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AnatolienKleinasien (Asia Minor) oder Anatolien (türkisch Anadolu vom griechischen Anatole (ανατολη) für Aufgang, Osten) ist jener Teil der Türkei, der zu Vorderasien gehört. Häufig wird auch Zypern zu Kleinasien gerechnet.
Geografie
Zypern
Fläche und Abgrenzung
Kleinasiens Fläche beträgt 757.000 km² und macht 96 Prozent des türkischen Staatsgebietes aus, aber nur etwa 3% von ganz Asien.
Es wird im Süden begrenzt vom Mittelmeer (türk. Akdeniz, siehe auch Rhodos und Zypern). Im Norden wird es vom Schwarzen Meer begrenzt, im Westen von der Ägäis (griechische Inseln), im Nordwesten von Bosporus, Marmarameer und Dardanellen. Die östliche Grenze von Kleinasien ist nicht genau definiert, der Einfachheit halber wird sie meist mit der östlichen Landesgrenze der Türkei gleichgesetzt.
Bevölkerung und Religion
Die Bevölkerung hat sich seit 1930 (12 Millionen) auf derzeit 55-58 Millionen (ohne europäische Türkei) vergrößert, was einer Verdoppelung alle 30 Jahre entspricht. Sie besteht heute aus Türken, Kurden und Angehörige andere türkischer Stämme. Daneben existieren noch andere Minderheiten wie die Zaza, Araber, Armenier, Assyrer, Bulgaren, Georgier, Griechen (die bis zum „Bevölkerungstausch“ 1922/23 über 10 Prozent ausmachten) und Tscherkessen.
Hinsichtlich der Religion dominiert der Islam (98%, davon 70-80% Sunniten und über 20-30% Aleviten). Die Christen machen 0,2% aus, zählten aber um 1910 noch etwa 20% (vornehmlich Griechen im Westen und Norden Pontos-Griechen). Von anderen kleinen Religionsgemeinschaften (genaue Zahlen werden nicht erhoben) sind etwa 20.000 Juden zu erwähnen.
Zwei Hauptstädte und zwei Meerengen
Als Grenze zwischen Europa und Asien gilt seit der Antike der Bosporus. Das an ihm liegende Istanbul hat sich seit 1970 von 2 auf etwa 10 Millionen Einwohner vergrößert. Es war bis 1453 byzantinische, dann osmanische und bis 1923 türkische Hauptstadt. 1923 wurde die Hauptstadt in das viel kleinere, aber für Kleinasien zentrale Ankara verlegt.
Die „Stadt am Bosporus“ hat wegen der interkontinentalen Meeresenge einen europäischen Stadtteil (früher Konstantinopel bzw. Stambul) und einen Stadtteil in Kleinasien (Üsküdar). Sie werden durch dichten Schiffsverkehr und zwei Brücken miteinander verbunden.
Die zweite Meeresenge zu Kleinasien sind die Dardanellen (antiker Hellespont) zwischen der europäischen Halbinsel Gallipoli (türk. Gelibolu) und der Region von Troja und Çanakkale. Geologisch gesehen gehören aber Asien und Europa zusammen - als zusammenhängender Großkontinent Eurasien.
Geschichte
Frühgeschichte und antike Provinzen
Der Name „Kleinasien“ leitet sich historisch von der römischen Provinz Asia ab, die aber nur den westlichsten Teil der heutigen Türkei bildete.
Um 2000 v. Chr. bestand in Anatolien das Fürstentum der Hatti (auch Protohethiter). Es wurde von Indoeuropäern abgelöst, deren Migration einige Völker vom Kaukasus hierher brachte: Die Völker der Pala ließen sich im Norden (speziell in Paphlagonien) nieder, die Nesi und Luwier in Mittel- und Südanatolien. Nach ersten Fürstentümern gründeten sie ab 1660 v. Chr. das Grosskönigreich der Hethiter (1460 - 1190 v. Chr.). Diese Föderation war neben Ägypten die zweite Supermacht der damaligen Zeit.
Im 9. Jahrhundert v. Chr. etabliert sich das Reich Urartu im späteren Armenistan am ostanatolischen Euphrat. König Sa(r)dur I. (um 830) errichtet die Hauptstadt Tuschpa am Van-See. Hochwertige Bewässerung und Zucht, Metalle und eigene Hieroglyphen wurden entwickelt. Um 620 v. Chr. wird das Reich von den Skythen erobert und vernichtet.
Nach 700 v. Chr. begannen griechische Ionier und Dorer entlang der Ägäisküste Kolonien zu gründen. In den Jahrhunderten danach wurden u.a. folgende Landschaften unterschieden:
- Vom Nordwesten nach Süden Hellespont (Dardanellen), Mysien, Lydien, Karien und Lykien,
- an der Südküste Pamphylien, Pisidien und Kilikien,
- im Norden Bithynien, Pontus, Paphlagonien und Armenien
- und im Landesinneren Galatien (bzw. Phrygien) und Kappadokien.
546 v. Chr. eroberte Persiens Großkönig Kyros II. Lydien und danach die griechischen Städte an der Küste und Lykien. Um 500 v. Chr. wurde Südanatolien dem Perserreich angegliedert.
Alexander d. Gr. setzt mit seinem Heer 334 v. Chr. über das Marmarameer und schlägt die Perser. Fast ganz Anatolien wird dem Makedonischen Weltreich einverleibt. Nach Alexanders Tod teilen die Diadochen das Reich, Kleinasien geht an Seleukos I..
Sein Konkurrent Philetairos spaltet 282 v. Chr. davon das Reich von Pergamon ab, bis es 133 v. Chr. an Rom vererbt (!) wird. Um 275 siedeln sich Kelten aus Thrakien nach Plünderungen in Zentralanatolien an und gründen das Reich Galatien.
Römerreich, Christentum und Byzanz
Ab 60 v. Chr. kamen die Küstenregionen durch Pompeius zum römischen Reich. Ein starker Gegner war König Mithridates VI. Eupator von Pontus (121-63 v.Chr.). Später wurde auch das Landesinnere annektiert und um das Jahr 65 die Provinzen neu gegliedert (Pontus im Norden, Cilicia (Kilikien) im Süden und Syria im Osten). Die Könige von Galatien, Kappadokien, und Paphlagonien behielten als Vasallen Roms und als "Puffer" gegen Nachbarvölker ihren Thron.
Mit der „Pax Romana“ des Augustus begann um die Zeitenwende eine Blütezeit bis zum 2. Jahrhundert n.Chr. (Kaiser Trajan und Hadrian). Um das Jahr 50 begann das Christentum Fuß zu fassen zuerst in Perge, später bis zur Hauptstadt Efesos und bis Griechenland - siehe z.B. die Paulusbriefe an verschiedene Gemeinden. Auch einige Bischofssitze entstanden - u.a. in Myra, in dem um 350 der heilige Nikolaus wirkte - und auch die ersten Konzile fanden in Kleinasien statt.
324 wurde Konstantinopel zur Residenz des oströmischen Reiches. Nach dem Untergang Westroms (476 blieb Kleinasien für 700 bis 1100 Jahre unter byzantinischer Herrschaft und wirkte in die weitere Umgebung (z.B. bis nach Russland) hinein.
Seldschuken, Mongolen und Osmanen
Im 11. Jahrhundert drangen aus dem Osten die turkmenischen Seldschuken vor und wurden von Arabien unterstützt. Nach dem Sieg bei Malazgirt (1071) fiel der Großteil Anatoliens an sie. Das Zentrum ihres Reiches war Ikonion (die heutige Großstadt Konya), 200 km südlich von Ankara (Ankyra, ab 1023 Angora).
Im 12. Jahrhundert konnte Byzanz einige Gebiete wieder zurückgewinnen. Das oströmische Reich endete erst 1453 mit dem Fall von Konstantinopel an die Osmanen.
Mit den Mongolen Mitte des 13. Jahrhundert zerfiel das Seldschukenreich in viele Turkfürstentümer. Eine ihrer Dynastien, nach ihrem Führer Osman I. (1281-1326) die Osmanen benannt, unterjochte die umliegenden Gebiete und eroberte 1326 auch den byzantinischen Norden bei Bursa. Im Osmanischen Reich verloren alle o.a. antiken Provinzen endgültig ihre Autonomie und meist auch ihren Namen.
Erster Weltkrieg und „Bevölkerungstausch“
Vor und nach dem 1. Weltkrieg zerfiel das Osmanenreich, das im 16. Jahrhundert bis Bosnien und Ungarn expandiert war. Sein kleinasiatischer Teil wurde unter Atatürk im Krieg gegen die Griechen vereint, die nach 1918 von Smyrna (Izmir) aus Richtung Ankara vorgedrungen waren. Diese Kämpfe endeten erst 1922 mit der Vertreibung einiger Millionen Menschen und dem „Bevölkerungsaustausch“ 1923 (Vertrag von Lausanne).
Heute gliedert sich die Türkei in 81 Provinzen, davon 77 in Kleinasien und 4 im europäischen Teil westlich Istanbuls.
Siehe auch: Türkischer Befreiungskrieg
Siehe auch
- Ostanatolien
- Chalyber, Rumelien
- assyrische Keilschrift, Thales von Milet, Hellenismus
- Hochgebirge, Großer Mäander, Erdbeben, Plattentektonik
Kategorie:Region
Kategorie:Geographie (Türkei)
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Kategorie:Halbinsel
ja:アナトリア半島
ko:소아시아
simple:Asia Minor
th:อนาโตเลีย
AnatoleDie Anatole (griechisch ανατολή - der Aufgang, Osten) ist eine der Horen (eine Gestalt aus der griechischen Mythologie).
Anatole war auch die Bezeichnung für Kleinasien, davon abgeleitet auch das türkische Anatolien.
Kategorie:Griechische Gottheit
Kategorie:Literarische Figur
VorderasienVorderasien besteht aus dem südwestlichen Teil des Kontinents Asien und wird begrenzt im Westen durch das Mittelmeer und das Rote Meer, im Norden durch das Schwarze Meer, den Kaukasus und das Kaspische Meer, im Osten durch den Indus und die Randgebirge des Iran und im Süden durch den Indischen Ozean. Über den Sinai ist Vorderasien mit Afrika verbunden, Dardanellen, Marmarameer und Bosporus bilden eine nur schmale Trennung von Europa.
Es umfasst die asiatische Türkei mit Anatolien, das Kaukasusgebiet, Belutschistan, Iran und Afghanistan (wird mitunter zu Zentralasien oder Südasien gezählt) sowie die Halbinsel Arabien. Dazu zählt die Tiefebene des Euphrat und des Tigris.
Die politische Gliederung ist:
- Afghanistan
- Armenien
- Aserbaidschan
- Bahrain
- Georgien
- Irak
- Iran
- Israel
- Jemen (außer Sokotra)
- Jordanien
- Katar
- Kuwait
- Libanon
- Oman
- Pakistan (nur der Südwesten, der größte Teil gehört zu Südasien)
- Palästinensische Autonomiegebiete
- Saudi-Arabien
- Syrien
- Türkei (außer europäischem Teil)
- Vereinigte Arabische Emirate
- Zypern
Siehe auch
- Nordasien, Zentralasien, Südasien, Ostasien, Südostasien
Literatur
- Charles Burney, David M. Lang: Die Bergvölker Vorderasiens. Armenien und Kaukasus von der Vorzeit bis zum Mongolensturm. Zürich 1973, ISBN 3-463-13690-2
Kategorie:Region
Mittelmeer
Das Europäische Mittelmeer (meist nur Mittelmeer bzw. auch Mittelländisches Meer genannt), das etwa 2,5 Mio. km² groß und bis zu 5.267 m tief ist, ist ein Mittelmeer zwischen Europa, Afrika und Asien das von einem eigenen schmalen Klimagürtel umschlossen und von einer eigenen Flora und Fauna geprägt wird.
Geographie
Das Europäische Mittelmeer, das auch ein Binnenmeer des Atlantiks ist, liegt als am stärksten von Festländern umgebenes bzw. vom Ozean getrenntes Mittelmeer zwischen den eben genannten Kontinenten. Im Westen ist es durch die Straße von Gibraltar mit dem Atlantik verbunden, im Nordosten über die Dardanellen, das Marmarameer und den Bosporus mit dem Schwarzen Meer und im Südosten über den Sueskanal (seit 1869) mit dem Roten Meer, einem Binnenmeer des Indiks.
Zu diesem großflächigen Mittelmeer, das zu den ozeanischen Nebenmeeren gezählt wird, gehören neben zahlreichen kleinen Inseln, großen und kleinen Inselgruppen und Eilanden die großen Inseln Korsika, Sardinien, Sizilien, Kreta, Rhodos und Zypern; in das Europäische Mittelmeer ragt von Norden her die Apenninenhalbinsel mit dem Großteil Italiens; sie trennt das eigentliche Meer von der Adria.
Daten
Das Europäische Mittelmeer bedeckt etwa 2,5 Mio km² Fläche. Seine größte Meerestiefe liegt bei 5.267 m (siehe Meeresboden).
Römischer Name
In der Antike wurde das Europäische Mittelmeer von den Römern Mare Nostrum genannt, was Unser Meer bedeutet. Diese Namensgebung resultiert daraus, dass das Römische Reich (Imperium Romanum) zeitweise das gesamte Mittelmeer umschloss.
Geschichte / Geologie
Das Europäische Mittelmeer ist ein Überrest des Tethysmeeres des Erdmittelalters. Vor 6 Millionen Jahren schloss sich die Straße von Gibraltar aufgrund der plattentektonischen Kollision Afrikas mit Europa. Teile des Mittelmeeres trockneten wiederholt aus, so dass sich am Meeresboden mächtige tertiäre Gips- und Salzlager finden. Zuletzt war das Nebenmeer des Atlantiks während der Eiszeiten zumindest teilweise ausgetrocknet. Daher fand Henry Cosquer, ein französischer Taucher, 1985 nahe Marseille eine später nach ihm benannte Höhle mit prähistorischen Felszeichnungen, deren Eingang 36 Meter unter dem Meeresspiegel liegt.
Im 2. Weltkrieg war das Europäische Mittelmeer Kriegsschauplatz (siehe hierzu unter Mediterranean Theatre of Operations).
Salinität
Der Salzgehalt des Europäischen Mittelmeeres liegt mit rund 38 Promille höher als der des Atlantiks. Dies ist eine Folge der starken Verdunstung, die nicht durch den Süßwasserzufluss der großen Flüsse und Ströme ausgeglichen wird. Daher fließt am Grund der Straße von Gibraltar ein kräftiger Salzwasserstrom in den Atlantik ab, während an der Oberfläche eine entsprechend zum Netto-Wasserverlust noch stärkere Gegenströmung salzärmeres und daher leichteres Ozeanwasser in das Mittelmeer transportiert.
Meereswelt
Meeresboden
Innerhalb des Europäischen Mittelmeeres bzw. auf dessen Meeresboden befinden sich Schwellen, Tiefseebecken und ein Meerestief.
Im Westteil des Meeres liegt das Algerisch-Provenzalische Becken, das bis zu 3.255 m tief ist. In seinem westlichen Mittelteil befindet sich das Tyrrhenische Becken im Tyrrhenischen Meer, das bis zu 3.758 m tief ist. In seinem östlichen Mittelteil liegt das Ionische Becken im Ionischen Meer, das in der Calypsotief - der tiefsten Stelle des Europäischen Mittelmeers - bis zu 5.267 m tief ist. Im Osten befindet sich das Levantische Becken im Levantischen Meer, das bis zu 4.517 m tief ist.
Horizontale Gliederung
Das Europäische Mittelmeer ist durch zahlreiche Nebenmeere, Golfe, Buchten und Meeresstraßen gegliedert; an seinem West- und Ostrand stößt es jeweils an eine Meerenge, die zum Ozean bzw. zu einem Binnenmeer überleiten.
Im Westen ist das Europäische Mittelmeer durch die Straße von Gibraltar mit dem Atlantik verbunden. Im Nordosten ist es über die Dardanellen, das Marmarameer und den Bosporus mit dem Schwarzen Meer verbunden und im Südosten über den 1869 fertiggestellten Sueskanal auch mit dem Roten Meer, ein Binnenmeer des Indischen Ozeans. Das Marmarameer - nicht aber das Schwarze Meer - wird häufig noch zum Mittelmeer gezählt.
Während sein Westteil keinen besonderen Namen trägt, ist das Europäische Mittelmeer durch eigene Nebenmeere und Buchten stark untergliedert: Im Norden liegt das Ligurische Meer mit dem Golf von Genua, im Mittelteil befinden sich das Tyrrhenische Meer, die Straße von Messina, das Ionische Meer, die Straße von Sizilien, die Kleine Syrte (Golf von Gabès), die Straße von Otranto, das Adriatische Meer, die Große Syrte, die Ägäis und im Ostteil das Levantische Meer.
Küsten
Bekannte Küstenabschnitte sind beispielsweise:
- Côte d’Azur
- Costa del Sol
- Riviera
- Sahel
Inselwelt
Die bedeutendsten Inseln, Inselgruppen und Halbinseln im Europäischen Mittelmeer sind (von West nach Ost): Balearen, Korsika, Sardinien, Sizilien, Malta, Peloponnes, Kreta, Dodekanes (Rhodos), Zypern.
: Für weitere Inseln im Europäischen Mittelmeer siehe hier.
Zuflüsse
In das Europäische Mittelmeer bzw. in dessen Randmeere münden unter anderen diese Flüsse und Ströme, die bis auf den Muluja, einige kleinere Bäche bzw. Flüsse und insbesondere den Nil alle aus nördlichen Himmelsrichtungen einmünden:
- Arno - Ligurisches Meer
- Drin - Adria
- Ebro - Westteil des Europäischen Mittelmeers
- Ebros (Ewros) - Ägais
- Etsch - Adria
- Großer Mäander - Ägais
- Júcar - Westteil des Europäischen Mittelmeers
- Kleiner Mäander - Ägais
- Muluja (Wadi al-Muluyah) - Westteil des Europäischen Mittelmeers
- Nil - Levantinisches Meer
- Piave - Adria
- Po - Adria
- Rhône - Ligurisches Meer
- Segura - Westteil des Europäischen Mittelmeers
- Seman - Adria
- Strymon - Ägäis
- Tiber - Tyrrhenisches Meer
Staaten & Abhängige Gebiete
Anrainerstaaten sind:
- Im Norden: Gibraltar, Spanien, Frankreich, Monaco, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien, Griechenland und die Türkei
- im Osten Syrien, der Libanon, Israel und der Gazastreifen
- im Süden Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien und Marokko, sowie die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla.
Literatur
- Hofrichter, Robert: Das Mittelmeer, Bd. 1: Allgemeiner Teil. Spektrum Akademischer Verlag, 2002. - ISBN 3-82741-050-9
- Ders., Das Mittelmeer, Bd. 2/2 : Bestimmungsführer. Spektrum Akademischer Verlag, März 2006. - ISBN 3-82741-170-X
- Bergbauer, Matthias/Humberg, Bernd: Was lebt im Mittelmeer? Franckh-Kosmos Verlag, 1999. - ISBN 3-44007-733-0
- Bärtels, Andreas: Pflanzen des Mittelmeerraumes. Ulmer, 2003. - ISBN 3-80013-287-7
- Wagner, Horst-Günter: Mittelmeerraum. Geographie, Geschichte, Wirtschaft, Politik. Darmstadt 2001 (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), 93 Abb., 29 Tab., 75 Bilder, 381 S. - ISBN 3-534-12339-5.
Weblinks
- [http://www.eckart-winkler.de/reise/specials/ins_mit.htm Die größten Mittelmeer-Inseln]
- [http://europa.eu.int/comm/research/rtdinfsup/de/sea1.htm Planet Ozean - Sonniges Mittelmeer] (Europäische Kommission)
Siehe auch
- Mittelmeerraum
- Nebenmeer
- Binnenmeer
- Mittelmeere
- Randmeer
!
ja:地中海
ko:지중해
th:ทะเลเมดิเตอร์เรเนียน
zh-min-nan:Tē-tiong-hái
Zypern
Die Republik Zypern (griechisch: Κυπριακή Δημοκρατία, türkisch: Kıbrıs Cumhuriyeti) ist ein Inselstaat im Mittelmeer.
Sie liegt vor der Südküste der Türkei, nicht weit von Syrien entfernt und ist ein Teil von Asien.
Die Autorität der Regierung der Republik Zypern beschränkt sich auf den griechischsprachigen Südteil der Insel. Der Nordteil der Insel bildet seit der türkischen Invasion die international nicht anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Völkerrechtlich wird die Insel durch die Republik Zypern vertreten. Es kann mit dem Zypern-Pfund, in den souveränen königlich-britischen Basen mit dem Britischen Pfund und im Norden des Landes mit der Türkischen Lira bezahlt werden.
Geographie
Zypern ist die östlichste Insel im gesamten Mittelmeer. Mit einer Fläche von ca. 9.251 km² (griechischer Teil ca. 5.896 km², türkischer Teil ca. 3.355 km²) ist sie nach Sizilien und Sardinien die drittgrößte Insel im Mittelmeer (West-Ost-Ausdehnung ca. 230 km, Nord-Süd-Ausdehnung ca. 95 km).
Die Entfernung zur Südküste des türkischen Festlandes beträgt ca. 75 km, zur Westküste Syriens ca. 95 km, nach Ägypten ca. 325 km und zur nächstgelegenen griechischen Insel ca. 450 km. Damit bildet Zypern die Schnittstelle zwischen den Kontinenten Europa, Asien und Afrika.
Zwei Gebirgszüge durchziehen die Insel: Die zur Küste hin abfallende, sonst schroffe Kette des Pentadaktylos (Beşparmak) im Nordosten und das vulkanische, waldreiche Troodos-Gebirge im südlichen Landesinnern, mit dem Olympos (1.952 m) als höchster Erhebung. Die ca. 780 km lange Küste bietet teils ausgedehnte Sand- und Kiesstrände sowie steil abfallende Felsküsten mit kleinen Buchten.
Olympos
Zypern besitzt heute ein mediterranes Klima mit deutlich kontinentaler Ausprägung. Die südliche Lage bedingt höhere Temperaturen als im nördlichen Mittelmeeraum und die Nähe zum arabischen Teil Asiens lässt des Öfteren heiße Wüstenwinde übers Meer wehen. Das Mittelmeer um Zypern hat die höchsten Wassertemperaturen im gesamten Raum. Im Februar werden etwa 17 °C, im August um 28 °C erreicht.
Das Land leidet chronisch unter Wassermangel. Die Regenzeit beschränkt sich eigentlich auf die Monate Dezember bis April. Von Mai bis November ist es trocken und vor allem im Landesinneren z. T. sehr heiß. Nikosia hat im Juli und August eine durchschnittliche Höchsttemperatur von 37 °C, was nur 2 °C unter der Temperatur in Dubai liegt, aber 8 °C wärmer ist als auf Mallorca. In Extremfällen steigt das Thermometer im Zentrum der Insel im Hochsommer auf 47 °C. An den Küsten ist es während des Sommers meist am Tag 30 bis 35 °C warm, in der Nacht kühlt es auf 23 bis 20 °C ab. Der Westen der Insel um die Stadt Pafos ist oftmals 2 bis 4 °C kühler als der Osten. Im Winter liegen die Temperaturen zwischen 15 °C und 20 °C am Tage, von Zeit zu Zeit auch darüber, selten darunter. Oberhalb von 1.500 m kann es Schnee geben.
Flora und Fauna
Schnee
Zypern ist eine grüne Insel, die waldreichste im gesamten Mittelmeerraum.
Aleppo-Kiefern, Steinpinien, Platanen, Zedern und Eichen wachsen im Troodos-Gebirge – dem „Schwarzwald“ Zyperns. Die flach abfallenden Ränder des Troodos sind bedeckt mit Apfel-, Birnen-, Pfirsich-, Mandel- und Nussbäumen sowie mit Weinfeldern. Im Übrigen wird das Bild der Insel von Zypressen, Oliven- und Johannisbrotbäume geprägt.
Orangen- und Grapefruithaine herrschen in der Umgebung von Lemesos vor. Das "Land der roten Erde" im Südosten gilt als Gemüsegarten Zyperns mit Kartoffeln, Auberginen, Tomaten, Gurken, Zwiebeln und anderen Arten. Feigen und Granatäpfel wachsen im Nordwesten. Im Südwesten, bei Patos, gibt es riesige Bananenplantagen.
Im Frühling bedeckt ein Blumenteppich die Insel. Nicht weniger als 1.800 Blütenpflanzen blühen, vor allem Anemonen, Narzissen, Gladiolen, Iris, Goldwurz, Tulpen und Klatschmohn. Auch 44 Arten von Orchideen kommen vor. Im Herbst, mit den ersten Regenfällen, sprießen unter anderem Traubenhyazinthen, Weihnachtsstern und Hahnenfuß. Bougainvillea blüht das Jahr hindurch.
Das Zypern der Antike war mit Wäldern bedeckt, heutige Wälder bedecken nur etwa 17 % der Fläche der Insel (im Wesentlichen im Troodos-Gebirge), da viele Faktoren wie Eingriffe des Menschen, große Anzahl von Ziegen, häufige Waldbrände dazu beigetragen haben, den Waldbestand zu vermindern. Heutzutage bemüht man sich den Waldbestand durch Neubepflanzung oder Wiederbelebung zu erhöhen. Das Überleben neu eingepflanzter Bäume wird durch den ständigen Mangel an Wasser erschwert. Einige fremde Arten wurden allerdings eingeführt (verschiedene Tannenarten, Akazien, Fichtenarten), die als natürliche Art auf Zypern völlig unbekannt sind.
Fossilien und archäologische Funde belegen, dass auf Zypern bis in die Nacheiszeit eine verzwergte Fauna hauptsächlich aus Nilpferden und Elefanten lebte, die allerdings bereits im Neolithikum ausgestorben ist. Schweine, Rinder, Ziegen, Damhirsche und Wildschafe sowie Füchse und Wildkatzen wurden von den ersten Bauern mitgebracht. Die Schafe verwilderten und lebten auf der Halbinsel Akamas. Die ebenfalls eingeführten Rinder verschwanden nach relativ kurzer Zeit und wurden erst im Endneolithikum wieder eingeführt. Heute gibt es auf Zypern nur noch das Wildschaf, fälschlicherweise Mufflon genannt.
Jährlich kommen die Meeresschildkröten an die Küsten von Akamas, Varousha und des Karpaz, um Eier zu legen. Um diese Tiere zu schützen und ihre unbehinderte Fortpflanzung zu ermöglichen, verabschiedete die zyprische Regierung ein Programm. Für die Dauer der Eiablage werden die Strände, die die Schildkröten zum Nisten bevorzugen, für Menschen gesperrt.
Neben den im Mittelmeer üblichen Fischarten tummeln sich an den Stränden im Osten der Insel auch Tierarten, die durch den Suez-Kanal aus dem Roten Meer ins Mittelmeer kamen. So sind Rostnacken-Papageifische, Gelbflossen-Doktorfische u. v. a. zu bewundern.
Die Vogelwelt Zyperns umfasst 340 Arten. Die Insel ist ein Durchzugsgebiet von vielen Zugvögeln. Das ganze Jahr verbringen 46 Arten auf Zypern, und 27 der Zugvögel nisten und pflanzen sich auf der Insel fort. Die Wälder der großen Troodos–Gebirgskette und die Höhenlagen des Besparnak sind die vogelreichsten Gebiete. U. a. sind hier der Buchfink, der Fichtenkreuzschnabel, das zyprische Rebhuhn, die Nachtigall und der Seidensänger zu finden.
Bevölkerung
Die 721.000 Zyperngriechen (2004) machen rund 78 % der Bevölkerung aus. Die Zahl der Zyperntürken beträgt etwa 200.000. Nach der türkischen Invasion 1974 wurden im besetzten Norden unter Protest der Vereinten Nationen etwa 40.000 Türken und Kurden angesiedelt. Dazu kommen 30.000 türkische Soldaten. Genaue Berechnungen sind wegen des Mangels an aktuellen Zahlen nur schwer anzustellen. Während im südlichen Teil der Insel über 60.000 Türken leben, sind es im Nord-Teil nur 500 Griechen. Man geht heute von 78 % Zyperngriechen und 20 % Zyperntürken (inkl. Siedler vom Festland und türkische Soldaten) auf der Insel aus.
Neben Griechisch und Türkisch wird auch Englisch u. a. als Bildungs- und Verkehrssprache gesprochen. Die englische Sprache ist für junge Zyprer fast genauso wichtig wie die griechische, da die meisten Studenten ihr Studium direkt in Athen oder in anderen Ländern Europas oder in Nordamerika absolvieren. Seit der türkischen Invasion leben ca. 200.000 griechische Zyprer aus dem türkisch besetzten Norden als Flüchtlinge im griechischen Süden der Insel, die türkischsprachigen Flüchtlinge aus dem Süden haben teilweise Ortschaften gegründet, deren Namen an ihre alten Heimatorte erinnern. Alle älteren türkischen Zyprioten sprechen auch griechisch, in einigen Dörfern ist der Schwarzmeerdialekt Verkehrssprache.
An der Nordspitze Zyperns gibt es Dörfer, deren maronitische Bevölkerung eine arabische Mundart spricht. Das Kormakiti-Arabisch ist stark vom Griechischen beeinflusst, in Wortschatz, Phonetik wie Grammatik, und erweckte das Interesse von Arabisten. Die jungen Männer arbeiten heute aufgrund ihres Sonderstatuts (kein Militärdienst) weitgehend im Süden der Insel, während Frauen, Kinder und alte Leute die Felder bestellen.
Im Norden leben außerdem eine größere Anzahl palästinensischer Studenten.
Religion
Der größte Teil der Bewohner sind orthodoxe Christen, also etwa 78 %. Die östlich-orthodoxe Kirche von Zypern (auch "zyprisch-orthodoxe Kirche") ist bereits seit dem Konzil von Ephesos im Jahr 431 autokephal und befindet sich in vollständiger Glaubensgemeinschaft mit den anderen orthodoxen Kirchen. Die türkischsprachige Bevölkerung ist zu 99 % sunnitisch-muslimischen Glaubens, was 20 % der Bevölkerung ausmacht.
Ca. 1 % der Bevölkerung gehören der römisch-katholischen Kirche an. Außerdem gibt es auch eine eigene Apostolische Nuntiatur (Sitz eines Nuntius-Botschafters). Ebenfalls ungefähr 1 % der Einwohner sind maronitische Bewohner. Sie besitzen den einzigen auf Zypern selbst ansässigen Erzbischof.
Städte
Hauptartikel [[Städte in Zypern]]
Eingebettet in die beiden Gebirgsketten liegt die fruchtbare [[Mesaoria-Ebene, in deren Zentrum die Hauptstadt Nikosia (griechisch: Lefkosía, türkisch: Lefkoşa, ca. 195.000 Einwohner) liegt. Weitere größere Städte sind die Häfen Larnaca (ca. 66.400 Einw.), Limassol (griechisch: Lemesos, ca. 148.700 Einw.) und (Nea) Pafos (ca. 36.300 Einw.) an der Südküste (von Ost nach West), sowie Famagusta (tr. Gazimagusa, gr. Ammochostos, ca. 27.700 Einw.) und Kyrenia (gr. Keryneia, tr. Girne, ca. 12.500 Einw.) im türkisch besetzten Norden. Daneben verdient das an der Südostküste gelegene und zu einem wichtigen Tourismuszentrum gewordene Dorf Agia Napa Erwähnung.
Geschichte
Agia Napa
Hauptartikel: Geschichte Zyperns
Die erste konstante Besiedlung Zyperns erfolgte in der Jungsteinzeit. In Aetokremnos wurden zwar epipaläolithische Befunde ausgegraben, eine länger andauernde Besiedlung ist jedoch unsicher. Die neolithische Besiedlung erfolgte im 9. Jahrtausend von Syrien aus. Das bekannteste Dorf der Jungsteinzeit ist Khirokitia bei Kalavassos, weitere Fundorte aus dem präkeramischen Neolithikum (PPN B) sind Kastros, Shillourokambos, Ais Yiorkis und Tenta. Seit der Bronzezeit belieferte Zypern das östliche Mittelmeer mit Kupfer. In der ausgehenden Bronzezeit entstanden auf Zypern Handelsstädte wie Enkomi, die in engem Kontakt mit der Levante standen.
Um 1200 v. Chr. begann der Einfluss durch die mykeneische Kultur. Danach war Zypern Teil der assyrischen, ägyptischen und persischen Einflusssphäre. Das Königreich Salamis errang nach und nach die Vorherrschaft über die Insel. 332 v. Chr. gingen die Könige von Zypern zu Alexander des Großen über und Zypern wurde in dessen Reich eingebunden. Nach dem Zerfall des Reiches gehörte Zypern zum hellenistischen Ptolemäerreich.
58 v. Chr. gelangte die Insel unter römische Herrschaft und blieb römisch und oströmisch/byzantinisch bis 1184, zuletzt unter dem unabhängigen Kaiser Isaak Komnenos. Die Kreuzritter und die Familie Lusignan beherrschten die Insel bis 1489, danach gehörte die Insel bis 1571 zu Venedig. 1571 wurde die Insel für gut 300 Jahre osmanisch.
1878 verpachtete das Osmanische Reich die Insel an Großbritannien, das im Gegenzug dem Osmanischen Reich Unterstützung gegen einen Vorstoß der Russen zusagte; mit dem Eintritt des Osmanischen Reiches in den 1. Weltkrieg (1914) auf Seiten der Mittelmächte wurde die Insel von den Briten annektiert. 1925 wurde Zypern Kronkolonie.
Die ehemalige britische Kolonie wurde am 16. August 1960 aufgrund des Abkommens von Zürich zwischen Großbritannien, Griechenland und der Türkei (1959) unabhängig.
In einem von der griechischen Junta inspirierten Putsch wurde 1974 Präsident Makarios gestürzt. Die Putschisten strebten die Angliederung an Griechenland an. Unter Berufung auf ihre Rolle als Garantiemacht intervenierte die Türkei und besetzte den Norden Zyperns.
1983 kam die Proklamation der Türkischen Republik Nordzypern (TRNZ), die jedoch von allen Ländern der Vereinten Nationen außer der Türkei nicht anerkannt wird (siehe Resolution 541 der Vereinten Nationen).
Im Jahr 2003 wurde die Grenze zwischen den beiden Landesteilen erstmals wieder durchlässig, es erfolgte die Öffnung der Grenzübergänge für beide Volksgruppen für Besuche im jeweils anderen Teil der Insel zum 23. April 2003. 2004 scheiterte jedoch der Annan-Plan zur Wiedervereinigung in einer Volksabstimmung an der Ablehnung im griechischen Teil Zyperns.
Am 1. Mai 2004 wurde Zypern als geteiltes Land Mitglied der EU.
Annan-Plan
Politik
Das Parteiensystem der Republik Zypern wird von vier großen Parteien geprägt:
- Aufbaupartei des Werktätigen Volkes - AKEL (kommunistisch)
- Demokratische Partei - DIKO (konservativ)
- Demokratische Sammlung - DISY (rechts)
- Vereinigte Demokraten - ED (liberal)
Daneben sind noch vier kleinere Parteien im Parlament vertreten.
Zypernkonflikt
1963 gab es Unstimmigkeiten zwischen der türkischen Minderheit (19 %) und der griechischen Mehrheit (80 %) über Verfassung und Gesetze, Ausübung der Staatsgewalt usw. Dieser Streit, von Extremisten auf beiden Seiten systematisch eskaliert, machte ein weiteres gemeinsames Regieren unmöglich. Die türkisch-zyprischen Regierungsmitglieder zogen sich aus der Regierung zurück und strebten seitdem ein selbstverwaltetes Gebiet an, während viele griechischsprachige Zyprer den Anschluss an Griechenland (Enosis) anstrebten. 1974 kam es zum Putsch der griechisch-zyprischen Nationalgarde gegen Präsident Makarios.
Nachdem dieser von der Insel floh, führte die Türkei unter dem Eindruck eines drohenden Anschlusses Zyperns an Griechenland eine Invasion auf dem Nordteil der Insel durch. Insgesamt hält die Türkei seitdem gegen alle relevanten UNO-Resolutionen und Entscheidungen europäischer Gerichte ca. 37 % der Insel besetzt, obwohl sowohl Nikosia als auch Athen nicht für die Vereinigung Zyperns mit Griechenland sind. 1977 starb Makarios, und Kyprianou folgte als Präsident. Dieser wurde von der Türkei und den türkischen Zyprer allerdings nicht anerkannt. Darauf veranlasste der griechische Süden Wirtschaftssanktionen gegen den Norden. Der Norden seinerseits antwortete mit der Vertreibung von mehreren zehntausenden griechischen Zyprer und der Ansiedlung von mehreren zehntausend Türken aus der Türkei (Kriegsverbrechen laut Völkerrecht), wodurch die Gewichtung des Bevölkerungsanteils der Türken gegenüber den türkischen Zyprer erhöht wurde. 1983 wurde auf dem Nordteil der Insel die Türkische Republik Nordzypern ausgerufen, die allerdings nur von der Türkei anerkannt wird. Eine Annäherung beider Seiten sollen Verhandlungen unter Führung der UN bringen - eine Abstimmung über eine Wiedervereinigung scheiterte jedoch am Referendum 2004 in Südzypern. Es ist ein Konzept nach dem Vorbild der Schweiz vorgesehen, also ein Staatenbund aus zwei Teilstaaten, deren Einwohner sowohl die zyprische als auch die Staatsangehörigkeit des Landes, aus dem sie stammen, erhalten. Am 4. Juni 1990 wurde der Beitrittsantrag Zyperns zur Europäischen Union gestellt, der im Übrigen für die gesamte Insel gilt, da auch die EU die Türkische Republik Nordzypern nicht anerkennt. Seit Mai 2004 ist Zypern Mitglied der Europäischen Union.
Den Grenzübergang darf man mittlerweile mit dem Auto und zu Fuß passieren. Die Einreisebestimmungen wurden gelockert. Man muss nur noch ein Tagesvisum bei den türkischen Behörden ausfüllen. Dieses wird dann bei Ausreise wieder abgestempelt. Direkte Eintragungen im Pass werden nicht vorgenommen. Der Ledra Palace Checkpoint ist der größte und bekannteste Grenzübergang zwischen beiden Inselteilen. Zollkontrollen finden auch nur sporadisch statt. Alles in allem hat sich die Lage etwas entspannt, was auf den mäßigenden Einfluss der EU zurückzuführen ist. Für einen längeren Aufenthalt sollte man sich jedoch vorab beim Auswärtigen Amt informieren.
Zypern in der EU
Zypern trat völkerrechtlich am 1. Mai 2004 der EU bei. Zuvor war jedoch ein Versuch der Wiedervereinigung Zyperns bei einer Volksabstimmung am 24. April 2004 an der Ablehnung im griechischen Teil gescheitert. Aufgrund des positiven Abstimmungsergebnisses im türkisch verwalteten Teil entschied sich die EU, den Norden wirtschaftlich mit weit über 200 Millionen Euro jährlich zu unterstützen und die sogenannte Green Line zwischen dem Nord- und Südteil zu ignorieren. Durch die türkische Besatzung ist es derzeit dem Europäischen Rechnungshof nicht möglich, die Geldflüsse zu kontrollieren. Seit 1. Mai 2004 ist es möglich, dass auch EU-Bürger vom Nordteil in den Südteil fahren können, ohne der Gefahr einer Gefängnisstrafe und Ausweisung zu unterliegen. Somit wird die völkerrechtliche Linie gewahrt, dass tatsächlich die gesamte Insel in die EU aufgenommen wurde.
Siehe auch: Liste der Staatsoberhäupter von Zypern
Wirtschaft
Die Angaben beziehen sich nur auf den von der international anerkannten Regierung kontrollierten Teil der Insel. Für den türkisch verwalteten Teil liegen keine genauen Zahlen vor, es wird jedoch allgemein von einer wesentlich schwächeren Wirtschaftslage in diesem Teil der Insel ausgegangen.
Nach einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums von 4 % 2001 auf 2,2 % 2002 sind die Prognosen für das Jahr 2003 mit etwa 2,3 % verhalten positiv.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) belief sich im Jahre 2004 auf 12,4 Milliarden Euro. Das BIP pro Kopf betrug etwa 17.400 Euro. Zum Vergleich: In Deutschland lag der Wert bei rund 23.100 Euro. Trotzdem hat Zypern von allen Beitrittsstaaten der EU-Erweiterung des Jahres 2004 den höchsten Wert.
72 % der Zyprer arbeiten im tertiären Sektor, in der Landwirtschaft hingegen nur 5 % aller Beschäftigten. In den touristisch entwickelten Regionen sind viele Saisonkräfte, vor allem aus Polen, tätig.
Die Arbeitslosenquote belief sich auf 3,6 % vor dem EU-Beitritt. Dieser Wert liegt unter dem EU-Durchschnitt. Die Inflationsrate beträgt 2 %, Auslandsschulden sind nicht vorhanden.
Aufgrund der wirtschaftlichen Struktur gilt Zypern, neben Malta, als am weitesten entwickelter Staat der zehn neuen Beitrittsländer.
Auf Zypern sind seit dem Bürgerkrieg viele libanesische Banken ansässig, was zu einem großen Zustrom von Geldern geführt hat. Zypern ist einer der größten Investoren und Exporteure in Russland. Viele Gelder werden über Zypern in Russland "reinvestiert" , was zu dieser merkwürdigen Konstellation führt.
Bodenschätze
Auf Zypern gibt es Kupfer und Asbest, in den Bergen befinden sich große Marmorgebiete und Pyritminen. Dort gibt es auch Gipsgestein und Salzablagerungen. An den Stränden wird Tonerde abgebaut.
Landwirtschaft
Auf Zypern werden häufig Zitrusfrüchte angebaut. Hinzu kommt die Erzeugung von Gemüse. Fast verwunderlich ist es, dass zyprische Kartoffeln zu den Export-Schlagern (meist nach Großbritannien) gehören. Im griechischen Teil wird des weiteren Gerste angebaut. Bei vielen Anbausorten (Obst, Gemüse und Getreide) sind zwei Ernten im Jahr durch das ausgesprochen freundliche Klima Standard. Fast jede Familie griechischer Zyprer hat irgendwo auf der Insel noch ein kleines Stück Land, auf dem für den Eigenverbrauch angebaut wird. Jedoch werden die landwirtschaftlich genutzten Flächen seit dem EU-Beitritt immer kleiner (besonders in den Touristenregionen), da Briten verstärkt Land und Häuser für den Altersruhesitz kaufen, zudem in der EU z. T. Brachflächen gefördert werden. Im nördlichen Teil werden bevorzugt Geflügel und Lämmer aufgezogen. Auf der gesamten Insel gibt es außerdem noch einige größere Olivenplantagen. Fremde Hilfsarbeiter in der Landwirtschaft kommen immer häufiger aus dem Norden - völlig legal - anders, als in der Tourismusbranche (hier in erster Linie polnische Saisonkräfte).
Währung
Die nationale Währung Zyperns ist das Zypern-Pfund (int. Kürzel CYP). Ein Zypern-Pfund ist (seit 1983) 100 Cent (Σεντ) (und war davor 1000 Mill).
Am 29. April 2005 trat Zypern dem Euro-Wechselkursmechanismus II bei zu einem Leitkurs von 1 EUR = 0,585274 CYP und darf um diesen Mittelkurs ±15 % schwanken.
Der Euro könnte frühestens im Sommer 2007 eingeführt werden.
Kultur
Feiertage
- 1. April Revolution der Zyprer gegen die Englische Besatzung.
- 1. Oktober Unabhängigkeitstag
Weitere Themen
- Portal:Südosteuropa
- Zypernkonflikt
Weblinks
- [http://www.cyprus.gov.cy/ Die zyprische Regierung]
- [http://www.trncinfo.com/ Die Verwaltung des türkischen Teils]
- [http://www.ec-eu-delegation.com.cy Die Vertretung der EU-Kommission auf Zypern]
- [http://www.un.org/Depts/DPKO/Missions/unficyp/body_unficyp.htm UNO-Mission auf Zypern]
- [http://www.cips.com.cy cips: cyprus international press service - deutsch/english]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=193 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- 20px Wiki-Portal Zypern
Kategorie:Insel (Asien)
Kategorie:Staat
Kategorie:Land in der EU
Kategorie:Mittelmeer
ja:キプロス
ko:키프로스
ms:Cyprus
simple:Cyprus
th:ประเทศไซปรัส
zh-min-nan:Kypros
Ägäis
Kategorie:Wikipedia:Qualitätssicherung
Die Diskussion über diesen Antrag findet auf der Qualitätssicherungsseite statt.
Hier der konkrete Grund, warum dieser Artikel auf den QS-Seiten eingetragen wurde: Der Artikel wurde wegen des Überarbeiten-Bausteins auf die QS-Seiten gestellt. Diskussionen über den Überarbeitungsstand des Artikels sollten auf der entsprechenden QS-Seite zwecks gemeinschaftlicher Überarbeitung geführt werden. Gruß -- Kenwilliams QS - Mach mit! 23:26, 20. Nov 2005 (CET)
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Die Ägäis (altgriechisch η Αιγαίϊς, heute το Αιγαío(ν) / Aigaion, türkisch Ege) ist ein Abschnitt des Mittelmeers, zwischen Griechenland und der Türkei gelegen. Sie ist über den Bosporus, das Marmarameer und die Dardanellen mit dem Schwarzen Meer verbunden. Sie gilt als Wiege zweier großer antiker Kulturen, Kreta und Griechenland. Später herrschten in der Ägäis Perser, Römer, Byzantiner, Genuesen und Venezier, sowie Osmanen. Heute gehört die Ägäis zum größten Teil zu Griechenland, aber auch zur Türkei.
Der Name ist hergeleitet von Aigeus, mythischer König von Athen.
Im Altertum bildeten die Ägäischen Inseln eine Quelle der kulturellen Entwicklung und wurden ein Vorbild für heutige Demokratien, man widmete sich besonders der Seefahrt, dem Handel und der Wissensvermittlung. Die Kombination verschiedener Kulturen der östlichen Mittelmeerregion wurde durch die geografischen Gegebenheiten begünstigt.
Die Ägäischen Inseln lassen sich in sieben Gruppen einteilen:
- die thrakische Inselgruppe
- die ostägäische Inselgruppe
- die nördlichen Sporaden
- die Kykladen
- die Saronischen Inseln
- den Dodekanes oder die südlichen Sporaden
- Kreta
siehe auch Liste der Inseln Liste griechischer Inseln
Aegaeis
Aegaeis
Aegaeis
Kategorie:Historische Landschaft
Kategorie:Thrakisch
ja:エーゲ海
ko:에게 해
Bosporus (links) als auch in Kleinasien (rechts) liegt.]]
Der Bosporus (griechisch für Kuh- oder Ochsenfurt, türkisch Boğaziçi abgeleitet von „Schlund“ bzw. Karadenizi boğazi für „Schlund des Schwarzen Meeres“) ist eine Meerenge zwischen Europa und Kleinasien, die das Schwarze Meer mit dem Marmarameer verbindet; daher stellt er einen Abschnitt der südlichen Innereurasischen Grenze dar. Auf beiden Seiten der Meerenge befindet sich die Stadt İstanbul. Der Bosporus hat eine Länge von circa 30 km und eine Minimalbreite von 660 m.
1997 sorgten die amerikanischen Meeresbiologen William Ryan und Walter Pitman mit ihrer Sintflut-Hypothese für Aufsehen. Sie besagt, dass der Bosporus etwa 7.500 Jahre alt ist. Davor war das Schwarze Meer ein Binnengewässer in einer Tiefebene weit unter dem heutigen Meeresspiegel. Im Laufe der Abschmelzungen der letzten Eiszeit kam es dann innerhalb von Jahrhunderten zum Ansteigen des Meeresspiegels im Mittelmeer sowie dem daran angeschlossenen Marmarameer offenbar innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen zu einem sehr breiten, rasenden Strom, welcher den Bosporus in seiner heutigen Form schuf. Davon zeugt noch heute die tief in den Fels eingeschnittene, relativ breite Wasserstraße mit ihrem sehr flachen Grund, welcher auf sehr große Strömungsgeschwindigkeit hinweist. Im Vergleich dazu weisen die sehr langsam erodierenden Niagarafälle bei hoher Fallhöhe einen deutlich zerklüfteten Flussgrund auf.
Obige Hypothese gilt jedoch nicht als wissenschaftlich gesichert. Umweltforscher aus USA und Kanada führten Analysen der Sedimente im Marmarameer durch, die die Sintflut-Hypothese widerlegen.
Der Bosporus gilt als eine der bedeutendsten Wasserstraßen, weil durch ihn große Gebiete Russlands und Europas an das Mittelmeer und die Weltmeere angeschlossen sind. Neben Agrargütern und Industrieprodukten hat nicht zuletzt das Erdöl einen entscheidenden Anteil am großen Transportvolumen auf diesem Weg. Insbesondere die Anrainerstaaten am östlichen Schwarzen Meer sowie deren durch Pipelines angebundenes Hinterland gelten als Erdöl-Lieferanten des 21. Jahrhunderts, aber auch als Unruhe-Regionen. Nach einer Greenpeace-Aktion, die auf das gegebene Unfallrisiko für den Schiffsverkehr aufmerksam machte, wurden Ende 2002 die Auflagen zur Durchfahrt für Öltanker verschärft. Im Jahr durchfahren 50.000 Schiffe diese Meerenge.
Innerhalb des Bosporus liegt das Goldene Horn, eine langgezogene Bucht.
Brücke
Goldene Horn
Über den Bosporus führen in 2005 zwei Brücken, die erste Bosporusbrücke und die zweite Fatih-Sultan-Mehmet-Brücke. Die Hängebrücken verbinden Europa mit Asien.
Beide sind mehrspurig für den Straßenverkehr ausgebaut und mautpflichtig, wenn man von der europäischen Seite heranfährt.
Freileitungskreuzungen
1954 wurde auf der Höhe der Stadtteile Arnavutköy in Europa und Kandilli in Asien die erste Freileitung über den Bosporus in Form einer 154-kV-Leitung gezogen.
1983 wurde eine weitere Freileitung für 420 kV über den Bosporus gezogen, der 1997 eine dritte Freileitungskreuzung für jeweils vier Drehstromkreise zu je 420 kV folgte. Vorausschauend sind die Maste dieser Freileitungsquerung schon für 800 kV ausgelegt.
Da die Durchfahrtshöhe auf dem Bosporus 73 Meter beträgt, müssen die Maste dieser Freileitungskreuzung sehr hoch sein. Allerdings kommt die gebirgige Topografie dem Leitungsbau zu Gute. Die Maste der 1997 fertig gestellten Bosporuskreuzung ragen 160 Meter hoch.
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Das Wort Bosporus kann auch die Meerenge zwischen der Krim und dem Mündungsgebiet des Don (Tanais) meinen (heute die Straße von Kertsch).
In Abgrenzung zum obengenannten Bosporus wird dieser schon bei den alten Griechen als kimmerischer Bosporus bezeichnet.
Beide Bospori zusammen bildeten zur Völkerwanderungszeit und im Mittelalter die Grenze zwischen Europa und Asien.
siehe auch: Bosphoranisches Reich, Kimmerier, Innereurasische Grenze
Weblinks
- [http://perso.wanadoo.fr/istanbul/bosphore.htm Bosporus]
- [http://earth.esa.int/showcase/ers2/Bosphorus_Turkey_SAR_IM_Orbit_48286_20040715.htm ESA: The Bosphorus Strait, Turkey - Synthetic Aperture Radar (SAR) multitemporal colour composite image] (extrem hochaufgelöste TIFF-Version - 209 MB - verfügbar; 25-Meter-Details erkennbar)
- [http://zeus.zeit.de/text/archiv/2002/28/200228_a-sintflut.xml DIE ZEIT 28/2002: Und die Sintflut fand doch nicht statt]
Kategorie:Meerenge
Kategorie:Geographie (Türkei)
Kategorie:Türkei
Kategorie:Istanbul
ja:ボスポラス海峡
ko:보스포루스 해협
DardanellenDie Dardanellen (türkisch Çanakkale boğazi) sind eine Meerenge in der Türkei. Sie liegen zwischen der europäischen Halbinsel Gallipoli und dem zu Kleinasien gehörigen Nordwest-Anatolien. Damit stellen sie den südwestlichsten Teil der Innereurasischen Grenze dar. Der Name stammt von Dardanus, einer Siedlung, die in der Nähe von Troja gelegen haben soll.
Diese Meerenge verbindet das Ägäische Meer mit dem Marmarameer. Im Altertum hieß diese Meerenge Hellespont, benannt nach Helle, einer Figur aus der griechischen Mythologie. Die Dardanellen sind etwa 65 Kilometer lang und zwischen 1,3 und 6 Kilometer breit, dabei durchschnittlich 50 Meter tief. An der asiatischen Küste der Dardanellen befindet sich die Hafenstadt Çanakkale.
Nach dem Dardanellen-Vertrag von 1841 war es nur türkischen Kriegsschiffen gestattet, diese Meerenge zu passieren. Während des Ersten Weltkriegs waren die Dardanellen aufgrund ihrer strategischen Lage Schauplatz der Schlacht von Gallipoli mit hohen Verlusten auf beiden Seiten. Seit 1936 regelt das Meerengen-Abkommen die Durchfahrtsrechte.
Kategorie:Meerenge
Kategorie:Geographie (Türkei)
ja:ダーダネルス海峡
ko:다르다넬스 해협
Türken
Die Türken (Eigenbezeichnung: Türk) sind ein Turkvolk in der Türkei (51 bis 58 Millionen, 70%-80% der Bevölkerung), in Deutschland offiziell 2,055 Mil. (mit türkischer Abstammung 2,8 Millionen), und vereinzelt in vielen anderen Staaten. Insgesamt beträgt die Zahl der türkischen Staatsbürger laut offiziellen Angaben 72 Millionen im Inland und 4 Millionen im Ausland.
Die in der Türkei lebenden Türken werden auch als Türkeitürken bezeichnet. Sie sprechen das Türkisch Istanbuler Mundart, was auch als Hochtürkisch bezeichnet wird.
Auch die Türkei-Türken sind - wie die ihnen stammverwandten Völker Zentralasiens - ein Turkvolk. Die Turkvölker sind eine weit verbreitete eurasische Völker- und Sprachgruppe. Die Theorie, sie bildeten mit den finno-ugrischen Völkern eine ural-altaische Völkerfamilie, konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Im Laufe der Geschichte haben sie auch sehr viele arabische und persische Elemente aufgenommen, die jedoch die türkische Identität nicht verdrängen konnten.
Seit 1965 wird bei türkischen Volkszählungen zwischen den einzelnen Turkvölkern (Kasachen, Kirgisen, Mescheten, Aserbaidschaner u.a.) bzw. zwischen den Stämmen (z. B. Afscharen) auf dem Staatsgebiet der Türkei nicht mehr unterschieden; sie bilden nun einheitlich das „türkische Staatsvolk“ bzw. die „türkische Nation“...allein die Volksgruppe der Uiguren besitzt in der Türkei einen bescheidenen Minderheitenstatus.
Geschichte
„Türke“ ist ursprünglich der Name eines Nomadenvolkes, das im 5. Jahrhundert zwischen Irtysch, Oghusen und Jenissei entstand und von den Chinesen T'u-chueh, Tu-küe oder Tür-küt genannt wurde, der so viel bedeutet wie „die Mächtigen“. Offensichtlich haben die Hsiung-nu oder Hunnen bis zum 3. Jahrhundert v. Chr. im Norden und Westen Chinas gelebt und ziemlich früh die Steppen bis zum Kaspischen Meer und zum Ural besiedelt.
Ihre Geschichte, die sich bis 1800 vor Christus zurückverfolgen lässt, ist unter Chinesische Geschichte zu finden.
Nach der Vernichtung des Göktürken-Reiches am Orchon im 8. Jahrhundert entstand im Osten das turkstämmige Reich der Uighuren, das sich vom Baikalsee bis zum Gelben Fluss erstreckte. Die Uighuren und Karluken drängten andere türkische Gruppen weit in die Tiefebene von Turan. Sie zogen später über Nord-Persien nach Kleinasien und auf die Balkanhalbinsel. Die Uraltürken breiteten sich gleichzeitig über das südliche Russland und den nördlichen Kaukasus unter den Namen der Agatziren, Polowezer, Petschenegen, Karapapaken/Terekeme und Chasaren aus.
Literatur
[1] http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/tu.html#People
- Europa und die Türken in der Renaissance, hrsg. von Bodo Guthmüller und Wilhelm Kühlmann, Tübingen : Niemeyer 2000, 451 S., ISBN 3-484-36554-4
Siehe auch
- Türkische Reiche
- Türkischsprachige Kultur in Deutschland
Weblinks
- [http://www.geocities.com/turkfolkloru/jpg/turkdunyasi.jpg Siedlungsgebiete der Turkvölker nach offizieller türkischer Auffassung]
Kategorie:Asiatische Ethnie
Kategorie:Europäische Ethnie
Kategorie:Turkvolk
ja:テュルク
Liste der Turkvölker Historische Turkvölker und Stammesverbände
- Afschariden
- Agatziren
- Awaren (Die Awaren waren ein Volk, bei dem sprachlich das türkische Element überwog. Die Neu-Awaren leben heute in Dagestan, eine ethnische Kontinuität zu den historischen Awaren ist nicht beweisbar.)
- Az
- Chasaren, Qasaren oder auch Hazaren
- Chioniten
- Choresmier
- Ghaznawiden
- Göktürken (auch: Kök-Turuk oder Kök-Türken; ab 552 n. Chr.)
- Hsiung-nu
- Hunnen (Die Hunnen können überwiegend als Turkvolk angesehen werden. In späterer Zeit gingen die Schwarzen Hunnen in Europa ethnisch in anderen Völkern auf, ohne jedoch ihre Sprache zu verlieren.)
- Hunno-Bulgaren: Die modernen Bulgaren (siehe Wolgabulgaren) sind aus slawischen und türkischen Bevölkerungsgruppen hervorgegangen. Die ersten Zaren (Khane) der Bulgaren waren turksprachig. Siehe auch: Bulgar-Türkische Sprache
- Kangly
- Karachaniden
- Kara Kitai
- Karluken
- Keraiten
- Kerulen-Tataren
- Kimek oder auch Kimak
- Jenissei-Kirgisen
- Kutriguren
- Polowzer und Kumanen (Teile der ungarisch-sprachigen Székler Rumäniens können möglicherweise als Nachfahren der Kumanen angesehen werden.)
- Merkiten
- Naimanen
- Oghusen
- Sekiz-Oghusen („Achtpfeiler“)
- Dokuz-Oghusen („Neunpfeiler“)
- Otuz-Oghusen („Dreißigpfeiler“)
- Toguz-Oghusen („Nord-Pfeiler“)
- Üch-Oghusen („Dreipfeiler“)
- Oguren
- Onoguren
- On-Oq
- Osmanen: ein von Osman I. (1288–1326) gebildeter Zusammenschluss aller türkischen Stämme im Osmanischen Reich
- Petschenegen
- Sabiren
- Saka
- Scha-t'o
- Schwarze Hammel
- Seldschuken
- Tabgatsch
- Tardusch
- Tohsi
- Tölös
- Tschigil
- Türgesch
- Turkut
- Utriguren
- Weiße Hammel
- Weiße Hunnen
- Yagmar
Liste moderner Turkvölker
- Adscharen
- Afscharen
- Aserbaidschaner oder auch Aseri
- Balkaren
- Baschkiren
- Chaladschen
- Chorassan-Türken
- Gagausen (christlich-orthodoxe Volksgruppe)
- Karäer oder auch Karaimen
- Karapapaken (auch Terekeme)
- Karakalpaken
- Karamaner (christlich-orthodoxe Türken)
- Karatschaier
- Kaschgaier
- Kasachen oder auch Kasak-Kirgisen
- Kirgisen oder auch Kara-Kirgisen
- Krimtschaken (jüdische Volksgruppe)
- Krimtataren oder auch Krimtürken
- Kumyken oder auch Kumüken
- Mescheten
- Nogaier oder auch Nogaier-Tataren
- Sibirische Turkvölker
- Altaier oder auch Berg-Oyraten
- Chakassen
- Dolganen
- Jakuten oder auch Sacha (überwiegend christlich-orthodoxe Volksgruppe)
- Schoren
- Teleuten
- Tuwiner oder auch Uriangqai (überwiegend lamaistische Volksgruppe)
- Tofalaren oder auch Karagassen
- Tahtacılar (alevitische Türken)
- Tataren
- Tschuwaschen (formal christlich-orthodoxe Volksgruppe)
- Türkei-Türken (selten auch West-Oghusen oder Yörük-Turkmenen, veraltet auch Osmanen)
- Turkmenen (selten auch Ost-Oghusen)
- Turkomanen
- Uiguren oder auch östliche Tschagataier
- Yugur
- Salaren
- Urum (türkischsprachige Graeko-Tataren)
- Usbeken oder auch westliche Tschagataier
- Westthrakien-Türken
- Yörük-Türkmenen (Türken mit Nomadenkultur)
- Zyprer (Zyperntürken)
Kleine turkstämmige Gruppen
- Biltir
- Kamassiner
- Sagaj
- Tschulymer
- Qatscha
- Xojbal
- Xyzyl
Siehe auch
- Liste der keltischen Stämme · Liste der slawischen Stämme · Liste der baltischen Stämme · Liste der germanischen Stämme
- Türken · Turksprachen · Turkvölker
Turkvölker, Liste der
Kategorie:Turkvolk
Araber
Die Zuordnung einer Person zur Gruppe der Araber kann auf unterschiedlicher Grundlage erfolgen:
- politisch: leben in einem Land, welches zur Arabischen Liga gehört - das betrifft ca. 300 Millionen Menschen.
- linguistisch: sprechen eine arabische Sprache (siehe unten) - das betrifft ca. 200 Millionen Menschen.
- genealogisch: die Vorfahren stammen von einem bestimmten Volk der arabischen Halbinsel.
- ethnisch handelt es sich bei den Arabern um semitische Nomadenstämme im nördlichen und zentralen arabischen Steppengebiet.
Oft spielen mehrere oder alle Merkmale eine Rolle. So sind nach Sir Hamilton Gibb Araber solche Menschen, "für die die Mission des Propheten Muhammad und die Erinnerung an das Arabische Reich das zentrale historische Faktum sind und die darüber hinaus die arabische Sprache und ihr kulturelles Erbe als ihre gemeinsame Wurzel betrachten und an ihr festhalten."
Nachdem die Definition in unterschiedlichen Kulturkreisen und Zeiten stark voneinander abweicht, ist eine eindeutige Zuweisung nur im entsprechenden Kontext möglich.
Textquellen
Die ältesten Überlieferungen stammen von den Assyrern (Inschrift aus dem Jahre 853 v.Chr.), aus der Genesis (10. Kapitel) und von Aischylos (Prometheus).
In den assyrischen Texten tauchen die Begriffe "Arabi", "Arabu" oder "Urbi" häufig als Bezeichnung für einen Landstrich oder für ein Volk auf, das in der nördlichen Region der arabischen Halbinsel lag bzw. lebte. Nicht zu verwechseln mit dem Volk der Sabäer die im Königreich Saba auf dem Staatsgebiet des heutigen Jemens lebten. Herodot und viele andere griechische und lateinische Schriftsteller bezeichneten als Arabien die ganze Arabische Halbinsel und als Araber alle ihre Bewohner (einschließlich derer der ostägyptischen Wüste zwischen Nil und Rotem Meer).
Auf Relikten der im Süden der arabischen Halbinsel lebenden Stämme (Sabäer) wird der Begriff zum ersten mal von Personen, die auf der arabischen Halbinsel leben, gebraucht. Als Araber werden Beduinen und Räuber bezeichnet. Somit dient das Wort der Trennung der sesshaften Bevölkerung von der nomadisierenden Bevölkerung.
In arabischer Sprache, aber noch in nabatäisch-aramäischer Schrift verfasst, tauchte das Wort 'raber im frühen vierten Jahrhundert nach Christus in einem Text der Grabinschrift von Namara auf und erzählt die Geschichte eines "Königs aller Araber" (Imru al-Qais), der die Oberherrschaft über alle Nomaden in Nord- und Zentralarabien beanspruchte.
Linguistische Definition
Zur Herkunft des Wortes arab existieren mehrere Ansätze. Einige führen es zurück auf die semitische Wurzel "Westen", die von den Bewohnern Mesopotamiens auf die Völker westlich des Euphrattals angewandt wurde; auch "Abhar" für "reisen, weiterziehen" wird als möglich angenommen.
"A'raabi أعرابي" und "arabi عربي"; A'raabis sind die Nomaden, während arabis die Bewohner der Städte waren.
Arabisch-Islamische Expansion
Im Zuge der islamischen Expansion breiteten sich die Araber im 7. und 8. Jahrhundert von ihrem ursprünglichen Gebiet auf der arabischen Halbinsel nach Nordafrika, Spanien, Palästina, Syrien und Persien aus.
Bedeutungswandel des Wortes
Die Bedeutung des Begriffes Araber unterlag einem gewissen Wandel:
- In vorislamischer Zeit galt die Unterteilung der Araber zu Nomaden (A'raab) auch als Beduinen bekannt, Stadtbewohner (A'rab) und ausgestorbenen Stämmen. Darüber hinaus unterschied man die nordischen Adnan-Stämmen von den südlichen Qahtan-Stämmen. Die größte Konzentration der Araber war auf der arabischen Halbinsel zu finden, dennoch gab es arabische Stämme im Nil-Tal, im Römischen Reich und in Persien.
- In der Zeit des Propheten Mohammed hat sich an der Unterteilung nichts geändert. Die Sprache wurde aber einheitlicher, denn der Koran wurde in der städtischen Sprache von Mekka und Umgebung verfasst, was dazu führte, daß viele Dialekte verschwanden.
- Zur Zeit der Ausbreitung des Islamischen Weltreichs galten als Araber alle arabisch sprechenden Menschen, die zu einem arabischen Stamm oder zu dessen Nachfahren gehörten. Die Unterscheidung zwischen den Arabern und den Nichtarabern innerhalb des Staates war einfach, da die Vermischung der Völker sich noch am Anfang befand. Es war nie die Absicht eine strikte Trennlinie zwischen den Menschen zu ziehen.
- In der Blütezeit des Islamischen Weltreichs vermischten sich die Araber mit den anderen Völkern immer stärker. Der Islam und die arabische Sprache wurden die zentralen Gemeinsamkeiten der Bevölkerung des Islamischen Weltreichs. Die Ansiedelung der Turkvölker hat mit der Entwicklung des Begriffs Araber wenig zu tun.
- Am Ende des ersten Abbasidenstaates (13. Jahrhundert) setzt sich im Okzident zur Bezeichnung der Einwohner der islamischen Welt die Bezeichnung Sarazenen durch. Der erste Abbasidenuntergang war im Jahre 1258 in Bagdad durch die Mongolen. Der zweite Untergang war im Jahre 1517 in Kairo durch die Osmanen.
- Im Osmanischen Reich änderte sich hier auch nichts an der Grundunterteilung der Araber. Hier war der Herkunftsnachweis in vielen Fällen nicht mehr möglich. Deshalb bezeichnet man heutzutage jeden als Araber, der die Sprache spricht und sich zum Arabersein bekennt, es sei denn, man kann seine Herkunft nachweisen, dann gilt die Person als arabisch, auch ohne die Sprache zu können.
falsche Verwendung der Bezeichnung Araber
sehr beliebt ist die Bezeichnung 'Araber' auch für die iranischen Völker Irans, Afghanistans und Tadjikistans. Diese Bezeichnung ist jedoch gänzlich falsch, da sich die Perser sowohl durch Sprache, Sitten und Gebräuche (iranischer Kulturkreis), Religionen, Politik, Ethnie und Lebensraum streng unterscheiden. Durch die Nachbarschaft ist es da nicht verwunderlich, dass es in der gesamten Geschichte Irans immer wieder zu Kriegen zwischen diesen Völkern kam. Neuestes Beispiel: erster Golfkrieg. Um 641 unterlagen die Perser der islamischen Expansion, infolge dessen sie arabische Schrift und islamischen Glauben annahmen. Der Irak als Südgebiet des Irans ging an die Araber verloren. Die persische Sprache gehört zu den indoeuropäischen Sprachen. Im heutigen Iran macht der Anteil der Araber an der Bevölkerung ca. 3% aus.
Konfessionen
Die große Mehrzahl der Araber sind Muslime der verschiedenen islamischen Konfessionen.
Die christlichen Araber gehören überwiegend den altorientalischen Kirchen an, wie z.B. der Assyrischen Kirche des Ostens, der koptischen Kirche oder der Syrisch-orthodoxen Kirche, in Syrien und Palästina finden sich aber auch viele Östlich-Orthodoxe und im Libanon katholische Maroniten. In neuerer Zeit gibt es auch kleine Gruppen von Protestanten, meist durch US-amerikanische Mission.
schlauster araber:momo
Organisationen
- Arabische Liga
Literatur
- Bernard Lewis: Die Araber. - ISBN 3423308664 - Fundierte historische Einführung
Kategorie:Nahost
Kategorie:Arabien
als:Araber
ja:アラブ人
ko:아랍인
AssyrerDie Assyrer sind seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. am mittleren Tigris nachgewiesen.
Mehrfach schwangen sie sich zur Vorherrschaft über Nordmesopotamien und Nordsyrien auf (siehe Geschichte des assyrischen Reiches) und konnten auch Babylon erobern. Im 8. Jahrhundert v. Chr. stieg das Neu-Assyrische Reich zum Großreich auf und beherrschte Babylonien und Ägypten. Die Kultur Assyriens war wie die der Akkader sumerisch beeinflusst. In Neu-assyrischer Zeit lassen sich auch Einflüsse der Aramäer, Babylonier sowie der Iraner feststellen. Ihre Könige trugen unter anderem den Titel "König von Sumer und Akkad".
Sie zeichneten sich durch kriegerische Aktivität aus, vollbrachten aber auch hohe kulturelle Leistungen. Ihr Nationalgott war Assur, der im Lauf der Zeit mit dem babylonischen Gott Marduk verschmolz. Die bekannte assyrische Königin Semiramis wollte Babylon zur religiösen Hauptstadt des Reiches machen, hob die Stellung Marduks und trug eine große Rolle zur religiösen Verschmelzung Babylons und Assyriens.
Einer ihrer hartnäckigsten Feinde war das Reich von Urartu, das Assyrien beinahe zum Zusammenbruch brachte. Am Ende verlor das assyrische Reich gegen die immer stärker werdenden Meder und Babylonier. 612 v. Chr. wurde die Hauptstadt Ninive zerstört. Die Bevölkerung des assyrischen Reiches hat nicht nur in Nineve gelebt, sondern in allen Gebieten des Großreiches Assyrien vor der Zerstörung Nineve.
Assyrisch ist eine ostsemitische Sprache, neben dem Babylonischen einer der beiden Hauptdialekte des Akkadischen.
Literatur
- Eva Cancik-Kirschbaum: Die Assyrer. Geschichte, Gesellschaft, Kultur, C.H. Beck, München 2003 (C.H.Beck Wissen) ISBN 3-406-50828-6
Siehe auch
- Geschichte des assyrischen Reiches
- Assur
- Liste der assyrischen Könige
- Liste der assyrischen Könige von Babylonien
- Assyrische Frage in der Gegenwart
- Assyrische Kirche des Ostens
Weblinks
- [http://www.miglus.com/Themen/Assur/assur.html Ausgrabungen in Assur 2000 und 2001]
- [http://assur.de/Themen/themen.html Neue Ausgrabungen in Assur]
Kategorie:Assyrien
Kategorie:Asiatische Ethnie
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BulgarenBulgaren sind heute die slawischen Einwohner des Landes Bulgarien. Den Namen haben sie von den möglicherweise iranisch-stämmigen Protobulgaren erhalten. Diese hatten auf der Balkanhalbinsel ein Reich gegründet (Donaubulgarien, in Abgrenzung zu Wolgabulgarien), wo sie über eine südslawische Bevölkerung herrschten. Die dünne bulgarische Oberschicht verschmolz bald darauf mit der slawischen Bevölkerungsmasse und bildete das neue Volk der Bulgaren.
Aufgrund der frühen Kontakte mit dem Byzantinischen Reich sind die Bulgaren bis heute mehrheitlich orthodoxen Glaubens.
Die Bulgaren sprechen die bulgarische Sprache, die zu den südslawischen Sprachen gehört.
Bulgaren in Ungarn
Die Bulgaren siedelten im Becken der Karpaten in mehreren Wellen. Die ersten Bulgaren kamen nach Ungarn im 17. Jahrhundert in die Banat-Region, die heute aufgeteilt ist zwischen Rumänien und der Vojvodina in Serbien. Es waren katholische Bulgaren. Sie entwickelten eine neue Schriftform des Bulgarischen mit lateinischen Buchstaben. Heute gibt es immer noch einige tausend Sprecher der bulgarischen Sprache im rumänischen Teil Banats. Die größte Einwanderungswelle von Bulgaren nach Ungarn kam am Ende des 19. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Interessanterweise kamen 95 % von ihnen aus der Veliko-Tarnovo-Region im Norden Bulgariens. Die meisten von ihnen stammten aus zwei Dörfern in Bulgarien: Draganovo und Polikraishte. Insgesamt kamen 7000 Einwanderer. Heute leben 30.000 bis 35.000 Personen bulgarischer Abstammung in Ungarn. Der Großteil von ihnen ist vollkommen assimiliert und sieht sich selbst als Ungarn. Nur 7000 bis 8000 sehen sich selbst noch als Bulgaren, die meisten davon als Bulgaren und Ungarn zur selben Zeit.
Die meisten Bulgaren in Ungarn sprechen besser Ungarisch als Bulgarisch. Bei Treffen werden die bulgarische Flagge, die ungarische Flagge mit Wappen und die Flagge der Union der Bulgaren in Ungarn, einer kulturellen Organisation, gezeigt. Die Zahl 1914 nennt das Gründungsjahr der Union. Der stilisierte Baum symbolisiert den Hauptberuf der bulgarischen Einwanderer in der Vergangenheit: Gärtner.
Die Vorfahren der Bulgaren, die heute in Ungarn leben, kamen in das Land als Gärtner und Marktleute. Die bulgarische Minderheit nutzte ihre eigenen Ressourcen um eigene Schulen und Kapellen in mehreren Städten des Landes und eine Bulgarisch-orthodoxe Kirche in Budapest zu bauen. Das bulgarische Kulturzentrum in Budapest wurde mit öffentlichen Spenden gebaut.
Bulgaren in der ehemaligen Sowjetunion
In Folge der Türkenkriege wanderten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert Bulgaren in das russische Reich ein. Heute leben etwa 373.000 Bulgaren auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. In den Gebieten Odessa, Saporoschje und in geringer Zahl auch in denen von Kirowograd und Nikolajew in der Ukraine. Kleinere Gruppen leben in Kasachstan und im nördlichen Kaukasus. 68,1 Prozent sprechen Bulgarisch.
Siehe auch: Thraker
Kategorie:Bulgarien
Kategorie:Europäische Ethnie
Griechen
Griechen
Die Griechen (auf griechisch Έλληνες, Éllines, Hellenen) sind ein indoeuropäisches Volk. Heute leben sie vor allem in Griechenland, und auf Zypern.
Die Auslandsgemeinden
Griechen lebten von der Antike an schon weit außerhalb ihres ursprünglichen Siedlungsgebietes. Die Diasporagriechen siedelten zu Beginn des 20. Jahrhunderts in weit größerer Bevölkerungszahl außerhalb des heutigen griechischen Staatsgebietes als innerhalb.
Griechen im Ausland, Schätzungen der griechischen Botschaften 1988
Albanisches Nord-Epirus
Der zu Albanien gehörende nördliche Teil der Region Epirus (Ήπειρος, Ípiros) ist auch heute noch griechisch besiedelt. Die Region um die Stadt Argirókastro (Αργυρόκαστρο), auf albanisch Gjirokaster, wurde von mehr als 100.000 Griechen bewohnt. Über die heutige Zahl existieren recht unterschiedliche Angaben. Viele dürften nach Öffnung der Grenze aufgrund der katastrophalen Wirtschaftslage Albaniens nach Griechenland eingewandert sein. Zudem ist die Frage der Minderheitenrechte in Albanien ungeklärt. Dennoch dürfte die Zahl der Griechen in der Region bei ca. 50.000 (ca. 2% der Bevölkerung Albaniens) liegen. Auch in den albanischen Städten Vlora und der Hauptstadt Tirana leben einige tausend Griechen, deren Familien aber ursprünglich allesamt aus dem Nordepirus stammen.
Süditalien
Im Süden von Italien wird in zwei Regionen, Grecia Salentina ( | | |