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Anatomie
Definition
Die Anatomie (aus griechisch ανά, aná auf und τομή, tomé Schnitt) ist ein Teilgebiet der Morphologie. Sie ist in der Medizin bzw. Humanbiologie (Anthropotomie), Zoologie (Zootomie) und Botanik (Phytotomie) die Lehre vom Aufbau der Organismen. Es werden Gestalt, Lage und Struktur von Körperteilen, Organen, Gewebe oder Zellen betrachtet. Die pathologische Anatomie befasst sich mit krankhaft veränderten Körperteilen. Die mikroskopische Anatomie befasst sich mit den feineren biologischen Strukturen bis zur molekularen Ebene und knüpft an die Biochemie an.
Geschichtliches
Biochemie Die erste anatomische Zeugnisse findet man bereits in einigen Motiven der prähistorischen Höhlenmalerei. Äußerst erstaunlich ist, dass sich diese Menschen schon mit der Trepanation von Schädeln befasst haben, wobei wohl weder die Zeichnungen an den Höhlenwänden noch die geöffneten Schädel medizinische Ziele verfolgten.
Erst viele hundert Jahre später entwickelte sich in der griechischen Hafenstadt Alexandria ein Zentrum der Forschung und wissenschaftlichen Kultur. Dessen Infrastruktur zog Künstler und Wissenschaftler von weit her an, unter ihnen auch Claudius Galenus aus Pergamon. Er war ein herausragender Arzt und Anatom. Was ihn aber zum geschichtlichen Phänomen macht, ist die Tatsache, dass es ihm gelang, den medizinischen Fortschritt für Jahrhunderte zu blockieren. Wohl darf ihm als Verdienst angerechnet werden, das medizinische Wissen seiner Zeit systematisch zusammengestellt und in über 400 Schriften dargestellt zu haben, selbst war er jedoch kein schöpferischer Forscher. Er wusste alles und wusste sich zu verkaufen. Sein gesamtes Werk ist voller Selbstlob und Polemik gegen andere Ärzte, und bis auf Hippokrates ließ er niemanden "neben sich" gelten.
Unglaubliche dreizehnhundert Jahre machte die Anatomie wie überhaupt die gesamte Medizin keine nennenswerten Fortschritte, man gab sich mit dem Kopieren alter Schriften, hauptsächlich jener Galens, zufrieden.
Erst in der Renaissance wurden diese Denkstrukturen von Einzelnen durchbrochen. und an den Forschergeist der Antike anzuknüpfen. Andreas Vesalius war es, der zur Empörung seiner Kollegen die über Jahrhunderte kaum hinterfragte Glaubenssätze erstmals wieder erschüttern konnte. Seine Arbeit revolutionierte die Medizin seiner Zeit und macht ihn zum Begründer der modernen Anatomie.
Die Anatomie nahm einen hohen Stellenwert in den bildenden Künsten ein, Sektionen an Menschen und Tieren gehörten zur Grundausbildung der Studenten. Künstler wie Michelangelo, Raffael, Dürer und Leonardo brachten Jahre mit dem Studium des menschlichen Körpers zu, wobei letzterer in seiner wissenschaftlichen Genauigkeit selbst den erst später geborenen Vesalius übertraf. Die enge Zusammenarbeit von Künstlern und Anatomen ließ medizinische Schriften mit außergewöhnlich hoher Qualität entstehen.
Literatur (Auswahl)
- Ralf Vollmuth: "Das anatomische Zeitalter", Verlag Neuer Merkur München 2005, ISBN 3929360705
Siehe auch
- Anatomie des Menschen
- Nomenklatur (Anatomie)
- vergleichende Anatomie, Evolutionstheorie
- makroskopische Anatomie
- beschreibende Anatomie
- systematische Anatomie
- topographische Anatomie
- Embryologie, Histologie
- Liste bedeutender Mediziner und Ärzte,
- Physiognomie
Weblinks
- [http://www.anatomy.wisc.edu/teaching.html Online-Kurs Anatomie (Video) und Histologie] (engl.)
- [http://ect.downstate.edu/courseware/haonline/toc.htm Interaktiver Online-Kurs Anatomie] (engl.)
- http://www.uni-mainz.de/FB/Medizin/Anatomie/workshop/Welcome.html
- [http://americanhistory.si.edu/anatomy/index.html Artificial Anatomy - Informative Seite des Smithsonian National Museums of History]
- [http://www.bartelby.com/107/ Anatomy of the Human Body] (engl.)
Anatomie für medizinische Laien
- [http://www.g-netz.de/Der_Mensch/ Anatomie-Atlas mit vielen Grafiken]
- [http://www.gesundheit.de/anatomie-lexikon/ Anatomie-Lexikon auf gesundheit.de]
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ja:解剖学
ko:해부학
simple:Anatomy
th:กายวิภาคศาสตร์
Morphologie (Biologie)Die Morphologie (von griechisch μορφή, morphé = Gestalt, Form und λόγος, lógos = Wort, Lehre, Vernunft) ist die Lehre von der Struktur und Form der Organismen. Sie enthält die Klassifikation von Organismen anhand ihrer Gestalt und die Gestaltänderung im Laufe der Entwicklung. Somit bildet die Morphologie die Grundlage für die Systematik und die Evolutionslehre (siehe auch Phylogenetik).
Man unterscheidet zwischen vergleichender, funktioneller und experimenteller Morphologie:
- Bei der vergleichenden Morphologie versucht man, in der Formenvielfalt der Individuen bestimmte Grundmuster bzw. Merkmale eines Organismus zu erkennen und eine Klassifikation der Organismen anhand von charakteristischen Merkmalen abzuleiten.
- Ziel der funktionellen Morphologie ist es, eine Struktur im Hinblick auf eine bestimmte Funktion zu untersuchen. Die Untersuchung konzentriert sich dabei auf einzelne Elemente eines Organismus, die für eine bestimmte Funktion relevant sind. Eine Struktur wird daher als Spezialisierung an eine bestimmte Funktion (d. h. die Anpassung eines Organismus an seine Lebensweise) verstanden.
- In der experimentellen Morphologie wird die Entwicklung eines Organismus untersucht. Dabei werden die Umgebungsbedingungen im Experiment verändert, um die Anpassung eines Organismus zu beobachten.
Siehe auch
- Habitus
- Anatomie
- Histologie
- Evolutionstheorie
- Ökogeografische Regeln
Weblinks
- http://pharm1.pharmazie.uni-greifswald.de/allgemei/morph-v/mor-regi.htm - Skript "Morphologie, Histologie und Anatomie der Pflanzen" (Th. Schöpke)
- http://www.biologie.uni-ulm.de/lehre/botanik/morphologie/ - Morphologie der höheren Pflanzen
- http://www.boga.ruhr-uni-bochum.de/Morphologie.html - Beispiele zur Morphologie der Pflanzen, Bilddatenbank
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Kategorie:Botanisches Fachgebiet
nb:Morfologi (biologi)
MedizinDie Medizin (v. lat. ars medicina „Heilkunst“; auch Heilkunde) befasst sich mit der Gesundheit und mit der Vorbeugung (Prophylaxe), Erkennung (Diagnostik) und Behandlung (Therapie, Linderung, Heilung) von körperlichen (physischen) und seelischen (psychischen) Erkrankungen und Unfallschäden sowie mit Zeugung, Schwangerschaft, Geburt und Tod.
Medizin ist ein Teilbereich der menschlichen Kultur, der zur Erhaltung von Gesundheit und Leben und zur Wiedereingliederung in das soziale Leben beitragen will. Ihr Erscheinungsbild ist variabel, abhängig von der Gesamtkultur, in der sie steht. In primitiven Kulturen ist sie angesiedelt zwischen Empirie und Dämonenglauben, in der religiösen oder philosophisch bestimmten Umgebung entwickelt sie metaphysische Züge, und in einer industriell orientierten Kultur dominieren technisch-naturwissenschaftlich und ökonomisch bestimmte Denk- und Handlungsweisen.
In der Alltagssprache werden auch Medikamente bzw. Arzneimittel als "Medizin" bezeichnet.
Medizin wird von Ärzten und weiteren Berufen (Gesundheits- und Krankenpflegern, Altenpflegern, MTAs, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Heilpraktikern und anderen) ausgeübt. Psychotherapie darf auch von psychologischen Psychotherapeuten ausgeübt werden.
Spektrum der Medizin
psychologischen Psychotherapeuten
Zum Bereich der Medizin gehören neben der sog. "Humanmedizin" die Zahnmedizin, die Veterinärmedizin (Tierheilkunde/Tiermedizin), in einem weiteren Verständnis auch die Phytomedizin (Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen). In diesem umfassenden Sinn ist Medizin die Wissenschaft vom gesunden und kranken Lebewesen.
Grundlagen der modernen wissenschaftlichen und zunehmend evidenzbasierten Medizin bilden die Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik), speziell Anatomie, Biochemie, Physiologie, ergänzt durch Psychologie und Sozialwissenschaften (vgl. Medizinsoziologie).
Die Vielfalt der Krankheiten und ihrer Behandlungsmöglichkeiten hat zu einer Aufgliederung der Humanmedizin in eine große Anzahl von Fachgebieten und Subspezialisierungen geführt (siehe: Liste medizinischer Fachgebiete). Die Zahnmedizin nimmt eine Sonderstellung ein.
Neben der wissenschaftlichen Medizin haben sich unterschiedliche Formen der Alternativmedizin entwickelt, die in der Liste alternativmedizinischer Behandlungsmethoden gesammelt werden.
Konzepte der Medizin
Ziel der überwiegenden medizinischen Maßnahmen ist eine Beseitigung oder Linderungen krankheitsbedingter Beschwerden oder funktioneller Einbußen sowie eine Beseitigung oder Reduktion einer krankheitsbedingten Verkürzung der Lebenszeit.
Diese Ziele können in der Regel am effektivsten durch eine kurative (heilenden) Medizin, die Krankheiten zu heilen versucht, erreicht werden.
Unabhängig von Maßnahmen mit dem Ziel einer Heilung werden Beschwerden und funktionelle Einbußen durch medizinische Maßnahmen gelindert (palliative Medizin).
In den letzten Jahren wird verstärkt die Bedeutung der Prävention betont, um Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Außerdem soll der Behandlung nötigenfalls eine Rehabilitation folgen, bei der versucht wird, verlorengegangene Fähigkeiten für den Alltag, für berufliche und soziale Bedürfnisse wiederherzustellen.
In der kurativen Medizin ist die Gliederung in die Stellung einer Diagnose und anschließende Therapie ein fast allgemeingültiges Prinzip.
Dabei steht am Anfang die Befragung des Patienten, dann die Untersuchung erst ohne, dann mit technischen Hilfsmitteln (oft bildgebende Verfahren wie Röntgen).
Die Entstehung einer Krankheit kann mechanisch, vaskulär, nerval, neoplastisch oder entzündlich sein. Als Ursachen kommen Traumata, Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Gendefekte oder externe Noxen in Frage.
Man unterscheidet kausale von symptomatischen Therapieansätzen.
Geschichte
Hauptartikel: Medizingeschichte
Medizin oder Heilkunst im allgemeinen kann als eine der am längsten praktizierten Tätigkeiten und später Wissenschaften angesehen werden. Von den Jägern und Sammlern bis zum heutigen Tage wurde aus schamanischer Medizin, die tief in Religion und Mystizismus verankert war, die "moderne Medizin" und als Ziel die evidenzbasierte Medizin. Diese ist in der heutigen Medizin allerdings nur in Teilbereichen verwirklicht, in der Praxis weniger als in der Theorie. Sowohl im Kampf gegen Krebs als auch in der Bekämpfung von Infektionskrankheiten wie zum Beispiel den Pocken kann sie bereits Erfolge verzeichnen, die noch vor einem halben Jahrhundert undenkbar schienen.
Weblinks
- [http://www.zbmed.de Fachinformationszentrum: Deutsche Zentralbibliothek für Medizin, Köln]
- http://www.medizin-online.de Medizin-Portal für Ärzte
- [http://www.aezq.de Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)]
- [http://www.biomedcentral.com/home/ BioMedCentral (englisch) - Open Access Projekt]
- [http://www.ub.uni-duisburg-essen.de/recherch/fachinfo/medizin/medlinks.shtml Fachinformation Medizin der Universitätsbibliothek Essen]
- [http://www.medinfo.de/ Medinfo.de]
- [http://www.medsana.ch/ MEDSANA - Medizinische Fachinformationen für den Laien]
- [http://www.medpilot.de/ MedPilot - Virtuelle Fachbibliothek Medizin]
- PubMed Datenbank der National Library of Medicine (USA)
- [http://www.gesundheit.de/roche/ Roche Medizinisches Wörterbuch]
- [http://www.info-gesundheit.de Info-Gesundheit.de - Suchmaschine für Gesundheit und Medizin]
- [http://flexicon.doccheck.com/ offenes medizinisches Lexikon] auf Wiki-Prinzip
- [http://www.pflegewiki.de/index.php/ Medizin bei Pflegewiki-Artikel Medizin]
- [http://www.sgipt.org/medppp/krank/iwk1.htm Zum Begriff 'krank' in der Medizin mit Blick auf Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie]
Zeitschriften
- [http://www.aerzteblatt.de Deutsches Ärzteblatt komplett online seit 1996]
- [http://bmj.bmjjournals.com/ The British Medical Journal]
- [http://jama.ama-assn.org/ JAMA - The Journal of the American Medical Association]
- http://www.thelancet.com/ The Lancet
- http://content.nejm.org The New England Journal of Medicine
- [http://www.aerztezeitung.de Ärztezeitung online]
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als:Medizin
fiu-vro:Arstitiidüs
ja:医学
ko:의학
simple:Medicine
th:แพทยศาสตร์
zh-min-nan:I-ha̍k
HumanbiologieDie Humanbiologie ist eine naturwissenschaftliche Disziplin, die aber auch zu den Humanwissenschaften gehört, welche sich im engeren Sinn mit
- der Biologie des Menschen
- den biologischen Grundlagen der Humanmedizin
und im weiteren Sinn mit
- den für den Menschen relevanten Teilbereichen der Biologie
befasst. Sie steht als spezielle interdisziplinäre Wissenschaft zwischen Medizin, Biologie und Pharmazie und ist gegenwärtig vor allem ein Lehr- und Studienfach zur wissenschaftlichen Ausbildung an Hochschulen. Das bedeutet, daß die Inhalte der Humanbiologie und ihre Abgrenzung zu anderen Fächern vor allem durch die Curricula von entsprechenden eigenständigen Studiengängen definiert sind, im Gegensatz zu den hinsichtlich ihrer Inhalte historisch gewachsenen klassischen Naturwissenschaften wie Physik, Chemie oder Biologie.
Überblick über wichtige Fachgebiete innerhalb der Humanbiologie
Humanbiologie als Biologie des Menschen
Die Humanbiologie als Biologie des Menschen versucht, entsprechend der Bedeutung des Begriffs "Biologie", den Menschen als Lebewesen auf naturwissenschaftlicher Ebene zu verstehen und zu erforschen. Sie bedient sich dazu verschiedener wissenschaftlicher Methoden, wie z.B. Experimenten und Beobachtungen, um die Grundlagen des menschlichen Lebens detailliert zu beschreiben und die zugrundeliegenden Prozesse durch Modelle formulieren zu können. Sie liefert damit als Grundlagenwissenschaft die Wissensbasis für die Medizin (siehe weiter unten). Dabei ist der Informationsfluss zwischen den Disziplinen durchaus nicht einseitig, da die Kenntnis der Mediziner über pathologische Erscheinungen den Humanbiologen bei der Entwicklung ihrer Physiologie des Menschen hilft. Aufgrund historisch gewachsener Betrachtungsebenen haben sich eine Reihe von Teildisziplinen herausgebildet. Die wichtigsten davon sind:
Medizin]]
Die Anatomie (inklusive Zytologie, Histologie und Morphologie) ist die Lehre von Form und Bau des menschlichen Körpers, seiner Organsysteme, Organe und Gewebe. Sie ist vor allem eine beschreibende Disziplin und eine der ältesten wissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit der Biologie des Menschen beschäftigen.
Die Physiologie erforscht und beschreibt die Funktion des menschlichen Körpers und seiner Organe, insbesondere aus physikalischer und chemischer Sicht. Eines der wichtigsten Anliegen der Physiologie ist es, den Informationsaustausch zwischen verschiedenen Organen und ihre gegenseitige Steuerung zu verstehen.
Die Humangenetik beschäftigt sich mit den genetischen Grundlagen des menschlichen Lebens. Sie untersucht die Vererbung von phänotypischen Merkmalen und den Einfluss der Gene auf das Aussehen, die Eigenschaften und die Fähigkeiten eines Menschen.
Menschen]
Die Immunologie ist die Lehre von der körperlichen Abwehr von Krankheitserregern (Bakterien, Viren, Pilzen) und anderen körperfremden Substanzen (z.B. Toxinen, Umweltgiften) sowie Störungen und Fehlfunktionen dieser Abwehrmechanismen. Zu diesen Fehlfunktionen gehören z.B. überschießende Immunreaktionen (siehe auch: Allergien), Immunreaktionen gegen körpereigene Bestandteile (siehe auch: Autoimmunerkrankungen) und das Fehlen bzw. Versagen einer angemessenen Immunantwort (siehe z.B.: SCID, AIDS, Sepsis).
Die eng miteinander verknüpften Disziplinen Biochemie und Molekularbiologie untersuchen die chemischen und molekularen Grundlagen der Lebensprozesse des menschlichen Körpers. Wichtige Ziele sind z.B. die Untersuchung der chemischen Reaktionen innerhalb der Zellen und der Beziehungen zwischen diesen Reaktionen sowie die Aufklärung von Struktur und Funktion von Biomolekülen wie z.B. Proteinen, Kohlenhydraten, Lipiden und Nukleinsäuren.
Humanbiologie als biologische Grundlage der Medizin
Die oben genannten Disziplinen der Humanbiologie liefern ein umfassendes Verständnis des menschlichen Lebens aus naturwissenschaftlicher Sicht und damit die Basis für eine wissenschaftliche fundierte Diagnose, Therapie und Prophylaxe von Erkrankungen des Menschen. Ziel dabei ist es, die Ursachen von Krankheiten wissenschaftlich zu erforschen und zu verstehen, um Krankheiten kausal (ursächlich) behandeln bzw. ihnen effektiv vorbeugen zu können. Dieser Bereich der Humanbiologie wird oft auch als Biomedizin bezeichnet. Wichtige Teildisziplinen, zusätzlich zu den bereits oben genannten, sind:
vorbeugen in einem Differentialblutbild]]
Die Pathologie beschreibt krankheitsbedingte und krankheitsauslösende anatomisch-morphologische Veränderungen des menschlichen Körpers und seiner Organe, insbesondere auf zellulärer Ebene. Sie ist vor allem für die Diagnostik von Erkrankungen von Bedeutung. Ihre Grundlage ist die Anatomie (siehe oben). Eines der wichtigsten Hilfsmittel der Pathologie ist die Mikroskopie.
Pathophysiologie
Die Pathophysiologie erforscht krankheitsbedingte und krankheitsauslösende Störungen der Funktion des menschlichen Körpers und liefert dabei sowohl Erkenntnisse über die Ursachen von Erkrankungen als auch für die Diagnostik. Ihre Grundlage sind die Erkenntnisse der Physiologie (siehe oben).
Die Pharmakologie und die Toxikologie untersuchen die Wirkung von Arzneimitteln bzw. Giften auf den Menschen. Sie erforschen dabei, wie sich ein Arzneimittel bzw. Gift von seiner Aufnahme bis zu seiner Ausscheidung im Körper verhält (siehe auch: ADME), wie der Körper auf den Stoff einwirkt (siehe auch: Pharmakokinetik) und wo im Körper der Stoff welche Effekte bewirkt (siehe auch: Pharmakodynamik). Die Pharmakologie ist somit von großer Bedeutung für die Therapie von Erkrankungen.
Medizinische Genetik
Die Medizinische Genetik beschäftigt sich mit dem Einfluss der Gene und ihrer Vererbung auf die Gesundheit des Menschen. Sie versucht, krankheitsauslösende Gendefekte und Fehler in der Vererbung zu finden. Die Medizinische Genetik trägt somit ebenfalls zum Verständnis der Ursache von Krankheiten bei, liefert jedoch vor allem Erkenntnisse für die Diagnostik (Klinische Genetik).
Die Pathobiochemie untersucht, basierend auf den Erkenntnissen der Biochemie und der Molekularbiologie, krankheitsbedingte und krankheitsauslösende Veränderungen auf chemisch-molekularer Ebene. Sie trägt somit entscheidend zum Verständnis der Ursache von Krankheiten bei, liefert jedoch ebenso wichtige Erkenntnisse für die Diagnostik.
Die Epidemiologie beschäftigt sich mit der Häufigkeit sowie der räumlich-geographischen und zeitlichen Verteilung von Erkrankungen in Beziehung zu bestimmten Umwelteinflüssen oder Faktoren wie z.B. Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht oder Erbanlagen. Sie arbeitet dabei z.B. mit der Humangenetik (siehe weiter oben), der Mikrobiologie und der Humanökologie (siehe jeweils weiter unten) sowie hinsichtlich ihrer Methoden mit der Mathematik, der Statistik und der Biometrie zusammen. Ziel ist vor allem die Aufklärung der Ursachen von Erkrankungen und ihre Prophylaxe durch prädiktive Diagnostik (Vorhersage) bzw. Risikoabschätzung.
Weitere medizinische Fachrichtungen
mit Bezug zur Humanbiologie sind z.B.
- die Neurowissenschaften
- die Rechtsmedizin
- die Klinische Chemie und die Laboratoriumsmedizin
Humanbiologie als für den Menschen relevante Teilbereiche der Biologie
Über die Humanbiologie im strengeren Wortsinn als Wissenschaft vom menschlichen Leben werden zu diesem Begriff im weiteren Sinn auch diejenigen Teilbereiche der Biologie hinzugerechnet, welche von wesentlicher Bedeutung für das menschliche Leben sind. Dies betrifft unter anderem die folgenden Disziplinen:
Leben]]
Die Mikrobiologie als die Wissenschaft vom Leben der Mikroorganismen umfasst die Teilbereiche Bakteriologie, Virologie und Mykologie. Sie ist für die Humanbiologie insbesondere von Bedeutung im Hinblick auf Bakterien, Viren und Pilze als Krankheitserreger (Medizinische Mikrobiologie). Darüber hinaus spielt die sogenannte Angewandte Mikrobiologie eine große Rolle für die Biotechnologie, z.B. zur technischen Herstellung von Proteinen (Eiweißen) für medizinische Produkte (z.B. Medikamente wie Insulin) und industrielle Zwecke (z.B. Enzyme für Waschmittel) durch gentechnisch veränderte Mikroorganismen.
Die Biotechnologie als die Umsetzung von Erkenntnissen aus der Biologie in technische Produkte und Prozesse ist für das Leben der Menschen sowohl direkt als auch indirekt in vielfältiger Hinsicht von großer Bedeutung, von der Entwicklung und Produktion von Medikamenten und Diagnostika über die Herstellung von Lebensmitteln bis hin zu umweltrelevanten Anwendungen.
Die Humanökologie ist die Lehre von den Beziehungen zwischen dem Menschen (sowohl als einzelnes Individuum als auch als Population und als biologische Art) und seiner belebten und unbelebten natürlichen Umwelt. Für die Humanökologie wichtige Fachgebiete sind z.B. die Ökotoxikologie und die Hygiene.
Weitere Fachgebiete der Biologie
mit Relevanz für die Humanbiologie sind unter anderem
- die Biophysik
- die Bioinformatik
- die Entwicklungsbiologie
Beziehungen zu anderen Natur- und sonstigen Wissenschaften
Neben den bisher genannten Fachgebieten innerhalb der Humanbiologie bestehen hinsichtlich der Inhalte Beziehungen zu anderen Naturwissenschaften, zur Mathematik und zu anderen Fächern:
Naturwissenschaften
Naturwissenschaften Insulin]]
Innerhalb der Chemie bestehen Beziehungen zur Humanbiologie vor allem mit der Organischen Chemie, z.B. bei der Erforschung der Synthesewege von Biomolekülen und der chemischen Synthese von Arzneistoffen, und mit der Analytischen Chemie, vor allem bei der Entwicklung von bioanalytischen Methoden und der Strukturaufklärung von Biomolekülen.
Analytischen Chemie
Neben der Biophysik, welche als Teildisziplin der Biologie zugerechnet wird, ergeben sich Überschneidungen zwischen der Humanbiologie und der Physik beispielsweise in der Medizinischen Physik. Diese beschäftigt sich insbesondere mit der diagnostischen und therapeutischen Radiologie, verschiedenen bildgebenden Verfahren (z. B. der Sonographie), Diagnosemethoden in der Augenoptik oder der therapeutischen Anwendung von UV- oder Laser-Strahlung (z. B. in der Zahnmedizin).
Weitere Naturwissenschaften
mit inhaltlichen Überschneidungen mit der Humanbiologie sind z.B.
- die Lebensmittelchemie
- die Ernährungswissenschaft
Andere Wissenschaften
Die Mathematik spielt innerhalb der Biologie, und damit auch der Humanbiologie, eine große Rolle bei der Formulierung von mathematischen Modellen biologischer Prozesse. Dieser Teilbereich der Biologie bzw. Humanbiologie wird auch als Theoretische Biologie oder Biomathematik bezeichnet. Des Weiteren ist die Mathematik eine wichtige Stütze der Biometrie und der Biostatistik.
Weitere Fächer
mit Relevanz für die Humanbiologie sind z. B.
- die Anthropologie
- die Psychologie
Studium der Humanbiologie/ Biomedizin
An dieser Stelle kann nur ein allgemeiner Überblick gegeben werden, vor allem zur chronologischen Entwicklung der Humanbiologie bzw. Biomedizin als eigenständiges Studienfach und zu den derzeit verfügbaren Studienangeboten. Weitere Informationen, wie z. B. zur Zulassung, zum Studienbeginn, zu Bewerbungsfristen oder zum jeweiligen Curriculum, sind auf den Webseiten der Hochschulen zu finden (siehe Weblinks).
Historische Entwicklung
Weblinks
Bei der Etablierung der Humanbiologie/ Biomedizin als Studienfach nahm die Philipps-Universität Marburg eine Vorreiterrolle ein, als sie 1979 als erste Hochschule in Deutschland einen entsprechenden grundständigen Studiengang einrichtete. Sie setzte dabei eine Empfehlung des Wissenschaftsrates aus dem Jahr 1966 um. Dieser hatte zur Beseitigung des Mangels an wissenschaftlichem Personal in den Grundlagenfächern der Medizin wie z.B. Anatomie, Biochemie und Physiologie die Einrichtung entsprechender Studienangebote im Bereich der theoretischen Medizin gefordert. An der Philipps-Universität Marburg wurde dies zunächst in Form eines dreijährigen Ergänzungsstudiengangs für Absolventen der Naturwissenschaften und anderer Studiengänge wie der Mathematik und der Informatik realisiert. Dem folgte von 1974 bis 1979 ein Studiengang, welcher auf einem Vordiplom in einem naturwissenschaftlichen Fach aufbaute und zu einem Abschluss mit dem Titel Dr. rer. physiol. führte. Diese Variante musste jedoch aus fachlichen und juristischen Gründen aufgegeben werden. Beginnend mit Wintersemester 1979/1980 wurden dann Studenten für den Diplomstudiengang Humanbiologie immatrikuliert. Zum Wintersemester 2000/2001 wurde dieser Studiengang durch eine neue Studienordnung grundlegend reformiert, insbesondere hinsichtlich der Durchführung des Hauptstudiums.
2001
Der zweite Studiengang Humanbiologie entstand 1995 an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Als Vorläufer hatte es hier seit 1988/1989 den Studiengang Biopharmakologie gegeben, welcher mit der Neueinrichtung des Faches Humanbiologie eingestellt wurde. Entsprechende Übergangsregelungen für die betroffenen Studenten wie die problemlose freiwillige Umimmatrikulierung in den neuen Studiengang mit uneingeschränkter Anerkennung bereits erbrachter Studienleistungen, ebenso wie die Möglichkeit, das Studium auf Wunsch auch nach alter Prüfungs- und Studienordnung zu beenden, sorgten für einen reibungslosen Übergang. Die Inhalte des Faches Biopharmakologie sind heute eine von mehreren möglichen Spezialisierungen im Studiengang Humanbiologie. Der Studiengang Bioharmakologie war wiederum hervorgegangen aus der Spezialisierungsrichtung "Experimentelle Pharmakologie und Toxikologie" innerhalb des Pharmazie-Studiums, welche seit dem Ende der 70er Jahre an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald bestanden hatte. Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald verfügte somit bei der Einrichtung des Studiengangs Humanbiologie über ähnlich lange Erfahrungen und Traditionen in der Ausbildung im Bereich der theoretischen Medizin wie die Philipps-Universität Marburg.
An der Universität des Saarlandes entschied man sich Anfang der 90er Jahre für die Aufgabe des klassischen Diplomstudiengangs Biologie in seiner gesamten Breite zugunsten einer vollständigen Konzentrierung und Ausrichtung auf die Humanbiologie und Molekularbiologie. Dies geschah 1999 durch Verabschiedung einer neuen Studien- und Prüfungsordnung. Eine entsprechende Umbenennung des Studiengangs erfolgte allerdings nicht, so daß die Absolventen an der Universität des Saarlandes ihr Studium weiterhin als Diplom-Biologen bzw. Diplom-Biologinnen abschließen.
Seit dem Jahr 2000 ist eine starke Zunahme entsprechender Studiengänge an weiteren Hochschulen zu verzeichnen, vor allem unter den Bezeichnungen "Molekulare Medizin" bzw. "(Molekulare) Biomedizin". Insbesondere gibt es seit diesem Jahr auch erstmals ein entsprechendes Studienangebot an einer Fachhochschule. Diese neuen Studiengänge basieren zunehmend auf den Abschlüssen Bachelor / Master anstelle des bisherigen Diplomgrades. Es besteht im allgemeinen eine gute Durchlässigkeit zwischen diesen Studienangeboten sowie mit den bereits vorher bestehenden Studiengängen bei der gegenseitigen Anerkennung von Studienleistungen bei einem Hochschulwechsel. Diese Durchlässigkeit dürfte mit der zunehmenden Verbreitung der Abschlüsse Bachelor / Master und der Einführung des ECTS-Systems weiter zunehmen. Auch für die noch bestehenden Diplomstudiengänge ist in naher Zukunft eine Umstellung auf die neuen Abschlüsse zu erwarten.
Zusammenstellung von Studiengängen im Bereich Humanbiologie/ Biomedizin
Literatur
- Gerhard Thews, Ernst Mutschler, Peter Vaupel: Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie des Menschen. 5. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 1999, ISBN 3-80-471616-4
- Hans Frick, Helmut Leonhardt, Dietrich Starck: Allgemeine Anatomie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-13-356804-3
- Frank H. Netter: Atlas der Anatomie des Menschen. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-13-109023-5
- Rainer Klinke, Stefan Silbernagl (Hrsg.): Lehrbuch der Physiologie. Georg Thieme Verlag Stuttgart 2003, ISBN 3-13-796004-5
- Robert F. Schmidt, Florian Lang, Gerhard Thews: Physiologie des Menschen mit Pathophysiologie. 29. Auflage. Springer, Berlin 2004, ISBN 3-54-021882-3
- Gholamali Tariverdian, Werner Buselmaier: Humangenetik. 3. Auflage. Springer, Berlin 2004, ISBN 3-54-000873-X
- Charles A. Janeway, Paul Travers, Mark Walport: Immunologie. 5. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2002, ISBN 3-82-741079-7
- Albert L. Lehninger, David L. Nelson, Michael M. Cox: Lehninger Biochemie. 3. Auflage. Springer, Berlin 2001, ISBN 3-54-041813-X
- Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, Lubert Stryer: Biochemie. 5. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2003, ISBN 3-82-741303-6
- Benjamin Lewin: Molekularbiologie der Gene. 7. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2002, ISBN 3-82-741349-4
- Bruce Alberts, Alexander Johnson, Julian Lewis: Molekularbiologie der Zelle. 4. Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2003, ISBN 3-52-730492-4
- Ursus-Nikolaus Riede, Martin Werner, Hans-Eckart Schaefer: Allgemeine und spezielle Pathologie. 5. Auflage. Thieme, Stuttgart 2003, ISBN 3-13-683305-8
- Ernst Mutschler, Gerd Geisslinger, Heyo K. Kroemer, Monika Schäfer-Korting: Arzneimittelwirkungen. Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie. 8. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 2001, ISBN 3-80-471763-2
- Georg Löffler, Petro E. Petrides: Biochemie und Pathobiochemie. 7. Auflage. Springer, Berlin 2002, ISBN 3-54-042295-1
- Leon Gordis: Epidemiologie. Verlag im Kilian, Marburg 2001, ISBN 3-93-209163-9
- Michael T. Madigan, John M. Martinko, Jack Parker, Thomas D. Brock: Mikrobiologie. 8. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2000, ISBN 3-82-740566-1
- Wolfgang Nentwig: Humanökologie. 2. Auflage. Springer, Berlin 2004, ISBN 3-54-021160-8
- Michael Wink: Molekulare Biotechnologie. Wiley-VCH, Weinheim 2004, ISBN 3-52-730992-6
- Theodor Dingermann, Ilse Zündorf: Gentechnik, Biotechnik. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 1999, ISBN 3-80-471597-4
Weblinks
- [http://www.med.uni-marburg.de/stpg/fb20/dekanat/stud/humanbio/studplatzbew_hb.htm Studiengang Humanbiologie] an der [http://www.uni-marburg.de Philipps-Universität Marburg]
- [http://www.uni-greifswald.de/~alg-stud/stud/fach/hbio_d.html Studiengang Humanbiologie] an der [http://www.uni-greifswald.de Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald]
- [http://www.uni-saarland.de/de/studium/studienangebot/biologie Studiengang Biologie mit Schwerpunkt Humanbiologie und Molekularbiologie] an der [http://www.uni-saarland.de Universität des Saarlandes]
- [http://www.biochem.uni-erlangen.de/MolMed/ Studiengang Molekulare Medizin] an der [http://www.uni-erlangen.de Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg]
- [http://fb05.fh-bonn-rhein-sieg.de/studiengaenge.html Studiengänge Applied Biology und Biology with Biomedical Sciences] an der [http://www.fh-bonn-rhein-sieg.de/ Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg]
- [http://www.rudolf-virchow-zentrum.de/ausbildung/studien.html Studiengang Biomedizin] an der [http://www.uni-wuerzburg.de Julius-Maximilians-Universität Würzburg]
- [http://www.molekularmedizin.uni-freiburg.de/ Studiengang Molekulare Medizin] an der [http://www.uni-freiburg.de Albert-Ludwigs-Universität Freiburg]
- [http://lehre.vu-wien.ac.at/infos.asp?bid=10&eb=2 Studiengang Biomedizin und Biotechnologie] an der [http://www.vu-wien.ac.at Veterinärmedizinischen Universität Wien]
- [http://www.uni-mainz.de/FB/Biologie/biologie.html Studiengänge Molekulare Biologie und Biomedizin] an der [http://www.uni-mainz.de Johannes-Gutenberg-Universität Mainz]
- [http://www.molbiomed.uni-bonn.de/ Studiengang Molekulare Biomedizin] an der [http://www.uni-bonn.de Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn]
- [http://www.molmed.humanmedizin-goettingen.de/ Studiengang Molekulare Medizin] an der [http://www.uni-goettingen.de Georg-August-Universität Göttingen]
- [http://www.uni-ulm.de/mm/ Studiengang Molekulare Medizin] an der [http://www.uni-ulm.de Universität Ulm]
- [http://www.uni-duisburg-essen.de/home/fb/zmb/studium/de_index.shtml Studiengang Medizinische Biologie] an der [http://www.uni-essen.de Universität Essen-Duisburg]
- [http://www.chemie.uni-luebeck.de/mls/ Studiengang Molecular Life Science] an der [http://www.uni-luebeck.de/ Universität zu Lübeck]
- [http://www.univie.ac.at/studentpoint/artikel/art_preview.php?Art_ID=503 Studiengang Molekulare Biologie] an der [http://www.univie.ac.at Universität Wien]
- [http://www.biologie.unizh.ch/NeuerStudiengang/MasterStudiengaenge/Humanbiologie.html Studiengang Humanbiologie] an der [http://www.unizh.ch/ Universität Zürich]
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Siehe auch: Portal:Biologie, Portal:Medizin
Kategorie:Biologie
Anatomie des Menschen
Die Anatomie des Menschen (auch Anthropotomie) ist das Teilgebiet der Anatomie, das sich mit der Form und dem Aufbau des menschlichen Körpers beschäftigt. Dies geschieht einerseits mit der Fokussierung auf den menschlichen Körper im Gegensatz zur anatomischen Untersuchung und Beschreibung von Tieren und Pflanzen oder andererseits im Rahmen der vergleichenden Anatomie.
Einleitung
Der menschliche Körper, der als eine Einheit funktioniert, besteht aus vielen einzelnen Systemen, die wiederum aus Untersystemen bestehen. Diese Baugruppen und Systeme werden in der Anatomie des Menschen beschrieben.
Die übergeordneten Baugruppen des Körpers sind der Stütz- und Bewegungsapparat, der die äußere Form und die mechanische Reaktion des Körpers auf die Umwelt sicher stellt, die Inneren Organe, die alle Bausteine des Körpers mit Energie und allen benötigten Stoffen versorgen und zugleich die entstehenden Abfallstoffe aussortieren und entfernen, und das Nervensystem mit den Sinnesorganen als ein wichtiges Steuerungssystem für die Funktionen des Körpers.
Der Körper ist weitgehend symmetrisch aufgebaut, linke und rechte Körperhälfte unterscheiden sich minimal. Die grobe Gliederung des Körpers ist hierarchisch fünfgliedrig (4+1): 4 Gliedmaßen + 1 Kopf (das wichtigste Glied) am Korpus, die Gliedmaßen haben wiederum 4+1 Glieder (Finger/Zehen). So zu sehen beim "Strichmännchen", seit Urzeiten in Höhlenzeichnungen, und zukünftig für Außerirdische als Botschaft von den Erdenbewohnern.
Damit die Teile der Baugruppen, seien es Muskeln, Rückenmark, die Leber u.s.w., ihre Aufgaben erledigen können bilden die kleinsten Bausteine des Körpers, die Zellen, spezialisiertes Gewebe, das in Menge, Form und Funktion an seine individuelle Aufgabe angepasst ist. Diese Gewebe und ihre Funktion werden in einem Teilgebiet der Anatomie, der Histologie, beschrieben. Der innere Aufbau der Zellen wird wiederum von der Zytologie dargestellt. Man schätzt die Anzahl der Zellen eines erwachsenen Menschen auf etwa 1013 bis 1014.
Einen Einblick in die Entstehung der verschiedenen spezialisierten Gewebe, die sich alle aus einer einzigen Zelle (dem befruchteten Ei) entwickeln, bietet die Embryologie.
Die Beschreibung der Funktionsweise der einzelnen Bausteine ist ein eigenes Fachgebiet, die Physiologie. Sie fügt die Einzelteile, die die Anatomie erkannt hat, zu einem Bild des lebenden Körpers zusammen.
Der Stützapparat
Die grundlegenden Bausteine des Stütz- und Bewegungsapparats sind einerseits das Skelett, also das aus Knochen und Knorpeln bestehende feste Gerüst des Körpers, sowie die Skelettmuskeln, die dieses Gerüst gezielt bewegen. Selbständig arbeitende Muskeln wie das Herz oder die Eingeweidemuskulatur gehören dagegen zu den inneren Organen.
Innere Organe
Um die Versorgung der Zellen des Menschen sicher zu stellen, sei es mit Sauerstoff und Energie, sei es mit den Stoffen, die sie benötigen, um ihre speziellen Aufgaben zu erledigen, dienen die inneren Organe. Sie sind in den drei Körperhöhlen geschützt untergebracht: das Gehirn im Schädel, die wichtigsten Atmungs- und Kreislauforgane im Brustkorb und die Verdauungsorgane in der Bauchhöhle. Zu den inneren Organen gehören auch die Drüsen des endokrinen Systems. Auch das Blut und die Lymphe gehören, zusammen mit ihren Gefäßen, zu den inneren Organen, genau wie die Geschlechtsorgane.
Die Haut
Die Haut ist die mechanische Barriere zur Außenwelt und enthält Sinneszellen.
Das Nervensystem
Reize aus der Umwelt und aus dem Inneren des Körpers wahrzunehmen und zu verarbeiten ist die Aufgabe des Nervensystems. Es besteht aus Nervenzellen, die mit einander verschaltet sind und in Rückenmark und Gehirn Verarbeitungszentren besitzen. Hier werden die eingehenden Reize verarbeitet und aus ihnen Reaktionen geformt. Für Fälle, in denen die Reaktion so schnell erfolgen muss, dass eine Verarbeitung in den Schaltzentralen zu lange dauern würde, kann das Nervensystem auf spezielle Schaltungen, die Reflexe, zurückgreifen.
Gangarten
Der menschliche Körper befähigt zu zwei Gangarten, dem Gehen und dem schnelleren Laufen. Außerdem ist das Krabbeln, das Rollen, und das Robben überliefert.
Zusammensetzung des menschlichen Körpers aus den Elementen
Würde man einen durchschnittlichen menschlichen Körper im Hinblick auf das Vorkommen von chemischen Elementen analysieren, so ergäbe sich folgendes Bild:
(Die Angaben beziehen sich auf einen menschlichen Körper von 70,0 kg Körpergewicht)
Literatur
- Adolf Faller: Der Körper des Menschen. Einführung in Bau und Funktion. Stuttgart (1999) ISBN 3-13-329713-9r Mensch, Droemer Verlag, ISBN 3-426-27374-8
Siehe auch
- Körperfunktionen
- Nomenklatur (Anatomie)
- Plastination
- Körpergröße
Weblinks
!Anatomie des Menschen
Kategorie:Anthropologie
ja:人体解剖学
zh-min-nan:Sin-khu
ZoologieDie Zoologie (von griech. zoon "Lebewesen"), auch Tierkunde, ist der Zweig der Biologie, der sich mit der Gestalt und dem Körperbau (Morphologie, Anatomie), Lebenstätigkeiten (Physiologie), Entwicklungs- und Stammesgeschichte (einschließlich Paläontologie), Erbgeschehen (Genetik), Umweltbeziehungen (Ökologie), Verbreitung (Tiergeographie) und Verhalten (Verhaltensbiologie) von Tieren befasst. Eine Tiersystematik ist unter Systematik des Tierreiches zu finden.
Arbeitsgebiete der Zoologie
- Allgemeine Zoologie (Bau, Leben, Fortpflanzung, Entwicklung)
- Spezielle Zoologie (Bearbeitung der zoologischen Vielfalt, Namensherleitung von species)
- Systematik / Taxonomie (Stammesgeschichte/Ordnen/Kategorisieren)
- Morphologie (äußerer Bau eines Tieres)
- Anatomie (innerer Bau eines Tieres)
- Zytologie und Histologie
- Physiologie (Lebensvorgänge, Funktion der Organe )
- Verhaltensbiologie
- Embryologie (Individualentwicklung)
- Tiergeographie
- Ökologie
- angewandte Zoologie
Zoologischer Humor
- Rhinogradentia
- Petrophaga lorioti
- Wolpertinger
Literatur
- Storch, Volker; Welsch, Ulrich: Kurzes Lehrbuch der Zoologie. 8. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag 2004. ISBN 3-8274-1399-0
- Hentschel, Erwin; Wagner, Günther W.: Wörterbuch der Zoologie. 7. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag 2004. ISBN 3-8274-1479-2
- Storch, Volker; Welsch, Ulrich: Systematische Zoologie 6. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag 2003. ISBN 3-8274-1112-2
- Westheide, Wilfried; Rieger, Reinhard (Hrsg.): Spezielle Zoologie, 2 Bände. Spektrum Akademischer Verlag 2003. ISBN 3-8274-0998-5
Siehe auch: wichtige zoologische Begriffe; Zoologe, Botanik, Biologie, Medizin, Portal:Lebewesen
Weblinks
- http://www.zoologie.sbg.ac.at/allgemein/uebersicht.htm
- http://www.vobs.at/bio/lin-z.htm
- http://www.marzoo.uni-bremen.de/links.html Marine Zoologie Linksammlung
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ja:動物学
ko:동물학
ms:Zoologi
simple:Zoology
th:สัตววิทยา
BotanikDie Botanik, (griech. botaníké [epistémé]: Pflanzenkunde, von griech. botáné 'Weide[2], Futterpflanze'), ist das Teilgebiet der Biologie, das sich mit der Erforschung der Pflanzenwelt befasst. Der Begriff taucht zum ersten Mal bei Dioskurides auf.
Oft werden auch die Pilzkunde, die Erforschung der Flechten (Lichenologie) sowie die Mikrobiologie, die sich insbesondere mit Prokaryonten und Archaeen befasst, als Teilgebiete der Botanik verstanden, obwohl Gegenstand dieser Wissenschaften keine Pflanzen sind.
Die Botanik befasst sich mit dem Lebenszyklus der Pflanzen, ihrem Stoffwechsel und Wachstum, ihrem Aufbau, ihren Inhaltsstoffen (siehe Heilkunde), ihrer Ökologie und mit ihrem wirtschaftlichen Nutzen (siehe Landwirtschaft).
Fachgebiete
Aufgrund der unterschiedlichen Fragestellungen und Methoden haben sich im Kern vier Teilgebiete der Botanik entwickelt:
- Pflanzenmorphologie - Erforschung der Struktur und Form der Pflanzen mit den Teilgebieten
- Morphologie i. e. S. – äußerer Bau der Pflanzen
- Anatomie – innerer Bau der Pflanzen
- Histologie – Gewebelehre
- Cytologie – Feinbau der Zelle
- Pflanzenphysiologie – Erforschung der allgemeinen Funktionsabläufe der Pflanzen mit den Teilgebieten
- Stoffwechselphysiologie
- Reiz- und Bewegungsphysiologie
- Entwicklungsphysiologie
- Systematik – Beschreibung und Ordnung der Pflanzenwelt mit den Teilgebieten
- Taxonomie
- Paläobotanik
- Geobotanik – Erforschung der Pflanzen unter Konkurrenzbedingungen sowie deren Abhängigkeit vom Standort. Teilgebiete sind:
- Vegetationskunde (synonym sind Pflanzensoziologie, Phytocoenologie) – befasst sich mit Aufbau und Struktur der Pflanzendecke
- Arealkunde oder Chorologie – untersucht die Verbreitung der Pflanzensippen
- historisch-genetische Geobotanik – erforscht die Verbreitung der Pflanzensippe in der Vergangenheit
- Pflanzenökologie – untersucht die Beziehungen der Pflanzen und Pflanzengemeinschaften zu ihrer Umwelt.
Mit botanischen Fragestellungen befassen sich weitere Forschungsrichtungen der Biologie, Nachbar- bzw. angewandter Wissenschaften wie:
- Archäobotanik
- Biochemie
- Biophysik
- Ethnobotanik
- Forstbotanik
- Genetik
- Gentechnologie
- Heilpflanzenkunde (Pharmacognosie)
- Karpologie
- Holzbiologie
- Mikrobiologie
- Molekularbiologie
- Pflanzenzüchtung
- Phytopathologie
- Zezidiologie
Vielfach wird das Fachgebiet der Botanik auch in die Teilgebiete Allgemeine und Spezielle Botanik sowie Angewandte Botanik eingeteilt, wobei letztere sich mit botanischen Fragestellungen insbesondere unter dem Aspekt der Nutzung von Pflanzen durch den Menschen in Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau, Landschaftspflege und Umweltschutz befaßt.
Literatur
- Held, Andreas: Prüfungs-Trainer Biologie der Pflanzen. Elsevier/Spektrum Akademischer Verlag 2004. ISBN 3-8274-1472-5
- Strasburger - Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. 35. Aufl., Elsevier/Spektrum Akademischer Verlag 2002. ISBN 3-8274-1010-X
- Strasburger - CD-ROM. Interaktive Studienhilfe. Elsevier/Spektrum Akademischer Verlag 2002. ISBN 3-8274-1070-3
- Wagenitz, Gerhard: Wörterbuch der Botanik. 2. Aufl. Elsevier/Spektrum Akademischer Verlag 2003. ISBN 3-8274-1398-2
- Herder Lexikon der Biologie. 1. Aufl. Herder-Verlag 1996. ISBN 3-86025-156-2
Siehe auch
- wichtige botanische Fachbegriffe
- Geschichte der Botanik
- Botanischer Garten
Weblinks
- [http://www.mop.de/lmc_botanik.html Botanische Fachbegriffe]
- [http://www.pflanzen-portal.com Botanik-Datenbank]
- [http://www.uni-wuerzburg.de/mineralogie/palbot/teach/botanyteach.html Einführungen in die Botanik, ein Linkverzeichnis (in Englisch)]
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ja:植物学
ko:식물학
simple:Botany
th:พฤกษศาสตร์
Körperteil
Die Anatomie des Menschen (auch Anthropotomie) ist das Teilgebiet der Anatomie, das sich mit der Form und dem Aufbau des menschlichen Körpers beschäftigt. Dies geschieht einerseits mit der Fokussierung auf den menschlichen Körper im Gegensatz zur anatomischen Untersuchung und Beschreibung von Tieren und Pflanzen oder andererseits im Rahmen der vergleichenden Anatomie.
Einleitung
Der menschliche Körper, der als eine Einheit funktioniert, besteht aus vielen einzelnen Systemen, die wiederum aus Untersystemen bestehen. Diese Baugruppen und Systeme werden in der Anatomie des Menschen beschrieben.
Die übergeordneten Baugruppen des Körpers sind der Stütz- und Bewegungsapparat, der die äußere Form und die mechanische Reaktion des Körpers auf die Umwelt sicher stellt, die Inneren Organe, die alle Bausteine des Körpers mit Energie und allen benötigten Stoffen versorgen und zugleich die entstehenden Abfallstoffe aussortieren und entfernen, und das Nervensystem mit den Sinnesorganen als ein wichtiges Steuerungssystem für die Funktionen des Körpers.
Der Körper ist weitgehend symmetrisch aufgebaut, linke und rechte Körperhälfte unterscheiden sich minimal. Die grobe Gliederung des Körpers ist hierarchisch fünfgliedrig (4+1): 4 Gliedmaßen + 1 Kopf (das wichtigste Glied) am Korpus, die Gliedmaßen haben wiederum 4+1 Glieder (Finger/Zehen). So zu sehen beim "Strichmännchen", seit Urzeiten in Höhlenzeichnungen, und zukünftig für Außerirdische als Botschaft von den Erdenbewohnern.
Damit die Teile der Baugruppen, seien es Muskeln, Rückenmark, die Leber u.s.w., ihre Aufgaben erledigen können bilden die kleinsten Bausteine des Körpers, die Zellen, spezialisiertes Gewebe, das in Menge, Form und Funktion an seine individuelle Aufgabe angepasst ist. Diese Gewebe und ihre Funktion werden in einem Teilgebiet der Anatomie, der Histologie, beschrieben. Der innere Aufbau der Zellen wird wiederum von der Zytologie dargestellt. Man schätzt die Anzahl der Zellen eines erwachsenen Menschen auf etwa 1013 bis 1014.
Einen Einblick in die Entstehung der verschiedenen spezialisierten Gewebe, die sich alle aus einer einzigen Zelle (dem befruchteten Ei) entwickeln, bietet die Embryologie.
Die Beschreibung der Funktionsweise der einzelnen Bausteine ist ein eigenes Fachgebiet, die Physiologie. Sie fügt die Einzelteile, die die Anatomie erkannt hat, zu einem Bild des lebenden Körpers zusammen.
Der Stützapparat
Die grundlegenden Bausteine des Stütz- und Bewegungsapparats sind einerseits das Skelett, also das aus Knochen und Knorpeln bestehende feste Gerüst des Körpers, sowie die Skelettmuskeln, die dieses Gerüst gezielt bewegen. Selbständig arbeitende Muskeln wie das Herz oder die Eingeweidemuskulatur gehören dagegen zu den inneren Organen.
Innere Organe
Um die Versorgung der Zellen des Menschen sicher zu stellen, sei es mit Sauerstoff und Energie, sei es mit den Stoffen, die sie benötigen, um ihre speziellen Aufgaben zu erledigen, dienen die inneren Organe. Sie sind in den drei Körperhöhlen geschützt untergebracht: das Gehirn im Schädel, die wichtigsten Atmungs- und Kreislauforgane im Brustkorb und die Verdauungsorgane in der Bauchhöhle. Zu den inneren Organen gehören auch die Drüsen des endokrinen Systems. Auch das Blut und die Lymphe gehören, zusammen mit ihren Gefäßen, zu den inneren Organen, genau wie die Geschlechtsorgane.
Die Haut
Die Haut ist die mechanische Barriere zur Außenwelt und enthält Sinneszellen.
Das Nervensystem
Reize aus der Umwelt und aus dem Inneren des Körpers wahrzunehmen und zu verarbeiten ist die Aufgabe des Nervensystems. Es besteht aus Nervenzellen, die mit einander verschaltet sind und in Rückenmark und Gehirn Verarbeitungszentren besitzen. Hier werden die eingehenden Reize verarbeitet und aus ihnen Reaktionen geformt. Für Fälle, in denen die Reaktion so schnell erfolgen muss, dass eine Verarbeitung in den Schaltzentralen zu lange dauern würde, kann das Nervensystem auf spezielle Schaltungen, die Reflexe, zurückgreifen.
Gangarten
Der menschliche Körper befähigt zu zwei Gangarten, dem Gehen und dem schnelleren Laufen. Außerdem ist das Krabbeln, das Rollen, und das Robben überliefert.
Zusammensetzung des menschlichen Körpers aus den Elementen
Würde man einen durchschnittlichen menschlichen Körper im Hinblick auf das Vorkommen von chemischen Elementen analysieren, so ergäbe sich folgendes Bild:
(Die Angaben beziehen sich auf einen menschlichen Körper von 70,0 kg Körpergewicht)
Literatur
- Adolf Faller: Der Körper des Menschen. Einführung in Bau und Funktion. Stuttgart (1999) ISBN 3-13-329713-9r Mensch, Droemer Verlag, ISBN 3-426-27374-8
Siehe auch
- Körperfunktionen
- Nomenklatur (Anatomie)
- Plastination
- Körpergröße
Weblinks
!Anatomie des Menschen
Kategorie:Anthropologie
ja:人体解剖学
zh-min-nan:Sin-khu
Gewebe (Biologie)Ein Gewebe ist ein Zusammenschluss gleichartiger Zellen die die selbe Aufgabe vertreten. Mit dem Aufbau von tierischen Geweben befasst sich die Histologie. Als Begründer der Histologie gilt Marie François Xavier Bichat, der eine Vielzahl von Gewebetypen im menschlichen Körper entdeckte.
Menschliche Gewebearten
Wir unterscheiden grundsätzlich vier verschiedene Gewebearten - die Grundgewebe:
- Epithelgewebe
- Binde und Stützgewebe
- Nervengewebe
- Muskelgewebe
Tierische Gewebearten
- Epithelgewebe (z.B. die Haut)
- Bindegewebe
- Fettgewebe
- Muskelgewebe
- Nervengewebe
- Stützgewebe (Knochen)
- Narbengewebe
Pflanzliche Gewebearten
- Bildungsgewebe (Meristeme) aus teilungsfähigen Embryonalzellen
- Dauergewebe
: - Grundgewebe
: - Abschlussgewebe
: - Festigungsgewebe
: - Leitungsgewebe
: - Absorpsgewebe
: - Sekretionsgewebe
Kategorie:Histologie
Weblinks
- [http://www.brenda.uni-koeln.de/?fulltext_ontologies=Hier%20Suchbegriff%20in%20englischer%20Sprache%20eintragen Gewebeontologien mit Suchmaschine (in englischer Sprache)]
ja:組織 (生物学)
ms:Tisu biologi
simple:Tissue (biological)
Zelle (Biologie)Die Zelle (lateinisch cellula = kleine Kammer, Zelle) ist die grundlegende, strukturelle und funktionelle Einheit aller Lebewesen. Es gibt Lebewesen (Organismen), die aus nur einer Zelle bestehen (Einzeller), und andere, die sich aus einer Vielzahl von Zellen zusammensetzen (Mehrzeller). Der menschliche Körper besteht beispielsweise aus 10 bis 100 Billionen Zellen(10^14 bis 10^15), je nach individuellem Körpergewicht.
Man unterscheidet zwischen prokaryotischen und eukaryotischen Zellen. Zellen von Eukaryoten enthalten im Gegensatz zu prokaryotischen Zellen einen Zellkern. Darüber hinaus sind sie etwa zehnmal so groß wie Zellen von Prokaryoten.
Die Zellbiologie (Cytologie) ist die Lehre von den Zellen.
Alle bekannten Zellen, mit Ausnahme einiger spezialisierter Zelltypen, haben bestimmte Komponenten gemeinsam:
- Desoxyribonukleinsäuren (DNS)(oder englisch "Desoxyribonukleinacid" bzw. DNA), die die genetischen Informationen enthalten und die als Bauplan für die Proteine dienen, die alle Zellvorgänge steuern,
- Proteine, die als Strukturproteine für den Bau der Zelle oder als Enzyme für sämtliche Stoffwechselprozesse oder als Signalproteine für die Kommunikation der Zelle zuständig sind,
- Membranen, die die Zelle von ihrer Umgebung abgrenzen, als Barriere fungieren, den Kontakt mit der Außenwelt aufrecht erhalten und komplexere Zellen in verschiedene Reaktionsräume, die so genannten Kompartimente aufteilen,
- Cytosol, das wässrige Milieu, in dem die Prozesse im Zellinneren ablaufen,
- Ribonukleinsäuren (RNA) und Ribosomen, die für die Proteinsynthese benötigt werden.
Zellen haben auch gemeinsame grundlegende Fähigkeiten:
- Sie können sich durch Zellteilung reproduzieren und durchlaufen dabei einen Zellzyklus,
- sie betreiben Stoffwechsel: die Aufnahme von Nahrungsmolekülen und Spurenelementen, Umwandlung der Nahrungsstoffe in Energie oder in neue Zellkomponenten und die Beseitigung von Abfallprodukten.
Der menschliche Körper beispielsweise besteht aus rund 220 verschiedenen Zell- und Gewebetypen.
Unterschiede zwischen prokaryotischen und eukaryotischen Zellen
Auf der Erde existieren zwei Grundtypen von Zellen, die prokaryotischen Zellen, die keinen echten Zellkern besitzen und die eine einfachere innere Organisation aufweisen, und die eukaryotischen Zellen, die eine komplexere innere Struktur und einen echten Zellkern haben. Lebewesen bestehen entweder nur aus prokaryotischen oder nur aus eukaryotischen Zellen und werden deshalb als Prokaryoten bzw. Eukaryoten bezeichnet. Im folgenden werden die wichtigsten Unterschiede tabellarisch aufgelistet:
Unterschiede zwischen tierischen und pflanzlichen Zellen
Tierische Zellen und pflanzliche Zellen gehören beide zu den eukaryotischen Zellen, aber es gibt einige Unterschiede in ihrem Aufbau. Im Folgenden werden die wichtigsten Unterschiede tabellarisch aufgelistet.
Aufbau der pflanzlichen Zelle
- Die Zellwand umgibt die Zelle und verleiht dem Pflanzenkörper Festigkeit. Sie ist durchlässig für Wasser, gelöste Nährstoffe und Gase. Sie besteht hauptsächlich aus Cellulose. Bei Zellen mit dicken Zellwänden, durch die dennoch Stoffe transportiert werden, gibt es in den Zellwänden Tüpfel. Das sind Öffnungen in der Zellwand, durch die benachbarte Zellen - nur durch eine dünne Membran getrennt - untereinander in Kontakt stehen und durch die der Austausch von Stoffen erleichtert wird.
- Das Plasmalemma ist eine dünne Lipiddoppelschicht (Membran), welches das Cytoplasma nach außen abgrenzt. Das Plasmalemma lässt Wasser durch bestimmte Strukturen, sog. Aquaporine, diffundieren. Aquaporine sind Eiweiße (Proteine), die in die Membranschicht eingebaut sind und einen wasserdurchlässigen Kanal bilden. Wasser kann dabei aus der Zelle und in die Zelle diffundieren. Andere Stoffe werden kontrolliert und selektiv durch bestimmte Strukturen (Proteine) hindurch transportiert. Es wird deshalb als semipermeabel = halbdurchlässig bezeichnet.
- Das Cytoplasma ist eine farblose, schleimige Masse (ähnlich rohem Eiklar). Im Cytoplasma sind alle im Folgenden genannten Zellbestandteile eingebettet.
- Der Zellkern ist die Steuerzentrale der Zelle. Er enthält die Erbanlagen, das heißt Steuerungsinformationen, die in den Chromosomen als Basensequenzen der DNA enthalten sind.
- Die Chloroplasten enthalten den grünen Farbstoff Chlorophyll und betreiben die Photosynthese. Dabei wird die Energie des Sonnenlichtes eingefangen (absorbiert), in chemische Energie in Form von Traubenzucker (Glucose) umgewandelt und in Form von Stärke (Polyglucose) gespeichert.
- Die Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zelle. In ihnen findet die Oxidation organischer Stoffe mit O2 statt, wobei Energie freigesetzt und in eine andere Form chemischer Energie (als ATP) umgesetzt wird. Die in Zuckern gespeicherte Energie wird so wieder freigesetzt und kann für die Herstellung anderer Stoffe, zum Beispiel Baustoffe, verwendet werden.
- Die Ribosomen synthetisieren die Proteine (Eiweiße) aus Aminosäuren.
- Golgi-Apparate (-Körper): Die Golgi-Körper stellen Sekrete her wie Öle, Zellwandsubstanzen und Schleime.
- Das Endoplasmatische Retikulum (ER) ist das schnelle Transportsystem für chemische Stoffe.
- Die Vakuolen sind Hohlräume im Cytoplasma, die mit Farbstoffen, Giftstoffen, Duftstoffen und anderen gefüllt sein können. (Abfall-Lagerplatz der Zelle).
- Der Tonoplast ist eine semipermeable Membran, die die Vakuole gegen das Plasma abgrenzt.
Bild:zelle_(biologie).png
Organisation einer typischen eukaryotischen Tierzelle.
1. Nukleolus. 2. Zellkern (Nukleus). 3. Ribosomen. 4. Vesikel. 5. Raues Endoplasmatisches Reticulum (ER). 6. Golgi-Apparat. 7. Mikrotubuli. 8. Glattes ER. 9. Mitochondrien. 10. Lysosom. 11. Zytoplasma. 12. Microbody. 13. Zentriolen.
Zur Geschichte der Entdeckung von Zellen siehe Zellbiologie.+
Literatur
- Klaus Werner Wolf, Konrad Joachim Böhm: Organisation von Mikrotubuli in der Zelle. Biologie in unserer Zeit 27(2), S. 87 – 95 (1997), ISSN 0045-205X
- May-Britt Becker, Armin Zülch, Peter Gruss: Von der undifferenzierten Zelle zum komplexen Organismus: Konzepte der Ontogenie. Biologie in unserer Zeit 31(2), S. 88 - 97 (2001), ISSN 0045-205X
- Friedrich Marks: Datenverarbeitung durch Proteinnetzwerke: Das Gehirn der Zelle. Biologie in unserer Zeit 34(3), S. 159 - 168 (2004), ISSN 0045-205X
Weblinks
- [http://www.cells.de/cellsger/1medienarchiv/Die_Zelle_allgemein/Tierzelle/Querschnitt_Tierzelle/index.jsp Interaktive Animationen zum Thema Zellaufbau]
Siehe auch
Proliferationsgrad, Glia, Perfusionskultur, Zellwachstum
Kategorie:Genetik
Kategorie:Zellbiologie
Kategorie:Histologie
ja:細胞
ko:세포
ms:Sel
simple:Cell
th:เซลล์ (ชีววิทยา)
PathologieAls Pathologie wird in der Medizin die Erforschung und Lehre von den Ursachen (der Ätiologie), der Entstehungsweise (oder Pathogenese), der Verlaufsform und der Auswirkungen von krankhaften oder besser gesagt krankheitswertigen Einzelphänomenen (Symptomen) oder Symptomverbänden (Syndromen) sowie von Mißbildungen aller Art verstanden, einschließlich dabei feststellbarer Körpervorgänge (Pathophysiologie). Pathologie wird traditionell meist in Form einer Pathobiologie betrieben. Als solche besteht sie in einer naturwissenschaftlich beschränkten Krankheitsforschung und Krankheitslehre. Bei gleicher Haltung kann die Fundierung der Psychopathologie in der psychologischen Medizin oder Seelenheilkunde nur in der Hirnforschung gesucht und von dieser erwartet werden.
Geschichtliches
Der griechische Begriff παθολογία (Pathologie) findet sich erstmalig beim griechischen Arzt Galenos (129-201). Er leitet sich ab von den Wörtern πάθος, páthos - Leiden(schaft), die Sucht, das Pathos, die Krankheit und λόγος, lógos - das Wort, die Vernunft, Lehre, bedeutet also soviel wie "Die Lehre von den Leiden" (heute wird der Begriff im Griechischen allerdings v.a. für die Innere Medizin benutzt).
In ihrer heutigen Form geht die Pathologie auf den italienischen Forscher Giovanni Battista Morgagni (1682-1771) zurück, der mit seinem fünfbändigen Werk De sedibus et causis morborum ("Vom Sitz und den Ursachen der Krankheiten") im Jahre 1761 den Grundstein für die wissenschaftlichen Forschungen legte.
Bereits im Altertum wurden in Ägypten und Griechenland Leichenöffnungen durchgeführt, die aber mehr der anatomischen Bildung dienten. Erst mit Ende des 18. Jahrhunderts wurden aufgrund des zunehmenden Verständnisses für die Bedeutung der Leichenschau erste Fachvertreter, die eigens für die Sektionen verantwortlich waren, bestellt. Der erste sogennannte "Prosektor" (lat. prosecare = vorschneiden) begann 1796 am Wiener Allgemeinen Krankenhaus seine Arbeit. Der erste Lehrstuhl für Pathologie wurde 1819 in Straßburg eingerichtet (Jean-Frédéric Lobstein 1777-1835). Als Prüfungsfach wurde Pathologie im Jahre 1844 in Wien eingeführt.
1858 entwickelte Rudolf Virchow die Zellularpathologie, die nun auf der Ebene von Körperzellen pathologische Veränderungen untersuchte. Diese ist ein Hauptbestandteil des heute gültigen Krankheitskonzepts.
Qualitätssicherung in der Medizin
Die Pathologie ist ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung in der Medizin. Um den medizinischen Standard zu halten und zu verbessern, wird oft eine kollegiale Konfrontation der Ärzteschaft mit der kontrollierenden Diagnostik des Pathologen gefordert, nicht nur während des Lebens des Patienten, sondern auch nach dessen Tod.
Die Pathologie kann oft Auskunft über die Art der Erkrankung und den Schweregrad geben. Insbesondere im Fall von Krebserkrankungen bei der Fragestellung "gutartig oder bösartig?" ist meist ein Pathologe gefragt. Es wird der Typ, die Größe, die Ausdehnung und die Bösartigkeit eines Krebses begutachtet.
Nach operativer Entfernung eines Organs oder Entnahme eines kleinen Gewebsstückes (Biopsie) bzw. von Zellproben (Zytologie) durch einen Arzt, wird das entsprechende Gewebe vom Pathologen untersucht. Kleine Bioptate werden direkt zu Schnittpräparaten (= histologischen Präparaten) weiterverarbeitet, welche unter dem Mikroskop betrachtet werden. Große Präparate werden zunächst mit dem Auge (makroskopisch) beurteilt. Auffällige Areale mit möglichen krankhaften Veränderungen werden aus dem Präparat herausgeschnitten und wiederum vom Labor zu Schnittpräparaten verarbeitet.
Die Hauptaufgaben des Pathologen bestehen in der Durchführung von Obduktionen und der Beurteilung von histologischen Schnittpräparaten unter dem Mikroskop (Lichtmikroskop).
Die zuletzt genannte Aufgabe steht, im Gegensatz zur makroskopischen Sektion (syn. Autopsie, Obduktion), heutzutage im Vordergrund. Moderne Verfahren, wie z.B. die Immunhistochemie, kommen in der lichtmikroskopischen Diagnostik zum Einsatz.
Häufig wird die Pathologie mit der Rechtsmedizin verwechselt, welche sich mit der Klärung unnatürlicher Todesursachen beschäftigt. Sowohl für Pathologen als auch für Rechtsmediziner ist es einigermaßen ärgerlich, wenn in Fernsehkrimis und im allgemeinen Sprachgebrauch stets nur von "Pathologen" die Rede ist, wo eigentlich ein Rechtsmediziner am Werk ist.
Man unterscheidet
- Pathologische Anatomie: die Untersuchung krankhafter Gewebsveränderungen aller Art; viele davon sind z.B. bei einer Obduktion schon mit bloßem oder unbewaffneten Auge zu sehen
- Histopathologie: krankhafte Gewebsveränderungen auf Zellniveau, die man deswegen nur in der Vergrößerung mittels Mikroskop oder Elektronenmikroskop sehen kann (s.a. Histologie)
Teilgebiete der Pathologie
Jede organische Struktur zeigt spezifische pathologische Veränderungen; ihre Erforschung konstituiert einen eigenen Teilbereich der Pathologie, so dass beim Nervensystem beispielsweise von Neuropathologie die Rede ist. Generell hat jede Organismusform ihre eigene Pathologie, die derart unterschiedlich ist, dass die Tiermedizin einen von der Humanmedizin getrennten Bereich darstellt (der seinerseits schon einen Sonderbereich wie die Zahnmedizin aufweist).
Daneben gibt es verschiedene, teilweise historisch bedingte allgemeinere und eher theoretische Betrachtungsweisen in der Pathologie wie etwa die Humoralpathologie, Solidarpathologie, Zellularpathologie, Relationalpathologie oder Neuralpathologie
Siehe auch
Anatomie, Rechtsmedizin, Obduktion, Histologie, Pathologisierung
Literatur
- Pathologie. Böcker, Denk, Heitz. ISBN 3-437-42381-9,
- Allgemeine und spezielle Pathologie. Riede, Schaefer. ISBN 3-13-129684-4,
- Allgemeine Pathologie; Spezielle Pathologie. Büttner, Thomas, ISBN 3-7945-1840-3
- Robbins Pathologic Basis of Disease. Cotran, Ramzi S.; Kumar, Vinay; Collins, Tucker ISBN 0-7216-7335-X,
- Pathologie verstehen. Molekulare Grundlagen der allgemeinen Pathologie. Oberholzer ISBN 3-13-129041-2
- Cay-Rüdiger Prüll: Medizin am Toten oder am Lebenden? Pathologie in Berlin und in London 1900-1945, Schwabe Verlag Basel 2004 (Zitat aus einer Rezension: ein entscheidender Beitrag zur Rolle der Pathologie im gesellschaftlichen Raum)
Spezialisten und Arbeitsgruppen
- [http://www.mh-hannover.de/institute/pathologie/institut.htm Klinisches Institut für Pathologie der MHH]
- [http://www.pathologie-kaufbeuren.com/ Pathologie Kaufbeuren]
- [http://www.kfunigraz.ac.at/patwww/ Pathologie Graz]
- [http://www.wvk.at/pathologie.htm Institut für Pathologie am KH Horn]
- [http://www.lkh-klu.at/online/page.php?P=181 Institut für Pathologie am LKH Klagenfurt]
- [http://pathology.uibk.ac.at Institut für Pathologie Innsbruck]
- [http://www.akh-wien.ac.at/klinpath Klinisches Institut für Pathologie der Universität Wien]
Links
- Wikibook Pathologie
- [http://www-medlib.med.utah.edu/WebPath/webpath.html Online-Atlas Pathologie] (englisch)
- [http://www.unibas.ch/patho/ Patho Basiliensis]
- [http://www.pathology.at Österreichische Gesellschaft für Pathologie]
- [http://www.mh-hannover.de/institute/pathologie/dgp Deutsche Gesellschaft für Pathologie]
- [http://www.europathology.org/ European Society of Pathology]
- [http://www.iap-bonn.de Internationale Akademie für Pathologie, Deutsche Abteilung]
- [http://www.pathologie-online.de/ Pathologie-Online]
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ja:病理学
BiochemieDie Biochemie (griechisch βιοχυμεία, wiochimía - die Chemie des Lebens) ist die Wissenschaft von den chemischen Reaktionen, die in lebenden Organismen stattfinden, und der Struktur und Funktion der Biomoleküle, besonders von Proteinen, Kohlenhydraten, Lipiden (Fetten) und Nukleinsäuren. Der überwiegende Teil der biochemisch interessanten Vorgänge spielt sich in den Zellen und somit in wässrigem Milieu ab.
Geschichte der Biochemie
Der Anfang der Biochemie war möglicherweise die Entdeckung des ersten Enzyms, Diastase, durch Anselme Payen im Jahr 1833. Die Entdeckung der Harnstoff-Synthese durch Friedrich Wöhler 1828, ein Meilenstein der organischen Chemie, zeigte die Verbindung von anorganischer Chemie und der Chemie von Lebewesen. Seitdem hat sich die Biochemie enorm entwickelt. Dr, med. Wilhelm Heinrich Schüssler (1821 - 1898) begründete als erster, anno 1874 seine 1. Auflage der "Abgekürzten Therapie, eine Anleitung zur Behandlung der Krankheiten". Mit der 25. Auflage 1898 endeten seine Aufzeichnungen.
Durch neue Analyseverfahren wie Chromatographie, Röntgenstrukturanalyse und Elektronenmikroskopie. Dadurch wurde das Verständnis vieler Vorgänge in der Zelle möglich, zum Beispiel Glykolyse und Krebszyklus(Citratzyklus, Zitronensäurezyklus), aber auch von vielen Mechanismen der Regulation und Signaltransduktion. Viele dieser Erkenntnisse hatten großen Einfluss auf angrenzende Wissensgebiete wie Genetik, Entwicklungsbiologie und Zellbiologie; ebenso brachten neue Erkenntnisse auf diesen Gebieten wiederum die Biochemie voran. Alle diese Bereiche werden heutzutage oft unter dem Titel Molekularbiologie zusammengefasst. Auf einem Nebengebiet der Präventiv-Medizin lebt und entwickelt sich die Biochemie nach Dr. med. W. H. Schüssler der Naturheilkunde. Neue Resultate bestätigen die damals genialen Überlegungen von Dr. Schüssler, Rud. Virchow und Jac. Moleschott. In der Schweiz befasst sich der Biochemische Verein Zürich (gegründet 1930) seit über 75 Jahre als Organisation zur Information, Anwendung und Förderung mit dieser heilkundlichen Mineralsalzlehre. Regelmässige Vorträge, Einstiegskurse und Seminare bilden die Grundlagen der Vereinstätigkeit. Als Leitfaden dient das Lehrbuch
"Kleines Kompendium der Biochemie. Mineralstofftehrapie nch Dr.med. Schüssler" www.biochemischer-verein.ch
Forschungsinstitute im deutschsprachigen Raum, die im Bereich der Biochemie arbeiten, sind unter anderem das Biozentrum der Universität Basel, das Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried und das EMBL in Heidelberg.
Biochemiker
Studium der Biochemie
Der Facharzt für Biochemie
Es besteht auch die Möglichkeit, nach einem absolvierten Medizinstudium in Deutschland als Facharzt für Biochemie tätig zu werden. Hierfür bedarf es einer vierjährigen Weiterbildungszeit. Auf diese anrechenbar ist
- 1 Jahr Innere Medizin oder Pädiatrie
Am 1. Januar 2001 waren 115 Fachärzte für Biochemie registriert, von denen einer niedergelassen war. 28 übten keine ärztliche Tätigkeit aus.
Struktur und Katalyse
Eine Klassifikation der Biomoleküle kann sich entweder nach ihrer Struktur oder nach ihrer Funktion richten. Diese beiden Eigenarten sind meist nicht oder nur künstlich zu trennen, da es so gut wie keine "überflüssigen" Strukturmerkmale gibt. Die wesentlichen Bausteine der Zellen, die Proteine, können allerdings sowohl rein stabilisierende, strukturbildende Rollen übernehmen, als auch wesentlich die Vorgänge des Stoffwechsels dynamisch beeinflussen. In der Regel katalysieren die nicht-strukturbildenden Proteine biochemische Reaktionen, das heißt sie setzen deren Aktivierungsenergie herab. Solche Proteine nennt man Enzyme.
Die Reaktionsgeschwindigkeiten in der Biochemie sind meist deutlich langsamer als in der anorganischen Chemie. Für die Temperaturabhängigkeit gilt als Faustformel die RGT-Regel: Eine Erhöhung der Temperatur um 10 K verdoppelt etwa die Reaktionsgeschwindigkeit. Sie gilt allerdings nur näherungsweise und im Bereich physiologischer Temperaturen, also im Bereich zwischen ca. 280 K und 310 K. Bei höheren Temperaturen denaturieren viele Enzyme, so dass die Katalyse nicht mehr stattfinden kann.
Enzyme haben meist auch ein Temperaturoptimum, bei dem die Katalysewirkung am höchsten ist. Viele Enzyme sind zudem in ihrer Wirksamkeit pH-Wert-abhängig. So wirkt Pepsin, ein Verdauungsenzym des Magens, ausschließlich im hier vorhandenen sauren Milieu, während die Proteasen des Zwölffingerdarms (Trypsin, Chymotrypsin) an das dort vorhandene neutrale bis leicht alkalische Milieu angepasst sind. In den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden die quantitativen Grundprinzipien enzymkatalysierter Reaktionen erarbeitet, siehe Enzymkinetik.
Anmerkung
Auch die alternativmedizinische Heilmethode mit Schüßler-Salzen wird als Biochemie bezeichnet, hat aber mit wissenschaftlicher Biochemie nichts zu tun.
Literatur
- Mineralstoff-Therapie nach Dr. med. Schüssler" Kleines Kompendium der Biochemie. ISBN 3-9521411-3-5 3. Auflage 2005(Herausgeber: Biochemischer Verein Zürich)
- Held, Andreas: Prüfungs-Trainer Biochemie und Zellbiologie. Spektrum Akademischer Verlag, 2004 ISBN 382741542X
:Lernhilfe
- Lechner, Konrad: Schülerbuch Biochemie. 4. Aufl. Bayerischer Schulbuch-Verlag, 1998 ISBN 3486742353
:Einführung in die Biochemie.
- Lehninger et al.: Biochemie. 3. Aufl. Springer-Lehrbuch, Berlin 2001 ISBN 354041813X
:Standardlehrbuch, aus dem ein Teil der Gliederung dieses Artikels übernommen wurde.
- Stryer et al.: Biochemie. 5. Aufl. Elsevier/Spektrum Akademischer Verlag, 2003 ISBN 3827413036
:Deutsche Übersetzung eines amerikanischen Titels.
- Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Karlson: kurzes Lehrbuch der Biochemie. 14. Aufl. Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1994 ISBN 3133578146
- Florian Horn et. al. "Biochemie des Menschen - Das Lehrbuch für das Medizinstudium", 2., korrigierte Auflage, Thieme, ISBN 3-13-130882-6
Weblinks
- http://www.biochemischer-verein.ch
- http://www.biorama.ch/biblio/b20gfach/b35bchem/bchz99.htm - Kurze Übersicht
- http://www.foerstner.org/konrad/bco/grundlagen/index_grundlagen.html
- http://www.till-biskup.de/studium/material/bch/skript - Biochemie Script
- http://www.uni-giessen.de/~gf1020/Info/info.html - Biochemie Links
- http://www.gbm-online.de - Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie
- http://www.vobs.at/bio/vobs-x.htm - Geschichte der Biologie und Biochemie
- http://online-media.uni-marburg.de/chemie/bioorganic/index2.html - Online Grundkurs
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Kategorie:Teilgebiet der Chemie
ja:生化学
ko:생화학
ms:Biokimia
th:ชีวเคมี
Höhlenmalerei
Als Höhlenmalerei, Höhlenzeichnung oder Höhlenkunst werden bildliche oder grafische Darstellungen an den Wänden von Höhlen aus prähistorischer Zeit, meist der Steinzeit, bezeichnet. Diesen Kunstwerken konnten wertvolle Hinweise über Kultur und Glauben der Steinzeitmenschen entnommen werden.
Altersbestimmung
Das Alter von Höhlenmalereien kann durch eine Variante der C-14-Methode, die Teilchenbeschleuniger-Massenspektrometrie sowie die
Elektronenrastermikroskopie relativ präzise bestimmt werden. Diese neuen Methoden liefern exaktere Ergebnisse als ethnologische Ansätze wie die von André Leroi-Gourhan (1911-1986), die auf dem Grad der Entwicklung von Werkzeugen und Jagdwaffen beruhen.
Leroi-Gourhans heute obsolet gewordene Epocheneinteilung unterscheidet folgende Kulturstufen:
- Aurignacien (etwa vor 29.000 Jahren und älter)
- Gravettien (etwa vor 27.000 bis 20.000 Jahren)
- Solutréen (etwa vor 20.000 bis 16.000 Jahren)
- Magdalénien (etwa vor 16.000 bis 10.000 Jahren)
Kenntnisse und Fähigkeiten
Die Kenntnisse und Fähigkeiten der Steinzeit-Menschen sind erstaunlich; die Menschen der ausgehenden Altsteinzeit konnten "schon perspektivisch zeichnen, kannten verschiedene Maltechniken und vermochten das Verhalten von Tieren naturgetreu wiederzugeben" (Clottes 203).
Farben und Bindemittel
Als Farben und Bindemittel wurden Ocker, Holzkohle, Mangan, diverse Gesteine und Erze und Feldspat sowie Wasser, Blut, Kalkstein, Pflanzenharz, Milch und Pflanzensäfte verwendet.
Striche und Punkte wurden mit der gefärbten Fingerspitze oder mit Pinseln aus Tierhaar gezeichnet. Bei der Versprühtechnik zerrieb man das Pigment zu einem feinen Pulver, das mit dem Mund oder mit Hilfe eines Röhrchens auf die Wand gesprüht wurde. Hielt der Künstler eine Hand dazwischen, entstand durch diese Schablonentechnik Handnegative. In der Grotte Chauvet wurde auch die Verwischtechnik angewandt. Flachreliefe entstanden durch das Abmeiseln der umliegenden Fläche. Die wahre Meisterschaft der Höhlenkünstler bestand darin, dass sie die dreidimensionale Wirkung von Rissen und Vorsprüngen des Felsuntergrunds in das Bild mit einbezogen.
Bekannte Fundorte
Afrika
- Oase Charga
- Tassili n'Ajjer - über 15.000 Felsbilder, die zwischen 12.000 und 8000 Jahre alt sind; Entdeckung ab 1850; das Hochplateau steht unter Landschaftsschutz und ist seit 1982 als Weltkulturerbe durch die UNESCO anerkannt
- Illizi bei Djanet - Darstellungen von Elefanten, Giraffen und Krokodilen
- Hoggar
- Sefar
- Tadrat
- Tamrit
- Oued de Lechou
- Ayers Rock
- Kakadu-Nationalpark
- Nationalpark Serra da Capivara
- Höhle von Lascaux, Lascaux, Montignac, Dordogne - Alter zwischen 17.000 und 10.000 Jahre, Entdeckung 1940
- Cussac, Dordogne - etwa 28.000 Jahre alt, Entdeckung 2000
- Cellier, Dordogne
- Castanet, Dordogne
- Höhle von Ariège, Niaux, Pyrenäen - etwa 13.000 bis 14.000 Jahre alt, Erforschung seit 1906
- La Marche
- Pech Merle - etwa 20.000 Jahre alt, Entdeckung 1922
- Gargas (Abris Gargas), Hautes-Pyrénées - etwa 25.000 Jahre alt, Entdeckung von Höhlengemälden 1902
- Pair-non-Pair
- La Mouthe
- Gabillou
- Höhle von Niaux
- Font-de-Gaume
- Arcy-sur-Cure, Yonne - Tierdarstellungen; Entdeckung der Höhlenmalereien 1990
- Höhle von Rouffignac
- Chauvet-Höhle bei Vallon-Pont d’Arc an der Ardèche - über 300 Wandbilder, | | |