutsche Spielfilme entstanden, verzeichnete man 1965 nur noch 56 neue Produktionen, meist konventionelle Genrewerke (Western-, Agenten-, Sexfilme). In die Zeit dieses Tiefpunktes fiel die Gründung des Kuratoriums Junger Deutscher Film zur Förderung neuer Talente: der anspruchsvolle, gesellschaftskritische neue deutsche Film versuchte, sich von „Opas Kino“ abzuheben. Autorenfilmer wie Alexander Kluge und in den 70ern Rainer Werner Fassbinder sind hier exemplarisch. Speziell Fassbinder betrieb mit dem Engagement von Stars der deutschen Kino-Tradition aber auch eine Versöhnung von neuem und altem deutschen Film. Manchmal wird auch zwischen dem eher avantgardistischen „Jungen Deutschen Film“ der 1960er und dem zugänglicheren „Neuen Deutschen Film“ der 1970er Jahre unterschieden. Einflüsse waren der italienische Neorealismus, die französische Neue Welle und das britische New Cinema. Eklektisch wurden auch Traditionen des Hollywood-Kinos mit seinen wohletablierten Genres aufgegriffen und zitiert.
Mit der neuen Bewegung gewann der deutsche Film erstmals seit den 1920er und frühen 1930er Jahren wieder einige internationale Bedeutung. Werke wie „Abschied von Gestern“ (1966), „Aguirre, der Zorn Gottes“ (1972), „Angst essen Seele auf“ (1974), „Die Ehe der Maria Braun“ (1979) oder „Paris, Texas“ (1984) gingen in die Filmgeschichte ein. Die deutschen Autorenfilme waren dabei im Ausland oft früher anerkannt als in der Heimat. Literarische Vorlagen des neuen deutschen Films lieferten vielfach die Werke Heinrich Bölls und Günther Grass' (vgl. etwa „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ und einige Filme von Danièle Huillet und Jean-Marie Straub). Da die etablierte Filmindustrie die neuen Filmleute ignorierte, entwickelte sich eine neuartige Partnerschaft zwischen jungem Film und öffentlich-rechtlichem Fernsehen: Sendeplätze wie „Das kleine Fernsehspiel“ oder Tatort boten und bieten auch Nachwuchstalenten Chancen zur Erprobung ihres Könnens.
In Zusammenhang mit dem neuen deutschen Film entwickelte sich ebenfalls der deutsche feministische Film, vertreten beispielsweise von den Regisseurinnen Helma Sanders-Brahms, Helke Sander und Margarethe von Trotta. Vom Muff befreite Jugendfilme drehte Hark Bohm.
Die „ästhetische Linke“ (Enno Patalas) des neuen Films kann sogar als eine Art Vorläufer und Anregerin der Studentenbewegung von 1968 gelten.
- siehe auch: Neuer Deutscher Film
Auf dem Unterhaltungssektor entwickelten sich derweil Filmreihen nach Autoren wie Karl May (Winnetou) und Edgar Wallace, später die sogenannten „Lümmelfilme“ über Schülerstreiche sowie die Reihe der Verfilmungen nach Johannes Mario Simmel. Die zentrale Produzenten-Persönlichkeit hinter den Wallace- und Winnetou-Filmen war der Berliner Artur Brauner. Den edlen Uramerikaner des westdeutschen Kinos gab der Franzose Pierre Brice, die Leinwände Ostdeutschlands veredelte als Entsprechung der Serbe Gojko Mitić. In der Wallace-Serie häufig zu sehen waren u. a. Klaus Kinski, Heinz Drache und Wolfgang Völz.
Eine weitere Welle wurde durch Oswalt Kolles Aufklärungsfilme ausgelöst, unter dem Etikett „Report“ drehte man billige Sexfilme für das breite Publikum.
1980 - 2005: neuere Entwicklungen
Nachdem der neue (west-)deutsche Film manche seiner Ziele durchsetzen konnte (Etablierung der staatlichen Filmförderung, Oscar für „Die Blechtrommel“ u. a.) zeigte er spätestens in den 1980er Jahren Ermüdungserscheinungen, wenn auch Protagonisten wie Werner Herzog, Werner Schroeter, Volker Schlöndorff, Edgar Reitz oder Wim Wenders weiterhin erfolgreich produzierten. Auch hatten sich die politischen Rahmenbedingungen gewendet.
Kassenschlager waren eher die Otto-Filme (ab 1985), die Verfilmung der „Unendlichen Geschichte“, Roadmovies wie „Theo gegen den Rest der Welt“ (1980) oder das auch international erfolgreiche Untersee-Epos „Das Boot“ (1981). Als Produzent von Erfolgsfilmen tat sich in diesen Jahren erstmals Bernd Eichinger hervor. Herbert Achternbusch konnte mit seinem Werk „Das Gespenst“ 1983 noch einmal für einen veritablen Film-Skandal sorgen. Doris Dörrie belebte mit ihrem Film „Männer“ 1985 die deutsche Filmkomödientradition neu. Ein weiterer Filmemacher der neuen Generation war Detlev Buck.
Als ungewöhnlicher Regisseur zwischen Dokumentar- und Spielfilm erwies sich Romuald Karmakar. Die Regisseure Wolfgang Petersen und Roland Emmerich konnten sich nach ihren einheimischen Erfolgen in den USA etablieren. Fatih Akin und andere etablierten das Kino des "Cultural Clash" in Deutschland. Thema sind hier vor allem Verwerfungen und Konflikte der multikulturellen Gesellschaft. Ferner: mit den Gebrüdern Lauenstein wurde 1990 auch der deutsche Animationsfilm durch einen Oscar gewürdigt. Der Undergroundfilm florierte ebenfalls: die morbiden Splatterkunstfilme des Jörg Buttgereit beispielsweise sind in der einschlägigen Szene weltweit bekannt geworden. Fern des Mainstream befinden sich auch die Filme Werner Nekes', Christoph Schlingensiefs oder Heinz Emigholz'. Derartige Werke, sowie ausländische Kunstfilme, gelangen kaum in den allgegenwärtigen Multiplex-Kinos, sondern eher in den seit den 70er Jahren stärker verbreiteten Programmkinos zur Aufführung.
Im Allgemeinen hatte das Kino seit Mitte der 80er Jahre mit Video und Privatfernsehen zu kämpfen: die Zuschauerzahlen brachen weiter ein, bevor sie sich wieder leicht erholten. Keine einfachen Jahre für junge Filmemacher. Seit den späten 1990er Jahren beteiligen sich allerdings auch einige Privatsender finanziell an der Filmstiftung, zahlreiche neue Talente speziell des Komödienfachs nutzen die "Privaten" als Sprungbrett zum Film.
Gleichzeitiger Erfolg deutscher Filme an Kinokasse und bei der Filmkritik bleibt ein relativ seltenes Phänomen: in jüngerer Zeit erreichten dies z. B. Tom Tykwers „Lola rennt“ (1998) und Wolfgang Beckers „Good bye, Lenin!“ (2003).
Seit 2001 überrascht der durchschlagende kommerzielle Erfolg neuer deutscher Filmparodien („Der Schuh des Manitu“) - Zuschauerzahlen im zweistelligen Millionenbereich waren bei einheimischen Produktionen zuvor rar gewesen.
Auch international bekam der deutsche Film wieder größere Anerkennung. So wurde Caroline Links Literaturverfilmung „Nirgendwo in Afrika“ 2002 mit dem Oscar für den besten nichtenglischsprachigen Film ausgezeichnet, Oliver Hirschbiegels ambitionierter Film über die letzten Tage Hitlers und des Deutschen Reiches „Der Untergang“ wurde 2005 mit einer Nominierung belohnt.
- Siehe auch: Liste bedeutender deutscher Filme, Filmfestivals in Deutschland
Zitate
- "...eine Filmindustrie [kann] nur dann international sein [...], wenn sie sich ihrer nationalen Identität bewußt ist." (Volker Schlöndorff)
- "Eine unverkennbare Identität abseits nationalistischer Definitionen zurückzugewinnen gehört zu den primären Erfordernissen der Zeit, soll das heimische Filmschaffen nicht in einer westlichen Einheitsproduktion ohne charakteristische Stimme aufgehen." (Thomas Kramer, in: Reclams Lexikon des deutschen Films)
Siehe auch
- Liste deutscher Filmproduktionsgesellschaften
- Liste bekannter Darsteller des deutschen Films
Literatur
- Alfred Bauer, Deutscher Spielfilmalmanach. 1929-1950, Berlin 1950
- Francis Courtade, Pierre Cadars, Geschichte des Films im Dritten Reich, München (Heyne) 1975
- Robert Fischer, Joe Hembus: Der neue deutsche Film 1960 - 1980 (1981)
- Jerzy Toeplitz, Geschichte des Films, Frankfurt (Zweitausendeins) 1983 (2 Bände: 1895-1933, 1934-1945)
- Boguslaw Drewniak, Der deutsche Film 1938-1945. Ein Gesamtüberblick, Düsseldorf (Droste) 1987
- Werner Faulstich, Helmut Korte (Hrsg.): Fischer Filmgeschichte. (1994)
- Hans Helmut Prinzler: Chronik des deutschen Films 1895 - 1994. (1995)
- Thomas Kramer: Reclams Lexikon des deutschen Films. (1995)
- Rainer Rother (Hrsg.): Mythen der Nationen: Völker im Film. (1998)
- Geoffrey Nowell-Smith (Hrsg.): The Oxford History of World Cinema (1999)
- Werner Faulstich: Filmgeschichte. (2005)
Weblinks
- [http://www.filmportal.de/ filmportal.de - Offizielles Portal zum deutschen Film]
- [http://www.cinegraph.de/ CineGraph - Daten, Fakten und Hintergründe zur Geschichte des deutschsprachigen Films]
- [http://www.der-deutsche-tonfilm.de/ Der deutsche Tonfilm]
- [http://www.35millimeter.de/filmgeschichte/deutscher-film/ 35millimeter.de - Eine wachsende Zahl von Texten zur deutschen Filmgeschichte]
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Kategorie:USA
Usa
ja:Category:アメリカ合衆国
ko:분류:미국
zh-min-nan:Category:Bí-kok Gerlach-Empire, NevadaGerlach-Empire is a census-designated place located in Washoe County, Nevada. As of the 2000 census, the CDP had a total population of 499. Most of the population live in the two tiny settlements of Gerlach and Empire.
The annual Burning Man festival takes place at the Black Rock Desert, around ten miles from Gerlach. Both derive a significant proportion of their incomes from sales to Burning Man attendees.
Geography
Black Rock DesertGerlach-Empire is located at 40°37'22" North, 119°20'29" West (40.622883, -119.341273).
According to the United States Census Bureau, the CDP has a total area of 243.6 km² (94.1 mi²). 243.6 km² (94.1 mi²) of it is land and none of it is covered by water.
Demographics
As of the census of 2000, there are 499 people, 234 households, and 146 families residing in the CDP. The population density is 2.0/km² (5.3/mi²). There are 297 housing units at an average density of 1.2/km² (3.2/mi²). The racial makeup of the CDP is 91.18% White, 0.00% African American, 2.81% Native American, 0.20% Asian, 0.00% Pacific Islander, 4.61% from other races, and 1.20% from two or more races. 11.02% of the population are Hispanic or Latino of any race.
There are 234 households out of which 26.1% have children under the age of 18 living with them, 48.3% are married couples living together, 9.8% have a female householder with no husband present, and 37.2% are non-families. 34.2% of all households are made up of individuals and 6.8% have someone living alone who is 65 years of age or older. The average household size is 2.13 and the average family size is 2.71.
In the CDP the population is spread out with 22.6% under the age of 18, 7.0% from 18 to 24, 31.5% from 25 to 44, 29.5% from 45 to 64, and 9.4% who are 65 years of age or older. The median age is 38 years. For every 100 females there are 116.0 males. For every 100 females age 18 and over, there are 120.6 males.
The median income for a household in the CDP is $35,089, and the median income for a family is $43,125. Males have a median income of $36,000 versus $23,056 for females. The per capita income for the CDP is $14,793. 14.6% of the population and 10.3% of families are below the poverty line. Out of the total population, 15.8% of those under the age of 18 and 12.7% of those 65 and older are living below the poverty line.
Economy
The economy of Gerlach and Empire focus on gypsum mining near Empire and tourism in the nearby Black Rock Desert. Since 1991, Burning Man, a week long countercultural festival with over 30,000 participants has been held nearby. Due to the appearance and actions of many of the participants, local enthusiasm is mixed, but the event is responsible for over 30% of the sales in most of the commercial establishments in the area.
External links
-
- [http://www.sfgate.com/cgi-bin/article.cgi?f=/c/a/2005/08/28/BAGGIEEJU11.DTL San Francisco Chronicle story about Burning Man's impact on Gerlach-Empire]
Category:Burning Man
Category:Census-designated places in Nevada
Category:Washoe County, Nevada
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Colette Codaccioni
Colette Codaccioni née le 11 juin 1942 Winnezeele (Nord) a été ministre de la Solidarité entre les générations du premier gouvernement d'Alain Juppé du 17 mai 1995 au 7 novembre 1995.
Après des études à la Faculté de Médecine de Lille, elle devient sage-femme, travaille dans l'action sociale et entre en politique au RPR en 1981.
Élue conseiller général du Nord (1992), puis député du Nord (19
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