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Amor (Mythologie)
Amor ist in der römischen Mythologie der Gott der Liebe (genauer: des sich Verliebens) und wird als halbwüchsiger Knabe nicht ohne schalkhafte Bosheit aufgefasst, der mit seinen Pfeilen ins Herz trifft und dadurch die Liebe erweckt. Widerstehen kann man ihm nicht: Amor vincit omnia ("Amor besiegt alles"). Er ist der Sohn der Venus und des Mars.
Er entspricht dem Eros in der griechischen Mythologie.
Siehe auch: Amor und Psyche
Kategorie:Römische Gottheit
ja:クピド
Römische MythologieDie römische Mythologie beschäftigt sich mit den Vorstellungen der antiken römischen Mythographen über die Welt der Götter und Heroen. Die ursprüngliche römische Bauernreligion wurde vornehmlich von Personifikationen der Natur und von Naturereignissen beherrscht (z.B. Tellus = Erde, Ops = Ernte, Ceres = Feldfrüchte usw.). Erst ab dem 5. Jhd. v. Chr. begannen die Römer unter dem vermittelnden Einfluss der Etrusker die Götterwelt der Griechen zu importieren. So entsprechen etliche Gestalten des römischen Götterhimmels denen der griechische Mythologie, doch ist die römische Mythologie nicht so stark wie die griechische mit Göttern und Heroen bevölkert. Die Gleichsetzung fremder Götter mit eigenen, die sog. Interpretatio Romana wurde zum besonderen Charakteristikum des römischen Umgangs mit fremden Kulten und Religionen.
Götterhimmel
Zum römischen Götterhimmel gehören unter anderem:
- Äolus - Gott der Winde
- Apollo - Gott des Lichtes, des Frühlings, der Musik, des Gesanges und der Dichtkunst
- Aurora - Göttin der Morgenröte
- Bacchus - Gott des Weines und der triebhaften Naturkraft
- Ceres - Göttin des Wachstums, des Ackerbaus
- Diana - Göttin der Jagd
- Faunus - Gott der Wälder und Weiden
- Fortuna - Göttin des Glücks und des Zufalls
- Herkules - Gott der Athletik (Sport) und der Reise
- Juno - Göttermutter (Frau Jupiters) und Göttin der Ehe und Familie
- Jupiter - Blitz- und Donnergott, Gott des Humors und Göttervater (oberster Gott)
- Juventas - Göttin der ewigen Jugend
- Luna - Göttin des Mondes
- Magna Mater - Göttermutter
- Mars - Gott des Krieges
- Merkur - Götterbote, Schutzgott der Reisenden, Kaufleute
- Minerva - Göttin der Weisheit, Göttin des Handwerks
- Neptun - Gott des Meeres und des Wassers
- Pluto - Gott der aus der Erde kommenden Reichtümer und des Totenreichs, der Unterwelt
- Saturn - Gott des Ackerbaus (Vater Jupiters)
- Venus - Göttin der Liebe und Schönheit
- Vesta - Göttin des Herdes
- Vulcanus - Gott des Feuers und der Schmiedekunst
Besonders verehrt wurden die zwölf Dei Consentes: Jupiter, Juno, Minerva, Vesta, Ceres, Diana, Venus, Mars, Merkur, Neptun, Vulkan und Apoll. Zu ihren Ehren gab es auf dem Forum Romanum einen gemeinsamen Tempel, den Porticus Deorum Consentium.
In der römischen Mythologie gibt es neben den Hauptgöttern auch noch die sogenannten Laren, Parzen und Penaten. Sie sind die Schutzgötter bestimmter Orte, Gebäude und Familien.
Die römischen Götter trugen, wie auch die griechischen, sehr menschliche Züge. Sie bekriegten sich gegenseitig, Jupiter hatte unzählige Affären.
Kult
Der Kult sah die Opferung von Tieren, Pflanzen und anderen Dingen vor. Hierbei musste der Ritus genau beachtet werden, da jeder Fehler den Zorn der Gottheit hervorrufen würde und nach einem Sühneopfer erneut vollzogen werden musste. Bereits ein Versprecher im Text reichte aus, um Gefahren heraufzubeschwören. Eine wichtige Rolle spielten auch Vorzeichen und Weissagungen. Diese waren teils mit den Opfern verknüpft; so wurde z.B. aus den Organen der geopferten Tiere herausgelesen, ob die Götter ein Vorhaben begünstigten. Auch die Beobachtung des Vogelflugs diente diesem Zweck. An der Spitze der Priester stand der Rex sacrorum, die Pontifices, in welchen die Flamines zusammengefasst waren und die Vestalinnen. Neben den genannten gab es noch zahlreiche Kollegien (Auguren, Haruspices, Quindecimviri, Septemviri) und Kultvereine (Arvalbrüder, Fetialen, Luperci, Salier (Religion), Titier, Augustales Claudiales, Augustales Flaviales, Augustales Hadriani, Augustales Antoniani).
Hauskult
Auch der Wohnsitz und das Haus der römischen Familie waren Orte, an denen Riten vollzogen wurden, siehe hierzu Genius loci.
Literatur
- Herder Lexikon Griechische und römische Mythologie – Götter, Helden, Ereignisse, Schauplätze. Herder, Freiburg, 1999, ISBN 3-451-04343-2
- Karl Philipp Moritz, Götterlehre oder mythologische Dichtungen der Alten. 1989, Leipzig, Insel-Verlag.
Siehe auch
Portal und Themenliste Rom, Liste römischer Götter, Liste von Göttinnen, Römisches Reich, Portal:Mythologie
!
ja:ローマ神話
ko:로마 신화
Liebe der aufopfernden Liebe.]]
Liebe (von mhd. liebe „Gutes, Angenehmes, Wertes“) ist im engeren Sinne die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen Menschen zu empfinden fähig ist. Im weiteren Sinne bezeichnet Liebe eine ethische Grundhaltung („Nächstenliebe“). Im ersteren Sinne ist Liebe ein Gefühl oder mehr noch eine innere Haltung positiver, inniger und tiefer Verbundenheit zu einer Person, die den reinen Zweck oder Nutzwert einer zwischenmenschlichen Beziehung übersteigt und sich in der Regel durch eine tätige Zuwendung zum anderen ausdrückt. Hierbei wird nicht unterschieden, ob es sich um eine tiefe Zuneigung innerhalb eines Familienverbundes („Elternliebe“) handelt, um eine enge Geistesverwandtschaft („Freundesliebe“) oder ein körperliches Begehren („geschlechtliche Liebe“). Auch wenn letzteres eng mit Sexualität verbunden ist, bedingt sich auch in letzterem Falle beides nicht zwingend (z.B. sog. „platonische Liebe“).
Ausgehend von dieser intensiven, von positiven Gefühlen begleiteten Zuwendung zum anderen Menschen wurde der Begriff in der Umgangssprache und in der Tradition schon immer auch im übertragenen Sinne verwendet und steht dann allgemein für die stärkste Form der Hinwendung zu anderen Lebewesen, Dingen oder Tätigkeiten. Diese allgemeine Interpretation versteht Liebe also zugleich als Metapher für den Ausdruck tiefer Wertschätzung.
Kulturell und historisch ist „Liebe“ ein schillernder Begriff, der nicht nur in der deutschen Sprache in vielfältigen Kontexten und in den unterschiedlichsten Bedeutungsschattierungen verwendet wird. Das Phänomen wurde in den verschiedenen Epochen, Kulturen und Gesellschaften unterschiedlich aufgefasst und erlebt. Jede Zeit und jeder soziale Verband setzt je eigene Verhaltensregeln für den Umgang mit der Liebe. Daher können die Bedeutungsebenen sinnlichen Empfindung, dem Gefühl und der ethischen Grundhaltung „Liebe“ changieren.
Ebenso vielschichtig wie die Bedeutungen der Liebe sind die Bedeutungen der Antonyme. Im Hinblick auf die emotionale Anziehung zwischen Personen ist es der Hass. Im Sinne der Abwesenheit von Liebe kann aber auch die Gleichgültigkeit als Antagonismus angesehen werden. Im christlichen Verständnis gilt auch die Angst - als der Mangel oder die Abwesenheit von Liebe und Geborgenheit - als Gegensatz der Liebe. Fehlentwicklungen der Liebesfähigkeit sind im Sinne des „reinen“ Liebesbegriffes das Besitzdenken (Eifersucht) oder verschiedene Formen der freiwilligen Abhängigkeit bzw. Aufgabe der Autonomie bis hin zur Hörigkeit.
Liebe als intersubjektive Anerkennung
Liebe wird häufig als eine auf Freiheit gegründete Beziehung zwischen zwei Personen gesehen, die ihren Wert nicht im Besitz des geliebten Objekts finden, sondern im dialogischen Raum zwischen den Liebenden entfaltet. Die Liebenden erkennen einander in ihrer Existenz wechselseitig an und fördern sich "zueinander strebend" gegenseitig.
Sie wird teilweise als quasi anarchisches, asoziales und entgrenzendes Gegenmodell zu den Beschränkungen, Anforderungen, Funktionalisierungen und Ökonomisierungen der menschlichen Alltags- und Arbeitswelt aufgefasst.
Als das Verliebtseins ist die Liebe kein bewusster oder rationaler Entschluss der Liebenden, deswegen muss sie jedoch nicht als irrational betrachtet werden.
Im Sinne des Diskurses der Anerkennung (z.B. John Rawls, Axel Honneth) enthält Liebe nämlich die von Hegel betonte „Idee der wechselseitigen Anerkennung“, was ihr ein moralisches Fundament verleiht. Liebe ist daher für Honneth neben dem Recht und der Solidarität eines der drei „Muster intersubjektiver Anerkennung“. Die moralische Grundierung unterscheidet Liebe daher auch vom reinen Trieb. Auch bei Immanuel Kant findet sich diese Unterscheidung:
:„Die Geschlechtsneigung wird auch Liebe (in der engsten Bedeutung des Worts) genannt und ist in der Tat die größte Sinnenlust, die an einem Gegenstande möglich ist; - nicht bloß sinnliche Lust, wie an Gegenständen, die in der bloßen Reflexion über sie gefallen (da die Empfänglichkeit für sie Geschmack heißt), sondern die Lust aus dem Genusse einer anderen Person, die also zum Begehrungsvermögen und zwar der höchsten Stufe desselben, der Leidenschaft, gehört. Sie kann aber weder zur Liebe des Wohlgefallens, noch der des Wohlwollens gezählt werden (denn beide halten eher vom fleischlichen Genuss ab), sondern ist eine Lust von besonderer Art (sui generis) und das Brünstigsein hat mit der moralischen Liebe eigentlich nichts gemein, wiewohl sie mit der letzteren, wenn die praktische Vernunft mit ihren einschränkenden Bedingungen hinzukommt, in enge Verbindung treten kann.“ (Die Metaphysik der Sitten, S. 559).
Klassifizierungen
Die abendländische Auffassung von Liebe wird von der Dreiteilung Platons geprägt, die in der antiken Philosophie später ausgebaut wurde. Sie basiert auf den folgenden Konzepten:
- Eros bezeichnet die sinnlich-erotische Liebe, das Begehren des geliebten Objekts, der Wunsch nach Geliebt-Werden, die Leidenschaft
- Philia - bezeichnet die Freundesliebe, Liebe auf Gegenseitigkeit, die gegenseitige Anerkennung und das gegenseitige Verstehen
- Agape - bezeichnet die selbstlose und fördernde Liebe, auch die Nächsten- und „Feindesliebe“, die das Wohl des Anderen im Blick hat
Die genauen Bedeutungen und Schwerpunkte der Begriffe haben sich im Laufe der Zeit verändert, so dass - im Gegensatz zum ursprünglich Gemeinten - unter „Platonischer Liebe“ heute ein rein seelisch-geistiges Prinzip ohne körperliche Beteiligung und Besitzwunsch verstanden wird, dem das leiblich-erotisches Modell von geschlechtlicher Liebe schroff gegenübergestellt wird.
Im Laufe der Zeiten wurden diese Grundformen der Liebe immer wieder differenziert. So bezeichnet man manchmal die Interessenliebe als „stoika“, die spielerisch-sexuelle Liebe als „ludus“, die besitzergreifende Liebe als „mania“ und die auf Vernunftgründen basierende Liebe als „pragma“. Ein besonderes Liebesverhältnis stellt in theistischen Religionen auch jenes zwischen der erbarmenden Liebe Gottes zu den Menschen und der verehrenden Liebe der Menschen zu Gott dar.
In Anlehnung an diese Dreiteilung kann man die Ausprägungen des Phänomens der Liebe in Empfindung, Gefühl und Haltung unterscheiden:
Liebesempfindung
theistischen
Unter Liebesempfindungen versteht man die primär sinnlichen Liebesgefühle, insbesondere die Verliebtheit und die sexuelle Anziehung. Sie stehen in der Regel in Verbindung mit den beiden anderen Formen der Liebe, können aber auch durch die Wahrnehmung eines fremden Körpers, d.h. durch visuelle, olfaktorische oder taktile Reize, ausgelöst werden oder ganz einfach durch den empfundenen Mangel an einem geliebten Gegenüber. Die Liebesempfindung steht in enger Verbindung mit der Sexualität, d.h. sexuellen Wünschen, Bedürfnissen und Handlungen (z.B. den Geschlechtsverkehr, auch bezeichnet als „Liebe machen“).
Liebesgefühle
Unter Liebesgefühlen allgemein versteht man ein komplexes, vielfältigen Spektrum unterschiedlicher Empfindungen und Haltungen gegenüber verschiedenen Arten von möglichen Liebesobjekten, in denen die sinnlich-erotische Komponente nur sekundär von Bedeutung ist. Sie führen zu einer Hinwendung und Zuwendung zum Anderen, dem Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit geschenkt werden.
Sympathie, Freundschaft, Sorge und emotionale Liebe sind Erscheinungen, in denen Liebesgefühle eine große Rolle spielen. Ebenso können die kontemplative Liebe (z.B. zur Natur), die aktive sorgende Liebe um den Nächsten (caritas), die religiöse bzw. mystische Liebe und das Mitleid hierzu gerechnet werden.
Liebe als Grundhaltung
Liebe als ethische „Geistes-“ oder Grundhaltung, als Tugend, ist das Paradebeispiel für rational begründeten Moralität. Es ist eine auf notwendiger Selbstliebe gegründete Fremdliebe, die eine Interessenbalance zwischen Egoismus und Altruismus herstellt. Nächstenliebe wird dabei üblicherweise nicht als altruistische Selbstaufgabe aufgefasst.
In den meisten Religionen ist die Liebe der zentrale Begriff, das wichtigste Gebot im Christentum lautet „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Markus 12,31; Matthäus 22,39; Römerbrief 13,8–10). Analoges gilt für das Judentum und den Islam. Im Buddhismus steht das liebende Mitleid zum Mitgeschöpf im Mittelpunkt.
Art des Liebesobjekts
- Selbstliebe: Selbstliebe gilt allgemein als die Voraussetzung zur Fähigkeit zum Lieben und zur Nächstenliebe, wobei nach Auffassung von Erich Fromm Selbstsucht Selbsthass bedeute. Selbstsucht äußere sich in der Liebe durch besitzgieriges Interesse. Fromm behauptet, dass zu starke Selbstlosigkeit keine Tugend sei, sondern ein Symptom, durch das unbeabsichtigter Schaden entstehen könne. Pathologische Selbstliebe wird als Narzissmus bezeichnet.
- Partnerliebe: Die partnerschaftliche, besonders die geschlechtliche Liebe kann in gegengeschlechtliche (Heterosexualität) und gleichgeschlechtliche Liebe (Homosexualität) unterschieden werden. Eine besondere Rolle nimmt in vielen Gesellschaften die eheliche Liebe ein, die oftmals Exklusivität für sich in Anspruch nimmt (siehe Monogamie). Nicht auf klassischen Zweierbeziehungen beruhende Liebesmodelle (Polygamie) spielen in außereuropäischen Kulturen und in den letzten Jahrzehnten auch im Westen („Polyamorie“) eine größere Rolle.
- Familiäre Liebe: Neben der partnerschaftlichen Liebe sind insbesondere die Liebe zwischen (engen) Verwandten (Vaterliebe, Mutterliebe) und die Freundesliebe in menschlichen Gemeinschaften von größter Bedeutung.
- Nächstenliebe: Die Nächstenliebe gilt im Sinne von Religion und Ethik primär den Bedürftigen, während die Philanthropie sie zur allgemeinen Menschenliebe ausdehnt (vgl. Menschlichkeit). Die Feindesliebe ist eine im Neuen Testament auf Feinde bezogene Nächstenliebe, die oft als christliche Besonderheit gilt, aber in abgeschwächter Form auch in anderen Religionen vorkommt. Noch weiter geht das Konzept der „Fernstenliebe“.
- Objekt- und Ideenliebe: Insbesondere in jüngerer Zeit ins Zentrum gesellschaftlicher Begriffe gerückt sind auch „Tierliebe“ oder die „Liebe zur Natur“. In der weitesten sprachlichen Auslegung „liebt“ man seine Hobbys oder Leidenschaften und kann diese dann auch als Liebhaberei oder Vorlieben bezeichnen. Auch Ideale können demnach geliebt werden, etwa durch den Begriff „Freiheitsliebe“ dargestellt, aber auch Zugehörigkeiten wie Vaterlandsliebe (Patriotismus). Diese Vorlieben können bis hin zu Fanatismus gehen, der Begriff Fan wird aber heutzutage auch für nichtfanatische Formen der Bewunderung, Verehrung bzw. Anhängerschaft verwendet.
- Gottesliebe: Eine besondere Rolle nimmt die Gottesliebe ein, in ihrer allgemeinen Form die Liebe zu einem Gott oder mehreren Göttern bzw. spirituellen Entität.
- "Objektlose Liebe": Liebe als Grundhaltung benötigt für christliche Mystiker wie Meister Eckhart kein Objekt. Liebe wird hier als bedingungsloses öffnen verstanden. Der Philosoph und Metaphysiker Jean Emile Charon bezeichnet diese „universale“ Liebe gar als „Finalität der Evolution“ und „Selbsttranszendenz des Universums“.
Ausdrucksformen
Jean Emile Charon sind verbreitete Alltagssymbole der Liebe]]
Liebe, insbesondere Verliebtheit („Verliebtsein“) kann sich nonverbal, etwa durch Blicke, Mimik, Unruhe oder Körperhaltung ausdrücken. Beruht die Liebe auf Gegenseitigkeit, drückt der Mensch sie durch Zärtlichkeiten, insbesondere Küssen und Berührungen aus. Die körperliche Vereinigung (Sex) kann dabei als intimste Ausdrucksform der Liebe dienen.
Verbale Ausdruckformen sind in erster Linie Bezeichnungen des Geliebten in Form von Komplimenten und Koseworten oder Kosenamen („Liebling“, „Schatz“ usw.).
Besondere, konventionelle Formen sind die „Liebeserklärung“ oder der „Liebesbrief“, die auch in der Literatur eine besondere Würdigung erfahren haben. Auch Rituale wie die Verlobung oder Symbole wie der Freundschaftsring gehören hierzu.
Das Ideal einer „Liebe als Verehrung“ unter Ausschluss einer konkreten körperlichen Beziehung gehört eher in die (Literatur-)Geschichte und fand dort eine besondere Form in der so genannten "hohen minne", ein Begriff, den Walther von der Vogelweide als Gegenbegriff zur "nideren minne", also der körperlich erfüllten Minne, verwendet.
Wissenschaftliches
Biologie und Physiologie
Der Begriff „Liebe“ ist in der Biologie nicht definiert und damit keine wissenschaftliche Kategorie. Allgemein ist es schwierig, emotionale Prozesse mit naturwissenschaftlicher Methodik zu bearbeiten, zumal die zugrundeliegende Biochemie noch kaum bekannt ist. Gesichert sind beim Menschen lediglich folgende Erkenntnisse:
Neueren Untersuchungen des Gehirnstroms und Studien zufolge bewirkt Liebe in Bereichen des menschlichen Gehirns, die auch für Triebe zuständig sind, die höchste Aktivität, was darauf schließen lässt, dass das Gefühl, das gemeinhin als „Liebe“ bezeichnet wird, in seinem biochemischen Korrelat einen starken Zusammenhang mit dem biologischen Trieb aufweist.
Die mitunter sehr lang anhaltenden Wirkungen der Liebe deuten aber auch auf neuroendokrine Prozesse hin, die dem Phänomen zugrunde liegen. Das würde sich auch in das Entstehungsfeld einfügen, das in der Sexualität zu suchen ist und die selbst wiederum maßgeblich der diencephalen neuroendokrinen Steuerung unterliegt. Nicht zuletzt die endogenen Opiate des Hypophysenzwischenlappens spielen dabei ein Rolle.
Verliebt sich ein Mensch, so sorgen verschiedene Botenstoffe für Euphorie (Dopamin), Aufregung (Adrenalin), rauschartige Glücksgefühle und tiefes Wohlbefinden (Endorphin) und erhöhte sexuelle Lust (Testosteron). Auch Sexualduftstoffe (Pheromone) werden vermehrt abgegeben. Hingegen sinkt der Serotoninspiegel stark ab, wodurch der Zustand der Verliebtheit in diesem Punkt eine Ähnlichkeit mit vielen psychischen Krankheiten aufweist. Das trägt dazu bei, dass Verliebte sich zeitweise in einem Zustand der „Unzurechnungsfähigkeit“ befinden können, sich dabei zu irrationalen Handlungen hinreißen lassen und Hemmschwellen abbauen. Nach einiger Zeit (wenige Monate) gewöhnt sich der Körper an diese Dosen und ganz allmählich (laut WHO maximal nach 24-36 Monaten) beendet das Gehirn diesen sensorischen "Rauschzustand".
Das vertiefte Gefühl der Liebe ist aus evolutionsbiologischer Sicht möglicherweise im Zusammenhang mit der Sexualität entstanden, wobei die Liebe es ermöglichen sollte, die erfolgte Partner-Selektion und damit die Paarbeziehung über längere Zeiträume zu stabilisieren. Es sind zwar bei vielen Tierarten monogame Paarbeziehungen bekannt (z. B. auch bei den Graugänsen von Konrad Lorenz), aber ob diese Tiere dabei Liebe empfinden, ist unbekannt und wohl auch unerforschbar.
Im Rahmen des Konzepts der biologischen Determiniertheit entsteht Liebe zwingend aus bestimmten körperlichen Reaktionen. Viele Menschen empfinden diese naturwissenschaftliche Einengung der Liebe auf körperliche Funktionszusammenhänge als unzureichende Beschreibung eines inneren Phänomens bzw. subjektiven Erlebens.
Psychologie und Psychiatrie
körperliche schießt blind, der Tod grüßt.]]
Die Psychologie beschäftigt sich mit den zahlreichen Spielarten der Liebe und des Liebesentzuges.
Nach Auffassung der Evolutionspsychologen werden Frauen und Männer bei der Partnerwahl von Vorlieben regiert, die sich über Millionen von Jahren von unseren Vorfahren auf uns weitervererbt haben. Diese „Steinzeit-Psyche“ soll Frauen auf starke oder statushohe Beschützer-Typen reagieren lassen; Männer dagegen auf junge, hübsche Frauen. Schönheit gelte bei beiden Geschlechtern offenbar als Indiz für „gesunde Gene“, wie auch Humanethologen bestätigen. In diesem Zusammenhang wurde auch vielfach untersucht, was „Schönheit“ in diesem Zusammenhang bedeutet, welche körperlichen Merkmale für beide Geschlechter als attraktiv gelten („Durchschnittlichkeit“ als Ideal).
Die Psychiatrie befasst sich unter dem medizinischen Aspekt mit dem Phänomen. So wird zum Beispiel die Psychopathologie des „Liebeswahns“ im Zusammenhang mit paranoischen Vorstellungen diagnostiziert (vgl. Wahnsinn).
Soziologie
Allgemeines
Es liegen in der Soziologie mindestens vier substanzielle, thematisch einander eher ergänzende Ansätze zur Liebe vor. Sie betonen mehr oder weniger die „liebalen“ Aspekte Kommunikation (Interaktion) und Semantik. Demnach wird Liebe definiert als Emotion (z. B. Jürgen Gerhards), Kulturmuster (z. B. Niklas Luhmann), Intimsystem (Becker/Reinhard-Becker/Fuchs) und nicht-kognitive Form kommunikativer Praxis (Günter Burkart, Cornelia Koppetsch).
„Liebe“ wird u.a. als ein gesellschaftlich wirkendes Symbol für Interaktionen betrachtet (vgl. Symbolischer Interaktionismus) und auf seine soziale Funktion hin untersucht. Die Soziologie untersucht zahlreiche Einzelformen der Liebe, etwa die „romantische“ Liebe, die „Liebe“ im Bürgertum, die „Mutterliebe“, die „Vaterlandsliebe“, die Bezüge zwischen Liebe, Gewalt und Macht u. a. m. Unter den gegenwärtigen Soziologen behandelt z. B. Bálint Balla Liebe in seiner Soziologie der Knappheit eingehend, Horst Herrmann untersucht die (geschlechtsspezifischen) Zusammenhänge von Liebe und Gewalt sowie die gesellschaftlich wirkenden Modelle heutiger Liebesbeziehungen.
Die „Vaterlandsliebe“ ist oft im Zusammenhang des Studiums der Ideologien erforscht worden.
Auch hat die Soziologie angrenzende soziale Bräuche wie die Koketterie (Georg Simmel) oder den Flirt untersucht.
Systemtheoretischer Ansatz
Die Systemtheorie nahm eine einschneidende Begriffsverengung vor, indem sie Liebe neu als eine „gesellschaftliche Semantik“ bzw. als Code des Miteinander-Umgehens definierte. So formulierte Niklas Luhmann in Liebe als Passion (1982) romantische Liebe als ein Phänomen der Moderne, welches seine Grundlegung vor allem im Bürgertum des 18. Jahrhunderts erfährt.
Liebe fungiert – nach Luhmann – in der heutigen funktional ausdifferenzierten Gesellschaft in erster Linie als „symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium“, das unwahrscheinliche Kommunikation wahrscheinlich machen soll. Die Gesellschaft differenziert sich immer stärker in einzelne Teilbereiche. Jedes einzelne Individuum ist nicht mehr nur in einem Bereich, z.B. der Familie verwurzelt, sondern in vielen Teilbereichen, etwa Freizeit oder Beruf. Auch ist es immer auch nur zu einem Teil verortet und bewegt sich ständig zwischen verschiedenen Bereichen hin und her. Auf Grund dieser kommunikativen „Polykontexturalität“ erschwere sich die identitätsbildende Interaktion.
Familie der fürsorgenden Liebe kann u.a. die mütterlich-familiäre Liebe meinen]]
Dem Einzelnen fällt es vor diesem Hintergrund zunehmend schwerer, sich selbst zu bestimmen. Hinzu kommt, dass diese Individualität und Identität im kommunikativen Austausch mit anderen bestätigt werden muss. Diese „höchstpersönliche“ Kommunikation nimmt in einer derart ausdifferenzierten Gesellschaft aber ständig ab, denn zum einen wird durch die Vielzahl an Rollen in den beschriebenen Teilbereichen (z. B. als Tochter, Sekretärin, Freizeitsegler, etc.) dort auch nur unpersönliche Kommunikation erfahren, und zum anderen begreift sich der Mensch als Individuum, also etwas Besonderes, Einzigartiges, anders als die Anderen. Angesichts dieser Entwicklung ist es nicht nur schwierig, miteinander in Kontakt zu treten, es wird auch schwierig, einander überhaupt noch zu verstehen bzw. die Motivation zu finden, sich auf einen doch so Besonderen, Anderen einzulassen. Genau dieses Problem zu bewältigen ist – in dieser Theorie – Aufgabe der Liebe. Fuchs definiert Liebe daher als "wechselseitige Komplettannahme im Modus der Höchstrelevanz". Liebe als Kommunikationsmedium motiviert dazu, sich dem Anderen unter Ausblendung von Idiosynkrasien in seiner "Ganzheit" zu nähern und nicht unter der verengenden Perspektive des jeweiligen Sozialsystems (z.B. als Freizeitsegler). Durch diese Komplettannahme entsteht eine wechselseitige Bestätigung des „Selbst-Seins“ und des jeweiligen „Weltbezugs“ .
Liebe, bzw. genauer das Intimsystem, das im Medium Liebe operiert, ist eine Vorform des Sozialsystems „Familie“, dem grundlegende gesellschaftliche Funktionen zukommen (nämlich Reproduktion und Sozialisation). Des Mediums Liebe bedarf es, da unwahrscheinliche Ereignisse (zwei Menschen begegnen sich unter Millionen anderen und begründen und stabilisieren ein Zusammenleben) erwartbar gemacht werden müssen. Liebe ist also wie Geld oder Macht ein sogenanntes Steuerungsmedium, das die Chance auf das Eintreffen unwahrscheinlicher Sinnzumutungen steigert. Überraschend ist dabei jedoch, dass Intimsysteme auf dem paradoxen, komplexen und sehr täuschungsempfindlichen Medium Liebe basieren.
Sonstige Aspekte
Wesentlich ist im sozialen Kontext die Unterscheidung zwischen der einseitigen und der gegenseitigen Liebe. Erstere hat ihren Spezialfall in der im Volksmund so genannten unglücklichen Liebe (vgl. Liebeskummer).
Viele Bezeichnungen für Fachgebiete sind, ebenso wie eine Reihe anderer Begriffe, auf dem Präfix phil- aufgebaut. Hierzu zählen insbesondere die „Philosophie“ (ursprünglich: „Liebe zur Weisheit“) und die „Philologie“ (ursprünglich: „Liebe zu Sprachen“). Die „Philatelie“ sei stellvertretend für andere Sammelleidenschaften genannt, der Name „Philipp“ („Philhippos“, verschiedene Schreibweisen) bedeutet „Pferdeliebhaber“.
Sammelleidenschaften
Polytheistische Religionen kennen zumeist Göttinnen, denen die Liebe zugeordnet wird und die sie befördern (vgl. Aphrodite, Hera). In monotheistischen Religionen ist die Allliebe Gottes eine seiner Eigenschaften; da er aber auch Zorn oder Eifersucht zu seinen Eigenschaften zählt, hat die Theologie hier ein komplexes Arbeitsfeld. Selbst in der negativen Theologie, wie auch in der Mystik wird als einzige Aussage über das Unsagbare in der Regel dennoch die Feststellung Gott ist die Liebe anerkannt; vgl. dazu auch die Natürliche Theologie.
Siehe auch
- Empathie, Liebesbeziehung, Theologische Tugend, Metta, Bergpredigt, Das egoistische Gen, Stockholm-Syndrom
Literatur
Allgemeines
- Erich Fromm: Die Kunst des Liebens. 59. Aufl. Ullstein, München 2001, ISBN 3-612-26745-0
- José Ortega y Gasset: Über die Liebe. Meditationen. Dtv, München 1993 u.ö., ISBN 3-423-19025-6
- Josef Pieper: Über die Liebe. 7. Aufl. Kösel, München 1992, ISBN 3-466-40131-3
- Max Scheler: Wesen und Formen der Sympathie. Bouvier, Bonn 1999, ISBN 3-416-02910-0
- Marsilio Ficino: Über die Liebe oder Platons Gastmahl. 3. Aufl. Meiner, Hamburg 1994 u.ö., ISBN 3-7873-1189-0
- Stendhal: Über die Liebe. 6. Aufl. Insel, Frankfurt am Main 1989 u.ö., ISBN 3-458-31824-0
Philosophie
- Axel Honneth, Liebe und Moral. Zum moralischen Gehalt affektiver Bindungen, in: Honneth, Das Andere der Gerechtigkeit. Aufsätze zur praktischen Philosophie, Frankfurt am Main 2000, S. 216ff., ISBN 3-518-29091-6
Psychologie
- Peter Lauster: Die Liebe. Psychologie eines Phänomens. 35. Aufl. Rowohlt, Reinbek 2004, ISBN 3-499-17677-7
- Robert A. Johnson: Traumvorstellung der Liebe. Der Irrtum des Abendlandes. 3. Aufl. Walter, Olten u.a. 1988, ISBN 3-530-40391-1
Soziologie
- Niklas Luhmann: Liebe als Passion. Zur Codierung von Intimität. 7. Aufl. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-28724-9
- Karl Lenz: Soziologie der Zweierbeziehung. Eine Einführung. 2. Aufl. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2003, ISBN 3-531-33348-8
- Peter Fuchs: Liebe, Sex und solche Sachen. Zur Konstruktion moderner Intimsysteme. UVK, Konstanz 1999, ISBN 3-87940-663-4
- Christian Schuldt: Der Code des Herzens. Liebe und Sex in den Zeiten maximaler Möglichkeiten. Eichborn, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-8218-5592-4
- Werner Faulstich (Hrsg.): Liebe 2000. Konzepte von Liebe in der populären Kultur heute. Wissenschaftler-Verlag, Bardowick 2002, ISBN 3-89153-034-X
- Anthony Giddens: The transformation of intimacy. Sexuality, love and eroticism in modern societies. Nachdruck. Polity Press, Cambridge 2001, ISBN 0-7456-1012-9 , ISBN 0-7456-1239-3
Weblinks
- [http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemid=GL05411 „Liebe“ im Deutschen Wörterbuch von Grimm]
- [http://www.merian.fr.bw.schule.de/mueller/SchuelerII/Facharbt/Liebe/liebe2.htm Schülerarbeit über einige Aspekte von „Liebe“]
- [http://www.kulturkritik.net/begriffe/l.html#liebe „Liebe“ im Kulturkritischen Lexikon von Wolfram Pfreundschuh]
- [http://www.neoexpressionismus.de/liebe-projekt/index.html Wissenschaftliche und praktische Forschung zu „Liebe“]
- [http://www.sgipt.org/gipt/sozpsy/bez/m_liebe0.htm Materialien zu Partnerschaftsproblemen, Definitionen, Theorien u.a. zu Entstehung von „Liebe“]
- [http://www.streifzuege.org/str_02-3_behrens_liebe.html#a17 Roger Behrens, Eine kleine Bemerkung zur Liebe, Streifzüge 3/2002]
Kategorie:Emotion
Kategorie:Tugend
Kategorie:Religion
Kategorie:Psychoanalyse
ja:愛
KnabeKnabe ist ein ziemlich abgekommenes Wort der gehobenen Umgangssprache für ein männliches Kind oder einen männlichen Jugendlichen.
Das Wort stammt aus dem Mittelhochdeutschen und existiert im Spätalthochdeutschen als knabo. Im Mittelhochdeutschen existierte auch knappe, im Althochdeutschen knappo, die zunächst den gleichen Begrifffsinhalt wiedergaben, deren Bedeutung sich später jedoch auf den Edelknaben und den Bergknappen verengte.
Das Wort entsprach auch den heute gebrauchten Begriffen "Bursche" oder "Diener".
Literarisch war es bis ins 19. Jahrhundert gebräuchlich (vgl. z.B. Annette von Droste-Hülshoffs Ballade Der Knabe im Moor).
Heute wird es kaum noch verwendet und nur in der Bedeutung „Bub, Junge“. Doch findet es sich in Bayern in amtlicher Sprache, wodurch sowohl das norddeutsche „Junge“ wie auch das Dialektwort „Bub" (bzw. im Dialekt „Bua“) vermieden wird. So sind etwa wohl die meisten Schultoiletten mit „Knaben“ und „Mädchen“ beschriftet. Eine Verfassungsänderung von 1998 (Art. 131 Abs. 4 BV) redete aber von Buben.
Personennamen:
- Eva Schulze-Knabe (1907-1976), Malerin und Widerstandskämpferin.
- Hubertus Knabe ( - 1959), deutscher Historiker
- Kerstin Knabe ( - 1959), deutsche Leichtathletin
Kategorie:Jugend
SchalkEin Schelm ist in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes ein Bösewicht oder auch dessen Scharfrichter. In dieser Bedeutung taucht das Wort heute nur noch in der Übersetzung der Devise des britischen Hosenbandordens auf, welche lautet:
:Honni soit, qui mal y pense. (Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.)
Die Verwendung des Begriffes Schelm war noch im 17. Jahrhundert als Verbalinjurie strafbar.
Abweichend vom ursprünglichen Bedeutungsinhalt wird das Wort Schelm heute nur noch in der Bedeutung Schalk oder Schäker verwendet. Ein Anklang an die frühere Bedeutung findet sich noch im adjektivischen Gebrauch des Wortes. Wenn er oder sie schelmisch lächelt, ist das ein vielsagend kokettes Lächeln, hinter dem sich etwas Verschwörerisches oder Verführerisches verbirgt.
Stellte im Mittelalter der Schelm den liebenswerten Bösewicht dar, so war der Schalk der eigentlich hinterhältige Bösewicht. Als Schalksnarr wird die Figur des Till Eulenspiegel zum Ende des Mittelalters weltbekannt.
Das Wort wird heute selten gebraucht, weil es eine allgemein anerkannte Konvention des Gehörigen und Schicklichen voraussetzt, die so nicht mehr vorhanden ist.
siehe: Schelmenroman
Kategorie:Volkskunde
Kategorie:Narr
Kategorie:Humor
Kategorie:Rechtsgeschichte
Venus (Mythologie)
Venus war die Göttin der Liebe und des erotischen Verlangens der Römer.
Die Annahme, Venus sei ursprünglich eine eine italische Göttin des Ackerlands, der Gärten, des Frühlings und als solche von Bauern und Winzern gewesen, wird heute nicht mehr vertreten. Auch für einen frühen Kult sind keine Anzeichen zu finden. Sie hatte keinen eigenen flamen (Priester) und auch in den ältesten Kalendern war kein Fest der Venus verzeichnet. Seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. wurde sie desöfteren als Göttin der Liebe mit der griechischen Aphrodite gleichgesetzt, deren Kult sich von Sizilien, besonders vom Berg Eryx, nach Italien ausbreitete. Das erste archäologische Zeichen war eine Darstellung zusammen mit Persephone auf einem Spiegel aus Praeneste. Sie gelangte zu besonderer Bedeutung als Göttin des latinischen Bundes und hatte als solche Heiligtümer in Lavinium und Ardea. In Rom hatte sie in alter Zeit besondere Verehrung als Murcia, worin man später fälschlich die „Myrtenfreundin“ (Myrtea) sehen wollte und als Cloacina. Als Venus Libentina war sie die Göttin der sinnlichen Lust, als Venus Libitina die Leichengöttin. In ihrem Tempel wurden die zur Bestattung notwendigen Utensilien aufbewahrt und die Totenlisten geführt. Parallel zur Entwicklung der Venus verlief in Kampanien die Gleichsetzung der oskischen Göttin Herentas zu Aphrodite. Der erste Stadtrömische Venus-Tempel wurde 295 v. Chr. von Quintus Fabius Maximus Gurges geweiht. 217 v. Chr., nach der Schlacht am Trasimenischen See, wurde auf Geheiß der Sibyllinischen Bücher der Venus vom Berg Eryx ein Tempel gelobt und auf dem Kapitol erbaut.
Die Sage, dass Aeneas der Sohn von ihr und Anchises sei, wurde dahin erweitert, dass er nach der Zerstörung Trojas nach Latium ausgewandert war. Zunächst führte Venus ihren Sohn mitsamt dem alten Vater Anchises sicher aus der untergehenden Stadt. Als Göttin der Liebe sorgte sie dafür, daß sich die karthagische Königin Dido in Aeneas verliebte und ihm Zuflucht gewährte. Auch in der entscheidenden Schlacht gegen Turnus griff sie auf Seiten ihres Sohnes ein und brachte diesem seinen Speer zurück.
Neben der vielfachen, dem griechischen Aphroditekult entsprechenden Formen der Verehrung, die sie genoss, hat sie eine besondere Bedeutung als Venus genetrix, das heißt als Stammmutter des römischen Volkes durch ihren Sohn Aeneas. Speziell das Geschlecht der Julier, das seine Abstammung von ihrem Enkel Julus, dem Sohn des Aeneas, herleitete, verehrte sie als Stammmutter. In diesem Sinn errichtete ihr Julius Cäsar als Venus genetrix auf dem von ihm angelegten Forum 46 v. Chr. einen prächtigen Tempel, bei dem alljährlich elftägige Spiele gefeiert wurden. Als Stammmutter des ganzen römischen Volkes war ihr neben der Roma von Hadrian der 135 vollendete, herrliche Doppeltempel in der Nähe des Kolosseums (später templum Urbis genannt) geweiht, von dem heute nur noch Ruinen vorhanden sind.
Venus war der 1. April heilig, wo sie von den römischen Matronen neben der Fortuna Virilis, der Göttin des Glücks der Frauen bei den Männern, und der Concordia als Venus Verticordia (Wenderin der weiblichen Herzen zu Zucht und Sitte) verehrt wurde. Von geringerer Bedeutung waren die Kulte der Venus Obsequens (der Willfährigen), der Venus Salacia (Göttin der Buhlerinnen) und anderer. Auch in Kampanien stand, wohl infolge griechischer Einflüsse, der Kult der Venus in hohem Ansehen, hier war sie zum Beispiel als Venus Fisica Stadtgöttin von Pompeji.
Kunstwerke, die die Venus darstellen
Bild:La naissance de Vénus.jpg|Die Geburt der Venus (1485), Sandro Botticelli
Bild:William-Adolphe Bouguereau (1825-1905) - The Birth of Venus (1879).jpg|Die Geburt der Venus (Bouguereau)
Bild:Lucas Cranach d. Ä. 072.jpg|Venus (Cranach)
Bild:Caba1.jpg|Venus und Eroten auf dem Meer (Cabanel)
Bild:altdorfer2_venus-bath.jpg|Venus nach dem Bad (Altdorfer)
Bild:Aphrodite1.JPG|Aphrodite von Knidos
Siehe auch
- Venus von Milo
- Portal:Rom
- Römische Mythologie
Kategorie:Römische Gottheit
ja:ウェヌス
ko:베누스
simple:Venus (goddess)
Eros (Mythologie)
Eros ist in der griechischen Mythologie der Gott der Liebe. Ihm entspricht in der römischen Mythologie Amor. Oft wird er auch Cupido oder Cupidus genannt.
Nach Hesiod entstand er zusammen mit Tartaros, Gaia und Nyx aus dem Chaos. Später galt er als Sohn der Aphrodite (röm. Venus) und des Ares (röm. Mars); seine Geliebte ist die Psyche (siehe auch Amor und Psyche).
In der Kunst wird er meist mit Pfeil und Bogen dargestellt; mit seinen Pfeilen entzündet er die Liebe bei den Getroffenen. Der Sage nach besitzt er neben den goldenen Pfeilen der Liebe auch eiserne Pfeile, die den Hass erzeugen.
Siehe auch: Stammbaum der griechischen Götter und Helden
Kategorie:Griechische Gottheit
ja:エロス
Griechische MythologieDie Griechische Mythologie umfasst Geschichten der Götter und Helden (Heroen) des antiken Griechenlands.
Die Religion der antiken Griechen entstand aus den Religionen der eingewanderten Griechen und der vorgriechischen Bevölkerung in Kleinasien und Griechenland.
Im Vergleich zu den großen monotheistischen Religionen ist das Fehlen klarer Gebote und Verbote auffallend, wenngleich die Göttin Nemesis und die Erinnyen (Eumeniden) Zuwiderhandlungen gegen die Natur und vor allem den Muttermord bestrafen. Es kann, in der Antike seit Xenophanes, von einem Anthropomorphismus - einer Vermenschlichung der Götter - gesprochen werden, sie sind also durch ihren Ursprung als mythologische Gestalten den Menschen vor allem in ihren Schwächen ähnlicher, als der eine Gott der Juden, Christen und Moslems sein kann.
Die Religion war in ihrem Kern polytheistisch, mit verschiedenen Göttergeschlechtern (zum Beispiel dem der Titanen), zahlreichen Naturdämonen, Ortsgöttern und Halbgöttern. Einen geschlossenen Priesterstand gab es nicht, sondern bestimmten Heiligtümern zugeordnete Priester, ferner Seher und Wahrsager.
Die ältesten Quellen sind unter anderem Homers Ilias und Odyssee sowie Hesiods Theogonie. Homer und Hesiod brachten die Götter in eine bestimmte Ordnung: Aus lokalen Götterkulten mit weit gehenden Zuständigkeiten wird ein funktional differenzierter Götterkosmos. Im hellenistischen Zeitalter vermischte sich die Religion mit orientalischen Elementen.
Diese Mythologie wurde von den Römern unter analoger Götter-Zuordnung griechischer zu römischen Gottheiten teilweise übernommen (siehe römische Mythologie, auch: Etrusker). Sie hat trotz Christianisierung und Wegfall der Götterverehrung die Jahrtausende überdauert. Die Gestalten der griechischen Mythologie haben immer wieder die Vorlagen für neuere Werke der Kultur geliefert. Ungezählt sind die Gemälde, Opern oder Theaterstücke, die den antiken Stoff neu aufnehmen und verarbeiten.
Mythos (griechisch mýthos) bedeutet ursprünglich "Rede", "Kunde" oder "Überlieferung", später verschiebt sich die Bedeutung mehr auf das Unwahrscheinliche. Bereits antike Autoren verändern den Stoff erheblich, so dass man teilweise unterschiedliche Abstammungen und/oder Nachkommen bei den einzelnen Gestalten finden kann.
Griechischer Götterhimmel
Mythos
Schöpfungsgötter
- Chaos - ungeordneter und ungeformter Weltzustand, aus dem die Götter hervorgingen
- Nyx - die Nacht, entstand aus dem Chaos; nach anderen Quellen auch aus der Paarung des Chaos mit der Dunkelheit
- Gaia - die Erde in Göttergestalt, entstand aus dem Chaos
- Erebos - die Finsternis, entsand aus dem Chaos; nach anderen Quellen auch aus der Paarung des Chaos mit der Dunkelheit
- Aether - Sohn von Erebus und Nyx die reine Luft des oberen Himmels, die die Götter atmen und in der die Gestirne schweben
- Uranos - Himmel in Göttergestalt, durch Gaia ohne Zeugungsakt geboren
- Hemera - der Tag, Tochter des Erebos und der Nyx
Titanen
Die Titanen stammen der Sage nach von Uranos und Gaia ab.
- Okeanos - Herr des Ozean, stärkster der Titanen, zeugte mit seiner Schwester und Gattin Tethys die Flussgötter, Meeres- und Quellnymphen
- Koios - wurde nach der Niederlage gegen die olympischen Götter in den Tartaros gestoßen
- Hyperion - Licht- und Sonnengott, zeugte mit Gattin Theia den Sonnengott Helios, die Mondgöttin Selene und die Göttin der Morgenröte Eos
- Kreios - Gatte der Eurybia
- Iapetos - Gatte der Nymphe Klymene (Tochter des Okeanos), wurde nach der Niederlage gegen die olympischen Götter in den Tartaros verbannt
- Kronos - Vater des Zeus, wurde nach der Entmannung des Vaters Uranos zum Herrscher der Welt; Gatte von Rhea; wurde von seinem Sohn Zeus entmachtet und herrscht nun auf der Insel der Seligen
- Tethys - Meeresgöttin, Gattin des Okeanos, als Amme der Hera verfluchte sie Hera zuliebe die Sternbilder, immer über den Himmel zu wandern
- Rheia - Mutter von Hestia, Demeter, Hera, Hades, Poseidon und Zeus; herrscht mit Gatte Kronos seit dessen Entmachtung auf der Insel der Seligen
- Themis - Göttin der Gerechtigkeit und der Ordnung, zweite Gattin (nach Methis) des Zeus, sie kennt die Zukunft und ermöglicht so Deukalion und Pyrrha, die Sintflut zu überleben und die Erde neu zu bevölkern
- Mnemosyne - Mutter der neun Musen
- Phoibe - Frau des Koios, Mondgöttin
- Theia - Gattin des Koios, fordert für ihre Kinder einen Herrschaftsanspruch neben den Titanen, woraufhin Hyperion und Helios getötet werden und Selene Selbstmord begeht
- Atlas - Sohn von Iapetos und Klymene, musste als Strafe für seine Teilnahme am Titanenkampf das Himmelsgebirge tragen, nachdem er von Perseus versteinert wurde trägt er als Atlasgebirge den Himmel auf seinen Schultern
Olympische Götter
- Zeus - Sohn von Kronos und Rhea, Göttervater
- Hera - Tochter von Kronos und Rhea, Gattin des Zeus, Göttin der Ehe und der Niederkunft
- Poseidon - Sohn von Kronos und Rhea, wurde durch Zeus vor Kronos gerettet, Gott des Meeres
- Aphrodite - entstand aus dem Samen des durch Kronos abgeschnittenen Geschlechts des Uranos, Göttin der Liebe und Schönheit
- Hephaistos - Sohn von Zeus und Hera, von Meernymphen aufgezogen, Gott des Feuers und der Schmiede
- Dionysos - Sohn von Zeus und Semele, Gott des Weines, der Masken und somit der Tragödie
- Apollon - Sohn von Zeus und Leto, Gott des Frühlings, des Lichts, der Sittlichkeit und der Künste
- Hermes - Sohn von Zeus und Maia, Götterbote, somit Schutzgott der Wege, Wanderer, Kaufleute und Diebe
- Demeter - Tochter von Kronos und Rhea, Göttin der Fruchtbarkeit der Erde, des Getreides, der Saat und der Jahreszeiten
- Artemis - Tochter von Zeus und Leto, Göttin der Jagd, des Wachstums und der Geburt
- Athene - Tochter von Zeus und Methis, Göttin der Weisheit, der Wissenschaft, der Web- und Zimmererkunst
- Ares - Sohn von Zeus und Hera, Gott des Krieges
- Hestia - Tochter von Kronos und Rhea, Göttin des Feuers, des Herdes und der Familieneintracht
- Eris - Göttin der Zwietracht und des Streites
- Hades - Ort und Gott der Toten, der Unterwelt
Mythologische Gestalten (andere Götter/Halbgötter/Heroen/Menschen)
Hades
Hades
- Achilleus, Achilles
- Acheloos
- Agamemnon
- Agenor
- Aias
- Aigisthos
- Aletheia
- Alkmene
- Amazone
- Amphitryon
- Andromeda
- Arachne
- Ariadne
- Asklepios
- Atalanta
- Bellerophon
- Chloris
- Dädalus
- Danaiden
- Deukalion
- Elektra
- Europa (Mythologie)
- Eurystheus
- Hektor
- Herakles (römisch: Hercules)
- Hero
- Hypnos
- Ikarus
- Ixion
- Jason
- Kassandra
- Laokoon
- Leander
- Medea
- Menelaos
- Morpheus
- Nestor
- Ödipus
- Odysseus (etruskisch: Uthuze) Odysseus
- Oknos
- Orestes
- Orpheus
- Paris
- Perseus
- Plutos
- Priamos
- Prometheus, Titan, der den Menschen das Feuer brachte
- Pyrrha
- Sisyphos
- Tantalos
- Telemachos
- Theseus
- Tytios
Mythologische Gestalten (Ungeheuer/Tiere/andere)
- Androphonos
- Circe
- Charybdis
- Chimäre
- Erinnyen (röm. Myth. Furien)
- Alekto
- Megaira
- Tisiphone
- Gorgonen
- Euryale
- Medusa
- Stheno
- Hesperiden
- Horen
- Chione
- Irene
- Minotaurus Minotaurus
- Moiren
- Atropos
- Klotho
- Lachesis
- Musen
- Erato (Liebes-Lyrik)
- Euterpe (Flötenspiel, Gesang)
- Kalliope (Epische Dichtung)
- Klio (Geschichtsschreibung)
- Melpomene (Tragödie)
- Polyhymnia (Hymnische Dichtung)
- Terpsichore (Tanz)
- Thalia (Komödie)
- Urania (Sternkunde)
- Nymphen
- Amphitrite
- Orseis
- Thetis
- Pan Pan
- Pegasus
- Satyr
- Sirene
- Skylla
- Zelos
- Zentaur
- Zephyros
- Zyklopen
- Polyphem
Mythologische Gegenstände und Orte
- Aigis
- Ambrosia
- Delphi
- Nektar (Mythologie)
- Goldene Äpfel der Hesperiden
- Hades
- Tartaros
- Elysion
- Asphodeliengrund
- Lethe
Literatur
- Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen - Die Götter- und Menschheitsgeschichten, Klett-Cotta (Bd.1), ISBN 3-608-91824-8, dtv, ISBN 3-423-30030-2
- Karl Kerényi: Die Heroengeschichten (Bd.2), Klett-Cotta, ISBN 3-608-91873-6
- Karl Kerényi: Töchter der Sonne - Betrachtungen über griechische Gottheiten, Klett-Cotta, ISBN 3-608-91837-X
- Robert von Ranke-Graves: Griechische Mythologie. Quellen und Deutung. A. d. Engl. v. Hugo Seinfeld. 15. Aufl. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2003 (Rowohlts Enzyklopädie; rororo, Bd. 55404). 759 S. ISBN 3-499-55404-6
- Rose, Herbert Jennings: Griechische Mythologie. Ein Handbuch. 9. Aufl. München: C. H. Beck, 1997. IX, 441 S. ISBN 3-406-33223-4
- Gustav Schwab: Die schönsten Sagen des klassischen Altertums (dies Buch kann - in vielen Auflagen - als eherner Hausbuchbestand bei allen Abiturienten Deutschlands bis in die 1960er Jahre voraus gesetzt werden und ist also zumal für ein Studium der Literaturwissenschaft unabdingbar)
- Tripp, Edward: Reclams Lexikon der antiken Mythologie. 7. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2001. 560 S. ISBN 3-15-010230-8 (geb.), ISBN 3-15-010451-3 (kart.)
Siehe auch
- Portal:Mythologie
- Klassische Mythologie
- Stammbaum der griechischen Götter
- Liste griechischer Götter
- Liste von Göttinnen
- Olympische Götter (mit ihren Attributen)
Weblinks
- http://gutenberg.spiegel.de/autoren/schwab.htm - Gustav Schwab bei Projekt Gutenberg-DE
- http://gutenberg.spiegel.de/moritz/goetterl/goetterl.htm - Karl Philipp Moritz, Götterlehre oder Mythologische Dichtungen der Alten
- http://www.mythologica.de Beschreibt die einzelnen Gestalten
- http://www.perseus.tufts.edu/ (Englisch) Aber mit einer unglaublichen Funktionsvielfalt, inkl. Volltextsuche über antike Texte. Sehr viele weiterführende Links.
- http://www.br-online.de/alpha/mythen/ Auf dem BR-alpha Bildungskanal läuft eine interessante Serie zu den Griechischen Mythen
- http://home.arcor.de/karger/buechernachlese-archiv/uk_kerenyi_karl_griechen.html - Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen + Die Heroengeschichten
- http://home.arcor.de/karger/buechernachlese-archiv/uk_kerenyi_karl_sonne.html - Karl Kerényi: Töchter der Sonne
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ja:ギリシア神話
ko:그리스 신화
Amor und Psyche]Die Geschichte von Amor und Psyche ist ein antikes Märchen, das uns in dem Roman Der goldene Esel des Apuleius überliefert ist.
Psyche war die Tochter eines unbekannten Königs. Sie war so schön, dass alle Leute aufhörten Aphrodite, die Göttin der Schönheit und der Liebe zu verehren. Verärgert rief Aphrodite ihren Sohn Amor und befahl ihm, Psyche dazu zu bringen, sich in einen schlechten Mann zu verlieben. Der Vater schickte seine Tochter - wie das Orakel der Göttin ihm befohlen hatte - an eine einsame Bergspitze, auf welcher sie einen furchtbaren Dämon hätte heiraten müssen. Doch anstatt des Dämons wurde sie von einem Westwind in ein märchenhaftes Schloss gebracht. In diesem Schloss suchte sie Nacht für Nacht ein Mann auf, doch tagsüber verschwand ihr Gatte, ohne dass sie ihn je zu Gesicht bekam. Da sich Psyche so einsam fühlte, gewährte er ihr einen Besuch von ihren Schwestern. Er warnte sie aber, sie dürfe sich nicht von ihnen verleiten lassen herauszufinden, wer er sei. Die Schwestern, zuerst froh, Psyche wohlbehalten vorzufinden, waren schnell vom Neid verzehrt. Bei einem weiteren Besuch gelang es ihnen, das naive Mädchen davon zu überzeugen, dass sie eine Schlange geheiratet hätte, welche sie auffressen würde, wenn ihre Schwangerschaft weiter fortgeschritten sei. Aus Angst um ihr ungeborenes Kind und um sich selber befolgte sie den Rat ihrer Schwestern und wartete in dieser Nacht mit einer Lampe und einem Messer auf ihren Mann.
Als sie ihren Geliebten beleuchtete, erblickte sie kein Ungeheuer, sondern den wunderschönen Körper des geflügelten Amor. Psyche - von Liebe zu ihrem göttlichen Gatten überwältigt - merkte nicht, wie ein Tropfen des heißen Öls auf Amors Schultern fiel. Der Gott, der seiner Mutter ungehorsam gewesen war, fühlte sich betrogen, flog davon und ließ Psyche untröstlich zurück.
Aphrodite, voller Wut darüber, dass ihr Sohn ihre Befehle missachtet hatte und stattdessen mit Psyche ein Kind gezeugt hatte, machte sich auf die Suche nach dem Mädchen. Psyche musste verschiedene tödliche Aufgaben für die Göttin erledigen. Dank der Hilfe von Ameisen, sprechenden Schilfrohren oder Türmen gelang es ihr sie zu lösen. Bei der letzten Aufgabe ließ sie sich aber von dem Wunsch, ihren Geliebten zurückzuerobern, überwältigen. So öffnete sie das Kästchen, das eine Schönheitssalbe der Persephone - der Gemahlin des Hades - enthielt. Sie trug die Salbe auf, welche eigentlich für Aphrodite bestimmt war, und fiel in einen todesähnlichen Schlaf.
Amor, der sich inzwischen von seiner Verbrennung erholt hatte, eilte ihr zur Rettung. Da er Psyche immer noch liebte, scheuchte er mit seinen Flügeln ihren Schlaf wieder in das Kästchen zurück. Während Psyche das Kästchen ablieferte, flog Amor zu Zeus und erlangte die Erlaubnis Psyche zu heiraten. Der oberste Gott hatte Nachsicht und machte Psyche unsterblich.
Psyche gebar Amor eine wunderschöne Tochter, welche den Namen Voluptas (Vergnügen) erhielt.
Die Geschichte von Amor und Psyche hat vielfältig in Literatur und Musik, vor allem aber in der bildenden Kunst weitergewirkt. Viele Gemälde und Skulpturen befassen sich mit dem Romeo und der Julia der Antike. Zu den bekanntesten gehören die Skulpturen von Antonio Canova und Auguste Rodin im Louvre sowie die Radierungen von Max Klinger. In der Musik hat u.a. César Franck eine dreiteilige sinfonische Dichtung Psyché für Chor und Orchester geschrieben.
Dem Gott Amor (Römische Mythologie) entspricht in der griechischen Mythologie Eros.
Kategorie:Griechische Mythologie
Kategorie:Römische Mythologie
Kategorie:Römische GottheitArtikel über römische Götter
Kategorie:Gottheit
Kategorie:Römische Mythologie Ferdinand AlquiéFerdinand Alquié ( - 18. december 1906, Carcassone - † 1985) bol francúzsky filozof; zastával negatívnoontologický výklad bytia.
Externé odkazy
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