Andrei Alexandrowitsch SchdanowAndrei Alexandrowitsch Schdanow (russisch Андрей Александрович Жданов, wiss. Transliteration Andrej Alexandrovič Ždanov; - 14. Februar / 26. Februar 1896 in Mariupol, Ukraine; † 31. August 1948 in Moskau) war ein sowjetischer Politiker und enger Mitarbeiter Stalins.
Leben
Schdanow verlor früh seinen Vater, einen Volksschulinspektor, seine Schulausbildung wies deshalb Lücken auf. Er besuchte die 3. bis 7. Klasse der Realschule in Twer, verbrachte ein halbes Jahr an der Moskauer Landwirtschaftsschule und vier Monate an der Unteroffiziersschule in Tiflis, wo man ihm eine "nicht abgeschlossene Mittelschulbildung" bescheinigte. 1916 wurde er in die Armee eingezogen.
Bereits 1915 war er in die bolschewistische Partei eingetreten, seit 1917, als er als Stabsfeldwebel im 136. Infanterieregiment diente, war er an der revolutionären Bewegung aktiv beteiligt. Seine Führungsqualitäten und sein Agitationstalent brachten ihm den Posten eines Vorsitzenden im revolutionären Soldatenrat ein. Von Januar 1918 an war er als Kreislandwirtschaftssekretär in Schadrinsk tätig. Von 1918 bis 1920 war er Politagitator in der Roten Armee und gleichzeitig Redakteur der Zeitung Twerskaja Prawda.
Seit 1925 war er Kandidat und seit 1930 Mitglied des ZK der KPdSU; dann 1935 Kandidat und schließlich ab 1939 Mitglied des Politbüros.
In seiner Funktion als Gebiets- und Stadtsekretär der Parteiorganisation Leningrads (von 1934 bis 1944) war er - als Nachfolger des ermordeten Kirow – als radikaler und erbarmungsloser "Säuberer" bekannt. Während des 2. Weltkrieges und der 900 Tage dauernden Belagerung Leningrads durch die deutsche Wehrmacht war er Generaloberst im Kriegssowjet der Stadt.
Nach 1945 bekämpfte er als Führer einer nach ihm benannten repressiven Kulturpolitik, der so genannten Schdanowschtschina, Schriftsteller wie Achmatowa, Pasternak und Soschtschenko, Regisseure wie Eisenstein und Komponisten wie Prokofjew und Schostakowitsch. Von ihm stammt in diesem Zusammenhang der Ausdruck "Speichellecker des Westens" (низкопоклонство перед Западом).
Am 30. September 1947 hielt er als Vertreter der sowjetischen Delegation auf der Gründungsversammlung des Kominform seine berühmt gewordene Zwei-Lager-Theorie-Rede als Gegenrede zu den von US-Präsident Truman am 12. März 1947 in der so genannten Truman-Doktrin dargelegten Ideen. Beide Reden gelten als wichtige Meilensteine in der Entwicklung weg von der Anti-Hitler-Koalition hin zum Kalten Krieg.
1948 erkrankte Schdanow schwer und starb am 31. August 1948 an einem Herzinfarkt. Sein Tod, angeblich durch eine Fehldiagnose von Kreml-Ärzten mitverschuldet, war neben dem anderer später Auslöser der Verfolgung jüdischer Ärzte ("Schädlingsärzte", врачи-вредители) durch Stalin. Es gibt jedoch auch Gerüchte, dass Stalin selbst seine Ermordung veranlasst habe.
Die Stadt Mariupol hieß von 1948 bis 1989 Schdanow.
Schdanows Sohn Juri war mit Stalins Tochter Swetlana Allilujewa verheiratet.
Literatur
- Shdanow: Über Kunst und Wissenschaft, Rotfront-Verlag, Kiel, (ohne Datum)
Weblinks
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Schdanow, Andrei Alexandrowitsch
Schdanow, Andrei Alexandrowitsch
Schdanow, Andrei Alexandrowitsch
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ja:アンドレイ・ジダーノフ
Russische Sprache
Die russische Sprache (früher auch Großrussisch genannt) ist die slawische Sprache mit den meisten Sprechern. Sie bildet zusammen mit dem Ukrainischen (früher auch als Kleinrussisch bezeichnet), dem Weißrussischen und dem Russinischen die Gruppe der ostslawischen Sprachen. Die russische Standardsprache beruht auf den mittelrussischen Mundarten der Gegend um Moskau.
Russisch wird von etwa 180 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen etwa 130 Millionen in Russland leben. Es ist Amtssprache in Russland, Weißrussland (zusammen mit Weißrussisch), Kasachstan (zusammen mit Kasachisch) und der zur Ukraine gehörenden Autonomen Republik Krim (zusammen mit Ukrainisch). In diesen und weiteren Staaten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion ist es sowohl Muttersprache eines Teiles der Bevölkerung als auch Sprache eines großen Teiles des öffentlichen Lebens. Die russische Sprache ist ebenso eine verbreitete Sprache für Wissenschaft, Kunst und Technik. Zählt man die Zweitsprachler hinzu, kommt man auf etwa 300 Millionen Sprecher.
Alphabet
Russisch wird mit dem russischen Alphabet geschrieben (rus.: русский алфавит od. русская азбука), das dem kyrillischen Alphabet (rus.: кириллический алфавит od. кириллица) entstammt.
Seit der letzten Rechtschreibreform im Jahre 1918 besteht das russische Alphabet aus 33 Buchstaben. Davon dienen 10 Buchstaben zur Wiedergabe der Vokale, und zwar: а, е, ё, и, о, у, ы, э, ю und я. Die übrigen 22 Buchstaben werden zur Wiedergabe von Konsonanten verwendet, wobei die Buchstaben ъ und ь nicht zur Nachbildung bestimmter, eingenständiger Laute, sondern als Indikatoren für die Härte oder Weichheit vorangehender Konsonanten dienen [mehr dazu siehe unter: Russische Phonetik].
Siehe auch: Russische Rechtschreibreform von 1918
Aussprache
Die Aussprache der russischen Sprache bezeichnet die Phonetik und die Phonologie der russischen Standardsprache. Im weiteren Sinne kann darunter auch die Aussprache in verschiedenen Varietäten (Dialekten und Mundarten) der russischen Sprache verstanden werden.
Tonalität
Russisch ist eine nicht-tonale Sprache, d.h. die Tonhöhe der Vokale hat keinen Einfluss auf die Bedeutung eines Wortes. Auch wie im Deutschen wird im Russischen innerhalb oder am Ende eines Satzes unterschiedliche Stimmhöhe benutzt, um z.B. einen Aussagesatz von einem Frage- oder Ausrufesatz kenntlich zu machen. Die Stimmhebung oder -senkung dient hier aber dazu, um die Bedeutung eines Satzes zu ändern oder dessen bestimmte Teile klanglich hervorzuheben. In tonalen Sprachen hingegen ändert der Ton die Bedeutung einzelner Wörter.
Wortbetonung
Die Betonung eines Wortes (der Wortakzent) hat im Russischen eine wichtige und häufig eine sinnunterscheidende Bedeutung. Falsch betonte Wörter können zu Verständnisschwierigkeiten führen, insbesondere dann, wenn sie aus dem sprachlichen Kontext isoliert oder einzeln ausgesprochen werden. In der sprachwissenschaftlichen Literatur wird die russische Wortbetonung u.a. als frei und beweglich bezeichnet. So werden z.B. durch die Verlagerung der Betonung innerhalb einiger russischen Wörter ihre unterschiedlichen Flexionsformen gebildet.
Für eine ausführliche Darstellung siehe: Wortbetonung in der russischen Sprache
Phonetik
Die phonetische Struktur der modernen russischen Standardsprache zählt 42 bedeutungsunterscheidende Einzellaute (Phoneme), die sich wiederum in 6 Vokal- und 36 Konsonantenlaute aufteilen lassen. Das umfangreiche Phoneminventar des Russischen erklärt sich durch eine für slawische Sprachen typische Besonderheit der Aussprache, und zwar werden die meisten russischen Konsonanten sowohl hart als auch weich (palatalisiert) ausgesprochen. Hierbei handelt es sich aber nicht um so genannte Phone, sondern um einzelne Phoneme, denn jede dieser Aussprachevarianten ist bedeutungsunterscheidend. Einige russische Dialekte haben einen spezifischen Phonembestand, in dem einige Konsonanten vorwiegend hart bzw. palatalisiert oder etwas anders (z.B. guttural) ausgesprochen werden.
Die Aussprache russischer Vokale und Konsonanten variiert in Abhängigkeit davon, welche Position sie in einem Wort einnehmen. Dabei unterscheidet man bei Vokalen zwischen einer betonten und einer unbetonten Position. So wird beispielsweise das "o" als [o] in betonter und als [a] oder [ə] in unbetonter Position ausgesprochen. Die Aussprache vieler russischen Konsonanten wird wiederum durch andere, ihm nachfolgende Konsonanten bestimmt. So werden u.a. alle stimmhaften Konsonanten nicht nur am Wortende stimmlos ausgesprochen, sondern auch dann, wenn sie einem anderen stimmlosen Konsonanten vorangehen.
Im Unterschied zum Deutschen ist die Länge der Vokale im Russischen weder bedeutungsunterscheidend (wie z.B. in Stiel – still) noch für die richtige Aussprache eines Wortes ausschlaggebend. Die betonten Vokale werden in der Regel halblang ausgesprochen. Die unbetonten Vokale sind dagegen kurz und unterscheiden sich häufig von den entsprechenden betonten Vokalen auch qualitativ. Im Russischen gibt es keine Diphthonge. Sowohl Doppelvokale als auch zwei unterschiedliche, aufeinander folgende Vokale werden stets als einzelne Laute ausgesprochen (wie z.B. in Kooperation, aktuell, Museum, geimpft).
Für eine ausführliche Darstellung der russischen Phonetik siehe: Russische Phonetik
Grammatik
Wie die meisten slawischen Sprachen ist auch das Russische stark flektierend. In einer flektierenden Sprache ändert sich die Gestalt eines Wortes innerhalb diverser grammatischen Kategorien, und zwar einerseits durch Hinzufügung von Affixen (schwache od. äußere Flexion) oder durch Veränderung des Wortstammes (starke od. innere Flexion). Für das Russische sind die beiden Flexionsarten charakteristisch. Im Falle der starken Flexion verändert sich der Stamm vieler russischen Wörter bei deren Beugung (Deklination, Konjugation, Komparation), und zwar durch Ablaut (z.B.: мыть - мою, жевать - жуёт), Konsonantenverschiebung (z.B.: возить - вожу) oder Hinzufügung bzw. Wegfall der Stammvokale (z.B.: брать - беру, один - одна). Dabei können die Attribute der schwachen und der starken Flexion jeweils einzeln oder in Kombination miteinander auftreten (z.B.: жечь - жёг - жгу).
Wortarten und deren grammatische Kategorien:
Auch wie im Deutschen werden im Russischen Substantive, Adjektive und Pronomen nach Kasus, Genus und Numerus gebeugt und Adverbien nur gesteigert. Russische Verben werden hingegen nicht nur nach Tempus und Numerus, sondern in der Vergangenheitsform auch nach Genus gebeugt. Anders als im Deutschen werden im Russischen auch Eigennamen (Personen-, Städte-, Ländernamen u.ä.) und Zahlwörter gebeugt. Außerdem kennt das Russische weder bestimmte noch unbestimmte Artikel. Für die Anzeige von Kasus, Genus und Numerus treten stattdessen zahlreiche Suffixe auf. Bei einer kleinen Gruppe russischer Wörter können grammatische Kategorien durch Verlagerung der Wortbetonung von einer auf die andere Silbe gebildet werden (mehr dazu siehe unter: Wortbetonung in der russischen Sprache). Weitere Wortarten im Russischen sind Präpositionen, Konjunktionen, Fragewörter, Interjektionen, Frage- und Modalpartikeln sowie die Verbpartikel «бы». In einem Satz bleiben sie immer ungebeugt.
Substantive:
Das Russische kennt drei grammatische Geschlechter und sechs grammatische Fälle (Kasus). Bei der Deklination wird innerhalb der grammatischen Geschlechter weiterhin nach belebten (d.h. Lebewesen) und unbelebten (d.h. Sachen) Substantiven unterschieden.
Verben:
Eine Besonderheit der meisten russischen Verben besteht darin, dass sie zwei unterschiedliche Formen haben, um eine Handlung im Zeitgeschehen als vollendet oder unvollendet zu spezifizieren. In der sprachwissenschaftlichen Literatur wird diese verbale Kategorie als Aspekt bezeichnet (mehr dazu siehe unter: Der Aspekt in der russischen Sprache).
Tempus:
Im Unterschied zum Deutschen gibt es in der russischen Standardsprache nur eine Vergangenheitsform, die häufig als Präteritum bezeichnet wird. Diese Bezeichnung beschreibt aber lediglich die Art und Weise, wie die Vergangenheitsform russischer Verben gebildet wird. Diese erfolgt ausschließlich durch Änderung der Gestalt eines Verbs, wie etwa durch Anhängen spezifischer Suffixe, und nicht durch zusätzliche Nutzung von Hilfsverben, wie etwa von Verben „haben“ oder „sein“ im Deutschen.
Syntax (Satzbildung):
Da das Russische stark flektierend ist, sind die gebeugten Formen vieler russischen Wörter oft einzigartig und entsprechen jeweils nur einer bestimmten grammatischen Kategorie. Deshalb ist die Verknüpfung einzelner Satzglieder im Russischen nicht so streng wie im Deutschen geregelt. So muss das Subjekt nicht notwendigerweise unmittelbar vor oder nach dem Prädikat gesetzt werden, ein Aussagesazt kann mit dem Prädikat anfangen oder enden. Innerhalb kurzer Sätze oder einzelner, geschlossener Satzteile kann die Wortfolge oft stark dennoch nicht willkürlich variieren, ohne dabei die Satzsemantik zu verändern. Insbesondere in der Poesie wird dieses besondere Merkmal der russischen Syntax häufig verwendet, indem Sätze zuweilen durch eine unübliche Umstellung der Wörter gebildet werden und somit die Reimfindung erleichtern.
Einige Unterschiede zwischen den Satzbildungsregeln im Deutschen und im Russischen können durch folgende Beispiele veranschaulicht werden:
- Im deutschen Satz „Maria fragt Jan.“ wird die Satzsemantik durch die Reihenfolge [Subjekt] → [Prädikat] → [Akkusativobjekt] bestimmt. Die Substantive, in diesem Fall die Eigennamen „Maria“ und „Jan“, weisen keine grammatischen Merkmale auf, die sie als Subjekt bzw. Akkusativobjekt erkennen lassen. Deshalb, sobald man die beiden Substantive miteinander vertauscht, ändert sich die Bedeutung des Satzes im Deutschen: „Jan fragt Maria.“. Im Russischen lassen sich die beiden Substantive durch ihre Flexionsformen eindeutig als Subjekt bzw. Akkusativobjekt erkennen. Die Bedeutung des Satzes „Мария спрашивает Яна.“ („Maria fragt Jan.“) wird im Russischen also nicht durch die Reihenfolge der Satzglieder, sondern durch deren Flexionsformen bestimmt. Deshalb ändert sich die Satzsemantik durch die Umstellung der Satzglieder nicht. Im russischen Satz wird es immer Maria sein, die Jan fragt und nicht umgekehrt: „Мария спрашивает Яна.“ oder „Мария Яна спрашивает.“ oder „Яна Мария спрашивает.“ oder „Яна спрашивает Мария.“. Will man im Russischen sagen, dass Jan Maria fragt, muss man die Flexionsformen der beiden Substantive ändern: „Ян спрашивает Марию.“.
- Im deutschen Satz „Ich liebe dich.“ muss das Prädikat immer an der zweiten Stelle stehen. Im Russischen Satz kann es entweder an der zweiten oder an der letzten Stelle sein: „Я люблю тебя.“ bzw. „Я тебя люблю.“. Wird das Prädikat an die erste Stelle im Satz gesetzt, so leitet es im Russischen nicht eine Frage ein, sondern hebt lediglich die Handlung hervor und weist in diesem Fall auf die Gefühlsstärke des Sprechenden: „Люблю я тебя.“ („Ich liebe dich so sehr.“).
Für eine ausführliche Darstellung der russischen Grammatik siehe: Russische Grammatik
Dialekte
Man unterscheidet im europäischen Teil Russlands drei sprachlich unterschiedliche Gebiete: Nord-, Mittel- und Südrussland. Die Gebiete unterteilen sich ferner in einzelne Dialekte.
Nordrussisch
Nord-östlich einer Linie vom Ladogasee über Nowgorod und Jaroslawl bis Joschkar-Ola. Diese Mundart kennzeichnet sich durch ein klar ausgesprochens unbetontes "o" (оканье - Okanje), ein gutturales "g" und ein hartes "t".
- Mundartengruppe von Ladoga und Tichwin
- Mundartengruppe von Kostroma
- Mundartengruppe von Wologda
- Mundartengruppe von Onega
- Mundarten von Beloozersk
Mittelrussisch
Die Nördliche Grenze verläuft von Sankt-Petersburg über Nowgorod und Iwanowo bis Nischni Nowgorod und Tscheboksary, die südliche von Welikije Luki über Moskau bis Pensa. Dieses Gebiet zeigt sowohl nördliche als auch südliche Sprachzüge. Im Westen ist das unbetonte "o" ein "o", im Osten ein "a" (аканье - Akanje).
- Westmittelrussisch von Pskow
- Westmittelrussisch von Nowgorod
- Ostmittelrussisch von Moskau und Umgebung
- Ostmittelrussisch von Jegorewsk und Umgebung
- Ostmittelrussisch von Temnikow und Umgebung
- Ostmittelrussisch vom Wolga-Wladimir Gebiet
Südrussisch
Im Bereich südlich von Welikije Luki über Rjasan bis Tambow. Hier spricht man das unbetonte "o" als "a", ein frikatives "g" und ein weiches "t".
- Mundart von Rjasan
- Mundartengruppe vom Dnjepr
- Mundart von Oskol
Mischsprachen
Es gab und gibt einige natürlich entstandene Mischsprachen mit dem Russischen. Bekannteste Vertreter sind die Mischungen mit den nah verwandten Ukrainisch (Surschyk) und Weißrussisch (Trasjanka).
Innerhalb der Sowjetunion vermischte es sich einst auch mit den isolierten Sprachen sibirischer und asiatischer Völker Russlands. An dessen Arktis-Grenzen zu Norwegen wurde vor 100 Jahren noch eifrig Russenorsk gesprochen. Im Fernen Osten wiederum brachte der Kontakt mit Chinesen Kjachta-Russisch hervor. Nationalismus hat auch diese Mischsprachen heute vernichtet. Allein das durch den sowjetischen Einfluss auf Kuba entstandene Rusinol lebt. In Deutschland entsteht zur Zeit unter den russischen Einwanderern eine deutsch-russische Mischsprache.
Lehnwörter
Das Russische hat sich eine ganze Reihe von Wörtern aus dem Deutschen entlehnt (siehe: Liste deutscher Wörter im Russischen). Darüber hinaus sind auch einige russische Wörter in die deutsche Sprache eingegangen (siehe: DDR-Sprache).
- Datsche - дача
- Perestroika - перестройка
- Pogrom - погром
- Sputnik - спутник
- Steppe - степь
- Subbotnik - субботник
- Troika - тройка
- Wodka - водка
- Zobel - соболь
Weitere verwandte Aktikel
- Russische Rechtschreibreform von 1918
- Wortbetonung in der russischen Sprache
- Russische Phonetik
- Russische Grammatik
- Russische Literatur
- Deutschrussisch
- Russischer Mat
Weblinks
- http://www.russian-online.net – Russisch lernen und verstehen – kostenloser Online-Sprachkurs und Sprachführer, für Einsteiger
- http://learning-russian.gramota.ru – Online-Sprachkurs, für Fortgeschrittene
- [http://www.rambler.ru/dict/scripts/go.cgi?btnG=%CD%E0%E9%F2%E8%21&query=&where=deru&start=0&count=15 http://www.rambler.ru/dict/] – Deutsch-Russisches Wörterbuch
- [http://www.dict.russian-german.net http://www.dict.russian-german.net] – freies Deutsch-Russisches Wörterbuch mit Lern-Modus
- [http://www.sz.euv-frankfurt-o.de/Homepages/Lektorate/Russisch/LRLinksOnlineWB.html Liste von Online-Wörterbüchern und Nachschlagewerken]
- [http://www.russlandjournal.de RusslandJournal.de] - Alphabet, Grammatik, viele praktische Sprachübungen und Tests der russischen Sprachlernsoftware und -bücher
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Russische Sprache
ja:ロシア語
ko:러시아어
ms:Bahasa Russia
simple:Russian language
th:ภาษารัสเซีย
1896
- 3. Januar: Kaiser Wilhelm II. versendet die so genannte Krüger-Depesche an den Präsidenten von Transvaal, Paulus Ohm Krüger und verursacht eine schwere Verstimmung in den diplomatischen Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und Großbritannien
- 1. März: Schlacht von Adwa
- 5. März: Antoine Henri Becquerel entdeckt die Radioaktivität
- 5. April bis 15. April: erste Olympische Spiele der Neuzeit in Athen
- 16. August: Am Klondike River in Kanadas Yukon-Territorium wird Gold gefunden, die Nachricht löst einen Goldrausch aus
- 17. August: In London wird Bridget Driscoll das erste Todesopfer in einem Verkehrsunfall, an dem ein Automobil beteiligt ist
- 26. August: Armenische Separatisten besetzen die Ottomanische Bank in Istanbul. In der Folge werden schätzungsweise 50.000 Armenier getötet
- 26. Oktober: Im Vertrag von Addis Abeba muss Italien Kolonialträume in Äthiopien aufgeben
- Mai: Aufstand der griechisch-orthodoxen Bevölkerungsmehrheit gegen die türkische Herrschaft auf Kreta. Das Eingreifen Griechenlands löst den Türkisch-Griechischen Krieg aus
- Das Kyffhäuser-Denkmal wird eingeweiht
- Madagaskar wird französische Kolonie
- Reichstag billigt Bürgerliches Gesetzbuch. Es tritt am 1. Januar 1900 in Kraft
- Theodor Herzl veröffentlicht seine Thesen zur Gründung eines jüdischen Staates
- Pieter Zeeman entwickelt sein Experiment zum Zeeman-Effekt (Aufspaltung der Wasserstofflinien in einem Magnetfeld, heute normaler Zeeman-Effekt genannt)
- Sansibar und Großbritannien führen für 38 Minuten Krieg. Dies ist der kürzeste Krieg in der Weltgeschichte
- Bau der Gasometer in Wien
Kultur
- 29. Januar: Uraufführung der Oper Kudrun von Hans Huber in Basel
- 1. Februar: Uraufführung der Oper La Bohème von Giacomo Puccini am Teatro Regio in Turin
- 21. März: Uraufführung der Oper Das Heimchen am Herd von Karl Goldmark an der Hofoper in Wien
- 20. April: Uraufführung der Operette El Capitan von John Philip Sousa am Tremont-Theatre in Boston
- 7. November: Uraufführung der Oper Jungfruburen (Mädchenkammer) von Jean Sibelius in Helsinki
- 9. November: Uraufführung der Oper Jungfru i Tornet (Die Jungfrau im Turm) von Jean Sibelius in Helsinki
- 27. November: Uraufführung des lyrischen Dramas Kukuška von Franz Lehár in Leipzig
- 9. September der Fussball Club Zürich wurde gegründet (von zwei Effretikoner Jugendlichen Fäbe und Samy)
- 2. Januar: Dsiga Wertow, Regisseur († 1954)
- 7. Januar: Joe Ball, Serienmörder († 1938)
- 7. Januar: Willi Eichler, deutscher Journalist und Politiker († 1971)
- 12. Januar: David Wechsler, US-amerikanischer Psychologe († 1981)
- 14. Januar: John Dos Passos, US-amerikanischer Schriftsteller († 1970)
- 14. Januar: Kurt Guggenheim, Schweizer Schriftsteller († 1983)
- 16. Januar: Ferdinand May, Dramaturg, und Autor († 1977)
- 18. Januar: Ville Ritola, finnischer Leichtathlet und Olympiasieger († 1982)
- 20. Januar: George Burns, US-amerikanischer Schauspieler († 1996)
- 21. Januar: Artur Anders, deutscher Politiker und MdB († 1976)
- 21. Januar: Paula Hitler, Schwester von Adolf Hitler († 1960)
- 2. Februar: Kazimierz Kuratowski, polnischer Mathematiker († 1980)
- 4. Februar: Friedrich Glauser, Schweizer Krimi-Schriftsteller († 1938)
- 4. Februar: Friedrich Hund, deutscher Physiker († 1997)
- 7. Februar: Jacob Paludan, dänischer Schriftsteller († 1975)
- 7. Februar: Thomas Holenstein, Schweizer Politiker († 1962)
- 9. Februar: Alberto Vargas, Pin-Up Zeichner († 1982)
- 14. Februar: Andrei Alexandrowitsch Schdanow, sowjetischer Politiker († 1948)
- 14. Februar: Wilhelm Börger, SS-Brigadeführer und Ministerialdirektor († 1962)
- 16. Februar: Michael Keller, Bischof von Münster
- 17. Februar: Wladimir Rudolfowitsch Vogel, russischer Komponist († 1984)
- 18. Februar: André Breton, französischer Dichter und Schriftsteller († 1966)
- 21. Februar: Kazys Viktoras Banaitis, litauischer Komponist († 1963)
- 23. Februar: Herbert Weichmann, Bürgermeister von Hamburg († 1983)
- 24. Februar: Richard Thorpe, US-amerikanischer Filmregisseur († 1991)
- 25. Februar: Heinrich Gontermann, deutscher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg († 1917)
- 25. Februar: Ida Noddack-Tacke, deutsche Chemikerin († 1978)
- 28. Februar: Philip Showalter Hench, US-amerikanischer Arzt († 1965)
- 29. Februar: Morarji Desai, indischer Politiker und Regierungschef († 1995)
- 29. Februar: William A. Wellman, US-amerikanischer Filmregisseur († 1975)
- 1. März: Dimitri Mitropoulos, griechisch-amerikanischer Dirigent († 1960)
- 2. März: Clair Bee, US-amerikanischer Basketballtrainer († 1983)
- 5. März: Eduard Erdmann, lettischer Pianist und Komponist († 1958)
- 13. März: Erich Sichting, KPD-Politiker und Sportfunktionär († 1946)
- 17. März: Josef Sudek, tschechischer Fotograf († 1976)
- 24. März: Franz Blücher, deutscher Politiker und Bundesminister († 1959)
- 29. März: Wilhelm Ackermann, deutscher Mathematiker († 1962)
- 1. April: Wilhelm Sauter, deutscher Maler
- 2. April: Franciszek Raszeja, Mediziner und Hochschullehrer († 1942)
- 5. April: Robert Tillmanns, deutscher Politiker († 1955)
- 9. April: Adolf Koch, war ein Arzt und Sozialist († 1970)
- 11. April: Dmitri Maxutow, Optiker, Erfinder des Maksutov-Teleskops († 1964)
- 11. April: Wieland Herzfelde, deutscher Publizist, Autor und Verleger († 1988)
- 15. April: Gerhard Fieseler, deutscher Flugzeugkonstrukteur († 1987)
- 16. April: Tristan Tzara, französischer Schriftsteller († 1963)
- 21. April: Attila Hörbiger, österreichischer Schauspieler († 1987)
- 23. April: Charlie Rivel, gelangte als Clown zu Weltruhm († 1983)
- 26. April: Ernst Udet, deutscher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg († 1941)
- 27. April: Wallace Hume Carothers, US-amerikanischer Chemiker († 1937)
- 29. April: Walter Mehring, deutscher Schriftsteller († 1981)
- 30. April: Hans List, österreichischer Unternehmer († 1996)
- 30. April: Reverend Gary Davis, Blues-Gitarrist († 1972)
- 1. Mai: Herbert Backe, deutscher Reichsminister für Ernährung († 1947)
- 4. Mai: Werner Kraft, deutsch-jüdischer Bibliothekar und Schriftsteller († 1991)
- 7. Mai: Kathleen McKane Godfree, englische Tennisspielerin († 1992)
- 11. Mai: Paul Bäumer, deutscher Pilot und Kriegsheld († 1927)
- 16. Mai: Freda Wuesthoff, deutsche Physikerin, Anwältin und Pazifistin († 1956)
- 19. Mai: Jorge Alessandri, chilenischer Politiker († 1986)
- 27. Mai: Lisa Albrecht, deutsche Politikerin († 1958)
- 30. Mai: Howard Hawks, US-amerikanischer Regisseur († 1977)
- 31. Mai: Ernest Haller, US-amerikanischer Kameramann († 1970)
- 4. Juni: Stringer Davis, englischer Schauspieler († 1973)
- 7. Juni: Imre Nagy, ungarischer Politiker und Agrarökonom († 1958)
- 7. Juni: Otto Heinrich Schindewolf, deutscher Paläontologe († 1971)
- 7. Juni: Robert S. Mulliken, US-amerikanischer Physiker und Chemiker († 1986)
- 9. Juni: Karl Sack, deutscher Jurist und Widerstandskämpfer († 1945)
- 16. Juni: Karl Rüdiger, deutscher Politiker († 1951)
- 19. Juni: Erich Koch, Gauleiter der NSDAP und Reichskommissar in der Ukraine († 1986)
- 25. Juni: Oskar Müller, deutscher Politiker († 1970)
- 29. Juni: Hermann Lindrath, deutscher Politiker († 1960)
- 3. Juli: Rudolf Heberle, deutscher Soziologe († 1991)
- 10. Juli: Georg Trump, deutscher Kalligraf, Typograf, Grafiker und Lehrer († 1985)
- 10. Juli: Stefan Askenase, belgisch-polnischer Pianist († 1985)
- 11. Juli: Ludwik Fleck, polnischer Mikrobiologe, Mediziner und Wissenschaftstheoretiker († 1961)
- 14. Juli: Buenaventura Durruti, spanischer Syndikalist und anarchistischer Revolutionär († 1936)
- 16. Juli: Gottlob Berger, deutscher General, SA- und SS-Mitglied († 1975)
- 16. Juli: Otmar Freiherr von Verschuer, deutscher Mediziner und Humangenetiker († 1969)
- 16. Juli: Trygve Lie, norwegischer Politiker und Rechtsanwalt († 1968)
- 18. Juli: Franz Eccard von Bentivegni, deutscher General und Kriegsverbrecher († 1958)
- 18. Juli: Patrick Aloysius O'Doyle, Erzbischof von Washington und Kardinal († 1987)
- 19. Juli: Archibald Joseph Cronin, schottischer Arzt und Schriftsteller († 1981)
- 21. Juli: Jean Rivier, französischer Komponist († 1987)
- 23. Juli: Adrienne Gessner, österreichische Schauspielerin († 1987)
- 23. Juli: Reinhold Frank, deutscher Rechtsanwalt, Opfer des NS-Regimes († 1945)
- 24. Juli: Hermann Kasack, deutscher Schriftsteller († 1966)
- 24. Juli: Willy Odenthal, deutscher Politiker († 1962)
- 31. Juli: Oskar Sima, österreichischer Theater- und Filmschauspieler († 1969)
- 9. August: Erich Hückel, deutscher Chemiker und Physiker († 1980)
- 9. August: Jean Piaget, Schweizer Entwicklungspsychologe († 1980)
- 10. August: Milena Jesenska, Schriftstellerin († 1944)
- 11. August: Enid Blyton, britische Schriftstellerin († 1968)
- 15. August: Gerty Cori, tschechisch-amerikanische Biochemikerin und Nobelpreisträgerin († 1957)
- 16. August: Tina Modotti, Schauspielerin und Fotografin († 1942)
- 23. August: Hubert von Meyerinck, deutscher Schauspieler († 1971)
- 24. August: Leon Theremin, sowjetischer Physiker und Musiker († 1993)
- 28. August: Liam O'Flaherty, irischer Schriftsteller († 1984)
- 30. August: Willy Reichert, deutscher Komiker und Schauspieler († 1973)
- 1. September: Prabhupada A.C. Bhaktivedanta, Kommentator und Übersetzer bekannter Sanskritwerke († 1977)
- 1. September: Simon Barere, Pianist († 1951)
- 3. September: Max Dungert, Maler und Grafiker († 1945)
- 3. September: Max Wilhelm Waldemar Dungert, Maler und Grafiker († 1945)
- 4. September: Antonin Artaud, französischer Künstler († 1948)
- 4. September: Rodolphe Rubattel, Schweizer Politiker († 1961)
- 5. September: Heimito von Doderer, österreichischer Schriftsteller († 1966)
- 6. September: Karl August Wittfogel, deutscher Soziologe, Philosoph und Sinologe († 1988)
- 20. September: Friedrich Sämisch, deutscher Schachspieler († 1975)
- 21. September: Käte Hamburger, deutsche Germanistin und Philosophin († 1992)
- 22. September: Elisabeth Selbert, deutsche Politikerin und Juristin († 1986)
- 24. September: F. Scott Fitzgerald, US-amerikanischer Schriftsteller († 1940)
- 24. September: Francis Scott Fitzgerald, US-amerikanischer Schriftsteller († 1940)
- 25. September: Roberto Gerhard, Schweizer Komponist († 1970)
- 25. September: Wenzel Jaksch, deutscher Politiker († 1966)
- 4. Oktober: Johannes Wüsten, bildender Künstler, Schriftsteller († 1943)
- 8. Oktober: Dorothee Günther, deutsche Tänzerin
- 15. Oktober: Célestin Freinet, französischer Reformpädagoge († 1966)
- 18. Oktober: Friedrich Hollaender, deutsch-britischer Komponist († 1976)
- 23. Oktober: Roman Jakobson, Philologe, Linguund Semiotiker († 1982)
- 23. Oktober: Roman Ossipowitsch Jakobson, Philologe, Linguist und Semiotiker († 1982)
- 24. Oktober: Karlfried Graf Dürckheim, deutscher Diplomat, Psychotherapeut und Zen-Meister († 1988)
- 27. Oktober: Otto Dowidat, deutscher Politiker und MdB († 1975)
- 31. Oktober: Ethel Waters, US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin († 1977)
- 5. November: Lew Semjonowitsch Wygotski, russischer Psychologe († 1934)
- 11. November: Lucky Luciano, US-amerikanischer Gangster († 1962)
- 16. November: Friederike Mulert, deutsche Politikerin († 1991)
- 16. November: Oswald Mosley, britischer faschistischer Politiker († 1980)
- 17. November: Friedrich Middelhauve, deutscher Politiker und Verleger († 1966)
- 18. November: César Pérez Sentenat, kubanischer Komponist († 1973)
- 19. November: Ernst Brandt, KPD-Funktionär und Minister in Sachsen-Anhalt († 1956)
- 19. November: Georgi Konstantinowitsch Schukow, sowjetischer General († 1974)
- 23. November: Klement Gottwald, tschechischer Politiker († 1953)
- 1. Dezember: Hans Müller (Schach), österreichischer Schachmeister und Theoretiker († 1971)
- 3. Dezember: Carlo Schmid, deutscher Politologe und Politiker († 1979)
- 3. Dezember: Martin Wagenschein, Pädagoge, Didaktiker, Physiker, Mathematiker († 1988)
- 4. Dezember: Albert Kuntz, Widerstandskämpfer († 1945)
- 5. Dezember: Carl Ferdinand Cori, US-amerikanischer Biochemiker, Nobelpreisträger († 1984)
- 6. Dezember: Ira Gershwin, US-amerikanischer Komponist und Liedtexter († 1983)
- 14. Dezember: James H. Doolittle, erlangte Bekanntheit beim Luftangriff auf Tokio († 1993)
- 21. Dezember: Konstantin Konstantinowitsch Rokossowski, sowjetischer und polnischer Marschall († 1968)
- 23. Dezember: Giuseppe Tomasi di Lampedusa, italienischer Schriftsteller († 1957)
- 27. Dezember: Carl Zuckmayer, deutscher Schriftsteller († 1977)
- 27. Dezember: Louis Bromfield, US-amerikanischer Schriftsteller († 1956)
- 27. Dezember: Maurice de Waele, belgischer Radrennfahrer († 1952)
- 27. Dezember: Maurice Dewaele, belgischer Radrennfahrer († 1952)
- 28. Dezember: Philippe Étancelin, französischer Rennfahrer († 1981)
- 28. Dezember: Roger Sessions, US-amerikanischer Komponist († 1985)
- 28. Dezember: Wilhelm Brese, deutscher Politiker († 1994)
- 29. Dezember: Oswald Kabasta, österreichischer Dirigent († 1946)
- 31. Dezember: Carl Ludwig Siegel, deutscher Mathematiker († 1981)
- 4. Januar: Joseph Hubert Reinkens, erster Bischof der Alt-Katholischen Kirche in Deutschland ( - 1821)
- 5. Januar: Anton Philipp Reclam, deutscher Verleger und Buchhändler ( - 1807)
- 8. Januar: Paul Verlaine, französischer Lyriker ( - 1844)
- 27. Januar: Simeon Bavier, Schweizer Politiker ( - 1825)
- 12. Februar: Ambroise Thomas, französischer Komponist ( - 1811)
- 13. Februar: Ludwig Gabillon, Burgschauspieler und Regisseur ( - 1828)
- 21. März: Isabel Burton, britische Reiseschriftstellerin ( - 1831)
- 12. April: Carl Humann, deutscher Ingenieur, Architekt und Archäologe ( - 1839)
- 19. April: Matthäus Hörfarter, katholischer Theologe ( - 1817)
- 27. April: Albert Fischer, evangelischer Pfarrer und Hymnologe ( - 1829)
- 28. April: Heinrich von Treitschke, deutscher Historiker und MdR ( - 1834)
- 19. Mai: Karl Ludwig, Adliger, Bruder des Kaisers Franz Joseph I. ( - 1833)
- 20. Mai: Clara Schumann, deutsche Pianistin ( - 1819)
- 24. Mai: Edward Armitage, englischer Historienmaler ( - 1817)
- 2. Juni: Gerhard Rohlfs (Afrikaforscher), deutscher Afrikareisender und Schriftsteller ( - 1831)
- 23. Juni: Hubert Ferdinand Kufferath, deutscher Komponist ( - 1818)
- 26. Juni: Louis d'Orléans, duc de Nemours, französischer General ( - 1814)
- 1. Juli: Harriet Beecher Stowe, US-amerikanische Schriftstellerin ( - 1811)
- 13. Juli: Friedrich August Kekulé von Stradonitz, deutscher Chemiker und Naturwissenschaftler ( - 1829)
- 16. Juli: Selmar Bagge, deutscher Komponist ( - 1823)
- 20. Juli: Friedrich Simony, Geograph und Alpenforscher ( - 1813)
- 8. August: Friedrich Helbig, deutscher Jurist und Schriftsteller ( - 1832)
- 10. August: Otto Lilienthal, deutscher Pionier des Gleit- und Muskelkraftflugs ( - 1848)
- 13. August: John Everett Millais, britischer Maler ( - 1829)
- 13. August: Ludwig Seidel, deutscher Mathematiker und Astronom ( - 1821)
- 18. August: Richard Avenarius, deutscher Philosoph und Vertreter des Empiriokritizismus ( - 1843)
- 16. September: Carlos Gomes, brasilianischer Komponist ( - 1836)
- 18. September: Armand Hippolyte Louis Fizeau, französischer Physiker ( - 1819)
- 23. September: Ivar Aasen, norwegischer Dichter und Sprachforscher ( - 1813)
- 30. September: Moritz Wilhelm Drobisch, deutscher Mathematiker und Philosoph ( - 1802)
- 3. Oktober: William Morris, britischer Kunsthandwerker und Schriftsteller ( - 1834)
- 11. Oktober: Anton Bruckner, österreichischer Komponist ( - 1824)
- 18. Oktober: Antonio Meucci, US-amerikanischer Erfinder ( - 1808)
- 20. Oktober: François Félix Tisserand, französischer Astronom ( - 1845)
- 4. November: Edward Young, englischer Afrikaforscher ( - 1831)
- 5. November: Karl Verner, dänischer Linguist ( - 1846)
- 16. November: Alexander Brückner, deutscher Geschichtsschreiber ( - 1834)
- 19. November: Otto zu Stolberg-Wernigerode, Vizekanzler unter Otto von Bismarck ( - 1837)
- 19. November: Peter Joseph Ruppen, Chronist des Kantons Wallis in der Schweiz ( - 1815)
- 26. November: Antonio Cecchi, italienischer Entdecker ( - 1849)
- 26. November: Benjamin Apthorp Gould, US-amerikanischer Astronom ( - 1824)
- 10. Dezember: Alfred Nobel, schwedischer Erfinder und Industrieller ( - 1833)
- 20. Dezember: Johann Anton Wilhelm von Carstenn, Kaufmann, Unternehmer und Stadtplaner ( - 1822)
- 23. Dezember: Eduard Dallmann, Entdecker und Polarforscher ( - 1830)
- 26. Dezember: Emil Du Bois-Reymond, Physiologe und Mathematiker ( - 1818)
- Johann Jakob Egli, Schweizer Geograph ( - 1825)
Staatsoberhäupter
Afrika
- Ägypten: Abbas II. Hilmi, Khedive (1892–1914)
- Äthiopien: Menilek II., Kaiser (1889–1909)
Amerika
- Chile: Frederico Errázuriz Echaurren, Präsident(1896–1902)
- Costa Rica: Rafael Iglesias y Castro, Präsident (1894–1902)
- Ecuador: Eloy Alfaro, Präsident (1896–1901)
- Haiti: Tirésias Simon Sam, Präsident (1896–1902)
- Kanada: Sir Wilfried Laurier, Premierminister (1896–1911)
- Mexiko: Porfirio Diaz, Präsident (1884–1911)
- Nicaragua: José Santos Zelaya, Präsident (1894–1909)
Asien
- Afghanistan (Barakzai-Dynastie): Emir Abdur Rahman Khan
- Japan: Mutsuhito, Kaiser (1867–1912)
- Persien (Kadscharen): Muzaffar ad-Din, Schah (1896–1907)
Europa
- Belgien (Sachsen-Coburg-Gotha/Wettiner): Leopold II., König der Belgier (1865–1909)
- Dänemark (Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg/Oldenburger): Christian IX., König (1863–1906)
- Deutsches Reich (Hohenzollern): Wilhelm II., Deutscher Kaiser (1888–1918)
- Frankreich: Félix Faure, Präsident (1895–1899)
- Griechenland (Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg/Oldenburger): Georg I., König der Hellenen (1863–1913)
- Großbritannien und Irland: (Welf: Este) Victoria, Königin (1837–1901)
- Italien: Humbert I., König (1878–1900)
- Liechtenstein: Johann II., Fürst (1858–1929)
- Luxemburg (Haus Nassau): Adolf, Großherzog (1890–1905)
- Montenegro (Haus Petrowitsch Rjegosch): Nikita Petrović, Fürst (1878–1918)
- Niederlande (Haus Nassau)- Wilmelmina, Königin (1890–1948)
- Österreich-Ungarn (Habsburg): Franz Joseph I., Kaiser (1848–1916)
- Portugal (Sachsen-Coburg-Saalfeld/Wettiner): Karl I., König (1889–1908)
- Rumänien (Hohenzollern-Sigmaringen): Karl I., König (1878–1914)
- Russisches Reich (Romanow-Holstein-Gottorp/Oldenburger): Nikolaus II., (Kaiser/Zar) (1894–1917)
- Schweden (Haus Bernadotte): Oskar II., König (1872–1907)
- Schweiz: Adrien Lachenal, Bundespräsident, (1896)
- Serbien: Aleksandar I. Karađorđević, König (1889–1903)
- Spanien: Alfons XIII., König (1886–1931)
- Türkisches Reich: Abdulhamid II., Großsultan (1876–1909)
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MariupolMariupol (ukrainisch Маріуполь, russisch Мариуполь, griechisch Μαριούπολης) ist eine Stadt in der Oblast Donezk in der Ukraine mit 484.201 Einwohnern (Stand 1. Januar 2004), davon viele griechischer Abstammung. Sie befindet sich am Ufer des Asowschen Meeres.
Mariupol wurde 1789 gegründet. Zwischen 1948 und 1989 hieß die Stadt dem sowjetischen Funktionär Andrei Alexandrowitsch Schdanow zu Ehren Schdanow (russisch Жданов). Die Stadt ist außerdem Heimat des berühmten Malers Archip Iwanowitsch Kuindschi
Mariupol ist ein bedeutendes Industriezentrum und internationaler Seehafen am Asowschen Meer. Die hier befindenden Metallurgiekombinate (u. a. "Asowstal") tragen einen wichtigen Teil zu Exportgütern der Ukraine bei.
Bildung: Technische Universität, Humanitäre Hochschule , Berufsschulen.
Kultur: mehrere Musikschulen, Heimatkundemuseum, Kuindshi-Ausstellung, Russisches Stadttheater,
Bevölkerung: Ukrainer, Russen, Griechen, Krimtataren, Juden, Armenier, Georgier, Assyrier.
Söhne und Töchter der Stadt
- Andrei Alexandrowitsch Schdanow, Politiker und enger Mitarbeiter Stalins
- Archip Iwanowitsch Kuindschi, Maler der Peredwischniki
Kategorie:Ort in der Ukraine
Ukraine
Die Ukraine [] (ukrainisch Україна/Ukrajina) ist ein Staat in Osteuropa und grenzt an Rumänien, Moldawien, Ungarn, die Slowakei, Polen, Weißrussland und Russland. Sie hat eine Küste am Schwarzen Meer, von dem die zur Ukraine gehörende Halbinsel Krim das Asowsche Meer abteilt. Die Ukraine ist nach Russland das flächenmäßig zweitgrößte Land Europas.
Geografie
Der größte Teil der Ukraine (ca. 95 %) liegt auf dem Gebiet der Osteuropäischen Ebene. Deshalb wird sie fast ausschließlich zu Osteuropa gezählt, obwohl nach mehreren Berechnungen der Schwerpunkt Europas in ihrem westlichen Staatsgebiet liegt.
Andere Landschaftsräume außerhalb der großen Ebene finden sich lediglich in der südlichen Westukraine, wo das Land Anteil an den Karpaten und an der Pannonischen Ebene hat, sowie im äußersten Süden, wo sich das Krimgebirge befindet. Der höchste Berg des Landes ist der Howerla in den Ostkarpaten, welcher eine Höhe von 2.061 Metern erreicht. Die höchste Erhebung der Krim ist der Roman Kosch mit 1.545 Metern.
Auf dem zur Osteuropäischen Ebene gehörenden Teil erstrecken sich insbesondere im Norden und Süden des Landes große Tiefländer (ukrainisch Низовина) wie etwa das Dnjeprtiefland und die Schwarzmeersenke. Das Gelände erreicht dort Höhen zwischen 0 und 200 m. Aufgrund des niedrigen Reliefs fließen die Flüsse dieses Gebiets sehr langsam. Hierzu gehören etwa der Dnepr (ukrainisch Dnipro), die Desna, und der Siwerskij Donez. Viele kleinere Flüsse sind von versumpften Ufern mit Schilfbestand geprägt. Im Bereich der Tiefländer gibt es insbesondere in der zentralukrainischen Oblast Poltawa kleinere Gas- und Erdölvorkommen, welche aber für eine Eigenversorgung des Landes nicht ausreichend sind. Hoffnungen werden in die Erschließung von Feldern im Schwarzen Meer gesetzt. Aufgrund der vermuteten Rohstoffvorkommen bestehen momentan Grenzstreitigkeiten mit dem südwestlichen Nachbarland Rumänien um die Schlangeninsel.
Im zentralen Landesteil erstrecken sich von Westen nach Osten höherliegende Gebiete mit Geländehöhen zwischen 200 und knapp über 500 m, welche Platten (ukrainisch Височина) genannt werden. Zu diesen gehören etwa die Podilische oder die Donezplatte. Diese Platten bestehen überwiegend aus Gestein aus dem Erdaltertum, welches durch die Entstehung des alpidischen Gebirgsgürtels in den letzten 10 Millionen Jahren wieder angehoben worden ist. Sie sind reich an Rohstoffen wie etwa Eisenerz und Kohle. Die größten Erzvorkommen finden sich um Krywyj Rih in der Oblast Dnipropetrowsk, während die Kohlelager sich überwiegend im Gebiet um die Stadt Donezk befinden. Die Platten sind von zahlreichen kleineren und größeren Flüssen durchschnitten, welche sich teilweise tief ins Gelände eingeschnitten haben. Dies gilt etwa für die oberen und mittleren Einzugsgebiete des Dnister und des Südlichen Bugs.
Abgesehen von den Berggebieten und den südwestlichen und südlichen Küstenregionen lässt sich die Ukraine hinsichtlich des Klimas, der Böden und der Vegetation in drei Großzonen gliedern. Im Nordwesten hat es Anteil an den Prypjatsumpfgebieten, welches insbesondere durch frühere Gletschervorstöße aus Skandinavien während der Eiszeiten geprägt wurde. Hier finden sich die schlechtesten Böden des Landes. Hinzu kommt, dass diese Region besonders stark von der Katastrophe von Tschernobyl betroffen ist. Das Gebiet erhält relativ viel Niederschlag (500-750 mm), die Sommer sind mild mit Durchschnittstemperaturen im Monat Juli von 17 bis 19 °C.
An diese Zone schließt sich nach Süden und Südosten die sogenannte Waldsteppenzone an, in welcher ehemals bestehende Waldbestände aber überwiegend schon abgeholzt wurden. Hier befinden sich weit ausgedehnte Lößebenen, die im Eiszeitalter unter periglazialen Bedingungen entstanden sind. Aus dem Löß haben sich überwiegend sehr fruchtbare Schwarzerdeböden entwickelt, welche zu den ertragreichsten der Welt gehören. Die Niederschlagsmengen liegen zwischen 350 und 400 mm, die Juli-Durchschnittstemperaturen bei 20 °C. Insgesamt bietet dieses Gebiet sehr gute Bedingungen für eine landwirtschaftliche Nutzung. Allerdings sind die Böden sehr erosionsanfällig, wenn sie, wie oft in Sowjetzeiten geschehen, falsch bestellt werden.
Im Südosten grenzt die Steppenzone an, welche nur über relativ geringe Niederschläge von teilweise unter 250 mm im Jahr verfügt. Auch sind die Sommer hier sehr heiß mit Durchschnittstemperaturen im Juli von teilweise über 23 °C. Die fruchtbaren Schwarz- und Kastanienbraunerden dieses Gebietes konnten überwiegend erst ab Mitte des 20. Jahrhunderts in Wert gesetzt werden, nachdem durch den Bau von Staudämmen an den großen Flüssen ausgedehnte Bewässerungsanlagen entstanden sind.
Die Küstenregionen südlich des Krimgebirges und im südwestlichen Bessarabien sind sehr fruchtbar und werden aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen mit milden Wintern insbesondere für den Obst- und Weinanbau genutzt.
Der Nordwesten der Ukraine wird als Wolhynien bezeichnet. Diese Landschaft wird mit Galizien zu den „Keimzellen“ einer unabhängigen Ukraine gerechnet, da diese Gebiete erst im Zuge des Zweiten Weltkriegs erstmals unter russische Herrschaft gekommen sind, womit sich die Mehrheit der Bevölkerung nicht abfinden konnte. Das Entstehungsgebiet der ukrainischen Kultur im heutigen Sinne liegt aber im Gebiet östlich von Kiew, wo im 17. Jahrhundert für kurze Zeit der Kosakenstaat bestand.
Der geografische Mittelpunkt des Landes befindet sich in der Nähe der Siedlung Dobrowelytschiwka, Oblast Kirowohrad. Darüber hinaus wurde von österreichischen Forschern Ende des 19. Jh. festgestellt, dass der geographische Mittelpunkt Europas in der Nähe des Ortes Rachiw liegen soll. Diese Theorie ist aber umstritten.
Bedeutende Städte neben der Hauptstadt Kiew (ukrain. Kyjiw, rus. Kijew) sind
Charkiw, Czernowitz (ukrainisch Tscherniwzi), Dnipropetrowsk, Donezk, Iwano-Frankiwsk, Lemberg (ukrainisch Lwiw), Luhansk, Odessa, Poltawa, Saporischja, Sewastopol, Simferopol, Tschernihiw und Uschhorod.
Siehe auch: Liste der Städte in der Ukraine, Liste der Namen ukrainischer Städte
Bevölkerung
Liste der Namen ukrainischer Städte
Nationalitäten
Nach der offiziellen Volkszählung von 2001 leben in der Ukraine 77,8 % Ukrainer, 17,3 % Russen, 0,8 % Moldawier und Rumänen, insgesamt über 100 Nationalitäten, darunter rund 260.000 Krimtataren, 33.000 Deutsche und 1.000 Krimtschaken. Daneben gibt es Gruppen von Polen, Bulgaren und Ungarn. (Quelle: [http://www.ukrcensus.gov.ua/results/general/nationality/])
Sprache
73 % der ethnischen Ukrainer sprechen Ukrainisch als Muttersprache, 74,4 % beherrschen Russisch. Die russische Sprache dominiert im Osten und Süden der Ukraine bis heute und auch in Kiew hat sie noch einen relativ hohen Stellenwert. Der Westen des Landes ist dagegen rein ukrainischsprachig. In der Gegend um Lemberg sprechen auch noch viele Menschen Polnisch. Seit der Unabhängigkeit verschieben sich diese Verhältnisse aber in begrenztem Maße zugunsten des Ukrainischen, da es nun im ganzen Land Pflichtfach ist und zunehmend Unterrichtssprache an den Schulen wird. An vielen ukrainischen Hochschulen, insbesondere im technischen Bereich, findet der Unterricht jedoch mangels ukrainischer Fachliteratur überwiegend in russischer Sprache statt. Eine weit verbreitete mündliche Mischform mit dem Russischen ist der Surschyk.
Literatur und Buchkultur
Das erste, im Jahre 1483 in der Ukraine erschienene Buch wurde von Jurij Drohobytsch verfasst. Der in der Stadt Poltawa lebende Iwan Kotljarewskyj gilt als Erneuerer der ukrainischen Schriftsprache.
Bedeutende ukrainische Schriftsteller sind:
- Taras Schewtschenko
- Iwan Franko
- Lesja Ukrainka
Zum gegenwärtigen Buchmarkt siehe zum Beispiel Buchmesse Lemberg.
Religion
Die Ukraine ist traditionell ein multikonfessionelles Land.
Die dominierenden Konfessionen sind die orthodoxen Kirchen, von denen die Ukrainisch-orthodoxe Kirche und die Ukrainisch-orthodoxe Kirche Moskauer Patriarchats mit 46,5 % fast die Hälfte ausmachen.
Erstere untersteht einem Patriarchen in Kiew, während letztere der Russisch-orthodoxen Kirche in Moskau zugehört.
Zwischen beiden Konfessionen schwelt ein erbitterter Streit um Legitimität und um Besitzansprüche an Immobilien. Den orthodoxen Ritus befolgt auch die 1596 entstandene griechisch-katholische Kirche, die allerdings die Suprematie des Papstes anerkennt und mit Rom uniert ist. Ferner gibt es in der Ukraine die römisch-katholischen Christen (Polen, Deutsche). Die Gesamtzahl der Katholiken beträgt ca. 6,6 Mio. (14 % der Gesamtbevölkerung). Davon beträgt die Zahl der griechisch-katholischen Christen ca. 5,5 Mio. und der römisch-katholischen ca. 1,1 Mio. Außerdem sind im Lande nicht wenige Pfingstlergruppen präsent, aber auch Baptisten, evangelische und islamische Minderheiten (Tataren).
Historische Entwicklung
Vor dem ersten Weltkrieg lebten mehrere hunderttausend Österreicher und Deutsche auf dem Staatsgebiet der heutigen Ukraine (Galizien, Bukowina, Wolhynien, Schwarzmeerküste); heute sind es noch etwa 30.000 bis 40.000.
Bis 1944 lebten mehrere Millionen Polen auf dem Gebiet der heutigen Ukraine (Galizien, Bukowina und Wolhynien). 1944 kam es vor allem in Wolhynien zu Massakern an der polnischen Bevölkerung, der über 40.000 Polen zum Opfer fielen. Nach dem Krieg und der Annexion der ehemals polnischen Gebiete östlich des Bugs wurde die polnische Bevölkerung vertrieben.
Bis zum Zweiten Weltkrieg lebten in der Ukraine sehr viele Juden - die Ukraine war eines der Hauptverbreitungsgebiete der jiddischen Sprache - die jedoch zu großen Teilen während der Besatzung durch das Deutsche Reich von SS-Einsatzgruppen ermordet wurden.
Die Überlebenden wandern seitdem in die USA, nach Israel und nach Deutschland aus.
Heute leben noch ungefähr 500.000 Juden in der Ukraine. Ihre Zahl nimmt wegen der erwähnten Auswanderung und des allgemeinen Geburtenrückgangs weiterhin ab.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Ukraine
Die Ukraine ist, wie ihre Nachbarländer Russland und Weißrussland, ein Nachfolgestaat der Kiewer Rus. Nach der Zersplitterung des Kiewer Reiches in unabhängige Fürstentümer, der Invasion der Mongolen und dem Einverleiben der westlichen Teile des ostslawischen Territoriums durch das Großfürstentum Litauen und das spätere Polen-Litauen war die Ukraine meist ein umstrittenes Gebiet zwischen den Großmächten Polen, Russland, dem Osmanischen Reich und Österreich-Ungarn. Im 17. und frühen 18. Jahrhundert übte auch Schweden, im 20. Jahrhundert zeitweise Deutschland Einfluss auf die Ukraine aus.
Tiefe Spuren hinterließen die durch die zwangsweise Kollektivierung unter Stalin in den Jahren 1932-33 hervorgerufenen Hungersnöte (Holodomor), bei denen schätzungsweise 6-10 Millionen Menschen umkamen.
Während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg stand das Land als Reichskommissariat Ukraine und Generalgouvernement zum größeren Teil unter deutscher Zivilverwaltung. Die Ukraine war Schauplatz zahlreicher Massenmorde an Juden und sowjetischen Kriegsgefangenen (z. B. Massaker von Babi Jar). Zwischen 1943 und 1947 tobte nicht nur ein Partisanenkrieg gegen die deutschen Besatzer, sondern es gab auch eine Unabhängigkeitsbewegung (Ukrajinska Powstanska Armija, „Ukrainische Aufständischenarmee“) gegen die Sowjetherrschaft, die vom NKWD niedergeschlagen wurde.
Im Zuge der „Westverschiebung“ Polens wurde die polnische Bevölkerung aus der Ukraine und im Gegenzug die ukrainische Bevölkerung zum größten Teil aus Polen gewaltsam vertrieben („Operation Weichsel“). Danach war die Ukraine – wie zuvor – Teil der Sowjetunion.
Die Ukraine ist seit 1991 unabhängig. 2004 erlebte die Ukraine einen demokratischen Umschwung - die „Orangene Revolution“ - ausgelöst durch die Präsidentschaftswahlen, aus denen Wiktor Juschtschenko als Sieger hervorging.
Politik
Aktuelle Politik
siehe: Präsidentschaftswahlen in der Ukraine 2004, Liste der Parteien der Ukraine
Nach der Amtseinführung von Präsident Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 bestätigte das ukrainische Parlament (Werchowna Rada) am 4. Februar 2005 die neue Regierung unter Premierministerin Julija Tymoschenko.
Während der ersten 100 Tage der Regierung Tymoschenko wurden die Privatisierungen einiger großer Unternehmen (Kryworisch Stal) aus der Zeit des früheren Präsidenten Kutschma überprüft. Es zeigte sich auch, wie schon im Wahlkampf, dass die Positionen von Präsident Juschtschenko und Ministerpräsidentin Tymoschenko in der Wahl der Mittel teilweise differieren.
Gleichzeitig führte die durch russische Unternehmen initierte Verteuerung von Erdölprodukten, vor allem Benzin, zu Druck auf die ukrainische Regierung.
In verschiedenen Ministerien wie dem Innenministerium und auf regionaler Ebene wurden seit dem Machtwechsel bis zu 30 % der Mitarbeiter entlassen.
Am 8. September 2005 entließ Präsident Juschtschenko überraschend Ministerpräsidentin Julija Tymoschenko und ihre Regierung im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen und Konflikten innerhalb des Kabinetts. Zum Interimspremier wurde der Wirtschaftspolitiker Jurij Jechanurow ernannt.
Jechanurow wurde jetzt auch zum Ministerpräsidenten ernannt, und zwar mit 60 Stimmen mehr als er brauchte, die er überraschenderweise von der Opposition bekam.
Verwaltungsgliederung
Die Ukraine ist in 24 Oblaste (ukr. область/oblast, Pl. області/oblasti; Bezirke, wörtl. Gebiete), die Autonome Republik Krim und zwei Städte mit Sonderstatus gegliedert.
Siehe auch: Liste der Oblaste der Ukraine.
Unter Liste der Städte in der Ukraine sind die wichtigsten Städte jeder Oblast aufgezählt.
Infrastruktur
Die Ukraine besitzt aus Zeiten der Sowjetunion vor allem eine Nord-Süd-Verkehrsorientierung (Moskau-Kiew-Odessa, Moskau-Charkiw-Krim). Man versucht aber seit der Unabhängigkeit des Landes, die Infrastruktur in eine West-Ost-Orientierung zu reorganisieren und die Verbindungen zu Polen, der Slowakei und Ungarn zu intensivieren (Anbindung an den Paneuropäischen Korridor III: Straßenverbindung und Bahnstrecke Berlin/Dresden - Breslau - Krakau - Lwiw - Kiew und V: Košice - Tschop - Lwiw und Budapest - Tschop - Lwiw).
Die Ukraine ist heute vor allem ein Transitland zwischen Mitteleuropa und dem Kaukasus und zwischen Südeuropa und Russland.
Hauptverkehrsträger in der Ukraine ist die Eisenbahn, gefolgt vom Straßenverkehr und der Binnenschifffahrt auf dem Dnepr (Dnipro).
In allen wichtigen großen Städten befinden sich internationale Flughäfen; in Odessa, Mykolajiw, Cherson, Sewastopol und Kertsch befinden sich Seehäfen.
Wirtschaft
Die Ukraine ist ein ehemals staatskapitalistisches (kommunistisches) Land, das in den 1990er Jahren einen Privatisierungsprozess eingeleitet hat. Das Jahr 2004 steht im Zeichen eines relativ starken wirtschaftlichen Aufschwungs.
Die wichtigsten Außenhandelspartner sind Russland (28 %), Deutschland (8 %) und Italien (4,2 %), gefolgt von Turkmenistan (3,8 %), Polen (3,4 %) und der Volksrepublik China (3,3 %) (Zahlen 2003). Zu Zeiten der Sowjetunion galt die Ukraine als Kornkammer des Landes. Hinzu kommen im Osten des Landes Bergbau und Industrie. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im 1. Quartal 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum 10,8 %.
Im nördlichen Teil des Landes gab es einst eine ausgedehnte Waldsteppe mit sehr fruchtbarem Lößboden. Bis auf einen kleinen Restbestand wurden diese Wälder jedoch abgeholzt und in Ackerland umgewandelt. Das Land verfügt heute nur noch über etwa 5 % Waldanteil an der Gesamtfläche. Bekannt sind die Birkenwälder um Kiew.
Löß
An der nördlichen Grenze des Landes zu Weißrussland kann in einem Radius von 50 Kilometern um den Ort Pripjat seit der Reaktorkatastrophe von Tschornobyl (russisch Tschernobyl) wegen der anhaltenden Verseuchung keine Landwirtschaft mehr betrieben werden. Unabhängig davon leidet die Landwirtschaft seit einigen Jahrzehnten zusätzlich unter starker Bodenerosion. Durch die damit verbundene Versteppung des Landes hat die Ukraine schon rund ein Achtel ihrer landwirtschaftlichen Nutzfläche eingebüßt.
Im Süden der Ukraine an der Küste und auf der Krim wird Wein- und Obstanbau betrieben, im Rest des Landes wird vorwiegend Weizen angebaut.
Bei Krywyj Rih, Dnipropetrowsk und Saporischja befinden sich Eisenerzlagerstätten mit entsprechender Verarbeitung. Hinzu kommen Maschinenbau, Bau von Elektrogeräten sowie eine umfangreiche Werftenindustrie. Ausgeführt werden vor allem Kohle, Stahl, Elektrogeräte und Nahrungsmittel, eingeführt werden vor allem Energieträger (Gas und Erdöl) aus Russland. Im Donezkbecken befinden sich viele Bergwerke, die stark sanierungsbedürftig sind und in denen es immer wieder zu schweren Grubenunglücken kommt.
Wirtschaftliche Entwicklung
Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1990/1991 konnte die Ukraine das Produktionsniveau von 1991 noch nicht wieder erreichen. Dies wird insbesondere dem Mangel an institutionellen Reformen zugeschrieben. Derzeit liegt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf bei 5.000 Euro. Es ist damit nur geringfügig höher als in China.
Viele Einwohner auf dem Land betreiben Subsistenzwirtschaft, da Löhne und Rente verspätet und unvollständig ausbezahlt wurden und das Lohnniveau mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten (in den 1990er Jahren Hyperinflation) nicht mithalten konnte.
Seit 1998 hat sich die ukrainische Wirtschaft aber stabilisiert. Vermehrt drängen ausländische Firmen in das Land und übernehmen Betriebe oder gründen Auslandsfilialen, einerseits wegen der im internationalen Vergleich sehr günstigen Lohnsituation bei guter Qualifikation und andererseits, um Marktanteile in der Ukraine zu besetzen. Die Ukraine erzielt inzwischen einen Leistungsbilanzüberschuss. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts ist im Jahr 2004 auf etwa 12 % gestiegen. Der Ende des Jahr |