499 v. Chr.
----
Das 5. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar
500 v. Chr. und endete am 31. Dezember
401 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Ereignisse/Entwicklungen
- Anfang des 5. Jahrhunderts v. Chr. - König
Alexander I. von
Makedonien wird
Olympionike bei den
Olympischen Spielen.
- 500 v. Chr. -
Tarent war eine Monarchie
- 497 v. Chr. - Einsetzung der
Saturnalien
- 497 v. Chr. - Sieg der Römer über die
Latiner in der Schlacht am
See Regillus.
- 494 v. Chr. - In Rom wird das Amt des
Volkstribuns eingeführt.
- 494 v. Chr. - Zerstörung
Milets durch die Perser
- 493 v. Chr. - Bündnisvertrag zwischen
Latinern und
Römern.
- 490 v. Chr. -
Schlacht bei Marathon: Niederlage
Persiens gegen die
Griechen
- 483 v. Chr. - Beginn der buddhistischen Zeitrechnung
- 482 v. Chr. -
Themistokles betreibt in
Athen ein
Flottenbauprogramm und den Ausbau eines
Krieghafens im
Piräus
- 480 v. Chr.
- Frühjahr: Perserkönig
Xerxes I. zieht mit einem
Heer von über 100.000 Mann nach
Griechenland
-
11. August:
Erste Schlacht bei den Thermopylen, gleichzeitig
Seeschlacht von
Kap Artemision . Spartanerkönig
Leonidas fällt samt seiner 300 Mann starken Leibgarde und ca. 1.000 Thespiern bei der Sicherung des Thermopylenpasses, um den Rückzug des griechischen Bündnisheeres und die Loslösung der griechischen
Flotte vom Feind zu sichern
- danach Plünderung
Athens durch die Perser, Zerstörung der
Akropolis
- September:
Seeschlacht von Salamis. Der Athener
Themistokles lockt die Persische Flotte in einen Hinterhalt im
Sund der Insel
Salamis. Die griechische Flotte ist mit ihren Ruderschiffen der weit größeren Flotte der
Perser, die auf engem Raum nur schwerfällig operieren kann, überlegen
- 479 v. Chr.
-
27. August - An oder um diesen Tag finden mit der
Schlacht von Platää und der annähernd gleichzeitigen Seeschlacht von
Mykale die
Perserkriege ein Ende. Die
Perser werden von den verbündeten
griechischen Kleinstaaten geschlagen.
- Bau der
Stadtmauer von
Athen gegen den Einspruch der Spartaner
- 477 v. Chr.
- Die
Römer unterliegen im Krieg gegen die
Veji
- Der Stadtstaat
Athen gründet den
Delisch-Attischen Seebund
- 476 v. Chr. - Der größte griechische
Chorlyriker Pindar wird an den Hof des Tyrannen
Hieron I. nach
Syrakus berufen.
- 474 v. Chr. -
Seeschlacht vor Cumae, die
Etrusker unterliegen den
Griechen und verlieren ihren Einfluß in Suditalien.
- 464 v. Chr. - Schweres
Erdbeben in
Sparta, über 20.000 Todesopfer.
- 457 v. Chr. - Befehl zum Wiederaufbau Jerusalems durch Artaxerxes
- 449 v. Chr. -
Kalliasfriede: Das
Perserreich schließt einen Kompromissfrieden mit
Athen.
- 446 v. Chr. - Athen und
Sparta schließen einen befristeten Frieden auf 30 Jahre.
- 443 v. Chr. - In Rom wird das Amt des
Censors eingeführt.
- 442 v. Chr. - Die
Antigone von
Sophokles wird aufgeführt.
- 431-404 v. Chr. -
Peloponnesischer Krieg
- 431-421 v. Chr. -
Archidamischer Krieg
- 430 v. Chr. - Pestepidemie in Athen
- 429-427 v. Chr. -
Belagerung von Plataeae
- 425 v. Chr. - Ein schweres
Erdbeben erschüttert
Athen, tausende Todesopfer. Durch die darauf folgende Flutwelle wurde
Euböa zur Insel.
- 424-420 v. Chr. - die
Samniten bringen
Kampanien unter ihre Herrschaft.
- 415-413 v. Chr. "
Sizilianische Expedition". Athen unterstützt
Segesta gegen
Syrakus und
Selinus; Belagerung von Syrakus.
- 413 v. Chr. - Die Athenische Flotte wird im Hafen von
Syrakus vernichtet.
- 413 v. Chr. -
Dekeleischer Krieg
- 411 v. Chr. -
Athen führt die
Oligarchie ein, diese wird jedoch noch im selben Jahr durch
Alkibiades gestürzt. Die Demokratie wird gestärkt, das allgemeine Klagerecht eingeführt.
- 404 v. Chr. - Athen kapituliert vor Sparta; Auflösung des Seebundes.
- Gründung von
Phalassarna
Persönlichkeiten
Geboren
- um 500 v. Chr. -
Perikles, athenischer Staatsmann († 429 v. Chr.)
- um 497 v. Chr. -
Sophokles, griechischer Dramatiker († um 406 v. Chr.)
- 490 v. Chr. -
Ion von Chios, vorsokratischer Philosoph und Dramatiker († 421 v. Chr.)
- um 485 v. Chr. -
Herodot, griechischer Geschichtsschreiber († um 425 v. Chr.)
- um 480 v. Chr.
-
Antiphon (Redner), griechischer Philosoph (Sophist) († 411 v. Chr.)
-
Euripides, griechischer Dramatiker († 407 v. Chr.)
-
Gorgias, griechischer Philosoph (Sophist) (†
380 v. Chr.)
- 469 v. Chr. -
Sokrates, griechischer Philosoph (†
399 v. Chr.)
- 460 v. Chr.
-
Demokrit, griechischer Philosoph (†
371 v. Chr.)
-
Hippokrates, griechischer Arzt († um
375 v. Chr.).
- 455 v. Chr. -
Thukydides, griechischer Geschichtsschreiber († um 400 v. Chr.)
- um 450 v. Chr. -
Alkibiades, griechischer Feldherr († 404 v. Chr.)
- um 450 v. Chr. -
Thrasymachos, griechischer Vorsokratiker (Sophist) aus Chalkedon
- um 448 v. Chr. -
Agathon von Athen
- um 445 v. Chr. -
Aristophanes, griechischer Satiriker und Komödiendichter († um
385 v. Chr.)
- um 435 v. Chr. -
Philoxenos, griechischer
Dithyrambendichter (†
380 v. Chr.)
- 427 v. Chr. -
Platon, griechischer Philosoph († um
347 v. Chr.)
- um 426 v. Chr. -
Xenophon, griechischer Schriftsteller und Politiker (†
355 v. Chr.)
- 408 v. Chr. -
Antiphanes
Gestorben
- 497 v. Chr. -
Aristagoras, Tyrann von Milet
- 493 v. Chr. -
Histiaios, Tyrann von Milet
- 490 v. Chr. -
Pheidippides, griechischer Bote
- 486 v. Chr. -
Darius I., persischer König und Neuorganisator des persischen Großreichs
- 483 v. Chr. -
Buddha, Religionsstifter des
Buddhismus aus Süd-Nepal/Nord-Indien (
- 563 v. Chr.)
- 479 v. Chr. -
Konfuzius, chinesischer Philosoph (
- 551 v. Chr.)
- 465 v. Chr. -
Xerxes I., persischer König (
- um 519 v. Chr.)
- um 460 v. Chr. -
Themistokles, griechischer Feldherr (
- um 525 v. Chr.)
- um 460 v. Chr. -
Epicharmos, griechischer Philosoph, Komödienschreiber und Arzt (
- um 540 v. Chr.)
- 456 v. Chr. -
Aischylos, griechischer Dichter (
- 525 v. Chr.)
- 429 v. Chr. -
Perikles stirbt während des
Peloponnesischen Krieg an der Pest (
- um 500 v. Chr.)
- 428 v. Chr. -
Anaxagoras, griechischer Philosoph (
- um 500 v. Chr.)
- um 425 v. Chr. -
Herodot, griechischer Geschichtsschreiber (
- um 485 v. Chr.)
- 421 v. Chr. -
Ion von Chios, vorsokratischer Philosoph und Dramatiker († 490 v. Chr.)
- 411 v. Chr. -
Antiphon (Redner), griechischer Philosoph (Sophist) (
- um 480 v. Chr.)
- 407 v. Chr. -
Euripides, griechischer Dramatiker (
- um 480 v. Chr.)
- 406 v. Chr. -
Sophokles, griechischer Dramatiker (
- um 497 v. Chr.)
- 404 v. Chr. -
Alkibiades, griechischer Feldherr (
- um 450 v. Chr.)
Erfindungen und Entdeckungen
-
Herodot (
- 485 v. Chr., † 425 v. Chr.) berichtet von der
optischen Signalübertragung durch Feuerzeichen bei den
Persern.
-
Demokrit (
- 460 v. Chr., † 371 v. Chr.) postuliert die Existenz von
Atomen als kleinste und unteilbare Teilchen, aus denen alle
Materie zusammengesetzt ist.
- Im
Peloponnesischen Krieg (431 v. Chr. bis 404 v. Chr.) werden militärische Geheimbotschaften mit Hilfe der
Skytale verschlüsselt.
00-05
ja:紀元前5世紀
ko:기원전 5세기
428 v. Chr.
----
Das 5. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar
500 v. Chr. und endete am 31. Dezember
401 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Ereignisse/Entwicklungen
- Anfang des 5. Jahrhunderts v. Chr. - König
Alexander I. von
Makedonien wird
Olympionike bei den
Olympischen Spielen.
- 500 v. Chr. -
Tarent war eine Monarchie
- 497 v. Chr. - Einsetzung der
Saturnalien
- 497 v. Chr. - Sieg der Römer über die
Latiner in der Schlacht am
See Regillus.
- 494 v. Chr. - In Rom wird das Amt des
Volkstribuns eingeführt.
- 494 v. Chr. - Zerstörung
Milets durch die Perser
- 493 v. Chr. - Bündnisvertrag zwischen
Latinern und
Römern.
- 490 v. Chr. -
Schlacht bei Marathon: Niederlage
Persiens gegen die
Griechen
- 483 v. Chr. - Beginn der buddhistischen Zeitrechnung
- 482 v. Chr. -
Themistokles betreibt in
Athen ein
Flottenbauprogramm und den Ausbau eines
Krieghafens im
Piräus
- 480 v. Chr.
- Frühjahr: Perserkönig
Xerxes I. zieht mit einem
Heer von über 100.000 Mann nach
Griechenland
-
11. August:
Erste Schlacht bei den Thermopylen, gleichzeitig
Seeschlacht von
Kap Artemision . Spartanerkönig
Leonidas fällt samt seiner 300 Mann starken Leibgarde und ca. 1.000 Thespiern bei der Sicherung des Thermopylenpasses, um den Rückzug des griechischen Bündnisheeres und die Loslösung der griechischen
Flotte vom Feind zu sichern
- danach Plünderung
Athens durch die Perser, Zerstörung der
Akropolis
- September:
Seeschlacht von Salamis. Der Athener
Themistokles lockt die Persische Flotte in einen Hinterhalt im
Sund der Insel
Salamis. Die griechische Flotte ist mit ihren Ruderschiffen der weit größeren Flotte der
Perser, die auf engem Raum nur schwerfällig operieren kann, überlegen
- 479 v. Chr.
-
27. August - An oder um diesen Tag finden mit der
Schlacht von Platää und der annähernd gleichzeitigen Seeschlacht von
Mykale die
Perserkriege ein Ende. Die
Perser werden von den verbündeten
griechischen Kleinstaaten geschlagen.
- Bau der
Stadtmauer von
Athen gegen den Einspruch der Spartaner
- 477 v. Chr.
- Die
Römer unterliegen im Krieg gegen die
Veji
- Der Stadtstaat
Athen gründet den
Delisch-Attischen Seebund
- 476 v. Chr. - Der größte griechische
Chorlyriker Pindar wird an den Hof des Tyrannen
Hieron I. nach
Syrakus berufen.
- 474 v. Chr. -
Seeschlacht vor Cumae, die
Etrusker unterliegen den
Griechen und verlieren ihren Einfluß in Suditalien.
- 464 v. Chr. - Schweres
Erdbeben in
Sparta, über 20.000 Todesopfer.
- 457 v. Chr. - Befehl zum Wiederaufbau Jerusalems durch Artaxerxes
- 449 v. Chr. -
Kalliasfriede: Das
Perserreich schließt einen Kompromissfrieden mit
Athen.
- 446 v. Chr. - Athen und
Sparta schließen einen befristeten Frieden auf 30 Jahre.
- 443 v. Chr. - In Rom wird das Amt des
Censors eingeführt.
- 442 v. Chr. - Die
Antigone von
Sophokles wird aufgeführt.
- 431-404 v. Chr. -
Peloponnesischer Krieg
- 431-421 v. Chr. -
Archidamischer Krieg
- 430 v. Chr. - Pestepidemie in Athen
- 429-427 v. Chr. -
Belagerung von Plataeae
- 425 v. Chr. - Ein schweres
Erdbeben erschüttert
Athen, tausende Todesopfer. Durch die darauf folgende Flutwelle wurde
Euböa zur Insel.
- 424-420 v. Chr. - die
Samniten bringen
Kampanien unter ihre Herrschaft.
- 415-413 v. Chr. "
Sizilianische Expedition". Athen unterstützt
Segesta gegen
Syrakus und
Selinus; Belagerung von Syrakus.
- 413 v. Chr. - Die Athenische Flotte wird im Hafen von
Syrakus vernichtet.
- 413 v. Chr. -
Dekeleischer Krieg
- 411 v. Chr. -
Athen führt die
Oligarchie ein, diese wird jedoch noch im selben Jahr durch
Alkibiades gestürzt. Die Demokratie wird gestärkt, das allgemeine Klagerecht eingeführt.
- 404 v. Chr. - Athen kapituliert vor Sparta; Auflösung des Seebundes.
- Gründung von
Phalassarna
Persönlichkeiten
Geboren
- um 500 v. Chr. -
Perikles, athenischer Staatsmann († 429 v. Chr.)
- um 497 v. Chr. -
Sophokles, griechischer Dramatiker († um 406 v. Chr.)
- 490 v. Chr. -
Ion von Chios, vorsokratischer Philosoph und Dramatiker († 421 v. Chr.)
- um 485 v. Chr. -
Herodot, griechischer Geschichtsschreiber († um 425 v. Chr.)
- um 480 v. Chr.
-
Antiphon (Redner), griechischer Philosoph (Sophist) († 411 v. Chr.)
-
Euripides, griechischer Dramatiker († 407 v. Chr.)
-
Gorgias, griechischer Philosoph (Sophist) (†
380 v. Chr.)
- 469 v. Chr. -
Sokrates, griechischer Philosoph (†
399 v. Chr.)
- 460 v. Chr.
-
Demokrit, griechischer Philosoph (†
371 v. Chr.)
-
Hippokrates, griechischer Arzt († um
375 v. Chr.).
- 455 v. Chr. -
Thukydides, griechischer Geschichtsschreiber († um 400 v. Chr.)
- um 450 v. Chr. -
Alkibiades, griechischer Feldherr († 404 v. Chr.)
- um 450 v. Chr. -
Thrasymachos, griechischer Vorsokratiker (Sophist) aus Chalkedon
- um 448 v. Chr. -
Agathon von Athen
- um 445 v. Chr. -
Aristophanes, griechischer Satiriker und Komödiendichter († um
385 v. Chr.)
- um 435 v. Chr. -
Philoxenos, griechischer
Dithyrambendichter (†
380 v. Chr.)
- 427 v. Chr. -
Platon, griechischer Philosoph († um
347 v. Chr.)
- um 426 v. Chr. -
Xenophon, griechischer Schriftsteller und Politiker (†
355 v. Chr.)
- 408 v. Chr. -
Antiphanes
Gestorben
- 497 v. Chr. -
Aristagoras, Tyrann von Milet
- 493 v. Chr. -
Histiaios, Tyrann von Milet
- 490 v. Chr. -
Pheidippides, griechischer Bote
- 486 v. Chr. -
Darius I., persischer König und Neuorganisator des persischen Großreichs
- 483 v. Chr. -
Buddha, Religionsstifter des
Buddhismus aus Süd-Nepal/Nord-Indien (
- 563 v. Chr.)
- 479 v. Chr. -
Konfuzius, chinesischer Philosoph (
- 551 v. Chr.)
- 465 v. Chr. -
Xerxes I., persischer König (
- um 519 v. Chr.)
- um 460 v. Chr. -
Themistokles, griechischer Feldherr (
- um 525 v. Chr.)
- um 460 v. Chr. -
Epicharmos, griechischer Philosoph, Komödienschreiber und Arzt (
- um 540 v. Chr.)
- 456 v. Chr. -
Aischylos, griechischer Dichter (
- 525 v. Chr.)
- 429 v. Chr. -
Perikles stirbt während des
Peloponnesischen Krieg an der Pest (
- um 500 v. Chr.)
- 428 v. Chr. -
Anaxagoras, griechischer Philosoph (
- um 500 v. Chr.)
- um 425 v. Chr. -
Herodot, griechischer Geschichtsschreiber (
- um 485 v. Chr.)
- 421 v. Chr. -
Ion von Chios, vorsokratischer Philosoph und Dramatiker († 490 v. Chr.)
- 411 v. Chr. -
Antiphon (Redner), griechischer Philosoph (Sophist) (
- um 480 v. Chr.)
- 407 v. Chr. -
Euripides, griechischer Dramatiker (
- um 480 v. Chr.)
- 406 v. Chr. -
Sophokles, griechischer Dramatiker (
- um 497 v. Chr.)
- 404 v. Chr. -
Alkibiades, griechischer Feldherr (
- um 450 v. Chr.)
Erfindungen und Entdeckungen
-
Herodot (
- 485 v. Chr., † 425 v. Chr.) berichtet von der
optischen Signalübertragung durch Feuerzeichen bei den
Persern.
-
Demokrit (
- 460 v. Chr., † 371 v. Chr.) postuliert die Existenz von
Atomen als kleinste und unteilbare Teilchen, aus denen alle
Materie zusammengesetzt ist.
- Im
Peloponnesischen Krieg (431 v. Chr. bis 404 v. Chr.) werden militärische Geheimbotschaften mit Hilfe der
Skytale verschlüsselt.
00-05
ja:紀元前5世紀
ko:기원전 5세기
Philosoph
Ein Philosoph (
griechisch φιλόσοφος, philósophos - Liebhaber der Weisheit) ist ein
Mensch, der nach
Platons
Symposion die
Wahrheit,
das Schöne und
das Gute liebt, und damit begehrt.
Philosophen setzen sich
philosophierend, d.h. auf fundamentale Weise, mit Fragen, die sich dem Menschen stellen, auseinander. Dies können beispielsweise Fragen über die menschliche
Existenz, oder aber auch (in der gegenwärtigen
akademischen Diskussion verbreitetere) Fragen
abstrakterer Natur, wie beispielsweise der Frage nach dem, was es gibt (vgl.
Ontologie), sein.
Die vier großen Fragen der
Philosophie und damit der Philosophen lauten nach
Immanuel Kant:
# Was kann ich wissen? (Die Grenzen des Wissens)
# Was soll ich tun? (Das Maß der Freiheit)
# Was darf ich hoffen? (Der Sinn des Lebens)
# Was ist der Mensch? (Das Wesen der Menschen)
Die Frage, wer denn nun ein Philosoph sei, lässt sich unter verschiedenen Gesichtspunkten beantworten:
# Unumstritten ist die Bezeichnung "Philosoph" für die "Großen" der Philosophie (wie beispielsweise
Platon,
Aristoteles und
Kant).
# Naheliegend scheint die Bezeichnung 'Philosoph' zunächst für diejenigen, die sich (beruflich) mit der
akademischen Disziplin der
Philosophie beschäftigen. Sehr oft möchten sich diese aber selbst nicht als solche sehen. (Prominentes Beispiel hierfür ist
Michel Foucault, der sich selbst "nur" als Kritiker sah.) Ob das nun an eigener Bescheidenheit und Hochachtung für die "Großen" liegt oder eben daran, dass man von einem Philosoph vielleicht viel Weisheit erwartet, kann hier nur vermutet werden.
# Als Philosophen werden auch diejenigen bezeichnet, die sich für die oben genannten Fragen interessieren oder sich ganz allgemein durch Scharfsinn und Tiefe in ihren Gedanken auszeichnen - und eben allem auf den Grund gehen wollen. (Eine hierfür beispielhafte Bezeichnung wäre: XY ist der Philosoph unter den Köchen.)
Literatur
-
Metzler Philosophen Lexikon. ISBN 3476014282
-
Philosophinnen-Lexikon. ISBN 3379015849
-
Philosophinnen - Von der Antike bis zur Aufklärung. ISBN 3518393774
-
Philosophinnen - Von der Romantik bis zur Moderne. ISBN 3518393782
Weblinks
- http://www.philosophenlexikon.de - Philosophen-Lexikon mit zahlreichen Kurzbiografien
- http://www.anderegg-web.ch/phil/philinhalt.htm
- http://www.philosophinnen.de/
- http://www.philosophenlexikon.de/women.htm
Siehe auch: Portal:Philosophie, Liste der Philosophen
!
ja:思想家
th:นักปรัชญา
Griechenland
Griechenland (
griechisch früher Ελλάς, Hellás, heute Ελλάδα, Elláda; amtliche Vollform: Hellenische Republik) liegt in Südost-
Europa und grenzt an
Albanien,
Mazedonien (von Griechenland nicht unter diesem Namen anerkannt, sondern als FYROM bezeichnet),
Bulgarien und die
Türkei und ist ein Anrainerstaat des
Mittelmeers.
Griechenland ist eine
parlamentarische Demokratie und hat ein Einkammer
parlament mit 300 Abgeordneten, von denen 288 auf vier Jahre gewählt und 12 von den Parteien gestellt werden.
Geographie
parlament
Ungefähr ein Viertel der Fläche Griechenlands entfällt auf etwa 9841
Inseln, von denen 167 bewohnt sind.
Die größten davon sind:
-
Kreta (ca. 8.260 km²)
-
Euböa (ca. 3.657 km²)
-
Lesbos (ca. 1.630 km²)
-
Rhodos (ca. 1.400 km²)
-
Chios (ca. 840 km²)
-
Kephalonia (ca. 780 km²)
-
Korfu (ca. 579 km²)
-
Samos (ca. 480 km²)
-
Náxos (ca. 432 km²)
Siehe auch: Liste griechischer Inseln
Regionen auf dem griechischen Festland:
-
Attika
-
Epirus
-
Makedonien
-
Mittelgriechenland
-
Peloponnes
-
Thessalien
-
Thrakien
Die Region
Makedonien im Norden Griechenlands ist nicht mit dem selbständigen Staat
ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien zu verwechseln.
Siehe auch:
Liste der Städte in Griechenland
Verwaltungsgliederung
Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Griechenlands
Griechenland ist in 13 Verwaltungsregionen (griech. περιφέρειες/periphéries, Sg. περιφέρεια/periphéria) gegliedert, die wiederum in 51 Präfekturen (griech. νομοί/nomí, Sg. νομός/nomós) untergliedert sind.
Bevölkerung
Neben den
Neugriechen bzw. der
griechischsprachigen Mehrheitsbevölkerung existieren noch einige
sprachliche Minderheiten. Die wichtigsten Minderheitssprachen sind:
-
Albanisch
-
Aromunisch (in Zentralgriechenland ca. 100.000 aktive Sprecher der Gruppe der
Aromunen oder auch
Vlachen, ca. 300.000 passive Sprecher)
-
Bulgarisch, gesprochen von ca. 30.000 muslimischen
Pomaken
-
Slawomazedonisch, gesprochen von slawischsprachigen Bewohnern Nordwestgriechenlands
-
Türkisch 150.000 in
Thrakien
Türken und
Pomaken sind zusammen als muslimische Minderheit anerkannt und genießen einige besondere Rechte, wie Schulunterricht in türkischer Sprache, Verwendung von Schulbüchern aus der
Türkei (gem. bilateraler Vereinbarungen),
Koranschulen etc. Sie sind über je 3 Abgeordnete von
Nea Dimokratia und
PASOK im Parlament vertreten.
Religion
Nominell gehören 95% der Bevölkerung der
Griechisch-orthodoxen Kirche an, auf dem größten Teil des Festland dem
Autokephalen Orthodoxen Erzbistum von Griechenland mit Sitz in Athen, auf den Inseln und dem Ostzipfel des Festlandes um
Thessaloniki dem "Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel" mit Sitz in
İstanbul. Die Zahl regelmäßiger Kirchenbesucher ist in Griechenland noch deutlich höher als in den meisten anderen Ländern Europas. Die Orthodoxe Kirche übt auch wesentlichen Einfluss auf das Bildungswesen aus und ihre besondere Stellung als
Staatskirche ist in der griechischen Verfassung festgelegt; andererseits untersteht sie teilweise dem Staat, zum Beispiel müssen alle
Bischöfe vom Parlament bestätigt werden.
Daneben gibt es unter den Bürgern mindestens 150.000
Muslime (größtenteils türkischer Abstammung), etwa 121.000
katholische Christen des griechischen und des lateinischen Ritus,
- [http://www.catholic-hierarchy.org/country/scgr1.html] dann etwa 50.000
Zeugen Jehovas, etwa 30.000
protestantische (meist
evangelikale) Christen verschiedener Richtungen, und etwa 5.000
Juden.
Die etwa 700.000
Albaner in Griechenland sind meist nominell Muslime, Katholiken oder Orthodoxe, aber die überwiegende Mehrheit praktiziert ihren Glauben nicht.
Siehe auch: Katholische Kirche in Griechenland
Religionsgeschichte
Zur vorchristlichen Religionsgeschichte siehe Griechische Mythologie
Politik
Innenpolitik
Am
7. März 2004 fand in Griechenland ein Regierungswechsel statt. Die
konservative Partei
Nea Dimokratia (ND) löste die bisher regierende
sozialistische Partei
PASOK ab. Am
8. März 2004 beauftragte Staatspräsident
Konstantinos Stefanopoulos den Spitzenkandidaten der Konservativen
Kostas Karamanlis mit der Regierungsbildung. Schon einen Tag später, am
9. März 2004, stellte er seine neue Regierungsmannschaft vor. Zum neuen Außenminister ernannte er den
Diplomaten Petros Molyviatis. Dieser gilt als Fachmann für die
Zypernfrage. Die Verhandlungen über die Wiedervereinigung der Insel scheiterten jedoch durch die Ablehnung des
Annan-Planes durch die griechischen Zyprioten Ende April 2004.
Die neue griechische Regierung hat 19 Minister, darunter zwei Frauen. Karamanlis erklärte zudem die Vorbereitungen auf die
Olympischen Spiele im August 2004 zur Chefsache, da sein Regierungsteam in dieser Hinsicht unter großem Zeit- und Handlungsdruck stand. Die mit Hilfe der
UNO geführten Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns scheiterten, weshalb am 1. Mai 2004 nur der griechische Teil der Mittelmeerinsel der
Europäische Union beitrat.
Die neue Regierung wird nach Presseberichten weiter eine Annäherung mit der
Türkei anstreben. Der türkische Ministerpräsident
Recep Tayyip Erdogan war einer der ersten Politiker, die Karamanlis zu seinem Sieg gratulierten.
Die beiden größten Parteien Nea Dimokratia und Pasok beherrschen seit 1974 die griechische Politik, daneben spielt auch die kommunistische
KKE eine wesentliche Rolle. Die Sitzverteilung im griechischen
Parlament, der
Vouli ton Ellinon, sieht derzeit wie folgt aus:
Nea Dimokratia - 165
PASOK - 117
KKE - 12
SYN - 6
Siehe auch: Politische_Parteien_in_Griechenland
Innenpolitisch steht Griechenland vor zahlreichen Herausforderungen. Diese liegen im wesentlichen in den Bereichen der
Haushaltspolitik und der Konsolidierung des immer noch dramatisch defizitären Staatshaushalts und der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die trotz des konstanten beachtenswerten Wirtschaftswachstums der letzten Jahre immer noch auf hohem Niveau verharrt bei gleichzeitig massiver Teuerung.
Ein weiteres ungelöstes Problem ist der massive Zuzug, vor allem illegaler als in der Landwirtschaft geschätzter billiger Arbeitskräfte, von Ausländern v.a. aus Albanien, Rumänien und Bulgarien. Mit einer gleichzeitig steigenden Kriminalitätsrate v.a. im Bereich der Eigentumsdelikte -in der Vergangenheit eine quantité negligeable- begünstigt dieses Umfeld vermehrt soziale Spannungen und latent fremdenfeindliche Tendenzen in der Bevölkerung.
Außenpolitik
Der außenpolitische Kurs Griechenlands steht oftmals im Gegensatz zu dem seiner Bündnispartner in
EU und
NATO. Der Ministerpräsident der 90er Jahre
Andreas Papandreou galt mit seinen immer wiederkehrenden nationalistischen Eskapaden als Enfant terrible in der EU. Der in der Bevölkerung tief verwurzelte Anti-Amerikanismus und das schwierige Verhältnis Griechenlands zu seinen Nachbarn sowie tiefe Prägungen aus der Geschichte machen Griechenlands Außenpolitik zu einem komplexen Thema.
Insofern sind die schrittweise Aussöhnung und die immer besser werdenden Beziehungen zum ehemaligen Erzfeind
Türkei ein revolutionärer Schritt. Griechenland gilt als einer der größten Befürworter eines EU-Beitritts Ankaras.
Auch wenn Griechenlands Position zum
Zypern-Konflikt eindeutig ist, so hat die Ablehnung des
Annan-Plans das Verhältnis zur Türkei nicht wesentlich belastet.
Das Verhältnis zu Albanien, mit dem der faktische Kriegszustand erst 1987 beendet wurde, kann mittlerweile als ausgeglichen betrachtet werden, die Kontakte zu
Sofia und
Bukarest sind sehr gut. Mit
Bulgarien wurde die Eröffnung 3 neuer Grenzübergänge vereinbart.
Die diplomatischen Beziehungen zum nördlichen Nachbarn
Mazedonien befinden sich zwar im Ausbau und der Ausblick ist positiv. Das Verhältnis bleibt jedoch wegen des nach wie vor ungelösten
Namensstreits belastet, verstärkt wieder nach Anerkennung der
Republik Mazedonien durch die
USA im November 2004.
Die Beziehungen zu
Serbien sind traditionell exzellent. Serbien gilt immer noch als jahrhundertealter einziger Verbündeter, den man auf dem Balkan hat. Die durchweg pro-serbische Haltung im
Jugoslawienkrieg und die dezidiert geschlossen ablehnende Haltung gegen das NATO-Bombardement auf Serbien 1999 belasteten jedoch das gespannte Verhältnis zur
NATO, auch wenn Griechenland offiziell seine Bündnistreue betont.
Gesundheitswesen
Im griechischen
Gesundheitssystem genießen, ähnlich wie in
Großbritannien, alle griechischen und ausländischen Bürger, die in Griechenland tätig sind, einen staatlichen Versicherungsschutz. Der Arzt kann wählen zwischen dem Dienst im öffentlichen Bereich oder einer Privatpraxis; beide Varianten zusammen sind nicht möglich. Die Versorgung kann in zwei Kategorien eingeteilt werden:
Die primäre Versorgung der staatlichen Versicherung, wobei hier ungleiche Verhältnisse bei den ärztlichen Dienstleistungen in Städten, städtischen Randgebieten und ländlichen Bezirken bestehen. In den städtischen Zentren ist die primäre staatliche ärztliche Versorgung deutlich besser als auf dem Land, weil es gut organisierte Ärztehäuser gibt, die von den Versicherten aller Bereiche zwecks ihrer Behandlung aufgesucht werden.
Die sekundäre private Versorgung, wie man sie gewöhnlich in Privatpraxen sowie den Hauptstädten der Regierungsbezirke und in den Städten der größeren Inseln findet. Die von zahlreichen Touristen in Anspruch genommene ärztliche Versorgung der Inseln wird hauptsächlich von einzelnen, frei praktizierenden Ärzten, von privaten Gesundheitszentren mit meist sehr guter Facharztausstattung, sowie von Landärzten wahrgenommen.
Die staatliche Versorgung ist nicht ganz auf mitteleuropäischem Stand (v.a. spezielle OP-Verfahren betreffend), während die Privatversorgung
mitteleuropäischen Standard hat. Teilweise ist sogar in Notfällen kein Vorzeigen des persönlichen Krankenheftes notwendig, wenn der Patient nicht stationär behandelt wird.
Dies gilt für alle Personen, die sich in Griechenland aufhalten.
Kultur und Gesellschaft
Griechische Philosophie
Artikel:
Philosophie der Antike
Griechische Kunst
Hauptartikel:
Kunstgeschichte Griechenlands
Griechische Küche
Hauptartikel:
Griechische Küche
Griechische Literatur
Hauptartikel:
Griechische Literatur
Griechische Musik
Hauptartikel:
Griechische Musik
Griechischer Wein
Hauptartikel:
Weinbau in Griechenland
Sport
- Fußball (
Fußball in Griechenland )
- Basketball (
Griechischer Basketball )
- Volleyball
- Wasserball
- Gewichtheben
- Handball
-
Marathonlauf (dieser geht der Legende nach auf den Läufer
Pheidippides zurück, der die Nachricht vom Sieg der Griechen über die Perser nach Athen brachte)
Adel
Laut Artikel 4 Absatz 7 der griechischen
Verfassung werden "griechischen Staatsbürgern (...) Adelstitel oder Rangbezeichnungen weder verliehen noch anerkannt."
Geschichte
Hauptartikel:
Geschichte Griechenlands, siehe auch:
Liste der Herrscher von Griechenland.
Das
antike Griechenland samt den
kleinasiatischen Städten wird als
Wiege Europas bezeichnet, insbesondere aufgrund der
griechischen Philosophie (siehe:
Platon,
Aristoteles). Nachdem
Rom Griechenland im Jahre 146 v. Chr. zur römischen Provinz machte, wurde es nach der Reichsteilung
395 Bestandteil des
oströmischen bzw. byzantinischen Reiches bis zu dessen Untergang.
Zu Details siehe: Antikes Griechenland und
Byzantinisches Reich
Byzantinisches Reich
Seit
1453 Teil des
Osmanischen Reichs kam es ab
1821 zum
großen Volksaufstand. Als einer der wichtigsten geistigen Wegbereiter dieses Volksaufstands gilt
Rigas Velestinlis (1757-1798). Durch das
Londoner Protokoll vom
3. Februar 1830, vom Osmanischen Reich am
24. April anerkannt, wurde Griechenland zum selbständigen Staat erklärt. Somit war
Ioannis Kapodistrias bis zu seiner Ermordung das erste Staatsoberhaupt. Im Jahr
1832 wurde dann Prinz Otto von Bayern als
Otto I. Griechenlands erster (neuzeitlicher) König. Allerdings umfasste dieser Staat nur den kleineren Teil des heutigen
Staatsgebiets.
Thessalien wurde
1881,
Kreta 1908 erworben. Die meisten Inseln sowie der Norden
Epirus und Nordosten
Makedonien des heutigen Staates (mit
Thessaloniki) kamen erst durch die beiden Balkankriege
1912-
1913 an Griechenland, als das geschwächte Osmanische Reich sich dort nicht mehr gegenüber den mit
Serbien und zeitweise
Bulgarien verbündeten Griechen behaupten konnte.
Nach dem
Ersten Weltkrieg versuchte das mit der
Entente verbündete Griechenland mit Billigung der Siegermächte (Völkerbundsmandat) die türkische Niederlage zu nutzen, um außer dem von Bulgarien gewonnen West
thrakien auch Osthrakien und das damals mehrheitlich von Griechen bewohnte Gebiet von
Smyrna (heute
İzmir) unter seine Kontrolle zu bringen. Ziel war die Umsetzung der
Megali Idea (Großen Idee), welche vom damaligen Ministerpräsidenten
Eleftherios Venizelos mit dem Ausdruck "Griechenland der zwei Kontinente und fünf Meere" als außenpolitisches Ziel konkretisiert wurde. Doch
1922 endete der Griechisch-Türkische Krieg mit einer verheerenden griechischen Niederlage in der
Kleinasiatischen Katastrophe. Im
Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein radikaler
Bevölkerungsaustausch vereinbart: Alle noch in großen Teilen der Türkei verstreut lebenden Griechen (mit Ausnahme der Istanbuler Griechen und einiger Inselgriechen) wurden nach Griechenland vertrieben (etwa 1,5 Mio.), im Gegenzug mussten an die 500.000 meist türkische Muslime Griechenland verlassen, mit Ausnahme der Muslime in Thrakien. Die Flüchtlingsquote in Griechenland nach diesem Krieg betrug ca. 25 %, wesentlich mehr als etwa in Westdeutschland nach dem
Zweiten Weltkrieg.
Im
Zweiten Weltkrieg lehnte Griechenland unter dem Diktator General
Metaxas ein
italienisches
Ultimatum zur
Kapitulation ab. (Der Tag der Ablehnung, der 28. Oktober 1940 wird heute als
Nationalfeiertag, der sogenannte "Nein-Tag", begangen, da Metaxas ein
Telegramm lediglich mit dem Wort
Όχι, also
Nein, an Italien gesendet haben soll.) Daraufhin wurde Griechenland von
Italien angegriffen, konnte aber die italienischen Truppen schlagen und bis weit hinter die albanische Grenze zurückdrängen. Erst durch das militärische Eingreifen der
deutschen Wehrmacht im April-Mai
1941 über
Jugoslawien und Bulgarien wurde der griechische Widerstand gebrochen. Italien, Deutschland und Bulgarien errichteten ein hartes Besatzungsregime. Gegen die bald erstarkende
Partisanenbewegung griffen die Besatzungsmächte mehrfach
kriegsverbrecherisch auf brutale Weise durch: In verschiedenen Orten, unter anderem in
Kalavrita und
Distomo, wurde als "Vergeltung" für
Partisanenüberfälle die jeweilige Dorfbevölkerung von der
Wehrmacht oder "Sondereinheiten" ermordet. Die Frage nach einer Entschädigung von deutscher Seite für diese Aktionen ist bis heute immer wieder Gegenstand politischer Diskussion. Der bewaffnete Widerstand ging hauptsächlich von der
kommunistisch beeinflussten Volksbefreiungsarmee
ELAS aus. Gleichzeitig gab es aber auch rivalisierende
royalistische Partisanen, die durch
Großbritannien unterstützt wurden. Nach militärischer Intervention Großbritanniens am
5. Dezember 1944 wurde die ELAS entsprechend dem
Abkommen von Varkiza vom
12. Februar 1945 entwaffnet und demobilisiert.
Der Zweite Weltkrieg ging in Griechenland quasi direkt in den
Griechischen Bürgerkrieg über, der sich bald als
Stellvertreterkrieg der beiden politischen Pole entpuppte: Die griechischen
Kommunisten, welche die Hauptlast des
Partisanenkampfes gegen das Besatzungsregime der deutschen
Wehrmacht getragen hatten, versuchten nun, nur halbherzig unterstützt von der
Sowjetunion und anfangs auch Jugoslawien (siehe Landkarte mit Umfang jugoslawischer Ansprüche gegen Griechenland:[http://www.macedonian-heritage.gr/Images/Maps/Borders_Symbols_Stability/map4.gif 1]), die Herrschaft über das befreite Griechenland zu erlangen, stießen jedoch auf vornehmlich
royalistische Gegenwehr, welche v.a. von
Großbritannien und den
USA großzügig unterstützt wurde.
Im Gegensatz zu allen anderen osteuropäischen Staaten gelang den Kommunisten die Machtübernahme in Griechenland jedoch nicht: Im auf beiden Seiten mit äußerster Härte, auch gegenüber der Zivilbevölkerung, geführten Bürgerkrieg wurden die kommunistischen Verbände immer mehr nach Nordwesten zurückgedrängt. Das Ende der Unterstützung durch
Jugoslawien besiegelte schließlich das Ende ihrer militärischen Macht.
Grund für die spärliche Unterstützung durch die kommunistischen "Bruderstaaten" war ein Geheimabkommen am Rande der
Konferenz von Jalta 1945:
Churchill und
Stalin hatten dort ein Einflussverhältnis von "90% West zu 10% Ost" für Griechenland vereinbart; dies wurde später von vielen griechischen Kommunisten als "sowjetischer Verrat" empfunden, da man lediglich ein
Bauernopfer Stalins gewesen sei. Seit dieser Zeit gibt es in Griechenland zwei Kommunistische Parteien (griechisch "KKE" für
Κομμουνιστικό Κόμμα Ελλάδας, lat.: Kommunistiko Komma Elladas, dt.: Kommunistische Partei Griechenlands): die damals Desillusionierten bildeten die "Inlands-KKE", die weiterhin linientreuen Stalinisten die "Auslands-KKE".
Im Sinne eines strikten Antikommunismus blieben noch bis in die
1960er Jahre viele bürgerliche Freiheiten eingeschränkt, was die
NATO jedoch nicht davon abhielt, Griechenland
1952 aufzunehmen und so strategisch im Westen zu verankern.
1967 ergriff in Reaktion auf Liberalisierungstendenzen ein Militärregime unter
Georgios Papadopoulos die Macht, während dessen zahlreiche Oppositionelle eingesperrt, gefoltert, ermordet oder ins
Exil getrieben wurden, darunter der Komponist
Mikis Theodorakis (sog.
Obristenputsch). Das Zypernabenteuer der
Junta führte
1974 zum Zusammenbruch der Diktatur und zur Rückkehr zur Demokratie unter
Konstantin Karamanlis.
Seit
1981 ist Griechenland Mitglied der
EU. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Modernisierung wurde durch die hohen EU-Hilfsgelder (unter anderem für die
Landwirtschaft) gefördert, doch der Abstand zu den entwickelteren EU-Staaten blieb bestehen.
Angesichts der Umwälzungen im ehemaligen
Jugoslawien ab
1989 versuchte Griechenland eine eigenständige, proserbische außenpolitische Rolle zu spielen, oft in deutlicher Abgrenzung von EU und
NATO. Dies zeigte sich in der Namensfrage mit
Mazedonien oder im Bosnien- und
Kosovokonflikt. Dies lag vor allem an den wirtschaftlichen Interessen Griechenlands in dieser Region (Transitwege), aber auch ideologische Parallelen spielten hierbei eine gewichtige Rolle.
In jüngster Zeit wurden unter der Regierung
Simitis Schritte zur Entkrampfung des griechisch-türkischen Verhältnisses, aber auch der Beziehungen zu den Nachbarstaaten auf dem Balkan unternommen, die wirtschaftlich zunehmend interessant werden für den griechischen Außenhandel und für Auslandsinvestitionen.
Literatur
- Bötig, Klaus:
Griechenland: Festland und Peloponnes, DuMont : Köln 1996, 396 S., ISBN 3-7701-3456-7
- Müller, Michael (Hrsg.):
Griechenland. Reisehandbuch, Michael Müller Verlag : Erlangen, 8. Aufl. 2002, 768 S., ISBN 3-9232-7860-8
- Steven W. Sowards:
Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus, BoD 2004, ISBN 3-8334-0977-0
Siehe auch
-
Portal: Griechenland
Weblinks
-
20px Wiki-Portal Griechenland
- [http://www.griechische-botschaft.de/ Griechische Botschaft in Berlin]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=52 Länder- und Reiseinformationen] des
Auswärtigen Amtes
- [http://www.mythos-griechenland.de Der Mythos Griechenland über die Jahrhunderte]
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Regional/Europa/Griechenland/ Open Directory Project: Griechenland]
- [http://home.nikocity.de/schmengler/texte/griech.htm Agrarsektor und Agrarstrukturen in Griechenland]
- [http://de.greece-museums.com/ Griechische Museen]
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechenland.html Bibliographie Griechenland]
Kategorie:Land in der EU
Kategorie:Staat
Kategorie:Mittelmeer
fiu-vro:Kriika
ja:ギリシャ
ko:그리스
ms:Yunani
roa-rup:Gârţii
simple:Greece
th:ประเทศกรีซ
zh-min-nan:Hi-lia̍p Klazomenai
Die
antike kleinasiatische Stadt Klazomenai wurde 654 v. Chr. ausgehend von
Kolophon von den
Ioniern gegründet.
Die Stadt lag an der Nordseite des
Isthmus von Theos, rund 100 Kilometer westlich der heutigen türkischen Stadt
Izmir, dem ehemaligen Smyrna. Im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde der Ort zum besseren Schutz auf eine der Küste vorgelagerte Insel verlegt. Ein nach dem
Mimas genannter Höhenzug trennte die Stadt von
Erythrai, der Heimat der berühmtesten hellenischen
Sibylle, die den Fall
Trojas geweissagt haben soll. Klazomenai war der Geburtsort des
Vorsokratikers
Anaxagoras (
-
499 v. Chr. - †
428 v. Chr.), der insbesondere durch sein Werk
Über die Natur bekannt wurde.
Ausgrabungen förderten unter anderem attische Keramik und die sogenannte
Kore von Klazomenai, den Torso einer weiblichen Statue, zu Tage.
Kategorie:Ionische Stadtgründung
Kategorie:Ort in der Türkei
Kategorie:Antike Stadt Athen
Die Stadt Athen (griechisch
Αθήνα = Athina), welche ihren Namen der griechischen Kriegsgöttin
Athene verdankt, ist die Metropole
Griechenlands. Die eigentliche Stadt hat 729.137 Einwohner, die
Agglomeration 3.753.726 Einwohner (Stand jeweils 1. Januar 2005). Sie liegt in der weiträumigsten Ebene der Landschaft
Attika mit den Flüssen
Ilysos und
Kephisos und ist an drei Seiten umgeben von Gebirgszügen, vom Hymettos (1.026 m), vom Pentelikon (1.109 m), vom Parnes (1.413 m) und vom Ägaleo (468 m), die vierte Seite öffnet sich zum Meer, dem Saronischen Golf.
Der Überlieferung nach wurde Athen von König
Kekrops gegründet. Die Stadt ist seit etwa 5.000 Jahren kontinuierlich besiedelt und damit sicher eine der ältesten Siedlungen Europas.
1985 wurde Athen erste
Kulturhauptstadt Europas. In die Liste des
Weltkulturerbes der
UNESCO wurde
1987 die
Akropolis und
1990 das
Kloster Daphni aufgenommen.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Athens
Die Geschichte der Stadt Athen reicht etwa 7.500 Jahre, bis in die
Jungsteinzeit zurück. Um
1300 v. Chr. wurde auf der
Akropolis ein
mykenischer Königspalast errichtet. Die älteste Stadtanlage beschränkte sich auf die obere Fläche eines steilen, nur von Westen her zugänglichen Felshügels, der später als Burg (
Akropolis) den militärischen und religiösen Mittelpunkt Athens bildete. Die Fläche wurde bereits sehr frühzeitig eingeebnet und mit einer starken Mauer umgeben, die mit neun hintereinander angeordneten Toren gesichert wurde (
Enneapylai). Diese Anlage hieß nach den
Pelasgern, denen man den Bau zuschrieb,
Pelargikon. Innerhalb dieser Burg wohnten die alten Könige dieses Teils von Attika. Athen stand seit jeher unter dem besonderen Schutz des
Zeus, dem ein früh erbauter Altar gewidmet war, sowie der stadtschützenden
Athene (
Athene Polias), der auch der älteste Tempel der Stadt, der
Hekatompedos, geweiht war. Dem äußeren Stadttor gegenüber lag der älteste Markt der Stadt, die
Agora.
Die Stadt konnte lange Zeit ihre Einflussgebiete erweitern. Dem sagenhaften König
Theseus wird zugeschrieben, die verschiedenen Teile der Landschaft Attika vereinigt zu haben. Den Höhepunkt ihres politischen und kulturellen Einflusses erreichte Athen im 5. Jahrhundert v. Chr. Auch als sie
86 v. Chr. dem
Römischen Reich einverleibt wurde, behielt sie ihren Status als intellektuelles Zentrum. Dies änderte sich erst im Jahr
529 n. Chr., als die letzten Philosophieschulen auf Anweisung des byzantinischen Kaisers
Justinian I. geschlossen wurden.
1458 wurde Athen von den
Osmanen erobert und verlor von diesem Zeitpunkt an immer weiter an Bedeutung. Aufgrund mehrerer Zerstörungen zwischen dem
17. Jahrhundert und dem
19. Jahrhundert war die Stadt praktisch unbewohnt, als sie
1833 zur Hauptstadt des neu gegründeten
Griechischen Königreichs erhoben wurde.
Heute ist Athen eine moderne
Großstadt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Großstadt
-
Akropolis, u. a. mit Parthenontempel, Niketempel, Erechtheion, Propyläen (in das
Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen)
-
Agora, u. a. mit dem Tempel des
Hephaistos und der Athena (der am besten erhaltene Tempel Griechenlands), dem Nachbau der Stoa des
Attalos (mit Agoramuseum)
-
Kerameikos (antike Stadtmauer mit dem Dipylon, dem größten Athener Stadttor), Gräberstraße
- Dionysostheater (an dieser Stelle wurden die klassischen Tragödien der großen Dramatiker
Aischylos,
Sophokles und
Euripides uraufgeführt sowie die Komödien
Aristophanes und ab
330 v. Chr. wurde hier die
Volksversammlung abgehalten)
-
Odeion des Herodes Attikus
-
Römische Agora mit dem
Turm der Winde
-
Hadrians Bibliothek
Hadrians Bibliothek
- Olympieion (Tempel des Olympischen
Zeus, des gewaltigsten Tempels des griechischen Festlands, mit über 17 m hohen Säulen)
- Panathenäisches Stadion (Kallimarmaro-Stadion),
330 v. Chr. wurde das Stadion für die Panathenäischen Spiele erbaut (unter
Demosthenes) und
140 n. Chr. von
Herodes Atticus mit pentelischem
Marmor erneuert. Der heutige Nachbau ist mit Mitteln des griechischen Kaufmanns Georgios Averof gebaut worden. In diesem Stadion fanden 1896 die Olympischen Spiele statt (endgültig fertig wurde das Stadion
1906).
- Syntagmaplatz, U-Bahn-Station Syntagmaplatz (auch als Museum gestaltet mit Ausstellungsstücken von Ort und Stelle), Parlamentsgebäude (Königspalast), stündlicher Wachwechsel der Evzonen vor dem
Grabmal des unbekannten Soldaten (Sonntagvormittag Aufmarsch)
- Athener Trilogie, ein neoklassizistisches Ensemble: die Akademie, die Universität, die Nationalbibliothek. Zuerst entstand nach Plänen von Christian Hansen die ottonische Universität (
1842).
1891 wurde die Akademie der Wissenschaften nach Plänen von
Theophil Hansen (siehe auch Wien, Ringstraße) in der Ausführung von
Ernst Ziller eingeweiht (die Fertigstellung verzögerte sich durch die Vertreibung König Ottos aus Athen). Ebenfalls 1891 wurde die Nationalbibliothek nach Entwürfen von Theophil Hansen fertiggestellt.
- Nationalgarten mit Zappeion
- Erster Athener Friedhof, Grabstätten von
Heinrich Schliemann und seiner Frau Sophia, Georgios Averof,
Melina Mercouri,
Andreas Papandreou,
Adolf Furtwängler (Archäologe), am Grab von Sophia Afendakis die "Schlafende" (Koimomeni), das Werk eines der bedeutendsten griechischen Bildhauer, Giannoulis Chalepas (
1854–
1937)
-
Lykavettos (Erhebung von 277 m mitten in Athen, hervorragende Aussicht auf Athen, Zahnradbahn)
- Hallen des städtischen Zentralmarkts für Fisch und Fleisch
- Die Plaka ist das älteste Quartier Athens. Dort, unterhalb der Akropolis, findet man in einem labyrinthischen Gewirr von Gassen viele Tavernen, Restaurants und kleine Geschäfte.
- Byzantinische Kirchen, z. B. Hagioi Theodoroi (
11. Jahrhundert), Hagios Joannis Theologos (11./
12. Jahrhundert) oder Hagios Eleftherios – kleine Metropolis (11./12. Jahrhundert)
- Kloster Dafni (in das
Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen)
- Kloster Kaisariani
Museen
- Archäologisches Nationalmuseum
- Epigraphisches Museum
Weltkulturerbe
Weltkulturerbe
- Neues Akropolismuseum
- Museum für kykladische Kunst
- Benaki-Museum
- Numismatisches Museum
- Byzantinisches Museum
-
Nationalgalerie
- Jüdisches Museum (2300 Jahre Geschichte der Juden in Griechenland)
- Archäologisches Museum Piräus
- Hellenisches Marinemuseum Piräus
- Schiffsmuseum Trokadero Marina (Palaio Faliro), mit der Athener Straßenbahn gut zu erreichen. [http://www.richardstokowski.de/athen.html Griechischer Panzerkreuzer Averof] Der schwere Panzerkreuzer mit 6 Geschütztürmen, 140 m lang, 21 m breit, 10.300 Tonnen schwer, 23 Knoten, 670 Mann Besatzung (im Einsatz bis 1.200 Mann), hat den Balkankrieg und zwei Weltkriege überstanden. Er war von
1911 bis
1955 in Dienst und spielte in der neugriechischen Geschichte eine wichtige Rolle. Er war damals ein Geschenk des Kaufmanns G. Averof an sein Land. Ein weiteres Kriegsschiff des Museums ist der Nachbau einer antiken attischen
Triere (Dreiruderer) des 5. vorchristlichen Jahrhunderts, 36,90 m lang, 5,50 m breit, 70 Tonnen schwer, 4 Knoten Reisegeschwindigkeit (ein Hauptsegel, ein Vorsegel) beim Einsatz der halben Ruderbesatzung, bis 9 Knoten schnell beim Einsatz aller Ruderer, eine 180-Grad-Drehung in einer Minute, 170 Ruderer, 10 Matrosen, etwa 10 Soldaten. Der Neubau mit dem Namen OLYMPIAS entstand 1987.
Olympische Spiele
Triere]
:
Siehe auch Olympische Sommerspiele 2004
Im Sommer
2004 fanden in Athen die
Olympischen Spiele statt. Im antiken nachgebauten Panathenäischen Stadion (Kallimarmaro-Stadion, hier fanden die
Olympischen Spiele von 1896 statt) war der Zieleinlauf des
Marathonlaufs von 2004. Man hatte zwar anfangs Probleme mit dem Bau der Stadien, dennoch waren zur Eröffnung alle Stadien funktionstüchtig. Durch die Olympischen Spiele 2004 bekam Athen ein Sicherheitspaket von 1 Mrd. Euro - die größte Sicherheit für olympische Spiele in der Geschichte.
Demographie
Athen wuchs in den vergangenen 150 Jahren extrem schnell zu seiner jetzigen Größe heran. Während es 1832 bei der Gründung des modernen Griechenland kaum 1000 Einwohner hatte, so sind es heute im Großraum Athens etwa 4 Millionen Einwohner. Wichtige Eckdaten sind der
Griechisch-Türkische Krieg von 1920/21, als Griechenland im
Vertrag von Lausanne das östliche
Thrakien und die Provinz Smyrna (heute
İzmir) an die Türkei abgeben musste. Über eine Million Griechen mussten daraufhin ihre Heimat verlassen. Viele fanden eine neue Heimat in Athen. Viele Stadtteile tragen so auch noch den Namen der "alten" Heimat. Nea Filadelfia, Nea
Smyrni, usw. Auch der Sportverein AEK Athen ist der Verein der Vertriebenen, das K steht für Konstantinopel! Die Entwicklung der Einwohnerzahlen im Gebiet Athen und Piräus nach dem Zweiten Weltkrieg verlief wie folgt:
:1940: 1,1 Mio
:1951: 1,4 Mio
:1961: 1,8 Mio
:1971: 2,5 Mio
:1981: 3,0 Mio
:1991: 3,1 Mio
:2001: 3,7 Mio
Klima
Das Stadtklima Athens ist ein ganz besonderes in Griechenland und auch in Europa. Durch die Lage Athens, umringt im Westen, Norden und Osten von Bergen und die vorherrschenden Winde in Griechenland, ist das Wetter in Athen noch trockener und wärmer als in anderen Regionen des Landes. Sommertemperaturen erreichen während Hitzeperioden, die drei, vier Tage andauern und von Juni bis September auftreten können zwischen 40 °C und 45 °C im Schatten. Durch die dichte Besiedlung kühlt es in der Nacht kaum ab. Temperaturen von +30 °C um Mitternacht sind die Norm im Sommer, 35 °C keine Seltenheit. Erst gegen morgen fällt das Thermometer kurzzeitig unter 30 °C. Damit sind die Athener Nächte die wärmsten in Europa und stehen denen im arabischen Raum nur wenig nach. Im Winter dagegen kommt es häufiger zu Kaltlufteinbrüchen aus dem Norden, die dann vor allem in den nördlichen Stadtbezirken auch in regelmäßigen Abständen zu einer Schneedecke führen. Zweifellos passiert dies aber nicht jedes Jahr. Für mitteleuropäische Verhältnisse sind vor allem die Novembertage noch erstaunlich warm. Während es in anderen südeuropäischen Städten schon "Wintertemperaturen" hat, sind es in Athen oftmals bis Mitte November noch 20-25 °C am Tag. Dafür fängt das Frühjahr später an und März und April sind noch erstaunlich kühl. Insgesamt bleibt die Jahresniederschlagsmenge mit unter 400 mm pro Jahr in Athen auf einem sehr niedrigen Niveau.
Söhne und Töchter der Stadt
Smyrni
-
Jo Akepsimas, griechisch-französischer Chansonnier und Komponist
-
Clemens von Alexandria, griechischer Theologe
-
Andokides (Redner), attischer Redner
-
Theo Angelopoulos, griechischer Filmregisseur
-
Antiphanes, Dichter der mittleren attischen Komödie
-
Antiphon (Sophist), griechischer Philosoph und Sophist
-
Antisthenes, griechischer Philosoph der Antike
-
Aristophanes, griechischer Komödiendichter
-
Irene von Athen, Kaiserin des Oströmischen Reiches
-
Peter Auzinger, Schauspieler; bayerischer Mundartdichter
-
Stavros Dimas, griechischer Politiker und EU-Kommissar für Umweltpolitik
-
Maria Farantouri, griechische Sängerin
-
Georges Garvarentz, französischer Komponist und Arrangement (Musik)|Arrangeur
-
Glykon von Athen, griechischer Bildhauer
-
Isokrates, attischer Redner
-
Nikolaos Kaklamanakis, Windsurfer
-
Kimon, Athenischer Politiker und Feldherr
-
Konstantin I. (Griechenland), König von Griechenland
-
Menis Koumandareas, griechischer Künstler
-
Lysias, attischer Redner
-
Jimmy Makulis, griechischer Schlagersänger
-
Melina Mercouri, griechische Schauspielerin, Sängerin, Kultusministerin
-
Miltiades der Jüngere, Aus Athen stammender Feldherr und Politiker
-
Dimitri Mitropoulos, griechisch-amerikanischer Dirigent
-
Stavros Niarchos, griechischer Reeder
-
Paul (Griechenland), König von Griechenland (von 1947 bis 1964)
-
Wilhelm Petersen, deutscher Komponist
-
Phidias, Bildhauer der Antikes griechischen Antike
-
Alberto Savinio, italienischer Schriftsteller und Maler
-
Giourkas Seitaridis, griechischer Fußballspieler
-
Sokrates, griechischer Philosoph
-
Solon, griechischer Politiker und Gesetzgeber Athens
-
Sophia von Griechenland, Königin von Spanien
-
Speusippos, Neffe Platons
-
Ekaterini Thanou, griechische Leichtathletin
-
Apostolos-Athanasios Tsochatzopoulos, griechischer Politiker
-
Maria Vassilakou, österreichische Politikerin
-
Georgos Vithoulkas, griechischer Homöopath, erhielt 1996 den alternativen Nobelpreis
Siehe auch: Eulen nach Athen tragen,
Metro Athen
Weblinks
- [http://www.cityofathens.gr/ Offizielle Seite]
- [http://www.gnto.gr/ EOT, Griechische Zentrale für Fremdenverkehr]
- [http://www.athen-guide.com/ Athen-Magazin]
- [http://www.dbo.gr/ Deutsche Buchhandlung in Athen]
- [http://www.goethe.de/om/ath/ Goethe-Institut Athen]
- [http://www.athen.diplo.de/el/Startseite.html Deutsche Botschaft Athen]
- [http://www.aia.gr Internationaler Flughafen Athen]
!
Kategorie:Hauptstadt in Europa
ja:アテネ
ko:아테네
simple:Athens
th:เอเธนส์
zh-min-nan:Athína Homoiomerien
Die Homoiomerien (
griech.) eigentlich: gleichartige Teilchen - bezeichnen nach
Anaxagoras die letzten Teilchen, aus denen alles zusammengesetzt sei.
Sie seien ewig, unzerstörbar, unveränderlich und - im Unterschied zu
Demokrits
Atomen (siehe
Atomistik), die
qualitätslos sind - von unendlicher qualitativer Mannigfaltigkeit; das heißt, nach Anaxagoras gibt es unendlich viele dieser letzten Teilchen, die jeweils ein ganz eigenes Sein haben.
Der Begriff "Homoiomerie" selbst stammt von
Aristoteles, der ihn bei der Wiedergabe der philosophischen
Hauptgedanken des Anaxagoras verwendet (in: Metaphysik, Buch A, 3, 984a 14).
In der Literatur wird auch manchmal der Begriff "Homöomerien" verwendet.
Kategorie:Naturphilosophie
Kategorie:Ontologie Sonne
Die Sonne (
lat. Sol ) ist der
Stern im Zentrum unseres Planetensystems, das nach ihr als
Sonnensystem bezeichnet wird. Umgangssprachlich wird der Individualname unseres
Zentralgestirns auch synonym zu
Stern verwendet. Das Zeichen der Sonne:
Stern
Die Sonne ist für das Leben auf der
Erde von
fundamentaler Bedeutung. Viele wichtige Prozesse auf der Erdoberfläche, wie das
Klima und das
Leben selbst, werden durch die
Strahlungsenergie der Sonne angetrieben. So stammen etwa 99,998 % des gesamten Energiebeitrags zum Erdklima von der Sonne – der winzige Rest wird aus
geothermalen Wärmequellen gespeist. Auch die
Gezeiten gehen zu einem Drittel auf die
Schwerkraft der Sonne zurück.
Schwerkraft
__TOC__
Allgemeines
Schwerkraft
Die Sonne ist der beherrschende
Himmelskörper in unserem Planetensystem, zu dessen Gesamtmasse sie 99,9 % beiträgt. Ihr Durchmesser beträgt 1,3925 Millionen km (109-facher Erddurchmesser), was knapp unter dem geschätzten Mittelwert aller Sterne liegt. Sie ist ein Stern der so genannten
Hauptreihe, ihre
Spektralklasse ist G2, und sie hat die
Leuchtkraftklasse V. Das bedeutet, dass die Sonne ein durchschnittlicher, gelb leuchtender „
Zwergstern“ ist, der sich in der etwa 10 Milliarden Jahre dauernden Hauptphase seiner Entwicklung befindet. Ihr Alter wird auf etwa 4,6 Milliarden Jahre geschätzt.
Die
Leuchtkraft der Sonne entspricht einer Strahlungsleistung von etwa 3,8·10
26 Watt. Diese Strahlung wird zum Großteil im sichtbaren Licht abgegeben mit einem Maximum in den
Spektralfarben Gelb und Grün. Die Farbe der Sonne, die wir als gelb wahrnehmen, erklärt sich aus ihrer
Oberflächentemperatur von etwa 5.700 °C (siehe auch
Schwarzkörperstrahlung). Die zentrale Bedeutung der Sonne für die Lebensprozesse auf der Erde zeigt sich auch hier: jener Bereich des
elektromagnetischen Spektrums, in dem die Sonne am stärksten strahlt, ist genau der für uns Menschen und die meisten anderen Lebewesen
sichtbare Teil dieses Spektrums. Dieses Faktum kann
teleologisch oder durch
Evolution gedeutet werden.
Die
Sonnenmasse beträgt etwa das Doppelte der geschätzten Durchschnittsmasse aller Sterne unserer
Milchstraße. Zählt man nur die Sterne mit
Kernfusion (schließt also die „
Braunen Zwerge“ aus), liegt die Masse im Durchschnitt. Ihre Masse setzt sich zu 73,5 % aus
Wasserstoff und zu 25 % aus
Helium zusammen. Hinsichtlich der Anzahl der
Atome betragen diese Anteile 92,7 % und 7,9 %. Die restlichen 1½ Prozent der Sonnenmasse setzen sich aus zahlreichen schwereren Elementen zusammen, vor allem
Sauerstoff und
Kohlenstoff.
Im
Sonnenkern entsteht aus den dicht gedrängten
Atomkernen des Wasserstoffs durch Kernfusion Helium, so dass der Wasserstoff-Anteil zugunsten des Heliums in Zukunft weiter sinken wird. Dieser Prozess ist der
Motor der Sonne, aus dem sie jene Energie bezieht, die sie an der
Photosphäre (leuchtende, sichtbare Oberfläche) durch Strahlung abgibt. Da die Sonne kein fester Körper wie die erdähnlichen Planeten und Monde ist, sondern ein heißer Gasball, wäre sie ohne diesen Energienachschub von innen
instabil. Sie würde sich abkühlen und auf einen Bruchteil ihrer jetzigen Größe zusammenziehen.
Die Sonne rotiert in rund 4 Wochen um die eigene Achse. Diese
Rotation dauert am
Äquator 25,4 Tage, in mittleren Breiten 27-28 Tage und nahe den Polen 36 Tage. Dieser Unterschied in der Dauer eines
Sonnentages wird als
differenzielle Rotation bezeichnet und ist seit längerem durch Gas- und
Hydrodynamik erklärbar.
Kulturgeschichte
Hydrodynamik]
Die Sonne ist das zentrale Gestirn am Himmel, von ihr hängt alles Leben auf der Erde ab.
Diese überragende Bedeutung war den Menschen seit Alters her bewusst. Viele frühere Kulturen verehrten sie als Gottheit. Die regelmäßige tägliche und jährliche Wiederkehr der Sonne wurde teils ängstlich erwartet und mittels
kultischer oder
magischer Rituale beschworen. Besonders das Auftreten einer
Sonnenfinsternis löste große Bestürzung und Furcht hervor. Im alten
China glaubte man, ein Drache würde die Sonne verschlingen. Durch die Veranstaltung von großem Lärm versuchte man, das Untier dazu zu bewegen, die Sonne wieder freizugeben. Andererseits machte sich die Menschheit das Wissen über die für alles Leben fundamentalen Perioden
Tag und
Jahr schon seit frühester Zeit nutzbar. Die Sonne ist die natürliche
Uhr der Menschen und die Abfolge der
Jahreszeiten führte zur Entwicklung des
Kalenders, der vor allem nach Erfindung des
Ackerbaus für alle Kulturen überlebenswichtig war.
Für die
Sumerer verkörperte die Sonne den
Sonnengott Utu. Bei den
Babyloniern entsprach er dem Gott
Schamasch, der jeden Tag den Himmel betrat und dessen Strahlen nichts verborgen blieb. Im alten
Ägypten wurde
Ra (auch Re oder Atum) als Sonnengott verehrt. Der „Ketzer“-
Pharao Echnaton ließ später nur noch
Aton, die personifizierte Sonnenscheibe, als
einzigen Gott zu und schaffte alle anderen ägyptischen Götter ab.
Im
antiken Griechenland verehrte man den Sonnengott
Helios, der mit seinem Sonnenwagen täglich über das Firmament fuhr. Allerdings sind aus dem antiken Griechenland auch die ersten Überlegungen überliefert, in denen die Sonne als physikalisches Objekt betrachtet wird. Die wohl älteste dieser Hypothesen stammt dabei von
Xenophanes, der die Sonne als eine feurige Ausdünstung oder Wolke benannte. So naiv diese Beschreibung aus heutiger Sicht zwar wirkt, stellt sie doch einen gewaltigen kulturhistorischen Schritt dar, denn die Wahrnehmung der Sonne als ein natürliches Objekt widerspricht fundamental der vorherigen – und auch der oft noch in späteren Jahrhunderten vertretenen – Auffassung der Sonne als Teil einer göttlichen Entität. Es ist daher auch wenig verwunderlich, dass aus eben diesen Gedanken auch die erste kritische Auseinandersetzung mit dem vermenschlichten Götterbild des antiken Griechenlands hervor gingen (
„Wenn die Pferde Götter hätten, sähen sie wie Pferde aus“) und daraus folgend erste Gedanken zum
Monotheismus. Interessant ist dabei sicherlich auch der Vergleich mit dem bereits oben erwähnten ägyptischen Monotheismus des Echnaton, der ja gerade die Vergötterung der Sonne als Ausgangspunkt nahm. Man kann also sagen, dass mit Xenophanes die Sonne zum ersten Mal in der europäischen Geschichte als Gegenstand der Physik auftauchte, oder – etwas schmissiger –, dass es sich um die Geburtsstunde der
Astrophysik handelte. Die Thesen des Xenophanes wurden später auch von anderen griechischen Philosophen aufgenommen, z.B. beschrieb der Vorsokratiker
Anaxagoras die Sonne als glühenden Stein. Diese Auffassungen setzte sich allerdings im Folgenden nicht bei allen Denkern durch und viele spätere Schulen fielen wieder auf eher mythische Erklärungen zurück. Der Volksglaube in Griechenland nahm wahrscheinlich keinerlei Kenntnis von all diesen Überlegungen.
Dem griechischen Gott Helios entsprach weitgehend der unbesiegbare
römische Gott
Sol invictus, dessen Kult in der Kaiserzeit weit verbreitet war. Aus der Antike übernommen ist die Sonne als Symbol der Vitalität in der
Astrologie.
In der
nordischen Mythologie formten die Götter die Sonne aus einem Funken und legten sie in einen Wagen. Die Göttin
Sol fährt mit dem Wagen über den Himmel, gezogen von den Rössern
Alsvidr und Arwakr. Das Gespann wird beständig von dem Wolf
Skalli (Skoll) verfolgt. Am Tag des Weltunterganges (
Ragnarök) wird der Wolf die Sonne verschlingen.
Im frühen
Mexiko wurde der Sonnengott
Tonatiuh von den
Azteken verehrt. Bei den
Maya und den
Inka waren
Itzamná bzw.
Inti die Hauptgottheiten.
Die Beobachtung der Sonne (und anderer Sterne) und die Bestimmung ihrer Bahnpunkte (
Tagundnachtgleiche, Sommer- und Winter
sonnenwende) war eine Voraussetzung für die Erstellung von
Kalendern. Hierdurch konnten wichtige jahreszeitliche Ereignisse vorherbestimmt werden, wie das Eintreffen des
Nilhochwassers im alten Ägypten, der günstigste Zeitpunkt der Saat oder das Eintreffen der für die Seefahrt gefährlichen Herbststürme. Vorchristliche Kultstätten, wie
Stonehenge, waren offensichtlich zu derartigen Beobachtungszwecken errichtet worden. Die Anlage von Stonehenge ist so ausgerichtet, dass am Morgen des
Mittsommertages, wenn die Sonne ihre höchste nördliche Position erreicht, die Sonne direkt über einem Positionsstein („Fersenstein“) aufgeht und die Sonnenstrahlen in gerader Linie ins Innere des Bauwerks eindringen.
Die
bronzezeitliche
Himmelsscheibe von Nebra scheint ebenfalls ein Instrument zur Himmelsbeobachtung gewesen zu sein. Ihre goldenen Ränder werden u.a. als „Sonnenbarken“, ein religiöses Symbol der Bronzezeit, interpretiert. In die gleiche Zeit fällt auch der
Sonnenwagen von Trundholm, bei der die Scheibe als Sonnensymbol mit einer Tag- und Nachtseite gedeutet wird.
Das antike Weltbild ging allgemein davon aus, dass die Erde den Mittelpunkt des Universums bildete. Sonne, Mond und die Planeten bewegten sich auf exakten Kreisbahnen um die Erde. Diese Vorstellung, zusammengefasst von
Ptolemäus, hielt sich fast 2.000 Jahre lang. Insbesondere die Kirche verteidigte dieses Weltbild, zumal auch in der
Bibel dargelegt wird, dass sich die Sonne bewegt. Allerdings zeigte das Modell Schwächen. So konnte die Bewegung der Planeten nur durch komplizierte Hilfskonstruktionen erklärt werden. Bereits
Aristarch von Samos postulierte im 2. Jahrhundert v. Chr., dass die Sonne das Zentrum der Welt darstelle.
Die Gelehrten
Nikolaus von Kues und
Regiomontanus griffen diesen Gedanken mehr als 1.500 Jahre später wieder auf.
Nikolaus Kopernikus versuchte in seinem Werk
De Revolutionibus Orbium Coelestium eine mathematische Grundlage dafür zu schaffen, was ihm letztendlich nicht gelang. Sein Werk regte allerdings weitere Forschungen an und bereitete das Fundament für das „Kopernikanische Weltbild“. Kopernikus' Werk wurde von der Kirche zunächst nicht als Ketzerei betrachtet, da es ein rein mathematisches Modell darstellte. In späteren Jahren, als Gelehrte daran gingen, Kopernikus' Vorstellung in ein reales Weltbild umzusetzen, wandte sich die Kirche jedoch entschieden gegen solche „umstürzlerischen“ Gedanken. Gelehrte, wie
Galilei, die ebenfalls zur Erkenntnis einer zentralen Sonne gelangt waren, wurden von der
Inquisition verfolgt. Durch weitere Beobachtungen, exakte Bestimmungen der Planetenbahnen, die Einführung des Teleskops und die Entdeckung der Gesetze der
Himmelsmechanik, setzte sich das
heliozentrische Weltbild allmählich durch.
Die weiteren Fortschritte der Astronomie ergaben schließlich, dass auch die Sonne keine herausragende Stellung im Universum einnimmt, sondern ein Stern unter Abermilliarden Sternen ist.
heliozentrische Weltbild
Aufbau
Die Sonne besteht aus verschiedenen Zonen mit schalenförmigem Aufbau, wobei die Übergänge allerdings nicht streng voneinander abgegrenzt sind.
Kern
Sämtliche freiwerdende Energie stammt aus einer als „Kern“ bezeichneten Zone im Innern der Sonne. Dieser Kern erstreckt sich vom Zentrum bis zu etwa einem Viertel des Radius der sichtbaren Sonnenoberfläche. Obwohl der Kern nur 1,6 % des Sonnenvolumens ausmacht, sind hier rund 50 % der Sonnenmasse konzentriert. Bei einer Temperatur von etwa 15,6 Millionen
K liegt die Materie in Form eines
Plasmas vor. Durch die
Proton-Proton-Reaktion verschmelzen Wasserstoffkerne zu Heliumkernen, wobei
Gammastrahlung und
Elektronneutrinos erzeugt werden. Die erzeugten Heliumkerne haben aufgrund der
Bindungsenergie eine geringfügig geringere Masse als die Summe der ursprünglichen Wasserstoffkerne (
Massendefekt). Der Massenunterschied wird gemäß der Formel
E = m c² in Energie umgewandelt (pro Proton-Proton-Fusion ≈ 27
MeV). Im Kern der Sonne werden pro Sekunde 700 Millionen Tonnen Wasserstoff zu 695 Millionen Tonnen Helium
fusioniert, wobei eine Gesamtleistung von ca. 4 · 10
26 W = 400 Quadrillionen Watt freigesetzt wird.
Eigentlich ist der Sonnenkern zu „kalt“ für eine Kernfusion. Die kinetische Energie der Teilchen reicht rechnerisch nicht aus, um bei einem Zusammenstoß die starken Abstoßungskräfte der positiv geladenen Protonen (Wasserstoffkerne) zu überwinden. Dass dennoch Fusionen stattfinden, ist auf den
quantenmechanischen Tunneleffekt zurück zu führen. Gemäß der Quantenmechanik verhält sich ein Proton wie eine ausgebreitete Welle ohne genau definierten Ort, seine Energie schwankt um einen Mittelwert. Es besteht dabei eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass sich zwei Protonen so weit nähern, dass eine Verschmelzung stattfinden kann. Das Energieniveau der abstoßenden Kräfte wird bei der Verschmelzung gleichsam „durchtunnelt“. Somit ist die Wahrscheinlichkeit einer Fusion zweier Wasserstoffkerne im Innern der Sonne sehr gering. Da jedoch eine immense Anzahl von Kernen vorhanden ist, können dennoch gewaltige Energiemengen freigesetzt werden. Die „gebremste“ Kernfusion hat für das Sonnensystem und das Leben auf der Erde den entscheidenden Vorteil, dass die Sonne sparsam mit ihren Energievorräten umgeht und über einen langen Zeitraum konstante Energiemengen abstrahlt.
Strahlungszone
Um den Kern herum liegt die so genannte „Strahlungszone“, die etwa 70 % des Sonnenradius ausmacht. Im
Vakuum des Weltalls bewegen sich Gamma
photonen mit
Lichtgeschwindigkeit durch den Raum. Im Innern der Sonne herrscht eine derart hohe Dichte, dass die Photonen immer wieder mit den Teilchen des Plasmas zusammenstoßen, dabei
absorbiert und wieder abgestrahlt werden. Sie bewegen sich auf einer völlig zufälligen Bahn und
diffundieren dabei Richtung Sonnenoberfläche. Statistisch benötigt ein Photon etwa 170.000 Jahre, um die Strahlungszone zu passieren. Dies bedeutet, dass das Licht, welches wir heute von der Sonne erhalten, bereits vor entsprechend langer Zeit erzeugt wurde. Bei jedem Zusammenstoß in der Strahlungszone nimmt die Strahlungsenergie des Photons ab und seine
Wellenlänge nimmt zu. Die Gammastrahlung wird in
Röntgenstrahlung umgewandelt.
Anders als die Photonen gelangen die Neutrinos nahezu ungehindert durch die Schichten der Sonne, da sie kaum mit Materie in Wechselwirkung treten. Die Neutrinos erreichen, da sie sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegen, bereits nach acht Minuten die Erde, wobei sie den Planeten fast ungehindert durchqueren. In jeder Sekunde durchqueren etwa 70 Mrd. Neutrinos einen Quadratzentimeter der Erdoberfläche.
Konvektionszone
An die Strahlungszone schließt sich die „Konvektionszone“ an. Am Grenzbereich zur Strahlungszone beträgt die Temperatur noch ca. 2 Mio. Kelvin. Die Energie wird in dieser Zone nicht mehr durch Strahlung abgegeben, sondern durch eine Strömung (
Konvektion) der Plasmas weiter nach außen transportiert. Dabei steigt heiße Materie in gewaltigen Strömen nach außen, kühlt dort ab und sinkt wieder ins Sonneninnere hinab. Da das frisch aufgestiegene Plasma heißer und damit heller ist als das absteigende, sind die
Konvektionszellen mit einem
Teleskop als
Granulation der Sonnenoberfläche erkennbar.
Sonnenoberfläche und Umgebung
Granulation
Oberhalb der Konvektionszone liegt die
Photosphäre, die wir als Quelle der
Sonnenstrahlung wahrnehmen: eine „
Kugelschale aus Licht“ als die für uns sichtbare Sonnenoberfläche. Sie ist aber nur eine 300-400 km dicke Schicht, deren Temperatur an der Oberfläche rund 6.000 Kelvin (5.700 °C) beträgt. Die Photosphäre gilt allgemein als die eigentliche Sonnenoberfläche, obwohl unser
Zentralgestirn - wie auch die meisten anderen Sterne - keine scharfe äußere Grenze besitzt.
Die Photosphäre gibt die gesamte vom Sonneninnern erzeugte und aufsteigende Energie als Strahlung ab – großteils im sichtbaren Licht, was auch ihr Name andeutet (griech.
φoς = Licht). Erst hier hat die Energie der Strahlungsquanten soweit abgenommen, dass sie unschädlich und für das menschliche Auge sichtbar sind. Wegen ungeheurer
Wirbel und variabler
Magnetfelder (Quelle der
Sonnenflecken) darf man sich die Oberfläche allerdings nicht als glatt vorstellen. Durch digitale
Bildverarbeitung der Messungen von
SOHO,
TRACE oder
CHANDRA kann man sie so darstellen, dass sie wie hartes, aber dauernd bewegliches Material aussieht. Für die
Turbulenzen ist auch die elektrische
Leitfähigkeit der heißen Sonnenmaterie entscheidend.
Leitfähigkeit
Über der Photosphäre erstreckt sich die
Chromosphäre. Sie wird von jener zwar überstrahlt, ist aber bei
Sonnenfinsternissen für einige Sekunden als rötliche Leuchterscheinung zu sehen. Die Temperatur nimmt hier auf über 10.000 K zu, während die
Gasdichte um den Faktor 10
-4 auf 10
-15 g/cm³ abnimmt.
Über der Chromosphäre liegt die
Korona, in der die Dichte nochmals um den Faktor 10
-4 auf 10
-19 g/cm³ abnimmt. Die innere Korona erstreckt sich – je nach dem aktuellen
Fleckenzyklus – um 1-2
Sonnenradien nach außen und stellt eine erste Übergangszone zum interplanetaren Raum dar. Durch Sonnenstrahlung,
Stoßwellen und andere Wechselwirkungen mechanischer oder magnetischer Art wird die äußerst verdünnte Koronen-Materie allerdings auf Temperaturen bis zu zwei Millionen Kelvin aufgeheizt. Die genauen Ursachen dieser Heizmechanismen sind freilich noch unklar. Eine mögliche Energiequelle wären akustische Wellen und Microflares - kleine Ausbrüche auf der Sonnenoberfläche
Ein besonders hoher
Temperaturgradient herrscht an der Untergrenze der Korona, wo ihre Dichte nach oben schneller abnimmt, als die Energie abtransportiert werden kann. Innerhalb einiger 100 Höhenkilometer steigt die kinetische Gastemperatur um eine Million Grad und „macht sich Luft“, indem die zusätzliche Heizenergie als
Sonnenwind entweicht. Die Korona kann nur aufgrund ihrer extrem geringen Dichte so heiß werden.
Der bei jeder totalen
Sonnenfinsternis sichtbare Strahlenkranz (lat.
Corona =
Krone) hat schon vor Jahrtausenden die Menschen erstaunt. Er kann bis mehrere Millionen Kilometer reichen und zeigt eine strahlenförmige Struktur, die sich mit dem Zyklus der
Sonnenflecken stark ändert. Im Sonnenflecken-Maximum verlaufen die Strahlen nach allen Seiten, im Minimum nur in der Nähe des Sonnen
äquators.
Die Korona erstreckt sich bis zur Heliopause, wo sie auf das interstellare Medium trifft.
Magnetfeld
äquator
äquator
Die Sonne besitzt außerordentlich starke
Magnetfelder, die durch die Strömung der
elektrisch leitenden Gase hervorgerufen werden. Die Leitfähigkeit des Plasmas im Sonneninnern entspricht dem von
Kupfer bei Zimmertemperatur. In der Sonne zirkulieren elektrische Ströme in einer Größenordnung von 10
12 Ampere. Das Innere der Sonne wirkt somit wie ein gigantischer
Dynamo, der die Bewegungsenergie eines elektrischen Leiters in elektrische Energie und ein Magnetfeld umwandelt. Man geht derzeit davon aus, dass dieser Dynamoeffekt nur in einer dünnen Schicht am Boden der Konvektionszone wirksam ist.
Sichtbare Auswirkungen der Magnetfelder sind die
Sonnenflecken und die
Protuberanzen. Sonnenflecken sind relativ kühle Bereiche der Sonnenatmosphäre. Ihre Temperatur liegt zwischen 3.700 und 4.500 K. Durch
spektroskopische Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass im Bereich der Sonnenflecken starke Magnetfelder vorherrschen. Die
Spektrallinien von Elementen, die normalerweise bei einer Wellenlänge liegen, erscheinen bei Anwesenheit eines Magnetfeldes dreigeteilt (
Zeeman-Effekt), wobei der Abstand der Linien proportional zur Stärke des Feldes ist. Die Magnetfeldstärke im Umfeld der Sonnenflecken kann bis zu 0,3
Tesla (3.000
Gauß) betragen und ist somit tausendmal stärker als das irdische Magnetfeld an der Erdoberfläche. In der Sonne bewirken die Magnetfelder eine Hemmung der Konvektionsströmungen, so dass weniger Energie nach außen transportiert wird. Die dunkelsten und kühlsten Zonen auf der Sonne sind somit die Orte mit den stärksten Magnetfeldern.
Gauß
Sonnenflecken treten in Gruppen auf, wobei meistens zwei auffällige Flecken dominieren, die eine entgegen gesetzte magnetische Ausrichtung aufweisen (ein Fleck ist sozusagen ein „magnetischer Nordpol“, der andere ein „Südpol“). Solche bipolaren Flecken sind meist in Ost-West-Richtung, parallel zum Sonnenäquator, ausgerichtet.
Zwischen den Flecken bilden sich Magnetfeldlinien in Form von Schleifen aus. Längs dieser Linien wird ionisiertes Gas festgehalten, das in Form von Protuberanzen oder Filamenten sichtbar wird (Protuberanzen sind Erscheinungen am Rand, Filamente auf der „Sonnenscheibe“).