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AnamneseAnamnese (griechisch: „Erinnerung“) ist das In-Worte-Bringen von Vergangenem.
In der Medizin ist Anamnese die Erhebung der medizinischen Vorgeschichte und aktuellen Befindlichkeit eines Patienten, meist durch einen Arzt.
Neben Fragen, die der Arzt je nach Symptomen bzw. deren Zugehörigkeit zu einer medizinischen Fachrichtung auf das betroffene Organsystem gewichtet stellt, gehört zu einer Anamnese eine umfassende körperliche Untersuchung.
Diese Untersuchung kann folgende Abklärungen enthalten (keine vollständige Liste):
- Neurologisch
- Reflexe
- Erkrankungen des zentralen Nervensystems
- Dermatologisch
- Hauterkrankungen
- Geschlechtskrankheiten
- Chirurgisch
- Brüche
- Bandverletzungen
- Internistisch
- Lungenerkrankungen
- Herzerkrankungen
- Magen-Darmerkrankungen
Sinn einer ausführlichen Anamnese bei nicht klarer Grunderkrankung ist die Einschränkung möglicher Erkrankungen mit diesen oder ähnlichen Symptomen (Differentialdiagnosen) auf eine überschaubare Anzahl (Leitsymptome), um nach der nun folgenden Diagnostik eine definitive Diagnose stellen zu können.
Bei der Anamnese werden Fragen ähnlich diesen gestellt:
- Welche Beschwerden haben Sie?
- Wie lange haben Sie diese Beschwerden?
- Haben die Beschwerden zugenommen?
- Welche sonstigen Vorerkrankungen haben Sie?
- Welche Medikamente nehmen Sie ein?
Man unterscheidet somatische, psychische und soziale Anamnese, die jeweils in ihrer Gesamtheit gesehen werden müssen.
Siehe auch: Anamnese (Liturgie), Anamnese (Baudenkmalpflege), Anamnesegruppen
Rettungsdienst
Auch im Rettungsdienst gehört eine umfassende Anamnese zur Arbeit am Patienten. Weit verbreitet ist im präklinischen Bereich das sogenannte „SIMPLE-Schema“:
Kategorie:Allgemeinmedizin
Kategorie:Diagnostik
Griechische Sprache
Griechisch (griechisch ελληνικά) ist eine indogermanische Sprache, die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt. Eine nähere Verwandtschaft scheint nur zur antiken makedonischen Sprache bestanden zu haben. Griechisch wird von ca. 16 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen ca. 10,5 Millionen in Griechenland leben, wo es Amtssprache ist. Die anderen Muttersprachler sind auf 35 andere Staaten verteilt. Auf Zypern ist Griechisch ebenfalls Amtssprache, offiziell neben dem Türkischen. Außerdem ist in einigen südalbanischen und süditalienischen Gemeinden, in denen Angehörige der griechischen Minderheit leben, das Griechische als lokale Amts- und Schulsprache zugelassen.
Siehe: Griko in Italien
Eine Vielzahl von altgriechischen Wörtern werden darüber hinaus auch in diversen Fachsprachen verwendet und haben Eingang in viele moderne Sprachen gefunden.
Die Sprachcodes nach ISO 639 für Neugriechisch (ab 1453) sind el
bzw. ell oder gre und für Altgriechisch (bis
1453) grc.
Geschichte
1453
Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache sind in Linearschrift B geschrieben. Sie begegnen ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. - also in mykenischer Zeit - als sehr kurze Texte auf Transportamphoren, wo sie den Inhalt bezeichnen. Längere Texte auf zahlreichen Tontäfelchen, ebenfalls rein praktischer Natur, wurden in den Archiven einiger mykenischer Paläste gefunden. Sie stammen aus dem Beginn des 12. Jahrhundert v. Chr.. Nach Zerstörung der meisten bisher bekannten mykenischen Paläste im 12. Jh. ging die Linearschrift B und damit die Schriftlichkeit der ägäischen Welt nach herrschender Meinung verloren. Zumindest gibt es bisher keine Schriftfunde aus der Zeit der dunklen Jahrhunderte. Gegen Ende der dunklen Jahrhunderte, vermutlich um 800 v.Chr., übernehmen die Griechen das phönizische Schriftsystem, das sie im Grunde auch heute noch benutzen. Eines der bekanntesten frühen Beispiele der neuen alphabetischen Schrift zeigt der sog. Nestor-Becher. In klassischer Zeit ist eine Vielzahl von Dialekten feststellbar, zu den wichtigsten zählen das (noch heute in den Schulen als Altgriechisch gelehrte) Attische, das Ionische, das Dorisch-Nordwestgriechische, das Aeolische und das Arkadisch-Kyprische. Die am Anfang der schriftlichen Überlieferung stehenden homerischen Epen, die Ilias und die Odyssee, sind zum Beispiel in einer künstlerischen Sprachform verfasst, die Worte aus verschiedenen Dialekten benutzte, oft nach den Anforderungen des Metrums, im ganzen jedoch Ionisch mit äolischer Prägung ist.
Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. machte den dort gesprochenen attischen Dialekt zur Grundlage einer überregionalen Gemeinsprache (Koiné, griechisch κοινή, die Gemeinsame oder Allgemeine), die durch die Eroberungen Alexanders des Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. zur Weltsprache und lingua franca aufstieg. Auch im Römischen Reich blieb Griechisch neben Latein Amtssprache, dies auch aufgrund der kulturellen Abhängigkeit der Römer von den Griechen. In der Osthälfte des Reiches war Griechisch bereits seit dem Hellenismus die dominierende Sprache. Der Einfluss fremder Sprachen und der fortbestehenden Dialekte führte immer wieder, insbesondere im 2. Jahrhundert, zu Bemühungen um eine Reinigung der griechischen Sprache unter Rückgriff auf das klassische Attisch. Eine solche bereinigte Form des Altgriechischen wurde nach der Teilung des Römischen Reiches (395) zur Amts- und Literatursprache des oströmischen Reiches, das nach der Abschaffung der lateinischen Amtssprache um 630 endgültig vom römischen zum byzantinischen Reich wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt versiegt die Produktion literarischer Werke auf Altgriechisch; die Sprache des byzantinischen Reiches weist da schon deutliche Unterschiede in Grammatik und Aussprache auf. Nach der arabischen Eroberung Syriens und Ägyptens blieb Griechisch dort zunächst noch für einige Jahrzehnte Amtssprache, bevor es diese Funktion ab etwa 700 an das Arabische verliert.
Während der Besetzung Griechenlands durch das osmanische Reich war der Unterricht in griechischer Sprache offiziell verboten. Jedoch lebte sie im Alltag der Griechen (und vielfach von Priestern heimlich gelehrt) fort, veränderte sich aber aufgrund geringer Schriftkenntnis und mangelnder Gelehrsamkeit relativ stark. Nach der modernen Staatsgründung wurde die so genannte Katharévousa (griechisch καθαρεύουσα, Reinsprache; die Grundlagen wurden von Korais geschaffen) offizielle Unterrichts- und Amtssprache, eine „künstlich“ geschaffene Standardsprache, die den Wortschatz der am klassischen Attisch orientierten Koiné abermals künstlich konservierte, jedoch innerhalb weitgehend neugriechisch geprägter Aussprache- und Grammatikstrukturen. Erst 1976 wurde die Volkssprache (Dimotikí, griechisch δημοτική) endgültig zur Sprache der staatlichen Verwaltung und der Wissenschaft; allerdings sind viele Katharévousa-Worte im Laufe der Zeit wieder in die Dimotikí zurück übernommen worden.
Im Verlauf der Jahrtausende hat sich die griechische Sprache vielfach in der Aussprache geändert, die Orthographie blieb jedoch dank vielerlei Bemühungen um eine Reinhaltung der Sprache weitgehend konstant. Die in hellenistischer Zeit in die griechische Schriftsprache eingeführten Akzente und Symbole für Hauchlaute wurden noch bis vor kurzem verwendet. Durch Erlass Nr. 297 des griechischen Präsidenten vom 29. April 1982 wurden der Akzent Gravis, der Akzent Zirkumflex sowie die Hauchzeichen Spiritus asper und Spiritus lenis abgeschafft. Es gibt seitdem in der griechischen Schriftsprache nur noch den Akzent Akut, der die betonte Silbe anzeigt.
Die griechische Sprache und Schrift hatte auf die Entwicklung Europas immensen Einfluss: Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet wurde auf der Basis des griechischen Alphabets entwickelt. Die Rückbesinnung auf das im Westen fast vergessene Griechisch, ausgelöst unter anderem durch die Flucht vieler Byzantiner in den Westen nach dem Fall Konstantinopels 1453, war eine der Hauptquellen der Renaissance und des Humanismus (siehe hierzu auch: Philhellenismus).
Noch heute werden wissenschaftliche Fachbegriffe gerne unter Rückgriff auf griechische (und lateinische) Wörter geprägt.
Das Neue Testament wurde ursprünglich in hellenistischem Griechisch geschrieben und das erste Mal von Erasmus von Rotterdam gedruckt.
Grammatik
Altgriechisch
Die ersten Grammatiken des Abendlandes wurden zu hellenistischer Zeit in der philologischen Schule von Alexandria abgefasst. Aristarch von Samotrake schrieb eine tékhne grammatiké des Griechischen. Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die tékhne grammatiké des Dionysios Thrax (2. Jh. v.Ch.), welche die Phonologie und Morphologie einschließlich der Wortarten umfasst. Die Syntax ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers, des Apollonios Dyskolos (2. Jh. n.Ch.). Angeblich im Jahre 169/8 "importierten" die Römer die griechische Grammatik und adaptierten sie.
Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ähnlich zum Lateinischen, was Partizipialkonstruktionen und sonstige grammatische Phänomene (AcI etc.) anbelangt, so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind – und umgekehrt. Gutes Verständnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch; in vielen Fällen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ähnlicher als dem Lateinischen, beispielsweise sind die bestimmten Artikel im Griechischen vorhanden, während sie im Lateinischen fehlen. Es gibt auch Fälle, in denen die Ähnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflächlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft – beispielsweise werden die Zeitformen der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen.
Im Westen und auch in diesem Artikel werden gewöhnlich lateinische Begriffe (wie Substantiv, Dativ, Aktiv, Person … ) zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet, die direkte Übersetzungen der griechischen Definitionen darstellen. In Griechenland werden dagegen bis heute die griechischen Originalbegriffe aus der tékhne grammatiké des Dionysios Thrax verwendet.
Nominale Wörter
Hierzu zählen die Wortarten Substantiv, Adjektiv und Pronomen, die alle dekliniert werden. Auch Partizipien, Verbaladjektive und Infinitive werden dekliniert, sie gelten aber als Zwischenformen (sogenannte Nominalformen des Verbs). Hinsichtlich der Deklination ist folgendes zu benennen:
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
- (allgemeine) Regeln:
- Maskulinum: bei Bezeichnungen für männliche Wesen, Winde, Flüsse und Monate
- Femininum: bei Bezeichnungen für weibliche Wesen, Länder, Inseln und Städte
- Neutrum: dient unter anderem zur Verkleinerung oder Verächtlichmachung von Wörtern männlichen und weiblichen Geschlechts.
- Für den sonstigen Gebrauch lassen sich keine eindeutigen Regeln aufstellen.
- Besonderheit des Neutrums: Bei Neutrum-Subjekten steht das Verb, auch wenn das Subjekt im Plural steht, in der 3. Person Singular. Diese Besonderheit besteht deswegen, weil das Griechische im Fall des Neutrums einen echten Plural nicht gebildet hat. Der Plural des Neutrums ist eigentlich ein aus dem Indogermanischen ererbter "kollektiver Singular", d.h. ein Sammelbegriff, der formal ein Singular ist, von der Funktion her aber einem Plural entspricht (wie im Deutschen: der Busch, das Gebüsch). Ferner haben im Neutrum – wie in allen indogermanischen Sprachen – Akkusativ und Nominativ identische Formen. Im Griechischen tritt noch die Form des Vokativs den beiden anderen Kasus als identisch hinzu.
Kasussystem
Von den acht Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen fünf erhalten: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ und Vokativ. Die Funktionen der nicht erhaltenen Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen auf den Dativ und den Genitiv verteilt. Die Aufteilung ähnelt der der deutschen Sprache.
Grundfunktionen der Kasus:
- Akkusativ
- echter Akkusativ (direktes Objekt)
- adverbial: Lativ (Richtung, Ausdehnung, Dauer)
- Genitiv
- echter Genitiv (Bereich)
- Separativ (Herkunft)
- Dativ
- echter Dativ (indirektes Objekt)
- Soziativ (Gemeinschaft)
- Instrumental (Mittel)
- Lokativ (Ort, Zeit)
Verben
Tempussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Tempusstämme: Präsensstamm, Aoriststamm, Perfektstamm, Futurstamm; wovon die ersten drei ein System bilden. Das Altgriechische besitzt aber kein ausgebildetes Tempussystem. Die Tempusstämme drücken Aspekte aus; – die subjektive Betrachtungsweise, das heißt die Art, wie der Sprechende den Verbalinhalt auffasst. Deswegen ist der Begriff Tempusstamm genaugenommen nicht richtig; besser zu sagen wäre Aspektstamm.
Der Aspekt des Präsensstamms ist durativ (linear, iterativ oder konativ). Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt der Verlauf oder das Andauern einer Handlung ausgedrückt.
Beispiele:
- νοσειν = (krank sein = ) krank darniederliegen
- (απο)θνησκειν = sterben ( = im Sterben liegen)
Der Aspekt des Aoriststamms ist punktuell. Das bedeutet, es wird der bloße Vollzug einer Handlung vermeldet. (Die Bezeichnung punktuell wird benutzt, um den Gegensatz zum linearen Präsensstamm auszudrücken. Der Aoriststamm ist die Normalform und benennt eine Handlung oder ein Ereignis, ohne ausdrücken zu wollen, ob diese Handlung in Wirklichkeit punktuell oder linear war/ist.) Bei diesem Aspekt wird in der Sprachpraxis gern ein bestimmter Punkt des Verbalbegriffs ins Auge gefasst, nämlich der Abschluss (effektiv) oder der Beginn (ingressiv) einer Handlung.
Beispiele:
- ingressiv: νοσησαι = krank werden oder erkranken
- effektiv: (απο)θανειν = sterben (als Moment des Dahinscheidens)
Der Aspekt des Perfektstamms ist resultativ. Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt ein (erreichter) Zustand oder einfach ohne jede nähere Bestimmung die Qualität einer Sache ausgedrückt.
Beispiele:
- τεθνηκεναι (τεθναναι) = (gestorben und nun) tot sein
- πεποιθεναι = vertrauen
Mit der Handhabung dieser drei Aspekte stellt der Griechischsprechende aber die zeitlichen Bezüge her, die von den Aspekten selbst nicht ausgedrückt werden. Die Aspekte gelten nun generell, während es eine direkt zeitliche Bedeutung nur im Indikativ gibt (bis auf das Futur. siehe unten).
Die Vergangenheit wird mit Hilfe der Nebentempora, die nur im Indikativ auftauchen, gebildet. Das sind im Präsensstamm das Imperfekt, im Perfektstamm das Plusquamperfekt und im Aoriststamm der Aorist. (Der Aoriststamm ist der älteste Tempusstamm und hat ein Haupttempus im Indikativ nie ausgebildet.)
Der vierte Tempusstamm des Altgriechischen, der Futurstamm, ist eine jüngere Entwicklung und hat in der Tat in allen Modi zeitliche Bedeutung.
Übersicht über die Tempusformen im Indikativ:
Modussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Modi: Indikativ, Optativ, Konjunktiv, Imperativ. Die Funktionen, die diese Formen syntaktisch erfüllen, sind sehr vielfältig. Hier kann nur eine grundsätzliche Bestimmung ihrer Bedeutung vorgenommen werden.
Der Modus bringt die geistige Einstellung des Sprechenden gegenüber dem Verbalinhalt zu Ausdruck.
Mit dem Indikativ drückt der Sprecher aus, dass ihm ein Vorgang oder Zustand als wirklich (real) erscheint.
In den anderen Modi drückt der Sprecher aus, dass ihm der Vorgang oder Zustand nur als vorgestellt gilt.
Der Imperativ drückt einen Befehl aus.
Der Konjunktiv drückt einen Willen (Voluntativ) oder eine Erwartung (Prospektiv) aus. (Er hat also leicht futurische Bedeutung, was umgekehrt für das Futur in Bezug auf den Konjunktiv auch gilt).
Der Optativ drückt einen Wunsch (Kupitiv) oder eine Möglichkeit (Potentialis) aus.
Genera Verbi (eigentlich und für das Griechische besser: Diathese)
Von den drei Genera Verbi sind zwei (Aktiv und Medium) aus dem Indogermanischen geerbt. Das Passiv ist eine jüngere Entwicklung.
Das Aktiv drückt einfach eine Tätigkeit aus.
Das Medium drückt aus, dass das Subjekt an der Handlung beteiligt ist, oder an ihr interessiert ist, dass also eine nähere Beziehung zwischen Subjekt und Handlung besteht (transitives Medium). Ferner kann es ausdrücken, dass das Subjekt von seiner eigenen Handlung betroffen ist (intransitives Medium). Der Begriff Medium soll in etwa ausdrücken, dass diese Form zwischen Aktiv und Passiv stehe. Das ist jedoch weder sprachgeschichtlich, noch morphologisch richtig. Das Passiv ist im Griechischen der Grenzfall des Mediums, denn:
Das Passiv drückt die Wirkung einer Handlung auf das Subjekt aus, die nicht von ihm ausgeht. Insofern die Handlung nur noch auf das Subjekt wirkt, ohne von ihm auszugehen, bildet es den Grenzfall des Mediums. (Außerhalb des Futur- und Aoriststamms hat das Passiv keine eigenständige Form. Formal übernimmt dort das Medium neben der eigenen Funktion auch die des Passivs, was nur aus dem syntaktischen Zusammenhang, oder bei genauer Kenntnis der Beschaffenheit des entsprechenden Verbums zu unterscheiden ist.)
Beispiele:
Aktiv: er löst (etwas)
transitives Medium: er löst (etwas) für sich
intransitives Medium: er löst sich, er lässt sich lösen
Passiv: er wird gelöst (von jdm.)
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Erste Person (ich / wir), zweite Person (du / ihr), dritte Person (er, sie, es, Substantiv im Singular / sie, Substantiv im Plural).
Die Personalpronomen des Nominativ werden wie in vielen anderen indogermanischen Sprachen meist ausgelassen, wenn sie nicht besonders betont werden sollen. Es muss also nicht zwangsläufig ein das Subjekt ausdrücklich nennendes Bezugswort (Pronomen oder Substantiv) beim Verb stehen – die Endung reicht aus, um die Person und damit das Subjekt zu identifizieren.
Neugriechisch (Dimotiki)
Die neugriechische Sprache hat einen Großteil der altgriechischen Grammatik vereinfacht, ist aber immer noch eine stark flektierende Sprache. Sie ist eine der wenigen indogermanischen Sprachen, die eine synthetische (also nicht mit Hilfsverben konstruierte) Diathese behalten hat. Der Dativ ist bis auf wenige Formen wie εν τάξει (en táxei //) ("in Ordnung") verloren gegangen und wird meist durch die Konstruktion eis (eigentl. in... hinein) + Akkusativ ersetzt. Andere wichtige Änderungen der Grammatik sind der Verlust des Optativs (wird durch den Konjunktiv ersetzt), des Infinitivs (wird durch Nebensätze ersetzt "Ich will kaufen" -> "Ich will, dass ich kaufe") und des Duals (wird durch den Plural ersetzt), die Verkleinerung der Anzahl von Deklinationen und der verschiedenen Formen in jeder Deklinaton, der neue Modalpartikel θα (aus θέλω να ("ich will, dass...") > θε' να > θα) für das Futur und Konditional, die Einführung von Hilfsverben, die Reduzierung der Partizipien auf zwei, ein aktives und ein passives, die Erweiterung des Futurs auf die Aspektunterscheidung zwischen Präsens/Imperfekt und Aorist, der Verlust der dritten Person Imperativ, außer in Archaismen wie ζήτω! ('Lang lebe!'); neue Pronomen für die 2. Person Plural, da die alten wegen der Lautveränderung akustisch nicht mehr von denen der 1. Person Plural zu unterscheiden waren; und der Vereinfachung des Systems der Präfixe, wie bei der Augmentation und Reduplikation.
Das Phonemsystem der neugriechischen Sprache:
Vokale
geschlossen
halbgeschlossen
offen
Alle Vokale werden kurz ausgesprochen.
laut IPA
Konsonanten
p t k
b d g
v δ z γ
f θ s χ
m n
l
r
Siehe auch
- Griechisches Alphabet
- Liste griechischer Präfixe
- Liste griechischer Suffixe
- griechische Präpositionen
- Liste griechischer Magischer Quadrate
- Namenforschung
- Griechische Zahlen
- griechische Zahlwörter
- Griechische Phrasen und Redewendungen
Literatur
- Geschichte:
- Francisco R. Adrados: Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute. Tübingen/Basel 2002
- Hans Eideneier: Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute. Tübingen 1999
- etymologische Wörterbücher (altgriechisch):
- Pierre Chantraine: Dictionnaire étymologique de la langue grecque : histoire des mots. 4 Bände. Paris 1968-80 (Neuauflage 1999)
- Hjalmar Frisk: Griechisches etymologisches Wörterbuch. 3 Bände. Heidelberg 1973
- Alois Vanicek: Griechisch-lateinisches etymologisches Wörterbuch. Leipzig 1877 (Nachdruck 1972)
- Wörterbücher (altgriechisch):
- Wilhelm Gemoll: Griechisch–Deutsches Schul- und Handwörterbuch bei Oldenburg Schulbuchverlag. ISBN 3-486-13401-9
- Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache in 4 Bänden. Braunschweig 1842 ff. (3. Aufl. 1880; Nachdruck 1954)
- Grammatiken (altgriechisch):
- Eduard Bornemann (u. Mitw. v. Ernst Risch): Griechische Grammatik. Frankfurt a.M. 1978
- Adolf Kaegi: Kurzgefasste griechische Schulgrammatik. Berlin 1884 (seither ständig nachgedruckt), ISBN 3-615-70100-3
- Historische Grammatik:
- Helmut Rix: Historische Grammatik des Griechischen. Laut- und Formlehre. Darmstadt 1992
Weblinks
- [http://www.geocities.com/kurogr/ Wörterbuch Mykenisches Griechisch - klassisches Altgriechisch - Englisch (PDF)]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/graeca/Auctores/g_alpha.html griechische Texte in der Bibliotheca Augustana]
- [http://info.uibk.ac.at/c/c6/c604/pdf/Hajnal/Griech.Dial.pdf Die Vorgeschichte der griechischen Dialekte] - Ein Aufsatz über Entstehen und Geschichte der altgriechischen Dialekte.
- [http://kypros.org/LearnGreek/ Online-Kurs vom zypriotischen Rundfunk CyBC, 105 Lektionen à 30 Min., engl., Real Audio]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.chairete.de/ Materialen zum Altgriechischen, Autoren]
- [http://www.altesprachen.de/heureka/heureka.htm Altesprachen.de]
- [http://www.geocities.com/Athens/Agora/6594/inhalt.html Altgriechisch] (Ziemlich umfangreicher Einstiegskurs)
- [http://www.combib.de/infoseiten/griechisch/griechisch.html Aussprachehilfe zum neutestamentlichen Griechisch] (Deutsche Schulaussprache, nicht Originalaussprache!)
- [http://www.gottwein.de/grueb/gr000.htm Altgriechischer Online-Sprachkurs]
- [http://www.gottwein.de/ Navicula Bacchi] (exzellente Seite rund um die Klassische Philologie mit sehr vielen Unterrichtsmaterialien)
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechisch.html Bibliographie - Griechisch]
-
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Einzelsprache
als:Griechische Sprache
ja:ギリシア語
ko:그리스어
ms:Bahasa Greek
simple:Greek language
th:ภาษากรีก
Zentrales NervensystemDas Zentralnervensystem (ZNS oder CNS von Central Nervous System) ist das Neuronenensemble, das in einem komplexeren Lebewesen verschiedene Aufgaben erfüllt:
- zur Integration aller 'sensiblen' Reize, die ihm - afferent - von innerhalb oder außerhalb des Organismus zugeleitet werden,
- zur Koordination sämtlicher motorischen Eigenleistungen des Gesamtorganismus
- und Regulation aller dabei ablaufenden innerorganismischen Abstimmungssvorgänge zwischen den organismischen Subsystemen oder Organen, einschließlich solcher humoraler und insbesondere hormoneller Art.
Alle komplexeren, sich als Ganze bewegende Lebewesen, mithin alle höheren Tiere benötigen ein 'System' mit diesen Funktionen. Es als Steuerungssystem anzusehen liegt nahe, ist aber nicht korrekt. Im eigentlichen Sinn 'steuert' das ZNS nicht. Es trägt infolge seiner zentralen Stellung neben der innerorganismischen Selbstregulation automatisch auch zur Aufrechtherhaltung der Funktionalität des Gesamtorganismus in Relation zu organismisch relevanten Bedingungen in seiner Umgebung oder Umwelt (Jakob Johann von Uexküll) bei.
Das ZNS 'vermittelt' dabei stets nach zwei Seiten: als zentrales Integrations-, Koordinations- und Regulationsorgan dient es nicht nur zur Verarbeitung von Reizen, die über die vom jeweiligen Organismus ausgebildeten Sinnesorgane von außerhalb des Organismus ins ZNS gelangen, sondern auch von jenen, die im Organismus selbst produziert werden. Tiere werden daher nicht nur von Umweltbedingungen zu Reaktionen angeregt. Sie werden auch von sich aus aktiv. Dies kann sogar während des Ruhens oder Schlafens vorkommen und zwar dann, wenn selbst produzierte Eigenreize größere Intensität erreichen; beim Menschen ist dies etwa bei heftigen oder intensiveren Träume der Fall. Diese gehen teilweise mit starker Aktivierung der auch im Schlaf unablässig vegetativ regulierten Bereiche des Organismus einher wie etwa Herzschlag oder Schweißabsonderung, so dass stärkere '(Mit)Reaktionen' dieser Art ihrerseits als Weckreize wirken und der Schläfer 'aufgeregt' erwacht.
Organismen wie Menschen, die lernen, also üben können, derartige 'innere Reize' als 'Vorstellungen' aller Art - z.B. visueller bzw. bildlicher oder akustischer bzw. klanglicher Art usw. - auch im Wachzustand als Tagträume oder Imaginationen zu produzieren, können dies nutzen, organismische Reaktionen bei sich anzuregen, die nicht der willentlichen Kontrolle wie die Motorik unterliegen. Das sind alle autonomen vegetativen Körpervorgänge wie Blutdruckregelung, Herzschlagregulierung, Schweiß- und Tränenproduktion sowie die Regulierung des 'unwillkürlichen' Muskeltonus. In solchen Fällen wird der Automatismus des Gehirns zur 'Selbstbeeinflussung' genutzt, eines der vielen empirischen Beweise, dass nicht das Gehirn bestimmt, was geschieht, sondern derjenige, der es benutzt, ob er dies weiß oder nicht.
ZNS der Wirbeltiere
Beim Menschen und den übrigen Wirbeltieren fasst man unter ZNS Gehirn und Rückenmark zusammen und grenzt es so gegen das periphere Nervensystem ab, das allerdings nur aus den Fortsätzen der motorischen oder sensiblen Neuronen des ZNS besteht. Dabei unterscheidet man nach Ansatzort zwischen den motorischen und sonstigen somatischen Anteilen und den viszeralen Anteilen, die durch das Vegetative Nervensystem bzw. den so benannten Teil des ZNS reguliert werden.
Das ZNS wird in die graue Substanz (Substantia grisea) und die weiße Substanz (Substantia alba) untergliedert. Die graue Substanz liegt im Gehirn außen, im Rückenmark innen. Beide Anteile lassen sich an einem Schnitt bereits mit bloßem Auge anhand der namensgebenden Farbe erkennen. Die graue Substanz besteht vorwiegend aus Nervenzellkörpern, die weiße aus deren Fortsätzen (Axone), also den Leitungsbahnen. Allerdings sind in die weiße Substanz ebenfalls Ansammlungen von Nervenzellkörpern eingestreut, die Nuclei ("Kerne" oder "Kerngebiete"). Die größeren Kerngebiete sind ebenfalls leicht zu erkennen.
Niedere Tiere
Die dorsalen, zentralnervösen Strukturen der Vertebraten könnten den ventralen Strukturen der Strickleiternervensysteme von Insekten homolog sein. Eine derartige Hypothese wurde schon 1875 von Felix Anton Dohrn formuliert, der vermutete, dass beide sich auf das Nervengeflecht eines ringelwurmartigen Vorfahrens zurückführen lassen.
DifferentialdiagnoseDie Diagnose (v. griech.: διάγνωση diágnossi = (wörtlich in etwa) die Durchforschung; aus δια~ dia~ = durch~ + gnosein = kennen(lernen)) ist der Vorgang der Erkenntnisgewinnung durch die Zuordnung eines Phänomens oder einer Gruppe von Phänomenen zu einer Kategorie. Auch das Resultat einer solchen Klassifizierung bezeichnet man als Diagnose.
Am häufigsten wird der Begriff in der Medizin verwendet, wo er die Erkennung einer Krankheit oder Verletzung (Kategorie) aufgrund von Symptomen und/oder Zeichen (Phänomenen) bezeichnet. Dabei wendet der Diagnostiker intuitiv oder explizit das Bayes-Theorem an.
Die Methoden der Diagnose (z.B. klinische Untersuchung, Bildgebung wie Röntgenaufnahmen, Laborwerte) werden in der Diagnostik (adjektivische Wortform) zusammengefasst. Die Auswahl möglicher Diagnosen bezeichnet man als Differenzialdiagnose. Durch das diagnostische Vorgehen wird sie eingeschränkt, bis eine ausreichende Basis für die Entscheidung über eine Therapie besteht.
Differenzialdiagnose
Als Differenzialdiagnose bezeichnet man die Gesamtheit aller Diagnosen, die als Erklärung für ein Symptom, ein Krankheitszeichen oder eine Kombination derselben wahrscheinlich oder möglich sind.
Eine eindeutige Diagnose wird gestellt, indem durch weitere Diagnostik alle anderen in Frage kommenden Diagnosen ausgeschlossen werden.
Im praktischen Vorgehen schließt man gewöhnlich zuerst solche Diagnosen aus, die für den Patienten akut lebensbedrohlich wären. Anschließend richtet sich die Auswahl weiterer diagnostischer Maßnahmen nach der Wahrscheinlichkeit, Therapierbarkeit und Bedrohlichkeit der auszuschließenden Diagnosen und dem mit der Maßnahme verbundenen Aufwand und Risiko. Der Vorgang endet, wenn nur noch eine Diagnose in Frage kommt. Häufig wird der Vorgang aber vorher abgebrochen, und zwar vernünftigerweise dann, wenn die verbleibende Differenzialdiagnose nur noch Entitäten enthält, die entweder
- nicht therapierbar sind
- nicht therapiebedürftig sind oder
- alle die gleiche (dann oft symptomatische) Therapie nahelegen.
Methoden
Die wichtigsten diagnostischen Methoden in der Medizin sind:
- Anamnese = Krankengeschichte, Befragung des Patienten
- Körperliche Untersuchung des Patienten unter Einsatz der Sinne und einfacher Hilfsmittel, vor allem durch
- Inspektion
- Palpation
- Perkussion
- Auskultation
- Labordiagnostik = Untersuchung von Blut, Urin etc.
- Gewebs- und Zelldiagnostik = Histologie, Zytologie
- Bildgebende Verfahren ohne und mit Kontrastmittel
- Sonografie
- Endoskopie
- Röntgen
- CT
- MRT
- Nuklearmedizinische Bildgebung
- EKG, EEG, EMG, ENG = Messung von elektrischen Feldern des Körpers
- Funktionsuntersuchungen
- Lungenfunktion
- Druckmessungen in Gefäßen, Schließmuskeln etc.
- Reflexuntersuchung
- Provokations- und Belastungstests
- Leistungstests
- Glukose-Toleranztest
Die medizinischen Untersuchungsmethoden sind in den meisten Fällen hinreichend, um Krankheiten genau zu erkennen oder zumindest einzugrenzen. Dies gilt vor allem für Krankheiten mit lebensbedrohlichen Konsequenzen.
Trotzdem stellen sich in der medizinischen Diagnostik Herausforderungen:
Viele Diagnosen müssen in Eile gestellt werden.
Die Sinnhaftigkeit einer diagnostischen Maßnahme muss dennoch sorgfältig abgewogen werden: Der erwartete Nutzen muss dem Risiko, den Kosten und der Beeinträchtigung des Patienten gegenüber gestellt werden.
Grundsätzlich ist Diagnostik nur nützlich, wenn die Diagnose Konsequenzen für die Behandlung des Patienten hat. Nur in seltenen Fällen ist eine diagnostische Maßnahme "um der Gewissheit Willen" berechtigt. Die Maßnahme muss in diesen Fällen als Therapie gesehen werden.
Ob die Diagnostik ihr Ziel erreicht, hängt auch von der Qualität der Definition der zugrundeliegenden Kategorien ab. Einer wohldefinierten Kategorie (zum Beispiel Knochenbruch am Unterarm) lässt sich ein Krankheitsbild anhand weniger Kriterien (Sturz in der Anamnese, Schmerzen, Funktionsausfall des betroffenen Arms, Diskontinuität des Knochens im Röntgenbild) zuordnen und damit einer adäquaten Therapie zuführen (Gipsschiene). Bei Krankheiten, deren Kategorien weniger scharf definiert, umstritten oder komplex sind, ist das Risiko einer Fehldiagnose und damit einer Fehlbehandlung größer. Dieses Problem betrifft vor allem die Psychiatrie. Insbesondere die Persönlichkeitsstörungen sind hier problematische Kategorien.
Gewöhnlich muss die Aussagekraft eines Diagnoseverfahrens einer Überprüfung nach wissenschaftlicher Methode standhalten können, um von der Hochschulmedizin als anerkannt zu gelten (siehe auch: Evidenzbasierte Medizin). Dennoch werden, vor allem außerhalb von Krankenhäusern und Arztpraxen, oft Methoden eingesetzt, die diese Forderung nicht erfüllen. Siehe hierzu: Alternativmedizin, Naturheilkunde.
Weitere Bedeutungen
In der Informatik stellt die Diagnose einen Bereich der Künstlichen Intelligenz dar. Die Diagnose beschäftigt sich mit der Erfassung und Auswertung von Symptomen. Das Ergebnis ist eine Diagnose oder Lösung eines Problems. Methoden der Diagnose ist die fallbasierte Diagnose oder die modellbasierte Diagnose.
Siehe auch
- Pflegerische Diagnostik
- psychologische Diagnostik
- Diagnostischer_Block
Weblinks
- [http://www.dimdi.de/de/klassi/diagnosen/icd10/htmlgm2005/fr-icd.htm www.dimdi.de] - Übersetzungshilfe für Diagnosen: ICD10
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Kategorie:Allgemeinmedizin
als:Diagnostik
simple:Diagnosis
LeitsymptomLeitsymptom (auch Kardinalsymptom oder Kernsymptom) ist ein Begriff aus der Medizin. Er bezeichnet das vorherrschende Krankheitszeichen einer bestimmten Erkrankung oder Verletzung, das für die Diagnosefindung besonders wichtig ist. In der Homöopathie soll der Begriff „Kardinalsymptom“ die Wahl des Mittels bestimmen.
Das Leitsymptom ist meist die Hauptbeschwerde des Patienten,
: beispielsweise plötzlich einsetzender Brustschmerz beim Herzinfarkt oder
: Schmerz im rechten Unterbauch bei Blinddarmentzündung.
Es kann auch ein Krankheitszeichen sein, das von anderen Beobachtern oder vom Arzt bemerkt wird,
: beispielsweise zunehmende Vergesslichkeit bei der Alzheimerschen Krankheit oder
: Abkapselung von der Außenwelt mit ausgeprägter Angst vor Veränderungen beim Autismus.
Der Begriff Leitsymptom weist auf dessen besondere Bedeutung für den Arzt hin: Es soll ihn durch den Prozess der Klassifizierung von Krankheitszeichen leiten und möglichst zum angestrebten Ziel (meist zur Diagnose oder einer diagnosenahen Zuordnung) bringen. Manche Lehrbücher insbesondere der Notfallmedizin und der Allgemeinmedizin sind nach Leitsymptomen statt nach Krankheitsbildern gegliedert, weil dies der Arbeitsweise der Ärzte in diesen Gebieten am nächsten kommt.
Siehe auch: Symptom, Diagnose.
Kategorie:Krankheitssymptom
Kategorie: Allgemeinmedizin
DiagnoseDie Diagnose (v. griech.: διάγνωση diágnossi = (wörtlich in etwa) die Durchforschung; aus δια~ dia~ = durch~ + gnosein = kennen(lernen)) ist der Vorgang der Erkenntnisgewinnung durch die Zuordnung eines Phänomens oder einer Gruppe von Phänomenen zu einer Kategorie. Auch das Resultat einer solchen Klassifizierung bezeichnet man als Diagnose.
Am häufigsten wird der Begriff in der Medizin verwendet, wo er die Erkennung einer Krankheit oder Verletzung (Kategorie) aufgrund von Symptomen und/oder Zeichen (Phänomenen) bezeichnet. Dabei wendet der Diagnostiker intuitiv oder explizit das Bayes-Theorem an.
Die Methoden der Diagnose (z.B. klinische Untersuchung, Bildgebung wie Röntgenaufnahmen, Laborwerte) werden in der Diagnostik (adjektivische Wortform) zusammengefasst. Die Auswahl möglicher Diagnosen bezeichnet man als Differenzialdiagnose. Durch das diagnostische Vorgehen wird sie eingeschränkt, bis eine ausreichende Basis für die Entscheidung über eine Therapie besteht.
Differenzialdiagnose
Als Differenzialdiagnose bezeichnet man die Gesamtheit aller Diagnosen, die als Erklärung für ein Symptom, ein Krankheitszeichen oder eine Kombination derselben wahrscheinlich oder möglich sind.
Eine eindeutige Diagnose wird gestellt, indem durch weitere Diagnostik alle anderen in Frage kommenden Diagnosen ausgeschlossen werden.
Im praktischen Vorgehen schließt man gewöhnlich zuerst solche Diagnosen aus, die für den Patienten akut lebensbedrohlich wären. Anschließend richtet sich die Auswahl weiterer diagnostischer Maßnahmen nach der Wahrscheinlichkeit, Therapierbarkeit und Bedrohlichkeit der auszuschließenden Diagnosen und dem mit der Maßnahme verbundenen Aufwand und Risiko. Der Vorgang endet, wenn nur noch eine Diagnose in Frage kommt. Häufig wird der Vorgang aber vorher abgebrochen, und zwar vernünftigerweise dann, wenn die verbleibende Differenzialdiagnose nur noch Entitäten enthält, die entweder
- nicht therapierbar sind
- nicht therapiebedürftig sind oder
- alle die gleiche (dann oft symptomatische) Therapie nahelegen.
Methoden
Die wichtigsten diagnostischen Methoden in der Medizin sind:
- Anamnese = Krankengeschichte, Befragung des Patienten
- Körperliche Untersuchung des Patienten unter Einsatz der Sinne und einfacher Hilfsmittel, vor allem durch
- Inspektion
- Palpation
- Perkussion
- Auskultation
- Labordiagnostik = Untersuchung von Blut, Urin etc.
- Gewebs- und Zelldiagnostik = Histologie, Zytologie
- Bildgebende Verfahren ohne und mit Kontrastmittel
- Sonografie
- Endoskopie
- Röntgen
- CT
- MRT
- Nuklearmedizinische Bildgebung
- EKG, EEG, EMG, ENG = Messung von elektrischen Feldern des Körpers
- Funktionsuntersuchungen
- Lungenfunktion
- Druckmessungen in Gefäßen, Schließmuskeln etc.
- Reflexuntersuchung
- Provokations- und Belastungstests
- Leistungstests
- Glukose-Toleranztest
Die medizinischen Untersuchungsmethoden sind in den meisten Fällen hinreichend, um Krankheiten genau zu erkennen oder zumindest einzugrenzen. Dies gilt vor allem für Krankheiten mit lebensbedrohlichen Konsequenzen.
Trotzdem stellen sich in der medizinischen Diagnostik Herausforderungen:
Viele Diagnosen müssen in Eile gestellt werden.
Die Sinnhaftigkeit einer diagnostischen Maßnahme muss dennoch sorgfältig abgewogen werden: Der erwartete Nutzen muss dem Risiko, den Kosten und der Beeinträchtigung des Patienten gegenüber gestellt werden.
Grundsätzlich ist Diagnostik nur nützlich, wenn die Diagnose Konsequenzen für die Behandlung des Patienten hat. Nur in seltenen Fällen ist eine diagnostische Maßnahme "um der Gewissheit Willen" berechtigt. Die Maßnahme muss in diesen Fällen als Therapie gesehen werden.
Ob die Diagnostik ihr Ziel erreicht, hängt auch von der Qualität der Definition der zugrundeliegenden Kategorien ab. Einer wohldefinierten Kategorie (zum Beispiel Knochenbruch am Unterarm) lässt sich ein Krankheitsbild anhand weniger Kriterien (Sturz in der Anamnese, Schmerzen, Funktionsausfall des betroffenen Arms, Diskontinuität des Knochens im Röntgenbild) zuordnen und damit einer adäquaten Therapie zuführen (Gipsschiene). Bei Krankheiten, deren Kategorien weniger scharf definiert, umstritten oder komplex sind, ist das Risiko einer Fehldiagnose und damit einer Fehlbehandlung größer. Dieses Problem betrifft vor allem die Psychiatrie. Insbesondere die Persönlichkeitsstörungen sind hier problematische Kategorien.
Gewöhnlich muss die Aussagekraft eines Diagnoseverfahrens einer Überprüfung nach wissenschaftlicher Methode standhalten können, um von der Hochschulmedizin als anerkannt zu gelten (siehe auch: Evidenzbasierte Medizin). Dennoch werden, vor allem außerhalb von Krankenhäusern und Arztpraxen, oft Methoden eingesetzt, die diese Forderung nicht erfüllen. Siehe hierzu: Alternativmedizin, Naturheilkunde.
Weitere Bedeutungen
In der Informatik stellt die Diagnose einen Bereich der Künstlichen Intelligenz dar. Die Diagnose beschäftigt sich mit der Erfassung und Auswertung von Symptomen. Das Ergebnis ist eine Diagnose oder Lösung eines Problems. Methoden der Diagnose ist die fallbasierte Diagnose oder die modellbasierte Diagnose.
Siehe auch
- Pflegerische Diagnostik
- psychologische Diagnostik
- Diagnostischer_Block
Weblinks
- [http://www.dimdi.de/de/klassi/diagnosen/icd10/htmlgm2005/fr-icd.htm www.dimdi.de] - Übersetzungshilfe für Diagnosen: ICD10
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Kategorie:Allgemeinmedizin
als:Diagnostik
simple:Diagnosis
PsychosomatikUnter Psychosomatik - abgeleitet vom griechischen psyche (Atem, Hauch, Seele; Schmetterling) und soma (Körper, Leib) - versteht man die Lehre von den Zusammenhängen und der gegenseitigen Beeinflussung von Seele und Körper des Menschen. Die Psychosomatik wurde in ihren Grundzügen von Melitta Mitscherlich etabliert. Als Wegbereiter der Psychosomatik gilt Georg Groddeck.
Psychosomatische Medizin
Der Begriff "psychosomatische Medizin" unterscheidet im wesentlichen zwei Bedeutungen:
# Eine wissenschaftliche Strömung der Medizin, die Natur-, Human- und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse integriert und Gesundheit und Krankheit in ihrem komplexen Bedingungsgefüge zu erklären sucht.
# Ein klinisches Sonderfach, das diesen komplexen Ansatz in Theorie und Praxis zu verwirklichen trachtet.
Klinische Beispiele
Zum klinischen Bereich der psychosomatischen Medizin zählen:
- körperliche Erkrankungen mit ihren biopsychosozialen Aspekten (z.B. Krebskrankheiten und ihre Bewältigung)
- physiologisch-funktionelle Störungen als Begleiterscheinungen von Emotionen und Konflikten
- Konversionsstörungen: körperliche Symptome, die auf unbewusste Konflikte zurückgehen
- Hypochondrie: Die Überzeugung, an einer Krankheit zu leiden und krankhaftes Interesse an Gesundheit und Beschwerden
- gestörtes Gesundheitsverhalten und dessen Folgen (z.B. Übergewicht, Rauchen)
- seelische Störungen, die mit körperlichen Missempfindungen einhergehen: neurotische Störungen, Persönlichkeitsstörungen, reaktive Störungen.
Sonderform: Somatoforme und funktionelle Störungen
Als Sonderform psychosomatischen Geschehens beschäftigt sich die psychosomatische Medizin mit Störungen, bei denen kein organischer Befund nachweisbar ist und psychische Faktoren bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptome eine bedeutsame Rolle spielen.
Häufig vorkommende Beschwerden, die dieser Gruppe zuzuordnen sind, sind u.a. funktionelle Beschwerden des Herz-Kreislauf Systems, Magen-Darm-Bereiches und des Skelett- und Muskelsystems.
Ein Beispiel für einen physiologischen Zusammenhang mit Angst beispielsweise führt dazu, dass im Körper Adrenalin ausgestoßen wird, was u.a. die Magen-Darm-Peristaltik hemmt und bei längerem Bestehen zu Verdauungsstörungen führen kann. In vielen Redewendungen des Alltags ist dieser Zusammenhang impliziert: Etwas liegt einem "schwer im Magen", eine Sache geht einem "an die Nieren", der Schreck "fährt einem in die Glieder", jemandem ist eine "Laus über die Leber gelaufen" u.s.w. Zudem leitet sich das Wort Hypochonder von der beidseits der Magengrube gelegenen Bauchregion unterhalb der Rippenbögen ab.
Stellenwert
Der psychosomatische Ansatz trifft heute auf ein medizinisches System, das in vielen Bereichen noch dem Kausalitätsprinzips des kartesianischen Weltbilds folgt und einer Krankheit jeweils eine bestimmte Ursache zuzuordnen trachtet. Entsprechend wird der Begriff "psychosomatisch" sowohl von Laien als auch von Vertretern der Medizin häufig nicht in seiner ursprünglichen Bedeutung verstanden, sondern mit "psychogen" gleichgesetzt. PatientInnen, die an körperlichen Symptomen leiden, fühlen sich dann missverstanden und oft als "eingebildeter Kranker" oder Simulant stigmatisiert.
Oft dauert es sehr lange, bis psychosomatische Krankheiten als solche erkannt werden. Studien zeigten, dass manche Patienten über 100 ärztliche Kontakte hinter sich hatten, ehe sie erstmals an einen Psychotherapeuten überwiesen wurden. Dies liegt unter anderem daran, dass die Patienten selbst die psychische Komponente ihrer Beschwerden nicht akzeptieren wollen und können; auch deswegen, weil die Art und Weise ihrer Beschwerden mitunter allein auf körperliche "Fehlfunktionen" hinzuweisen scheinen.
Vielen Ärzten fehlt allerdings auch die entsprechende Ausbildung oder Erfahrung, richtungsweisende Signale des Patienten richtig einzuordnen. Ein dritter Grund ist natürlich in der Tatsache zu sehen, dass im Zweifelsfalle immer eine körperliche Abklärung der Beschwerden zu erfolgen hat.
Darüber, dass die meisten Krankheiten multikausal bedingt sind, herrscht heute weitgehend Konsens. Über die Gewichtung psychischer und körperlicher Faktoren bei unterschiedlichen Krankheitsbildern gibt es jedoch immer wieder unterschiedliche Positionen zwischen somatisch orientierten Medizinern und Vertretern der klinischen Psychosomatik. Neue Forschungsergebnisse führen zu Verschiebungen der Gewichtung. Ein Beispiel ist das Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür, das früher zu den "holy seven" der psychosomatischen Krankheiten zählte. Seit der Entdeckung des Erregers Helicobacter pylori in der erkrankten Magenschleimhaut haben körperliche Faktoren ein hohes Gewicht in der Beurteilung dieser Krankheit gefunden. Eine einwöchige Behandlung mit Antibiotika in Kombination mit einer zweiwöchigen Verabreichung eines Protonenpumpenhemmers führt in mehr als 90 % zu einer Eradikation des Erregers und zu einer Heilung. Eine besondere Bedeutung der früher als "unfehlbares Merkmal" des Ulcuspatienten gedeuteten "ausgeprägten Nasolabialfalte" kann weder für die Diagnose der Erkrankung noch den Heilungserfolg beobachtet werden. Weiterhin werden heute viele Angsterkrankungen und Panikstörungen als unmittelbare Folge von sporadisch auftretenden Herzrhythmusstörungen angesehen. Mit der Behandlung der Grunderkrankung Herzrhythmusstörung kommt es auch zu einer signifikanten Abnahme der Panikattacken.
Unbestritten sollte allerdings sein, dass bei vielen Erkrankungen wie Adipositas (Übergewicht), Bluthochdruckerkrankungen, Diabetes mellitus und Rückenschmerzen wie überhaupt den meisten chronischen Erkrankungen psychische Faktoren in Form der Krankheitsverarbeitung eine bedeutsame Rolle spielen, bzw. zur Aufrechterhaltung der Symptomatik beitragen.
Auch innerhalb der Psychosomatik bestehen weltanschauliche Differenzen zwischen deren eher schulmedizinisch orientierten Vertretern oder Esoterikern wie Thorwald Dethlefsen und Rüdiger Dahlke. Bedeutende Experten sind etwa Medard Boss und Gion Condrau. Dem Psychoanalytiker Michael Balint gelang es in seinen Publikationen - u.a. mit Der Arzt, sein Patient und die Krankheit - den Blick der praktisch tätigen Mediziner für den Leidensdruck der PatientInnen zu schärfen.
Einen kritischen Blick auf psychosomatische Theoriebildung und Vorstellungen, auch unter der Perspektive von Definitionsmacht, wirft Detlev Kranz in dem Artikel '[http://www.gestalt.de/kranz_psychosomatik.html Schwarze Psychosomatik]'.
Literatur
Thure von Uexküll: Psychosomatische Medizin. Modelle ärztlichen Denkens und Handelns. Herausgegeben von R.H. Adler, J.M. Herrmann, K. Köhle, W. Langewitz, O.W. Schonecke, Th. von Uexküll, W. Wesiack, Urban&Fischer 2003
Johannes M. Waidfeld: Mein Weg durch den Tinnitus UT: Ein Curriculum vom Entstehen und Vergehen des stressbedingten Tinnitus. Fischer & Fischer Medien, Frankfurt 2004, ISBN 3-89950-015-6
[http://www.sgipt.org/medppp/krank/iwk1.htm Zum Begriff 'krank' in der Medizin mit Blick auf Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie]
Siehe auch
- Balint-Gruppe - Körpersprache - Krankheit als Metapher - Psychoonkologie - Psychische Störung - Somatisch - Somatoforme Störung - Kinesiologie - Selbsterfahrung - Meditation
Weblinks
- [http://www.dkpm.de/start.html DKPM] Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin (Wissenschaftliche Fachgesellschaft)
- [http://link.medinn.med.uni-muenchen.de/psychosomatik Psychosomatik] Uni München
Kategorie:Klinische Psychologie
Kategorie:Psychoanalyse
Psyche
Psyche (griechisch ψυχή bedeutet Seele, Hauch, Atem oder Schmetterling) bezeichnet das System, in dem Wahrnehmen und Denken gründen, also das, worin die affektiven und rationalen Motive des Verhaltens und Handelns gründen.
Psyche ist auch der Name einer 1947 von Alexander Mitscherlich gegründeten psychoanalytischen Zeitschrift.
Mythologie
Psyche ist in der griechischen Mythologie der Name jenes Seelenvogels mit Schmetterlingsflügeln, der als die Personifikation der menschlichen Seele gilt. Das Märchen Amor und Psyche des römischen Dichters Apuleius beschreibt ihre Liebesbeziehung mit Eros.
C. S. Lewis hat mit Till we have Faces eine moderne Interpretation dieser Geschichte gegeben.
Allgemein
Unter Psyche wird ein Wirklichkeitsphänomen bezeichnet, das Lebewesen zu bewusstseinsfähigen Lebewesen macht (nicht zu Lebewesen, wie in der Griechischen Philosophie gedacht). Auch Tiere haben eine Psyche: eine Affekt-, Gefühls- und Wahrnehmungswelt. Bei Menschen kommt in der Psyche eine Wirklichkeitsstufe vor, die Tiere nicht haben, und die der Grund dafür ist, dass man Menschen für ihre Taten verantwortlich macht und Tiere nicht.
In der Psyche als dem Grund unseres Wahrnehmens, Träumens und Denkens gibt es bewusst rationale als auch emotionale Inhalte als Motive von Handlungen. Vegetative Körperfunktionen (Atmung, Herzschlag, Verdauung), also somatische Teile unserer Person, stehen zwar im Zusammenhang mit der Psyche (Psychosomatik), aber theoretisch ist es sinnvoll, diese Peronen-Bereiche zu unterscheiden und somit begrifflich zu trennen. Instinktive Reflexe, Triebe und bestimmte Bedürfnisse gehören aber zur Psyche, die man ihren unbewussten Bereich zuschreibt, der jedoch mehr oder weniger bewusst gemacht werden und kontrolliert werden kann.
Rein sensorische Funktionen unseres Körpers, wie z. B. Informationswahrnehmung durch die Netzhaut des Auges, sind keine psychischen Prozesse; erst die Auswahl eines bestimmten Sehbereiches ist wieder ein psychischer Akt. Da Signale im Körper über das Nervensystem und über Hormone übertragen werden, ist ein intakter Körper Grundlage einer funktionierenden Psyche. Nach wissenschaftlicher Auffassung sind psychische Aktivitäten nach dem Tod nicht mehr möglich.
Der Begriff Psyche ist eng verwandt mit den Begriffen Seele oder Geist. Er fasst auch all das zusammen, womit sich die Psychologie und die Tiefenpsychologie beschäftigen. Mit den Krankheiten der Psyche und deren Heilung beschäftigen sich die Psychiatrie, die Psychotherapie und die Psychoanalyse. Das Eigenschaftswort psychisch ist mit den deutschen Worten seelisch und geistig fast gleichgesetzt und hat sich im allgemeinen Sprachgebrauch gegenüber seelisch durchgesetzt. Der Begriff Seele wird oft im theologischen Sinne verwendet. Psychisch heißt hier das seelische Erleben und den seelischen Zustand betreffend. Im Gegensatz dazu stehen die Wörter physisch oder somatisch (körperlich). Beide Ausdrücke (seelisch und körperlich) vereint der Begriff psychosomatisch.
Seit Computer allgegenwärtig sind, wird die Psyche gerne mit dem Betriebssystem verglichen. Diese Vorstellung geht auf die im Zeitalter der Wissenschaft aufgekommene Frage, wie sich denn ein chemisch aufgebauter Mensch von einer physikalischen Maschine unterscheide, zurück. Die mechanistische Sichtweise, wie sie etwa von Thomas Hobbes vertreten wurde, degradierte den Menschen nach Ansicht mancher Wissenschaftler zum deterministischen Automaten. René Descartes versuchte, den Freien Willen des Menschen mit Hilfe eines dualistischen Zugangs sicherzustellen: Im Menschen wohne ein vom Körper separater Geist, der auch als "Geist in der Maschine" bezeichnet wird. Nach diesem Verständnis steuert dieser Geist (Seele, Psyche) den Körper und kann das Gehirn nach eigenem Willen gestalten. Die Psyche wird damit Sitz des menschlichen Willens und der menschlichen Verantwortung. Je nach Weltbild ist die Psyche völlig autonom (in vielen Religionen) oder von genetischen Grundlagen und der Umwelt geprägt. (siehe auch: Leib-Seele-Problem)
Freudianische Psychologie
Allen unseren Handlungen liegen Motive aus unserer Psyche zu Grunde. >Motive< bezeichnet Antriebsgründe und Beweggründe, die unseren Handlungen psychisch letztlich zugrunde liegen. >Psyche< bezeichnet das System, in dem Wahrnehmen und Denken gründen, also das, worin die affektiven und rationalen Motive unserer Handlungen gründen. >System< (Organismus) bezeichnet ein Gebilde, dessen wesentliche Elemente (Teile) so aufeinander bezogen sind, dass sie eine Einheit (ein Ganzes) abgeben. Systeme organisieren und erhalten sich durch Strukturen. >Struktur< bezeichnet das Muster (Form) der Systemelemente und ihrer Beziehungsgeflechte, durch die ein System funktioniert (entsteht und sich erhält). Die Motive unserer Handlungen können gemäß der freudianischen Theorie in drei prinzipiell unterscheidbaren Strukturen wurzeln: in Es, Überich und Ich.
>Es< bezeichnet jene psychische Struktur, in der die
- Triebe (z.B. Nahrungstrieb, Sexualtrieb),
- Bedürfnisse (z.B. Geltungsbedürfnis, Angenommenseinsbedürfnis)
- und Affekte (Neid, Hass, Vertrauen, Liebe) gründen.
Die Triebe, Bedürfnisse und Affekte sind auch psychische Muster (psychische „Organe“), mittels derer wir weitgehend unwillentlich bzw. unbewusst wahrnehmen und die das menschliche Handeln leiten.
>Überich< bezeichnet jene psychische Struktur, in der die aus der erzieherischen Umwelt verinnerlichten Handlungsnormen, Ichideale, Rollen und Weltbilder gründen.
>Ich< bezeichnet jene psychische Strukturinstanz, die mittels des selbstkritischen Denkens und mittels kritisch-rational gesicherter Normen, Werte und Weltbild-Elementen realitätsgerecht vermittelt "zwischen den Ansprüchen des Es, des Überich und der sozialen Umwelt mit dem Ziel, psychische und soziale Konflikte konstruktiv aufzulösen (= zum Verschwinden zu bringen)." (Rupert Lay, Vom Sinn des Lebens, 212)
Nach den ersten Lebensmonaten erfährt ein Neugeborenes immer deutlicher, dass es von Dingen und anderen Menschen unterschieden ist. Es entwickelt ein erstes Bewusstsein von den eigenen Körpergrenzen und Selbstgefühlen. "In den folgenden vier Lebensjahren lernt ein Kind (vorsprachlich und deshalb auch unbewusst) die Fragen zu beantworten: 'Wer bin ich?' - 'Was kann ich?' und somit sein Selbstbewusstsein auch inhaltlich zu füllen." (Rupert Lay, Ethik für Wirtschaft und Politik, 68) Um das Es herum wird also eine Zone aufgebaut, die man als >frühes Ich< bezeichnen kann. Das frühe Ich, das sich wie eine Hülle um das Es legt, wird somit von den frühen Körperrepräsentanzen und den frühen Selbstrepräsentanzen gebildet. Die frühen Körperrepräsentanzen sind die kindlich grundgelegten Bewusstseins- und Gefühlsinhalte über Körperbereiche. Zu den frühen Selbstrepräsentanzen zählen die kindlich grundgelegten Bewusstseins- und Gefühlsinhalte bezüglich der eigenen Person. Sie bestimmen den Sozialcharakter und all unsere später erworbenen Selbstvorstellungen (wer wir sind, was wir fürchten und erhoffen, was wir uns zutrauen...) auf unterschiedliche Weise mit.
Zum frühen Ich zählte Freud auch den sozialisationsgebildeten Charakter eines Menschen: die bewusstseinsfähigen Emotionen und Bedürfnisse, die in Art und Intensität aus den Grundtrieben des Es durch den Sozialisationsprozess geformt worden sind. Dabei bezeichnete Freud die sozialisationsgeformten Emotionen und Bedürfnisse als >Triebabkömmlinge des Es im Ich<. Das Es mit seinen angeborenen Triebimpulsen wird hier mit einem Baumstamm verglichen, aus dem das frühe Ich als Krone herauswächst. Deswegen nennt Freud diesen Teil des Ichs ein Produkt des Es: er ist aus dem Material des Es (Grundtrieben) entwickelt worden. Man sollte die Emotionen und Bedürfnisse aber unter das Es subsumieren, weil dies begrifflich klarer und weniger verwirrend ist. Man ist vielleicht verführt, die Emotionen und Bedürfnisse zum Ich zu zählen, weil man alles Bewusste mit dem Ich gleichsetzen möchte und die Emotionen und Bedürfnisse ja bewusst werden können. Aber nicht alles Bewusste gehört zum Ich, denn Überichinhalte können bewusst werden. Und nicht alles Unbewusste gehört zum Es, wie die Überichinhalte zeigen. Bei allen drei psychischen Strukturen gibt es Bewusstes, Unbewusstes und Vorbewusstes ( = was bewusst gelernt wurde, aber zu einem unbewussten Habitus wurde wie Autofahren, Fremdsprache...). Zum Beispiel kann ein durch Ich-Einsatz bewusst eingeübtes Handeln automatisiert werden und damit vorbewusst sein. Und was man bewusst erlebt hat, kann im Gedächtnis versinken, es kann vergessen werden und damit unbewusst sein, aber auch wiedererinnert werden.
Zu den Elementen des Ichs zählt man zuallererst die Bewusstseinsleistungen des Wahrnehmens, des Denkens und des Gedächtnisses, weil sie dem Ich helfen, seiner spezifischen Aufgabe gerecht zu werden, nämlich realitätsgerecht (konfliktauflösend) zwischen den Ansprüchen aus dem Es, dem Überich und dem Sozial-Außen zu vermitteln – also um psychische und soziale Konflikte konstruktiv zu lösen. Ein Kriterium dafür, ob das Ich realitätsdicht oder realitätsfern an der Entfaltung des Lebens orientiert ist, ist das Freisein von destruktiven Sozial- und Individualkonflikten über längere Zeit und die Fähigkeit des Ich, Konflikte konstruktiv lösen zu können. Weil nur das Ich realitätsgerechtes Handeln zu sichern vermag, heißt das, dass nur das Ich ein wahrhaft menschliches Handeln zu sichern vermag. Diese Teile der Psyche sind keine Produkte des Es wie die Emotionen und Bedürfnisse, weil diese nicht aus dem Es hervorgehen durch den (An)Passungskonflikt zwischen Trieben und sozialisierender Umwelt, sondern weil sie ihre eigene, davon abgehobene spezifische Entwicklung durchlaufen.
Zitate
: Psyche ist u.a. ein nicht-materielles Verdauungsorgan des Menschen, das Angst bewältigt und Realität spiegelt. Psyche kann unterschiedlich komplex sein und kann in dieser Hinsicht verglichen werden mit einer Spiegelkugel, die aus mehr oder weniger vielen Spiegelflächen besteht. Eine Kugel mit wenigen Spiegeln liefert ein sehr einfaches Bild der Realität; eine Kugel mit vielen Flächen, ein hochkomplexes Bild der Realität. Einsichtig ist, dass eine hochkomplexe Psyche Realität differenzierter darstellt, andererseits aber eher anfällig ist, verzerrte Abbilder von Realität zu bilden. Eine starke Verzerrung der Realität kann dazu führen, dass die Grundfunktion von Psyche zeitweise außer Kraft gesetzt wird, und Angst nicht mehr richtig verdaut wird. Eine krankhaft arbeitende Psyche wird nicht nur Verzerrungen der Realität aufrecht erhalten, sondern diese auch noch verstärken, so dass äußere Hilfe (Psychoanalyse) nötig wird, um Psyche zu ermöglichen, Angst wieder gesund verdauen zu können. Als Folge dieser Hilfe kann Verzerrung von Realität (die immer durch Angst ausgelöst wird) dann auch wieder schrittweise abgebaut werden. (Zusammenfassung von Gedanken aus dem Buch "Welten der Seele" von Varda Hasselmann)
Literatur
- Aristoteles: Über die Seele. griechisch – deutsch, mit Einleitung, Übersetzung (nach W. Theiler) und Kommentar hrsg. von Horst Seidl, Griech. Text in der Ed. von Wilhelm Biehl und Otto Apelt, Hamburg 1995
- Alfons Lehmen: Lehrbuch der Philosophie auf aristotelisch-scholastischer Grundlage. Band I: Logik, Kritik, Ontologie, sechste verbesserte Auflage, 1923; Band II: Kosmologie (II.1, d.h. erster Teil), fünfte, verbesserte und vermehrte Auflage 1920 und Psychologie (II.2, d.h. zweiter Teil), fünfte, verbesserte und vermehrte Auflage 1921; Band III: Theodizee, fünfte, verbesserte Auflage, 1923; Band IV: Moralphilosophie, dritte, verbesserte und vermehrte Auflage, 1919, Freiburg im Breisgau
- Hasselmann, Varda und Frank Schmolke: Welten der Seele. München, 1993. S. 31-45
Siehe auch
- Portal:Psychotherapie, Portal:Medizin
- Bewusstsein, Selbstbewusstsein, Charakter
- Gedächtnis, Gefühl, Persönlichkeit
- Psychowissenschaften, Verhalten, Wahrnehmung, Soma
Kategorie:Griechische Mythologie
Kategorie:Literarische Figur
Kategorie:Psychologie
Kategorie: Tiefenpsychologie
Kategorie:Psychoanalyse
ja:プシュケ
SozialDas Wort sozial (von lat. socius = gemeinsam, verbunden, verbündet) taucht in mehreren Bedeutungen auf:
- Umgangssprachlich ist sozial die Eigenschaft (zumeist) einer Person, auch das Wohl Anderer im Auge zu behalten (Altruismus, Gegensatz Egoismus), fürsorglich auch an die Allgemeinheit zu denken (Gegensatz: Eigennutz), umgekehrt die Fürsorge oder das Mitgefühl einer Gemeinschaft oder Gesellschaft für das Individuum ("Einer für alle, alle für einen!"); dazu gehört ferner, gegenüber Untergebenen großmütig oder leutselig zu sein, gegenüber Unterlegenen ritterlich, gegenüber Gleich- und Nichtgleichgestellten hilfreich, höflich und taktvoll. Unsozial in diesem Sinne handelt, wem all das abgeht.
- Rechtlich ist "sozial" eine grundgesetzliche Staatszielbestimmung der Bundesrepublik Deutschland: Sie ist ein "sozialer" Bundesstaat (Art. 20, Abs. 1). Dem zu Folge hat jeder Mensch in Deutschland (nicht nur jeder deutsche Staatsangehörige) einen Grundanspruch darauf, dass sich der Staat um ihn (in äußerster Not) kümmert. (Vgl. auch die Sozialgesetzgebung.)
- Soziologisch ist das soziale Handeln und Verhalten Gegenstand der Soziologie.
- Politisch ist es - von der Umgangssprache her, aber auch, aufbauend auf politischen Lehren (z. B. auf dem Sozialismus) - eine Zielangabe, die etliche deutsche Parteien auch im Namen führen, z.B. die (alphabetisch:) CSU, PDS und SPD. Politische Zentralprobleme (oft ganze Problemkomplexe) über längere Zeit (ganze Generationen) hinweg werden oft als die (oder eine) "Soziale Frage" behandelt.
- In der Psychologie ist der Begriff sozial synonym zum Begriff zwischenmenschlich, wie in Soziale Beziehung.
- In der Biologie bezeichnet man die Kooperation zwischen Individuen als sozial. (siehe auch Staat (Biologie))
- In der Volkswirtschaftslehre ist davon der statistische Begriff des Sozialproduktes abgeleitet.
- Organisatorisch - meist in den "Freien Berufen" - ist davon der Begriff von Zusammenschlüssen abgeleitet (z.B. eine "Anwaltsozietät").
- Religiös wird der Begriff "sozial" in diesem Sinne gelegentlich als zu weltlich empfunden und lieber durch "fromm" oder gar "christlich" ersetzt (vgl. das Verständnis von "Weltfrömmigkeit" oder "christlicher Nächstenliebe" u. ä.).
Siehe auch: Asozialität, Dissozialität, Sozius
Kategorie:Soziologie
Kategorie:Sozialpsychologie
Kategorie:Staats- und Verfassungsrecht
Kategorie:Sozialrecht
Kategorie:Politik
Anamnese (Liturgie)Anamnese (gr. "Erinnerung") ist das In-Worte-Bringen von Vergangenem.
Die christliche Liturgiewissenschaft bezeichnet mit Anamnese das feierliche Gedächtnis der Heilsgeschichte (Schöpfung, Bundesschluss, Leben, Tod und Auferstehung Christi) innerhalb des eucharistischen Hochgebets, aber auch bei anderen sakramentalen Handlungen. Ohne anamnetische Elemente (mindestens eine Schriftlesung) soll keine liturgische Feier stattfinden.
Kategorie:Liturgie
AnamnesegruppenAnamnesegruppen sind studentische Gruppen, die im Rahmen der Medizinerausbildung entstanden sind. In manchen Städten sind sie fest in den Lehrplan der Universität integriert, in manchen Städten läuft alles auf freiwilliger Basis.
Es treffen sich dabei sieben bis fünfzehn Studenten (aus unterschiedlichen Semestern, Medizin und evtl. Psychologie) und zwei studentische Tutoren um mit einem Patienten aus den Universitätskliniken ein Anamnesegespräch zu führen. Danach erhält der Gesprächsführende ein Feedback von der Gruppe und im Anschluss daran kann über alles geredet werden, was die Gruppe beschäftigt: Krankheitsbewältigung, Psychosomatik, Umgang mit dem Menschen, Umgang mit den eigenen Gefühlen, Umgang mit Krankheit und Tod, usw.
Die Anamnesegruppen haben sich zum Ziel gemacht den Patienten in seiner bio-psycho-sozialen Ganzheit zu erfassen.
Die erste Anamnesegruppe gab es 1969 in Ulm. Der dortige Psychosomatiker Thure von Uexküll setzte sich für eine Heilkunde ein, die nicht nur die Krankheit, sondern den kranken Menschen sieht und versteht. Einer seiner Assistenzärzte, Wolfram Schüffel (später Professor für Psychosomatik in Marburg), führte regelmäßige Patientenbesprechungen mit Studenten ein, in denen Patienten gesehen und nach einem ganzheitlichen Ansatz besprochen wurden. 1987 wurden in Wien die ersten österreichischen Anamnesegruppen ins Leben gerufen. Heute gibt es Anamnesegruppen an allen drei österreichischen medizinischen Fakultäten, an über 15 Fakultäten in Deutschland und seit 2004 auch in Dänemark.
Weblinks
- [http://www.anamnesegruppen.de/ Anamnesegruppen-Homepage]
Kategorie:Allgemeinmedizin
Kategorie:Medizindidaktik
Kategorie:DiagnostikDiese Kategorie beinhaltet Artikel, die sich mit allen Formen der Diagnostik von Erkrankungen beschäftigen und nicht in die Unterkategorien passen.
Kategorie:Medizin
Kategorie:Rettungsdienst Provinces of Ethiopia
Ethiopia is divided into 9 ethnically-based administrative regions (kililoch; singular - kilil):
- Afar (2 in map)
- Amhara (3)
- Benishangul-Gumaz (4)
- Gambela (6)
- Harari (7)
- Oromia (8)
- Somali (9)
- Southern Nations, Nationalities, and Peoples Region (10)
- Tigray (11)
Additionally, there are two chartered cities (astedader akababiwach, singular - astedader akabibi):
- Addis Ababa (1 in map)
- Dire Dawa (5)
These administrative regions replaced the older system of provinces (which are still sometimes used to indicate location within Ethiopia). At the time the change was made (1995), those provinces were:
External links
- [http://www.uneue.org/Maps/Maps.htm Regional maps of Ethiopia at UN-OCHA]
- [http://www.statoids.com/uet.html States of Ethiopia at Statoids]
Ethiopia, Regions of
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