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Andrea Doria

Andrea Doria

Andrea Doria (
- 30. November 1466; † 25. November 1560) war ein genuesischer Admiral und Fürst von Melfi. Melfi

Frühe Jahre

Andrea Doria war Spross der alten Genuesischen Adelsfamilie Doria-Pamphilij-Landi, die schon seit Jahrhunderten hervorragende Flottenführer hervorgebracht hatte. Er wuchs vaterlos auf und diente als Condottiere zunächst dem Papst, dann auch anderen italienischen Fürsten. 1503 kämpfte er für seine Heimatstadt auf Korsika gegen die Franzosen, die er auch zum Rückzug aus Ligurien zwang. Danach wurde er Admiral und kämpfte an der Spitze der genuesischen Flotte gegen Türken und nordafrikanische Piraten.

Kriege zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich

Genua wurde sowohl von Frankreich als auch vom Heiligen Römischen Reich beansprucht und wiederholt besetzt. Als Kaiser Karl V. die Stadt 1522 eroberte, verbündete sich Doria mit den Franzosen und trat in die Dienste König Franz I. 1524 befreite Andrea Doria das von den kaiserlichen Truppen belagerte Marseille. Nachdem sich der französische König danach undankbar gezeigt hatte (schlechte Behandlung, unzureichende Entschädigung, Verzögerungen bei der versprochenen Rückgabe der Stadt Savona), verlängerte Doria seinen Vertrag nicht mehr weiter und trat 1528 in die Dienste des Kaisers.

Wiederherstellung der Republik Genua

Doria befahl seinem Neffen Filippino, der zusammen mit den Franzosen Neapel belagerte, den Rückzug. Mit Unterstützung führender Familien wurden die in Genua verbliebenen Franzosen ausgewiesen und die Republik unter kaiserlichem Schutz wiederhergestellt. Andrea Doria reformierte die Verfassung, überwand die Spannungen zwischen Guelfen und Ghibellinen und schuf die Grundlagen für eine aristokratische Regierungsform. Er hatte bis zu seinem Tod erheblichen Einfluss auf das “Parlament” Genuas. Die Stadt gab ihm neben vielen Privilegien zwei Paläste und gestand ihm den Titel “Liberator et Pater Patriae” (“Befreier und Vater des Vaterlandes”) zu.

Kaiserlicher Admiral

Andrea Doria befehligte als kaiserlicher Admiral mehrere Einsätze gegen die Türken. Er eroberte Corona, Patras und Tunis, wo er 1535 20.000 von den Osmanen als Sklaven gehaltene Christen befreite. 1538 wurde eine europäische Flotte mit 600 Schiffen unter der Führung von Andrea Doria bei Prevesa von einer türkischen Flotte mit 120 Schiffen unter der Führung von Barbaros Hayreddin Pascha und Turgut Reis ("Dragut") geschlagen. Doria soll diese Niederlage nicht unabsichtlich zugelassen haben, weil er seinen venezianischen Rivalen schaden wollte. 1541 musste er den Kaiser auf einem Feldzug in Algerien begleiten, der wie von Doria vorausgesagt scheiterte. Die dort eingesetzten Streitkräfte konnten nur dank Dorias Eingreifen der völligen Vernichtung entgehen. Auch in den folgenden Jahren diente er dem Kaiser in Europa und im Orient aktiv und erfolgreich, obwohl er schon über siebzig Jahre alt war.

Späte Jahre

Nach dem Frieden von Crépy (1544) zwischen Franz I. und Karl V. plante Doria seinen Rückzug aus dem aktiven politischen und militärischen Leben. Doch sein persönlicher Reichtum und Einfluss brachte ihm Neid, Missgunst und auch offene Feindschaft ein. Auch die Arroganz seines Neffen und Erben Giannettino Doria trug dazu bei. 1547 versuchten genuesische Adelsfamilien in einem Komplott, die Macht der Doria in der Stadt zu brechen. Dabei wurde sein Neffe Giannettino ermordet. Andrea Doria durchkreuzte die Pläne seiner Gegener bei dieser und anderen Gelegenheiten energisch. Auch Kaiser Karls Versuche, spanische Truppen in der Stadt zu stationieren und Genua auf diese Weise unter seine Kontrolle zu bringen, scheiterten an Dorias Opposition. Noch 1550, also mit 84 Jahren, führte Doria die Flotte gegen nordafrikanischen Piraten. Durch einen erneuten Kriegsausbruch zwischen dem Kaiser und Frankreich sah sich Andrea Doria wiederum veranlasst, für die Unabhängigkeit seiner Republik zu kämpfen. 1553 bis 1555 führte er die genuesischen Truppen auf Korsika in den wechselvollen Kämpfen gegen die Franzosen. 1555 kehrte er alt und gebrechlich nach Genua zurück und zog sich definitiv von allen öffentlichen Ämtern zurück.

Siehe auch


- Doria

Literatur

Franz Kurowski: "Genua aber war mächtiger. Geschichte einer Seemacht." Universitas, München, 1986. (ISBN 3881996842)

Weblinks


- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/7/seite/0121/meyers_b7_s0121.html Geschichte Genuas]
- Doria, Andrea Doria, Andrea Doria, Andrea Doria, Andrea Doria, Andrea Doria, Andrea Doria, Andrea

30. November

Der 30. November ist der 334. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 335. in Schaltjahren) - somit bleiben 31 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1215 - Schlußsitzung des Vierten Laterankonzils in Rom.
- 1782 - Zwischen den siegreichen nordamerikanischen Kolonien und der englischen Krone wird in Paris ein vorläufiges Friedensübereinkommen unterzeichnet.
- 1939 - Mit dem Überfall sowjetischer Truppen auf Finnland beginnt der Winterkrieg, dem 127.000 sowjetische Soldaten und an die 25.000 Finnen zum Opfer fallen. Finnland wahrt seine Unabhängigkeit, muss aber ein Zehntel seines Staatsgebiets abtreten.
- 1943 - Eine Vereinbarung, in Europa im Juni 1944 einzudringen, wird bei der Konferenz von Teheran hergestellt.
- 1966 - Barbados erhält seine Unabhängigkeit
- 1967 - Ende der britischen Kolonialherrschaft im Südjemen und Ausrufung der Republik Südjemen
- 1970 - Umbenennung Südjemens in Demokratische Volksrepublik Jemen
- 1974 - Das bekannteste Fossil des Australopithecus afarensis, Lucy nach dem Beatles-Song Lucy in the sky with diamonds benannt, wird in Hadar, Äthiopien gefunden.
- 1989 - Die RAF verübt in Bad Homburg v.d. Höhe ein Bombenattentat auf den Bankier Alfred Herrhausen.
- 1997 - Das Funknavigationssystem OMEGA wird abgeschaltet.
- 1998 - Amtsantritt von Hun Sen als Regierungschef von Kambodscha
- 1998 - Parlamentswahlen in Syrien
- 1999 - Der Atomreaktor Barsebäck I bei Malmö, Schweden, wird stillgelegt
- 2000 - Mazedonien. Aufhebung der Regierungskoalition
- 2001 - Mazedonien. 7. Regierungsumbildung

Wirtschaft


- 1676 - In Hamburg wird die weltweit erste Feuerversicherung, die Hamburger Feuerkasse gegründet.
- 1998 - Die Deutsche Bank ist damit einverstanden, Bankers Trust für 10 Milliarden US-Amerikanische Dollar zu kaufen. Sie wird somit das größte Geldinstitut der Welt.

Wissenschaft, Technik


- 1609 - Galileo Galilei beobachtet zum ersten Mal den Mond mit seinem Teleskop und fertigt Zeichnungen von Gebirgen, Kratern und Ozeanen an.

Kultur


- 1809 - Uraufführung der Oper Pimmalione von Luigi Cherubini in Paris
- 1815 - Uraufführung der Oper Der Herr und sein Diener von Conradin Kreutzer in Stuttgart.
- 1848 - Uraufführung der Oper Poliuto von Gaetano Donizetti am Teatro di S. Carlo, in Neapel.
- 1861 - Uraufführung der Oper The Puritan's Daughter von Michael William Balfe im Covent Garden in London.
- 1880 - Uraufführung der Oper Névtelen hősök (Anonyme Helden) von Ferenc Erkel in Budapest.
- 1885 - Uraufführung der Oper Le Cid von Jules Massenet an der Grand Opéra Paris.
- 1904 - Uraufführung des Dramas Resurrezione (Auferstehung) von Franco Alfano am Teatro Vittorio Emanuele in Turin.
- 1910 - Uraufführung der Oper Macbeth von Ernest Bloch an der Opéra-Comique in Paris.
- 1935 - Uraufführung der Operette Hopsa von Paul Burkhard in Zürich.
- 1964 - Uraufführung der komischen Oper Das Ende einer Welt von Hans Werner Henze in Frankfurt am Main.
- 1965 - Uraufführung der Oper Das Wundertheater von Hans Werner Henze in Frankfurt am Main.

Religion


- 722 - Der angelsächsische Mönch Bonifatius wird in Rom zum Missionsbischof ohne festen Sitz ernannt. Gedenktag des Apostels Andreas

Katastrophen


- 1961 - Sydney, Australien. Eine Vickers Viscount der Ansett Australia verunglückt bei starken Turbulenzen in der Luft. Alle 15 Menschen sterben.

Sport


- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1996 - Vitali Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Frantisek Sumina in Wien, Österreich, durch technischen KO
- 1996 - Wladimir Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Exum Speight in Wien, Österreich, durch technischen KO

Geboren


- 538 - Gregor von Tours, in Clermont-Ferrand; fränkischer Bischof und Geschichtsschreiber († 17.11.594)
- 1340 - Johann von Berry, seit 1360 Herzog von Berry und Auvergne
- 1427 - Kasimir IV. der Jagiellone, in Krakau; polnischer König († 1492)
- 1466 - Andrea Doria, genuesischer Seefahrer und Staatsmann
- 1628 - John Bunyan, englischer Schriftsteller
- 1642 - Andrea Pozzo, italienischer Maler
- 1667 - Jonathan Swift, anglo-irischer Schriftsteller
- 1670 - John Toland, englischer Freidenker
- 1715 - Johann Philipp Bethmann, deutscher Unternehmer und Bankier (†1793)
- 1796 - Carl Loewe, deutscher Komponist
- 1800 - Karl Heinrich Edmund von Berg, deutscher Forstmann und Lehrer
- 1813 - Charles-Valentin Alkan, französischer Musiker und Komponist (†1888)
- 1817 - Theodor Mommsen, deutscher Historiker
- 1825 - William Adolphe Bouguereau, französischer Maler
- 1828 - Gustav Zeuner, deutscher Ingenieur
- 1835 - Mark Twain, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1844 - Rudolf Lavant deutscher Schriftsteller
- 1858 - Jagadis Chandra Bose, indischer Physiker und Botaniker
- 1869 - Nils Gustav Dalén, schwedischer Physiker
- 1872 - Morris Fuller Benton, US-amerikanischer Ingenieur und Typograf
- 1874 - Winston Churchill, britischer Politiker
- 1897 - Lilli von Mendelssohn, Violinistin
- 1889 - Edgar Douglas Adrian, britischer Physiologe und Nobelpreisträger
- 1899 - Hans Krása, tschechisch-deutscher Komponist, 1944 in Auschwitz ermordet
- 1907 - Fritz Eckhardt, österreichischer Schauspieler
- 1911 - Martin Teich, deutscher Meteorologe, ZDF-Wettermoderator
- 1913 - Elisabeth Scherer, deutsche Schauspielerin
- 1915 - Brownie McGhee, US-amerikanischer Musiker
- 1924 - Allan Sherman, US-amerikanischer Komiker und Fernsehproduzent
- 1926 - Richard Crenna, US-amerikanischer Schauspieler
- 1932 - Bob Moore, US-amerikanischer Musiker und Songschreiber
- 1934 - Roberto Cossa, argentinischer Schriftsteller und Journalist
- 1935 - Herbert Prikopa, österreichischer Dirigent, Opernsänger, Schauspieler, Komponist, Schriftsteller, Pianist, Kabarettist
- 1936 - Arndt Bause, deutscher Komponist (" Sing mei Sachse sing") (†2003)
- 1936 - Frank Itfield, britischer Sänger
- 1937 - Jimmy Bowen, US-amerikanischer Manager, Musiker, Musikproduzent, und Songschreiber
- 1937 - Paul Stookey, US-amerikanischer Musiker und Sänger
- 1943 - Leo Lyons, britischer Musiker (Ten Years After)
- 1943 - Terrence Malick, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1943 - Andreas Grothusen, deutscher Schauspieler
- 1944 - Robert Grill, US-amerikanischer Musik1949er und Sänger
- 1945 - Roger Glover, britischer Musiker und Sänger (Deep Purple)
- 1945 - Radu Lupu, rumänischer Komponist
- 1947 - David Mamet, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1949 - Vaclav Pokorny, tschechischer Maler und Bildhauer
- 1950 - Claudia Rieschel, deutsche Schauspielerin
- 1952 - Mandy Patinkin, US-amerikanischer Schauspieler
- 1953 - Shuggie Otis, US-amerikanischer Musiker
- 1955 - Billy Idol, britischer Sänger und Songschreiber
- 1956 - Heinz Rudolf Kunze, deutscher Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1956 - Claude-Oliver Rudolph, deutscher Schauspieler
- 1958 - David McClymount, britischer Musiker
- 1960 - Gary Lineker, englischer Fußballspieler
- 1965 - Ben Stiller, US-amerikanischer Schauspieler
- 1974 - Stipe Erceg, deutsch- kroatischer Schauspieler
- 1975 - Mindy McCready, US-amerikanische Country-Sängerin
- 1980 - Sido, deutscher Rapper
- 1981 - Eduardo "Edu" Goncalves brasilianischer Fußballspieler beim Vfl Bochum
- 1982 - Elisha Cuthbert, kanadische Schauspielerin
- 1990 - Magnus Carlsen, norwegischer Schachspieler

Gestorben

Magnus Carlsen
- 1519 - Michael Wolgemut, deutscher Maler und Holzschneider; wichtigster Vertreter der älteren fränkischen Schule; Lehrer Albrecht Dürers
- 1647 - Francesco Bonaventura Cavalieri, italienischer Methematiker
- 1718 - Karl XII. (Schweden), König von Schweden
- 1755 - Johann Elias Bach, deutscher Komponist
- 1760 - Friederike Caroline Neuber, deutsche Schauspielerin und Theaterleiterin (
- 1697)
- 1846 - Friedrich List, in Kufstein; deutscher Volkswirtschaftler und Politiker (
- 1789)
- 1866 - John Mercer, britischer Chemiker
- 1868 - August Theodor Blanche, schwedischer Schriftsteller
- 1898 - Ion Georgescu, rumänischer Bildhauer, Maler und Zeichner (
- 1856)
- 1900 - Oscar Wilde, irischer Schriftsteller und Dramatiker (
- 1854)
- 1901 - Edward John Eyre, britischer Forscher und Gouverneur (
- 1815)
- 1904 - Nikolaj Sklifosowskij, russischer Chirurg (
- 1836)
- 1921 - Herrmann Amandus Schwarz, deutscher Mathematiker (
- 1843)
- 1931 - Frans Hjalmar Nordling Nortamo, finnischer Schriftsteller und Arzt (
- 1860)
- 1934 - Hélène Boucher, französische Fliegerin (als erste Frau über die Alpen) (
- 1908)
- 1935 - Wilhelm Fricke, deutscher Bariton (
- 1860)
- 1935 - Fernando Pessoa, portugiesischer Dichter (
- 1888)
- 1937 - Harry Graf Kessler, europäischer Lebenskünstler
- 1939 - Béla Kun, ungarischer Journalist und Arbeiterführer (
- 1886)
- 1939 - Max Skladanowsky, deutscher Erfinder und Filmproduzent (
- 1863)
- 1944 - Max Halbe, deutscher Schriftsteller und Dramatiker (
- 1865)
- 1947 - Ernst Lubitsch, deutscher Regisseur
- 1954 - Wilhelm Furtwängler, deutscher Dirigent und Komponist (
- 1886)
- 1955 - Josip Štolcer-Slavenski, kroatischer Komponist (
- 1896)
- 1957 - Beniamino Gigli, italienischer Opernsänger und Filmschauspieler (
- 1890)
- 1970 - Alfonso Caso Andrade, mexikanischer Archäologe, Jurist und Politiker (
- 1896)
- 1971 - Johann Josef Demmel, deutscher Bischof (
- 1890)
- 1972 - Hans Erich Apostel, deutsch-österreichischer Komponist (
- 1901)
- 1977 - Miloš Crnjanski, Dichter, Erzähler, Reisebeschreiber, Bühnendichter
- 1979 - Arno Assmann, deutscher Schauspieler, Regisseur und Intendant (
- 1908)
- 1979 - Zeppo Marx, US-amerikanischer Schauspieler und Comedian (Marx Brothers) (
- 1901)
- 1980 - Hans Reiffenstuel, Maler
- 1981 - Georges Brassens, französischer Chansonnier und Komponist (
- 1921)
- 1982 - Adolf Heusinger, deutscher General
- 1987 - Helmut Horten, deutscher Warenhauskönig und Mäzen (
- 1909)
- 1989 - Ahmadou Ahidjo, kamerunischer Politiker, Staatspräsident von Kamerun (
- 1924)
- 1989 - Alfred Herrhausen, deutscher Bankier
- 1990 - Hilde Spiel, österreichische Journalistin und Schriftstellerin (
- 1911)
- 1994 - Irwin Kostal, US-amerikanischer Komponist und Dirigent (
- 1911)
- 1999 - Ulrich Wildgruber, deutscher Schauspieler
- 2002 - Hans Hartz, deutscher Musiker und Liedermacher
- 2003 - Barber B. Conable, US-amerikanischer Finanzpolitiker und Jurist
- 2003 - Gertrude Ederle, US-amerikanische Schwimmerin
- 2003 - Eugenio Monti, italienischer Bobfahrer

Feiertage und Gedenktage


- Nationalfeiertag von Barbados anlässlich dessen Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahre 1966.
- Andreastag, Andreasnacht
- Andreas: katholischer, evangelischer, anglikanischer und orthodoxer Gedenktag

Siehe auch


- 29. November - 1. Dezember
- 30. Oktober - 30. Dezember
- November - Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 1130 ja:11月30日 ko:11월 30일 simple:November 30 th:30 พฤศจิกายน

1466

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 19. Oktober: im Zweiter Frieden von Thorn muss der Deutschritterorden Pommerellen, das Kulmer Land und Elbing abtreten und die Oberhoheit des polnischen Königs Kasimir IV. anerkennen
- Vertrag von Conflans
- In Straßburg erscheint durch den Drucker Johannes Mentelin die erste gedruckte Bibel in deutscher Sprache
- In Peru besiegen die Inkas die Chimu und erobern ihr Gebiet

Geboren


- 11. Februar: Elizabeth von York, Königin († 1503)
- 10. August: Gianfrancesco II. Gonzaga, Sohn des Markgrafen Federico I. Gonzaga von Mantua und sein Nachfolger († 1519)
- vermutlich 27. Oktober: Erasmus von Rotterdam, holländischer Humanist († 1536)
- 30. November: Andrea Doria, genuesischer Admiral und Fürst von Melfi († 1560)

Gestorben


- 30. Juni: Peter von Aragón, portugiesischer Politiker und Militär (
- 1429)
- 25. September: Ulrich I., Graf von Ostfriesland (
- 1408)
- 13. Dezember: Donatello, Künstler (
- um 1386) ko:1466년 simple:1466

1560

Ereignisse


- Schloss Gondorf wird gebaut

Geboren


- 17. Januar: Caspar Bauhin, schweizerischer Botaniker und Universitätsprofessor († 1624)
- 25. Juni: Wilhelm Fabry, Arzt
- 7. August: Erzsébet Báthory, ungarische Adlige († 1614)
- 3. November: Annibale Carracci, italienischer Maler († 1609)
- 28. November: Baltasar von Marradas, spanischer Adliger, Malteserritter, kaiserlicher Feldmarschall, Statthalter in Böhmen; († 1638)
- Christian I., Kurfürst von Sachsen († 1591)
- Anton Praetorius, reformierter Pfarrer, Kämpfer gegen Hexenprozesse und Folter († 1613)

Gestorben


- 1. Januar: Joachim du Bellay, Französischer Schriftsteller (
- um 1522)
- 8. Januar: Johannes á Lasco, reformatorischer Theologe (
- 1499)
- 19. April: Philipp Melanchthon, deutscher Reformator der so genannten Wittenberger Reformation (
- 1497)
- 14. September: Anton Fugger, Kaufmann (
- 1493)
- 12. November: Caspar Aquila, deutscher Theologe (
- 1488)
- 15. November: Dominico de Soto, spanischer Theologe und Philosoph (
-  1494)
- 25. November: Andrea Doria, genuesischer Admiral und Fürst von Melfi (
- 1466)
- 2. Dezember: Georg Sabinus, Grüdnungsrektor der Universität zu Königsberg (
- 1508)
- 5. Dezember: Franz II. (Frankreich), König von Frankreich 1559–1560 (
- 1544) ko:1560년

Admiral

Admiral ist der höchste militärische Dienstgrad in der Marine, entsprechend dem General des Heeres und der Luftwaffe. Die Bezeichnung leitet sich ab vom arabischen amīr al-bahr امير البحر – Befehlshaber zur See; siehe Emir. Die Admirale werden auch als Flaggoffiziere bezeichnet. Ursprünglich wurde der Führer einer Flotte als Admiral bezeichnet. Im Laufe der Zeit haben sich mehrere Admiralsdienstgrade entwickelt. So wurde es üblich, den Vertreter des Admirals als Vizeadmiral zu bezeichnen. Für die Nachhut gab es einen weiteren Admiral, der im englischen als rear admiral (=rückwärtiger Admiral) bezeichnet (s.u.), ein Dienstgrad, der in anderen Marinen als Konteradmiral bezeichnet wird. Er stand in der Hierarchie niedriger als der Vizeadmiral. In anderen Ländern gab es andere Bezeichnungen für die verschiedenen Admirale, so heißt z.B. in der niederländischen Marine der Konteradmiral ":nl:Schout-bij-nacht", was etwa mit Nachtwächter übersetzt werden kann. Um die Ränge in internationalen Organisationen wie etwa der NATO vergleichen zu können, bezeichnet man sie mit Sternen, wobei in Friedenszeiten der Vier-Sterne-Admiral der höchste Admiral ist.

Deutsche Marine

In der Deutschen Marine (Bundesmarine) gibt es vier Admiralsdienstgrade (in absteigender Reihenfolge) : Im Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr lauten die entsprechenden Admiralsdienstgrade „Admiralarzt“ bzw. „Admiralapotheker“ (Flottillenadmiral), „Admiralstabsarzt“ (Konteradmiral) und „Admiraloberstabsarzt“ (Vizeadmiral). Innerhalb der Deutschen Marine gibt es keinen Dienstposten für einen 4-Sterne-Admiral. Den Dienstgrad „Admiral“ können Marineoffiziere nur in Verwendungen wie Generalinspekteur der Bundeswehr oder in der militärischen Organisation der NATO erlangen. „Vizeadmiral“ sind der Inspekteur der Marine und der Befehlshaber der Flotte. Außerdem können Marineoffiziere in anderen Bereichen der militärischen Organisation, z.B. als der Stellvertreter des Generalinspekteurs oder auf Dienstposten der NATO, Vizeadmiral sein. Auch der Inspekteur des Sanitätsdienstes kann ein Marineoffizier sein, was mit Admiraloberstabsarzt Dr. Karsten Ocker auch momentan der Fall ist. Siehe auch: Großadmiral, Generaladmiral

Königlich-britische Marine (Royal Navy)

Der erste englische Admiral war William de Leyburn, der 1297 von König Edward I. zum Admiral of the sea of the King of England ernannt wurde. Der Admiral als Marineoffizier darf nicht verwechselt werden mit dem Amt des Admiral of England oder Lord High Admiral, dessen Inhaber die Verantwortung für die gesamte Marine hatte, also im heutigen Sinne ein Marineminister war. In der Royal Navy gab es seit dem 16. Jahrhundert die Funktion der Vize- und Konteradmirale (Vice- beziehungsweise Rear-Admirals), die ursprünglich Stellvertreter des kommandierenden Admirals waren. Ein kommandierender Admiral konnte seine Flotte von der Spitze oder von der Mitte aus führen. Befand er sich auf einem Schiff in der Mitte der Flotte, hatte er in der Spitze einen Stellvertreter, den Vizeadmiral. Einen weiteren Stellvertreter hatte er im hinteren, der Spitze entgegengesetzten Bereich, den Konter- oder Rear-Admiral (von lateinisch contra, gegen, beziehungsweise englisch rear für hinten). Im elisabethanischen Zeitalter wurde die Flotte so groß, dass sie in Geschwader (squadrons) unterteilt werden musste. Das Geschwader des Admirals führte eine rote Flagge, das des Vizeadmirals eine weiße und das des Konteradmirals eine blaue. Nachdem auch diese Geschwader immer mehr angewachsen waren, wurde jedes davon von einem Admiral, mit jeweils einem Vize- und Konteradmiral, geführt. Die Bezeichnung für die Befehlshaber lautete dann Admiral of the White, Admiral of the Blue usw. Die Rangfolge der Flotten, und damit auch ihrer Admirale, war in absteigender Folge: Rot, Weiß, Blau. Die Beförderung zum Admiral erfolgte in Abhängigkeit vom Dienstalter als Kapitän und galt auf Lebenszeit, das heißt man konnte erst dann weiterbefördert werden, wenn der Inhaber des höheren Ranges gestorben war oder seinen Abschied genommen hatte. Eine andere Möglichkeit war, einen unfähigen Admiral ohne Kommando zu befördern. Man bezeichnete diese Praxis als Yellowing und den auf diese Weise aus dem Weg Geräumten als "Yellow Admiral".

Die Rangfolge der Admirale

# Admiral of the Fleet (ursprünglich Admiral of the Red) # Admiral of the White # Admiral of the Blue # Vice Admiral of the Red # Vice Admiral of the White # Vice Admiral of the Blue # Rear Admiral of the Red # Rear Admiral of the White # Rear Admiral of the Blue Als Lord Nelson starb, war er nur Vice Admiral of the White. Im 18. Jahrhundert begann man damit, die ursprünglich neun Dienststellungen mit mehreren Inhabern zu besetzen – mit Ausnahme des Admiral of the Red, der zum Admiral of the Fleet wurde. 1864 wurde die Unterteilung der Flotte in verschiedenfarbige Divisons ganz aufgegeben. Die rote Flagge wurde der Handelsmarine zugewiesen, die weiße der Kriegsmarine und die blaue der Reserve und den Hilfsschiffen. Heute sind die Dienstgrade der Flaggoffiziere der Royal Navy der Rear Admiral, Vice Admiral, Admiral und Admiral of the Fleet. Seit 1996 wird der Dienstgrad Admiral of the Fleet in Friedenszeiten nicht mehr vergeben. Ausnahmen von dieser Regel werden nur für Mitglieder der königlichen Familie gemacht. Die vor diesem Termin ernannten Flottenadmirale behalten aber ihren Rang auf Lebenszeit.

US-amerikanische Marine (United States Navy)

Die United States Navy hatte bis 1862 überhaupt keine Admirale, obwohl die Einrichtung dieses Dienstpostens immer wieder gefordert wurde, unter anderem auch von John Paul Jones, der die Meinung vertrat, dass die kommandierenden Marineoffiziere mit dem Armeegeneralen auf einer Stufe stehen sollten. Außerdem hielt er höherrangige Offiziere für nötig, um Streitigkeiten zwischen den rangälteren Kapitänen zu vermeiden oder zu schlichten. Die verschiedenen Marineminister schlugen dem Kongress wiederholt vor, den Rang eines Admirals zu schaffen, um eine Gleichstellung mit den Marinen anderer Staaten herzustellen, weil die höheren Offiziere der US Navy immer wieder in protokollarische Schwierigkeiten mit Offizieren anderer Nationen gerieten. Schließlich stimmte der Kongress am 16. Juli 1862 zu, neun Konteradmirale (Rear Admirals) zu ernennen, was aber wohl weniger mit der Anpassung an internationale Erfordernisse zu tun hatte als vielmehr mit der schnell anwachsenden Stärke der Marine im amerikanischen Bürgerkrieg. Zwei Jahre später erlaubte der Kongress, einen der neuen Konteradmirale, David Farragut, zum Vizeadmiral zu ernennen. Im Juli 1866 autorisierte er Präsident Johnson Farragut zum Admiral und David Dixon Porter zum Vizeadmiral zu ernennen. Als Farragut 1870 starb, wurde Porter Admiral und Stephen C. Rowan Vizeadmiral. Nach dem Tod der beiden ranghöchsten Admirale wurden keine weiteren Beförderungen mehr bewilligt, so dass es bis 1915 keinen Admiral oder Vizeadmiral mehr gab, bis der Kongress zustimmte, je einen Admiral und Vizeadmiral für die Atlantikflotte, die Pazifikflotte und die Asiatische Flotte zu ernennen. Trotzdem gab es in der Zwischenzeit einen höherrangigen Admiral. 1899 würdigte der Kongress George Deweys Verdienste im spanisch-amerikanischen Krieg, indem er Präsident McKinley ermächtigte, ihn zum Admiral of the Navy zu ernennen, was er bis zu seinem Tode 1917 blieb. Dewey war bis heute der einzige US-amerikanische Marineoffizer mit diesem Rang. 1944 genehmigte der Kongress den Rang des Flottenadmirals (Admiral of the Fleet). Die ersten und bisher einzigen Inhaber dieses Dienstgrads waren Ernest J. King, William D. Leahy, Chester W. Nimitz (alle im Dezember 1944) und William F. Halsey, der seinen fünften Stern im Dezember 1945 erhielt. Aktuell existieren in der amerikanischen Marine die folgenden Dienstgrade mit dem angegebenen Rang bei der NATO: # Admiral (Vier Sterne) # Vice Admiral (Drei Sterne) # Rear Admiral (Zwei Sterne) # Rear Admiral (Lower Half/LH) (Ein Stern) Kategorie:Dienstgrad ja:海軍大将

Condottiere

Ein Condottiere (Singular, Plural: Condottieri) war einer der Söldnerführer, die die italienischen Stadtstaaten vom späten Mittelalter bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts beschäftigten. Der Begriff leitet sich vom italienischen condottiero (Singular) beziehungsweise condottiere (Plural) ab – die italienische Mehrzahl ist international zur Einzahl geworden, die Mehrzahl wird dann wiederum nach den Regeln italienischer Pluralbildung geformt.

Geschichte

Entstehung

italienischen)]] Im 13. und 14. Jahrhundert waren italienische Stadtstaaten wie Venedig, Florenz und Genua durch ihren Orienthandel reich geworden. Diese Städte hatten aber nur schwache Streitkräfte und wurden so zum Angriffsziel fremder Mächte wie auch neidischer Nachbarn. Der regierende Adel suchte seine Länder durch das Anmieten von Söldnertruppen zu verteidigen, die einen condotta (Sold bzw. Soldvertrag) abschlossen und dann als compagnia di ventura bekannt waren. Jede compagnia wurde durch einen condottiero angeführt. Aufgrund ständiger interner Streitigkeiten zwischen den Adelsfamilien wurde auch die oberste Führung der Stadt oft für jeweils ein Jahr in der Hand auswärtiger Personen gegeben, die als Podestà bezeichnet wurden.

Blütezeit

Die Truppen der Condottieri waren für ihre Launen berüchtigt. Sie wechselten oft die Seiten für bessere Bezahlung, und dies nicht nur vor, sondern auch in der Schlacht. Die Condottieri spürten bald, dass sie ein Monopol auf die militärische Macht in Italien hatten, und begannen damit, ihren Arbeitgebern die Bedingungen zu diktieren. Viele Condottieri wie Braccio da Montone oder Muzio Attendolo Sforza wurden im 14. Jahrhundert mächtige Figuren auf der politischen Bühne. Währenddessen stellten sich die Condottieri nicht schnell genug auf moderne Methoden der Kriegsführung ein. Sie hielten an geharnischten Rittern und mittelalterlicher Bewaffnung und Taktik sogar noch fest, als in weiten Teilen Europas bereits moderne Armeen aus Pikenieren und Arkebusieren aufgestellt worden waren. Zu allem Überfluss begannen sie auch noch damit, sich gegenseitig aus Prestigegründen in sinnlose "Schlachten" zu verwickeln, die immerhin fast unblutig blieben.

Untergang

Als 1494 französische Truppen in Italien einmarschierten und der Kirchenstaat Spanien zur Hilfe rufen musste, wurden die verschwenderisch geschmückten, aber wenig effektiven Condottieri von jeder der nacheinander einmarschierenden ausländischen Armeen geschlagen. Gegen Schweizer Pikeniere, französische Kavalleristen und spanische Arkebusiere konnten sie keine Verteidigung mehr bieten. Bis 1500 verschwanden die Condottieri und ihre Truppen daher völlig.

Berühmte Condottieri


- Malatesta da Verruchio (1212–1312)
- Castruccio Castracani (1281–1328)
- Werner von Urslingen († 1354)
- Konrad von Landau († 1363)
- Albert Sterz († 1365)
- John Hawkswood (Giovanni Acuto) (um 1320–1394)
- Alberico da Barbiano († 1409)
- Facino Cane de Casale (1360–1412)
- Andrea Fortebracci, genannt Braccio da Montone (1368–1424)
- Muzio Attendolo Sforza (1369–1424)
- Giovanni Vitelleschi († 1440)
- Erasmo da Narni, genannt Gattamelata (1370–1443)
- Niccolò Piccinino (1380–1444)
- Francesco Bussone da Carmagnola (1390–1432)
- Bartolomeo Colleoni (um 1400–1475)
- Francesco Sforza (1401–1466)
- Sigismondo Malatesta (1417–1468)
- Federico da Montefeltro (1422–1482)
- Cesare Borgia (1475–1507)
- Giovanni dalle Bande Nere (1498–1526)

Literatur


- Michael Mallett: Der Condottiere. In: Eugenio Garin (Hrsg.): Der Mensch der Renaissance. Campus-Verl., Frankfurt am Main 1990; Fischer-Taschenbuch-Verl., Frankfurt am Main 1996; Magnus-Verl., Essen 2004. S. 49-78. ISBN 3-593-34270-7 ISBN 3-596-12605-3 ISBN 3-88400-403-4 Kategorie:Italienische Geschichte !

Fürst

Fürst (lat. princeps = der Erste, davon engl. u. franz. prince) ist in der hierarchischen Ordnung des Adelssystems im Alten Reich der höchste Titel, unter dem auch Herzöge und Landgrafen inbegriffen waren. Etymologisch ist das deutsche Wort Fürst mit dem engl. the first = "der (die, das) Erste" verwandt. Prince wird deshalb ins Deutsche richtigerweise mit Fürst und nicht, wie häufig falsch gehört, als Prinz übersetzt, deshalb heißt es, für Prince of Wales richtig übersetzt, auch Fürst von Wales. In den fränkischen Königreichen und später im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation waren Fürsten die Landesherren nach dem König bzw. Kaiser, das heißt königliche Amtsträger mit teils erblicher Hoheit über einen weltlichen und ggf. auch kirchlichen Herrschaftsbereich. Zum Fürstenstand (Reichsfürst) zählten im Spätmittelalter Herzöge, Land-, Mark- und Pfalzgrafen. Als geistliche Fürsten wurden Erzbischöfe, Bischöfe und manche Äbte bezeichnet. Im Hochmittelalter wählten die Fürsten den König, später war dieses Recht den sieben Kurfürsten vorbehalten. Mit dem Ende des Alten Reiches wurden viele deutsche Fürsten souveräne Herrscher ihres Landes. Die anderen, deren Territorium unter die Herrschaft eines anderen Staates kam, behielten den Fürstentitel als Ehrenprädikat. Eine deutsche Besonderheit ist die Bezeichnung Prinz oder Prinzessin für die Kinder des Fürsten, daher rührt der oben beschriebene häufige Übersetzungsfehler von prince in Prinz. Heute werden in Europa noch die Kleinstaaten Monaco und Liechtenstein von Fürsten regiert; in Luxemburg nennt sich der fürstliche Regent Großherzog.

Siehe auch


- Monarchie
- Liste der Referenztabellen#Personen
- Regierungsform
- Großfürst
- Woiwode
- Bojaren
- Hospodar
- Daimyō

Literatur


- Niccolo Machiavelli: Der Fürst. Insel Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3458344721 Kategorie:Adelstitel

Ligurien

---Sidenote START---
Ligurien (italienisch Liguria) ist eine Küstenregion in Nordwestitalien. Ligurien ist die drittkleinste italienische Region. Es grenzt an Frankreich im Westen, Piemont im Norden und Emilia-Romagna und die Toskana im Osten. Im Südwesten grenzt es an das Ligurische Meer, einem Teil des Tyrrhenischen Meeres (nördliches Mittelmeer). Die Region hat eine Fläche von 5.410 km2 und eine Bevölkerung von 1,76 Millionen. Ligurien ist in vier Provinzen aufgeteilt: Genua, La Spezia, Imperia und Savona. Bereits im Römischen Reich wurde die Region als Liguria bezeichnet. Im Mittelalter war Ligurien in mehrere Stadtstaaten aufgeteilt, der bekannteste ist die Republik Genua, die seit dem späten 14. Jahrhundert die ganze heutige Region auf sich vereinigen konnte. 1797-1815 gehörte das Gebiet zu Frankreich, anschließend zum Königreich Sardinien, das sich 1861 in "Königreich Italien" umbenannte. Heute ist Ligurien durch den Tourismus (hier liegt die italienische Riviera) und seinen Wein bekannt. Die Hauptstadt von Ligurien ist Genua. Andere bekannte Städte sind:
- San Remo
- Ventimiglia (Endstation vieler Züge aus Frankreich)
- Alassio
- Imperia (Produktion von Olivenöl)
- Rapallo

Geschichte

Ligurien leitet seinen Namen von seinen vorrömischen Bewohnern, den Ligurern ab. Im 2. Jahrhundert v. Chr. kam die ligurische Küste unter römische Kontrolle. Das römische Liguria bildete unter Augustus' Verwaltungsstruktur die neunte Region und ging weit über die heutige Region hinaus, indem es die nördlichen Abhänge des Appennin und die Seealpen zwischen Trebia und Po einschloss und über Albintimilium (beim heutigen Ventimiglia) hinausging. Entsprechend der bergigen und bewaldeten Landschaft gab es nur wenige bedeutende Städte. Dertona war die einzige Kolonie, und Alba Pompeia, Augusta Bagiennorum (bei Bene Vagienna), Pollentia (Teil des heutigen Bra), Hasta, Aquae Statiellae sowie Genua sind noch erwähnenswert. Die Ligurer wohnten allerdings mehrheitlich in Dörfern. Die Einteilung von Augustus blieb bis Diokletian bestehen. Dann wurden die beiden Alpenprovinzen abgeschafft, und die Wasserscheide wurde die Grenze zwischen Italien und Gallien. Der Name Liguria wurde nun auf ein Gebiet angewandt, das bis Mailand reichte. Im 6. Jahrhundert wurde Liguria wieder von Mailand getrennt, und unter den Langobarden bildete es die fünfte italienische Provinz mit dem Namen Alpes Cottiae.

Mittelalter

Im Mittelalter fiel der Teil des antiken Liguria nördlich des Appennin an Piemont und Lombardei, während der südliche Teil mit dem Küstenstreifen zur Republik Genua gehörte. Zur Geschichte in den folgenden Jahrhunderten siehe Genua#Geschichte.

Weblinks


- [http://www.italien.com/Ferienregion/Ligurien/ Informationsportal über die Ferienregion Ligurien]
Kategorie:Italienische Region Kategorie:Historische Landschaft ja:リグーリア州 ko:리구리아 주

Pirat

Ein Pirat ist ein Räuber, der von einem Schiff oder Boot aus sein Opfer attackiert und ausplündert, wobei manchmal auch Küstenorte Angriffsziele sind. Manche Piraten arbeiten auch mit der küstennahen Bevölkerung zusammen, die das Strandrecht besitzt.

Geschichte

Bereits Homer schildert im 8. Jh. v. Chr. in seinen Epen Kaperfahrten zum Haupterwerb. Insbesondere die Küsten der Ägäis luden als Versteck und Schlupfwinkel geradezu ein. Korrespondenzen des Herrschers von Zypern aus dem 14. Jh. v. Chr. belegen Piraten an der kleinasiatischen Südküste. Ausgangspunkt soll vor allem Lykien in der heutigen Südwest-Türkei gewesen sein. Auch in vielen späteren antiken Quellen galt diese Region als Heimat von Piraten, die die Gewässer großer Teile des östlichen Mittelmeers unsicher machten. Die überhandnehmende Seeräuberei in der Ägäis wurde - laut Herodot und Thukydides - erstmals durch die kretische Marine bekämpft. Eine wahre Piraten-Plage z. Z. des römischen Imperiums veranlasste den Senat, Pompeius (67 v. Chr.) mit besonderen Vollmachten auszustatten. Sein regelrechter Seekrieg gegen die Piraten führte zum vorläufigen Ende der Piraterie (man soll jedoch nicht vergessen, dass das Imperium selbst Beutezüge unternahm, auch wenn diese nicht mehr den Namen Piraterie trugen); Byzanz, am Ende seiner Macht, wurde wiederum von arabischen Seeräubern beeinträchtigt. Byzanz Auf den Schiffen herrschte eine gewisse Form der Demokratie. So wurden oft wichtige Entscheidungen durch Abstimmungen der Besatzung getroffen. Ein Grund für den anfänglichen Zulauf zum Piratentum war die erbarmungslose Unterdrückung auf den offiziellen Handels- und Kriegsflotten der einzelnen Länder. Als die Zeit der "klassischen Piraterie" kann man den Zeitraum zwischen etwa 1650 und 1730 bezeichnen, als Seeräuber europäischer Herkunft gestützt auf korrupte Gouverneure und Regierungsbeamte vor allem die Karibik unsicher machten. Nach Eliminierung ihrer Stützpunkte im karibischen Meer verlegten einige Piratenführer ihre Wirkungsstätte in den Indischen Ozean, wo in einem Teil der Insel Madagaskar eine Art Piratenrepublik (Libertalia) entstanden war, die bis etwa 1730 existierte. Eine spezielle Form der Piraterie existierte im Mittelmeer. Diese ging hauptsächlich von den sogenannten Barbareskenstaaten aus, also den Staaten moslemischer Machthaber in Nordafrika (Tunis, Algier). In diesen Ländern wurde die Seeräuberei staatlich betrieben und war die Haupteinnahmequelle des Staates. Dieses Unwesen ging noch Ende des 18.Jahrhunderts so weit, dass einige europäische Länder (etwa die seinerzeit unabhängige Hansestadt Hamburg) aber auch die noch jungen USA sich lieber zu regelmäßigen Zahlungen an die Regierungen der "Barbareskenstaaten" verpflichteten, damit ihre Handelsschiffe nicht behelligt wurden. Erst im Jahr 1830 setzte Frankreich diesem Treiben mit der Eroberung Algeriens ein Ende.

Weitere Namen und Synonyme

Libertalia
- Freibeuter waren staatlich geduldete oder gar beauftragte Piraten, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert auf Kaperfahrt gingen. Dabei hatten sie das verbriefte Recht (durch einen Kaperbrief), die Schiffe anderer Nationen aufzubringen, nicht jedoch Schiffe der eigenen Nation. Oft hielten sich die Freibeuter weder an Rechte noch an Pflichten, die in den Kaperbriefen festgelegt waren, ähnlich wie deren Aussteller.
- Seeräuber
- Korsar ist die im Mittelmeer gängige Bezeichnung (franz.) für Seeräuber gewesen.
- Bukaniere waren Piraten mit fester Basis in der Karibik, wie etwa der Insel Île de la Tortue (Tortuga). Sie sicherten ihren Lebensunterhalt aber auch durch Jagd im Hinterland.
- Als Flibustiere (Filibuster) bezeichnete man eine hauptsächlich aus Franzosen bestehende Vereinigung von Seeräubern, die im 17. Jahrhundert die Karibik heimsuchten. Später wurden dann generell Seeräuber und Freibeuter so bezeichnet. :Mit dem Standortwechsel der Bukaniere von Hispaniola nach Île de la Tortue wählten weitere Piraten der Karibik Île de la Tortue als Basis. Sie bezeichneten sich nicht mehr als „Brüder der Küste“, sondern als Flibustier. Dieses Wort leitet sich von einem holländischen Wort ab, den vrijbuiters. Dieses Wort wandelte sich über das Englische freebooters und das Französische flibustiers, welches Wort die Engländer später übernahmen und in filibusters abwandelten. Die deutsche Sprache adaptierte letztendlich ebenso das französische Wort. :Ab 1655 wurde Port Royal auf Jamaika zum zweiten Stützpunkt der Karibik-Piraten. Hier fanden vornehmlich englische Piraten ihren Stützpunkt, auf Île de la Tortue hauptsächlich französische. Port Royal wurde 1692 von einem Erdbeben und der nachfolgenden Flutwelle zerstört. Danach wichen die Piraten auf die Bahamas-Inseln (bis 1718) und nordamerikanische Häfen wie z. B. New York aus.

Symbole und Klischees

New York Der Jolly Roger ist die schwarze Flagge (meist mit einem Totenkopf) von Piratenschiffen. Sie wurde erstmals 1700 am Mast des Piraten Emmanuel Wynne gesichtet. Zum Ursprung des Namens „Jolly Roger“ gibt es mehrere Versionen: - das Englische Roger bezeichnet sowohl einen Vagabunden als auch den Teufel (Old Roger). - Französische Bukaniers nannten ihre ursprünglich rote Flagge joli rouge („schönes Rot“). - Es gab einen indischen Piraten mit dem Namen Ali Rajah, von den Briten Olly Roger ausgesprochen. Edward England war anfänglich der einzige Pirat, der in seiner Flagge den bekannten Totenkopf mit gekreuzten Knochen zeigte. Da die Flagge zur Identifikation der Piraten diente, hatte jede Mannschaft ein individuelles Zeichen.

Bekannte Piraten


- John Hawkins (Karibik, um 1565)
- François l'Ollonais (Karibik, um 1666)
- Michel de Granmont bzw. Grammont (Karibik, gegen 1686)
- Anne Bonny (Karibik, 1690-?)
- Mary Read (Karibik, 1690-1720)
- Henry Every (Karibik, Atlantik & Indischer Ozean 1694-95)
- Edward Teach, besser bekannt als Blackbeard (Karibik, später Carolina 1716-18)
- Bartholomew Roberts, auch Black Barty (Karibik, später Westafrika 1718-1722)
- Edward England (Karibik bis 1718, später Madagaskar)
- William Condon („Billy One-Hand“, Karibik bis 1718, später Madagaskar und Indien)
- Charles Vane (Karibik, um 1718)
- Cui Apu (Südchinesiches Meer, 19. Jahrhundert)

Bekannte Freibeuter


- Klaus Störtebeker und Gödeke Michels, die Anführer der Vitalienbrüder und Likedeeler (Nord- und Ostsee, 14./15. Jhd.)
- Walter Raleigh (diverse Meere, 1585)
- Francis Drake (diverse Meere, vgl. Armada 1588)
- Piet Heyn (Karibik, Niederlande, um 1628)
- Henry Morgan (Karibik um 1670)
- William Dampier (diverse Meere, um 1685)
- William Kidd (Madagaskar, 1696-1701)
- Pierre le Grand (Karibische See, 17. Jahrhundert)
- Tom Tew (Madagaskar, 17. Jhd., Kompanen von Misson (Priester und Piratenanhänger)
- Jean Bart (Frankreich, gegen 1700)
- Robert Surcouf (Frankreich, um 1800)
- Richard Sievers (†1700), Hamburger, Ende 17. Jhd., indischer Ozean, der einzige deutsche Pirat von internationalem Rang

Fiktive Piraten


- Guybrush Threepwood, der unheldenhafte Held der Computerspiel-Reihe Monkey Island
- Geisterpirat LeChuck, der Bösewicht der Monkey Island-Spiele
- Captain Hook, der Schurke aus Peter Pan
- Long John Silver aus der Schatzinsel
- Feuerbart, einer der Piraten aus George MacDonald Frasers Roman "Die Piraten".
- Dotterbart (im Original "Yellowbeard") aus dem gleichnamigen satirischen Film
- Captain Jack Sparrow aus dem Film Fluch der Karibik, gespielt von Johnny Depp
- Captain Joshua Flint (Die Schatzinsel), evtl. nach unbekanntem historischen Vorbild
- "Der rote Korsar" aus dem gleichnamigen US-Film von 1952, gespielt von Burt Lancaster
- "Captain Blood" aus dem gleichnamigen US-Film von 1935, gespielt von Errol Flynn
- "Der rote Korsar" aus der gleichnamigen französischen Comic-Serie, 1959 geschaffen von Jean-Michel Charlier und Victor Hubinon.
- Captain Pugwash, britische Cartoonfigur
- Der einäugige Willy, aus dem Abenteuerfilm The Goonies
- Monkey D. Ruffy aus One Piece.
- Die Wilde 13, eine recht bekannte schreckliche Piratenbande aus Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer von Michael Ende.
- Die ungenannte Piratencrew aus Asterix, deren Schiff beiläufig immer wieder versenkt wird. Eine Persiflage auf den "Roten Korsar" von Charlier und Hubinon.
- "Rackham der Rote", Kapitän der Einhorn, schatzversteckender Pirat aus dem gleichnamigen Doppelband von Tintin bzw. Tim und Struppi.
- verschiedene in verschiedenen Heften der Comicserie Das Phantom.
- eigentlich alle, ehrenhalber, bei Häger dem schrecklichen Wikinger bzw. Wiki und die starken Männer

Moderne Piraterie

Auch heute gibt es noch Piraterie. Besonders in den Gebieten Süd- und Südostasien im Südchinesischen Meer, in Teilen von Südamerika, Westküste Afrikas und vom Süden des Roten Meers über den Golf von Aden um die Insel Sokotra bis an den Indischen Ozean attackieren die Piraten heute die modernen Schiffe. Auch die Straße von Malakka und die Gewässer um Sri Lanka gelten als unsicheres Seegebiet. Müssen die großen Schiffe wegen Defekten oder wegen Wetter bzw. aus Zeitgründen in den Meerengen bzw. in Küstennähe fahren, verringern sie ihre Geschwindigkeit und können dann oft mit Schnellbooten leicht von Piraten geentert werden. Bei voller Fahrt ist dies wegen der Geschwindigkeit moderner Schiffe, den hohen Bordwänden und der Wellenbildung am und besonders hinter dem Schiff nicht möglich. Sollte die Gefahr eines Überfalls bestehen, so schließt die Besatzung alle offenen Türen und Luken, auf den unteren Decks werden Türen teilweise verschweißt. Die Abwehr erfolgt dann effektiv mit Wasserschläuchen, aus denen mit hohem Druck Wasser auf angreifende Piraten gespritzt wird. Es existieren auch Elektrozaun-Systeme, die das Erklettern von Bordwänden unmöglich machen sollen. In den meisten Fällen sind die modernen Piraten nicht an der Ladung interessiert, sondern eher am Inhalt des Schiffs-Safes, der häufig große Bargeldsummen enthält, die für die Bezahlung der Gehälter und der Hafengebühren bestimmt sind. In einigen Fällen zwangen die Piraten die Besatzung, das Schiff zu verlassen, und fuhren mit dem gekaperten Schiff in einen Hafen, wo es falsche Papiere bekam und dann unter anderem Namen weitergenutzt wurde. Im modernen Völkerrecht gelten als Piraterie nur Überfälle, die auf hoher See durchgeführt werden. Das folgt aus den Definition der Artikel 15 der Geneva Convention on the High Seas und Artikel 101 der United Nations Convention on the Law of the Sea. Angriffe von Piraten, die als Piraterie zu werten sind, können von jedem Land das diese Konventionen unterzeichnet hat bekämpft werden. 1992 wurde das Piracy Reporting Centre des International Maritime Bureau (IMB Piracy Reporting Centre) [http://www.iccwbo.org/ccs/menu_imb_piracy.asp] in Kuala Lumpur gegründet. Es sammelt Meldungen über Piraterie und wertet sie aus, um Schiffseigner warnen und schützen zu können. Außerdem hilft es bei der Suche nach geraubten Schiffen. Im Jahr 2004 sind bei Seeräuberüberfällen mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen, neun mehr als noch im Vorjahr, teilte das [http://www.iccwbo.org/ccs/menu_imb_piracy.asp] Anti-Piraten-Zentrum des International Maritime Bureau (IMB) in Kuala Lumpur mit. Bereits 2003 hatte sich die Zahl der Todesopfer durch Piratenattacken mehr als verdoppelt. Gleichzeitig registrierte das IMB im vergangenen Jahr jedoch einen Rückgang der registrierten Überfälle von 445 auf 325. Brennpunkt der Seeräuberei sind den Angaben zufolge nach wie vor die Gewässer Indonesiens, wo es 2004 zu 93 bekannten Angriffen kam. Rang zwei belegt die Straße von Malakka zwischen der indonesischen Insel Sumatra und Malaysia mit 37 Überfällen. Im ersten Halbjahr 2005 ging die Zahl der Überfälle weiter zurück und zwar auf 127 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2004. Das Zentrum ist weiterhin der Raum um Indonesien, doch vor der Küste Somalias hat sich die Lage besonders verschlimmert, auch durch stark erhöhte Lösegeldforderungen.

Luftpiraterie

Bei Flugzeugentführern spricht man auch von Luftpiraten. Siehe Spezialartikel: Flugzeugentführung

Produktpiraterie (Software- und Marken-Piraten)

Flugzeugentführung Produktpiraterie ist das verbotene Nachahmen und Vervielfältigen von Waren, für die die rechtmäßigen Hersteller Erfindungsrechte, Designrechte und Verfahrensrechte besitzen. Der Marken- und Produktpirat übernimmt unerlaubt das technische Wissen, das sich ein Unternehmen in langjähriger und mühevoller Arbeit und unter Einsatz enormer finanzieller Mittel erworben hat, um es für seine Produkte zu nutzen. Er verwendet die Bekanntheit einer Marke, die ein Markenhersteller aufgrund seiner Qualitätsprodukte erlangt hat, um den Verbraucher über die tatsächliche Herkunft der Ware und Qualität zu täuschen. Die Figur des Piraten wird wegen ihrer Symbolkraft in der Gegenwart immer wieder instrumentalisiert, um beispielsweise Verstöße gegen das Urheber- und Markenrecht in den Augen einer breiten Öffentlichkeit zu stigmatisieren. Aus diesem Grund spricht die Medien- und Softwareindustrie heute im Rahmen von Werbekampagnen gegen unrechtmäßiges Kopieren von Musikstücken und Anwendungsprogrammen beispielsweise von Softwarepiraterie. Dieser Ausdruck ist jedoch umstritten. Siehe auch: Schwarzkopie In Anspielung auf dieses umstrittene Stilmittel der Medien- und Softwareindustrie entwirft [http://www.wissen-schaft.org/Weblog.html Stephan Eissler] im Gegenzug den [http://www.wissen-schaft.org/Weblog/45.html "Modernen Freibeuter"] als rethorische Figur, um den Missbrauch des Urheber- und Markenrechtes (beispielsweise im Zusammenhang mit zweifelhaften Abmahnungen) als zwar legalen aber dennoch moralisch verwerflichen Akt zu brandmarken, und um auf etwaige gesellschaftliche Folgen hinzuweisen.

Literatur

Eine eher literarische Darstellung des Freibeuterwesens im Elisabethanischen Zeitalter findet sich in dem von Andreas Venzke herausgegebenen Buch Gasparan oder Die letzte Fahrt des Francis Drake (Benziger-Verlag, Zürich 1996, ISBN 3-545-36531-X). Aus erster Hand vom Leben der Freibeuter der Karibik lesen kann man in Das Piratenbuch von 1678 - Die Amerikanischen Seeräuber von Exquemelin (Tübingen 1968, Erdmann-Verlag), wo unter anderem die Eroberung Panamas durch Henry Morgan beschrieben wird. Ein interessantes wissenschaftliches Buch zum Thema ist die Dissertation Freibeuter in der Karibischen See. Zur Entstehung und gesellschaftlichen Transformation einer historischen Randbewegung von Frank Bardelle (Münster 1986, Verlag Westfälisches Dampfboot). Hier findet man auch eine umfangreiche Bibliographie. Ein Buch, das sich ausschließlich mit der modernen Piraterie befasst, ist Piraten. Das organisierte Verbrechen auf See von Douglas Stewart (Hamburg 2002, Mare-Verlag). In der Belletristik dürfte am bekanntesten der Roman Die Schatzinsel von Robert Louis Stevenson sein, der die Suche nach einem vergrabenen Piratenschatz schildert.
- Siedler, Söldner und Piraten : Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung im Focke-Museum/Bremer Landesmuseum vom 8. März bis 14. Mai 2000 / Dieter Bischop. Mit Beitr. von Peter Krull [Hrsg. Manfred Rech]. - Bremen : Landesarchäologe, 2000. - 136 S. : zahlreiche Illustrationen, (= Bremer archäologische Blätter : Beiheft ; 2)
- David Cordingly: Unter schwarzer Flagge: Legende und Wirklichkeit des Piratenlebens. – Sanssouci Verlag, Zürich 1999. – ISBN 3725411476
- David Cordingly: Piraten: Furcht und Schrecken auf den Weltmeeren. – VGS Verlagsgesellschaft, 1999. – ISBN 3802527089
- August Niemann: Das Flibustierbuch: Erlebnisse eines jungen Deutschen unter den Freibeutern. Mit Bildern v. Joh. Gehrts, 407 S., Vobach, Berlin; Leipzig; Wien, 1906, L_SBB

Weblinks


- [http://www.iccwbo.org/ccs/imb_piracy/weekly_piracy_report.asp Weekly Piracy Report - aktuelle Nachrichten über Überfälle]
- [http://www.piratehaven.org/~beej/pirates/ englische Seite mit vielen Abbildungen von Piraten]
- [http://www.cindyvallar.com/pirates.html Informationsseite (historisch; Englisch)] ! ja:海賊

Heiliges Römisches Reich

Heiliges Römisches Reich, später Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation war die offizielle Bezeichnung für das Reich, das sich 962 mit der Regentschaft von Otto I. aus dem karolingischen Ostfrankenreich herausbildete und bis 1806 bestand. In der historischen Forschung wird das Heilige Römische Reich seit einigen Jahren auch als Altes Reich bezeichnet. Die Formel Imperium Romanum (Römisches Reich) gehörte bereits zum Kaisertitel Karls des Großen. Erst in der Zeit Kaiser Friedrichs I. tauchte 1157 der Zusatz Sacrum (Heilig) in der Kaisertitulatur auf. In deutschsprachigen Urkunden trat die Wendung Sacrum Imperium Romanum (Heiliges Römisches Reich) seit Kaiser Karl IV. auf (der lateinische Name ist erstmals 1254 belegt). Ab 1438 findet sich erstmals der Zusatz Nationis Germanicae. 1486 wurde diese Titulatur erstmals in einem Gesetz verwendet. Seit 1512 war die offizielle Titulatur des Reiches Sacrum Romanum Imperium Nationis Germanicae (Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation). Mit der Niederlegung der Reichskrone durch Kaiser Franz II. am 6. August 1806 auf Druck von Napoleon Bonaparte erlosch das alte Reich. Das Reich war allerdings bereits durch die Eroberungen Napoleons und die daraus resultierende Gründung des Rheinbundes so gut wie handlungsunfähig.

Charakter des Reiches

Das Heilige Römische Reich war aus dem ostfränkischen Reich entstanden und war ein vor- und übernationales Gebilde, ein Lehensreich und Personenverbandsstaat, der sich aber dennoch niemals zu einem Nationalstaat wie etwa Frankreich oder Großbritannien entwickelte und aus ideengeschichtlichen Gründen auch nie als solcher verstanden werden wollte. Das Reich überwölbte als „Dachverband“ viele Territorien und gab dem Zusammenleben der verschiedenen Landesherrn reichsrechtlich vorgegebene Rahmenbedingungen. Diese quasi-selbständigen Fürsten- und Herzogtümer erkannten den Kaiser als zumindest ideelles Reichsoberhaupt an und waren auf der einen Seite den Reichsgesetzen, der Reichsgerichtsbarkeit und den Beschlüssen des Reichstages unterworfen, waren aber auf der anderen Seite durch Königswahl, Wahlkapitulation, Reichstage und andere ständische Vertretungen an der Reichspolitik beteiligt und konnten diese für sich beeinflussen.

Der Name des Reiches

Der Name drückt den Anspruch aus, einerseits der Nachfolger des antiken Römischen Reiches und damit gleichsam der Herrscher der Welt zu sein, und andererseits wurde dieser Anspruch ins Heilige erhöht, aus dem die irdische Herrschaft abgeleitet und legitimiert wurde. Mit der Krönung des Frankenkönigs Karl des Großen zum Kaiser durch Papst Leo III. im Jahr 800 erhob dieser den Anspruch auf die Nachfolge des antiken römischen Imperiums, der so genannten Translatio Imperii, obwohl geschichtlich und dem Selbstverständnis nach das christlich-orthodoxe byzantinische Reich aus dem alten römischen Reich entstanden war; nach Ansicht der Byzantiner war das neue westliche „Römische Reich“ ein selbsternanntes und illegitimes. byzantinische Reich] Interessanterweise trug das Reich zum Zeitpunkt seiner Entstehung Mitte des 10. Jahrhunderts noch nicht das Prädikat heilig. Der erste Kaiser Otto I. und seine Nachfolger sahen sich selbst und wurden als Stellvertreter Gottes auf Erden und damit als erster Beschützer der Kirche angesehen. Es bestand also keine Notwendigkeit, die Heiligkeit des Reiches besonders hervorzuheben. Erst nachdem die sakrale Sphäre des Kaisertums durch den Investiturstreit von 1075 bis 1122 weitgehend aufgehoben worden war, versuchten die Kaiser diesen Anspruch nunmehr verbal für sich zu reklamieren. So entstand im 12. Jahrhundert in der Kanzlei Friedrichs I., genannt Barbarossa, der Begriff des sacrum imperium. Im so genannten Interregnum von 1250 bis 1273, als es keinem der drei gewählten Könige gelang, sich gegen die anderen durchzusetzen, verband sich der Anspruch, der Nachfolger des Römischen Reiches zu sein, mit dem Prädikat heilig zur Bezeichnung Sacrum Romanum Imperium (deutsch: Heiliges Römisches Reich). Also wurde ausgerechnet während der kaiserlosen Zeit dieser Machtanspruch um so tönender angemeldet – wenn sich freilich auch in der nachfolgenden Zeit daran wenig änderte. Der Zusatz Nationis Germanicae („Germanischer Nation“, aber übersetzt als „Deutscher (Teutonicae) Nation”) erschien erst im Spätmittelalter um 1450, wohl auch weil sich die Machtbereich der Kaiser im wesentlichen auf das Gebiet der heutigen deutschsprachigen Länder bezog. Erstmals offiziell verwendet wurde dieser Zusatz im Jahre 1512 in der Präambel des Abschieds des Reichstages in Köln. Kaiser Maximilian I. hatte die Reichstände u. a. zwecks Erhaltung [...] des Heiligen Römischen Reiches Teutscher Nation geladen. Bis 1806 war Heiliges Römisches Reich deutscher Nation die offizielle Bezeichnung des Reiches (oft abgekürzt als SRI für Sacrum Romanum Imperium auf lateinisch oder HRR auf deutsch).

Geschichte

Entstehung des Reiches

1806 Das Fränkische Reich hatte nach dem Tode Karls des Großen im Jahre 814 mehrfach Teilungen und Wiedervereinigungen der Reichsteile unter seinen Kindern und Enkeln durchlaufen. Solche Teilungen unter den Söhnen eines Herrschers waren nach fränkischem Recht normal und bedeuteten nicht, dass die Einheit des Reiches aufhörte zu existieren, da eine gemeinsame Politik der Reichsteile und eine künftige Wiedervereinigung damit nicht ausgeschlossen war. Starb einer der Erben kinderlos, so fiel dessen Reichsteil einem seiner Brüder zu. Solch eine Teilung wurde auch im Vertrag von Verdun 843 unter den Enkeln Karls beschlossen. Das Reich wurde zwischen Karl dem Kahlen, der den westlichen romanisierten Teil bis etwa zur Maas erhielt, Ludwig dem Deutschen, er erhielt den östlichen eher germanisch geprägten Reichsteil und Lothar I. der neben der Kaiserwürde einen mittleren Streifen von der Nordsee bis zum Mittelmeer, erhielt. Auch wenn hier die zukünftige Landkarte Europas erkennbar wird – wenn dies auch niemals beabsichtigt war –, kam es im Laufe der nächsten fünzig Jahre zu verschiedenen weiteren, meist kriegerischen, Wiedervereinigungen und Teilungen zwischen den Teilreichen, die jeweils noch von den Nachfolgern Karls regiert wurden. Erst als Karl der Dicke 887 wegen seines Versagen beim Abwehrkampf gegen die plünderenden und raubenden Normannen abgesetzt wurde, wurde kein neues Oberhaupt aller Reichsteile mehr bestimmt, sondern die verbliebenden Teilreiche wählten sich eigene Könige, die teilweise nicht mehr der Dynastie der Karolinger angehörten. Dies war ein deutliches Zeichen für das Auseinanderdriften der Reichsteile und des auf dem Tiefpunkt angekommenen Ansehens der Karolingerdynastie, da diese das Reich in Folge der Thronstreitigkeiten in Bürgerkriege stürzten und nicht in der Lage waren, das Gesamtreich gegen die Einfälle der Normannen im Norden und der Sarazenen im Süden zu schützen. Infolge der fehlenden dynastischen Klammer zerfiel das Reich in zahlreiche kleine Grafschaften, Herzogtümer und andere regionale Herrschaften, die meist nur noch formal die regionalen Könige als Oberhoheit anerkannten. Besonders deutlich wurde dieser Zerfall im mittleren Reichsteil sichtbar, wo sich die Stammesherzogtümer herausbildeten. Das heißt, die Herzöge wurden nicht mehr vom König ernannt, sondern von den regionalen Adligen gewählt. Im östlichen Reich konnte diese Entwicklung nach dem Tode des letzten Karolingers auf dem ostfränkischen Thron Ludwig IV., das Kind durch die gemeinsame Wahl Konrads I. aufgehalten werden. Konrad gehörte zwar nicht der Dynastie der Karolinger an, war aber ein Franke aus dem Geschlecht der Konradiner. Trotz der Abkehr der Lothringer vom ostfränkischen Reich, die sich den Westfranken anschlossen, zeigte die Wahl Konrads endgültig, wie stark sich Ostfranken vom Gesamtreich abgewendet hatte. Im Jahre 918 wurde diese Entwicklung noch deutlicher, als mit dem Sachsenherzog Heinrich I. erstmals ein Nicht-Franke zum ostfränkischen König gewählt wurde. Seit diesem Zeitpunkt wurde dieses Reich nicht mehr durch eine einzige Dynastie getragen, sondern die regionalen Großen, Adligen und Herzöge entschieden über den Herrscher des ostfränkischen Reiches. Im Jahre 921 wurde Heinrich I. im Vertrag von Bonn vom westfränkischen Herrscher als gleichberechtigt anerkannt und durfte den Titel rex francorum orientalum, König der östlichen Franken, führen. Die Entwicklung des Reiches als eines auf Dauer eigenständigen und überlebensfähigen Staatswesens war damit im wesentlichen abgeschlossen. Trotz der Ablösung vom Gesamtreich und der Vereinigung der germanischen Völkerschaften, die im Gegensatz zu Westfranken nicht romanisertes Latein, sondern theodiscus oder diutisk (von diot volksmäßig, volkssprachig) sprachen, war dieses Reich kein früher deutscher Nationalsstaat. Genauso wenig war es bereits das spätere Heilige Römische Reich. Auf der einen Seite fehlte das alle vereinende deutsche Nationalbewusstsein, von dem erst seit der frühen Neuzeit die Rede sein kann, und auf der anderen Seite fehlte dem Reich noch der imperiale und sakrale Charakter. frühen Neuzeit Das steigende Selbstbewusstsein des neuen ostfränkischen Königsgeschlechtes zeigte sich bereits in der Thronbesteigung Ottos I., dem Sohn Heinrichs, der auf dem Thron Karls des Großen, oder was man dafür hielt, in Aachen gekrönt wurde. Außerdem zeigt sich der zunehmend sakrale Charakter seiner Herrschaft dadurch, dass er sich salben ließ und der Kirche seinen Schutz gelobte. Nach einigen Kämpfen gegen Verwandte und lothringische Herzöge, gelang ihm mit dem Sieg über die Ungarn 955 auf dem Lechfeld bei Augsburg die Bestätigung und Festigung seiner Herrschaft. Noch auf dem Schlachtfeld soll das Heer ihn als Imperator gegrüßt haben. Dieser Sieg über die Ungarn veranlasste Papst Johannes XII., Otto nach Rom zu rufen und ihm die Kaiserkrone anzubieten, damit dieser als Beschützer der Kirche auftrete. Johannes stand nämlich unter der Bedrohung der italienischen Könige. Der Hilferuf des Papstes bekundete einerseits, dass die ehemaligen Barbaren sich zu den Trägern der römischen Kultur gewandelt hatten und dass das östliche regnum als legitimer Nachfolger des Kaisertums Karls des Großen angesehen wurde. Otto folgte dem Ruf, auch wenn es wohl Irritation unter einigen Beratern des Königs gab, und zog nach Rom. Er wollte der Beschützer der Kirche sein. Als „Gründungsdatum“ des Heiligen Römischen Reiches wird von Historikern meist das Datum der Kaiserkrönung Ottos I., der 2. Februar 962, angegeben, auch wenn Otto kein neues Reich gründen wollte oder gegründet hat und das Reich auch erst einige Jahrhunderte später diesen Namen trug. Aber spätestens hier ist der Prozeß der Herauslösung des ostfränkischen Reiches als eigenständiges Reich aus dem fränkischen Gesamtreich abgeschlossen und das Reich hatte seine weltliche und sakrale Legitimation als neues Imperium Romanum durch die Kaiserkrönung erhalten.

Mittelalter

Siehe auch: Deutschland im Mittelalter Deutschland im Mittelalter Im hohen Mittelalter ergab sich eine Umstrukturierung in der Struktur des Reiches. Schon im Ostfränkischen Reich hatten sich aus den ursprünglich nur als Verwaltungseinheiten gedachten Grafschaften größere Einheiten zusammengeschlossen, die weitgehend den alten Stämmen entsprachen. Diese territorialen Einheiten wurden nun Herzogtümer genannt. Die Herzogtümer waren relativ abgeschlossene Einheiten. Während in unteren „Verwaltungsebenen“ einzelne Rechte und persönliche Bindungen die Machtverhältnisse ausmachten, existierten die Herzogtümer in einer territorialstaatsähnlichen Form. Im Kampf der Herzogtümer gegen die Königsmacht wurden einige der alten Stammesherzogtümer zerschlagen, andere verloren durch die Verleihung der Reichsunmittelbarkeit weite Gebiete. Diese Entwicklung konzentriert sich vor allem im 12. Jahrhundert in der Zeit Friedrichs I. Barbarossa; Mit dem frühen Tod Heinrich VI. scheiterte der letzte Versuch im Reich eine starke Zentralgewalt zu schaffen, sodass die Fürsten ihren Einfluss weiter ausbauen konnten. In der Regierungszeit Friedrich II. wurden den weltlichen Fürsten im Statutum in favorem principum und den geistlichen in der Confoederatio cum principibus ecclesiasticis weitgehende Rechte verbrieft. Im Laufe der Jahrhunderte kam es durch Bündelung und Neuverteilung von Einzelrechten wieder zu territorialen Herrschaften, die aber deutlich kleiner als die Herzogtümer waren. Dieser Prozess war etwa um 1500 abgeschlossen. Im Spätmittelalter fand im Zuge des Untergangs der Staufer und dem drauffolgenden Interregnum ein Verfall der, allerdings traditionell ohnehin nur schwach ausgeprägten, königlichen Zentralgewalt statt. Die französische Expansion im westlichen Grenzgebiet des Imperiums hatte zur Folge, dass die Einflussmöglichkeiten des Königtums im ehemaligen Königreich Burgund auf einen faktischen Nullpunkt sanken; eine ähnliche, aber weniger stark ausgeprägte Tendenz zeichnete sich in Reichsitalien (also im wesentlichen die Lombardei und die Toskana) ab. Erst seit dem Italienzug Heinrichs VII. kam es zu einer zaghaften Wiederbelebung der kaiserlichen Italienpolitik, die aber in wesentlich engeren Grenzen verlief als die Italienpolitik der hochmittelalterlichen römisch-deutschen Könige. Italienpolitik So konzentrierten sich die spätmittelalterlichen Könige wesentlich stärker auf den deutschen Reichsteil, wobei sie sich gleichzeitig stärker als zuvor auf ihre jeweilige Hausmacht stützten; Kaiser Karl IV. kann dabei als ein Musterbeispiel angeführt werden. In seine Regierungszeit fiel auch der Ausbruch des so genannten Schwarzen Todes, der zu einer deutlichen Krisenstimmung beitrug und in deren Verlauf es zu einem deutlichen Rückgang der Bevölkerung sowie zu Judenpogromen kam. Karl IV. schuf mit der Goldenen Bulle von 1356 auch eine Art von „Reichsgrundgesetz“, da hier die Rechte der Kurfürsten festgelegt wurden, welche dann maßgeblich die Politik des Reiches mitbestimmten. Sie blieb bis zur Auflösung des Reiches in Kraft.

Frühe Neuzeit

Eine der Möglichkeiten, den Beginn der Neuzeit zu markieren, ist die Einführung des Allgemeinen Landfriedens im Jahre 1495. Bald darauf wurde die Struktur des Reiches verändert. 1500 und 1512 wurde das Reich in Reichskreise eingeteilt. Im Zuge der Reformation zerbrach die Macht des Kaisers langsam. Es bildeten sich konfessionsgebundene Bündnisse zwischen Reichsständen, die mehrmals gegeneinander Krieg führten. Der zu dieser Zeit herrschende Kaiser Karl V. war nicht in der Lage, diese reichsinternen Kämpfe zu beenden; ebensowenig gelang es ihm, die Reformation aufzuhalten. In der Mitte des Jahrhunderts wurde den Reichsständen das Recht zugestanden, die Konfession ihrer Untertanen zu bestimmen ("cuius regio, eius religio"). Dadurch wurden die Reichsstände konfessional einheitlich. Ausnahmen zu dieser Regel waren nur viele der Reichsstädte und das Hochstift Osnabrück. Mit der konfessionellen Einheitlichkeit eines Territoriums war der Prozess der Territorialstaatsbildung endgültig abgeschlossen. Der Höhepunkt der durch die Reformation eingeleiteten Veränderungen war der Dreißigjährige Krieg. In seinem Verlauf versuchte der Kaiser ein letztes Mal, seine alte Machtstellung zurückzugewinnen und die Einheit der Kirche wiederherzustellen. Dieser Versuch scheiterte. Es entstand ein Reich, in dem es kaum noch zu Verschiebungen der Grenzen der Territorien kam, und in dem der Kaiser fast nur noch repräsentativen Charakter hatte.

Das Reich beginnt zu zerbröckeln

Koalitionskriege gegen Napoleon und Separatfrieden

Das Reich begann während der Napoleonischen Kriege zu zerbrechen. So hatten bereits der Frieden zwischen Preußen und Frankreich 1795 und der Friede von Lunéville zwischen Österreich und Frankreich von 1801 die Grundfeste des Reiches erschüttert.

Reichsdeputationshauptschluss von 1803

Die Säkularisationen durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 sorgten weiterhin dafür, das prekäre politisch-konfessionelle Gleichgewicht des Reiches zu zerstören, das mit dem Westfälischen Frieden konstituiert worden war. Bereits seit den 1740er aber waren die Teile des Reich auf Grund des Dualismus zwischen Österreich und Brandenburg-Preußen immer mehr auseinandergedriftet. Auf seinem Boden war neben Österreich eine zweite Großmacht entstanden, was letztendlich zum Zerreissen des Reiches führen musste.

Das Ende des Reiches

Zusätzlich zu den inneren und äußeren Erschütterungen hatte sich am 2. Februar 1804 Napoleon zum Kaiser der Franzosen gekrönt. Mit dieser Erhöhung wollte er einerseits seine Macht festigen, andererseits seine Größe noch deutlicher sichtbar machen. Vor allem wollte er das Erbe Karls des Großen antreten und somit seinem erblichen Kaisertum eine in der Tradition des Mittelalters stehende Legitimation verschaffen. Zu diesem Zweck reiste Napoleon im September 1804 nach Aachen und besuchte den Dom und das Grab Karls des Großen. Napoleons Tun wurde in Wien, der Residenz des Kaisers des Reiches, genau registriert. In den darauffolgenden diplomatischen Gesprächen zwischen Frankreich und Österreich forderte am 7. August 1804 Napoleon in einer geheimen Note die Anerkennung seines Kaisertums, im Gegenzug werde Franz II. als Empereur héréditaire d'Autriche, als Erbkaiser Österreichs anerkannt. Wenige Tage später wurde aus der Forderung faktisch ein Ultimatum. Dies bedeutete entweder Krieg oder Anerkennung des französischen Kaisertums. Franz lenkte ein und nahm als Konsequenz dieses Schrittes zusätzlich zu seinem Titel als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches „für Uns und Unsere Nachfolger [...] den Titel und die Würde eines erblichen Kaisers von Österreich“ an. Dies geschah offensichtlich, um die Ranggleichheit mit Napoleon zu wahren. Hierzu schien der Titel des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches alleine nicht mehr geeignet, auch wenn dies wohl ein Bruch des Reichsrechts war. Dieser Schritt war auch vom Rechtsbruch abgesehen umstritten und wurde auch als übereilt angesehen, wie ein Brief von Friedrich von Gentz, einem bekannten österreichischen Publizisten, an seinen Freund Fürst von Metternich deutlich macht: :Bleibt die deutsche Kaiserkrone im österreichischen Hause – und welche Unmaßen von Unpolitik schon jetzt, wo noch keine dringende Gefahr vorhanden, öffentlich zu erkennen zu geben, daß man das Gegenteil befürchtet! – so ist jene Kaiserwürde ganz unnütz Napoleon ließ sich jedoch nicht mehr aufhalten. Seine Armee, die durch bayerische, württembergische und badische Truppen verstärkt wurde, marschierte auf Wien, und am 2. Dezember 1805 siegten die napoleonischen Truppen in der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz über Russen und Österreicher. Der darauffolgende Frieden von Preßburg, der Franz II. und dem russischen Zaren Alexander I. von Napoleon diktiert wurde, dürfte das Ende des Reiches endgültig besiegelt haben, da Napoleon durchsetzte, dass Bayern, Württemberg und Baden mit voller Souveränität ausgestattet wurden und somit Preußen und Österreich gleichgestellt wurden. Der Einfluss Franz' als Kaiser des Reiches auf diese Gebiete war damit zunichte gemacht, da sich die Länder nun faktisch außerhalb der Reichsverfassung befanden. Dies unterstreicht eine Äußerung Napoleons gegenüber seinem Außenminister Talleyrand: :Es wird keinen Reichstag mehr geben; denn Regensburg soll Bayern gehören; es wird auch kein Deutsches Reich mehr geben. Auslöser für das Ende des Reiches war letztlich jedoch, dass der Kurfürst von Mainz, Karl Theodor von Dalberg, den Großalmosenier des französischen Kaiserreiches, Joseph Kardinal Fesch, zu seinem Koadjutor mit dem Recht der Nachfolge ernannte. Brisant war dabei, dass Dalberg außerdem Erzkanzler des Reiches und damit Haupt der Reichskanzlei, Aufseher des Reichsgerichtes und Hüter des Reichsarchives war. Der zu seinem Nachfolger ernannte Kardinal war zudem nicht nur Franzose und sprach kein Wort deutsch – er war auch der Onkel Napoleons. Sollte also der Kurfürst sterben oder sonst irgendwie seine Ämter abgeben, so wäre der Onkel des französischen Kaisers Erzkanzler des Reiches geworden. Am 28. Mai 1806 wurde der Reichstag davon in Kenntnis gesetzt. Der österreichische Außenminister Friedrich Graf von Stadion erkannte die möglichen Folgen: entweder die Auflösung des Reiches oder eine Umgestaltung des Reiches unter französischer Herrschaft. Daraufhin entschloss sich Franz am 18. Juni zu einem Protest, der wirkungslos blieb, zumal sich die Ereignisse überschlugen. Denn am 12. Juli 1806 gründeten Kurmainz, Bayern, Württemberg, Baden, Hessen-Darmstadt, Nassau, Kleve-Berg und weitere Fürstentümer mit Unterzeichnung der Rheinbundakte in Paris den Rheinbund, als dessen Protektor Napoleon fungierte, und erklärten am 1. August den Austritt aus dem Reich. Bereits im Januar hatte der schwedische König die Teilnahme der vorpommerschen Gesandten an den Reichstagssitzungen suspendiert und erklärte als Reaktion auf die Unterzeichnung der Rheinbundakte am 28. Juni, dass in den zum Reich gehörenden Ländern unter schwedischer Herrschaft die Reichsverfassung aufgehoben und die Landstände und Landräte aufgelöst seien. Er führte stattdessen die schwedische Verfassung in Schwedisch-Pommern ein. Damit beendete er auch in diesem Teil des Reiches das Reichsregime. Das Reich hatte faktisch aufgehört zu existieren, denn von ihm blieb nur noch ein Torso übrig. Die Entscheidung, ob der Kaiser die Reichskrone niederlegen sollte, wurde durch ein Ultimatum an den österreichischen Gesandten in Paris, General Vincent, praktisch vorweggenommen. Sollte Kaiser Franz bis zum 10. August nicht abdanken, dann würden französische Truppen Österreich angreifen, so wurde diesem am 22. Juli mitgeteilt. In Wien waren jedoch schon seit mehreren Wochen Johann Aloys Josef Freiherr von Hügel und Graf von Stadion mit der Erstellung von Gutachten über die Bewahrung der Kaiserwürde des