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Amphibienfahrzeug
Ein Amphibienfahrzeug ist ein Fahrzeug, das sowohl auf dem Land als auch auf der Wasseroberfläche fahren kann. Das Amphibienfahrzeug ist nach den Amphibien benannt, also Tieren, die sowohl auf dem Land als auch im Wasser leben können.
Geschichte
Erste Schwimmversuche
Das erste bekannte Amphibienfahrzeug entstand im Jahr 1899 in Dänemark unter dem Namen Magrelen Amphibium. Zahlreiche weitere Versuche folgten, den relativ neuen Automobilen das Schwimmen beizubringen, die bis Mitte der 1920er größtenteils darin bestanden, Fahrgestelle an Boote zu montieren.
Zweiter Weltkrieg
Ein bedeutender Schub in der Entwicklung schwimmfähiger Fahrzeuge waren die Anforderung der Militärs im zweiten Weltkrieg, um die Möglichkeiten zur amphibischen Anlandung großer Truppenteile zu ermöglichen
In Deutschland wurde hierzu zunächst der VW-128 gebaut, eine schwimmfähige Version des VW Kübelwagens dessen Verbreitung sich jedoch aufgrund schlechter Fahreigenschaften zu Land und zu Wasser in Grenzen hielt.
Erst das Nachfolgemodell, der Volkswagen Typ 166 Schwimmwagen gebaut. Erwin Komenda, der erste Karosseriedesigner von Porsche, entwarf das Modell. Betrachtet man die Mechanik, so war es ein umgebauter KdF-Wagen (später bekannt als VW Käfer). Der Schwimmwagen wurde damals in den VW-Werken in Wolfsburg hergestellt. Komenda ließ sich beim Deutschen Patentamt seine Ideen zum Schwimmwagen patentieren.
Umgeachtet dessen waren auch die Alliierten nicht untätig, und schufen etwa zeitgleich den Ford GPA, ein schwimmfähiger Jeep, und den DUKW, einen kleinen LKW. An der Landung in der Normandie nahmen außerdem schwimmfähige Panzer teil.
Nachkriegszeit
Militär und Katastrophenschutz
Nach dem zweiten Weltkrieg wurden etliche Versuche unternommen, Militär und Katastrophenschutzbehörden mit amphibischen Fahrzeugen auszurüsten.
So sollten z.B. der Europa-Jeep und die zweite Generation taktischer Lkws schwimmfähig sein. Rein für den Katastrophenschutz wurde der Bison entwickelt.
In den Armeen des Warschauer Pakts waren Amphibische Fahrzeugen recht häufig anzutreffen, während man in Westeuropa meist auf Wateinrichtungen zur Durchfahrung von Wasserhindernissen am Grund auswich.
Zivil
Aber auch zivil wurden etliche Versuche unternommen Amphibienfahrzeuge zu produzieren, z.B. Amphicar und Amphi-Ranger, die meisten schwimmfähigen Fahrzeuge entstehen jedoch als Eigenumbauten. Besonders kreativ sind hierbei kubanische Flüchtlinge, die mit umgebauten amerikanischen Oldtimern die Flucht in die Vereinigten Staaten versuchen. Bisher wurden sie jedoch stets von der Küstenwache aufgegriffen und zurückgeschickt. Ihre Fahrzeuge wurden stets versenkt.
Aufbau
Schwimmfähigkeit
Es gibt einige grundsätzliche Unterscheidungen bezüglich des Aufbaus eines Amphibischen Fahrzeugs.
Schwimmwürste
Schwimmwürste stellen den einfachsten Weg dar, ein Fahrzeug schwimmfähig zu machen. Hierzu werden meist seitlich am Fahrzeug Schwimmkörper befestigt, die entweder aufblasbar oder massiv ausgeführt werden. Aufblasbare Schwimmwürste erfordern mehr Zeit bis die Schwimmfähigkeit erreicht wird, sind aber einfacher zu transportieren als die meist recht sperrigen festen Gebilde. Sie sind für alle Fahrzeuge verwendbar, die Umbaumaßnahmen am Fahrzeug sind begrenzt.
schwimmfähiger Rumpf
Um den Rumpf eines Fahrzeugs schwimmfähig zu bekommen sind umfangreiche Modifikation an der Karosserie nötig. Diese muss nach unten komplett abgedichtet werden. Problematisch ist dabei stets die Kraftübertragung vom gewöhnlich innerhalb der Hülle sitzenden Motor zu den angetriebenen Achsen und die Durchführung der Lenksäule. Hierzu wird entweder die komplette Antriebseinheit ab dem Getriebe außerhalb der Karosserie belassen oder es werden nur die Räder mit Aufhängungen außerhalb des Schwimmkörpers montiert und die Achsen abgedichtet. Die hierbei verwendeten Dichtungen sind durch die ständige Bewegung beim Ein- und Ausfedern einem starken Verschleiß ausgesetzt. Die Firma Spios hat zur Umgehung dieser Problematik auf ein Federung ihres Fahrzeugs verzichtet, was zu Zulassungsproblemen in Deutschland führt und unter Umständen Risse der Außenhülle im Bereich der Achsdurchführungen zur Folge haben kann.
Einige Amphibienfahrzeuge nutzen eine Kombination aus den vorgenannten Möglichkeiten, so wurden z. B. am Prototyp des Terrawind Ausleger mit aufblasbaren Schwimmern nachgerüstet um die Stabilität im Wasser zu erhöhen.
Antriebsvarianten
Ein Amphibienfahrzeug definiert sich prinzipiell dadurch dass es im Wasser nicht untergeht. Allerdings sind die meisten Fahrzeuge dazu ausgerüstet, sich auch selbständig fortbewegen zu können. Folgende Varianten sind denkbar:
- im Fahrzeugrumpf montierter Jetantrieb der vom Fahrmotor angetrieben wird (z.B. Watercar)
- am Verteilergetriebe/an der Kardanwelle montierter Propeller (z.B. Fuchs)
- hydraulisch betriebener Propeller
- Antrieb über die Räder (z.B. LUAZ) bzw. Ketten (z.B. Bv 206 HÄGGLUNDS)
- handelsüblicher Außenbordmotor
- Paddel (als Resevesystem)
- Antrieb durch Luftschraube oder Strahltriebwerk
Beispiele
- Luchs
- AAV7A1
- BRDM 2
- BMP
- Amphicar
- VW Typ 166
aktive Hersteller ziviler Amphibienfahrzeuge
Bausätze und Umbausätze
- [http://www.timdutton.com Dutton Marine] ist ein Umbau auf Basis des Suzuki Samurai bzw. Suzuki Jimny.
- [http://www.watercar.com/ Watercar] stellt ein sportliches Cabrio mit 300-PS-Motor her.
Fertige Fahrzeuge
- [http://www.sealegs.co.nz/ Sealegs] ist ein Boot mit einklappbaren Rädern.
- [http://www.boatcar.net Bejing] baut in China amphibische Fahrzeuge auf Isuzu-Basis, die westliche Abgasvorschriften nicht erfüllen und deshalb hier nicht zulassungsfähig sind.
- [http://www.spios.de/ Spios] ist ein deutscher Hersteller. Aufgrund der ungefederten Bauweise ist er in Deutschland nur als landwirtschaftliches Fahrzeug bis 25 km/h zulassungsfähig.
- [http://www.amphicoach.net/ Amphicoach] stellt einen Schwimmfähigen Reisebus her.
- [http://www.terrawind.com/ Terrawind] produziert neben einem luxuriösen Wohnmobil auch noch Reisebusse, Roadster und Geländewagen.
Siehe auch
- Amphibienflugzeug
- Sumpfboot
- Luftkissenboot
- Landungsboot
Weblinks
- http://www.schwimmwagenforum.de
- http://www.geocities.com/amphicars/
Kategorie:Kraftfahrzeug
Kategorie:Wasserfahrzeug
Kategorie:Verkehr
Amphibien
Die Amphibien oder Lurche (Amphibia) bilden eine süßwasser- und landbewohnender Landwirbeltiere (Tetrapoda). Ihr wissenschaftlicher Name leitet sich aus dem Griechischen „amphi bios = doppellebig“ ab. Dies rührt daher, dass die meisten Amphibien zunächst ein Larvenstadium im Wasser durchlaufen und nach einer Metamorphose an Land leben können. Die meisten Arten sind aber zeitlebens auf die Nähe von Gewässern angewiesen. Viele sind in erster Linie nachts aktiv, um sich vor Fressfeinden zu schützen sowie Wasserverluste durch die Haut gering zu halten.
Anatomische Merkmale
Lurche besitzen vier Gliedmaßen – die in einigen Fällen (Schleichenlurche, Armmolche) aber auch zurückgebildet sein können – mit in der Regel vier Fingern an jeder Hand und je fünf Zehen an den Füßen. Sie haben einen flachen Schädel und einen oft reduzierten Knochenbau; so fehlen vielen beispielsweise die Rippen. Die Haut ist dünn und nackt, drüsen- und pigmentzellenreich. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Atmung und beim Wasserhaushalt. Als Larven besitzen sie Kiemen, als erwachsene Tiere einfache Lungen, die neben der Haut- sowie der Kehl- oder Mundbodenatmung dem Gasaustausch dienen. Amphibien sind wechselwarm; das bedeutet, dass sie keine konstante Körpertemperatur aufweisen, sondern diese sich der Umgebungswärme anpasst. Ihr Herz besteht aus zwei getrennten Vorkammern und einer einheitlichen Hauptkammer ohne Scheidewand. Der Darmausgang, die Exkretions- und Geschlechtsorgane münden in einer Kloake. Nach ihrer Morphologie unterscheidet man Frosch-, Schwanz- sowie Schleichenlurche.
Fortpflanzung und Individualentwicklung
Morphologie
Zumindest zur Fortpflanzung müssen die meisten Amphibienarten das Wasser aufsuchen. Fast alle legen Eier, so genannten Laich, in gallertigen Hüllen ab; einige Arten betreiben Brutpflege. Auch an Trockenheit angepasste Arten benötigen meistens Gewässer zur Laichablage. Die Larven entwickeln sich dann im Wasser und atmen durch Kiemen. Erst nach einiger Zeit tritt eine Metamorphose ein, in der sie sich hormongesteuert zum lungenatmenden, skelettgestützten Tier umformen, welches das Gewässer verlassen kann. Einige Arten bleiben längerfristig oder sogar zeitlebens in einem Larvenstadium (so genannte temporäre oder vollständige Neotenie) und leben dauernd aquatil, zum Beispiel der Axolotl. Nur sehr wenige Arten, wie der im Gebirge beheimatete Alpensalamander, sind lebend gebärend (ovovivipar) und bringen bereits fertig entwickelte Junge zur Welt.
Wichtiger Bestandteil der Metamorphose ist die Rückbildung der Kiemen sowie die Verlagerung der Atmung zur Lunge und zur Haut. Die Haut selbst verändert sich, um an Land den Wasserverlust zu verringern. Es findet ferner eine Entwicklung von Extremitäten statt – bei Molchlarven wird erst das vordere, dann das hintere Beinpaar sichtbar, bei Kaulquappen ist es umgekehrt. Der Ruderschwanz der Larven bildet sich in der letzten Phase der Metamorphose bei Froschlurchen allmählich ganz zurück. An den Augen entwickeln sich Lider und es entstehen außenliegende Trommelfelle (letzteres nur bei den Froschlurchen).
Nahrung und Fressfeinde
Trommelfell
Während sich die Kaulquappen der Froschlurche in erster Linie pflanzlich ernähren, Detritus fressen oder an Aas gehen, sind metamorphosierte Amphibien rein carnivor. Im Allgemeinen wird lebende Beute in Form von Insekten, Gliedertieren, Mollusken und Spinnen aufgenommen und im Ganzen verschluckt. Größere Amphibien können auch kleine Wirbeltiere überwältigen; Kannibalismus ist zudem nicht selten. Allerdings verhalten sich Amphibien aufgrund ihres poikilothermen Stoffwechsels oft weniger als aktive Jäger, sondern sie verfolgen mehr eine Strategie des Lauerns oder der sich spontan bietenden Gelegenheit.
Lurche selbst gehören zum Beuteschema vieler anderer Tiere: Laich und Larven im Wasser werden von „räuberischen“ Insektenlarven, von Fischen und Wasservögeln, aber auch von anderen Amphibien gefressen; die umgewandelten Lurche sind Nahrungsgrundlage vieler Säugetiere, Vögel und Reptilien, in manchen Regionen auch von größeren Wirbellosen. Aus diesem Grund müssen sie für eine sehr große Nachkommenschaft sorgen – nur aus einem winzigen Bruchteil der produzierten Eier und Larven werden später selbst geschlechtsreife Amphibien.
Evolution
Amphibien sind die direkten Nachfahren der ersten Knochenfische (Osteichthyes), die im Devon vor etwa 360 Millionen Jahren vom Meer aus das Land besiedelten. Der anatomische Bau von Acanthostega lässt darauf schließen, dass sich bereits fossile Fische mit vier Gliedmaßen im Wasser bewegt haben. Bei den Amphibien sind vor allem Verwandtschaftsverhältnisse zu den Quastenflossern und wohl auch zu den Lungenfischen gegeben. Beide Gruppen haben eine Reihe von Charakteristika mit den Amphibien gemeinsam – unter anderem beim Skelettbau, bei organischen und embryologischen Merkmalen. Man nimmt heute an, dass zumindest die Froschlurche und alle höheren Wirbeltiere von Quastenflossern abstammen. Ob auch die Schwanzlurche aus dieser Entwicklungslinie hervorgingen oder parallel aus den Lungenfischen entstanden, ist umstritten. Der Ursprung der Schleichenlurche ist danach noch unklarer.
Im Oberkarbon vor rund 300 Millionen Jahren waren Amphibien besonders formenreich und hatten eine „Blütezeit“ als dominierende Landwirbeltierklasse.
Systematik
Die rezenten etwa 5951 Amphibienarten (Stand: Mitte November 2005 – die Zahl ändert sich allerdings fast „täglich“ aufgrund von phylogenetischer Systematikforschung und auch wegen mancher Neuentdeckungen) werden alle zur Lissamphibia gezählt, denen zahlreiche, heute ausgestorbene (fossile) Amphibien der Unterklassen Labyrinthodontia und Lepospondyli gegenüberstehen. Zu nennen ist beispielsweise der bis zu etwa vier Meter lange Mastodonsaurus aus der Trias-Zeit, der zu den Labyrinthzähnern gehörte.
Heutige Amphibien werden in drei en mit 47 (48) n eingeteilt:
- Ordnung Schwanzlurche (Caudata oder Urodela), also Salamander und Molche (552 Arten = 9 % der Amphibien)
- Ordnung Froschlurche (Anura), z. B. Frösche, Kröten und Unken (5228 Arten = 88 %)
- Ordnung Schleichenlurche oder Blindwühlen (Gymnophiona) (171 Arten = 3 %).
-- Zur Übersicht der Systematik bis auf Familienebene siehe: Systematik der Amphibien. --
Verbreitung
Systematik der Amphibien
Amphibien kommen auf allen Kontinenten mit Ausnahme von Antarktika von den kalt-gemäßigten bis in die tropischen Zonen vor. Ihre Abhängigkeit von Süßwasser (in einigen Fällen wird auch Brackwasser toleriert) begrenzt ihren Lebensraum. Trockengebiete werden nur von wenigen Spezialisten wie beispielsweise den Amerikanischen Schaufelfußkröten bewohnt, deren Kaulquappen die kürzeste bekannte Entwicklungszeit aller Amphibienlarven haben. Auch kalte Hochgebirge sind kein geeigneter Lebensraum für die meisten Arten. Die Schleichenlurche (Blindwühlen) sind auf die Tropen Afrikas, Asiens und Amerikas beschränkt; Salamander und Molche sind mit einigen Ausnahmen vor allem holarktisch verbreitet, und Froschlurche kommen auf in fast allen Erdteilen und auf vielen Inseln vor. Die biogeografische Region der Holarktis ist vergleichsweise artenarm – die Nearktis Nordamerikas aber nicht so sehr wie die Paläarktis Eurasiens. Schwerpunkte der Artenvielfalt befinden sich vor allem in den subtropischen und tropischen Zonen, der Neotropis und Paläotropis.
Gefährdung
Paläotropis]
Lurche sind vor allem wegen ihrer durchlässigen Haut und wegen ihrer Eigenschaft als Bewohner von Biotopkomplexen (Gewässer und Landlebensräume) anfälliger als viele andere Tiergruppen gegenüber schädigenden Umwelteinflüssen und -veränderungen. Diese 360 Millionen Jahre alte , die unter anderem die Dinosaurier überlebt hat, wird daher als ein zuverlässiger Bioindikator für den Zustand der Ökosysteme der Erde angesehen.
Von den zur Zeit bekannten 5951 rezenten Amphibienarten gelten über 200 als in ihrem Gesamtbestand zurückgehend; mindestens 32 werden als bereits ausgestorben oder verschollen geführt (darunter die oben abgebildete Goldkröte). Andere Übersichten sehen etwa ein Drittel der Lurcharten weltweit als bedroht an. Als Ursachen dafür werden Chemikalien in der Umwelt (unter anderem Pestizide, Schwermetalle, Stickstoffdünger), die Zerstörung oder Fragmentierung der Habitate, Wildfänge sowie Parasiten und Pilz- oder Viruskrankheiten genannt. Diskutiert werden auch Effekte des globalen Klimawandels auf die Lebensräume sowie die Auswirkungen von UV-Strahlung, die aufgrund des Ozonlochs in vielen Regionen zunimmt. Eine neue US-amerikanische Studie zeigt einen signifikanten Zusammenhang zwischen hoher Amphibiensterblichkeit und dem weltweit meistverwendeten Unkrautvernichtungsmittel „RoundUp“ des Agrochemie- und Saatgut-Konzerns „Monsanto“ auf.
In Mitteleuropa gehören der hohe Kraftfahrzeugverkehr auf dem dichten Straßennetz und die Zerstörung oder Vergiftung der Lebensräume – Kleingewässer und umgebende Landhabitate wie Wälder, Wiesen, Auen und Moore – durch Landwirtschaft, Industrie sowie Siedlungs-, Straßen- und Wasserbau zu den größten Gefährdungsfaktoren. Ein zusätzliches, wenig bemerktes Problem ist, dass viele Amphibien in Dörfern und an Stadträndern in Kellerfenster-Lichtschächte, Außen-Kellertreppen, ungesicherte Brunnenschächte oder auch in Straßengullys geraten. In diesen unbeabsichtigten Fallen müssen die Tiere dann meist verhungern oder vertrocknen.
Arten in Deutschland
Deutschland ist mit dem Vorkommen von 21 autochthonen Taxa – 20 Arten und eine Hybride; das entspricht 0,35 % der Taxa weltweit – recht arm an Lurchen. Dabei handelt es sich im Einzelnen um sieben Schwanzlurch- und 14 Froschlurcharten bzw. -formen.
Schwanzlurche
Alpensalamander (Salamandra atra) -- Feuersalamander (Salamandra salamandra) -- Bergmolch (Triturus alpestris) -- Nördlicher Kammmolch (Triturus cristatus) -- Alpen-Kammmolch (Triturus carnifex) -- Fadenmolch (Triturus helveticus) -- Teichmolch (Triturus vulgaris).
Froschlurche
Rotbauchunke (Bombina bombina) -- Gelbbauchunke (Bombina variegata) -- Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) -- Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) -- Erdkröte (Bufo bufo) -- Kreuzkröte (Bufo calamita) -- Wechselkröte (Bufo viridis) -- Laubfrosch (Hyla arborea) -- Grasfrosch (Rana temporaria) -- Moorfrosch (Rana arvalis) -- Springfrosch (Rana dalmatina) -- Kleiner Wasserfrosch (Rana lessonae) -- Seefrosch (Rana ridibunda) -- Teichfrosch (Rana kl. esculenta; Hybride).
Nur drei Arten bzw. Formen gelten hier zur Zeit nicht als gefährdet (Teichmolch, Erdkröte, Teichfrosch), zwei stehen auf der so genannten „Vorwarnliste“ (Feuersalamander, Grasfrosch). Alle anderen werden auf der Roten Liste in den Kategorien 1 („vom Aussterben bedroht“), 2 („stark gefährdet“), 3 („gefährdet“), R („wegen Seltenheit potenziell bedroht“) oder G („Status unklar, aber Gefährdung ist anzunehmen“) geführt – das sind 76 % der Arten!
Als Neozoon konnte sich in jüngster Zeit an manchen Stellen, insbesondere in Südwestdeutschland, der Amerikanische Ochsenfrosch mit Populationen etablieren, deren Tiere aus künstlichen Aussetzungen stammen.
Sonstiges
- Amphibien dienen dem Menschen als Modellorganismen (Anschauungsbeispiele und Versuchstiere) für entwicklungsbiologische Lehre und Forschung. Besonders hervorzuheben sind dabei die Wasserfrösche und der Krallenfrosch (Xenopus laevis), der früher außerdem für Schwangerschaftstests eingesetzt wurde.
- In manchen Ländern werden größere Froscharten in regelrechten Farmen für den menschlichen Verzehr gezüchtet.
- Eine übersteigerte Angst vor Amphibien bzw. Froschlurchen wird als Batrachophobie bezeichnet.
Weblinks
- [http://www.amphibienratgeber.de.vu Amphibienratgeber]
- [http://www.globalamphibians.org/ Global Amphibian Assessment]
- [http://research.amnh.org/herpetology/amphibia/copyright.php?prompt=1 Online-Datenbank "Amphibian Species of the World 3.0"]
- [http://www.amphibiaweb.org/aw/index.html Amphibiaweb]
- [http://www.amphibienschutz.de/amphib/amphibien.htm Amphibien- und Reptilienschutz aktuell]
- [http://members.aol.com/lersowgunnar/Amphibien/Amphibienschutz.html Themenseite: Amphibien]
- [http://www.erdkroete.de/ Amphibien im Landkreis Bamberg]
- [http://www.schwanzlurche.de/ Bilderdatenbank: Molche und Salamander]
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ja:両生類
ko:양서류
ms:Amfibia
simple:Amphibian
1920er
- Einführung des Rundfunk, Langwelle, Mittelwelle
- Goldene Zwanziger
- 25. Oktober 1929: am schwarzen Freitag kommt es zu drastischen Kursverlusten an der New Yorker Börse. Als Folge darauf stürzt die Welt in die Weltwirtschaftskrise
Übersicht: Hits der 1920er
1920
: Mamie Smith: Crazy Blues
: Charles Harrison: I'll Be With You in Apple Blossom Time
: Jerome Kern: Look for the Silver Lining
: Ted Lewis Jazz Band: When My Baby Smiles at Me
: Ben Selvin: The Charleston
1921
: Ted Snyder: Sheik of Araby
: Vaughn De Leath: I'm Just Wild About Harry
: Paul Whiteman and Orchestra: Song of India
: Van and Schenck: Ain't We Got Fun
1922
: Jazzbos Carolina Serenaders: Chicago (That Toddlin Town)
: Al Jolson: Toot, Toot, Tootsie Goodbye
: Blossom Seeley: Way Down Yonder in New Orleans
: Fats Waller: I Wish I Could Shimmy Like Sister Kate
: Van and Schenck: Carolina in the Morning
1923
: Louis Prima: Yes! We Have No Bananas!
: Ted Snyder: Who's Sorry Now?
: Ray Henderson: That Old Gang of Mine
: Bessie Smith: Down-Hearted Blues
: Bessie Smith: Gulf Coast Blues
1924
: Louis Armstrong & Bessie Smith: St. Louis Blues
: Paul Whiteman and Orchestra: Indian Love Call
: George Gershwin: Fascinatin' Rhythm
: Harry Conick Jr.: It Had To Be You
: Marion Harris: Tea for Two
: Benny Goodman: California Here I Come
1925
: Art Gillham: I'm Sittin' On Top of the World
: Goofus Five: Alabamy Bound
: Eddie Cantor: If You Knew Susie Like I Knew Susie
: Ethel Waters: Sweet Georgia Brown
: Goofus Five: Yes Sir, That's My Baby
: Fats Waller: Squeeze Me
1926
: Al Jolson: Are You Lonesome Tonight
: Duke Ellington: Bye, Bye Blackbird
: Jean Goldkette: Tip Toe Through the Tulips
: Gertrude Lawrence: Someone to Watch Over Me
1927
: Paul Robeson: Old Man River
: Fats Waller: The Digah's Stomp
: Gene Austin: My Blue Heaven
: Henry James Allen Jr.: Swonderful
: Johnny Marvin: Me and My Shadow
1928
: Cliff Edwards: I Can't Give You Anything But Love
: Ben Selvin: You're the Cream in My Coffee
: Eddie Cantor: Makin' Whoopee
: Helen Kane: I Wanna Be Loved by You
1929
: Fred Astaire: Puttin' On the Ritz
: Fats Waller & Douglas Watt: Ain't Misbehavin'
: Cliff Edwards, The Brox Sisters, Charles King, Gus Edwards, Marie Dressler, Bessie Love, Polly Moran: Singin' in the Rain
: Howard Carmichael: Star Dust
1930
: King Oliver's Creole Jazz Band: Boogie Woogie
: Count Basie: I Got Rhythm
: Red Nichols: Embraceable You
: Ted Lewis: Sunny Side of the Street
Persönlichkeiten
- Albert Einstein
- Johannes Heesters
- Lenin
- Erich Ludendorff
- Hans Luther
- Wilhelm Marx
- Benito Mussolini
- Josef Stalin
- Gustav Stresemann
- Kurt Tucholsky
- Auguste Viktoria
- Josef Wirth
ja:1920年代
ko:1920년대
simple:1920s
Deutschland
Deutschland (die Langform der amtlichen Staatsbezeichnung lautet Bundesrepublik Deutschland) ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Im Norden bilden die Nordsee und die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen.
Bundeshauptstadt und Regierungssitz ist Berlin; einige Bundesministerien befinden sich in der Bundesstadt Bonn, dem ehemaligen Regierungssitz. Das politische System ist föderal und als parlamentarische Demokratie organisiert: Nach Artikel 20 des Grundgesetzes versteht sich Deutschland als demokratischer und sozialer Bundesstaat und Rechtsstaat. Dieser Bundesstaat besteht aus 16 teilsouveränen Bundesländern. Deutschland ist mit über 82 Mio. Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Europas. Die Bundesrepublik Deutschland ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der NATO und der G8.
Viele Links zu Artikeln mit Deutschlandbezug finden sich im Portal Deutschland.
Geografie
Lage
Deutschland liegt in Mitteleuropa zwischen 47°16′15″ und 55°05′33″ nördlicher Breite und 5°52′01″ und 15°02′37″ östlicher Länge. Die Nord-Süd-Ausdehnung reicht von List auf Sylt (Schleswig-Holstein) bis Oberstdorf (Bayern) und beträgt 876 km; die West-Ost-Ausdehnung zwischen der Gemeinde Selfkant (NRW) und Deschka (Sachsen) beträgt 640 km.
Nachfolgend sind die an Deutschland angrenzenden Staaten und Meere im Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge (insgesamt 3.757 km lang) ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben.
Im Norden grenzt Deutschland an Dänemark (67 km), im Nordosten an Polen (442 km), im Osten an Tschechien (811 km), im Südosten an Österreich (815; ohne Grenze im Bodensee), im Süden an die Schweiz (316 km; mit Grenzen der Exklave Büsingen, aber ohne Grenze im Bodensee), im Südwesten an Frankreich (448 km), im Westen an Luxemburg (135 km) und Belgien (156 km) und im Nordwesten an die Niederlande (567 km). Während im Nordwesten die Küsten der Nordsee und im Nordosten die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen bilden, hat Deutschland im Süden Anteil an den Alpen.
Exklaven
Eine Exklave Deutschlands ist das am Hochrhein gelegene Büsingen, das zum Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg gehört. Sie ist 7,62 km² groß und gänzlich von den drei Schweizer Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich umgeben.
Daneben existiert eine zweite Exklave auf irischem Territorium, unweit von Dublin. Es handelt sich um einen Friedhof, auf dem während des Zweiten Weltkrieg gefallene deutsche Soldaten beerdigt wurden. Um nach dem Krieg eine kostspielige und aufwändige Überführung der Leichen zu vermeiden, wurde das Gebiet an die Bundesrepublik Deutschland übergeben.
Mittelpunkt Deutschlands
Der geographische Mittelpunkt Deutschlands liegt laut dem Statistischen Jahrbuch Deutschland (Stand: 2000) in der Gemeinde Niederdorla im westlichen Thüringen auf der .
Großlandschaften
Die landschaftlichen Großräume unterscheiden sich vor allem in der Abfolge von Nord nach Süd, da das Gelände nach Süden hin tendenziell höher und steiler wird. Der nördliche Teil Deutschlands, die Norddeutsche Tiefebene, ist ein hauptsächlich von den Eiszeiten geformtes Tiefland, an das sich nach Süden die bewaldeten Mittelgebirge im Zentrum und in südlicheren Teilen des Landes anschließen. Insbesondere in Bayern, aber auch in Baden-Württemberg, gehen diese Landschaften in das relativ hoch liegende Nördliche Alpenvorland und dies wiederum in das Hochgebirge der Alpen über.
Geologie
Deutschland ist geologisch vielgestaltig. Während die glazial geprägten Landschaften, die Flussniederungen und -becken erst ab dem Tertiär ihre Gestalt annahmen, sind die Mittelgebirge deutlich älteren Datums.
Die kristallinen Rumpfgebirge (z. B. der Schwarzwald) sind bereits im Erdaltertum entstanden und bestehen hauptsächlich aus metamorphem und Tiefengestein wie Gneisen und Granit. Ähnlich alt ist das Rheinische Schiefergebirge, dessen Entstehung auf Silur und Devon zu datieren ist. An dessen Nordrand finden sich auch Formationen aus dem Karbon, in denen die gewaltigen Steinkohlevorkommen im Ruhrgebiet eingelagert waren.
Die süddeutsche Landschaft ist größtenteils auf die Entwicklungen im Erdmittelalter zurück zu führen: Während die Pfalz, Thüringen, Teile Bayerns und Sachsens geologisch im Trias gebildet wurden, ist die sich quer durch den süddeutschen Raum ziehende Schwäbische und Fränkische Alb ein Ergebnis der Auffaltung und Hebung von Meeresboden aus dem Jurazeitalter. Erstere Regionen weisen Sandstein, letztere Kalkstein als vorherrschende geologische Formation auf.
Vulkanismus wird in Deutschland nicht beobachtet. Dennoch findet sich in einigen Gebieten vulkanisches Gestein aus früherer Aktivität, insbesondere in der Vulkaneifel und auf dem Vogelsberg in Hessen. Auch Erdbeben mit schweren Folgen kommen praktisch nicht vor, da Deutschland vollständig auf der Eurasischen Platte liegt. Das Land wird daher nicht von Grenzen zwischen aneinander anstoßenden großen Platten der Erdkruste durchzogen.
Dennoch ist der Rheingraben in Nordrhein-Westfalen als mäßig gefährdete Erdbebenzone eingestuft, die sich bis in die Nachbarländer Belgien und Niederlande erstreckt (siehe auch Erdbebengebiet Kölner Bucht).
Gewässer
Erdbebengebiet Kölner Bucht bei Koblenz (Deutsches Eck)]]
Deutschland grenzt mit den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein an die Nordsee. Diese ist ein Randmeer des Atlantiks und das am dichtesten befahrene Seegebiet der Erde. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein liegen an der Ostsee, einem Binnenmeer, das über den Skagerrak mit der Nordsee verbunden ist. Der Tidenhub an der Ostsee ist wesentlich geringer als an der Nordsee.
Die deutschen Flüsse gehören zu sechs großen Flusssystemen, deren Einzugsbereiche fast die gesamte Fläche einnehmen. Diese sind der Rhein, die Donau, die Elbe, die Oder, die Weser, und die Ems. Der längste dieser Flüsse ist die Donau; sie ist mit 2.845 km ab dem Zusammenfluss von Brigach, Breg und der Donauquelle in Donaueschingen beziehungsweise 2.888 km ab der Breg-Quelle am Rande des Schwarzwaldes nach der Wolga der zweitlängste Strom in Europa. Allerdings verläuft nur ein kleiner Teil der Donau-Gesamtstrecke durch Deutschland. Die Donau mündet ins Schwarze Meer.
Alle anderen deutschen Flüsse entwässern in die Nord- oder Ostsee. Der Abschnitt der Europäischen Wasserscheide durch Deutschland verläuft östlich des Oberrheingrabens über den Hauptkamm des Schwarzwaldes, danach folgt sie der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Der Rhein ist von diesen Strömen derjenige, der die längste Strecke innerhalb Deutschlands zurücklegt: Von seinem 1.320 km langen Flusslauf führen 852 km durch Deutschland. Er hat zudem für die Deutschen eine identitätsstiftende Rolle inne, die sich aus der Geschichte und zahlreichen Mythen und Sagen speist. Auch seine wirtschaftliche Funktion ist bedeutend: er ist eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen Europas.
Die Elbe entspringt im Riesengebirge an der Grenze Tschechiens zu Polen und mündet nach ungefähr 1.165 km – davon 770 km in Deutschland – bei Cuxhaven in die Nordsee. Sie gehörte zeitweilig zu den am meisten mit Schadstoffen belasteten Flüssen Europas, doch mittlerweile hat sich die Wasserqualität deutlich verbessert.
Die Oderquellen befinden sich in den tschechischen Beskiden. Nach wenigen Kilometern fließt die Oder nach Polen und in ihrem Mittellauf durch Schlesien. In ihrem Unterlauf bildet sie die deutsch-polnische Grenze um dann wieder in Polen bei Stettin in das Stettiner Haff zu münden. Als Swine fließt sie schließlich zwischen den Inseln Usedom und Wollin durch Swinemünde in die Ostsee.
Die Weser speist sich aus den Flüssen Werra und Fulda und entwässert den mittleren Teil Deutschlands. Die Einzugsgebiete von Oder und Ems liegen im äußersten Osten bzw. Westen.
Die Seen in Deutschland sind größtenteils in der Folge der Eiszeit entstanden, nach deren Ende sich ehemalige Gletschertäler (Gletscher- und Gletscherwasserabflussrinnen) teilweise mit Wasser füllten. Daher finden sich die meisten der großen Seen in ehemals von Inlandeis bedeckten Gebieten oder deren Vorland, insbesondere in Mecklenburg und dem Alpenvorland. Der größte mit deutschem Anteil ist der Bodensee, an den auch Österreich und die Schweiz grenzen. Der größte vollständig zu deutschem Staatsgebiet gehörende See ist die Müritz, die Teil der mecklenburgischen Seenplatte ist.
Siehe auch: Liste der Flüsse in Deutschland, Liste der Seen in Deutschland
Gebirge und Senken
Liste der Seen in Deutschland
Die Alpen sind das einzige Hochgebirge, an dem Deutschland Anteil hat. Hier befindet sich mit der Zugspitze (2.962 m) der höchste Berg Deutschlands. Die Mittelgebirge nehmen tendenziell von Nord nach Süd an Höhe und Ausdehnung zu. Höchster Mittelgebirgsgipfel ist der Feldberg im Schwarzwald mit 1.493 m, gefolgt vom Großen Arber im Bayerischen Wald mit 1.453 m. Gipfel über 1.000 m erreichen außerdem das Erzgebirge, das Fichtelgebirge, die Schwäbische Alb und als Sonderfall der Harz, der sich recht isoliert als nördlichstes Mittelgebirge in Deutschland mit dem Brocken auf 1.141 m erhebt. Nördlich der Mittelgebirgsschwelle erheben sich nur noch vereinzelte Formationen über 100 m, von denen der Hagelberg im Fläming mit 200 m die höchste ist.
Details finden sich in der Liste der höchsten Berge Deutschlands und der Liste der Gebirge Deutschlands.
Die niedrigste begehbare Landesstelle Deutschlands liegt bei 3,54 m unter Normalnull in einer Senke bei Neuendorf-Sachsenbande in der Wilstermarsch (Schleswig-Holstein). Ebenfalls in diesem Bundesland befindet sich die tiefste Kryptodepression: Sie liegt mit 39,10 m u. NN am Grund des Hemmelsdorfer Sees nord-nordöstlich von Lübeck. Die tiefste künstlich geschaffene Stelle liegt bei 293 m u. NN am Grund des Tagebau Hambach östlich von Jülich in Nordrhein-Westfalen.
Inseln
Jülich
Gemessen an der Küstenlinie verfügt Deutschland über eine beachtliche Zahl an Inseln. Diese sind in der Nordsee meist in Form von Inselketten dem Festland vorgelagert und stellen Festlandsreste dar, die durch Landsenkung und nachfolgende Überflutung von der Küste getrennt wurden. Unterteilt werden sie in die nordfriesischen und die ostfriesischen Inseln, die Bestandteil des deutschen Wattenmeeres sind. Die nordfriesischen Inseln gehören zu Schleswig-Holstein und bestehen aus den größeren Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Pellworm und Nordstrand sowie den wesentlich kleineren Halligen. Die zu Niedersachsen gehörenden ostfriesischen Inseln sind von Aufbau und Größe sehr ähnlich. Größte dieser Inseln ist Borkum. Einen Sonderfall stellt die weiter in der Nordsee gelegene Insel Helgoland dar, die Deutschlands einzige Hochseeinsel ist.
Die Inseln in der Ostsee liegen an der deutschen Boddenküste, sind tendenziell größer und weisen ein stärker bewegtes Relief auf. Die größte dieser Inseln und gleichzeitig größte deutsche Insel ist Rügen, gefolgt von Usedom, deren Ostzipfel bereits zu Polen gehört. Wie die Nordseeinseln sind auch die Ostseeinseln beliebte Reiseziele und von bekannten Seebädern gesäumt.
Auch in einigen deutschen Binnengewässern gibt es Inseln, von denen die bekanntesten Mainau und Reichenau im Bodensee sowie Herrenchiemsee im Chiemsee sein dürften. Für die vollständige Aufführung aller Inseln siehe: Liste deutscher Inseln
Klima
Deutschland gehört zur gemäßigten Klimazone Mitteleuropas im Bereich der Westwindzone und befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem maritimen Klima in Westeuropa und dem kontinentalen Klima in Osteuropa. Das Klima wird unter anderem vom Golfstrom beeinflusst, der die klimatischen Werte für die Breitenlage ungewöhnlich mild gestaltet.
Extreme Wetterbedingungen wie langanhaltende Dürren, Tornados, strenger Frost oder extreme Hitze sind vergleichsweise selten. Gelegentlich treten jedoch Stürme auf, die in den Jahren 2000 und 2002 zu schweren Schäden geführt haben. Regelmäßig ereignen sich auch Hochwasser, die nach intensiven Regenperioden im Sommer (Oderhochwasser 1997, Elbehochwasser 2002) oder nach der Schneeschmelze im Winter zu Überschwemmungen und erheblichen Zerstörungen führen können. Dass es am Rhein häufiger zu Hochwasser kommt, liegt wahrscheinlich an der im 19. Jahrhundert unter der Leitung von Tulla durchgeführten Rhein-Begradigung, die weitgehend zur Beseitigung der früheren Rheinauen geführt hat. Dürren betreffen hauptsächlich den Nordosten Deutschlands, können zuweilen aber auch das ganze Land in Mitleidenschaft ziehen, wie zuletzt während der Hitzewelle 2003.
Die Klimadaten betragen (gemittelte Werte der Jahre 1961–1990):
Quelle: [http://www.cru.uea.ac.uk/~timm/cty/obs/TYN_CY_1_1.html Tyndall Centre for Climate Change Report]
Die deutschlandweiten Klimamittel werden je nach Region teils erheblich über- oder unterschritten. Die höchsten Jahrestemperaturen verzeichnet Südbaden mit über 11 °C, während in Oberstdorf der Durchschnitt unter 6 °C liegt. Zudem zeichnet sich ein allgemeiner Trend zu höheren Temperaturen ab: Nach Angabe des Deutschen Wetterdienstes lagen in 14 der 15 Jahre seit 1990 die Durchschnittstemperaturen über dem langjährigen Mittel von 8,3 °C, im Jahr 2000 wurden sogar 9,9 °C erreicht. Insbesondere die Sommer sind deutlich wärmer geworden. Zudem verfrüht sich der Frühlingseinzug im Schnitt um fünf Tage pro Jahrzehnt. Zugvögel halten sich fast einen Monat länger in Deutschland auf als noch in den siebziger Jahren.
Böden und Flächennutzung
Die Zusammensetzung und Qualität der Böden ist regional sehr unterschiedlich. In Norddeutschland bildet ein küstennaher Gürtel aus fruchtbaren Marschböden die Grundlage für ertragreiche Landwirtschaft, während die dahinter liegende, eiszeitlich geprägte Geest nur sehr magere Böden aufweist. In der Lüneburger Heide ist dieser durch jahrhundertelange Weidewirtschaft zum Podsol degeneriert, so dass Ackerbau kaum möglich ist. Sehr unergiebig sind auch die Gebiete der Alt- und Jungmoränenlandschaft, in denen sich Flugsand angelagert hat. Brandenburg beispielsweise war schon in historischer Zeit als des „Heiligen Reiches Streusandbüchse“ berüchtigt. Zwischen der Moränenlandschaft und der Mittelgebirgsstufe zieht sich von West nach Ost eine Reihe von Börden: In diesen Gebieten ist durch eiszeitliche Lössablagerungen äußerst fruchtbarer Boden entstanden. Dieser besteht zumeist aus Braunerden, im Osten teils auch aus Schwarzerden und wird intensivst landwirtschaftlich genutzt. In den Mittelgebirgen herrschen magere Böden vor, die landwirtschaftlich nur extensiv bewirtschaftet werden. Die weitaus größte Fläche ist bewaldet. Ergiebige Böden finden sich in Süddeutschland insbesondere entlang der Flüsse Rhein, Main und Donau.
Insgesamt werden 53,5 % der deutschen Fläche landwirtschaftlich genutzt, Wälder bedecken weitere 29,5 %. Aufgrund hoher Bevölkerungsdichte und Mobilität macht die Siedlungs- und Verkehrsfläche stolze 12,3 % aus (Tendenz weiterhin steigend). Wasserflächen kommen auf 1,8 %, die restlichen 2,4 % verteilen sich auf sonstige Flächen, zumeist Ödland.
Politik
Hauptartikel: Politisches System Deutschlands
Staatsorganisation
Hauptartikel: Politisches System Deutschlands
Hauptstadt und Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland ist Berlin. Nach Artikel 20 GG ist die Bundesrepublik Deutschland ein demokratischer, sozialer und rechtsstaatlicher Bundesstaat. Es gibt 16 teilsouveräne Bundesländer, von denen einige wiederum in Regierungsbezirke untergliedert sind. Die staatliche Ordnung regelt das Grundgesetz. Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident mit repräsentativen Aufgaben. Protokollarisch gesehen folgen ihm der Präsident des Deutschen Bundestages, der Bundeskanzler und der jeweils amtierende Bundesratspräsident, der gemäß dem Grundgesetz den Bundespräsidenten vertritt. Der Regierungschef Deutschlands ist der Bundeskanzler. Er besitzt die Richtlinienkompetenz für die Politik der Bundesregierung (Kanzlerdemokratie).
Bundesregierung
Als Bundesstaat ist Deutschland föderal organisiert, d. h. es gibt zwei Ebenen im Politischen System: die Bundesebene, die den Gesamtstaat Deutschland nach außen vertritt, und die Länderebene, die in jedem Bundesland einzeln existiert. Jede Ebene besitzt eigene Staatsorgane der Exekutive (ausführende Gewalt), Legislative (gesetzgebende Gewalt) und Judikative (rechtsprechende Gewalt). Siehe auch: Gewaltenteilung
Bundestag und Bundesrat entscheiden gemeinsam über die Gesetze des Bundes und haben die Befugnis mit Zweidrittelmehrheit in beiden Organen das Grundgesetz, die Verfassung Deutschlands, zu ändern. In den Bundesländern entscheiden die Länderparlamente über die Gesetze ihres Landes. Obwohl die Abgeordneten der Parlamente nach dem Grundgesetz nicht weisungsgebunden sind, dominieren Vorentscheidungen in den Parteien die Gesetzgebung.
Parteien]
Die Exekutive wird auf Bundesebene durch die Bundesregierung gebildet, die durch den Bundeskanzler geleitet wird. Auf der Ebene der Bundesländer leitet der Ministerpräsident (bzw. der Bürgermeister der Stadtstaaten) die Exekutive. Die Verwaltungen des Bundes und der Länder werden jeweils durch die Fachminister geleitet, sie stehen an der Spitze der Behörden.
Wie in anderen Ländern auch, spielen Verbände im politischen System eine wichtige Rolle. Mit ihrer Lobbyarbeit versuchen sie, die Politik in die Richtung ihrer Interessen zu bewegen. Die Sinnhaftigkeit dieser Tätigkeiten ist nicht unumstritten und unterliegt häufiger Kritik insbesondere der durch die Lobbyarbeit jeweils negativ betroffenen anderen Verbände.
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wacht über die Einhaltung des Grundgesetzes. Die Obersten Gerichtshöfe des Bundes sind der Bundesgerichtshof mit Hauptsitz in Karlsruhe, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, das Bundesarbeitsgericht in Erfurt, das Bundessozialgericht in Kassel und der Bundesfinanzhof in München. Der Großteil der Rechtsprechung liegt in der Verantwortung der Bundesländer. Die Bundesgerichte sind fast immer nur Revisionsinstanz und prüfen die Entscheidungen der Landesgerichte auf formelle und materielle Rechtmäßigkeit.
Siehe auch: Grundgesetz
Bundesländer
Parteienlandschaft
Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) wurde 1945 als überkonfessionelle Nachfolgepartei bürgerlicher und religiös geprägter Parteien gegründet. In ihr vereinigten sich vor allem Kräfte aus der Zentrumspartei. Sie ist konservativ geprägt. Mit der Ausnahme Bayerns ist die CDU im gesamten Bundesgebiet vertreten.
Die Christlich Soziale Union (CSU) hat eine ähnliche konservative Ausrichtung, wirkt aber nur in Bayern. Gemeinsam bilden beide Parteien im Deutschen Bundestag eine Fraktionsgemeinschaft, zusammen werden sie „die Union“ oder auch „Unionsparteien“ genannt.
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) existiert einschließlich ihrer Vorläuferorganisationen seit 1863, und ist damit die älteste bis heute existierende politische Partei Deutschlands. Sie hat die Tradition der Sozialdemokratie begründet. Nach Verbot in der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie 1945 wiedergegründet. Sie versteht sich seit ihrem Godesberger Programm von 1959 auch offiziell nicht mehr nur als Arbeiterpartei, sondern als eine Volkspartei, die für breite Schichten wählbar sein will. Ihr Bekenntnis lautet „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“.
Die Freie Demokratische Partei (FDP) wurde 1948 gegründet und beruft sich in ihrem Selbstverständnis auf die Tradition des deutschen Liberalismus, der sich bereits 1861 mit der Deutschen Fortschrittspartei in Preußen als erste politische Partei Deutschlands im heute verstandenen Sinn organisiert hatte, sich wenige Jahre darauf jedoch in sich gegeneinander konkurrierende unterschiedliche Parteien aufgespalten hatte. Die moderne FDP steht insbesondere in Wirtschafts-, aber auch in Bürgerrechtsfragen für mehr Freiheiten und Verantwortung des Einzelnen, sowie für eine stärkere Zurückhaltung des Staates - insbesondere bei wirtschaftlichen Belangen. Sie war mit insgesamt 42 Jahren am längsten als kleinerer Koalitionspartner sowohl der CDU/CSU als auch der SPD an der Regierungsverantwortung der Bundesrepublik beteiligt.
Die Grünen entstanden als bundesweite Partei 1979/80 aus den damals neuen sozialen Bewegungen, beispielsweise der modernen Frauenbewegung, der Friedens- und der Ökologiebewegung der 1970er Jahre. 1983 zogen sie erstmals in den Bundestag ein. 1990 schlossen sie sich mit der ostdeutschen Bürgerbewegung Bündnis 90 zu Bündnis 90/Die Grünen zusammen.
Die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) war die Rechtsnachfolgerin der in der DDR allein herrschenden SED. Inhaltlich beruft sich die Partei auf sozialistische Ideale, und steht im Parteienspektrum des Bundestags links von der SPD. Bedeutendere Wahlerfolge für die PDS blieben zunächst auf Ostdeutschland beschränkt. 2005 wurde aus Protest gegen die Reformpolitik der rot-grünen Bundesregierung die Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) auf Initiative von Gewerkschaftern und enttäuschten vormaligen SPD-Mitgliedern gegründet. Für die Bundestagswahl 2005 öffnete die PDS ihre Listen für WASG-Mitglieder. Aus diesem Grund hat sich die PDS inzwischen in Die Linkspartei. umbenannt. Beide Parteien streben eine Vereinigung an.
Rechtsextreme Parteien waren, von der Deutschen Reichspartei im Ersten Bundestag (1949–1953) abgesehen, nie im deutschen Bundestag vertreten, konnten aber auf Landesebene zeitweise in Parlamente einziehen. Eine relative Blütezeit erlebten sie Ende der 1960er und seit der Wiedervereinigung. Parteien dieser Richtung sind Die Republikaner, die Deutsche Volksunion (DVU) und die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD).
Es gibt zahlreiche regionale Parteien und „Splitterparteien“, deren politischer Einfluss auf Bundesebene aber durch die Sperrklausel der 5%-Hürde in der Regel auf außerparlamentarische Aktivitäten beschränkt ist. Die Ausnahmeregelung, über Direktmandate in den Bundestag einzuziehen, ist für diese ebenso fast unmöglich. Im Landtag von Schleswig-Holstein ist jedoch aufgrund einer Sonderregelung für die dänische Minderheit der Südschleswigsche Wählerverband gesetzlich garantiert vertreten.
In der Geschichte der Bundesrepublik gab es mehrere Parteiverbote, gegen die rechtsradikale SRP 1952 und gegen die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 1956. Ein Verbotsantrag gegen die NPD scheiterte 2004 unter anderem wegen Versagens des Bundesamtes für Verfassungsschutz.
Nahezu allen einflussreichen Parteien stehen – mehr oder weniger selbständig – Jugendorganisationen zur Seite. Die wichtigsten sind die Junge Union (CDU/CSU), die Jusos (SPD), die Jungen Liberalen (FDP), die Grüne Jugend (Bündnis 90/Die Grünen) sowie ['solid] (Die Linkspartei.).
Siehe auch: Politische Parteien in Deutschland, Geschichte der Parteien in Deutschland, Politisches Spektrum, Bundestagswahl 2005
Außenpolitik
Die wichtigsten Leitlinien bundesdeutscher Außenpolitik sind die Westbindung und die europäische Integration. Deutschland hat am Aufbau europäischer Organisationen einen entscheidenden Anteil; Ziel war dabei auch, den Nachbarn Angst vor Deutschland zu nehmen und die Beschränkungen durch die Besatzungsmächte überflüssig zu machen. Die Bundesrepublik ist seit 1950 Mitglied des Europarates und unterschrieb 1957 die Römischen Verträge, den Grundstein für die heutige Europäische Union. Zentraler Aspekt für die Sicherheitspolitik und Ausdruck der Westbindung ist die Mitgliedschaft in der NATO, der die Bundesrepublik 1955 beitrat.
Während des Kalten Kriegs war der Spielraum deutscher Außenpolitik begrenzt. Als eines der wichtigsten Ziele galt die Wiedervereinigung. Militäreinsätze im Ausland kamen nicht in Frage. Laut Grundgesetz darf sich die Bundeswehr an Angriffskriegen nicht beteiligen, ihre Aufgabe besteht lediglich in der Landes- und Bündnisverteidigung. Durch die von Deutschland initiierte Ostpolitik unter der Devise Wandel durch Annäherung, die zunächst von wichtigen Verbündeten sehr skeptisch betrachtet wurde, konnten dennoch eigenständige politische Akzente gesetzt werden. Später wurde diese Politik als erfolgreich angesehen.
Seit der Wiedervereinigung hat Deutschland seine außenpolitischen Grundsätze erweitert und einen Weg zu größerer internationaler Verantwortung eingeschlagen. So nimmt die Bundeswehr seit 1991 mit Zustimmung des Bundestages und zusammen mit verbündeten Armeen an verschiedenen friedenserhaltenden und -erzwingenden Einsätzen auch außerhalb Deutschlands und des Territoriums der Nato-Verbündeten teil (Out-Of-Area-Einsätze).
Traditionell spielt Deutschland zusammen mit Frankreich eine führende Rolle in der Europäischen Union. Deutschland treibt die Bemühungen voran, über die Wirtschafts- und Währungsunion hinaus ein einheitliches und wirkungsvolles System der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik zu schaffen. Weitere außenpolitische Ziele sind die Verwirklichung des Kyoto-Protokolls zum Klimaschutz sowie die weltweite Anerkennung des Internationalen Strafgerichtshofs. Bedeutendes Interesse hat Deutschland auch an einer friedlichen Lösung des Nahostkonflikts. Aufgrund der schwierigen Materie und den Begrenzungen deutscher Politik besteht der Beitrag vor allem in der Bereitstellung informeller Kontaktmöglichkeiten zwischen den beteiligten Parteien. Die Bundesregierung lehnte den Irak-Krieg 2003 ab, da sie die Existenz von Massenvernichtungswaffen bezweifelte, eine diplomatische Lösung bevorzugte und um erhebliche Gefahren für die politische Stabilität des gesamten als fragil eingestuften Raumes fürchtete. Dafür wurde sie von wichtigen Verbündeten stark kritisiert. Zusammen mit den Verbündeten Großbritannien und Frankreich bemüht sich die Bundesrepublik, den Iran im Dialog dazu zu bewegen, auf die Weiterführung seines Atomprogramms zu verzichten. Die Bundesregierung strebt einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an. Die Durchsetzung dieses Zieles wird jedoch aufgrund des Widerstands anderer, teils verbündeter Staaten erschwert und hat nur geringe Aussicht auf Erfolg. So würden zwar Frankreich und Großbritannien die G4 Staaten (Deutschland, Indien, Japan und Brasilien) grundsätzlich unterstützen; jedoch fehlt Deutschland die Zustimmung der USA, so wie Japans Beitritt durch China blockiert wird.
Militär
Vereinten Nationen
Vereinten Nationen]
Hauptartikel: Bundeswehr
Nach ihrer Gründung 1949 hatte die Bundesrepublik Deutschland zunächst keine eigenen Streitkräfte. Unter dem Eindruck des Koreakrieges und der als aggressiv empfundenen sowjetischen Politik in Osteuropa trat die Bundesrepublik 1955 der NATO bei und stellte Streitkräfte auf. Nach der Wiedervereinigung wurden Teile der Nationalen Volksarmee der DDR in diese Streitkräfte eingegliedert.
Die als Bundeswehr bezeichnete militärische Gesamtorganisation besteht aus den Streitkräften und ihrer Verwaltung. Die Streitkräfte gliedern sich in die Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine und die unterstützenden Organisationsbereiche Streitkräftebasis und Zentraler Sanitätsdienst.
In der Bundeswehr dienten im April 2005 257.000 Soldaten und 125.000 zivile Mitarbeiter. Seit 2001 haben auch Frauen uneingeschränkten Zugang zum Dienst in den Streitkräften. Ihr Anteil beträgt 6,2 % der Soldaten (Stand 2005). Die Bundesrepublik Deutschland gab im Jahr 2004 24,4 Mrd. Euro für die Bundeswehr aus, womit sie im internationalen Vergleich nach absoluten Ausgaben den sechsten Platz und im Vergleich zum jeweiligen BIP einen Platz im letzten Drittel der NATO belegt. Das wird von einigen als zu wenig angesehen, vor allem, da die Bundeswehr sich nach dem Kalten Krieg auf erheblich veränderte Aufgaben einstellen muss.
Auf dem US-Stützpunkt Ramstein und dem Luftwaffenstützpunkt Büchel (in Rheinland-Pfalz) sind heute noch 65 US-amerikanische Wasserstoffbomben stationiert, an deren Einsatzplanung Deutschland im Rahmen der nuklearen Teilhabe beteiligt ist.
Geschichte
Der Hauptartikel Geschichte Deutschlands vermittelt einen detaillierten Überblick. Zum mittelalterlichen Deutschland siehe Deutschland im Mittelalter. Für die Entwicklung der neuen deutschen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg siehe die Artikel Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und Geschichte der DDR.
Frühgeschichte und Antike
Geschichte der DDR
Die ältesten Siedlungsbelege auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland sind etwa 700.000 Jahre alt, seit rund 500.000 Jahren geht man von einer dauerhaften Besiedlung aus. In Deutschland existieren bedeutende Fundstätten aus der Urzeit: Nach dem Neanderthal in Mettmann ist der frühe menschliche Vertreter der Gattung Homo sapiens neanderthalensis, dem Neanderthaler, benannt. Diese wurden vor etwa 40.000 Jahren von dem zugewanderten Homo sapiens sapiens, dem modernen Menschen, verdrängt. In der Jungsteinzeit entwickelten sich Ackerbau, Viehzucht und feste Siedlungsplätze. Aus dieser Zeit sind einige bedeutende kulturelle Funde erhalten, etwa die Venus von Willendorf und die Himmelsscheibe von Nebra, die darauf deutet, dass schon um 2000 vor Christus in dieser Region Astronomie betrieben wurde.
Erste schriftliche Erwähnung finden keltische und germanische Stämme bei den Griechen und Römern in der vorchristlichen Zeit. Um 500 vor Christus war das heutige Süddeutschland keltisch und das heutige Norddeutschland germanisch besiedelt. Die Germanen wanderten im Laufe der Jahrhunderte südwärts, so dass um Christi Geburt die Donau die ungefähre Siedlungsgrenze zwischen Kelten und Germanen war. Sprachforscher vermuten, dass viele Merkmale süddeutscher Dialekte auf keltischen Einfluss zurückgehen. Von 58 v. Chr. bis etwa 455 n. Chr. gehörten die Gebiete links des Rheins sowie südlich der Donau zum Römischen Reich, von etwa 80 bis 260 n. Chr. auch der größte Teil des heutigen Baden-Württemberg südlich des Limes. Die Gebiete im heutigen Deutschland verteilten sich auf die Provinzen Germania Superior, Germania Inferior und Raetia. In diesem Gebiet gründeten die Römer viele Legionslager, die sich später zu Städten entwickelten. Wichtigste Städte zu römischer Zeit waren Köln, Trier (die älteste Stadt Deutschlands) und Augsburg. Zur Sicherung der Grenzen siedelten die Römer befreundete germanische Stämme in den Provinzen an. Außerdem wanderten Siedler aus anderen Teilen des Römischen Reiches, insbesondere aus Italien, ein und wurden westlich des Rheins und südlich der Donau sesshaft. Weitreichende Neuerungen, die auch das deutsche Vokabular beeinflussten, führten die Römer insbesondere in Hausbau, Handwerk, Wein- und Ackerbau sowie Verwaltung und Militär ein. Eine erste Geschichte Gesamtgermaniens verfasste der römische Schreiber Tacitus im Jahr 98.
Völkerwanderung und Frühmittelalter
98
Nach dem Einfall der Hunnen 375 und zeitgleich mit dem Niedergang Westroms ab 395 setzte die Völkerwanderung ein, in deren Verlauf die germanischen Stämme immer weiter nach Südwesten zogen. In die fast menschenleeren Gebiete des heutigen Ostdeutschland wanderten im 7. Jahrhundert bis zur Elbe-Saale-Linie slawische Stämme ein. Weite Teile der Bevölkerung der heutigen ostdeutschen Bundesländer waren daher bis ins hohe Mittelalter slawisch geprägt (Germania Slavica). Erst im Zuge der hochmittelalterlichen Ostsiedlung wurden sie assimiliert und akkulturiert. Der Hauptteil West- und Mitteleuropas wurde vom Frankenreich eingenommen, das heutige Norddeutschland wurde von den Sachsen beherrscht.
Nach der blutigen Unterwerfung und Zwangsmissionierung der Sachsen erstreckte sich das Frankenreich bis zur Nordsee, der Elbe und dem heutigen Österreich. Auf dem Höhepunkt der fränkischen Macht stellte Karl der Große einen Anspruch auf die Führungsmacht in Europa. 800 ließ er sich in Rom zum Kaiser krönen. Doch die Einheit seines Reiches währte nicht lange: Streitigkeiten unter seinen Nachfolgern bewirkten im Vertrag von Verdun (843) die Dreiteilung des Reiches in das ostfränkische Reich unter König Ludwig Germanicus (später: ... dem Deutschen), das westfränkische Reich unter König Karl dem Kahlen und dem zwischen ihnen liegenden Königreich Lothars I., das den Namen Lotharingien erhielt. Das ostfränkische Reich bildete den groben geografischen Rahmen für das später entstehende Deutsche Reich.
Heiliges Römisches Reich (962–1806)
Hauptartikel: Heiliges Römisches Reich
Als traditioneller Beginn der deutschen staatlichen Tradition wird oft der 2. Februar 962 angesehen, an dem Otto I. als erster ostfränkischer König in Rom zum Kaiser gekrönt wurde und damit das Heilige Römische Reich begründete. Als Anfang wird aber auch das Jahr 911 genannt, der Regierungsantritt Konrads I. als erster nicht-karolingischer Herrscher in Deutschland. Im 10. Jahrhundert wurde erstmals für das bisherige ostfränkische Reich auch der Terminus regnum teutonicum („Deutsches Reich“) verwandt.
Die fränkischen Teilreiche waren schon zuvor unterschiedliche Wege gegangen: Während sich das ehemalige Westfränkische Reich, dessen fränkische Bewohner sich romanisierten, mit der Zeit zum französischen Zentralstaat entwickelte, blieb das ostfränkische Reich durch Territorialfürsten geprägt, die den Kaiser wählten und dadurch ihre Partikularinteressen geltend machen konnten. Obwohl die Kaiser des römisch-deutschen Reiches wiederholt versuchten ihre Position zu stärken, teilte sich das Reich immer weiter in weitgehend souveräne Klein- und Kleinststaaten sowie Reichsstädte. Nach Reformation und Dreißigjährigem Krieg, dem nach Opferzahl relativ zur Gesamtbevölkerung Deutschlands fatalsten Krieg, hatte der Kaiser nur noch eine überwiegend formale Machtstellung.
Der Name des Heiligen Römischen Reiches änderte sich über die Jahrhunderte mehrfach. So wurde es im 12. Jahrhundert noch als „Heiliges Reich“ bezeichnet, ab Mitte des 13. Jahrhunderts als „Heiliges Römisches Reich“ und ab dem 15. Jahrhundert als Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation.
Der Weg zum deutschen Nationalstaat (1806–1871)
Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation
Dieser Zustand währte bis 1806, als Napoléon in seinen Eroberungskriegen Mitteleuropa überrannte und das schwache Reichsgebilde zum Einsturz brachte. Der letzte Kaiser des faktisch nur noch formell bestehenden Heiligen Römischen Reiches (deutscher Nation), Franz II., der erst 1804 auch Kaiser des österreichischen Vielvölkerstaates geworden war, musste die Reichskrone auf Druck des französischen Kaisers ablegen. Unter Napoléon Bonaparte wurde die Anzahl der deutschen Staaten durch Zusammenlegung erheblich verringert und auch viele Reichsstädte verloren ihre Unabhängigkeit (deren Zahl hatte zeitweise über 80 betragen).
Nach der Niederlage Napoleons restaurierte der Wiener Kongress weitgehend die alten Herrschaftsverhältnisse. Deutschland, nun ohne einigendes Band, war teilweise im Deutschen Bund, einer losen Vereinigung von 38 deutschen Staaten unter Führung Österreichs organisiert. Kurz darauf wurde der Deutsche Zollverein geschaffen, in dem das wiedererstarkte Preußen dominierende Macht war.
Schon bald nach der gescheiterten nationalen und liberalen Märzrevolution von 1848/1849 kam es zur Kollision der Preußen mit der Großmacht Österreich um die Vormachtstellung im Deutschen Bund wie auch in Europa, die zum Deutschen Krieg von 1866 führte. Nachdem Preußen diesen Krieg für sich entschieden hatte, kam es zur Auflösung des Deutschen Bundes, zur Annexion seiner norddeutschen Kriegsgegner durch Preußen und dadurch zu einer weiteren Schrumpfung der Zahl deutscher Staaten.
Deutsches Kaiserreich (1871–1918)
Die anschließende Gründung des Norddeutschen Bundes unter preußischer Führung leitete die so genannte kleindeutsche Lösung ein. Diese zielte entsprechend der Intention Bismarcks auf eine staatliche Einigung unter der Hegemonie Preußens ohne die damalige Großmacht Österreich. Das Deutsche Reich wurde nach dem gewonnenen Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und der Proklamation des preußischen Königs Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser im Spiegelsaal von Versailles ausgerufen.
Mit der Reichsgründung wurden Gebiete eingegliedert, die noch nie oder nicht mehr zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehört hatten, sondern seit den Polnischen Teilungen Ende des 18. Jh. Teile Preußens außerhalb des Reiches waren. Dazu gehörten West-, Ostpreußen und Danzig, das überwiegend polnischsprachige Gebiet Posen und Schleswig. Frankreich trat (deutsch- und französischsprachige) Teilgebiete der Regionen Lothringen (nördliche und östliche Teile) und Elsass (ohne Belfort) ab, welche als direkt von der Zentrale verwaltetes "Reichsland Elsass-Lothringen" ohne Gliedstaatrechte konstituiert wurden.
Als ideeller Begründer des Deutschen Reiches wurde Otto von Bismarck erster Reichskanzler. Seine antidemokratisch-konservative Grundhaltung verhinderte allerdings die Reichseinigung unter demokratischen Bedingungen und schuf die Voraussetzung dafür, dass in Deutschland Nationalismus und Demokratie einander fremd wurden. Er führte einen wenig erfolgreichen Kampf gegen die Sozialdemokratie, die polnische Minderheit und die katholische Kirche (siehe Kulturkampf). Seine aggressiv-kriegerische Außenpolitik änderte sich ab der Reichsgründung dagegen zu einer Bündnispolitik, die auf die Isolierung Frankreichs abzielte und ein vertraglich geregeltes, aber fragiles Paktsystem in Europa schuf. Gleichwohl blieb die Außenpolitik imperialistisch ausgerichtet: Auf der Berliner Kongo-Konferenz trat Deutschland 1884 mit der Forderung nach einem „Platz an der Sonne“ in den Kreis der Kolonialmächte ein, nachdem schon in den frühen 1880er Jahren deutsche Vereine Territorien in Afrika und Asien erworben hatten. Im Dreikaiserjahr kam Wilhelm II. an die Macht, der wenig später Bismarck zur Kündigung zwang und die Außenpolitik in Richtung Konfrontation änderte. Das Attentat auf den
Volkswagen Typ 166 Schwimmwagen Entwicklung von Volksauto zum Kübelwagen
Bei seiner Eröffnungsrede der Automobilschau 1934 in Berlin forderte Adolf Hitler die deutsche Automobilindustrie auf ein „Volksauto“ zu bauen. Seine genauen Vorstellungen über das Volksauto der Zukunft legte er später genau fest. Es sollte nicht mehr als 7 l/100km Benzin verbrauchen, eine Dauergeschwindigkeit von 100 km/h entwickeln können, genug Platz für eine vierköpfige Familie besitzen und nicht mehr als 1000 RM kosten. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt (April 1934) der Entwicklung wurden von Seiten der Wehrmacht Überlegungen angestellt, wie sich ein solches zukünftiges Automobil auch militärisch nutzen lassen könnte. Im Juni 1934 wurde Prof. Ferdinand Porsche mit der Entwicklung eines solchen Volksautos beauftragt. Erst im Januar 1939 gab es durch das Heereswaffenamt konkret Forderungen einer Entwicklung und deren Bedingungen an ein militärisches Fahrzeug auf der Grundlage des bis dahin entwickelten KdF-Wagen. Das Heereswaffenamt stellte folgende Bedingungen an das Fahrzeug: Es sollten drei Soldaten mit Ausrüstung aufnehmen können, ein Gesamtgewicht von 950 kg (Fahrzeug 550 kg + 3 Mann und Ausrüstung 400 kg) nicht überschreiten, eine geringe Bauhöhe besitzen und geländetauglich sein. Desweiteren mussten die Möglichkeit der Produktion in großer Stückzahlen und geringe Umbaukosten vom Zivil- zum Militärfahrzeug bestehen. Im November 1938 konnte dem Heereswaffenamt nach neun Monaten Entwicklungszeit ein Prototyp vorgestellt werden. Aus diesem Prototyp entwickelte sich bis 1940 der serienmäßige VW Typ 82 (Kübelwagen).
Entwicklung des VW Typ 126 / 166
Aufgrund der Erfahrungen während des Polenfeldzuges verlangte der deutsche Generalsstab des Heeres mitte 1940 einen schwimmfähigen und geländefähigen PKW für die motorisierte Infanterie-Einheiten. Auf der Basis des VW-Kübelwagen. Typ 82 wurden von der Firma Porsche ein schwimmfähiger Prototypen entwickelt. Die wichtigsten Unterschiede des neue PKW zum Typ 82 waren der Allradantrieb, seiner wannenförmigen Karosserie, eine herablassbare dreiflüglige Schraube am Heck und ein neuer Boxermotor mit 1131 ccm (24,5 PS). Die Heckschraube ermöglichte die geforderte Geschwindigkeit von 10 km/h auf dem Wasser. Zusammen mit der Firma Danz aus Heilbronn wurde der erste Prototyp des VW Schwimmwagen Typ 128 gebaut. 1941 wurde die Erprobungszeit abgeschlossen und die Serienproduktion begann. Im Feld zeigten sich aber noch einige Mängel, die im gleichen Jahr zur Entwicklung des VW Typ 166 führten. Wegen seiner Schwimmfähigkeit wurde er im Alltag meist nur Schwimmwagen genannt. Der Wanne des neuen Typ 166 war um 37,5 Zentimeter kürzer. Daraus ergab sich eine erhöhte Karosseriestabilität und eine verbesserte Geländegängigkeit. Der VW Typ 166 wurde ab 1942 in Serie produziert. Nach einem der alliierten Luftangriffe auf Berlin im Jahre 1944 wurde der Produktionsstandort der Ambi-Budd-Werke, in der die Karosserie gefertigt wurde, völlig zerstört. Darauf hin konnten im VW-Werk in Wolfsburg nur noch eine geringe Anzahl von Typ 166 produziert werden. Insgesamt wurden von 1941 bis 1944 14276 Schwimmwagen (Typ 128 und Typ 166) hergestellt.
Einsatz
Die ersten Modelle des Typ 128 wurden 1940 an die Pioniereinheiten des Heeres ausgeliefert. Auf einen Auftrag des SS-Führungshauptamtes im Jahre 1941 sollte der Nachfolger des Typ 128, der neue Typ 166, die bis dahin benutzten Beiwagengespanne von BMW (R 75) und Zündapp (KS 750) in den Kradschützenbataillonen der Waffen-SS-Divisionen ersetzten. Der neue Schwimmwagen konnte mehrer Soldaten, Ausrüstung, Waffen und Munition transportieren. Zusätzlich besaß er unter erschwerten Bedingungen eine höhere Geländetauglichkeit als die Beiwagengespanne. Insgesamt wurde aber nur eine geringe Anzahl an Typ 166 und 128 an die Heeres- und SS-Verbände ausgeliefert. Zum Einsatz kamen die beiden Typen an allen Fronten des 2. Weltkrieges
Stammbaum
Technische Daten
Motor
Getriebe / Kraftübertragung
Fahrgestell
Fahrwerk
weitere Details
Literatur
- Piekalkiewcz: DER KÜBELWAGEN TYP 82 im Zweiten weltkrieg. 3. Auflage. Mototbuch Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3-87943-468-9
- Mayer-Stein: Volkswagen Militärfahrzeuge 1938 - 1948. 5. Auflage. Nebel Verlag, Utting 1993, ISBN 3-89555-861-3
- Seifer: Waffen-Arsenal Der VW-Schwimmkübel Typ 166. Podzun-Pallas-Verlag, Wölfersheim-Berstadt 2002, ISBN 3-7909-0773-1
- Sawodny: Waffen-Arsenal Der VW im Krieg - Kübelwagen, Sonderkonstruktionen, Schwimmwagen. Podzun-Pallas-Verlag, Wölfersheim-Berstadt 1998, ISBN 3-7909-0119-9
Kategorie:Militärfahrzeug
Kategorie:Volkswagen
Porsche
Die Dr. Ing. h. c. F. Porsche AG ist ein deutscher Sportwagenhersteller mit Sitz in Stuttgart-Zuffenhausen. Porsche wurde 1931 als Konstruktionsbüro gegründet.
Geschichte
Ferdinand Porsche war lange Zeit als Konstrukteur für andere Unternehmen tätig (z. B. k. u. k. Hofwagenfabrik Ludwig Lohner & Co. in Wien, Leiter des Konstruktionsbüros und Vorstandsmitglied der Daimler-Motoren-Gesellschaft und später Daimler-Benz in Stuttgart), bevor er am 25. April 1931 in Stuttgart ein eigenes Ingenieurbüro begründete, das u. a. für die Rennwagen von Auto Union konstruierte sowie den Volkswagen maßgeblich erarbeitete. In der Zeit von 1944–1950 war die Produktion in Gmünd in Kärnten, wo von Ferry Porsche auch das erste Auto mit dem Namen Porsche, der 356, hergestellt wurde.
Der Sohn von Ferdinand Porsche, Ferry Porsche, übernahm von seinem Vater den Vorsitz des Unternehmens 1947 und erbte die Hälfte der Gesellschafteranteile. Ferry baute maßgeblich das heute bekannte Sportwagenunternehmen auf. Auch das weltbekannte Markenzeichen von Porsche, das Porschewappen, geht auf einen Entwurf von Ferry zurück.
Die Tochter von Ferdinand Porsche, Louise Piëch, erbte die andere Hälfte der Unternehmensanteile. Ihr Ehemann, der in Salzburg geborene Rechtsanwalt Anton Piëch, war unter anderem in der Zeit des sogenannten Dritten Reichs Werksleiter und Geschäftsführer der Volkswagen-GmbH in Wolfsburg.
Seit einigen Jahren ist das profitable Unternehmen Porsche auch einer der größten Steuerzahler Stuttgarts, noch vor DaimlerChrysler. Porsche ist heute der kleinste unabhängige deutsche Autoproduzent. Derzeit teilt sich das Grundkapital der Porsche AG von 45,50 Millionen Euro je zur Hälfte auf in 8.750.000 Stammaktien – gehalten je zur Hälfte von den Mitgliedern der Familien Porsche und Piëch – sowie in 8.750.000 börsennotierte Vorzugsaktien.
Die personelle Überdeckung unter den Familienmitgliedern mit jeweiligen Geschäftsführungs-Funktionen führte im Laufe der Unternehmensgeschichte mehrfach zu Streitfällen und Familienzwist. In den 1970er Jahren wurde dann festgelegt, dass in der Geschäftsführung von Porsche nach Ferry keine Familienmitglieder mehr tätig sein dürfen. Einer der Enkel des Gründers, der damals junge Ingenieur Ferdinand Piëch, sah sich hierdurch veranlasst, aus aussichtsreicher Position in der Entwicklung von Porsche aus dem Unternehmen auszuscheiden und seinen beruflichen Weg bei Audi und Volkswagen fortzusetzen, wo er nach langjährigen Vorstandstätigkeiten das Amt des Aufsichtsrats-Vorsitzenden bekleidete.
Im Herbst 2005 wurde Porsche mit einem Anteil von 20% größter Aktionär bei VW. Die Übernahme der Anteile kostete Porsche rund 3 Mrd. Euro, die aus dem Betriebsvermögen stammen. Hauptgrund für den Einstieg ist die Verhinderung einer „feindlichen Übernahme” von VW, die dann die Zusammenarbeit mit VW beeinträchtigen könnte.
Porsche war in vielen Bereichen des Rennsports sehr erfolgreich. Besondere Beachtung verdient Porsche für die Erfolge beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans (16 Siege), in der Formel 1 (ein Sieg im Jahre 1962, in den 1980ern Motoren für McLaren unter dem Label TAG) und bei der Rallye Paris-Dakar mit dem Modell 959.
Das Ansehen von Porsche basiert nicht nur auf den Höchstleistungen der Motoren, sondern auch auf der Zuverlässigkeit und Alltagstauglichkeit. Das Design von Porsche-Fahrzeugen ist im Vergleich zum Hauptkonkurrenten Ferrari weit weniger aggressiv und mehr auf Alltagstauglichkeit ausgelegt.
Viele Firmen aus der Fahrzeugbranche suchen Rat von Porsche bei der Entwicklung neuer Modelle und insbesondere bei der Entwicklung von Motoren. Dazu gehören u. a. Studebaker, Seat, Lada, Daewoo, Opel, Subaru und Harley-Davidson. Unter vielem anderen entstammt der Kardanmotor der Motorräder von Yamaha der Entwicklungsarbeit Porsches.
Solche Entwicklungs-Auftragsarbeiten werden durch die Porsche Engineering Group durchgeführt, einer 100%-Tochter der Porsche AG, die dabei v. a. auf das Entwicklungszentrum in Weissach zurückgreift, dort entstehen auch die Serienfahrzeuge.
Firmenprofil
Weissach
Weissach
Neben der Stuttgarter Porsche AG gibt es bis heute unter dem Namen Porsche Holding einen weiteren starken geschäftlichen Arm, der im gemeinsamen Besitz der Familien Porsche und Piëch ist und von der Porsche AG gesellschaftsrechtlich komplett getrennt operiert. Dies ist ein eigenständiges österreichisches Unternehmen. Porsche Holding ist u. a. Alleinimporteur von Volkswagen und Porsche für Österreich sowie im Motorsport erfolgreich engagiert, die Porsche AG hingegen betreibt aus Kostengründen keinen Motorsport mehr.
Aktionärstruktur
Die Aktien der Porsche AG gehören zur einen Hälfte den Familien Porsche und Piëch (Stammaktien) zur anderen Hälfte werden sie an der Börse gehandelt. Da die börslich notierten Papiere Vorzugsaktien sind und daher kein Stimmrecht besitzen, können nur die Familien Porsche und Piëch auf das Unternehmen Einfluss nehmen. Eine Einflussnahme über die an der Börse gehandelten Aktien ist damit nicht möglich.
Verhältnis zu Börse und Gesetzgebung
Am 8. November 2004 zog das Unternehmen in Frankfurt am Main vor Gericht, um gegen die Anwendung der Regularien der Deutschen Börse AG zu klagen. Grund der Auseinandersetzung war die Tatsache, dass die Deutsche Börse AG von allen, im Index MDAX gelisteten Unternehmen vierteljährliche Quartalsberichte verlangt. Porsche verweigerte diese und wurde daher 2001 aus dem Index ausgeschlossen. Da es Fonds gibt, die diesen Index nachbilden, führt der Ausschluss zu einer tendenziell geringeren Nachfrage nach der Aktie. Eines der Argumente der Klage von Porsche war die Tatsache, dass die wichtigste Börse in Europa, London, diese Berichte nicht als Pflicht erhebt: „Der Zwang zur Vorlage vierteljährlicher Berichte behindert Unternehmen in der Verfolgung langfristig angelegter Strategien“ (Wendelin Wiedeking).
Wiedeking wandte sich (Anfang 2005) öffentlich vehement gegen eine geplante gesetzliche Offenlegungspflicht von einzelnen Vorstands-Bezügen. Er äußerte im Februar 2005, dass mit der Verwirklichung dieser Pläne der Sozialismus auf Vorstandsetagen Einzug halte. Man schätzt ihn mit einem Jahreseinkommen von ca. 15 Mio. Euro als den bestdotierten Automanager Deutschlands ein.
Aufsichtsrat
Sozialismus
- Prof. Dr. Helmut Sihler (Aufsichtsratsvorsitzender) Mitglied des Verwaltungsrats der Novartis AG
- Hans Baur, Diplom-Ingenieur (stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender) Gewerkschaftssekretär
- Maria Arenz, Rechtsanwältin Hauptabteilungsleiterin
- Günther Höchsmann, Diplom-Ingenieur
- Uwe Hück Betriebsratsvorsitzender Zuffenhausen und Ludwigsburg
- Dr. techn. h.c. Ferdinand Piëch ehem. Vorsitzender des Vorstands der Volkswagen AG
- Dr. Hans Michel Piëch, Rechtsanwalt
- Dr. Ferdinand Oliver Porsche, Rechtsanwalt
- Dr. Wolfgang Porsche, Diplom-Kaufmann
- Hansjörg Schmierer Gewerkschaftssekretär
- Werner Weresch, Kfz-Mechaniker Betriebsrat
- Dr. Dr. h.c. Walther Zügel ehem. Vorsitzender des Vorstands der Landesgirokasse
- Prof. Ferdinand A. Porsche, Designer (Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates ohne Stimmrecht)
Vorstand
- Vorstandsvorsitzender: Dr.-Ing. Wendelin Wiedeking
- Forschung und Entwicklung: Wolfgang Dürheimer, Diplom-Ingenieur
- Finanz- und Betriebswirtschaft: Holger P. Härter, Diplom-Volkswirt
- Personalwesen/Arbeitsdirektor: Harro Harmel
- Produktion und Logistik: Michael Macht, Diplom-Ingenieur
- Vertrieb: Hans Riedel, Diplom-Kaufmann
Zahlen & Daten
Gründung:
:1931: Porsche Konstruktionsbüro in Stuttgart
:1972: Umwandlung in eine Aktiengesellschaft
Gewinn vor Steuern:
:2001/2002: 828 Mio. Euro
:2002/2003: 933 Mio. Euro
:2003/2004: 1,088 Mrd. Euro
Umsatz:
:2001/2002: 4,857 Mrd. Euro
:2002/2003: 5,582 Mrd. Euro:
:2003/2004: 6,359 Mrd. Euro
Gesamtabsatz:
:2001/2002: 54.234 Fahrzeuge
:2002/2003: 66.803 Fahrzeuge
:2003/2004: 76.827 Fahrzeuge
Gesamtproduktion:
:2000/2001: 55.782 Fahrzeuge
:2001/2002: 55.050 Fahrzeuge
:2002/2003: 73.284 Fahrzeuge
:2003/2004: 81.531 Fahrzeuge
Modelle
2004
Modellgeschichte ab 1974
Modellgeschichte ab 1997
Verhältnis zu Volkswagen
Die Firma Volkswagen wurde noch vor dem 2. Weltkrieg unter anderen von Ferdinand Porsche gegründet, der den berühmten Volkswagen im eigenen Konstruktionsbüro entwickelt hatte. Das Unternehmen Porsche hatte auch später immer enge Kontakte zu Volkswagen (VW), so verschaffte Volkswagen-Direktor Nordhoff der Familie Porsche nach dem zweiten Weltkrieg die Möglichkeit, durch den Export der Volkswagen nach Österreich das eigene Unternehmen wieder auf eine finanziell solide Basis zu stellen. Die ersten Porsche-Sportwagen vom Typ 356 (1948) verwendeten viele VW-Komponenten. Spätere gemeinsame Engagements waren der Porsche 914, auch bekannt als VW-Porsche (1969/1970), und der Porsche 924, der ursprünglich von Porsche für Volkswagen entwickelt wurde und später dann nach Übernahme des Projektes unter dem Namen Porsche verkauft wurde. Anfang der 90er-Jahre produzierte Porsche den Audi RS2, einen auf dem damaligen Audi 80 Avant basierenden Kombi mit aufgeladenem Fünfzylindermotor, der sichtbare Porsche-Merkmalen und den Porsche-Schriftzug trug, im Lohnauftrag für die Volkswagen-Tochter.
Die Geländewagen Porsche Cayenne und VW Touareg wurden bis 2002 unter der Führung von Porsche auf Basis einer Plattform entwickelt. In der Produktion haben Cayenne und Touareg viele Gleichteile, wie z. B. Türen oder Dach. Die Karosserie beider Fahrzeuge wird im VW-Werk Bratislava produziert. Von 1993 bis 2002 war Ferdinand Piëch, Ferdinand Porsches Enkel und Hauptaktionär der Porsche AG (und "geistiger Vater" des legendären Porsche 917 als Leiter der damaligen Rennsport-Abteilung in Weissach), Vorstandsvorsitzender bei VW, heute ist er Aufsichtsratsvorsitzender des VW-Konzerns.
Ende September 2005 teilte Porsche der Öffentlichkeit mit, dass der Konzern ungefähr 19% der Stammaktien von VW übernehmen wolle und somit größter Aktionär vor dem Land Niedersachsen werde. Bereits 3 Tage später besaß Porsche 10% der Aktien und im Oktober hatte Porsche schließlich 18,53% der VW-Aktien erworben. Aufgrund dieser Stellung beansprucht Porsche 2 Sitze im Aufsichtsrat von VW, wobei ein Grundlagenvertrag das künftige Verhältnis von Porsche und VW regeln soll. Gründe für den Einstieg sind z.B. die Sicherung der Unabhängigkeit VWs, die schon bestehende Kooperation und die engen Familienbande zwischen den beiden Unternehmen.
Sonstige Informationen
Die Rennwagen-Klasse GT
Bis 1999 existierten im GT-Rennsport (FIA-GT-Weltmeisterschaft) folgende Klassen: Die GT1 Klasse bestand aus hochkarätigen Rennwagen, von denen mindestens 25 straßenzulassungsfähige Exemplare gebaut werden mussten. Vertreten waren neben dem Porsche 911 GT1 auch Mercedes CLK GTR/LM, der McLaren F1 GTR mit BMW-V12-Motor und die exotischen Frontmotor-GT1 von Marcos und | | |