Amphibien
Die Amphibien oder Lurche (Amphibia) bilden eine süßwasser- und landbewohnender Landwirbeltiere (Tetrapoda). Ihr wissenschaftlicher Name leitet sich aus dem Griechischen „amphi bios = doppellebig“ ab. Dies rührt daher, dass die meisten Amphibien zunächst ein Larvenstadium im Wasser durchlaufen und nach einer Metamorphose an Land leben können. Die meisten Arten sind aber zeitlebens auf die Nähe von Gewässern angewiesen. Viele sind in erster Linie nachts aktiv, um sich vor Fressfeinden zu schützen sowie Wasserverluste durch die Haut gering zu halten.
Anatomische Merkmale
Lurche besitzen vier Gliedmaßen – die in einigen Fällen (Schleichenlurche, Armmolche) aber auch zurückgebildet sein können – mit in der Regel vier Fingern an jeder Hand und je fünf Zehen an den Füßen. Sie haben einen flachen Schädel und einen oft reduzierten Knochenbau; so fehlen vielen beispielsweise die Rippen. Die Haut ist dünn und nackt, drüsen- und pigmentzellenreich. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Atmung und beim Wasserhaushalt. Als Larven besitzen sie Kiemen, als erwachsene Tiere einfache Lungen, die neben der Haut- sowie der Kehl- oder Mundbodenatmung dem Gasaustausch dienen. Amphibien sind wechselwarm; das bedeutet, dass sie keine konstante Körpertemperatur aufweisen, sondern diese sich der Umgebungswärme anpasst. Ihr Herz besteht aus zwei getrennten Vorkammern und einer einheitlichen Hauptkammer ohne Scheidewand. Der Darmausgang, die Exkretions- und Geschlechtsorgane münden in einer Kloake. Nach ihrer Morphologie unterscheidet man Frosch-, Schwanz- sowie Schleichenlurche.
Fortpflanzung und Individualentwicklung
Morphologie
Zumindest zur Fortpflanzung müssen die meisten Amphibienarten das Wasser aufsuchen. Fast alle legen Eier, so genannten Laich, in gallertigen Hüllen ab; einige Arten betreiben Brutpflege. Auch an Trockenheit angepasste Arten benötigen meistens Gewässer zur Laichablage. Die Larven entwickeln sich dann im Wasser und atmen durch Kiemen. Erst nach einiger Zeit tritt eine Metamorphose ein, in der sie sich hormongesteuert zum lungenatmenden, skelettgestützten Tier umformen, welches das Gewässer verlassen kann. Einige Arten bleiben längerfristig oder sogar zeitlebens in einem Larvenstadium (so genannte temporäre oder vollständige Neotenie) und leben dauernd aquatil, zum Beispiel der Axolotl. Nur sehr wenige Arten, wie der im Gebirge beheimatete Alpensalamander, sind lebend gebärend (ovovivipar) und bringen bereits fertig entwickelte Junge zur Welt.
Wichtiger Bestandteil der Metamorphose ist die Rückbildung der Kiemen sowie die Verlagerung der Atmung zur Lunge und zur Haut. Die Haut selbst verändert sich, um an Land den Wasserverlust zu verringern. Es findet ferner eine Entwicklung von Extremitäten statt – bei Molchlarven wird erst das vordere, dann das hintere Beinpaar sichtbar, bei Kaulquappen ist es umgekehrt. Der Ruderschwanz der Larven bildet sich in der letzten Phase der Metamorphose bei Froschlurchen allmählich ganz zurück. An den Augen entwickeln sich Lider und es entstehen außenliegende Trommelfelle (letzteres nur bei den Froschlurchen).
Nahrung und Fressfeinde
Trommelfell
Während sich die Kaulquappen der Froschlurche in erster Linie pflanzlich ernähren, Detritus fressen oder an Aas gehen, sind metamorphosierte Amphibien rein carnivor. Im Allgemeinen wird lebende Beute in Form von Insekten, Gliedertieren, Mollusken und Spinnen aufgenommen und im Ganzen verschluckt. Größere Amphibien können auch kleine Wirbeltiere überwältigen; Kannibalismus ist zudem nicht selten. Allerdings verhalten sich Amphibien aufgrund ihres poikilothermen Stoffwechsels oft weniger als aktive Jäger, sondern sie verfolgen mehr eine Strategie des Lauerns oder der sich spontan bietenden Gelegenheit.
Lurche selbst gehören zum Beuteschema vieler anderer Tiere: Laich und Larven im Wasser werden von „räuberischen“ Insektenlarven, von Fischen und Wasservögeln, aber auch von anderen Amphibien gefressen; die umgewandelten Lurche sind Nahrungsgrundlage vieler Säugetiere, Vögel und Reptilien, in manchen Regionen auch von größeren Wirbellosen. Aus diesem Grund müssen sie für eine sehr große Nachkommenschaft sorgen – nur aus einem winzigen Bruchteil der produzierten Eier und Larven werden später selbst geschlechtsreife Amphibien.
Evolution
Amphibien sind die direkten Nachfahren der ersten Knochenfische (Osteichthyes), die im Devon vor etwa 360 Millionen Jahren vom Meer aus das Land besiedelten. Der anatomische Bau von Acanthostega lässt darauf schließen, dass sich bereits fossile Fische mit vier Gliedmaßen im Wasser bewegt haben. Bei den Amphibien sind vor allem Verwandtschaftsverhältnisse zu den Quastenflossern und wohl auch zu den Lungenfischen gegeben. Beide Gruppen haben eine Reihe von Charakteristika mit den Amphibien gemeinsam – unter anderem beim Skelettbau, bei organischen und embryologischen Merkmalen. Man nimmt heute an, dass zumindest die Froschlurche und alle höheren Wirbeltiere von Quastenflossern abstammen. Ob auch die Schwanzlurche aus dieser Entwicklungslinie hervorgingen oder parallel aus den Lungenfischen entstanden, ist umstritten. Der Ursprung der Schleichenlurche ist danach noch unklarer.
Im Oberkarbon vor rund 300 Millionen Jahren waren Amphibien besonders formenreich und hatten eine „Blütezeit“ als dominierende Landwirbeltierklasse.
Systematik
Die rezenten etwa 5951 Amphibienarten (Stand: Mitte November 2005 – die Zahl ändert sich allerdings fast „täglich“ aufgrund von phylogenetischer Systematikforschung und auch wegen mancher Neuentdeckungen) werden alle zur Lissamphibia gezählt, denen zahlreiche, heute ausgestorbene (fossile) Amphibien der Unterklassen Labyrinthodontia und Lepospondyli gegenüberstehen. Zu nennen ist beispielsweise der bis zu etwa vier Meter lange Mastodonsaurus aus der Trias-Zeit, der zu den Labyrinthzähnern gehörte.
Heutige Amphibien werden in drei en mit 47 (48) n eingeteilt:
- Ordnung Schwanzlurche (Caudata oder Urodela), also Salamander und Molche (552 Arten = 9 % der Amphibien)
- Ordnung Froschlurche (Anura), z. B. Frösche, Kröten und Unken (5228 Arten = 88 %)
- Ordnung Schleichenlurche oder Blindwühlen (Gymnophiona) (171 Arten = 3 %).
-- Zur Übersicht der Systematik bis auf Familienebene siehe: Systematik der Amphibien. --
Verbreitung
Systematik der Amphibien
Amphibien kommen auf allen Kontinenten mit Ausnahme von Antarktika von den kalt-gemäßigten bis in die tropischen Zonen vor. Ihre Abhängigkeit von Süßwasser (in einigen Fällen wird auch Brackwasser toleriert) begrenzt ihren Lebensraum. Trockengebiete werden nur von wenigen Spezialisten wie beispielsweise den Amerikanischen Schaufelfußkröten bewohnt, deren Kaulquappen die kürzeste bekannte Entwicklungszeit aller Amphibienlarven haben. Auch kalte Hochgebirge sind kein geeigneter Lebensraum für die meisten Arten. Die Schleichenlurche (Blindwühlen) sind auf die Tropen Afrikas, Asiens und Amerikas beschränkt; Salamander und Molche sind mit einigen Ausnahmen vor allem holarktisch verbreitet, und Froschlurche kommen auf in fast allen Erdteilen und auf vielen Inseln vor. Die biogeografische Region der Holarktis ist vergleichsweise artenarm – die Nearktis Nordamerikas aber nicht so sehr wie die Paläarktis Eurasiens. Schwerpunkte der Artenvielfalt befinden sich vor allem in den subtropischen und tropischen Zonen, der Neotropis und Paläotropis.
Gefährdung
Paläotropis]
Lurche sind vor allem wegen ihrer durchlässigen Haut und wegen ihrer Eigenschaft als Bewohner von Biotopkomplexen (Gewässer und Landlebensräume) anfälliger als viele andere Tiergruppen gegenüber schädigenden Umwelteinflüssen und -veränderungen. Diese 360 Millionen Jahre alte , die unter anderem die Dinosaurier überlebt hat, wird daher als ein zuverlässiger Bioindikator für den Zustand der Ökosysteme der Erde angesehen.
Von den zur Zeit bekannten 5951 rezenten Amphibienarten gelten über 200 als in ihrem Gesamtbestand zurückgehend; mindestens 32 werden als bereits ausgestorben oder verschollen geführt (darunter die oben abgebildete Goldkröte). Andere Übersichten sehen etwa ein Drittel der Lurcharten weltweit als bedroht an. Als Ursachen dafür werden Chemikalien in der Umwelt (unter anderem Pestizide, Schwermetalle, Stickstoffdünger), die Zerstörung oder Fragmentierung der Habitate, Wildfänge sowie Parasiten und Pilz- oder Viruskrankheiten genannt. Diskutiert werden auch Effekte des globalen Klimawandels auf die Lebensräume sowie die Auswirkungen von UV-Strahlung, die aufgrund des Ozonlochs in vielen Regionen zunimmt. Eine neue US-amerikanische Studie zeigt einen signifikanten Zusammenhang zwischen hoher Amphibiensterblichkeit und dem weltweit meistverwendeten Unkrautvernichtungsmittel „RoundUp“ des Agrochemie- und Saatgut-Konzerns „Monsanto“ auf.
In Mitteleuropa gehören der hohe Kraftfahrzeugverkehr auf dem dichten Straßennetz und die Zerstörung oder Vergiftung der Lebensräume – Kleingewässer und umgebende Landhabitate wie Wälder, Wiesen, Auen und Moore – durch Landwirtschaft, Industrie sowie Siedlungs-, Straßen- und Wasserbau zu den größten Gefährdungsfaktoren. Ein zusätzliches, wenig bemerktes Problem ist, dass viele Amphibien in Dörfern und an Stadträndern in Kellerfenster-Lichtschächte, Außen-Kellertreppen, ungesicherte Brunnenschächte oder auch in Straßengullys geraten. In diesen unbeabsichtigten Fallen müssen die Tiere dann meist verhungern oder vertrocknen.
Arten in Deutschland
Deutschland ist mit dem Vorkommen von 21 autochthonen Taxa – 20 Arten und eine Hybride; das entspricht 0,35 % der Taxa weltweit – recht arm an Lurchen. Dabei handelt es sich im Einzelnen um sieben Schwanzlurch- und 14 Froschlurcharten bzw. -formen.
Schwanzlurche
Alpensalamander (Salamandra atra) -- Feuersalamander (Salamandra salamandra) -- Bergmolch (Triturus alpestris) -- Nördlicher Kammmolch (Triturus cristatus) -- Alpen-Kammmolch (Triturus carnifex) -- Fadenmolch (Triturus helveticus) -- Teichmolch (Triturus vulgaris).
Froschlurche
Rotbauchunke (Bombina bombina) -- Gelbbauchunke (Bombina variegata) -- Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) -- Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) -- Erdkröte (Bufo bufo) -- Kreuzkröte (Bufo calamita) -- Wechselkröte (Bufo viridis) -- Laubfrosch (Hyla arborea) -- Grasfrosch (Rana temporaria) -- Moorfrosch (Rana arvalis) -- Springfrosch (Rana dalmatina) -- Kleiner Wasserfrosch (Rana lessonae) -- Seefrosch (Rana ridibunda) -- Teichfrosch (Rana kl. esculenta; Hybride).
Nur drei Arten bzw. Formen gelten hier zur Zeit nicht als gefährdet (Teichmolch, Erdkröte, Teichfrosch), zwei stehen auf der so genannten „Vorwarnliste“ (Feuersalamander, Grasfrosch). Alle anderen werden auf der Roten Liste in den Kategorien 1 („vom Aussterben bedroht“), 2 („stark gefährdet“), 3 („gefährdet“), R („wegen Seltenheit potenziell bedroht“) oder G („Status unklar, aber Gefährdung ist anzunehmen“) geführt – das sind 76 % der Arten!
Als Neozoon konnte sich in jüngster Zeit an manchen Stellen, insbesondere in Südwestdeutschland, der Amerikanische Ochsenfrosch mit Populationen etablieren, deren Tiere aus künstlichen Aussetzungen stammen.
Sonstiges
- Amphibien dienen dem Menschen als Modellorganismen (Anschauungsbeispiele und Versuchstiere) für entwicklungsbiologische Lehre und Forschung. Besonders hervorzuheben sind dabei die Wasserfrösche und der Krallenfrosch (Xenopus laevis), der früher außerdem für Schwangerschaftstests eingesetzt wurde.
- In manchen Ländern werden größere Froscharten in regelrechten Farmen für den menschlichen Verzehr gezüchtet.
- Eine übersteigerte Angst vor Amphibien bzw. Froschlurchen wird als Batrachophobie bezeichnet.
Weblinks
- [http://www.amphibienratgeber.de.vu Amphibienratgeber]
- [http://www.globalamphibians.org/ Global Amphibian Assessment]
- [http://research.amnh.org/herpetology/amphibia/copyright.php?prompt=1 Online-Datenbank "Amphibian Species of the World 3.0"]
- [http://www.amphibiaweb.org/aw/index.html Amphibiaweb]
- [http://www.amphibienschutz.de/amphib/amphibien.htm Amphibien- und Reptilienschutz aktuell]
- [http://members.aol.com/lersowgunnar/Amphibien/Amphibienschutz.html Themenseite: Amphibien]
- [http://www.erdkroete.de/ Amphibien im Landkreis Bamberg]
- [http://www.schwanzlurche.de/ Bilderdatenbank: Molche und Salamander]
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ja:両生類
ko:양서류
ms:Amfibia
simple:Amphibian
Wikipedia:TaxoboxenACHTUNG: Die Taxobox-Vorlage hat sich geändert! Bitte hilf mit, alte Taxoboxen durch diese neue zu ersetzen. Bitte keine Taxoboxen nach der alten Vorlage mehr anlegen!
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Eine Taxobox ist in einem Artikel über ein Taxon (= eine systematisch erfasste und benannte Tier- oder Pflanzengruppe bzw. Tier- oder Pflanzenart) eine Tabelle mit Informationen zur systematischen Einordnung und Unterteilung. Taxoboxen sollten nur für rezente, nicht aber für ausgestorbene Arten angelegt werden. (Arten, die erst in historischer Zeit ausgestorben sind, bilden eine Ausnahme von dieser Regel).
Wenn Du mehr über die Gestaltung eines Tier- oder Pflanzenartikels wissen möchtest, solltest Du auch Wikipedia:WikiProjekt Lebewesen und Wikipedia:Leitlinien Biologie lesen.
Eine Möglichkeit, Taxoboxen zu erzeugen, ist der [http://vs.aka-online.de/taxoboxomat/ Taxoboxomat].
Übergeordnete Taxa
Es sollen stets die fünf übergeordneten Taxa genannt werden. Bei einer Art könnten dies also die Gattung, die Tribus, die Unterfamilie, die Familie und die Überfamilie sein. Wenn eines dieser Taxa fehlt, rückt statt dessen ein anderes nach. Wenn also zum Beispiel die Tribus fehlt, wird zusätzlich noch die Unterordnung genannt.
Untergeordnete Taxa
Untergeordnete Taxa können, müssen aber nicht in der Taxobox stehen. Wenn sie genannt werden, müssen alle untergeordneten Taxa erwähnt sein und nicht bloß eine Auswahl. Sind es mehr als zehn untergeordnete Taxa, werden sie nicht in der Taxobox, sondern nur im Fließtext genannt. Allgemein ersetzt die Aufführung in der Taxobox nicht die Erwähnung im Fließtext.
Schreibweise der Taxa
Wissenschaftliche Taxonnamen werden nur für Gattung und Art kursiv dargestellt. Der Name einer Gattung wird immer großgeschrieben, der Artname besteht immer aus zwei Bestandteilen: Dem Gattungsnamen, der auch durch (großgeschriebene) Initiale abgekürzt werden kann und dem Artepithet, das immer kleingeschrieben wird.
Wissenschaftlicher Name
Jede Taxobox hat einen Abschnitt "Wissenschaftlicher Name". Hier wird neben dem gültigen Namen der Autor (Erstbeschreiber) und das Jahr der Erstbeschreibung angegeben. Bei Pflanzen, Pilzen und Algen entfällt das Jahr der Erstbeschreibung.
Nähere Informationen hierzu findet man in den Leitlinien Biologie.
Keine Kommentare in der Taxobox
Alle Unklarheiten die Einordnung und Unterteilung betreffend sollen im Text stehen. Die Taxobox soll von Kommentaren freibleiben. Sie soll auch keine Synonyme, Basionyme und andere alternative Schreibweisen des wissenschaftlichen Namens enthalten.
Bild
Steht ein Bild zur Verfügung, wird es in die Taxobox integriert. In einer Taxobox steht nur ein Bild. Weitere Bilder können außerhalb der Taxobox in den Artikel eingebracht werden.
Unter dem Bild wird die Art mit eventuellen Besonderheiten (Weibchen, Winterfell, weiße Morphe etc.) genannt.
Weitere Informationen in der Taxobox
In der Taxobox unterbleiben alle Angaben, die nicht die Systematik betreffen. Angaben zu Größe, Gewicht, Verbreitung, Lebensweise, Bedrohungs- und Schutzstatus, Blütezeit etc. gehören in den Text und nicht in die Taxobox.
Schablone für Copy and Paste
Bitte ersetze alle in Großbuchstaben geschriebenen Wörter durch die Entsprechungen. Noch einfacher ist es, wenn Du die Tabelle aus einem Artikel rauskopierst, in der sie bereits halbwegs ähnlich vorhanden ist.
Taxon-Kategorien im MediaWiki-Namensraum
Dies ist eine Auflistung aller im MediaWiki-Namensraum angelegten Elemente zu den Taxoboxen sowie ihrer Entsprechungen. Diese Kürzel sollen in den Taxoboxen statt des Platzhalters "EINHEIT" eingesetzt werden.
Für die Kategorien „Klassifikation“, „Domäne“ sowie „Stammgruppe“ gibt es noch kein besonderes Element, hierfür wird bisher einfach Klassifikation, Domäne bzw. Stammgruppe in die Taxobox eingesetzt.
Beispielhaftes Aussehen einer Taxobox
Beispiel für eine Pflanzenart
Beispiel für eine Tierfamilie
Beispiel für einen Speisepilz
Siehe auch: Portal:Lebewesen/Artikel ohne Taxobox, Portal:Lebewesen/Artikel mit alter Taxobox
Taxoboxen
Taxoboxen
Kategorie:WikiProjekt Lebewesen
Larve
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Eine Larve (von lat. Lar, Plural: Lares (römische Schutzgottheiten) – bedeutet ursprünglich Maske, Gespenst) stellt in der Zoologie eine Zwischenform in der Entwicklung vom Ei zum Erwachsenenstadium dar, die bei Tieren auftritt, die eine Metamorphose durchlaufen.
Die bekanntesten Tiergruppen mit einem Larvenstadium sind die Insekten sowie die Amphibien. Die Larven von Froschlurchen werden dabei Kaulquappen genannt, bei Insekten heißen sie u. a. Maden oder Raupen; als Finnen bezeichnet man das Larvenstadium bei Bandwürmern.
Larven sehen völlig anders aus als das ausgewachsene Tier und haben oft auch eine ganz andere Lebensweise. So leben zum Beispiel die Larven von Stechmücken oder Libellen im Wasser, während das ausgewachsene Insekt (Imago), an Land lebt.
Nicht immer muss das Larvenstadium nur eine kurze Übergangsphase sein; es kann durchaus den größten Teil des Lebens eines Tieres ausmachen. So lebt der Maikäfer zwei bis fünf Jahre als Larve (Engerling), als ausgewachsener Käfer nur wenige Wochen. Noch extremer sieht es bei den Eintagsfliegen aus. Nach der Umwandlung zum Imago leben manche Arten nur noch wenige Stunden. Des Weiteren gibt es Arten, bei denen schon die Larven geschlechtsreif werden und nie die Verwandlung durchführen (so genannte Neotenie), zum Beispiel der mexikanische Axolotl-Molch.
Bild:Zophobas morio larva - top (aka).jpg|Larve des Großen Schwarzkäfers (Zophobas morio)
Bild:Anthrenus verbasci - larva side (aka).jpg|Larve des Wollkrautblütenkäfer (Anthrenus verbasci)
Kategorie:Metamorphose
simple:Larva
GliedmaßenAls Gliedmaße (lat. membrum) wird bei Menschen und Tieren ein durch Muskeln bewegter Körperanhang genannt, der aus mehreren Abschnitten (Gliedern) besteht.
Wirbeltiere
Bei Wirbeltieren werden die Gliedmaßen auch als Extremitäten bezeichnet. Man unterscheidet nach der Anbringung am Rumpf eine Vorder- oder Schultergliedmaße (beim Menschen obere Extremität, Arm; bei Tieren vordere Extremität) und eine Hinter- oder Beckengliedmaße (beim Menschen untere Extremität, Bein; bei Tieren hintere Extremität). Die Gliedmaßen dienen der Fortbewegung (Beine, Flügel, Flossen) oder als Greifwerkzeug (Arme).
Die Gliedmaßenabschnitte können vergleichend-anatomisch in verschiedene Abschnitte unterteilt werden:
- Gliedmaßengürtel (Cingulum membrorum, s.a. Zingulum), auch als Zonoskelett bezeichnet: Schultergürtel (Cingulum membri thoracici) bzw. Beckengürtel (Cingulum membri pelvini)
- Gliedmaßensäule mit:
- Gliedmaßenstiel (Stylopodium): Oberarm bzw. Oberschenkel
- Zygopodium: Unterarm bzw. Unterschenkel
- Gliedmaßenspitze (Autopodium) mit:
- Basipodium: Handwurzel bzw. Fußwurzel
- Metapodium: Mittelhand bzw. Mittelfuß
- Akropodium: Finger bzw. Zehen
Wirbellose
Bei niederen Tieren fungieren sie zum Teil auch als Sinnesorgan (Gliederantennen). Eine genaue Abgrenzung ihrer Funktion ist oft nicht möglich, etwa bei Tentakeln oder den Kiefern von Insekten. Die Gliederung der Füße war für den Stamm der Gliederfüßer (Arthropoda) namensgebend.
Kategorie:Anatomie
Kategorie:Anatomie (Wirbellose)
Schleichenlurche
Die Schleichenlurche (Gymnophiona) oder Blindwühlen bilden mit 171 Arten die kleinste Ordnung in der Klasse der Amphibien (Amphibia). Sie sind weder vollkommen blind, noch wühlen alle Arten im Boden.
Verbreitung
Schleichenlurche kommen in den Tropen und Subtropen Südostasiens, Afrikas sowie Mittel- und Südamerikas vor. Sie halten sich in der Regel in den oberen Boden- und Streuschichten von Wäldern auf und leben von Kleintieren, insbesondere Regenwürmern. Sie ziehen feuchte Gebiete, oft in der Nähe von Gewässern, vor. Schwimmwühlen, die sich ganz an das Leben im Wasser angepasst haben, kommen in langsam fließenden Flüssen wie dem Amazonas, Orinoko und in den kolumbianischen Flusssystemen vor. Sie ernähren sich von wasserlebenden Weichtieren und toten Fischen.
Aufgrund ihrer verborgenen Lebensweise sind die Schleichenlurche eine wenig bekannte Amphibiengruppe. Zoologen gehen davon aus, dass noch nicht alle Arten beschrieben sind.
Morphologie
Schleichenlurchen besitzen keine Gliedmaßen, auch der Schwanz ist stark reduziert. Kleine Schleichenlurche (um 10 Zentimeter Länge) können leicht mit Würmern verwechselt werden, große Arten (etwa 1 bis 1,5 Meter Länge) erscheinen schlangenartig.
Die Haut der Schleichenlurche ist glatt und oft mattdunkel gefärbt. Manche Arten haben farbige Streifen oder Flecken an den Seiten. Früher wurden sie aufgrund in der Haut eingelagerter Kalkschuppen und wegen der zusammengewachsenen Schädelknochen als mit den ausgestorbenen Panzerlurchen verwandt angesehen; heute werden diese Eigenschaften aber als sekundäre Anpassungen interpretiert.
Der alternative Name, Blindwühlen, ist von den oft zurückgebildeten und von einer Haut abgedeckten Augen abgeleitet, die daher nur einfache hell-dunkel Kontraste sehen können. Die Wahrnehmung geschieht durch Riechen und zwei zwischen Nase und Augen liegende Fühler. Die Atmung findet durch den rechten Lungenflügel statt, der linke ist in der Regel zurückgebildet. Auch über die Haut und die Mundschleimhaut wird geatmet, insbesondere natürlich bei der einzigen lungenlosen Blindwühlenart Atretochoana eiselti.
Fortpflanzung und Entwicklung
Die Besamung findet im Körperinneren des Weibchens statt. Das Männchen besitzt ein aus der Kloake ausfahrbares Begattungsorgan zur Spermienübertragung, das so genannte Phallodeum.
Es gibt eierlegende Arten, aber etwa 75% der Arten sind lebendgebärend. Die Jungtiere schlüpfen im Mutterleib und werden im Eileiter ernährt, bevor sie geboren werden. Die eierlegenden Arten legen die Eier in Erdhöhlen an Land ab, bei einigen Arten ist Brutpflege bekannt. Die Jungtiere leben amphibisch - zur nächtlichen Jagd sind sie im Wasser, am Tage halten sie sich vergraben im Uferbereich auf. Das Larvenstadium wird im Ei oder im Mutterleib durchlaufen; es gibt keine freischwimmenden Larven.
Systematik
Die Schleichenlurche werden in 5 Familien eingeteilt und manchmal nach ihrem Entwicklungsstand gruppiert:
- Primitive Schleichenlurche
- Nasenwühlen (Rhinatrematidae)
- Fischwühlen (Ichthyophiidae)
- Höher entwickelte Schleichenlurche
- Uraeotyphlidae
- Hochentwickelte Schleichenlurche
- Grabwühlen (Scolecomorphidae)
- Erdwühlen (Caeciliidae)
Allerdings spiegelt diese Einteilung nicht die vermutlichen stammesgeschichtlichen Verwandtschaftsverhältnisse wieder. Auch die Begriffe "primitiv" und "hochentwickelt" sind nach heutigem evolutionären Denken unangebracht und daher als reine Namen zu verstehen. Die genaue Anzahl der Gattungen und Arten innerhalb der einzelnen Familien schwankt je nach Autorität, insbesondere, weil viele Arten nur durch ein einziges Belegexemplar beschrieben sind. Die Familie der Erdwühlen (Caeciliidae) enthält jedoch in jeder Systematik etwa zwei Drittel aller Schleichenlurche.
Literatur
- Werner Himstedt, Die Blindwühlen, ISBN 3894324341
- Daniel Hofer, Blindwühlen im Freiland und in Gefangenschaft", HERPETOZOA, Berichte der österreichischen Gesellschaft für Herpetologie, Band 11, Heft 1/2, ISSN 1013-4425
Kategorie:Amphibien
nb:Ormepadde
Schädel
Als Schädel (lateinisch cranium) wird der knöcherne Anteil des Kopfes bezeichnet.
Allgemeines
Der Schädel ist ein generelles Merkmal aller Wirbeltiere. Analoge Entwicklungen gibt es bei Gliederfüßern, z.B. Insekten und Krebsen, bei denen das Oberschlundganglion durch das Außenskelett geschützt ist. Noch ähnlicher ist die Parallelentwicklung bei Cephalopoden ("Tintenfischen"). Diese Weichtiere haben eine Knorpelkapsel, die das Gehirn schützt, und funktionell dem Hirnschädel vergleichbar ist.
Entwicklung
WeichtiereDie den Schädel betreffenden Unterschiede zwischen Menschen und Menschenaffen beruhen hauptsächlich auf der Tatsache der vollständigen Aufrichtung des menschlichen Körpers und den aufrechten Gang. Der Kopf balanciert nun auf der Wirbelsäule, sodass die Nackenmuskulatur beim Menschen nicht mehr so kräftig ist und dementsprechend die Schädelknochen dünnwandiger sind. Andererseits ist der Gesichtsschädel des Menschen kleiner, ist die Kieferpartie zurückgebildet und der Hirnschädel weiter, um dem größeren Gehirn Platz zu bieten.
Bei neugeborenen Menschen sind die Teile des Hirnschädels noch nicht vollständig verknöchert und verwachsen. Zwischen den einzelnen Schädelplatten befinden sich Knochenlücken, die Fontanellen. Im Lauf der ersten Lebensjahre schließen sich die Fontanellen und der Hirnschädel verknöchert vollständig. An den Schädelnähten (Suturen) sind auch beim Schädel eines Erwachsenen noch die einzelnen Plattenknochen des Hirnschädels zu identifizieren, wobei die Naht zwischen beiden Stirnknochenanteilen sich üblicherweise bis zum 2. Lebensjahr schließt. Schließen sich eine oder mehrere Schädelnähte vorzeitig, so spricht man von einer Craniosynostose (siehe auch "Kraniosynostose").
Beim Neugeborenen beträgt das Verhältnis von Hirnschädel zu Gesichtsschädel noch 8:1, beim Fünfjährigen Kind 4:1, beim Erwachsenen 2:1.
Die Knochen des Schädels
Beim Menschen besteht er aus 22–30 miteinander über Knochennähte verbundenen Knochen. Die unterschiedlichen Angaben beruhen darauf, dass sich einerseits das Stirnbein wohl aus zwei Knochenanlagen bildet, aber sich nach dem Wachstumsabschluss meist als einheitlicher Knochen zeigt, andererseits das Zungenbein und die Gehörknöchelchen nur fallweise zu den Schädelknochen gezählt werden. Anatomisch unterscheidet man somit den
# Hirnschädel (lat. Neurocranium), der eine stabile Hülle um das Gehirn bildet, vom
#Gesichtsschädel (lat. Viscerocranium), der die Grundlage für das Gesicht bildet. Als Adjektiv wird für Teile des Gesichtsschädels auch kraniofacial (Facies=Gesicht) verwendet.
Die Knochen des Hirnschädels
Gesicht
Morphologisch wird der Hirnschädel in das Schädeldach (Calvaria, Schädelkalotte) und die Schädelbasis unterteilt. Er wird gebildet durch
#das unpaarige Hinterhauptsbein (lat. Os occipitale)
#das paarige Scheitelbein (lat. Os parietale)
#das paarige Schläfenbein (lat. Os temporale)
#das paarige Keilbein (lat. Os sphenoidale)
#das unpaarige Siebbein (lat. Os ethmoidale)
#einen Teil des Stirnbeins (lat. Os frontale)
Von manchen Autoren wird das ganze Stirnbein dem Hirnschädel zugeordnet.
Der Hirnschädel ist durch die Kopfgelenke mit der Halswirbelsäule verbunden.
Die Knochen des Gesichtsschädels
Zum Gesichtsschädel gehören u.a. jene Knochen, die die Augen- und Nasenhöhlen und die Mundhöhle bilden. Im Einzelnen sind das:
#jene Teile des Stirnbeins, die die Augenhöhle mitbilden
#das paarige Jochbein (lat. Os zygomaticum)
#den Oberkiefer (lat. Maxilla), in Wirklichkeit ein paariger Knochen
#das paarige Zwischenkieferbein (lat. Os incisivum), das beim Menschen schon vor der Geburt mit dem Oberkiefer verschmilzt
#den unpaarigen Unterkiefer (lat. Mandibula)
#das paarige Nasenbein (lat. Os nasale)
#das paarige Tränenbein (lat. Os lacrimale)
#das paarige Gaumenbein (lat. Os palatinum)
#das unpaarige Pflugscharbein (lat. der Vomer)
#das unpaarige Zungenbein (lat. Os hyoideum)
#die Gehörknöchelchen
Schädelnachahmungen
Nicht nur natürliche Totenschädel sondern auch ihre künstlichen Modelle aus verschiedenen Materialen spielen in Kunstgeschichte, Riten und Anatomie eine Rolle. Siehe auch Kristallschädel.
Frankfurter Horizontale
Die Frankfurter Horizontale ist eine Bezugsebene für Schädelvermessungen. Sie liegt zwischen dem untersten Punkt des Augenhöhlenrandes und dem obersten Punkt des äußeren Gehörganges. Solche Schädelvermessungen sind z.B. bei kieferorthopädischen oder zahnärztlichen Maßnahmen notwendig.
Der Name stammt von einem Kongress in Frankfurt, wo sie 1982 definiert wurde.
Weblinks
- [http://www.medizin.de/gesundheit/deutsch/966.htm Schädelbasischirurgie]
Kategorie:Knochen
ja:頭蓋骨
simple:Cranium
Rippen
Das Verb rippen leitet sich von der Abkürzung RIP für Raster Image Processor ab und bezeichnet ursprünglich das Rastern von Druckbildern.
Im heutigen Computerjargon bezeichnet es das Kopieren von Musik oder Filmen von einer Datenquelle auf die Festplatte eines Computers. In dieser Bedeutung stammt das Verb vom englischen to rip.
Datenquellen können analoge Aufnahmen, CDs oder DVDs sein oder Datenströme aus dem Internet, beispielsweise von Onlineradios. Beim Rippen werden häufig Datenformate konvertiert und der Kopierschutz entfernt. Nach dem Rippen lassen sich die Daten meist beliebig vervielfältigen.
Das zugehörige Programm nennt sich Ripper. CDex und EAC (Exact Audio Copy) für Windows und GRIP für Linux sind populäre Beispiele für CD-Ripper. Auch viele Audio-Player wie Winamp, iTunes oder Windows Media Player können CDs rippen. Der No23 Recorder ermöglicht zudem das Aufnehmen von Audio-Streams. Ein entsprechendes Programm
für Internet Radiostreams ist der Streamripper.
Weblinks
- [http://www.askos.de/privat/ripp.htm Hinweise Kassettenrippen unter Windows]
Kategorie:Kopierschutz
Kategorie:Drucktechnik
ja:リッピング
DrüseAls Drüse (lat. glandula) wird in der Anatomie ein Organ bezeichnet, das eine besondere Substanz bildet und diese als Sekret nach außen, oder als Hormon direkt in die Blutbahn absondert.
Drüsen können nach unterschiedlichen Gesichtspunkten eingeteilt werden (siehe Weblink). Obige Definition setzt das Vorhandensein eines Ausführungsganges als Unterscheidungskriterium voraus. Über diesen wird das Sekret an die Oberfläche der Haut oder einer Schleimhaut geführt. Diese Drüsen werden somit als exokrine Drüsen bezeichnet. Die Entstehung des Ausführungsganges erklärt sich aus der Tatsache, dass diese Drüsen in ihrer embryonalen Entstehungsgeschichte von der Oberfläche des Epithels in die Tiefe verlagert wurden und sich dort zu Organen mit den für diese typischen spezialisierten Epithelzellen differenziert haben, dabei aber mit der ursprünglichen Epitheloberfläche in Verbindung blieben.
Exokrine Drüsen
Man unterscheidet Exokrine Drüsen nach der Art ihrer Sekretabgabe:
Ekkrine Drüsen (Zellen bleiben nach der Sekretion intakt):
seröse Drüsen produzieren ein dünnflüssiges, enzymhaltiges Sekret
- Parotis (Ohrspeicheldrüse)
- Pankreas (Bauchspeicheldrüse)
- Brunner'sche Drüse (12-Finger Darm)
muköse Drüsen produzieren zähflüssiges,schleimiges Sekret
- Drüse am Gebärmutterhals
- Drüsen im Rachenraum und an der Zungenwurzel
- Cowper'sche Drüse (an der männl. Harnröhre)
gemischte Drüsen produzieren je nach Bedarf seröse od. muköse Ausscheidungen
- Becherzellen der Atemwege
- Unterkiefer-und Unterzungenspeicheldrüse
Apokrine Drüsen (ein Großteil der Drüsenzellen wird als Sekret abgestoßen):
- Duftdrüsen (Achselhöhle)
- Milchdrüsen der weibl. Brust
Holokrine Drüsen (Zellen gehen bei der Sekretion zugrunde sodass der Zellleib selbst als Sekret übergeht; ständige Neubildung ist notwendig)
- Talgdrüse
Endokrine Drüsen
Im Gegensatz dazu werden Drüsen ohne Ausführungsgang als Hormondrüsen oder endokrine Drüsen bezeichnet. Diese geben ihre Wirkstoffe (Hormone) direkt ins Blut ab. Die Gesamtheit dieser Drüsen wird als Endokrines System bezeichnet.
Siehe auch
- Drüsenfieber
Weblinks
- [http://www.uni-mainz.de/FB/Medizin/Anatomie/workshop/EM/EMDruesen.html Alle Einteilungsmöglichkeiten und Verweise auf die einzelnen Drüsen (Uni Mainz)]
Kategorie:Anatomie
PigmentUnter Pigmenten (lat. pigmentum, Malfarbe) versteht man Farbmittel, die (im Gegensatz zu den Farbstoffen) im Anwendungsmedium (Bindemittel, Verdünnungsmittel) nicht löslich sind und deshalb in der farbigen Endanwendung als fein verteilte Feststoffe (Pigmentteilchen) vorliegen. Ihr Farbeindruck entsteht entweder durch Absorption oder Reflexion (Remission) bestimmter Frequenzanteile des sichtbaren Lichts.
Speziell spricht man von Pigmenten
- in der Biologie als Farbträger so gut wie aller pflanzlichen oder tierischen Zellen und Oberflächenbildungen wie Haaren oder Federn. Ein Pigmentmangel führt bei Tieren und Menschen zum Albinismus.
Technische Verwendung finden Pigmente
- in Lacken und Anstrichfarben (Autolacke, Gebäudeanstriche, etc.)
- in Druckfarben (z.B. im Drei- oder Vierfarbendruck auf Papier)
- bei der Einfärbung von Kunststoffen
- in Künstlerfarben und Buntstiften
- beim Drucken auf Textilien
- in Spezialanwendungen wie Kosmetik, Kerzen, etc.
Pigmente werden gemischt oder als Primärpigmente verwendet
- durch räumliche Nähe wirken primäre Pigmente intensiver (Eugène Chevreul, Simultankontrast)
Es gibt keine allgemeingültige Nomenklatur der Pigmente. Infolge der langen Entwicklung der Anwendungs- und Herstellungstechniken besitzt beinahe jedes Pigment eine Reihe so genannter Beinamen. Gebräuchliche Namen werden oft erst durch Hinzufügung von naturwissenschaftlichen, zumeist aus der Chemie stammenden Begriffen eindeutiger definierbar.
Da verschiedene Pigmente gemeinsame Eigenschaften aufweisen, lassen sie sich zu Gruppen zusammenfassen. Je nach Fachrichtung (Chemie, Maltechnik) fällt eine solche Einteilung unterschiedlich aus.
Anorganische Pigmente
Bei den anorganischen Pigmenten (Mineralfarben) unterscheidet man natürliche und künstliche Mineralfarben.
Zur erstgenannten Gruppe gehören Erden und Mineralien (Erdfarben), die zur Anwendung keiner oder nur einer mechanischen Aufbereitung bedürfen. Künstliche anorganische Pigmente sind Produkte unterschiedlicher Herstellungsverfahren.
Die meisten anorganischen Pigmente zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit dem Sauerstoff der Luft nicht chemisch reagieren, daher äußerst resistent gegen Alterung sind und ihre Farbe praktisch beliebig lange beibehalten (wobei diese jedoch durch Alterung eines organischen Malmittels, wie etwa Öl, mit der Zeit überdeckt werden kann). Zudem sind sie meist hitzebeständig, sodass z.B. bei der Porzellanmalerei nur anorganische Pigmente zum Einsatz kommen können -- organische Pigmente würden beim Brennen zerstört. Anorganische Pigmente zeichnen sich gegenüber den organischen durch geringere Vielfalt aus. Darüber hinaus sind sie häufig gesundheitlich bedenklich, soweit es sich um Schwermetallverbindungen handelt (v.a. Chrom-, Blei- und Cadmiumpigmente).
Nicht in jeden Fall lässt sich am Material feststellen, ob es natürlicher oder künstlicher Herkunft ist. Das gilt beispielsweise für bestimmte eisenoxidhaltige Farbschichten der prähistorischer Malerei. Das darin nachweisbare rote Pigment könnte aus natürlichem Vorkommen stammen oder gezielt aus gelbem Ocker am Lagerfeuer erzeugt worden sein. Ähnliche Schwierigkeiten ergeben sich bei der Nennung von Zinnober. Der Name des Pigments Zinnober (Quecksilbersulfid) sagt nicht darüber aus, ob es natürlichen Ursprungs ist oder hergestellt wurde. Hinzu kommt, dass der Name Zinnober im Altertum auch ein Synonym für rot war oder gleichbedeutend für Minium (Mennige, Blei(II)/(IV)-Oxid) steht. Deshalb entbehrt eine in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreitete Untergliederung der anorganischen Pigmente in natürliche und künstliche die allgemeine Gültigkeit.
Organische Pigmente
Organische Pigmente kommen in der Natur vor (Tier- oder Pflanzenfarben) und lassen sich mit einfachen Mitteln produzieren, so beispielsweise das Rebschwarz. Andere erfordern aufwendigere Gewinnungsmethoden. Manche haben ihre Bedeutung verloren, wie das einst aus dem Urin von Kühen hergestellte Indisch Gelb.
Zur Gruppe der künstlich organischen Pigmente zählen auch Farblacke. Dabei handelt es sich um Produkte aus löslichen Farbstoffen (Färbemitteln), die auf Substrate fixiert wurden. Für dieses chemo-technische Verfahren (Verlackung) wurden verschiedene Methoden entwickelt. Es besteht eine Analogie zwischen der Fixierung eines Farbstoffes an eine Textilfaser. Substratfarben bestehen also aus einer farbtongebenden Komponente und einem mehr oder weniger farblosen Pigment, dem Substrat. Beide Komponenten werden in einem Umwandlungsprozess wasser- und bindemittelunlöslich aneinander gebunden.
Andere synthetisch-organische Farbstoffe erfüllen die für Pigmente unabdingbare Eigenschaft der Unlöslichkeit, wie z. B. die (Teerfarbstoffe) Permanentgelb oder Heliogenblau. Im Handel erhältliche Pigmente dieser Art sind oft verschnitten, mit Substraten gestreckt.
Auch unter den organischen Pigmenten und Farbstoffen finden sich Verbindungen und Verbindungklassen, die gesundheitlich bedenklich oder gefährlich sind, z.B. die Azofarben.
Geschichte
Belege für die Verwendung von Erdfarben reichen bis weit in die Prähistorie zurück. In der Fels- und Höhlenmalerei sind Erdfarben nachgewiesen. Es ist davon auszugehen, dass sie seit der Frühzeit der Menschheit auch der Körperbemalung dienten. Ockergelbe, weiße und rostrote bis braune Farbtonabstufungen sind als natürliche Vorkommen häufiger anzutreffen. Seltener kommen grünliche Erden vor, ebenso rar sind als Pigment geeignete schwarze Mineralien. Dennoch konnte der prähistorischen Maler seine Farbpalette leicht mit schwarzer Holz- oder Knochenkohle erweitern.
Solche aus dem Lagerfeuer hervorgehenden Produkte können bereits den künstlichen Farbstoffen zugeordnet werden. Das gilt auch für ziegelrot gebrannten Ocker. Er und ebenso Holzkohle können allerdings auch durch natürliche Feuer entstehen. Unter solchen Umständen macht die in maltechnischer Tradition stehende schematischen Gruppierung in natürliche und künstliche Pigmente unter geschichtlichen Aspekten wenig Sinn.
Die Geschichte der Herstellung und Verwendung von Pigmenten ist deshalb im einzelnen zu betrachten. Erschwerend ist dabei die Bestimmung der Pigmente anhand überlieferter Namen.
Liste der Pigmente
hier sollte eine Aufstellung der einzelnen Pigmente stehen, gegliedert nach Namen, Beinamen, anorg./org., chem. Zusammensetzung, Herkunft/Herstellung, u.a.
Violett
- Ultramarinviolett (blauviolett, ein erhitztes Ultramarinblau)
Blau
- Ägyptisch Blau
- Thénards Blau / Kobaltblau
- Ultramarinblau
Grün
- Schweinfurter Grün
- Chromgrün
Gelb
- Schüttgelb
- Baryt Gelb
- Cadmiumgelb
- Eisenoxidgelb
- Auripigment
Orange
- Cadmiumorange
- Bleichromate/-molybdate
Rot
- Cadmiumrot
- Eisenoxidrot
Weiß
- Marienglas
- Lithopone
- Titanweiß
- Permanentweiß
Schwarz
- Ruß
- Eisenoxidschwarz
Weblinks
- [http://www.emrath.de/ordnen.htm Differenzierung von Farbmitteln]
- [http://www.emrath.de/pigmente.htm Alte Pigmente vor ca. 1780]
- [http://www.emrath.de/pigments.htm Neue Pigmente nach ca. 1780]
- [http://www.emrath.de/pigment.htm Nichtbunte Pigmente]
- [http://www.seilnacht.com/Lexikon/FLexikon.htm Lexikon der Pigmente und Farbstoffe von Thomas Seilnacht]
- [http://www.digitalefolien.de/biologie/pflanzen/faerbe/faerbe.html Lexikon der Färbepflanzen]
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Siehe auch: Melanin, Hämoglobin, Chlorophyll, Flavonoide, Carotinoide, Glasläufer
Kategorie:Chemikaliengruppe
Kategorie:Malerei
!Pigmente
Kategorie:Farbe
ja:顔料
Kiemen
Die Kieme (meist. Plural; v. mittelhochdeutsch: kimme Einschnitt, Kerbe) ist das Organ, welches die Wasseratmung vermittelt und so bei Wassertieren dem Blut den im Wasser gelösten Sauerstoff zuführt.
Sie sind daher im Wesentlichen mit einer sehr dünnen und durchlässigen Haut bekleidet und lassen in ihrem Inneren das Blut entweder in besonderen Adern oder in Lücken zirkulieren, so dass es dem Wasser möglichst nahe gebracht wird. Meist liegen die Kiemen frei, können jedoch gewöhnlich unter die Haut zurückgezogen werden oder sind in besonderen Höhlungen geschützt untergebracht. Um dem Wasser auf kleinem Raum eine große Fläche zu bieten, sind sie kamm-, blatt-, büschel- oder baumförmig.
Kiemen finden sich bei sehr vielen Wasser- und auch bei einigen in feuchter Luft lebenden Landtieren, also bei Schnecken (Ausnahme: Lungenschnecken), Muscheln und anderen Weichtieren, bei diversen "Würmern", bei Krebsen etc., ferner ganz allgemein bei den Fischen und bei den Larven (und einigen Erwachsenen) der Amphibien.
Die durch Tracheen atmenden Insekten sind nur ausnahmsweise mit Kiemen (teils ohne, teils in Verbindung mit Tracheen) ausgestattet. Hier sind es vor allem die wasserlebenden Larven der Libellen, Eintagsfliegen, Steinfliegen, Schlammfliegen und einiger Zweiflügler.
Meist ersticken die durch Kiemen atmenden Tiere sehr rasch außerhalb des Wassers, weil die Kiemenblättchen leicht eintrocknen, aber auch im Wasser, sobald der Sauerstoff desselben verbraucht ist.
Manche Fische und Krebse sind durch besondere Vorkehrungen (welche zum Beispiel das Atemwasser von neuem mit Sauerstoff versorgen) zu längerem Aufenthalt außerhalb des Wassers befähigt.
Kategorie:Zootomie
Kategorie:Atmungsapparat
ja:えら
simple:Gill
Lunge
Die Lunge (lat. Pulmo, -onis m.) ist ein paariges Körperorgan, das der Atmung dient. Echte Lungen kommen bei fast allen luftatmenden Wirbeltieren einschließlich des Menschen vor.
Sie entstehen embryonal als Ausstülpung des Vorderdarms. Die Amphibien (Amphibia) besitzen die einfachsten Lungen. Sie sind bei ihnen sackförmig und glattwandig oder nur schwach gekammert. Viel stärker gekammert sind sie bei den Kriechtieren (Reptilien).
Bei Vögeln sind sie relativ klein, aber wegen der zusätzlich vorhandenen Luftsäcke auch viel komplizierter gebaut.
Die Lungen der Säugetiere ähneln denen der Kriechtiere.
Beim Menschen bestehen sie aus zwei Lungenflügeln, die links in zwei und rechts in drei Lungenlappen unterteilt sind. Die Lunge besitzt keine Muskulatur. Die Luft wird stattdessen durch die Rippen- und Zwerchfellmuskulatur eingesogen.
Aufbau der Lunge bei Säugetieren
Beide Lungen der Säugetiere, auch als Lungenflügel bezeichnet, sind beweglich im Brustraum (Thorax) eingebettet. Mehr oder weniger tiefe Einschnitte teilen die Lunge in Lungenlappen (Lobi). Die Oberfläche der Lungen ist von einer glatten Auskleidung (Serosa) überzogen, die in der Brusthöhle als Brustfell (Pleura) bezeichnet wird. Zwischen dem Brustfellüberzug der Lunge und der Brustfellauskleidung der Brusthöhle liegt ein Spaltraum, in dem ein Unterdruck herrscht. Er ist für die Atmung von großer Bedeutung. Bei einer Verletzung des Brustkorbs bricht dieser Unterdruck zusammen und die Lunge kollabiert (Pneumothorax).
Aufbau der menschlichen Lunge
Die menschlichen Lungen bestehen aus einer rechten Lunge (rechtem Lungenflügel, Pulmo dexter) und einer linken Lunge (linkem Lungenflügel, Pulmo sinister). Jeder Lungenflügel wird durch Furchen in sogenannte Lungenlappen unterteilt. Der rechte Lungenflügel teilt sich dabei in 3 Lappen auf (Lobus superior, Lobus medialis, Lobus inferior). Der linke Lungenflügel teilt sich in lediglich 2 Lappen (Lobus superior et inferior). Die Lungenlappen wiederum werden in 9/10 Segmente unterteilt. Die Bezeichnung erfolgt hier entsprechend der Zuordnung zum versorgenden Bronchialast.
10 Segmente finden sich in der rechten Lunge. Im linken Flügel fehlt das 7. Segment und gibt somit dem Herzen Raum. Sie liegen in der Brusthöhle (Cavitas thoracis). Oben überragt die Lungenspitze (Apex pulmonis) um etwa 3-4 cm das Schlüsselbein (Clavicula), unten liegt die Lunge dem Zwerchfell (Diaphragma) auf, dessen Lage sehr variabel ist und vorrangig von der Atemstellung und der Körperlage (im Liegen höher als im Sitzen) abhängt. Grob kann man sagen, dass in der Atemruhestellung die Lungenränder auf der Bauchseite (ventral) in Höhe der 6. Rippe, seitlich (auf der Subaxillar-Linie) in Höhe der 8. Rippe und auf der Rückenseite (dorsal) in Höhe der 10. Rippe zu liegen kommen. Dieser Unterschied angesichts der zu beobachtenden Körperseite ergibt sich aus dem Bogen, den die Rippen bilden.
Die linke Lunge ist allgemein kleiner, weil ihr das Herz zum Gutteil aufliegt. Dadurch und bedingt durch die Aufspaltung der Luftröhre in die Hauptbronchien (Bifurcatio tracheae), sodass der linke Luftröhren-Bronchien-Winkel kleiner ist als der rechte, wird die rechte Lunge in der Regel besser belüftet.
Feinbau
Das Innere der Lunge ist durch ein luftführendes System von Röhren (Bronchien) gekennzeichnet, die in blind endenden Säckchen, den Lungenbläschen (Alveolen) enden. In seiner Gesamtheit wird es als Bronchialsystem (Bronchialbaum) bezeichnet (siehe dort). Zudem gibt es dazwischen Bindegewebe und die Aufzweigungen der Lungenarterien und -venen.
Atmung
Das Atmen beginnt bei der Einatmung (Inspiration) in der Regel mit der Interkostalmuskulatur bzw. dem Zwerchfell. Bei der Brustatmung kontrahieren sich die Musculi intercostales externi (äußere Zwischenrippenmuskeln). Dabei wird der Brustkorb angehoben und erweitert, wodurch die Lunge, die, selbst ausgekleidet mit der Pleura visceralis (oder pulmonalis), über den Pleuraspalt (Cavitas pleuralis) mit der Pleura parietalis des Bruskorbs in Verbindung steht, mitgedehnt wird. Dadurch sinkt der Druck in der Lunge. Nach der Druck-Volumen-Beziehung (Boyle-Mariottesches Gesetz) muss aber nun bei Änderungen des Drucks - sofern die Nasenlöcher bzw. der Mund offen sind und mit der Außenwelt in Verbindung stehen - das Volumen isoton (d.h. bei gleichem Druck) zunehmen. Die Lunge füllt sich, die Inspiration ist beendet.
Bei der Zwerchfellatmung senkt sich das Zwerchfell lediglich durch Kontraktion (das Zwerchfell besteht aus Muskulatur) und bewirkt somit eine Dehnung der Lungenflügel nach unten.
Die Ausatmung (Exspiration) geht zumeist passiv vonstatten, denn nach der Inspiration ist die Lunge samt Brustkorb so weit gedehnt, dass darin elastische Verformungsarbeit gespeichert ist (ähnlich einer Feder, die zunächst gespannt und dann losgelassen wird), die der Lunge die "verbrauchte" Luft austreibt. Erfolgt die Exspiration mit Gewalt, so spricht man von forcierter Exspiration. Dabei kontrahieren sich zunächst die Mm. intercostales interni, es können aber auch diverse andere Atemhilfsmuskeln zum Zuge kommen.
Siehe auch: Lungenvolumen
Vogellunge
Im Gegensatz zur Säugetierlunge sind die Lungen der Vögel unbeweglich in den Brustraum eingebaut. Sie liegen dorsal einer Bindegewebsmembran (Septum horizontale). Das Brustfell wird zwar embryonal angelegt, bildet sich aber wieder zurück. Die Vogellunge ist nicht gelappt und vollzieht während der Atmung keine Volumenänderungen.
An der Gabelung der Luftröhre (Trachea) teilt sich das luftleitende System in die beiden Stammbronchen. Hier liegt auch das Stimmorgan der Vögel, die Syrinx. Von den Stammbronchen gehen 4 Gruppen von Sekundärbronchien (medioventrale, mediodorsale, lateroventrale und laterodorsale). Die weiteren Aufzweigungen der laterodorsalen Bronchien bezeichnet man als Neopulmo.
Von den Sekundärbronchien gehen Parabronchien (Lungenpfeifen) aus. Sie sind 0,5-2 mm dick. In ihrer Wand gibt es kleine trichterförmige Öffnungen, die in die Luftkapillaren (Pneumocapillares) führen. Die Luftkapillaren bilden ein Netzwerk meist untereinander kommunizierender Röhren und sind das eigentliche Austauschgewebe, um das dichte Blutkapillarnetze ausgebildet sind. Im Gegensatz zu den Säugetieren handelt es sich nicht um ein blind endenes System, sondern um ein offenes Röhrensystem. Nach Durchströmen der Lunge gelangt die Luft in die Luftsäcke, die wie Blasebälge für die Ventilation, also den Luftstrom sorgen.
Siehe auch
- Kieme
- Eiserne Lunge
- Pneumonologie
- Staublunge
- Atelektase
- Lungenkrebs
- Bronchialkarzinom
- Lunge (Lebensmittel)
Weblinks
- http://www.m-ww.de/krankheiten/atemwegserkrankungen/anatomie_lunge.html
- [http://www.ucsusa.org/animation/toxicair_lung.swf How poor air quality affects the respiratory system (engl.)] Hervorragende Flash-animierte Seite der [http://www.ucsusa.org/ Union of Concerned Scientists] zur Zerstörung der Lunge durch Ozon und Feinstaub
Kategorie:Atmungsapparat
ja:肺
ms:Paru-paru
HautatmungDie Hautatmung ist eine Form der äußeren Atmung und ist durch den Austausch von Atemgasen durch die Haut gekennzeichnet. Der Anteil am gesamten Sauerstoffaustausch ist bei den einzelnen Lebewesen unterschiedlich, beim Menschen beträgt sie circa ein Prozent der Lungenatmung.
Die Diffusion der Atemgase (Sauerstoff, Kohlendioxid) durch die den Körper umgebende Membran ist bei Mikroorganismen zur Versorgung ausreichend, da alle Teile des Organismus nah genug an der Körperoberfläche liegen, um eine hinreichende Versorgung zu gewährleisten. Bei Insekten kamen im Rahmen der Evolution die Tracheen dazu, ins Körperinnere führende kleine Röhren, durch die die Körperoberfläche zum einen vergrößert wird und der Gasaustausch weiterhin in der Nähe der zu versorgenden inneren Organe stattfindet.
Bei größeren Lebewesen ist diese direkte Methode der direkten Diffusion nicht mehr ausreichend, um den Gasaustausch aufrecht zu erhalten, hier entwickelten sich im Zuge der Evolution Kiemen und Lunge. Über diese zentralen Organe mit einer extrem vergrößerten Oberfläche findet der Gasaustausch zu einem Transportmedium (Blut) statt, welches dann die inneren Organe versorgt.
Trotzdem findet auch bei diesen Lebewesen in unterschiedlichem Umfang noch direkte Hautatmung statt, die jedoch für die Lebensfunktionen im Normalfall nicht wesentlich ist. Bei Erkrankungen kann diese aber noch -zumindest lokal- entsprechend kompensatorisch darauf reagieren. So ist zum Beispiel beim Raucherbein die Hautatmung messbar erhöht, da der Organismus die Unterversorgung über das Blut dadurch auszugleichen versucht. Dies kann beispielsweise zu Diagnosezwecken genutzt werden.
Kleine Deckelchen verschließen diese Lungenaus/eingänge
Siehe auch: Gasaustausch
Weblinks
[http://www.zum.de/Faecher/Materialien/hupfeld/Oekologie/sauerstoff-faktor-atmung.htm Übersicht der Atmungsentwicklung]
Kategorie:Zoologie
Kategorie:Physiologie
Herz
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Das Herz (lateinisch-anatomisch das Cor, griechisch καρδιά (die Kardia oder latinisiert Cardia), je mit Betonung auf dem i im Gegensatz zum Griechischen) ist ein muskuläres Hohlorgan, das den Körper durch rhythmische Kontraktionen mit Blut versorgt und dadurch die Durchblutung aller Organe sichert. Ein Leben ohne Herz ist nicht möglich - wohl aber mit einem künstlichen Herzen.
Gestalt und Größe beim Menschen
Die Gestalt des Herzens gleicht einem gut faustgroßen, abgerundeten Kegel, dessen Spitze nach unten und etwas nach links vorne weist. Das Herz sitzt beim Menschen in der Regel leicht nach links versetzt hinter dem Brustbein (siehe weiter unten unter Topographie), in seltenen Fällen nach rechts versetzt (die sogenannte Dextrokardie - Rechtsherzigkeit), meist bei Situs inversus (spiegelverkehrter Organanordnung).
Das gesunde Herz wiegt etwa 0,5% des Körpergewichts und im Durchschnitt zwischen 300 und 350 g, wobei es bei dauerhafter Belastung eher mit der (risikoarmen) Vergrößerung schon bestehender Herzmuskelzellen reagiert - ab ca. 500 g, dem so genannten kritischen Herzgewicht, beginnt das Herz neben strukturellen krankhaften Veränderungen bei regelmäßig auftretenden Belastungssituationen ganz neue Herzmuskelzellen zu bilden, und es erhöht sich das Risiko einer absoluten Mangelversorgung der nunmehr größeren Zellanzahl mit Sauerstoff, da die versorgenden Koronararterien nicht in gleichem Maße mitwachsen.
Grundaufbau
Das Herz der Säugetiere setzt sich aus zwei Teilen zusammen.
- Die rechte Herzhälfte, die das Blut durch den Kreislauf der Lunge pumpt (kleiner Kreislauf).
- Die linke Herzhälfte, die das Blut durch den restlichen Körper befördert (großer Kreislauf).
Da der Gesamtgefäßwiderstand des Körperkreislaufs rund fünf mal größer ist als der des Lungenkreislaufs, muss die linke Herzkammer (s. u.) eine entsprechend größere Druckarbeit verrichten und weist daher eine deutlich stärkere Wanddicke auf als die Rechte. Das Füllungs- und Schlagvolumen beider Herzkammern ist jedoch gleich.
Struktur
Wandschichten
Das Herz liegt hinter dem Brustbein im Brustkorb in einem bindegewebigen Herzbeutel (Perikard, Pericardium fibrosum), der das Herz vollständig umschließt. Die innerste Schicht des Herzbeutels (Pericardium serosum) schlägt am Abgang der großen Blutgefäße (s. u.) in das Epikard um, das dem Herzen direkt aufliegt. Zwischen Perikard und Epikard liegt dann ein mit Flüssigkeit gefüllter kapillärer Spaltraum, der reibungsarme Verschiebungen des Herzen im Herzbeutel ermöglicht.
Diese komplizierten Verhältnisse werden anschaulicher, wenn man sich den Herzbeutel als einen mit Luft gefüllten und verschlossenen Luftballon vorstellt. Die eigene zur Faust geschlossene Hand stellt das Herz dar. Drückt man den Luftballon mit der Faust so weit ein, dass sie vom Ballon vollständig umschlossen wird, so liegt eine Schicht des Luftballons der Faust (dem "Herzen") direkt an. Diese Schicht, die dem Epikard entspricht, schlägt am Übergang zum Arm in eine äußere Schicht um. Diese äußere Schicht entspricht dem Perikard. Zwischen beiden befindet sich ein mit Luft gefüllter Raum, der dem flüssigkeitsgefüllten Spaltraum des Herzbeutels vergleichbar ist.
Unter dem Epikard befindet sich eine Fettschicht, in der die Herzkranzgefäße (s. u.) verlaufen. Die dicke Muskelschicht (Myokard) besteht aus spezialisiertem Muskelgewebe, das nur im Herzen vorkommt. Die Innenräume werden vom Endokard ausgekleidet, das auch die Herzklappen (s. u.) bildet.
Räume und Gefäße
Herzklappe
Rechte und linke Herzhälfte bestehen jeweils aus einer Kammer (Ventrikel) und einem Vorhof (Atrium). Getrennt werden diese Räume durch die Herzscheidewand. Diese wird in die Vorhofscheidewand (Septum interatriale) und die Kammerscheidewand (Septum interventriculare) unterteilt.
Das Blut kann in den Herzräumen nur in in eine Richtung fließen, da sich zwischen den Vorhöfen und Kammern und den sich an die Kammern anschließenden Gefäßen Herzklappen befinden, die wie Ventile arbeiten. In den rechten Vorhof münden die obere und untere Hohlvene (Vena cava superior et inferior). Sie führen das sauerstoffarme (venöse) Blut aus dem großen Kreislauf dem Herzen zu. Zwischen rechtem Vorhof und rechter Kammer befindet sich die Trikuspidalklappe, die bei der Kammerkontraktion (Systole, s. u.) wie ein Ventil einen Rückstrom des Blutes in den Vorhof verhindert. Sie besitzt drei Anteile, die wie Segel über Sehnenfäden an der Kammermuskulatur befestigt sind (daher auch Segelklappe). Über einen gemeinsamen Stamm (Truncus pulmonalis) verlassen die beiden Lungenarterien die rechte Kammer. Auch zwischen Kammer und Lungenarterien befindet sich eine Herzklappe, die Pulmonalklappe. Diese Art der Klappen wird wegen ihrer Form auch Taschenklappe genannt. Die Lungenarterien führen das sauerstoffarme Blut dem Lungenkreislauf zu.
Durch meist vier Lungenvenen fließt das nun sauerstoffreiche (arterielle) Blut aus dem Lungenkreislauf dem linken Vorhof zu. Von hier aus gelangt es über eine weitere Segelklappe, der Mitralklappe zur linken Kammer. Der Ausstrom geschieht über die Aorta, die wie die Lungenarterie eine Taschenklappe besitzt (Aortenklappe).
Beachte: Arterien transportieren das Blut vom Herzen zu den Organen, Venen von den Organen zum Herzen. Arterien des Körperkreislaufs führen sauerstoffreiches (arterielles) Blut, während Arterien des Lungenkreislaufs sauerstoffarmes (venöses) Blut führen. Umgekehrt ist das Blut in den Venen des Körperkreislaufs sauerstoffarm (venös), das der Lungenvenen sauerstoffreich (arteriell).
Während eines Herzzyklus füllen sich zunächst die Vorhöfe, während gleichzeitig die Kammern das Blut in die Arterien auswerfen. Wenn sich die Kammermuskulatur entspannt, öffnen sich die Segelklappen durch den Druckabfall in der Kammer und das Blut fließt aus den Vorhöfen hinein. Unterstützt wird dies durch ein Zusammenziehen der Vorhöfe (Vorhofsystole). Es folgt die Kammersystole: die Kammermuskulatur zieht sich zusammen, der Druck steigt an, die Segelklappen schließen sich und das Blut kann nur durch die nun geöffneten Taschenklappen in die Arterien ausströmen. Ein Rückfluss des Blutes aus den Arterien während der Entspannungsphase (Diastole) wird durch den Schluss der Taschenklappen verhindert. Die Strömungsrichtung wird also allein durch die Klappen bestimmt.
Alle vier Klappen des Herzens befinden sich ungefähr in einer Ebene, der Ventilebene, und sind gemeinsam an einer Bindegewebsplatte, dem Herzskelett, aufgehängt.
Topographie beim Menschen
Seitlich grenzen getrennt durch parietale und viszerale Pleura die linke und rechte Lunge an das Herz. Unten sitzt das Herz dem Zwerchfell auf, das mit dem Perikard verwachsen ist. Oberhalb teilt sich die Luftröhre in die beiden Hauptbronchien (Bifurcatio tracheae), deren linker vom Aortenbogen überquert wird. Hinter dem linken Vorhof liegt in direktem Kontakt die Speiseröhre. Vor dem Herzen befindet sich das Brustbein, im oberen Bereich liegt es vor den abgehenden großen Gefäßen. Zwischen Brustbein und Herz liegt der Thymus.
Das Herz liegt also praktisch direkt hinter der vorderen Leibeswand in Höhe der zweiten bis fünften Rippe. Die Herzbasis oben reicht nach rechts etwa zwei Zentimeter über den rechten Brustbeinrand hinaus. Unten kommt die Herzspitze knapp an eine gedachte senkrechte Linie heran, die durch die Mitte des linken Schlüsselbeins verläuft (linke Medioklavikularlinie).
Herzkranzgefäße
Aus dem Anfangsteil der Aorta entspringen die Herzkranzgefäße (Koronararterien). Sie versorgen den Herzmuskel mit Blut. Das sauerstoffarme Blut aus dem Herzmuskel wird durch die Herzvenen in den Sinus coronarius geleitet, der direkt in den rechten Vorhof mündet.
Es gibt eine linke und eine rechte Koronararterie:
- Linke Koronarterie (Arteria coronaria sinistra, left coronary artery, LCA) für die Herzvorderseite
- Hauptstamm
- Ramus interventricularis anterior (RIVA, left anterior descending, LAD)
- Ramus circumflexus (RCX)
- Rechte Koronararterie (Arteria coronaria dextra, right coronary artery, RCA) für die Herzhinterseite
- Koronarvenen
Funktion
Damit sich die elektrische Erregung, die für die Herzaktion verantwortlich ist, über das Herz ausbreiten kann, sind die einzelnen Herzmuskelzellen über kleine Poren in ihren Zellmembranen miteinander verbunden. Über diese Gap Junctions fließen Ionen von Zelle zu Zelle. Dabei nimmt die Erregung im Sinusknoten zwischen oberer Hohlvene und rechtem Herzohr ihren Ursprung, breitet sich erst über beide Vorhöfe aus und erreicht dann über den AV-Knoten in der Ventilebene die Kammern. Die Ventilebene, in der auch die vier Herzklappen liegen, besteht aus Bindegewebe und ist bis auf den AV-Knoten für die elektrische Erregung undurchlässig.
In den beiden Herzkammern gibt es ein Erregungsleitungssystem zur schnelleren Fortleitung, das aus spezialisierten Herzmuskelzellen besteht. Diese Zellen bilden vom AV-Knoten ausgehend das His-Bündel, das sich in einen rechten und einen linken Tawara-Schenkel für die rechte und die linke Kammer aufteilt. Der linke Tawara-Schenkel teilt sich in ein linkes vorderes und ein linkes hinteres Bündel. Die Endstrecke des Erregungsleitungssystems wird durch Purkinje-Fasern gebildet, die bis zur Herzspitze verlaufen, dort umkehren und direkt unter dem Endokard (s. o.) in der Arbeitsmuskulatur enden. Zum Teil können sie auch als falsche Sehnenfäden durch die Lichtung der Kammer ziehen. Dieses System ermöglicht den Kammern, sich trotz ihrer Größe koordiniert zu kontrahieren.
Erreichen den AV-Knoten aus irgendeinem Grunde keine Vorhoferregungen, so geht von ihm selbst eine langsamere Kammererregung aus (ca. 50 /min). Der AV-Knoten bildet auch einen Frequenzfilter, der zu schnelle Vorhoferregungen (z. B. bei Vorhofflattern oder -flimmern) abblockt (vgl. AV-Block).
Das Herz pumpt in Ruhe etwa das gesamte Blutvolumen des Körpers einmal pro Minute durch den Kreislauf, das sind etwa fünf Liter pro Minute. Bei körperlicher Belastung kann die Pumpleistung etwa auf das Fünffache gesteigert werden, wobei sich der Sauerstoffbedarf entsprechend erhöht. Diese Steigerung wird durch eine Verdoppelung des Schlagvolumens und einer Steigerung der Herzfrequenz um den Faktor 2,5 erreicht.
Bei jeder Pumpaktion fördert jede Kammer etwas mehr als die Hälfte ihres Füllungsvolumens, ca. 50 - 100 ml Blut. Die Herzfrequenz (Schläge/Minute) beträgt in Ruhe 50 - 80/min (bei Neugeborenen über 120-160) und kann unter Belastung bis 200 /min ansteigen. Liegt ein zu langsamer Herzschlag vor (unter 60/min.), wird von einer Bradykardie gesprochen.
Die Herzfrequenz von Tieren ist im wesentlichen abhängig von der Größe des Tiers. Das Herz des Blauwals etwa schlägt selbst bei Anstrengung nur 18 bis 20 mal in der Minute, das der Maus etwa 500 mal pro Minute.
Regulation
Bei körperlicher Belastung wird die Herzleistung durch die Einwirkung sympathischer Nervenfasern gesteigert, die an den Zellen der Arbeitsmuskulatur und auch des Erregungsleitungssystems den Transmitter Noradrenalin freisetzen. Zusätzlich erreicht Noradrenalin zusammen mit Adrenalin das Herz als Hormon über die Blutbahn. Die Wirkung von Noradrenalin und Adrenalin wird überwiegend über Beta-1-Rezeptoren vermittelt und besteht aus einer Steigerung der Herzkraft (positiv inotrop), der Herzfrequenz (positiv chronotrop) und der Überleitungsgeschwindigkeit im AV-Knoten (positiv dromotrop).
Der Gegenspieler des Sympathikus ist auch am Herzen der Parasympathikus, der mit dem Transmitter Acetylcholin die Herzfrequenz und Überleitungsgeschwindigkeit des AV-Knotens herabsetzt (negativ chronotrop und dromotrop).
Gleichzeitig passt sich die Kontraktionskraft automatisch den Erfordernissen an: Wird der Herzmuskel durch zusätzliches Blutvolumen stärker gedehnt, so verbessert sich dadurch die Funktion der kontraktilen Elemente in den Muskelzellen (Frank-Starling-Mechanismus). Dieser Mechanismus trägt wesentlich dazu bei, dass sich das Schlagvolumen von rechter und linker Kammer mittelfristig nicht unterscheidet: Erhöht sich aus irgendeinem Grund kurzfristig das Schlagvolumen einer Herzhälfte, so führt dies zu einer Vergrößerung des Füllungvolumen der anderen Herzhälfte bei der folgenden Herzaktion. Dadurch wird die Wand stärker gedehnt und die Kammer kann mit verbesserter Kontraktionskraft ebenfalls ein größeres Blutvolumen auswerfen.
Das Herz produziert in seinen Vorhöfen auch dehnungsabhängig ein harntreibendes Hormon, das atriale natriuretische Peptid (ANP), um Einfluss auf das zirkulierende Blutvolumen zu nehmen.
Geschlechtliche Unterschiede
Nach einer Studie der Universität Liverpool verliert das Herz bei gesunden Männern zwischen dem 18. und 70. Lebensjahr ein Viertel seiner Pumpleistung, sofern es nicht durch körperliche Aktivitäten trainiert wird. Bei Frauen sind derartige Veränderungen nur geringfügig, die Ursachen sind nicht genau geklärt.
Krankheiten
In der Medizin beschäftigt sich die Kardiologie als Spezialisierung der Inneren Medizin mit dem Herzen und der so genannten konservativen Therapie der Herzerkrankungen (bei Operationen wendet man sich hingegen an die Herzchirurgie, eine Spezialisierung der Thoraxchirurgie), bisher aber nicht mit den angeborenen Herzfehlbildungen. Diese fallen, soweit konservativ therapierbar, unter das Fachgebiet der Kinderkardiologie, welches sich als Teilgebiet der Pädiatrie in den letzten 40 Jahren entwickelt hat, bzw. bei Notwendigkeit operativer Therapie in den Aufgabenbereich der zumindest in Deutschland als Spezialisierung etablierten Kinderherzchirurgie. Da seit ca. 20 Jahren zunehmend Kinder mit komplexen angeborenen Herzfehlern das Erwachsenenalter erreichen, stellt sich heute die Frage der medizinischen Versorgung für diesen Patientenkreis, der lebenslang auf kardiologische Kontrolluntersuchungen angewiesen ist und bei dem evtl. auch Re-Operationen anstehen. Erst vereinzelt (2004) haben sich bisher Erwachsenenkardiologen intensiv auf dem Gebiet der angeborenen Herzfehler fortgebildet. Kinderkardiologen sind zwar sehr kompetent im Bereich der verschiedenen Krankheitsbilder, jedoch als Pädiater nicht im Bereich der Erwachsenkardiologie ausgebildet. Deshalb werden heute zunehmend interdisziplinäre Sprechstunden in verschiedenen Herzzentren angeboten.
- Liste der häufigsten Herzkrankheiten siehe Kardiologie
- Angeborene Herzkrankheiten siehe Herzfehler und Kinderkardiologie
Untersuchungsmöglichkeiten des Herzens
Siehe Kardiologie
Zahlen zum Herz und Herzschlag des Menschen
Die Angaben sind Mittelwerte.
Die Gesamtzahl der Herzschläge im Leben eines Säugetieres beträgt im Maximum rund eine Milliarde. Der Mensch ist dabei eine Ausnahme: er bringt es maximal auf fast vier Milliarden Herzschläge.
Zitat
: "Das Herz der Lebewesen ist der Grundstock ihres Lebens, der Fürst ihrer aller, der kleinen Welt Sonne, von der alles Leben abhängt, alle Frische und Kraft ausstrahlt. Gleicherweise ist ein König der Grundstock seiner Reiche und die Sonne seiner kleinen Welt, des Staates Herz, von dem alle Macht ausstrahlt, alle Gnade ausgeht. Diese Schrift hier über die Bewegung des Herzens habe ich Seiner Majestät (wie es Sitte dieser Zeit ist) um so mehr zu widmen gewagt, als [...] beinahe alle menschlichen Taten wie auch die meisten Taten eines Königs unter der Eingebung des Herzens sich vollziehen." von William Harvey: Die Bewegung des Herzens und des Blutes (lateinische Originalausgabe von 1628).
Weblinks
- http://medizinus.de/herz.php
- http://www.gesundheit.de/roche/ro15000/r15733.000.html
- http://www.gesundheit.de/roche/ro15000/r15843.html
- http://www.gesundheit.de/anatomie-lexikon/Herzkreislauf.shtml
- http://www.pflege-kurse.de/info/anatomie/herz1.htm
Animationen
- [http://www.herz.hexal.de/grundwissen/herz/blutfluss.php 3-dim. Animation des schlagendes Herzens mit vielen Infos]
- [http://www-medlib.med.utah.edu/kw/pharm/hyper_heart1.html 2-dim. Animation des schlagenden Herzens mit Diagrammen (engl.)]
Institutionen
- http://www.dgk-herzfuehrer.de Deutsche Gesellschaft für Kardiologie
- http://www.gstcvs.org Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie
Herz
ja:心臓
ko:심장
ms:Jantung
simple:Heart
DarmEin Darm dient bei höheren vielzelligen Tieren einschließlich des Menschen der extrazellulären Verdauung der aufgenommenen Nahrung. Im weiteren Sinne handelt es sich beim Darmkanal quasi um ein eingestülptes, vom Darmepithel umkleidetes Stück Außenwelt. Der Kanal beginnt mit der Mundöffnung, durchzieht den Körper, ist oftmals in unterschiedliche Abschnitte unterteilt und endet mit der Afteröffnung.
Der Darm ist der wichtigste Teil des menschlichen Verdauungstraktes. Im engeren Sinne erstreckt er sich nur vom Magenpförtner bis zum After. Er ist beim erwachsenen Menschen ca. 8 Meter lang und besitzt wegen der feinen Darmzotten eine Oberfläche von ca 300-400 qm. Die davor liegenden Abschnitte sind die Mundhöhle, die Speiseröhre und der Magen.
Magen, 3=Zwölffingerdarm, 4=Dünndarm, 5=Blinddarm, 6=Appendix, 7=Dickdarm, 8=Enddarm, 9=Anus]]
Der Darm ist unterteilt in den
- Dünndarm, bestehend aus
- Zwölffingerdarm (lat.: Duodenum),
- Leerdarm (lat.: Jejunum) und
- Krummdarm (lat.: Ileum),
- sowie den Dickdarm, bestehend aus
- Wurmfortsatz (lat.: Appendix),
- Blinddarm (lat.: Caecum),
- Grimmdarm (lat.: Colon) mit (aufsteigendem (Colon ascendens), querverlaufendem (Transversum) absteigendem (Colon descendens) und S-förmig verlaufendem (Sigma) Teil und
- Mastdarm (lat.: Rectum).
Untersuchungsmöglichkeiten des Darmes
- Beschwerden erfragen
- Abtasten und Abhören
- Sonografie = Ultraschall
- Colon Kontrasteinlauf
- Dünndarmkontrastdarstellung
- Koloskopie = Darmspiegelung
- Computertomografie (CT)
- Untersuchung des Stuhles auf okkultes (=verborgenes) Blut
- mikrobiologische Stuhluntersuchung
Siehe auch
- Magen-Darm-Trakt
- Verdauungssystem
- Reizdarm
- chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
- Darmflora
- Phytotherapie bei Magen-Darm-Erkrankungen
Weblinks
- [http://www.hoesele.de/Darm/hauptteil_darm.htm Sauberer Darm: ein Sprung zu mehr Freiheit auf allen Ebenen]
- [http://www.integral-sessions.de/body/mucus.html Mucus(Schleim) is in you.] - mit Tagebuch einer Darmreinigung mit Bentonitum & Flohsamenschalen
- http://www-ang.kfunigraz.ac.at/~hinghofe/IV.htm
- http://www.mysunrise.ch/users/triwar/ostomy/german/anatomie.html
- http://www.medizinfo.de/gastro/enddarm/enddarm.shtml
- http://www.ernaehrungsberater.org/html/body_ueber_den_darm.html
- http://www.intestinal.de
- http://www.reizmageninfo.de
- http://www.reizmageninfo.de/html/morbus_chron_.html
- http://www.candida-info.de
Kategorie:Verdauungsapparat
GeschlechtsorganeDie Geschlechtsorgane (lat. Organa genitalia) oder Genitalien dienen bei Spezies mit mehreren bzw. unterschiedlichen Geschlechtern vornehmlich der unmittelbaren Fortpflanzung. Sie werden deshalb auch als primäre Geschlechtsmerkmale bezeichnet.
Funktional kann man zwischen den Sexualorganen - Organe, die zur Ausübung des Geschlechtsverkehrs dienen - und den Reproduktionsorganen unterscheiden. Es werden dementsprechend äußere von inneren Genitalorganen unterschieden. Bei männlichen Individuen kommt noch dazu, dass - als Drittfunktion - der Penis Teil der ableitenden Harnwege ist.
Äußere Geschlechtsorgane in der Embryonalphase
ableitenden Harnwege
Weibliche Geschlechtsorgane der Säugetiere
ableitenden Harnwege
Die weiblichen Geschlechtsorgane (Organa genitalia feminina) werden wie folgt eingeteilt:
Äußere Geschlechtsorgane
Vulva oder "Scham" mit den die "Schamspalte" bildenden großen und den Scheidenvorhof umgebenden kleinen Schamlippen und der Klitoris 5].
Innere Geschlechtsorgane
- Vagina (Scheide) 7]
- Gebärmutter 10]
- Eileiter 1]
- Eierstöcke 8]
- Prostata feminina ("Paraurethraldrüse")
- kleine Vorhofsdrüsen
- Bartholinsche Drüsen
Männliche Geschlechtsorgane der Säugetiere
Bartholinsche Drüsen
Die folgende Einteilung der männlichen Geschlechtsorgane (Organa genitalia masculina) mag auf den ersten Blick erstaunen: Die Hoden 17] liegen zwar außen, zählen aber dennoch zu den inneren Geschlechtsorganen. Diese Einteilung ist darin begründet, dass die Hoden sich zunächst im Bauchraum entwickeln und erst zur Geburt bei den meisten Säugetieren in den Hodensack 18] wandern ("Hodenabstieg", Descensus testis). Dies liegt daran, dass sich der Fetus zunächst weiblich entwickelt. Die Wirkung des Y-Chromosoms setzt erst einige Wochen nach der ersten Zellteilung an. Bis dahin sind bereits die Grundlagen für die weiblichen Geschlechtsorgane gelegt. Infolge der dann verstärkt ansetzenden Testosteron-Wirkung wandeln sich die Eierstöcke in Hoden und die Klitoris in den Penis um. Anstelle der inneren Scheidenwand entsteht das Skrotum 18].
Äußere Geschlechtsorgane
- Penis einschließlich der männlichen Harnröhre
- Skrotum (Hodensack) 18]
Innere Geschlechtsorgane
- Hoden 17]
- Nebenhoden 16]
- Samenleiter 15]
- Samenleiterampulle
- Samenblasendrüse 10]
- Prostata 12]
- Bulbourethraldrüse 13]
!
Kategorie:Gynäkologie
Kategorie:Körper und Sexualität
Kategorie:Reproduktionsmedizin
Kategorie:Urologie
ja:性器
Kloake (Biologie)Die Kloake ist der gemeinsame Körperausgang für Geschlechtsorgane, Harnleiter und Darm. Sie ist mit Ausnahme der meisten Säugetiere und einiger Reptilien bei den meisten an Land lebenden Wirbeltieren vorhanden.
Unter den Säugetieren haben beispielsweise der Biber und einige Tenreks eine sekundäre Kloake, was von einer Anpassung an ein Leben im Wasser herrühren kann. Bei den Kloakentieren (Monotremata) dagegen stellt die Kloake ein ursprüngliches Merkmal dar, das sie von den Beuteltieren und den höheren Säugetieren unterscheidet und ihnen ihren wissenschaftlichen Namen gegeben hat.
Auch die Knochenfische haben keine Kloake sondern eine eigene Öffnung für Geschlechtsprodukte.
Kategorie:Anatomie
ja:総排出腔
MorphologieMorphologie ist die Lehre von den Formen. Sie ist in vielen Wissenschaftszweigen ein Teilgebiet. z.B.:
- Morphologie (Sprache)
- Morphologie (Biologie)
- Geomorphologie
- Stadtmorphologie
- Mathematische Morphologie (Mathematik/Bildverarbeitung)
- Morphologische Methode, Morphologischer Kasten nach Fritz Zwicky, eine Methode der Zukunftsforschung
- Hydromorphologie
Ei (Biologie)Dieser Artikel behandelt das Ei in der Biologie, weiteres siehe: Ei (Begriffsklärung)
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Ei (Begriffsklärung)]
Ei (Begriffsklärung)
Das Ei ist die weibliche Keimzelle, die auch als Eizelle bezeichnet wird. Dieser Artikel beschäftigt sich nur mit Eiern, die vor oder bald nach ihrer Befruchtung abgelegt werden.
Zu den Tiergruppen, die Eier legen, gehören Wirbellose, Insekten, Fische, Amphibien, Reptilien und Vögel sowie die Ursäuger.
Eier können deshalb sehr unterschiedliche Größen, Formen und Farben haben, und die Strategien, wie die aus den Eiern schlüpfenden Jungtiere versorgt werden, sind ebenfalls sehr vielfältig.
Bei Fischen und Amphibien sind die Eier weich, mit einer Schleimhülle umgeben und werden im Wasser abgelegt. Sie werden auch als Laich bezeichnet.
Bei Vögeln heißen die von einer Kalkschale umgebenen Eier eines Brutpaares Gelege, und auch bei Reptilien, Insekten und Weichtieren, deren Eier sehr unterschiedliche Hüllen haben, wird dieser Begriff verwendet.
Weblinks
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/256877.html www.wissenschaft.de: Warum Vogeleier so häufig getüpfelt sind] Bei Kalziummangel bauen die Vogelmütter zur Stabilisierung der Schalen einen Farbstoff ein
Siehe auch
- Brüten
- Dotter
- Hühnerei
ja:卵
BrutpflegeUnter der Brutpflege versteht man die Fürsorge der Eltern (meistens jedoch des Weibchens) für ihre Nachkommen aufgrund angeborener Instinkte.
Die einfachste Form der Brutpflege ist das Ablegen von Eiern an geschützten, für die Eientwicklung günstigen Orten, oft auch direkt an Nahrungsquellen. Diese Form ist häufig zu beobachten bei vielen Wirbellosen, aber auch bei Fischen, Amphibien und Reptilien.
Eine höhere Form der Brutpflege ist zum Beispiel die Betreuung (zum Beispiel Geburtshelferkröte) oder die Bebrütung der Eier.
Die höchste Form der Brutpflege erstreckt sich auch noch auf die Jungen oder Larven; entweder nach dem Schlüpfen bei Wirbellosen und bei vielen Wirbeltieren wie Vogelarten oder nach der Geburt, zum Beispiel in Form des Eintrageverhaltens bei Säugetiere.
Siehe auch: Brut, Brüten, Infantizid
Kategorie:Verhaltensbiologie
Metamorphose (Zoologie)In der Zoologie bedeutet Metamorphose (griechisch μεταμόρφωση = Umgestaltung, Verwandlung), auch Metabolie, die Umwandlung der Larvenform zum Adultstadium, dem geschlechtsreifen, erwachsenen Tier. Der Begriff bezieht sich speziell auf Tiere, deren Jugendstadien in Gestalt und Lebensweise vom Adultzustand abweichen.
Bei der Metamorphose werden die larvalen Organe resorbiert oder abgestoßen und die vorhandenen Anlagen der Adultorgane zur Funktionsfähigkeit entwickelt. Die vielfältigen Vorgänge dabei werden hormonell (bei Wirbeltieren durch die Schilddrüse) gesteuert.
- Die kontinuierliche Metamorphose erfolgt während der gesamten nachembryonalen Entwicklung – Abbauprozesse spielen dann eine geringe Rolle (z. B. die Anamerie bei Krebsen).
- Die katastrophale Metamorphose stellt den Übergang vom letzten Larven- zum Adultstadium dar. Dabei werden große Teile des Larvenkörpers abgeworfen oder zurückgebildet (Beispiel: Pluteus-Larve des Seeigels). Der tiefgreifende Umbau erfolgt häufig in einem zur Nahrungsaufnahme unfähigen, unbeweglichen Puppenstadium.
Die bekanntesten Beispiele von Tiergruppen mit Metamorphose sind die Amphibien (z. B. die Umwandlung der fischartigen Kaulquappe zum Froschlurch) und die Insekten (z. B. die Umwandlung einer Raupe über die Puppe zum Schmetterling). Dabei ist zu beachten, dass der Begriff Metamorphose nicht für die gesamte Ontogenese einschließlich der embryonalen Phase steht, sondern sich in der Regel nur auf die Verwandlung eines Larvenstadiums zum Adultstadium bezieht.
Bei den Insekten wird auch eine allmähliche Metamorphose (Hemimetabolie) beobachtet, mit den Typen Epimetabolie, Prometabolie, Heterometabolie und Neometabolie. Dabei bilden sich beispielsweise larveneigene Merkmale der Flügel- und Genitalanlagen schrittweise in Richtung auf die imaginale Endstufe um oder die äußeren Anlagen entstehen erst spät, so dass flügellose Larven und flügeltragende Pronymphen- und Nymphenstadien unterschieden werden.
Bei der vollkommenen Metamorphose (Holometabolie) werden die Typen Homometabolie, Remetabolie, Parametabolie und Allometabolie differenziert. Unter diese Form fällt auch das Beispiel des Schmetterlings mit seinem Puppen-Zwischenstadium und dem dabei ablaufenden völligen Umbau der Organe.
Auch von parasitären Würmern, z. B. Leberegeln, sind komplizierte Verwandlungsprozesse mit mehreren Zwischenstufen bekannt.
Kategorie:Metamorphose
ja:変態
HormonEin Hormon (griechisch ορμόνη, von horman - in Bewegung setzen) ist ein biochemischer Botenstoff.
Hormone übermitteln innerhalb eines Lebewesens Informationen von einem Organ zum anderen oder von einem Gewebe zum and |