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Andromeda (Mythologie)

Andromeda (Mythologie)

] Andromeda ist in der griechischen Mythologie die Tochter des Äthiopierkönigs Kepheus und der Kassiopeia. Um die Hybris ihrer Mutter zu strafen, die sich für schöner als die Nereiden hielt, sandte Poseidon das Seeungeheuer Ketos und eine Flut. Um das Land von dieser Plage zu befreien, wurde Andromeda auf Grund der Weissagung eines Orakels an einen Felsen am Meer geschmiedet, um dem Ungeheuer geopfert zu werden. Perseus befreite sie und nahm sie zur Frau. Bei der Hochzeit kam es zu einem Kampf, da ihr Onkel Phineus, der schon zuvor um ihre Hand angehalten hatte, mit Waffengewalt sein Recht forderte. Erst als der Kampf für Perseus beinahe verloren war, nahm dieser das Haupt der Medusa zu Hilfe, um seine Feinde zu versteinern. Daraufhin flog er mithilfs seiner Flügelschuhe mit Andromeda nach Seriphos. Mit ihm, ihren Eltern und dem Ungeheuer (Ketos) wurde sie später als Sternbilder an den Himmel versetzt. Andromeda gebar dem Perseus viele Kinder, so den Perses, der zum Stammvater der Perserkönige wurde. Aber auch den Alkaios, den Sthenelos und den Elektryon. Sie ist die Großmutter der Alkmene, des Eurystheus und des Amphitryon und somit eine Vorfahrein des Teleboerkönigs Pterelaos sowie des Herakles. Siehe auch: Andromeda (Sternbild)

Weblinks

Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Literarische Figur ja:アンドロメダ ko:안드로메다

Griechische Mythologie

Die Griechische Mythologie umfasst Geschichten der Götter und Helden (Heroen) des antiken Griechenlands. Die Religion der antiken Griechen entstand aus den Religionen der eingewanderten Griechen und der vorgriechischen Bevölkerung in Kleinasien und Griechenland. Im Vergleich zu den großen monotheistischen Religionen ist das Fehlen klarer Gebote und Verbote auffallend, wenngleich die Göttin Nemesis und die Erinnyen (Eumeniden) Zuwiderhandlungen gegen die Natur und vor allem den Muttermord bestrafen. Es kann, in der Antike seit Xenophanes, von einem Anthropomorphismus - einer Vermenschlichung der Götter - gesprochen werden, sie sind also durch ihren Ursprung als mythologische Gestalten den Menschen vor allem in ihren Schwächen ähnlicher, als der eine Gott der Juden, Christen und Moslems sein kann. Die Religion war in ihrem Kern polytheistisch, mit verschiedenen Göttergeschlechtern (zum Beispiel dem der Titanen), zahlreichen Naturdämonen, Ortsgöttern und Halbgöttern. Einen geschlossenen Priesterstand gab es nicht, sondern bestimmten Heiligtümern zugeordnete Priester, ferner Seher und Wahrsager. Die ältesten Quellen sind unter anderem Homers Ilias und Odyssee sowie Hesiods Theogonie. Homer und Hesiod brachten die Götter in eine bestimmte Ordnung: Aus lokalen Götterkulten mit weit gehenden Zuständigkeiten wird ein funktional differenzierter Götterkosmos. Im hellenistischen Zeitalter vermischte sich die Religion mit orientalischen Elementen. Diese Mythologie wurde von den Römern unter analoger Götter-Zuordnung griechischer zu römischen Gottheiten teilweise übernommen (siehe römische Mythologie, auch: Etrusker). Sie hat trotz Christianisierung und Wegfall der Götterverehrung die Jahrtausende überdauert. Die Gestalten der griechischen Mythologie haben immer wieder die Vorlagen für neuere Werke der Kultur geliefert. Ungezählt sind die Gemälde, Opern oder Theaterstücke, die den antiken Stoff neu aufnehmen und verarbeiten. Mythos (griechisch mýthos) bedeutet ursprünglich "Rede", "Kunde" oder "Überlieferung", später verschiebt sich die Bedeutung mehr auf das Unwahrscheinliche. Bereits antike Autoren verändern den Stoff erheblich, so dass man teilweise unterschiedliche Abstammungen und/oder Nachkommen bei den einzelnen Gestalten finden kann.

Griechischer Götterhimmel

Mythos

Schöpfungsgötter


- Chaos - ungeordneter und ungeformter Weltzustand, aus dem die Götter hervorgingen
- Nyx - die Nacht, entstand aus dem Chaos; nach anderen Quellen auch aus der Paarung des Chaos mit der Dunkelheit
- Gaia - die Erde in Göttergestalt, entstand aus dem Chaos
- Erebos - die Finsternis, entsand aus dem Chaos; nach anderen Quellen auch aus der Paarung des Chaos mit der Dunkelheit
- Aether - Sohn von Erebus und Nyx die reine Luft des oberen Himmels, die die Götter atmen und in der die Gestirne schweben
- Uranos - Himmel in Göttergestalt, durch Gaia ohne Zeugungsakt geboren
- Hemera - der Tag, Tochter des Erebos und der Nyx

Titanen

Die Titanen stammen der Sage nach von Uranos und Gaia ab.
- Okeanos - Herr des Ozean, stärkster der Titanen, zeugte mit seiner Schwester und Gattin Tethys die Flussgötter, Meeres- und Quellnymphen
- Koios - wurde nach der Niederlage gegen die olympischen Götter in den Tartaros gestoßen
- Hyperion - Licht- und Sonnengott, zeugte mit Gattin Theia den Sonnengott Helios, die Mondgöttin Selene und die Göttin der Morgenröte Eos
- Kreios - Gatte der Eurybia
- Iapetos - Gatte der Nymphe Klymene (Tochter des Okeanos), wurde nach der Niederlage gegen die olympischen Götter in den Tartaros verbannt
- Kronos - Vater des Zeus, wurde nach der Entmannung des Vaters Uranos zum Herrscher der Welt; Gatte von Rhea; wurde von seinem Sohn Zeus entmachtet und herrscht nun auf der Insel der Seligen
- Tethys - Meeresgöttin, Gattin des Okeanos, als Amme der Hera verfluchte sie Hera zuliebe die Sternbilder, immer über den Himmel zu wandern
- Rheia - Mutter von Hestia, Demeter, Hera, Hades, Poseidon und Zeus; herrscht mit Gatte Kronos seit dessen Entmachtung auf der Insel der Seligen
- Themis - Göttin der Gerechtigkeit und der Ordnung, zweite Gattin (nach Methis) des Zeus, sie kennt die Zukunft und ermöglicht so Deukalion und Pyrrha, die Sintflut zu überleben und die Erde neu zu bevölkern
- Mnemosyne - Mutter der neun Musen
- Phoibe - Frau des Koios, Mondgöttin
- Theia - Gattin des Koios, fordert für ihre Kinder einen Herrschaftsanspruch neben den Titanen, woraufhin Hyperion und Helios getötet werden und Selene Selbstmord begeht
- Atlas - Sohn von Iapetos und Klymene, musste als Strafe für seine Teilnahme am Titanenkampf das Himmelsgebirge tragen, nachdem er von Perseus versteinert wurde trägt er als Atlasgebirge den Himmel auf seinen Schultern

Olympische Götter

Olympische Götter
- Zeus - Sohn von Kronos und Rhea, Göttervater
- Hera - Tochter von Kronos und Rhea, Gattin des Zeus, Göttin der Ehe und der Niederkunft
- Poseidon - Sohn von Kronos und Rhea, wurde durch Zeus vor Kronos gerettet, Gott des Meeres
- Aphrodite - entstand aus dem Samen des durch Kronos abgeschnittenen Geschlechts des Uranos, Göttin der Liebe und Schönheit
- Hephaistos - Sohn von Zeus und Hera, von Meernymphen aufgezogen, Gott des Feuers und der Schmiede
- Dionysos - Sohn von Zeus und Semele, Gott des Weines, der Masken und somit der Tragödie
- Apollon - Sohn von Zeus und Leto, Gott des Frühlings, des Lichts, der Sittlichkeit und der Künste
- Hermes - Sohn von Zeus und Maia, Götterbote, somit Schutzgott der Wege, Wanderer, Kaufleute und Diebe
- Demeter - Tochter von Kronos und Rhea, Göttin der Fruchtbarkeit der Erde, des Getreides, der Saat und der Jahreszeiten
- Artemis - Tochter von Zeus und Leto, Göttin der Jagd, des Wachstums und der Geburt
- Athene - Tochter von Zeus und Methis, Göttin der Weisheit, der Wissenschaft, der Web- und Zimmererkunst
- Ares - Sohn von Zeus und Hera, Gott des Krieges
- Hestia - Tochter von Kronos und Rhea, Göttin des Feuers, des Herdes und der Familieneintracht
- Eris - Göttin der Zwietracht und des Streites
- Hades - Ort und Gott der Toten, der Unterwelt

Mythologische Gestalten (andere Götter/Halbgötter/Heroen/Menschen)

Hades Hades
- Achilleus, Achilles
- Acheloos
- Agamemnon
- Agenor
- Aias
- Aigisthos
- Aletheia
- Alkmene
- Amazone
- Amphitryon
- Andromeda
- Arachne
- Ariadne
- Asklepios
- Atalanta
- Bellerophon
- Chloris
- Dädalus
- Danaiden
- Deukalion
- Elektra
- Europa (Mythologie)
- Eurystheus
- Hektor
- Herakles (römisch: Hercules)
- Hero
- Hypnos
- Ikarus
- Ixion
- Jason
- Kassandra
- Laokoon
- Leander
- Medea
- Menelaos
- Morpheus
- Nestor
- Ödipus
- Odysseus (etruskisch: Uthuze) Odysseus
- Oknos
- Orestes
- Orpheus
- Paris
- Perseus
- Plutos
- Priamos
- Prometheus, Titan, der den Menschen das Feuer brachte
- Pyrrha
- Sisyphos
- Tantalos
- Telemachos
- Theseus
- Tytios

Mythologische Gestalten (Ungeheuer/Tiere/andere)


- Androphonos
- Circe
- Charybdis
- Chimäre
- Erinnyen (röm. Myth. Furien)
  - Alekto
  - Megaira
  - Tisiphone
- Gorgonen
  - Euryale
  - Medusa
  - Stheno
- Hesperiden
- Horen
  - Chione
  - Irene
- Minotaurus Minotaurus
- Moiren
  - Atropos
  - Klotho
  - Lachesis
- Musen
  - Erato (Liebes-Lyrik)
  - Euterpe (Flötenspiel, Gesang)
  - Kalliope (Epische Dichtung)
  - Klio (Geschichtsschreibung)
  - Melpomene (Tragödie)
  - Polyhymnia (Hymnische Dichtung)
  - Terpsichore (Tanz)
  - Thalia (Komödie)
  - Urania (Sternkunde)
- Nymphen
  - Amphitrite
  - Orseis
  - Thetis
- Pan Pan
- Pegasus
- Satyr
- Sirene
- Skylla
- Zelos
- Zentaur
- Zephyros
- Zyklopen
  - Polyphem

Mythologische Gegenstände und Orte


- Aigis
- Ambrosia
- Delphi
- Nektar (Mythologie)
- Goldene Äpfel der Hesperiden
- Hades
  - Tartaros
  - Elysion
  - Asphodeliengrund
  - Lethe

Literatur


- Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen - Die Götter- und Menschheitsgeschichten, Klett-Cotta (Bd.1), ISBN 3-608-91824-8, dtv, ISBN 3-423-30030-2
- Karl Kerényi: Die Heroengeschichten (Bd.2), Klett-Cotta, ISBN 3-608-91873-6
- Karl Kerényi: Töchter der Sonne - Betrachtungen über griechische Gottheiten, Klett-Cotta, ISBN 3-608-91837-X
- Robert von Ranke-Graves: Griechische Mythologie. Quellen und Deutung. A. d. Engl. v. Hugo Seinfeld. 15. Aufl. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2003 (Rowohlts Enzyklopädie; rororo, Bd. 55404). 759 S. ISBN 3-499-55404-6
- Rose, Herbert Jennings: Griechische Mythologie. Ein Handbuch. 9. Aufl. München: C. H. Beck, 1997. IX, 441 S. ISBN 3-406-33223-4
- Gustav Schwab: Die schönsten Sagen des klassischen Altertums (dies Buch kann - in vielen Auflagen - als eherner Hausbuchbestand bei allen Abiturienten Deutschlands bis in die 1960er Jahre voraus gesetzt werden und ist also zumal für ein Studium der Literaturwissenschaft unabdingbar)
- Tripp, Edward: Reclams Lexikon der antiken Mythologie. 7. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2001. 560 S. ISBN 3-15-010230-8 (geb.), ISBN 3-15-010451-3 (kart.)

Siehe auch


- Portal:Mythologie
- Klassische Mythologie
- Stammbaum der griechischen Götter
- Liste griechischer Götter
- Liste von Göttinnen
- Olympische Götter (mit ihren Attributen)

Weblinks


- http://gutenberg.spiegel.de/autoren/schwab.htm - Gustav Schwab bei Projekt Gutenberg-DE
- http://gutenberg.spiegel.de/moritz/goetterl/goetterl.htm - Karl Philipp Moritz, Götterlehre oder Mythologische Dichtungen der Alten
- http://www.mythologica.de Beschreibt die einzelnen Gestalten
- http://www.perseus.tufts.edu/ (Englisch) Aber mit einer unglaublichen Funktionsvielfalt, inkl. Volltextsuche über antike Texte. Sehr viele weiterführende Links.
- http://www.br-online.de/alpha/mythen/ Auf dem BR-alpha Bildungskanal läuft eine interessante Serie zu den Griechischen Mythen
- http://home.arcor.de/karger/buechernachlese-archiv/uk_kerenyi_karl_griechen.html - Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen + Die Heroengeschichten
- http://home.arcor.de/karger/buechernachlese-archiv/uk_kerenyi_karl_sonne.html - Karl Kerényi: Töchter der Sonne ! ja:ギリシア神話 ko:그리스 신화

Äthiopien

Äthiopien (griechisch Αιθιοπία, von altgriechisch αίθαλο, aíthalo - das rußige, rußfarbene und οψ, ops - das Gesicht, amharisch ኢትዮጵያ (Ityop'ya)) - zeitweise auch Abessinien (eigentlich ein kultur-geographischer Begriff, der nur das Hochland meint) - ist ein Staat im Osten Afrikas. Er grenzt an Eritrea, den Sudan, Kenia, Somalia und Dschibuti / Djibouti. Nationalfeiertag ist der 18. Mai, Tag der Niederlage des Mengistu-Regimes (1991).

Geographie

Politische Grenzen

Grenze insgesamt: 5328 km
- Djibouti 349 km
- Eritrea 912 km
- Kenya 861 km
- Somalia 1600 km
- Sudan 1606 km Äthiopien ist seit der Unabhängigkeit Eritreas 1993 ein Binnenland ohne direkten Zugang zu einem Hafen.

Geologie

Der Großteil von Äthiopien wird vom Hochland von Abessinien [mit Ras Daschan Terara (4.620 m)] eingenommen; in diesem weitläufigen Hochgebirge liegt auch die Hauptstadt des Landes: Addis Abeba (2.370 m ü. NN). Weitere dortige Viertausender sind der Talo (4.413 m), der Guma Terara (4.231 m] und der Guge (4.203). Durch die Mitte des Staats zieht sich in Nordost-Südwest-Richtung der Große Afrikanische Grabenbruch (der hier auch Abessinischer Graben genannt wird). Auf dessen südöstlichen Seite schließt sich das Somali-Hochland an [mit Batu (4.307 m)]. Die tiefste Landesstelle befindet sich mit 116 m unter dem Meeresspiegel in der Koba-Senke westlich der Grenze zu Eritrea.
- Siehe auch: Liste der Vulkane in Äthiopien

Klima

In der tropisch-heißen Zone (bis 1.800m) ist es durchschnittlich 27 Grad warm bei einer jährlichen Regenmenge unter 500 mm pro Quadratmeter. Die warm-gemäßigte Zone (1.800 bis 2.500m) ist 22 Grad warm bei 500 bis 1.500 mm Regen. Im Berggebiet (über 2.500 m) werden nur 16 Grad gemessen und die Regenmenge steigt bis 1.800 mm. Die Hauptregenzeit ist zwischen Mitte Juni und September, eine kleine Regenzeit gibt es zwischen Februar und März.

Seen

Der größste See ist der Tanasee. Im großen afrikanischen Grabenbruch gibt es viele meist vulkanische Seen. Der Shala ist der größte Kratersee und der tiefste des Landes. Der Langano ist wegen seines hohen Sodagehaltes einer der wenigen Seen, in denen man baden kann, da er Bilharziafrei ist.

Flüsse

Die wichtigsten Flüsse in Äthiopien sind der Akobo, der Awash, der Blaue Nil, der Genale, der Omo und der Tekeze.

Flora und Fauna

Aufgrund seiner abwechslungsreichen Topographie mit seinen diversen geologischen Schichten und verschiedener klimatischer Verhältnisse ist Äthiopien die Heimat für eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt. Äthiopien ist eines der acht Genzentren der Erde. Die äthiopische Flora umfasst ungefähr 7.000 höhere Pflanzenarten, von denen ungefähr zwölf Prozent endemisch sind. Äthiopien ist das Ursprungsland des Kaffee und verschiedener Getreidesorten, wie Teff oder Enset (ventricosum Ensete). Über 20 verschiedene Kulturpflanzen stammen aus diesem Land. Unter den zahlreichen Tierarten sind 30 Säugetierarten (12 %)(unter anderen der äthiopische Wolf, die Sömmerringgazelle) 16 Vogelarten (2,5 %)(Blauflügelgans), 3 Reptilarten (3,9 %) und 17 amphibische Arten (31,5 %) endemisch.

Städte

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Addis Abeba 2.757.807 Einwohner, Dire Dawa 252.347 Einwohner, Nazret 214.034 Einwohner, Bahir Dar 168.929 Einwohner, Gonder 153.942 Einwohner und Mek'ele 151.752 Einwohner.
- Siehe auch: Liste der Städte in Äthiopien

Bevölkerung

Liste der Städte in Äthiopien Äthiopien gilt als Vielvölkerstaat. Obwohl geographisch dem südlich der Sahara gelegenen Afrika zugerechnet, ist das Land in seiner historischen Entwicklung stark geprägt vom arabisch-semitischen Einfluss sowohl in kultureller als auch in demographischer Hinsicht.

Ethnien

Liste der Städte in Äthiopien Im 20. Jhd. galten die Amharen als Staatsvolk. Obwohl sie nur zwischen 20 und 30% der Bevölkerung stellen, hat sich Amharisch als Landessprache durchgesetzt und wird zumindest von der Stadtbevölkerung des gesamten Landes im täglichen Umgang benutzt. Zusammen mit den Tigray, die ca. 10% der äthiopischen Bevölkerung ausmachen, siedelten sie traditionell als Bauern in den nördlichen Hochländern, dem Kernland des historischen äthiopischen Kaiserreichs. Amharen und Tigray können unter dem äthio-semitischen Begriff Habesha ('Abessinier') zusammengefasst werden. Zum überwiegenden Teil sind sie Anhänger der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche. Eine kleine Minderheit sind Muslime, Protestanten und Katholiken, die Minderheit jüdischen Glaubens (Falascha) ist mittlerweile fast komplett nach Israel ausgewandert. Israel Die zahlenmäßig größte Ethnie bilden allerdings die Oromo, die eine Kuschitische Sprache sprechen. (Die früher für die Oromo und andere kuschitische und omotische Völker gebrauchte Bezeichnung Galla gilt heute als abwertend und sollte vermieden werden.) Sie stellen über 40 % der Bevölkerung Äthiopiens und hängen oft dem Islam, aber auch der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche an. Ihr Siedlungsgebiet erstreckt sich über den Süden, Osten und Westen des Landes. Die muslimische Bevölkerung der Stadt Harar wird Aderi genannt und hat aus historischen Gründen eine eigene linguistisch-kulturelle Identität. Die bedeutsamsten anderen ethnischen Gruppen Äthiopiens sind die Somali (6%), Shankella (6%) Afar (4%), Gurage (3%), Sidama (9%) und Agaw (1%). In den Regionen im Westen und Südwesten des Landes leben noch zahlreiche nilotische und omotische Ethnien, die zum Teil einen sehr ursprünglichen Lebensstil bewahrt haben. Die bekanntesten unter ihnen sind die Mursi, Hamar, Ometo und Nuer.

Sprachen

In Äthiopien werden über 80 Sprachen gesprochen. Neben der Amtssprache Amharisch ist Oromo die am meisten verbreitete. Englisch ist Bildungssprache, wird also in den weiterführenden Schulen als Unterrichtssprache genutzt. Ethnologisch sind die Sprachen in die Südsemitische (vorwiegend im Norden), die omotische (im Südwesten) , die kuschitische (im Süden und Westen) und die Nilo-Saharanische (im Westen) Sprachfamilien einzuordnen.
- Siehe auch: Liste der Sprachen von Äthiopien

Religionen

Liste der Sprachen von Äthiopien So heterogen wie die ethnische Zugehörigkeit ist auch die religiöse: Die wichtigsten Glaubensgemeinschaften sind die äthiopisch-orthodoxen Christen (vor allem Amharen) und die sunnitischen Muslime (vor allem Oromos). Dazu kommen Katholiken, Anhänger von Naturreligionen, Angehörige der äthiopisch-evangelischen Kirchen, Hindus und Sikhs. Eine Sonderrolle spielen die Falascha - diese Gemeinschaft äthiopischer Juden ist älter als der Talmud: Mit einer geheimen Luftbrücke hatte Israel 1984 und 1991 mehr als 25.000 Falascha aus den Bergtälern zwischen Gonder und Aksum ins Heilige Land ausgeflogen. Heute leben nur noch 3.800 Falascha in Äthiopien

Äthiopisch-Orthodoxe Kirche

Das Äthiopisch-Orthodoxe Christentum ist die historisch bedeutsamste Religion des Landes. Äthiopien gilt nach Armenien als zweitältester stark durch das Christentum geprägter Staat der Erde. Die Religionspraktiken haben sich einen sehr traditionellen Charakter bewahrt und unterscheiden sich von den evangelischen und katholischen Kirchen.

Protestantische Kirchen

Seit 1830 sind evangelische Missionare in Äthiopien unterwegs; von 1855-68 war die St. Chrischona Pilgermission aus Basel in Zusammenarbeit mit dem anglikanischen Bischof Jerusalems mit meist deutschen Missionaren in Äthiopien tätig. Auf diese geht u.a. eine protestantische Bewegung unter den "judaisierenden" Beta Isra'el (sog. "schwarze Juden") zurück. Die Hermannsburger Mission bemüht sich 1853 bis 1857 um die Missionierung der Oromo, wird aber erst im Jahre 1927 wirklich aktiv; eine erste deutsch-schweizerische Mission unter den Oromo gab es schon 1840 (in Shewa), später 1867 (Beni Shangul / Gubbe) und für längere Zeit mit einem gewissen Erfolg auf der Missionsstation in Balli, südlich Shewa, von 1872 bis 1886, geleitet von deutschen Missionaren der St. Chrischona Pilgermission aus Basel. Weiter gibt es Missionen aus Schweden, Norwegen, den USA und Dänemark. Zur Zeit gibt es folgende protestantische Kirchen in Äthiopien:
- Mekane-Yesus-Kirche
- Kale-Heywat-Kirche
- Meserete-Kristos-Kirche
- Mulu-Wengel-Kirche

Katholische Kirche

Äthiopisch-Katholische Kirche

Islam

Nach neuesten Schätzungen ist der Islam mittlerweile jedoch die größte Religion des Landes. Im Vergleich zu den arabischen Staaten gilt der äthiopische Islam jedoch als liberal. Die Stadt Harar gilt unter den äthiopischen Muslimen als heilig.

Rastafari

Für die Glaubensgemeinschaft der Rastafari ist Kaiser Haile Selassie und das Land an sich von zentraler Bedeutung. Eine sehr kleine Gruppe Anhänger dieser religiösen Bewegung lebt in Shashemene südlich von Addis Abeba (in Oromiyaa), seitdem sich dort Siedler aus Jamaika niedergelassen haben.

Juden

Die äthiopischen Juden, auch Olim, Falascha, Beita Jisrael (Haus Israel), ethnische Bezeichnung früher Kayla, sind eine vom israelischen Oberrabbinat als zwangschristianisierte Afrikaner ursprünglich jüdischen Glaubens definierte Gruppe. 1975 wurden sie von den Rabbinern in Israel endgültig als Juden anerkannt. Historisch haben sie sich im Mittelalter aus politisch-religiös verfolgten Agaw-Gruppen entwickelt, u.a. durch Rekonversion christlicher Mönche zu einem aus dem Alten Testament künstlich abgeleiteten Judentum. Ethnisch gehören sie zu einer alteingesessenen Bevölkerung Äthiopiens; ob es vor der Konversion der Kayla zu einer judaisierenden Religion (der aber wesentliche Elemente des Judentums fehlen) eine möglicherweise ältere, versprengte jüdische Gruppe gegeben hat, ist aufgrund gegenläufiger historischer Indizien zunehmend umstritten.

Politik

Politisches System

vor 1974

1974 bis 1991

Nach dem Sturz des Kaisers bemächtigt sich das Militär der Revolution, ein Militärverwaltungsrat übernimmt unter Führung von Major Mengistu Haile Mariam die Macht. 1975 wird die Monarchie abgeschafft und das Land zu einer sozialistischen Volksrepublik.

ab 1991

Äthiopien ist seit 1991 eine föderale Republik (1995 durch die Verfassung bestätigt). Das Staatsoberhaupt wird vom Parlament als Staatspräsident gewählt und hat vorwiegend repräsentative Aufgaben. Der Chef der Regierung ist der Ministerpräsident , der die Mitglieder des Kabinetts ernennt und normalerweise Vertreter der stärksten Partei im Parlament ist. Das Parlament besteht aus zwei Kammern: dem Bundeshaus (House of Federation) mit 198 Sitzen und dem Volksrepräsentantenhaus (House of People’s Representatives, kurz genannt Parlama) mit 548 Sitzen (die Mitglieder werden direkt vom Volk für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt). Die höchste juristische Instanz ist der Oberste Gerichtshof in der Hauptstadt Addis Abeba.
- Siehe auch: Liste der Parteien in Äthiopien

Verwaltungsgliederung

Liste der Parteien in ÄthiopienÄthiopien ist seit 1998 nach ethnischen Kriterien in neun Bundesstaaten, die Hauptstadt Addis Abeba(1 auf Karte) sowie die Stadt Dire Dawa(5) (von Oromiyaa und der Somali Region beansprucht) gegliedert. Die folgende Liste führt die Namen der einzelnen Bundesstaaten mit Angabe der Titularnation(en) auf.
- Afar (Danakil) (Afar)(2)
- Amhara (Amharen)(3)
- Benishangul-Gumuz (Berta, Gumuz, Shinasha)(4)
- Gambela (Nuer, Anywak)(6)
- Harar (Region) (Harer) (Aderi)(7)
- Oromiyaa (Oromo veraltet: Galla)(8)
- Somali Region (im wesentlichen bestehend aus der alten Provinz Ogaden) (Somali)(9)
- Southern Peoples, Nations & Nationalities (Gurage, Sidama)(10)
- Tigray (Tigray)(11)

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen

Äthiopien ist in verschiedenen internationalen Organisationen und Gruppierungen Mitglied. Zu den wichtigsten zählen die Mitgliedschaften in den Vereinten Nationen (Gründungsmitglied 1945) und seinen Unter- und Sonderorganisationen, wobei die ECA (VN-Wirtschaftskommission für Afrika) ihren Sitz in Addis Abeba hat, der Afrikanische Union (bis 2002 Organisation der Afrikanischen Einheit, deren Gründungsmitglied das Land 1963 war; Sitz Addis Abeba) und in der Weltbankgruppe, IWF. Weiterhin in Regionalorganisationen wie der IGAD (Inter-Governmental Authority for Development), der COMESA (Gemeinsamer Markt süd- und ostafrikanischer Staaten), und der EU/AKP (Partnerschaftsabkommen der Europäischen Union mit den afrikanischen, karibischen und pazifischen Ländern)

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Äthiopiens Das östliche Afrika wird bei vielen Forschern als Herkunft der Menschheit betrachtet. Lange bevor es Schrift gab, oder eine Überlieferung, auf die wir uns heute beziehen können, gab es auf dem Gebiet des heutigen Äthiopiens Menschen. Überreste prähistorischer Menschen (Australopithecus afarensis) wurden in Äthiopien gefunden ("Lucy" 1974 in Hadar). Als eines der bedeutenden "Weltreiche" (so der Prophet Mani) in der Zeit der späten Antike gilt das nordäthiopische Reich von Axum (auch Aksum), das eines der ersten christlichen Königreiche der Welt war. Es beherrschte allerdings nur kurzzeitig auch Teile der südlichen arabischen Halbinsel und des Nordsudans, nicht aber Teile des heutigen Südäthiopien. Wie lange auch Teile des heutigen Sudan südlich von Atbara unter axumitischer Herrschaft standen, ist umstritten; wahrscheinlich beschränkte sich diese kurzzeitig im 4. Jahrhundert etablierte Herrschaft auf zeitweise Tributzahlungen. Mit der Ausdehnung des Islam im 7. Jahrhundert wurde die äthiopische Christenheit vollständig vom Einfluss der europäischen Kirche abgeschnitten. Die Portugiesen traten 1493 zum ersten Mal mit Äthiopien in Kontakt, überwiegend um ihre Herrschaft im Indischen Ozean zu festigen und den katholischen Glauben zu verbreiten. Ihre Strategie einer Bekehrung des gesamten Landes scheiterte jedoch ebenso wie 1543 der Eroberungsversuch muslimischer Völker (Sultanat Adal) mit türkisch-osmanischer Hilfe. Im Zuge des Kolonialismus hatte sich Äthiopien immer wieder der Einflussnahme europäischer Mächte zu erwehren, zunächst unter Kaiser Tewodros des Einflusses der Engländer, dann am Ende des 19. Jahrhunderts des Einflusses der Italiener und ihrer Kolonie Eritrea. Trotz überlegener, moderner Waffen schlugen die Äthiopier 1896 die italienischen Invasoren zurück (Schlacht von Adua). Dies gilt als wichtiger Sieg einer afrikanischen gegen eine europäische Armee und wurde seither fester Teil des äthiopischen Nationalbewusstseins. Auf die Sicherung der Unabhängigkeit folgt die Eroberung im Süden des heutigen Staatsgebietes. Diese neueroberten Gebieten fallen unter ein archaisch-feudales System der Landnahme. 1935 kommt es zu einem weiteren italienischen Angriff unter Mussolini (Italienisch-Äthiopischer Krieg bis 1936). Innerhalb kürzester Zeit fällt Addis Abeba, obwohl die italienische Armee zu keinem Zeitpunkt das ganze Land kontrollieren kann. Kaiser Haile Selassie wird vorübergehend vertrieben, kehrt aber 1941/42 mit britischer Hilfe zurück. Anfang der 1970er Jahre gerät das Kaiserreich in eine schwere Krise. Die verarmten Bauern leiden unter den Abgaben an die Großgrundbesitzer, das aufstrebende Bürgertum Addis Abebas sieht sich in seinen politischen Entfaltungsmöglichkeiten eingeengt. Die Inflation in Folge der Dürrekatastrophe von 1973 und der Ölkrise löst in Äthiopien Massendemonstrationen von Studenten und Streikwellen aus. Schließlich revoltieren zu Beginn des Jahres 1974 ebenfalls Teile der äthiopischen Armee. Kaiser Haile Selassie wird am 12. September 1974 gestürzt. Das Militär bemächtigt sich schnell der Revolution, ein Militärverwaltungsrat übernimmt unter Führung von Major Mengistu Haile Mariam die Macht. 1975 wird die Monarchie abgeschafft und das Land zu einer sozialistischen Volksrepublik. Es folgen bald militärische Auseinandersetzungen mit den Nachbarstaaten. So wird 1977/1978 mit Unterstützung der Sowjetunion und Kubas eine Invasion des von den USA unterstützten Somalia abgewehrt. Aufgrund der übermäßigen Repression gegen die Zivilbevölkerung erhalten eritreische Separatisten immer mehr Zuspruch. 1984 gelangt Äthiopien durch eine Reportage des BBC-Fernsehens in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Über Jahre ausbleibende Niederschläge in der Sahelzone führen in zwanzig afrikanischen Ländern zu Missernten und Hungersnöten. Auch wegen des anhaltenden Bürgerkrieges ist Äthiopien am schlimmsten von dieser Katastrophe betroffen. 1991 kollabiert das Regime schließlich. Unter der neuen Interimsregierung Meles Zenawis erlangt Eritrea im April 1993 nach fast dreißig Jahren Krieg die Unabhängigkeit. Grenzstreitigkeiten und vermutlich auch ökonomische Zwiste führen 1998 jedoch erneut zum Krieg der beiden Länder, den Äthiopien zwei Jahre später, also 2000, unter großen Verlusten für sich entscheiden kann. Derzeit überwachen Soldaten der "United Nations Mission in Ethiopia and Eritrea" (UNMEE) einen fragilen Frieden, während eine unabhängige Grenzkommission die Streitigkeiten beilegen soll.
- Siehe auch: Liste der Kaiser von Äthiopien

Wirtschaft

Der Außenhandel Äthiopiens besteht im wesentlichen aus dem Export von Kaffee. Deutschland ist der größte Importeur von äthiopischem Kaffee. Äthiopen profitierte als eines der afrikanischen Länder bei dem Gruppe der Acht-Treffen im Jahre 2005. Dabei wurde ein Großteil der Schulden erlassen.

Landwirtschaft

Durch die ökologische Verschiedenartigkeit und der ethnischen Vielfalt gibt es in Äthiopien unterschiedliche landwirtschaftliche Nutzungssysteme.
- Nomadismus: Er existiert in allen Wüsten und Halbwüsten in den tieferen Lagen. Meistens treiben die Familien saisonal bedingt ihre Viehherden zwischen verschiedenen Weidegebieten hin und her. Ein Nomadismus, bei dem über Jahre weite Strecken zurückgelegt werden, ist selten. Inzwischen werden die Weideflächen knapper. Das liegt einmal an der zunehmenden Bevölkerung, aber auch an der Ausbreitung von kommerziellen Farmen wie beispielsweise in der Danakilebene. Dort verloren die Afar in den 1950/60igern ihre besten Weidegebiete entlang des Awash. Diese Farmen wurden 1975 verstaatlicht und teilweise vergrößert. Viele Afars arbeiten heute auf diesen Farmen oder betreiben selber Ackerbau.
- Semi-Nomadismus oder Transhumanz: Diese Landnutzung war früher bei vielen Oromovölkern weit verbreitet. Dabei werden mit einer Handhacke Felder bearbeitet, um Getreide anzubauen. Heute kommt diese Form der Landnutzung noch in einigen Teile von Bale vor. Besonders in den letzten 100 Jahren wanderten vermehrt Menschen aus dem Norden in den Süden, nachdem Menelik II. den Süden erobert hatte. Der Pflug setzte sich immer mehr durch, da er eine intensivere Landnutzung möglich machte.
- Brandrodung: Diese Art der Landnutzung kommt in den Grenzgebieten zum Sudan vor. Der Busch wird gerodet und/oder abgebrannt. Große Bäume bleiben meist stehen. Der Boden wird dann gepflügt oder mit einer Hacke bearbeitet. Das Land wird so für drei bis fünf Jahre genutzt. Ist die natürliche Bodenfruchtbarkeit erschöpft, folgt eine Ruhezeit von 15 bis 25 Jahren, in der der Boden wieder von natürlicher Vegetation überwachsen wird. Die zunehmende Landknappheit zwingt die Bevölkerung ihre Felder in immer kürzeren Intervallen zu bestellen. Ohne die notwendigen Maßnahmen zum Ressourcenschutz ist eine langfristige Nutzung nicht mehr gewährleistet. In vielen Gebieten findet heute ein ähnlicher Prozess wie vor Jahrzehnten und Jahrhunderten im Norden Äthiopiens statt, der zu einer gewaltigen Zerstörung der Ökologie führte.
- Pflugbau: Im nördlichen Hochland begann der Mensch vor 7000 bis 8000 Jahren mit sesshaftem Ackerbau. Der Boden wird mit dem meist von Ochsen gezogenen Pflug bearbeitet. Die Saat wird breit ausgesät und mit dem Pflug eingearbeitet. Typisch sind Pflanzen, die sich generativ vermehren. Dazu gehören Getreide , Hülsenfrüchte und Ölsaaten . Die wichtigsten Anbaufrüchte sind Teff (dient nur in Äthiopien der menschlichen Ernährung), Sorghum , Mais , Weizen , Gerste , Fingerhirse , Raps , Sesam , und Noog (eine Ölpflanze, die nur in Indien und Äthiopien kultiviert wird). Die Bodenfruchtbarkeit wird durch Fruchtwechsel mit Leguminosen und einer mehrjährigen Brache erhalten. Auf hofnahen Feldern wird mit Tierdung gedüngt.

Infrastruktur

Insgesamt 26.053 Kilometer Überlandstraßen, davon nur 3.656 Kilometer befestigte Straßen, durchziehen die zerklüftete Landschaft Äthiopiens und eine einzige Eisenbahnlinie, die Addis Abeba mit Dschibuti verbindet. Der Binnenhandel wird dadurch stark eingeschränkt. In der Regenzeit werden die kaum asphaltierten Transportwege unpassierbar und die Menschen oft wochenlang von den Märkten und von medizinischen Einrichtungen abgeschnitten.

Tourismus

Der Tourismus ist sehr gering und wenige Leute wollen nach Äthiopien. Die Infrastruktur ist dementsprechend wenig ausgebaut. In Addis Abeba existieren nur zwei Hotels höheren westlichen Standards (Hilton, Sheraton).

Nationalparks

Nationalparks in Äthiopien

Historische Stätten

Kultur

Nationalparks in Äthiopien ]] Äthiopien blickt auf eine jahrtausendealte Tradition zurück. Es gilt nicht nur als die Wiege der Menschheit, sondern auch als Ursprungsland des Kaffee. Durch seine christlichen Traditionen und die historische Isolation unterscheidet es sich kulturell deutlich von den Staaten Schwarzafrikas. Dies äußert sich unter anderem in der Äthopischen Küche. Äthiopien hat eine eigene Zeitrechnung. Diese ähnelt dem Koptischen Kalender, ist ihm aber 276 Jahre voraus. Aktuell gilt in Äthiopien noch der Julianische Kalender. Äthiopien ist das Land der 13 Monate ("13 months of sunshine"), zwölf Monate zu je 30 Tagen und ein Monat mit fünf bzw. sechs Tagen (Schaltjahrsausgleich). Der Kalender ist gegenüber dem unter anderem in Europa gültigen Gregorianischen Kalender um knapp acht Jahre zurück. Das äthiopische Neue Jahr beginnt immer am 11. September. Da Äthiopien international unter anderem durch Bankwesen, Flugverkehr etc. verknüpft ist, besteht ein "Nebeneinander" beider Kalender. Überall im Land sind Kalender erhältlich, die gleichzeitig beide aktuell gültigen Daten auflisten, beispielsweise entspricht der 7. August 2005 = 1. Dezember 1997 E.C. (Ethiopian Calendar). Äthiopien rechnet auch die jeweilige Tageszeit anders: der Tag beginnt um 6 Uhr (europäische Rechnung), somit ist in Äthiopien morgens um 7 Uhr "die erste Stunde des Tages" vorbei (1 Uhr in äthiopischer Zählweise), Mittagszeit nach äthiopischer Zählweise ist somit um 6 Uhr.

Kunst

Gregorianischen Kalender Äthiopien ist bekannt für seine Malerei, die den Betrachter schnell gefangen nimmt und ihn in eine andere Welt entführt. Diese ganz eigentümliche Kunstform hat eine lange Tradition und ist eng mit der bewegten Geschichte des Landes verknüpft. Die für Schwarzafrika untypische Malerei und die Anfertigung feiner Kunsthandwerksarbeiten haben ihre Wurzeln im alten nordafrikanisch-vorderasiatischen Kulturbereich. Sie hielten sich, eingebettet in der ungebrochen christlichen Tradition des Landes, bis heute. Mit Blick auf die rund zweieinhalb Jahrtausende alte Hochkultur-Geschichte darf Äthiopien als der einzige heute noch lebendige und deutlich sichtbare "Ausläufer" der alten Mittelmeerzivilisation in Afrika bezeichnet werden. Künstler Äthiopiens:
- Afewerk Tekle (auch: Afework Tekle,
- 22. September 1932 in Ankober)

Musik

Traditionelle Musik

Schon beim ersten Hinhören fasziniert die "andere afrikanische Musik" aus Äthiopien, die sich so sehr von den bekannten Rhythmen Westafrikas unterscheidet. Gespielt wird sie von den Azmari genannten Sänger-Poeten, die durch das Land wandern und seine musikalische Kultur erhalten und verbreiten.

Moderne äthiopische Musik

Zwei Namen prägen die moderne äthiopische Musik: Mahmoud Ahmed überraschte Mitte der 80er Jahre die europäischen Freunde afrikanischer Musik mit dem Album "Ere Mela Mela" und Aster Aweke, Äthiopiens bekanntester Weltmusikstar. Sie hat ihr Heimatland aus politischen Gründen verlassen und seither eine internationale Karriere aufgebaut, ohne in ihrer Musik die äthiopischen Wurzeln zu vergessen. Beide füllen mit ihren Konzerten ganze Stadien verkaufen hunderttausende von ihern Alben.

Sport

Äthiopien hat eine lange Tradition von ausgezeichneten Langstreckenläufern und Läuferinnen. 20 Sportler aus Äthiopien gewannen 31 olympische Medaillen (14 Gold, 5 Silber, 12 Bronze; Stand 2004).
Fußball und Volleyball zählen zu den beliebtesten Sportarten. Die äthiopische Fußballnationalmannschaft konnte allerdings nur in den 1960zigern vorzeigbare Erfolge verbuchen (Gewinn der Afrikameisterschaft 1962 im eigenen Land) und gilt inzwischen zu den schwächsten Mannschaften des afrikanischen Fußballverbandes.
- Siehe auch: Liste der olympischen Medaillengewinner aus Äthiopien

Traditionelle Sportarten


- Genna
- Gugs

Bekannte Sportler


- Abebe Bikila
- Haile Gebrselassie
- Kenenisa Bekele
- Gezahegne Abera
- Meseret Defar
- Ejagayehu Dibaba
- Tirunesh Dibaba
- Fatuma Roba
- Derartu Tulu
- Gete Wami
- Demisse Wolde
- Millon Wolde
- Miruts Yifter

Siehe auch


- Asfa-Wossen Asserate
- Wikipedia:WikiProjekt Äthiopien

Literatur


- Adolph Freiherr Knigge: Benjamin Noldmann's Geschichte der Aufklärung in Abyssinien oder Nachricht von seinem und seines Herrn Vetters Aufenthalte an dem Hofe des großen Negus, oder Priesters Johannes ([http://gutenberg.spiegel.de/knigge/noldmann/noldmann.htm Volltext])
- Gerhard Rohlfs: Im Auftrage Sr. Majestät des Königs von Preussen mit dem Englischen Expeditionscorps nach Abessinien ([http://gutenberg.spiegel.de/rohlfs/abessin/toc.htm Volltext])
- Gerd Gräber, Angelika Gräber, Berhanu Berhe: Äthiopien, ein Reiseführer. Kasparek, Heidelberg 1997, ISBN 3-925064-21-4
- Walter Raunig (Hrsg.): Das christliche Äthiopien. Geschichte, Architektur, Kunst. Schnell & Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1541-1

Filme


- Äthiopien, Kaiserreich zwischen Gestern und Morgen Ein Film von Manfred Purzer und Makonnen Desta, BRD 1956
- Alfred Ilg - Der weiße Abessinier Ein Film von Christoph Kühn, Schweiz 2003
- Kezkaza Wolafen Ein Film von Tewodros Teshome, 2003, in amharischer Sprache mit engl. Untertiteln
- Adwa: An African Victory Ein Film von Haile Garima, 1999, in englischer Sprache

Weblinks


- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=12&type_id=4&lang_id=1 Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes]
- [http://lcweb2.loc.gov/frd/cs/ettoc.html Ethiopia - A Country Study] gemeinfreie Online-Ausgabe eines Buchs der "Federal Research Division" der US-Library of Congress von 1991
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/et.html CIA - The World Factbook - Ethiopia] (englisch)
- [http://www.vaterstetten-alemkatema.de Vaterstetten-Alem Katema: Einzige kommunale Partnerschaft zwischen Deutschland und Äthiopien]
- [http://www.inwent.org/v-ez/lis/aethiop/index.htm Landeskundlichen Informationsseiten (LIS)]
- [http://www.germanchurchschool.de/ Sozialprojekt GERMAN CHURCH SCHOOL]
- [http://www.deutsch-aethiopischer-verein.de/ Deutsch-Äthiopischer Verein]
- [http://www.ethnologue.com/show_country.asp?name=Ethiopia Sprachen Äthiopiens ] (englisch)
- [http://perljam.net/google-satellite-maps/country/Ethiopia Google sightseeing]
- [http://www.rrz.uni-hamburg.de/EAE/indexnf.html ENCYCLOPAEDIA AETHIOPICA (Projekt der Uni Hamburg)] Athiopien ja:エチオピア ko:에티오피아 ms:Habsyah th:ประเทศเอธิโอเปีย zh-min-nan:Ityop'iya

Kepheus (Mythologie)

Kepheus wird in der griechischen Mythologie meist als König der Aithiopen bzw. König von Äthiopien bezeichnet und ist der Gatte der Kassiopeia und Vater der Andromeda, könnte aber in Wirklichkeit König bei Jaffa in Palästina gewesen sein. Dieser Kepheus wird in der griechischen Mythologie kaum erwähnt und spielt nur als Vater der Andromeda eine Rolle. Nachdem Kassiopeia geprahlt hatte, ihre Tochter sei schöner als die Nereiden, beklagten sich diese bei Poseidon, der darauf ein Meeresungeheuer - bei dem es sich um Keto handeln könnte, zumindest ist das entsprechende Sternbild Cetus, siehe Walfisch - schickte, das Athiopiens Küsten verwüstete. Um weiteres Unglück abzuwenden sollte Andromeda dem Untier geopfert werden. Perseus, der auf seinem Weg vom Atlas hinzu kam, forderte von Kepheus die Hand der Tochter und besiegte dieses schließlich. Kepheus blieb ohne Söhne, so dass sein Enkel Perses, ein Sohn von Perseus und Andromeda, das Königreich erbte. Ebenso wie Perseus, Andromeda, Kassiopeia und der "Walfisch" Keto wurde Kepheus schließlich von Pallas Athene als Sternbild in den Himmel versetzt. Siehe auch: Kepheus (Sternbild) - Kepheus (Tegea) Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Literarische Figur

Kassiopeia (Mythologie)

Kassiopeia ist in der griechischen Mythologie die Königin von Äthiopien und die Mutter der Andromeda. König Kepheus (König der Aithiopen bzw. König von Äthiopien) war ihr Ehemann. Da Kassiopeia behauptet hatte, sie sei schöner als die Nereiden, die Nymphen des Meeres, zog sie den Zorn des Meeresgottes Poseidon auf sich, der das Meeresungeheuer Keto entsandte, um die Küstengebiete des Landes zu verwüsten. Schließlich sollte ihre Tochter (Andromeda) dem Untier geopfert werden, diese konnte jedoch von Perseus, der auf seinem Weg vom Atlas hinzu kam, gerettet werden. Kassiopeia ist ebenso wie Andromeda und Keto - als Walfisch - neben Kepheus und Perseus ein Teil der königlichen Familie des Himmels, wo sie als Sternbild auf einem Stuhl sitzend erscheint. Siehe auch: Cassiopeia (Sternbild) - Perseus (Mythologie) - Portal:Mythologie Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Literarische Figur

Hybris

Die Hybris (griechisch ὕβρις - der Übermut, die Anmaßung) bezeichnet eine Selbstüberhebung, die sich rächen muss. Sie ist der Auslöser des Falls von vielen Hauptfiguren in griechischen Tragödien. Die Hauptfigur ignoriert in ihrer Überheblichkeit Befehle und Gesetze der Götter, was unvermeidlich zu ihrem Fall und Tod führt. In der griechischen Mythologie ist Hybris eine Nymphe, die mit Zeus den Halbgott Pan gezeugt haben soll. Siehe auch: Portal:Mythologie; ferner Tantalos, Niobe, Ödipus u.a.m. Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Literarische Figur Kategorie:Literarischer Begriff Im aktuellen Sprachgebrauch wird Hybris als ein bildungssprachlicher Ausdruck verwendet, und bezeichnet Vermessenheit; Überheblichkeit; Hochmut. Beispiel: "Die Hybris des deutschen Fußballs ist in Deutschland zu besichtigen, mehr noch, der tiefe Fall nach dem Höhenflug". Die ZEIT 6/2004

Poseidon

---Sidenote START---
Poseidon ist in der griechischen Mythologie der Gott des Meeres. Das Pferd ist ihm heilig. Manchmal wird Benthesikyme als seine Schwester erwähnt. In der etruskischen Mythologie wurde er dem Nethuns zugeordnet, in der römischen dem Neptun. (Vgl. in der germanische Mythologie Njörðr.) In der Tiefe des Meeres steht sein kristallener Palast.

Verehrung

Poseidon war der Schirmherr des delphischen Orakels, bevor Apollon dies übernahm, und mit Athene auch der Schutzgott der Stadt Athen. Vom Gipfelberg der Insel Samothrake sah er auf die Dardanellen und das von ihm begünstigte Troja. Seefahrer beteten zu Poseidon für eine sichere Überfahrt und opferten ihm Pferde, die sie im Meer versenkten. Wenn er gut gelaunt war, erschuf Poseidon neue Inseln und ließ die See still und schiffbar sein. Wenn er ergrimmte, stach er mit seinem Dreizack in die Erde, verursachte so Erdbeben, Überschwemmungen und brachte Schiffe zum Sinken.

Kunst

In der Kunst wird Poseidon mit einem Streitwagen dargestellt, der von Pferden (Wogenrössern) oder großen Hippokampen (Seepferdchen) gezogen wird. Oft wird er mit dem Dreizack zusammen mit Delphinen dargestellt. Im Nationalmuseum in Athen steht die antike, übermenschengroße Bronzestatue des "Poseidon von Artemision".

Mythologisches

Geburt und Kindheit

Poseidon war der Sohn des Kronos und der Rhea (siehe Stammbaum der griechischen Götter). Nach seiner Geburt verschlang ihn sein Vater, und erst sein letztgeborener Bruder Zeus errettete ihn. Als die Welt in drei Teile geteilt wurde, erhielt Zeus den Himmel, Hades - ein weiterer Bruder Poseidons - die Unterwelt und Poseidon die Erde und den Ozean (sein eigentliches Synonym) (griechisch okéanos).

Ehe und Lieben

Poseidon war mit Amphitrite verheiratet und hatte mit ihr die Söhne Triton und Albion und die Töchter Rhode und Benthesikyme. Zahlreiche Liebschaften - oft mit Meernymphen (Nereiden) - führten zu weiteren Kindern, wie z.B. dem Riesen Orion, dem Pferd Arion und dem einäugigen menschenfressenden Zyklopen Polyphem. Auch der Pegasos, das geflügelte Pferd, Sohn der Medusa, war ein Kind des Poseidon. Poseidon hatte auch 10 Kinder mit der Sterblichen Kleito, der einzigen Bewohnerin der Insel Atlantis. Auch liebte er den jungen Pelops und schenkte ihm ein prächtiges Gespann.

Sagen

Athene und Poseidon stritten um die Herrschaft über Attika. Kekrops, der König Attikas, entschied, dass beide Götter den Menschen Attikas ein Geschenk machen sollen. Derjenige, der das bessere Geschenk gäbe, sollte die Herrschaft erlangen. Der Wettbewerb wurde auf dem Felsen ausgetragen, auf dem später die Akropolis entstehen sollte. Poseidon stieß seinen Dreizack in den Fels und ließ einen Wasserquell sprudeln (nach anderen Quellen einen Salzwasserquell, oder er gab das Pferd zum Geschenk), Athene pflanzte den Attikern den ersten Olivenbaum. Kekrops entschied sich für das Geschenk der Athene, und die Hauptstadt von Attika wurde Athen. Weil einmal Poseidon und Apollo Zeus beleidigt hatten, mussten sie König Laomedon von Troja dienen. Er ließ sie große Mauern um die Stadt bauen und versprach den Göttern, sie reich zu belohnen, ein Versprechen, das er nach Fertigstellung der Mauern brach. Voller Wut schickte Poseidon ein Meeresungeheuer. Ihm sollte zur Begütigung Hesione, die Tochter Laomedons (die er mit Leukippe hatte), geopfert werden, die aber von Herakles gerettet wurde. Er gab sie seinem Gefährten Telamon zur Frau. Am bekanntesten ist Poseidon für seinen unerbittlichen Hass auf Odysseus, zumal weil dieser auf seiner zehnjährigen Irrfahrt (Odyssee) seinen Sohn Polyphem blendete, wie Homer berichtet.

Weblinks


- [http://www.androphile.org/preview/Library/Mythology/Greek/Poseidon/Poseidon_and_Pelops.htm Die Liebe zwischen Poseidon und Pelops] (englisch) Kategorie:Griechische Gottheit ja:ポセイドン ko:포세이돈

Ketos

Keto ist ein Meeresungeheuer in der griechischen Mythologie. Keto ist die Tochter des Pontos und der Gaia. Mit ihrem Bruder, dem alten Meeresgott Phorkys, gebar sie die Gorgonen und Graiai sowie Echidna und Ladon. Als die äthiopische Königin Cassiopeia behauptet, viel schöner zu sein als die Nereiden, die schönen Meeresnymphen, schickt der Meeresgott Poseidon auf die Bitten der Neiriden hin erzürnt Keto nach Äthiopien, um das Land zu verwüsten, wonach schließlich auf den Rat eines Sehers hin beschlossen wird, Cassiopeias Tochter Andromeda zu opfern. Andromeda wird an einen Felsen der Meeresküste gebunden, wo sie Perseus schließlich findet und sofort in Liebe entbrennt. Keto schwimmt schon auf diese zu, als Perseus sich für die Rettung Andromedas deren Hand von den heranlaufenden Eltern erbittet und nicht nur diese, sondern das ganze Königreich versprochen bekommt, sollte ihm dies gelingen. In der einen Version zeigt Perseus dem Ungeheuer das Medusenhaupt, in der Version von Gustav Schwab kommt es zu einem dramatischen Kampf, in dem Perseus sein Schwert benutzt - psychologisch gesehen die stimmigere Variante, denn Schwert und der von Schwab dramatisch geschilderte Kampf mit dem Meeresungeheuer deuten auf eine erwachsenere Auseinandersetzung mit der Sexualität, für die das Meeresungeheuer oft steht, und die das bloße Herzeigen des Medusenhauptes verunmöglichen würde. Perseus gelingt es schließlich, Keto zu töten. Siehe auch: Portal:Mythologie, Stammbaum der griechischen Götter

Literatur


- Hesiod, Theogonie
- Gustav Schwab, Die schönsten Sagen des klassischen Altertums [http://gutenberg.spiegel.de/schwab/sagen/schsagen.htm] Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Literarische Figur Kategorie:Fabeltier

Flut

Als Flut wird das Steigen des Meeresspiegels infolge der Gezeiten (Tide) bezeichnet. Dieser Zeitraum reicht von einem Niedrigwasser bis zum folgenden Hochwasser. An der Küste wird oft der Ausdruck auflaufend Wasser zur Unterscheidung von binnenländischen Hochwässern oder Überflutungen benutzt. Das darauf folgende Sinken des Meeresspiegels wird Ebbe genannt. Stehen Erde, Sonne und Mond in einer Linie, was bei Vollmond und Neumond der Fall ist, so addieren sich die Anziehungskräfte von Sonne und Mond. In diesem Fall fällt der Tidenhub (Differenz zwischen höchstem Wasserstand bei Flut und niedrigstem bei Ebbe) besonders hoch aus, was Springtide (Springflut/Springebbe) genannt wird. Steht die Sonne dagegen im rechten Winkel zum Mond (ca. 7 Tage nach Neumond oder Vollmond), so gibt es eine besonders niedrigen Tidenhub, Nipptide (Nippflut/Nippebbe) genannt. Eine ausführliche physikalische Erklärung findet man in Tide. Der Flutstrom kann in den Prielen des Wattenmeers beträchtliche Geschwindigkeiten (bis über 20 km/h) erreichen. Daher ist bei Wanderungen im Watt besondere Vorsicht geboten. Die Höhe der Flut über Normalnull (NN) ist nicht überall gleich. In der von den Ozeanen relativ abgeschnittenen Ostsee liegt sie vielfach unter 30 cm, auf der offenen Nordsee meist um 1 bis 2 Meter. Der Tidenhub des Atlantiks liegt im Gebiet des mittelatlantischen Rückens bei nur 50 cm. An Küsten, Buchten und an Ästuaren, an denen der Wasserberg Engstellen passieren muss, liegt er weitaus höher. In den Ästuaren der Flüsse, beispielsweise der Elbe und Weser, werden bis zu 4 Meter, bei Springfluten bis zu 6 m erreicht. Der Tidenhub ist an Flüssen auch noch im Landesinneren zu spüren, sofern keine Sperrwerke bestehen und der Höhenunterschied gering ist (Tidefluss), z.B. Amazonas, Themse, Elbe, Weser, Wümme, Ems. Der Tidenhub am Ärmelkanal beträgt bis 12 m, an der Bay of Fundy bis zu 15 m. In Sturmfluten wird der Wasserstand durch die Kraft des Windes über das Normalmaß hinaus erhöht. Dadurch können Wasserstände erreicht werden, die 3 bis 5 Meter über dem normalen mittleren Tidehochwasser (MTHW) liegen. In der Vergangenheit haben Sturmfluten insbesondere an den Küsten der Nordsee beträchtliche Opfer gefordert, so z.B. 1962 in Hamburg. Durch die Klimaveränderungen auf Grund des Treibhauseffektes steigt nicht nur der Meeresspiegel insgesamt, sondern es wächst die Sturmwahrscheinlichkeit und damit auch die Gefahr von Sturmfluten. Oft bezieht sich der Begriff Flut auch allgemein auf eine große, strömende Wassermenge. siehe auch: Hochwasser, Flutkatastrophe, Jahrhundertflut, Sintflut Kategorie:Ozeanologie Kategorie:Gewässer

Link

[http://www.bsh.de/de/Meeresdaten/Vorhersagen/Gezeiten/index.jsp Berechnung der Gezeiten beim Bundesamt für Seeschifffahrt. BSH]

Perseus (Mythologie)

Perseus ist in der griechischen Mythologie der Sohn des Zeus und der Danaë.

Erzählung und Deutung

Die göttliche Abstammung

Akrisios, dem König von Argos, wird geweissagt, ein Sohn seiner Tochter Danaë werde ihm zum Verhängnis werden. So schließt er sie zusammen mit ihrer Amme in einem Gewölbe unterhalb des Palasthofes (andere Versionen: Bronzeturm) ein. Zeus befruchtet die Schlafende als Goldregen, woraufhin Perseus geboren wird.

Die Verbannung

Mit der Geburt des Perseus steht Akrisios neuerlich - und jetzt verschärft - vor dem Dilemma, was er mit den beiden machen soll, denn wohl liebt er seine Tochter, wird aber seinen Enkel um so mehr fürchten müssen, als sein erster Versuch, dem Schicksal zu entkommen, auf für ihn unverständliche Weise misslungen ist. Er schließt beide in eine Kiste, Truhe oder Arche und setzt sie auf dem Meer aus, wobei aber Zeus mit Hilfe Poseidons verhindert, dass beide umkommen. Als sie auf Seriphos, einer Insel der Kykladen an Land gespült werden, findet der Fischer (Schiffer, Hirte) Diktys, der Bruder des Königs Polydektes, die beiden und lässt sie bei sich wohnen. Der König allerdings beginnt Danaë nachzustellen, doch Diktys wie später auch der heranwachsende Perseus wissen sie zu beschützen.

Die Aufgabe

So versucht der König, Perseus loszuwerden, indem er von ihm verlangt, das Haupt der Gorgone Medusa zu bringen, das jeden, der es sieht, zu Stein verwandelt. Eine Version berichtet, dass er von jedem Bewohner der Insel Pferde als Abgabe verlangt, wohl wissend, dass Danaë und Perseus nichts besitzen. Nach einer anderen Version lädt Polydektes Perseus zu sich an den Hof ein und fragt ihn, was denn wohl das passende Geschenk für einen König sei. Perseus antwortet, dass er ihm auch das Haupt der Medusa bringen würde, wenn er es verlangte - und Polydektes nimmt ihn beim Wort. Pallas Athene, die Lieblingstochter des Zeus, erscheint Perseus und übergibt ihm einen glänzenden Schild, der in der Lage ist, ein Spiegelbild zurückzuwerfen. Sie zeigt ihm damit eine Möglichkeit, der Gefahr nicht direkt ins Auge zu schauen. Außerdem müsse er die Schwestern der Medusa, die Graien, die Töchter des Phorkys, aufsuchen, um herauszufinden, wo die Gorgone sich befinde.

Der Trickser

In der Version Michael Köhlmeiers sitzen die Graien, 3 Schwestern der Gorgonen, grauhaarig seit Geburt, deshalb auch die Grauen genannt, an einem See in Afrika, als Perseus sie findet: Sie teilen sich zusammen einen Zahn und ein Auge, die sie sich gegenseitig bei Bedarf überlassen. Perseus fragt nun nach den Gorgonen, erhält zunächst aber keine Auskunft. Daraufhin beginnt er, seine Wegzehrung aufzuessen, und weil die Graien auch davon wollen, bietet er ihnen an, zwischenzeitig Auge und Zahn zu halten. Sie willigen ein, und Perseus erpresst sie: Entweder sie sagen ihm, wo die Medusa zu finden sei, oder alle 3 bleiben blind und zahnlos. Nachdem er die Auskunft bekommen hat, gibt er ihnen den Zahn zurück, wirft das Auge aber in den See.
Danach sind ihm die Nymphen dieser Gegend, die jahrhundertelang unter dem Gestank der Graien leiden mussten, so dankbar, dass sie ihm Flugsandalen, einen Mantelsack und eine Tarnkappe schenken - die er sich nach Gustav Schwab einfach nimmt, nachdem er von den Graien den Aufenthaltsort der Nymphen erfragt hat. So oder so erweist sich Perseus hier als zwielichte Gestalt, als Trickster, dessen Aggression letztlich allen zugute kommt. Auf der weiteren Reise trifft er auf Hermes, den geflügelten Götterboten, Beschützer der Diebe, Reisenden und Kaufleute, der ihm noch eine Sichel als Waffe übergibt. (Dass Uranos durch Kronos mithilfe einer Sichel entmannt wurde, die Gaia letzterem übergeben hatte, und eine Sichel auch im Kampf zwischen Zeus und dem Drachen Typhoeus eine wesentliche Rolle spielte, sei hier nur am Rande erwähnt.)

Medusa

Typhoeus Die dritte, jüngste und hässlichste der drei Gorgonen, Medusa - die ehemalige Geliebte des Poseidon in einem Tempel der Athene - ist alleine sterblich. Als Perseus kommt, schlafen sie alle. Ihre Häupter haben statt Haaren Schlangen, und jeder, der sie direkt ansieht, erstarrt sofort zu Stein. Er naht sich der Medusa, indem er in den Schild schaut, schneidet ihr unter Führung Pallas Athenes den Kopf ab und fängt ihn im Mantelsack der Nymphen auf. Aus der blutenden Wunde der kopflosen Medusa entspringen ein geflügeltes Ross, der Pegasus, und ein Riese namens Chrysaor, beides Geschöpfe des Poseidon.

Atlas

Mit Hilfe der Tarnkappe und der Flugsandalen flieht er und wird von den Winden wie Regengewölk bald hierhin, bald dorthin geschleudert. Als er sich endlich im Reich des Königs Atlas, der einen Hain goldener Früchte mit Hilfe eines Drachens hütet, niedersetzt um zu rasten und ihn um Obdach bittet, wird diesem um seine Besitztümer bange - wohl nicht zu unrecht! - und deshalb stößt er ihn fort. Das ergrimmt Perseus so sehr, dass er Atlas das Medusenhaupt zeigt, woraufhin dieser sofort zu dem Stein erstarrt, das heute das Atlasgebirge ist. Man kann vielleicht auch sagen, dass Perseus hier sein wahres Gesicht zeigt: ein Jungheld, der nach seinem ersten Sieg hin und her gebeutelt worden ist, und nicht mit offenen Armen empfangen wird; von den Göttern reich beschenkt, der sich mit Hilfe der "Tarnkappe" auch gut verstecken kann, das aber jetzt nicht tut. Ein "Red Bull" besonderer Art, jähzornig, der kurz darauf seine Sandalen wieder anschnallt, um sich neuerlich in die Lüfte zu erheben. Erwähnen sollte man aber auch, dass Mapsaura ("der Windstoß") eine der Töchter des Titanen Atlas war, sodass der Grimm des Perseus mehrere Gründe gehabt haben mag. Es muss auch bemerkt werden, dass Atlas der Vater bzw. in einer anderen Version als der Bruder von Hesperos der Onkel der Hesperiden ist, die in einem Garten wohnen, in dem goldene Äpfel wachsen und die vom Drachen Ladon bewacht werden: In den späteren Erzählungen von den Taten des Herakles ist Atlas, der Träger des Himmelsgewölbes, diesem behilflich die Äpfel zu gewinnen.

Die Geliebte

Auf dem Rückweg sieht er an Äthiopiens Küste eine wunderschöne junge Frau an einen Felsen gekettet. Sie ist so blass und regungslos, dass er zunächst glaubt, sie sei aus Stein gehauen - wenn er nicht das Haar sich bewegen und ihre Tränen fließen sehen würde. Und das erweicht sein eigenes Herz - das bis hierher vermutlich selbst sehr versteinert war. Und so sind wir gezwungen, seine Geschichte von seiner Empfängnis bis zum unglücklichen Tod seines Großvaters in einem anderen Licht zu sehen: Wer weder sich selbst noch die Liebe kennt, der kennt auch keine Furcht. Er ist der einzige, der Medusa enthaupten kann und muss. Diese, einst schön und stolz, jetzt aber hässlich und todbringend, darf wohl als Verkörperung der inneren Befindlichkeit seiner Mutter und in der Folge auch seines eigenen Frauenbildes gesehen werden. Äthiopien Andromeda, so heißt die Schöne, soll geopfert werden, weil ihre Mutter Cassiopeia damit geprahlt hatte, sie sei viel schöner als die Nereiden, die schönen Meeresnymphen. Daher schickt Poseidon erzürnt das Meerungeheuer Ketos, das die Küstengebiete mit so viel Unglück überhäuft, dass ein Seher befragt wird, was zu tun sei. Man müsse Andromeda opfern, ist sein Spruch, und weil das Volk derselben Meinung ist, gibt König Kepheus, ihr Vater, nach - soweit der Hintergrund.

Der Kampf mit dem Meeresungeheuer

Als das Ungeheuer nun gerade auf Andromeda zuschießt und deren Eltern andererseits heran laufen, erbittet sich Perseus für die Rettung Andromedas deren Hand und bekommt nicht nur diese, sondern das ganze Königreich versprochen. In der einen Version zeigt er dem Ungeheuer das Medusenhaupt, in der Version von Gustav Schwab kommt es zu einem dramatischen Kampf, in dem Perseus sein Schwert benutzt - psychologisch gesehen die stimmigere Variante, denn Schwert und der von Schwab dramatisch geschilderte Kampf mit dem Meeresungeheuer, deuten auf eine erwachsenere Auseinandersetzung mit der Sexualität, die das bloße Herzeigen des Medusenhauptes ein weiteres Mal verunmöglichen würde.

Das Hochzeitsmahl

Die Hochzeit findet statt. Während des Mahls taucht jedoch Phineos, der Onkel Andromedas, der schon früher um Andromeda warb, mit einer Überzahl an Bewaffneten auf, um seine Ansprüche zu erneuern. Es kommt zum Kampf, bei dem Perseus trotz heldenhafter Gegenwehr zu erliegen droht. Erst hier holt er sich Hilfe bei "seinem alten Feinde" (Schwab), warnt jedoch zuvor seine Gefährten, indem er bittet, dass jeder, der noch sein Freund sei, das Gesicht von ihm abwende. Er zieht das Gorgonenhaupt, und alle seine Feinde erstarren zu Stein.
Hier sehen wir, dass Perseus sich der hässlichen, gewalttätigen Aspekte seines Selbst bewusst geworden ist und gelernt hat, verantwortungsbewusst damit umzugehen. Wer zeigt sich schon gerne seinen Freunden als mörderisches Tier.

Die Heimkehr

Vor seiner Heimkehr nach Seriphos kommt noch sein Sohn Perses zur Welt, der bei Kepheus bleiben und das Königreich übernehmen wird. Dieser soll später der Ahnherr aller persischen Könige werden. Mit seiner Gemahlin auf Seriphos angelangt zeigt er Polydektes, der von den Nachstellungen seiner Mutter nicht abgelassen hat, das Medusenhaupt, da dieser nicht glauben will, dass er es tatsächlich herbeigeschaffen hat. Nach Karl Kerényi ist der Eranos, die Versammlung der Seriphier, noch nicht einmal zu Ende, als Perseus zurückkehrt und seine Aufgabe vollendet haben will. Niemand glaubt ihm - sodass Seriphos heute zu den felsigsten Inseln Griechenlands gehören soll. Die Herrschaft über die Insel übergibt er Dyktis. Auf dem Weg in die "Heimat" Argos macht er in Larissa im Pelasgerland Halt, wo gerade Kampfspiele stattfinden. Ein Wurf mit dem Diskus trifft seinen Großvater - der eben dorthin geflohen war, um seinem Enkel zu entgehen - unglücklich und unbeabsichtigt, sodass sich der Orakelspruch erfüllt. In tiefer Trauer begräbt er ihn. All die gewonnenen magischen Gegenstände gibt er wieder zurück, das Medusenhaupt erhält Pallas Athene. Die nun ererbte Herrschaft über Argos tauscht er mit Megapenthes gegen Tiryns und gründete von dort aus Mideia und Mykene. Perseus ist ein langes und glückliches Leben zusammen mit Andromeda gegönnt. Beide haben viele Kinder, u.a. neben Perses, den Alkaios, den Sthenelos und den Elektryon; sind Großeltern der Alkmene, des Eurystheus und des Amphitryon und Vorfahren des Teleboerkönigs Pterelaos sowie des Herakles. Nach ihrem Tod werden beide zusammen mit Kepheus, Cassiopeia und dem Walfisch Cetus als leuchtendes Beispiel als Sternbilder in den Himmel erhoben.

Zusammenfassung

Der Mythos von Perseus zeigt sehr schön, dass eine zu frühe Auseinandersetzung mit den eigenen Dämonen die persönliche Entwicklung des Helden verunmöglichen würde bzw. nur mit fremder, göttlicher Hilfe möglich ist. Wer sich diesen aber schließlich doch gestellt hat, wird sich von seiner Vergangenheit auf eine Art und Weise lösen können, dass das wie zufällig und ungewollt geschieht. Perseus scheint das letztlich erkannt zu haben - nimmt sein Erbe nicht an und gibt die "göttlichen" Geschenke zurück. Nun, da er sich von seiner Vergangenheit gelöst hat und er auf seine eigenen Kräfte vertrauen kann, ist er tatsächlich fruchtbar, zeugt mit seiner "Geliebten" viele "Kinder" und wird "Kulturschöpfer" in einem "anderen Land".

Literatur


- Karl Kerényi: "Die Mythologie der Griechen - Die Götter- und Menschheitsgeschichten", dtv,
ISBN 3-423-30030-2
- Michael Grant und John Hazel: "Lexikon der antiken Mythen und Gestalten", dtv,
ISBN 3-423-32508-9
- Michael Köhlmeier: "Klassische Sagen des Altertums", ORF, 1995, Edition Radio Literatur

Siehe auch

Märchen - Sage - Legende (Erzählung) - Tiefenpsychologie Perseus ist MÄNNLICH

Weblinks


- [http://gutenberg.spiegel.de/schwab/sagen/sch1119.htm Gustav Schwab: Sagen des klassischen Altertums: Perseus]
- [http://www.sungaya.de/schwarz/griechen/perseus.htm Das Schwarze Netz: Perseus] Kategorie:Griechische Mythologie ja:ペルセウス

Phineus

Phineus, im griechischen Mythus Sohn des Belos und der Anchinoë, überfiel den Perseus, seinen glücklichen Rivalen in der Bewerbung um Andromeda, an dessen Hochzeitstag, ward aber von jenem mittels des Medusenhaupts in Stein verwandelt. 2) Sohn des phönizischen Königs Agenor, blinder Seher oder König zu Salmydessos in Thrakien, blendete, von seiner zweiten Gemahlin, Idäa oder Eidothea, verleitet, seine Söhne aus seiner ersten Ehe mit Kleopatra, der Tochter des Boreas, und ward hierfür von den Harpyien gepeinigt, die ihm, so oft er sich zu Tisch setzte, die Speisen wegraubten und den Rest besudelten, so dass er von stetem Hunger gequält wurde. Als die Argonauten dort landeten, wurde er durch die Boreaden, d. h. die Brüder der Kleopatra, Zetes und Kalais, von dieser Plage befreit, und zum Dank wies er ihnen den einzuschlagenden Weg.

Literatur


- Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen - Die Götter- und Menschheitsgeschichten, dtv, München 1994. ISBN 3-423-30030-2 <[http://z3950gw.dbf.ddb.de/z3950/zfo_search_scan.cgi ddb]>
- Michael Grant und John Hazel: Lexikon der antiken Mythen und Gestalten. dtv, München 2004. ISBN 3-423-32508-9 <[http://cbsprod.rz.uni-frankfurt.de/DB=2.1/CHARSET=ISO-8859-1/IMPLAND=Y/LNG=DU/SRT=YOP/TTL=1/SID=3e99dc86-6/SET=1/SHW?FRST=. kvk]>
- Robert von Ranke-Graves: Griechische Mythologie - Quellen und Deutung. rororo, Hamburg 2001. ISBN 3-499-55404-6 <[http://z3950gw.dbf.ddb.de/z3950/zfo_search_scan.cgi ddb]> Kategorie:Griechische Mythologie

Seriphos

Serifos bzw. Seriphos ist eine ca. 70 km² große Insel der Kykladen im Ägäischen Meer. Ägäischen Meer Die Insel hat 1200 Einwohner und liegt ca. 70 Seemeilen von Piräus entfernt. Der Hafen Livadi liegt an der Ostküste der Insel. Hier landeten Danaë und Perseus nach ihrer Nachtmeerfahrt in der Arche, in die sie von Danës Vater Akrisios gesperrt worden waren. Polydektes, der damalige König der Insel, begehrte Danaë zur Frau und wurde samt allen anderen, die nicht glauben wollten, dass Perseus das Haupt der Gorgone Medusa gefunden habe, versteinert. Diese Felsenformationen werden den Besuchern noch heute gezeigt.

Weblinks


- [http://www.griechenlandinformation.de/kykladen.htm Kykladen] Kategorie:Insel (Griechenland)

Walfisch (Sternbild)

Der Walfisch (Cetus) ist ein sehr ausgedehntes, aber wenig auffälliges Sternbild des Herbsthimmels zwischen den Fischen und dem Fluss Eridanus. Der größte Teil erstreckt sich unterhalb des Himmelsäquators, so dass er in unseren Breiten nur eine geringe Höhe über dem Horizont erreicht.

Beschreibung

Der Walfisch hat keine ausgeprägte Gestalt, da die meisten seiner Sterne eine geringere Helligkeit als 3 m aufweisen und somit nicht sehr auffällig sind. Im Walfisch befinden sich der veränderliche Stern Mira sowie τ Ceti, ein gelber Zwergstern in nur 11,7 Lichtjahren, der unserer Sonne ähnlich ist.

Mythologie

In der griechischen Mythologie war der Walfisch ein Meeresungeheuer, vermutlich eben Keto oder Ketos, dem die schöne Andromeda, Tochter des Königs Kepheus und der Cassiopeia, geopfert werden sollte. Cassiopeia hatte die Nereiden, die Töchter des Meeresgottes Nereus, beleidigt, indem sie behauptete, deren Schönheit noch zu übertreffen. Die Nereiden wandten sich an den Meeresgott Poseidon und verlangten die Bestrafung der eitlen Cassiopeia. Poseidon sandte daraufhin ein Seeungeheuer aus, das die Küsten von Kepheus´ Reich heimsuchte. Einem Orakelspruch nach konnte die Bestie nur besänftigt werden, indem ihm Andromeda, das einzige Kind des Königspaares, geopfert wurde. Andromeda wurde an einen Felsen gekettet und erwartete ihr Schicksal, wurde aber im letzten Moment durch den Helden Perseus gerettet, der das Untier tötete. Zum Lohn dafür bekam er Andromeda zur Frau.
Kepheus, Cassiopeia, Andromeda und Perseus wurden ebenfalls als Sternbilder am Himmel verewigt.

Himmelsobjekte

Benannte Sterne

Der hellste Stern, Menkar genannt (α Ceti), ist etwa 150 Lichtjahre von der Sonne entfernt. Er ist ein rötlicher Riesenstern der Spektralklasse M2.
Deneb Kaitos (β Ceti], auch Diphda genannt, ist 70 Lichtjahre entfernt und gehört der Spektralklasse K0 an.
Kaffaljidhm (γ Ceti) ist ein 80 Lichtjahre entfernter Stern der Spektralklasse A3.
Baten Kaitos (ζ Ceti) ist ein gelblich leuchtender Stern der Spektralklasse K0 in 260 Lichtjahren Entfernung.

Doppelsterne

37 Ceti ist ein Doppelsternsystem in 80 Lichtjahren Entfernung, das aus einem weißlich leuchtenden Hauptstern der Spektralklasse F3 und einem gelblichen Begleiter der Klasse G7 besteht. Das Sternpaar kann bereits mit einem kleinen Teleskop in Einzelsterne aufgelöst werden.
κ Ceti ist 100 Lichtjahre entfernt und besteht aus zwei Sternen der Spektralklassen F2 und G1. Die beiden Sterne weisen von der Erde einen weiten Winkelabstand von 184 Bogensekunden auf und sind schon in einem Fernglas als Einzelsterne erkannbar,
Das System 66 Ceti ist 70 Lichtjahre entfernt und besteht aus zwei Sternen der Spektralklassen F8 und G4. Mit einem Winkelabstand von 16,5 Bogensekunden genügt zur Trennung ein kleines Teleskop. Der oben beschriebene Stern γ Ceti ist ebenfalls ein Doppelsternsystem, bestehend aus einem weißlich leuchtenden Hauptstern der Spektralklasse A2 und einem gelblichen Begleiter der Klasse G5. Die Sterne des Systems stehen mit einem Winkelabstand von 2,2 Bogensekunden relativ eng zusammen. Um sie zu trennen benötigt man ein größeres Teleskop.

Veränderliche Sterne

Der Stern Mira (ο Ceti) ist der Namensgeber einer Gruppe von veränderlichen Sternen. Mira (die Wundersame) ändert ihre Helligkeit periodisch über einen Zeitraum von rund 332 Tagen. Sie kann im Maximum bis zu 2 m auffällig hell werden, im Minimum kann die Helligkeit auf 8 bis 10 m absinken. Sie ist dann für das bloße Auge unsichtbar. Mira gehört zu der Klasse der pulsationsveränderlichen Sterne, die sich rhythmisch aufblähen und wieder zusammen ziehen. Mira-Sterne sind rote Riesen oder Überriesen mit einer relativ kühlen Oberfläche von 3.000 Kelvin. Ihre Leuchtkraft ist dennoch 100.00 mal höher als die unserer Sonne, da sie riesige Durchmesser von mehreren Milliarden Kilometer aufweisen können.

Messier- und NGC-Objekte

Im Sternbild Walfisch befindet sich eine Reihe von Galaxien, von denen zwei bereits mit einem kleineren Teleskop beobachtet werden können. M 77 ist eine helle Seyfertgalaxie vom Typ Sb. Mit einer Entfernung von 50 Millionen Lichtjahren ist sie das am weitesten entfernte Messierobjekt.
NGC 246 ist ein 1.500 Lichtjahre entfernter Planetarischer Nebel. Im Teleskop ist er als nebliges Scheibchen zu sehen, in dem zwei Sterne der 12. Größenklasse stehen. Einer der Sterne ist ein Weißer Zwergstern, der Überrest eines Sterns, der seine äußere Gashülle abgestoßen hat.
NGC 247 ist eine Spiralgalaxie vom Typ Sd in 8 Millionen Lichtjahren Entfernung. Sie wurde 1784 von Wilhelm Herschel entdeckt. Von der Erde aus ist die Galaxie in Kantenlage zu sehen. Im Teleskop erscheint sie als schmaler Nebelfleck. Kategorie:Anerkanntes Sternbild ja:くじら座 ko:고래자리 th:กลุ่มดาวซีตัส

Sternbild

Ein Sternbild ist eine Gruppe von