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AmmeEine Amme stillt einen Säugling anstelle der Mutter mit Muttermilch. Dieser wurde dadurch zum Amming (als Wort außer Gebrauch gekommen). Die leiblichen Kinder der Amme waren seine "Milchgeschwister".
In der Mythologie wird die geheimnisvolle Acca Larentia als Amme von Romulus und Remus genannt, die nach ihrer Aussetzung zunächst durch die Milch einer Wölfin überlebten.
Soziologisch ist bedeutsam, dass sich (besonders in der europäischen Oberschicht bis an die Schwelle des 20. Jahrhunderts) Mütter früh als "Dauerpflegeperson" von ihren Kleinstkindern verabschiedeten und an ihrer Statt die Ammen zum festen Bestandteil des Hausgesindes wurden. Daraus ergab sich für die heranwachsenden Kinder oft die liebevolle Amme als eigentliche persönliche Vertrauensperson, was in der Literatur (vgl. William Shakespeares "Romeo und Julia") häufig aufgenommen wurde.
Noch um 1880 waren im Stadtbild Berlins die mit ihren Pfleglingen ausgehenden Ammen aus der Niederlausitz in ihrer sorbischen Tracht auffällig (Volksmund: Wennste 'ne Spreewaldamme hast, | die Dich genährt als Rangen, | dann kannste, wennste Zwanzig bist, | von ihr det nich verlangen.) In Bern wurden die letzten beruflichen Ammen in den 1950er Jahren in den Ruhestand geschickt.
Kategorie:Soziologie
Kategorie:Historischer Beruf
StillenAls Stillen wird die Ernährung des Säuglings und Kleinkinds an der Brust bezeichnet. Der etymologische Hintergrund des Wortes liegt wahrscheinlich darin, dass ein schreiendes Kind bei dieser Art der Ernährung "still" wird.
Da die Muttermilch auf die Bedürfnisse des Säuglings genau angepasst ist und ein ungestörtes Stillen zudem den Kontakt zwischen Mutter und Kind fördert, wird heute von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Innocenti-Declaration empfohlen, sechs Monate lang voll zu stillen, danach bis zum vollendeten 2. Lebensjahr neben geeigneter Beikost, und darüber hinaus so lange Mutter und Kind das wollen.
Die zweitbeste Ernährung für das Neugeborene ist die abgepumpte Milch (-->Pump-Stillen)(siehe:Muttermilchpumpe) der eigenen Mutter, an dritter Stelle kommt die abgepumpte Milch einer anderen Frau (-->Frauenmilchbank) und erst an vierter Stelle die künstliche Säuglingsnahrung.
Das Neugeborene wird unmittelbar nach der Geburt erstmalig und in der Folge alle 2 bis 3 Stunden "angelegt", später nach Bedarf des Kindes (free demand-Methode).
Geburt
Stillen bleibt die mit Abstand beste Ernährung für die ersten sechs bis neun Monate.
Milchbildung
Bereits während der Schwangerschaft beginnt sich die Brust auf die Produktion der Milch vorzubereiten. Wird nicht von Anfang an gestillt bzw. das Stillen unterbrochen, versiegt nach einiger Zeit der Milchfluss. Es gibt jedoch auch Frauen, die berichten, dass bei Ihnen auch Monate nach dem Abstillen noch Milch ausgelaufen sei.
Um stillen zu können, muss eine Frau nicht unbedingt schwanger gewesen sein. Die Milchbildung kann grundsätzlich auch ohne vorangegangene Schwangerschaft in Gang gebracht werden, was jedoch einer gründlichen und länger dauernden Vorbereitung bedarf. Auch adoptierte Kinder können so von ihren Adoptivmüttern gestillt werden.
Da auch der Mann über rudimentäre Brustdrüsen verfügt, kann es prinzipiell auch bei Männern zur Bildung von Milch kommen. Alexander von Humboldt berichtete 1799 über einen venezolanischen Bauern, der nach dem Tod seiner Frau sein Kind monatelang gestillt haben soll. In neuerer Zeit tritt das Phänomen der Milchproduktion nachweislich bei Männern auf, die mit weiblichen Hormonen behandelt werden, wie zum Beispiel gegen Prostatakrebs. Bei gestillten männlichen Babys tritt es sogar verhältnismäßig häufig in den ersten Lebenstagen auf. Dies wird durch die an ihn über die Muttermilch weitergegebenen milchbildungsfördernden Hormone ausgelöst (umgangssprachlich: Hexenmilch).
Relaktation
Hat eine Mutter abgestillt, kann sie auch Monate später die Stillbeziehung zu ihrem Baby/Kind wieder aufnehmen. Dies nennt man Relaktation.
Stillen eines Adoptivkindes
Eine Frau kann ein Baby, welches sie nicht selbst geboren hat, stillen. Dafür ist es notwendig, das Baby immer wieder anzulegen. Förderlich ist dazu ein Brustaufsatz, der an eine Milchflasche angeschlossen ist, so dass das Baby an der Brust saugt, aber tatsächlich Milch aus der Flasche erhält. Dadurch wird die Brust trainiert und das Kind bleibt motiviert, weiterhin an der Brust zu saugen.
Steigerung der Milchmenge
- Häufiges Anlegen des Babys
- Milchbildungsöl
- Milchbildungstee
Beikostbereitschaft, Abstillen, Abstillalter
Mit zunehmendem Alter des Säuglings, meist zwischen dem sechsten und neunten Monat wird sich die steigende Bereitschaft zur Aufnahme von Beikost zeigen. Ein Baby ist bereit für Beikost, wenn:
- der Zungenstoßreflex, durch den feste Nahrung automatisch aus dem Mund befördert wird, verschwunden ist,
- es Interesse an der Nahrung hat und Nahrung selbst zum Mund befördern kann,
- es allein sitzen kann,
- es ein gesteigertes Stillbedürfnis zeigt, das sich nicht nach wenigen Tagen wieder normalisiert und nicht auf andere Gründe, wie z.B. Zahnen, Erkrankung, Stress zurückzuführen ist.
Die Einführung von Beikost (also nicht Anstattkost) ist jedoch kein Grund abzustillen, denn das Stillen bietet weit über die ersten 6 Monate hinaus viele Vorteile.
Wird der Säugling nach Bedarf gestillt und darf es den Zeitpunkt des Abstillens selbst bestimmen, so liegt der Zeitpunkt des Abstillens nicht vor dem ersten Geburtstag. Betrachtet man das Säugeverhalten von Säugetieren und passt die Daten an den Menschen an, so würde sich ein Abstillalter zwischen 2,5 und 7 Jahren ergeben.
In jedem Fall sollte ein sanftes, d. h. ausschleichendes Abstillen angestrebt werden, gleichgültig, ob dies vom Kind oder von der Mutter ausgeht. Denn dadurch werden zum einen Verlustängste beim Säugling und körperliche Probleme, wie Milchstau bei der Mutter vermieden.
Beim natürlichen Abstillen nach Bedarf des Kindes wird das Kind mit steigender Entwicklung und Reife immer weniger und seltener gestillt werden wollen. Bei einem von der Mutter forcierten Abstillen sollte nur langsam, über Wochen hinweg, eine Stillmahlzeit nach der anderen durch eine Beikostmahlzeit ersetzt werden.
Übrigens: in Deutschland stehen jeder Mutter, die während der Stillzeit arbeitet, Stillpausen und weitere Sonderregelungen gesetzlich zu. Eine berufliche Tätigkeit ist also kein zwingender Grund zum Abstillen (vergleiche hierzu das Mutterschutzgesetz).
Still-Hindernisse und -Probleme
Nur sehr wenige Frauen (unter 5%) können nicht bzw. nur eingeschränkt stillen. Bei auftretenden Problemen sollte sich die stillende Mutter an eine Stillberaterin, eine Hebamme oder einen stillfreundlichen Mediziner wenden, um - immer im Hinblick auf das Gedeihen des Kindes - die Stillbeziehung mit möglichst wenig Stress für beide Seiten zufriedenstellend weiterführen zu können.
Es besteht Anspruch auf Hebammenhilfe während der gesamten Stillzeit.
- Das größte Stillhinderniss stellen Falsch- bzw. Mangelinformationen der Mütter, fehlende Unterstützung bzw. der fehlende Wille zum Stillen dar.
- Besonders häufig treten Stillprobleme auf, wenn der Säugling nicht nach Bedarf, sondern nach einem Zeitplan bzw. Mindeststundenabstand gestillt wird.
- Die Form der Brustwarzen hat keinen Einfluß darauf, ob eine Frau stillen kann oder nicht. Bei besonderen Merkmalen (sehr große Brustwarzen, Flach- oder Hohlwarzen) bedarf es allerdings in den meisten Fällen etwas mehr Geduld und der Unterstützung einer stillerfahrenen Beraterin. Bei Flach- oder Hohlwarzen kann bereits in der Schwangerschaft eine Art sanfte Umformung versucht werden, um den Stillstart einfach zu machen.
- Von einem Milchstau spricht man, wenn die Brust nicht in ausreichendem Maß geleert wird und es somit zu (vorübergehenden) teils schmerzenden Verhärtungen in der übervollen Brust kommt. Ein Milchstau kann sich unter Umständen zu einer Brust(-drüsen-)entzündung weiterentwickeln, die mit stillverträglichen Antibiotika behandelt werden kann. Eine Stillpause ist dagegen hinderlich für das Überwinden eines Milchstaus bzw. einer Brustentzündung, denn bei beidem steht die Entleerung der Übervollen Brust und das Einstellen der tatsächlich vom Kind benötigten Milchmenge im Vordergrund.
- Bei einer tatsächlich vorliegenden und nicht durch falsches Stillen selbst herbeigeführten Hypogalaktie (zu wenig Muttermilch), kann der Säugling durch Muttermilchspende oder "Zwiemilchernährung" ernährt werden, ohne dass die Mutter abstillen muss.
- Bei der Zwiemilchernährung, bei der neben dem Stillen mit der Flasche zugefüttert wird, kann eine Saugverwirrung auftreten. Das Trinken aus einer Flasche verlangt vom Kind ein weniger differenziertes Saugverhalten, so dass es unter Umständen an der Brust trinkfaul wird. Aus der Flasche läuft die Milch fast von allein, das Trinken verlangt lediglich eine Saug-Schluckbewegung. An der Brust muss sich das Kind mehr anstrengen, das Stillen erfordert eine Saug-Kau-Schluckbewegung. Hier sollten alternative Fütterungsmethoden angewandt werden, z. B. die Gabe mit einem Löffel, aus einem Becher oder mittels eines Brusternährungssets.
- In manchen Fällen "streiken" Säuglinge einige Stunden bis wenige Tage und wollen nicht an der Brust trinken, man spricht hier von Stillstreik, was keinesfalls ein Abstillen von Seiten des Säuglings bedeutet.
- Bei notwendigen Medikamenteneinnahmen in der Stillzeit, bei Operationen oder Zahnbehandlungen kann in vielen (Dank immer besserer Medikamente und Betäubungsmittel aber nicht allen!) Fällen eine Stillpause bzw. ein Abstillen erforderlich werden. Informationen zur Stillverträglichkeit können sich Ärzte und Stillende bei Forschungsinstituten einholen (siehe Weblinks).
- Es gibt einige Erkrankungen, die das Stillen einschränken, z.B. Psychosen und aufgrund der Ansteckungsgefahr Tuberkulose oder AIDS. Die relativ häufig auftretende postpartale Depression kann stillverträglich behandelt werden (siehe Weblinks).
- Bei Frühgeborenen ist die zumeist damit verbundene Saugschwäche zu beachten. Allerdings ist die von der Mutter gebildete Muttermilch in ihrer Zusammensetzung sehr gut an die Bedürfnisse eines Früh- bzw. Mangelgeborenen angepaßt. Sollte ein Stillen wegen Saugschwäche nicht direkt möglich sein, sollte die Mutter mit dem Abpumpen beginnen.
- Behinderungen des Kindes, wie z.B. Fehlbildungen im Verdauungs- und Atemtrakt, Herzfehler oder Hirnschädigungen können ein Stillen erschweren. Jedoch sind gerade für diese Kinder die besonders gute Nahrung Muttermilch und die Nähe und Geborgenheit wichtig, die sie durch das Stillen erhalten.
- In einigen Fällen liegt bereits im Säuglingsalter eine Laktose-Unverträglichkeit vor.
Stillberatung
Stillberatung leisten Hebammen im Rahmen der Nachsorge sowie sogenannte Stillberaterinnen, Mütter mit eigener Stillerfahrung und entsprechender Aus- und Weiterbildung. Sie bieten auf ehrenamtlicher Basis Mutter-zu-Mutter Beratungen bei Stilltreffen und in Stillgruppen an.
Die Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen e. V. (AFS) und die La Leche Liga Deutschland e.V. (LLL) bieten ehrenamtliche Stillberatung und Stillgruppenarbeit an und organisieren Ausbildungen zur Stillberaterin. Hauptziel dieser beiden Selbsthilfe-Organisationen ist die Förderung der Stillkultur in Deutschland und das Verbreiten fundierter Informationen rund ums Thema Stillen.
Des Weiteren gibt es auch professionelle Stillberaterinnen IBCLC (International Board Certified Lactation Consultant), die einen medizinischen Beruf ausüben und eine fundierte Ausbildung im Bereich des Stillens und der Stillberatung haben.
Sie arbeiten nicht kostenlos, in vielen Fällen übernimmt aber die Krankenkasse die Kosten dieser Beratung.
Stillen und Sexualität
Während des Stillens produziert der weibliche Körper das Hormon Prolaktin, das den Eisprung verhindern kann. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass das Stillen zu 98 % vor einer erneuten Schwangerschaft (für 6 bis 8 Monate nach der Geburt) schützt, wenn die Abstände zwischen den einzelnen Stillmahlzeiten maximal 4 bis 6 Stunden nicht überschreiten und die Regelblutung bei der Frau noch nicht wieder eingesetzt hat. Beim Abpumpen der Milch wird allerdings wesentlich weniger Prolaktin gebildet, als beim Stillen, weswegen nur das tatsächliche und regelmäßige Bruststillen weitgehend verlässlich schwangerschaftsverhütend wirkt.
Bei dem heutigen Lebensstil und vor allem durch unregelmäßigen Lebensrhythmus ist das Stillen jedoch kein wirklich verlässlicher Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft, deshalb ist auch während der Stillzeit Verhütung notwendig. Das unproblematischste Verhütungsmittel während der Stillzeit ist das Kondom. Sicheren Schutz bieten auch Pessar, Mini-Pille und Spirale. Da sich der Muttermund durch die Geburt verändert, sollte das Pessar neu angepasst werden, damit es richtig sitzt.
Prolaktin reduziert die Libido der Frau, weshalb manche Mütter während der Stillzeit ein geringeres Bedürfnis nach Geschlechtsverkehr verspüren.
Tandemstillen
Als Tandemstillen bezeichnet man das gleichzeitige Stillen von zwei oder mehr Kindern (unterschiedlichen) Alters. In der Regel werden Kinder abgestillt, bevor ein neues Baby geboren wird. Dies ist jedoch nicht notwendig, da auch das ältere Kind weiter an der Brust der Mutter weitertrinken kann.
siehe auch
:Das Buch ist im Entstehen ... Mitarbeit erwünscht
Amme, Weibliche Brüste, Milch, Muttermilch, Milchpumpe, Handlungsbereitschaft, Fußballstellung, Vormilch, Säugling, Wochenbett
Weblinks
Stillberatung:
- [http://www.lalecheliga.de/ http://www.lalecheliga.de] - La Leche Liga Deutschland
- [http://www.afs-stillen.de/ http://www.afs-stillen.de/] - Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen e.V.
- [http://www.bdl-stillen.de/ http://www.bdl-stillen.de/] - Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen IBCLC e.V.
Stillverträglichkeit von Arzneimitteln
- [http://www.reprotox.de http://www.reprotox.de] - Medikamentenberatung für Schwangerschaft und Stillzeit
- [http://www.embryotox.de/ http://www.embryotox.de/] - Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie
Weitere Informationen über das Stillen
- [http://www.uebersstillen.org/ http://www.uebersstillen.org/]
- [http://www.ichstille.de/ http://www.ichstille.de/]
- [http://www.mamamilch.de http://www.mamamilch.de]
- http://stillbaby.info/muttermilch.htm
- http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung
- http://stillleben.info/stillberatung
Literatur
- Das Stillbuch, Hannah Lothrop, ISBN 346634431X
- Stillen - einfach nur stillen, Gwen Gotsch, ISBN 3-932022-08-4
- Das Handbuch für die stillende Mutter, La Leche Liga International, ISBN 3-906675-02-5
- Die Hebammensprechstunde, Ingeborg Stadelmann, ISBN 3980376060
Kategorie:Ernährung
ja:母乳栄養
Mutter
Mutter ist die Verwandtschaftsbeziehung des weiblichen Elternteils zu den Nachkommen.
Als Mutter (von Lateinisch mater <siehe weiter unten> ) bezeichnet man allgemein die Frau, die ein Kind gebiert bzw. geboren hat. Der daraus entstehende biologische und soziale Status der Mutterschaft erzeugt die Aufgabe der Mutter und des Vaters , sich um ihr(e) Kind(er) liebe- und hingebungsvoll zu kümmern und sie (wenn möglich, gemeinsam) zu erziehen. Das Erziehungsrecht haben meist Vater und Mutter gemeinsam, bei Alleinstehenden aber oft nur die Mutter oder der Vater.
Eine Pflegemutter ist nicht die biologische Mutter, übernimmt aber deren Aufgaben bei der Erziehung des Kindes.
Die Frau kann auch durch Adoption eines Kindes zur Mutter werden. In der deutschen Rechtsprechung ist die Mutter in erster Linie die leibliche Mutter:
Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat. (§ 1591 BGB) (siehe Leihmutter).
Kinderreichste Mutter Deutschlands ist Barbara Stratzmann mit 52 beglaubigten Kindern (im 15./16. Jahrhundert).
Eine zentrale Rolle spielt Die Mutter auch als Archetyp in der Analytischen Psychologie Carl Gustav Jungs, vgl. Mutterarchetyp.
Mama, Mami, Mutti
Die Anrede für die Mutter ist regional unterschiedlich. Die häufigsten Formen sind „Mama“, „Mami“ und „Mutti“. Kinder verwenden diese Wörter anstelle des Namens, wenn sie die eigene Mutter anreden. Erwachsene verwenden sie, wenn sie mit Kindern reden.
Beispiele:
- "Frag mal deine Mutti."
- "Frag mal die Mami."
- "Mutti, darf ich heute ins Kino gehen?"
Das Wort „Mama“ gibt es weltweit in vielen Sprachen. Im Lateinischen bedeutete "mamma" so viel wie Mutterbrust, Busen. Bei vielen Kindern ist es das erste Wort, das sie aussprechen können. Die weite Verbreitung wird von vielen mit der einfachen Sprechbarkeit durch den Säugling beim Spracherwerb erklärt. Andere gehen von einer gemeinsamen Herkunft des Wortes aus.
Busen]
Mutter und mater
Aus dem indogermanischen Stammwort Mater für "Mutter" und "Maß" gingen viele lateinische und griechische Wörter hervor, und daraus entwickelten sich wiederum viele Wörter anderer europäischer Sprachen.
Beispiele:
- Matrix (lateinisch-griechisch "Gebär-Mutter, Stamm-Mutter"; Medizin, Physik, Chemie, Genetik, u.a.)
- Mater (Druckform)
- Meter, metrisch
- Material, materiell
- Alma Mater (Universität, "Nährende Mutter")
- Materie
- Matriarchat
- Immatrikulation (Einschreibung an einer Universität)
- Madrigal (mehrstimmiges Lied oder Musikstück, mittellateinisch matricale - Matrix)
Vorkommen
Kulturell
- Matres war eine Bezeichnung für die Dreiheit der keltischen Schicksalsgöttinnen.
- Als Matri oder "Mütter" wurden im Tantra alle hilfreiche weiblichen Geister bezeichnet.
- Matrikadevis ist ein Hindu-Begriff für die Urmatriarchinnen, die die Stämme der Ahnen verwalteten.
- Matrikamantra das Schöpferwort Om, mit dessen Klang die Große Göttin das Universum hervorbrachte.
- Die Sinti, Roma u.a. nennen ihre oberste Göttin Matta, "Mutter".
- Der gnostische, hermetische oder magische Begriff für den Leib der Mutter matrix war eine redundante ("doppelt-gemoppelte") Form; er bedeutete "Mutterin" - mater mit einer weiblichen Endung.
- Matronalia war ein hoher Festtag, den die Römerinnen im Frühjahr feierten.
- Matrone aus dem Lateinischen für "ältere, würdevolle Frau".
- die Matrikel ist ein öffentliches Verzeichnis, besonders an Universitäten, und leitet sich von lateinisch matricula (matrix - Stamm-Mutter) ab. Diese Bedeutung geht zurück auf das Metroion von Athen, dem Tempel der Muttergottheit Kybele, in dem das Staatsarchiv aufgewahrt war.
- die Metropole (Zentrum, Hauptstadt) ist aus dem griechischen μητρόπολη, mitrópoli - Mutterstadt entlehnt (von altgriechisch meter - Mutter, Ursprung, Quelle und polis - Stadt). Das Verhältnis des Stadtstaates zu seinen Kolonien wurde analog zum Bild von Mutter und Tochter gesehen und rührt aus prähellenistischer Zeit her, als ausschließlich in weiblicher Linie vererbt wurde und neue Dörfer oder Städte von der Tochter einer Matriarchin gegründet wurden.
Linguistisch
- (alt)griechisch: μητήρ, Metér
- lateinisch: Mater, Matrix, Mamma
- deutsch: Mutter
- französisch: Mère
- russisch: Mater', Mat'
- tschechisch: Matka, Matinka
- slovakisch: Matka, Mamka
- polnisch: Matka
- albanisch: Matrice (Mutterleib)
- finnisch: Ema"maa (Mutterland) (allerdings keine indogermanische Sprache)
- spanisch: Madre
- vietnamesisch: Me, Me de (allerdings keine indogermanische Sprache)
- alt-Englisch: Modor
- alt-Irisch: Mathir
- alt-Indisch: Matar
Weblinks
- [http://www.staff.uni-marburg.de/~naeser/ss91-se.htm Notizen zum Spracherwerb meiner Tochter Marion in den ersten zwei Lebensjahren (1977–79)] (Dr. W. Näser: Proseminar „Einführung in die Linguistik des Deutschen I“, SS 1991 )
ja:母親
Kategorie:Verwandtschaft
MuttermilchDie menschliche Muttermilch (auch Frauenmilch) wird als wichtigste Säuglingsnahrung angesehen. Sie wird ab ca. 24 bis 48 Stunden nach der Geburt von der weiblichen Brust gebildet. Ihre Zusammensetzung ist in den ersten Tagen und Wochen anders als später, entsprechend den altersabhängigen Bedürfnissen des Säuglings. Auf die Verzögerung von 1 bis 2 Tagen nach der Geburt ist der Organismus eines Neugeborenen eingerichtet. Das häufige Anlegen ist in den ersten Tagen sehr wichtig, da es die Milchbildung anregt. Das Neugeborene trinkt in dieser Zeit die erste "Milch", das Kolostrum, das noch wenig nach Milch aussieht, sondern einem gelblichen Schleim gleicht. Dieses ist besonders reich an die Immunabwehr fördernden Stoffen und schützt das Neugeborene vor Krankheiten.
Muttermilch enthält im Vergleich zu Kuhmilch
- weniger Eiweiß, (ein zu Hoher Eiweißgehalt in der Säuglings- und Kleinkindnahrung kann die Nieren schädigen)
- dafür aber mehr Kohlenhydrate
- spezifische Abwehrstoffe (Immunglobuline, speziell Immunglobulin A = IgA), die dem Kind zusammen mit Immunglobulinen, die vor der Geburt über den Mutterkuchen übertragen wurden (IgG) bei der Abwehr von Krankheitserregern helfen --> "stille Feiung"
- abwehrfördernde Enzyme (Lysozym)
- Zellen der Immunabwehr, so genannte Makrophagen (Fresszellen)
- fettspaltende Enzyme (Lipasen), die dem Kind bei der Fettverdauung helfen
- im Vergleich zu Kuhmilch mehr Eisen und Kupfer, weniger Phosphor (Vergleich der Hauptbestandteile siehe Tabelle)
Mit gezielter Ernährung lassen sich viele potenziell wertvollen Inhaltsstoffe (z.B. Omega-Fettsäuren, CLA, Mineralstoffe (Selen), Vitamine (Folsäure)), die Milchmenge und Milcheigenschaften (z.B. Färbung) beeinflussen.
Nach neuesten Erkenntnissen sollte abgepumpte Muttermilch nicht länger als 48 Stunden im Kühlschrank (bei vier Grad °C) gelagert und nicht eingefroren werden, da sie ihren Gehalt an gesundheitsfördernden Antioxidantien mit zunehmender Lagerdauer oder beim Einfrieren verliert. Allerdings enthält Muttermilch sowohl im gefrorenen Zustand oder nach sieben Tagen im Kühlschrank immer noch mehr Antioxidantien als künstliche Muttermilch, deren ohnehin niedrigerer Gehalt an Antioxidantien von der Lagerung, gleich ob gefroren oder bei 4 °C, unbeeinflusst bleibt. Frische Muttermilch ist insbesondere für die Ernährung von Frühgeborenen wichtig, da deren Organismus selbst häufig nicht genügend Antioxidantien für das Abfangen von freien Radikalen bereitstellen kann. Erhöhtes Aufkommen von freien Radikalen rührt von der bei Frühchen notwendigen intravenösen Ernährung und den Bluttransfusionen her und macht sie anfälliger für gefährliche Infektionen (Nazeeh Hanna et al., Archives of Disease in Childhood, Nr. 89, S. 518).
Weblinks
- [http://www.rabeneltern.org/stillen/wissenswertes/bergmann.shtml http://www.rabeneltern.org/] - Zusammensetzung und Abwehrstoffe der Muttermilch
Zur Stillverträglichkeit von Arzneimitteln
- [http://www.reprotox.de http://www.reprotox.de] - Medikamentenberatung für Schwangerschaft und Stillzeit
- [http://www.embryotox.de/ http://www.embryotox.de/] - Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie
Siehe auch
:Das Buch ist im Entstehen ... Mitarbeit erwünscht
Milch, Ernährung, Stillen, Muttermilchpumpe
Kategorie:Körperflüssigkeit
Kategorie:Ernährung
AmmingAls Amming wird ein Säugling bezeichnet, der nicht von seiner leiblichen Mutter, sondern von einer Amme mit Muttermilch versorgt wird. Dieser Begriff ist veraltet und heute nicht mehr im Gebrauch.
Kategorie:Soziologie
Acca LarentiaAcca Laréntia, auch nur Larentia genannt, (eigentlich "Larenmutter") ist eine römische Göttin, die als Amme von Romulus und Remus in der Sage von der Gründung der Stadt Rom auftaucht. Sie ist die Gattin des Bauern Faustulus, der die beiden ausgesetzten Kinder im Tiber findet.
Sie erscheint in der römischen Sage einerseits als Dirne und als Geliebte des Herkules und Gattin des reichen Tarutius (nicht Larutius), die ihre von ihm geerbten Besitzungen dem römischen Volk oder dem Romulus vermachte und dann plötzlich verschwand, andererseits als die Frau des Hirten Faustulus. Als solche war sie Mutter von zwölf Söhnen und Pflegemutter des Romulus, welcher mit seinen Adoptivbrüdern (nach dem Tode des zwölften) das Kollegium der "Flurbrüder" (fratres arvales) gründete, deren Abzeichen ein Ährenkranz und die weiße Binde war. Dies führt auf einen Zusammenhang jener Sage mit der Verehrung der ländlichen Laren, womit der Name und die Zeit des Festes (23. Dezember, auf welchen am 24. ein Fest der Laren folgte) übereinstimmen, und Acca Laréntia scheint ursprünglich mit der Göttin Dea Dia, wenn nicht identisch, so doch nahe verwandt gewesen zu sein.
Wegen ihrer Bedeutung für die Stadtgeschichte wurde Acca Larentia von den Römern als Göttin verehrt. Ihr Feiertag war der 23. Dezember; der Name der Feier lautete "Larentalia".
Vermutlich stammt die Figur der Larentia aus der Zeit vor der Gründung Roms, gehörte in den Umkreis um den Wolfsgott Faunus und hatte eine Bedeutung in den Lupercalia, einem bäuerlichen Fruchtbarkeitsfest. Möglicherweise hat die doppelte Rolle als Amme der Stadtgründer und als Dirne darin ihren Ursprung, denn lupus, das als Wortstamm in Lupercalia steckt, bedeutet nicht nur "Wolf", sondern auch "Dirne". Die Legende besagt von Romulus und Remus, dass sie überlebten, weil sie von einer Wölfin gesäugt wurden.
Kategorie:Römische Gottheit
Familiensoziologie
Unter einer Familie versteht die Soziologie eine engere Verwandtschaftsgruppe. (Im weiteren Sinn umfasst sie auch Schwiegerfamilien.)
Das Wort entstammt dem lateinischen Begriff familia (von famulus, Haussklave), wo es zunächst nicht das Ehepaar und dessen Kinder bezeichnete, sondern Name für die Gesamtheit der zum Hausstand des Pater familias gehörenden Familienangehörigen, Freigelassenen und Sklaven war.
Die alte Redewendung ein Mann ohne Familie besagte, dass der Gemeinte von Haus aus kleinen Verhältnissen entstamme.
Funktionen der Familie
Die Familie bündelt biologisch und sozial viele Funktionen:
Ob die biologische Reproduktions-Funktion der Spezies "Mensch" der Institution "Familie" bedarf, ist bereits umstritten. Zur biologischen Basis gehören jedoch die Gebärfähigkeit der Frau und die Zeugungsfähigkeit des Mannes, das Zusammenleben von mindestens zwei Generationen und die extreme Dauerpflegebedürftigkeit der Säuglinge.
Als soziale Funktionen sind zu nennen:
Für in ihr geborene Kinder erbringt sie rechtlich eine legitime Platzierung in der jeweiligen Gesellschaft.
Bei mächtigen Familien besonders auffällig ist die politische Funktion (z.B. die Bündnisfunktion im Adel).
Sie hat auch religiöse Funktionen, was in modernen Kleinfamilien wenig auffällt (Beispiele: Vater spricht das Tischgebet; er schmückt den Weihnachtsbaum), früher aber in vielen Bräuchen verdeutlicht wurde (Beispiele: Der Vater bestimmte, ob ein Neugeborenes lebensfähig sei oder ausgesetzt werde; die Aussaat mit der Hand darf nur der Bauer selber vornehmen).
Ihre wirtschaftliche Funktion ist hingegen deutlich: So erbringt sie Schutz und Fürsorge (auch materielle) für Säuglinge, aber auch für kranke und alte Familienangehörige, ernährt, kleidet und behaust sie.
Ihre erzieherische Funktion wird durch ihre Fähigkeit zur sozialen Kontrolle, zur Erleichterung der Sozialisation und der Formierung von Motivationen und Fähigkeiten von Heranwachsenden erleichtert (vgl. hier z.B. Gelehrtenfamilie); sie bildet ein erstes dichtes Soziales Netzwerk bereits für den Säugling und bildet Kinder und Jugendliche auch primär aus.
In modernen Gesellschaften werden rechtliche, politische, religiöse, wirtschaftliche und erzieherische Funktionen der Familie oft weitgehend auf andere gesellschaftliche Institutionen (z.B. Staaten, politische Gemeinden, Versicherungsanstalten, Schulwesen, Sport) übertragen und treten im Familienalltag dann stark zurück, was sich in Notzeiten durchaus rasch ändern kann. Damit verliert die Familie vordem alltägliche Fertigkeiten der Erziehung, so dass sie z.B. eigens aufgefordert wird, erzieherisch den Kindern Umgangsformen, außerschulische Bildung und Bildungsmotive zu vermitteln und auch dazu auch wirtschaftlich beizutragen, so dass die wirtschaftliche Funktion stärker als geldliche Belastung erscheint.
Einzelterminologie
Unterschieden wird, ob ein junges Ehepaar nach der Hochzeit zur Familie der Frau zieht (Uxorilokalität) oder zu der des Mannes (Virilokalität), oder ob es sich an einem dritten Wohnort niederlässt (Neolokalität). Auch wird unterschieden, ob materielle, kulturelle und spirituelle Ressourcen in einer Familie vom Vater auf den Sohn übergehen (Patrilinearität), oder ob sie über die Mutter laufen (Matrilinearität), was nicht ausschließen muss, dass Männer in der Familie herrschen (dann vererbt ein Mann auf die Männer seiner Töchter oder auf die Söhne seiner Schwester - vgl. dazu auch Stiefmutter) ).
Diese Begriffe sind nicht mit den Bezeichnungen für inner- oder außerfamiliären Formen der Herrschaft von Frauen bzw. Männern zu verwechseln - vgl. dazu Matriarchat und Patriarchat, auch Paternalismus; sowie Heiratsregel.
Familienformen
Im westlichen Kulturkreis wird heute unter "Familie" meist die so genannte Kernfamilie verstanden, d.h. Vater, Mutter und deren Kinder. Die Kernfamilie erscheint in der Tat in den meisten modernen Gesellschaften als überwiegend vorkommendes Modell. Moderne Formen, wie Wohngemeinschaften oder das Zusammenleben zweier Elternteile mit je eigenen Kindern (ob verheiratet oder nicht) bleiben minoritär. Gleichwohl können sie die historische Dynamik bezeichnen und vieles, was diese neuen Familienformen prägt, mag auch in "normalen" Ehen gültig geworden sein. Begrifflich darf die "Kernfamilie" in diesem Sinn nicht mit der "Kleinfamilie" verwechselt werden, die wenig Mitglieder umfasst; eine "Kernfamilie" mit zwölf ehelichen Kindern ist keine "Kleinfamilie".
Historisch betrachtet gibt es in Europa eine ganze Reihe von Familienformen. Gegenstand der Diskussion waren insbesondere das "Ganze Haus" und die "Große Haushaltsfamilie". Beide Formen der Großfamilie gibt es in erheblichen Variationen, sowohl, was die Zahl der Mitglieder, die einbezogenen Generationen oder Seitenlinien, als auch, was den Einbezug Nicht-Blutsverwandter (Mündel, Gesinde, Haussklaven) angeht. Auch die Interpretation von "Abstammung" unterscheidet sich vgl. z.B. die Institutionen der Adoption und Pflegekindern / -eltern).
In matriarchalischen Gesellschaften wurde die Familie von der Mutter geleitet, in patriarchalischen Familien vom Vater.
Als "Ganzes Haus" wird nach Wilhelm Heinrich Riehl die seit dem Mittelalter vor allem in "Westeuropa" entstandene Familienform der Bauern und Stadtbürger bezeichnet, die neben der Kernfamilie primär durch den Einbezug von Gesinde und unverheirateten Verwandten ausgezeichnet ist. Wenn auch von der Zahl der Haushalte her minoritär (grob um ein Drittel), lebten in ihnen doch zum Stichtag um 50% der sesshaften Menschen. Und sehr viel mehr Menschen haben Zeiten ihres Lebens im "Ganzen Haus" gelebt, das mit der Industrialisierung sehr stark zurück trat. Umstritten ist die "ideologische" Bedeutung dieser Lebensform: Einerseits gilt sie als harmonischer Hort unterschiedlicher sozialer Stände, als vorbildhaftes Modell patriarchaler Lebensform, andererseits wird seine soziale Kluft zwischen Herrschaft und Gesinde betont und die Bedeutung des "Ganzen Hauses" gegenüber der Kernfamilie relativiert - die zahlenmäßig immer überwiegt, aber in einer mittelalterlichen oder frühneuzeitlichen Gesellschaft kaum mit der heutigen Kernfamilie gleichgesetzt werden kann. Erst ab dem 18. Jh. liegen Quellen vor, die Haushalte mit allen in ihr lebenden Mitgliedern verzeichnen (Kameralistik; Steuer- und Zensuslisten); zuvor weisen Quellen oft ausschließlich Großfamilien der Oberschichten aus. René König hat darauf verwiesen, dass die Geschichtsschreibung deswegen oft die frühere Bedeutung von Kleinamilien vernachlässigt habe.
Die "Große Haushaltfamilie" bezeichnet Lebensformen, bei denen mehrere Generationen und u. U. mehrere parallele Ehen (z. B. von Brüdern) inclusive Gesinde unter einem Dach in einem Lebens- und Wirtschaftsverband lebten. Sie kam eher in Süd-Osteuropa vor (von anderen Welt-Regionen abgesehen - vgl. z.B. den nordfriesischen Haubarg).
Wandel der Familienstruktur in jüngerer Zeit
Mit dem Wachstum der Städte und der Entwicklung des Bürgertums und der Verbürgerlichung des Industrieproletariats in Europa seit der Mitte des 19. Jahrhunderts entsteht auch die Vorstellung der sogenannten 'Normalfamilie'. Diese wandelt sich ihrerseits und bot in den 1950er Jahren noch etwa folgendes Bild: Verheiratet mit eigenen Kindern, beide leibliche Eltern im Haushalt, lebenslange Ehe (auch Monogamie und heterosexuelle Ehe), der Mann als Haupternährer und "Familienvorstand", die Frau mit hausfraulicher Arbeit. Heute (2004) kennt die Familiensoziologie mehrere typische Formen.
Zwar hat die Familie nach wie vor eine hohe Wertigkeit und gehört fest in den Lebensplan vieler junger Menschen, doch die Formen der Familie entsprechen immer seltener dem Familienideal der bürgerlichen Familie. Empirisch ist der Wandel der Familienstrukturen an einer Schrumpfung der Haushaltsgröße (zahlreiche kinderlose oder Ein-Kind-Familien), einem Rückgang der Eheschließungen (nicht notwendig aber der Paarbindungen), der Zunahme der Scheidungen, einem Rückgang der durchschnittlichen Geburten pro Frau und einer Zunahme der Frauenerwerbsarbeit feststellbar.
Familienbezogene Wissenschaften
Wegen ihrer Funktionenvielfalt befassen sich zahlreiche Wissenschaften mit der Familie. Zu nennen wären:
- die Medizin (z.B. siehe Hausgeburt)
- die Pädagogik (z.B. siehe Hausaufgabe)
- die Rechtswissenschaft (besonders im Familien- und Erbrecht)
- die Psychologie (z.B. die Familientherapie)
- die Soziologie (besonders die hier bereits herangezogene Familiensoziologie)
- die Ethnologie (besonders ihre Studien zur Verwandtschaft)
- die Geschichtswissenschaft (besonders im Rahmen ihrer Hilfswissenschaften Genealogie und Heraldik)
- die Volkskunde (besonders die Subdisziplin volkskundliche Familienforschung)
- die Volkswirtschaftslehre (besonders innerhalb der Sozialpolitik die Familienpolitik)
- die Ökotrophologie (Haushaltswissenschaft)
Erinnert sei auch an familienbezogene Berufsspezifikationen, wie z. B. in der Sozialarbeit.
Zitate
Die Vorstellung, dass die Familie die gesellschaftliche Zelle und der Staat eine Art aufgeblähter Familie sei, ist ein Hindernis für den Fortschritt der Geschichtswissenschaft, der Soziologie, der Politik und noch manches anderen. José Ortega y Gasset (Aufbau und Zerfall Spaniens, 1921)
Literatur
Einführend
- Paul B. Hill/Johannes Kopp: Familiensoziologie. Grundlagen und theoretische Perspektiven, 3. überarbeitete Auflage, Wiesbaden (VS Verlag) 2004
- Rosemarie Nave-Herz: Ehe- und Familiensoziologie. Eine Einführung in Geschichte, theoretische Ansätze und empirische Befunde, Weinheim / München (Juventa) 2004
- Rüdiger Peuckert: Familienformen im sozialen Wandel, 5. überarbeitete Auflage, Wiesbaden (VS Verlag) 2004
Darstellungen und Spezialuntersuchungen
- A. Burguière, C. Klapisch-Zuber, M. Segalen, F. Zonabend (Hrsg.): Geschichte der Familie, 4 Bde., Campus Verlag, Frankfurt a.M. 1997 [Original: Histoire de la famille, Armand Colin, Paris, 1986]
Kritische Aspekte
- Michel Foucault: Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit I, Frankfurt a.M.: Suhrkamp-Verlag
- Max Horkheimer: Studien über Autorität und Familie
Weitere Stichworte
Alleinstehender, Amme, Ehe, Einelternfamilie, Familie (Recht), Familiäre Integration, Familiärer Lebenszyklus, Familienpflegepotential, Familienstrukturen, familiäre Beziehung, Familientherapie, Familienserie, Geschwister, Klan, Kleinfamilie, Mündel, Mutterliebe, Patchworkfamilie, Pflegekind, Pflegeeltern, Phratrie, Regenbogenfamilie, Schwiegermutter (Soziologie), Single, Sippe, Stieffamilie, Vaterliebe, Verschwägerung, Verwandtschaft
siehe auch
- Familiengeschichte
Weblinks
!Familie (Soziologie) Kategorie:Lebensgemeinschaft Kategorie:Pädagogik Kategorie:Volkskunde
ja:家族
ms:Keluarga
simple:Family
GesindeBei dem Gesinde handelte es sich um besondere Dienstboten des Grund- bzw. Gutsherrn, denen sie gegenüber zu häuslichen Arbeitsleistungen verpflichtet waren.
Der Ursprung des Begriffes liegt im Althochdeutsch: "gisind" = Gefolgsmann, d. h. im eigentlichen Sinne "derjenige, der den gleichen Weg hat".
Man spricht zur Unterscheidung von dem unverheirateten Hausgesinde mit Lohn und Verpflegung und dem verheirateten Deputatgesinde mit Naturalentschädigung, einem zugewiesenem Landteil oder sogar eigener Wohnung.
Man unterschied zwischen Haus- und Hofgesinde, je nachdem ob häusliche oder landwirtschaftliche Dienste geleistet wurden. Hofgesinde hieß auch die Dienerschaft in hohen adligen Häusern.
Das Gesindeverhältnis wurde durch einen Gesindevertrag begründet, der in der Regel mündlich abgeschlossen und durch Zahlung eines Handgeldes bekräftigt wurde. Der Vertrag verpflichtete den Dienstboten zu allen häuslichen Arbeiten, die von der Dienstherrschaft angeordnet wurden. Die Dienstherren sind verpflichtet, dem Dienstboten Lohn und Kost nach den Ortsgewohnheiten zu gewähren und ihm nur gesetzlich erlaubte und die Gesundheit nicht gefährdende Arbeiten abzuverlangen, sie auf keine Weise zu misshandeln, ihnen im Dienst erlittenen Schaden zu vergüten, ebenso die Kosten für im Dienst zugezogene Krankheiten zu tragen.
Im 19. Jahrhundert bestanden in den meisten deutschen Ländern und Städten spezielle Gesindeordnungen, die bestimmten, daß Gesindeleute Zeugnisbücher führen mußten, die bei der Polizei zu hinterlegen waren. In diese Gesindebücher trugen die Dienstherren den abgehenden Dienstboten ein Zeugnis ein.
Siehe auch
- Amme
- Dageschalke
- Gutsherrschaft
- Grundherrschaft
- Knecht
- Magd
- Dienstgesinde
- Domestik
- Dienerschaft
- Hausofficiant
Literatur
- F. Buomberger: Bevölkerungs- und Vermögensstatistik der Stadt und Landschaft Freiburg um die Mitte des 15. Jahrhunderts, 1900
- L. Mottu-Weber: Les femmes dans la vie économique de Genève, in BHG 16, 1979, S. 381 - 401
- J.-P. Gutton: Domestiques et serviteurs dans la France de l'Ancien Régime, 1981
- M. Mitterauer: Familie und Arbeitsorganisation in städtischen Gesellschaften des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit, in: Haus und Familie in der spätmittelalterlichen Stadt, hg. von A. Haverkamp, 1984, S. 1 - 36
- Y. Pesenti: Beruf: Arbeiterin, 1988
Weblinks
- [http://www.lexhist.ch/externe/protect/textes/d/D16376.html Historisches Lexikon der Schweiz, Bern]
- http://www.milhahnspurensuche.de/berufegesind.html
Kategorie:Dienstleistungsberuf
Kategorie:Rechtsgeschichte
MutterliebeHier wird die Liebe von Müttern zu ihren Kindern, nicht aber die Kindesliebe zur Mutter behandelt.
Kindesliebe
Mutterliebe bezeichnet die Liebe von Müttern zu ihren Kindern, im engeren Sinne eine vor allem durch die Geburt herausgehobene besonders starke Gefühlsbindung zu ihren leiblichen Kindern.
Voraussetzungen und Wirklichkeit
Mutterliebe als Anspruch
Gegenwärtig und insbesondere auch in Mitteleuropa, stellt eine von der Mutter, auch nach außen dargestellte, Liebe bis hin zur Selbstlosigkeit quasi eine Erwartungshaltung der Gesellschaft dar, die Mutterliebe wird vielfach als die ursprünglichste und stärkste Form der Liebe angesehen. Unausgesprochen wird oft voraus gesetzt, dass die Mutterliebe zu allen Kindern gleich stark sei(n solle). Mutterliebe wird dementsprechend also als Regel erwartet und beobachtet. Weitere Ansprüche umfassen die Gleichheit der Liebe zu allen Kindern und gleichermaßen zu Söhnen und Töchtern. Sie ist jedoch weder eine notwendige Folge der Mutterschaft, noch lässt sich die Liebe einer Mutter auf biologische Mütter begrenzen.
Diese praktisch unerfüllbaren Ansprüche sind eine hohe Belastung der Mütter.
Leibliche und andere Mütter
Zu beachten sind wesentliche Unterschiede im Entscheidungsprozess für das Kind.
Der biologischen Mutter steht (allenfalls) eine Entscheidung "für" ein Kind zur Verfügung. Die Geburt des Kindes begründet, zumindest biologisch, unumstößlich die Mutterschaft zu eben diesem Kind (Pater semper incertus - "der Vater ist immer ungewiss"). In der Unwiderruflichkeit der biologischen Mutterschaft liegt eine Form der Bindung, die sowohl bei anstrengender Pflege als auch bei der Erziehung von Kleinkindern bis hin zu Konflikten mit erwachsenden Kindern die Mutterliebe beeinträchtigen können. Ist das Kind sehr unwillkommen, können sehr lieblose Handlungen die Folge sein, bis hin zur Kindestötung, einer auch in der gegenwärtigen deutschen Gesellschaft nicht völlig ungewöhnlichen Tat (mit großer Dunkelziffer).
Anderseits können Pflegemütter oder Leihmütter) innige Beziehungen und Gefühle entwickeln. Pflegeeltern haben in der Regel eine längere Entscheidungsphase, in der sie sich endlich für ein Kind entscheiden und es ggf. sogar auswählen können. So liegt bei einer Adoption eines Kindes oft eine bewusstere Entscheidung für dieses vor.
Äußerungsformen
Neben dem erst in jüngerer Zeit romantisierten Gebärvorgang ist insbesondere das Stillen mit Muttermilch ein gefühlsintensiver Kernbereich, in dessen Zusammenhang die Mutterliebe sich auszubilden vermag. Mütter erleben das Stillen allerdings durchaus unterschiedlich und ambivalent, so dass "erfüllte" Liebe keineswegs das alleinige oder vorherrschende Gefühl dabei darstellen muss. Jedoch gilt auch hier, dass nicht nur die biologische Mutter ein Kind stillen kann, von der Amme über die insbesondere im orientalischen Raum bekannte Milchmutter bis hin zum Füttern des Kindes mit industriellen Produkten aus Milchpulver gibt es hier viele Möglichkeiten. Milchmutter
Wie beim allgemeineren Begriff der Liebe, wird auch unter der Mutterliebe je nach den Maßstäben von verschiedenen Gruppen, Zeiten oder ganzen Kulturen etwas Anderes verstanden. Dies bezieht sich insbesondere darauf, worin sich "Mutterliebe" oder als verwandter Begriff, Mütterlichkeit überhaupt, im Einzelnen äußert. Eine innig-intime Gefühlsbetontheit wäre vor 200 Jahren eher ungewöhnlich gewesen, hier hätte man eher Aufopferungswillen und tätige Sorge als Merkmal von Mutterliebe verstanden, und einen mit zuviel Zärtlichkeit bedachten Jungen beispielsweise schnell als "Muttersöhnchen" tituliert.
Wissenschaftliche Aspekte
Biologisches
Eine biologische These ist, dass Mutterliebe-analoges Verhalten (bei Tieren spricht man eher von Mutter-Kind-Bindung) evolutionär entstanden sei und bei manchen Säugetierarten, besonders bei Primaten, die eine lange Entwicklungszeit der Kinder haben, der Arterhaltung und sozialen Lernprozessen diene. Das ganze Spektrum der Wortbedeutung Mutterliebe beim Menschen ist aber sicher nicht durch diesen biologischen Erklärungsversuch abgedeckt. Eine enge Mutter-Kind-Bindung tritt auch nicht bei allen Säugetieren auf. Da das ganze Verhalten beim Menschen stärker durch kulturelle und soziale Prozesse als durch biologische Grundlagen geprägt ist, können Menschen jedenfalls auch ohne Liebe ihrer leiblichen Mutter aufwachsen (und sogar eine 'gute Mutter' werden), vor allem dann, wenn dafür institutionell vorgesorgt wird.
Anthropologisches
Mutterliebe im gefühlsbetonten Sinn, als Grundlage einer Mutter-Kind-Beziehung, gibt jedoch dem Kind im Säuglingsalter eine gute Chance, ein "Urvertrauen" zu seiner Umgebung aufzubauen (vgl. Dieter Claessens' Familie und Wertsystem), das nach einem Jahr die "Sozialisation", das Lernen der jeweiligen gesellschaftlichen Regeln und Normen, sehr erleichtert. Doch muss sich dieses Urvertrauen des Kindes nicht notwendigerweise auf die biologische Mutter fixieren, so dass auch Vater, Großeltern oder eine biologisch nicht verwandte Person die Funktion der primären Bezugsperson einnehmen können. Der Sozialisationstheoretiker Alfred Lorenzer spricht von der Mutter-Kind-Dyade, in der die Mutter auch die erste "Schnittstelle" zur Gesellschaft darstellt, also aktiv an der Sozialisation des Kindes teilhat.
Psychologisches
Zugleich gibt es aber auch psychologische und psychoanalytische Erklärungen, die - von der gesellschaftlich vorgegebenen Form der Mutter-Kind-Beziehung ausgehend - das Beziehungs- und Emotionsgeflecht zwischen Mutter und Kind analysieren und ggf. das spätere Mutterverhalten beim geliebten oder ungeliebten Kind einbeziehen.
So unterscheidet z. B. Erich Fromm in Die Kunst des Liebens zwischen mütterlicher und väterlicher Liebe. Demnach erführe man die mütterliche Liebe bedingungslos, während man sich väterliche Liebe z.B. durch gute Zeugnisse oder herausragende sportliche Leistungen verdienen müsse. Dabei ist allerdings auch laut Fromm die mütterliche Liebe nicht der leiblichen Mutter vorbehalten, sondern gleichfalls eine Folge der gesellschaftlichen Organisation der Kindheit. Die Rolle der Mutter ist also auch bei Fromm ein Platzhalter für die Rolle der primären Bezugsperson des Kindes, die aber gleichwohl im Regelfall die leibliche Mutter einnimmt.
Soziologisches
Wie erwähnt, wird Mutterliebe in vielen Kulturen, insbesondere auch im mitteleuropäischen Raum, gesellschaftlich als 'natürlich' unterstellt, so dass die Verletzung dieser Selbstverständlichkeit (eine Rabenmutter) der Rechtfertigung bedarf. Durch diese gesellschaftliche Erwartung und sogar Überhöhung haben Konzepte der "Mutterliebe" damit auch stark ideologischen Charakter und können damit sehr anspruchsvoll, ja sogar unerfüllbar sein.
Vor allem das unterschiedliche Verhalten gegenüber Erst- und Nachgeborenen, dann gegenüber Söhnen und Töchtern, wobei letztere ihre Emanzipationssuche viel schärfer gegen die soziale Rolle der Mutter richten, ist vorhersagbar - abgesehen von der unterschiedlich sich ausprägenden Kindesliebe zur Mutter.
Ob es überhaupt bei Menschen "von Natur" ein solches Gefühl gebe, ist anthropologisch durchaus umstritten; bei Tieren gibt es jedenfalls völlig unterschiedlich ausgeprägte mütterliche Instinkte, die durchaus auch gänzlich ohne Schutz und Pflege auskommen.
Die Unterstreichung der Mutterliebe gegenüber der väterlichen Liebe (Vaterliebe) und die daraus abgeleitete Vermutung einer engeren Bindung zwischen Mutter und Kind wird, insbesondere in rechtlichen Konflikten, beispielsweise bei Scheidungen, kulturell - das heißt in unterschiedlichen Kasten, Ständen, Klassen, Schichten, Berufsgruppen - sehr unterschiedlich gehandhabt.
Unterschiede der Mutter- zur Vaterliebe sind in allen Gesellschaften Kulturmuster und zeigen sich bereits in der unterschiedlichen Betonung je eines Elternteils, wie bei Muttersprache und Vaterland.
Siehe auch
Mutter, Liebe, Vaterliebe, Inzest, Salomonisches Urteil
Kategorie:Sozialpsychologie
Kategorie:Soziologie
William ShakespeareWilliam Shakespeare ( - 1564 in Stratford-upon-Avon; † 23. April 1616 in Stratford-upon-Avon (Datum des seinerzeit in England noch geltenden julianischen Kalenders, Sterbedatum nach dem in den katholischen Ländern, später auch in England eingeführten gregorianischen Kalender: 3. Mai 1616)) gilt als einer der größten Dichter und Dramatiker der Weltgeschichte.
Dramatiker
Leben
Frühe Jahre
Dramatiker
Shakespeares genaues Geburtsdatum ist nicht überliefert. Das Datum seiner Taufe ist in den Taufregistern von Holy Trinity Church in Stratford mit 26. April 1564 angegeben. Da es in jener Zeit üblich war, die Kinder drei Tage nach der Geburt zu taufen, ist anzunehmen, dass er am 23. April geboren wurde. Dieses Datum hat zudem den besonderen Reiz, dass Shakespeare auch an einem 23. April 1616 starb.
William Shakespeare ist der Sohn John Shakespeares und Mary Ardens; seine Mutter entstammt einer wohlhabenden Familie des niederen Adels. William besuchte vermutlich die Lateinschule in Stratford-upon-Avon. Genau weiß man das nicht, weil keine Aufzeichnungen oder Schülerlisten aus jener Zeit mehr vorhanden sind, aber für den Sohn eines erfolgreichen Bürgers der Stadt kam wohl kaum etwas anderes in Frage als eine gute Schulausbildung. Sollte er tatsächlich diese Schule besucht haben, ist er in Latein, Geschichte, Morallehre und Dichtkunst unterrichtet worden.
Mit 18 Jahren heiratet er 1582 die um 8 Jahre ältere Bauerntochter Anne Hathaway. Das genaue Datum der Heirat ist unbekannt, aber das Aufgebot wurde am 28. November bestellt. Sechs Monate danach, am 26. Mai 1583, wurde seine Tochter Susanna geboren. Es knüpfen sich allerlei Spekulationen an die Tatsache, dass William eine viel ältere Frau wahrscheinlich nur deswegen heiratete, weil sie ein Kind von ihm erwartete. Auch, dass er schon bald seine Familie verließ, um nach London zu gehen, und dass er Anne in seinem Testament später nur sein second-best bed (sein zweitbestes Bett) hinterließ, mag auf eine wenig glückliche Ehe deuten. Andrerseits kann die Ehe so schlecht nicht gewesen sein, denn die Shakespeares hatten insgesamt drei Kinder (die Zwillinge Hamnet und Judith kamen am 2. Februar 1585 zur Welt – Hamnet starb 1596 im Alter von nur 11 Jahren), und in späteren Jahren kehrte er als reicher Mann nach Stratford und zu seiner Frau zurück, kaufte dort ein großes Haus (New Place), und lebte fortan mit seiner Familie.
Die "dunklen Jahre"
Nach der Geburt der Zwillinge verschwindet Shakespeare aus den offiziellen Dokumenten, und wohl auch aus Stratford. Über die folgenden acht Jahre weiß man bis heute nichts. Diese Zeit wird deshalb the dark years genannt (die dunklen Jahre). Wenn auch keine Fakten bekannt sind, so gibt es umso mehr Anekdoten und Vermutungen. So soll William als Wilderer verhaftet worden sein und eine Zeit lang im Gefängnis verbracht haben. Oder er soll als Schulmeister gearbeitet haben. Dann wieder heißt es, er habe als Söldner in den Niederlanden gekämpft, oder er habe sich als Diener bei einer adeligen Familie verdingt. Am glaubwürdigsten ist vielleicht die Geschichte, dass er einer reisenden Theatertruppe nach London gefolgt ist und dort am Theater gearbeitet hat, um Hilfsdienste zu verrichten.
Das erste schriftliche Dokument, das belegt, dass er in London ist, stammt von dem Dichter Robert Greene, der ihn 1592 in einem Pamphlet als Emporkömmling diffamierte, der sich Dinge anmaßte, die ihm nicht zustünden, da er ja nicht wie die angesehenen Dichter seiner Zeit seine Kunst an der Universität gelernt hätte ("There is an upstart crow, beautified with our feathers, that with his tygers heart wrapt in a Players hide supposes he is as well able to bombast out a blank verse as the best of you; and, being an absolute Johannes Factotum, is in his own conceit the only Shake-scene in a country" – Das Wortspiel Shake-Scene ist dabei wohl offensichtlich eine Anspielung auf seinen Namen).
Dieses Pamphlet wurde nach dem Tode Greenes veröffentlicht, und der Herausgeber fügte gleich eine Entschuldigung bei, woraus man schließen kann, dass Shakespeare schon bekannt, vielleicht auch populär war und einflussreiche Gönner hatte. Er war zu dieser Zeit bereits Mitglied der Truppe Lord Strange's Men, die sich ab 1594 Lord Chamberlain's Men nannte; Shakespeares Schauspieltruppe war eine der führenden des elisabethanischen London.
Stückeschreiber und Schauspieler
Shakespeare arbeitete als Schauspieler in kleineren Rollen, war Teilhaber der Theatertruppe, insofern prozentual an allen Gewinnen beteiligt, und er schrieb für seine Leute Schauspiele, die überwiegend sehr erfolgreich waren und hohe Einnahmen brachten. Wenn man bedenkt, dass London damals etwa 100.000 Einwohner hatte, dass ein Theater bis zu 3000 Zuschauer fasste, und dass es mehrere Schauspielhäuser in London gab, dann kann man einerseits ermessen, ein wie wichtiges Medium das Theater im elisabethanischen London war, aber auch, wie viele Stücke gebraucht wurden, um das Publikum zufrieden zu stellen. Wenn ein Schauspiel drei- bis viermal hintereinander aufgeführt worden war, musste ein neues her.
London
So waren Shakespeare und viele andere Stückeschreiber sehr begehrt. Es war deshalb auch gang und gäbe, zum Beispiel ältere Stücke umzuschreiben und wieder aufzuführen; Shakespeares Hamlet ist eine solche moderne Adaption eines älteren Stückes. Oder man verarbeitete Sagen und Märchen zu Dramen, wie etwa König Lear. Eine ebenfalls gängige Methode war, bei erfolgreichen Stücken Fortsetzungen zu schreiben (wie auch heute etwa in der Filmbranche üblich). So war zum Beispiel die Figur des Falstaff in Heinrich IV so populär, dass ihn Shakespeare in Die lustigen Weiber von Windsor wieder aufleben ließ.
In dieser Branche war Erfolg die Hauptsache. Der Aspekt Kunst spielte für Shakespeare beim Theater keine Rolle. Schauspiele gingen in den Besitz der entsprechenden Schauspieltruppen über und wurden ängstlich gehütet, damit kein anderes Theater an den Text gelangen und das Stück auch aufführen konnte. Dennoch gab es mehr oder weniger inoffizielle Drucke, denn es herrschte auch eine rege Nachfrage nach solchen Texten.
Dichter und Geschäftsmann
Shakespeare wollte aber mehr sein als nur ein Stückeschreiber. Und so versuchte er sich auch in dem eigentlichen Medium der Dichter jener Zeit, in der Lyrik. Er schrieb 1593 die zwei Verserzählungen Venus and Adonis und Lucrece, die er seinem adeligen Gönner Henry Wriothesley (gesprochen ['rɪðlɪ]), Earl of Southampton zueignete. Und auch einen Zyklus von 154 Sonetten. Als Widmungsträger der Sonette ist "the only begetter" "Mr. W.H." genannt: bis heute ist es nicht geklärt, wer sich hinter den Initialen W.H. verbirgt. Sie behandeln sehr intime Themen wie Liebe, Freundschaft, Tod, und waren wohl ursprünglich nicht zur Veröffentlichung gedacht.
Sonett
1597 war Shakespeare bereits Mitbesitzer des Londoner Globe Theatre, das seine Truppe als Nachfolger für das Theatre baute, dessen Pachtvertrag ausgelaufen war. Die Lord Chamberlain’s Men benannten sich nach ihrem Mäzen und Sponsor, dem Lord Chamberlain, und sie waren auch am Hof der Königin Elisabeth beliebt. Später, unter deren Nachfolger Jakob I. durften sie sich dann sogar nach dem königlichen Gönner King’s Men nennen.
Als Schauspieler, Stückeschreiber, aber vor allem als Teilhaber des erfolgreichen Globe erwarb sich Shakespeare ein beträchtliches Vermögen und Einfluss, so dass ihm 1596 für seine Verdienste ein Familienwappen gewährt wurde, das sein Vater schon nach 1570 erfolglos beantragt hatte. Und 1597 kaufte er sich das zweitgrößte Haus in seiner Geburtsstadt Stratford, New Place. Aus dem Jahr 1598 ist ein Brief erhalten, in dem sich ein gewisser Richard Quiney bei Shakespeare für ein Darlehen von 30 Pfund bedankt. (18 Jahre später heiratete William Shakespeares Tochter Judith dessen Sohn Thomas.)
1596 baute der Theaterunternehmer James Burbage das Blackfriars Theatre, an dem sich später auch Shakespeare beteiligte, ein im Gegensatz zum Globe überdachten Theater, in dem seine Truppe von nun an während der Wintermonate spielte. Das Publikum dort war exklusiver als in den großen Freilichtbühnen, und allgemein traten die Kultur des Adels und die des Volkes unter Jakob I. weiter auseinander als unter Königin Elisabeth.
Die letzten Jahre
46-jährig kehrte Shakespeare wohlhabend nach Stratford zurück und verbrachte dort seine letzten Lebensjahre, wobei er die Verbindungen zu seinen ehemaligen Kollegen jedoch nicht ganz abreißen ließ, und noch bei einigen Theaterproduktionen als Mitautor beteiligt war.
In Stratford starb er 1616 und wurde in der Holy Trinity Church beigesetzt. Die genaue Todesursache ist nicht bekannt, aber das Testament vom März jenes Jahres ist mit sichtlich zittriger Hand unterschrieben. So ranken sich auch um seinen Tod allerlei Gerüchte, wie jenes, dass er zu viel getrunken hatte.
Jakob I.
Bei einer chemischen Untersuchung von Bruchstücken von Tabakspfeifen, die auf Shakespeares Grundstück in Stratford gefunden wurden, fanden sich Spuren von Marihuana und Kokain, das im 16. Jahrhundert erstmals von Südamerika nach Europa eingeführt wurde. Dies gab Anlass zu Spekulationen, ob Shakespeare Drogen konsumiert haben könnte. (Befürworter dieser Theorie verweisen auch auf die Verwendung der Ausdrücke noted weed und compounds strange in Sonnet 76 und die Anspielung auf eine Tenth Muse in Sonnet 38.)
1623 wurde von den Bürgern Stratfords in der Altarwand der Kirche ein Gedenkstein errichtet, mit einer steinernen Büste und einem lateinischen Spruch. Und seine ehemaligen Theaterkollegen John Hemminges und Henry Condell veröffentlichten seine Werke unter dem Titel Mr William Shakespeare's Comedies, Histories and Tragedies in einem großformatigen Buch, Folio genannt. Wenn auch einige seiner Dramen schon zu Lebzeiten gedruckt worden waren, so war dies doch die erste Gesamtausgabe. Es enthält nicht nur seine Stücke, sondern auch ein Vorwort und ein Lobgedicht des zu jener Zeit populären Dichters Ben Jonson, in dem er Shakespeare als Triumph Englands würdigt und als Dichter für alle Zeiten:
Triumph my Britain, thou hast one to show
To whom all scenes of Europe homage owe.
He was not of an age, but for all time! ...
Das Portrait, das die Titelseite schmückt, ist das einzige Bild Shakespeares, von dem man annehmen kann, dass der Künstler Martin Droeshout ihn noch persönlich gesehen haben könnte.
Starben Cervantes und Shakespeare am selben Tag?
Es wird immer wieder behauptet, dass der spanische Schriftsteller Miguel de Cervantes und Shakespeare am selben Tag starben, nämlich am 23. April 1616. Dies ist allerdings nicht korrekt. Sie starben zwar am selben Datum, nicht allerdings am selben Tag. Grund ist der, dass Spanien bereits im Jahr 1582 den Gregorianischen Kalender eingeführt hatte, während England noch den julianischen Kalender verwendete. Cervantes starb am 23. April 1616 des gregorianischen Kalenders, und da dieser dem julianischen Kalender um 10 Tage voraus war, hatte Shakespeare an diesem Tag noch 10 Tage zu leben - und starb schließlich am 3. Mai 1616 (nach dem gregorianischen Kalender). England führte den gregorianischen Kalender erst im Jahr 1752 ein.
Spekulationen um die Urheberschaft seiner Werke
Ein bekannter Scherz lautet: Shakespeares Werke sind nicht von ihm geschrieben worden, sondern von einem anderen Mann gleichen Namens. Hintergrund dafür ist, dass immer wieder Diskussionen und Debatten geführt werden, nach denen der Shakespeare-Dichter nicht ein Emporkömmling geringer Bildung aus der Provinz sein könne. Dabei war die Grammar School in Stratford keineswegs eine zweitklassige Ausbildungsstätte. Die Schüler lernten neben Latein und Griechisch sogar Hebräisch und schrieben schon während der Schulzeit kleine Dramen analog der klassischen Stücke, die übersetzt und analysiert wurden. Zweifelsohne aber sind kaum Original-Handschriften von Shakespeare gefunden worden. Zu wenig in der gegenwärtigen Forschung bleibt dabei aber berücksichtigt, dass 1637 Newplace, das Privathaus Shakespeares in Stratford, von puritanischen Ratsherren gesäubert wurde, d.h. das Schrifttum des verpönten Theaterautors wurde entfernt und vernichtet (die verwitwete Tochter Susanna konnte sich nicht wehren). Außerdem wurde 1645 das Globe-Theater in London dem Erdboden gleichgemacht. Gleichzeitig herrschte ein Glaubenskrieg zwischen Anglikanern und Katholiken, der auch auf Shakespeares Familie (katholisch) und seine Biographie nicht ohne Auswirkungen blieb (vgl. Hammerschmidt-Hummel, Honigman, Wilson etc). Durch all die fehlenden Quellen und Unkenntnis der geschichtlichen Hintergründe wurden ab dem 19. Jahrhundert Zweifel an der Autorschaft angemeldet.
1752
Zwei bekanntere Anwärter auf die „echte“ Shakespeare-Autorschaft sind Edward De Vere, Earl of Oxford, und der Philosoph Francis Bacon. Sogar Königin Elisabeth selbst wurde als Autorin der Werke in die Spekulationen einbezogen.
Als „eigentlicher“ Autor seiner Werke wird bereits seit Ende des 19.Jahrhunderts sein im gleichen Jahr 1564 geborener Zeitgenosse Christopher Marlowe favorisiert [http://www2.prestel.co.uk/rey/webster.htm], ein brillianter Dramatiker der elisabethanischen Ära. Einflussreich für die Weiterentwicklung der Marlowe-Hypothese war die Monographie von Calvin Hoffman: The murder of the man who was Shakespeare, Julian Messner Inc., New York 1955. In jüngster Zeit wurde die Hypothese von John Baker mit neuen Argumenten unterstützt [http://www2.localaccess.com/marlowe/pamphlet/pamphlet.htm]. Es gibt demnach verschiedene Argumente, dass Marlowe 1593 wegen einer mit Todesstrafe drohenden Anklage der Häresie und des Atheismus (vorübergehende Festnahme am 20. Mai 1593) mit Hilfe seiner Gönner (z.B. Lord Walsingham) dauerhaft untertauchen und sein Tod, kaum mehr als eine Woche später, am 30. Mai 1593 vorgetäuscht werden musste.[http://www2.prestel.co.uk/rey/title.htm] Die überlieferte "Wirtshausschlägerei", bei der Marlowe angeblich zu Tode kam, fand demnach in Wirklichkeit im Hause von Eleanor Bull statt, einem gehobenen Hause einer Familie mit verwandschaftlichen Bindungen zur Königin und Lord Burghley. Der rasch begnadigte Mörder (Frizer) von Marlowe war ein enger Vertrauter des Lord Walsingham. Es bleibt sehr auffällig, dass erst nach dem "vermeintlichen" Tod von Marlowe zum ersten Mal der "literarische" Shakespeare in einem für damalige Verhältnisse nicht mehr jungen Alter von 29 Jahren auftauchte, dessen spätere Werke unter der Annahme erklärt werden können, dass sie in Wirklichkeit eine Fortführung der Arbeiten von Marlowe sind, der zuvor bereits zahlreiche Schriften, Dramen und Übersetzungen verfasst hatte. Wichtige "autobiografische" Teile der Sonnette könnten durch die Annahme eines lebenslangen inneren Exils eine angemessene Erklärung finden [http://www.marlowe-society.org/sonnet74.htm ]. Im Text werden auch Kryptogramme vermutet [http://www.masoncode.com/Marlowe%20wrote%20Shakespeare's%20Sonnets.htm].
Auch die Gräfin Mary Pembroke ist in jüngster Zeit von der amerikanischen Hobbyforscherin Robin Williams als Verfasserin genannt worden.
Eine andere Theorie besagt, dass mehrere Zeitgenossen zusammen unter dem Pseudonym Shakespeare geschrieben haben.
Für jede dieser Hypothesen gibt es gewisse Indizien, aber keine sicheren Beweise. Die so genannten Stratfordianer vertreten weiterhin die Meinung, dass Shakespeare alleiniger Autor der ihm zugeschriebenen Werke ist [http://shakespeareauthorship.com/].
Rezeption in Deutschland
Mary Pembroke
In Deutschland hat die Shakespeare-Rezeption eine wechselvolle Geschichte, in der der Dichter für die verschiedensten Interessen in Dienst genommen, jedoch stets aufs Tiefste bewundert wurde.
Von größter Bedeutung ist Shakespeare für die Literaturtheorie der Aufklärung bei Gotthold Ephraim Lessing (im 17. Literaturbrief 1759), für die Dramatiker des Sturm und Drang etwa bei Heinrich Wilhelm von Gerstenberg (Briefe über Merckwürdigkeiten der Litteratur, 1766/67), bei Johann Gottfried Herder (Von deutscher Art und Kunst, 1773) und Johann Wolfgang von Goethe (Rede zum Shäkespears Tag, 1771); jedoch ebenso für die deutsche Romantik und die Dramentheorie des 19. Jahrhunderts. Der im frühen 18. Jahrhundert noch tonangebende Theoretiker Johann Christoph Gottsched, der dem französischen Klassizismus des 17. Jahrhunderts verpflichtet war und dem folglich die den drei Aristotelischen Einheiten entsprechenden französischen Stücke viel eher zusagten, äußerte sich noch recht abfällig über Shakespeare. Doch nun wurde Shakespeare über die Bewunderung der neuen literarischen Wortführer zum Prototyp des Genies. Die Enthusiasten – jeder ernsthafte Dichter in Deutschland zwischen Lessing und Bertolt Brecht war ein Shakespeare-Enthusiast – feierten mit großer Einstimmigkeit die „Colossalische Grösse“ (Goethe) der Shakespeareschen Figuren und die vorerst unbeschreibliche Meisterschaft des Autors. Goethe ruft begeistert aus: „[...] Natur! Natur! nichts so Natur als Schäkespears Menschen“.
Dass die Deutschen eine besondere Affinität zu Shakespeare haben und ihn, neben Goethe und Schiller, mitunter gern als ihren „dritten deutschen Klassiker“ beanspruchen, lässt sich auch an der bereits 1864 erfolgten Gründung der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft sehen.
Bekannte Übertragungen der Dramen Shakespeares ins Deutsche sind die Ausgaben Christoph Martin Wielands, die Schlegel-Tieck-Ausgabe (August Wilhelm Schlegel, Wolf von Baudissin, Ludwig Tieck und Dorothea Tieck), sowie in neuerer Zeit die Übersetzungen von Erich Fried und Frank Günther.
Werke
Historiendramen
- König Johann (King John, um 1595/96)
- Heinrich VI.
- Teil 1 (King Henry VI, Part 1; ca. 1598–99)
- Teil 2 (King Henry VI, Part 2; ca. 1590–92)
- Teil 3 (King Henry VI, Part 3; ca. 1590–92)
- Richard III. (King Richard III; um 1593, gedruckt 1597)
- Richard II. (King Richard II; zwischen 1590 und 1599, gedruckt 1597)
- Heinrich IV.
- Teil 1 (King Henry IV, Part 1; um 1595/96, gedruckt 1598)
- Teil 2 (King Henry IV, Part 2; um 1597, gedruckt 1600)
- Heinrich V. (King Henry V; 1599, gedruckt 1600 (Raubdruck))
- Heinrich VIII. (King Henry VIII or All Is True, ca 1612/13)
Komödien
Heitere Komödien
- Die Komödie der Irrungen (The Comedy of Errors; um 1591, gedruckt 1621)
- Verlorene Liebesmüh (auch: Liebes Leid und Lust; Love's Labour's Lost; um 1593, gedruckt 1598)
- Der Widerspenstigen Zähmung (The Taming of the Shrew; um 1594, gedruckt 1623)
- Die beiden Veroneser (The Two Gentlemen of Verona; ca. 1590–95, gedruckt 1623)
- Ein Sommernachtstraum (A Midsummer Night's Dream; 1595/96, gedruckt 1600)
- Der Kaufmann von Venedig (The Merchant of Venice; 1596)
- Viel Lärm um Nichts (Much Ado about Nothing; um 1598/99, gedruckt 1600)
- Wie es euch gefällt (As You Like It; um 1599, gedruckt 1623)
- Die lustigen Weiber von Windsor (The Merry Wives of Windsor; 1600/01)
- Was ihr wollt (Twelfth Night or What You Will; um 1601, gedruckt 1623)
Problemstücke
- Troilus und Cressida (Troilus and Cressida; um 1601, gedruckt 1610)
- Ende gut, alles gut (All's Well That Ends Well; 1602/03, gedruckt 1623)
- Maß für Maß (Measure for Measure; um 1604, gedruckt 1623)
Romanzen
- Perikles, Prinz von Tyrus (Pericles, Prince of Tyre; um 1607, erster Druck 1609)
- Cymbeline (Cymbeline; 1610)
- Ein Wintermärchen (The Winter's Tale; 1611, gedruckt 1623)
- Der Sturm (The Tempest; 1611, gedruckt 1623)
Tragödien
Frühe Tragödien
- Titus Andronicus (um 1589–92, gedruckt 1594)
- Romeo & Julia (Romeo and Juliet; 1595, gedruckt 1597 (Raubdruck), dann 1599)
Römerdramen
- Julius Cäsar (The Tragedy of Julius Caesar; 1599, gedruckt 1623)
- Antonius und Cleopatra (Antony and Cleopatra; um 1607, gedruckt 1623)
- Coriolanus (Coriolanus; um 1608, gedruckt 1623)
Spätere Tragödien
- Hamlet (Hamlet, Prince of Denmark; um 1601, gedruckt 1603, evtl. Raubdruck)
- Othello (um 1604, gedruckt 1622)
- König Lear (King Lear; um 1605, gedruckt 1608)
- Timon von Athen (Shakespeare) (Timon of Athens; um 1606, erster Druck 1623)
- Macbeth (um 1608, gedruckt 1623)
Lyrik
- Venus und Adonis (Venus and Adonis; 1593)
- Lucretia (The Rape of Lucrece)
- Der Liebenden Klage (A Lover's Complaint)
- Der verliebte Pilger (The Passionate Pilgrim)
- Der Phoenix und die Turteltaube (The Phoenix and Turtle)
- Sonette in Übertragungen von:
- [http://www.sonett-central.de/gelbcke/Shakespeare.htm Ferdinand Adolph Gelbcke]
- [http://www.sonett-central.de/george/Shakespeare.htm Stefan George]
- [http://www.sonett-central.de/gildemeister/shakespeare.htm Otto Gildemeister]
- [http://www.sonett-central.de/krauss-f/Shakespeare.htm Fritz Krauss]
- [http://www.sonett-central.de/neidhardt/Shakespeare.htm Alexander Neidhardt]
- [http://www.sonett-central.de/regis/Shakespeare.htm Gottlob Regis]
- [http://www.sonett-central.de/robinson/Shakespeare.htm Terese Robinson]
- [http://www.william-shakespeare.de/sonet/ Max Joseph Wolff]
- Karl Kraus
- Paul Celan
Filmografie (Auswahl)
Mit Beginn der Filmgeschichte taucht William Shakespeare auch als Drehbuchautor im Abspann von Filmen auf. Mittlerweile sind weit über 500 Filme nach seinen Stücken entstanden. Die erste Verfilmung geht auf das Jahr 1899 zurück und zeigt in einem dreiminütigen Film die Todesszene aus King John mit dem großen britischen Theaterschauspieler des 19. Jahrhunderts Sir Herbert Beerbohm Tree. In dieser Liste können natürlich nur einige wenige sehenswerte Filme aufgenommen werden. Dennoch sind wohl aus allen Epochen Filme erwähnt.
- 1921 – Hamlet – (mit Asta Nielsen in der Rolle des Dänen-Prinzen)
- 1922 – Othello – (mit Emil Jannings in der Titelrolle)
- 1923 – Der Kaufmann von Venedig – (mit Werner Krauß als Shylock)
- 1935 – A Midsummer Night's Dream – Regie: Max Reinhardt (mit James Cagney, Olivia de Havilland und Mickey Rooney als Puck)
- 1936 – Romeo and Juliet – Regie: George Cukor (mit Norma Shearer als Julia)
- 1944 – Henry V. – Regie und Titelrolle: Laurence Olivier
- 1948 – Hamlet – Regie und Titelrolle: Laurence Olivier
- 1948 – Macbeth – Regie und Titelrolle: Orson Welles
- 1950 – Julius Caesar – (mit Charlton Heston als Antonius)
- 1952 – Othello – Regie und Titelrolle: Orson Welles
- 1953 – Julius Caesar – Regie: Joseph L. Mankiewicz (mit Marlon Brando und James Mason)
- 1955 – Richard III. – Regie und Titelrolle: Laurence Olivier
- 1957 – Das Schloss im Spinnwebwald (Kumonosu Jō) - Macbeth Adaption von Akira Kurosawa(JAP)
- 1960 – Die Bösen schlafen gut (Warui Yatsu Hodo Yoku Nemuru)- Hamlet Adaption von Akira Kurosawa(JAP)
- 1964 – Hamlet – (mit Richard Burton als Hamlet)
- 1965 – Othello – (mit Laurence Olivier in der Titelrolle)
- 1968 – Romeo und Julia – Regie: Franco Zeffirelli (mit Olivia Hussey als Julia)
- 1969 – Hamlet – Regie: Tony Richardson (mit Nicol Williamson als Hamlet und Anthony Hopkins als Claudius)
- 1971 – King Lear – Regie: Peter Brook
- 1971 – The Tragedy of Macbeth – Regie: Roman Polański (mit Jon Finch)
- 1973 – Theatre of Blood mit Vincent Price und Diana Rigg
- 1979 – The Tempest – Regie: Derek Jarman
- 1985 – Ran - König Lear Adaption von Akira Kurosawa(JAP)
- 1989 – Henry V. – Regie und Titelrolle: Kenneth Branagh
- 1990 – Hamlet – Regie: Franco Zeffirelli (mit Mel Gibson, Glenn Close und Helena Bonham Carter)
- 1990 – Rosenkranz und Güldenstern – Hamlet Adaption von Tom Stoppard (mit Gary Oldman, Tim Roth, Richard Dreyfuss)
- 1991 – My Own Private Idaho - von Gus van Sant, mit Dialogen aus Falstaff von Orson Welles (gespielt von Keanu Reeves und William Richert), nach Shakespeares Heinrich IV.
- 1991 – Prosperos Bücher – Der Sturm Adaption von Peter Greenaway (mit Sir John Gielgud als Prospero)
- 1993 – Much Ado About Nothing – Regie und Hauptrolle: Kenneth Branagh (mit Emma Thompson, Keanu Reeves und Denzel Washington)
- 1995 – Richard III – (mit Ian McKellen, Annette Bening und Jim Broadbent)
- 1996 – Twelfth Night – Regie: Trevor Nunn (mit Helena Bonham Carter und Nigel Hawthorne)
- 1996 – William Shakespeares Romeo & Julia – Regie: Baz Luhrmann (mit Leonardo DiCaprio)
- 1996 – Hamlet – Regie und Titelrolle: Kenneth Branagh (mit Kate Winslet)
- 1996 – Looking for Richard – Regie: Al Pacino (mit Al Pacino und Alec Baldwin)
- 1998 – Shakespeare in Love - Regie: John Madden (mit Joseph Fiennes und Gwyneth Paltrow)
- 1999 – Titus – (mit Anthony Hopkins und Jessica Lange)
- 1999 – A Midsummer Night's Dream – Regie: Michael Hoffman (mit Kevin Kline, Michelle Pfeiffer und Calista Flockhart)
- 2000 – Hamlet – (mit Ethan Hawke)
- 2001 – O – Othello Adaption - Regie: Tim Blake Nelson
- 2003 – Richard II (mit Mark Rylance) – BBC Channel 4
- 2004 – Der Kaufmann von Venedig – Regie: Michael Radford
Literatur
- Hildegard Hammerschmidt-Hummel: William Shakespeare - Seine Zeit - Sein Leben - Sein Werk, Philipp von Zabern, Mainz 2003, ISBN 3-8053-2958-X
- Ina Schabert (Hrsg.): Shakespeare-Handbuch. Die Zeit – der Mensch – das Werk – die Nachwelt, 4. Aufl., Kröner-Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-520-38604-6
- Ulrich Suerbaum: Shakespeares Dramen, UTB, Stuttgart 2001, ISBN 3-825-21907-0
- John Michell: Wer schrieb Shakespeare?, Zweitausendeins, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-86150-368-9
- Peter Dawkins: The Shakespeare Enigma, Polair Publ., London 2004, ISBN 0-9545389-4-3 (engl.)
- E.A. Honigman: The Lost Years, 1985 (engl.)
- Ian Wilson: Shakespeare - The Evidence, 1993 (engl.)
- Theo Reichenberger: "Schurken bei Shakespeare und ihre Opfer". Kassel, Edition Reichenberger 1994. ISBN 3-928064-86-X
- Theo Reichenberger: "Graphiken zu Shakespeares Venus und Adonis". Kassel, Edition Reichenberger 2000. ISBN 3-935004-11-7
Weblinks
- [http://www.opensourceshakespeare.org Open Source Shakespeare (complete works)]
- [http://www.gutenberg.org/browse/authors/s#a65 Shakespeare-Werke in Englisch und Deutsch im Projekt Gutenberg.net]
- http://www.william-shakespeare.de/
- [http://www.shakespeare-gesellschaft.de/ Deutsche Shakespeare-Gesellschaft e. V.]
- [http://www.unibas.ch/shine Shakespeare in Europe Sh:in:E]
- [http://www.bl.uk/treasures/shakespeare/homepage.html British Library - Shakespeare in Quarto]
- [http://www.klassiker-der-weltliteratur.de/shakespeare.htm Illustrierte Biographie]
- [http://de.shakespeare-1.com/shakespeare-bacon-myth8shbn10.html Shakespeare und die Bacon-Mythen]
- http://www.shakespeare-oxford.com
- [http://www.shakespeare-company.com/ Bremer Shakespeare-Company]
-
- [http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/PDF/db/wiss/epoche/martin_shakespeare_opern.pdf Dieter Martin: Deutsche Shakespeare-Opern um 1800]
Shakespeare, William
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Shakespeare, William
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ja:ウィリアム・シェイクスピア
ko:윌리엄 셰익스피어
ms:William Shakespeare
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Berlin
Berlin ist Hauptstadt, bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt Deutschlands. Sie ist Stadtstaat und ein eigenständiges Bundesland. Berlin ist nach London die zweitgrößte Stadt der EU.
Historisch war Berlin mehrfach Hauptstadt deutscher Staaten wie des Markgrafentums/Kurfürstentumes Brandenburg, des Königreiches Preußen, des Deutschen Reiches oder der DDR (nur der damalige Ostteil der Stadt). Seit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 ist Berlin gesamtdeutsche Hauptstadt und seit dem Hauptstadtbeschluss des Deutschen Bundestages von 1991 nimmt die Stadt seit 1999 auch die Funktion als Parlaments- und Regierungssitz Deutschlands wahr.
Die Stadt ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und ein wichtiges Wirtschafts-, Kultur- und Bildungszentrum mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Theatern, Museen und Baudenkmälern.
Geordnete Links auf Artikel mit Berlinbezug finden sich im Portal:Berlin.
Geografie
Geografische Lage
Portal:Berlin
Berlin ist gänzlich vom Bundesland Brandenburg umgeben und liegt im Osten der Bundesrepublik Deutschland, etwa 70 km westlich der Grenze zu Polen. Die Stadt ist einer der Verdichtungsräume der Bundesrepublik.
Berlin befindet sich in eiszeitlich geprägter Landschaft im Warschau-Berliner Urstromtal zwischen den Hochebenen des Barnim und des Teltow. Das historische Zentrum Berlins liegt an der schmalsten Stelle des von der Spree in ost-westlicher Richtung durchflossenen Urstromtals. Im westlichsten Bezirk Spandau mündet die Spree in die Havel, die den Westen Berlins in Nord-Süd Richtung durchfließt. Der Flusslauf der Havel ähnelt dabei oft einer Seenlandschaft, die größten Ausbuchtungen bilden der Tegeler See und der Große Wannsee.
Wesentliche Teile des heutigen Berlins liegen auf den beiden Hochebenen: Große Teile der Bezirke Reinickendorf und Pankow liegen auf dem Barnim, während der Hauptteil der Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln auf dem Teltow gelegen ist.
Weder zum Urstromtal noch zum Barnim oder Teltow gehört Berlin-Spandau westlich der Havel, das zum Teil der Nauener Platte zuzurechnen ist.
Die höchsten Erhebungen Berlins sind der aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs künstlich aufgeschüttete Teufelsberg (115 m ü. NN) im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die Müggelberge (115 m) im Bezirk Treptow-Köpenick.
Siehe auch: Liste der Erhebungen in Brandenburg und Berlin
Stadtgliederung
Nach dem Gebietsreformgesetz vom 10. Juni 1998 wurde die Zahl der Verwaltungsbezirke zum 1. Januar 2001 von 23 auf 12 reduziert. Berlin ist seitdem gegliedert in die Bezirke:
- Charlottenburg-Wilmersdorf
- Friedrichshain-Kreuzberg
- Lichtenberg
- Marzahn-Hellersdorf
- Mitte
- Neukölln
- Pankow
- Reinickendorf
- Spandau
- Steglitz-Zehlendorf
- Tempelhof-Schöneberg
- Treptow-Köpenick
Siehe auch: Liste der Bezirke und Ortsteile Berlins
Klima
Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Berlin-Dahlem beträgt 9,2 Grad Celsius und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 578 Millimeter.
Die wärmsten Monate sind Juni, Juli und August mit durchschnittlich 16,6 bis 18,4 Grad Celsius und die kältesten Dezember, Januar und Februar mit 0,5 bis 1,8 Grad Celsius im Mittel.
Der meiste Niederschlag fällt in den Monaten Juni und August mit 62 bis 67 Millimeter im Durchschnitt, der wenigste im Februar, April und Oktober mit 36 bis 38 Millimeter im Mittel.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Berlins
Die Stadt Cölln, Teil der Doppelstadt Berlin-Cölln (auf der Spreeinsel gelegen), wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt, 1244 folgte dann die Erwähnung Berlins, welches sich auf dem nördlichen Ufer der Spree befand. Die beiden Städte bekamen 1307 ein gemeinsames Rathaus. Der Name Berlin hat nichts mit dem Bären im heutigen Stadtwappen zu tun. Er geht vermutlich auf die slawische Silbe berl (Sumpf) zurück.
1415 wurde Friedrich I. Kurfürst der Mark Brandenburg und blieb dies bis 1440. Mitglieder der Familie Hohenzollern regierten bis 1918 in Berlin, erst als Markgrafen von Brandenburg, dann als Könige von Preußen und schließlich als deutsche Kaiser. Die Einwohner von Berlin haben diese Veränderungen nicht immer begrüßt.
Preußen
Preußen
Preußen]
1448 revoltierten sie im „Berliner Unwillen“ gegen den Schlossneubau des Kurfürsten Friedrich II. Eisenzahn. Dieser Protest war jedoch nicht von Erfolg gekrönt und die Bevölkerung büßte viele ihrer politischen und ökonomischen Freiheiten ein. 1451 wurde Berlin dann Residenzstadt der brandenburgischen Markgrafen und Kurfürsten und musste seinen Status als freie Hansestadt aufgeben.
Der Dreißigjährige Krieg zwischen 1618 und 1648 hatte für Berlin verheerende Folgen: ein Drittel der Häuser wurden beschädigt, die Bevölkerung halbierte sich. Friedrich Wilhelm, bekannt als der Große Kurfürst, übernahm 1640 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater. Er startete eine Politik der Immigration und der religiösen Toleranz. Ab dem folgenden Jahr kam es zur Gründung der Vorstädte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt.
1671 wurde fünfzig jüdischen Familien aus Österreich ein Zuhause gegeben. Mit dem Edikt von Potsdam 1685 lud Friedrich Wilhelm die französischen Hugenotten nach Brandenburg ein. Über 15.000 Franzosen kamen, von denen sich 6.000 in Berlin niederließen. Um 1700 waren 20 Prozent der Berliner Einwohner Franzosen, und ihr kultureller Einfluss war groß. Viele Einwanderer kamen außerdem aus Böhmen, Polen und Salzburg.
1701 erlangte Berlin durch die Krönung Friedrich I. zum König den Status der Hauptstadt Preußens. Per 1. Januar 1710 erfolgte die Vereinigung der Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur Königlichen Haupt- und Residenzstadt B | | |