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Amiga
Der Commodore Amiga war ein von Ende der 1980er bis Anfang/Mitte der 1990er weit verbreiteter Computer, der besonders in seinen kleinen Varianten (A500 und A1200) als Heimcomputer beliebt war. Für seine Zeit hatte er erstaunliche Multimediafähigkeiten und ein leistungsfähiges, präemptives Multitasking-Betriebssystem. Der Amiga hat bis heute als Nischenprodukt überlebt. Der Begriff Amiga kommt aus dem Spanischen und bedeutet Freundin.
Varianten
Modelle mit eingebauter Tastatur
Betriebssystem]]
- Amiga 500 (CPU Motorola MC68000 mit 7,16 MHz, 512 KiB RAM). Der nach verkauften Einheiten erfolgreichste Amiga galt in der sich schnell entwickelnden Szene als Kult und Computer für Millionen.
- Amiga 500 Plus (CPU MC68000 mit 7,16 MHz, 1 MiB RAM); Besonderheiten: besitzt einen erweiterten Chipsatz (ECS) und ein verbessertes Betriebssystem (OS 2.04), welches sich allerdings oft als inkompatibel mit alter Software erweist, die entgegen der Programmierrichtlinien mit direkten Hardwarezugriffen arbeitet; war daher nicht besonders erfolgreich. Wurde vom technisch ähnlichen Amiga 600 abgelöst.
- Amiga 600 (CPU MC68000 mit 7,16 MHz, 1 MiB RAM); Besonderheiten: hat zusätzlich einen PCMCIA-Typ-II-Anschluss, einen integrierten TV-Modulator und einen internen ATA-Controller mit Platz für eine interne 2,5"-Festplatte; Akzeptanz war aufgrund fehlender 10er-Tastatur, höherem Preis und geringerer Kompatibilität zu Spielen durch das neue Betriebssystem (OS 2.05) auch gering.
- Amiga 600HD (CPU MC68000 mit 7,16 MHz, 1 MiB RAM); Besonderheiten: wie Amiga 600, jedoch mit serienmäßiger Festplatte.
- Amiga 1200 (CPU MC68EC020 mit 14 MHz, 2 MiB RAM); Besonderheiten: neuer Grafik-Chipsatz (AGA), PCMCIA-Typ-II-Anschluss, TV Modulator und ein integrierter ATA-Controller mit Platz für eine interne 2,5"-Festplatte, sehr erfolgreich. Der AGA-Chipsatz und die 68EC020-CPU macht bei einigen älteren Spielen Probleme, weshalb man im Bootmenü des Rechners sowohl die Grafik auf ECS oder OCS downgraden als auch die CPU-Caches abschalten kann, um die Kompatibilität zu erhöhen. Wurde zuerst mit OS 3.0, später (zu ESCOM/Amiga-Technologies-Zeiten) mit OS 3.1 ausgeliefert.
- Amiga 1200HD (CPU MC68EC020 mit 14 MHz, 2 MiB RAM); Besonderheiten: wie Amiga 1200, jedoch mit serienmäßiger Festplatte.
Desktop- und Tower-Modelle
CPU
- Amiga 1000
- Amiga 2000
- Amiga 1500
- Amiga 2000A
- Amiga 2000B
- Amiga 2000C
- Amiga 2500/20
- Amiga 2500/30
- Amiga 2500/UX
- Amiga 3000
- Amiga 3000T
- Amiga 3000/UX
- Amiga 4000
- Amiga 4000T
Amiga PowerPC-Mainboard-Modelle
- AmigaOneSE (G3 fest, 600 MHz, ATX)
- AmigaOneXE (G3/G4 austauschbar, 800 MHz – 1,1 GHz, ATX)
- AmigaOneXC (G3/G4 austauschbar, noch nicht veröffentlicht, Micro-ATX)
- µA1 oder "Micro-AmigaOne" (G3/G4 austauschbar, 800 MHz – 1,1 GHz, Mini-ITX)
Alle AmigaOne-Modelle werden mit Debian/LinuxPPC und dem AmigaOS 4.0 Pre-Release ausgeliefert.
Settop-Box
- CDTV
Spielekonsole
- CD³²; Besonderheit: Noch vor der PlayStation die erste 32-Bit-Konsole der Welt. Stellt mit als Zubehör erhältlicher Tastatur im Prinzip einen vollwertigen Amiga 1200 dar.
Ausstattung
Hardware
Wichtigstes Kennzeichen der klassischen Amiga-Hardware sind die spezialisierten Custom-Chips. Diese stellen eigenständige Co-Prozessoren dar, die den Hauptprozessor bei Grafikoperationen, Interruptverwaltung, Sounderzeugung und diversen Ein-/Ausgabeoperationen entlasten. Die Amiga-Custom-Chips, das sogenannte Chipset, begründeten seinerzeit die langjährige Überlegenheit der Amiga-Hardware gegenüber konkurrierenden Systemen: Bis weit in die 1990er-Jahre hinein konnte kein anderes auf dem Markt befindliches PC-System mit ähnlich performanter und flexibler Grafik aufwarten, da dort keine Arbeitsteilung durch Co-Prozessoren stattfand. Mitte der 1990er-Jahre entwickelte sich die Fixierung auf ein Chipset aber zunehmend zu einem Nachteil, da es die Flexibilität des Systems einschränkte und das Betriebssystem AmigaOS lange Zeit zu wenig Möglichkeiten bot, in ausreichendem Maße von der Hardware zu abstrahieren.
Das Chipset wurde kontinuierlich weiterentwickelt: Amiga 1000, Amiga 500 und Amiga 2000 nutzen hiervon die Originalvariante, später auch als Original Chip Set (OCS) bezeichnet. Im HiRes-Modus können damit Auflösungen von 640×256 beziehungsweise 640×512 Bildpunkten im Zeilensprungverfahren (PAL) mit einer Palette von maximal 16 aus 4096 möglichen Farben dargestellt werden. Ungleich flexibler ist der LoRes-Modus mit einer Auflösung von 320×256 beziehungsweise 320×512 Bildpunkten im Zeilensprungverfahren (PAL), der nicht nur die Möglichkeit bietet, eine frei wählbare Palette von 32 Farben zu nutzen, sondern im sogenannten HAM6-Modus auch alle 4096 Farben gleichzeitig darzustellen. Zusätzlich gibt es noch den EHB-Modus (Extra Half Bright), der eine Palette von 64 Farben ermöglichte, wobei allerdings nur die ersten 32 frei wählbar sind und die restlichen aus diesen mit halber Helligkeit erzeugt wurden. Mittels Overscan können diese Auflösungen geringfügig angepasst werden, um die Fläche des Videomonitors/Fernsehers besser auszunutzen. Mit dem Soundchip Paula ist es außerdem möglich, vierstimmigen 8-bit-Sound abzuspielen (zwei Stimmen pro Stereokanal), wobei Samples mit jeweils frei wählbarer Samplingfrequenz von bis zu 28 kHz abgespielt werden können.
Das im Amiga 600, Amiga 500 Plus und Amiga 3000 verwendete Enhanced Chip Set (ECS) wurde marginal um einen SuperHiRes-Modus mit 1280×256 beziehungsweise 1280×512 Bildpunkten im Zeilensprungverfahren (PAL) bei maximal 4 aus 64 Farben sowie freier programmierbaren Zeilenfrequenzen und die Möglichkeit, 2 MiB Chip-Ram zu adressieren, ergänzt.
Die aktuelle Variante, Advanced Graphics Architecture (AGA), kam erstmals im Amiga 1200 und Amiga 4000 zum Einsatz. AGA erweitert die Farbtiefe von 12 bit (4096 Farben) auf 24 bit (16,8 Mio. Farben), davon können maximal 262144 Farben im HAM8-Modus in allen Auflösungen gleichzeitig dargestellt werden. Die Farbpaletten können mit AGA durchgehend 256 Einträge umfassen. Auch hier sind 2 MiB Chip-Ram möglich.
Der klassische Amiga unterscheidet beim Arbeitsspeicher (RAM) zwischen zwei verschiedene Varianten: Das sogenannte Fast-Memory, das allein dem Prozessor zur Verfügung steht sowie das sogenannte Chip-Memory, auf das auch die Custom-Chips zugreifen können.
Das Bussystem des Amiga ist der so genannte Zorro-Bus mit 24-Bit- (Zorro 2) bzw. 32-Bit-Adressraum (Zorro 3). Der A500 bzw. A1000 hat seitlich einen 86-poligen Anschluss mit Zorro-2-Bus, der A2000 hat intern mehrere 100-polige Zorro-2-Anschlüsse. Der A3000 bzww. A4000 hat intern mehrere 100-polige Anschlüsse mit Zorro-3-Bus. Die 32-Bit-Adressen bei Zorro3 wird durch Multiplexen einiger Signalleitungen erreicht. Durch einen Adapter kann man Zorro-2-Karten an einem Amiga 500/1000 betreiben. Selbstverständlich laufen auch alle Zorro-2-Karten noch am Zorro-3-Bus, da am Bus selbständig erkannt wird, ob es sich bei der Karte um eine Zorro-2- oder Zorro-3-Karte handelt. Mit einer sogenannten PC-Emulator-Karte oder einer Bridge-Karte sind auch handelsübliche IBM-kompatible 16 Bit ISA-Steckkarten nutzbar.
Der Amiga hat bereits ein Autokonfigurationssystem (ähnlich dem Plug-and-Play), welches dem Betriebssystem ermöglichte, Adressen und Interrupts den Karten variabel zuzuweisen.
Daher gibt es viel weniger Konfliktpotenzial als bei den ISA-Slots des IBM-kompatiblen Systems.
Eine weitere damals herausragende Möglichkeit des klassischen Amigas ist die Genlock-Fähigkeit. Diese ermöglicht beispielsweise (Chroma-)Keying – das Ersetzen einer bestimmen Farbe im Computerbild in Echtzeit durch ein Videobild. Deshalb wurde der Amiga oft zum privaten oder halbprofessionellen Videoschnitt, zur Vertitelung oder für aufwendige Blenden benutzt. Auch professionelle Bluebox-Anwendungen waren verfügbar.
Später wurden für den Amiga Grafikkarten angeboten, welche die beim Original vorhandenen Videofähigkeiten um „flimmerfreie“ Darstellungen für im Büro notwendiges Arbeiten liefern sollten. Zu dieser Zeit machte der IBM-kompatible Computer zusammen mit Windows seinen Siegeszug in die Büros der Welt.
Die wohl bekannteste Hardwareerweiterung für den Amiga ist eine 512-KiB große Speichererweiterung für den A500 sowie der so genannte Flickerfixer. Die ersten Modelle des Amiga (1000, 500 und 2000) können ausschließlich Videosignale entsprechend dem PAL- oder NTSC-Standard erzeugen, die mit einer Zeilenfrequenz von 15,625 kHz arbeiten. Höhere vertikale Auflösungen als ca. 256 Pixel sind damit nur durch Verwendung eines Zeilensprungverfahrens möglich, was zu heftigem Flimmern der Darstellung führt. Um dennoch VGA-Monitore ansteuern zu können, wurde der Flickerfixer erdacht, der die zwei ausgegebenen Halbbilder zu einem Einzelbild zusammenfügen und sie wie für diese Monitore erforderlich mit der doppelten Zeilenfrequenz von 31 kHz ausgeben kann.
Amiga 500 Plus, 600 und 3000 konnten durch ihr erweitertes ECS-Chipset von sich aus mit unterschiedlichen Zeilenfrequenzen umgehen, müssen dabei allerdings mangels Speicherbandbreite Kompromisse eingehen, was die Auswahl der darstellbaren Farben angeht. Um den Amiga 3000 auch in Büroumgebungen einsetzen zu können, wurde hier ein Flickerfixer bereits ab Werk eingebaut.
Mit dem Amiga 1200 und 4000 wurde der Flickerfixer dank des nochmals erweiterten AGA-Chipsets überflüssig.
Vorrangig in den USA benutzten Filmstudios und Fernsehsender den Amiga zusammen mit einer „Toaster“ genannten Hardwareerweiterung für die tägliche Arbeit. Bekanntestes Beispiel dafür ist die TV-Serie "Babylon 5", deren Spezialeffekte teilweise mit Amiga-Rechnern erzeugt wurden, ebenso wie bei der TV-Serie "SeaQuest DSV". Die 3D-Computerprogramme Cinema 4D und Lightwave 3D standen ursprünglich nur auf diesem Rechner zur Verfügung.
Die ersten Festplatten für den Amiga waren schon ST506-, später dann SCSI- und ATA-Festplatten.
Eine der gängigsten Erweiterungen für den internen Amiga-1200-Erweiterungsbus (einen abgespeckten Zorro-3-Bus) war die Blizzard Turbokarte mit den Prozessoren 68030 bei 50 MHz, 68040 bei 25 MHz oder 68060 bei 50 MHz. Für 2005 war eine auf der Freescale 8245 PowerPC 400 Mhz CPU (Energiespar-Version des 603e) basierende Turbokarte von ACK Software Controls, Inc. mit Silicon Images 680 ATA-Controller, mit „Radeon Mobility“-GPU und einer AmigaOS-OEM-Version angekündigt.
Bei schnellen Amigas machen manche interne Festplatte Probleme: Nach einem Reset fragt der Amiga die Hardware ab, noch bevor die Festplatte dem Rechner antworten kann, dass sie zwar da, aber noch nicht bereit ist. Daher wird die Festplatte vom System nicht erkannt. Mit einem Trick schaffen sich manche Benutzer Abhilfe: Die Resetleitung zur Festplatte wird durchtrennt. Sofern die anderen Pins dabei unversehrt bleiben, führt die Festplatte nach dem Einschalten selbsttätig einen Einschalt-Reset durch, nicht jedoch beim Reset beim Drücken beider Amiga-Tasten und der Ctrl-Taste. Führt man dann nach dem Einschalten des Amigas nach kurzer Wartezeit einen Tastatur-Reset durch, wird so auch die Festplatte erkannt. Je nach Festplatte ist das Durchtrennen überflüssig, da manche Festplatten nur nach dem Einschalten längere Zeit für das Einrichten ihrer Schnittstelle benötigen, nach einem Reset-Signal des Rechners jedoch schneller bereit sind.
Software
Technisch war der Amiga vielen Computern seiner Zeit voraus. Neben den herausragenden technischen Eigenschaften (z. B. PnP in Form des Auto-Config-Mechanismus'), unterstützte das Betriebssystem bereits Präemptives Multitasking im priorisierten "Round Robin"-Verfahren – fast zehn Jahre vor der Einführung von Windows 95.
Windows 95
AmigaOS, das Betriebssystem des Amiga, ist "modular" aufgebaut und besitzt diverse Ähnlichkeiten zu Konzepten, wie sie von UNIX her bekannt sind. Der Amiga besitzt dynamisch nachladbare Geräte-Treiber (Suffix: .device) sowie Shared Libraries (Suffix: .library) und unterstützt viele Konzepte moderner Betriebssysteme (Streams, Pipelining, Signals, Message-Queues, usw.). Auch der von Unix und Linux her bekannte Kommandozeileninterpreter (CLI) ist dem Amiga nicht fremd.
Als Dateisystem verwendet der Amiga das Amiga File System (später OFS mit „O“ von „old“ oder „original“) und, insbesondere für Festplatten, das Amiga Fast File System (FFS). Anfangs, als Festplatten im Heimcomputer-Bereich noch teuer waren und eher eine Ausnahme bildeten, wurden Daten auf 3,5"-DD-Disketten mit einer Speicherkapazität von 880 KiB gespeichert. Unter späteren Versionen des FFS können auch HD-Disketten mit der doppelten Kapazität beschrieben werden. Allerdings sind beim Original-Controller dazu spezielle Laufwerke erforderlich, die HD-Disketten mit halber Drehzahl antreiben, da er nicht die normalerweise mit HD-Disketten verbundene doppelte Datenrate unterstützt. Das Dateisystem wurde später um Journaling-Eigenschaften erweitert.
Bekannt war die so genannte „Guru-Meditation“. Diese bezeichnet den Zustand eines durch das Amiga-Betriebssystem abgefangenen schweren Programmfehlers. Sie ist vergleichbar mit dem „Blue Screen Of Death“ der auf Windows NT basierenden Systeme. Auch wenn diese Fehlermeldung später durch ein nüchternes „Software Failure“ ersetzt wurde, hielt sich die Bezeichnung umgangssprachlich.
Mit der „translator.library“ und dem „narrator.device“ wurde die Möglichkeit integriert, von höheren Programmiersprachen aus Sprachausgabe zu verwirklichen.
Der Amiga war der erste Rechner, der serienmäßig mit Software zur Sprachsynthese ausgeliefert wurde. Dies wurde möglich, weil die Audioausgabe des Amiga auf PCM basiert und somit (abgesehen von der Ausgabe-Qualität) wie heutige PCs jeden beliebigen Klang ausgeben kann – die meisten anderen Rechner der damaligen Zeit bieten, wenn überhaupt, nur Synthesizer-Chips, die nur bestimmte Klänge erzeugen können.
Der Amiga wurde, außer zum Spielen (was beim Amiga 500/1200 eher der Fall war), hauptsächlich zum Bearbeiten von Videos benutzt. Weitere wichtige Anwendungen waren 3D-Animation, Musik (Tracker wie Soundtracker, Futuretracker u. ä. genießen heute noch Kultstatus). In den letzten Jahren kamen auch noch Anwendungen wie das Authoring hinzu.
Bekannteste Vertreter: AmigaVision, eine Autorensoftware für die Erstellung von interaktiven CDs, zur Wiedergabe von Laserdiscs und für Karaoke-Anwendungen und Scala, dessen leistungsfähigste Version, Info Channel, auch heute noch in Kabelfernsehanlagen eingesetzt wird. Diese Produkte gab es lange, bevor Hersteller wie Macromedia mit Director den Markt eroberten.
Spiele
Anwendungen
- AmiWrite (Textverarbeitung)
- Art Effect (Bildbearbeitung)
- Aweb (Webbrowser)
- Deluxe Paint (Malprogramm für Pixelgrafiken)
- Deli Tracker (Musik Abspielprogramm)
- Eagleplayer (Abspielprogramm)
- Final Writer (Textverarbeitung)
- fxPAINT (Bildbearbeitung)
- fxSCAN (Scanprogramm)
- GoldED Studio (Texteditor und C/C++ IDE)
- IBrowse (Webbrowser)
- Maxon Cinema 4D (Raytracer)
- Movie Shop (Video Schnitt)
- Lightwave (Raytracer)
- Pagestream (DTP)
- Personal Paint (Malprogramm für Pixelgrafiken)
- Protracker (Sequencer)
- Reflections (Raytracer)
- StormC (Compiler für C++ und C)
- SView (modulare Bildkonvertierung, -bearbeitung und Anzeige ähnlich Irfanview)
- VHI Studio (Digitalkameras und Webcams)
- Voyager (Webbrowser)
- WordWorth (Textverarbeitung)
- YAM (E-Mail-Client)
Graphische Benutzeroberfläche
Die Grafische Benutzeroberfläche (GUI) des AmigaOS zeichnete sich durch eine – für damalige Verhältnisse – sehr intuitive Bedienung aus, wie man sie heute eigentlich nur bei Apple findet. Insbesondere MUI erfreute sich großer Beliebtheit, alternativ standen auf dem objektorientierten BOOPSI-System basierende Gadgets (entspricht: Widget) zur Verfügung. Wegweisend war auch der konsequente Einsatz so genannter Datatypes – das sind Codecs, die eine einheitliche Schnittstelle zum Laden und Speichern aller gängigen Dateiformate anbieten.
Kulturelle Phänomene
Der Amiga hat, ebenso wie andere Homecomputer, eine Jugendbewegung geprägt. Vielmehr kann man sagen, dass die technikbegeisterten Jugendlichen den Amiga als Objekt, als Werkzeug eingesetzt haben. Insbesondere ist eine Demoszene entstanden. In Europa gab (und gibt es teilweise noch) ein länderumspannendes Netzwerk von Gruppen, die sich mit der Nutzung des Amiga beschäftigt haben.
Geschichte
Historie
Jay Miner stieg 1981 bei Atari aus, dort war er u. a. zuständig für die Entwicklung der Spielkonsole Atari 2600 und der Heimcomputer Atari 400 und 800 und gründete die Firma Amiga Inc. Anfangs lieferte Amiga Spielmodule und Controller für die Atari 2600-Konsole, etwas später wurde eine eigene Amiga-Spielkonsole geplant. Aus der Spielkonsole wurde in den Köpfen der Entwickler ein Computer. Atari (damals unter Führung von Raymond Kassar, Warner Communications) war per Vereinbarung vom Juli 1983 Geldgeber und wollte den Amiga als Nachfolger der mittlerweile angeschlagenen XL-Computer-Serie auf den Markt bringen. Mit dem Börsenskandal vom Dezember 1982 im Nacken musste Kassar noch im Juli 1983 zurücktreten. Der neue CEO Morgan verfolgte weiter das Ziel, das Projekt "Lorraine", wie der Amiga intern genannt wurde, als Nachfolger des XL zur Marktreife zu bringen. Am 2. Juli 1984 verkaufte Warner Communications die Konsolen- und Computerabteilung von Atari an Jack Tramiel, dem geschassten Gründer von Commodore. Tramiel versuchte Amiga endgültig zu kaufen und bot den Aktionären 0,98 $ pro Aktie. Commodore (unter Irving Gould) bot kurz vor Ende der 24-Stunden-Frist 2 $ pro Aktie und bekam den Zuschlag.
Das erste Modell ist der Amiga 1000, der am 23. Juli 1985 in New York vorgestellt wurde. Er gleicht sehr dem Commodore 128D – allerdings nur vom Aussehen. Eine optionale Erweiterungsbox namens Sidecar ermöglichte parallel zum Betrieb des Amiga-Betriebssystems auch die Benutzung von MS-DOS (auf einer eigens dafür verwendeten 8088-CPU).
Die direkte Konkurrenz des Amigas war damals der Atari ST und (in den USA) der Apple IIgs, ein wenig später auch die farbfähigen Macintosh-Modelle von Apple.
Macintosh
1987 folgten die Modelle Amiga 500 (als Nachfolger des legendären C64) und der Amiga 2000, der den damals modernen Desktop-PCs glich. Für professionelle Anwender wurde 1988 auch ein Rechner namens Amiga 2500/UX angeboten, auf dem parallel ein UNIX-Betriebssystem (AMIX) verfügbar war. Technisch gesehen waren die Amiga 2500-Modelle mit dem normalen Amiga 2000 identisch, aber durch den Einbau eines zusätzlichen Prozessorboards (mit einer 68020- bzw. 68030-CPU) deutlich leistungsfähiger.
Als Bindeglied zwischen Amiga und der PC-Welt besaß der Amiga 2000 sowohl die Amiga-eigenen Zorro-2-Slots als auch PC-typische ISA-Steckplätze. Diese konnten mit einer Brückenkarte (dem Nachfolger des Sidecar) erweitert werden. Damit besaß man dann einen vollwertigen PC im Amiga, auf den man von Amiga-Seite zugreifen konnte. Auch dieses Konzept war seiner Zeit weit voraus.
Dem Amiga 2000 folgte 1990 der Amiga 3000 sowie dessen Tower-Variante, die zum ersten Mal ein neues Betriebssystem in einem modernen 3D-Look mit sich brachten. Dieses hatte zahlreiche Neuerungen und Optimierungen, die noch heute in modernen Betriebssystemen wiederzufinden sind (AmigaOS 2.0).
Auch der Amiga 3000 wurde, nicht zuletzt dank des fortschrittlichen Betriebssystems, ein Erfolg.
Mit dem Amiga 600 von 1991, wurde dem Amiga 500 ein Nachfolger geschaffen, der ein Jahr später durch den Amiga 1200 abgelöst wurde. Beide konnten nicht den Erfolg des Amiga 500 fortsetzen. Zum Zeitpunkt der Einführung des Amiga 1200 wurde auch dessen großer Bruder, der Amiga 4000 (sowie Tower-Variante) als Nachfolger des Amiga 3000 auf den Markt gebracht.
Die Modelle Amiga 500/600/1200 waren eine kostengünstige Variante. Tastatur, Floppy (Diskettenlaufwerk) und die Hauptplatine bilden eine Einheit. Beim A600 und A1200 ist unter anderem auch noch Platz für eine 2,5" ATA Festplatte, im A1200 lässt sich mit ein wenig technischem Geschick und einem passenden Adapterkabel auch eine 3.5"-Platte einbauen.
Die Modelle Amiga 2000/3000/4000 sind erweiterbare Systeme, in denen zusätzliche Laufwerke und Erweiterungskarten integriert werden können. Die Modelle 3000 und 4000 wurden auch als Tower-Versionen angeboten und waren im oberen Preissegment angesiedelt – vergleichbar mit heutigen High-End-Rechnern. Auch die Tastaturrechner verfügen über einen Expansion-Slot, in den Erweiterungskarten eingesetzt werden können.
Commodore versuchte bereits Anfang der Neunziger Jahre, mit dem CDTV (einem Amiga im Design eines CD-Players), den Amiga als Multimedia-Plattform zu positionieren und in die Wohnzimmer zu bringen. Zu dieser Zeit entstand auch das Autorensystem AmigaVision. Kurz vor dem Niedergang von Commodore folgte 1993 dann das CD³², dem trotz aufwändiger Fernsehwerbung der große Durchbruch versagt blieb. Das CD³² basiert auf der Amiga-1200-Hardware, die um ein CD-ROM Laufwerk sowie einen Customchip (Aikiko) erweitert wurde. Tastatur, Floppy und Festplatte ließen sich optional nachrüsten.
Die persönliche Note
Besonders in den frühen Amiga-Produkten verewigten sich die Entwickler mehr oder weniger offen außerhalb des offiziellen Rahmens. Die bekannteste Anekdote tritt beim Systemabsturz zu Tage, die Guru Meditation. Wichtige Bauteile bekamen eigene Namen, Zorro, Big/Fat Agnus, Denise und Paula sind einige davon. Die Innenseite des Amiga 1000-Deckels zieren eingravierte Unterschriften aller Entwickler sowie ein Pfotenabdruck des Hundes Mitchy von Jay Miner. Natürlich gibt es auch mittels diverser Aktionen abrufbare Easter Eggs, und nur mit einem Speichermonitor finden sich eine Reihe versteckter Botschaften im Betriebssystem-ROM. Ebenso findet sich auf der Platine des Amiga 500 mit eingeätzt "B52/ROCK LOBSTER" was eine Hommage an den einen Song der Band "The B-52's" darstellt.
Musik und Kunst
Sehr bekannt wurden auch Musiker, die mit dem Amiga Musik (siehe auch Chiptune) machten:
- Chris Hülsbeck
sowie Künstler, die den Amiga für Computergrafik, Videoinstallationen und Pop-Art nutzten:
- Andy Warhol
Der Amiga heute
Weiterentwicklung
Obwohl die Mutterfirma Commodore bereits 1994 in Konkurs ging, wurde die Entwicklung dieses Computers nie ganz beendet.
Durch den auf Commodore folgenden Eigentümer ESCOM wurde die neue Firma Amiga Technologies gegründet, und von dieser wurden die Modelle Amiga 1200 und Amiga 4000T neu aufgelegt. Das geplante Nachfolgemodell „Walker“ (wurde inoffiziell auch als Amiga 1300 bezeichnet) (Advanced Amiga Architecture (AAA)), das bereits auf der CeBit 1996 vorgestellt wurde, ist aufgrund des Konkurses von ESCOM nicht mehr erschienen.
Die Amiga-Rechte sind dann 1997 von Gateway 2000 übernommen worden, deren Tochtergesellschaft Amiga International die vorhandene Hardware weiter vertrieben hat, und 2000 an eine Firma ehemaliger Gateway-Mitarbeiter namens „Amino Development“ verkauft worden, die seitdem unter dem Namen Amiga Inc. besteht.
Von ehemaligen Entwicklungsingenieuren und Managern der Amiga Technologies wurde auch die Firma PIOS Computer AG gegründet, die später zur Metabox AG umfirmiert wurde. Inspiriert von phase5, die 1996 hiermit begannen, wurde bei PIOS-Metabox zunächst die Idee von PowerPC-basierten Amiga-Rechnern auf CHRP-Basis geboren. Später endete dies jedoch in einem SetTopBox-Fiasko für Metabox und deren Entwickler. Teilweise ist die begonnene, software-seitige Entwicklung jedoch in MorphOS eingeflossen.
Die PowerPC-Anstrengungen von phase5 endeten zwar mit dem Konkurs des Unternehmens – die Karten wurden danach aber noch eine zeitlang von DCE gefertigt und verkauft. Die bereits verkauften Cyberstorm und Blizzard-Prozessorkarten werden heute hauptsächlich mit MorphOS betrieben – nachdem zunächst eine Konkurrenzlösung von Haage & Partner (WarpOS) die Nase vorn hatte, die jedoch inzwischen nicht mehr weiterentwickelt wird.
Die Firma Amiga, Inc. konzentrierte sich zunächst auf die Entwicklung des AmigaDE („Digital Environment“) auf Basis von TAO/Intent sowie dem zugehörigen SDK für Windows- und Unix/Linux-Rechner. Danach folgte AmigaAnywhere unter anderem für PocketPC basierte PDA-Systeme. Um dem ungebrochenen Interesse einer Weiterführung der jetzt „Classic Amiga“ getauften Produkt-Linie nachzukommen, suchte sich Amiga, Inc. Partner für eine Neubelebung der Amigaplattform: Eyetech und Hyperion Entertainment.
Im Jahr 2003 ist schließlich die Hardware eines offiziellen Nachfolgers – des AmigaOne – erschienen, die statt der veralteten 680x0-CPUs von Motorola moderne PowerPC-CPUs enthält. Anfangs stand für diesen Computer nur LinuxPPC zur Verfügung – die erste öffentliche Version des von Hyperion Entertainment entwickelten neuen AmigaOS 4.0 ist als „Developer Pre-Release“ im Juni 2004 an alle bisherigen Käufer ausgeliefert worden.
Mitte 2003 sind die Rechte am Amiga-Betriebssystem durch die Firma KMOS gekauft worden, im Juli 2004 wurde auch Amiga, Inc. von KMOS übernommen.
Heutige Benutzung
Der Amiga wird heutzutage weder hergestellt noch kommerziell vertrieben, ist aber bei Sammlern sehr beliebt, die ihn auch meist noch nutzen. Bemerkenswert ist, dass der Amiga heutzutage immer noch bei der NASA für wissenschaftliche Berechnungen eingesetzt wird.
Alternative Betriebssysteme
Die Beliebtheit des Amiga-Betriebssystems zeigt sich auch an mehreren Alternativprojekten:
- AROS (zu AmigaOS 3.1 Quellcode-kompatibles Open-Source-Betriebssystem u.a. für x86-Hardware)
- AMIX (siehe Amiga 2500/UX)
- Linux68k (für ältere Amigas mit Motorola 680x0-Prozessor)
- LinuxPPC (für modernere Amigas mit PowerPC-Prozessor)
- MorphOS: Die Firmen Genesi und bplan haben die Pegasos-Mainboards auf den Markt gebracht, für die das Betriebssystem MorphOS geliefert wird. MorphOS ist ein Amiga-ähnliches PowerPC-Betriebssystem auf Microkernel-Basis. Es stellt neben MorphOS-spezifischen neuen Funktionen den größten Teil der AmigaOS3-API bereit und ist dadurch weitgehend sourcecode-kompatibel und – soweit es die neue Hardware zulässt – binär-kompatibel zu AmigaOS 3 und AmigaOS-3-Anwendungen (zu AmigaOS-4-PPC-Anwendungen besteht eine eingeschränkte Binärkompatibilität über die alten AmigaOS-PPC-Kernel-Erweiterungen wie PowerUP und die os4emu-API-Emulation). MorphOS war ursprünglich als Nachfolger von AmigaOS 3 geplant, da eine offizielle Weiterentwicklung eine Zeit lang nicht sicher schien. Die Verhandlungen mit Amiga Inc. über die Verwendung von MorphOS als neues PPC-AmigaOS scheiterten jedoch und Amiga Inc. entschied sich, AmigaOS 3 von Hyperion Entertainment auf die PowerPC-Plattform portieren zu lassen.
Siehe auch:
- AmigaOS
- Amiga-Diskette
- Aminet Amiga-Freeware-Sammlung
- Multimedia
- WikiProjekt Commodore
Alternative Hardware
- Pegasos: Die Firma Genesi hat die Pegasos-Hardwareplattform auf den Markt gebracht, für die das Betriebssystem MorphOS geliefert wird.
Emulatoren
- UAE
- Fellow
Weblinks
- [http://www.lemonamiga.com Lemon Amiga] – Umfangreiches Spielearchiv mit Fotos, Infos, Cheats und alten Werbeanzeigen & Forum
- [http://www.amiga.com Amiga, Inc] – Offizielle Amiga Homepage
- [http://os.amigaworld.de Amiga OS] – Inoffizielle Amiga OS Homepage
- [http://www.heise.de/newsticker/meldung/61992 heise.de: Amiga. Ein rotkarierter runder Geburtstag] (20 Jahre Amiga)
- [http://www.wiwo.de/pswiwo/fn/ww2/sfn/buildww/id/133/id/121394/ wiwo.de] – Wie der Amiga Commodore in die Pleite trieb
- [http://amp.dascene.net Amiga Music Preservation] Amiga Audio/Module/Protracker/Mods/Modules muzik scene
- [http://www.amiga-news.de Amiga-News] – Nachrichtenseite rund um den Amiga
- [http://www.amigafuture.de Amiga Future] – Eines der letzten PrintMagazine für den Amiga
- [http://de.aminet.net Aminet] – Amiga-Software-Sammlung
- [http://ada.planet-d.net Amiga Demoscene Archive] – Die besten Amiga-Demos
- [http://www.amiga-hardware.com www.amiga-hardware.com] – Kompendium Amiga-kompatibler Hardware
- [http://amiga.resource.cx/indexde.html Amiga Hardware World] – Alles über Amiga-Hardware
- [http://www.sasg.com/mui/ MUI]
- [http://www.pegasosppc.com PegasosPPC] – Offizielle Pegasos Homepage
- [http://www.morphosppc.com MorphOS] – Offizielle MorphOS Homepage
- [http://www.pegasosforum.de Pegasos Forum] – Deutsche Pegasos Community
- [http://www.morphos-news.de MorphOS-News] – Nachrichtenseite rund um MorphOS
- [http://www.8bit-museum.de Das 8-Bit Museum] – Ein umfangreiches Online Museum mit vielen Extras
- [http://www.vesalia.de/ Vesalia Computer] – Vertrieb von Amiga-Hard- und Software
Kategorie:Amiga
ja:Amiga
Commodore InternationalCommodore International war ein Unternehmen, das in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren den Markt für Heimcomputer beherrschte.
Das Unternehmen ging am 29. April 1994 offiziell in Insolvenz. Der Markenname Commodore besteht noch heute, Die Markenrechte sind nach einigen Wirren am 31. Dezember 2004 bei der Firma Yeahronimo Media Ventures gelandet. Angeblich soll Tulip, der alte Rechteinhaber, auch noch Telefone u.ä. unter dem Namen Commodore verkaufen.
Geschichte
Das Unternehmen wurde 1954 von Jack Tramiel in Toronto gegründet und stellte zunächst Schreibmaschinen her. Als in den späten 1950er Jahren eine Welle von billigeren japanischen Schreibmaschinen auf den Markt kam, stieg Tramiel mit seinem Unternehmen auf Addiermaschinen um, um nicht unterzugehen.
1962 wandelte sich das Unternehmen unter dem Namen Commodore Business Machines in eine Körperschaft um. Einige Jahre später drohte sich allerdings die Geschichte aus den 1950ern zu wiederholen, als japanische Unternehmen begannen, selbst Addiermaschinen herzustellen. Der Hauptinvestor des Unternehmens, Irving Gould, schlug Tramiel vor, nach Japan zu reisen, um die Wettbewerbsfähigkeit der japanischen Unternehmen zu prüfen. Dieser kehrte jedoch mit einer neuen Idee zurück: Der Herstellung von Taschenrechnern.
Commodore war zur Herstellung der Taschenrechner auf Texas Instruments angewiesen, die die Bauteile lieferten. Diese entschlossen sich aber 1975, den Markt für Taschenrechner direkt zu betreten und konnten aufgrund der Eigenproduktion der Bauteile das Endprodukt günstiger verkaufen als Commodore die Bauteile einkaufen konnte.
Um an einen günstigeren Lieferanten der Bauteile zu kommen, kaufte Commodore den Chiphersteller MOS Technologies auf. Dadurch kam einer der wichtigsten Ingenieure von MOS, Chuck Peddle, zu Commodore und wurde Chef der Entwicklung. Peddle schaffte es, Tramiel davon zu überzeugen, sich dem Markt der Heimcomputer zuzuwenden und designte den Commodore PET 2001 - Commodores ersten Computer. Dieser war der erste Computer, der in Deutschland durch ein Großversandhaus angeboten wurde.
Die Homecomputer VC20 und C64
PET 2001
Der PET konnte sich hauptsächlich an US-Schulen durchsetzen, im Heimcomputermarkt versagte er jedoch aufgrund seiner Unterlegenheit gegenüber der Konkurrenz in den Bereichen Grafik und Sound. Um diesen Mangel zu beheben, wurde der VC20 entwickelt, der mit seinem günstigen Preis auch im Heimcomputermarkt Marktanteile erringen konnte. Der ursprüngliche Name des Computers war "VIC" (nach dem verwendeten Grafikchip), da die deutsche Aussprache jedoch zu sehr an "fick" erinnerte, wurde der Name geändert. Commodore Deutschland erfand für den VC20 nachträglich den Namen "Volks-Computer".
Um sich auch das obere Marktsegment zu erschließen, wurde 1982 der C64 vorgestellt, der, obwohl zunächst teuer, rundum durch seine Grafik- und Musikfähigkeiten überzeugte. Um den Markt der Heimcomputer entbrannte nun ein großer Preiskampf, in den außer Commodore auch die Unternehmen Texas Instruments, Atari, sowie eine Reihe japanischer Hersteller mit ihren MSX Systemen involviert waren - somit praktisch alle Hersteller des Heimcomputer- und PC-Markts mit Ausnahme von Apple und IBM. Im Laufe der Jahre konnte Commodore über 22 Millionen Einheiten des C64 absetzen und schaffte es so, den Heimcomputermarkt komplett unter seine Kontrolle zu bringen und die Konkurrenten aus dem Markt zu drängen.
Dieser Preiskampf ging auch an Commodore nicht spurlos vorbei - die Finanzreserven drohten sich zu erschöpfen und der Aufsichtsrat wollte aus dem zu hart umkämpften Marktsegment aussteigen. Als Konsequenz entbrannte innerhalb der Firma ein Machtkampf, der erst endete, als Jack Tramiel 1984 die von ihm gegründete Firma verließ und anschließend den ehemaligen Konkurrenten Atari aufkaufte.
Der Amiga
Commodore benötigte dringend ein neues Produkt. Die C64 Nachfolgeprojekte wie der Plus/4 oder der C128 erwiesen sich nicht als so erfolgreich wie erwünscht, einige andere Projekte und Studien wie der C65 erblickten niemals offiziell das Licht der Öffentlichkeit. Auch Rechner die unter dem C64 angesiedelt waren, wie der C16 oder der C116 verkauften sich nicht, da der Trend zu leistungsfähigeren Rechnern statt zu kleineren und preiswerteren führte. Commodore kaufte daher eine Neuentwicklung einer Reihe ehemaliger Atari-Angestellter auf - den Amiga-Computer - und brachte ihn ihm Frühjahr 1986 zu einem Preis von etwa 1.500 US Dollar auf den Markt. Es handelte sich hier um den Amiga 1000, der eher als Bürocomputer gedacht war.
Tramiels Atari war allerdings schneller und konnte bereits 1985 den ungefähr vergleichbaren Atari ST für etwa 800 US Dollar auf den Markt werfen. Wieder entbrannte ein erbitterter Kampf zwischen Atari und Commodore um die Vorherrschaft am Markt, der schließlich 1987 durch die Veröffentlichung des Amiga 500 durch Commodore vorentschieden wurde.
Den Unternehmensmarkt teilten sich inzwischen Apple und IBM. Commodore fand sich trotz seiner technologischen Überlegenheit plötzlich isoliert. Zwar hatte man zu jeder Zeit professionelle Rechner im Sortiment, doch ließen sich diese nur schwer bei der Zielgruppe "Business-Anwender" vermarkten: So bot Commodore die "große" Reihe des ursprünglichen Amiga 1000 über den aufgrund seiner Erweiterbarkeit in Filmstudios erfolgreichen A2000, den fortschrittlichen A3000, dessen Grafikfähigkeit jedoch nur gering erweitert wurde, bis hin zum A4000, der jedoch sehr spät erschien an, ohne dass diese breite Verbreitung in Büros fanden. Zu sehr haftete dem Produkt das Prädikat "Spielerechner" an.
Das Marketing von Commodore zu dieser Zeit gilt allgemein als schlecht, und Commodore stürzte sich immer wieder scheinbar konzeptlos in Abenteuer, wie eine eigene IBM-kompatible Baureihe (in der die Gewinne des Amigas angeblich aufgebraucht wurden) oder die Veröffentlichung von Technologien, für die es auf Jahre hinaus noch keinen Bedarf geben würde, so z. B. das 32-bittige, CD-ROM-basierte Home Entertainment-System CDTV auf Basis des Amiga 500 und in lockerer Anlehnung an Philips' CD-I, während man gleichzeitig die beiden großen bestehenden Linien, den C64 und den Amiga, nicht konsequent genug weiterentwickelte, um mit der rapide zunehmenden Entwicklungsgeschwindigkeit der IBM-kompatiblen PCs ab den 1990ern mitzuhalten.
Als sich das Ende abzuzeichnen begann, wurden Pläne entwickelt, sich komplett auf den durch die bessere Organisation der Tochterunternehmen erfolgreicheren europäischen Markt zu konzentrieren und den US-Markt zu verlassen, um Betriebskosten zu sparen. Diese Pläne wurden jedoch nie umgesetzt.
Das Ende
Im Frühjahr 1994 begannen die ersten Tochterunternehmen wie z. B. Commodore Australien ihren Betrieb einzustellen. Am 29. April 1994 beantragt die Commodore International Limited, das mittlerweile auf den Bahamas angesiedelte Mutterunternehmen, offiziell die Liquidation.
Dazu gibt es ein Video namens The Deathbed Vigil and other Tales of Digital Angst, das die letzten Tage von Commodore aus Sicht des Hardware-Entwicklers Dave Haynie zeigt. In diesem Video wird unter anderem ein AAA-Prototyp gezeigt, der aufgrund des Konkurses niemals fertiggestelt wurde und der Commodore vielleicht hätte retten können, wenn die Entwicklung nicht bereits 1993 eingestellt worden wäre.
Zuletzt überlebten nur noch Commodore Deutschland und Commodore UK, beides profitable Unternehmen. Der deutsche Ableger wurde schließlich durch die Muttergesellschaft mit in den Untergang gerissen, während das britische Unternehmen in letzter Minute versuchte, durch einen Aufkauf der Muttergesellschaft und damit der Rechte am Amiga das Ende zu verhindern. Die finanziellen Reserven von Commodore UK reichten dafür allerdings nicht aus - sie wurden durch den zeitweise zweiterfolgreichsten deutschen PC Hersteller ESCOM überboten, der Commodore schließlich für 14 Millionen US Dollar aufkaufte.
Bei ESCOM trennte man die beiden Marken Commodore und Amiga und lagerte das Amigageschäft in das neue Unternehmen Amiga Technologies aus, während man die in Deutschland sehr respektierte Commodore-Marke verwendete, um PCs und PC-Zubehör zu verkaufen.
ESCOM, die zunächst hauptsächlich an der Marke Commodore interessiert war, versprach, die Amiga-Plattform weiterzuführen und neue Produkte zu veröffentlichen, hatte aber letztendlich nicht die nötigen finanziellen Reserven, um dies auch durchzuführen. 1996 kam so auch das Ende für ESCOM. Technologie und Name des Amiga-Computers begannen eine lange Reise durch die Hände verschiedenster Besitzer, um schließlich bei der heutigen Amiga, Inc. zu landen - die das Versprechen an die mittlerweile klein gewordene Anhängerschaft, einen neuen Amiga zu veröffentlichen, nach wie vor aufrecht erhält.
Dieses Versprechen wurde 2004 einerseits durch Amiga selbst in Form des PowerPC-basierten AOne eingelöst, andererseits hat die Firma Genesi mit dem Pegasos ein gleichartiges (ebenfalls PowerPC-basiertes) System auf den Markt gebracht. Beide verfügen jeweils über ein eigenes Betriebssystem (AmigaOS4 bzw. MorphOS) und können auch mit LinuxPPC umgehen.
Zwischenzeitlich hat die heutige Amiga, Inc. erneut den Eigentümer gewechselt: der neue Eigentümer ist KMOS. Die Marke Commodore ist Ende Dezember 2004 in den Besitz der Firma Yeahronimo Media Ventures [http://news.com.com/Commodore+brand+sold+to+music+distributor/2110-1003_3-5507789.html?part=rss&tag=5507789&subj=news.1003.20 übergegangen].
The Deathbed Vigil
"The Deathbed Vigil and other Tales of Digital Angst" ist der Titel eines Videos, das von Dave Haynie während der letzten Tage vor der Pleite von Commodore International 1994 in der Konzernzentrale in Westchester (Pennsylvania) aufgenommen wurde. Es zeigt neben den leeren Lager- und Fabrikhallen auch die Büros und Werkstätten, in denen der legendäre Amiga-Computer hergestellt wurde. Außerdem sind einige der Hard- und Software-Entwickler zu sehen, wie sie ihre Büros räumen oder sich gegenseitig mit Galgenhumor unterhalten.
Danach sieht man die letzte "Layoff Party", mit der die verbliebenen Commodore-Mitarbeiter am Tag der Konkurs-Anmeldung ihren eigenen Rauswurf feiern.
Zwischen den Szenen beschreibt Dave Haynie die Ereignisse und Fehlentscheidungen, die seiner Meinung nach zum Zusammenbruch von Commodore führten.
The Deathbed Vigil ist in Deutschland nur bei Individual Computers ([http://www.ami.ga www.ami.ga]) auf DVD erhältlich.
Literatur
Brian Bagnall: On the Edge: the Spectacular Rise and Fall of Commodore, Variant Press, 2005, ISBN 0973864907
Siehe auch
- Commodore Produktübersicht
Weblinks
- http://cbmmuseum.kuto.de - Reichhaltig illustrierte Geschichte der Commodore Computer
- http://www.8bit-museum.de/docs/comm1.htm - dito
- http://www.amiga.com - Amiga, Inc. - was von Commodore übrigblieb
- http://amiga.emugaming.com/amigahistory.html - engl. Amiga History Guide - enthält trotz des Namens auch Informationen über die 8-Bit Reihe (C64 etc.)
- http://www.go64.de - eine monatlich erscheinende C64 Zeitschrift
- http://www.tulip.nl - der aktuelle Besitzer des Markennamens "Commodore"
- [http://www.wiwo.de/pswiwo/fn/ww2/sfn/buildww/id/133/id/121394/ wiwo.de] - Wie der Amiga Commodore in die Pleite trieb
- http://www.zimmers.net/anonftp/pub/cbm/ - Ex-Funet Archiv
- http://www.cbmhardware.de/index.php?Lang=D - Hardware-Basteleien
Kategorie:Hardwarehersteller
Kategorie:Softwarehersteller
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ja:コモドール
1990er
- 1990: Namibia wird unabhängig, erster Präsident ist Sam Nujoma (SWAPO)
- 1990: Wiedervereinigung Deutschlands
- 1991: 2. Golfkrieg: Der Irak überfällt Kuwait; alliierte Kräfte unter der Führung der USA befreien den Golfstaat
- 1991–1995: Zerfall Jugoslawiens. Der durch Unabhängigkeitserklärungen der Teilrepubliken Slowenien, Kroatien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina und der damit verbundenen Problematik der ethnischen Vielfalt in den neu gebildeten Nationalstaaten aufbrechende Balkankonflikt zieht eine Reihe von Bürgerkriegen nach sich
- 1991: Mit der Unabhängigkeitserklärung der baltischen Staaten wird der Zerfall der Sowjetunion eingeleitet. Die Auflösung des „Ostblocks“ setzt sich fort
- 1992–1995: UNOSOM-Einsätze in Somalia (UNOSOM I, UNOSOM II, Schlacht von Mogadischu am 3. Oktober 1993)
- 1993: Die Tschechoslowakei löst sich auf. Die Nachfolgestaaten Slowakei (Slowakische Republik) und Tschechien (Tschechische Republik) entstehen.
- 1993: Auf das World Trade Center wird von islamistischen Terroristen ein erster Terroranschlag verübt
- 1993: Eritrea wird als letztes afrikanisches Land unabhängig
- 1994: Krieg in Ruanda
- 1994: Nach dem Ende der Apartheid wird Nelson Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt
- 1995: Friedensabkommen von Oslo zwischen Israel und der PLO
- 1998: Regierungswechsel in Deutschland. Ende der 16 Jahre dauernden Ära Kohl. Neuer Bundeskanzler ist Gerhard Schröder
- 1999: Kosovo-Krieg. NATO fliegt Luftangriffe auf die Bundesrepublik Jugoslawien
- 1999: Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung Euro (€) als Buchgeld
Kulturgeschichte
- 1990 findet das größte Rockkonzert in Berlin seit Öffnung der Mauer statt: Pink Floyd – The Wall
- Generation X
- Das Internet wird populär
- Mobiltelefone finden weite Verbreitung
- Achtziger-Revival (ab 1998) in Deutschland, unter anderem ausgelöst durch das Comeback von Modern Talking
- bedeutende Musikrichtungen: Hip Hop, Techno, Grunge, Jungle, Drum'n'Bass, Eurodance
Persönlichkeiten (Auswahl)
ja:1990年代
ko:1990년대
simple:1990s
zh-min-nan:1990 nî-tāi
MultimediaDer Begriff Multimedia bezeichnet Inhalte und Werke, die aus mehreren der folgenden digitalen Medien bestehen: Text, Fotografie, Grafik, Animation, Audio, Video, Interaktion und Spielen.
Die Präsentation durch verschiedene Formate ist nichts Neues, Multimedia zeichnet sich aber insbesondere durch digitale Inhalte aus. Ausserdem spielt das Vorhandensein unterschiedlicher Interaktionsmöglichkeiten eine wichtige Rolle, z.B. aktive Navigation, Manipulation von Inhalten oder Steuerung von Wiedergabeparametern. Aufgrund des technologischen Fortschritts der Digitalisierung und der gesteigerten Leistungsfähigkeit von Computern erlebte Multimedia eine stürmische Entwicklung.
Die Kombination mehrerer Medien wird manchmal nur dann als Multimedia bezeichnet, wenn mindestens ein Medium zeitabhängig ist (zum Beispiel Video,
Audio oder Animation, vergleiche Steinmetz, 1999). Nach dieser Definition
würde ein Text mit Bildern nicht unter Multimedia fallen.
Es gibt keine eindeutige Definition für den Begriff Multimedia. Bei [http://www.prof-kneisel.de/index.html P. Kneisel] (zitiert nach Steinmetz 1999) findet man folgende Definition: "Ein Multimediasystem ist durch die rechnergestützte, integrierte Erzeugung, Manipulation, Darstellung, Speicherung und Kommunikation von unabhängigen Informationen gekennzeichnet, die in mindestens einem kontinuierlichen und einem diskreten Medium kodiert sind."
"Multimedia" wurde 1995 zum Wort des Jahres gekürt.
Pädagogische Aspekte
Wort des Jahres
Die verschiedenen Medien sollen dem Betrachter die Wissensaufnahme von Inhalten erleichtern, da der Benutzer die Informationen mit verschiedenen Sinnesorganen aufnimmt. Dem liegt die vordergründig einsichtige Annahme zugrunde, dass Informationen besser "gespeichert" werden, wenn sie über möglichst viele "Kanäle" vermittelt werden. In diesem Zusammenhang tauchen Grafiken auf, ähnlich der hier vorgestellten, die den kausalen Zusammenhang zwischen Lerneffekt (grüne Kurve) und Medienmenge illustrieren sollen. Der Psychologe Bernd Weidenmann bezeichnet diese Argumentation als naive Summentheorie, der jeder empirischer Beweis fehlt. Vermutlich gründet die Annahme in einer Fehlinterpretation einer Aussage des Begründers der Mediendidaktik, Comenius. Dieser forderte in seiner Schrift "E Scholasticis Labyrinthis Exitus in planum" unter anderem: "Also sollen auch die Schulen alles den eigenen Sinnen der Lernenden darbieten: damit sie alles selbst sehen, hören, riechen, schmecken, berühren, was gesehen usw. werden kann und muss".
Empirisch belegt ist, dass es Vorteile beim Lernen gibt, wenn Informationen auf verschiedenen Kanälen präsentiert werden, z.B. ein Bild + Audio-Beitrag. Dies wird damit begründet, dass ein Kanal nur eine begrenzte Kapazität besitzt. Bild + geschriebener Text würde also den visuellen Kanal überfordern, während Bild + Audio gleichzeitig wahrgenommen werden kann.
Der interaktive Aspekt von Multimedia ermöglicht dem Betrachter eine individuell zugeschnittene Wissensvermittlung sowie die erfahrungsorientierte Aufnahme von Inhalten. Diese Vorteile werden insbesondere durch Lernprogramme (E-Learning, Computer Based Training) erschlossen.
Technologische Aspekte
Inhalte von Multimedia benötigen erhebliche Rechen- und Speicherkapazitäten. Dies führte bis ungefähr 1990 zu sehr eingeschränkten Inhalten. Durch die gesteigerte Leistungsfähigkeit von Heimcomputern sind diese Einschränkungen heute weitgehend eliminiert worden, wobei schnellere Prozessoren, die allgemeine Verfügbarkeit von mindestens High Color-fähigen Grafikkarten, von Soundkarten, grafischen Benutzeroberflächen und die Einführung der CD-ROM, also vor allem Entwicklungen der ersten Hälfte der neunziger Jahre, den Durchbruch im Masseneinsatz brachten und Multimedia zum vielzitierten Schlagwort dieser Zeit machten. Die folgende Zeit brachte dann eher graduelle Verbesserungen.
Im Internet sind Beschränkungen aufgrund geringer Bandbreiten und fehlender QoS-Funktionalität in den verbreiteten Netzwerkprotokollen noch erheblich, wobei der zunehmende Einsatz von Breitbandanschlüssen wie DSL diese Probleme in absehbarer Zeit lindern wird. Im Bereich der Dateiformate sind in den letzten Jahren durch neue Kompressionsverfahren von Bild (gif/jpg), Ton (mp3) und Video (mpeg/avi) oder spezialisierte Softwarepakete wie Macromedia Director (Autoren-Software) erhebliche Qualitätsverbesserungen erreicht worden. Für interaktive Bearbeitung von Video- und Audiodaten wurden sogar eigene Programmiersprachen wie zum Beispiel Pure data entwickelt. Mit neueren Tools, wie beispielsweise Macromedia Flash, wurden auch Web-Inhalte möglich.
Parallel zu den Entwicklungen im Computermarkt wurden auch in der Unterhaltungselektronik innovative Geräte zur Marktreife gebracht, die den Ansprüchen von Multimedia entsprechen (DVD-Player und Spielkonsolen).
Ein leidiger Aspekt sind die Standardisierungsbemühungen der Abspiel-Software, der Trägermedien (zum Beispiel DVD) und Kompressionsverfahren. Die beteiligten Firmen versuchen mit Durchsetzung ihrer eigenen Standards Marktvorteile zu gewinnen, was meistens auf Kosten des Benutzers geht (zum Beispiel sind nicht alle CD- und DVD-Formate in jedem beliebigen Abspielgerät lesbar.)
Multimedia treffen wir heute in fast allen Lebensbereichen an: Angefangen bei Unterhaltung, Schulung, Wissenschaft und Forschung bis hin zur Benutzer-Unterstützung an modernen Geldautomaten. Als ein Beispiel kann das E-Detailing genannt werden, eine Multimediaanwendung für Ärzte, die der Wissensvermittlung dient und zugleich ein Marketinginstrument für die Pharmaindustrie darstellt.
Multimedia hat sich auch zu einer eigenständigen, besonders aufwändigen Kunstform innerhalb der Digitalen Kunst entwickelt. Die künstlerischen Werke hatten einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die kommerzielle Entwicklung von Multimedia-Inhalten. Das Projekt Xplora1 vom Sänger Peter Gabriel war ein Multimedia-Referenzwerk aus dem Jahre 1993. Weitere Pionierrollen nahmen die amerikanische Künstlerin Laurie Anderson oder die Schweizerin Pipilotti Rist ein.
Siehe auch: Digitale Kunst, Medieninformatik, Neue Medien, Mediendesign
Literatur
- Joachim Hasebrook: Multimedia - Psychologie. Eine neue Perspektive menschlicher Kommunikation. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1995.
- Ralf Steinmetz: Multimedia Technologie - Grundlagen, Komponenten und Systeme, Springer-Verlag, 2005, ISBN 3540620605
- Bernd Weidenmann: Wissenserwerb mit Bildern. Huber, Bern 1994.
Weblinks
- [http://www.digitalsite.info/ Virtueller Ort für Informationen rund um die Digitale Welt]
- [http://141.39.193.157/index.php/ Studiengang rund um Multimedia]
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Kategorie:Computerkunst
Kategorie:Wort des Jahres
Kategorie:1995
ja:マルチメディア
BetriebssystemEin Betriebssystem ist die Software, die die Verwendung (den Betrieb) eines Computers ermöglicht. Es verwaltet Betriebsmittel wie Speicher, Ein- und Ausgabegeräte und steuert die Ausführung von Programmen.
Betriebssystem heißt auf Englisch operating system (OS). Dieser englische Ausdruck kennzeichnet den Sinn und Zweck: Die in den Anfängen der Computer stark mit schematischen und fehlerträchtigen Arbeiten beschäftigten Operatoren schrieben Programme, um sich die Arbeit zu erleichtern; diese wurden nach und nach zum operating system zusammengefasst.
Betriebssysteme bestehen in der Regel aus einem Kern (englisch: Kernel), der die Hardware des Computers verwaltet, sowie grundlegenden Systemprogrammen, die dem Start des Betriebssystems und dessen Konfiguration dienen.
Unterschieden werden Einbenutzer- und Mehrbenutzersysteme, Einzelprogramm- und Mehrprogrammsysteme, Stapelverarbeitungs- und Dialogsysteme.
Betriebssysteme finden sich in fast allen Computern: als Echtzeitbetriebssysteme auf Prozessrechnern, auf normalen PCs und als Mehrprozessorsysteme auf Servern und Großrechnern.
Betriebssystemarten
Im PC-Bereich sind derzeit die meistgenutzten Betriebssysteme die verschiedenen Varianten von Microsoft Windows, Apple Mac OS X, Linux (GNU-Lizenz), OS/2 bzw. eComstation sowie BSD-Unix. Für spezielle Anwendungen (Beispiel: industrielle Steuerung) werden auch experimentelle Betriebssysteme für Forschungs- und Lehrzwecke eingesetzt.
Neben den klassischen Varianten gibt es noch spezielle Betriebssysteme für verteilte Systeme, bei denen zwischen dem logischen System und den physikalischen System(en) unterschieden wird. Der logische Rechner besteht aus mehreren physikalischen Rechnereinheiten. Viele Großrechner, Numbercruncher und die legendären Systeme aus dem Hause Cray arbeiten nach diesem Prinzip. Eine der bekanntesten Betriebssysteme im Bereich verteilte Systeme ist Amoeba.
Siehe auch: Liste der Betriebssysteme
Die Aufgaben des Betriebssystems lassen sich mit den folgenden Stichworten zusammenfassen:
- Benutzerführung
- Laden und Unterbrechung von Programmen
- Verwaltung der Prozessorzeit
- Verwaltung des Speicherplatzes für Anwendungen
- Verwaltung der angeschlossenen Geräte
- Bereitstellung von Dienstprogrammen (im Unterschied zu Anwendungsprogrammen)
Programme, Speicher- und Geräteverwaltung
Zu den Aufgaben eines Betriebssystems gehören meist:
- Speicherverwaltung
- Zuweisung und Überwachung des Betriebsmittels Speicher (Haupt- und Hintergrundspeicher).
- Führung von Tabellen der Speicherbelegung durch Benutzerjobs bzw. Prozesse (laufende Programme).
- Bedienung von Anforderungen und Freigabe von Speicher.
- Programm-(Prozess)-Verwaltung
- Betreuung sämtlicher Prozesse (im Ablauf befindlicher Programme) im Rechnersystem.
- Erzeugung von neuen Prozessen auf Anforderung des Betriebssystems bzw. anderer existierender Prozesse,
- Entfernung von Prozessen aus dem System.
- Kommunikation und Synchronisation von Prozessen untereinander (Interprozesskommunikation)
- Geräte- und Dateiverwaltung
- Effiziente Zuweisung von Ein-/Ausgabegeräten und Vermittlungseinheiten (Datenkanäle, Steuereinheiten), Vermeidung von Konflikten
- Initiierung, Überwachung der Ausführung, Terminierung von Ein-/Ausgabevorgängen.
- Verwaltung des Dateisystems. Erzeugung eines Namensraums mit zugehörigen Speicherobjekten und gegebenenfalls weiteren Objekten.
- Abstraktion
- Verbergen der Komplexität der Maschine vor dem Anwender
- Abstraktion des Maschinenbegriffes (nach Coy):
- Reale Maschine = Zentraleinheit + Geräte (Hardware)
- Abstrakte Maschine = Reale Maschine + Betriebssystem
- Benutzermaschine = Abstrakte Maschine + Anwendungsprogramm
Als Gerät aus der Sicht eines Betriebssystems bezeichnet man aus historischen Gründen alles, was über Ein-/Ausgabekanäle angesprochen wird. Dies sind nicht nur Geräte im herkömmlichen Sinn, sondern mittlerweile auch interne Erweiterungen wie Grafikkarten, Netzwerkkarten und anderes. Die (Unter-)Programme zur Initialisierung und Ansteuerung dieser "Geräte" bezeichnet man zusammenfassend als Gerätetreiber.
Dienstprogramme und Anwendungsprogramme
Die meisten Betriebssysteme enthalten Dienstprogramme, auch Utilities oder Werkzeuge (Tools) genannt. Sie ermöglichen dem Benutzer bzw. Systemverwalter die Bearbeitung allgemeiner sowie systemnaher Aufgaben. Dazu gehören unter anderem Editoren, Kopierprogramme, Benutzerverwaltungsprogramme, Systemüberwachungsprogramme und Werkzeuge zur Datensicherung.
Anwendungsprogramme zählen in der Regel nicht zum eigentlichen Betriebssystem. Sie stammen entweder vom Hersteller des Systems oder von anderen Anbietern. Anwendungsprogramme können auch mit dem Betriebssystem ausgeliefert werden (Beispiele: Viele Programme in Linux-Distributionen oder der Internet-Explorer als Teil von Microsoft Windows).
Betriebsmittelverwaltung und Abstraktion
Als Betriebsmittel oder Ressourcen bezeichnet man alle von der Hardware eines Computers zur Verfügung gestellten Komponenten, also den Prozessor (bei Mehrprozessorsystemen natürlich die Prozessoren), den physikalischen Speicher und alle Geräte wie Festplatten-, Disketten- und CD-ROM-Laufwerke, Netzwerk- und Schnittstellenadapter und andere. Die Hardware Compatibility List enthält alle Hardware-Produkte die im Zusammenhang mit einem bestimmten Betriebssystem auf ihre Funktionalität hin getestet wurden.
Einführendes Beispiel: Zeitgeberbausteine
Moderne Rechnersysteme besitzen Zeitgeberbausteine (Timer). In frühen PCs wurde z.B. der Baustein 8284 der Firma Intel eingesetzt. Dieser Baustein muss zunächst initialisiert werden. Er kann dann nach Ablauf einer Zeitspanne oder periodisch den Prozessor unterbrechen und ihn zur Abarbeitung einer eigenen Routine veranlassen. Neben der Initialisierung ist eine Unterbrechungsroutine zu erstellen, deren Aufruf in einer dafür geeigneten Sprache (meist Assembler) programmiert werden muss. Da Unterbrechungen asynchron auftreten, sind komplexe Verhältnisse hinsichtlich der Datenstrukturen zu berücksichtigen. Genaue Kenntnisse des Bausteins (Datenblatt), der Computerhardware (Unterbrechungsbehandlung) und des Prozessors sind erforderlich. Die einzelnen Komponenten, die an diesem Prozess beteiligt sind, fasst man unter dem Begriff Rechnerarchitektur zusammen.
Virtuelle Prozessoren
Ein modernes Mehrprogrammbetriebssystem verwendet einen solchen Zeitgeberbaustein um den normalerweise einzigen Prozessor periodisch (normalerweise im Millisekundenbereich) zu unterbrechen und eventuell mit einem anderen Programm fortzufahren (so genanntes präemptives Multitasking). Die Initialisierung und die Unterbrechungsroutine werden dabei vom Betriebssystem implementiert. Auch wenn nur ein einzelner Prozessor zur Verfügung steht, können mehrere Programme ausgeführt werden, jedes Programm erhält einen Teil der Prozessorzeit (Scheduling). Jedes Programm verhält sich, bis auf die verlangsamte Ausführungszeit, so als hätte es einen eigenen virtuellen Prozessor.
Virtuelle Zeitgeber
Über einen Systemruf, z. B. alarm, wird jedem Programm darüber hinaus ein eigener virtueller Zeitgeber zur Verfügung gestellt. Das Betriebssystem zählt die Unterbrechungen des Original-Zeitgebers und informiert Programme, die den alarm-Systemruf verwendeten. Die einzelnen Zeitpunkte werden über eine Warteschlange verwaltet.
Abstraktion
Die Hardware des Zeitgebers ist damit vor den Programmen verborgen. Ein System mit Speicherschutz erlaubt den Zugriff auf den Zeitgeberbaustein nur über den Kernel und nur über exakt definierte Schnittstellen (meist Systemrufe genannt, die über spezielle Prozessorbefehle wie TRAP, BRK, INT realisiert werden). Kein Programm kann somit das System gefährden, die Verwendung des virtuellen Zeitgebers ist einfach und portabel. Der Anwender oder Programmierer braucht sich nicht um die (komplexen) Details zu kümmern.
Virtualisierung weiterer Betriebsmittel
So wie Prozessoren und Zeitgeber virtualisiert werden, ist dies auch für alle anderen Betriebsmittel möglich. Dabei werden einige Abstraktionen teilweise nur als Software implementiert, andere erfordern spezielle Hardware.
Dateisysteme
Über Dateisysteme werden die Details der externen Speichersysteme (Festplatten-, Disketten- oder CD-ROM-Laufwerke) verborgen. Dateinamen und Verzeichnisse erlauben den bequemen Zugriff, die eigentlich vorhandene Blockstruktur und die Geräteunterschiede sind vollkommen unsichtbar.
Interner Speicher
Der interne Speicher (RAM) wird in Blöcke (Kacheln) aufgeteilt und den entsprechenden Programmen zur Verfügung gestellt. Über virtuellen Speicher wird bei vielen Systemen jedem Programm ein kontinuierlicher Bereich zur Verfügung gestellt. Dieser Speicher ist physikalisch nicht kontinuierlich, es können sogar unbenutzte Teile auf den externen Speicher ausgelagert sein. Der virtuelle Speicher eines Programms kann sogar größer als der reale Speicher sein.
Netzwerk
Die Details der Netzwerkzugriffe werden verborgen, indem auf die eigentliche Hardware (Netzwerkkarte) ein Protokollstapel aufgesetzt wird. Die Netzwerksoftware erlaubt beliebig viele virtuelle Kanäle. Auf der Ebene der Sockets (Programmierung) ist die Netzwerkkarte vollkommen unsichtbar, das Netzwerk hat viele neue Fähigkeiten (bidirektionale, zuverlässige Datenströme, Adressierung, Routing) bekommen.
Bildschirm
Als Grafische Benutzeroberfläche (GUI, grafisches Benutzerinterface) wird generell eine Bildschirmausgabe beschrieben, wenn sie über einen Prompt hinausgeht.
Mit den richtigen Grafikkarten und Bildschirmen ist die Darstellung von geometrischen Objekten (Linien, Kreisen, Ellipsen, aber auch Schriftattributen und Farben) auf dem Bildschirm möglich, aus denen sich komplexere geometrische Elemente wie Knöpfe, Menüs, etc. Benutzeroberflächen zum einfachen Steuern von Programmen erstellen lassen.
Die Grafikkarte als Hardware ist für den Programmierer und Anwender vollkommen verborgen.
Geschichte und Beispiele der Betriebsmittelverwaltung
Erste Betriebssysteme (bis 1980)
BenutzeroberflächeDie ersten Rechner besaßen keine Betriebssysteme. Dies lag einerseits in deren Bauweise (mechanische Rechenmaschinen wie Abacus, Rechenschieber usw.) oder an ihrem stark eingeschränkten Einsatzgebiet (Mark I, ENIAC, Colossus). Mit der Erfindung und dem Einsatz des Transistors (1947) und der Erfindung der Mikroprogrammierung 1955 durch Maurice Wilkes wurden in der Folge nicht mehr Einzelmaschinen, sondern ganze Modellreihen eingesetzt. Jeder Hersteller lieferte zu dieser Zeit sogar für verschiedene Modellreihen seiner Produkte verschiedene Betriebssysteme, so dass Programme nur auf einer bestimmten Modellreihe liefen und weder zwischen verschiedenen Computer noch über verschiedene Generationen portierbar waren.
Mit der Einführung der Modellreihe System/360 von IBM führte IBM 1964 das Betriebssystem OS/360 ein. Es war das erste Betriebssystem, das modellreihen-übergreifend eingesetzt wurde.
Ab 1963 wurde Multics in Zusammenarbeit von MIT, General Electric und den Bell Labs von AT&T entwickelt, das jedoch erst ab 1969 bis 2000 im Einsatz war. Multics wurde in PL/1 programmiert.
Inspiriert von den Arbeiten an Multics startete eine Gruppe um Ken Thompson und Dennis Ritchie an den Bell Laboratories von AT&T 1969 mit der Entwicklung von Unix. Unix wurde in den Jahren 1972–1974 bis auf wenige Teile in der höheren Programmiersprache C mit dem Ziel der Portabilität neu implementiert.
Zu dieser Zeit war auch das Betriebssystem CP/M weit verbreitet.
Der C64, ein Heimcomputer der 1980er Jahre
In den 1980er Jahren wurden Heimcomputer populär. Diese konnten neben nützlichen Aufgaben auch Spiele ausführen. Die Hardware bestand aus einem 8-Bit-Prozessor mit bis zu 64KB RAM, einer Tastatur und einem Monitor- bzw. HF-Ausgang. Einer der populärsten dieser Computer war der Commodore C64 mit dem Mikroprozessor 6510. Dieser Computer hatte ein 8KB-ROM-BIOS, das die Geräte Bildschirm, Tastatur, serielle IEC-Schnittstelle für Diskettenlaufwerke bzw. Drucker, Kassetteninterface initialisierte und über ein Kanalkonzept teilweise abstrahierte. Über ein 8KB-ROM-BASIC, das auf die Funktionen des BIOS aufsetzte, konnte das System bedient und programmiert werden. Das Betriebssystem dieses Computers kann auf der Ebene des BASIC-Interpreters als gute Hardwareabstraktion angesehen werden. Natürlich sind weder Kernel, Speicher- oder sonstiger Hardwareschutz vorhanden. Viele Programme, vor allem auch Spiele, setzten sich über das BIOS hinweg und griffen direkt auf entsprechende Hardware zu.
Abstraktionsschichten im Betriebssystem des Heimcomputers C64
Abstraktionsschichten im Betriebssystem des Heimcomputers C64
Die grafische Benutzeroberfläche (GUI) von Apple
Dominik Hagen, ein ehemaliger Mitarbeiter von Xerox, motivierte Steve Jobs, das Xerox Palo Alto Research Center (PARC) zu besuchen. Dort wurde Jobs vor allem der Prototyp eines Smalltalk-Entwicklungssystems gezeigt (Xerox entwickelte mit ALTO (1973) und Star (1981) erste Rechner mit grafischer Benutzeroberfläche). Apple bot Xerox an, die Technologie zu kaufen; da PARC aber vor allem ein Forschungszentrum war, bestand kein Interesse an Verkauf und Vermarktung. Nachdem Steve Jobs Xerox Aktienanteile von Apple anbot, wurde ihm erlaubt, einigen Apple-Entwicklern die Xerox-Demos zu zeigen. Danach war den Apple-Entwicklern auf jeden Fall klar, dass der grafischen Benutzeroberfläche die Zukunft gehörte, und Apple begann, eine eigene GUI zu entwickeln.
Viele Merkmale und Prinzipien jeder modernen grafischen Benutzeroberfläche für Computer, wie wir sie heute kennen, sind originale Apple-Entwicklungen (Pull-Down-Menüs, die Schreibtischmetapher, Drag&Drop, Doppelklicken). Die Behauptung, Apple habe seine GUI von Xerox "abgekupfert" ist ein ständiger Streitpunkt; es existieren jedoch gravierende Unterschiede zwischen einem Alto von Xerox und der Lisa/dem Macintosh).
Macintosh
Nach dem Ausscheiden von Steve Jobs aus dem Unternehmen setzte bei Apple die Phase der Pragmatiker ein. Nachfolger von Jobs wurde der von ihm eingestellte ehemalige Pepsi-Manager John Sculley, ihm folgte 1993 der Deutsche Michael Spindler. 1996 wurde Spindler von Gil Amelio abgelöst.
Der Mac OS Nachfolger
Mitte der 1990er Jahre steckte Apple in einer tiefen Krise; die Firma schien kurz vor dem Ruin. Ein dringliches Problem war dabei, dass Apples Betriebssystem als veraltet betrachtet wurde und Apple sich nach Alternativen umzusehen begann. Nach dem Scheitern des wichtigsten Projektes für ein modernes Betriebssystem mit dem Codenamen Copland sah sich Apple gezwungen, Ausschau nach einem für die eigenen Zwecke verwendungsfähigen Nachfolger für das eigene Betriebssystem zu halten. Zuerst wurde vermutet, dass Apple die Firma Be Incorporated, mit ihrem auch auf Macs lauffähigen Betriebssystem BeOS übernehmen würde. Die Übernahmeverhandlungen scheiterten jedoch im November 1996, da der frühere Apple-Manager und Chef von Be Jean-Louis Gassée, im Falle einer Übernahme 300 Millionen US-Dollar und einen Sitz im Vorstand verlangte. Da Amelio versprochen hatte bis zur MacWorld im Januar 1997 die zukünftige Strategie in Bezug auf Mac OS zu verkünden, musste schnell eine Alternative gefunden werden. Überraschend übernahm Apple dann noch im Dezember 1996 die Firma NeXT, des Apple-Gründers Steve Jobs, und deren Betriebssystem NeXTStep/OPENSTEP für 400 Millionen US-Dollar. Dieses sollte die Grundlage für die nachfolgende Generation des Apple-Betriebssystems werden. Das den neuen Erfordernissen angepasste und optisch aktualisierte NeXTStep wurde dann unter dem Namen Mac OS X ein großer Erfolg. Mit der Übernahme von NeXT zog bei Apple auch eine neue Firmenkultur ein. Steve Jobs, in den 1980ern von der von ihm mitgegründeten Firma vergrault, nun Chief Executive Officer (CEO) von NeXT, wurde 1997 wieder Firmenchef von Apple. Avie Tevanian, auch ein NeXT-Mitarbeiter, übernahm die Entwicklungsabteilung. Jobs beendete die Lizenzierung des Betriebssystems an andere Hersteller (z.B. Power Computing) und stellte die Produktion des Newton ein. Mit der Einführung des Einsteigerrechners iMac führte Apple eine neue Gestaltung dieser Rechner ein: Sie waren fortan transparent und farbenfroh. Jonathan Ive, der Gestalter des iMacs, wurde Chef der Gestaltungsabteilung bei Apple.
DOS, ein Diskettenbetriebssystem
Der Ursprung von DOS liegt in CP/M und wurde 1974 von Digital Research eingesetzt. Die Portierung auf den Motorola 68000, genannt CP/M-68k, selbst kein großer kommerzieller Erfolg, wurde zur Grundlage für TOS, das Betriebssystem des Atari ST.
MS-DOS Version 1.0 erschien 1981 als Nachbildung von CP/M und wurde für PCs eingesetzt. Es setzt auf das BIOS auf und stellt Dateisystemoperationen zur Verfügung.
Die ersten IBM-PCs waren ganz ähnlich wie der C64 aufgebaut. Auch sie verfügten über ein eingebautes BIOS zur Initialisierung und Abstraktion der Hardware. Sogar ein BASIC-Interpreter war vorhanden. Im Gegensatz zum BIOS wurde auf BASIC jedoch in den kompatiblen Rechnern anderer Firmen verzichtet.
Der PC konnte mit seinem Intel 8088-Prozessor (16-Bit-Register) bis zu 1 MB Speicher adressieren, die ersten Modelle waren jedoch nur mit 64KB ausgestattet. Diskettenlaufwerke lösten die alten Kassettenrekorder als Speichermedium ab.
Diese erlauben vielfaches Schreiben und Lesen einzeln adressierbarer 512-Byte-Blöcke. Die Benutzung wird durch ein Diskettenbetriebssystem (Disk Operating System, DOS) vereinfacht, das ein abstraktes Dateikonzept bereitstellt. Blöcke können zu beliebig großen Clustern (Zuordnungseinheit, kleinste für das Betriebssystem ansprechbare Einheit) zusammengefasst werden. Dateien (logische Informationseinheiten) belegen einen oder mehrere (verkettete) dieser Cluster. Eine Diskette kann viele Dateien enthalten, die über Namen erreichbar sind.
Auf den ersten PCs war kein Speicherschutz realisiert, die Programme konnten daher an DOS vorbei direkt auf BIOS und sogar auf die Hardware zugreifen. Erst spätere PCs wurden mit dem Intel 80286-Prozessor ausgestattet, der Speicherschutz ermöglichte. MS-DOS stellte auch keinen für alle Zwecke ausreichenden Abstraktionsgrad zur Verfügung. Es ließ sich nur ein Programm gleichzeitig starten, die Speicherverwaltung war eher rudimentär. Ein Teil der Hardware wurde nicht unterstützt und musste von Programmen direkt angesprochen werden, was dazu führte, dass beispielsweise für jedes Spiel die Soundkarte neu konfiguriert werden musste. Die Performance einiger Routinen, speziell zur Textausgabe, war verbesserungswürdig. Viele Programme setzten sich daher zwangsläufig über das Betriebssystem hinweg und schrieben z.B. direkt in den Bildschirmspeicher.
MS-DOS wurde mit einem Satz von Programmen (so genannten Werkzeugen) und einem Kommandointerpreter (COMMAND.COM) ausgeliefert.
Abstraktionsschichten eines PC unter DOS
Abstraktionsschichten eines PC unter DOS
Linux (GNU/Linux), ein modernes Mehrprogrammsystem
1991 begann Linus Torvalds in Helsinki/Finnland mit der Entwicklung von Linux, das er bald danach der Öffentlichkeit zur Verfügung stellte.
Es läuft als portables Betriebssystem auf verschiedenen Rechnerarchitekturen, wurde aber zunächst für PCs mit Intel 80386-Prozessor entwickelt. Das in diesen Rechnern verwendete BIOS dient nur noch zum Initialisieren der Hardware und zum Starten des Betriebssystem-Kernels, da die Routinen des BIOS für Mehrprogrammsysteme wie Linux ungeeignet sind. Dies kommt zustande, da insbesondere der Prozessor durch Warten belastet wird anstatt durch eine – in der Hardware durchaus vorhandene – geschickte Unterbrechungsverwaltung (interrupt handling) auf Ereignisse (events) zu reagieren. Linux verwendet daher nach dem Starten des Systems eigene Gerätetreiber.
Es verteilt die Prozessorzeit auf verschiedene Programme (Prozesse). Jeder dieser Prozesse erhält einen eigenen, geschützten Speicherbereich und kann nur über Systemaufrufe auf die Gerätetreiber und das Betriebssystem zugreifen.
Die Prozesse laufen im Benutzermodus (user mode), während der Kernel im Kernel-Modus (kernel mode) arbeitet. Die Privilegien im Benutzermodus sind sehr eingeschränkt. Abstraktion und Speicherschutz sind nahezu vollkommen, ein direkter Zugriff wird nur sehr selten und unter genau kontrollierten Bedingungen gestattet. Dies hat den Vorteil, dass kein Programm z.B. durch einen Fehler so das System zum Absturz bringen kann.
Linux stellt wie sein Vorbild Unix eine vollständige Abstraktion und Virtualisierung für nahezu alle Betriebsmittel bereit (z.B virtueller Speicher, Illusion eines eigenen Prozessors etc.).
Abstraktionsschichten unter Linux
Fast vollständige Abstraktion unter Linux
MS Windows
1983 begann die Firma Microsoft mit der Entwicklung eines grafikfähigen Betriebssystemaufsatzes für MS-DOS namens Windows – es handelte sich dabei jedoch nicht um ein Betriebssystem. Das MS-DOS und BIOS-Design der PCs erlaubten keine Weiterentwicklung in Richtung moderner Serverbetriebssysteme. Microsoft begann Anfang der 1990er ein solches Betriebssystem zu entwickeln, das zunächst als Weiterentwicklung von OS/2 geplant war (Microsoft war zwischen 1987-1991 an der Entwicklung beteiligt): Windows NT 3.1 (Juli 1993).
Für den Consumer-Markt brachte Microsoft am 15. August 1995 Windows 95 heraus, es basiert auf MS-DOS. Dieser "Consumer-Zweig" wurde mit der Veröffentlichung von Windows Millennium (August/September 2000) abgeschlossen.
Aufbau von Windows NT: Über die Hardware wurde eine Abstraktionsschicht, der Hardware Abstraction Layer (HAL) gelegt, auf den der Kernel aufsetzte. Verschiedene Gerätetreiber waren als Kernmodule ausgeführt und liefen wie der Kernel im privilegierten Kernel Mode. Sie stellten Möglichkeiten der E/A-Verwaltung, Dateisystem, Netzwerk, Sicherheitsmechanismen, virtuellen Speicher usw. zur Verfügung. Systemdienste (System Services) ergänzten das Konzept; wie ihre UNIX-Pendants, die daemons, waren sie in Form von Prozessen im User-Mode ausgeführt.
Abstraktionsschichten unter Windows NT
Abstraktionsschichten unter Windows NT (etwas vereinfacht)
Über so genannte Personalities wurden dann die Schnittstellen bestehender Systeme nachgebildet, zunächst für Microsofts eigenes, neues Win32-System, aber auch für OS/2 (ohne Grafik) und POSIX.1, also einer Norm, die eigentlich Unix-Systeme vereinheitlichen sollte. Personalities liefen wie Anwenderprogramme im unprivilegierten User-Mode. Das DOS-Subsystem war in Form von Prozessen implementiert, die jeweils einen kompletten PC mit MS-DOS als virtuelle Maschine darstellten; darauf konnte mit einer besonderen Version von Windows 3.1, dem Windows-on-Windows, auch Win16-Programme ausgeführt werden. Windows-on-Windows blendete dazu die Fenster der Win16-Programme in das Win32-Subsystem ein, das die Grafikausgabe verwaltete. Das System erlaubte daher die Ausführung von Programmen sowohl für MS-DOS wie für die älteren Windows-Betriebssysteme, allerdings unter vollkommener Kontrolle des Betriebssystems. Dies galt aber nur für die Implementierung für Intel 80386 Prozessoren und dessen Nachfolger.
Programme, die direkt auf die Hardware zugreifen, blieben aber außen vor. Insbesondere viele Spiele konnten daher nicht unter Windows NT ausgeführt werden, zumindest bis zur Vorstellung von WinG, das später in DirectX umgetauft wurde. Ohne die Möglichkeit eines direkten Zugriffs auf die Grafikhardware bzw. -treiber war die Programmierung von leistungsfähigen Actionspielen zunächst auf die älteren Windows-Versionen beschränkt.
Windows NT erschien in den Versionen 3.1, 3.5, 3.51 und 4.0. Windows 2000 stellte eine Weiterentwicklung von Windows NT dar. Auch Windows XP, Windows Server 2003 und Windows Vista bauen auf der Struktur von Windows NT auf.
Siehe auch
- Liste der Betriebssysteme
- Entwicklung der heutigen Betriebssysteme
- Echtzeit-System
- Single-user Single-tasking
Literatur
- Andrew S. Tanenbaum: Moderne Betriebssysteme, 2., überarb. Aufl., Pearson Studium 2004, ISBN 3827370191
Weblinks
- [http://www.kreissl.info/diggs/bs_inhalt.php Einführung in Betriebssysteme – Online-Tutorial]
- [http://www.oshistory.net/ Historischer Baum aller Nicht-UNIX-Betriebssystme]
- [http://www.levenez.com/unix/ Historischer Baum aller UNIX-Betriebssysteme]
- [http://www.levenez.com/windows/ Windows-Geschichte]
-
als:Betriebssystem
ja:オペレーティングシステム
ko:운영체제
ms:Sistem pengoperasian
simple:Operating system
th:ระบบปฏิบัติการ
zh-min-nan:Chok-gia̍p hē-thóng
CPU
Der Hauptprozessor, englisch Central Processing Unit [] oder kurz CPU [], im allgemeinen Sprachgebrauch oft auch nur als Prozessor, in einigen Kontexten auch als Zentraleinheit (ZE) bezeichnet, ist der Teil eines Computers, der alle anderen Bestandteile steuert. Das Verhalten der CPU wird dabei von einem Programm in Form von Maschinencode bestimmt. Zu den zentralen Aufgaben der CPU gehören arithmetische Operationen, das Lesen und Schreiben von Daten im Arbeitsspeicher, sowie das Ausführen von Sprüngen im Programm. Die moderne Form der CPU ist der Mikroprozessor, der alle Bausteine der CPU auf einem Mikrochip vereinigt.
Entwicklung
In den 1930er Jahren bestand das Rechenwerk eines Computers zunächst aus Relais und mechanischen Bauelementen. Die ersten Computer waren also elektromechanische Rechner, die langsam und äußerst störanfällig waren. Noch in den 40ern begann man damit, Computer mit Hilfe von Röhren zu bauen. Die Rechner wurden schneller und weniger störanfällig. Waren diese Rechner anfangs teure, aus Steuergeldern finanzierte Einzelprojekte, so reifte die Technik im Laufe der 50er Jahren immer mehr aus. Röhrenrechner wurden nach und nach zu Massenartikeln, die für Universitäten, Forschungseinrichtungen und Firmen durchaus erschwinglich waren. Um dieses Ziel zu erreichen, war es unabdingbar, die Anzahl der benötigten Röhren auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Aus diesem Grund setzte man Röhren nur dort ein, wo sie unabdingbar waren. So begann man damit, Hauptspeicher und CPU-Register auf einer Magnettrommel unterzubringen, Rechenoperationen seriell auszuführen und die Ablaufsteuerung mit Hilfe einer Diodenmatrix zu realisieren. Ein typischer Vertreter dieser Rechnergeneration war der [http://www.informatik.uni-stuttgart.de/ifi/cs/dev/lgp30/LGP-30.html LGP-30].
In den frühen 70ern wurden die Röhren dann von den Transistoren verdrängt. Anfangs wurden die CPUs aus einzelnen Transistoren aufgebaut. Im Laufe der Jahre brachte man aber immer mehr Transistorfunktionen auf ICs unter. Waren es zunächst nur einzelne Gatter, integrierte man immer häufiger auch ganze Register und Funktionseinheiten wie Addierer und Zähler, schließlich dann sogar Registerbänke und Rechenwerke auf einem Chip. Diese zunehmende Integration von immer mehr Transistor- und Gatterfunktionen auf einem Chip führte dann fast zwangsläufig zu dem, was heute als Mikroprozessor bekannt ist.
Als Erfinder des Mikroprozessors gilt die Firma Texas Instruments, die sich diese Idee auch patentieren ließ. Im Jahr 1971 stellte Intel mit dem 4004 die erste CPU auf einem Chip vor. Der Mikroprozessor war geboren. Mit nur 4 Bit breiten Registern und einer Taktfrequenz von knapp über 100 kHz, war der 4004 aber nicht gerade besonders leistungsfähig. Seine im Vergleich mit den klassischen CPUs äußerst kompakte Bauform verhalf dem Mikroprozessor aber schließlich trotzdem zum Durchbruch. Ursprünglich war der 4004 eine Auftragsentwicklung für den japanischen Tischrechnerhersteller Busicom. Intels Projektleiter Ted Hoff hatte die Idee, das Herz dieses Tischrechners in Form eines programmierbaren Bausteins zu realisieren. Dass dabei die erste universell einsetzbare Einchip-CPU der Welt herauskam, war eigentlich nicht beabsichtigt. Da Busicom damals in finanziellen Schwierigkeiten steckte, bot man Intel den Rückkauf des 4004-Designs an, woraufhin Intel mit der Vermarktung des 4004 begann. Der 4004 wurde zum ersten kommerziellen Mikroprozessor der Welt...
Variationen
Im Laufe von immer höheren Integrationsdichten der Halbleiterbausteine haben die Entwickler von CPUs weitere Funktionen in der Hardware realisiert. Dadurch wurden die CPUs immer leistungsfähiger, insbesondere bekamen die meisten CPUs weitere Befehle implementiert, um umfangreiche Berechnungen zu vereinfachen.
Integrationsdichten
Auf der anderen Seite haben ältere CPUs und Mikrocontroller häufig nur wenige Register und einen eingeschränkten Befehlssatz (die komplexesten Operationen sind zum Teil Addition und Subtraktion). Für einfache Anwendungen (z. B. Steuerung einer einfachen Maschine) reicht diese Komplexität jedoch aus, da sich alle anderen Funktionen allein durch die Addition und Subtraktion implementieren lassen (z. B. Multiplikation durch mehrmaliges Addieren).
Design und Fertigung aktueller CPUs
Mikrocontroller
Mikrocontroller
Mikrocontroller
Mikrocontroller
Mikrocontroller
Moderne CPUs bestehen üblicherweise aus mehreren, übereinander liegenden Schichten von dotiertem Silizium, welches Millionen von Transistoren bildet, deren Schaltvorgänge die Rechenleistung bereitstellen.
CPUs werden auf Grund ihrer unterschiedlichen Anwendungsbereiche an den jeweiligen Einsatzbereich angepasst.
Beispielsweise müssen Spezialversionen für Luft- und Raumfahrt besonders hohen Temperaturen und Strahlungsexposition im laufenden Betrieb fehlerfrei Stand halten, während Mobilprozessoren eine hohe IPC-Rate, geringe Leckströme und einen niedrigen Energieverbrauch aufweisen müssen.
Diesen Bedürfnissen wird auf verschiedene Arten und Weisen Rechnung getragen:
So wird bereits mit der Auswahl des Befehlssatzes (CISC oder RISC) eine fundamentale Entwurfsentscheidung getroffen, deren Implikationen in den jeweiligen Spezialartikeln näher erläutert werden.
Anschließend wird ein möglichst effizienter Mikrocode entwickelt, welcher optimal an Randbedingungen wie Cachegrößen, Speicherbandbreite und -latenzen sowie die internen Funktionseinheiten angepasst werden sollte.
Anschließend wird der logische Entwurf des Prozessors (er liegt in einer C-ähnlichen Programmiersprache vor) an einen Hochleistungscomputer übergeben, welcher die Leiterbahnen routet, d. h. eine optimale Anordnung mit möglichst wenig Transistoren sowie minimaler Verlustleistung zu ermitteln sucht (sog. Technology Binding oder Technology Mapping). Da diese Routingprobleme NP-vollständig sind, sind nur Näherungsberechnungen möglich, die sich im Detail noch erheblich verbessern lassen.
Aus diesen Bahnberechnungen werden sehr teure Masken erstellt, die unter Anwendung kurzwelligen UV-Lichts (heute 193 nm; bald: 157 nm; Zukunft EUV?) zur Belichtung von Wafern eingesetzt werden, die anschließend geätzt werden. Die Fertigung eines heutigen Mikroprozessors umfasst weit über 100 Einzelschritte, in deren Verlauf bereits ein Fehler den gesamten Prozessor unbrauchbar machen kann.
In der Endkontrolle werden die Prozessoren schließlich hinsichtlich ihrer Taktfestigkeit klassifiziert, wobei anhand eines für jeden Prozessortyp individuell entwickelten Testprogramms physikalische Eigenschaften wie Signalpegel bei verschiedenen Takten überprüft werden. Hierbei wird besonders auf laufzeitkritische Signalwege auf dem CPU-Die geachtet. Wenn ein Signal über einen bestimmten Signalweg nicht schnell genug läuft, um die logischen Anforderungen des CPU-Designs zu erfüllen, spricht man von einem Speed Path. Vereinfacht gesagt heißt das, dass das Signal bei weiterer Steigerung der Taktfrequenz nicht mehr rechtzeitig dort ankommen würde, wo es gebraucht wird. Solche Speed Paths begrenzen die Taktfrequenz aller komplexen Logikbausteine, wie auch eine CPU einer ist. Bleibt ein solcher Speed Path unentdeckt, kann das fatale Folgen haben: So zeigten verschiedene Revisionen des K6 aufgrund von Streuungen in der Fertigungsqualität einen durch einen übersehenen Speed Path verursachten Fehler in der MMX-Einheit, was die übertragenen Daten korrumpieren und beispielsweise beim Entpacken von JPEG-Bildern zu Datenmüll führen konnte [http://www.gordonfamily.com/AMD/ Details]. Auch die Firma Intel hatte schon ähnliche Probleme. So musste im Jahr 2001 der gerade erst vorgestellte Pentium III mit der Taktfrequenz von 1.13 GHz zurückgerufen werden, weil Intel einen Speed Path übersehen hatte.
Allgemein lässt sich feststellen, dass der Validierungsaufwand moderner Prozessoren gewaltige Ausmaße angenommen hat, und trotz aller Anstrengungen nicht alle Fehlersituationen vor der Auslieferung überprüft werden können. Der letzte in allen Funktionen (und Fehlern!) vollständig verifizierte x86-Prozessor war der 80286. Daher liefern alle Hersteller so genannte Errata-Listen, in denen Fehler aufgelistet werden. So musste beispielsweise Intel den berühmten FDIV-Bug in frühen Pentium-CPUs eingestehen, welcher auf eine kleine Auslassung beim Füllen einer im Prozessor hartverdrahteten Matrix für die FPU zurückzuführen ist.
Im Laufe der Zeit vergrößerte sich auf Grund der immer besser werdenden Technik die Anzahl der vom Prozessor unterstützten Befehle.
Heute finden sich überwiegend 32- und 64-Bit-Prozessoren, wobei die gängigsten Betriebssysteme für den Anwender maximal 64, meist aber nur 32 Bit unterstützen. Daran lässt sich schon erkennen, dass die Software im Falle der Prozessoren der Hardware hinterherhinkt.
Die 386er, die in den 80er Jahren entwickelt wurden, waren die ersten 32-Bit-Prozessoren der Intel 80x86-Familie.
Kühlung
80er Jahren
80er Jahren
Moderne CPUs werden - je nach Auslastung - während des Betriebs sehr heiß. Je nach Modell und Hersteller werden auf einer Fläche kleiner als ein Fingernagel Verlustleistungen von rund 100 Watt/cm² erreicht (Pentium 4-560). Zum Vergleich: Die 18cm-Kochplatte eines üblichen Elektroherds erreicht gerade einmal sieben bis zehn W/cm².
CPUs dürfen aber, wie alle Halbleiter, bestimmte Betriebstemperaturen nicht überschreiten, da das zunächst zu Fehlfunktionen („Abstürze“), in extremen Fällen zur Zerstörung des Chips führt. Übliche Grenztemperaturen für den Betrieb liegen zwischen 60 °C und 90 °C. Temperaturen über etwa 125 bis 135 °C führen zu irreversiblen Schäden. Prozessoren müssen also zwingend gekühlt werden, wobei ein gewisser Sicherheitsabstand zu den vom Hersteller angegebenen Höchstwerten erstrebenswert ist.
Der gängigste Weg, die Kühlung der CPU sicherzustellen, ist die Montage eines Kühlkörpers mit Lüfter. Der verrippte Kühlkörper aus Aluminium oder Kupfer (teilweise kombiniert) vergrößert die Fläche, die zur Wärmeabgabe beiträgt, um ein Vielfaches, der Lüfter soll für einen zügigen Abtransport der Verlustwärme sorgen. Die Bemessung der Kühlung erfolgt häufig nicht nach der theoretisch maximal möglichen Verlustleistung, sondern aus Kostengründen oft nach der Thermal Design Power (TDP), die deutlich niedriger liegt.
Zwischen Prozessor und Kühlkörper wird Wärmeleitpaste oder ein Wärmeleitpad eingesetzt. Durch Unebenheiten und Rauheit verbleiben zwischen Chip und Kühlkörper Lufteinschlüsse, die den Wärmetransport extrem behindern, die Pasten oder Pads verdrän | | |