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Angara

Angara

:Angara ist auch der Name einer russischen Trägerrakete, siehe unter Angara (Rakete) ---- Die 1.853 km lange Angara (russisch Ангара́) ist ein rechter Nebenfluss des westsibirischen Jenisseis (Russland).

Flusslauf

Sie entspringt als Obere Angara etwa 300 km nordöstlich des Baikalsees im Stanowojhochland. Von dort aus fließt sie in westlicher Richtung durch den Norden der Burjatischen Republik, um nach 320 km in einem recht ausgedehnten und sumpfigen Delta in das Nordost-Ende des Baikalsees zu münden. Der Unterlauf der Oberen Angara ist teilweise schiffbar. Sie führt dem See rund 263 m³/s (8,3 km³/Jahr) Wasser zu, durchfließt ihn auf rund 600 km Länge, um den See fast an seinem Südwest-Ende als Angara bei dem kleinen Ort Baikal zu verlassen; dort fließen 2.071 m³/s (65,3 km³/Jahr) Wasser aus dem See. Die Obere Angara ist einer von 336 Zuflüssen des Baikalsees; innerhalb des Sees nimmt die Angara das Wasser der von Süden kommenden Selenga auf, der größte und längste Zufluss des Sees. Im Laufe der Zeit hatte der See drei Abflüsse: Der erste lag im Norden, über das Bett der Lena; durch Gebirgsbildung (Baikalgebirge) wurde dieser dann versperrt. Der zweite Abfluss entstand im Süden. Durch ein Erdbeben vor etwa 16.000 Jahren änderte sich deren Verlauf, so dass heute die Angara der einzige Abfluss des Sees ist. Trotz ihrer gewaltigen Abflussmenge müsste die Angara 400 Jahre lang fließen, bis der Baikalsee geleert wäre. Nachdem die Angara bei der Ortschaft Baikal und östlich des Ostsajans den Baikalsee unweit von dessen Südende verlassen hat, fließt sie in nordöstliche Richtung und passiert zuerst die für russische Verhältnisse recht dicht beieinander liegenden Städte Irkutsk und Angarsk. Nur etwas unterhalb davon durchließt sie den großen Bratsker Stausee. Darin fließt ihr die Oka zu, etwa dort, wo sie die Stadt Bratsk erreicht. Zwischen dieser Stadt und dem bereits erwähnten Irkutsk ist sie schiffbar. Am Ust-Ilimsker Stausee passiert sie die Stadt Ust-Ilimsk. Anschließend fließt die Angara, die in ihrem Unterlauf oftmals auch als Obere Tunguska (russ. Verkhnyaya Tunguska) bezeichnet wird, über zahlreiche Stromschnellen und durch den Ust-Ilimsker- und den Bogutschanystausee. Danach durchschneidet sie die Jenisseiberge um in einem weiteren Stausee, in dem ihr die Tschuna zufließt, bei Strelka (250 km nördlich von Krasnojarsk in den Jenissei zu münden, der wiederum weiter nach Norden fließt und in das Nordpolarmeer mündet. Bis zu ihrer Mündung in den Jenissei ist sie deutlich länger als dieser.

Die Wasserkraftwerke

Die Angara ist eine der weltweit größten Quellen an Wasserkraft, mehrere große Wasserkraftwerke erstrecken sich entlang des Flusses. Das erste davon liegt an der Stadtgrenze von Irkutsk (660 MW), rund 80 km entfernt vom Baikalsee. Weitere große Kraftwerke gibt es bei Angarsk und Bratsk (4.500 MW). Der Staudamm des Kraftwerkes von Bratsk am Bratsker Stausee gehört zu den größten der Welt, das Kraftwerk liefert durchschnittlich 7,1 Milliarden KW/h an jährliche Leistung. Siehe hierzu: [http://www.bratsk-city.ru/content/galleries/bratsk-45/45-1.jpg Bild des Staudamms am Bratsker Stausee]

Sage rund um den Fluss Angara

Der Legende besagt, dass der alte Baikal seine einzige Tochter Angara über alles liebte. Als sie sich eines Tages zu ihrem Geliebten Jenissei flüchtete, warf der Vater aus Zorn einen großen Stein nach ihr. Dieser auch Schamanenstein genannte Fels ist auch heute noch zu sehen und ragt bei Liswjanka unweit des Abflusses bei Baikal aus dem Wasser. Die Angara wird auch als einzige Tochter des Baikal bezeichnet, da sie dessen einziger Abfluss ist, Söhne (Zuflüsse) hat der Baikal wesentlich mehr: 336.

Einzugsgebiet & "Eiszeit"

Das Einzugsgebiet der Angara beträgt 1.039.000 km² (das ist mehr als die 2,9fache Fläche der BRD. Ab Anfang November bildet sich Eis auf der Angara, das nach und nach zu Eisschollen verhärtet, die den Fluss schließlich ganz zuzufrieren lassen. Dies dauert in der Regel bis Mitte Mai, wo es starke Hochwasser bildend wieder zu tauen beginnt.

Nebenflüsse


- Selenga mündet in den Baikalsee, den die Angara durchfließt
- Oka
- Tschuna

Seen


- Baikalsee (tiefster Natursee der Erde)
- Bratsker Stausee (5.470 km²; 169,27 km³)
- Ust-Ilimsker Stausee (1.873 km²; 59,30 km³)
- Bogutschanystausee

Orte


- Irkutsk
- Angarsk
- Bratsk
- Ust-Ilimsk
- Strelka

Siehe auch

Das Fluss-System des Jenisseis (bezüglich seiner Quellflüsse):
- Angara
- Ider
- Jenissei
- Jenissei-Angara-Selenga-Ider
- Selenga Kategorie:Fluss in Asien Kategorie:Fluss in Russland ja:アンガラ川

Angara (Rakete)

Angara (russisch: Ангара, Angara ist ein Fluss in Russland, siehe Angara) ist der Name einer Raketenfamilie, die zurzeit in Russland von dem Unternehmen Khrunichev State Research and Production Space Center entwickelt wird. Sie soll ähnlich der US-amerikanischen Delta IV- und Atlas V-Raketen modular aufgebaut sein und somit in unterschiedlich starken Versionen zur Verfügung stehen: leichte Angara 1, mittelschwere Angara A3 und schwere Angara A5. Die Versionen unterscheiden sich in der Anzahl der standardisierten Booster, auch Common Rocket Module (CRM) (russisch: Универсальный Ракетный Модуль (УРМ), ausgesprochen als URM) genannt, wobei ein solcher Booster bei der leichten Angara 1 die Erststufe darstellt. Die Raketen werden vom russisch-amerikanischen Unternehmen ILS vermarktet, das auch die Proton-Rakete vermarktet. Die schwere Angara A5 soll die Proton nach und nach ersetzen, außerdem soll sie dem russischen Militär einen von Kasachstan unabhängigen Zugang zum Weltraum gewähren, indem mit ihr schwere Militärsatelliten von Plessezk aus gestartet werden. Startanlagen der Proton existieren dagegen nur in Baikonur, das auf kasachischem Boden liegt. Der Erststart einer Angara (vermutlich in der Version Angara A3) soll frühestens 2007 von Plessezk erfolgen (Stand: Oktober 2005). Ende 2004 wurde Khrunichev von Südkorea mit der Entwicklung der ersten Stufe der KSLV-I Trägerrakete beautragt, die auf dem URM basieren soll. Der erste Start der KSLV-I ist für Ende 2007 angesetzt.

Technik

Die Erststufe der Angara, das Common Rocket Module (CRM), wird von dem RD-191 Triebwerk angetrieben und verbrennt Kerosin und flüssigen Sauerstoff (LOX). Das Triebwerk wird von RD-171 abgeleitet, dem Haupttriebwerk der Zenit-Trägerrakete, verwendet aber anstatt von vier Brennkammern der Zenit nur noch eine Brennkammer (RD-171 gilt als das weltweit stärkste je gebaute Raketentriebwerk, die amerikanischen Atlas III und Altas V Raketen verwenden ebenfalls eine RD-171 Variante mit zwei Brennkammern namens RD-180). Dadurch sinkt der Schub des CRM und es kann als eine leichte Trägerrakete verwendet werden. Die mittelschwere Angara A3 verwendet drei dieser Booster, wobei zwei davon seitlich um den Zentralbooster angeordnet sind, und erreicht damit in etwa die Leistung einer Zenit-Rakete. Die schwere Angara A5 verwendet fünf Booster (einen zentralen und vier seitliche) und kommt so auf die Nutzlastkapazität einer Proton-Rakete. Das CRM hat einen Durchmesser von 2,9 m, ist 25,1 m lang und hat eine Leermasse von 9,75 t. Die zweite Stufe der Angara hat einen Durchmesser von 3,6 m und eine Länge von 6,9 m. Sie wird von dem RD-0124A Triebwerk angetrieben, das auch in der dritten Stufe der neuen Sojus-2-Rakete eingesetzt wird. Die Stufe trägt die Bezeichnung Block I (I steht für 'i'). Das Triebwerk ist eine komplette Neuentwicklung und verbrennt wie auch RD-191 Kerosin und flüssigen Sauerstoff. Als zweite Stufe der leichtesten Version Angara 1.1 wird die in der Rockot-Rakete eingesetzte Breeze-KM-Stufe verwendet, alle anderen Versionen setzen die neue Stufe mit dem RD-0124A Triebwerk ein. Als Oberstufe der Angara A3 und Angara A5 wird die von der Proton-Rakete bekannte Breeze-M verwendet. Als Upgrade-Möglichkeit steht die hochenergetische KVRB-Stufe zur Verfügung, die flüssigen Wasserstoff und flüssigen Sauerstoff (LH2/LOX) verbrennt. Die KVRB basiert auf der 12KRB Stufe, die von Russland an Indien für ihre GSLV-Rakete geliefert wird. Bei der Entwicklung der Angara wurde darauf geachtet, dass die bestehenden Startplätze der Zenit-Raketen mit nur geringfügigen Veränderungen verwendet werden können. Der Erststart in Plessezk soll von einem ehemals für die Zenit angelegten Startplatz, der jedoch nie fertiggestellt wurde, erfolgen. Zurzeit wird an dem Aufbau des Startplatzes gearbeitet. Außerdem soll in Kooperation mit Kasachstan auch in Baikonur ein Startplatz für die Angara entstehen (Projekt Baiterek, russisch: Байтерек), allerdings soll von dort nur die schwere Angara A5 gestartet werden.

Baikal-Booster

2001 sorgte Khrunichev bei der Luft- und Raumfahrt Messe in Le Bourget mit dem Modell des Baikal-Boosters (russisch: Байкал) für Furore. Bei dem Baikal-Projekt soll ein wiederverwendbarer Booster für die Angara-Rakete entwickelt werden. Baikal soll zukünftig die erste Stufe der Rakete ablösen, dabei aber ebenfalls von dem RD-191 Triebwerk angetrieben werden und zudem über kleinere Flügel und einen Flugzeugantrieb verfügen. Damit kann Baikal nach dem Abtrennen von der Rakete selbstständig zu einem nahegelegenem Flugplatz zurückkehren. Auch mehrere gebündelte Baikal-Booster können bei der Angara A3 und Angara A5 verwendet werden. Dass Baikal jemals gefertigt wird, ist sehr unwahrscheinlich, da die Entwicklungskosten eines wiederverwendbaren Boosters dieser Art sehr hoch sind und sich nur bei einem entsprechend hohen kommerziellen Erfolg der Angara rechtfertigen würden. Zurzeit (2005) erfolgt keine Finanzierung des Baikal-Projekts.

Versionen

Stand der Daten der Angara-Versionen ist 2002, Quelle ist [http://www.ilslaunch.com/missionplanner/index.cgi]. Angaben der Nutzlastkapazität erfolgen für Starts von Plessezk aus, in Baikonur liegt die Nutzlastkapazität etwas höher. Es gibt Planungen für eine Angara A7 Schwertransport-Rakete, die über sieben gebündelte CRM's verfügt und eine Nutzlast von 41 t in eine erdnahe Umlaufbahn bringen kann. Diese Rakete wäre interessant, sollte sich Russland an dem von den USA ausgerufenen internationalen bemannten Mond- und Marsprogramm beteiligen.

Weblinks


- [http://www.khrunichev.ru/khrunichev/live/full_raket.asp?id=13187 Angara family page by Khrunichev Center] (russ.)
- [http://www.ilslaunch.com/angara/ Angara Seite bei ILS] (engl.)
- [http://www.esa.int/export/esaMI/ESA_Permanent_Mission_in_Russia/SEMPPFADFZD_0.html Angara Seite bei der ESA] (engl.)
- [http://www.russianspaceweb.com/angara.html Angara launch vehicle] (engl.)
- [http://www.russianspaceweb.com/baikal.html Baikal] (engl.)
Kategorie:Raketentyp

Russische Sprache

Die russische Sprache (früher auch Großrussisch genannt) ist die slawische Sprache mit den meisten Sprechern. Sie bildet zusammen mit dem Ukrainischen (früher auch als Kleinrussisch bezeichnet), dem Weißrussischen und dem Russinischen die Gruppe der ostslawischen Sprachen. Die russische Standardsprache beruht auf den mittelrussischen Mundarten der Gegend um Moskau. Russisch wird von etwa 180 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen etwa 130 Millionen in Russland leben. Es ist Amtssprache in Russland, Weißrussland (zusammen mit Weißrussisch), Kasachstan (zusammen mit Kasachisch) und der zur Ukraine gehörenden Autonomen Republik Krim (zusammen mit Ukrainisch). In diesen und weiteren Staaten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion ist es sowohl Muttersprache eines Teiles der Bevölkerung als auch Sprache eines großen Teiles des öffentlichen Lebens. Die russische Sprache ist ebenso eine verbreitete Sprache für Wissenschaft, Kunst und Technik. Zählt man die Zweitsprachler hinzu, kommt man auf etwa 300 Millionen Sprecher.

Alphabet

Russisch wird mit dem russischen Alphabet geschrieben (rus.: русский алфавит od. русская азбука), das dem kyrillischen Alphabet (rus.: кириллический алфавит od. кириллица) entstammt. Seit der letzten Rechtschreibreform im Jahre 1918 besteht das russische Alphabet aus 33 Buchstaben. Davon dienen 10 Buchstaben zur Wiedergabe der Vokale, und zwar: а, е, ё, и, о, у, ы, э, ю und я. Die übrigen 22 Buchstaben werden zur Wiedergabe von Konsonanten verwendet, wobei die Buchstaben ъ und ь nicht zur Nachbildung bestimmter, eingenständiger Laute, sondern als Indikatoren für die Härte oder Weichheit vorangehender Konsonanten dienen [mehr dazu siehe unter: Russische Phonetik]. Siehe auch: Russische Rechtschreibreform von 1918

Aussprache

Die Aussprache der russischen Sprache bezeichnet die Phonetik und die Phonologie der russischen Standardsprache. Im weiteren Sinne kann darunter auch die Aussprache in verschiedenen Varietäten (Dialekten und Mundarten) der russischen Sprache verstanden werden.

Tonalität

Russisch ist eine nicht-tonale Sprache, d.h. die Tonhöhe der Vokale hat keinen Einfluss auf die Bedeutung eines Wortes. Auch wie im Deutschen wird im Russischen innerhalb oder am Ende eines Satzes unterschiedliche Stimmhöhe benutzt, um z.B. einen Aussagesatz von einem Frage- oder Ausrufesatz kenntlich zu machen. Die Stimmhebung oder -senkung dient hier aber dazu, um die Bedeutung eines Satzes zu ändern oder dessen bestimmte Teile klanglich hervorzuheben. In tonalen Sprachen hingegen ändert der Ton die Bedeutung einzelner Wörter.

Wortbetonung

Die Betonung eines Wortes (der Wortakzent) hat im Russischen eine wichtige und häufig eine sinnunterscheidende Bedeutung. Falsch betonte Wörter können zu Verständnisschwierigkeiten führen, insbesondere dann, wenn sie aus dem sprachlichen Kontext isoliert oder einzeln ausgesprochen werden. In der sprachwissenschaftlichen Literatur wird die russische Wortbetonung u.a. als frei und beweglich bezeichnet. So werden z.B. durch die Verlagerung der Betonung innerhalb einiger russischen Wörter ihre unterschiedlichen Flexionsformen gebildet. Für eine ausführliche Darstellung siehe: Wortbetonung in der russischen Sprache

Phonetik

Die phonetische Struktur der modernen russischen Standardsprache zählt 42 bedeutungsunterscheidende Einzellaute (Phoneme), die sich wiederum in 6 Vokal- und 36 Konsonantenlaute aufteilen lassen. Das umfangreiche Phoneminventar des Russischen erklärt sich durch eine für slawische Sprachen typische Besonderheit der Aussprache, und zwar werden die meisten russischen Konsonanten sowohl hart als auch weich (palatalisiert) ausgesprochen. Hierbei handelt es sich aber nicht um so genannte Phone, sondern um einzelne Phoneme, denn jede dieser Aussprachevarianten ist bedeutungsunterscheidend. Einige russische Dialekte haben einen spezifischen Phonembestand, in dem einige Konsonanten vorwiegend hart bzw. palatalisiert oder etwas anders (z.B. guttural) ausgesprochen werden. Die Aussprache russischer Vokale und Konsonanten variiert in Abhängigkeit davon, welche Position sie in einem Wort einnehmen. Dabei unterscheidet man bei Vokalen zwischen einer betonten und einer unbetonten Position. So wird beispielsweise das "o" als [o] in betonter und als [a] oder ] in unbetonter Position ausgesprochen. Die Aussprache vieler russischen Konsonanten wird wiederum durch andere, ihm nachfolgende Konsonanten bestimmt. So werden u.a. alle stimmhaften Konsonanten nicht nur am Wortende stimmlos ausgesprochen, sondern auch dann, wenn sie einem anderen stimmlosen Konsonanten vorangehen. Im Unterschied zum Deutschen ist die Länge der Vokale im Russischen weder bedeutungsunterscheidend (wie z.B. in Stielstill) noch für die richtige Aussprache eines Wortes ausschlaggebend. Die betonten Vokale werden in der Regel halblang ausgesprochen. Die unbetonten Vokale sind dagegen kurz und unterscheiden sich häufig von den entsprechenden betonten Vokalen auch qualitativ. Im Russischen gibt es keine Diphthonge. Sowohl Doppelvokale als auch zwei unterschiedliche, aufeinander folgende Vokale werden stets als einzelne Laute ausgesprochen (wie z.B. in Kooperation, aktuell, Museum, geimpft). Für eine ausführliche Darstellung der russischen Phonetik siehe: Russische Phonetik

Grammatik

Wie die meisten slawischen Sprachen ist auch das Russische stark flektierend. In einer flektierenden Sprache ändert sich die Gestalt eines Wortes innerhalb diverser grammatischen Kategorien, und zwar einerseits durch Hinzufügung von Affixen (schwache od. äußere Flexion) oder durch Veränderung des Wortstammes (starke od. innere Flexion). Für das Russische sind die beiden Flexionsarten charakteristisch. Im Falle der starken Flexion verändert sich der Stamm vieler russischen Wörter bei deren Beugung (Deklination, Konjugation, Komparation), und zwar durch Ablaut (z.B.: мыть - мою, жевать - жуёт), Konsonantenverschiebung (z.B.: возить - вожу) oder Hinzufügung bzw. Wegfall der Stammvokale (z.B.: брать - беру, один - одна). Dabei können die Attribute der schwachen und der starken Flexion jeweils einzeln oder in Kombination miteinander auftreten (z.B.: жечь - жёг - жгу). Wortarten und deren grammatische Kategorien:
Auch wie im Deutschen werden im Russischen Substantive, Adjektive und Pronomen nach Kasus, Genus und Numerus gebeugt und Adverbien nur gesteigert. Russische Verben werden hingegen nicht nur nach Tempus und Numerus, sondern in der Vergangenheitsform auch nach Genus gebeugt. Anders als im Deutschen werden im Russischen auch Eigennamen (Personen-, Städte-, Ländernamen u.ä.) und Zahlwörter gebeugt. Außerdem kennt das Russische weder bestimmte noch unbestimmte Artikel. Für die Anzeige von Kasus, Genus und Numerus treten stattdessen zahlreiche Suffixe auf. Bei einer kleinen Gruppe russischer Wörter können grammatische Kategorien durch Verlagerung der Wortbetonung von einer auf die andere Silbe gebildet werden (mehr dazu siehe unter: Wortbetonung in der russischen Sprache). Weitere Wortarten im Russischen sind Präpositionen, Konjunktionen, Fragewörter, Interjektionen, Frage- und Modalpartikeln sowie die Verbpartikel «бы». In einem Satz bleiben sie immer ungebeugt. Substantive:
Das Russische kennt drei grammatische Geschlechter und sechs grammatische Fälle (Kasus). Bei der Deklination wird innerhalb der grammatischen Geschlechter weiterhin nach belebten (d.h. Lebewesen) und unbelebten (d.h. Sachen) Substantiven unterschieden. Verben:
Eine Besonderheit der meisten russischen Verben besteht darin, dass sie zwei unterschiedliche Formen haben, um eine Handlung im Zeitgeschehen als vollendet oder unvollendet zu spezifizieren. In der sprachwissenschaftlichen Literatur wird diese verbale Kategorie als Aspekt bezeichnet (mehr dazu siehe unter: Der Aspekt in der russischen Sprache). Tempus:
Im Unterschied zum Deutschen gibt es in der russischen Standardsprache nur eine Vergangenheitsform, die häufig als Präteritum bezeichnet wird. Diese Bezeichnung beschreibt aber lediglich die Art und Weise, wie die Vergangenheitsform russischer Verben gebildet wird. Diese erfolgt ausschließlich durch Änderung der Gestalt eines Verbs, wie etwa durch Anhängen spezifischer Suffixe, und nicht durch zusätzliche Nutzung von Hilfsverben, wie etwa von Verben „haben“ oder „sein“ im Deutschen. Syntax (Satzbildung):
Da das Russische stark flektierend ist, sind die gebeugten Formen vieler russischen Wörter oft einzigartig und entsprechen jeweils nur einer bestimmten grammatischen Kategorie. Deshalb ist die Verknüpfung einzelner Satzglieder im Russischen nicht so streng wie im Deutschen geregelt. So muss das Subjekt nicht notwendigerweise unmittelbar vor oder nach dem Prädikat gesetzt werden, ein Aussagesazt kann mit dem Prädikat anfangen oder enden. Innerhalb kurzer Sätze oder einzelner, geschlossener Satzteile kann die Wortfolge oft stark dennoch nicht willkürlich variieren, ohne dabei die Satzsemantik zu verändern. Insbesondere in der Poesie wird dieses besondere Merkmal der russischen Syntax häufig verwendet, indem Sätze zuweilen durch eine unübliche Umstellung der Wörter gebildet werden und somit die Reimfindung erleichtern. Einige Unterschiede zwischen den Satzbildungsregeln im Deutschen und im Russischen können durch folgende Beispiele veranschaulicht werden:

- Im deutschen Satz „Maria fragt Jan.“ wird die Satzsemantik durch die Reihenfolge [Subjekt] → [Prädikat] → [Akkusativobjekt] bestimmt. Die Substantive, in diesem Fall die Eigennamen „Maria“ und „Jan“, weisen keine grammatischen Merkmale auf, die sie als Subjekt bzw. Akkusativobjekt erkennen lassen. Deshalb, sobald man die beiden Substantive miteinander vertauscht, ändert sich die Bedeutung des Satzes im Deutschen: „Jan fragt Maria.“. Im Russischen lassen sich die beiden Substantive durch ihre Flexionsformen eindeutig als Subjekt bzw. Akkusativobjekt erkennen. Die Bedeutung des Satzes „Мария спрашивает Яна.“ („Maria fragt Jan.“) wird im Russischen also nicht durch die Reihenfolge der Satzglieder, sondern durch deren Flexionsformen bestimmt. Deshalb ändert sich die Satzsemantik durch die Umstellung der Satzglieder nicht. Im russischen Satz wird es immer Maria sein, die Jan fragt und nicht umgekehrt: „Мария спрашивает Яна.“ oder „Мария Яна спрашивает.“ oder „Яна Мария спрашивает.“ oder „Яна спрашивает Мария.“. Will man im Russischen sagen, dass Jan Maria fragt, muss man die Flexionsformen der beiden Substantive ändern: „Ян спрашивает Марию.“.
- Im deutschen Satz „Ich liebe dich.“ muss das Prädikat immer an der zweiten Stelle stehen. Im Russischen Satz kann es entweder an der zweiten oder an der letzten Stelle sein: „Я люблю тебя.“ bzw. „Я тебя люблю.“. Wird das Prädikat an die erste Stelle im Satz gesetzt, so leitet es im Russischen nicht eine Frage ein, sondern hebt lediglich die Handlung hervor und weist in diesem Fall auf die Gefühlsstärke des Sprechenden: „Люблю я тебя.“ („Ich liebe dich so sehr.“).
Für eine ausführliche Darstellung der russischen Grammatik siehe: Russische Grammatik

Dialekte

Man unterscheidet im europäischen Teil Russlands drei sprachlich unterschiedliche Gebiete: Nord-, Mittel- und Südrussland. Die Gebiete unterteilen sich ferner in einzelne Dialekte.

Nordrussisch

Nord-östlich einer Linie vom Ladogasee über Nowgorod und Jaroslawl bis Joschkar-Ola. Diese Mundart kennzeichnet sich durch ein klar ausgesprochens unbetontes "o" (оканье - Okanje), ein gutturales "g" und ein hartes "t".
- Mundartengruppe von Ladoga und Tichwin
- Mundartengruppe von Kostroma
- Mundartengruppe von Wologda
- Mundartengruppe von Onega
- Mundarten von Beloozersk

Mittelrussisch

Die Nördliche Grenze verläuft von Sankt-Petersburg über Nowgorod und Iwanowo bis Nischni Nowgorod und Tscheboksary, die südliche von Welikije Luki über Moskau bis Pensa. Dieses Gebiet zeigt sowohl nördliche als auch südliche Sprachzüge. Im Westen ist das unbetonte "o" ein "o", im Osten ein "a" (аканье - Akanje).
- Westmittelrussisch von Pskow
- Westmittelrussisch von Nowgorod
- Ostmittelrussisch von Moskau und Umgebung
- Ostmittelrussisch von Jegorewsk und Umgebung
- Ostmittelrussisch von Temnikow und Umgebung
- Ostmittelrussisch vom Wolga-Wladimir Gebiet

Südrussisch

Im Bereich südlich von Welikije Luki über Rjasan bis Tambow. Hier spricht man das unbetonte "o" als "a", ein frikatives "g" und ein weiches "t".
- Mundart von Rjasan
- Mundartengruppe vom Dnjepr
- Mundart von Oskol

Mischsprachen

Es gab und gibt einige natürlich entstandene Mischsprachen mit dem Russischen. Bekannteste Vertreter sind die Mischungen mit den nah verwandten Ukrainisch (Surschyk) und Weißrussisch (Trasjanka). Innerhalb der Sowjetunion vermischte es sich einst auch mit den isolierten Sprachen sibirischer und asiatischer Völker Russlands. An dessen Arktis-Grenzen zu Norwegen wurde vor 100 Jahren noch eifrig Russenorsk gesprochen. Im Fernen Osten wiederum brachte der Kontakt mit Chinesen Kjachta-Russisch hervor. Nationalismus hat auch diese Mischsprachen heute vernichtet. Allein das durch den sowjetischen Einfluss auf Kuba entstandene Rusinol lebt. In Deutschland entsteht zur Zeit unter den russischen Einwanderern eine deutsch-russische Mischsprache.

Lehnwörter

Das Russische hat sich eine ganze Reihe von Wörtern aus dem Deutschen entlehnt (siehe: Liste deutscher Wörter im Russischen). Darüber hinaus sind auch einige russische Wörter in die deutsche Sprache eingegangen (siehe: DDR-Sprache).
- Datsche - дача
- Perestroika - перестройка
- Pogrom - погром
- Sputnik - спутник
- Steppe - степь
- Subbotnik - субботник
- Troika - тройка
- Wodka - водка
- Zobel - соболь

Weitere verwandte Aktikel


- Russische Rechtschreibreform von 1918
- Wortbetonung in der russischen Sprache
- Russische Phonetik
- Russische Grammatik
- Russische Literatur
- Deutschrussisch
- Russischer Mat

Weblinks


- http://www.russian-online.net – Russisch lernen und verstehen – kostenloser Online-Sprachkurs und Sprachführer, für Einsteiger
- http://learning-russian.gramota.ru – Online-Sprachkurs, für Fortgeschrittene
- [http://www.rambler.ru/dict/scripts/go.cgi?btnG=%CD%E0%E9%F2%E8%21&query=&where=deru&start=0&count=15 http://www.rambler.ru/dict/] – Deutsch-Russisches Wörterbuch
- [http://www.dict.russian-german.net http://www.dict.russian-german.net] – freies Deutsch-Russisches Wörterbuch mit Lern-Modus
- [http://www.sz.euv-frankfurt-o.de/Homepages/Lektorate/Russisch/LRLinksOnlineWB.html Liste von Online-Wörterbüchern und Nachschlagewerken]
- [http://www.russlandjournal.de RusslandJournal.de] - Alphabet, Grammatik, viele praktische Sprachübungen und Tests der russischen Sprachlernsoftware und -bücher Kategorie:Einzelsprache Kategorie:Indogermanisch Kategorie:Russische Sprache ja:ロシア語 ko:러시아어 ms:Bahasa Russia simple:Russian language th:ภาษารัสเซีย

Nebenfluss

Als Nebenfluss wird ein Fluss der zweiten, dritten oder höheren Ordnung genannt, d.h. ein Gewässer, das in einen bis zum Meer fließenden Strom mündet oder seinen Quellen topologisch um eine Ordnung näher liegt. Zum Beispiel sind Neckar, Main und Mosel direkte Nebenflüsse des Rheins - die erstgenannten "orografisch rechts", die Mosel "linksrheinisch" -, sind Isar, Lech und Inn direkte Nebenflüsse der Donau. Manche Nebenflüsse führen zeitweilig mehr Wasser als der Fluss, in den sie münden. Ein besonders interessantes Beispiel dafür ist der Inn. Er vereinigt sich bei Passau, der Grenzstadt zwischen Deutschland und Österreich, mit der Donau, kommt aber im Gegensatz zu dieser aus den Alpen und führt deutlich mehr Wasser. Sein durch Gesteinsmehl graugrünes Wasser ist in einem kilometerlangen Mischungsprozess noch weit unterhalb von Passau klar auszumachen. Nebenflüsse höherer Ordnung sind beispielsweise die Ammer (die zur Isar mündet, welche sich wiederum in die Donau ergießt) oder die Enz (zum Neckar, der später in den Rhein mündet). Manchmal ist der Nebenfluss länger als der Strom, in den der Fluss fließt (Beispiele: Missouri oder Darling). Kategorie:Hydrologie Kategorie:Limnologie Kategorie:Physische Geographie Kategorie:Biotop Kategorie:Gewässer Kategorie:Fluss simple:Tributary

Sibirien

Sibirien (russisch Sibir / Сибирь) ist die Bezeichnung für ein Gebiet, das den größten Teil Nordasiens bzw. des asiatischen Teils Russlands umfasst. Es umfasst rund die Hälfte des russischen Territoriums und misst 9,6 Mio. km², ist also flächenmäßig etwas größer als die gesamte USA.

Überblick

Problem der Grenzziehung

Die Grenzen Sibiriens sind nicht eindeutig definiert. Die Bestimmung des Sibirischen Territoriums unterscheidet sich je nach Betrachtungsweise: geografisch, historisch, politisch. Föderale Subjekte Sibiriens Die aus dem Mongolischen stammende Landesbezeichnung mit der Bedeutung "Schlafendes Land" bezog sich ursprünglich auf das Khanat Sibir im heutigen Westsibirien, einem Zerfallsprodukt der Goldenen Horde. Heute wird damit außerhalb Russlands meist der gesamte asiatische Teil Russlands bezeichnet. Dieser erstreckt sich in west-östlicher Richtung ca. 7.000 Kilometer weit vom Ural bis zu den Gebirgen der pazifischen Wasserscheide. Von Norden nach Süden umspannt er etwa 3.500 km vom Arktischen Ozean (Nordpolarmeer) bis zum Kasachischen Hügelland und der Grenze zur Mongolei und zur Volksrepublik China. Der Ferne Osten (Dal'nij Vostok / Дальний Восток), von Jakutien bis zur Pazifikküste, der mit 6,179.900 km² Fläche grösser ist als das übrige Sibirien, wird zwar außerhalb Russlands zumeist als Teil dieser Landschaft subsummiert, gilt jedoch in Russland selbst als eigene Region. So verstehen Einwohner Kamtschatkas oder Sachalins unter "Sibirien" eine Region, die sich mehrere tausend km westlich ihrer Heimat befindet.

Horizontale Gliederung

Der horizontalen Gliederung nach kann Sibirien grob in sieben Teilregion unterteilt werden: Westsibirisches Tiefland, Nordsibirisches Tiefland, Mittelsibirisches Bergland, Südsibirische Gebirge, Mitteljakutische Niederung, Ostsibirisches Tiefland und Ostsibirisches Bergland.

Flüsse

Die größten Flüsse sind der Ob (Ob / Обь, fem.) der die riesige Ebene hinter dem Ural entwässert, der Jenissej, die Lena und der Amur. Bei Irkutsk befindet sich der Baikalsee, der tiefste Süßwassersee der Erde. Weit im Osten liegt die große Halbinsel Kamtschatka mit ihren vielen Vulkanen.

Klima

In den meisten Regionen Sibiriens herrscht ein ausgeprägtes Kontinentalklima: Heiße Sommer (bis +40°C) werden von extrem kalten Wintern (bis -67°C) abgelöst. Oft wird das Land bis zu 9 Monate von einer Schneedecke bedeckt. Die Landschaft wird großteils von borealen Wäldern (Taiga) dominiert, in den arktischen Regionen herrscht baumlose Tundra vor. Dazwischen existiert mit den Waldtundra-Zonen eine Übergangsform. Im Süden geht die Taiga in Steppe über. Weite Teile Sibiriens werden von Permafrost (dauerhaft gefrorener Boden) eingenommen. Der Kältepol der bewohnten Welt befindet sich im ostsibirischen Oimjakon (südlich von Werchojansk).

Bevölkerung

Mit rund 23 Millionen Einwohnern ist Sibirien nur schwach besiedelt, die Bevölkerungsdichte liegt im Mittel bei nur 2,7 Menschen pro km². Die Bevölkerung konzentriert sich in einem relativ schmalen Streifen im Süden und Südwesten, wo die Transsibirische Eisenbahn wichtige Großstädte verbindet und Ackerbau möglich ist. Novosibirsk, Omsk, Krasnojarsk, Tjumen' ,Tomsk, Irkutsk, Chabarowsk, Chita, Ulan-Ude und die fernöstliche Pazifik-Metropole Wladiwostok gehören zu den größten Städten in diesem Streifen. Wichtige Industriezentren, in denen weitere Großstädte liegen, sind der Autonome Kreis der Chanten und Mansen und der Autonome Kreis der Jamal-Nenzen, die den Schwerpunkt der Öl- und Gasindustrie darstellen sowie das südsibirische Kusnezker Kohlebecken (Kusbass) mit der Industriestadt Kemerowo. Den Großteil der Bevölkerung stellen die in den letzten Jahrhunderten zugewanderten Russen. Sie überwogen schon im 18. Jahrhundert die Urbevölkerung. Schon zu Zarenzeiten dienten die abgelegenen und unwirtlichen Gebiete Sibiriens und Mittelasiens zur Verbannung von politischen Gegnern und Straftätern. Schreckliche Berühmtheit erlangte der Archipel GULAG, das unter der Herrschaft Stalins aufgebaute System von Gefängnissen und Straflagern. Erst mit dem Zerfall der Sowjetunion hörten die Deportationen in diese Gebiete auf. Ab den 1920er Jahren wurde die Industrie Sibiriens forciert, was die Bevölkerungsstruktur zugunsten der Einwanderer fixierte. Die indigenen Völker des Nordens, Sibiriens und des Russischen Fernen Ostens setzen sich aus Völkern der altaischen, der Uralischen Sprachfamilien, der paläoasiatischen Sprachen und weiteren zusammen. Die größeren sind die Tuwiner, Burjaten, Chakassen, Jakuten und Altaier. Zu den kleineren Ethnien ohne eigene Teilrepublik gehören u.a. Tschuktschen, Ewenken, Korjaken, Nenzen, Chanten und Mansen. In der Sowjetunion waren die meisten indigenen Völker Sibiriens von zwangsweiser Ansiedlung und Kollektivierung in Sowchosen betroffen. Die stärkste Bedrohung für die indigenen Völker geht von der industriellen Erschließung Bodenschätze wie Öl, Gas, Kohle, Diamanten und Gold im asiatischen Teil Russlands aus. Daneben stellt der Alkoholismus ein gewaltiges Problem dar. Die Sprachen vieler kleinerer Völker befinden sich am Rande des Aussterbens, insbesondere dort, wo aufgrund industrieller Erschließung das Umfeld verloren geht, in welchem diese verwendet werden. Seit dem Zerfall der UdSSR siedeln sich verstärkt Chinesen in Sibirien an, welche dort vorwiegend als Händler oder Unternehmer tätig sind.

Siehe auch


- Geschichte Sibiriens
- Indigene Völker des russischen Nordens, Sibiriens und des russischen Fernen Ostens
- Neusibirische Inseln
- Ostsibirien
- Verwaltungsgliederung Russlands

Literatur


- Klaus Bednarz: "Östlich der Sonne", Rowohlt 2002, ISBN 3498006290
- Norbert Wein: "Sibirien", Klett-Verlag 1999, ISBN 623006939
- Gudrun Ziegler: "Der achte Kontinent", Ullstein 2005, ISBN 3550076126

Weblinks


- [http://www.presidentz.org/misc/sibirien/index.htm Kurzreferat über Rohstoffe, Wasserkraft, Eisenbahn und Schifffahrt.]
- [http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0004/sb00.htm Karten & Photos (SWR)]
- http://www.trans-sibirien.de
- [http://www.infoe.de/home/Sibirien/ Informationen zu den indigenen Völkern Sibiriens]
- http://www.prosibiria.de/ Partnerschaft mit Sibirien (indigene Völker)
- [http://www.gasl.org/refbib/Kennan__Sibirien.pdf George Kennan: Sibirien. Schilderungen (des Verbannungssystems). Leipzig: Reclam, 1890-1891] (PDF; Fraktur-Reprint in der Arno-Schmidt-Referenzbibliothek der GASL)
- [http://www.gasl.org/refbib/Kennan__Zeltleben.pdf George Kennan: Zeltleben in Sibirien. Leipzig: Reclam 1891] (PDF; Fraktur-Reprint in der Arno-Schmidt-Referenzbibliothek der GASL)
- http://www.inrussland.net/sibirien.html Kategorie:Geographie (Russland) ja:シベリア ko:시베리아

Jenissei

Der 4.092 km lange Jenissei (russisch Енисей) ist ein Fluss bzw. Strom in Sibirien (Russland, Asien). Die Flussbezeichnung Jenissei ist auf türksprachlichen Ursprung zurückzuführen. Die Bezeichnung ist dabei eine Zusammensetzung aus den Begriffen ana (Mutter) und say (Fluss). Zweite, nächst mögliche Deutung ist; daß in der alttürkischen- wie auch in der neutürkischen Sprache "Yeni" = Neu (ausgespr. wie Jeni) und das Wort "Su" (wie ßu) = Wasser, bedeuten. Dem nach bedeutet Jenissei/Jenissej nach der (neu-) türkischen Schreibweise "Yenisu" ⇔ Yenisuy ⇔ Yenissey = Neues Wasser; Neuer Fluss. Siehe auch Turksprachen.

Flusslauf

Der Jenissei entsteht im südlichen Russland zwischen den südsibirischen Hochgebirgen Tannu-ola und Sajan in der "Autonomen Republik" Tuwa am Ostrand der Stadt Kysyl durch die Vereinigung seiner beiden Quellflüsse: Großer- und Kleiner Jenissei. Während der Große Jenissei (605 km lang) rund 330 km westlich vom Südende des Baikalsees im Ostsajan entspringt, liegt die Quelle vom Kleinen Jenissei (680 km lang; obwohl er Kleiner Jenissei heißt ist er trotzdem 75 km länger als sein "Großer Bruder") rund 525 km westlich vom Südende dieses Sees im Tannu-ola-Gebirge; von dort aus fließen beide Flüsse, die jeweils nicht weit von der Grenze zur Mongolei entspringen, hauptsächlich in westlicher Richtung nach Kysyl, wo aus ihrem Zusammenfluss der Jenissei entsteht. Nur etwas unterhalb dieser Stadt durchfließt er den über 300 km langen, aber nur wenige Kilometer breiten Sajano-Schuschensker-Stausee. Von dort aus fließt der Jenissei in Richtung Norden und in einem Durchbruchstal durch die Gebirgswelt des Westsajans und bei der Stadt Abakan in den ebenfalls über 300 km langen Krasnojarsker Stausee. Vom Minusinsker Becken, das bei Abakan beginnt, ist der Strom schiffbar; möglich wird dies durch ein großes Schiffshebewerk, durch das Binnenschiffe innerhalb von 90 Minuten den Höhenunterschied an der/am Staumauer/Staudamms überwinden können. Unterhalb des Stauwerks liegt die Stadt Krasnojarsk, die größte Stadt am Fluss. Nördlich dieser Großstadt weitet sich das Tal zu einer breiten Niederung, in dessen Nordbereich die von Osten kommende Angara in den Jenissei einmündet, die ihm nach dem Durchfließen des Mittelteils der Jenisseiberge in einem weiteren Stausee zufließt. Von dort an fließt der Jenissei, der eine wichtige Schiff-Fahrtsstraße darstellt, direkt westlich des großen Mittelsibirischen Berglands weiter nach Norden. Westlich des Flusslaufs liegt die Zapadno Sibirskaja, die große Sibirische Tiefebene, die zwischen dem Uralgebirge und dem zuletzt erwähnten Bergland liegt. Hier durchfließt der Jenissei weit ausgedehnte Nadelwaldgürtel. An der Westabdachung dieses Berglands fließt ihm erst die Steinige Tunguska (direkt nördlich der Jenisseiberge) und rund 600 km weiter flussabwärts die Untere Tunguska zu. In seinem Unterlauf, wo der Jenissei die weit ausgedehnten nordsibirischen Tundren durchfließt, entfernt er sich in westlicher Richtung etwas von diesem Bergland, überquert bei Kureika den Nördlichen Polarkreis und fließt rund 100 km westlich vorbei an der Großstadt Norilsk; dort befindet sich die Stadt Dudinka, deren Hafen zur Verschiffung von in Norilsk gewonnenen Metallen von Bedeutung ist. Von dieser Stadt ist es für russisch-sibirische Verhältnisse nur noch ein "Katzensprung" bis zu seiner endgültigen Mündung in die weiter nördlich bei Karaul beginnende und 435 km lange sowie bis zu 60 km breite Jenissei-Bucht ("Jenisejskij zal."); diese ist kein Flusslauf mehr, sondern als so genannter Ästuar bereits eine Meeresbucht der Karasee, die wiederum ein Teil des eisigen Nordpolarmeers ist. Allerdings weist sie - angetrieben von den unaufhaltsamen Wassermassen des Jenissei - eine starke nach Norden fließende Strömung auf.

Flusslänge

Die Länge des Jenisseis kann auf verschiedene Weise gemessen werden:
- 3.412 km = Länge Jenissei ohne "Kleinem Jenissei" (sein längster Quellfluss)
- 4.092 km = Länge Jenissei mit "Kleinem Jenissei"
- 5.940 km = Jenissei-Angara-Selenga-Ider = Gesamte Länge der Flüsse Angara-Selenga-Ider + Länge des Jenissei-Unterlaufs Zu diesen Längen kann man je noch die 435 km lange Jenisseibucht dazuzählen.

Einzugsgebiet, Jahresabfluss & "Eiszeit"

Das Einzugsgebiet des Jenissei beträgt 2.580.000 km² (mehr als die 7,2-fache Fläche der BRD; ein anderer Wert berichtet sogar von 2.605.000 km²). Der mittlere Jahresabfluss beträgt etwa 19.600 m³/s. Er gilt als der wasserreichste Fluss Sibiriens. Ab November bildet sich Eis auf dem Jenissei, das nach und nach zu Eisschollen verhärtet, die den Fluss schließlich ganz zufrieren lassen. Dies dauert in der Regel bis Mai, wenn es zu tauen beginnt. Das daraus resultierende Hochwasser, das dem Jenissei auch von seinen Nebenflüssen zufließt, läßt ihn im Ober- und Mittelauf um bis zu 10 m, im Unterlauf bis zu 20 m ansteigen.

Stauseen


- Sajano-Schuschensker-Stausee (142 km²; 31,30 km³)
- Krasnojarsker Stausee (2.130 km²; 73,30 km³)

Nebenflüsse

Orographie: L = Linker Nebenfluss; R = Rechter Nebenfluss:
- L - Abakan
- R - Kan
- R - Angara
- R - Steinige Tunguska
- R - Untere Tunguska
- R - Kureika (Kurejka)

Orte am Fluss


- Kysyl
- Tschernogorsk - etwas abseits
- Abakan
- Krasnojarsk - die größte Stadt am Jenissej
- Jenisseisk (Jenisejsk)
- Igarka - bis zu dieser Stadt können Hochseeschiffe fahren
- Norilsk - 100 km östlich, einzige Großstadt "nahe" des Jenissei-Unterlaufs
- Dudinka
- Karaul
- Dikson

Siehe auch


- Das Fluss-System des Jenissei (bezüglich seiner Quellflüsse):
  - Angara
  - Großer Jenissei - eigentlich ein Nebenfluss
  - Ider
  - Jenissei
  - Kleiner Jenissei - der tatsächliche Quellfluss
  - Jenissei-Angara-Selenga-Ider
  - Selenga
- Die längsten Flüsse der Erde

Weblinks


- [http://www.3sat.de/specials/77684/index.html Sibiriens Schicksalsstrom: Der Jenissei] (3Sat-Reportage)
- [http://www.soundboat.de/einsbiself/sibirien.html Download Jenisseifeature 11 mal 18min] Kategorie:Fluss in Russland ja:エニセイ川 ko:예니세이 강

Baikalsee

Der Baikalsee (burjatisch Baykal-Nur für reicher See, russisch Озеро Байкал), der oft nur Baikal genannt wird, liegt innerhalb der Südsibirischen Gebirge in Russland (Asien). Er ist mit 25 Mio. Jahren der älteste und mit 1.749 m (meistens werden 1.741m behauptet) der tiefste See der Erde. Er ist vom Südwesten zu Nordosten 728 km lang (Mittellinie des Baikals) und maximal 82 km breit, die durchschnittliche Breite beträgt 48 km. Er enthält aufgrund seiner Tiefe mehr Wasser als alle fünf der Großen Seen Nordamerikas zusammen.

Baikal-Rift

Der Baikalsee ist Teil einer kontinentalen Riftzone (Grabenbruch), das Baikal-Rift, das sich seit Jahrmillionen von einer Schwächungszone zu einer Riftzone entwickelt hat. Dieser Grabenbruch erweitert und vertieft sich nach wie vor. Weil hier die eurasische und die amurische Platte auseinanderdriften, entstehen Risse in der Erdkruste; bedingt wird dies durch die Kollision der weit südlich vorgelagerten Indischen Platte, die wie ein Keil die zuvor genannten Platten auseinanderdrückt. Die Zone des Baikal-Rifts, welche die größte Schwächung aufweist, liegt im Bereich des Baikalsees. Der Riss, in dem der See liegt, ist etwa 1.600 km lang, fast 6 km tief und mit Sedimenten aufgefüllt. Daher reicht der Baikalsee "nur" bis in 1.741 m Tiefe. Damit befindet sich im tiefsten See der Erde auch deren tiefste Kryptodepression. Eine Vielzahl von Thermalquellen und gesteigerte seismische Aktivität deuten darauf hin, dass die Erdkruste in dieser Region sehr aktiv ist.

Wasserinhalt und Einzugsgebiet

Der Baikal bildet das größte Süßwasserreservoir der Erde mit einem Fünftel aller diesbezüglichen Reserven: Maximal passen 23.000 km³ Wasser in den See, das ist mehr als die Ostsee enthält; es entspricht dem 460-fachen Wasserinhalt des Bodensees. Das Einzugsgebiet des Sees umfasst mit seinen Zuflüssen 1.487.480 km²; dies entspricht knapp dem 4,2-fachen der Fläche Deutschlands.

Zu- und Abflüsse, Gebirge

Gespeist wird der Baikalsee, dessen Uferlänge rund 2.125 km umfasst, von 365 Flüssen und Bächen, die ihm aus den umliegenden Gebirgen zufließen, darunter die Obere Angara, die Selenga und der Bargusin. Einziger Abfluss ist die Angara - einer der großen Flüsse Sibiriens. Zu den umrahmenden Hochgebirgen zählen: Baikalgebirge (im Norden), Stanowojhochland (Nordosten) und Sajangebirge (Südwesten).

Flora und Fauna

Sajangebirge Die Umwelt des Baikalsees weist eine einzigartige Flora und Fauna auf: Etwa zwei Drittel der insgesamt 2.500 Tier- und Pflanzenarten sind endemisch, das heißt sie kommen ausschließlich hier vor. Zum Beispiel lebt hier die einzige Süßwasser-Robbe der Welt, die Nerpa (Baikalrobbe), der Omul, eine Lachsart, oder der Golomjanka, ein Fettfisch, der am tiefsten lebende Süßwasserfisch der Erde. Möglich wird dies unter anderen auch durch die niedrige Wassertemperatur des Sees, die an der Oberfläche im Jahresmittel nur etwa 7 °C beträgt.

Wirtschaft

Bedroht wird das Landschaftsbild am Baikalsee durch die Industrialisierung, Abholzung der Wälder, eine exzessive Fischerei - und zunehmende Besiedlung (ermöglicht durch die Transsibirische Eisenbahn und den Bau der Baikal-Amur-Magistrale).

Weltnaturerbe

Im Jahre 1996 wurde der riesige Baikal-Raum deshalb von der UNESCO in die Liste des Welterbes als Weltnaturerbe aufgenommen.

Wandern

Im Entstehen ist der um den Baikalsee führende Fernwanderweg Great Baikal Trail.

Orte

Die größte Stadt unweit des Baikalsee-Ufers ist Irkutsk. Bild:Baikalsee_Lage.png|Lage des Baikalsees Bild:Baikal_ol'chon_ri_südosten.jpg|Insel Ol'chon, Blick nach Südosten, Richtung Gremjatschinsk Bild:Baikal_ol'chon_shamanka.jpg|Insel Ol'chon, Schamanka Bild:Bargusinmuendung ustbargusin.jpg|Mündung des Bargusin bei Ust-Bargusin am West-Ufer des Sees

Weblinks


- http://www.baikalwave.eu.org (englisch)
- http://www.irkutsk.org/baikal/ (engl.)
- http://www.irkutsk-baikal.de.vu (deutsch)
- http://www.carookee.com/forum/sib-ir
- http://www.baikalinfo.com (Reiseinformationsportal | deutsch/englisch)
- http://www.baikalplan.de (deutsch/englisch)
- http://www.sbaikal.ru/eng/index.htm (englisch) Baikalsee Kategorie:Weltnaturerbe Kategorie:Senke ja:バイカル湖 ko:바이칼 호

Stanowojhochland

Das Stanowoihochland ist ein Hochgebirge in Sibirien, Russland (Asien). Das Gebirge, das zu den Südsibirischen Gebirgen gehört, befindet sich nordöstlich des Baikalsees, unmittelbar nördlich des Witimplateaus und direkt südlich des Patomhochlands. Das ungefähr 500 km lange und bis 2.999 m hohe Stanowoihochland, in dem die Obere Angara entspringt, wird vom Witim durchflossen. Siehe auch: Stanowoigebirge Kategorie:Gebirge (Russland)

Burjatien

Burjatien (russ. Бурятия, burjatisch Буряад Республика) ist eine Republik in Russland.

Geographie

Burjatien liegt im Föderationskreis Sibirien an der Grenze zur Mongolei. Sie umfasst das Ostufer des Baikalsees und reicht bis zum Jablonowygebirge. Die wichtigsten Flüsse der Republik sind die Selenga, der Bargusin und die obere Angara.

Bevölkerung

Titularnation sind die Burjaten, ein mongolisches Volk. Bei der Volkszählung 2002 wurden 981.238 Einwohner ermittelt. Davon stellen die Burjaten nur 35,2% der Bevölkerung, während 59,7% Russen sind. Weitere Volksgruppen von Bedeutung sind die 9.585(=0,98%) Ukrainer und die 8.189(=0,83%) Tataren. Amtssprachen sind die Burjatische Sprache und die Russische Sprache. Die Burjaten bekennen sich zum Buddhismus (Vajrayana oder Lamaismus). Burjatien ist das Zentrum des tibetisch geprägten Vajrayana-Buddhismus in Russland, und es finden sich einige Klöster dort.

Städte

Die Hauptstadt Ulan-Ude ist die einzige Großstadt. Die nächstgrößeren Städte sind Gusinoosjorsk und Sewerobaikalsk. Städte (Einwohner 1. Januar 2004)
- Ulan-Ude (Улан-Удэ) - 356.500
- Gussinoosjorsk (Гусиноозёрск) - 25.800
- Sewerobaikalsk (Северобайкальск) - 25.700
- Kjachta (Кяхта) - 18.600
- Sakamensk (Закаменск) - 12.900
- Babuschkin (Бабушкин) - 4.900

Geschichte

Die Burjaten gehörten zum Mongolenreich Dschingis Khans, das auch nach dessen Tod dort weiter Bestand hatte. Mit dem Bau einer Festung im Jahre 1666, aus der später die Stadt Ulan-Ude hervorging, begann die russische Besiedlung. Mit dem Bau der Transsibirischen Eisenbahn begann das wirtschaftliche Wachstum der Region. 1923 wurde die Burjatische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik (ASSR) gegründet. Mit dem Ende der Sowjetunion wurde Burjatien 1992 autonome Republik innerhalb Russlands. Staatschef ist Leonid Potapow.

Verkehr und Wirtschaft

Durch Burjatien verläuft die Transsibirische Eisenbahn. Die Region zählt zu den gut erschlossenen innerhalb Sibiriens und ist reich an Bodenschätzen. Bergbau, Holzindustrie, aber auch die Landwirtschaft zählen zu den wichtigsten Industriezweigen. Kategorie:Subjekt der Russländischen Föderation ja:ブリヤート共和国 ko:부랴트 공화국

See (Gewässer)

] Ein See (nicht zu verwechseln mit Binnensee) ist ein Stillgewässer mit oder ohne Zu- und Abfluss durch Fließgewässer, das vollständig von einer Landfläche umgeben ist. Er stellt ein weitgehend geschlossenes Ökosystem dar - siehe: Ökosystem See.

Definition

Ein See ist ein Binnengewässer, das eine (größere) Ansammlung von Wasser in einer Bodenvertiefung einer Landfläche darstellt und im Gegensatz zum Binnensee auf der 0-Meter-Höhenlinie keine direkte Verbindung zum Weltmeer hat. Damit weist er keinen durch Meeresströmungen bedingten Zu- und/oder Abfluss auf. Allerdings kann ein über NN liegender See insbesondere in niederschlagsreichen Regionen über einen Bach, Fluss bzw. Strom - also ein Fließgewässer bzw. Gewässersystem mit Gefälle - mit dem Weltmeer verbunden sein. Zu- und Abfluss-Menge sind in der Regel gegenüber der Gesamtwassermenge eines Sees gering. Im Gegensatz zu einem Fließgewässer weist ein See kein Gefälle auf. Ein See im Sinn der limnologischen Definition ist in der Regel wesentlich tiefer als ein Teich, Tümpel oder Weiher, so dass sich eine über Tage bis Monate stabile Temperaturschichtung ausbilden kann. Die Frequenz ihrer Durchmischung wird zu einer Einteilung der Seen benutzt, da sie auch weitreichende ökologische Folgen hat (siehe Ökosystem See). Deshalb gelten auch Flachseen wie der Neusiedler See oder der Plattensee nicht als "echte" Seen. Allerdings ist die genaue Abgrenzung zwischen Seen und Tümpeln/Weihern etc. unscharf und immer subjektiv. Deshalb sehen einige Limnologen (Seenkundler) jede mit Wasser gefüllte Senke als See an. Es ist dabei unerheblich, ob ein See ständig, periodisch oder nur episodisch mit Wasser gefüllt ist. Ein See enthält meistens Süßwasser, es gibt aber auch große salzhaltige Seen, wie z.B. das Kaspische Meer, den Aralsee und das Tote Meer oder sodahaltige Seen wie die des Great Rift Valley in Afrika oder einige der "Lacken" um den Neusiedler See.

Seearten

Limnologisch unterscheidet man folgende Seearten:
- Auf natürliche Weise entstandene Gewässer dieser Art bezeichnet man als See.
- Künstliche angelegte Gewässer bezeichnet man - je nach der Art ihrer Anlage - als Baggersee oder Stausee. Natürlich entstandene Seen kann man nach der Art ihrer Entstehung weiter untergliedern:
- Glazialseen entstanden durch die abtragende bzw. aufschüttende Wirkung von Gletschern bzw. von Gletscherschmelzwasser. Das ist weltweit der häufigste Seentyp (z.B. die Großen Seen in Nordamerika oder die Seen in Norddeutschland).
- Tektonische Seen entstanden durch Bewegungen der Erdkruste; oft innerhalb von Grabenbrüchen. Es gibt relativ wenige, meist aber große Seen wie z.B. der Baikalsee. Zu den tektonischen Seen zählen auch die meisten abflusslosen Endseen in Trockengebieten, da sie für gewöhnlich innerhalb von Senkungsgebieten liegen.
- Adämmungsseen entstehen durch Bergstürze im Gebirge bzw. an Küsten durch Abschnürung von Meeresbuchten.
- Karstseen entstehen durch Karbonat- und Salzlösung (Subrosion) im Untergrund und Nachsacken der Erdoberfläche wie z.B. der Arendsee und der Süße See in Sachsen-Anhalt.
- Seen, die durch vulkanische Aktivitäten entstanden sind. Beispiele in Deutschland sind die Maare in der Eifel, inklusive Laacher See.
- Seen innerhalb von Meteoritenkratern wie z.B. der Elgygytgyn.
- Altwasserseen entstehen durch natürliche Verlagerung von Flussläufen. Das alte Flussbett bleibt dann als langgestreckter See zurück (z.B. Kamernscher See bei Havelberg).
- Thermokarstseen entstehen in Gebieten mit Dauerfrostboden, z.B. in Alaska oder Nordsibirien.
- Seen mit einer komplexen Entstehungsgeschichte. So liegt der Vätternsee in Schweden z.B. innerhalb eines Grabenbruches, das Becken wurde aber vor allem von Gletschern ausgeschürft.

Nutzung

Natürliche und künstlich angelegte Seen bieten neben ihrer Bedeutung für die Natur auch einige Nutzungsmöglichkeiten für den Menschen. Viele Seen werden wegen ihres Fischreichtums zum Angeln genutzt. Daneben können Seen auch als Badesee für Freizeit- und Erholungszwecke (Schwimmen, Baden, Sonnenbaden) genutzt werden. Größere Seen bieten weitere Nutzungsmöglichkeiten, zum Beispiel zum Wasserskifahren, Windsurfen und Segeln, und werden zum Teil auch in der Binnenschifffahrt genutzt.

Die Seen der Erde

Binnenschifffahrt

Flächenmäßig größte Stillgewässer

See

Binnenschifffahrt]

Stausee

Hier befindet sich eine Liste der größten Stauseen der Erde.

Höchstgelegener See

Der Tilicho Lake im Annapurna-Gebirge (Nepal) liegt 4.920 m hoch.

Tiefste Seen

Tiefstgelegener See

Das Tote Meer liegt rund 400 m unter dem Meeresspiegel (unter NN).

Siehe auch


- Binnensee
- Eutrophierung
- Gewässer
  - Fließgewässer
  - Stillgewässer
- Hypsografische Kurve
- Liste der Seen
- Ökosystem See
- Stausee
- Trinkwasser
- Wasser Kategorie:Limnologie Kategorie:Physische Geographie Kategorie:Ökosystem Kategorie:Biotop ja:湖 ko:호수 simple:Lake

Lena (Fluss)

Die 4.400 km lange Lena (russisch Лена) ist ein Fluss bzw. Strom in Sibirien (Russland, Asien).

Flusslauf

Sie entspringt im Baikalgebirge nur wenig westlich des Baikalsees, fließt von dort aus zuerst in westlicher Richtung nach Katschug und dann nach Norden bzw. Nordosten. In diesem Bereich, bei Ust-Kut, von wo aus die Lena schiffbar ist, gelangt sie in das Mittelsibirische Bergland und fließt ein Stück parallel zur Unteren Tunguska und nur wenige Kilometer von dieser entfernt. Danach fließt ihr der Witim zu; wenig später schlägt sie einen Rechtsbogen um das Patomhochland. Sie fließt von dort aus in östlicher Richtung, nimmt das Wasser der Olekma auf und gelangt nach Jakutsk, wo sie in die Mitteljakutische Niederung eintritt. Ungefähr 300 km flussaufwärts der eben genannten Großstadt befinden sich die Lenafelsen, die sich auf etwa 80 km Länge entlang des östlichen Ufers ausbreiten. In der eben erwähnten weiträumigen Niederung fließt der Lena erst der Aldan und dann der Wiljui zu. In dieser Landschaft fließt sie zwischen dem Werchojansker Gebirge und dem Mittelsibirischen Bergland nach Norden. Schließlich erreicht das Wasser der Lena ihr eigenes, 30.000 km² großes Mündungsdelta, das von West nach Ost ca. 230 km und von Nord nach Süd etwa 150 km misst. Nach dem Durchfließen dieses weit verästelten Fluss-Systems erreicht das Wasser der Lena die Laptewsee, die ein Randmeer des Arktischen Ozeans ist.

Flusslänge

Die Lena ist etwa 4.400 km lang und somit einer der längsten Flüsse auf der Erde.

Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet der Lena umfasst etwa 2.500.000 km²; das entspricht etwa der 7-fachen Fläche der BRD.

Klima & Schiffbarkeit

Von Oktober bis zum Juni des Folgejahres ist der Fluss zugefroren, so dass das Eis als Straße genutzt wird. Wenn dies dann zu tauen beginnt, wird die Lena zum reißenden Strom, dessen Wasser alles mit sich reißt, was sich ihm in den Weg stellt, dabei steigt es bis zu 25 m an. Besonders verheerende Auswirkungen haben dabei die Eisstauungen, durch deren Folgen im Mai 2001 unter anderem die Stadt Lensk verwüstet wurde und auch große Teile von Jakutsk unter Wasser standen. Wenn der Fluss dann endlich eisfrei ist, ist die Lena ab Ust-Kut bis zu ihrem großen Mündungsdelta auf 3.500 km Länge schiffbar.

Lenin

Wladimir Iljitsch Uljanows Pseudonym Lenin leitet sich vom Namen der Lena ab.

Nebenflüsse


- Witim
- Olekma
- Aldan
- Wiljui

Städte


- Ust-Kut
- Katschug
- Lensk
- Olekminsk
- Jakutsk

Siehe auch


- Die längsten Flüsse der Erde Kategorie:Fluss in Russland ja:レナ川

Sajangebirge

Das bis zu 3.492 m hohe Sajangebirge befindet sich in der Mongolei und in Russland (Asien). Im Norden grenzt das Hochgebirge, das sich hauptsächlich in Süd-Sibirien befindet, an das Mittelsibirische Bergland, im Osten an die Angara und den Baikalsee, im Süden an das Tannu-ola-Gebirge, im Westen an den Altai und im Nordwesten geht es in die Zapadno Sibirskaja über. Das Sajangebirge, das zu den Südsibirischen Gebirgen gehört, besteht aus insgesamt zwei Teilgebirgen, dem niedrigeren West-Sajan (bis zu 2.930 m), der ausschließlich in Russland liegt und dem höheren Ost-Sajan (bis zu 3.492 m; Munku Sardyk); nur die südöstlichen Ausläufer des Ostsajans, an die auch der kristallklare See Chubsugul grenzt, befinden sich in der Mongolei. Innerhalb des Westsajans entspringt der Abakan, im Ostsajans entspringen der Große Jenissei, der Kan und die Uda. Nördlich des Gebirges liegt Krasnojarsk, am Ostrand liegen Angarsk und Irkutsk. Kategorie:Gebirge Kategorie:Gebirge (Russland) Kategorie:Gebirge in Asien Kategorie:Geographie (Mongolei)

Angarsk (Stadt)

Angarsk (russisch: Ангарск) ist eine 1948 gegründete Stadt in Russland mit 245.506 Einwohnern (Stand: 2004) in der Oblast Irkutsk, Sibirien am Fluss Angara. Die geographischen Koordinaten sind: 52,57° Nord, 103,91° Ost. Die Entfernung zu Moskau beträgt etwa 5.150 km. Angarsk verfügt unter anderem über ein Uhrenmuseum und ein Technologisches Institut.

Am Ort vorhandene weiterführende Bildungseinrichtungen


- Technologische Akademie Angarsk

Wirtschaft

Verkehr

Die Stadt ist an die Transsibirische Eisenbahn angebunden. Der ÖPNV der Stadt wird unter anderem durch die Tramwai Angarsk durchgeführt.

Weblinks


- [http://www.angarsk.info www.angarsk.info]
- [http://www.angarsk.ru www.angarsk.ru] Kategorie:Ort in Russland ja:アンガルスク ko:앙가르스크

Bratsk

Bratsk (russisch Братск) ist eine Stadt in der Oblast Irkutsk in Russland, mit 257.900 Einwohnern (Dezember 2004), die sich auf die drei Stadtteile verteilen wie folgt: Zentrum (Центральный) 158.700, Padun (Падунский 59.700, Rechtes Ufer (Правобережный) 39.500. Die geographischen Koordinaten sind: 56,30° Nord, 101,71° Ost. Bei Bratsk wird die Angara in einem der größten Flusskraftwerke der Welt zum Bratsker Stausee gestaut. Bratsk verfügt über Schwerindustrie, eine Aluminiumfabrik (eine der größten in Russland), Fabriken zum Bearbeiten vom Holz, eine Chlorfabrik, auch über ein Heizkraftwerk, das mit Steinkohle betrieben wird. In der Umgebung vom Bratsk befindet sich ein großes Regiment der russischen Streitkräfte, Gefangenenlager bzw. Gefängnisse.

Weiterführende Bildungseinrichtungen


- Filiale der Staatlichen Universität Irkutsk
- Filiale der Akademie für Ökonomie und Recht Moskau
- Filiale des Geisteswissenschaftlichen Instituts Nowosibirsk Kategorie:Ort in Russland ja:ブラーツク ko:브라츠크

Tunguska

Tunguska ist ... Region:
- eine Region im Mittelsibirischen Bergland (Russland, Asien) - siehe Tunguska (Region) Flüsse:
- ein Fluss im Mittelsibirischen Bergland (Russland, Asien) - siehe Steinige Tunguska
- ein Fluss im Mittelsibirischen Bergland (Russland, Asien) - siehe Untere Tunguska
- der Unterlauf des Flusses Angara (Russland, Asien) wird oft auch Obere Tunguska genannt Ereignis:
- eine Explosion am 30. Juni 1908 im Mittelsibirischen Bergland (Russland, Asien) - siehe Tunguska-Ereignis.

Jenisseiberge

Die Jenisseiberge befinden sich am Südwestrand des Mittelsibirischen Berglands in Sibirien (Russland, Asien). Dort ragt der langgestreckte Mittelgebirgszug, der sich östlich des Mittellaufs vom Jenissei befindet bis zu 1.104 m (Jenaschimski-Polkan) hoch auf. An seinem Nordrand mündet die Steinige Tunguska auf etwa 28 m über NN in den Jenissei. In seinem Mittelteil durchschneidet die Angara das Gebirge, um an seinem Westrand in einem Stausee auch in den zuvor genannten russischen Strom zu münden. Nur etwa 450 km weiter östlich (das ist für sibirisch-russische Verhältnisse nur ein Katzensprung) geschah 1908 das Tunguska-Ereignis. Kategorie:Gebirge Kategorie:Mittelgebirge

Krasnojarsk

Krasnojarsk (russisch Красноярск) ist eine Stadt in Russland am Jenissei sowie an der Transsibirischen Eisenbahn. Mit 912.826 Einwohnern (Stand: 2004) ist Krasnojarsk die drittgrößte Stadt Sibiriens nach Nowosibirsk und Omsk. Krasnojarsk ist die Hauptstadt der Region Krasnojarsk und ca. 4.100 km östlich von Moskau gelegen. Die geographischen Koordinaten sind: 56,02° Nord, 93,06° Ost. Krasnojarsk wurde 1628 als hölzerne Festung durch einen Kosakenverband als „Krasny Jar“ (roter Abgrund) gegründet. In Krasnojarsk am Jenissei gibt es ein Schiffshebewerk in Form eines Schrägaufzugs.

Wirtschaft und Industrie

Krasnojarsk ist Sitz der russischen Fluggesellschaften Kras Air und Sibaviatrans. Nahe der Stadt Krasnojarsk liegt der größte unterirdische Industriekomplex der Welt mit dem Namen Bergbau- und Chemiekombinat Krasnojarsk-26, ein streng geheimes und gut von der Außenwelt abgeschirmt Projekt, in dem seit Stalins Befehl in den 50er Jahren in drei Plutonium-Reaktoren Material für das russische Kernwaffenprogramm erzeugt wurde.

Wissenschaft und Bildung

In Krasnojarsk sind mehrere Hochschulen und Universitäten ansässig:
- Fakultät der Staatlichen Akademie Nowosibirsk für Wasserstraßenverkehr
- Filiale der Öffentlichen Sozialuniversität Moskau
- Filiale der Geisteswissenschaftlichen Universität der Gewerkschaftsverbände Sankt-Petersburg
- Filiale der Sibirischen Staatlichen Universität für Verkehrsverbindung
- Hochschule des Innenministeriums Russlands in Krasnojarsk
- Institut für Sozialwissenschaften Krasnojarsk
- Staatliche Agraruniversität Krasnojarsk
- Staatliche Akademie für Architektur und Bauwesen Krasnojarsk
- Staatliche Akademie für Buntmetalle und Gold Krasnojarsk
- Staatliche Medizinakademie Krasnojarsk
- Staatliche Pädagogische Universität Krasnojarsk
- Staatliche Technische Universität Krasnojarsk
- Staatliche Universität Krasnojarsk
- Staatliches Kunstinstitut Krasnojarsk
- Staatliches Ökonomisches Handelsinstitut Krasnojarsk
- Militärhochschule für Nachrichtentechnik
- Sibirische Akademie M.-F.-Reschetnew-Raumfahrtakademie
- Sibirische Staatliche Technologische Universität
- Sibirisches Institut für Business, Verwaltung und Psychologie
- Sibirisches Sozialinstitut

Söhne und Töchter der Stadt


- Andrei Makine, französischer Schriftsteller
- Jewgeni Anatoljewitsch Popow, Schriftsteller
- Alena Sidko, Skilangläuferin

Weblinks


- http://tlcom.krs.ru/
- http://krsk.freeservers.com/
- http://www.admkrsk.ru/
- http://kgs.ru/
- http://krskweb.narod.ru/homepage.html
- http://photo.newslab.ru/
- http://www.kami-krsk.ru/
- http://www.uni-marburg.de/geographie/HPGeo/personal/Opp/Mittelseminar_Sibirien/westsibirien/oberin/oberin.pdf Kategorie:Ort in Russland ja:クラスノヤルスク ko:크라스노야르스크

Nordpolarmeer

Der bis 5.449 m tiefe Arktische Ozean, der auch Nordpolarmeer, Nördliches Eismeer, Arktik (nicht zu verwechseln mit Arktis) oder Arktisches Mittelmeer genannt wird, ist mit 12,26 Mio. km² der kleinste Ozean der Erde.

Geographie

Lage

Der Arktische Ozean, der sich im äußersten Norden der Nordhalbkugel der Erde befindet, liegt im Rahmen der 4 Pole der nördlichen Hemisphäre zwischen den jeweils in südlichen Himmelsrichtungen angrenzenden Kontinenten Asien, Europa und Nordamerika. Weil er zwischen mehreren Kontinenten liegt und obgleich er wissenschaftlich betrachtet einer der 5 Ozeane der Erde ist, gilt er auch als Interkontinentales Mittelmeer. Mit dem Atlantik ist die Arktik durch das etwa 1.500 km breite Europäische Nordmeer zwischen Grönland und Nordeuropa bzw. Skandinavien verbunden sowie durch einige verwinkelte Meeresstraßen, die durch die stark zergliederte nordkanadische Inselwelt zur breiten Davisstraße westlich von Grönland führen. Mit dem Pazifik ist es nur durch die etwa 85 km breite Beringstraße verbunden.

Anrainerstaaten

Die Arktik grenzt jeweils an die nördlichen Gebiete von diesen Ländern und Landteilen: Alaska (USA), Kanada, Grönland (zu Dänemark), Island, Norwegen und Russland.

Inselwelt

Außerdem grenzt es nördlich unter anderen an diese Inseln und Inselgruppen: Banks Island, Königin-Elizabeth-Inseln, Ellesmere-Insel, Grönland, Island, Spitzbergen, Kolgujew, Franz-Josef-Land, Nowaja Semlja, Sewernaja Semlja, Neusibirische Inseln und Wrangelinsel.

Nordpol

Innerhalb des Arktischen Ozeans bzw. auf dessen Inseln liegen die 4 Pole der nördlichen Hemisphäre (Nordpol).

Daten

Der Arktische Ozean hat eine Ausdehnung von rund 12,26 Mio. km² und ist großflächig von Eis bedeckt. In der Litketief, die sich im Eurasischen Becken nördlich von Spitzbergen befindet, ist er bis 5.449 m tief.

Meeresboden

Innerhalb des Arktischen Ozeans bzw. auf dessen Meeresboden befinden sich Schwellen, Tiefseebecken und ein Meerestief. Zu den Schwellen gehören der Fletcherrücken, der Gakkelrücken, die Lomonssow-(Harris)-schwelle, die Ostsibirische Schwelle und die Tschuktschenschwelle. Die 3 großen Tiefseebecken, die sich alle im Zentrum der Arktik befinden, sind das in der Litketief bis 5.449 m tiefe Eurasische Becken, das bis 4.994 m tiefe Kanadische Becken und das bis 3.290 m tiefe Zentralarktische Becken. Das Meerestief ist die eben erwähnte Litketief, welche die tiefste Stelle der Arktik darstellt.

Nebenmeere

Zwischen Grönland und Skandinavien grenzt der Arktische Ozean an das Europäische Nordmeer (das nördlichste Randmeer des Atlantiks) und zwischen Alaska und Ostsibirien an die Beringstraße, die zum Beringmeer (das nördlichste Randmeer des Pazifiks) überleitet. Weitere eisige Nebenmeere der Arktik sind: Beaufort See, Grönlandsee, Europäisches Nordmeer (die beiden zuletzt genannten sind auch Randmeere des Atlantiks, weil sie zu diesem Ozean überleiten), Barentssee, Karasee, Laptewsee, Ostsibirische See und Tschuktschensee.

Zuflüsse

Die wichtigsten Zuflüsse von asiatischer Seite sind Ob, Jenissei, Lena und Kolyma; in Nordamerika ist dies der Mackenzie River.

Siehe auch


- Arktis
- Kap Deschnjow
- Kap Morris Jesup
- Kap Tscheljuskin
- Nordpol

Webtipps


- [http://www.wissenschaft.ag/Polarmeer.php4 Newsletter zu den Polarmeeren] Kategorie:Ozean Kategorie:Arktis ja:北極海 ko:북극해 simple:Arctic Ocean th:มหาสมุทรอาร์กติก zh-min-nan:Pak-ke̍k-iûⁿ

Mündung (Gewässer)

Als Mündung bezeichnet man die Zuflussstelle eines Fließgewässers in ein anderes Gewässer. Viele Mündungen, die in ihrem natürlichen Zustand belassen wurden, bieten einzigartige Biotope (z.B. Rhônemündung in Südfrankreich).

Mündung mit Flussdelta

Es ist möglich dass ein Fluss ein Flussdelta bildet; dabei sind diese Deltaformen oder -arten zu unterscheiden:
- Die (endgültige) Mündung eines Flusses in das Weltmeer nennt man Mündungsdelta.
- Es ist auch möglich, dass ein Fluss im Binnenland in einen See, in einen anderen Fluss oder in eine abflusslose Landschaftsform (ein Becken (über NN) oder eine Depression (unter NN) mündet; dann spricht man von einem Binnendelta. Zu dieser Delta-Art gehören auch Verzweigungen eines Flusses auf dem so genannten "Inland" in einer Niederung. Beispiele zu "Mündungen mit Flussdelta" finden Sie bei den einzelnen Mündungsformen:
- Binnendelta
- Mündungsdelta

Mündung ohne Flussdelta

Mündungsdelta Wenn ein Fluss ohne ein Delta zu bilden in eines der zuvor genannten Gewässer mündet, kann er dabei direkt einmünden oder einen Ästuar (Mündungstrichter) bilden. Dabei ist es auch möglich, dass er ebenfalls in eine abflusslose Landschaftsform (ein Becken (über NN) oder eine Depression (unter NN) oder in einen anderen Fluss im Rahmen einer Niederung mündet. Je (ein) Beispiel zu "Mündungen ohne Flussdelta"
- Elbe, Ems und Weser münden in die Nordsee (Mündungstrichter); Deutschland; Europa
- Der Jordan mündet in das Tote Meer ("Endsee", Depression); Israel, Jordanien; Asien
- Main und Neckar münden in den Rhein (Oberrheingraben, Niederung); Deutschland; Europa
- Der Truckee River mündet in den Pyramid Lake ("Endsee", Becken); Nevada; USA

Siehe auch


- Flussdelta
  - Binnendelta
  - Mündungsdelta
- Mündungsarm
- Mündungstrichter (Ästuar) Kategorie:Limnologie Kategorie:Ozeanologie

Megawatt

Watt ist die SI-Einheit der Leistung in der Physik. Sie wurde benannt nach James Watt, dem schottischen Erfinder, der durch die Verbesserung der Dampfmaschine weltberühmt wurde. Berechnung der elektrischen Leistung: : P = U \cdot I :P – elektrische Leistung, gemessen in Watt :Uelektrische Spannung, gemessen in Volt :I – elektrische Stromstärke, gemessen in Ampere Berechnung der mechanischen Leistung: :P = \frac = \int_^ F \cdot \mathrmv = \frac :FKraft, gemessen in Newton :sWeg, auf dem die Kraft wirkt, gemessen in Meter :tZeit der Kraftwirkung, gemessen in Sekunden :vGeschwindigkeit, gemessen in m/s :WArbeit, gemessen in Joule

Maßeinheiten

: \mathrm = \frac = \mathrm \cdot \frac = \frac = V\cdot A Leistung ist der Quotient aus Energie und Zeit. manchmal auch Zeit und Energie.

Beispiele

Da die Umsetzung von Energie (und somit ihre Ableitung nach der Zeit, also die Leistung) einen universellen Vorgang von der Ebene der Quarks bis zur Explosion von Supernova darstellt, umfasst die Manifestation von Leistung viele Größenordnungen. Vorsicht: Eine Kilowattstunde (kWh) ist keine Leistungseinheit, sondern eine Energieeinheit. Des Weiteren ist der umgangssprachliche Gebrauch von Kilowatt (kW) als Energieeinheit eine Quelle von Missverständnissen, Kilowatt ist eine Leistungseinheit, wie oben schon erwähnt. Ganz falsch ist auch der bei manchen beliebte Gebrauch von kWh/h als Energieeinheit.

Siehe auch


- Größenordnung (Leistung)

Weblinks

[http://www.marco-burmeister.de/index_frameaufbau.html?helferlein_hp_kw_ps Umrechnung der Leistungseinheiten hp, kW, PS (Online)] Kategorie:SI-Einheit Kategorie:Theoretische Elektrotechnik Kategorie:Leistung (Physik) ja:ワット ko:와트 simple:Watt

Kilometer

Das Meter (v. griech.: μέτρον/métron = Maß, -messer) – auch der Meter, in der Schweiz und Österreich immer der Meter – ist die SI-Basiseinheit der