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Ammersee

Ammersee

Der Ammersee ist nach dem Chiemsee und dem Starnberger See der drittgrößte See in Bayern und der am weitesten nach Norden reichende Voralpensee. Er zählt als gemeindefreies Gebiet mit den Gemeinden am Westufer zum Landkreis Landsberg am Lech, während das Ostufer zu verschiedenen Gemeinden im Landkreis Starnberg gehört. Die Kreisgrenze verläuft entlang der Ammer im Süden beziehungsweise der Amper im Norden. Der See hat eine Fläche von rund 47 Quadratkilometern und eine maximale Tiefe von etwa 80 Metern. Die am südlichen Seeende gelegene Schwedeninsel ist durch die fortschreitende Verlandung eigentlich eher schon als Halbinsel zu betrachten und wird in Zukunft ganz mit dem Ufer verschmelzen. Der größte Teil der Insel und einige Gebiete am Südufer des Sees gehören zum Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Weilheim-Schongau

Geschichte

Entstanden ist der Ammersee wie andere Seen des bayerischen Alpenvorlandes mit dem Abschmelzen der eiszeitlichen Gletscher. Das Seebecken wurde als typischer Zungenbeckensee in der Saale-/Riß- und Würmeiszeit vom Ammergletscher, der sich als Teil des Isar-Loisach-Gletschers aus der „Garmischer Pforte“ bis weit ins Land erstreckte, ausgeschoben. Vor etwa 40.000 Jahren begann das Eis langsam zu schmelzen und vor rund 10.000 Jahren umschlossen die zurückgebliebenen Seiten- und Endmoränen dann eine große Wasserfläche. Der See erstreckte sich damals in Nord-Süd Richtung über etwa 37 km und bedeckte eine Fläche vom heutigen Weilheim und Peißenberg im Süden bis Grafrath im Norden, von den Höhen über dem jetzigen Westufer bis an die Linie Dellinger Höhe, Widdersberg, Andechs und Pähl im Osten. Auch das Zweigbecken des Pilsensees war noch ein Teil des Gesamtsees, dessen Spiegel schätzungsweise 25 - 30 m über dem heutigen Niveau lag. Seither schrumpfte der See um gut 80 Prozent auf heute 47 Quadratkilometer. Ursache hierfür waren einerseits Ablagerungen der Zuflüsse, besonders der Ammer im Süden und der Windach im Norden, die laufend mitgeführten Gesteinsschutt im See abluden, während andererseits am Nordende bei Grafrath die Erosion an der Endmoräne nagte und den Ausfluss zur Amper immer tiefer legte. Die Verlandung dauert an, die erwartete „Lebensdauer“ des Ammersees wird auf noch etwa 20.000 Jahre geschätzt.

Hydrologie

Windach Der Ammersee ist einer der am besten untersuchten Seen Bayerns. Seine Wasserqualität wird vor allem vom aus den Kalkalpen kommenden Hauptzufluss Ammer bestimmt. Die Ammer entwässert rund drei Viertel des knapp 1.000 km² großen Einzugsgebietes. Ihre mittlere Abflussspende wird mit 16,6 Kubikmeter pro Sekunde beziffert (Pegel Fischen, Jahresreihe 1941/1989). Bei besonderen Wetterbedingungen, etwa wenn die Schneeschmelze mit anhaltend starkem Dauerregen einhergeht, kann die Abflussspende auf bis zu 600 m³/s ansteigen und stark von Schwebstoffen getrübt sein. Am Ende einer lang dauernden Trockenperiode sinkt die Abflussspende der Ammer bisweilen auf unter 3 m³/s. Die Amper als Abfluss führt bei einem mittleren Wasserstand des Sees von 140 cm (Pegel Stegen, Jahresreihe 1975/1994) durchschnittlich 21,1 m³ Wasser pro Sekunde ab. Die schwach ausgeprägten Niedrigwasserstände des Sees - der niedrigste gemessene Wasserstand betrug 119 cm am 14. August 1994 - belegen die starke Retentionswirkung (Rückhalte- und Speicherfunktion) des Ammersees. Der mittlere Hochwasserstand von 195 cm (Pegel Stegen, Jahresreihe 1975/1994) kann allerdings bei extremen Wetterereignissen deutlich überschritten werden, der höchste je gemessene Wasserstand betrug 337 cm am 27. Mai 1999. Bei Hochwasser dienen die im Norden und Süden angrenzenden Verlandungszonen als weiträumige Überflutungsfläche und bilden damit einen wirksamen Schutz vor Hochwasser. Vor allem die abwärts an der Amper gelegenen Orte gewinnen Sicherheit durch diese Schutzfunktion, da die teilweise extremen Hochwasserspitzen der Ammer den See stark gemildert und verzögert verlassen.

Biologie und Naturschutz

Die in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts gefährdete Wasserqualität konnte durch umfassende abwassertechnische Sanierungsmaßnahmen wie dem Bau einer Ringleitung, der Inbetriebnahme der Kläranlage in Eching 1971 und der Sanierung der Kläranlagen im Ammer-Einzugsgebiet deutlich verbessert werden. Seit Mitte der Achzigerjahre hat sich die Nährstoffbelastung des Wassers vom eutrophen zum mesotrophen Bereich verlagert, das bedeutet die Nährstoffbelastung ist gering bis mäßig, die Produktion von Algen mäßig und die durchschnittliche Sichttiefe über 2 m. Die Nutzung des Ammersees als Badegewässer ist damit langfristig gesichert. Von den im See lebenden Fischen ist vor allem die Renke bekannt, eine wohlschmeckende, nur in den Voralpenseen anzutreffende Felchenart, deren Vorkommen zu einer langen Tradition recht intensiver fischereilicher Nutzung des Sees geführt hat. Mit den Naturschutzgebieten Vogelfreistätte Ammersee-Südufer und Ampermoos gehört der Ammersee zu den sieben international bedeutsamen Feuchtgebieten Bayerns nach der sogenannten Ramsar-Konvention. Am Westufer ist der Uferzugang bis auf kurze Strecken für die Allgemeinheit gesperrt, doch fast das gesamte Ostufer ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Große Uferbereiche sind noch in naturnahem Zustand, die früher dichten Schilfbestände haben jedoch seit Ende der sechziger Jahre deutlich abgenommen.

Allgemeines

Der Ammersee im Fünfseenland, dessen andere vier namensgebenden Seen in der Region der Starnberger See, der Wörthsee, der Pilsensee und der Weßlinger See sind, zählt nicht nur zu den beliebtesten Tourismuszielen Bayerns mit überregionaler Ausstrahlung sondern auch zu den bevorzugten Naherholungsgebieten der Augsburger und Münchner Bevölkerung. Vor allem im Sommer wird der Ammersee daher durch massiven Fremdenverkehr beeinflußt. Aus den beiden jeweils nur rund 50 km entfernten Ballungszentren kommt es an schönen Wochenenden zu einem regelrechten Massenansturm auf Strandbäder, Biergärten und die Rad- und Wanderwege rund um den See. Da die meisten Besucher mit PKW oder Motorrädern anreisen, ergeben sich für die Anliegergemeinden große Verkehrs- und Parkplatzprobleme. Empfehlenswerter ist daher die Anreise mit der Bahn, entweder über die am Ostufer gelegene Endhaltestelle Herrsching der Münchner S-Bahn, oder aber mit der am gesamten Westufer entlang verlaufenden Ammerseebahn, die aus Augsburg kommt. Günstige Windverhältnisse sorgen im Sommer auch für starken Segel- und Surfbetrieb. Private Nutzung von Motorbooten ist strengen Reglementierungen unterworfen und findet daher kaum statt, Ausnahmegenehmigungen haben die Wasserwacht, die Wasserschutzpolizei, sowie die Fischer und einige Bootsverleiher. Die Bayerische Seenschifffahrt befährt den See mit einer Flotte von vier Fahrgastschiffen. Zur Ammerseeflotte gehört mit dem 2002 gebauten RMS Herrsching der seit 70 Jahren erste in Deutschland vom Stapel gelaufene Raddampfer, mit dem RMS Dießen ein weiterer, historischer Schaufelraddampfer, sowie das MS Utting und das kleinere MS Schondorf. Auffallende Bauwerke am Ammersee sind die großen Parabolspiegel der Erdfunkstelle Raisting. Wichtige Orte am Seeufer sind Herrsching, Inning, Utting am Ammersee, Raisting, Stegen, Schondorf, Aidenried und Dießen. Dießen Siehe auch: Liste der Seen in Deutschland

Weblinks


- [http://www.wwa-wm.bayern.de/ebene2/daten/seenportraets/ammersee/wm_seenportraets_ammersee.htm Wasserwirtschaftsamt Weilheim] Daten zum Ammersee
- [http://www.bayerische-seenschifffahrt.de Bayerische Seenschifffahrt]
- [http://www.ammerseelech.de Tourismusverband Ammersee-Lech e.V.]
- [http://www.schaufelraddampfer.de/german/ediessen.htm Schaufelraddampfer.de] Bilder des RMS Dießen
- [http://www.ammersee-region.de/ammersee.html Ammersee, Natur, Landschaft, Kultur. Sport, Spaß & Freizeit], Ammersee-Region. Tourismus. Online-Buchungsbörse
- [http://www.5sli.de/ammersee Ammersee], Informationen
- [http://www.ammersee-net.de Ammersee Gemeinden]
- [http://www.segelclub-fischen.de/scf_webcam/scf_webcam.html Webcam Aidenried]/[http://www.akademischer-seglerverein.de/WebCam1.htm Webcam]/[http://www.akademischer-seglerverein.de/WebCam2.htm Webcam]
- [http://www.ammerseepage.de/ Ammerseepage], Freizeit- und Veranstaltungsportal, Gastrodatenbank
- [http://www.herrsching24.de Herrsching], größter Ort am Ammersee
- [http://www.hausderberufung.de/ Haus der Berufung am Ammersee], Seminare, Kurse, Religion
- [http://www.die-wind.info/spots.php Wettervorhersage Ammersee], aktuelle Wind und Wetterinformationen, Vorhersagen für Segler, Windsurfer, Kitesurfer, Biker und Wanderer Kategorie:See in Deutschland Kategorie:See in Bayern Kategorie:Landsberg am Lech Kategorie:Starnberg

Chiemsee (See)

Der Chiemsee, auch „bayerisches Meer“ genannt, ist der größte See in Bayern (gemessen am Wasservolumen liegt er nach dem Starnberger See auf Rang zwei). Er entstand wie viele andere Voralpenseen am Ende der letzten Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren als Ausschürfung eines Gletschers. Seine Wasserfläche war ursprünglich fast dreimal so groß wie heute. Die Zuflüsse Tiroler Achen und Prien spülen jedoch Sand und Geröll in den See, so dass er langsam verlandet. Innerhalb von 100 Jahren verringert sich die Wasserfläche um ca. 200 ha. Vor 100 Jahren wurde der Wasserspiegel um zirka 1,00 m abgesenkt. Dadurch wurden große Stellen trocken gelegt.

See und Umgebung

Der größte Zufluss des Sees ist die Tiroler Achen, der größte Abfluss die Alz. Die Landschaft um den Chiemsee, der Chiemgau, ist eines der beliebtesten Erholungsgebiete Bayerns. Bekannt ist der See vor allem durch zwei seiner drei Inseln:
- Fraueninsel: Insel mit einem Nonnenkloster.
- Herreninsel: Ein Landschaftpark mit dem Alten Schloss (einem ehemaligen Kloster), sowie dem Neuen Schloss Herrenchiemsee des "Märchenkönigs" Ludwig II., das dem Schloss von Versailles nachempfunden ist.
- Die dritte Insel - die Krautinsel - ist unbewohnt. Während diese drei Inseln die Gemeinde Chiemsee bilden und damit zum Landkreis Rosenheim gehören, bildet der See (Wasserfläche) mit einigen Schwemmlandinseln im Mündungsdelta der Tiroler Achen ein gemeindefreies Gebiet des Landkreises Traunstein. Der Chiemsee gliedert sich in den größeren, offenen Weitsee im Nordosten sowie in den Inselsee im Südwesten. Landkreises Traunstein Der landschaftliche Reiz des Chiemsees entsteht durch die unmittelbare Nähe der Chiemgauer Berge (Hochfelln, Hochgern, Kampenwand). Der See steht unter dem Schutz der internationalen Ramsar-Konvention.

Aussprache

"Chiemsee" wird ausschließlich mit einem K-Laut zu Beginn gesprochen.

Kultur

Der Chiemsee hat als reizvolles Motiv zahlreiche Maler inspiriert, weshalb es unzählige Werke in der Malerei gibt, die den Chiemsee und dessen Inseln, aber auch die nähere Umgebung des Chiemgaus thematisieren. Um den Priener Maler Paulus hat sich ein Zirkel von Malern gebildet, die gemeinhin als "Chiemseemaler" bezeichnet werden. Paulus hat seine Bilder nach seinem Tod, der Gemeinde hinterlassen, die eine ständige Ausstellung seiner Werke veranlasst hat.

Literatur


- Michael Lohmann: Chiemsee-Naturführer.

Siehe auch


- Liste der Seen in Deutschland
- Chiemsee-Bahn

Weblinks


- http://www.Chiemsee.de
- [http://www.bayern.de/wwa-ts/projekte/verlandung-chiemsee.htm Seite des Wasserwirtschaftsamtes zur Verlandung des Chiemsees]
- [http://www.chiemsee.bayern-online.de/ Chiemsee.Bayern-online.de] Kategorie:See in Bayern Kategorie:Gewässer im Chiemgau Kategorie:Rosenheim (Landkreis) Kategorie:Traunstein ja:キームゼー湖

Bayern

Der Freistaat Bayern liegt im Süden und Südosten der Bundesrepublik Deutschland und ist das flächenmäßig größte Bundesland. Angrenzend sind (im Uhrzeigersinn) die Länder Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Sachsen. Im Osten grenzt Bayern an Tschechien, im Süden an Österreich und an den Bodensee. Im Freistaat leben traditionell drei deutsche Volksstämme: die Franken (Ober-, Mittel- und Unterfranken), die Schwaben und die Baiern ("Altbayern").

Geschichte

Siehe die Hauptartikel Vorgeschichte Bayerns, Geschichte Bayerns und Königreich Bayern Die Schreibweise des Landesnamens mit "y" geht auf eine Anordnung von König Ludwig I., König von Bayern vom 20. Oktober 1825 zurück, mit der die ursprüngliche Schreibweise "Baiern" abgelöst wurde. Er "importierte" das Y aus dem griechischen Alphabet, da sein zweiter Sohn, Otto I., König von Griechenland wurde und seinerseits die bayerischen Farben weiß-blau als griechische Nationalfarben etablierte.

Politik

Siehe den Hauptartikel Politisches System Bayerns. Im Bayerischen Landtag sind derzeit drei Parteien vertreten. Nach den Wahlen vom 21. September 2003 ergab sich folgende Sitzverteilung (insges. 180 Sitze):
- CSU 124 Sitze
- SPD 41 Sitze
- Bündnis 90/Die Grünen 15 Sitze
Die Ergebnisse der Landtagswahl 2003 sahen wie folgt aus:

Bayerische Staatsregierung

In Bayern regiert seit 1966 die CSU mit absoluter Mehrheit, seit den Landtagswahlen am 21. September 2003 sogar mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit der Abgeordneten. Amtierender Ministerpräsident ist seit dem 17. Juni 1993 Dr. Edmund Stoiber (CSU). Am 7. Oktober 2003 wurde Edmund Stoiber als Ministerpräsident vom Landtag wiedergewählt, am 14. Oktober das neue Kabinett von ihm ernannt und vom Landtag bestätigt. Der Bayerischen Staatsregierung gehören zurzeit folgende Mitglieder an:

- Edmund Stoiber (CSU), Ministerpräsident des Freistaates Bayern
- Günther Beckstein (CSU), Stellvertreter des Ministerpräsidenten und Staatsminister des Innern
- Erwin Huber (CSU), Leiter der Staatskanzlei und Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Verwaltungsreform
- Eberhard Sinner (CSU), Staatsminister für Europaangelegenheiten und regionale Beziehungen
- Beate Merk (CSU), Staatsministerin der Justiz
- Thomas Goppel (CSU), Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst
- Siegfried Schneider (CSU), Staatsminister für Unterricht und Kultus
- Kurt Faltlhauser (CSU), Staatsminister der Finanzen
- Otto Wiesheu (CSU), Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie
- Werner Schnappauf (CSU), Staatsminister für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
- Josef Miller (CSU), Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten
- Christa Stewens (CSU), Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen
- Georg Schmid (CSU), Staatssekretär im Staatsministerium des Inneren
- Karl Freller (CSU), Staatssekretär im Staatsministerium für Unterricht und Kultus
- Franz Meyer (CSU), Staatssekretär im Staatsministerium der Finanzen
- Hans Spitzner (CSU), Staatssekretär im Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie
- Emilia Müller (CSU), Staatssekretär im Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
- Jürgen Heike (CSU), Staatssekretär im Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen Siehe auch: Wahlergebnisse und Staatsregierungen in Bayern seit 1945

Staatsaufbau

Grundlage der Landespolitik ist die am 2. Dezember 1946 beschlossene Bayerische Verfassung. Bayern ist demnach Freistaat (Republik) und Volksstaat (Demokratie). Seit dem 1. Januar 2000 existiert nach der Abschaffung des Senats ein parlamentarisches Einkammersystem. Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Bayerischen Landtag, dessen Abgeordnete alle fünf Jahre (bis 1998: alle vier Jahre) gewählt werden. Bis Ende 1999 existierte mit dem Senat eine zweite Kammer, mit der Vertreter sozialer und wirtschaftlicher Interessenverbände ein politisches Gegengewicht zum Landtag schaffen sollten. In einem Volksentscheid wurde am 8. Februar 1998 die Abschaffung dieser Kammer beschlossen. Chef der Staatsregierung ist der Bayerische Ministerpräsident, der ihre Geschäfte leitet, die Richtlinien der Politik bestimmt, Bayern nach außen vertritt und die Staatsminister und -sekretäre ernennt. Das oberste bayerische Gericht ist der Bayerische Verfassungsgerichtshof. Des weiteren gibt es noch diverse obere Landesgerichte (Bayer. Oberstes Landesgericht, Bayer. Verwaltungsgerichtshof, Landesarbeits-, Landessozialgericht) sowie die restliche Judikative. Am 20. Oktober 2004 beschloss der Bayerische Landtag die Auflösung des Bayerischen Obersten Landesgerichts mit Wirkung zum 1. Juli 2006. Außer vom Landtag können in Bayern Gesetze und Verfassungsänderungen auch durch Volksbegehren und Volksentscheid beschlossen werden. Ein Volksentscheid ist außerdem zu jeder Änderung der Bayerischen Verfassung notwendig, auch wenn die Verfassungsänderung vom Landtag beschlossen wurde. Siehe auch: Bayerischer Ministerpräsident, Gesetzgebungsverfahren in Bayern

Wahlrecht

Gesetzgebungsverfahren in Bayern] Im Vergleich zu Wahlen auf Bundesebene weist das bayerische Wahlrecht mehrere Besonderheiten auf: Direktkandidaten, die in ihrem Wahlbezirk die Wahl gewonnen haben, können nur in den Landtag einziehen, wenn auch ihre Partei die Hürde von 5 Prozent erreicht hat. Darüber hinaus ergibt sich die Sitzverteilung im Landtag aus der Summe der Erst- und Zweitstimmen. In anderen Bundesländern und bei Bundestagswahlen entscheidet die Erststimme über die Wahl des Direktkandidaten im Wahlbezirk und allein die Zweitstimme bestimmt die Zahl der Sitze im Parlament, was üblicherweise dazu führt, dass Erststimmen häufiger den großen Parteien mit aussichtsreichen Direktkandidaten gegeben werden. Wer nach Bayern umzieht und eine kleinere Partei wählt, sollte also bei Landtagswahlen darüber nachdenken, ihr auch die Erststimme zu geben, die im bayerischen System also nicht "verloren gehen" kann. Eine weitere Besonderheit findet sich im Kommunalwahlrecht. Zum einen besitzt jeder Wähler genau so viele Stimmen wie Sitze zu vergeben sind; sind also im Gemeinderat bzw. Stadt- oder Kreistag z. B. 45 Sitze zu besetzten, so hat jeder Wähler 45 Stimmen. Desweiteren besteht die Möglichkeit des Kumulierens ("Häufeln", mehrere Stimmen können auf einen Kandidaten abgegeben werden) und des Panaschierens (Stimmen können auf Kandidaten verschiedener Listen verteilt werden). Am 21. September 2003 wurde per Volksentscheid die Altersgrenze für das passive Wahlrecht von 21 auf 18 abgesenkt. Daneben gibt es in Bayern zahlreiche direktdemokratische Elemente. Neben dem Volksentscheid auf Landesebene wurde am 1. Oktober 1995 durch eine Volksabstimmung die direkte Demokratie auf Kommunalebene eingeführt. Pro Jahr gibt es in Bayern rund 100 Volksabstimmungen.

Staatswappen, Flagge und Hymne

Hauptartikel: Bayerisches Staatswappen Das bayerische Staatswappen besteht aus sechs heraldischen Komponenten: Der goldene Löwe, ursprünglich mit der wittelsbachischen Pfalz am Rhein verbunden, steht heute für die Oberpfalz, der „fränkische Rechen“ für die drei fränkischen Bezirke, der blaue Panther für die Altbayern und die drei schwarzen Löwen für Schwaben. Das weiß-blaue Herzschild deutet den Gesamtstaat Bayern an, die Volkskrone bezeichnet nach dem Wegfall der Königskrone die Volkssouveränität. Der Freistaat Bayern besitzt zwei gleichgestellte Staatsflaggen: einmal die weiß-blau gerautete Flagge, zum anderen die Flagge mit horizontalen Streifen in den Farben Weiß und Blau. Zur Hymne siehe: Bayernhymne

Verwaltungsgliederung

Regierungsbezirke

Nachstehend die Regierungsbezirke mit Amtlichem Gemeindeschlüssel (AGS) und Abkürzung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern: Amtlichem Gemeindeschlüssel (AGS)

Landkreise

Die 7 Regierungsbezirke unterteilen sich in 71 Landkreise und 25 kreisfreie Städte: kreisfreie Städte

Kreisfreie Städte

Städte und Gemeinden

Der Freistaat Bayern besteht aus 2.056 politisch selbständigen Städten und Gemeinden sowie 215 gemeindefreien Gebieten (letztere sind ausnahmslos unbewohnt und auf 44 der 71 Landkreise verteilt). Die Gemeinden verteilen sich wie folgt: 25 kreisfreie Städte und 2.031 kreisangehörige Gemeinden (davon 27 Große Kreisstädte, 262 sonstige Städte, 384 Märkte und 1.358 sonstige Gemeinden (Stand 1. Oktober 2004). Von den 2.031 kreisangehörigen Gemeinden sind 991 Mitgliedsgemeinden in 314 Verwaltungsgemeinschaften, und 1.040 Einheitsgemeinden, Stand 1. Januar 2005).
Änderungen seit dem 1. Januar 2005:
- Erhebung einer Gemeinde zum Markt am 17. September 2005
- Erhebung der Stadt Fürstenfeldbruck zur Großen Kreisstadt am 01. Januar 2006 (geplant)

Größte Städte

Siehe auch: Liste der Orte in Bayern, Große Kreisstadt

Regionen

Geografie

Große Kreisstadt Bayern liegt in Süddeutschland und umfasst:
- die bayerischen Alpen im Süden
- das Alpenvorland bis zur Donau mit den 3 großen Seen Oberbayerns
- das ostbayerische Mittelgebirge und
- die Stufenlandschaft der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Die niedrigste Stelle von Bayern befindet sich mit 107 m in Kahl am Main (Unterfranken), die höchste auf dem Gipfel der Zugspitze (2.962 m ü. NN), dem höchsten Berg Deutschlands im Wettersteingebirge (Landkreis Garmisch-Partenkirchen). Hauptfluss ist die Donau, die bei Passau nach Österreich übertritt. Ihre größeren Nebenflüsse sind (von Westen):
- Iller, Lech, Isar und Inn (fließen rechts zur Donau hin)
- Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen (fließen links dagegen). Die 4 ersteren entspringen in den Alpen und sind wasserreicher. Der Inn führt (wegen des langen Oberlaufs) bei seiner Mündung in Passau meist etwas mehr Wasser als die Donau. Das Klima geht vom Nordwesten (relativ ausgeglichen) nach Osten ins Kontinentalklima über. An etwa 100 Tagen sind die Temperaturen unter Null, die Westwinde bringen durchschnittlich 70 cm Regen, im Nordstau der Alpen lokal bis 180 cm. Die mittlere Sonnenscheindauer beträgt etwa 1600 bis 1900 Stunden. Eigene Artikel existieren für: Seen in Bayern, Flüsse in Bayern und Landschaften in Bayern, Liste der Berge in Bayern

Wirtschaft

Bayern gilt als sehr wirtschaftsstarkes und reiches Bundesland, es hat sich in den letzten Jahrzehnten vom Agrar- zum Technologieland entwickelt. Die Arbeitslosenquote betrug im Juli 2004 6,5 Prozent. Das Bundesland Bayern weist allerdings auch die größten wirtschaftlichen Unterschiede aller Bundesländer auf. So verteilt sich die Wirtschaftskraft vor allem auf die Regionen um München (mit Oberbayern und Augsburg), so wie auf die Region Nürnberg-Fürth-Erlangen, auf Unterfranken zwischen Würzburg und Aschaffenburg sowie die Region Regensburg. In Regionen wie in Oberfranken oder der nördlichen Oberpfalz geht die Wirtschaftskraft stark zurück. Diese Regionen weisen teilweise Arbeitslosenzahlen von über 10 Prozent auf. In den letzten Jahren konnten hier allerdings sehr gute Fortschritte bei der Verbesserung der Situation vorgewiesen werden. An drei Standorten in Bayern befinden sich Atomkraftwerke, außerdem wird in Garching bei München ein Forschungsreaktor betrieben.

Kultur

Die Bayern können auf eine über 1000 Jahre alte Kultur- und Geistesgeschichte zurückblicken. Laut Art. 3 der Verfassung des Freistaates Bayern ist Bayern ein Kulturstaat. Der Freistaat fördert in seinem Haushalt 2003 Kunst und Kultur mit jährlich über 500 Mio. €, zusätzlich kommen erhebliche Leistungen der bayerischen Kommunen und privater Träger hinzu.

Museen

Theater, Schauspiel und Oper

Bayern verfügt über vier staatliche und 18 kommunale Theater mit eigenen Ensembles sowie eine Vielzahl privater Bühnen und freier Gruppen. Als letzte große Neugründung ging 2004 aus den Städtischen Bühnen Nürnberg das Staatstheater Nürnberg hervor. Insgesamt gibt es 35 feste Schauspiel-, Opern- und Operettenbühnen, 41 Freilicht- und Festspielunternehmen und 17 Puppentheater mit mehr als 14.000 Vorstellungen und über 4,8 Millionen Zuschauern jährlich. Unter diesen Bühnen befinden sich so renommierte Häuser wie:

Musik

Operetten] Bayern ist nicht nur das Land der traditionellen Volksmusik, der Jodler und Schuhplattler, sondern auch die Heimat so bekannter Komponisten wie
- Max Reger
- Carl Orff
- Richard Strauss
- Christoph Willibald Gluck Zu den besten in Bayern beheimateten klassischen Orchestern zählen
- die Münchner Philharmoniker
- das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
- die Bamberger Symphoniker, Bayerische Staatsphilharmonie
- das Bayerisches Staatsorchester am Nationaltheater
- die Münchner Symphoniker
- das Münchner Kammerorchester
- die Nürnberger Philharmoniker am Staatstheater Nürnberg
- die Nürnberger Symphoniker
- die Hofer Symphoniker
- das Philharmonisches Orchester Bad Reichenhall
- und das Kammerorchester Schloss Werneck Unter den Musikfestspielen herausragend sind die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth und die Münchner Opernfestspiele. Münchner Opernfestspiele

Küche

Durch das Nebeneinander der drei bayerischen Stämme Altbaiern, Franken und Schwaben ist die bayerische Küche sehr vielfältig. Auch wenn die bayerische Küche deutlich mehr bietet als deftige und rustikale Spezialitäten, so sind es dennoch besonders diese Gerichte, die weit über die bayerischen Landesgrenzen hinweg bekannt geworden sind:
- Schweinsbraten, Schweinshaxe, Kalbshaxenbraten, Spanferkelbraten
- Semmelknödel, Kartoffelknödel, Leberknödel
- Sauerkraut, Kohlroulade, Krautwickel, Krautspätzle, Krautkrapfen
- Leberknödelsuppe, Leberspätzlesuppe, Speckknödelsuppe, Pfannkuchensuppe
- Weißwurst, Wollwurst, Stockwurst, Regensburger (Wurst), Nürnberger Rostbratwurst
- Apfelstrudel, Topfenstrudel, Kaiserschmarrn, Dampfnudeln, Rohrnudeln, Schmalznudeln, Bayerisch Creme
- Bayrischer Kartoffelsalat, Bayrischer Wurstsalat
- Obazda oder fränkisch: Grupfter
- Leberkäse, Leberkässemmel

Religion, Stämme und Sprache

Leberkässemmel
- röm.-katholisch 58,50% Stand 2003 (1950 71,9 %)
- evangelisch 23 % (1950 26,8 %)
- andere Konfessionen und Religionen etwa 4 % Jüdische Gemeinden gab es bis zum 19. Jahrhundert vor allem in ländlichen Gebieten Frankens und Schwabens sowie den freien Reichsstädten wie z. B. Nürnberg und Regensburg. Im wittelsbachischen Altbayern gab es so gut wie keine Juden; seit der Judenemanzipation zunehmend in bayerischen Städten. Von fast 200 jüdischen Gemeinden existieren heute in Bayern noch bzw. wieder 12 Gemeinden. Das bayerische Volk setzt sich aus vier staatlich anerkannten Stämmen zusammen: Zu den drei alten Stämmen, den Altbayern, Franken und Schwaben, kamen nach 1945 über zwei Millionen Flüchtlinge und Heimatvertriebene, vor allem Sudetendeutsche. Auch Sinti und Roma haben eine sehr lange Tradition in Bayern. Daneben sind auch Jenische in Bayern beheimatet. Gesprochen werden mehrere Dialekte aus drei großen Dialektfamilien:
- Bairisch im Großteil des Landes (Nord- und Mittelbairisch, am Rand zu Tirol auch Südbairisch)
- Fränkisch von etwa 3 Millionen im nördlichen und westlichen Landesteil
- Alemannisch von 2 Millionen Schwaben im Westen Ferner gibt es kleinere Gebiete, in denen Südostthüringisch sowie hessische Mundarten gesprochen werden. Sudetendeutsche Mundarten konnten sich nur in einzelnen Gemeinden, wo Sudetendeutsche angesiedelt wurden, vorübergehend halten. siehe: Dialekte in Bayern, Liste bayerischer Klöster

Literatur


- Max Spindler (Hg.): Handbuch der bayerischen Geschichte, München, 1971-1975 (4 Bände)
- Max Spindler (Hg.), Gertrud Diepolder: Bayerischer Geschichtsatlas, München, 1969
- Wilhelm Volkert, Richard Bauer: Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte: 1799-1980, München, 1983 ISBN 3-406-09669-7 Siehe auch: Portal:Bayern

Weblinks


- [http://www.bayern.de/ Bayerische Staatsregierung]
- [http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/ Bayerische Landesbibliothek Online]
- [http://www.digitalis.uni-koeln.de/Merianb/merianb_index.html Topographia Bavariae] Kupfertafeln von Matthäus Merian 1622
- [http://www.geschichte.hdbg.de Geschichte Bayerns (Haus der Bayerischen Geschichte)]
- [http://www.bayernviewer.de/ Bayern Viewer: Luftbilder und Karten flächendeckend]
- [http://www.bis.bayern.de/ Detaillierte Karten flächendeckend]
-
als:Bayern ja:バイエルン州 ko:바이에른 주 simple:Bavaria

Landkreis

Ein Kreis (in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und teilweise in Hessen) oder Landkreis (in allen anderen Flächenländern) ist nach deutschem Kommunalrecht ein Gemeindeverband und eine Gebietskörperschaft. Er verwaltet sein Gebiet nach den Grundsätzen der gemeindlichen Selbstverwaltung.

Gliederung der (Land-)Kreise

Alle Kreise bzw. Landkreise Deutschlands untergliedern sich in mehrere (kreisangehörige) Gemeinden. Die Anzahl der Gemeinden je Kreis ist sehr unterschiedlich und reicht von 6 Gemeinden im Landkreis Ammerland (Niedersachsen) bis zu 235 Gemeinden im Landkreis Bitburg-Prüm (Rheinland-Pfalz). Dabei haben nicht alle Gemeinden eine eigene Verwaltung ("Einheitsgemeinde"). Viele haben sich zur Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte zu Verwaltungsgemeinschaften zusammen geschlossen. Diese haben je nach Bundesland unterschiedliche Bezeichnungen, Eigenschaften und Kompetenzen. Siehe hierzu den Artikel Zusammenarbeit von Gemeinden.

Bezeichnungen der Gemeinden

Einige kreisangehörige Gemeinden können auch besondere Bezeichnungen tragen, die sie aufgrund ihrer Geschichte oder Größe erhalten haben, Beispiele: Stadt, Markt, Flecken, Bergstadt etc. Bezeichnungen dieser Art sind verwaltungsrechtlich ohne Bedeutung. (Siehe hierzu den Artikel Gemeindearten in Deutschland). Einige kreisangehörige Städte erhalten in verschiedenen Bundesländern auf Grund ihrer Einwohnerstärke einen verwaltungsrechtlichen Sonderstatus, der mit der Übertragung weiterer Aufgaben verbunden ist. Das geschieht von Land zu Land unterschiedlich auf Antrag oder von Amts wegen, sobald die vorgeschriebene Einwohnerzahl erreicht ist. Die Schwelle ist ebenfalls in den Bundesländern unterschiedlich festgelegt. Sie liegt in Baden-Württemberg bei 20.000, in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bei 25.000 bzw. 60.000 Einwohnern. Diese Sonderstatusstädte bleiben zwar kreisangehörig, tragen dann aber eine besondere Bezeichnung, z.B. Große Kreisstadt, Große selbständige Stadt, Große kreisangehörige Stadt oder Mittelstadt. Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern (in einigen Bundesländern auch kleinere Städte) sind in den meisten Bundesländern kreisfrei, das heißt, sie gehören keinem Kreis/Landkreis an. In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gibt es jedoch Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern, die kreisangehörige Städte sind, z.B. Hildesheim, Moers, Neuss, Recklinghausen, Siegen, Reutlingen. Hinweis: Der Begriff "Große Kreisstadt" hat nicht unbedingt etwas mit dem Sitz ("Kreisstadt") des Kreises zu tun. Eine Große Kreisstadt muss nicht Sitz des Landkreises sein. Beispiel: Backnang ist "Große Kreisstadt" im Rems-Murr-Kreis, Sitz des Rems-Murr-Kreises ist jedoch Waiblingen, welche aber selbst ebenfalls Große Kreisstadt ist. Das heißt, auch eine Große Kreisstadt kann Sitz des Kreises sein. (Weitere Beispiele hierzu: Die Große Kreisstadt Neuburg an der Donau ist Kreissitz des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen, die Große Kreisstadt Freising ist Sitz des Landkreises Freising). Im Gegensatz dazu ist die Kreisstadt des Hohenlohekreises Künzelsau keine Große Kreisstadt, weil sie weniger als 20.000 Einwohner hat.

Aufgaben

Der Land-/Kreis und die kreisangehörigen Gemeinden stehen zueinander in einem engen partnerschaftlichen Verhältnis. Sie teilen sich die Erledigung derjenigen Aufgaben, die von einer kreisfreien Stadt allein wahrgenommen werden. Aufgrund der Einwohnerzahl und der damit verbundenen unterschiedlichen Leistungsfähigkeit erledigen größere kreisangehörige Gemeinden zusätzlich Aufgaben, die für kleinere Gemeinden der Kreis wahrnimmt. Der Kreis nimmt sich also dann einer Aufgabe an, wenn die Leistungsfähigkeit der Gemeinde nicht ausreicht oder ein finanzieller Ausgleich zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Kreis notwendig, aber auch wenn eine einheitliche Erledigung über Gemeindegrenzen hinweg erforderlich ist. Das sind in erster Linie Dienstleistungen, wie zum Beispiel der Bau und die Unterhaltung von Kreisstraßen, das Führerscheinwesen, das Gesundheitswesen, der Katastrophenschutz, die Lebensmittelüberwachung, die Müllbeseitigung, der Öffentliche Personennahverkehr, die Sozialhilfe, das Rettungswesen, der Tierschutz u.a. Zur Verwaltung des Land-/Kreises ist am Sitz der Gebietskörperschaft (in der "Kreisstadt") eine Behörde (Landratsamt, Kreisverwaltung, Kreishaus etc.) eingerichtet. Hier hat der Landrat seinen Dienstsitz. Dieser nimmt neben den kommunalen Aufgaben "als verlängerter Arm des Staates" aber auch Aufgaben als
untere staatliche Verwaltungsbehörde (Organleihe) wahr. So führt er die allgemeine Aufsicht und die Sonderaufsicht über die kreisangehörigen Gemeinden aus. Er kann zum Beispiel auch Leiter des Schulamts und der Kreispolizeibehörde sein. Der Deutsche Landkreistag beschreibt ausführlich die [http://www.kreise.de/landkreistag/kreisaufgaben-index.htm Aufgaben der Kreise].

Geschichte

Die Bezeichnung
Kreis für eine politische Einrichtung mit Verwaltungsaufgaben geht auf das tschechische Wort kraj (=Land) bis ins Mittelalter zurück. Anfangs des 19. Jahrhunderts versuchte der Preußische Staatsmann Freiherr vom Stein nach dem Modell der Städteordnung von 1808 auch im ländlichen Raum die volle Selbstverwaltung der Bürger einzuführen. Realisiert wurde sein Vorschlag erst in den achtziger Jahren, als die ersten Kreisordnungen erlassen wurden, z.B. für die preußische Provinz Westfalen 1886 und die Rheinprovinz 1887.

Politik

Organe des Kreises sind
- der
Kreistag, die Volksvertretung des Kreises, die alle fünf (in Bayern alle sechs Jahre) gewählt wird,
- der
Landrat je nach Bundesland als Vorsitzender des Kreistages bzw. des Kreisausschussses und Leiter der Kreisverwaltung und
- in einigen Ländern der
Kreisausschuss. Zur Deckung ihres Finanzbedarfs erheben die Kreise eine Kreisumlage von den kreisangehörigen Gemeinden.

Interessenvertretung

Zur Koordination und zur politischen Interessenvertretung sind alle 323 Landkreise in [http://www.kreise.de/landkreistag/mitgl-index.htm 13 Landesverbänden] und auf Bundesebene im Deutschen Landkreistag (DLT) zusammengeschlossen. Dieser repräsentiert 74% der Aufgabenträger, 68% der Bevölkerung und 96% der Fläche Deutschlands.

Siehe auch


- Liste der Landkreise in Deutschland
- Bezirk
- für die polnischen Landkreise Powiat

Weblinks


- [http://www.landkreistag.de/ Homepage des Deutschen Landkreistages]
- [http://www.kreisnavigator.de/ Kreisnavigator des DLT - Der direkte Zugriff auf alle offiziellen Kreispräsentationen incl. Adressdatenbank] Kategorie:Landkreis Kategorie:Politische Geographie Kategorie:Kommunalverwaltung Kategorie:Körperschaft des öffentlichen Rechts


Landkreis Starnberg

Der Landkreis Starnberg ist ein Landkreis im Südwesten des Regierungsbezirks Oberbayern in Bayern. Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Fürstenfeldbruck, im Osten der Landkreis München, im Südosten der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, im Süden der Landkreis Weilheim-Schongau und im Westen der Landkreis Landsberg am Lech.

Geografie

Der Landkreis Starnberg wird auch "Fünf-Seen-Land" genannt. Er umfasst den nördlichen Landstrich des Starnberger Sees, sowie Weßlinger See, Wörthsee, Pilsensee und Ammersee.

Wappen

Wappenbeschreibung: "Dem bayerischen Rautenschild aufgelegt oben ein schreitender goldener Löwe, unten ein einköpfiger goldener Adler."

Städte und Gemeinden

(Fläche in km² am 31. Dezember 2001, Einwohnerzahlen vom 30. Juni 2005)

Weblinks


- [http://www.5sli.de/ Private Infos über den Landkreis Starnberg]
- [http://www.landkreis-starnberg.wuermtalweb.de/ Der Landkreis Starnberg im Überblick mit regionalem Webverzeichnis] Starnberg !

Amper

Die Amper ist ein Fluss im Bereich des bayerischen Alpenvorlandes und bildet zusammen mit der Ammer ein zusammenhängendes Flusssystem. Die Ammer bezeichnet den Oberlauf bis zum Ammersee, die Amper den weiteren Verlauf vom See bis zur Mündung in die Isar. Das über weite Bereiche naturnahe Flusssystem ist mit rund 150 Kilometer Länge und einem mittleren Abfluss von 45 m³/s einer der wichtigsten Zuflüsse der Isar.

Etymologie

Ursprünglich hieß der Fluss von der Quelle bis zur Mündung in die Isar Amper. Erst ab dem 14. Jahrhundert wird zwischen der Ammer als Zufluss zum Ammersee und der Amper unterschieden. Der Begriff „Amper“ lässt sich aus der indogermanischen Wurzel ab herleiten, die „Wasser“ oder einen „Wasserlauf“ bezeichnet. Der römische Name Amprae wurde nur leicht abgewandelt von der keltischen Bevölkerung übernommen. Nach einer anderen Deutung ist Amper mit dem bretonischen und damit keltischen Wort ampart verwandt. Demnach stände der Flussname für die Begriffe „geschickt“, „gewandt“ und „stark“. In einer dritten Variante leitet man das Wort vom lateinischen Verb amburere („verbrennen“) ab. Die Amper war im Altertum als eine der Handelsrouten zum Brennerpass Bestandteil der Bernsteinstraße. Die Etymologie von „Amber“ ist in Amber ausführlich dargelegt.

Geographie

Amber] Amber] Die Ammer, und damit auch die Amper, entwässert einen Teil des Ammergebirges nach Nordosten zur Isar und damit zur Donau hin. Ihre beiden größten Nebenflüsse sind die Glonn und die Würm. Der Quellbereich der Ammer befindet sich südwestlich von Oberammergau im Bereich des Ammergebirges. Die verschiedenen Quelltöpfe werden aus dem hier zutage tretenden Wasser der Linder gespeist. Dieser kleine Gebirgsbach entspringt 10 Kilometer südwestlich unmittelbar an der Grenze zwischen Tirol und Bayern, in der Nähe von Schloss Linderhof. Fast 4 Kilometer westlich des Quellbereichs der Ammer versickert die Linder in dem durchlässigen, kalkigen Untergrund, um nach kurzer Zeit wieder als Ammer zutage zutreten. Nördlich von Unterammergau verlässt der Fluss nach ungefähr 15 Kilometer die Bayerischen Alpen und durchfließt anschließend das Ammer-Loisach-Hügelland. In dieser aus den Ablagerungen des Isar-Loisach-Ammersee-Gletschers während der Würmeiszeit entstandenen Jungmoränenlandschaft schneidet sich die Ammer bis zu 80 Meter tief in die Moränen und in die darunter anstehende Molasse ein. Bei Peißenberg verlässt sie die Schlucht und durchfließt ein lang gestrecktes und breites Tal, bis sie östlich von Dießen in den Ammersee mündet. Bei Grafrath durchschneidet das Tal der Amper zunächst eine Endmoränenlandschaft und durchfließt anschließend ab Fürstenfeldbruck die Münchner Schotterebene. Nordöstlich von Dachau kommt sie in den Bereich des tertiären Hügellandes und mündet schließlich bei Moosburg in die Isar. Insgesamt überwindet das Flusssystem Ammer/Amper 430 Höhenmeter. Fast 200 Meter verliert die Ammer davon in der 20 Kilometer langen Schucht südlich von Peißenberg.

Geschichte

Ammer und Amper wurden sehr wahrscheinlich schon seit vorgeschichtlicher Zeit von den am Flusslauf siedelnden keltischen Stamm der Ambronen als Transportweg genutzt. Als die Römer im 1. Jahrhundert den Bereich des heutigen Oberbayerns eroberten, erschlossen sie das Land mit gut ausgebauten Verkehrswegen. Eine der bedeutendsten Heeres- und Handelsstraßen, die Via Tiberina, verband Augusta Vindelicorum (Augsburg) mit Juvavum (Salzburg). Diese Straßen wurden nicht nur vom Militär genutzt, sondern vor allem von Händlern, um das damals so wertvolle Salz besser transportieren zu können. Um die Amper sicher zu überwinden, bauten die Römer Brücken, so zum Beispiel bei Schöngeising, dem römischen Ambrae südlich von Fürstenfeldbruck. Der dadurch einfach zu kontrollierende Handelsverkehr ermöglichte regelmäßige Einnahmen durch Zollgebühren und gewann so an zusätzlicher Bedeutung. So steht auch die mittelalterliche Gründung der Stadt Fürstenfeldbruck im direkten Zusammenhang mit dem Bau einer Brücke. Während der Völkerwanderung im 5. Jahrhundert drangen alemannische Stammesverbände bis in den Bereich der Ammer/Amper vor. Die Alemannen wurden zwar in der Folge durch die bajuwarischen Stämme zurückgedrängt, aber dennoch bildet der Verlauf der beiden Flüsse in etwa auch heute noch die Sprachgrenze zwischen der schwäbischen und der bayerischen Mundart. Während des Dreißigjährigen Krieges zog ein schwedisches Heer insgesamt dreimal (zwischen 1632 und 1634) entlang der Amper, um Augsburg und München zu erreichen. Die wiederkehrenden Hochwasser verursachten immer wieder Überschwemmungen in den anliegenden Städten und Gemeinden. So wurde seit dem 19. Jahrhundert verstärkt damit begonnen, zur Verringerung der Hochwassergefahr in einigen Bereichen die Ufer mit Deichen zu sichern und den Fluss selbst zum Teil zu kanalisieren, damit sich das Flussbett vertiefen konnte. Durch weitere regulierende Maßnahmen, wie den Bau von Wehren, wurde der Hochwasserschutz zusätzlich verbessert. 1945 sprengten deutsche Soldaten unter anderem die Amperbrücke westlich von Inning. Dies hatte zur Folge, dass die von der Bevölkerung gefürchteten französischen Truppen des Generals de Gaulle im westlichen Bereich des Ammersees verblieben und deshalb die weiter östlich gelegenen Gebiete von den amerikanischen Soldaten erobert wurden. Beim Pfingsthochwasser von 1999 wurden trotz aller Maßnahmen unter anderem die Wehre teilweise stark beschädigt.

Natur- und Umweltschutz

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird der natürliche Verlauf der Ammer und der Amper durch verschiedenen Hochwasserschutzmaßnahmen und den Bau von Kraftwerken stark eingeschränkt – mit weitreichenden Folgen für die einheimische Tier- und Pflanzenwelt. Die Durchgängigkeit des Fließgewässers wird zum Beispiel häufig durch Wehre gestört. Dadurch wird die Möglichkeit der Wanderung und der Verbreitung von Fischen nach flussauf- bzw. flussabwärts erschwert oder sogar unmöglich gemacht. Auch die Eindeichung in einigen Bereichen bedeutete einen Eingriff in das ursprünglich bestehende, ökologische Gleichgewicht. Die Auwälder wurden durch die Deiche vom natürlichen Wasserzufluss abgeschirmt, so dass der Auwaldbestand nur noch in Restbeständen vorhanden ist. Um zumindest in Teilbereichen die ursprüngliche Flusslandschaft zu erhalten, wurden mehrere Naturschutzgebiete ausgewiesen. So gehören der Mündungsbereich der Ammer sowie das Naturschutzgebiet Ampermoos nördlich des Ammersees zu den sieben international bedeutsamen Feuchtgebieten Bayerns (Siehe auch: Ramsar-Konvention).

Fauna und Flora

Ramsar-Konvention Der Bestand von Fauna und Flora hängt direkt mit der Gestaltung der Flusslandschaft zusammen, auf die der Mensch seit dem 19. Jahrhundert starken Einfluss nimmt. Durch Aufstauungen an zahlreichen Wehren wurde die Fließgeschwindigkeit stark herabgesetzt, was auch zur Erhöhung der Wassertemperatur führte. Fischarten, die sauerstoffreiches und kühleres Wasser als Lebensraum benötigen, wurden durch Arten aus dem Stillwasserbereich verdrängt. Durch die verringerte Fließgeschwindigkeit werden auch die Kiesbänke nur noch selten umgeschichtet, so dass diese zuwachsen. Vogelarten, die offene Kiesflächen als Brutplatz benötigen, finden hier so keinen Lebensraum mehr. Durch verschiedene Maßnahmen wie die Ausweisung von Naturschutzgebieten, das Einrichten von verbesserten Fischpässen an Stauwehren wurden neue Rahmenbedingungen geschaffen, um die Lebensbedingungen für viele zum Teil seltene Tiere und Pflanzen zu verbessern. Untersuchen belegen allerdings auch, dass der Rückgang des Äschenbestandes an der Ammer mit der ansteigenden Population der Gänsesäger zusammenhängt. Dieser als gefährdet eingestufte Entenvogel hat sich auf die Jagd nach kleinen Fischen spezialisiert. An diesem Beispiel zeigt sich, wie schwierig es ist, ein ursprünglich vorhandenes ökologisches Gleichgewicht wiederherzustellen, wenn dieses erst einmal nachhaltig gestört wurde. Das Flusssystem von Ammer und Amper lässt sich in drei Flussregionen gliedern:
- Forellenregion
- Äschenregion
- Barbenregion So wird die Ammer in eine Forellen- und Äschenregion aufgeteilt. Vor allem in dem sauerstoffreichen und kühleren Oberlauf des Flusses bis zum Ende der Ammerschlucht südwestlich von Peißenberg kommt in erster Linie der typische Leitfisch der Forellenregion, die Bachforelle vor. Der weitere Verlauf bis hin zur Ammermündung in den Ammersee wird als Äschenregion bezeichnet. Die Amper wird im Gegensatz zur Ammer über ihren gesamten Verlauf der Barbenregion zugeordnet. In erster Linie ist dies der Lebensraum von Bachforellen, Rotaugen, Hechten oder auch der eingebürgerten Aale. Neben dem typischen Fischbestand kommen in diesem Gewässer auch seltene Fische wie Barben und Nasen vor. Nasen Die Flusslandschaft bietet vielen seltenen Vogelarten einen Lebensraum, darunter auch den Wasseramseln, den Eisvögeln und den Großen Brachvögeln. Eine Besonderheit ist das Vorkommen der Schwarzstörche im Bereich der Ammer. Die ebenfalls als gefährdet geltenden Flussuferläufer bauen ihre Nester gut getarnt inmitten des Gerölls der Kiesbänke, wo diese von Erholungssuchenden meist gar nicht wahrgenommen werden. So besteht die Gefahr, dass die Vögel besonders während der Brutzeit massiv und nachhaltig gestört werden. Sowohl im Uferbereich, aber auch auf den Kiesbänken kommen neben Erdkröten und Zauneidechsen auch Blindschleichen vor. Die verschiedenen Schlangenarten sind durch Kreuzottern sowie durch die Ringel- und Schlingnattern vertreten. Bemerkenswert ist das große Ringelnatter-Vorkommen im Naturschutzgebiet Amperauen südlich von Fürstenfeldbruck. Im Bereich unterhalb von Dachau, hauptsächlich bei Haimhausen hat sich in den letzten Jahren eine grössere Population von Bibern angesiedelt. Besonders im oberen, aber teilweise auch im mittleren Flussabschnitt entstehen durch Erosion und Sedimentation immer wieder neue Flussaufschüttungen. Diese noch offenen Schotterflächen werden zuerst von Pionierpflanzen besiedelt, welche mit den schwierigen Bedingungen dort gut zurecht kommen; dazu gehören das Alpen-Leinkraut, das gelbblütige Habichtskraut und die seltene Deutsche Tamariske. Wird die Kiesbank nicht von Hochwasser wieder abgetragen, siedeln sich nach einigen Jahren auch Silberwurz, Wacholder und schließlich auch verschiedene Weidenarten an. In den letzten verbliebenen Auwäldern sind Grauerlenwälder und am Unterlauf der Amper auch Traubenkirschen-Erlen-Eschenwälder verbreitet. Entlang der Ammer haben sich eine Reihe von Mooren entwickelt, welche bekannt für ihre bunte Blumenwelt sind, so zum Beispiel das Ettaler Weidmoos südlich von Oberammergau.

Wirtschaft

Die Ammer/Amper hat keine Bedeutung für die Binnenschifffahrt und somit für den Transportverkehr, da der Fluss über seinen gesamten Verlauf nicht schiffbar ist.

Energie

Binnenschifffahrt Historische Bedeutung kommt zwei Wasserkraftwerken zu. So wurde schon 1891/92 in Schöngeising das erste Wasserkraft-Elektrizitätswerk Bayerns von Oskar von Miller erbaut. Das erste Bahnkraftwerk der Welt für Einphasenwechselstrom, das Kraftwerk Kammerl, wurde wenige Jahre später um 1898 westlich von Saulgrub im Ammertal in Betrieb genommen. Es diente zur Versorgung der 23 Kilometer langen, der Lokalbahn Aktien-Gesellschaft gehörenden Strecke zwischen Murnau und Oberammergau, welche 1905 den ersten fahrplanmäßigen elektrischen Zugverkehr aufnahm. Eine Reihe weiterer kleinerer Kraftwerke entlang des Flusssystems haben ausschließlich regionale wirtschaftliche Bedeutung. Wasserkraftwerke benötigen einen gleichmäßig hohen Wasserstand, damit die Energieerzeugung in niederschlagsarmen Monaten nicht zum Erliegen kommt. Dies wurde durch den Bau einiger kleinerer Kanäle, Wehre und eines Stausees bei Fürstenfeldbruck sichergestellt. 1905

Tourismus

Neben einer Reihe sehenswerter Städte entlang der Ammer und der Amper, wie Oberammergau und Dachau ist vor allem der Ammersee von touristischer Bedeutung. Entlang der Ammer zählen unter anderem auch die Schleierwasserfälle südlich von Bad Bayersoien und die Echelsbacher Brücke zu den Sehenswürdigkeiten. Über weite Strecken wird der Fluss von Radwanderwegen gesäumt, die eine Radwanderung von den Alpen bis zur Ampermündung bei Moosburg an der Isar ermöglichen. Das Befahren der Ammer und der Amper mit Kanus oder ähnlich wendigen Booten ist über fast die gesamte Strecke möglich. Die Stadt Fürstenfeldbruck hat eine Reihe von offiziellen Badegelegenheiten entlang der Amper ausgewiesen.

Literatur


- Norbert Göttler: An Ammer und Amper – Eine kulturhistorische Wanderung. Bayerland-Verlag, 3. Aufl., Dachau 2004, ISBN 3-89251-060-1
- Martin Siepmann, Brigitta Siepmann: Werdenfelser Land und oberes Ammertal. Bayerland-Verlag, 1995, ISBN 3-89251-213-2

Weblinks

Radsport


- [http://www.bayerninfo.de/radler/beschrei/rw_99.htm Ammer-Amper-Radweg]

Kanusport


- [http://www.kanu-info-isar.de/ PDF-Flusskarten von Ammer und Amper für Kanusportler]
- [http://www.hnd.bayern.de/ Aktuelle Wasserstand-/Pegelinformationen bayerischer Flüsse]
- [http://www.kajaktour.de/ammer.htm Beschreibung der oberen Ammer für Kanusportler]
- [http://www.kajak-channel.de/kajakpegel-ammer.htm Kajakpegel der Ammer]

Wandern


- [http://herbert-thiess.de/Teufelskueche/ Wanderung im Ammertal zu den Höhlen der Teufelsküche]

Allgemein


- [http://www.gapinfo.de/gesundheitsamt/gap/umwelt/wasser/fluss/ammer/ammer.htm Informationen zur Wasserqualität] Kategorie:Fluss in Bayern

Schwedeninsel

Die Schwedeninsel (früher Erlaich) ist eine kleine Insel am südlichen Verlandungsmoor des Ammersees (die einzige Insel im See), zwischen den Zuflüssen Ammer im Osten und Rott (Alte Amper) im Westen. Sie ist 1,7 ha groß, unbewohnt, mit Schilfwiesen bewachsen und liegt im Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Ammersee-Südufer, in dem bedrohte Vogelarten brüten, und das für die Öffentlichkeit gesperrt ist. Da die Insel an der Südseite nur durch einen 125 Meter langen und nur 2 bis 3 Meter breiten ehemaligen Wassergraben vom Festland getrennt ist, der durch Schilfbewuchs fast vollständig verlandet ist, wird sie auch als Halbinsel betrachtet. Die Insel gehört größtenteils zur Gemeinde Pähl, Gemarkung Fischen a. Ammersee im Landkreis Weilheim-Schongau, nur ein schmaler Streifen an der Westseite mit 0,2 ha ist keiner Gemeinde zugehörig, sondern zusammen mit der Wasserfläche des Ammersees Teil des gemeindefreien Gebietes Ammersee im Landkreis Landsberg am Lech. Grundeigentümer ist der Freistaat Bayern. Am Nordufer, nur vom See her zugänglich, steht ein verlassenes, verfallendes Wohngebäude, das der damalige private Grundeigentümer vor 1949 ohne Genehmigung errichtet hat. Während des Dreißigjährigen Krieges brachten sich die Bewohner von Dießen mit ihren Booten vor plündernden schwedischen Soldaten auf das Erlaich in Sicherheit. Dies erklärt den heutigen Namen der Insel. Der frühere Name Erlaich taucht noch als Flurname auf aktuellen amtlichen Karten auf. Kategorie:Insel (Deutschland) Pähl, Schwedeninsel

Halbinsel

Halbinsel ist ein geografischer Begriff und bezeichnet Festland, das auf drei Seiten von Wasser umgeben ist. Halbinseln können eine Fläche von vielen hundert Quadratkilometern haben, aber auch so klein sein, dass ihre Länge und Breite nur wenige hundert Meter beträgt. Eine Unterform der Halbinsel ist die Landzunge. Die dreiseitige Umgebung von Wasser muss bei beiden natürlichen Ursprungs sein (vgl. auch Insel), künstliche Bauwerke wie Kanäle, die eine natürliche Halbinsel vom Festland abschneiden, machen diese nicht zur Insel. Ebenso machen Brücken oder künstliche Fahrdämme Inseln nicht zu Halbinseln (Sylt, Rügen, demnächst Sizilien). Halbinseln sind in: Zudem kann Europa als Halbinsel von Eurasien angesehen werden. Kategorie:Physische Geographie ja:半島 ko:반도 simple:Peninsula zh-min-nan:Poàn-tó

Landkreis Weilheim-Schongau

Der Landkreis Weilheim-Schongau ist ein Landkreis im Südwesten des Regierungsbezirks Oberbayern in Bayern. Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Landsberg am Lech und der Landkreis Starnberg, im Osten der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, im Süden der Landkreis Garmisch-Partenkirchen und im Westen der Landkreis Ostallgäu.

Geografie

Im Westen ist der Lech, im Kerngebiet die Ammer (und der Ammersee) und an der Ostgrenze des Landkreises die Loisach das wichtigste Gewässer. Der Hohe Peißenberg mit 988 m teilt den Raum Schongau vom Raum Weilheim. Höchster Punkt im Landkreis ist die Niederbleick bei Wildsteig mit 1.589 m, niedrigster Punkt die Ammermündung bei Fischen am Ammersee mit 533 m. Der Lech markiert auch heute noch ungefähr die Grenze zwischen dem bairischen und dem schwäbischen Sprachgebiet.

Wirtschaft

Der Landkreis hat eine gewachsene und ausgewogene Wirtschaftsstruktur von Industrie und Handwerk, Landwirtschaft, Handel und Dienstleistungen. Handwerkliche und mittelständische Betriebe prägen das Wirtschaftsgefüge, fast zwei Drittel der Arbeitnehmer im Landkreis sind hier beschäftigt. In Weilheim ist das Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer für München und Oberbayern (BTZ) für fünf oberbayerische Landkreise angesiedelt.

Verkehr

Der Verkehr durch den Landkreis ist relativ ruhig; das Autobahnnetz berührt den Landkreis nur im Osten (A 95 München-Garmisch). Die Hauptverkehrsadern sind die B 2, B 23, B 472, und B 17

Geschichte

Der Landkreis entstand 1972 durch Zusammenlegung des Landkreises Weilheim (Reg.-Bz. Oberbayern) mit dem Landkreis Schongau (Reg-Bz. Oberbayern). Hinzu kam die Gemeinde Ingenried des Landkreises Marktoberdorf (Reg.-Bz. Schwaben). Einige Gemeinden im Norden des Altlandkreises Schongau kamen zum Landkreis Landsberg am Lech, die Gemeinde Bad Bayersoien sowie mehrere Gemeinden im Süden des Altlandkreises Weilheim wurden dem Kreis Garmisch-Partenkirchen zugeordnet.

Wappen

Unter goldenem Schildhaupt, darin ein schreitender herschauender rot bewehrter und rot bezungter schwarzer Löwe; in Blau, ein goldener Abtstab, dem ein silberner Schlägel und ein silberner Hammer schräg gekreuzt unterlegt sind.

Städte und Gemeinden

(Einwohnerzahlen vom 30. Juni 2005)

Weblinks


- [http://www.weilheim-schongau.de/ Offizielle Website] Weilheim-Schongau !

Eiszeit

Als Eiszeit bezeichnet man eine Periode der Erdgeschichte, die durch Vereisung beider Pole gekennzeichnet ist. Gemäß dieser Definition leben wir seit etwa 2,7 Millionen Jahren in einer Eiszeit. Seit dieser Zeit, vor allem aber seit etwa 1 Million Jahren, ist das Klima der Erde kurzfristigeren Schwankungen unterworfen, den Kaltzeiten (Glaziale) und Warmzeiten (Interglaziale). Oft wird der Begriff Eiszeit auch synonym zu Kaltzeit bzw. Glazial verwendet. Er wurde in diesem Sinn 1837 von Karl Friedrich Schimper eingeführt.

Struktur der Eiszeiten

Eiszeiten sind auf der Erde relativ selten. Die Erde ist generell, betrachtet man ihre gesamte Geschichte, ein völlig eis- und frostfreier Planet, auf dem es jedoch periodisch relativ kurze Kältephasen von ca. 15–20 Millionen Jahren Dauer gibt, in denen eine Eisbedeckung an Polen und in Gebirgen auftritt. Dies sind die Eiszeiten. Unsere jetzige Eiszeit hat vor etwa 2,7 Millionen Jahren begonnen. Wir sind also vermutlich erst am Anfang einer längeren Eiszeitphase. Innerhalb der Eiszeiten gibt es allerdings relativ warme und extrem kalte Zwischenphasen. Die Kältephasen einer Eiszeit (Kaltzeiten bzw. Glaziale) sind gekennzeichnet durch massive Gletschervorstöße von ca. 20 000 Jahren Dauer. Sie sind in der Regel länger als die Wärmephasen (Warmzeiten bzw. Interglaziale), die nur rund 6 000 Jahren dauern. Warmzeiten beginnen häufig recht abrupt, während die Abkühlung eher schleichend erfolgt. Dabei verläuft die Klimaveränderung selten gleichmäßig, sondern oft stoßweise und dazwischen mit kleineren gegenläufigen Entwicklungen. Ein gesamter Zyklus dauert häufig um die 41 000 Jahre und wird mit der etwa gleich langen Periode, mit der die Schiefe der Ekliptik (Stellung der Erdachse) schwankt, in Verbindung gebracht. Daneben gibt es aber auch Phasen, in denen die vorherrschende Dauer eines Zyklus etwa 100 000 Jahre beträgt, wie es auch bei den vergangenen acht Zyklen der Fall war. Unsere heutige Klimaperiode, die seit etwa 11 000 Jahren andauert, ist eine Warmzeit innerhalb einer globalen Eiszeit. In der Wärmephase einer globalen Eiszeit bleibt das Klima im erdgeschichtlichen Vergleich relativ kalt, die Eisbedeckung von Polen und höheren Gebirgen wird durch Dauerfrost erhalten. Gletschervorstöße in mittlere Breiten werden aber zurückgebildet, und es kommt dort zu wesentlich gemäßigterem Klima, insbesondere mit milderen Wintern.

Kaltzeiten der gegenwärtigen Eiszeit

Während der Kaltzeiten breiten sich im Lauf der Zeit die Eismassen von Arktis, Antarktis und den Gebirgen stark aus und bedecken schließlich große Teile Europas, Asiens, Japans und Nordamerikas. Zu den Spuren der Eiszeiten gehören zum Beispiel Trogtäler (bei einigen Gletschern im Gebirge), Moränen, Gletscherschliff, Findlinge und Toteislöcher. Dass die heutigen Gletscher der Alpen oder Skandinaviens Reste dieser letzten Vereisung sind, wird vielfach angenommen, ist aber falsch. Vielmehr waren Europa und Skandinavien auf dem Wärmehöhepunkt der jetzigen Warmphase vor ungefähr 7 000 Jahren völlig eisfrei. Die jetzigen europäischen Gletscher sind also ziemlich jung und höchstens 6 000 Jahre alt, also keine eiszeitlichen Reste; ihr Umfang schwankte in den letzten Jahrtausenden zudem stark. Durch die Bildung kontinentaler Eismassen wurde den Meeren massiv Wasser entzogen, wodurch viele Landbrücken entstanden und Meere wie die Nordsee und das Mittelmeer trocken fielen. Das letzte glaziale Maximum (LGM) war vor etwa 21 000 Jahren; damals gab es bis zu 3 km mächtige Eisschilde, zum Beispiel im heutigen Ostseeraum und beim kanadischen Schild, der Meeresspiegel lag 130 m unter dem heutigen Niveau und die globale Durchschnittstemperatur war 5 bis 6 K niedriger. Aufgrund der Gaseinschlüsse in polarem Eis weiß man, dass die atmosphärische Konzentration der Treibhausgase Kohlendioxid (CO2) nur 70 % und Methan (CH4) nur 50 % des vorindustriellen Wertes betrug (CO2 im LGM: 200 ppmv, vorindustriell: 288 ppmv, heute: 370 ppmv; CH4 im LGM: 350 ppbv, vorindustriell: 750 ppbv, heute: 1750 ppbv). Heute werden etwa 10 % der Erdoberfläche von Eis bedeckt. Am letzten Höhepunkt der Vereisung waren es 32 %, wobei die Veränderung in der Antarktis im Vergleich zur Arktis nicht so dramatisch ist. Man nimmt an, dass dies vor allem darauf zurückzuführen ist, dass der Eisaufbau auf dem Land und flachen Schelfen der Nordhemisphäre effektiver ist als in zirkumantarktischen Ozeangebieten.

Die letzten Kaltzeiten

In Mitteleuropa werden die Kaltzeiten nach Flüssen benannt, die im Allgemeinen die weiteste Ausdehnung der Eisschilde angeben. In Süddeutschland ging die Vereisung von den Alpengletschern aus, in Norddeutschland kam das Eis aus dem baltischen Raum. Deswegen werden im Alpenraum und Norddeutschland unterschiedliche Flüsse zur Namensgebung synchroner Vereisungen verwendet. Dabei ist der Begriff Eiszeit anstelle des heute bevorzugten Kaltzeit nach wie vor gebräuchlich. Alle Kaltzeiten hatten erhebliche Auswirkungen auf die Fauna und Flora ihrer Zeit. Charakteristisch waren etwa Tiere wie Mammuts, Mastodonten, Säbelzahnkatzen, Höhlenlöwen, Höhlenbären und weiteren Formen. Auch lebten der Homo heidelbergensis, der Neandertaler und der Homo sapiens in Europa während der Kaltzeiten.

Frühere Eiszeiten

Auch die ältere Erdgeschichte ist durch das Auftreten bedeutender Vereisungsphasen geprägt. Nach der so genannten »Schneeball Erde«-Theorie war die Erde in ihrer Frühzeit vor etwa 700 bis 600 Millionen Jahren mehrmals fast komplett von Eis bedeckt, was die Entstehung des Lebens weit hinauszögerte. Klimamodelle der frühen Erde unterstützen diese Theorie mittlerweile zunehmend. Die Vermutung einer Eiszeit als Ursache für das Artensterben zu Beginn des Mesozoikums wurde dagegen mittlerweile widerlegt.

Ursachen von Kalt- und Warmzeiten

Die Suche nach den Ursachen für die zyklisch auftretenden Kalt- und Warmzeiten gehört auch heute noch zu den spannendsten Herausforderungen für die Paläoklimatologie. Sie ist eng mit den Namen James Croll und Milutin Milanković verbunden. Beide hatten Ideen des Franzosen Joseph Alphonse Adhémar weiterentwickelt, wonach Veränderungen der Erdbahngeometrie für wiederkehrende Kaltzeiten verantwortlich waren.

Erdbahngeometrie

Die Veränderung der Erdbahngeometrie wiederum wird durch wechselseitige Gravitationskräfte im System Sonne, Erde, Mond hervorgerufen; sie ändern die Form der elliptischen Erdumlaufbahn um die Sonne mit einer Periode von etwa 100 000 Jahren (Exzentrizität), die Neigung der Erdachse zur Umlaufbahn mit einer Periode von etwa 40 000 Jahren (Schiefe der Ekliptik), während die Tag-und-Nacht-Gleiche auf der elliptischen Umlaufbahn etwa nach 20 000 Jahren dieselbe Position auf der Ellipse einnimmt (Präzession). Durch diese so genannten Milanković-Zyklen verändert sich die Verteilung der Sonnenenergie auf der Erde. Angeregt durch den deutschen Meteorologen Wladimir Peter Köppen formulierte Milanković 1941 in seiner Arbeit »Der Kanon der Erdbestrahlung und seine Anwendung auf das Eiszeitproblem« die Hypothese, dass eine Kaltzeit immer dann auftritt, wenn die Sommersonneneinstrahlung in hohen nördlichen Breiten minimal wird. Kühle Sommer sind nach Köppen für den Eisaufbau entscheidender als kalte Winter. Milanković suchte also dort nach den Ursachen für Eiszeiten, wo sie am offensichtlichsten sind, in den hohen nördlichen Breiten. In jüngster Zeit gerät die Milanković-Theorie immer mehr in die Kritik. Die Vorstellung von einer wichtigen Rolle der Tropen und der Südhemisphäre bei Kaltzeit-Warmzeit-Wechseln gewinnt seit Ende der 1990er-Jahre zunehmend an Bedeutung. Statt eines Antriebs in hohen nördlichen Breiten allein muss nun von Veränderungen des globalen Strahlungshaushalts ausgegangen werden, unter anderem durch Änderungen der Zusammensetzung der Atmosphäre. Komplexe interne Wechselwirkungen durch ozeanische und atmosphärische Zirkulation – vor allem im Zusammenhang mit dem Golfstrom –, die Wirkung der Treibhausgase und andere Prozesse führen zu einem komplizierteren Mechanismus der Steuerung von Kaltzeit-Warmzeit-Wechseln.

Plattentektonik

Antrieb für die Änderungen in der Wechselwirkung der ozeanischen und atmosphärischen Zirkulation sind die Verschiebungen der kontinentalen Platten. Durch das Zusammen- oder Auseinanderdriften der Kontinente werden Meeresströmungen umgeleitet, die Gebirgsbildung verändert groß- und kleinräumig die Luftsrömungen. So ermöglichte das Wegdriften der Antarktis von Australien im Oligozän die Entwicklung eines Strömungssystems rund um den Südpol, das die ganze Antarktis abkühlte und dadurch die Eisbildung an den Polkappen einleitete. Zuvor war diese Meeresströmung stark zum Äquator hin abgelenkt, so dass sie stärker aufgewärmt wurde, bevor sie wieder zum Pol zurückkam. Die Bildung einer Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika vor 4,2 bis 2,4 Millionen Jahren sorgte für die Umlenkung warmer Meeresströmungen und die Entstehung des Golfstroms, wie wir ihn heute kennen. Die Zufuhr von warmem Wasser in den hohen Norden konnte erst die notwendige Feuchtigkeit bereitstellen, um Grönland, den Baltischen Schild und das Nordmeer zu vereisen. Die Entstehung der Faltengebirge, wie z. B. der Alpen, der Rocky Mountains oder des Himalayas, die für die Änderung der Zirkulationsmuster in der Atmosphäre sorgte, brachte ebenfalls die notwendige Feuchtigkeit auf die Kontinente, die zur Vergletscherung weiter Teile beitrug.

Aktivitätszyklen der Sonne

In der letzten Kaltzeit gab es zwei Dutzend krasse Klima-Umschwünge, bei denen innerhalb nur eines Jahrzehnts die Lufttemperatur über dem Nordatlantik um bis zu zwölf Grad Celsius anstieg. Diese [http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/437123/ Dansgaard-Oeschger-Ereignisse] traten meist alle 1470 Jahre auf. Diese Periodizität kann laut mit einer Überlagerung der drei bekannten Aktivitätszyklen der Sonne von elf, 87 und 210 Jahren [http://www.uni-heidelberg.de/presse/news05/2511eisz.html erklärt werden]: Nach 1470 Jahren ist der 210er-Zyklus sieben mal und der 86.5er-Zyklus 17 mal abgelaufen. In der heutigen Warmzeit traten diese Dansgaard-Oeschger-Ereignisse nicht mehr auf, da die schwachen Sonnenschwankungen die stabilen Atlantikströmungen der letzten 10.000 Jahre nicht mehr stören konnten.

Siehe auch


- Klimageschichte
- Kleine Eiszeit
- Periglazial
- Glaziologie
- Glaziale Serie
- Globales Förderband
- Globale Erwärmung
- Ice Age Kategorie:Glaziologie Kategorie:Historische Geologie Kategorie:Klimatologie Kategorie:Zeitbegriff ja:氷河期 ms:Zaman air batu

Zungenbecken

Ein Zungenbecken ist eine muldenartige Geländeform, die das Eis beim Rückzug der Gletscherzunge hinterlässt und die sich zunächst mit Schmelzwasser, später ggf. mit Oberflächenwasser aus Zuflüssen oder Niederschlägen, füllt. Dies ergibt einen so genannten Zungenbeckensee. Teil einer Abfolge eiszeitlicher Formen, die als glaziale Serie bezeichnet wird. Beispiele sind Ammersee, Ostsee, Starnberger See Siehe auch: Gletscher Kategorie:Glaziologie Kategorie:Geomorphologie

Würmeiszeit

Die Würm-Eiszeit, auch Würm-Kaltzeit oder Würm-Glazial, ist die bisher jüngste der im Alpenraum aufgetretenen großräumigen Vergletscherungen, die über die Alpen selbst hinausgingen. Das zeitliche Pendant der Vergletscherungen Nord- und Mitteleuropas wird dort als Weichsel-Eiszeit bezeichnet. Die Würm-Eiszeit, benannt nach dem Flüsschen Würm, kann auf den Zeitraum von etwa 115.000 bis 10.000 Jahre vor heute datiert werden, wobei die Angaben differieren, je nachdem, wie die langen Übergangsphasen zwischen Glazialen und Interglazialen (Warmzeiten) der einen oder der anderen Periode zugeordnet werden. Während des Pleistozäns traten wiederholt Gletscher aus den Alpen auf das nördliche Molassevorland aus und hinterließen dort Moränen und Schmelzwasserablagerungen von bis zu mehreren hundert Metern Mächtigkeit. Dabei kann eine zeitliche Staffelung in das Donau-, Günz-, Mindel-, Riß- und das Würm-Glazial unterschieden werden. In der Riß-Eiszeit (vgl. dazu Saale-Eiszeit) vollzog sich der weiteste Eisvorstoß in das Alpenvorland. Die jüngste Vorlandvereisung, die Würm-Kaltzeit, wies zwar keine so weitgehende und geschlossene Front der Vergletscherung auf; dafür sind die von ihr angelegten Moränen und Schotterflächen aber am besten erhalten. Ihre Endmoränenzüge ragen als Einzelloben weit ins Vorland hinein. Innerhalb der Würm-Eiszeit können verschiedene Vorstöße und Rückzüge der Gletscher dokumentiert werden. Dies führte zu einer staffelartigen Anordnung der einzelnen Endmoränenwälle und –kuppen. In den Tallagen sammelten sich Schotter zu Niederterrassen, in die die heutigen Flüsse nur wenig einschnitten. Der westlichste würmzeitliche Gletscher war der Rhone-Gletscher. Eine seiner Gletscherzungen bildete die heutigen Seen Bieler See und Neuenburger See in der Schweiz. Der aus dem alpinen Rheintal herausragende Rhein-Gletscher erreichte bei seinem äußersten Vorstoß Schaffhausen. In seinem fluvioglazial erodierten Zungenbecken liegt der heutige Bodensee, der deswegen als würmglazial bezeichnet werden kann. Weiter östlich folgten kleinere Loben des Iller- und Lech-Gletschers. Dessen Niederterrassenschotter weisen eine große Ausdehnung bis an die Donau auf. Es schloss sich ostwärts der Ammer-, Würm- und Isar-Gletscher an, in dessen Zungenbecken sich heute Ammersee und Starnberger See befinden. Die von Süd nach Nord um 300 Meter abfallende und entsprechend an Mächtigkeit verlierende Niederterrasse der Münchener Schotterfläche ist Würm-Gletschern zuzuordnen. In ihrem Nordteil kam es peri- und postglazial durch Grundwasseraustritte zu großen Quellmoorbildungen wie dem Dachauer Moos und dem Erdinger Moos. Östlich an weit nach Norden ragende Moränenausläufer des Inn-Gletschers schließen sich kleinere des Chiemsee-Gletschers an. Um Rosenheim bildete sich im Spätglazial ein großer Eisstausee, das Rosenheimer Becken mit über 150 Meter mächtigen Sedimenten. Auch der heutige Chiemsee stellt einen im Südteil aufgefüllten Schmelzwasser-Restsee dar. Der östlichste der großen würmzeitlichen Gletscher, die bis ins Vorland ragten, war der Salzach-Gletscher mit mehreren Endmoränenstaffeln. Weiter östlich gelegene Gletscher haben das Vorland nicht erreicht, sondern sich auf die Alpen beschränkt. Zur Chronologie (Stratigrafie) vergleiche den „Schwester-Artikel“ Weichsel-Eiszeit! Siehe auch:
- Eiszeit
- Elster-Eiszeit (um 350.000 bis 250.000 Jahre vor heute)
- Saale-Eiszeit (um 230.000 bis 130.000 Jahre vor heute)
- Glaziale Serie
- Glaziologie
- Globales Förderband (als vermutete Ursache für die Vereisung vor ca. 13.000 Jahren.)

Literatur


- Walter, R. (1992): Geologie von Mitteleuropa. – Schweizerbartsche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. ISBN 3-510-65149-9 Kategorie:Glaziologie Kategorie:Historische Geologie

Peißenberg

Peißenberg ist eine Marktgemeinde, eingebettet im Voralpenland. Es liegt im Landkreis Weilheim-Schongau, der sich zwischen Garmisch-Partenkirchen und München befindet. Direkt am Ort schließt sich der Hohe Peißenberg an; gegenüber liegt der Guggenberg mit Kapelle. Zwischen diesen Bergen sind die alte und neue Berghalde anzutreffen. Am südlichen Ortsrand fließt die Ammer vorbei, die über den Ammersee in die Isar fließt.

Geographie

Geographische Lage

Peißenberg liegt im Voralpenland, zwischen dem „Hohen Peißenberg“ und dem Guggenberg, am linken Ammerufer. Es ist eine ländliche Gegend, mit vielen Bauernhöfen.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind Polling, Böbing, Hohenpeißenberg, Wessobrunn (Ortsteil Forst) und Oberhausen.

Klima

Das Klima in Peißenberg ist relativ kühl, mit einer Jah­res­durch­schnitts­tem­pa­ra­tur von 7,5°C. Der Durchschnittsniederschlag ist 1200 mm. Die niederschlagsreichsten Monate sind Juni und Juli, wobei auch im Januar ein hoher Wert registriert wird. Dieser verteilt sich auf ungefähr 160 Tage, während der Hälfte dieser Tage fällt Schnee.

Fluten der Ammer

1999 hatte die Ammer Hochwasser. Außer wenigen vollgelaufenen Kellern war im Ort selber nichts passiert. Der Campingplatz nahe der Kläranlage wurde jedoch komplett überschwemmt. Damals wurde dem Besitzer zwar zugesichert, dass der Damm erweitert würde, damit der Campingplatz in Zukunft verschont bliebe, es geschah jedoch nichts. Im August 2005 kam das nächste Hochwasser. Auch dies mal konnte der Damm dank seiner Erhöhung nach 1999 den Ort retten. Jedoch wurde eine noch nicht fertig gestellte Brücke für die Umgehungsstraße von den sich aufstauenden Baumstämmen zerstört – auch ein gezielt eingeleiteter Dammbruch konnte dies nicht verhindern. Die Ironie daran war, dass während der Monate Juni und Juli an der Brücke nicht gebaut werden durfte aufgrund von Hochwasserschutzmaßnahmen. Zu dieser Zeit hatte die Ammer allerdings Niedrigwasser. Als die Bauarbeiter im August wieder bauen durften, traf sie das Hochwasser. Auch 2005 wurde der Campingplatz schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Wappen

Das Wappen Peißenbergs besteht aus gekreutztem Hammer und Schlegel, Werkzeuge, die früher im Bergbau verwendet wurden und die nun die Bergwerkstradition darstellen und drei Bienen.

Geschichte

Peißenberg war lange ein unbedeutendes Dorf in Oberbayern. Es wurde im 11. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Das erste wichtige Ereignis war die Kurwürde für den Nordteil des Ortes, damals Sulz, das damit zu Bad Sulz wurde. Der Ort gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Rauhenlechsberg des Kurfürstentums Bayern. Peißenberg besaß das Marktrecht mit wichtigen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Der Südteil stand lange im Schatten des Nordteils mit seinen Schwefel- und Eisenquellen, bis man im frühen 19. Jahrhundert Pechkohle im Hohen Peißenberg fand. Dadurch entwickelte sich der Südteil (damals Peißenberg) zu einem Bergwerksdorf, heute noch sichtbar an den vielen Stollen und an neuer und alter Bergehalde. Durch den Bergbau wurde dem Nordteil auch die Kur-Quelle abgegraben, weswegen es den Kurstatus verlor. Der Bergbau wurde 1971 aufgegeben, und der Ort förderte nun den Tourismus unter anderem mit der Errichtung des Bergbaumuseums.

Religionen

Mit über 8500 Anhängern der Römisch-Katholischen Kirche, ist fast 70% der Bevölkerung katholisch. Knapp 1500 sind evangelisch. Der Rest ist konfessionslos oder gehört einer anderen Religionsgruppe an. Die bedeutendsten Kirchengemeinden sind St. Johann im Nordteil, St. Barbara im Südteil und die evangelische Friedenskirche.

Politik

Erster Bürgermeister ist seit 1990 Hermann Schnitzer (CSU), davor Josef Zerhoch (1946–1955, SPD), Hans Leibold (1959–1972, SPD), Matthias Führler (1972–1990, SPD). Nach der Kommunalwahl 2002 setzt sich der Gemeinderat folgendermaßen zusammen:
CSU: 55,8%
SPD: 31,4%
Peißenberger Bürgervereinigung: 12,8%

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Bahnhöfe Peißenbergs, Peißenberg und Peißenberg Nord liegen an der Strecke Schongau – Augsburg, die über Weilheim und Geltendorf führt. Die Strecke war ehemals aufgrund des Bergwerkes elektrifiziert, die Oberleitungen wurden aber nach Aufgabe der Förderung abmontiert. Durch den Ortskern führt die B 472 von Bad Tölz nach Schongau. Momentan wird an einer Umgehungsstraße gebaut, die den Ortskern entlasten soll. Nicht weit im Osten, bei Oberhausen, führt die B 2 (München – Garmisch-Partenkirchen) vorbei. Die Autobahnanschlussstelle liegt bei Sindelsdorf, ungefähr 30km im Osten der Gemeinde.

Öffentliche Einrichtungen

Bildungseinrichtungen

Folgende Bildungseinrichtungen befinden sich in der Gemeinde:
- zwei Grundschulen (Josef Zerhoch und St. Johann)
- eine Teilhauptschule (St. Johann)
- Josef Zerhoch Hauptschule
- Josef Zerhoch Realschule
- Montessori-Schule
- Wirtschaftsschule Oberland
- eine Volkshochschule

Freizeit- und Sportanlagen

Peißenberg besitzt eine Sportanlage mit einem Fußball„Stadion“, zwei Turnhallen und zwei Trainingsplätzen. Außerdem gibt es das beheizte Freizeitbad „Rigi Rutschn“ das im Sommer sehr viele Gäste anzieht. Der Campingplatz an der Ammer sowie die Ammer selbst sind ebenfalls beliebt zum schwimmen. Dazu verfügt Peißenberg über ein Eisstadion.

Städtepartnerschaften

Peißenberg und St. Brévin Les Pins in Frankreich sind seit 1986 Partnerstädte. St. Brévin Les Pins liegt an der französischen Atlantikküste, direkt an der Loire-Mündung und damit ca. 1300 km entfernt.

Stadtgliederung

Die Gemeinde hat zwei größere Teile: Nord („Peißenberg“) und Süd („Wörth“). Außerdem sind St. Georg und die Peißenberger Ammerhöfe Teile des Gemeindegebietes.

Entwicklung des Stadtgebiets

Eingemeindungen

St. Georg, ein ehemals abgelegener Hof, sowie die Ammerhöfe, mehrere südlich des Ortes in loser Anordnung liegende hauptsächlich landwirtschaftliche Anwesen, wurden im Zuge der Gemeindereform Bayerns 1971 Teil des Gemeindegebiets.

Einwohnerentwicklung

Volkszählungen fanden 1970 und 1987 statt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Peißenberg besitzt ein Bergwerksmuseum, das an die Zeit der Pechkohleförderung erinnert. Man kann im Zuge des Museumsbesuchs auch einen alten Stollen besuchen.

Bauwerke

1987 In Peißenberg befindet sich die mittelalterliche Kapelle St. Georg, die sich in Privateigentum befindet, aber besichtigt werden kann; hierzu frage man am Bauernhof St. Georg nach dem Schlüssel. Weiterhin gibt es die Bergwerkshallen, ehemals Arbeitshallen des Peißenberger Bergwerks, die nach ihrem Umbau als Veranstaltungshallen verwendet werden. An der Bundesstraße befindet sich auch das Schiefe Haus. Es wurde von einem Bergmann auf einem Moorgebiet gebaut, weswegen es sich im Laufe der Zeit neigte, sodass der Besitzer alle zehn Jahre die Böden begraden musste. Heute ist das Moor trockengelegt worden; in seinem jetzigen Neigungswinkel wird das Haus verbleiben. 1987 Der Bergwerksgedenkverein hat eine Kapelle auf dem Guggenberg zum Gedenken der Bergleute errichtet. Der Altar der Kapelle ist ein ehemaliger Bergwerkshundt. Die Kapelle heißt Knappengedächtniskapelle, oder inoffiziell Guggenbergkapelle; es führen einige Fußwege zu ihr den Berg hinauf.

Regelmäßige Veranstaltungen

Jeden Sommer findet mitte Juli das Volksfest auf dem Volksfestplatz auf der neuen Berghalde statt.
Am letzten Sonntag im Oktober findet der Leonhardiumritt mit ca. 200 Pferden, Motivwägen und Blaskapellen satt.

Weblinks

[http://www.bergbau-peissenberg.de www.bergbau-peissenberg.de] Seite zum Bergbau in Peißenberg