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Angeln (Fischfang)
Unter Angeln versteht man die Ausübung der Fischerei mit einer Angel. Die Angel besteht im einfachsten Fall nur aus Angelschnur, Haken und Köder, im Allgemeinen jedoch noch aus der Angelrute, der Angelrolle zum Aufrollen der Schnur und dem sogenannten Vorfach, einer dünnen Schnur zwischen Hauptschnur und Haken. Als Bindeglied zwischen Hauptschnur und Vorfach werden üblicherweise Wirbel eingesetzt.
Die Angelrute ist ein Gerät, mit dem der Aktionsradius beim Angeln erweitert und das Fangen erleichtert wird. Eine Angelrute hat die Aufgabe, das Positionieren des Angelhakens mit Köder an der Angelschnur zu erleichtern, den Anhieb (Haken des Fisches) sicher zu setzen und den Fisch schnell und waidgerecht zu drillen (den Fisch ermüden) um ihn dann sicher zu landen.
Bei Angelruten unterscheidet man grundsätzlich zwischen Steck- und Teleskopruten. Moderne, hochwertige Angelruten werden aus Glasfaser und/oder Kohlefaser gefertigt. Mit Ausnahme von Stippruten, auch Kopfruten genannt, sind Angelruten mit Schnurlaufringen versehen. Angelruten können zwischen 0,45 (Eisangel-Ruten) und 14,5 Meter (Kopfruten/Wettkampfruten) lang sein.
Angelmethoden
Es gibt verschiedene Angelmethoden:
Brandungsfischen
Brandungsangeln erfolgt vom Strand oder von der Klippe aus. Dabei wird mit relativ schweren Gewichten (typisch 100-250 g) und Ruten um 4 m Länge der Köder (meist Wattwurm oder Fischfetzen) möglichst weit ausgeworfen, oft über 100 m weit. Klassische Rutenlängen sind 3,9 m und 4,2 m. Zur Steigerung der Wurfweite finden spezielle Weitwurfvorfächer Verwendung. Sie dienen hauptsächlich zur Reduzierung des Luftwiderstandes und zur Stabilisierung des Vorfaches. Da die Fliehkräfte beim Wurf so groß werden können, dass die Angelschnur überlastet wird und reißen kann, werden sogenannte Schlagschnüre erhöhter Festigkeit in doppelter Rutenlänge als Vorschnur genutzt. Der typische Zielfisch in Deutschland ist der Dorsch und die diversen Plattfische.
Feederfischen
Das Feederfischen ist eine Angelmethode, die meistens für den Fang von Weißfischen betrieben wird.
Sie verbindet die ursprüngliche Grundmontage mit einem Weg, das Grundfutter unmittelbar zum eigentlichen Köder, der auf dem Haken sitzt, zu bringen. Dies wird dadurch verwirklicht, dass man, anstatt ein normales Grundblei zu verwenden, einen Futterkorb auf die Hauptschnur zieht, der sich nach dem Auftreffen auf dem Gewässergrund leert.
Für das Feederfischen empfiehlt es sich eine besonders feine Rute mit einer entsprechend feinen Spitze zu verwenden, da sich der Biss des Fisches ausschließlich durch die Straffung der Hauptschnur und durch das "Zucken" der Rutenspitze bemerkbar macht. Die Angelgerätehersteller haben bereits seit einigen Jahren sich intensiv mit dieser Methode befasst und entsprechende Geräte entwickelt. Inzwischen gibt es eine enorme Bandbreite an Feederruten, die in jedem Fachhandel käuflich zu erwerben sind.
Fliegenfischen
Das Fliegenfischen ist eine aktive Art des Angelns. Nachdem der Zielfisch ausgemacht ist, erfolgt die Präsentation des Köders mit der Fliegenrute und Fliegenrolle. Der Köder imitiert die natürlichen Nahrung der Fische, wie zum Beispiel Insekten. Die Meistbenutzten Köder sind Fliege, Streamer und Nymphe. Fliegen sind ca. 1 cm groß und bestehen aus leichten Federn. Hier wird unterschieden zwischen Trocken- und Nassfliegen. Trockenfliegen schwimmen auf der Wasseroberfläche, Nassfliegen schwimmen im Film der Wasseroberfläche oder direkt im Wasser. Streamer sind größer als Fliegen (bis zu ca. 10 cm), sie imitieren in der Regel kleine Fische und wird meist unter der Wasseroberfläche angeboten. Nymphen werden nur unter Wasser angeboten, sie imitieren zur Wasseroberfläche aufsteigende Insekten.
Hegenefischen
Als Hegene bezeichnet man eine etwa 2 m lange Schnur, von Anglern Vorfach genannt, an deren Ende ein Senkblei ist. Seitlich gehen bis zu fünf kürzere Schnüre, in der Höhe versetzt ab, an denen sogenannte Nymphen, das sind Köder in Fliegenlarvenform angebracht werden. Es wird also mit mehreren Ködern gleichzeitig gefischt.
Es gibt zwei Arten, mit der Hegene zu fischen: Bei der direkten Methode wird die Hegene mit der Rute langsam angehoben und dann schnell wieder abgesenkt. Durch die Bewegung soll der Fisch angelockt werden.
Bei der Schwimmermethode wird die Hegene unter eine Schwimmer/Posenmontage montiert, die Köder treiben somit in verschiedenen Höhen im Wasser und erhöhen die Wahrscheinlichkeit daß ein Fisch anbeißt.
Karpfenangeln (Carpfishing)
Karpfenangeln ist der spezialisierte Fang von Karpfen (engl. Carp).
Der meist benutzte Köder ist der so genannte Boilie, eine gekochte Teigkugel welche in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich ist, z. B. in Erdbeer, Banane, Scopex und Birdfood. Aber auch Mais, Tigernüsse, Erdnüsse und gekochte Kartoffeln sind beliebte und mehr oder weniger gute Köder.
Üblich ist, die gefangenen Fische nicht zu töten, sondern sie nach schonendem Wiegen und Vermessen zu fotografieren und wieder in ihr Element zu entlassen. Diese Methode wird als "Catch and Release" bezeichnet und ist in der Bundesrepublik Deutschland aus Tierschutzgründen untersagt. (Das "Catch and Release" an sich ist nicht verboten ... lediglich das Zufügen länger anhaltendem Leids durch das Fotografieren zum Zweck der Selbstdarstellung verstößt gegen das Tierschutzgesetz!) Damit sich die Tiere nicht verletzen, werden besondere Methoden angewandt. So kommen zum Beispiel fischhautschonende Keschernetze, Abhakmatten und besondere Hakenmontagen (z. B. Haken ohne Widerhaken) zum Einsatz.
Eine Besonderheit ergibt sich durch den langwierigen Ansitz. Oft verbringt der Karpfenangler mehrere Tage und Nächte am Wasser damit, auf einen Biss zu warten. Um Bisse in der Nacht nicht zu versäumen, gibt es so genannte elektronische Bissanzeiger, welche bei einem Biss einen mehr oder weniger lauten Ton erzeugen. Mittlerweile gibt es außerdem viel Ausrüstung, die auch andere Angelbereiche erobert hat, um das lange Ansitzen und Warten erträglicher zu machen.
Meeresfischen
In Nordeuropa werden auf hoher See u. a. Dorsch, Hering und Makrele geangelt. In Küstennähe sind je nach Saison auch Hering, Meerforelle und Hornhecht zu beangeln.
Schleppfischen
Als Schleppfischen bezeichnet man das Angeln mit einer Angelrute in einem fahrenden Boot (Motor- oder Muskelbetrieben), wobei der nachgeschleppte Köder durch die Geschwindigkeit des Bootes in Bewegung gerät. Auf diese Art werden vorzugsweise Raubfische geangelt.
Spinnfischen
Spinnfischen, auch Spinnen genannt (aus dem Englischen to spin) ist eine Art des Angelns, bei der überwiegend Kunstköder wie Blinker, Wobbler, Weichplastikköder (Twister und Shads) oder eben Spinner eingesetzt werden. Vibrationen und optische Reize beim Einholen der Köder verleiten Raubfische anzubeißen. Spinnfischen wird vom Boot oder vom Ufer aus praktiziert.
Es ist eine Kunst für sich den Köder richtig zu führen, ob man kurze Stops einlegt oder einfach schnell einholt. Bei dieser Methode wird in aller Regel nicht lange an einem Platz verharrt, sondern das Gewässer wird nach beisswillligen Fischen abgesucht.
Stippfischen
Das Stippfischen ist eine Angeltechnik, bei der eine Rute ohne Rolle benutzt wird.
Die Schnur wird an der Spitze montiert und sollte nicht länger als die Rute selbst sein. Die Rute kann eine Länge von 3 m bis 16,5 m haben. Diese Methode wird hauptsächlich zum Fang von Weißfischen benutzt.
Um den Biß eines Fisches deutlich zu erkennen, werden hier feine Schwimmer (auch Posen genannt) als Bißanzeiger eingesetzt.
Des Weiteren ist das Angeln mit verkürzter Schnur eine weitere beliebte Variante des Stippfischens.
Die Schnur ist am oberen Ende einer 9 bis zu 16 Meter langen Rute montiert, reicht allerdings nur bis zum 4. oder 5. Teil der meist steckbaren Kopfrute. Durch die kürzere Schnur, meistens 1 m mehr als der Gewässergrund, wird ein genaueres Führen des Köders erzielt, da man auf einer Entfernung von 9 bis 13 Metern direkt unter der Rutenspitze angeln kann. Um die Fluchten des gehakten Fisches abzufangen, ist dazu meist ein Gummizug in die oberen 2-3 Teile eingezogen.
Dieser übernimmt im Drill die Funktion eines Puffers, ähnlich der Bremse beim angeln mit der Stationär-Rolle.
Eisangeln
Unter Eisangeln versteht man das Angeln im Winter auf zugeforeren Gewässern. Dazu wird mittels eines Eisbohrers ein Loch in das tragende Eis gebohrt und dann entweder nur mit Schnur oder einer kurzen Rute geangelt.
Rutenarten
- Bologneserute
- Eisangelrute
- Fliegenrute
- Feederrute
- Grundangelrute
- Karpfenrute (Boilierute)
- Matchrute
- Pilkrute
- Spinnrute
- Stipprute (Kopfrute)
- Tori-Leinen
Diese Rutenarten lassen sich noch in sogenannte Steck- oder Teleskopruten untergliedern.
Auch im gewerblichen Fischfang wird das Angeln als Fischfangmethode genutzt, insbesondere durch die Langleinenfischerei (Angeln mit Schnur und Haken, z. B. sogenannte Aalschnüre) oder durch die Thunfischerei (Angeln mit Rute, Schnur und Haken).
Rechtliche Aspekte
Das Angeln unterliegt grundsätzlich dem Landesfischereigesetz und der Landesfischereiordnung.
Zur Ausübung benötigt man einen gültigen Fischereischein ("Angelschein"), diesen erhält man nach bestandener Fischerprüfung auf Antrag bei der Bezirksregierung und einen Fischereierlaubnisschein, dieser wird vom Fischereirecht-Inhaber ausgestellt ("Eigentümer des Gewässers"). Neben dem Landesfischereigesetz sind für Angler auch noch die folgenden Gesetze und Verordnungen von Relevanz: Tierschutzgesetz, Bundesartenschutzverordnung, Tierschutz-Schlachtverordnung, Bundesnaturschutzgesetz.
Wirtschaftliche Bedeutung
Die wirtschaftliche Bedeutung der Freizeitfischerei ist in Deutschland etwa ebenso groß wie die des gewerblichen Fischfangs. Nach Schätzungen setzen Unternehmen, die mit Freizeitfischerei beschäftigt sind, in der Bundesrepublik jährlich 6,4 Milliarden Euro um. Sie beschäftigen dabei 52.000 Arbeitnehmer. Die meisten dieser Arbeitsplätze sind in der Nahrungs- und Futtermittelindustrie, im Einzelhandel und in der Fischerei (z. B. Fischzuchtbetriebe) sowie im Beherbergungs- und Gaststättengewerbe anzusiedeln. Am beliebtesten ist das Angeln in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, wo nach Schätzungen in jeweils 22-23 % der Haushalte mindestens eine Person aktiver Angler ist. Wieviele Angler es genau gibt, ist unbekannt. Eine Million Menschen sind in Deutschland in einem Verein organisiert, laut einer Umfrage des Allensbacher-Instituts sagen rund fünf Millionen Deutsche, sie würden ab und zu oder regelmäßig angeln. Ungefähr 94 % der deutschen Angler sind männlich, eine ähnliche Quote gilt in der Schweiz. 2002 angelten sie etwa 45.000 Tonnen Fisch; die gewerbliche See- und Flussfischerei fing in derselben Zeit etwa 4.000 bis 7.000 Tonnen.
Angelzubehör
- Abhakmatte
- Angelgerätekoffer, -tasche
- Bissanzeiger
- Gaff
- Hakenlöser
- Rod-Pod:
:Eine Auflage für die Angelruten während des angelns, die mit einem elektronischen Sensor zur Bissanzeige ergänzt werden kann
- Setzkescher:
:Aufbewahrungsnetz in der Angelfischerei um Fische im Wasser schonend darin aufzubewahren fachlich "hältern" genannt.
- Unterfangkescher:
:Ein feinmaschiges Netz mit einem Stiel um Fische schonend aus dem Wasser zu entnehmen. In der Angelfischerei "landen" genannt.
Siehe auch
Hobby, Gewässer, Anglerlatein
Weblinks
- [http://www.carp.de/start.shtml Carp.de] Informationen und Hilfen zum Thema Karpfenangeln
- [http://www.carpermania.de/ Carpermania.de] Modernes Karpfenangeln
- [http://www.barsch-alarm.de barsch-alarm.de]Informationen rund ums Barsch angeln
- [http://home.intergga.ch/til Spinnfischen auf Raubfische] Fischarten, Köder, Gewässer, Gerät, Methoden
- [http://www.dersportfischer.de/ Nachschlagbuch für Angelgeräte, Fischereimethoden und Sportfischerprüfung]
- [http://www.fisherfriendsaustria.at/ Österreichs erster Anglerverein zur Erhaltung von Kultur und Brauchtum]
- [http://www.catfish-saone.de/ Catfish-Saône.de] Informationen rund um das Wallerangeln in Europa
- [http://www.blinkern.de/ blinkern.de] Informationen zum Angeln auf den Bodden um Rügen
Kategorie:Angeln
Kategorie:Fanggerät
ja:釣り
simple:Fishing
AngelschnurBei der Angelschnur unterscheidet man grundsätzlich zwischen monofiler, geflochtener und Fliegenschnur. Die geflochtene Schnur aus Dyneema (auch HPPE oder Spectra genannt, ein Polyethylen) ist bei gleichem Durchmesser viel belastbarer als monofile Schnur, kann sich jedoch kaum ausdehnen, was zum Einen ein Vorteil wegen des direkteren Kontaktes ist, zum Anderen aber auch ein Nachteil durch die fehlende Pufferung beim Drill darstellt.
Zum Spinnfischen werden, da dort immer auf (große) Raubfische gefischt wird, meistens geflochtene Schnüre verwendet, um schneller und effektiver anschlagen zu können, aber auch bei der Köderführung und Bisserkennung ergeben sich durch die geringe Dehnung Vorteile.
Ein weiterer Nachteil der geflochtenen Schnur ist ihr ovaler Durchmesser, durch welchen sich diese Schnüre beim Aufwickeln auf der Stationärrolle schneller als monofile Schnüre verdrallen, mittlerweile gibt es aber annähernd rund geflochtene Produkte.
Weiterhin gefrieren geflochtene Schnüre bei Temperaturen unter 0 Grad, wenn sie sich mit Wasser vollgesogen haben, moderne Schnüre sind deshalb oft imprägniert und/oder beschichtet.
Siehe auch: Fliegenfischen, Solin (Angelschnur)
Kategorie:Angeln
KöderEin Köder dient dazu, ein Tier anzulocken, um es zu fangen oder zu töten.
In der Regel ist der Köder etwas Essbares ( Naturköder ) oder täuscht es zumindest vor ( Kunstköder ). Am häufigsten wird der Begriff im Zusammenhang mit dem Angeln verwendet, wo der Köder den Fisch an den Haken locken soll. Tierfallen können auch beködert werden.
Im übertragenen Sinn kann man auch Menschen Ködern, indem man ihnen ein verlockendes Angebot macht, um sie zu etwas zu bringen, was einem selbst dann zum Vorteil gereicht.
Namensträger
Sieger Köder, Priester und Maler ( - 1925)
Kategorie:Angeln
AngelrolleDie Angelrolle ist ein Schnurdepot, das die Angelschnur für den Wurf frei gibt. Der Prototyp war im Rollenbau die Grundrolle. Der Gebrauch war im Vergleich zu modernen Angelrollen umständlich. Rollen ähnlicher Bauart sind wesentlich größer. Angelschnur
Es gibt drei verschiedene Arten von Rollen:
- Stationärrollen
- Multirollen
- Fliegenrollen
Siehe auch: Freilaufrolle
Kategorie:Angeln
VorfachMit Vorfach bezeichnet man beim Angeln die Schnur vom Haken bis zur Hauptschnur. Die Stärke ist normalerweise 0,05 bis 0,1 mm dünner als die Hauptschnur.
Es gibt unterschiedliche Stärken der Vorfächer:
- Monofilvorfach (normale Angelschnur)
- Stahlvorfach (für Raubfische, damit sie die Schnur nicht durchbeissen)
- Schockvorfach (beim Meeresangeln)
- Fliegenvorfach (beim Angeln mit künstlichen Fliegen).
Kategorie: Angeln
Wirbel (Angeln)Im Bereich des Fischfangs bilden Wirbel einen wichtigen Teil der Ausstattung einer Angelrute. Sie werden üblicherweise als Bindeglied zwischen Hauptschnur und Vorfach eingesetzt.
Funktion
In den meisten Fällen verfügen Wirbel über eine drehbare Lagerung und sind an einem Ende mit einer Öse (Schnurseite) zur Befestigung der Angelschnur und am anderen mit einem Karabinerhaken zur Anbringung des Vorfachs versehen. Die Angelschnur wird mit Hilfe eines Knotens an der Öse fixiert. Das Vorfach kann in der Regel einfach eingehängt werden, da es meist bereits über eine Schlaufe zu diesem Zweck verfügt. Wirbel verhindern, dass sich die Angelschnur im Falle eines Bisses während des Einholens des Fisches verdreht, da sich diese dann oftmals vielfach umher winden.
Ausführung
Wirbel gibt es in verschiedensten Ausführungen, jeweils abgestimmt auf die jeweiligen Angelmethoden oder Zielfische. Sie unterscheiden sich meist durch Grösse und Stabilität (bzw. Tragkraft), es gibt allerdings auch abweichende Bauformen. So existieren zum Beispiel spezielle Hochseewirbel, um den dort auftretenden Belastungen stand zu halten. Andere spezielle Bauformen sind kugelgelagerte Wirbel, im Gegensatz zu der sonst üblichen Lagerung durch eine einfache Drehachse. Doppelwirbel verfügen an beiden Seiten über einen Karabinerhaken statt über eine Öse und nur einem Karabinerhaken. Wirbel sind meist aus Metall, hier kommen zum Beispiel Messing oder verschiedenste andere Legierungen zum Einsatz.
Sonstiges
Wirbel sind in nahezu jedem Fischereifachgeschäft erhältlich. Zur Verbindung der Hauptschnur mit der Öse des Wirbels werden unterschiedlichste Knoten verwendet. Hier sind zum Beispiel der Clinch-, Grinner- und Trilenenknoten zu nennen.
Siehe auch
- Angeln (Fischfang)
- Hobby
- Fischerei
Kategorie: Angeln
AngelruteNoch vor 150 Jahren waren Angelruten bis zu einer Länge von 5 m aus Weide, Haselnuß oder Wacholder gefertigt.
Zum Beispiel begann die eigentliche Entwicklung der Fliegenruten im Anschluss an die "Haselnuß-Ära" etwa um 1840, als findige Engländer exotische Harthölzer für den Rutenbau entdeckten, nämlich die Holzsorten Lancewood und Greenheart. Beide Arten hatten sich bereits jahrelang im Schiffsbau bewährt und wurden in großen Mengen von den Westindischen Inseln, vor allem aber aus Britisch Guyana, importiert.
Der grosse Schritt, der erst seit einigen Jahren als wirklich vollendet angesehen werden kann, gelang dabei einem gewissen Herrn Higginbotham, der geschnittene Spleißen in Dreiecksform, aus den oben genannten Hölzern, verleimte und somit drei- bzw. vierspließige Rutenkonstruktionen herstellte und damit die gewachsenen Ruten ablöste. Diese Konstruktion erlangte erstmals die Fähigkeit, eine Leine zu werfen, was durch Gwichtsveringerung und Reduzierung der Kopflastigkeit erreicht wurde.
Von da an ist die Entwicklung schnell vorangeschritten und in den USA und England sind fast gleichzeitig die ersten sechsspließigen Ruten aus Bambus hergestellt worden.
Heute haben Materialien wie Kohlefaser, Kevlar und glasfaserverstärkte Kunststoffe, sowie die Mischung derer, bei der Wicklung einer Rute den Hauptmarktanteil eingenommen.
Nur in der Königsklasse der Angelfischerei, dem Fliegenfischen, finden die gespliesten Ruten noch gerne Verwendung.
Den Vorzug erhält hierbei jedoch das Rohmaterial aus der chinesischen Provinz Tonkin.
Eigenschaften
Das Biegeverhalten ist eines der wichtigsten Kriterien einer Angelrute, die sogenannte Aktion.
- Spitzenaktion: Die Rutenspitze ist weicher im Aufbau als der Rest der Rute
- Semiparabolische Aktion: Die obere Hälfte ist weicher im Aufbau
- parabolische Aktion: Der Aufbau der Rute ist so gestaltet, daß sie sich gleichmäßig bis zum Handteil krümmt.
Grundsätzlich kann man sagen: Je gleichmäßiger das Biegeverhalten einer Rute ist, um so höher ist die Belastbarkeit der Rute.
Kategorie:Angeln
Fisch
Fische (Pisces) sind wechselwarme fast ausschließlich im Wasser lebende Wirbeltiere mit Kiemen. Etwa die Hälfte aller Wirbeltierarten sind Fische, die ältesten bekannten Fossilien sind rund 450 Millionen Jahre alt. Man unterscheidet speziell Knorpelfische (Chondrichthyes), zu denen unter anderem die Haie und Rochen zählen und Knochenfische (Osteichthyes), die alle anderen Fische umfassen. Zwei weitere Fischtaxa, die Panzerfische (Placodermi) und die Stachelhaie (Acanthodii) sind ausgestorben.
Das mit Fischen befasste Forschungsgebiet heißt Ichthyologie.
Körperbau und -funktionen
Form
Die Körperform der Fische ist je nach Lebensweise mehr oder weniger lang gestreckt - schnelle Schwimmer sind torpedoförmig, bodenlebende Arten abgeplattet, Arten die in Riffen oder Tangwäldern leben, seitlich zusammengedrückt. Die Größe ausgewachsener Fische schwankt, je nach Art, zwischen kaum mehr als einem Zentimeter und 18 Metern.
Knochenbau
Tangwäldern
Das Skelett besteht aus Knorpel (Knorpelfische) oder Knochen (Knochenfische). Am Schädel befindet sich das Kiemenskelett aus vier bis sieben Kiemenbögen, von denen der vordere zum Unterkiefer umgebildet ist. Die Wirbelsäule ist mit dem Schädel verbunden. In der Rumpfregion tragen die Wirbel Rippen, über die ganze Länge Dornfortsätze auf der Rückenseite, im Schwanzbereich auch auf der Bauchseite. In den Muskelscheiden von Knochenfischen befinden sich häufig Gräten aus verknöchertem Bindegewebe. Zur Steuerung und Fortbewegung dienen die Flossen, die bis auf die Fettflossen (bei Lachsen, Salmlern, Welsen) mit knochigen Flossenstrahlen (Radien) verstärkt sind. Brust- und Bauchflossen sind paarig und mit dem Schulter- beziehungsweise - Beckengürtel verbunden. Die unpaarigen Rücken, Schwanz- und Afterflossen sind über Flossenträger (Radiale) mit der Wirbelsäule verwachsen. Die bei manchen Arten zwischen Rücken- und Schwanzflossen gelegenen Fettflossen verfügen über kein Skelett, können aber hornartig verstärkt sein. Zur Fortbewegung dient - zusammen mit einer seitlich schlängelnden Körperbewegung - vor allem die Schwanzflosse. Einige Arten bewegen sich jedoch auch überwiegend mittels der Brustflossen fort und nutzen die Schwanzflosse lediglich als Ruder.
Haut
Die Haut der Fische besteht aus zwei Schichten: der bindegewebshaltigen Lederhaut, in der sich Schuppen und Farbzellen befinden, und der mit Schleimdrüsen versehenen Oberhaut. Der Schleim verringert den Strömungswiderstand, da er die Grenzgeschwindigkeit für die Entstehung von Turbulenzen heraufsetzt. Des Weiteren hat der Fischschleim eine schützende Wirkung auf die Schuppen und die darunterliegende Haut, da er antibakteriell wirkt. Bei Knorpelfischen übernehmen winzige, zahnartige Placoidschuppen eine vergleichbare Funktion.
Kreislauf und Atmung
Fische haben einen geschlossenen Blutkreislauf mit einem nahe an den Kiemen gelegenen, einfachen Herz, das aus einem Vorhof und einer Herzkammer besteht. Es pumpt venöses Blut direkt in die Kiemen, die aus zahlreichen, mit Kapillaren durchzogenen Blättchen, feinen Hautausstülpungen, bestehen. Die Kiemen nehmen über ihre große Oberfläche gelösten Sauerstoff aus dem Wasser auf und geben ihn an das Blut weiter. Die sehr hohe Effektivität der Sauerstoffaufnahme über die Kiemen (bis zu 70% des verfügbaren Sauerstoffs) kann auf das Prinzip des Gegenstromaustauschers in den Kiemen und die sehr hohe Affinität von einigen Fischhämoglobinen zu Sauerstoff zurückgeführt werden. Bei Knochenfischen sind die Kiemenspalten durch hornartige Kiemendeckel (Operculum) verdeckt. Durch die Absenkung des Mundbodens und das gleichzeitige Abheben des Kiemendeckels kommt es zu einem Einstrom von Wasser durch das Maul. Membranen an den Kiemendeckeln verhindern einen Einstrom des Wassers. Beim Auspressen schließt sich im vorderen Maulbereich eine Klappe und das Wasser wird durch die Kiemenspalten nach hinten ausgepresst. Knorpelfische, deren Kiemenspalten von außen sichtbar sind, müssen sich dagegen ständig mit geöffnetem Maul bewegen, damit das Wasser an den Kiemen entlang strömen kann.
Bei einigen Knochenfischen (beispielsweise Aalen) ist die Kiemenhöhle nur durch eine kleinen Spalt nach außen geöffnet, wodurch die Kiemen auch auf dem Trockenen eine gewisse Zeit feucht und damit funktionsfähig bleiben. Einige mehr oder weniger amphibisch lebende Fischarten verfügen über weitere Atmungsorgane: Schlammspringer können Luftsauerstoff durch Hautatmung aufnehmen. Verbreiteter ist die Darmatmung, beispielsweise beim Schlammpeitzger, dabei wird Luft geschluckt, der Gasaustausch findet an den Wänden des stark durchbluteten Vorderdarms statt. Einige Fische (Labyrinthfische) atmen auch Luft, indem sie Ausstülpungen im Kopfbereich zur Aufnahme von Sauerstoff aus der Luft nutzen. Fischen, deren Schwimmblase noch mit dem Darm verbunden ist, wie den Knochenhechten, dient auch die Schwimmblase zur Luftatmung. Bei Flösselhechten und Lungenfischen haben sich diese Darmausstülpungen bereits zu Lungen entwickelt.
Schwimmblase
Bei den meisten Fischarten hat die Schwimmblase die Funktion, das spezifische Gewicht (die Dichte) zu regulieren, so dass sie ohne Kraftanstrengung im Wasser schweben können oder nur sehr langsam zu Boden sinken. Hervorgegangen ist sie aus einer Ausstülpung an der Oberseite des Darmeingangs; sie kann, wie bei den Karpfen, noch mit ihm verbunden sein oder (physiostom), wie bei den Barschen, vom Darm getrennte Kammern bilden (physioklist). Zur Regulierung des spezifischen Gewichts werden Gase (Sauerstoff, Kohlendioxid, Stickstoff) aus dem Blut über die so genannte Gasdrüse oder einen Verbindungsgang zum Darm, den ductus pneumaticus in die Schwimmblase abgegeben. Zur Leerung der Schwimmblase gelangt das Gas entweder über den ductus pneumaticus in den Vorderdarm oder über einen stark durchbluteten Bereich in der Schwimmblasenwand, das oval, wieder zurück ins Blut. Knorpelfischen, aber auch bodenlebenden oder besonders gut schwimmenden Knochenfischen fehlt die Schwimmblase – sie sinken zu Boden, wenn sie sich nicht bewegen.
Nervensystem und Sinnesorgane
Das Nervensystem ist einfach, das Gehirn klein, eine Großhirnrinde fehlt. Der Geruchssinn der Fische ist sehr ausgeprägt, Nasen- und Mundhöhle sind voneinander getrennt. Die Ohren bestehen aus geschlossenen, flüssigkeitsgefüllten Blasen, bei einigen Arten sind sie durch bewegliche Knochen mit der Schwimmblase verbunden. Im Aufbau ähneln sie dem Innenohr des Menschen. Die meisten Fischarten können Signale unterhalb 1 kHz wahrnehmen, einige haben ihr Hörvermögen durch spezielle Strukturen verbessert und den Hörbereich bis 5 oder mehr kHz erweitert. Die Augen haben eine starre Linse, die auf Nahsicht fokussiert ist. Sie nehmen auch ultraviolettes Licht wahr. Besonders bei bodenlebenden Fischen ist der Tastsinn gut entwickelt. Vor allem an Lippen und Barteln befinden sich in der Oberhaut Sinneszellen, die Berührungsreize übertragen. Als "sechsten Sinn" verfügen Fische über Organe zur Wahrnehmung von Wasserströmungen, die Seitenlinienorgane, die sich seitlich etwa in der Mitte über einen Großteil der Körperlänge erstrecken. Sie bestehen aus einer Reihe von Hauteinstülpungen, in denen sich Sinneszellen mit Sinneshaaren befinden, die durch Strömungsveränderungen bewegt werden.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzungsorgane der Fische befinden sich seitlich und oberhalb des Darms. Die Befruchtung findet bei den meisten Arten ohne Kopulation statt, stattdessen wird der weibliche Rogen (die Eier) und die männliche Milch (der Samen) etwa gleichzeitig ins Wasser abgesetzt. Dabei schwankt die Anzahl der Eier extrem: Störe legen mehrere Millionen, die brutpflegenden Stichlinge nicht mehr als hundert. Bei brutpflegenden Arten sind es häufig die Männchen, die die Pflege übernehmen. Einige Fischarten haben kein genetisch bestimmtes Geschlecht, es prägt sich erst durch den Kontakt mit Partnern oder durch Umweltbedingungen aus und kann mehrmals gewechselt werden. Es gibt auch Fische, die über Kopulationsorgane verfügen, wie beispielsweise Haie. Solche Fische sind häufig lebendgebärend.
Benennung
Der weibliche Fisch heißt Rogner und der männliche wird Milchner genannt.
Systematik
Die Fische sind ein paraphyletisches Taxon, das bedeutet, dass die Gruppe nicht alle Nachkommen des gemeinsamen Vorfahren aller Fische umfasst. Es fehlen nämlich die Landwirbeltiere (Tetrapoda), die eigentlich eine Untergruppe der Knochenfische darstellen. So sind beispielsweise die Quastenflosser und Lungenfische enger mit den Landwirbeltieren verwandt als mit anderen Fischen. Aus kladistischer Sicht sind die Fische daher kein gültiges Taxon mehr, da nach dieser Methode nur monophyletische Gruppen anerkannt und benannt werden. Die Wikipedia folgt hier aber der traditionellen Systematik. Die Fische lassen sich dann am besten als Ausschlusstaxon definieren: Fische sind alle Kiefermäuler, die keine Landwirbeltiere sind.
Grundsätzlich nicht zu den Fischen gehören die Kieferlosen (Agnatha), wie beispielsweise die Neunaugen, die dennoch manchmal im populären Sprachgebrauch als "Fische" bezeichnet werden.
Neunaugen
Fische und der Mensch
Der Fisch wird im Christentum als Sinnbild Jesu Christi benutzt. Oft wird der Name mit den Buchstaben des griechischen Wortes für Fisch (Ichthys) gedeutet:
J(esus) Ch(ristos) Th(eou) Y(ios) S(oter) (dt. „Jesus Christus, Gottes Sohn, der Erlöser“).
In wirtschaftlicher Hinsicht bedeutend ist die Fischerei, aber auch der Handel mit Zierfischen. Beide können jedoch die Fischbestände bedrohen, die zudem auch durch die Einleitung von Schadstoffen in ihren Lebensraum gefährdet sind; eine zu starke Belastung kann zu Fischsterben führen. Auf die ökologische Gefährdung der Fische soll die regelmäßige Ausrufung je einer Art als Fisch des Jahres aufmerksam machen.
Siehe auch: Systematik der Knorpelfische, Systematik der Knochenfische
Literatur
- K. A. Frickhinger: Mergus Fossilien-Atlas Fische. Eine bibliophile und ichthyologische Kostbarkeit, Mergus Verlag 1991
- H. Gebhardt, A. Ness: Fische, BLV-Verlag, München, 2005. ISBN:3-405-15106-6.
Weblinks
Systematik der Knochenfische]
- [http://filaman.uni-kiel.de/search.php?lang=German FishBase Datenbank Alle Fischarten (27 000)]
- [http://www.fischdb.de/ FischDB - Fischdatenbank, enthält biochemische Daten]
- [http://www.starfish.ch/Korallenriff/Physiologie.html Fische - Anatomie]
- [http://www.tierreich.de/tierreich/fische/_allgemein/einleitung/d_default.asp Informationen sowie Bilder rund um die Fischwelt ]
- [http://www.pivi.de Rote Liste, Literatur und Datenbank zu einheimischen Fischen, Neunaugen und Krebsen]
- [http://www.senckenberg.de/root/index.php?page_id=283 Informationen zu Fischen] aus dem Naturmuseum Senckenberg, Frankfurt am Main
- [http://www.zierfischverzeichnis.de Datenbank Zierfische + Forum (auf deutsch)]
- [http://www.fischederurzeit.de.vu Fische der Urzeit]
ja:魚類
ko:물고기
ms:Ikan
simple:Fish
th:ปลา
zh-min-nan:Hî
!
WaidgerechtigkeitWaidgerechtigkeit nennt man einen gewissen Kanon an Normen und Regeln, die für jeden verantwortlichen Jäger oder Angler gelten sollten. Dies umfasst unter anderem die Hege des Wildes oder der Fischbestände und den Verzicht auf bestimmte als grausam geltende Jagd- bzw. Angelmethoden.
Viele zunächst aus Übereinkunft getroffene Normen haben sich später in schriftlicher Form in Gesetzen oder anderen Verordnungen durchgesetzt.
Häufig wird kritisiert, dass Waidgerechtigkeit kein klar definierter Begriff sei, so dass jeder Jäger oder Angler sie selbst interpretieren könne und sich stets auf sein angeblich "waidgerechtes" Handeln berufen könne.
Kategorie:Jagd - Angeln
StippruteDie Stipprute ist eine Angelrute, die nur zum Friedfischen verwendet wird.
Sie ist bis zu 11 - 13 Metern lang und hat das besondere Kennzeichen, dass sie keine Schnurlaufringe hat.
Die Schnur selbst wird mit einem kleinen Aufsatz an der Spitze der Stipprute befestigt und ist immer genau so lang
wie die Rute.
Meistens benutzt man die Stipprute im Zusammenhang mit einer Pose bzw. einem Schwimmer.
kategorie:Angeln
kategorie:Fanggerät
Wattwurm--Zaungast 19:55, 18. Okt 2005 (CEST)
Der Wattwurm (Arenicola marina) gehört zur Klasse der Vielborster.
Der rotbraune Wurm wird etwa 20 bis 40 cm lang und etwa fingerdick.
Er lebt in 20-30 cm tiefen Röhren in J- oder U-Form im Wattenmeer und ernährt sich von organischen Stoffen, die er aus dem Schlick aufnimmt. Etwa alle 45 Minuten kommt er an den Eingang seiner Röhre und stößt Kot aus, der als spaghettiförmiger Sandhaufen den Eingangsbereich seiner Röhre markiert.
Wattenmeer
Kategorie:Wirbellose
Plattfische
Plattfische (Pleuronectiformes) sind eine Ordnung der Knochenfische mit über 500 Arten, die durch ihren besonderen Körperbau auffallen. Ihr Körper ist bei den erwachsenen Tieren seitlich stark abgeplattet, so dass sie sehr gut auf dem Bodengrund liegen können. Die beiden Augen befinden sich auf der gefärbten Oberseite, während die Tiere auf ihrer blinden, blassen Flanke liegen. Die Rücken- und Afterflosse sind zu einem Flossensaum ausgebildet. Plattfische bewegen sich mit wellenförmigen Bewegungen des ganzen Körpers fort. Bemerkenswert ist ihre sehr gute farbliche Anpassungsfähigkeit an die Umgebung.
Knochenfische
Als Larven haben Plattfische eine normale bilateral-symmetrische Körperform und schwimmen aufrecht im offenen Wasser. Im Laufe des Wachstums wandert ein Auge auf die später obere Körperseite, die beginnt, eine dunklere Färbung anzunehmen und die Schädelknochen verschieben sich in dieselbe Richtung. Dabei wandert das Auge bei Butten immer auf die linke Seite, bei Schollen und Seezungen meist auf die rechte. Während dieser Metamorphose flacht auch der Körper ab und bei den meisten Arten bildet sich die Schwimmblase zurück. Dann gehen die Jungfische zur typischen Lebensweise von Grundfischen über.
Plattfische kommen in praktisch allen Meeren vor, einige Arten auch im Süßwasser. Flundern leben im Meer, wandern aber auch große Flüsse wie Rhein und Elbe hinauf.
Familien
- Amerikanische Seezungen (Achiridae)
- Südflundern (Achiropsettidae)
- Butte (Bothidae)
- Citharidae
- Hundszungen (Cynoglossidae)
- Linksaugen-Flunder (Paralichthyidae)
- Schollen (Pleuronectidae)
- Psettodidae
- Samaridae
- Steinbutte (Scophthalmidae)
- Zungen (Soleidae)
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ja:カレイ目
KöderEin Köder dient dazu, ein Tier anzulocken, um es zu fangen oder zu töten.
In der Regel ist der Köder etwas Essbares ( Naturköder ) oder täuscht es zumindest vor ( Kunstköder ). Am häufigsten wird der Begriff im Zusammenhang mit dem Angeln verwendet, wo der Köder den Fisch an den Haken locken soll. Tierfallen können auch beködert werden.
Im übertragenen Sinn kann man auch Menschen Ködern, indem man ihnen ein verlockendes Angebot macht, um sie zu etwas zu bringen, was einem selbst dann zum Vorteil gereicht.
Namensträger
Sieger Köder, Priester und Maler ( - 1925)
Kategorie:Angeln
GrundbleiIn der Angelei werden Grundbleie benutzt, um Angelköder auf dem Grund eines Gewässers anzubieten. Des Weiteren werden Bleigewichte dazu eingesetztwie zum z.b 20,30 oder sogar 80g ,damit kann man den Köder möglichst weit in das Gewässer werfen .Es handelt sich dabei um Körper, die wegen ihrer hohen Dichte weder schwimmen noch im Schwebezustand verharren, sondern auf Grund sinken. Meist sind diese tatsächlich aus Blei gefertigt.
Kategorie: Angeln
FliegenruteAls Fliegenrute oder Flugangel wird eine Angelrute bezeichnet, die zum Angeln mit der künstlichen Fliege verwendet wird.
Fliegenruten weisen unter anderem eine im Vergleich zu Spinnruten eher parabolische Aktion auf, da mit ihrer Hilfe die schwere Fliegenschnur durch das "Werfen" die erwünschte Distanz zwischen Fischer und meist federleichten Fliege erreicht wird.
Klassifizierung von Fliegenruten
Fliegenruten werden in AFTMA-Klassen (Amerian Fishing Tackle Manufacturers' Association) entsprechend der mit der jeweiligen Rute werfbaren Schnurklassen, eingeteilt. Weiter gibt es eine Einteilung in Einhand- und Zweihandruten. Letztere werden vorzugsweise zum Angeln auf große und kampfstarke Fische, wie etwa den atlantischen Lachs verwendet.
Materialien
Heutige Fliegenruten werden meist aus Kohlefaser gefertigt, gelegentlich wird auch noch Hohlglas verwendet, das allerdings schwerer und in der Aktion langsamer ist. Einige Fliegenfischer/Innen fischen mit Ruten aus gespleißtem (gespliesstem) Bambus(Bambusart Arundinaria Amabilis mit besonders vielen Fasern), diese verfügen aber über eine andere Aktion (Biegungskurve) und verlangen eine angepasste Wurftechnik. Noch heute werden gespliesste Ruten aus Bambus gebaut, die Aktionen entsprechen meist aber den heutigen Anforderungen der Fliegenfischer/Innen und sind insgesamt steiffer und schneller.
Kategorie: Angeln
Karpfen
Der Karpfen (Cyprinus carpio L.) ist eine Fischart aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae). Zu dieser Fischgruppe gehören etwa 1500 Arten.
Herkunft, Vorkommen und Zuchtformen
Ursprünglich stammt der Karpfen aus Asien, die Römer brachten ihn nach Europa. Im Mittelalter wurde er von Mönchen auch im nördlichen Europa eingebürgert. Karpfen sind beliebte Speisefische, in Deutschland insbesondere zu Weihnachten und Silvester. Die Karpfenzucht erfolgt in Teichen, beispielsweise bei Reinfeld in Holstein. Besonders in Franken (größte Karpfenzucht in Mitteleuropa), in der mittleren Oberpfalz im Landkreis Schwandorf sowie im Oberpfälzer Stiftland (Landkreis Tirschenreuth) gibt es zahlreiche Karpfenzuchtbetriebe.
Karpfen kommen in warmem, flachen Süßwasser wie Teichen, Bächen und Flüssen vor, sie gehen sogar bis in die Brackwasserregion der großen Ströme. Die Paarung bzw. Laichvorgang erfolgt bei einer Temperatur von mehr als 17°C in der Uferregion von Teichen oder ruhigen Flussabschnitten, vor allem Altwässern und überschwemmten Wiesen. Die Überwinterung erfolgt in tiefen Bereichen.
- Länge: 35 bis 110cm; max. 1,2m bis 35 kg.
- Körper ist seitlich zusammengedrückt, höchrückig
- Kann ein Alter von mehr als 50 Jahren erreichen.
- Verbreitung: weltweit gezüchtet (bis auf Australien, da dort das Züchten aufgrund der warmen Witterung gesetzlich verboten ist).
- Laichzeit: Mai bis Juli bei Wassertemperaturen zwischen 18° und 20°C
- Zuchtformen
- Schuppenkarpfen, mit vollständigem Schuppenkleid.
- Zeilkarpfen, mit einer oder selten mehreren Reihen von gleich großen Spiegelschuppen auf den Körperseiten entlang der Seitenlinie.
- Spiegelkarpfen, mit wenigen, verschieden großen und unregelmäßig an der Seite verteilten sog. Spiegelschuppen. Vom Kopf bis zum Schwanz verläuft am Rücken meist eine kontinuierliche Reihe von Schuppen und auch der Schwanzstiel ist beschuppt.
- Lederkarpfen (Nacktkarpfen), ohne oder mit nur wenigen Schuppen.
- Koi-Karpfen bunte Zuchtform aus Japan, als Zierfisch gehalten.
Körperform: seitlich abgeplattet, eine Rückenflosse, gegabelte Schwanzflosse, 2 kurze Barteln, 2 lange Barteln
Paarung
Barteln
Rogner heißen bei Fischen die Weibchen. Milchner nennt man die Männchen.
Das Männchen treibt das Weibchen (Laichspiel). Wenn beide außer Atem sind, stoppen sie. Das Männchen stößt mit dem Maul gegen die Flanke des Weibchens. Das Weibchen gibt daraufhin Eier ins Wasser ab. Anschließend gibt das Männchen seine Samen dazu ins Wasser ab. Es findet eine äußere Befruchtung statt. Das Weibchen legt ~1,5Mio Eier ab. Die befruchteten haften an Pflanzen. In den Eiern sind Dotter, die zur Ernährung dienen. Nach dem Ablegen schwimmen die Fische in ihre eigentliche Region zurück. Sie kommen nur zur Paarung in überschwemmte Gewässer (bzw. Wiesen).
Barteln
Gründe: In überschwemmten Wiesen gibt es weniger Wasser, deshalb ist es dort wärmer und die Eier entwickeln sich folglich schneller.
Die kleinen Fische schlüpfen nach 5 Tagen mit dem Kopf voran. Kurze Zeit nach dem Schlüpfen ernähren sie sich noch von dem Dotter.
Nach dem Schlüpfen schwimmen sie auf schnellstem Wege zurück zu ihren normalen Lebensräumen. Je mehr Futter sie in der ersten Zeit nach dem Schlüpfen zu Fressen bekommmen, desto größer und stärker werden sie, wenn sie erwachsen sind.
Am 3.-8. Tag schlüpft der Jungfisch aus der Eihülle. Die Fische sinken zu Boden. Die Schwimmblase ist noch nicht mit Luft gefüllt.
Fischerei
Der Karpfen ist sehr beliebt bei Sportfischern, da er ein starker Kämpfer ist, sehr groß wird und sich durch Boilies sehr selektiv beangeln lässt. Das Karpfenangeln hat sich in der letzten Zeit zu einem etablierten Sport entwickelt dem viele, vor allem jüngere, Angler nachgehen. Dabei gelten Fische (je nach Gewässer) von über 20-30 Pfund als bemerkenswerter Fang.
Gastronomie
Der Karpfen ist vor allem in Böhmen und hier besonders zu Weihnachten ein begehrter Speisefisch - für manche Tschechen ist eine Weihnacht ohne Karpfenessen nach wie vor undenkbar. Er wird in der Regel lebend verkauft, erst zuhause geschlachtet und meist paniert (mit viel Zitrone) serviert.
In Deutschland ist vor allem in Franken eine Hochburg des Karpfens. Die Aischgründer Karpfen sind eine bekannte Spezialität der Gegend.
Eine weitere wichtige Region für die Karpfenzucht und -vermarktung ist die Lausitz. In Peitz, unweit von Cottbus, befindet sich das grösste, zusammenhängende Teichgebiet Europas. Der "Peitzer Karpfen" gilt seit ca. 1880 als eigene Zuchtform und wird heute in der Fischgastronomie hoch geschätzt.
Ähnlich wie Muscheln isst man Karpfen in den Monaten mir "r", also von September bis April.
In Deutschland versucht man, seinen größten Nachteil - den enormen Grätenreichtum - durch neuartige Vermarktungsstrategien zu umgehen (ähnlich wie bei Fischstäbchen). Doch nicht alle vermag das zu überzeugen - der Geschmack des Fisches selbst bleibt unter vielen Gourmets dennoch umstritten (manche nennen ihn strohig oder schlicht fade).
Siehe auch
- Ölige Fische, Serbischer Karpfen
Weblinks
- [http://www.roterochs.de/service/karpfen-info.html Infos zum fränkischen Karpfen]
- [http://www.koi-lexikon.de Koi Karpfen]
- [http://www.natur-lexikon.com/Texte/HWG/001/00025/HWG00025.html Natur-Lexikon Karpfen]
Kategorie:Karpfenartige
ja:コイ
BoilieEin Boilie ist ein spezieller Köder zum Karpfenangeln und zurzeit wohl der Top-Köder.
Boilies sind Köder, die gekocht werden und dadurch, je nach verwendeten Zutaten, zäh bis sehr hart werden. Darum lösen sie sich unter Wasser kaum auf und können fast nur von Karpfen und einigen anderen Karpfenartigen gefressen werden.
Somit ist sehr selektives Angeln möglich. Mittels Variation der Größe (etwa von Murmel bis Golfball) kann der Beifang und der Fang kleiner Karpfen oft noch weiter reduziert werden.
Bild:boilieroller.jpg
Bild:boiliestrang.jpg
Ein einfaches Boilierezept besteht z.B. aus
- 5 Teilen Grieß,
- 3 Teilen Sojamehl
- 2 Teilen Maismehl
Die Zutaten werden mit Eiern und den gewünschten Lockstoffen angerührt bis ein fester Teig entsteht. Dieser Teig wird dann mit Boilierollern in Kugelform gebracht und danach kurz gekocht bis die Boilies an die Wasseroberfläche steigen. Danach werden sie getrocknet bis sie die gewünschte Festigkeit haben. Es ist wichtig, dass man als Flüssigkeit nur Eier benutzt, da die Boilies sonst beim Kochen nicht richtig aushärten und unter Wasser nicht lange halten.
Bild:boilierollen.jpg
Bild:boiliesgerollt.jpg
Bild:boilieskochen.jpg
Da ein Boilie praktisch nicht, so wie bei anderen Ködern üblich, über den Haken geschoben werden kann, wird er in der Regel seitlich an einem am Hakenschenkel angebrachten Haar (heute eine dünne geflochtene Schnur, früher wurde echtes Menschenhaar benutzt, daher der Begriff) angebunden, so dass er relativ frei beweglich am Haken hängt.
Bild:boiliesfertig.jpg
Weblink
- http://www.boilieangler.de/home/boilie.html
- http://www.carpermania.de
- http://www.karpfen-angeln.de.vu
Kategorie: Angeln
TigernussErdmandel.
Erdnuss
Die Erdnuss (Arachis hypogaea), auch Aschanti-, Arachis- oder Kamerunnuss, ist eine Nutzpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae). Die Frucht der Erdnuss ist botanisch eine Hülse, nicht eine Nuss im eigentlichen Sinne. Diese Verwechslung dürfte sich aus der Beschaffenheit der Samen erklären, insbesondere der Konsistenz, des hohen Fettgehalts und des vergleichsweise niedrigen Anteils an Stärke. Der englische Name der Erdnuss, "peanut" (zu deutsch "Erbsennuss") deutet dagegen auf die biologische Zugehörigkeit zu den Hülsenfrüchtlern hin. Eine subtile Konsequenz hieraus ist der im Vergleich zu echten Nüssen geringe Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Im Gegensatz zu den meisten anderen Hülsenfrüchten sind Erdnüsse allerdings roh genießbar.
Das allergene Potenzial ist im Vergleich zu anderen Lebensmittelallergenen relativ hoch.
In Brasilien war die Erdnuss schon vor 2000 Jahren im Anbau, und wurde von dort während des Sklavenhandels nach Afrika gebracht.
Heute wird die Erdnuss weltweit in warmen Gebieten angebaut, Hauptanbaugebiete sind Westafrika, China, Indien, Nord- und Südamerika.
Die Erdnuss ist eine bis zu 60 cm hohe, buschige Pflanze.
Die Blütenstiele ("Fruchtstiele") wachsen nach der Selbstbestäubung der Blüte nach unten und bohren sich in den Boden ein, die Hülsen mit den Samen reifen unter der Erde.
Die Samen sind oval, etwa 5 mm dick und knapp 1 cm lang.
Obwohl die Erdnuss zu den Leguminosen zählt, verhält sich ihre Frucht anders als die sich öffnenden Hülsen; sie bleibt geschlossen und gehört demnach morphologisch zu den Nüssen.
Die Frucht besteht aus einem holzigen, netzrunzeligen, gelben Perikarp, welches genauer als Mesokarp zu bezeichnen ist. Während der Fruchtentwicklung im Boden stirbt zuerst das Exokarp, später das Endokarp ab, welches zeitweilig zu einem Speichergewebe anschwillt, dann aber zu einer weißen, watteartigen Schicht komprimiert wird (die weiße Auskleidung der Erdnussschale), so dass als Hülle nur das Mesokarp übrig bleibt. Daraus resultiert auch die Bezeichnung "Mesokarpnuss".
Inhaltsstoffe und gesundheitlicher Nutzen
Die reife Erdnuss kann roh, geröstet oder gekocht gegessen werden. Die Erdnuss hat mit einem Eiweißgehalt von 25% einen hohen Nährwert. Von Bedeutung ist auch das Erdnussöl, bei einem Ölgehalt von 45-50%. 100 g Erdnüsse enthalten 180 mg Magnesium. Damit gehören Erdnüsse zu den magnesiumsreichsten pflanzlichen Nahrungsmitteln. Magnesium ist sehr wichtig, beispielsweise gegen Rückenbeschwerden und Muskelkrämpfe. Insbesondere bei vegetarischer Ernährung kann die Erdnuss einen sehr wertvollen Beitrag leisten.
Unter schlechten Lagerbedingungen wird die Erdnuss vom Pilz Aspergillus flavus befallen, der das giftige Aflatoxin in den Erdnüssen hinterlässt. Aus diesem Grund sind die Einfuhrkontrollen für Erdnüsse hierzulande sehr streng.
Weblinks
- http://www.erdnuss-info.de/
Kategorie:Hülsenfrüchtler
Kategorie:Öl und Fett
ja:ラッカセイ
Kartoffeln
Die Kartoffel (Solanum tuberosum), auch Erdapfel oder Speisekartoffel ist eine Pflanzenart in der Gattung Nachtschatten (Solanum) und wird daher der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) zugerechnet. Sie ist mit Tomate, Paprika und Tabak verwandt, nicht jedoch mit der Süßkartoffel (Ipomoea batatas).
Ihre Samen bildet sie in einer tomatenähnlichen Beere, die für Menschen ungenießbar ist. Neben der geschlechtlichen Vermehrung verbreitet sie sich durch ihre unterirdischen Knollen vegetativ. Letztere sind auch das, was im deutschen Sprachgebrauch mit Kartoffeln gemeint ist - die essbaren Sprossknollen.
Wie alle Nachtschattengewächse enthält die Kartoffelpflanze giftige Alkaloide (z. B. Solanin, syn. Solanidin). Der Verzehr von oberirdischen Teilen der Pflanze führt zu Vergiftungserscheinungen. Dies gilt auch für die aus den Knollen herauswachsenden Triebe.
Weltweit werden jährlich etwa 300 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Die Kartoffel ist damit in großen Teilen der Welt ein wichtiges Grundnahrungsmittel. In Mitteleuropa ist sie sogar das Hauptgrundnahrungsmittel.
Herkunft
Solanin
Die Kartoffel stammt aus den südamerikanischen Anden. Dort lernten die Spanier in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts von den Inka die Frucht Papa (aus Quechua: die Knolle) kennen. In Europa angekommen, zunächst auf den Kanarischen Inseln und in Andalusien, wurde sie Patata genannt - der englische Name potatoes oder der französische Spitzname patate erinnern noch heute daran, ebenso wie die alte deutsche Bezeichnung Batate, die heute die Süßkartoffel bezeichnet. Der gebräuchliche deutsche Name Kartoffel erinnert dagegen an Trüffel, italienisch tartufolo, mit denen die Pflanze am Anfang verglichen wurden. Der französische Ausdruck pommes de terre bedeutet hingegen Erdäpfel - auch in Österreich gebräuchlicher Name.
Nach Europa wurde die Kartoffel zuerst wegen der schönen Blüte und des üppigen Laubes als reine Zierpflanze importiert und als seltene Pflanze in botanische Gärten aufgenommen.
Die ältesten Spuren der Wildkartoffel wurden auf der patagonischen Insel Chiloe gefunden, man schätzt ihr Alter auf 13000 Jahre vor Chr.
Verbreitung
Chiloe
Hauptartikel siehe Kulturgeschichte der Kartoffel
Wann, wie und durch wen die Kartoffel nach Europa kam, ist bis heute nicht genau geklärt. Allgemein gilt 1555 als das Jahr, in dem die Kartoffel aus den Anden nach Spanien kam. Lange Zeit wurde der legendäre englische Seefahrer Sir Francis Drake als erster Importeur der Kartoffel nach Europa verehrt. Wahrscheinlicher ist, dass ein Zeitgenosse Drakes, der berühmte Seefahrer und Entdecker Walter Raleigh (1552 - 1618) die Kartoffel in Irland eingeführt hat. Die landwirtschaftliche Nutzung begann erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. In Preußen verhalf Friedrich der Große mit Verordnungen der Kartoffel zum Durchbruch.
Außerhalb tropischer, arktischer und subarktischer Klimazonen wird die Kartoffel heute weltweit angebaut. Nachdem sich ihre Kultur in Europa durchgesetzt hatte und die Kartoffel zu einem Grundnahrungsmittel geworden war, brachten Europäer sie überall mit, wo sie später Fuß fassten. Im Supermarkt werden heute neben den einheimischen Kartoffeln auch solche aus Sizilien, von den Kanarischen Inseln, aus Ägypten oder aus Südafrika angeboten. Auf Teneriffa oder auf Madeira wachsen Kartoffeln unter Palmen und neben Bananengärten. Dort ist eine Ernte zweimal im Jahr möglich, der Export erfolgt vornehmlich in die Staaten der Europäischen Union. Aus Gründen des Ertrags werden Kartoffeln im Alpenraum nur noch selten bis auf zweitausend Meter Höhe angebaut, doch manchmal kann ein Bergwanderer neben einer Almhütte noch einen Pflanzplatz sehen, der mit ein paar Zeilen Kohl und Kartoffelstauden der Selbstversorgung des Almbauern dient.
Weltproduktion
Kohl
Der weltweit größte Kartoffelproduzent ist die Volksrepublik China mit über 65,545 Mio. Tonnen. Danach folgen Russland (33,0 Mio. t), Indien (25,0 Mio. t), Polen (20,401 Mio. t), die USA (20,0 Mio. t) und die Ukraine (13,5 Mio. t). Zwölf Staaten produzieren ca. 73 % der gesamten Welternte. In Deutschland nahm die Anbaufläche in den vergangenen Jahren stark ab und betrug 2002 nur noch 284.000 Hektar gegenüber 548.000 im Jahr 1990. Die Erntemenge sank 2002 auf 11,114 Mio. t, gegenüber 13,2 Mio. t im Vorjahr. Deutschland ist zudem wichtigstes Importland für Frühkartoffeln, die überwiegend aus Frankreich kommen.
Handel
Die Bedeutung der Kartoffel als Grundnahrungs- und Futtermittel hat in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. In den Einzelhandel gelangt die Kartoffel meist gewaschen in handlichen Packungen zu 1-2,5 Kilogramm oder in Säcken zu 5-25 Kilogramm während des ganzen Jahres in verschiedenen Sorten, wobei die Vielfalt des Ursprungskontinents Südamerika lange nicht erreicht wird. Dabei wird je nach Saison sowohl regionale, inländische als auch Importware angeboten.
Der Pro-Kopf-Verbrauch lag 2002 in Deutschland bei 68,4 kg pro Jahr, davon 30 kg für Kartoffelerzeugnisse. 1992 betrug der Verbrauch noch 74,0 kg.
Landwirtschaft
Diese als relativ anspruchslos geltende Ackerfrucht wird heute nicht mehr wie früher praktisch überall dort angebaut, wo sie auch gedeihen konnte. In der modernen mechanisierten Landwirtschaft wird auch die Kartoffel vorwiegend auf großen, zusammenhängenden, nicht all zu steilen Äckern angebaut, da die großen schweren Maschinen, die im Frühjahr Kartoffeln pflanzen, die Pflanzdämme später anhäufeln und im Herbst die Knollen aus der Erde ernten, auf kleinen, steilen, steinigen Bergparzellen nicht einzusetzen sind. Bei vielen Steinen im Boden können die Knollen bei maschineller Rodung stark beschädigt werden.
Die Inkas bauten ihre Kartoffeln dort an, wo Mais nicht mehr wuchs, heute wachsen Mais und Kartoffeln im Mittelland und im Voralpengebiet nebeneinander.
Kartoffeln sind kälteempfindlich; sie dürfen erst gepflanzt werden, wenn im Frühjahr kein Frost mehr droht. Nicht aus Samen, sondern aus Saatkartoffeln werden neue Pflanzen gezogen. Nur zu Kreuzungszwecken werden die neuen Sorten aus Samen gezüchtet. Die aus der Knolle entstandene Tochterpflanze ist ein Klon, sie ist also mit der Mutter genetisch identisch. Ohne regelmäßigen Bezug von neuem Saat- bzw. Pflanzgut können Ernteausfälle die Folge von der Ausbreitung von verschiedenen Virus- und Bakterienkrankheiten sein.
Fast-Food-Ketten lassen meist bestimmte, besonders geeignete Sorten anbauen, weil die daraus erzeugten Pommes Frites eine charakteristische Farbe und Größe haben sollen.
Pommes Frites
Die Kartoffel ist im Unterschied zu ihrem Ruf nicht ganz pflegeleicht: Sie muss während ihrer Jugendentwicklung mehrmals von Unkraut befreit werden. Die Pflanze speichert Nährstoffe, die sie durch Photosynthese gewinnt, in der unterirdischen Frucht. Die Knollen dagegen dürfen kein Licht sehen, da sie sonst Chlorophyll bilden (grüne Farbe) und durch Synthese von Alkaloiden giftig wie der gesamte grüne Teil der Pflanze werden. Daher müssen hohe Dämme um das Knollennest gebildet werden. Was früher anstrengende Arbeit mit der Hacke war (daher auch der Name Hackfrucht), besorgen heute Maschinen.
Am Anfang fand in der Alten Welt die neue Frucht aus Übersee nur wenig Schädlinge und Krankheiten. Das änderte sich jedoch spätestens am Anfang des 18. Jahrhunderts gründlich: Die Fressfeinde und Kartoffelkrankheiten kamen wie die Knolle selbst aus Amerika. Noch in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts sah man in Mitteleuropa ganze Schulklassen den aus den USA stammenden Kartoffelkäfer von Hand sammeln.
Gegen Schädlinge, Pilze und auch gegen Unkraut ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln durch den Landwirt für die Sicherung des Ertrags unabdingbar. Heute werden im konventionellen Landbau auch zur Krautabtötung vor der Ernte entsprechende Pflanzenschutzmittel verwendet, damit die Knollen rechtzeitig vor dem Einsatz von Kartoffelrode-Maschinen (sog. Kartoffelvollernter) abreifen, zum wirksamen Schutz vor Stößen und Krankheiten. Bei sog. alternativen bzw. ökologischen Anbaumethoden wird das Kartoffelkraut mechanisch mit entsprechenden Maschinen abgetötet, falls dies überhaupt nötig ist. Denn die Kartoffeln sterben im ökologischen Landbau meist als Folge von Befall mit der Kraut- und Knollenfäule frühzeitig ab.
Man unterscheidet bei den Kartoffeln vier Reifegruppen von sehr frühen Sorten, die bereits im Juni auf den Markt kommen, bis zu sehr späten Sorten, die erst Ende September geerntet werden. Heute wird in Europa meistens mit großen Erntemaschinen geerntet. Dazu muss die Krautschicht chemisch oder mechanisch beseitigt werden. Der Mensch greift bei der komplexen Vollerntemaschine nur noch kontrollierend ein. In einem zweiten Arbeitsgang werden die Früchte gründlich sortiert, was derzeit noch nicht ganz ohne Menschenhand und ohne das menschliche Auge möglich ist. Wichtig ist es dabei, alle angeschnittenen und verletzten Knollen und auch solche mit Fäulnisflecken oder Grünstellen zu entfernen.
Alternative Anbaumethoden
Unter den großen Ackerbaukulturen gehört die Kartoffel neben Raps zu den Früchten, die am stärksten durch Krankheiten und Schädlinge heimgesucht werden. Daher wird im konventionellen Landbau bei diesen beiden Kulturpflanzen ein intensiver Pflanzenschutz betrieben. Auch im ökologischen Landbau wird bei der Kartoffel relativ intensiver Pflanzenschutz betrieben. Insektizide gegen Kartoffelkäfer werden durch biologische Mittel wie Bacillus thuringiensis oder Extrakte des Niembaumes "ersetzt", die Schäden durch die Kraut- und Knollenfäule werden durch vorbeugende Maßnahmen (Vorkeimen, Wahl von Sorten mit frühen Knollenansatz bzw. mit hoher Toleranz gegenüber der Krankheit) eingedämmt, einige Öko-Landwirten bekämpfen diese Pilzkrankheiten auch mit Kupferpräparaten.
Solche "biologisch" produzierten Kartoffeln bringen ca. ein Drittel niedrigere Erträge, bei vergleichbaren Arbeitsaufwand. Dem stehen auf dem Markt etwa doppelte Verkaufspreise gegenüber, was bedeutet, dass der Mehraufwand für den Landwirt ertragsneutral bleibt.
siehe auch Ökologische Pflanzenproduktion
Pflanzkartoffeln
Pflanzkartoffeln, auch Saatkartoffeln genannt, werden in speziellen, staatlich kontrollierten Betrieben angebaut. Werden vom Landwirt die selbst produzierten Knollen als Pflanzgut verwendet, so steigt von Jahr zu Jahr die Verseuchung mit bestimmten Krankheiten an. Hier sind an erster Stelle bestimmte Viruskrankheiten zu nennen, die den sog. "Kartoffelabbau" verursachen. Aber auch der Befall durch bestimmte Pilz- und Bakterienkrankheiten kann durch die wiederholte Verwendung eigenen Pflanzgutes steigen. Daher sollten die Landwirte in regelmäßigen Abständen neues, gesundes Pflanzgut beziehen.
Wichtige Krankheiten und Schädlinge, (unvollständig)
Pilzkrankheiten der Kartoffelpflanze
- Kartoffelfäule, auch als Stengelfäule (Phytophthora infestans)
- Dürrfleckenkrankheit bzw. Hartfäule (Alternaria solani)
- Pockenkrankheit, Weißhosigkeit, Wurzeltöterkrankheit (Rhizoctonia solani)
- Pulverschorf (Spongospora subterranea)
- Weißfäule (Kartoffel) (Fusarium coeruleum)
- Kartoffelkrebs (Synchytrium endobioticum)
- Silberschorf (Helminthosporium solani)
- Fusarium-Welke (Fusarium oxysporum)
Durch Bakterien hervorgerufene Kartoffelkrankheiten
- Schwarzbeinigkeit und Nassfäule (Erwinia carotovora)
- Kartoffelschorf (Streptomyces scabies)
- Bakterienringfäule (Clavibacter michiganensis subsp. sepedonicus)
- Schleimkrankheit (Ralstonia solanacearum)
Durch Viren hervorgerufene Kartoffelkrankheiten
- Blattrollkrankheit
- Strichelkrankheit
- Mosaikkrankheiten: Rauh-, Roll- und Kräuselmosaik
- Stengelbuntkrankheit
- Eisenfleckigkeit bzw. Tabak-Rattle-Virus
- Drahtwürmer (Larven der Schnellkäfer, Agriotes)
- Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata)
- Gelbe Kartoffelzystennematode (Globodera rostochiensis)
- Weiße Kartoffelzystennematode (Globodera pallida)
Quellen:
- [http://www.hanns-blomenkemper.de/index2.htm Umfangreiche Beschreibungen d. Kartoffelkrankheiten]
- [http://www.oekolandbau.de/index.cfm/0004139F44631E95810C6520C0A8E066 oekolandbau.de]
Lagerung
Kartoffeln müssen dunkel, trocken und kühl gelagert werden. Die traditionellen Kartoffelkeller werden heutigen Qualitätsansprüchen kaum noch gerecht. Die Lagerräume müssen oft klimatisiert werden, zusätzlich wird oft auch die Luftzusammensetzung künstlich beeinflusst, um vorzeitiges Keimen zu verhindern. Außerhalb Großbritanniens, Deutschlands und Österreichs werden Kartoffeln oft und immer häufiger zusätzlich mit radioaktiven Strahlen haltbar gemacht. Sie werden dabei aber nicht selbst radioaktiv. Allerdings verändern die meisten Lebensmittel bei nicht exakter Einhaltung der Bestrahlungsmenge ihre Eigenschaften so gründlich, dass umstritten ist, ob man von einer harmlosen Behandlung reden kann. Als bedenklich für den Verbraucher wird gesehen, dass es bis heute noch keine Deklarationspflicht für derart behandelte Lebensmittel gibt.
Die Kartoffel enthält viel Wasser, braucht also relativ viel Raum, verträgt bei der Lagerung keinen Frost und keine Nässe. Gewaschene Kartoffeln sind nicht mehr lagerfähig. Auch sollte die Luft nicht zu trocken sein, sonst verliert die Frucht Gewicht und Form. Die ideale Lagertemperatur liegt bei knapp unter 4 °C mit ca. 55 Prozent Luftfeuchtigkeit. Einzelne Boxen sind besser kontrollierbar als große Halden, sonst kann eine einzige faule Knolle Tonnen gesunder anstecken und vernichten. Moderne Wohnhauskeller sind meistens zu warm und zu trocken zur Lagerung von Kartoffeln über einen längeren Zeitraum. Die völlige Dunkelheit ist für die Kartoffellagerung ein sehr wichtiger Faktor, entwickeln doch die Knollen bereits unter geringen Lichteinfluss grüne Stellen, die Solanin – ein giftiges Alkaloid beinhalten. Diese grüne Stellen müssen vor dem menschlichen Verzehr sorgfältig entfernt werden, da diese Giftstoffe durchs Kochen nicht eliminiert werden.
Kartoffeln sollten nicht zusammen mit Äpfeln gelagert werden, denn Äpfel sondern ein Reifegas ab, welches die Kartoffeln schrumpeln lässt.
Transport
Heute werden Konsumkartoffeln nicht mehr in Säcken, sondern in großen Standardboxen transportiert. Diese sind leichter mechanisch zu bewegen und die Früchte werden weniger verletzt. Industriekartoffeln werden hingegen lose als Schüttgut bewegt. Die Verteiler werden heute aus der ganzen Welt versorgt, billige Importe haben meist lange und teuere Lagerung ersetzt.
In der Saison werden Kartoffeln jedoch meistens von umliegenden Bauernhöfen angeboten. Fast überall in Mitteleuropa ist es heute möglich, dort direkt einzukaufen.
Verwendung
Weniger als ein Viertel der Kartoffelernte gelangt direkt zum Verzehr. Ein Viertel wird zu Stärke und Alkohol verarbeitet, ca. vierzig Prozent landen im Futtertrog von Nutztieren, ca. zehn Prozent der Ernte werden als Saatkartoffeln wieder in die Erde versenkt.
Seit Ende das Zweiten Weltkrieges werden in Deutschland immer weniger Kartoffeln gegessen, der Verbrauch hat sich mehr als halbiert. Die Nahrungsmittelindustrie versucht immer mehr Fertigprodukte aus Kartoffeln auf den Markt zu bringen, Chips und Kroketten, Fertig-Rösti und Trockenflocken werden zwar immer mehr konsumiert, als Beilage zum Fleisch werden jedoch immer häufiger Alternativen wie Reis und Teigwaren gewählt, die noch leichter zuzubereiten sind.
Tierfutter, Mastkartoffel
Billige Futterimporte, besonders von stärkereichen Futtermitteln, machen der Kartoffel auch als Viehfutter starke Konkurrenz.
Seit dem 19. Jahrhundert werden in Mitteleuropa die Schweine nicht mehr auf die Weide getrieben und fristen ihr kurzes Leben im Stall. Die früher von den Schweinen so geliebte Eichel und andere Waldfrüchte wurden zuerst vor allem durch die kostengünstigere Kartoffel ersetzt. In den letzten Jahrzehnten werden stattdessen immer mehr Mastmittel auf dem Weltmarkt eingekauft. Gegen die billigen Weltmarktpreise des häufig in Entwicklungsländern produzierten Sojas hat die im Inland angebaute Kartoffel einen schweren Stand.
Kartoffelsorten
Weltweit gibt es um die 5.000 Kartoffelsorten. In Deutschland nutzt man ca. 150 Sorten. Man unterscheidet Früh- und Spätkartoffeln (Lagerkartoffel) sowie fest kochende und mehlige Sorten. Die Lebensmittelindustrie hat für ihre Zwecke eigene Sorten entwickeln lassen.
Soja
Bekannte Kartoffelsorten in Deutschland sind insbesondere Hansa, Sieglinde, Agria, Nicola, Linda und Bintje. Weitere in größerem Umfang angebaute Sorten sind
- fest kochend: Belana, Cilena, Ditta, Filea, Kipfler, Linda, Nicola, Selma, Sieglinde, Vitelotte
- vorwiegend fest kochend: Agria, Arkula, Bolero, Colette, Christa, Finka, Jelly, Laura, Leyla, Marabel, Quarta, Rosara, Satina, Solara, Tizia, Bamberger Hörnchen
- mehlig kochend: Adretta, Afra, Bintje, blauer Schwede, Likaria
Die Kartoffelsorten sind in Deutschland beim Bundessortenamt in Hannover registriert und unterliegen für dreißig Jahre einem Sortenschutz. Dies bedeutet, dass bei Anbau Lizenzabgaben an den jeweiligen Züchter fällig werden können. Dadurch kann es zu Konflikten mit Anbietern kommen, etwa wenn etablierte Sorten nach Ablauf der Schutzfrist vom Markt genommen werden sollen. Die weltweit größte Gendatenbank unterhält mit ca. 100 wilden und 3.800 in den Anden traditionell kultivierten Kartoffelsorten das internationale Kartoffelinstitut mit Sitz in Lima, Peru.
Inhaltsstoffe, Nährwert und ökotrophologische Besonderheiten
Kartoffeln enthalten:
- ca. 15 Prozent Kohlenhydrate (Stärke)
- ca. 2 Prozent Eiweiß
- ca. 0,1 Prozent Fett
- ca. 0,8 bis 1,7 Prozent Ballaststoffe
- ca. 77 Prozent Wasser
- ca. 1 Prozent Mineralstoffe und Spurenelemente wie Natrium, Kalium, Kalzium, Phosphor und Eisen
- zahlreiche Vitamine, hauptsächlich Vitamin C, aber auch Vitamin A und Vitamine der B-Gruppe
Hochwertiges Eiweiß liefert die Kartoffel zwar in bescheidener, dafür umso wertvollerer Menge. Von allen pflanzlichen Eiweißlieferanten hat sie den höchsten Anteil an verwertbarem Eiweiß, das Kartoffeleiweiß verfügt also über eine hohe biologische Wertigkeit. Besonders reich ist das Knollengewächs an den Vitaminen B1, B2 und C.
100 Gramm frische Kartoffeln entsprechen einer Energiemenge von etwa 294 Kilojoule (70 Kilokalorien).
Dass die Kartoffel dick machen soll, ist ein altes Vorurteil. Die Frucht besteht zum großen Teil aus Wasser. Kartoffelgerichte werden jedoch oft mit viel Fett zubereitet, das mit seinem hohen Kaloriengehalt die Gewichtszunahme bewirkt. Richtig zubereitet behält die Kartoffel ihre Vitamine und wichtige Spurenelemente, die ideale Kombination zu Milchprodukten oder Eiern. Mit Kartoffeldiät kann man sogar ohne Hunger abnehmen.
Als erste Babynahrung nach der Muttermilch ist Karotten- und Kartoffelbrei beliebt und bewährt.
Bei der Zubereitung sollen Anbraten und Frittieren mit Temperaturen über 180 °C vermieden werden, da dadurch krebserregendes und evtl. erbgutveränderndes Acrylamid entstehen kann.
Die grünen Stellen und die um die Kartoffelaugen enthalten wie die oberirdischen Teile der Pflanze das Pflanzengift Solanin, ein Alkaloid, mit dem sich zahlreiche Pflanzen vor dem Fraß durch Feinde schützen.
Zubereitung in Großküchen und Gastronomie
In der Gastronomie werden Kartoffeln meist vor dem Kochen maschinell geschält, was zum Verlust der meisten Vitamine und Mineralstoffe führt, vor allem wenn sie längere Zeit vorgerüstet bereit stehen, wie es meistens der Fall ist. Kartoffeln können auf unzählige Art und Weise zubereitet werden, auch im Mikrowellenherd werden sie in wenigen Minuten ohne Wassereinsatz gar.
Immer häufiger bedienen sich auch Großküchen der Halbfabrikate, von der städtischen Volksküche bis zu gehobenen Restaurants. Die Rüstarbeit in der Küche ist zu teuer geworden, auch bei schlecht bezahlten Saisoniers. Auf der Speisekarte findet man Kartoffeln immer seltener; sie sind zu teuer geworden und haben gleichzeitig ihren Ruf als Nahrung der Armen und Rückständigen nicht verloren. Der Gourmet weiß sie zu schätzen, doch die Mehrheit der Gäste verlangt nach Pizza, Spaghetti, Reis. Nur als Pommes Frites wird sie noch häufig gegessen, irgendwo im Stehen am Bahnhof oder am Trottoir vor einer McDonalds-Gaststätte.
Zubereitung im Haushalt
Eine der beliebtesten Zubereitungsarten ist das Garen in Salzwasser (Salzkartoffeln). Weitere Verwendung findet sie als Pellkartoffel, als Kartoffelsalat oder als Rösti. In Deutschland wird die Kartoffel zunehmend in Form von Veredelungsprodukten verzehrt, z.B. Pommes Frites, Chips, Fertiggerichte. Hier noch eine kleine Auswahl von traditionellen Gerichten aus den "Tollen Knollen" - die französischen Namen zeigen, wie edel die Kartoffel durchaus auch in der feinen Küche eingestuft werden kann:
Fertiggericht
- Annakartoffeln - pommes Anna
- Bratkartoffeln pommes sautées
- Herzogin-Kartoffeln - gratin dauphinois
- Französische (Brat)Kartoffeln- pommes rissolées
- Glacierte Kartoffeln - pommes glacées
- Haushofkartoffeln - pommes à la maître d'hôtel
- Herzoginkartoffeln - pommes duchesse
- Kartoffelbrei, Stock, Püree - pommes en purée
- Kartoffelgratin - pommes au gratin
- Kartoffelkroketten - pommes croquettes
- Kartoffelrösti, Berner Rösti - pommes à la bernoise
- Ofenkartoffeln - pommes au four
- Schnürsenkelkartoffeln - cordon de soulier
- Streichhölzerkartoffeln - pommes allumettes
- Suzette-Kartoffeln - pommes Suzette
Weitere traditionelle Kartoffelgerichte sind Kartoffelklöße, Kartoffelpuffer und Kartoffelsalat. Zum Beispiel im Westerwald beliebt sind die Döbbekuchen. Die englischen Chips, die in der Kombination mit frittiertem Fisch als Fish and Chips bekannt geworden sind, sind darüber hinaus ein beliebtes Gericht der englischen Küche. Kartoffeln eignen sich sogar zu Desserts. So werden in Sachsen aus Pellkartoffeln und Quark die Quarkkeulchen zubereitet.
Bei den heute stagnierenden Bevölkerungszahlen im überernährten Europa können wachsende Umsätze im Lebensmittelbereich nur durch zunehmende "Veredelung" der gleichen Nahrungsmenge erreicht werden. Selbst die Fitness- und Schlankheitswellen können durch entsprechende Angebote ausgenutzt werden.
Ein Kilogramm Kartoffel ist für ca. einen Euro erhältlich, die gleiche Menge eines Fertiggerichts kostet leicht zehnmal so viel. Verbessert durch Kochsalz, Fette, Konservierungsstoffe, Aromaverstärker, Farbstoffe und andere Zutaten, wie auf der Packung nachlesbar ist. Im Mikrowellenherd zu Hause lassen sich diese Produkte schnell in eine Mahlzeit umwandeln, ohne allerdings von den meisten Verbrauchern als kulinarisches Erlebnis empfunden zu werden.
Industrieverwertung
Die Kartoffelstärke ist ein Ausgangsprodukt für viele Verwendungen, ob Stoffveredelung oder Papierherstellung, Medikamentenproduktion und vieles mehr. Doch wie auf anderen Gebieten, wird auch die Kartoffelstärke immer mehr durch die noch billigere Maisstärke verdrängt. Aus Kartoffeln lässt sich auch Alkohol brennen, den man vielleicht als Wodka konsumieren kann, in Mitteleuropa jedoch herrscht ein Überangebot an Obst und Wein, der bereits subventioniert zum Spiritus verarbeitet wird.
Treibstoff aus Kartoffeln
Aus jeder organischen Substanz lässt sich technisch ein Alkoholderivat herstellen, mit dem man auch Verbrennungsmotoren betreiben könnte. So kann man theoretisch auch aus Kartoffeln oder Rüben Methanol herstellen, wie es in Brasilien aus Zuckerrohr gemacht wird. Berechnet man aber sorgfältig den Energieeinsatz in unserer heutigen Landwirtschaft, kommt man zu dem Resultat, dass ein Liter Biotreibstoff aus einheimischen Früchten mehr als anderthalb Liter Treibstoff als Energieeinsatz erfordert.
Forschung, Genforschung
Biotreibstoff
Die Forschung versucht stets einerseits Sorten mit höheren Erträgen zu züchten, anderseits auch schädlings- und krankheitsresistente Sorten zu entwickeln, aber auch Sorten, die gegenüber Herbiziden zur Ausschaltung der Unkräuter resistenter sind.
Die Lebensmittelindustrie, die Pommes-, Chips- und Pommes-frites-Hersteller und die Konservenindustrie, die auch für Großküchen immer mehr Halbfabrikate anbietet, sucht nach einer Kartoffel, die sich gut maschinell schälen lässt, die Augen sollen nicht zu tief liegen, die Form soll geometrisch genau für die Verarbeitungsmaschine angepasst sein. Auch die Genforschung kümmert sich sehr um die Kartoffel, bereits vor Jahren haben Greenpeace-Aktivsten vergebens gegen die ersten Freilandversuche von genmanipulierten Kartoffeln protestiert.
Vorurteile gegenüber Kartoffeln
Bereits als fremdländische Rarität weckte die Kartoffel auch Furcht und Vorurteile; sicher haben sich aus Unkenntnis einige Menschen an den oberirdischen Pflanzenteilen den Magen verdorben, große Vergiftungen wird es wohl nicht gegeben haben, da wohl niemand zu viel von den bitteren Früchten gegessen haben mag. Im damaligen Europa waren die Menschen nicht gewohnt, Früchte aus dem Boden zu essen. Was aus dem Boden kam, hätte vom Teufel sein können. Im zwanzigsten Jahrhundert warnte selbst Rudolf Steiner die Mütter, sie sollen ihren Kindern diese Früchte der Finsternis nicht geben, denn die Kartoffel sei als Nachtschattengewächs unberechenbar. Wer grüne Kartoffeln gegessen hat, der hat sich leicht vergiftet. Bei Brennstoffmangel roh gegessene Kartoffeln waren sicher nicht gesund, weil die ungekochte Stärke nicht verdaut werden kann. Auch als Kartoffeln zur Hauptnahrung oder sogar zur einzigen Speise der armen Leute wurden, entstanden viele Vorurteile gegenüber der Armenkost. Und nicht zuletzt die Verwendung als Schweinefutter hat diese Frucht als nur wenig salonfähig deklariert - man wollte nicht dasselbe auf dem Teller haben wie die Sau im Trog. Bis heute leben solche Vorurteile weiter, nicht wenige Leute behaupten, dass sie vom Kartoffelessen Kopfschmerzen bekommen.
Regionale Namen
Es haben sich zahlreiche Regionalnamen für die Kartoffel entwickelt, darunter Arber, Ärpel, Bramburi, Erdapfel, Erdbirn, Flezbirn, Grundbirn, Knulle (im Süden von Brandenburg), Krumbiir, Krumbeer, Nudel und Erpfel. In Teilen von Rheinland-Pfalz und dem Saarland nennt man die Kartoffeln Grumbeere oder Grumbiere. Schon in der benachbarten Kurpfalz oder in Nordbaden kennt man den Begriff kaum.
Auf Grund unterschiedlicher Dialekt-Varianten können die Namen bereits von Ort zu Ort wechseln:
Ebbiera und im Nachbarort heißen die Kartoffeln schon: Eaberra.
Literatur
- Hobhouse, Henry: Sechs Pflanzen verändern die Welt. Chinarinde, Zuckerrohr, Tee, Baumwolle, Kartoffel, Kokastrauch. Klett-Cotta : Hamburg 4. Auflage 2001, 401 S., ISBN 3-608-91024-7 (Geschichte aus komplett anderer Perspektive)
- "Krankheiten und Schädlinge der Kartoffel" - Wolfgang Radtke u. Walter Rieckmann Verlag Th. Mann - Gelsenkirchen-Buer
Siehe auch
- Kartoffelkäfer
- Tomoffel (Tomaten-Kartoffel)
Weblinks
- [http://www1.ndr.de/ndr_pages_std/0,2570,OID1999328,00.html Pflanzenzüchter und Bauern einigen sich]
- [http://www.blaue-kartoffeln.de/ Blaue Kartoffeln]
- [http://www.klossmuseum.de/ Informationen rund um Kloß und Kartoffel, Kartoffelfest, Kartoffelkult]
- [http://mitglied.lycos.de/rkraft/Kartoffelfotos/kartoffel.htm Bunte Kartoffeln]
- [http://www.kartoffel.ch/ kartoffel.ch]
- [http://www.bundessortenamt.de/internet20/Sorteninformation/Kartoffeln/Files/Kartoffeln.pdf Kartoffelsorten beim Bundessortenamt]
- http://www.giftpflanzen.com/solanum_tuberosum.html]
- http://www2.landkreis-kulmbach.de/landratsamt/sachgebiete/s600/ernaehrung/seiten/kartoffel.htm] Zur Giftigkeit der Kartoffel
- [http://www.zauber-pflanzen.de/kartoffel.htm Die Kartoffel als Zauber- und Heilpflanze]
- [http://www.lesekunst.de/Kartoffelkoenigin.htm Märchen von der Kartoffelkönigin]
- [http://www.garten-literatur.de/Blattwerk/kartoffel_bib.htm Kartoffelbücher]
- [http://kartoffelmuseum.kendzia.de/ Kartoffelmuseum]
- [http://www.wawiwo.de/kartoffelsorten/ Kartoffelsorten]
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Kategorie:Nachtschattengewächse
Kategorie:Nutzpflanze
ja:ジャガイモ
simple:Potato
KescherKescher dienen der waidgerechten Entnahme von Fischen aus dem Gewässer.
Es gibt verschiedene Ausführungen, je nach Angel- und Fischart.
Die Keschernetze bestehen aus Nylonmaterial in verschiedenen Maschenweiten.
Kategorie:Angeln
BissanzeigerElektronische Bissanzeiger geben bei Schnurabzug von der Rolle ein optisches und/oder akustisches Signal von sich, so dass sich der Angler nicht die ganze Zeit auf seine Ruten konzentrieren muss. Der elektronische Bissanzeiger ist bei vielen Arten des Grundangelns nicht mehr wegzudenken.
Technik
In den meisten elektronischen Bissanzeigern befindet sich ein sog. "Flügelrad", welches durch eine Lichtschranke läuft. Bei einem Schnurabzug wird also diese Lichtschranke ständig durch das Flügelrad durchbrochen. Dieses Signal wird dann akustisch bzw. optisch angezeigt. Durch die Verwendung von 2 oder 4-flügeligen Rädern kann bei manchen elektronischen Bissanzeigern auch noch die Sensibilität eingestellt werden. Dies ist vor allem an fließenden Gewässern oder bei starkem Wind sinnvoll.
Die andere Kategorie der Bissanzeiger arbeitet mit einem Magneträdchen, welches durch seinen Impuls ein Signal auslöst.
Kategorie:Angeln
DorschMit Dorsch werden bezeichnet:
- die Fischart Kabeljau
- die Schauspielerin Käthe Dorsch
Makrele
Die Makrele (Scomber scombrus) ist ein in Küstengewässern lebender Schwarmfisch. Makrelen sind durchschnittlich 30 bis 50 cm lang und können bis zu 11 Jahre alt werden. Sie fressen Plankton und Fischbrut von Heringen, Dorschen oder Sprotten. Makrelen kommen in den Küstengewässern Nordamerikas, in der Nordsee, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer vor.
Makrelen gelten als gute Speisefische.
Aufgrund des fetten Fleisches eignen sie sich insbesondere zum Räuchern.
Siehe auch
- Ölige Fische
Weblinks
- [http://www.angeltreff.org/fische/meeresfische/makrele/makrele.html Seite über die Makrele und das Angeln von Makrelen]
Kategorie:Barschartige
ja:サバ
HeringHering wird als Name für folgende Tiere bzw. Tiergruppen verwendet:
- die Ordnung Clupeiformes, siehe Heringsartige,
- die Familie Clupeidae, siehe Heringe,
- die Gattung Clupea, siehe Echte Heringe,
- die Art Clupea harengus, siehe Atlantischer Hering.
Als Nahrungsmittel begegnet uns der Hering als:
- gerollter und in Marinade eingelegter Hering, siehe Bismarckhering,
- besonders eingelegter, fetter Hering, siehe Matjeshering
- gebraten, siehe Brathering
Folgende Personen tragen den Namen Hering:
- die deutsche Schriftstellerin Elisabeth Hering
- der deutsche Bildhauer Loy Hering
- der Physiologe Ewald Hering
- der Koch Richard Hering
- der Pionier des Technischen Umweltschutzes Rudolph Hering
- nicht jedoch der leider zu oft falsch geschriebene Graffiti-Künstler Keith Haring
Ansonsten bezeichnet Hering noch:
- ein bodenseitiges Befestigungselement beim Zeltbau, auch Häring, siehe Hering (Bauteil)
- einen Menschen mit dünner Figur, siehe Dünner Hering
- einen Ort in Hessen, 1972 nach Otzberg eingemeindet.
(C) by T.E.G.|N!tro
RaubfischAls Raubfische werden Fische bezeichnet, die sich vorwiegend von Fischen und/oder anderen in oder an Gewässern lebenden Tieren ernähren. Die Beute wird gejagt und erlegt oder sie wird gesucht und aufgelesen.
Raubfische kommen sowohl im Süßwasser als auch im Salzwasser vor. Die bekanntesten und häufigsten Vertreter der Süßwasser-Raubfische sind die Hechte (lat. esox), Barsche (lat. perciformes), Welse (lat. silurus) sowie die Forellen (lat. salmo).
Kategorie:Ichthyologie
Blinker (Köder)Ein Blinker ist ein meist ovaler Kunstköder aus Metall, der zum Angeln auf Raubfische benutzt wird. Der glänzende Metallkörper ist auf der flachen Seite leicht eingedellt, was dazu führt, dass er beim Zug durch das Wasser in torkelnde Bewegungen versetzt wird und so kleine kränkelnde Fischchen imitiert, welche für Raubfische eine attraktive Beute darstellen.
Raubfisch
Oft sind Blinker mit bunten Federn oder Plastikanhängen verziert, um ihre Anziehungskraft zu steigern.
Blinker
Puer (Geomancy)Puer refers to male energies: primarily aggression and passion, and also war and male sexuality. It is generally unfavourable, except in matters of love and war. All elements are active except Water, the element of emotion. The image can be remembered as either a sword, or a man with exaggerated testicles.
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