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AmischeDie Amischen (engl. Amish ['a:mɪʃ]), sind eine Religionsgemeinschaft. Sie haben ihre Wurzeln in der Täuferbewegung des 16. Jahrhunderts. Im Jahre 1693 spalteten die Amischen sich von der Gruppe der Mennoniten ab. Heute leben sie in 26 Staaten der USA in 1.204 Siedlungen. Sie führen ein meist bäuerliches Leben und sind bekannt dafür, den technischen Fortschritt in den meisten Fällen strikt abzulehnen. Die Amischen legen großen Wert auf Familie, Gemeinschaft und Abgeschiedenheit von der Außenwelt. Sie stammen überwiegend von Deutschen und Deutschschweizern, wenige aber auch von Engländern, Walisern, Schotten oder Franzosen ab.
Fortschritt
Namensgebung
Der Name stammt von dem Schweizer Bischof Jakob Ammann, der 1693 die Trennung von den Mennoniten in der Schweiz und im Elsass bewirkte.
Seine Herkunft ist umstritten, man nimmt aber an, dass er ein Konvertit aus der Reformierten Kirche war und strengere Glaubensüberzeugungen als die Hineingeborenen verinnerlichte. Der Name des Gründers ist heute bei Amischen nicht vertreten, wenig ist zudem über sein Leben bekannt, so gibt es keine Grabstelle, die lokalisiert werden kann.
Jakob Amman stritt sich mit dem Mennonitenbischof Hans Reist über die Frage der Rettungsmöglichkeit derjenigen, die Mennoniten damals halfen (Treuherzige), ihnen aber nicht beitraten. Jakob verneinte ihre Hoffnung auf Errettung, nur ein Beitritt würde ihnen eine lebendige Hoffnung geben können.
Andererseits betont Jakob sehr strenge Kleidungsregeln und den Bart. In dieser Hinsicht kamen starke legalistische Elemente in die neu geformte Gruppe. Wiederum wollte Jakob Amman das 1632 formulierte Glaubensbekenntnis aus Dordrecht bei den Schweizer Mennoniten praktiziert sehen.
Wer mit Jakob Amman nicht übereinstimmte, den bannte er und forderte die Praktizierung der strengen Meidung. Später sah er seine rigide Verfahrensweise ein und bannte sich selbst als Strafe, zu jenem Zeitpunkt war aber die Spaltung zu fest gefahren, dass sie noch hätte rückgängig gemacht werden können.
Die Gruppe der Amischen wahrte eine strenge Disziplin innerhalb ihrer Gemeinschaft und sah sich auch deswegen zunehmend Feindseligkeiten und Verfolgungen ausgesetzt. Im Englischen bezeichnet man die Amischen als „Amish“, wobei das „A“ wie das deutsche A ausgesprochen wird. Selbst bezeichnen sie sich als „Altamische“ (Old Order Amish).
Pennsylvania und Amerika
Im 18. Jahrhundert wanderten sie in die USA nach Pennsylvania aus. Die ersten bedeutenden Gruppen erreichten Lancaster County zwischen 1720 bis 1730. Noch heute findet man in Lancaster County die größte Dichte an Amische (ca. 25.000). Weitere Amische ließen sich in Illinois, Indiana, Missouri, Nebraska, Ohio und auch in Kanada nieder.
Das Leben der Amischen
Als Old Order Amish bezeichnet man diejenigen, die mit größter Radikalität bestimmte technische Errungenschaften ablehnen, weil sie diese zum großen Teil mit dem „Englischen“, also mit der äußeren Welt, verbinden. Dabei hat die Entscheidung für oder gegen eine technische Errungenschaft mit bestimmter Auslegungsweise von Bibelversen zu tun „Stellet euch nicht dieser Welt gleich, ...“, auch mit starkem legalistischem Glaubensgehorsam und Gruppenerhaltungsfunktionen zu tun.
Amische fahren Pferdekutschen, erwachsene Männer tragen einen Vollbart, jedoch ohne einen Schnurrbart (da dieser Militärtradition ist). Andere, weniger strenge Gruppen, akzeptieren in einem geringen Maß durchaus moderne Techniken, solange deren Einsatz zuvor besprochen und erlaubt wurde. Ihre Kleidung ist zumeist sehr einfach gehalten, gilt aber als qualitativ hochwertig. Einigen Gruppen ist es durch eine spezielle Kleidungsvorschrift nicht gestattet, Knöpfe anzubringen. Sie müssen dann Nadeln verwenden. Kinder der Old Order Amish besuchen heutzutage zumeist keine öffentlichen Bildungseinrichtungen, sondern gesonderte private Schulen, wo sie von jungen unverheirateten Frauen unterrichtet werden. Die eigenen Schulen erlauben die Kontrolle der Unterrichtsinhalte, konditionieren und sozialisieren die Kinder auch stärker zum späteren Beitritt zu den eigenen Gruppen.
Nach ihrer Schulzeit arbeiten sie meistens auf der Farm ihrer Familie, bis sie heiraten. Doch ist es bei allen Amischen üblich, vertrauend auf die Schönheit der eigenen Lebensweise, dass Kinder im adoleszenten Alter für einige Zeit die Möglichkeit bekommen, in ein anderes Leben zu schauen.
Kanada
Diese Zeit, in der den Jugendlichen auch bewusst sexuelle Freiheit zugestanden wird (anders als bei vielen traditionellen Gemeinschaften), nennt sich rumspringe (vom Wort springen).
Die Freizügigkeit hinsichtlich sexueller Freiheit ist seltsamerweise offener bei den traditionelleren Gruppen, in Form des „Bundling“, und strenger bei liberalen Gruppen. Es ist eher ein Wegschauen, wobei aber trotzdem die Betonung auf Reinheit vor der Ehe gelegt wird.
Teilweise werden voreheliche Schwangerschaften durchs Heiraten „entsündigt“ oder rein gemacht.
Die meisten Jugendlichen entscheiden sich für das Leben als Amische, je nach Gruppierung und Dekade waren und sind es zwischen 70 und 95 Prozent. Die meisten Amischen sind dreisprachig. Untereinander sprechen sie den deutschen Dialekt Pennsylvaniadeutsch, in einigen Countys Indianas auch Schwyzerdütsch, beim Gottesdienst benutzen sie ein stark dialektal gefärbtes bzw. gemischtes Hochdeutsch, welches auch englische Lehnwörter enthält, z. B. „Wenn mir realize (gespr. ri-ä-lei-ße), des mir arme Sinner uff seller Erd sind ...“
Die englische Sprache gebrauchen sie, um mit der Außenwelt zu kommunizieren, durch die berufliche zunehmende Anbindung an die Außengesellschaft steigt aber der Gebrauch des Englischen.
Die Familie ist ein wesentliches Element der Amisch-Gemeinschaften. Im Alter von 16 Jahren beginnen die Ersten, einen Lebensgefährten zu suchen. Im Alter von 20 Jahren finden dann die meisten Hochzeiten statt. Ein junges verheiratetes Paar lebt vorerst bei den Eltern der Braut, bis sie im Frühling des darauffolgenden Jahres in ein eigenes Haus ziehen.
Mennoniten und Amische
Andere Gruppen, besonders die Mennoniten, sind generell weniger streng. Genau wie bei den Amischen entscheidet jede Gemeinde autonom über ihre Belange. Insofern existieren sehr liberale und auch sehr konservative Gemeinden.
Zuweilen werden bestimmte Mennonitengruppen mit den Amischen verwechselt, dazu gehören besonders jene, die wie die Amischen alter Ordnung (Altamischen) mit Pferdefuhrwerken fahren. Gemeinhin bezeichnet man diese Mennonitengruppen als „Old Order Mennonites“, Eigenbezeichnung entweder nach dem Gründungsbischof oder gegenwärtigen Bischof wie „Wenger Mennischte“, „Jeck Stauffer Leit“, oder „Altmennischte“. Unter ihnen gibt es teilweise noch strengere Gruppen als die Altamischen, wie z. B. die Reidenbach Mennoniten oder bestimmte Gruppen, die seit einer Spaltung 1845 von Jacob Stauffer abstammen.
Gegenwart
Mennoniten
Zurzeit gibt es 224.391 Amische (Stand 09.2005), die größtenteils in 250 Gemeinschaften in 26 Bundesstaaten der USA und in Ontario, Kanada leben.
Es gibt viele Dutzende amische Gemeinschaften, die sich voneinander insbesonders durch die unterschiedlich hohe Akzeptanz technischer Neuerungen unterscheiden oder durch die Handhabung der „strengen Meidung“ (Verhalten gegenüber Ausgeschlossenen: z. B. Transaktionsverbot von Geschäften, ...)
Von extrem konservativ bis sehr liberal gibt es z. B. in Auswahl folgende Gruppen:
- Nebraska Amish / White-top Amish / Old School Amish (mehrere Untergruppen: Sam Yoder Gruppe, Rufus Zook Gruppe, ...)
- Swartzentruber Amischen
- Stutzman-Troyer-Amischen
- Andy Weaver Amischen
- New Order Amischen
- New Order Fellowship
- Old Order Amish
- Beachy Amish
- Byler Amish
Es gibt auch Mennonitengruppen mit historischen Amischursprüngen.
- Western Ontario Mennonite Conference
- Association des églises évangéliques mennonites de France
Zwischen und zusätzlich zu diesen Gruppen gibt es noch Dutzende mehr. Einige sind nur regional vertreten und haben keine bundesstaatweiten Verbindungen.
Durch eine besonders hohe Geburtenrate von sechs oder mehr Kindern in einer Familie kann man davon ausgehen, dass ihre Tradition und Sprache auch zukünftig erhalten bleiben wird.
Die Zahl der Amischen beläuft sich heute September 2005 auf 224.391 Personen, das entspricht einem jährlichen Plus von circa drei bis vier Prozent (4,5 % für 2004), alle 20 bis 25 Jahre verdoppelt sich die Anzahl der Amischen. Einige amische Gemeinden wie z. B. die Swartzentrubers haben 12 bis 16 Kinder je Familie, also ca. 57 Geburten auf 1.000 Einwohner und verdoppeln sich alle 15 Jahre. (Zum Vergleich: Deutschland hat 9 Geburten auf 1.000 Einwohner).
Literatur
- John A. Hostetler: Amish Society. The Johns Hopkins University Press, London 1993, 4. Aufl. ISBN 0801844428 (Objektive Einführung in das Leben der Amish von einem Soziologie Professor – eines der besten Bücher zum Thema)
- Peter Ester: Die Amish People – Überlebenskünstler in der modernen Gesellschaft. Patmos Verlag, ISBN 3-491-72487-2
Film
- Der Spielfilm Witness (Der einzige Zeuge, 1985, Regie Peter Weir) spielt unter den Amischen von Pennsylvania.
Siehe auch
- Pennsylvania Dutch
Weblinks
- [http://www.amish-people.de www.Amish-People.de]
- [http://www.800padutch.com/amish.shtml The Amish & Plain People] (Englisch)
Kategorie:Deutsche Auswanderer
Kategorie:Freikirche
Kategorie:Religion (USA)
Kategorie:Mennoniten
Kategorie:1693
ja:アーミッシュ
ReligionsgemeinschaftEine Religionsgemeinschaft oder auch Glaubensgemeinschaft ist eine Weltanschauungsgemeinschaft, welche die gemeinschaftliche Ausübung einer Religion bezweckt.
Christentum
Christliche Religionsgemeinschaften werden ab einer gewissen Größe als Kirche bezeichnet. Kirchen, denen große Teile der Bevölkerung eines Landes angehören, heißen Volkskirche..
Andere Religionen
Die Selbst- und Fremdbezeichnungen für nicht-christliche größere Religionsgemeinschaften differiert je nach Religion.
Sekte/Neureligiöse Bewegung
Kleinere Religionsgemeinschaften werden - egal ob christlich oder nicht - traditionell als Sekte bezeichnet. Die Verwendung des Begriffs wird von den Angehörigen dieser Gemeinschaften häufig als diskriminierend empfunden. Auch wird das Fehlen von sachgerechten Abgrenzungskriterien bemängelt. In jüngerer Zeit hat sich daher als Alternativbezeichnung der Begriff der Neureligiösen Bewegung etabliert.
Finanzierung
Religionsgemeinschaften können sich durch unterschiedliche Modelle finanzieren. Neben freiwilligen Spenden der Mitglieder gibt es das Modell der Kirchensteuer (z.B. derzeit in Deutschland) und das Modell der Mandatssteuer (z.B. in Italien).
Siehe auch
- Liste der Religionen und Weltanschauungen
- Liste der christlichen Konfessionen
Kategorie:Religion
Täufer
Täufer ist die Bezeichnung einer vielschichtigen christlichen reformatorischen Bewegung des 16. Jahrhunderts, die in der Schweiz, Tirol, Süddeutschland und in Ostfriesland ihre geografischen Ausgangspunkte hatte, sich aber schnell über ganz Zentraleuropa ausbreitete. Oft wurden die Täufer als "Wiedertäufer" (Anabaptisten) bezeichnet: Da die Täufer die Taufe unmündiger Kinder als unbiblisch und deshalb als ungültig verwarfen, wurden Mündige aufgrund ihres persönlichen Glaubensbekenntnisses erneut getauft, auch wenn sie bereits als Säuglinge getauft worden waren. In den Augen der Täufer und ihrer Nachfolger war - und ist - lediglich die Glaubenstaufe gültig. Diese wird im Regelfall nicht wiederholt, so dass aus Sicht der Täufer keine Wiedertaufe vorliegt.
Die Täuferbewegung der Reformationszeit ist eine der Wurzeln der heutigen Hutterer, Mennoniten und der Amischen sowie im gewissen Sinne auch der Baptisten.
Entstehung
Baptisten
Die Bewegung der Täufer hat ihren Ursprung wohl in Zürich und zwar als Abspaltung der von Zwingli dort eingeleiteten und durchgeführten Reformation. Im Zuge der 2. Zürcher Disputation im Herbst 1523 hatte der Rat der Stadt im Einvernehmen mit Zwingli beschlossen, den reformatorischen Maßnahmen erst ausführliche evangelische Predigten vorangehen zu lassen, um die Bevölkerung angemessen auf die bevorstehenden Wandlungen vorzubereiten. Einer Gruppe um Felix Manz und Konrad Grebel war dieser Reformationsprozess nicht durchgreifend genug. Sie bildeten eine Gemeinschaft, die sich von der Welt abschied und die sich als "Gemeinschaft der Glaubenden" verstand.
Erst im Jahr 1524 rückte die Taufe während des Taufstreits in den Mittelpunkt der Diskussion. Die Gruppe weigerte sich ihre Kinder taufen zu lassen. Der Rat erließ einen Taufbefehl, dem sich größte Teil der Gruppe 1525 widersetzte.
Gründung der ersten Täufergemeinde
Der 21. Januar 1525 gilt als eigentliches Gründungsdatum der Täuferbewegung. Am Abend dieses Tages versammelte sich der Grebelsche Kreis im Haus der Mutter von Felix Manz. Nach einer längeren Gesprächs- und Gebetszeit kam es zur Gründung der ersten Täufergemeinde. In der Ältesten Chronik der hutterischen Brüder ist ein Bericht über den Verlauf dieser Zusammenkunft erhalten. Die Chronik berichtet, dass "die Angst begann und auf sie kam" und "dass ihre Herzen bedrängt wurden". Nach einem Gebet trat der ehemalige römisch-katholische Priester Jörg Blaurock aus dem Schweizer Kanton Graubünden vor Konrad Grebel und bat diesen, ihn zu taufen. Grebel kam dieser Bitte sofort nach. Danach taufte Blaurock auf deren Bitten hin auch die anderen des Kreises - unter ihnen auch Felix Manz.
Reaktionen der Zürcher Obrigkeit
Da es sich der Rat der Stadt nicht gefallen lassen wollte, dass der seit 1525 geltende Zwang zur Kindertaufe von den Täufern missachtet wurde, kam es zu heftigen Auseinandersetzungen, an deren Ende 1527 die Hinrichtung von Felix Manz – durch Ertränken in der Limmat – stand.
Weitere Entwicklungen
Ausgelöst durch die Verfolgungen und die Vertreibung aus Zürich und durch ein starkes missionarisches Sendungsbewusstsein breiteten die Täufer sich schnell in das Alpengebiet (Konrad Grebel, Jakob Hutter), nach Nordwestdeutschland (Melchior Hofmann), in die heutigen Niederlande und nach Mähren (Balthasar Hubmaier) aus. Auch in den protestantischen Territorien Südwestdeutschlands, so zum Beispiel in Württemberg und den angrenzenden Herrschaften, ließen sich Erwachsene taufen. Dort verzichtete die Obrigkeit auf allzu grausame Sanktionen.
Zusammenfassung
Man kann das Täufertum als "linken Flügel der Reformation" (nach Heinold Fast) verstehen. Anhänger der "großen" Reformatoren waren enttäuscht, dass die "Gemeinde des Neuen Testaments" durch die Reformation nicht wieder hergestellt und an der "Ehe von Thron und Altar", also der engen (politischen) Verbindung zwischen Kirche und Staat fest gehalten wurde.
- Einen ausführlichen Überblick über die Geschichte des Täufertums bietet die Zeittafel zur Geschichte der Täufer.
Verschiedene Täufergruppen
Zeittafel zur Geschichte der Täufer
Eine Sonderrolle innerhalb der Täuferbewegung spielten die Münsterschen Wiedertäufer(siehe dort). Ansonsten unterscheidet man in der Täuferforschung folgende Täufergruppen:
Sie leiteten sich in direkter Linie von der ersten Zürcher Täufergemeinde her, breiteten sich in der Schweiz, am Oberrhein, im Kraichgau sowie in der Pfalz aus und vertraten besonders den Gedanken der "Absonderung von der Welt".
Sie bildeten in Schwaben, Bayern, Franken und Österreich ihre Gemeinden und waren eine außerordentlich missionarische Täufergruppe. Ihre Theologie war stark endzeitlich geprägt.
Sie lebten zunächst in Tirol und Mähren, durchzogen jedoch - bedingt durch Vertreibung und Verfolgung - halb Osteuropa. Urchristliche Gütergemeinschaft, strikte "Absonderung von der Welt", absolute Gewaltlosigkeit und eine enge Ethik kennzeichnen ihre Lehre und ihre Glaubenspraxis.Einer ihrer großen Lehrer im 16. Jahrhundert war Peter Rideman.
Ihre Verbreitungsgebiete waren zunächst die Niederlande, Ostfriesland und der Niederrhein; später gelangten sie nach Ostpreußen und Russland. Man kann sie als sehr gemäßigte aber auch friedfertige Vertreter des Täufertums bezeichnen. Nachdem sie ihre reformatorischen Ideen zunächst mit Gewalt durchzusetzen versuchten, was in den Niederlanden jedoch kläglich scheiterte, besannen sie sich und machten die Verweigerung des Kriegsdienstes und der Eidesleistung zu ihrem festen Programm.
Schleitheimer Artikel - Grundsatzerklärung der verschiedenen Täufergruppen
Russland
Bekannt wurden die von Michael Sattler verfassten "Schleitheimer Artikel" (Schleitheim, Kanton Schaffhausen - Schweiz) von 1527, in denen die Lehre der Täufer programmatisch zusammengefasst wurde. Wichtigste Punkte in diesen Artikeln waren:
- Ablehnung der Kindertaufe,
- Ablehnung von Eid, Kriegsdienst und Steuern,
- Ablehnung der Wahrnehmung weltlicher Obrigkeit durch Täufer,
- Bildung einer Gemeinschaft der wahrhaft Gläubigen (in Ablehnung der Idee von der "Volkskirche").
Verfolgungen der Täufer
Der Zweite Reichstag zu Speyer 1529 war zwar einerseits ein Meilenstein auf dem Weg zu neuzeitlicher Gewissensfreiheit. Die 19 evangelischen Reichstände konnten ihre religiöse Gewissensfreiheit politisch durchsetzen. Auf der anderen Seite aber wurde ein Mandat verabschiedet, das die Todesstrafe gegen die Täufer reichsrechtlich verfügte. Während die Reformation einen starken Rückhalt bei den deutschen Fürsten verfügte, wurden die Täufer von keinem der Reichstände vertreten. Das so genannte Wiedertäufermandat von Speyer schuf die gesetzliche Grundlage für eine großangelegte Verfolgung der täuferischen Bewegung; es hatte folgenden Inhalt:
# Wer wiedergetauft oder sich der Wiedertaufe unterzogen hat, ob Mann oder Frau, ist mit dem Tode zu bestrafen, ohne dass vorher noch ein geistliches Inquisitionsgericht tätig zu werden braucht.
# Wer sein Bekenntnis zu den Wiedertäufern widerruft und bereit ist, für seinen Irrtum zu sühnen, soll begnadigt werden. Er darf jedoch nicht Gelegenheit erhalten, sich durch Anweisung in ein anderes Territorium einer ständigen Aufsicht zu entziehen und eventuell rückfällig zu werden. Die Hartnäckigkeit auf täuferischen Lehre zu beharren, soll mit dem Tode bestraft werden.
# Wer die Wiedertäufer anführt oder ihre Anweisungen vorantreibt, soll "keines wegs" also auch bei Widerruf nicht, begnadigt werden.
# Wer nach einem ersten Widerruf rückfällig geworden ist und abermals widerruft, soll nicht mehr begnadigt werden. Ihn trifft die volle Strafe.
# Wer die Taufe für seine neugeborenen Kinder verweigert, fällt ebenfalls unter die Strafe, die auf die Wiedertaufe steht.
# Wer von den Täufern in ein anderes Territorium entwichen ist, soll dort verfolgt und der Bestrafung zugeführt werden.
# Wer von den Amtspersonen nicht bereit ist, nach diesen Anordnungen streng zu verfahren, muss mit kaiserlicher Ungnade und schwerer Strafe rechnen.
- Quelle: Wikibooks
Zusammenfassung: Glaubensüberzeugungen/Charakteristika
- Misstrauen gegenüber Staat und Staatskirchentum
- Starker Bezug auf die Sittlichkeitsgebote der Bergpredigt
- Friedensliebe / Erdulden von Unrecht und Gewalt wie beispielsweise bei Amischen.Das Täufertum in Münster repräsentierte dagegen eine radikal-fundamentalistische Minderheit mit militanter Gewalt.
- Glaube an prophetische Erleuchtungen ("inneres Licht"), daraus gewonnene Erfahrungen wurden hier und dort über die Aussagen der Bibel gestellt (vgl. Spiritualismus (theologisch)).
- Gläubigentaufe / Ungültigkeit der Kindertaufe
- Heiligung
Bedeutende Gestalten des Täufertums
- Jörg Blaurock
- Christian Entfelder († nach 1544)
- Konrad Grebel
- Hans Haslibacher
- Ludwig Hetzer († 1529)
- Melchior Hofmann
- Balthasar Hubmeier
- Hans Hut
- Jakob Hutter
- Bernd Knipperdolling
- Bernd Krechting
- Heinrich Krechting
- Jan van Leiden
- Felix Manz
- Michael Sattler
- Menno Simons
- Bernd Rothmann
- Peter Rideman
Literatur
- Richard van Dülmen (Hrsg.): Das Täuferreich zu Münster 1534 - 1535 (Dokumente), München 1974, [ISBN 3-423-04150-1]
- Claus-Peter Clasen: Die Wiedertäufer im Herzogtum Württemberg und in benachbarten Herrschaften. Stuttgart 1965
- Franklin H. Littell: Das Selbstverständnis der Täufer (1966)
- Heinold Fast: Der linke Flügel der Reformation
- Samuel Henri Geiser Die Taufgesinnten Gemeinden 1971
- Barbara Kink: Die Täufer im Landgericht Landsberg 1527/28, St. Ottilien 1997, [ISBN 3-88096-887-X]
- Hans-Jürgen Goertz (Hrsg.):Radikale Reformatoren. 21 biographische Skizzen von Thomas Müntzer bis Paracelsus. München 1978.
- Hans-Jürgen Goertz:Die Täufer. Geschichte und Deutung. München 1988, 2. Aufl.
- Hans-Jürgen Goertz:Konrad Grebel. Ein Radikaler in der Zürcher Reformation. Eine biographische Skizze Zürich 2004.
- Werner O. Packull: Die Hutterer in Tirol. Frühes Täufertum in der Schweiz, Tirol und Mähren - Aus dem Englischen übersetzt von Astrid von Schlachta. Innsbruck 2000.
- Bruce Gordon:The Swiss Reformation, Manchester/New York 2002, Kapitel 6: The Radical Challenge, Seite 191-227.
Film
- [http://www.artifar.com/clients/vogu/imleben05.html Im Leben und über das Leben hinaus] (Schweiz 2005), Regie: Peter von Gunten
Weblinks
- [http://www.mennoforum.net Täuferisches Diskussionsforum]
- [http://www.schule.tmr.net/lessing/relinet/projekt/wiedertaeufer/ Schulprojekt: Täufer in Münster]
- Carsten Fischer: [http://www.forhistiur.de/zitat/0408fischer.htm Die Täufer in Münster (1534/35) - Recht und Verfassung einer chiliastischen Theokratie -], in [http://www.forhistiur.de/index_de.htm forum historiae iuris], Erste europäische Internetzeitschrift für Rechtsgeschichte 2004
- http://www.artifar.com/clients/vogu/imleben05_img.html
- http://www.efb.ch/Texte/zhtauf/1920jhd.htm
- http://www.menno.ch
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Kategorie:Christentumsgeschichte (Reformationen)
Kategorie:Täufer
ja:再洗礼派
FortschrittUnter Fortschritt versteht man eine als Verbesserung bewertete Veränderung des Zustandes, gelegentlich auch ein wertfreies Näherkommen an ein Ziel.
Der vieldeutige Begriff hat erhebliche geschichts- und kulturphilosophische Auswirkungen und prägt in besonderer Weise das Weltbild der westlichen Moderne.
Vielen erscheint die Idee, dass es "Fortschritt" gibt, so selbstverständlich, dass sie nicht daran denken, dass es auch völlig andere, dazu im Widerspruch stehende, weltanschauliche Axiome gibt.
Das Fortschrittsdenken setzte sich in der Neuzeit in Europa und in Nordamerika durch.
Insbesondere mit der Französischen Revolution und mit der Aufklärung bekam die Vorstellung eines ständigen Fortschritts der Menschheit einen erheblichen Schub.
Was ist Fortschritt?
Das Fortschrittsdenken beinhaltet folgende geschichtsphilosophischen Axiome:
- Die geschichtliche Entwicklung verläuft linear.
- Der allgemeine Zustand wird zunehmend besser, eventuell durch Rückschläge unterbrochen ("Kulturoptimismus").
- Eventuell kommt noch die Vorstellung hinzu, dass die Veränderungen einem Ziel zusteuern ("Teleologie").
- Oft ist mit dem Fortschrittsglauben die Vorstellung verbunden, dass sich Geschichte planvoll entwickle.
Die Linearität der geschichtlichen Veränderung
Durch die Vorstellung der Linearität werden grundlegende Begriffe unserer politischen Orientierung impliziert.
So gilt als fortschrittlich oder progressiv, wer auf diesem (eindimensionalen!) Weg vorangeht, also den geschichtlichen Prozess gewissermaßen beschleunigt.
Als konservativ in diesem Sinn gilt hingegen, wer den linearen Bewegungsablauf bremsen oder anhalten will, als reaktionär, wer ihn umkehren, also rückwärts gehen, will. Zu beachten ist, dass diese Begrifflichkeiten zum Aneinandervorbeireden führen, wenn der Gesprächspartner das Axiom einer linearen geschichtlichen Veränderung gar nicht akzeptiert, oder wenn er sie in eine andere Richtung verlaufen sieht.
Technischer Fortschritt
Siehe Hauptartikel: technischer Fortschritt
Kulturoptimismus
Der Kulturoptimismus unterstellt, dass Veränderung im Regelfall eine Verbesserung ist.
Daraus resultiert eine positive Bewertung des "Neuen" sowie eine negative Bewertung des "Alten", also "Überholten".
Entsprechend diesem Denken wird unsere heutige Zivilisation als besser als frühere bewertet und es wird angenommen, dass zukünftige Zivilisationen besser als unsere heutige sind.
Das Fortschrittsdenken beinhaltet oft auch die Vorstellung, "Utopien" (griech. ou tópos = kein Ort, Nirgendwo), etwa gesellschaftspolitischer Art, verwirklichen zu können.
Noch nie Dagewesenes erscheint dem Kulturoptimisten als grundsätzlich erreichbar, ja geradezu als Inhalt des politischen Denkens.
Teleologie
Der Glaube an ein Endziel der geschichtlichen Veränderungen ist sehr alt und beruht in unserem Kulturkreis auf alten biblischen Vorstellungen.
Die Vorstellungen, wie dieses Endziel auszusehen habe, sind allerdings höchst unterschiedlich.
Gleichwohl ist ein vom Ende her gedachter Zweck eine verbreitete Vorstellung.
Religiös gibt es den Glauben an ein "Drittes Reich" (nach dem ersten bis Jesus Christus und dem zweiten danach), das ewig ("tausendjährig") besteht.
Wie erkennbar, hat Adolf Hitler diese mythischen Vorstellungen aufgegriffen, um sie auf sein, allerdings irdisches, Reich zu übertragen.
Auch der Kommunismus hat eine solche teleologische Vorstellung. Die klassenlose Gesellschaft der marxistischen Theorie, die letztendlich auch den Staat absterben lässt, ist eine Gesellschaft, in der jeder nach seinen Bedürfnissen leben kann.
Wann dies zu erreichen ist und ob das gewissermaßen automatisch kommt, oder ob es durch Handlungen (eventuell sogar durch Klassenkampf) herbeigeführt werden muss, darüber sind sich die verschiedenen Fraktionen marxistischer Weltanschauung uneinig.
Nicht immer ist mit dem Fortschrittsdenken ein teleologisches Konzept verbunden.
Fortschritt kann auch ohne bestimmtes Ende, also ergebnisoffen, gedacht werden.
Entwicklung, Vorsehung
Häufig ist mit dem Fortschrittsdenken die Vorstellung verbunden, dass der Lauf der Geschichte im Prinzip bereits feststehe.
Wir könnten dann diesen Lauf entweder gar nicht oder nur geringfügig oder allenfalls im Tempo des Ablaufs beeinflussen.
Das heute sehr verbreitete Wort von der Entwicklung kommt aus dieser Vorstellung: Danach ist der Ablauf der Geschichte bereits vorher z.B. von Gott "aufgewickelt" worden.
Diese bereits aufgewickelte Geschichte ent-wickelt sich jetzt.
Wir können den Faden der Geschichte also nicht ändern.
Wir können allenfalls etwas bremsen oder beschleunigen, was bereits unter dem Punkt Linearität beschrieben wurde.
In einer religiös neutraleren Form wird nicht von Gott, sondern von der "Vorsehung" gesprochen, also einer wie auch immer gedachten Institution, die den Lauf vorhersieht und - das steckt zwar nicht im Wort, aber in der üblichen Anwendung des Wortes - Entscheidungen so trifft, dass die Entwicklung planmäßig ablaufen kann.
Wo Philosophen, die dem Fortschrittsdenken verpflichtet sind, Vorhersagen für die Zukunft machen, sind dies Extrapolationen aus der Vergangenheit.
So beschreibt Karl Marx mit "ehernen Gesetzen" der Geschichte nicht etwa eine Wiederholung oder ein Gleichbleiben des aus der Vergangenheit Bekannten, sondern eine Weiterentwicklung, deren Zielrichtung sich aber aus der Vergangenheit ermitteln lässt.
Alternative geschichtsphilosophische Konzepte
Kulturpessimismus
Dem Kulturoptimismus des (ständigen) Fortschritts der Menschheitszivilisation steht der Kulturpessimismus derer gegenüber, die einen ständigen Abstieg von einem als gut oder paradiesisch empfundenen Urzustand zu erkennen glauben.
Solche Kulturpessimisten gibt es aus christlicher Sicht (siehe Paradies) ebenso wie aus einer Hochachtung des "edlen Wilden" ("bon sauvage") im Gegensatz zum verderbten zivilisierten Menschen. "Zurück zur Natur" ist einer der Schlachtrufe.
Auch Bewunderer der Antike wie der dem Faschismus nahestehende Kulturphilosoph Julius Evola (Buchtitel "Inmitten von Ruinen", womit die antiken Ruinen gemeint sind) zählen zu denen, die im "Zurück!" eine moralische Verbesserung der Menschheit erhoffen (siehe auch Dekadenz; Goldenes Zeitalter).
Gleichbleibende Verhältnisse
Eine andere geschichtsphilosophische Sicht glaubt, dass die Verhältnisse - zumindest mit einiger Abstraktion - immer gleich bleiben.
Daraus folgt, dass die Vertreter dieser Sichtweise davon überzeugt sind, dass man aus der Geschichte empirisch allgemeine Gesetze ableiten kann, die zeitlos gültig sind.
Einer der bekanntesten Denker dieser Richtung ist Niccolò Machiavelli.
Aber auch alle empirischen Sozialwissenschaftler gehen davon aus, dass zumindest Teile der untersuchten sozialen Strukturen und ihrer Gesetzmäßigkeiten auch für die Zukunft erhalten, also konstant, bleiben.
Zyklischer Verlauf der Geschichte
Wiederum eine andere geschichtsphilosophische Vorstellung ist die vor allem in östlichen, d.h. von Indien beeinflussten, Ländern vorherrschende Vorstellung, Geschichte laufe zyklisch ab. Nach dieser Vorstellung gibt es weder Fortschritt zum Guten noch ein Abgleiten ins Schlechte, aber auch keinen Stillstand, sondern eine kreisartige Bewegung.
Geschichte verändert sich ständig, kommt aber wieder da heraus, wo sie begonnen hat...
Kritische Zeitenwende
Aus Erwägungen der Systemtheorie stammt der Begriff der Globalen Beschleunigungskrise, der von dem Physiker Peter Kafka geprägt wurde. Danach führt ein sich beschleunigender Fortschritt mit sehr schnellem und global vereinheitlichtem Strukturwandel zwangsläufig in eine instabile Gesamtlage der menschlichen Zivilisation und der menschenfreundlichen Biosphäre. Diese Sichtweise ist jedoch nicht kulturpessimistisch, weil die Krise nicht als unausweichlicher Niedergang und Untergang verstanden wird, sondern als ein singulärer Wendepunkt in der Geschichte des Fortschritts, an dem die "Anführer" der Evolution - die Menschheit - wahrscheinlich zu einer zukunftstauglicheren Neuorientierung in den Leitideen ihrer Zivilisation finden.
Zitate
- Fortschritt heißt: aus dem Bann heraustreten, auch aus dem des Fortschritts. - Theodor W. Adorno (Fortschritt, 1962)
- Ist es ein Fortschritt, wenn ein Kannibale Messer und Gabel benutzt? - Stanisław Jerzy Lec
- Der Begriff 'Fortschritt' allein setzt bereits die Horizontale voraus. Er bedeutet ein Weiterkommen und kein Höherkommen. - Joseph Roth
- Der vernünftige Mensch paßt sich der Welt an; der unvernünftige besteht auf dem Versuch, die Welt sich anzupassen. Deshalb hängt aller Fortschritt vom unvernünftigen Menschen ab. - George Bernard Shaw
- Fortschritt bedeutet, daß wir immer mehr wissen und immer weniger davon haben. - Josef Meinrad
- Der materielle Fortschritt befriedigt keines der Bedürfnisse, die der Mensch wirklich hat. - Winston Churchill
- Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. - Albert Einstein
- Fortschritt ist Rückkehr zur Vernunft. - Bertolt Brecht
Literatur
- Mark Blaug: Economic Theory in Retrospect. 5. Aufl., Cambridge 1997, S. 129 ff. ISBN 0-521-57701-2 (kritische Betrachtung der Auffassung Ricardos zum technischen Fortschritt)
- Peter Kafka: [http://www.langelieder.de/kafka-buch.html Gegen den Untergang]. Schöpfungsprinzip und globale Beschleunigungskrise, München Wien 1994. ISBN 3-446-17834-1
- Ulrich van Suntum: Die unsichtbare Hand. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg New York 2000, S. 117 ff. ISBN 3-540-41003-1 (ökonomisch fundierte Betrachtung des Zusammenhangs zwischen technischem Fortschritt und Arbeitslosigkeit)
Kategorie:Geschichtsphilosophie
Jakob AmmannJakob Ammann ( - 12. Februar 1644 (?) in Erlenbach im Simmental; † vor 1730 wohl bei Zellwiller, Elsass) war ein Schweizer Mennonitenprediger.
Ungefähr 1655 zog er mit seinen Eltern nach Oberhofen am Thunersee, vor 1680 trat er zum Täufertum über und wurde später Ältester einer Täufergemeinde. Bald nach 1680 musste er wohl ins Elsass fliehen, lebte von 1693 bis 1695 in Heidolsheim, von 1695 bis 1712 bei Markirch (Sainte-Marie-aux-Mines) und danach vermutlich bis zum Tod in Zellwiller.
Im Sommer des Jahres 1693 bereiste er eine Reihe taufwilliger Gemeinden im schweizerischen Emmental. Von ihm leiten sich die Amish bzw. Amischen Mennoniten ab, nachdem er durch seine schroffe Haltung zur Gemeindezucht 1694 eine Spaltung der Mennoniten herbeiführte.
Weblinks
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D10501.html Artikel] im Historischen Lexikon der Schweiz
-
Siehe auch
- Erwachsenentaufe
Ammann, Jakob
Ammann, Jakob
Ammann, Jakob
Ammann, Jakob
Ammann, Jakob
Elsass
Das Elsass bzw. Elsaß (frz. Alsace []) ist eine Region im Nordosten der Republik Frankreich. Sie grenzt im Norden und Osten an die Bundesrepublik Deutschland und im Süden an die Schweiz. Ihre Hauptstadt ist Straßburg (frz. Strasbourg).
Das Elsass besteht aus den Bezirken (frz. Départements) Unterelsass (Bas-Rhin) mit Sitz der Regionalverwaltung (frz. Präfektur) in Straßburg und Oberelsass (Haut-Rhin) mit Sitz der Regionalverwaltung in Colmar.
Geographie
Das Elsass hat eine Größe von 8.280 km². Es hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 190 Kilometern, während die West-Ost-Ausdehnung nur 50 Kilometer beträgt. Im Osten wird das Elsass durch den Rhein begrenzt, im Westen durch den Hauptkamm der Vogesen.
Die elsässische Region grenzt im Norden an Rheinland-Pfalz, im Osten an Baden-Württemberg, im Süden an die Schweizer Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Solothurn und
im Südwesten an die Freigrafschaft Franche-Comté sowie im Westen an Lothringen.
Lothringen
Im Elsass finden sich drei unterschiedliche Landschaftstypen:
- Im Osten liegt die elsässische Ebene (Plaine d’Alsace), die mit Baden den südlichen Teil des Oberrheingrabens bildet. Sie wird von der Ill durchflossen und ist von Getreideanbau geprägt. Es gibt noch große Waldgebiete wie den Hagenauer Forst im Norden und den Hardter Wald im Süden.
- Im Westen wird das Landschaftsbild von den Vogesen dominiert, die von den breiten Tälern der Illzuflüsse durchzogen sind. Hier findet man Hochweiden (Hautes Chaumes), die sich mit Wäldern abwechseln. Der Große Belchen (frz. Grand Ballon) ist der höchste Berg im Elsass.
- Die Hügel der Untervogesen verbinden die oben genannten Landschaftstypen. Typisch für dieses Piemont der Vogesen sind die elsässischen Weinberge.
Wirtschaft
Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 20.750 Euro pro Einwohner steht das Elsass an zweiter Stelle aller Regionen in Frankreich.
Das Elsass ist eine Region, in der viele Wirtschaftszweige ansässig sind:
- Weinbau (vor allem in der Gegend zwischen Schlettstadt und Colmar an der elsässischen Weinstraße). Siehe hierzu den Artikel Elsass (Weinbaugebiet).
- Hopfenanbau und Bierbrauerei; die Hälfte der französischen Bierproduktion kommt aus dem Elsass, vor allem aus der Gegend von Straßburg wie Schiltigheim und Obernai (dt. Oberehnheim). Kronenbourg wird seit 1664 in Straßburg gebraut, der Name des Biers leitet sich ab von der Kronenburg bei Marlenheim.
- Forstwirtschaft
- Automobilindustrie (Mülhausen)
- Biotechnologie im Technologiepark [http://www.alsace-biovalley.com/ Biovalley], dem in Europa führenden Zentrum dieser Art
- Tourismus
- sowie weitere Industrie- und Dienstleistungsbereiche
Das Elsass ist wirtschaftlich stark international ausgerichtet: an etwa 35% der Unternehmen im Elsass sind ausländische Firmen
aus Deutschland, der Schweiz, den USA, Japan und Skandinavien beteiligt.
Im Jahr 2002 kamen rund 38,5% der elsässischen Importe aus Deutschland. Die dortige Krise auf dem Arbeitsmarkt hat sich auch auf das Elsass übertragen. Bisher von hohen Arbeitlosenzahlen verschont geblieben, hat sich dies mittlerweile geändert und die Zahlen stiegen stark (+20% zwischen März 2002 und März 2003 auf 6,8%). Verursacht wurde dies durch die wirtschaftliche Krise der Industriebetriebe, in denen 26% der Elsässer beschäftigt sind. Die elsässische Wirtschaft versucht sich daher umzuorientieren und neue Arbeitsfelder auf dem Dienstleistungssektor und in der Forschung zu erschließen.
Im Bergbau, der ein Jahrhundert lang rund 560 Millionen Tonnen Kalisalz gefördert hat, arbeiteten noch im Jahr 1950 etwa 13.000 Beschäftigte. Heute ist der Bergbau nur noch Thema eines Museums bei Wittelsheim.
Das Elsass ist eines der größten europäischen Anbaugebiete für Weißkraut, das zu Sauerkraut weiter verarbeitet wird.
Seit dem Mittelalter spielte auch der Flachsanbau und die Leinenweberei insbesondere in der Gegend um Colmar eine große Rolle. Ein typisch elsässisches Leinengewebe ist der karierte Kelsch.
Geschichte
Siehe: Hauptartikel Geschichte des Elsass
Seit dem Sieg der germanischen Franken über die germanischen Alamannen 496 n. Chr. gehörte das linke Rheinufer zwischen Basel und der Pfalz als Herzogtum zum Reich der Franken. In dieser Zeit entstand der Name Elsass, von althochdeutsch ali-saz (Fremdsitz). Straßburg war, spätestens seitdem es 614 Bischofssitz geworden war, die wichtigste Stadt der Region. Die so genannten Straßburger Eide, die Karl der Kahle und Ludwig der Deutsche anlässlich der fränkischen Reichsteilung 843 zu Straßburg beschworen, sind frühe schriftliche Zeugnisse des Altfranzösischen und des Althochdeutschen. Durch den Vertrag von Mersen kam 870 das Elsass zum
ostfränkischen Reich, dem späteren Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, und wurde Teil des Stammesherzogtums Schwaben. Ursprünglich war das Elsass in zwei Grafschaften, das Nordgau und das Sundgau, geteilt, zerfiel jedoch bald in eine Vielzahl von kleinen Herrschaften, darunter neben Straßburg die zehn Reichsstädte Hagenau, Rosheim, Colmar, Schlettstadt, Weißenburg, Oberehnheim, Mülhausen, Kaisersberg, Türkheim und Münster. Neben den Städten konnten nur der Bischof von Straßburg und die Habsburger als Landgrafen des Sundgau größere Territorien bilden. Als Rudolf von Habsburg zum deutschen König gewählt wurde, war der Sundgau sein bedeutendstes Territorium.
Die französische Expansion in Richtung Rhein setzte im 14. Jahrhundert ein. Nach dem Dreißigjährigen Krieg musste Kaiser Ferdinand III. im Westfälischen Frieden 1648 die habsburgischen Besitzungen im Elsass an Frankreich abtreten. 1678 erhielt Frankreich auch noch den Rest des Elsass außer Straßburg und Mülhausen. 1681 wurde Straßburg auf Befehl Ludwig XIV. trotzdem besetzt und musste sich ebenfalls der französischen Herrschaft beugen. Mülhausen gehörte bis 1798 als zugewandter Ort zur Schweizerischen Eidgenossenschaft. Die französische Herrschaft war für das Elsass insoweit von wirtschaftlicher Hinsicht vorteilhaft, da nun die einheitliche französische Königsherrschaft an die Stelle einer Vielzahl von deutschen Kleinherrschaften trat. Die deutsche Muttersprache der Elsässer wurde in dieser Zeit nicht durch die französische Sprache bedroht. Die Bande zu Deutschland rissen daher nicht ab. Im 18. Jahrhundert studierten Herder und Goethe an der Universität Straßburg, an der nach wie vor auf Deutsch gelehrt werden durfte. Das Französische wurde dagegen insbesondere durch französische Einwanderer in der öffentlichen Verwaltung und als Sprache der städtischen Eliten gesprochen. Nach der französischen Revolution wurde im Zuge der Zentralisierung Frankreichs die Provinz Elsass aufgelöst und die beiden Bezirke Ober- und Unterrhein (Départements Haut-Rhin und Bas-Rhin) gegründet. Nach dem Sieg über Napoleons Truppen wurde auf dem Wiener Kongress die Abtretung des Elsass an Deutschland erwogen. Da man sich aber nicht einigen konnte, welcher deutscher Staat diese reiche Region erhalten sollte, blieb sie schließlich 1815 bei Frankreich.
Nach der Niederlage Frankreichs im Deutsch-französischen Krieg 1871 wurde das Elsass und ein Teil von Lothringen im Friede von Frankfurt von Frankreich an das neu gegründete Deutsche Kaiserreich abgetreten. Da sich aber die meisten Elsässer an den Status Quo gewöhnt hatten, war die Freude über den Reichsanschluss nicht bei jedem Elsässer vorhanden. Vor allem die französischsprachige Elite (etwa 100.000) verließ danach das Land in Richtung Frankreich. Als Teil des Reichsland Elsaß-Lothringen wurde das Elsass direkt von der reichsdeutschen Zentralregierung verwaltet. 1911 erhielt es den Status eines Reichslandes. In Frankreich, das sich nach wie vor als europäische Großmacht betrachtete, entwickelte sich nach der Kriegsniederlage gegen die deutschen Staaten der Revisionismus. Die Rückgewinnung des Elsass war eines der Hauptziele französischer Außenpolitik gegenüber dem neuen deutschen Kaiserreich im Osten.
Mit der Niederlage im ersten Weltkrieg musste das Deutsche Reich das Reichsland Elsaß-Lothringen 1918 wieder an Frankreich abtreten. Eine Volksabstimmung über die staatliche Zugehörigkeit des Elsass fand trotz massiver Proteste nicht statt. Dagegen wurde die elsässische Region wieder völlig in den zentralistischen französischen Staat eingegliedert und die französische Sprache als alleinige Amts- und Schulsprache eingeführt. Man wollte eine rasche und intensive Angleichung an die Verhältnisse im übrigen Frankreich erzwingen. Als Reichsland Elsaß-Lothringen hatte das Elsass eine minimale politsche Autonomie gegenüber dem Reich besessen; in Frankreich war es dagegen direkt der Zentralregierung unterstellt. Diejenigen elsässischen Politiker, welche sich für eine Autonomie (auch) innerhalb des französischen Staates einsetzten, wurden als Landesverräter verfolgt und zum Teil zum Tode verurteilt. Die deutschen Beamten und die nach 1871 zugezogenen deutschen Bewohner des Elsass mussten das Land verlassen. Im Gegenzug kehrten zahreiche Elsässer zurück, die 1871 für Frankreich optiert hatten.
In der Zwischenkriegszeit verbesserten sich die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland wegen der Kriegsschuldfrage und den französischen Reparationsforderungen nur langsam. Im Vertrag von Locarno (1926) akzeptierte Deutschland aber schliesslich die neue Westgrenze, um einerseits die internationale Isolation zu durchbrechen und andererseits weitere französische Ansprüche in Saarland und Rheinland abzuwehren. Obwohl die Revision der Versailler Verträge eines der Hauptziele der nationalsozialistischen Diktatur war, genoss eine Rückgewinnung des Elsass in der deutschen Propaganda keinen grossen Stellenwert. Dafür war die Aufmerksamkeit von Adolf Hitler zu sehr auf die Gewinnung von "Lebensraum im Osten" ausgerichtet.
Mit Beginn des Frankreich-Feldzuges (1940) besetzte die deutsche Wehrmacht das Elsass, das nach der französischen Niederlage, ohne völkerrechtlich von Frankreich abgetrennt zu werden, einer deutschen Zivilverwaltung unterstellt und dem Gau Baden angeschlossen wurde. Wehrfähige Elsässer wurden als Volksdeutsche auch gegen ihren Willen in die Wehrmacht eingezogen. Zahlreichen Elsässern gelang es trotzdem, sich der französischen Armee und später der Résistance anzuschließen. 1945 wurde das Elsass wieder in Frankreich integriert. Das Elsässer Land wechselte in der Geschichte insgesamt sechs Mal zwischen Deutschland und Frankreich.
1973 wurde die neue Region Elsass (Région Alsace) geschaffen. 1976 erhielt das Elsass zwar seine kulturelle, allerdings keine sprachlich-kulturelle Autonomie. Nach wie vor gilt auch für die alemannischen Elsässer das Französische als alleinige Amts- und Schulsprache und die Zahl der Menschen, die heute noch das Elsässische beherrschen, ist seit Jahren rückläufig.
Das Elsass mit seiner Landeshauptstadt Straßburg ist heute Sitz des EU-Parlamentes und inzwischen zu einer bedeutenden Region in der EU und in Europa geworden. Durch das Schengener Abkommen herrscht an den Staatsgrenzen freie Fahrt.
Städte
Die größten Städte der Region (mehr als 15.000 Einwohner im Jahr 1999) sind:
- Straßburg (frz. Strasbourg) (264.115 Einwohner)
- Mülhausen (frz. Mulhouse) (110.359 Einwohner)
- Colmar (65.136 Einwohner)
- Hagenau (frz. Haguenau) (32.242 Einwohner)
- Schiltigheim (30.841 Einwohner)
- Illkirch-Grafenstaden (frz. Illkirch-Graffenstaden) (23.815 Einwohner)
- Schlettstadt (frz. Sélestat) (17.000 Einwohner)
Verkehr
Straßennetz
Die wichtigste Straßenverbindung im Elsass ist die mautfreie Autobahn A 35, sie ist die Nord-Süd-Verbindung von Lauterbourg (dt. Lauterburg) bis St. Louis (dt. Birsen) bei Basel. Südlich von Straßburg verläuft die A 35 auf einer kurzen Strecke als Nationalstraße, wobei geplant ist, diese Lücke zu schließen.
Die vielbefahrene A 4 führt von Straßburg nach Zabern (frz. Saverne) und weiter bis Paris. Sie ist ab der Mautstelle bei Hochfelden (20 km nordwestlich von Straßburg) mautpflichtig. Die A 36 führt von der deutschen A 5 vom Autobahndreieck Neuenburg aus nach Westen in Richtung Paris/Lyon und wird ab der Mautstelle bei Burnhaupt mautpflichtig.
In den 1970er und 1980er Jahren wurden die Autobahnen in Transitstrecken und in Ausfallstraßen für die großen Ballungsgebiete umgewandelt. Seitdem fließt der Durchgangsverkehr in 2 bis 3 Fahrspuren in 1 km Entfernung um Straßburg und in 1,5 km Entfernung um Mülhausen herum. Die hohe Verkehrsdichte verursacht starke Umweltbelastungen, das gilt vor allem auf der A 35 bei Straßburg mit 170.000 Fahrzeugen pro Tag (Stand: 2002). Auch der starke Stadtverkehr auf der A 36 bei Mülhausen hat regelmäßig Verkehrsbehinderungen zur Folge. Dies konnte nur vorübergehend durch den Ausbau auf drei Fahrspuren pro Richtung vermindert werden.
Um den Nord-Süd-Durchgangsverkehr aufzunehmen und Straßburg zu entlasten, plant man eine neue Autobahntrasse westlich der Stadt. Diese Trasse soll das Autobahndreieck bei Hördt im Norden mit Innenheim im Süden verbinden. Die Eröffnung ist auf Ende 2011 angesetzt. Man erwartet dann ein Verkehrsaufkommen von 41.000 Fahrzeugen pro Tag. Der Nutzen ist jedoch umstritten, nach einigen Schätzungen wird die neue Trasse nur 10% des Verkehrsaufkommens der A 35 bei Straßburg aufnehmen.
Hinzu kommt wegen der Einführung der Lkw-Maut in Deutschland 2005 eine erhebliche Zunahme des zuvor über die deutsche A 5 gefahrenen Lastverkehrs auf die parallel verlaufende und mautfreie elsässische Autobahn. Daher forderte Anfang 2005 Adrien Zeller, der Präsident der Région Alsace, die Ausweitung des deutschen Mautsystems Toll Collect auf die elsässische Strecke.
Eisenbahnnetz
Da die Vogesen nur über die Zaberner Steige, die Burgundische Pforte und einige weniger zugängliche Pässe überwindbar sind, gibt es verschiedene Projekte, das Elsass besser an den Rest Frankreichs anzuschließen:
- Der TGV Ost von Paris nach Straßburg; (im Bau, Fertigstellung gegen 2007)
- Der TGV Rhein-Rhône von Dijon nach Mülhausen (Baubeginn ab 2006)
- Eine Verbindung mit dem deutschen ICE über Kehl
- Die Stadtbahn von Mülhausen, die bereits in Bau ist, und von Straßburg(2011)
Der Vogesentunnel von Sainte-Marie-aux-Mines (Markirch) nach Saint-Dié-des-Vosges (dt. St. Didel) war bis 1973 ein Eisenbahntunnel. Seit 1976 ist er als Mautstrecke dem Straßenverkehr vorbehalten. Der Tunnel ist von 2004 bis 2007 zur Erweiterung der Sicherheitsvorrichtungen gesperrt.
Wasserstraßen
In den elsässischen Häfen werden über 15 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Drei Viertel davon entfallen auf Straßburg, das den zweitgrößten Binnenhafen Frankreichs hat. Die Erweiterung des Rhein-Rhône-Kanals, der die Rhône und damit das Mittelmeer mit dem mitteleuropäischen Flussnetz (Rhein) und damit der Nordsee und der Ostsee verbindet, wurde 1998 wegen der Kosten und der Zerstörung der Landschaft, vor allem im Tal des Doubs, eingestellt.
Flugverkehr
Es gibt im Elsass zwei internationale Flughäfen:
- Der Aéroport International Strasbourg bei Entzheim im Südwesten von Straßburg
- Der Flughafen Basel-Mülhausen-Freiburg (EuroAirport Bâle-Mulhouse-Fribourg) zwischen Mülhausen und Basel
Beide Flughäfen hatten zusammen 1998 ein Aufkommen von 5.155.380 Passagieren.
Sprache der Elsässer
Seit der alemannischen und fränkischen Besiedelung im frühen Mittelalter wurde im Elsass mehrheitlich Elsässerdeutsch gesprochen. Dieser
alemannische Dialekt weist – wie jeder deutsche Dialekt – große regionale Unterschiede auf, insbesonders zwischen Nord (Straßburg) und Süd (Mülhausen).
Nach der Eroberung des Elsass durch französische Truppen 1639 blieb deutsch oder der elsässische Dialekt bis zur Zeit der Französischen Revolution die beherrschende Sprache. Nach der Französischen Revolution änderte sich die Sprachpolitik des französischen Staates, der danach für Frankreich die sprachliche Einheit propagierte. So drang die französische Sprache insbesondere in Straßburg sowie in bürgerlichen Kreisen der anderen Städte vor. Auf dem Land dagegen konnten die Maßnahmen der französischen Staatsmacht den Dialekt nicht grundlegend ändern. Hier breiteten sich allenfalls französische Wörter aus, die jedoch in den meisten Fällen der angestammten alemannischen Grammatik und Betonung unterworfen wurden.
Mit dem Anschluss des Elsass an das Deutsche Reich 1871 wurde Deutsch wieder als Amtssprache eingeführt. Die Sprachenfrage wurde in einem Gesetz vom März 1872 zunächst so geregelt, dass grundsätzlich die amtliche Geschäftssprache deutsch war, jedoch in den Landesteilen mit überwiegend französisch sprechender Bevölkerung den öffentlichen Bekanntmachungen und Erlassen eine französische Übersetzung beigefügt werden sollte. In einem weiteren Gesetz von 1873 wurde für die Bezirksverwaltungen von Lothringen und die Kreisverwaltungen derjenigen Kreise, in denen die französische Sprache ganz oder teilweise Volkssprache war, der Gebrauch des Französischen als Geschäftssprache zugelassen.
In einem Gesetz über das Unterrichtswesen von 1873 wurde geregelt, dass in den Gebieten mit Deutsch als Volkssprache diese auch ausschließliche Schulsprache war, während in den Gebieten mit überwiegend französisch sprechender Bevölkerung der Unterricht ausschließlich in französischer Sprache gehalten wurde.
Als das Elsass 1918 wieder an Frankreich fiel, betrieb der französische Staat eine sehr restriktive Sprachpolitik. In Schule und Verwaltung war ausschließlich die französische Sprache zugelassen, zeitweise wurde bei Strafe verboten, Elsässisch zu sprechen. Ziel dieser Politik war, den elsässischen Dialekt (ebenso wie die anderen Minderheitensprachen in Frankreich wie Bretonisch, Korsisch oder Okzitanisch) systematisch durch die französische Hochsprache zu verdrängen. Als Folge dieser Politik ist Elsässerdeutsch heute vom Aussterben bedroht.
In den Schulen wird die Hochdeutsche Schriftsprache überwiegend als eine Fremdsprache unterrichtet, ansonsten Französisch. In bilingualen Schulen wird der Unterricht allerdings in Hochdeutsch gehalten. Im September 2003 besuchten 13.000 Kinder im Elsass diese bilinguale Schulform. Die Mehrheit der älteren deutschen Generation spricht umgangssprachlich weiterhin ihre elsässische Mundart; die jüngeren Generationen, insbesondere in den größeren Städten, sprechen vorwiegend Französisch, was aber auch auf eine stärkere Durchmischung der Bevölkerung und intensivere Kontakte zu anderen französischen Zentren zurückzuführen sein dürfte.
Nach Angaben des in Straßburg ansässigen „Amts für Sprache und Kultur im Elsass“ (Office pour la Langue et Culture d’Alsace – OLCA) sprechen noch 600.000 Menschen elsässisch. Vor allem im ländlichen Raum, in Dörfern und kleineren Städten, leistet die regionale Sprachkultur noch Widerstand gegen das Verschwinden dieser deutschen Mundart. Unter dem Motto "E Friehjohr fer unseri Sproch" finden sich seit 2001 Theater- und Musikgruppen, Mundartdichter, Heimatvereine und Sprachpfleger zusammen, um Werbung für den Erhalt des Elsässischen zu machen. Zudem subventioniert der Regionalrat Kurse in Elsässerditsch.
Intellektuelle, etwa Liedermacher und Dichter (z. B. André Weckmann) beschreiben die Tragödie des langsamen Aussterbens des elsässischen Dialekts (siehe auch dort).
Kulinarische Spezialitäten
- Tarte flambée (Flammkuchen)
- Gugelhupf (schwerer Hefe-Napfkuchen)
- Tarte aux pommes (Elsässer Apfelkuchen)
- Bretele (Butterplätzchen mit Zimt und Nüssen)
- Mignardises (süße Törtchen)
- Friands (süße Teigpasteten)
- Crémant (elsässischer Sekt)
- Baeckeoffe (= "Bäckerofen", Eintopf aus Fleisch, Kartoffeln und Zwiebeln, das elsässische Hauptgericht)
- Galettes de pommes de terre (kleine Kartoffelpfannkuchen)
- Choucroute (Sauerkraut)
- Quiche Lorraine
- Coq au vin (unter Verwendung von Elsässer Riesling)
- Foie gras (Paté aus der Leber gestopfter Gänse oder Enten)
- Munster (intensiv schmeckender, cremiger Käse mit rötlicher Kruste)
Siehe auch
- Liste der Präsidenten des Regionalrates des Elsass seit 1986
- Liste deutsch-französischer Ortsnamen im Elsass
Zeitungen, Zeitschriften, Periodika
- [http://www.dna.fr/ Dernières Nouvelles d'Alsace/Tageszeitung (französisch) Online-Ausgabe]
- [http://www.dna.fr/bilingue/ DNA (deutsch, bilingual)]
- [http://www.dna.fr/france/ DNA, Frankreich-Ausgabe (französisch)]
- [http://www.dna.fr/monde/ DNA, internationale Ausgabe (französisch)]
- [http://www.lalsace.fr/ L'Alsace/Tageszeitung (französisch) Online-Ausgabe]
Literatur
- Haeberlin, Marc (2004): Elsass, meine große Liebe. Orselina: La Tavola, 279 S., zahlr. Farbfotos ISBN 3-9099-0908-6 [http://www.bad-bad.de/buecher/haeberlin.htm - Rezension] über das "Schlaraffia" Elsass
- Ungerer, Tomi (2004): Elsass. Das offene Herz Europas. Straßburg: Édition La Nuée Bleue / DNA, 48 S., 40 farb. Abb. ISBN 2-7165-0618-3
- (2001): Das Elsass. Ein literarischer Reisebegleiter. Frankfurt a.M.: Insel Verlag, 251 S., mehr. Abb. ISBN 3-4583-4446-2 - Impressionen von fünfzig Schriftsteller/-innen aus fünf Jahrhunderten über das Elsass
- Vogler, Bernard und Lersch, Hermann (2000): Das Elsass. Morstadt: Éditions Ouest-France, 127 S., 240 meist farb. Abb. ISBN 3-8857-1260-1 [http://www.perlentaucher.de/buch/5241.html - Rezension]
- Schreiber, Hermann (1996): Das Elsass und seine Geschichte, eine Kulturlandschaft im Spannungsfeld zweier Völker. Augsburg: Weltbild, 358 S., Ill. (vergriffen)
- Faber, Gustav (1989): Elsass. München: Artemis-Cicerone Kunst- und Reiseführer (vergriffen)
- Mehling, Marianne (Hrsg.): Knaurs Kulturführer in Farbe Elsass. München: Droemer Knaur, 1984, 259 S., überw. Ill. (vergriffen)
Weblinks
- [http://www.unibas.ch/schulen/wgym/projekte/regio/geschichte/geschichteelsass.html Geschichte des Elsass in 17 Stichpunkten]
- [http://www.visit-alsace.com/librairie/index_de.html Geschichte des Elsass mit kurzen Artikeln] von visit-alsace.com
- [http://www.bad-bad.de/elsass/ausfl.htm Museen und Ausflugsziele im Elsass]
- [http://www.bad-bad.de/elsass/goethe.htm auf den Spuren Goethes im Elsass]
- [http://www.literaturreisen.com/literaturreisen/strassburg_sturm_drang.html auf den Spuren der Stürmer und Dränger durchs Elsass]
- [http://www.promsundgau.com Promsundgau]: Sundgau ist eine Region im Süden von Elsass
- [http://www.alsace-route-des-vins.com/NewVersion/index.cfm/Language/De.cfm die elsässische Weinstrasse im Detail]
- [http://www.sdv.fr/judaisme/synagog/index.htm elsässische Synagogen]
- [http://www.friehjohr.olcalsace.org/ „E Friehjohr fer unseri Sproch - Un printemps pour notre langue“]: Initiative zur Erhaltung der Zweisprachigkeit im Elsass
- [http://www.pwgester.de/starter/elsas.html Elsass-Portale und weitere Literaturempfehlungen]
- [http://www.alsace-passion.com/deut/index_de.htm Um die Dörfer und Städte des Elsass zu besichtigen]
Kategorie:Elsass
Elsass
Kategorie:Historische Landschaft
als:Elsass
ja:アルザス地域圏
ms:Alsace
Reformierte KircheDie Reformierte Kirche (Reformierter Bund, gelegentlich auch Evangelisch-Reformierte Kirche) ist eine vor allem auf das reformatorische Wirken von Huldrych Zwingli in Zürich und Johannes Calvin in Genf zurück gehende Kirche.
1522: Fastenbrechen als "Urdatum"
"Urdatum" ist das Wurstessen bei dem Züricher Bürger Christoph Froschauer, einem Druckereibesitzer, an Invokavit 1522 (9. März), also dem ersten Sonntag der vorösterlichen Fastenzeit. Zwingli soll an dem Wurstessen zwar nicht teilgenommen haben, aber anwesend gewesen sein. Als Priester verteidigte er den Fastenbruch: Das Fastengebot sei ein menschliches Gesetz und deshalb nicht unbedingt gültig. Nur göttlichen Gesetzen müsse der Mensch unbedingten Gehorsam leisten. Die göttlichen Gesetze aber findet Zwingli in der Bibel (zum Ganzen vgl. den folgenden Link [http://www.zwingli.ch/a-z/wurst.htm]).
:Die Invokavit-Woche 1522 stellt zugleich auch für die lutherische Reformation ein wichtiges Datum dar. Luther hielt in dieser Woche seine berühmt gewordenen "Invokavitpredigten", in denen er sich mit Bildersturm und radikalen Wendungen der Reformation in Wittenberg auseinandersetzte.
1529: Marburger Religionsgespräche
Ein Zusammenschluss mit dem lutherischen Zweig der Reformation gelang nicht, vor allem weil in der Abendmahlsfrage keine Einigung erzielt werden konnte (Marburger Religionsgespräch 1529 zwischen Luther und Zwingli). Luther hielt an der wirklichen Gegenwart (Realpräsenz) von Leib und Blut Christi in den Gestalten des Mahls fest.
1563: Heidelberger Katechismus
Das wichtigste reformierte Dokument des 16. Jahrhunderts in Deutschland stellt der Heidelberger Katechismus dar. Zugleich dokumentiert dieser Katechismus die innerreformierte Spaltung: Während sich im Gefolge von Zwinglis Theologie in Zürich, Bern, Basel und anderen Orten eine sehr enge Verzahnung von politischer und geistlicher Führung herausbildete, arbeitete Calvin in seiner Institutio eine biblisch begründete Kirchenordnung heraus, die die Ämter von Presbyter und Pfarrer als Gemeindeleitung sowie daneben die Ämter des Diakons und des Lehrers kennt; zudem wird die Kirchenzucht betont, die den Presbytern obliegt ([http://www.ubf-net.de/heidelberg/hdkat/hdkat2f.htm#82 Heidelberger Katechismus Frage 82-85]; bedeutende Folgen bei Paul Schneider).
Ausbreitung
Während sich in den deutschen und niederländischen Gebieten die Genfer Richtung durchsetzte, war Bullinger mit seinen Bemühungen in England mehr Erfolg beschieden. - Das Waadtland nahm eine Zwischenstellung ein. Die Reformation in diesem Berner Untertanengebiet wurde von Bern und Zürich her angestoßen; später geriet es aber - als vor allem französischsprachiges Territiorium - unter starken Genfer Einfluss. So behielt es zwar im Wesentlichen die zwinglische Theologie bei, führte aber unter Genfer Druck das calvinische Kirchenmodell ein.
Reformierte Kirchen und Gemeinden sind heute außer in der Schweiz vor allem in den Niederlanden und in Schottland verbreitet, in Deutschland auf dem Hunsrück, am Niederrhein, im Bergischen Land wie z.B. in Wuppertal, im Siegerland, in Nordwestdeutschland (vor allem Grafschaft Bentheim und Ostfriesland), im Ravensberger Land, an der Plesse, in Bayern (siehe Evangelisch-reformierte Kirche - Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland) und in Lippe (siehe Lippische Landeskirche). Ihr äußeres Charakteristikum ist in vielen Fällen die Sparsamkeit der Kirchenausstattung, liturgisch fällt die Vorrangstellung des Wortes auf; so kannte der Gottesdienst in Zürich zur Zeit Zwinglis keine Gesänge, Calvin führte den Psalmengesang ein, was zum weit verbreiteten "Genfer Psalter", einer Sammlung von Nachdichtungen der biblischen Psalmen, führte.
In Sachsen wurde 1601 der ehemalige Kanzler Nikolaus Krell als des Kryptokalvinismus Beschuldigter auf Betreiben der sächsischen Kurfürstin-Witwe Sophie von Brandenburg hingerichtet. Sein Ziel war eine europäische Union aller Protestanten und die Beendigung des Bruderkrieges zwischen den beiden Kirchen der Reformation, der "lutherischen" und der "reformierten" Kirche.
Seit dem 19. Jahrhundert gibt es in Deutschland (Preußen) – dessen Herrscherhaus, die Hohenzollern, reformierten und dessen Bevölkerungsmehrheit lutherischen Glaubens war – und anderen Teilen der Welt zahlreiche Kirchenunionen unter Beteiligung reformierter Kirchen und Gemeinden. In der Leuenberger Konkordie von 1973 wird erklärt, dass und inwiefern der innerprotestantische Dissens in der Abendmahlslehre nicht mehr kirchentrennend sei.
Zu den reformierte Kirchen gehören auch Presbyterianer und Kongregationalisten.
Besonders bedeutende reformierte Theologen des 16. Jahrhunderts waren:
Zürcher Richtung:
- Ulrich Zwingli
- Heinrich Bullinger
Genfer Richtung:
- Johannes Calvin
- Theodor Beza
- Guillaume Farel (auch: Wilhelm Farel)
Schottland:
- John Knox
Lehre
der Mensch ist von Natur aus ein Sünder und kann nur durch Jesus Christus errettet werden.
Man soll eigenes Glück nicht völlig vor Gott stellen.
Nur die Heilige Schrift und der Katechismus sind als Gottes Wort zu verstehen.
Alles was nicht in der Bibel steht ist nicht Gottes Wort.
Weblinks
Internationale Seiten
- [http://www.warc.ch/de/index.html Reformierter Weltbund]
- [http://www.reformiert-online.net Reformiertes Internetportal für den deutschsprachigen Raum]
- [http://www.reformed.org was "reformiert historisch wirklich bedeutet]
- [http://www.berg-giessen.de ausgezeichnete reformierte Theologie]
Deutschland
- [http://www.reformierter-bund.de Reformierter Bund (Deutschland)]
- [http://www.altreformiert.de Evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen]
- [http://www.reformiert.de Evangelisch-reformierte Kirche (Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland)]
- [http://www.lippische-landeskirche.de Lippische Landeskirche]
- [http://www.berg-giessen.de Bekennende Evangelisch-reformierte Gemeinde Giessen]
Österreich
- [http://www.reformiertekirche.at Evangelische Kirche H.B. in Österreich]
- [http://www.reformed.org Was "reformiert" wirklich bedeuted]
Schweiz
- [http://www.ref.ch Evangelisch-reformierte Kirchen der Schweiz]
- [http://www.sek-feps.ch Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund]
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1632
Politik und Weltgeschehen
- 16. März Belagerung der Stadt Donauwörth durch schwedische Truppen
- 15. April: Schlacht bei Rain am Lech
- 16. November: Dreißigjähriger Krieg: In der Schlacht bei Lützen treffen schwedische und kaiserliche Truppen aufeinander. König Gustav II. Adolf fällt im Kampf
- Galileo Galilei veröffentlicht sein Werk „Dialog über die beiden Weltsysteme“
- Tartu, Estland. Der schwedische König Gustav II. Adolf gründet eine Universität
- 8. Januar: Samuel von Pufendorf, deutscher Naturrechtsphilosoph und Historiker († 1694)
- 29. Januar: Johann Georg Graevius, deutscher klassischer Philologe und Textkritiker († 1703)
- 18. Februar: Giovanni Battista Vitali, italienischer Violinist, Sänger und Komponist († 1692)
- 21. Februar: Aegidius Strauch, Theologe († 1692)
- 8. Mai: Heino Heinrich Graf von Flemming, Heerführer, Generalfeldmarschall und Gouverneur von Berlin († 1706)
- 2. August: Kaspar Stieler, deutscher Gelehrter und Sprachwissenschaftler († 1707)
- 29. August: John Locke, ein Hauptvertreter des Empirismus, Vater der modernen Erkenntniskritik und Begründer des materialistischen Sensualismus († 1704)
- 20. Oktober: Christopher Wren, britischer Mathematiker und Astronom († 1723)
- 24. Oktober: Antoni van Leeuwenhoek, niederländischer Naturforscher und Mikroskopbauer († 1723)
- 31. Oktober: Johannes Vermeer, niederländischer Maler († 1675)
- 23. November: Jean Mabillon, Begründer der Historischen Hilfswissenschaften († 1707)
- 24. November: Baruch de Spinoza, niederländischer Philosoph († 1677)
- 28. November: Jean-Baptiste Lully, italienischer Komponist französischer Abstammung († 1687)
- 23. Februar: Giovanni Battista Basile, Gilt gemeinhin als Europas erster großer Märchenerzähler ( - 1575)
- 15. März: Moritz, regierte Hessen-Kassel von 1592 bis 1627 ( - 1572)
- 20. April: Johann Tserclaes Graf von Tilly, Feldherr ( - 1559)
- 30. April: Sigismund III. Vasa, König von Polen ( - 1566)
- 10. Mai: Louis de Marillac, französischer Heerführer und Staatsmann, Marschall von Frankreich ( - 1573)
- 28. Juni: George Calvert Baltimore, englischer Staatsmann ( - 1578)
- 3. August: Josua Stegmann, deutscher Theologe und Kirchenliederdichter ( - 1588)
- 3. September: Carlo Bonone, italienischer Maler ( - 1569)
- 6. Oktober: Wilhelm Heinrich von Bentheim-Steinfurt, Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft, Graf, Domherr von Straßburg ( - 1584)
- 30. Oktober: Henri II. de Montmorency, französischer Heerführer, Großadmiral, Marschall, Vizekönig und Gouverneur ( - 1595)
- 16. November: Gustav II. Adolf, schwedischer König von 1611 bis 1632 fällt in der Schlacht bei Lützen) ( - 1594)
- 19. oder 29. November: Friedrich V., Winterkönig von Böhmen, Kurfürst von der Pfalz ( - 1596)
- 17. November: Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim, Befehlshaber eines bekannten Kürassier-Regiments in habsburgischen Diensten ( - 1594)
- 27. November: John Eliot (Politiker), englischer Politiker im Vorfeld des englischen Bürgerkriegs ( - 1592)
ko:1632년
Dordrecht
Dordrecht ist eine Stadt in der niederländischen Provinz Südholland; mit einer Bevölkerung von 119.821 (Stand: 2004) auf einer Fläche von 99,45 km² ist die Stadt die drittgrößte in der Provinz. In der Stadt teilt sich der Beneden Merwede in den Kanal Noord, die Oude Maas und den Dordtse Kil.
Das Stadtgebiet erstreckt sich über die ganze Dordrechter Insel, während das Kerngebiet der Stadt sich im Nordwesten befindet.
Neben Werften finden sich holz- und metallverarbeitende Industrie sowie ein kleinerer Seehafen in der Stadt.
Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.
Sehenswürdigkeiten
- der Flusskai und das Groothoofds-Tor
- die gotische Grote Kerk („Große Kirche“) mit unvollendetem Turm, den man besteigen kann
- Kanäle
- Kaufmannshäuser, darunter das Museum „Simon van Gijn“, im Stil des ausgehenden 19. Jahrhundert eingerichtet, mit Kunst- und Raritätensammlungen
- „Het Hof“, ehemaliges Augustinerkloster, später Hof des Statthalters, jetzt Kulturzentrum
- Dordrechts Museum, mit zum Teil sehr bedeutenden Gemälden aus dem 17. - 19. Jahrhundert: dient bis 2008 als Ausweichadresse vieler Gemälde aus dem 19. Jahrhundert aus dem Amsterdamer Rijksmuseum, das bis 2008 restauriert wird.
- Giebelhäuser in der Wijnstraat („Weinstraße“); viele beherbergen eine Antiquitätenhandlung oder ein Antiquariat
- Südlich und östlich der Stadt liegt der Nationalpark De Biesbosch, ein Feuchtgebiet.
Geschichte
Dordrecht erhielt seine Stadtrechte 1220, womit die Stadt die älteste im ehemaligen Holland (aber nicht in den Niederlanden]] !) ist. 1421 wurden mit der Sankt-Elisabeth-Flut große Teile Südhollands überschwemmt, wodurch Dordrecht zur Insel wurde. Die strategisch wertvolle Lage der Stadt, die auch ein Stapelrecht hatte, machte sie zu einem wichtigen Handelszentrum (etwa ab 1299). Handelsgüter am Orte waren Wein, Holz und Getreide.
1572 kamen Repräsentanten aller Städte der Niederlande in Dordrecht (im Gebäude „Het Hof“) zusammen und erklärten ihre Unabhängigkeit von Spanien und machten Wilhelm von Oranien zu ihrem Führer. 1618/1619 fand in Dordrecht als Dordrechter Synode eine wichtige religiöse Zusammenkunft der zwei reformierten holländischen Kirchen statt, um die Statenvertaling, die Übersetzung der ersten holländischen Bibel zu beratschlagen. Im 18. Jahrhundert nahm die Bedeutung von Dordrecht zugunsten Rotterdams erheblich ab.
Söhne und Töchter der Stadt
- Aert de Gelder, holländischer Maler
- Bartholomeus Assteyn, niederländischer Kunstmaler
- Nicolaas Bloembergen, US-amerikanischer Physiker
- Albert Cuyp, holländischer Maler
- Nicolaes Maes, Maler
- Ary Scheffer, französischer Radierer und Bildhauer
- Samuel van Hoogstraeten, niederländischer Maler
- Johan de Witt, niederländischer Politiker, Ratspensionär von 1653 - 1672
Städtepartnerschaften
Dordrecht unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:
- Recklinghausen (Deutschland), seit 1974
- Hastings
- Bamenda
Weblinks
- [http://www.dordrecht.nl Webseite der Gemeinde]
- [http://www.dordrechtsmuseum.nl Webseite des Dordrechts Museum]
- [http://www.het-hof.nl Webseite des Kulturzentrums „Het Hof“ (nl,en,de,es,fy)]
- [http://www.simonvangijn.nl Webseite des Museums „Simon van Gijn]“
Kategorie:Ort in den Niederlanden
MeidungMeidung ist der Abbruch aller sozialen Beziehungen zu einer Person, die eine religiöse Gemeinschaft verlassen hat oder von ihr ausgeschlossen wurde, aufgrund interner Regeln der Gemeinschaft.
Meidung ist ein wesentlich schärferer sozialer Bruch als Exkommunikation und kann bei Leuten, die jahrelang in einer solchen Gemeinschaft lebten, zu einem Verlust praktisch sämtlicher sozialer und familiärer Beziehungen führen. Religiöse Gemeinschaften, die Meidung praktizieren, erwarten in der Regel auch von Ehepartnern, Eltern, Kindern und Geschwistern, dass sie die Beziehung zum Ausgetretenen abbrechen. Von daher wirkt die Tatsache, dass eine Gemeinschaft Meidung praktiziert oft als psychologischer Druck, in der Gemeinschaft zu bleiben.
In vielen Fällen wird die Praxis der Meidung von den betreffenden Religionsgemeinschaften gegenüber der Öffentlichkeit nicht als offizielle Regelung hingestellt. Stattdessen wird zum Beispiel erklärt, dass es sich um die Entscheidung des einzelnen Mitglieds handle, mit dem Betreffenden nicht mehr zu verkehren, oft werden Beziehungsprobleme vorgeschoben. Allerdings berichten ehemalige Mitglieder der gleichen Gemeinschaften, dass es sich bei der Meidung tatsächlich um eine interne Regelung der Gemeinschaft und nicht um individuelle Entscheidungen handle, und dass Mitglieder, die sich weigern, die Meidung zu praktizieren, intern unter Druck gesetzt und in manchen Gemeinschaften sogar selbst ausgeschlossen würden.
Meidung wird beispielsweise von den Zeugen Jehovas, den Amischen, den Hutterern, den Bruderhöfern und Scientology praktiziert. Auch konservative Muslime praktizieren oft Meidung, zusammnegeasst in der Regel Al-wala' wa-l-bara', wenn sie "vom Glauben Abgefallene" (murtaddun) nicht sogar töten. Einige Richtungen des orthodoxen Judentums praktizieren ebenfalls die Meidung.
Siehe auch Exkommunikation, Apostasie
Kategorie:Religion
18. Jahrhundert
Das 18. Jahrhundert begann am 1. Januar 1701 und endete am 31. Dezember 1800. Es zählt zur Epoche der Neuzeit, gilt im Rahmen der europäischen Geschichte als eine Krönung der Aufklärung - man spricht auch von der Zeit der Spätaufklärung. Nachdem bereits seit der Renaissance und vermehrt im 17. Jahrhundert Forscher und Denker wie Galilei, Newton und Descartes Grundlagen geschaffen hatten, entwickelte sich die neuzeitliche Wissenschaft weiter, gab der Landwirtschaft und Warenproduktion (Manufaktur/ früher Industrialismus) neue Impulse, Ursprünge moderner Wirtschaftswissenschaft wurden erarbeitet - durch Adam Smith z. B. In Begleitung von Voltaire und Jean-Jacques Rousseau kam es auch zum Aufblühen einer Philosophie der Aufklärung. Neue Projekte wie die Enzyklopädie (Denis Diderot u. a.) bargen neben rein sachlichen Wissenssammlungen auch brisante Inhalte, beeinflussten die späteren politischen Revolutionen des Jahrhunderts. In Deutschland kam ein neues Durchsetzungskraft des Mittelstandes z. B. in den Werken Gotthold Ephraim Lessings zum Ausdruck. Mit der Aufklärung erweiterten auch die Vertreterinnen der Frauenemanzipation ihr Wirkungsfeld (Mary Wollstonecraft u. a.).
Ereignisse/Entwicklungen
- Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika
- Französische Revolution 1789
- Gründung der Zulu-Nation
- Die Aufklärung
- In London entwickelt sich anfangs Jahrhundert eine florierende Wertpapierbörse
- Wissenschaftliche Entdeckungen und Frühphase der Industriellen Revolution.
- Die Kleine Eiszeit (1500-1850) erreicht um 1750 ihren Höhepunkt.
- Die Parlamente von Schottland und England bilden das Vereinigte Königreich von Großbritannien
- James Cook umrundet die Welt in den 1770ern.
- Beginn der europäischen Besiedlung Australiens 1788.
- Napoleonische Truppen entdecken 1799 den Stein von Rosetta.
- Wars of Empire zwischen Großbritannien, Frankreich, Spanien, Österreich.
- siehe auch Spanischer Erbfolgekrieg 1701-1714 (engl. Queen Anne's War), Österreichischer Erbfolgekrieg, War of Jenkins Ear, Siebenjähriger Krieg (engl. French and Indian War). Besiegelt den Aufstieg Großbritanniens zur Großmacht.
Persönlichkeiten
- James Watt, schottischer Erfinder.
- Johann Sebastian Bach, Komponist
- Canaletto, italienischer Maler
- James Cook, englischer Entdecker
- Denis Diderot, französischer Schriftsteller und Philosoph
- Leonhard Euler, schweizer Mathematiker
- Henry Fielding, englischer Schriftsteller
- Benjamin Franklin, amerikanischer Erfinder und Diplomat
- Friedrich II. von Preußen, König
- Thomas Gainsborough, englischer Maler
- Johann Wolfgang von Goethe, Dichter, Naturwissenschaftler, Kunsttheoretiker und Staatsmann
- Oliver Goldsmith, englischer Schriftsteller
- Thomas Gray, englischer Dichter
- Joseph Haydn, Komponist
- William Hogarth, englischer Maler
- David Hume, schottischer Philosoph
- Thomas Jefferson, amerikanischer Politiker
- Immanuel Kant, deutscher Philosoph
- Angelika Kauffmann, schweizerische Malerin
- Katharina II. (genannt: Katharina die Große)
- Gotthold Ephraim Lessing, deutscher Schriftsteller
- Georg Christoph Lichtenberg, deutscher Aphorist
- Michail Lomonossow, russischer Universalgelehrte
- Anton Raphael Mengs, deutscher Maler
- Wolfgang Amadeus Mozart, Komponist
- Isaac Newton, englischer Physiker
- Joshua Reynolds, englischer Maler
- Jean-Jacques Rousseau, französischer Schriftsteller und Philosoph
- Friedrich Schiller, deutscher Dichter und Schriftsteller
- Laurence Sterne, englischer Schriftsteller
- Alexander Suworow, russischer Feldmarschall
- Jonathan Swift, irischer Schriftsteller
- Bertel Thorvaldsen, dänischer Bildhauer
- Giovanni Battista Tiepolo, italienischer Maler
- Voltaire, französischer Schriftsteller und Philosoph
- Johann Philipp Lorenz Withof, Dichter und Philosoph, Verfasser philosophischer Lehrgedichte
- Maria Theresia, Erzherzogin von Österreich, Königin Ungarns und Böhmens
- Christian Wolff, Universalgelehrter, Philosoph, Jurist und Mathematiker
Erfindungen und Entdeckungen
- Cotton Gin von Eli Whitney
- John Harrisons Chronometer löst das Längenproblem der Navigation der Seefahrt
- Verbesserte Dampfmaschinen durch Thomas Newcomen und James Watt
- Dampfboot
- Dampfwagen
- Heißluftballon
- Fallschirm
- optischer Telegraph
- Blitzableiter
- Kreissäge
- Steindruck / Lithographie
- Impfung
- Quecksilberthermometer
- diverse Innovationen der Textilindustrie, u. a. programmierbare Webstühle
01-18
!
ja:18世紀
ko:18세기
Pennsylvania
Pennsylvania [] beziehungsweise deutsch Pennsylvanien (lat. für „Penns Waldland“), offizieller Name "Commonwealth of Pennsylvania", ist ein nach William Penn benannter Bundesstaat im Osten der USA. Er grenzt im Osten an New Jersey, im Südosten an Delaware, im Süden an Maryland, im Südwesten an West Virginia, im Westen an Ohio und im Norden an New York und den Eriesee.
Geschichte
Eriesee
Ursprünglich war Pennsylvania das Siedlungsgebiet der von Irokesen und europäischen Kolonisten ausgerotteten Susquehannock. 1643 ließen sich die ersten Siedler aus Schweden kommend nieder. Später gelangte es unter die Kontrolle von England. König Charles II. verlieh an William Penn eine Besitzurkunde für das Gebiet des heutigen Staates, dort siedelten sich Quäker an.
Die Stadt Philadelphia wird als Wiege der Nation bezeichnet: die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung und die Verfassung der USA wurden hier unterzeichnet.
Seit dem ausgehenden 19.Jahrhundert, als bedeutende Ölvorkommen entdeckt wurden, wuchs die Schwerindustrie beständig. Für die Kohleförderung und die Stahlindustrie wurden viele Arbeiter benötigt, so dass der Staat viele Einwanderer aus Europa anzog. Seit dem Niedergang der Schwerindustrie unternimmt Pennsylvania große Anstrengungen, den nötigen Strukturwandel durchzuführen.
Siehe auch Liste der Gouverneure von Pennsylvania
Bevölkerung
Pennsylvania ist mit 103 Einwohnern/km² einer der am dichtest besiedelten Bundesstaaten der USA.
Circa 88 Prozent der Einwohner sind Weiße und 9 Prozent sind afroamerikanischer Herkunft. Der Bundesstaat wurde zu einem Zentrum deutschsprachiger Einwanderer, der Pennsylvania Dutch, unter ihnen Mennoniten und Amische. Diese ließen sich vor allem im Süden, besonders im Lancaster County, nieder. Berks County wurde im 18. Jahrhundert überwiegend von evangelischen Deutschen besiedelt.
Geografie
Der Hauptfluss durch das Land heißt Allegheny River. Ab Pittsburgh heißt der Fluss Ohio River. Pennsylvania ist geprägt durch Laubwälder und Hügelland. Im Osten des Landes findet man das Mittelgebirge der Appalachen.
Im Süden des Bundesstaates liegt die archäologisch interessante Ausgrabungsstätte Meadowcroft.
- Liste der Countys in Pennsylvania
Größte Städte
Siehe auch Liste der Städte in Pennsylvania
Sport
Es gibt zwei bekannte Eishockey-Teams: In Pittsburgh die Pittsburgh Penguins und in Philadelphia die Philadelphia Flyers. Außerdem ist dort die Basketball-Mannschaft der Philadelphia 76ers, die Football-Mannschaft der Philadelphia Eagles und die Baseball-Mannschaft der Philadelphia Phillies beheimatet.
Weblinks
- [http://www.state.pa.us/ Website des Bundesstaates Pennsylvania]
- [http://www.visitpa.com/visitpa/home.pa VisitPA (Touristik-Auskunft)]
- [http://www.padutchcountry.com/ Pennsylvania Dutch Country / Land der Pennsylvania-Deutschen (Touristik-Auskunft)]
- [http://www.dpak.de/ Deutsch-Pennsylvanischer Arbeitskreis e.V.]
- [http://www.pennsylvania.de/ Wirtschaftsförderung von Pennsylvania in Deutschland]
- [http://www.dcnr.state.pa.us/ Umwelt- und Naturschutzbehörde]
- [http://www.dcnr.state.pa | | |