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Amsterdam

Amsterdam

Amsterdam ist die Hauptstadt der Niederlande und hat 738.434 Einwohner, als Agglomeration Groot-Amsterdam ca. 1,2 Mio. (2004). Im Großraum Amsterdam (nördlicher Teil des Verdichtungsraumes Randstad) leben ca. 2,2 Mio. Menschen (2004). Sitz der Regierung ist jedoch das 50 km entfernte Den Haag. Amsterdam liegt in der Provinz Noord-Holland, an der Mündung der Amstel und des IJ in das IJsselmeer. Amsterdam ist durch den Noordzeekanaal mit der Nordsee verbunden, mit einem Damm gegen Überschwemmungen geschützt und von zahlreichen Grachten durchzogen. Amsterdam wurde auf etwa 5 Millionen Tannenstämmen erbaut.

Stadtteile

Tannenstämmen
- Innenstadt (Zentrum, mit Jordaan und Oostelijke eilanden)
- Amsterdam - West
  - Westpoort (Westliches Hafengebiet, Betriebsgelände Sloterdijk, Teleport, Ruigoord)
  - Westerpark (Spaarndammerbuurt, Staatsliedenbuurt, Frederik Hendrikbuurt)
- Oud-West
  - de Baarsjes
  - Bos en Lommer (mit dem Dorf Sloterdijk)
  - Geuzenveld-Slotermeer
  - Osdorp (Osdorp, MAP, dorp Sloten)
  - Slotervaart-Overtoomse Veld (mit Nieuw-Sloten)
- Amsterdam - Zuid
  - Oud-Zuid (Zuid, de Pijp, Hoofddorppleinbuurt)
  - ZuiderAmstel (Rivierenbuurt, Buitenveldert, Prinses Irenebuurt)
- Amsterdam - Oost
  - Oost-Watergraafsmeer
  - Zeeburg (Indische buurt, Östliches Hafengebiet, IJburg)
- Amsterdam Noord (mit den Dörfern Durgerdam, Zunderdorp, Ransdorp, Holysloot)
- Zuid-Oost (Bijlmer, Gaasperdam, Bullewijk, Driemond)

Geschichte

IJburg IJburg Im 12. Jahrhundert war die heutige Provinz Holland zum größten Teil kaum leicht bewohnbar. Es war ein sehr feuchtes Gebiet, hauptsächlich bestehend aus Moor und Sumpfland. Diese Landschaft wurde von mehreren Flüssen durchschnitten. Einer dieser Flüsse war die Amstel, die in die IJ mündete. Gegen Ende des zwölften Jahrhunderts entstand rund um einen Damm im Fluss eine kleine Siedlung. Diesem Damm in der Amstel verdankt die Stadt Amsterdam ihren Namen. Heute ist der Damm noch immer existent. Inzwischen wurde er zu einem Platz umfunktioniert. Anfang des 13. Jahrhunderts wurden Amsterdam vom damaligen Landesherr Stadtrechte verliehen. Im Jahre 1369 wurde Amsterdam Mitglied der Hanse. Der Fischfang, anfangs die bedeutendste Erwerbsquelle, wich allmählich dem Handel. Die Einverleibung Portugals durch Spanien im Jahr 1580 zwang die nördlichen Niederlande dazu, selbst nach Indien zu fahren. Die ersten Fahrten wurden von Amsterdam aus unternommen und wurden gleich zu einem gigantischen Erfolg. Angeregt durch dieses Ergebnis, wurden bald überall im Land Pläne geschmiedet, Schiffe nach Indien zu schicken. Aus all diesen Einzelinitiativen entstand 1602 die Verenigde Oost-Indische Compagnie (Vereinigte Ostindische Kompanie), die VOC. Die Stadt alleine zeichnete für mehr als die Hälfte des gesamten Kapitals, das in das neue Unternehmen investiert wurde. Gegen Ende des sechzehnten Jahrhunderts war Amsterdam die wohlhabendste Stadt Europas. In Ihren Häfen und Lagerhäusern stapelten sich Gewürze, Seide und andere Kostbarkeiten aus Indien und dem Pazifikraum. Im Jahr 1672 gerieten die mächtigen Niederlande gleichzeitig in einen Krieg mit Frankreich und England. Dadurch wurde der Hafen Amsterdams unerreichbar für die Handelsflotte mit Waren aus Indien. Zum Ende des Jahrhunderts endete auch die Periode der größten Blüte. Die wirtschaftlichen Strukturen änderten sich; Amsterdam verlor seine Stellung als Umschlaghafen für den Welthandel. Gleichzeitig aber wurde der Geldmarkt immer wichtiger. Amsterdam schaffte es, zum finanziellen Zentrum der Welt zu werden, als Bankier für die europäischen Fürsten, die mit geliehenem Geld ihre kostspieligen Kriege führten. Unzählige jahrhundertealte Denkmäler zieren den Stadtkern. Bis zum heutigen Tag zeugen fast 7000 Kaufmanns- und Lagerhäuser sowie beinah 1300 Brücken aus dem sechzehnten, siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert von diesem Goldenen Zeitalter. Die erhabenen Händlerhäuser wurden entlang der 165 Grachten gebaut, die als Transportwege genutzt wurden, um die schnelle Verteilung der Importwaren in der Stadt und zu den Handelskontoren zu bewerkstelligen. Die größte Altstadt Europas wurde mit ihren schönen Gebäuden auch in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Politik

Durch die liberale Politik der Niederlande seit 1976 wurde Amsterdam zum Zentrum des Drogentourismus in Europa. Rund 300 bis 400 der ca. 500 Coffee Shops sind in der Stadt beheimatet.

Sehenswürdigkeiten

Coffee Shop Coffee Shop Coffee Shop Coffee Shop
- Museen:
  - Amsterdam besitzt mehr als vierzig Museen. Die bedeutendsten sind:
    - Das Rijksmuseum: Nationalmuseum, Stadhouderskade 42; holländische Gemälde des 16.-19. Jahrhunderts, einschl. der berühmten Nachtwache von Rembrandt. Öffnungszeiten: Di-Sa 10.00-17.00 Uhr, sonn- und feiertags 13.00-17.00 Uhr (montags sowie 1. Jan. geschlossen).
    - Das Anne Frank-Haus, Prinsengracht 263. Öffnungszeiten: Tgl. 09.00-17.00 Uhr (Juni - Aug. bis 19.00 Uhr), einschl. gesetzl. Feiertage (1. Jan., 25. Dez. und Jom Kippur geschlossen).
    - Das Van Gogh-Museum: Paulus Potterstraat 7. Öffnungszeiten: Mo-Sa 10.00-17.00 Uhr, sonn- und feiertags 13.00-17.00 Uhr (1. Jan. geschlossen).
    - Museum Het Rembrandthuis: Rembrandthaus, Jodenbreestraat 4-6. Ehemaliges Wohnhaus des Malers. Öffnungszeiten: Mo-Sa 10.00-17.00 Uhr, sonn- und feiertags 13.00-17.00 Uhr (1. Jan. geschlossen).
    - Schifffahrtsmuseum (Scheepvaart Museum): Kattenburgplein 1. Öffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr (Mitte Juni-Mitte Sept. und während der Schulferien auch Mo. geöffnet; 1. Jan., 29. April u. 25 Dez. geschlossen)
    - Biblisches Museum (Bijbels Museum) Amsterdam
    - Jüdisches Historisches (Joods Historisch) Museum, in der ehemaligen Synagoge nahe dem Waterlooplein
    - Theatermuseum: Geschichte des niederländischen Theaters
    - Städtisches Museum (Stedelijk Museum) für moderne Kunst
    - Die Petersburger Eremitage hat im Amstelhof eine Filiale in der Stadt Petersburger Eremitage
- Kirchen:
  - Es gibt einige berühmte Kirchen in Amsterdam. Sehenswert sind:
    - Amstelkerk
    - "Ons´ Lieve Heer op Solder" - Museum Amstelkring (verborgene Kirche)
    - Nieuwe Kerk (1490)
    - De Duif
    - Mozes en Aäronkerk
    - Posthoornkerk
    - Sint Nicolaaskerk
    - Noorderkerk (1620-1623)
    - Oosterkerk
    - Zuiderkerk (1603-1611)
    - Westerkerk (1631)
    - Oude Kerk (ca. 1400)
- Konzertsäle/Theater:
  - Stadsschouwburg (Oper)
  - Concertgebouw, Sitz des renommierten gleichnamigen Orchesters (klassische Musik, Oper, Ballett).
- Sonstige: Ballett Ballett
  - De Waag (Stadtwaage), auf dem Nieuw-Markt
  - Madame Tussaud's
  - Königlicher Palast
  - Munt-Turm am Schwimmenden Markt auf der Singel-Gracht
  - Der Flohmarkt am Waterlooplein
  - Der Begijnhof (Almshäuser aus dem 14. Jahrhundert)
  - Die Buchhandlungen am Oudemanhuispoort.
  - Nachtleben: Viele der Nachtklubs liegen im Viertel um die Plätze Rembrandtsplein und Leidseplein. Die Zeitschrift „Amsterdamer Woche“ veröffentlicht einen umfassenden Veranstaltungskalender. Im Vergnügungsviertel Walletjes und um die Leidseplein herum findet man unzählige Coffee-Shops, Bars und Klubs.
  - Hortus Botanicus Amsterdam, der botanische Garten
  - Der Zoo
  - Beurs van Berlage, die Alte Börse (vom berühmten Architekten Hendrik Petrus Berlage entworfenes Börsengebäude)

Wirtschaft

Viele niederländische Firmen, wie beispielweise die Brauerei Heineken, haben ihren Hauptsitz in Amsterdam. Die niederländischen Großbanken, ABN AMRO, Rabobank oder die ING Groep sind Eigentümer von Bürokomplexen am Bahnhof Sloterdijk im Nordwesten der Stadt, am World Trade Center im Süden. Computerfirmen, wie Cisco oder NCR haben ihren Hauptsitz im südwestlichen Gewerbegebiet in Bullewijk, wo auch IKEA einen Markt betreibt. Der Amsterdamer Hafen ist der zweitgrößte in den Niederlanden, nach dem Hafen in Rotterdam. Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle der Stadt, neben der sogenannten Counsil Tax, eine Steuer auf Häuser und Wohnungen. Jährlich besuchen millionen Urlauber aus aller Welt die Stadt. Zahlreiche Hotelketten, wie Marriott, aber auch viele kleinere Hotels befinden sich in der ganzen Stadt verstreut. Anziehungpunkte sind vor allen die vielen Grachten, Coffeeshops und der Rotlichtbezirk Walletjes im Stadtzentrum und die vielen Museen der Stadt. In der Nähe des Leidseplein befinden sich Diskotheken und Holland Casino für Glückspieler.

Verkehr

Holland Casino Das gängigste Fortbewegungsmittel der Stadt ist, wie überall in den Niederlanden, das Fahrrad. Ein Netz von Fahrradwegen ("fiets pad") zieht sich quer durch Amsterdam, neben allen Strassen und Kanälen, durch alle Parks und verbindet alle Nachbargemeinden. Neben dem IJ-Ausläufer der über den Nordseekanal in die Nordsee mündet und auch eine Verbindung zum "Amsterdam-Rijnkanaal" hat, bindet ein System von Kanälen, das sich halbkreisförmig durch die Stadt zieht, die Stadt mit dem nationalen Kanalsystem. Die Metro Metro Amsterdam betreibt vier verschiedene Linien, die unter anderem auch Amstelveen im Süden der Stadt anbindet. Der zweitgrößte Flughafen auf dem europäischen Festland "Luchthaven Schiphol", befindet sich süd-westlich zwischen Amstelveen und Hoofddorp im Utrechter Landkreis. Der Zentralbahnhof im Zentrum verbindet die Stadt, neben neun weiteren mit der Bahn in alle Richtungen an über die Züge der NS-Bahngesellschaft. Amsterdam umschließt der Autobahnring A 10, mit Anbindung an die A8 im Nordenwesten bei Zaandam Richtung Alkmaar, im Südwesten an die A 4, südöstlich die A 2 Richtung Utrecht und östlich die A 1 Richtung Almere / Hilversum. Die Stadt ist Ausgangs- und Endpunkt der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.

Universitäten

Amsterdam besitzt zwei Universitäten. Die Freie Universität Amsterdam ist die einzige protestantische Universität der Niederlande. Dagegen hat die städtische Universiteit van Amsterdam keine konfessionelle Bindung. Beide Universitäten haben eigene Universitätskrankenhäuser.

Graffiti

Amsterdam gehört zu den wichtigsten Graffiti-Metropolen. Obwohl sicherlich auch die aus der Hip-Hop-Szene entstandene New Yorker Sprayerszene in den Anfängen die Amsterdamer Sprayer beeinflusste, spielte hier die Punk-Bewegung die wichtigere Rolle. Amsterdamer Sprayer beeinflussten seit Anfang der Achtziger Jahre stilistisch viele Sprayer in aller Welt. New York

Persönlichkeiten


- Anne Frank, Autorin des weltberühmten Tagebuchs
- Rembrandt van Rijn, Maler

Söhne und Töchter der Stadt


- siehe Liste der Söhne und Töchter von Amsterdam

Literatur

van Treeck, Bernhard: Das große Graffiti-Lexikon. Lexikon-Imprint-Verlag, Berlin, 2001, ISBN 3-89602-292-X

Weblinks


- [http://www.iamsterdam.com Website] der Stadt Amsterdam (Englisch, "www.iamsterdam.com has been created as a portal to the City of Amsterdam for the City's international visitors, expats, students and businesses.")
- [http://www.sababa.nl/de Ihr Portal in Holland] (Niederländisch, "
- [http://www.amsterdam.nl Offizielle Site] der Stadt Amsterdam
(Niederländisch, "De site www.amsterdam.nl komt tot stand onder verantwoordelijkheid van de directie Communicatie van de gemeente Amsterdam in samenwerking met de directie Concern Organisatie.")
- [http://www.thc-ministry.net/gallery/Graffity Amsterdam Graffiti]
- Kategorie:Amsterdam Kategorie:Ort in den Niederlanden Kategorie:Hauptstadt in Europa Kategorie:Weltkulturerbe Kategorie:Ort mit Seehafen ja:アムステルダム ko:암스테르담

Hauptstadt

Die Hauptstadt ist der Sitz der Vertretung des Souveräns eines Staates (Demokratie: Parlament, Monarchie: Residenz). Normalerweise sind Hauptstädte und Regierungssitze identisch, es gibt aber auch Ausnahmen wie beispielsweise in den Niederlanden (Hauptstadt Amsterdam, Regierungssitz Den Haag). Meist ist die Hauptstadt gleichzeitig auch die größte Stadt und das wichtigste Wirtschafts-, Verkehrs-, Wissenschafts- und Kulturzentrum sowie geistiges Zentrum eines Staates. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, zum Beispiel in der Türkei: Hauptstadt ist Ankara, größte Stadt jedoch İstanbul; in Marokko: Hauptstadt Rabat, größte Stadt jedoch Casablanca; oder in den USA: Hauptstadt ist Washington, D.C., größte Stadt jedoch New York. Südafrika hat drei "Hauptstädte": Das Parlament tagt in Kapstadt, das Verwaltungs- und Regierungszentrum ist Tshwane (ehem. Pretoria), die obersten judikativen Einrichtungen (Gerichtshöfe) befinden sich in Bloemfontein, größte Stadt jedoch ist Johannesburg. Einige Länder ließen eine Planhauptstadt errichten, wie z. B. Brasília oder Canberra. De jure keine Hauptstadt haben folgende Staaten: Monaco, Nauru, Schweiz und Vatikanstadt. Jedoch erfüllt z.B. bei der Schweiz Bern dies de facto (siehe hierzu: Hauptstadtfrage der Schweiz). Bei Monaco und der Vatikanstadt gibt es auf Grund der Tatsache, dass es sich um reine Stadtstaaten handelt, keine Hauptstadt, auch wenn für Monaco häufig fälschlicherweise Monte Carlo als Hauptstadt genannt wird. In Nauru wird der Ort, an dem sich die Regierung befindet (also Yaren), als inoffizielle Hauptstadt aufgefasst. Auch Teilstaaten (beispielsweise Bundesländer in Deutschland und in Österreich, Kantone in der Schweiz, Bundesstaaten in den USA) haben Landeshauptstädte, die für ihren Landesteil außer den politischen auch die übrigen Hauptstadtfunktionen aufweisen.

Siehe auch


- Bundeshauptstadt
- Bundesstadt (zu Bern und Bonn)
- Hauptstadtfrage der Schweiz
- Liste der Hauptstädte der Welt

Hauptstädte einzelner Staaten

Hierbei handelt es sich um eine historische Aufstellung der Hauptstädte der einzelnen Staaten, ihrer eventuellen Vorgängerstaaten (z. B. Deutscher Bund, Deutsches Reich), obersten Verwaltungseinheiten (Bundesstaaten, Bundesländer, Provinzen) und abhängigen Gebiete.
- Hauptstädte Australiens
- Hauptstädte Brasiliens
- Hauptstädte Deutschlands
- Hauptstädte Kanadas
- Hauptstädte Kasachstans
- Hauptstädte Nigerias
- Hauptstädte Österreichs
- Hauptstädte Polens
- Hauptstädte der Vereinigten Staaten von Amerika

Literatur


- Hauptstadt - Zum Wesen und Wandel eines nationalen Symbols. - 2005: Kirsch, Jens Münster

Weblinks

Kategorie:Politische Geographie Kategorie:Hauptstadt als:Hauptstadt ja:首都 ko:수도 simple:Capital (city) th:เมืองหลวง zh-min-nan:Siú-to·


Niederlande

Die Niederlande (niederländisch Nederland) sind Teil des Königreichs der Niederlande in Westeuropa. Sie sind einer der am dichtesten besiedelten Staaten der Welt. Rund ein Viertel des Landes liegt unterhalb des Meeresspiegels und ist mit rund 3.000 km Deichen geschützt. Im deutsch- und englischsprachigen Raum wie auch in den Niederlanden selbst wird anstelle der offiziellen und korrekten Bezeichnung Niederlande umgangssprachlich häufig der Name Holland für das gesamte Staatsgebiet verwendet. Diese Bezeichnung stammt von der alten Grafschaft Holland her und bezieht sich eigentlich nur auf die heutigen Provinzen Nord- und Südholland. - Siehe dazu auch die Rubrik "Die Niederlande im deutschen Sprachgebrauch" am Seitenende.

Geografie

Räumliche Lage

Das ganze Landes liegt weniger als einen Meter über, einige Gebiete sogar unterhalb des Meeresspiegels.
Der höchste Punkt des Landes, der Vaalserberg im Südosten, befindet sich 322 m über dem Amsterdamer Pegel, dort liegt auch gleichzeitig das Dreiländereck zu Deutschland und Belgien. Die flachen Gebiete werden in der Regel durch Deiche vor Sturmfluten geschützt.
Teile der Niederlande, wie zum Beispiel fast die gesamte Provinz Flevoland, wurden durch Landgewinnung dem Meer abgewonnen. Sie werden als Polder bezeichnet.
Ungefähr ein Fünftel (18,41 %) der Landesfläche ist mit Wasser bedeckt, wovon den größten Teil das IJsselmeer ausmacht, eine ehemalige Nordsee-Bucht, die 1932 durch einen 29 km langen Abschlussdeich eingepoldert wurde. Die wichtigsten Flüsse in den Niederlanden sind der Rhein, die Waal und die Maas. Maas Die Hauptwindrichtung in den Niederlanden ist Südwest, daraus resultiert ein gemäßigtes maritimes Klima mit kühlen Sommern und milden Wintern. Siehe auch: Niederländische Inseln, Westfriesische Inseln

Nachbarländer

Die Niederlande grenzen im Westen und Norden an die Nordsee, im Osten an Deutschland und im Süden an Belgien. Siehe auch: Städte in den Niederlanden

Bevölkerung

Die Niederlande sind mit etwa 480 Einwohnern pro Quadratkilometer Landfläche eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt (zum Vergleich: Deutschland 236, Monaco 16.435, Namibia 2). Niederländisch ist die Amtssprache im gesamten Staat; daneben werden niederdeutsche Mundarten gesprochen. Das Friesische ist Amtssprache in der Provinsje Fryslân und dort auch Rundfunk- und Verwaltungssprache. Im Nordosten werden niedersächsische Dialekte gesprochen, im Südosten hochdeutsche Mundarten. In den Niederlanden wohnen Einwanderer aus der ganzen Welt: Indonesien, Karibik, Südamerika, Afrika, Türkei, Polen etc. Die wichtigsten Religionen (Stand: 2002) sind der Katholizismus (31 %), der Protestantismus (21 %) und der Islam (5,5 %). Die meisten Protestanten gehören einer calvinistischen Kirche an. 40 % der Niederländer fühlen sich keiner Religionsgemeinschaft zugehörig. Die katholische Bevölkerung lebt vor allem im Süden, die protestantische vor allem im Norden des Landes.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Niederlande Nach der Aufteilung des Frankenreiches gehörten die niederen Lande zum ostfränkischen Königreich (Regnum Teutonicae) und danach zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Unter Kaiser Karl V., der zugleich spanischer König war, war das Land in siebzehn Provinzen aufgeteilt und umfasste auch den Großteil des heutigen Belgiens. Nach der Unabhängigkeitserklärung der sieben nördlichen Provinzen (Allianz von Utrecht) vom 23. Januar 1579 und dem folgenden Achtzigjährigen Krieg gegen die spanischen Habsburger wurde die formelle Unabhängigkeit von Spanien im Westfälischen Frieden am 15. Mai 1648 besiegelt, der, gleichzeitig mit der Schweiz, zur Trennung vom mittelalterlichen deutschen Reich führte. Dieses Datum gilt als Geburtstag der heutigen Niederlande. In der Folge wuchsen die Niederlande (de nederen duitsche landen) als Republik der Vereinigten Niederlande, zu einer der größten See- und Wirtschaftsmächte des 17. Jahrhunderts. Während dieser Zeit wurden Kolonien und Handelsposten auf der ganzen Welt errichtet. Bekannt ist die Gründung von Nieuw Amsterdam, welches später in New York umbenannt wurde. In Asien schufen die Niederländer ihr Kolonialreich 'Nederlands-Indie', das heutige Indonesien, welches erst 1946 unabhängig wurde. Auch im nordöstlichen Südamerika (Surinam) und der Karibik entstanden Niederländische Kolonien (Aruba, Curaçao), (Bonaire), (Saba), (St. Eustatius) und (St. Maarten); diese Inseln sind heute stiller Teil der niederländischen Monarchie (Königreich). 1796 wurde mit französischer Unterstützung die Batavische Republik gegründet (benannt nach dem germanischen Stamm, der das Gebiet zwischen Rhein und Maas zuerst besiedelt hatte, den Batavern); 1806 machte Napoleon daraus das Königreich Holland. Nach der Einverleibung durch Frankreich unter Napoleon I. wurde 1815 das Königreich der Niederlande gegründet, das auch das heutige Belgien umfasste. Erster König wurde Wilhelm I. aus dem Haus Oranien-Nassau. Belgien und damit das die niederfränkischen Flandern erlangte nach der belgischen Revolution von 1830 seine Unabhängigkeit, die allerdings erst 1839 von Wilhelm I. anerkannt wurde. Der niederländische König war gleichzeitig Großherzog von Luxemburg, wo das Salische Gesetz kein weibliches Staatsoberhaupt zuließ. Als Wilhelm III. bei seinem Tod 1890 nur eine Tochter (Königin Wilhelmina) hinterließ, ging der Luxemburger Thron auf eine andere Erbfolgelinie im Haus Nassau über und Wilhelms Vetter Adolf von Nassau übernahm dort die Regierung. Die Niederlande blieben im Ersten Weltkrieg offiziell neutral und konnten sich auch erfolgreich aus dem Krieg halten. Sie hielten ihre Truppen aber dennoch bis zum Kriegsende mobilisiert und hatten überdies mit einer großen Flüchtlingswelle zu tun. Auch im Zweiten Weltkrieg versuchte die niederländische Regierung zunächst, sich aus dem Krieg herauszuhalten. Anderslautenden Warnungen glaubte sie nicht. Hitler jedoch befahl die Okkupation der Niederlande um so Frankreich unter Umgehung der "Maginot Linie" von Norden her einnehmen zu können. Nach dreitägigem Kampf zwangen die deutschen Truppen am Abend des 14.Mai 1940 die Niederlande mit dem Bombardement von Rotterdam zur Aufgabe. Die Innenstadt wurde durch Bomben und durch die anschließenden Brände weitgehend zerstört. Es war das erste Flächenbombardement im zweiten Weltkrieg. Die Niederlande waren von Mai 1940 bis Mai 1945 besetzt. Viele Niederländer arrangierten sich mit dem Regime und viele Mitläufer verinnerlichten auch die Ideologie eines großdeutschen bzw. großgermanischen Reiches. Die Judenverfolgung schlug in den Niederlanden besonders heftig zu: aus keinem anderen europäischen Land wurde ein so großer Bevölkerungsanteil abtransportiert. Noch immer ist die Rolle niederländischer Verwaltungsstellen und etwa der Niederländischen Eisenbahn beim Abstransport der Juden nicht restlos geklärt. Die Bevölkerung hatte aber mehrheitlich unter der Besatzung zu leiden und auch unter der Judenverfolgung (Anne Frank). Der südliche Teil der Niederlande wurde in der zweiten Hälfte des Jahres 1944 von den Alliierten befreit, der Norden des Landes erst durch das Kriegsende. 1949 kam die westdeutsche Stadt Elten (bei Kleve) mit Umgebung bis 1963 unter niederländische Verwaltung. Deren Bewohner blieben formal bundesdeutsche Staatsbürger, erhielten allerdings niederländische Pässe und wurden auch niederländischen Staatsbürgern rechtlich gleichgestellt. Forderungen nach Angliederung von Teilen des Münsterlandes und des grenznahen Rheinlandes an die Niederlande, deren Bürger niedersächsische und niederfränkische Dialekte - ebenso wie in den Niederlanden - sprachen, konnte sich in den Niederlanden letztlich jedoch nicht durchsetzen. Im Februar 1953 verheerte eine Sturmflut den Südwesten der Niederlande und forderte 1800 Tote. Die Niederlande sind Gründungsmitglied der Benelux-Wirtschaftsunion (seit 1944 geplant, am 3. Februar 1958 festgelegt und am 1. November 1960 in Kraft getreten). Sie waren ebenfalls Mitbegründer der NATO und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (und damit der Europäischen Union). In der jüngsten Vergangenheit stand das multikulturelle politische Toleranzmodell der Niederlande auf dem Prüfstand. Ihre liberale Politik machte den Weg auch für eingewanderte radikale Islamisten und so genannte Hassprediger frei: Am 2. November 2004 kam es zum Mord an dem Regisseur Theo van Gogh. Die Folge des Mordes waren Anschläge auf Moscheen und Hassbekundungen gegen muslimische Bürger. Große Bevölkerungsteile fordern seither eine rigorose Politik gegen gewalttätige Einwanderer und eine Änderung der zu liberalen Einwanderungspolitik. Zahlreiche Politiker können seither nur noch unter Polizeischutz arbeiten und werden weiterhin von Islamisten bedroht.

Politik

Seit dem Ende der französischen Revolution im Jahre 1815 sind die Niederlande eine konstitutionelle Monarchie mit dem Königshaus Oranien-Nassau an der Spitze. Es herrscht allgemeines Wahlrecht ab 18 Jahren.

Staatsoberhaupt

Staatsoberhaupt seit 1980 ist Königin Beatrix von Oranien-Nassau. Gemäß der Verfassung ist sie Mitglied der Regierung und ernennt die Minister. In der Praxis lässt sie nach Wahlen einen informateur (meist ein hoher Beamter) die Parlamentsfraktionen befragen. Nach dessen Berichterstattung bestellt die Königin einen formateur, der das Kabinett zusammenstellt. Dabei kann es sich bereits um den künftigen Ministerpräsidenten handeln.

Parlament

Das Parlament (Staten-Generaal, Generalstände) besteht aus zwei Kammern. Die Wahl der 150 Mitglieder der Zweiten Kammer (Tweede Kamer) findet im Normalfall alle vier Jahre statt. Diese Kammer ist das Parlament im eigentlichen Sinne, als Volksvertretung und Kontrolle der Regierung. Die Erste Kammer (Eerste Kamer), inoffiziell auch Senat genannt, setzt sich aus 75 Vertretern der Provinzparlamente zusammen, die ebenfalls alle vier Jahre gewählt werden. Die Arbeit der Ersten Kammer besteht vor allem in der Begutachtung von Gesetzen, die die Zweite Kammer erarbeitet hat; unter Umständen kann die Erste Kammer ein Gesetz durch ein Veto blockieren. Der heutige Ministerpräsident Jan Peter Balkenende von den Christdemokraten ist seit 2002 im Amt.

Parteien


- Christlich-Demokratischer Apell/CDA (christlich-konservativ)
- Partei der Arbeit/PvdA (sozialdemokratisch)
- Volkspartei für Freiheit und Demokratie/VVD (liberal-konservativ)
- Sozialistische Partei/SP (links)
- Liste Pim Fortuyn/LPF (rechtspopulistisch)
- Grüne Linke/GL (ökologisch und sozialistisch)
- Democraten 66/D66 (sozial-liberal)
- Christen Union/CU (extrem christlich-konservativ)
- Staatskundig Reformierte Partei/SGP (extrem christlich-konservativ)
- Neue Kommunistische Partei der Niederlanden/NCPN (kommunistisch) Siehe auch: Liste der niederländischen Ministerpräsidenten

Gesellschaftspolitik

In den letzten Jahrzehnten wurden die Niederlande unter anderem für ihre liberale gesetzliche Reglementierung weicher Drogen (siehe Coffee Shop), der Prostitution (sie ist ein gesetzlich anerkanntes Gewerbe und Prostituierte sind daher sozialversichert), von Abtreibung und Sterbehilfe bekannt. Die Niederlande gehörten auch zu den ersten Staaten, die die Ehe für Homosexuelle ermöglichten. Mit Ausnahme der so genannten Randstad (Amsterdam, Rotterdam und Den Haag) hinken Offenheit und Toleranz in der Bevölkerung der eigenen liberalen Gesetzgebung jedoch noch Jahrzehnte hinterher und die Intoleranz wird hinter der vor allem in den Medien und der Politik demonstrativ vorgetragenen Political Correctness versteckt. So ist es in einigen Teilen des Landes um die Akzeptanz offen gelebter Homosexualität weit schlechter bestellt als in den meisten Teilen Deutschlands und oftmals finden verbale oder gar gewalttätige Übergriffe gegenüber Homosexuellen statt. Am 2. November 2004 wurde der islamkritische Filmregisseur Theo van Gogh in Amsterdam ermordet. In Folge kam es zu Brandanschlägen auf Moscheen und zu moslemischen Übergriffen auf Kirchen. Die Vorfälle lösten heftige Diskussionen über die Integration von Ausländern und über das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen aus.

Militär

Es besteht keine allgemeine Wehrpflicht. Die Streitkräfte umfassen insgesamt 53.130 Personen, davon entfallen auf das Heer 23.150, auf die Luftwaffe 11.050 und auf die Marine 12.130 Soldaten. Die Militärausgaben betragen 1,6 % des BIP (zum Vergleich, Deutschland: 1,5 %, USA: 3,4 %). Die Führung des niederländischen Heeres ("Koninklijke Landmacht") ist durch das 1. D/NL-Korps eng mit der Deutschen Bundeswehr verzahnt.

Provinzen

1579 mit sieben Provinzen begonnen, kamen später die sogenannten Generalitätslande (NL: generaliteitslanden) als Provinzen Nord-Brabant und Limburg hinzu. Drenthe wurde ebenfalls eine eigene Provinz, und die dominierende Provinz Holland wurde 1840 aufgespalten in Nord-Holland und Süd-Holland. Die jüngste Provinz ist Flevoland, das erst 1986 als Provinz gegründet wurde. Seit dem 1. Januar 1986 gliedern sich die Niederlande in 12 Provinzen (NL: provincies). Die Provinzen wiederum gliedern sich in 483 Gemeinden (gemeenten).

Wirtschaft

Hauptartikel: Wirtschaft der Niederlande Die Niederlande haben ein gut funktionierendes, offenes Wirtschaftssystem. Seit den 1980er Jahren hat die Regierung ihre ökonomischen Eingriffe weitgehend zurückgenommen. Beim produzierenden Gewerbe dominieren Nahrungsmittel- und chemische Industrie, Erdölraffinerien und die Herstellung von Elektrogeräten. Lange vor seinen europäischen Nachbarn sorgte das Land für einen ausgewogenen Staatshaushalt und bekämpfte erfolgreich die Stagnation im Arbeitsmarkt. Die moderne und hoch technologisierte Landwirtschaft ist außerordentlich produktiv: neben Getreide-, Gemüse-, Früchte- und Schnittblumenanbau - die Tulpenzüchtung beeinflusste sogar die Geschichte des Landes - gibt es noch Milchviehhaltung in großem Maßstab. Letztere liefert die Grundlage für den Holländer Käse als wichtiges Exportprodukt. Die niederländische Landwirtschaft beschäftigt knapp unter 4 % der Arbeitnehmer, trägt jedoch erheblich zum Export bei. Die Niederlande sind nach den USA und Frankreich der weltweit drittgrößte Exporteur landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Als Mitbegründer der Euro-Zone wurde in den Niederlanden für Bankgeschäfte am 1. Januar 1999 die vorherige Währung, der Gulden, durch den Euro ergänzt. Drei Jahre später, am 1. Januar 2002, ersetzen die Euromünzen und -banknoten für die Konsumenten den Gulden als Zahlungsmittel.

Naturressourcen

Die Niederlande verfügen über Erdgaslager, aus denen nahe Groningen sowie in der südlichen Nordsee in großem Maßstab gefördert wird. 1996 wurden 75,8 Mrd. m³ (nach BP) gefördert. Damit stehen die Niederlande im Ländervergleich bei der Erdgasförderung auf Platz fünf, nach Russland (561,1 Mrd. m³), USA (546,9 Mrd. m³), Kanada (153,0 Mrd. m³) und Großbritannien (84,6 Mrd. m³). Weiterhin gibt es an der emsländischen Grenze kleinere Erdölreserven und größere Salzlagerstätten bei Delfzijl und Hengelo. Abgesehen von Torf (u. a. im Bourtanger Moor) verfügen die Niederlande über keine weiteren nennenswerten Bodenschätze.

Kultur

Feiertage

Malerei

Viele weltberühmte Maler waren Niederländer. Die Blütezeit der Republik im 17. Jahrhundert, das sogenannte Goldene Zeitalter brachte große Künstler wie Rembrandt van Rijn, Johannes Vermeer, Frans Hals, Carel Fabritius, Gerard Dou, Paulus Potter oder Jan Steen hervor. Berühmte Maler späterer Epochen waren Vincent van Gogh und Piet Mondriaan. M. C. Escher ist ein bekannter Grafiker.

Architektur

Niederländische Architekten gaben wichtige Impulse für die Architektur des 20. Jahrhunderts. Hervorzuheben sind vor allem Hendrik Petrus Berlage und die Architekten der De Stijl-Gruppe (Robert van't Hoff, J.J.P. Oud, Gerrit Rietveld). Johannes Duiker war ein Vertreter des Neuen Bauens. Die sogenannte Amsterdamer Schule (Michel de Klerk) leistete einen bemerkenswerten Beitrag zur expressionistischen Architektur. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg traten innovative niederländische Architekten hervor. Aldo van Eyck und Herman Hertzberger prägten die Architekturströmung Strukturalismus. Piet Blom wurde durch seine eigenwilligen Baumhäuser bekannt.

Wissenschaft

Aus den Niederlanden stammten Erasmus von Rotterdam, Baruch Spinoza und Christiaan Huygens. René Descartes verbrachte den Großteil seiner Schaffenszeit in den Niederlanden. Überhaupt fanden seit der frühen Neuzeit zahlreiche verfolgte Wissenschaftler in den Niederlanden Asyl und Wirkungsmöglichkeiten. Die moderne Soziologie verdankt ihrem niederländischen Begründer S. Rudolf Steinmetz bedeutende Anregungen.

Literatur

Im "Goldenen Zeitalter" (De Gouden Eeuw) der Niederlande blühte neben der Malerei auch die Literatur, als bekannteste Vertreter wären Joost van den Vondel und P. C. Hooft zu nennen. Wichtige Autoren im 20. Jahrhundert waren Harry Mulisch, Jan Wolkers und Simon Vestdijk. Und während der deutschen Besatzung verfasste Anne Frank in Amsterdam ihr weltbekanntes Tagebuch.

Musik

Das niederländische Musikleben war im Bereich der klassischen Musik lange Zeit nicht auf dem Niveau anderer europäischer Staaten organisiert. Erst Ende des 19. Jahrhunderts fand eine Professionalisierung statt und es bildeten sich zahlreiche Orchester und Kammerensembles. Wichtige Komponisten im 20. Jahrhundert sind Julius Röntgen, Willem Pijper, Mathijs Vermeulen, Louis Andriessen, Otto Ketting, Ton de Leeuw, Theo Loevendie, Misha Mengelberg, Tristan Keuris und Klaas de Vries (Liste niederländischer und flämischer Komponisten). Die wohl bekannteste niederländische Rockband Golden Earring hatte in den 1970er Jahren ihren größten Hit mit "Radar Love". Die Niederlande haben eine sehr lebendige Musik-Szene auf hohem Niveau. Es gibt zahlreiche Veranstaltungslokale und in den Medien wird den Künstlern viel Raum gegeben. Seit einigen Jahren ist "nederlandstalige muziek", Musik in der Landessprache sehr erfolgreich. Die berühmtesten Pop/Rockbands sind Blof, die meistgespielte Band im niederländischen Radio der vergangenen Jahre, und [http://www.acdaendemunnik.nl/ Acda en de Munnik], ein Duo, das mit Kleinkunstprogrammen bekannt geworden ist. Noch höhere Plattenverkaufszahlen erzielen Schlagerkünstler, wie Marco Borsato und [http://www.fransbauer.nl/ Frans Bauer]. Bekannte niederländische Rapper sind Ali B und Lange Frans & Baas B.

Natursehenswürdigkeiten


- De Hollandse Biesbosch, eine Fluss- und Sumpflandschaft
- Keukenhof
- die Nationalparks De Hoge Veluwe und Veluwezoon in der Veluwe
- die Naturschutzgebiete auf Texel
- Reeuwijkse Plassen bei Gouda
- Schiermonnikoog
- Die Deltawerke Schutzwehre gegen Sturmfluten. Gebaut nach der Sturmflut von 1953

Landesübliche Küche

Das inoffizielle Nationalgericht Stamppot ist zumeist eine passierte Mischung aus Kartoffeln und Gemüse. Häufig wird dabei Grünkohl (niederl. Boerenkool) verwendet. Teilweise werden auch angebratene Zwiebeln mit Schinkenspeck untergemengt. Eine regelrechte Snackbarkultur ist in den letzten Jahrzehnten entstanden. In diesen Fastfoodrestaurants erhält man Pommes Frites (niederl. Patat) mit Mayonnaise, Ketchup (auch gemischt mit Zwiebeln = special) oder Erdnusssoße (niederl. Pindasaus). Letztere hat sich durch die Einflüsse der Kolonialzeit etabliert. Überhaupt sind indonesische Einflüsse in der niederländischen Küche kaum zu übersehen, auch wenn die meisten Gerichte dem holländischen Geschmacksempfinden angepasst wurden. Neben den Pommes Frites werden in den Snackbars auch fritierte Fleisch- und Käsegerichte angeboten. Eine wirkliche Einzigartigkeit stellt der "Hollandse Nieuwe" dar. Dabei handelt es sich um rohe Heringsfilets, die am Schwanz gehalten über Kopf verzehrt werden, und über viele wertgebende Inhaltsstoffe verfügen sollen. International bekannt ist der niederländische Käse (niederl. Kaas), der sowohl als Brotbelag als auch in Stücke geschnitten verzehrt wird. Am weitesten verbreitet ist der Gouda, der seinen Ursprung in der gleichnamigen Stadt hat. Er ist in unterschiedliche Reifegrade eingeteilt. Jonger Kaas ist am kürzesten gelagert und schmeckt sahnig mild. Belegen ist die nächste Stufe mit einem würzigem Geschmack und einer festen Konsistenz. Oude Kaas ist die teuerste und aromatischste Lagerstufe. Besonders bekannt ist der "Oud Amsterdam". Das niederländische Frühstück ist eher spärlich und besteht meist aus einem Brot und einer Tasse Kaffee. Mittags gibt es ebenfalls belegte Brote dazu Milch oder Buttermilch. Die Hauptmahlzeit stellt das Abendbrot dar, welches aus warmen Speisen besteht und gegen fünf Uhr nachmittags eingenommen wird.

Die Niederlande im deutschen Sprachgebrauch

Der grammatikalisch richtige Gebrauch des Namens Niederlande ist vielen Sprechern nicht geläufig, was zu der fälschlichen Verwendung des Namens Holland beiträgt. Niederlande stellt eine Pluralform dar; vergleichbar mit den USA (die USA). Den Ländernamen gibt es im Singular nicht. Die Deklinationstabelle lautet wie folgt:
- Nominativ Plural: die Niederlande
- Genitiv Plural: der Niederlande
- Dativ Plural: den Niederlanden
- Akkusativ Plural: die Niederlande Beispielsätze
- Nominativ: Die Niederlande sind Mitglied der EU.
- Genitiv: Das Bruttosozialprodukt der Niederlande beträgt x Euro.
- Dativ: Deutschland hat den Niederlanden Hilfe versprochen.
- Akkusativ: Viele deutsche Touristen besuchen die Niederlande. Bei Satzkonstruktionen mit in ist zu beachten, dass in sowohl mit richtungsanzeigendem Akkusativ als auch mit ortsanzeigendem Dativ gebraucht werden kann:
- Ich fahre in die Niederlande. (richtungsanzeigender Akkusativ)
- Ich bin in den Niederlanden. (ortsanzeigender Dativ)

Weitere Themen


- Tourismus in den Niederlanden
- Nationalparks in den Niederlanden
- Liste der Bahnhöfe in den Niederlanden
- Niederländische Kolonien
- Niederländisch-Indien
- Liste der Königinnen und Könige der Niederlande
- Liste bekannter Niederländer
- Portal:Niederlande
- Portal:Benelux
- Niederlandistik Über Niederländische Sprache und Kultur

Weblinks


- [http://www.government.nl Offizielle Netzpräsenz der Regierung der Niederlande (englisch)]
- [http://www.koninklijkhuis.nl/ Offizielle Netzpräsenz des niederländischen Königshauses]
- [http://www.niederlandenet.de NiederlandeNet.de: Größtes Informationsportal über die Niederlande und die deutsch-niederländischen Beziehungen in deutscher Sprache]
- [http://www.niederlandeweb.de Offizielle Netzpräsenz der niederländischen Botschaft und Generalkonsulate in Deutschland]
- [http://www.netherlands-embassy.at Offizielle Netzpräsenz der niederländischen Botschaft in Wien]
- [http://www.niederlande-im-unterricht.de Deutsches Unterrichtsmaterial über die Niederlande für diverse Fächer, ausgerichtet auf die Lehrpläne Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=123 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.datenmatrix.de/cgi-local/hdbg-karten/karten.cgi?action=detail&templ=01_01_karten_detail&id=29 Karte: Die Niederlande um 1620 : Historische Karten (Haus der Bayerischen Geschichte)]
Kategorie:Staat ! Kategorie:Monarchie Kategorie:Land in der EU als:Niederlande [[got:

Den Haag

Den Haag //, amtssprachlich ’s-Gravenhage, dt. auch der Haag ist der Regierungssitz der Niederlande und die Hauptstadt der Provinz Südholland. Seit 1831 ist sie Residenz des Königshauses. Den Haag ist mit 468.711 Einwohnern die drittgrößte Stadt der Niederlande. Die engere Stadtregion heißt Haaglanden und zählt 977.000 Einwohner in neun Gemeinden. Die Stadt beherbergt den Internationalen Gerichtshof, den Internationalen Strafgerichtshof, als UN-Stadt das UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien und zahlreiche weitere internationale Einrichtungen.

Lage und Wirtschaft

Den Haag liegt im Westen der Niederlande. Das Stadtzentrum liegt etwa 6 km von der Nordsee entfernt. Die Stadtteile Scheveningen und Kijkduin liegen direkt am Meer. Die Stadt ist Teil des Ballungsraums Randstad Holland. In unmittelbarer Nähe liegen weitere bedeutende Städte, etwa Rotterdam (20 km), Leiden (15 km) oder Delft (8 km). Die in den 1970er Jahren gegründete Trabantenstadt Zoetermeer liegt etwa 10 km östlich von Den Haag. Südlich der Stadt erstreckt sich bis zur Rheinmündung bei Hoek van Holland das etwa 20 x 20 km große Westland, eine riesige, zusammenhängende Gewächshauslandschaft, in der Gemüse und Blumen angebaut werden. Die Stadt ist reich an kleinen und mittelgroßen Handels- und Industrieunternehmen. Es liegt auf der Hand, dass der Dienstleistungssektor mit vielen Büros aller Art für einen Regierungssitz wirtschaftlicher Schwerpunkt ist; in Den Haag ist dies auch der Fall.

Geschichte

Bereits im 11. Jahrhundert gab es in der Umgebung des heutigen Binnenhofes ein Dorf, wo die Grafen von Holland ein Gebäude besaßen, wo sie wohnten oder nur auf der Durchreise übernachteten. Im Jahr 1248 ließ Graf Wilhelm II. von Holland ein Schloss bauen. Dieser Graf, der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches werden wollte, starb aber bevor das Schloss fertig war. Sein Sohn, Floris V., ließ diese Arbeiten machen. Unter anderem der Rittersaal, wo jetzt immer noch am Prinsjesdag, dem 3. Dienstag im September, die Königin mit der Verlesung der Thronrede das parlamentarische Sitzungsjahr offiziell eröffnet, kam damals zu Stande. Nach etwa 1300 war "Die Haghe" bereits die Residenz der Grafen von Holland. Es war bis zum 17. Jahrhundert nur mit Erdwällen und untiefen Gräben befestigt, und erhielt nie ein formales Stadtrecht. Trotzdem hatte die Bevölkerung einige Privilegien, unter anderem auf dem Gebiet der Steuern. Im Jahr 1560 bekam es ein kleines Rathaus, und eine steinerne Stadtbefestigung wurde genehmigt. Diese kam aber nicht rechtzeitig fertig, um die Bevölkerung vor den Katastrophen des Achtzigjährigen Krieges zu schützen. Den Haag wurde in dieser Epoche mehrere Male geplündert und niedergebrannt. Nach 1648 wurde Den Haag Residenz der Statthalter der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande. Eine Periode großen Wohlstands war angebrochen. Johann Moritz von Nassau ließ das Mauritshuis (jetzt Museum) bauen, für die Hofhaltung, die Regierungsmitglieder und ausländische Staatsvertreter wurden großartige, sehr vornehme Häuser errichtet. Von diesen Häusern sind viele zwischen 1750 und 1900 erbaute Exemplare noch überall in der Innenstadt zu finden. Ein Vorteil dabei war die Tatsache, dass Den Haag keine ummauerte Festungsstadt war, und dem Neubau dadurch keine Beschränkungen gestellt waren. König Ludwig Bonaparte erklärte Den Haag 1806 offiziell zur Stadt. Im 20. Jahrhundert kamen viele Wohnungen für Beamte und einfachere Leute hinzu, darunter das jetzt als "problematisch" geltende Malerquartier (Schilderswijk). Die Stadt war über 300 Jahre von Kriegsgewalt verschont geblieben, als am Anfang des 2. Weltkrieges, am 10. Mai 1940, deutsche Fallschirmjäger die Stadt angriffen. Ihre Aufgabe war es, das niederländische Regierungszentrum "blitzartig" einzunehmen. Dieses Vorhaben scheiterte an schlechter Planung und an der dort (ausnahmsweise) ausreichenden Militärverteidigung der Niederlande. Erst nach der Kapitulation am 15. Mai marschierte die deutsche Wehrmacht in Den Haag ein. Der von Adolf Hitler zum Reichskommissar für die besetzten niederländischen Gebiete ernannte Arthur Seyß-Inquart wurde bald darauf im Rittersaal installiert. Das Gefängnis im Stadtteil Scheveningen diente zur Inhaftierung von politischen Gegnern, u.a. Widerstandskämpfern. Es erhielt von jenen den Beinamen: Oranje-Hotel. Am 3. März 1945 wollten britische Bomber einen Luftangriff gegen deutsche Verwaltungsgebäude in Den Haag ausführen. Durch einen Navigationsfehler trafen die Bomben aber das Wohnviertel Bezuidenhout. Dabei kamen etwa 500 Menschen ums Leben, und 3000 Häuser wurden zerstört. Am 13. September 1974 stürmten Mitglieder der Japanischen Roten Armee die französische Botschaft in der Stadt und nahmen den Botschafter und zehn weitere gefangen. Bei dem Überfall wurde die Polizistin Hanke Remmerswaal in den Rücken geschossen. Nach Zahlung eines Lösegeldes in Höhe von 300.000 US-Dollar und freies Geleit zu einen Flugzeug werden die Geiseln freigelassen. In den 1970er und 1980er Jahren wurden Teile der Stadt tiefgreifend modernisiert. Auch nach 1990 wurden zum Teil sehr auffällige Neubauten errichtet, darunter einige Ministerienbüros in der Nähe des Hauptbahnhofes.

Sehenswürdigkeiten

1980er 1980er
- Paleis Noordeinde - Regierungssitz der Königlichen Familie
- Binnenhof - Mittelalterlicher Gebäudekomplex mit Sitz der niederländischen Regierung. Den Mittelpunkt bildet der Rittersaal.
- Mauritshuis - Ehemaliges Wohnhaus von Johan Maurits van Nassau Siegen, beherbergt heute eine bedeutende Sammlung flämischer und holländischer Malerei mit Werken von u.a. Rembrandt und Vermeer
- Friedenspalast (Vredespaleis) - sehenswertes Neorenaissance-Gebäude (1907-1913), Sitz des Internationalen Gerichtshofs
- Gemeindemuseum (Haags Gemeentemuseum) - mit vor allem Kunst aus dem 20. Jahrhundert
- Panorama Mesdag - das 1881 vom Haager Maler Hendrik Willem Mesdag vollendete Panorama. In den 1990er Jahren restauriert.
- Madurodam - eine Miniaturstadt, die wichtigste Freizeit-Anlage der Stadt
- Gevangenpoort - ehemaliges Schlosstor und Gefängnis, heute Foltermuseum.
- Oude Stadhuis - Altes Rathaus, erbaut 1561 bis 1565.
- Grote Kerk/St.Jakobskerk - Stadtkirche aus dem 14. Jahrhundert mit 100 m hohem, sechseckigem Turm.
- Spinozahuis - Wohnhaus des niederländischen Philosophen Baruch Spinoza (1632-1677).
- Kommunikationsmuseum, Museum voor Communicatie - interaktives Museum der Geschichte und Technik der Kommunikation.
- Rijksmuseum Den Haag - bedeutende Sammlung französischer und niederländischer Gemälde mit Werken von Barbizon, Corot, Rousseau, Delacroix, Maris und Israëls.
- Plein - zentraler Platz des Regierungsviertels.
- Kloosterkerk - älteste Kirche der Stadt, um 1400 errichtet, bis 1583 Teil des Dominikanerklosters.
- Nationales Literaturwissenschaftliches Museum, Letterkundig Museum
- Nieuwe Kerk - Kirche aus dem 17.Jh., Grabstätte Spinozas und der Gebrüder de Witt.
- Catshuis - Amtssitz des Premierministers.
- Congresgebouw/NCC - größtes Kongressgebäude der Niederlande.
- Haagse Bos - 2 km lange, prächtige Parkanlage westlich von Huis ten Bosch.
- mehrere schöne alte Häuser und Alleen, verbreitet über die Stadt
- Scheveningen - Geschichtsträchtiger Seekurort mit historischem Kurhaus

Verkehr

Den Haag liegt an zwei Autobahnen von europäischer Bedeutung. Die A12 ist die Fortsetzung der aus Richtung Frankfurt am Main, Köln und Ruhrgebiet kommenden deutschen Autobahn A 3. Die A4 verbindet Amsterdam mit Rotterdam und den belgischen Metropolen Antwerpen und Brüssel und führt von dort weiter nach Frankreich, Paris. Die Stadt besitzt zwei große Bahnhöfe: den modernen Kopfbahnhof Den Haag Centraal (Hauptbahnhof) und den Durchgangsbahnhof Hollands Spoor mit sehenswerter historischer Architektur, w.u. die Fuerstlicher wart-zimmern. In Den Haag eröffnete 1864 die erste Straßenbahn der Niederlande. Das Straßenbahnnetz der Stadt zählt heute zu den größten in Europa. Nach großen Schwierigkeiten beim Bau wurde 2004 ein neuer Tunnel unter dem Stadtzentrum für die Straßenbahn in Gebrauch genommen. Den Haag hat keinen eigenen Flughafen, der Großflughafen Schiphol bei Amsterdam ist jedoch nur 50 km entfernt und schnell zu erreichen. Allerdings gibt es bei Den Haag den Militärflugplatz Valkenburg, welcher wegen der Sicherheit auch für regierungs- und köngigliche Flüge benutzt wird. Der Stadtteil Scheveningen besitzt einen kleinen Seehafen. Über Kanäle ist die Stadt auch an das eng geknüpfte Netz niederländischer Binnenwasserstraßen angebunden. Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.

Söhne und Töchter der Stadt

viele Mitglieder der königlichen Familie der Niederlande finden sie unter: Oranien. Andere berühmte Persönlichkeiten sind ausgelagert unter Söhne und Töchter von Den Haag.

Statistiken

Entwicklung der Einwohnerzahl (jeweils zum 1. Januar)

Weblinks


- [http://www.denhaag.com Tourismusportal der Stadt Den Haag] (de, nl, en, fr, es, it)
- [http://www.denhaag.nl Gemeindeverwaltung Den Haag] (nl, en)
- [http://www.haaglaanden.nl Stadtregion Haaglanden] (nl, en) Kategorie:Ort in den Niederlanden Kategorie:Hauptstadt in Europa ja:ハーグ ko:헤이그

IJ (Bucht)

Het (niedl. "das") IJ ist ein Auslüfer des Ijsselmeers in der niederländischen Provinz Nordholland, zum größten Teil im Norden der Stadt Amsterdam. Am Ufer ist neuerlich ein neues Stadtviertel von Amsterdam, IJburg, entstanden. Unter dem IJ verläuft ein Autotunnel. Das IJ verlief früher von Amsterdam bis IJmuiden (=Mündung des IJ), wurde im 18. und 19. Jahrhundert fast gänzlich trockengelegt. Quer durch diese Polder wurde später der Nordseekanal gegraben, so wie Teile des Amsterdamer Hafens. Heute verbindet der Amsterdam-Rhein-Kanal die Stadt mit dem Rhein. Siehe auch: IJ Kategorie:Geographie (Niederlande) Kategorie:Bucht Kategorie:Amsterdam

Ijsselmeer

Das Ijsselmeer (niederländisch IJsselmeer []) ist ein Binnensee in den Niederlanden. Es ist benannt nach seinem Hauptzufluss, der (Gelderschen) Issel (Gelderse IJssel), die in Kampen einmündet. Der heutige Meerwassersee besteht aus einem großen Teilgebiet einer eingedeichten Meeresbucht, der ehemaligen Zuiderzee. Das Wort Meer hat in den Niederlanden die Bedeutung von „(Binnen-)See“. Teile des Ijsselmeeres wurden als Polder im Rahmen der Zuiderzeewerke trockengelegt (Neulandgewinnung) und bilden heute die Provinz Flevoland. Das Ijsselmeer ist ein beliebtes Segelrevier und die Orte ein Urlaubsgebiet. Bekannte Ausflugsziele an Land und See sind Hoorn und Enkhuizen. Entstanden ist das Ijsselmeer erst im Jahre 1932 durch den Bau des 29 km langen Abschlussdeichs (Afsluitdijk) an der schmalsten Stelle der ehemaligen Zuiderzee (Südsee) an der Küste von Westfriesland und Nordholland. Der Deich ist 90 m breit und trägt auf seiner Krone die niederländische Autobahn A7 bzw die Europastraße E22. Der Deich wurde vor allem aus Gründen des Küstenschutzes errichtet. Durch den Wegfall der Gezeiten im Ijsselmeer war das Abdeichen von Wasserflächen und deren Trockenlegung einfacher möglich geworden. Es entstanden große Polder an den Ufern des Sees, von denen die Provinz Flevoland der größte ist. Das Ijsselmeer hat durchschnittlich zwischen 2 m und 4 m Wassertiefe. An einigen Stellen ist das Wasser jedoch bis 20 Meter tief (Sandgewinnung). Die ehemalige Zuiderzee wird durch einen weiteren Deich (Houtribdijk) im Inneren in zwei eigenständige Wasserflächen geteilt, die durch zwei Schleusen bei Enkhuizen und Lelystad miteinander verbunden sind. Der südliche Teil wird 'Markermeer' genannt und sollte ursprünglich ebenfalls trockengelegt werden. Bereits beim Bau des Abschlussdeiches zur Nordsee erkannte man bei der niederländischen Generalität die militärische Gefahr, die der Festung Holland mit diesem neuen Zugang aus Richtung Norden drohte. Man reagierte darauf mit dem Bau der Festungen Den Oever und Kornwerderzand an den beiden Enden des Abschlussdeiches. Im Mai 1940, während des Zweiten Weltkrieges, konnte sich die angreifende deutsche Wehrmacht an dieser Stelle keinen Zugang zur Festung Holland verschaffen.

Siehe auch


- Landgewinnungsprojekt Lauwerssee Kategorie:See in den Niederlanden Kategorie:Friesland

Nordseekanal

Der Noordseekanal (Noordzeekanaal) verbindet Amsterdam (das IJ) in westlicher Richtung mit der Nordsee bei IJmuiden. Bei IJmuiden schließt eine Anzahl Schleusen den Kanal gegen die Nordsee ab. Die Arbeiten am etwa 21 km langen Kanal begannen 1865 und dauerten bis 1876. Im Lauf der Jahre wurde der Kanal mehrmals vertieft und verbreitert. Heute beträgt der maximale Tiefgang 13,72 Meter und die Breite 275 Meter. Der Nordseekanal ersetzte den von 1817 bis 1822 gebauten Nordhollandkanal (Groot Hollandsch Kanaal), der von Amsterdam aus bei Den Helder in die Nordsee mündet. Bild:Nzkanaal.jpg|Nordseekanal bei Velsen Zuid Bild:Nzkanaal2.jpg|Beverwijk Bild:Nzkanaal3.jpg|Amsterdam Kategorie:Kanal Kategorie:Niederlande

Damm

Ein Damm ist:
- ein künstlich errichteter Wall, der etwas verbindet, siehe Damm (Wall)
- ein künstlich errichteter Wall, der etwas trennt, siehe Deich oder Staudamm
- die Körpergegend zwischen After und Scheide bzw. Hoden, siehe Damm (Anatomie) der Name der Ortschaften:
- Damm (bei Rostock), Landkreis Bad Doberan Mecklenburg-Vorpommern,
- Damm (Eldetal), Landkreis Parchim Mecklenburg-Vorpommern,
- Damm (Aschaffenburg), Stadtteil von Aschaffenburg Bayern,
- Damm (Lohra) in Hessen
- Damm (Schermbeck) in Nordrhein-Westfalen Familienname, siehe Damm (Name)
- Peter Damm, deutscher Hornist
- Sigrid Damm, Schriftstellerin ja:ダム

Grachten

Gracht // (plural: Grachten) ist allgemein der niederländische Begriff für Kanal oder Graben. Graben] Graben] Im engeren Sinn werden als Grachten die schmalen Wasserwege bezeichnet, die die gesamte Innenstadt von Amsterdam durchziehen und von zahlreichen Brücken überspannt werden. Das Grachtennetz von Amsterdam (insbesondere Herengracht, Keizersgracht und Prinsengracht) wurde überwiegend im 17. Jahrhundert angelegt und hat eine Gesamtlänge von über 80 km. Für Touristen gehört eine Grachtenrundfahrt zum Amsterdambesuch. In deutsch-niederländisch-belgischen Grenzgebiet werden auch Hohlwege, die durch den Holztransport entstanden sind, als Gracht bezeichnet. Diese Grachten treten im Gelände meist gebündelt auf. Der Name Gracht findet sich dadurch auch in Straßennamen dieses Gebiets. Ähnliche Wasserstraßen in Hamburg werden Fleete genannt. Kategorie:Bauwerk in den Niederlanden Kategorie:Kanal

Tannen

Die Tannen (Abies) bilden eine Gattung von Nadelbäumen in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Es gibt etwa 51 Arten von Tannen, die alle in der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel der Erde vorkommen. In Mitteleuropa ist die Weißtanne (Abies alba) heimisch. Tannen bilden nach den Kiefern (Pinus) die am weitesten verbreitete und artenreichste Gattung in der Familie der Kieferngewächse. Kiefern Kiefern

Beschreibung

Alle Tannen-Arten sind immergrüne Bäume. Die nadelförmigen Blätter werden mehrere Jahre (5 bis 50 Jahre) alt. Sie sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch), es gibt weibliche und männliche Zapfen an einer Pflanze. Die Zapfen stehen immer aufrecht am Zweig (im Gegensatz zu den hängenden und als Ganzes herabfallenden Fichten-Zapfen). Die Achse des Zapfens verbleibt am Baum, während die Schuppen einzeln abfallen. Die geflügelten Samen reifen im Zapfen. Keimpflanzen haben vier bis zehn Keimblätter (Kotyledonen).

Verbreitung der Gattung Abies

Tannen gehören zusammen mit den Zedern (Cedrus) zur Unterfamilie Abietoideae und bilden mit fünf Teilarealen eine holarktisch zirkumpolare Sippe (west-euroasiatisch, sibirisch-ostasiatisch, himalayisch-südost-asiatisch, boreo-kanadisch, westpazifisch). Geschlossen (temperat)-boreal/kontinental bilden Balsamtanne (A. balsamea) und Sibirische Tanne (A. sibirica) einen wesentlichen Teil der borealen Nadelwälder Sibiriens und Kanadas, ohne hochkontinentale Bereiche in Nähe der Wald- und Baumgrenze zu besiedeln. Östliche Vorposten dieses Arealtyps finden sich disjunkten im pazifischen Ostsibirien, Sikhote Alin, Mandschurei und Hokkaido. Neben temperat-borealen-, sind kontinentale Arten in meridional-submeridionalen Forenzonen anzufinden (mexikanische und südwestchinesische Arten, A. lasiocarpa' in den Rocky Mountains). Formenreich sind die Tannen in montanen, subalpinen und oromediter-ranen Stufen temperater, submeridionaler und meridionaler Zonen, (sub)ozeanischer Gebirge (A. spectabilis und A. densa im „cloud belt“ des perhumiden Ost-Himalayas, A. squamata in China noch in 4000 bis 4500 Meter NN). Altweltlich gewöhnlich mit Zedern und Kiefern vergesellschaftet, kommen in den Subtropen auch Reinbestände vor. In Baumartenarmen gemäßigten Breiten Europas kommen unter den Nadelholzgewächsen nur Kiefern- und Fichtenarten zusammen mit Tannen vor, die temperat-submeridional, (sub)ozeanisch bis subkontinental verbreitete Weißtanne fällt in Nordeuropa aus. In den Pazifischen Gebirgen Nordamerikas sowie Hindukush-Himalaja, Huangshan, den japanischen Inseln und Taiwan kommen Douglasien (Pseudotsuga), Schierlingstannen (Tsuga) und Fichten (Picea) mit Tannen vor. Gebiete mit vielen Tannen-Arten sind der Südwesten der Volksrepublik Chinas bis zum Himalaya sowie Bergregionen im westlichen Mexiko und Mittelamerika. Tannen dieser Regionen befinden sich oft in isolierten Rückzugsgebieten in Gebirgen, wo ausreichend Feuchtigkeit und moderate Temperaturen vorherrschen. Absolutes Entwicklungszentrum ist hier die sino-himalyische Region mit siebzehn Arten, herausragend der Huang Shan in Südwestchina. Weitere Diversitätszentren der Gattung liegen in den pazifischen Kordilleren und dem Mediterrangebiet. Im temperat-(sub)meridional mediterranen Verbreitungsschwerpunkt besiedeln Tannen (sub)ozeanische Gebirge. Mediterrane Tannen sind typisch pleistozäne Reliktendemiten und bilden eine taxonomische Einheit, die sich von amerikanischen und asiatischen unterscheidet. Sie sind intergenetisch den Reihen Septentionales und Meridionales (Sektion Abies und Piceaster) beizuordnen. Erstere enthält Abies alba, A. nebrodensis, A. cephalonica, A. nordmanniana und A. cilicica, letztere A. pinsapo und A. numidica. Die Fragmentierung der mediterranen Populationen ist ursächlich auf die Klimageschichte rückzuführen. Standortökologisch differenzieren sich mediterrane Tannen über den Zedern- und Buchenkomplex. In Gesellschaft der Buchen (Fagus) treten A. alba, A. nebrodensis und A. nordmanniana s.l. auf. Mit Zedern (Cedrus) sind A. pinsapo s.l., A. numidica und A. cilicica vergesellschaftet. A. cephalonica tritt nur rein auf. Eine Reihe von Tannenarten wie die Nebrodi-Tanne (A. nebrodensis) oder die Numidische Tanne (A. numidica) sind in ihrem natürlichen Lebensraum akut vom Aussterben bedroht. Alle Tannen sind immergrüne Nadelbäume. Manche Arten bleiben mit einer Wuchshöhe von 20 Metern relativ klein, andere erreichen fast 100 Meter Höhe. Alle Tannen haben flache, leicht biegsame Nadeln, die auf der Unterseite oft zwei helle Streifen tragen. Anders als bei vielen anderen Kieferngewächsen zerfallen die samentragenden Zapfen am Baum; man findet daher keine Tannenzapfen auf dem Waldboden.

Europäische Tannen-Arten

Tannenzapfen Sieben Tannen-Arten sind auf den mediterranen Raum beschränkt. Durch das Fehlen gemeinsamer waldprägender Baum-Arten ist die ausgeprägte Isolation mediterraner Bergwälder hinreichend belegt. Darauf weisen insbesondere auch die Tannen und deren Gesellschaften, die sich in südwest-, zentral- und südostmediterrane differenzieren. Eng verwandt sind
A. pinsapo und A. marocana sowie Abies alba und A. nebrodensis. Hybride sind A. borisii-regis (A. alba x cephalonica) und A. equi-trojani (A. bornmuelleriana x borisii-regis). Vegetationskundlich differenzieren sich Tannen in Kleinasien und Südosteuropa stärker. In balkanischen Tannenwäldern geht die verwandschaftliche Linie von Abies alba über A. borisii-regis zu A. cephalonica. Überwiegend in mittleren Lagen, den montanen und oromediterranen Stufen verbreitet meidet A. alba schneereiche Lagen der Kampfzone des Waldes. Schädigung durch Schneelast sowie Konkurrenz dürfte hier Hindernis der Etablierung sein. Mediterrane Tannen sind nach Schädigung besser ausschlagfähig, an die Waldgrenze reichen A. cilicica wie A. cephalonica. Tieflagenvorkommen sind in nördlichsten Lagen von A. alba und A. nordmanniana anzutreffen. Buchen und Zedern grenzen mitteleuropäisch montane und oromediterrane Waldtypen ein und sind mit klimatischen Kennwerten korrelierbar. Sporadisch finden sich Buchenwaldarten auch im Areal von Abies pinsapo, A. marocana, reliktisch selbst bei A. numidica. A. cephalonica- und A. cilicica-Wälder haben mit Fagion-Gesellschaften keine Verwandtschaft mehr. Die einzelnen Arten zeichnen den Übergang zwischen subkontinentalen-(sub)ozeanischen, zu mediterranen semiariden Klima nach. Die klimaökologische Zwischenstellung von A. cephalonica und A. pinsapo s.s., ist durch das Fehlen von Buchen und Zedern in beiden Arealteilen unterstrichen. Sie bauen auch weitgehend geschlossene, nahezu reine Bestände, meist plenterartiger Struktur auf. Die Tannen-Areale lassen sich weniger nach dem Jahresniederschlag als vielmehr nach mäßig trockener, frischer und feuchterer Vegetationszeit gliedern. Dabei erhöht sich von Norden nach Süden mit Abnahme des Niederschlages die Vegetationszeitwärme. A. pinsapo, A. numidica sowie A. nebrodensis sind in ihrem natürlichen Habitat gefährdet. Größere Flächen werden von A. cilicica, A. cephalonica, A. alba und A. nordmanniana eingenommen. plenterartiger A. cilicica ist im zentralen und östlichen Taurus ohne Westtaurus beheimatet und reicht in relativ geschlossener Verbreitung nach Nordsyrien und Libanon. Hier wie auch bei A. cephalonica werden überwiegend gebankte Kalke mit spaltengründigen entwickelten Kalkstein-(Rotlehmböden) bestockt. Am meernäherem Abfall der Gebirge ist die mediterrane Stufenfolge ausgebildet. Durch Besiedlung initialer Kalkrohböden hat sie den Charakter einer gewissen Pionierart mit der, für ausgeprägte Trockentannen, bescheidenen Wuchsleistung (5-10m(12m). Die in der südwestlichen Mediterraneis vorkommenden Igeltanne (A. pinsapo s.l.) ist auf kleinflächige Restvorkommen der feuchtesten Gebirgsgebiete begrenzt (Sierra Nevada 50 Hektar, Babor-Massiv- Algerien 1000 Hektar, Rif Atlas-Marokko 15.000 Hektar). Ausgezeichnet sind die Wuchsleistungen im größten Teilareal mit bemerkenswerten 50 Meter hohen Einzelbäumen . Die mesophile A. pinsapo erreicht bei gleichem geologischen Substrat (Kalkstein) viel bessere Wuchsleistungen als A. cilicica. Voraussetzung für das physiologische Optimum mediterraner Tannen sind reichliche Niederschläge, tiefgründige, spalten-gängige, feinerdereiche, vorratsfrische Böden und schattseitige Lagen. Die nordanatolisch-kaukasischen Komplex der Abies nordmanniana-Gruppe wird zweckmäßiger Weise in Standortsökotypen unterschieden. Taxonomisch wird je nach Autor stärker differenziert. Als typisch kolchische Waldbäume sind sie am kühl-humiden Süd- und Westsaum vom Schwarzen Meer verbreitet, die Standorten der Weißtanne schon stark ähneln.

Giganten unter den Tannen

Die größten bekannten Tannen finden sich im pazifischen Nordamerika. Insbesondere
Abies procera, Abies grandis und Abies amabilis erreichen in den gemäßigten Regenwäldern der pazifischen Gebirge erstaunliche Dimensionen. Als größte unter den Tannen gilt dabei die Amerikanische Edeltanne. Auch die Eurasischen Tannen erreichen beachtliche Dimensionen so Abies alba, Abies nordmanniana, Abies fargesii, Abies forrestii und Abies pindrow die eine Höhe von über 60 Metern erreichen.
-
Abies procera
  - Tanne am Yellowjacket Creek im Gifford Pinchot National Forest, WA.: Höhe 72,6 Meter, Stammdurchmesser 275 Zentimeter, Kronendurchmesser 12,5 Meter, Stammvolumen 174,3 m³ (1988)
  - Tanne in der Goat Marsh Research Natural Area, Mt. St. Helens National Monument, WA.: Höhe 89,9 Meter, Stammdurchmesser 192 Zentimeter, Kronendurchmesser 13 m, Stammvolumen 87,7 m³ (1989)
-
Abies amabilis
  - Cabin Lake Tree, Nordseite des Black Mountain im Cypress Provincial Park, BC.: Höhe 46,9 Meter, Stammdurchmesser 233 Zentimeter, Stammvolumen 63 m³
  - Hades Creek Fir im Olympic National Park, WA.: Höhe 66,4 Meter, Stammdurchmesser 210 Zentimeter, Stammvolumen 62 m³
  - Tanne am Humptulips River, Olympic National Forest, WA.: Höhe 71,9 Meter, Stammdurchmesser 140 Zentimeter
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Abies grandis
  - Riesentanne am Duckabush River Trail, Olympic National Park, WA.: Höhe 77 Meter, Stammdurchmesser 185 Zentimeter, Stammvolumen 68.3 m³ 1(1988)
  - Tanne am Chilliwack River, BC.: Höhe 75 Meter, Stammdurchmesser 220 Zentimeter
  - Riesentanne in der Glacier Peak Wilderness, WA.: Höhe 81.4 Meter, Stammdurchmesser 158 Zentimeter, Stammvolumen 53.0 m³ (1993)
-
Abies nordmanniana
  - Nordmanntanne am Mzymta Fluß, Kaukasus Nationalpark, Russland: Höhe 78 Meter, Stammdurchmesser 360 Zentimeter Bild:prastara_jela_Orjen.jpg|55m hohe und 1,5 m starke Urwaldtanne (
Abies alba) aus dem Orjen in Montenegro. Bild:Jelka_Orjen_1.jpg|Urwaldtanne (Abies alba) aus dem Orjen. Bild:Pirin_fir.jpg|Urwaldtanne (Abies borisii-regis) aus dem Pirin. Pirin

Nutzung

Tannen sind Reifholzbäume. Es gibt keinen farblichen Unterschied zwischen Kernholz und Splintholz. Das Holz ist gelblich-weiß gefärbt. Es besitzt keine Harzkanäle und die Markstrahlen sind kaum sichtbar. Es wird ähnlich wie Fichtenholz eingesetzt: als Bauholz, zum Möbelbau und zur Papierherstellung. Frisch geschlagen riecht es manchmal nach Katzenurin, die Trocknung ist schwieriger als bei der Fichte. Sonderanwendungen liegen im Wasserbau, wo Tannenholz eine hohe Dauerhaftigkeit besitzt und als Obst- und Gemüsekisten, aufgrund seiner Geruchsfreiheit. Tannen sind die klassischen Christbäume. Vor allem die Nordmanntanne wird dafür in Plantagen angebaut. Außerdem wird von Tannen Schmuckreisig gewonnen.

Beachte

Die Gemeine Fichte wird zwar auch Rottanne genannt, gehört aber nicht zu den Tannen.

Systematik

Die Gattung der Tannen wird in zehn Sektionen und weiter in Untersektionen unterteilt. Ihre Systematik beruht schwerpunktmäßig auf der Morphologie der weiblichen Zapfen. Bislang existiert keine systematische genetische Untersuchung, welche bestätigen könnten, dass die morphologische Anordnung, die auch die geographische Verteilung widerspiegelt, mit der Verwandtschaft der Arten übereinstimmt. Gemeine Fichte Gemeine Fichte Gattung Tannen (
Abies):
- Sektion
Abies (Mittel-, Süd- und Osteuropa)
  - Weißtanne (
Abies alba)
  - Bulgarische Tanne (
Abies borisii-regis)
  - Griechische Tanne (
Abies cephalonica)
  - Kilikische Tanne (
Abies cilicica)
  - Nebrodi-Tanne (
Abies nebrodensis)
  - Nordmanntanne, Kaukasustanne (
Abies nordmanniana)
- Sektion
Piceaster (Spanien, Nordafrika)
  - Spanische Tanne (
Abies pinsapo)
  - Numidische Tanne, Algier-Tanne (
Abies numidica)
- Sektion
Bracteata (Westliches Nordamerika)
  - Grannen-Tanne, Santa-Lucia-Tanne (
Abies bracteata)
- Sektion
Momi Franco (Südostasien)
  - Untersektion
Homolepides
    - Nikkotanne (
Abies homolepis, syn. Abies brachyphylla)
    - Min-Tanne (
Abies recurvata)
  - Untersektion
Firmae
    -
Abies beshanzuensis
    - Momi-Tanne (
Abies firma)
  - Untersektion
Holophyllae
    - Schensi-Tanne (
Abies chensiensis)
    - Mandschurische Tanne (
Abies holophylla)
    - Pindrow-Tanne (
Abies pindrow)
    -
Abies ziyuanensis
- Sektion
Amabilis (Pazifikküste Nordamerikas und Japans)
  - Purpurtanne (
Abies amabilis)
  - Maries Tanne (
Abies mariesii)
- Sektion
Pseudopicea (Südostasien)
  - Untersektion
Delavayianae
    -
Abies chengii
    - Yunnan-Tanne (
Abies delavayi)
    -
Abies densa
    -
Abies fabri
    -
Abies fanjingshanensis
    -
Abies forrestii
    - Himalaya-Tanne (
Abies spectabilis)
    -
Abies yuanbaoshanensis
  - Untersektion
Squamatae
    - Schuppenrindige Tanne (
Abies squamata)
- Sektion
Balsamea (Nordamerika, Asien)
  - Untersektion
Laterales
    - Balsamtanne (
Abies balsamea)
    -
Abies bifolia
    - Formosa-Tanne (
Abies kawakamii)
    - Felsentanne, Gebirgstanne (
Abies lasiocarpa)
    - Sibirische Tanne (
Abies sibirica)
  - Untersektion
Medianae
    - Frasertanne (
Abies fraseri)
    - Koreatanne (
Abies koreana)
    - Ostsibirische Tanne (
Abies nephrolepis)
    - Sachalin-Tanne (
Abies sachalinensis)
    - Veitchs Tanne (
Abies veitchii)
- Sektion
Grandis (westliches Nordamerika)
  - Colorado-Tanne, Grautanne (
Abies concolor)
  -
Abies durangensis
  - Küstentanne (
Abies grandis)
  -
Abies guatemalensis
- Sektion
Oiamel (Südwestliches Nordamerika)
  - Untersektion
Religiosae
    - Heilige Tanne (
Abies religiosa)
    -
Abies vejarii
  - Untersektion
Hickelianae
    -
Abies hickelii
- Sektion
Nobilis (westliche USA)
  - Prachttanne, Goldtanne (
Abies magnifica)
  - Edeltanne, Silbertanne (
Abies procera, syn. Abies nobilis)

Weblinks


- [http://www.conifers.org/pi/ab/index.htm Überblick über die Gattung.] (engl.) ----
Siehe auch: Zimmertanne (Araucaria heterophylla) Kategorie:Nacktsamer Kategorie:Baum Kategorie:Forstwirtschaft ja:モミ

Jordaan

Jordaan ist ein Stadtteil in Amsterdam, ungefähr zwischen Nassaukade und Prinsengracht. Mit seinen kleinen Häusern war der Jordaan von altersher eine typische Arbeitergegend; aber am Ende des 20. Jhrd’s wurde es 'hip' hier zu wohnen, die Preise schossen hoch, sodass die Miete den ursprünglichen Bewohner zu hoch wurde. Der Ursprung des Namens ist unklar. Manchmal wird auch den gleichnamigen Fluß in Israel und Palästina verwiesen; aber angesichts der vielen Straßennamen mit Verweisen auf die Flora (Lindengracht, Bloemgracht, Rosenstraat) ist es wahrscheinlicher, dass sich der Name auf eine Verballhornung des französischen Namens für Garten, jardin, zurückführen läßt. Bekannte Kinder dieses Stadtteils sind die Pädagogen Theo Thijssen, dem auch ein kleines Museum gewidmet wurde, und Jan Lighart, sowie die Sänger Willy Alberti, Johnny Jordaan, Tante Leen und der Akkordeon-Spieler Johnny Meijer (die letzten drei mit bronzenem Standbild auf dem Johnny Jordaanplein).

Weblinks


- [http://www.jordaaninfo.nl Jordaan Info]
- [http://www.jordaanweb.nl Jordaan Web] Kategorie:Amsterdam

12. Jahrhundert

Das 12. Jahrhundert begann am 1. Januar 1101 und endete am 31. Dezember 1200. Es ist die Epoche des europäischen Hochmittelalters.

Zeitalter/Epoche


- Auf der Grundlage von Handel und Handwerk entwickelt sich das Bürgertum und Zünfte entstehen.
- Durch systematische Übersetzung von Büchern aus dem Arabischen ins Lateinische wird die Basis für den wissenschaftlichen und geistigen Aufstieg Europas geschaffen. Gleichzeitig weicht mit dem Aufblühen von Städten in Mitteleuropa die dörfliche Beschränktheit der Bevölkerung.
- Die katholische Kirche beginnt die Inquisition einzuführen, die 1235 von Papst Gregor IX. offiziell eingesetzt wird.
- Im Kaiserreich China entwickelt sich eine allgemeine Volksschrift.
- Gegen Ende des Jahrhunderts wird in Mittelamerika das Reich der Tolteken durch die Chichimeken-Indianer vernichtet.

Ereignisse/Entwicklungen


- Anfang des Jahrhunderts werden in Deutschland erstmals den Vornamen Familiennamen beigefügt.
- 1103 - Der deutsche Kaiser sichert den Juden seinen Schutz zu
- Alfons I. (Portugal) wird 1009 erster König von Portugal.
- Um 1120 übersteigt die Bevölkerungszahl Englands 3 Millionen.
- Um 1130 gibt es in Straßburg die erste städtische Müllabfuhr.
- 1137 - in Montpellier (Südfrankreich) wird eine Hochschule für Medizin gegründet
- Ab etwa 1140 führen die mongolischen Kin in China die Zopftracht ein.
- Zweiter und dritter Kreuzzug
- Der Abt Suger errichtet einen Neubau der Abtei Saint-Denis nördlich von Paris, der als das erste Gebäude im Stil der Gotik gilt.
- In der europäischen Musik entstehen die ersten mehrstimmigen, schriftlich fixierten Kompositionen. Die Entwicklung erreicht am Ende des Jahrhunderts in der Notre-Dame-Schule einen ersten Höhepunkt
- Die Araber übernehmen von den Indern die indischen Zahlen, die mit ihrem Stellenwertsystem revolutionär sind.
- 1173 - Der Papst verbietet allen Christen, Handel mit den Arabern zu treiben.
- Der erste Derwisch-Orden (Tariqa) wird von dem bekannten Sufi Abd al-Qadir al-Dschilani gegründet.
- In Angkor (Kambodscha) wird der Angkor Wat erbaut.
- In Europa treten die ersten Inquisitionstribunale auf.
- Das Mausoleum von Halikarnassos wird durch ein Erdbeben zerstört.
- 1199 - Papst Innozenz III. verbietet dem einfachen Volk das Lesen der Bibel.
- In diesem Jahrhundert wird ganz Europa flächendeckend vom Christentum erschlossen.

Persönlichkeiten

+ Lothar von Supplinburg, letzter deutscher Kaiser aus sächsischem Haus
- Roger II., König von Sizilien und Süditalien
- Petrus Abaelardus, französischer Philosoph und Scholastiker
- Arnold von Brescia, italienischer Freiheitskämfer und Reformator
- Wace, französischer Dichter und Geschichtsschreiber
- Gerhard von Toledo, italienischer Gelehrter
- Bernhard von Clairvaux, französischer Kreuzzugsprediger
- Peter Waldes, französischer Freiheitskämfer und Reformator
- Mosche ben Maimon (Moses Maimonides), jüdischer Philosoph, Rechtsgelehrter und Arzt
- Thomas Becket, englischer Priester und Staatsmann
- Ibn Rushd (Averroes), arabischer Philosoph und Naturforscher in Spanien
- Salah ad-Din Yusuf ibn Ayub (Saladin), arabischer Sultan
- Friedrich Barbarossa, Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
- Heinrich der Löwe, deutscher Fürst
- Hildegard von Bingen, deutsche Mystikerin
- Moses Maimonides, jüdischer Philosoph, Rechtsgelehrter und Arzt
- Innozenz III., italienischer Papst
- Snorri Sturluson, isländischer Geschichtsschreiber, Staatsmann und Dichter
- Heinrich VI., deutscher Kaiser
- Richard Löwenherz, englischer König
- Dominikus, spanischer Dichter
- Franziskus, italienischer Wanderprediker
- Hermann von Salza, deutscher Staatsmann
- Albertus Magnus, deutscher Gelehrter

Erfindungen und Entdeckungen


- um 1110 verbreitet sich in Mitteleuropa der Steinkohlebergbau
- um 1120 kommen in Deutschland Bleistifte aus Graphit auf
- um 1130 wird im