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Angelsachsen

Angelsachsen

Die Angelsachsen waren ein Mischvolk aus Sachsen, Angeln, Jüten, Friesen und Niederfranken, das nach dem Ende des Römischen Reiches in England entstand und zu den Vorfahren der heutigen Engländer gehört. Die Auswanderung der Sachsen und Angeln aus dem Gebiet des heutigen Schleswig-Holstein und der Jüten aus Jütland begann im 5. Jahrhundert. Ein Teil der Sachsen blieb im Stammland und expandierte nach Süden und Südwesten (siehe Herzogtum Sachsen) und ein kleinerer Teil der Angeln wanderte in die Nordhälfte des heutigen Sachsen-Anhalt. Siedlungen mit den Endungen -leben und -legen sind anglische Gründungen. Hintergrund der Auswanderung war ein Hilfeersuchen der keltorömischen Bevölkerung nach Abzug der Römischen Legionen, um Angriffe der keltischen Pikten und Skoten abzuwehren. Die Angeln und Sachsen eroberten sodann, angeblich unter Führung der legendären Krieger Hengest und Horsa, das bisher von den Römern gehaltene Gebiet. Der Sage nach sollen Hengest und Horsa ihren Entschluss zur Invasion in Britannien auf den Feldern bei der Stadt Bünde getroffen haben. In Wahrheit stießen die Angelsachsen in kleinen Gruppen nach Britannien vor, wo die Römer zu Beginn des 5. Jahrhunderts abzogen. Einen Überblick über die Siedlungsgeschichte gab der Mönch Beda in seiner Historia Ecclesiastica Gentis Anglorum, deren Aussagekraft äußerst vorsichtig betrachtet werden muß, da sie erst um das Jahr 730 n. Chr. geschrieben wurde, während die Völker, die später als Angelsachsen bezeichnet wurden, schon ab dem 5. Jahrhundert n. Chr. nach England überwanderten. Nach Beda siedelten die Angeln primär nördlich der Themse in East Anglia, Middle Anglia, Mercia und an der Ostküste bis südlich von Edinburgh. Die Sachsen gründeten Essex, Wessex und Sussex im Tal der Themse und südlich bis zum Ärmelkanal. Die Jüten siedelten vornehmlich in Kent und auf der Insel Wight. Schon bald nach der Ankunft gab es Vermischungen, wie archäologische Befunde zeigten. Die Christianisierung begann um 597 mit Augustinus von Canterbury, sie war Ende des 7. Jahrhunderts - im Gegensatz zum Festland - weitgehend abgeschlossen. Die Angelsachsen bildeten mehrere Königreiche. Im 8. Jahrhundert profilierte Mercia sich als Vormacht, König Offa von Mercia gilt als erster König von England. Gegen Ende dieses Jahrhunderts nahmen die Wikingerzüge nach England zu, im Norden etablierten sich die Dänen im Danelag. Im Jahr 1066 wurde das Gebiet der Angelsachsen von den Normannen erobert. Gleichwohl hielten sich angelsächsische Kultur und Sprache noch längere Zeit, bis eine Vermischung mit der französischen Sprache der Normannen eintrat. Ein Beispiel für die Auseinandersetzung zwischen Angelsachsen und Normannen ist die Legendenfigur Robin Hood, der die Angelsachsen im Widerstand gegen die Normannenherrschaft symbolisierte. Die angelsächsische Sprache, die der altsächsischen Sprache ähnlich ist, stellt eine wesentliche Wurzel der englischen Sprache dar. Noch heute, trotz 1500 jähriger Parallelentwicklung, sind Gemeinsamkeiten zwischen der englischen Sprache und der niedersächsischen Sprache zu erkennen, die sich ebenfalls aus der altsächsischen Sprache entwickelt hat.

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- Geschichte Englands Kategorie:Europäische Ethnie Kategorie:Englische Geschichte ja:アングロ・サクソン人

Sachsen (Volk)

Die Sachsen sind die Angehörigen eines westgermanischen Stammesverbands, der seit dem 2. und 3. Jahrhundert den Nordwesten der heutigen Bundesrepublik Deutschland und den Osten der heutigen Niederlande bewohnt. Genauer gesagt waren die germanischen Stämme der Sachsen (sh. niedersächsischer Sprachraum), im niederdeutschen Gebiet zwischen Zuiderzee (heute IJsselmeer) und Pommern zuhause. Zur Klarstellung sei gesagt, dass der heutige Freistaat Sachsen (historisch auch Kursachsen bzw. Obersachsen) mit dem Volk der Sachsen nichts gemein hat und den sächsischen Namen nur aufgrund historischer Namensverschiebungen trägt; seine Bewohner, die sich fälschlicherweise umgangssprachlich als Sachsen bezeichnen, gehören zum mittelhochdeutschen Dialektraum. In den darauffolgenden Jahrhunderten eroberten sächsischen Stämme weite Teile Niederdeutschlands (heute Nordwestdeutshland und östliche Niederlande) und gliederten die dort lebenden germanischen Stämme ihrem Stammesverband ein, zuletzt im 6. und 7. Jahrhundert das Hamaland (heutiges Westmünsterland), das Land der Brukterer (heutiges Münsterland und nördliches Ruhrgebiet). Später unterschied man drei Teilstämme bzw. Stammesgruppen. Die Herkunft der Stammesbezeichnung ist nicht gänzlich geklärt. Es wird aber angenommen, dass die antiken Autoren, die den Begriff aufbrachten – die Eigenbezeichnung des Volkes war möglicherweise eine ganz andere – den Namen von dem typischen Hiebmesser der Sachsen, dem Sax abgeleitet haben. Neuerdings wird aber auch vermutet, die Sachsen könnten neben Wodan ab dem 4. Jahrhundert verstärkt auch einen Saxnoth genannten Gott verehrt haben. Das Siedlungsgebiet umfasst grob die östlichen Niederlande, das heutige Westfalen, Niedersachsen mit Ausnahme des von Friesen bewohnten Landesteils, Holstein, Mecklenburg und den Norden von Sachsen-Anhalt (vom Ijsselmeer bis Pommern). Sachsen, Angeln und Jüten wanderten im 3. bis 5. Jahrhundert in den südlichen Teil der britischen Hauptinsel ein (s. auch ->Hengist und ->Horsa) – das heutige Großbritannien (Angelsachsen) – und wurden dort zu den dominierenden Kulturen. So wurde im keltischen und irischen Sprachgebrauch der Stammesname (irisch Sasana 'England', Sasanach 'Engländer, gaelisch Sasunn 'England', Sasunnach 'englisch') für die heutigen Engländer verwendet. Das heutige England lässt sich allerdings klar von den Angeln ableiten. Von der Völkerwanderung kaum berührt, bewahrten die Sachsen bis zur Unterwerfung durch Karl den Großen die alte germanische Stammesverfassung ohne König, mit der Versammlung der Freien in Marklo, dem Thing, zur Regelung aller politischen Angelegenheiten. Herzöge übernahmen nur in Kriegszeiten Führungsrollen.

Die sächsischen Teilstämme

In der historischen Literatur kommen immer wieder die 4 Bezeichnungen sächsischer Teilstämme vor. Ob es sich dabei nicht auch um die fränkische Einteilung in Verwaltungsprovinzen handelt, ist noch nicht geklärt. Auf jeden Fall ist der Begriff "Ostfalen" erst im 12. Jh. aufgekommen.

Westfalen

Die Westfalen lebten hauptsächlich zwischen Weser und Rhein, ihr Name hat die Bedeutung "Westmänner" oder "Westsachsen"

Ostfalen, eigentlich Saxoniae Orientalis

Die Ostfalen ("Ostmänner") lebten zwischen Weser und Elbe. Dieses Gebiet wurde erst im 7.-10. Jh. besiedelt.

Engern

Die Engern nahmen in Sachsen offenbar eine zentrale Stellung ein. Sie lebten an der Weser, zwischen Ost- und Westfalen. In ihrem Gebiet liegt die Stätte der jährlichen Versammlung von Marklo an der Weser. Der Name der Engern (lateinisch Angarii) scheint die verkürzte Form des Namens der Angrivarier zu sein, die demnach einen wichtigen Teilstamm der Sachsen bildeten.

Nordalbingier

Wie der Name (lateinisch albis Elbe) schon zeigt, lebten die Nordalbingier nördlich der Elbe und im Lande Hadeln. Der östliche Teil dieses Gebietes ging im 9. Jh. größtenteils an die von Osten einwandernden Slawen verloren.

Geschichte


- 200 bis 400 Die Sachsen breiten sich von Holstein kommend nach Süden aus und erreichen über das Elbe-Weser-Dreieck (siehe: Geschichte Hadelns) Westfalen und Ostfalen.
- 300 bis 500 Sachsen segeln gemeinsam mit Angeln und Jüten nach Britannien und verschmelzen dort zu den Angelsachsen.
- Um 450 werden von den Briten weitere Sachsen zum Schutz gegen die schottischen Pikten angeworben.
- 477 Gründung des Königreiches Sussex (= Süd-Sachsen).
- Um 500 wird das Königreich Essex gegründet (= Ost-Sachsen).
- Um 530 erreichen die Sachsen den Rhein.
- 531 zerschlagen festländische Sachsen und Franken gemeinsam das Königreich Thüringen in der Schlacht bei Burgscheidungen. Der Norden nördlich des Harzes wird sächsisch, der Süden fränkisch. Diese These ist allerdings sehr umstritten und ist wahrscheinlich einer Fehlinterpretation mittelalterlicher Chroniken geschuldet. Vielmehr scheinen die Sachsen infolge der Zerschlagung des Thüringer Königreiches mit in eine lose Abhängigkeit des Frankenreiches gelangt zu sein.
- 568 24.000 Sachsen ziehen mit den Langobarden nach Italien, kehren aber schon bald wieder zurück, worauf es zum Streit mit den in die ehemals sächsischen Wohnsitze angesiedelten Sueben kommt.
- Ab 596 werden die britischen Sachsen zum Christentum bekehrt. Die Festlands-Sachsen bleiben bei ihrem alten Glauben.
- Vermutlich im 6. Jahrhundert Gründung des Königreiches Wessex (= West-Sachsen).
- Im 7. Jahrhundert beginnen die Sachsen, Herzöge zu wählen, angeblich zunächst nur in Kriegszeiten. Diese Verwaltungshierarchie könnte aber durchaus auch auf eine fränkische Oberherrschaft hindeuten, da die Bezeichnungen der Herzöge ausschließlich in fränkischen Quellen überliefert sind. Die wahrscheinlich fränkischen Herzöge versuchen immer mehr Autonomie zu erlangen und stellten sich an die Spitze des Widerstandes gegen die unter den Pippiniden ausgerufene Christianisierung aller Landesteile, so auch der der Sachsen.
- 738: erster Versuch der festeren Unterwerfung unter die fränkische Krone durch Pippin der Jüngere
- 772 bis 804: Der Versuch der Einführung des Christentums in die größtenteils schon abhängigen Gebiete, führte zu einem mehr als dreißig Jahre dauernden Krieg Sachsenkriege Karls des Großen
- 772 Eroberung der sächsischen Eresburg und Zerstörung des wichtigsten religiösen Zentrums der sächsischen Religion, der Irminsul. Der alte Glaube wird von den christlichen Okkupatoren als Heidentum betrachtet.
- 775 Zweiter Feldzug der Franken. Eroberung der strategisch wichtigen sächsischen Sigiburg hoch über der Ruhr.
- 777 beruft Karl eine erste fränkische Reichsversammlung in Paderborn ein, mitten im Land der vermeintlich besiegten Sachsen. Doch das gescheiterte Engagement Karls in Spanien lässt die Sachsen ihren Unabhängigkeitskampf unter der Führung Herzog Widukinds wiederaufnehmen.
- 785: Die Taufe des sächsischen Herzog Widukind leitet die Christianisierung der Sachsen ein.
- 794 Entscheidende Schlacht auf dem Sindfeld.
- 799 findet erneut eine Reichsversammlung in Paderborn als Machtdemonstration statt. Die Sachsen sind endgültig besiegt. Ab 804: Eingliederung der Sachsen in das Reich Karls des Großen als Herzogtum Sachsen, bestehend aus den Teilen Engern, Westfalen, Ostfalen und Nordalbingien. Mit Heinrich I. wurde 919 ein Sächsischer Herzog deutscher König. Ihm folgten die ersten deutschen Kaiser Otto der Große, Otto II. und Otto III. Die Epoche der Kaiser aus dem Hause der Liudolfinger endete mit dem Tod Heinrichs II. 1024. Während dieses Jahrhunderts lag der politische und kulturelle Schwerpunkt des Reichs im Gebiet der Sachsen. Nach der Achtserklärung Heinrichs des Löwen 1180, wegen dessen Weigerung dem Kaiser Friedrich Barbarossa Heerfolge nach Italien zu leisten, zerschlug der Kaiser das alte Herzogtum Sachsen. Westfalen wurde in kirchlichen Besitz übergeben, Heinrich dem Löwen blieben Braunschweig und Lüneburg, die Fürsten und Bischöfe wurden für reichsunmittelbar erklärt, der Name Herzogtum Sachsen haftete nur noch einem kleinen Landesteil an der Elbe an. Am 6. Januar 1423 wurde dieser Teil dem Markgrafen von Meißen, Friedrich dem Streitbaren verliehen. Da der Herzogtitel die höhere Würde besaß, führte dieser von nun an den Titel "Herzog von Sachsen", wodurch der heutige Freistaat Sachsen seine Bezeichnung bekam. Deren Bewohner gehören ursprünglich zum germanischen Volksstamm der Thüringer. Dieses neue Herzogtum Sachsen wurde danach lange als Obersachsen bezeichnet, das Land mit dem Volksstamm der Sachsen als Niedersachsen. Diese Bezeichnung wurde bei der Auflösung Preußens nach dem Zweiten Weltkrieg als Name des heutigen Bundeslandes wiederbelebt. Auch die Westfalen sind Niedersachsen.

Sprachen

#Die niedersächsischen Sachsen sprachen Altsächsisch, das zu den altniederdeutschen Sprachen gehört, siehe auch Niedersächsische Sprache. Ihre Sprache bildete als Angelsächsisch die Grundlage des Englischen und stand in seinen früheren Entwicklungsstufen dem Altenglischen teilweise näher als dem Althochdeutschen. Davon kann nach den massiven Veränderungen, die das Altenglische/Angelsächsische besonders nach dem Einfall der Normannen in England durchmachte, allerdings keine Rede mehr sein. #Dementsprechend wird auch heute in Schleswig-Holstein und den nördlichen Teilen des Bundeslandes Niedersachsen (neben Hochdeutsch) nordniedersächsisch gesprochen. In Westfalen (Westfälisch), den südlichen Gebieten Niedersachsens (Ostfälisch), Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und im Norden von Sachsen-Anhalt werden ähnliche Dialekte gesprochen, die insgesamt zur Niedersächsischen Sprache zusammengefasst werden können. #Der heute umgangssprachlich als "Sächsisch" bezeichnete Dialekt Obersachsens (Kursachsen), des heutigen Bundeslandes Sachsen sowie des südlichen Sachsen-Anhalts, ist dagegen eine Untergruppe der Ostmitteldeutschen Sprache und gehört zur Thüringisch-Obersächsischen Dialektgruppe des Hochdeutschen.

Literaturhinweise

Torsten Capelle: Die Sachsen des frühen Mittelalters, Stuttgart 1998. ISBN 3806213844 Dr.Wilhelm Gebers: Auf dem Weg nach Walhall - Die Pferde der Altsachsen - Begleiter in Leben und Tod, Lohne 2004, ISBN 980815188 Hans-Jürgen Häßler: Niedersachsens frühe Bevölkerung: Die Altsachsen der spätrömischen Kaiserzeit und des frühen Mittelalters, Hannover 2004, ISBN 3899950941
- siehe auch: [http://sassen.gmxhome.de/sassen/quellen.html Literaturhinweise]

Weblinks


- [http://www.sachsengeschichte.de/ Sachsengeschichte.de]
- [http://www.saxones.de Projekt Saxones] - Ein "Reenactment"- / Living History-Projekt Kategorie:Europäische Ethnie Kategorie:Germanischer Stamm Kategorie:Niedersächsische Geschichte ja:サクソン人

Jüten

Die Jüten sind ein germanischer Volksstamm, der seine Urheimat auf der Halbinsel Jütland hatte. Mit der Eroberung Jütlands im 5. Jahrhundert durch die Dänen gingen die Jüten teilweise im dänischen Volk auf, teilweise wanderten sie weiter nach Flandern und zusammen mit den Angeln und Sachsen darüber hinaus nach England. Teile der Jüten siedelten in Süddänemark bis an die Eider in Schleswig-Holstein als freies Volk. Die Christianisierung setzte im 9. Jahrhundert ein. Zusammen mit den Angeln und den Sachsen hatten die Jüten einen nicht unerheblichen Anteil an der Entstehung der altenglischen Sprache. Kategorie:Germanischer Stamm Kategorie:Dänemark Kategorie:Schleswig-Holstein

Friesen

Die Friesen sind ein germanischer Volksstamm, der an der Nordseeküste in den Niederlanden, Deutschland und Dänemark lebt. Die in den Niederlanden zwischen der Zuiderzee und der Lauwers lebenden Friesen werden als Westfriesen bezeichnet, die in Deutschland zwischen der Ems und der Harle in Niedersachsen lebenden als Ostfriesen, die südöstlich davon in der Gemeinde Saterland lebenden als Saterfriesen, die in Schleswig-Holstein und Dänemark lebenden als Nordfriesen. Als ethnische Minderheit, die sich über die friesische Sprache definiert, sind die Friesen heute noch im niederländischen Westfriesland wie im schleswigschen Nordfriesland anzutreffen. Die friesische Minderheit stellt zusammen mit der dänischen und der sorbischen Minderheit sowie den in Deutschland lebenden Roma und Sinti eine der vier in Deutschland ansässigen ethnischen Minderheiten. Die Größe der nordfriesischen Minderheit ist schwer einzuschätzen. Deren Zahl dürfte sich auf einige 10.000 Mitglieder schätzen lassen. Nordfriesisch sprechen heute noch 10.000 - 20.000 Nordfriesen, vor allem auf den Nordfriesischen Inseln und in der Nähe der deutsch-dänischen Grenze. Zusammen mit der dänischen Minderheit haben sie den Südschleswigschen Wählerverband als politische Interessenvertretung. Die friesische Minderheit in den Niederlanden hat weit über 100.000 Angehörige. Siehe auch Friesland.

Geschichte

Die Friesen sind vom römischen Historiker Tacitus in seiner Germania der Gruppe der Ingaevones zugeordnet worden. Ihr Land lag an der Küste der Nordsee von der Mündung des Rheins bis zur Ems, der östlichen Grenze. Plinius der Ältere schrieb, dass der römische General Drusus diesen Landstrich 12 v. Chr. von Region des heutigen Belgiens aus eroberte. Danach versanken die Friesen größtenteils in historischer Versenkung, bis sie mit den Merowingern und Karolingern in Kontakt kamen. Im 5. Jahrhundert, während der geschichtlichen Ruhe um die Friesen, haben sich wohl viele Friesen den Angeln und Sachsen angeschlossen, die über friesisches Land marschierten, um in Britannien einzufallen. Die Völker, die auf dem Kontinent blieben, drangen in die nun entvölkerten Gebiete der Angelsachsen ein. Am Ende des 6. Jahrhunderts besetzten die Friesen die Küste bis zur Mündung der Weser und verbreiteten sich bis ins 7. Jahrhundert weiter südwärts bis nach Dorestad und sogar bis nach Brügge. Danach, eroberte jedoch Karl Martell den westlichen Teil Frieslands und der letzte Gesamtherzog der Friesen Poppo fiel in einem Kampf gegen einen fränkischen Adeligen. Diese größte Ausbreitung des friesischen Territoriums ist bekannt als Frisia Magna. Das was heute von Frisia Magna übriggeblieben ist, ist klein und verstreut. Das meiste ist von den sich ausbreitenden Nachbarn erobert worden, von den Sachsen, die in den Norden und Westen vordrangen und den Franken, die den Norden und Osten besetzten. Bis zum Aufstieg der Hanse waren die Friesen das bedeutendste Handels- und Seefahrervolk der Nordseeküste. Nach dem Tod von Fürst Karl Edzard endete in Ostfriesland des Hauses Cirksena im Jahr [1744]. Anschließend wurde Ostfriesland von Friedrich der Große okkupiert. Das heute zu den Niederlanden gehörende Hauptgebiet der Friesen, West- und Mittelfriesland, erstreckt sich von Alkmaar in der Provinz Nordholland entlang der Küste der Provinzen Friesland und Groningen bis zur Mündung der Ems. Kulturell ist es allerdings auf die Provinz Friesland begrenzt. Die friesische Sprache wird nur noch dort und auf den Wattenmeerinseln Terschelling und Schiermonnikoog gesprochen. Letztes Refugium der ostfriesischen Sprache ist das Saterland (Niedersachsen). Ostfriesland selbst ist inzwischen vollständig niederdeutsch geprägt. Allerdings ist das ostfriesische Platt noch stark vom Friesischen geprägt und hebt sich von anderen niederdeutschen Dialekten deutlich hervor. Zudem ist das friesische Selbstverständnis vieler Ost-Friesen äußerst stark ausgeprägt. Lebendig ist die friesische Kultur und Sprache auch auf der Insel Helgoland, (Kreis Pinneberg), wo der Hallunder Dialekt gesprochen wird und in Nordfriesland (Schleswig-Holstein, Deutschland). Friesisch wird sowohl auf den Inseln Sylt, Föhr und Amrum als auch auf dem Festland, z.B. rund um Bredstedt gesprochen. Das Friisk Gesäts führt ab 2004 zu rechtlich klarerem Status. Es gibt auch noch einige Nachkommen der Friesen an der Küste von Jütland und angrenzenden Inseln. Es ist aber nicht bekannt, wann sie sich dort angesiedelt haben, nicht mal, ob sie erst auf den Inseln siedelten und dann ins Inland vordrangen oder umgekehrt. Die wenigen Menschen die heute noch Friesisch sprechen, bedienen sich im Alltag auch der angrenzenden Sprachen wie Niederdeutsch, Hochdeutsch oder Dänisch. Wie viele andere kleine Minderheitensprachen Europas auch, ist auch das Friesisch akut vom Aussterben bedroht.

Herzöge Frieslands


- Sibbelt ???-???
- Ritzard ???-???
- Aldegisel ???-680
- Radbod 680-719
- Poppo 719-734 Siehe auch: Friesische Sprache, Eala Freya Fresena Kategorie:Germanischer Stamm Kategorie:Europäische Ethnie Kategorie:Friesland Kategorie:Ostfriesland Kategorie:Nordfriesland

Römisches Reich

Das Römische Reich (lateinisch: Imperium Romanum) war das von der Stadt Rom beherrschte Gebiet in der Zeit zwischen etwa dem 6. Jahrhundert v. Chr. und dem 5. bzw. 6. Jahrhundert n. Chr. Eine eindeutige Abgrenzung ist jedoch weder zur vorrömischen Epoche noch zum Byzantinischen Reich möglich. Zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung, zu Zeiten Kaiser Trajans, erstreckte sich das Römische Reich über die Gebiete rund um das Mittelmeer, über Gallien und große Teile Britanniens und über die Gebiete rund um das Schwarze Meer (siehe auch Bosporanisches Reich). Das Römische Reich übte einen großen Einfluss auf die von ihm beherrschten Gebiete, aber auch auf die Gebiete jenseits seiner Grenzen aus. In der östlichen Reichshälfte mischte sich dieser Einfluss mit griechisch-hellenistischen und orientalischen Elementen, während der Westen latinisiert wurde. Latein, die Sprache Roms, wurde zur Amtssprache des Reiches, in Teilen des Reichs blieben aber auch andere Sprachen erhalten. Aus dem Lateinischen entstanden die modernen romanischen Sprachen Europas (Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Rumänisch, sowie Ladinisch und Rätoromanisch). Sehr viele Lehnwörter finden sich zudem in den germanischen und in den slawischen Sprachen. Vor allem das Rechts- und Staatswesen in Europa ist maßgeblich vom römischen Erbe geprägt.

Geschichtlicher Überblick

Die Geschichte des Römischen Reiches lässt sich grob in folgende sechs Phasen gliedern, die im Verlauf dieses Artikels genauer beschrieben werden; zu Details siehe die entsprechenden Verweise im Artikel (Beispiel: Prinzipat): # Königszeit (753 v. Chr.510 v. Chr.) # Die Zeit der Republik (509 v. Chr.133 v. Chr.) # Zeit der Bürgerkriege (ab 133 v. Chr.) # Prinzipat (Römische Kaiserzeit I, ab 27 v. Chr.) # Spätantike, in der älteren Forschung auch Dominat (Römische Kaiserzeit II, ab 284 n. Chr.) # Untergang des Reiches im Westen und Übergang zum Byzantinischen Reich im Osten (ab 395 n. Chr., noch zur Spätantike zu rechnen)

Römische Königszeit und frühe Republik

395 n. Chr.]] Der Stadtstaat Rom, der zuerst unter etruskischer Königsherrschaft stand (Königszeit), gewann in Italien zunehmend an Einfluss, nachdem er sich ca. 500 v. Chr. von der Herrschaft der Etrusker gelöst hatte. Zu dieser Zeit erfolgte ebenfalls die Umwandlung des ehemaligen Königreiches in die Römische Republik (Republik = res publika, die öffentliche Sache), während derer alljährlich zwei Konsuln die oberste Regierungsgewalt ausübten. Der letzte aller römischen resp. etruskischen Könige, Tarquinius Superbus (Tarquinius der Hochmütige), wurde vom römischen Volk unter der Führung von Lucius Iunius Brutus aus Rom vertrieben, weil er eine Römerin namens Lucretia geschändet hatte. Das Jahr 509 v. Chr. ist jedoch spätere Fiktion, die als Parallele zum Sturz der Peisistratiden in Athen um 510 v. Chr. gesehen werden kann. Wahrscheinlicher ist die Zeit um 475 v. Chr. Als ersten, einigermaßen festen Punkt in der römischen Geschichte kann man die Niederlegung des Zwölftafelgesetzes 451 v. Chr. sehen.
Über die römische Königszeit existieren verschiedene berühmte Legenden, die die römische Geschichte mit der Geschichte Trojas zu verknüpfen versuchen. Diese entstanden jedoch erst Jahrhunderte später. Rom begann mit einer gezielten Expansion in Mittelitalien (Eroberung von Veji 396 v. Chr.), musste dabei aber auch schwere Rückschläge verkraften (v.a. der Galliersturm von 387 v. Chr., der psychologisch seine Spuren hinterlassen sollte, sowie mehrere Niederlagen gegen italische Volksstämme). Es folgen die Samnitenkriege (1. 343-341 v. Chr.; 2. 327-304 v. Chr.; 3. 298-290 v. Chr.) und der Latinerkrieg (ca. 340-338 v. Chr.). Rom etabliert schließlich ein weitverzweigtes Bündnissystem. So wurden Kolonien an strategisch wichtigen Plätzen angelegt und Bündnisse mit mehreren italischen Stämmen geschlossen, die jedoch nicht das römische Bürgerrecht erhielten.

Der Aufstieg Roms - Expansion in Italien und im Mittelmeerraum

Im 3. Jahrhundert v. Chr. setzte sich Rom gegen die Samniten und andere italische Stämme durch. Nach und nach fiel die gesamte Halbinsel an Rom (außer Oberitalien, welches erst später annektiert wurde). Im Süden verleibte sich die Republik um 275 v. Chr. die dortigen griechischen Stadtstaaten ein, nachdem es gelungen war, den hellenistischen Condottiere Pyrrhos von Epiros abzuwehren. Mit dieser Expansion kam Rom allerdings in Konflikt mit der bisher Rom freundlich gesonnenen Handelsrepublik Karthago (im heutigen Tunesien), was zu den Punischen Kriegen führte. Im Ersten Punischen Krieg (264-241 v. Chr.) dehnte sich Rom nach vorherigen Spannungen auf Sizilien bis in karthagische Gebiete aus. Nachdem Karthago, solcherart provoziert, die Römer von See aus angegriffen und geschlagen hatte, baute Rom eine Flotte auf, um der Seemacht Karthago entgegentreten zu können. Nach mehreren Rückschlägen und wechselhaftem Kriegsglück gelang es Rom schließlich, besonders auf Sizilien Fuß zu fassen und die karthagische Flotte mehrmals zu schlagen. Karthago verlor fast alle seine sizilianischen Besitzungen und sann fortan auf Rache. Im Zweiten Punischen Krieg (218-201 v. Chr.) gelang es dem genialen Strategen Hannibal beinahe, Rom in die Knie zu zwingen. Besonders die Niederlage bei Cannae (216 v. Chr.) schmerzte, die schwerste Niederlage in der römischen Geschichte, doch gelang es Hannibal nicht, das Bündnissystem Roms in Italien zu zerstören. Der römische Feldherr Scipio setzte 204 v. Chr. nach Afrika über und besiegte Hannibal 202 v. Chr. bei Zama. Karthago verlor alle außerafrikanischen Besitzungen und seine Flotte. Es war als Machtfaktor endgültig ausgeschaltet, während Rom mit seiner neuen Provinz Hispanien zunehmend an Einfluss gewann. Der Sieg über Karthago im 1. und 2. Punischen Krieg sicherte Roms Vormachtstellung im westlichen Mittelmeer. In diese Zeit, genauer gesagt in die Zeit ab 200 v. Chr., fiel auch die Einmischung Roms in das Machtspiel der hellenistischen Großreiche. Dort waren die Großmächte nicht in der Lage gewesen, ein friedliches Zusammenleben zu erreichen. Es folgten Konflikte mit den Antigoniden, wobei Rom 200-197 v. Chr. in Griechenland intervenierte, um den makedonischen Einfluss zurück zu drängen. Auch gegen das hellenistische Seleukidenreich führte Rom Krieg. Auf ein Hilfegesuch hin kam es 192-188 v. Chr. zum Krieg gegen Antiochos III., in welchem Rom siegreich blieb. Antiochos musste auf einen Großteil seiner Besitzungen in Kleinasien verzichten. Rom wurde damit zur De-facto-Vormacht im östlichen Mittelmeerraum. Versuche Makedoniens, die alte Hegemonie wieder aufzurichten, führten zum Krieg. 168 v. Chr. wurden die Makedonen endgültig besiegt und ihr Königreich zerschlagen, 148 v. Chr. schließlich in eine römische Provinz umgewandelt. So erging es 146 v. Chr. auch Griechenland (ab 27 v. Chr. Provinz Achaea, vorher zu Makedonien) und der neuen römischen Provinz Africa nach der Zerstörung Karthagos, welches vor dem Dritten Punischen Krieg (150-146 v. Chr.) wieder an Macht gewonnen hatte. Pergamon wurde durch Erbvertrag 133 v. Chr. zur römischen Provinz. Gleichen Status erhielt 64/63 v. Chr. das Restreich der Seleukiden, das nicht mehr lebensfähig war und von Pompeius, der eine Neuordnung des Ostens vornahm, zur Provinz Syria gemacht wurde. Nur das schwächelnde Ägypten der Ptolemäer, welches zu einem römischen Protektorat wurde, behielt seine Unabhängigkeit, ehe es im Jahre 30 v. Chr. ebenfalls im Römischen Reich aufging. So glänzend auch die außenpolitischen Erfolge Roms gewesen waren – im Inneren erodierte allmählich die republikanische Ordnung.

Die Revolutionszeit und die Bürgerkriege

Die Republik geriet seit der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. in eine innenpolitische Krise, die schließlich in die Epoche der Bürgerkriege mündete und mit dem Untergang der bisherigen Staatsform enden sollte. Hintergrund war zunächst der Ruf nach Reformen, vor allem im Agrarbereich. So sollte die nach den Brüdern Tiberius Gracchus und Gaius Gracchus benannte Gracchische Reform die Grundbesitzverhältnisse reformieren und den ärmeren Schichten der Bevölkerung zu Land und Einkommen verhelfen. Die Reform scheiterte allerdings am Widerstand der konservativen Senatskreise, der zugrundeliegende Konflikt blieb weiter bestehen: die Popularen und Optimaten bekämpften sich gegenseitig, um ihre jeweilige Politik durchzusetzen. Auch machten sich innere Spannungen im Bündnissystem Roms bemerkbar, sodass es 91-89 v. Chr. zum so genannten Bundesgenossenkrieg kam. Am Ende wurde das römische Bürgerrecht auch den Bundesgenossen verliehen. Im Anschluss daran kam es 88 v. Chr. zur berüchtigten "Vesper von Ephesus": Nach der Ermordung Zehntausender römischer Siedler in Kleinasien zog Rom in den Krieg gegen Mithridates von Pontos und besiegte ihn nach mehrjährigen Kämpfen. Pontos Diesen Ereignissen folgte der Beginn des römischen Bürgerkriegs, in dem sich wieder Popularen und Optimaten gegenüber standen (Marius, Cinna, Sulla). Sulla blieb siegreich und errichtete die Diktatur, doch hatte diese Lösung keinen wirklichen Bestand, zumal Sulla bald zurücktrat und die alten Kräfte sich wieder bekämpften. Die Krise der Republik wurde durch das (erste) Triumvirat verdeutlicht: der ehrgeizige Gaius Iulius Caesar, der erfolgreiche Militär Gnaeus Pompeius Magnus und der reiche Crassus gingen ein informelles Bündnis ein, um sich in ihren jeweiligen Interessen zu unterstützen. Nach dem Tod des Crassus in einem Feldzug gegen die Parther rangen die einstigen Freunde Caesar und Pompeius um die Macht im Staat (49-46 v. Chr.), wobei sich Pompeius auf die Seite des Senats stellte. Caesar obsiegte. Nur durch seine Ermordung wurde verhindert, dass sich die Republik in eine Diktatur verwandeln konnte. Nach der Ermordung Caesars im Jahre 44 v. Chr. gelang es den Anhängern der Republik nicht, die alte republikanische Verfassung wiederherzustellen. In dem Bürgerkrieg, der nun wieder ausbrach, setzte sich schließlich Octavian, der spätere „Augustus“, gegen Marcus Antonius in der Schlacht bei Actium als Sieger durch (31 v. Chr.).

Die frühe und hohe Kaiserzeit (Prinzipat)

Prinzipat Octavian zielte wie Caesar auf eine Alleinherrschaft. Doch anders als Caesar versuchte Octavian dieses Ziel nicht durch das Mittel einer außerordentlichen Diktatur zu erreichen. Octavian ließ vielmehr die alte republikanische Verfassung formal in Kraft und sicherte seine Position durch die Übernahme verschiedener Ämter, vor allem durch die Übernahme eines mehrjährigen Kommandos über wichtige Legionen. Den alten senatorischen Adel konnte Octavian zu einer Anerkennung seiner Herrschaft bewegen. Der Senat sah in Octavian keinen König, sondern den "Ersten Bürger des Staates" (Princeps). Die von Octavian begründete Verfassung, die sich in wesentlichen Punkten von der alten republikanischen Verfassung unterscheidet, nennt man deshalb auch Prinzipat. Octavian selbst erhielt im Jahre 27 v. Chr. vom Senat den Titel „Augustus“ (der Erhabene). Das Imperium Romanum beherrschte zu diesem Zeitpunkt bereits den gesamten Mittelmeerraum. Auch der Westen und Süden Germaniens gehörte zum römischen Reich; die Expansion nach Nordosten, die unter Augustus eingeleitet worden war, wurde erst durch die Varusschlacht im Jahre 9 gestoppt. Augustus' Adoptivsohn und Nachfolger Tiberius beschränkte sich auf weitgehend defensive Maßnahmen zur Sicherung der Grenzen. Unter Claudius wurde einzig Britannien dem Reich hinzugefügt, später folgte noch Thrakien, das aber schon vorher ein von Rom abhängiger Klientelstaat gewesen war. Mit dem Tod des als unfähig und wahnsinnig geltenden Nero, der vor allem das Militär vernachlässigte, endete 68 das julisch-claudische Haus. Dessen Nachfolge traten nach den Wirren des Vierkaiserjahres die insgesamt erfolgreich regierenden Flavier an, wobei Vespasian im Jahre 70 einen Aufstand in Judäa durch seinen Sohn und späteren Nachfolger Titus niederschlagen ließ. Nach Titus´ nur kurzer Regierungszeit trat sein Bruder Domitian seine Nachfolge an. 96 brachte diesen eine Hofintrige zu Fall - es kam zu einer Krisenzeit, welche erst unter den so genannten Adoptivkaisern überwunden werden konnte. Die Zeit der Adoptivkaiser, die mit Nerva begann, wird allgemein als die Glanzzeit des Imperiums verstanden, sowohl kulturell als auch in Bezug auf die Machtstellung Roms. Seine größte Ausdehnung hatte das Römische Reich denn auch unter Kaiser Trajan im Jahre 117 erreicht, wobei Trajan, der als erster Kaiser aus den Provinzen stammte, als optimus princeps gefeiert wurde, als "bester Kaiser". Das Imperium erstreckte sich nun von Schottland bis Nubien in Nord-Süd-Richtung und von Portugal bis nach Mesopotamien in West-Ost-Ausrichtung. Unter dem gebildeten Hadrian, der die östlichen Eroberungen Trajans aufgab, kommt es nun zu einer inneren Konsolidierung des Reiches und zu einer zivilisatorischen, kulturellen und technischen Blüte, die die Ausbreitung des damals noch jungen, schon stark angewachsenen Christentums begünstigte. Christentum Um die Mitte des 2. Jahrhunderts schien das Imperium auf seinem Höhepunkt angelangt zu sein, doch traten unter Mark Aurel bereits die ersten Probleme auf (Kämpfe mit Germanen, besonders den Markomannen, und im Osten Kämpfe mit den Parthern). Das Reich kam in den folgenden Jahrzehnten nicht zur Ruhe. Von außen wurde es kriegerisch bedrängt, während im Inneren sich Zerfallserscheinungen bemerkbar machten. Nach dem Tod Marc Aurels, der gerade im Bereich der nördlichen Grenze nur vorläufige Erfolge verbuchen konnte, kam es zu einer Reihe von Krisenereignissen, zudem sein Sohn Commodus nicht in der Lage war, dem Reich Sicherheit zu geben. Zu Beginn des 3. Jahrhunderts konnten die Severer die Lage stabilisieren. Jetzt kam es vor allem an der Ostgrenze zu schweren Kämpfen mit dem Neupersischen Reich der Sassaniden, die sich Rom als gewachsen erwiesen und den römischen Heeren eine Reihe von Niederlagen bereiten sollten. Es folgte nach dem eher unrühmlichen Ende der Severer die Reichskrise des 3. Jahrhunderts, in welcher sich die Soldatenkaiser dem Ansturm der Germanen an Rhein und Donau (besonders der Alamannen und der Goten) und der Sassaniden im Osten ausgesetzt sahen. Es kam sogar zur Abspaltung einzelner Provinzen (besonders Galliens), die aber wieder rückgängig gemacht werden konnten. 272 wurde Palmyra unterworfen, das in der Krisenzeit des Imperiums Teile der östlichen Provinzen Roms erobert hatte.

Die späte Kaiserzeit und der Beginn der Spätantike

Mit Diokletian vollzog sich 284 der Übergang in die Spätantike, die von einer stärkeren Zentralisierung und Bürokratisierung sowie dem späteren Sieg des Christentums geprägt war und die keineswegs die reine Zerfallszeit war, wie noch die ältere Forschung weitgehend meinte. Diokletian reformierte die Verwaltung und schuf die so genannte Ordnung der Tetrarchie, wonach es zwei Senior-Kaiser (Augusti) und jeweils einen Junior-Kaiser (Caesar; pl.: Caesares) geben sollte. Denn für einen Kaiser alleine war das Imperium schon längst unregierbar geworden, besonders da der Druck auf die Grenzen ständig anwuchs. Die Idee der Teilung des Herrschaftsraumes war nicht völlig neu, doch wurde sie nun konsequenter umgesetzt. Allerdings wurde der Gedanke der Reichseinheit nicht aufgegeben. In dieser Zeit wurde die Hauptstadt von Rom nach Trier, an die nördlichen Grenzen verlegt. Die letzten Christenverfolgungen fanden unter Diokletian statt. Konstantin der Große, dessen Vater nach dem Rücktritt Diokletians und dessen Mitkaiser Maximian das Amt des "Senior-Augustus" im Westen übernahm, gab sich damit nicht zufrieden. Er beseitigte nach und nach seine Rivalen und etablierte 324 die Alleinherrschaft über das Imperium. Bedeutend wurde seine Regierungszeit vor allem aus zwei Gründen: 1) der Privilegierung des Christentums und 2) der Gründung von Konstantinopel. Der Blick des Reiches wandte sich mehr und mehr gegen Osten. Konstantins Dynastie überlebte ihn nicht lange. Es folgten zunächst Bruderkämpfe, bis Constantius II. die Alleinherrschaft erlangte. Nach seinem Tod kam es 361 unter seinem Nachfolger Julian Apostata zu einer "Renaissance" des Heidentums, die aber nicht von langer Dauer war. Mit Julian erlosch 363 die konstantinische Dynastie. Unter Valentinian I. wurde das Reich aus Verwaltungsgründen vorläufig und nach dem Tod Kaiser Theodosius I. endgültig geteilt. Theodosius war nach dem Tod des Valens von Valentinians Sohn Gratian als Kaiser im Osten eingesetzt worden. Es gelang ihm nach der Niederlage von Adrianopel, die eingedrungenen Goten durch Verträge wenigstens vorläufig zu binden. 394 wurde Theodosius schließlich Alleinherrscher, nachdem es im Westen zu einer Reihe von Usurpationen und Revolten gekommen war; er war der letzte Kaiser, der über das gesamte Imperium herrschen sollte. Nach seinem Tod 395 kam es unter seinen Söhnen Honorius (im Westen) und Arcadius (im Osten) zur Reichsteilung, die von da an endgültig sein sollte.

Untergang des Reiches im Westen und Behauptung im Osten

Arcadius Das Oströmische Reich überlebte die Wirren der Völkerwanderung, vor allem, da es der ökonomisch gesündere und dichter bevölkerte Reichsteil war. Im Laufe des 5. Jahrhunderts zerfiel allmählich das Römische Reich im Westen. Eine wichtige Ursache dabei bildete die Völkerwanderung. Das Reich verlor nach der Schlacht von Adrianopel 378 zunehmend die Kontrolle über seine westlichen Provinzen. Große Teile Galliens und Spaniens gingen bis zur Mitte des 5. Jahrhunderts an die eingedrungenen Germanen (Vandalen, Franken, Goten) verloren. Vor allem der Verlust Africas an die Vandalen 435 war ein schwerer Schlag für Westrom. Der Regierungssitz war bereits um die Jahrhundertwende von Mailand nach Ravenna verlegt worden. Und selbst Italien geriet immer mehr unter den Einfluss der Germanen. 410 plünderten die Westgoten die Stadt Rom, 455 folgten ihnen darin die Vandalen (daher der Ausdruck "Vandalismus"). Es gab mehrere Gründe für den Verfall und Untergang des Römischen Reiches. Welche Prozesse letztlich zur Transformation des weströmischen Reiches in eine Reihe von germanischen Staaten führten, die spätestens seit dem 7. Jahrhundert als souverän gelten konnten, ist seit langem Gegenstand der Forschungsdiskussion. So bestand das Heer zum größten Teil nicht mehr aus römischen Bürgern, sondern aus "barbarischen" Söldnern. Die Stärke der Armee reichte zudem nicht mehr aus, um die Grenzen zu sichern. Im Inneren war die Verwaltung marode geworden, auch ein wirtschaftlicher Niedergang ist festzustellen, wenn auch nicht so dramatisch, wie noch die ältere Forschung meinte. 476 setzte der Germane Odoaker Romulus Augustulus als weströmischen Kaiser ab (letzter anerkannter Westkaiser war allerdings Julius Nepos gewesen). Odoaker sah sich selbst noch als einen "Germanen in römischen Diensten" und seine Herrschaft in Italien als Teil des Imperium Romanum unter dem römischen Kaiser in Konstantinopel. Anders war die Lage im Osten. Dies war der "gesündere" Reichsteil, der zudem über die größeren strategischen Reserven verfügte und auch die geschicktere Diplomatie betrieb. Zudem war es Hunnen und Germanen nie gelungen, den Hellespont zu überqueren; daher blieben die reichen Provinzen Kleinasiens, Syriens und Ägyptens weitgehend unbehelligt. Die "barbarischen" Elemente in der Armee, die mit zum Untergang Westroms beigetragen hatten, wurden noch im 5. Jahrhundert zurückgedrängt und zu Beginn des 6. Jahrhunderts zum größten Teil ausgeschaltet. Obzwar es zu schweren Kämpfen mit Hunnen und Sassaniden kam, blieb das Ostreich intakt. Unter Justinian I., dem letzten Kaiser, dessen Muttersprache Latein war, konnten die Oströmer große Teile des Westens (Nordafrika, Italien, Südspanien) zurückerobern, während sie im Orient unter großen Anstrengungen die Grenzen gegen die Perser halten konnten. Damit war der (ost)römische Kaiser noch einmal der mit Abstand mächtigste Herrscher im Mittelmeerraum, und Ostrom beherrschte den größten Teil des alten Reichsgebietes (mit Ausnahme Britanniens, Galliens und Nordspaniens). Die Wende kam Anfang des 7. Jahrhunderts, als zunächst weite Teile des Reiches zeitweilig von den Sassaniden erobert wurden. Nachdem Kaiser Herakleios den langen Krieg schließlich siegreich beendet hatte, konnte das erschöpfte Reich dem Angriff der islamischen Araber (arabische Expansion) kaum widerstehen und verlor ganz Syrien und Afrika. Herakleios brach außerdem mit der römischen Tradition, indem er statt des Titels Imperator den alten griechischen Königstitel Basileus annahm und Griechisch auch zur offiziellen Amtssprache machte. Das Oströmische Reich mit seiner Hauptstadt Konstantinopel blieb dann zwar staatsrechtlich noch bis in das 15. Jahrhundert erhalten - und die Griechen bezeichnen sich noch heute volkstümlich auch als romoi, also Römer, aber die inneren Strukturen veränderten sich nach etwa 640 so grundlegend, dass es gerechtfertigt erscheint, von nun an von Byzanz zu sprechen. Siehe auch:
- Römische Republik
- Prinzipat
- Römische Kaiserzeit
- Spätantike
- Der Untergang des Römischen Reiches
- Byzantinisches Reich
- Weströmisches Reich
- Liste der römischen Kaiser

Nachfolger

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, das Nord- und Mittelitalien, die Niederlande, Belgien, Tschechien, Österreich, die Schweiz, Teile Frankreichs (Elsass, Lothringen, Provence), Luxemburg und Deutschland umfasste, sah sich später als Nachfolger des (west)römischen Reiches, während der russische Zar über das byzantinische Erbe ebenfalls die Nachfolge der römischen Kaiserkrone beanspruchte - die Begriffe Kaiser und Zar leiten sich beide aus dem römischen Caesar ab.

Siehe auch


- Portal und Themenliste Rom
- Ab urbe condita
- Auxiliartruppen
- Esskultur im Römischen Reich,
- Feuerwehren im Römischen Reich
- Germanisierung
- Kataphrakt
- Liste der römischen Kaiser
- Liste der römischen Könige
- Liste der römischen Konsuln
- Romanen
- Römische Bautechnik
- Römische Bestattungsrituale
- Römische Ehe
- Römische Erziehung
- Römische Kaiserzeit
- Spätantike
- Sprachen im Römischen Reich
- Römische Legion
- Römische Marine
- Römische Mythologie
- Römische Namen
- Römische Provinz
- Römische Republik
- Römischer Senat
- Römisches Recht
- Römische Vornamen
- Römische Ziffern
- S.P.Q.R.
- Tierhetzen im Römischen Reich

Literatur

Allgemein (neben Oldenbourg Grundriss der Geschichte Bd. 2-4 und vor allem der Cambridge Ancient History, 2. veränderte Aufl. ab Bd. 7, Teilband 2, The Rise of Rome to 220 B.C.):
- Alfred Heuß: Römische Geschichte. Schöningh, 2003, ISBN 3506739271 Bester (wenn auch manchmal recht knapper) Überblick zur römischen Geschichte in deutscher Sprache.
- Theodor Mommsen: Römische Geschichte. Deutscher Taschenbuchverlag, 2001, ISBN 3423590556 Geschichte Roms bis zur Ermordung Cäsars, für die Theodor Mommsen 1902 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Wissenschaftlich allerdings vollkommen veraltet.
- Ada Gabucci: Rom und sein Imperium Sehr reich bebilderte Geschichte über die Gründung, Ausbreitung und Herrschaft. Konrad Theiss Verlag, 2005, ISBN 380621932X Spezialisiertere Literatur:
- Hermann Bengtson: Grundriss der Römischen Geschichte mit Quellenkunde. Republik und Kaiserzeit bis 284 n. Chr.. Handbuch der Altertumswissenschaft III. 5, München 1982, ISBN 3-406-08617-9
- Klaus Bringmann: Geschichte der Römischen Republik. München 2002, ISBN 3406492924 Solide und zuverlässige Darstellung der Republik.
- Karl Christ: Geschichte der Römischen Kaiserzeit, 4. Auflage. München 2002, ISBN 3406363164 Hervorragende moderne Darstellung der Kaiserzeit bis Konstantin. Standardwerk.
- David S. Potter: The Roman Empire at bay. AD 180-395. Routledge History of the Ancient World, London u.a. 2004. ISBN 0-415-10058-5 Sehr gute Gesamtdarstellung der Zeit von 180 bis 395.
- Glen Bowersock u.a.: Late Antiquity. A guide to the postclassical World. Cambridge 1999, ISBN 0674511735. Ausgezeichneter, gut lesbarer Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Spätantike mit einem nützlichen Lexikonteil.
- Alexander Demandt: Die Spätantike. Handbuch der Altertumswissenschaft III. 6, München 1989, Gutes Überblickswerk. (nur noch antiquarisch, 2. Auflage in Vorbereitung; aber als inhaltlich gekürzte Ausgabe ohne wissenschaftlichen Apparat erhältlich: Geschichte der Spätantike. München 1998, ISBN 3-406-44107-6)
- Arnold H.M. Jones: The Later Roman Empire 284-602. (Erstdruck in 3 Bde., Oxford 1964) Nachdruck in 2 Bde., Baltimore 1986 Die beste aus den Quellen gearbeitete moderne Darstellung der Spätantike Alternative Darstellungen:
- Arthur Rosenberg: Demokratie und Klassenkampf im Altertum. Fritz Erik Hoevels: Roter Leitfaden durch die römische Geschichte. Ahriman-Verlag 1997. ISBN 3-89484-810-3. Die beiden Altphilologen und Marxisten Rosenberg und Hoevels bieten eine kompakte Übersicht über die Geschichte des römischen Reiches und untersuchen die Triebfedern und Gesetzmäßigkeiten ihres Ablaufes - umstritten, wie alles aus marxistischer Feder.

Weblinks


- [http://la.wikipedia.org Die lateinische Wikipedia]
- [http://www.kirke.hu-berlin.de/vl/vlagdt.html#roem Virtual Library Geschichte - Einzelprojekte: Die Römer in Deutschland] (Ressourcen im Internet)
- [http://www.roman-emperors.org/impindex.htm De Imperatoribus Romanis - Sammlung von Kurzbiografien der römischen Kaiser, verfasst von mehreren Fachgelehrten (englisch)]
- [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/home.html LacusCurtius (Umfangreiche Informationen über das antike Rom)]
- [http://gutenberg.spiegel.de/mommsen/roemisch/roemisch.htm Theodor Mommsens Römische Geschichte im Projekt Gutenberg]
- [http://www.imperiumromanum.com Projekt Imperium Romanum: Darstellung der römischen Welt auf über 1000 Seiten]
- [http://www.die-roemer-online.de/ Die Römer online]
- [http://www.gottwein.de/roge/rom_hist.php Römische Geschichte in annalistischer Darstellung]
- [http://www.imperium-romanum.ch.vu Imperium Romanum: ausführliche Seite zur römischen Geschichte]
- [http://www.antikefan.de/kulturen/Roemisch.html Geschichte des Römischen Imperium] Romisches Reich ! Romisches Reich als:Römisches Reich ja:ローマ帝国 ko:로마 제국 simple:Roman Empire zh-min-nan:Roma Tè-kok

England

England ist das größte und am dichtesten besiedelte Gebiet des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland. Fälschlicherweise wird England oft als Synonym für den Staat des Vereinigten Königreichs oder die Insel Großbritannien gebraucht.

Geografie

England umfasst die südlichste Hälfte der Insel Großbritannien, grenzt im Norden an Schottland und im Westen an Wales und die Irische See. Im Osten grenzt England an die Nordsee, im Süden liegt England am Ärmelkanal.

Politik

Die Regierung des Königreichs hat, ebenso die königliche Familie, ihren Sitz in der englischen Hauptstadt London. England hat - im Gegensatz zu Schottland, Wales oder Nordirland - kein Landesparlament oder eine Landesregierung. Deren Aufgaben werden vom Parlament und der Regierung des Vereinigten Königreiches wahrgenommen. Dabei ist es heute üblich, dass sich bei Abstimmungen im Parlament, die nur England betreffen, die Abgeordneten der anderen Landesteile ihrer Stimme enthalten. Jedoch ist in Planung, England in verschiedene administrative Regionen mit eigener Verwaltung aufzuteilen (Devolution). Siehe auch: Liste der britischen Premierminister.

Heraldik

Liste der britischen Premierminister Die englische Flagge, bekannt als St. Georgs-Kreuz, ist ein rotes Kreuz auf einem weißen Hintergrund. Weitere heraldische Symbole sind die Tudor-Rose und die Drei Löwen.

> Konstitutionelle Demokratie

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Englands

Sport

Siehe: Fußball in England, Rugby, Cricket, Snooker, Fernwanderwege (Vereinigtes Königreich) Können nicht Fußball spielen, obwohl sie es erfunden haben.

Verwaltungsgliederung

Die 39 historischen Grafschaften (engl. Counties)

Diese 39 historischen Grafschaften bestehen seit dem hohen Mittelalter. In ihrer Funktion als Verwaltungsbezirke sind sie seit Mitte des 20. Jahrhunderts mehrmals neu gegliedert worden, jedoch bestehen die historischen Grafschaften im Bewusstsein der Bevölkerung weithin fort. Größere Städte galten als Teil der Grafschaften, wurden jedoch als Boroughs eigenständig verwaltet.
- Siehe Traditionelle Grafschaften Englands

Die gegenwärtige Verwaltungsgliederung

Traditionelle Grafschaften Englands Traditionelle Grafschaften Englands Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Verwaltungsgliederung teilweise den neu entstandenen Ballungsgebieten angepasst. Dadurch veränderten sich auch die Grenzen der oben genannten 39 (historischen) Grafschaften (Counties). So wurde z.B. 1965 die Verwaltungseinheit Greater London eingerichtet. 1974 entstanden 6 Metropolitan Counties und die so genannten Non-Metropolitain Counties, darunter auch einige kleinere neue Grafschaften wie Avon, Humberside und Cleveland, die jedoch in den 1990er Jahren zum Teil wieder aufgelöst wurden (so auch Rutland oder Westmorland). Die Counties untergliedern sich in Bezirke (Metropolitain Districts bzw. Districts), die aufgrund ihrer Aufgabenstellung etwa den Stadtverwaltungen Deutschlands entsprechen. Diese Distrikte bestehen meist aus einer Vielzahl von Städten und kleineren Siedlungen, die jedoch keine eigene Verwaltung haben. Man spricht von einer "zweistufigen Verwaltung" (1. Stufe Grafschaften; 2. Stufe Districs) 1986 wurden die Grafschaftsräte bzw. -verwaltungen der Metropolitain Counties aufgelöst. Ihre Aufgaben wurden an die untergliederten Metropolitain Districts delegiert, so dass diese alle Aufgaben der Grafschaften und der Districs erledigen ("einstufige Verwaltung"). In ihrer Funktion können die Metropolitain Districts seither als "Unitary Authorities" bezeichnet werden. Dennoch wurde die Bezeichnungen der 6 Metropolitain Counties beibehalten und ist seither aber nur noch für die Beschreibung der geografischen Lage bzw. für statistische Zwecke von Bedeutung. Zahlreiche Non-Metropoltain Distrikts wurden Mitte der 1990er Jahre als Unitary Authorities aus den Grafschaften ausgegliedert. Sie erledigen seither die Verwaltungseinheiten der Grafschaften mit und sind somit den Metropolitain Districts vergleichbar. Die Grafschaften und Unitary Authorities Englands sind heute zu 9 Regionen zusammen gefasst. Zur Untergliederung der Regionen und Grafschaften siehe Verwaltungsgliederung Englands und Verwaltungsgrafschaften Englands.

Großstädte

Verwaltungsgrafschaften Englands In der englischen Sprache macht man einen Unterschied zwischen den Begriffen City und Town, was, ins Deutsche übersetzt, beides "Stadt" bedeutet. Das Recht, als "City" bezeichnet zu werden, besiegelt eine königliche Ernennungsurkunde, die so genannte Royal Charter. Meist orientierte man sich dabei daran, ob die betreffende Ansiedlung eine Kathedrale besitzt. Während beispielsweise das kleine Hereford mit nicht einmal 60.000 Einwohnern eine "City" darstellt, ist Stockport mit seinen 285.000 Einwohnern "Town". Die folgende Liste der "Großstädte" Englands beinhaltet auch die so genannten Metropolitan Boroughs. Manche dieser einzelnen Verwaltungsbezirke bestehen aus mehren Städten ("Town" oder "City"). So besteht der Metropolitan Borough Salford aus der City of Salford und anderen Städten, die man als "Town" bezeichnet, während der Metropolitan Borough Manchester lediglich aus der City of Manchester besteht. Diese Metropolitan Boroughs sind einstufige Verwaltungseinheiten, die man mit unseren kreisfreien Städten vergleichen kann. Metropolitan Boroughs fasst man in England zu Metropolitan Counties zusammen, die allerdings als Gebietskörperschaften keine Rolle mehr spielen. (Mehr dazu siehe: Verwaltungsgliederung Englands). Siehe auch: Greater London, Unitary Authority Die größten städtischen Verwaltungsbezirke in England mit mehr als 200 000 Einwohner (gemäß dem UK Census 2001 in tausend) sind:
- London (7 172)
- Birmingham (977)
- Leeds (715)
- Sheffield (513)
- Bradford (468)
- Liverpool (439)
- Manchester (393)
- Kirklees (389)
- Bristol (381)
- Wakefield (315)
- Wirral (312)
- Dudley (305)
- Wigan (301)
- Coventry (301)
- Doncaster (287)
- Stockport (285)
- Sefton (283)
- Sandwell (283)
- Sunderland (281)
- Leicester (279)
- Nottingham (266)
- Bolton (261)
- Newcastle-upon-Tyne (260)
- Walsall (253)
- Rotherham (248)
- Kingston upon Hull (244)
- Stoke-on-Trent (241)
- Plymouth (240)
- Wolverhampton (237)
- Derby (222)
- Barnsley (218)
- Southampton (217)
- Oldham (217)
- Salford (216)
- Tameside (213)
- Trafford (210)
- Milton Keynes (210)
- Rochdale (205)
- Solihull (200) Kultur

Das Gärtnern ist eine englische Leidenschaft; es stehen auch eine Vielzahl von Gärten für die Besichtigung offen.

Weblinks

als:England ja:イングランド ko:잉글랜드 ms:England simple:England th:แคว้นอังกฤษ zh-min-nan:England

Jütland

Jütland (dänisch Jylland) ist der kontinentale Festlandanteil Dänemarks, der die Kimbrische Halbinsel im Norden Schleswig-Holsteins fortsetzt. Im weiteren Sinne wird die gesamte Halbinsel einschließlich Schleswig-Holsteins so bezeichnet. Es ist 29.775 km² groß (das sind ca. 70 % der Gesamtfläche Dänemarks) hat aber nur 2,188 Mio. Einwohner (ca. 40 % der Gesamteinwohnerzahl). Jütland hat seinen Namen von den Jüten, einem germanischen Volksstamm, der im 5. Jahrhundert mit den Angeln und Sachsen nach England (an den Medway) auswanderte, teilweise teilweise in den ebenfalls germanischen Dänen aufging, die ihre Heimat von den besiedelten. Größte Stadt auf Jütland und zweitgrößte Stadt Dänemarks ist Århus, höchste Erhebung (und mit 171 m über NN auch die höchste Dänemarks) ist der Ejer Baunehøj (oder der nahegelegene Yding Skovhøj) bei Skanderborg, längster Fluss und auch längster Fluss Dänemarks ist die Gudenå mit 158 km Länge.

Landesgestalt

In Jütland setzt sich das schleswig-holsteinische Landschaftsbild nach Norden fort, mit Marschen an der Nordseeküste im Westen, einem Endmoränenrücken (Geest), der die Halbinsel in Nord-Süd-Richtung durchzieht, in der Mitte und lehmigem Hügelland, das aus den Grundmoränen der Eiszeit besteht, im Osten, insbesondere auf der Halbinsel Djursland fort, die zum Amt Århus gehört. Die heutige Topographie ist aber noch nicht alt, da sich Jütland entlang einer diagonal verlaufenden Kippachse im nordöstlichen Teil immer noch (10 mm/Jahr, ursprünglich 75 mm/Jahr) hebt und im Südwesten senkt. Die Halbinsel Djursland war z.B. bis in die jüngere Vergangenheit vom Kolindsund (einem Meeresarm) geteilt, der heute gänzlich verlandet, aber immer noch als flache, mitteldjursländische Ebene erkennbar ist. Nördlich von Esbjerg findet sich im Westen eine Ausgleichsküste mit hohen Sanddünen. Vom Limfjord wird Jütland in ost-westlicher Richtung durchschnitten. Mitten durch Jütland läuft, in Viborg beginnend und in Wedel bei Hamburg endend, der Ochsenweg oder dän. der Hærvejen (Heerweg). Historiker vermuten, das die Anfänge dieses Weges bis in die Steinzeit zurückreichen.

Verwaltungsgliederung

Steinzeit Jütland umfasst die dänischen Verwaltungsbezirke (Amt) gemäß Karte, und damit auch die Inseln Rømø und Fanø, sowie Alsen (Als), Læsø und Samsø;

Wirtschaft

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Bedeutende Städte


- Aabenraa (dt. Apenrade)
- Aalborg
- Århus
- Billund
- Brønderslev
- Ebeltoft
- Esbjerg
- Fredericia
- Frederikshavn
- Grenaa
- Herning
- Hirtshals
- Hjørring
- Holstebro
- Horsens
- Kolding
- Randers
- Ribe
- Ringkøbing
- Silkeborg
- Skanderborg
- Skagen
- Skive
- Sønderborg (dt. Sonderburg) (liegt größtensteils auf der Insel Alsen)
- Thisted
- Tønder (dt. Tondern)
- Vejle
- Viborg Kategorie:Halbinsel Kategorie:Geographie (Dänemark) ja:ユトランド半島 ko:윌란 반도

Herzogtum Sachsen

Das Herzogtum Sachsen war ein frühmittelalterliches Stammesherzogtum zwischen dem Niederrhein und der Unterelbe. Es wurde an der Wende vom 8. zum 9. Jahrhundert von Karl dem Großen erobert und dem Frankenreich angeschlossen. Das Kerngebiet des sächsischen Herzogtums umfasste das Gebiet der heutigen bundesdeutschen Länder Niedersachsen, Holstein, Westfalen und den nördlichen Teil von Sachsen-Anhalt. Heinrich der Löwe eroberte Mecklenburg und Pommern und erweiterte das Herzogtum so nach Osten. 1180 wurde das ursprüngliche Herzogtum Sachsen zerschlagen.

Geschichte


- Um 200 - 400 breiten sich die Stämme der Sachsen von ihren ursprünglichen Wohnsitzen nördlich der Elbe nach Süden bis in das heutige Westfalen und Ostfalen aus.
- Um 530 erreichen die Sachsen den Rhein.
- 531 zerstören Franken und Sachsen gemeinsam das Reich der Thüringer. Sachsen siedeln sich auch im Gebiet bis zur Unstrut an.
- Im 7. Jahrhundert beginnen die Sachsen, Herzöge zu wählen.
- 718 Der fränkische Hausmeier Karl Martell unternimmt einen Kriegszug gegen die Sachsen, da diese den Neustriern halfen.
- 743 Der fränkische Hausmeier Karlmann greift die Sachsen an, da diese Herzog Odilo von Bayern geholfen hatten.
- 772-804 führt Kaiser Karl der Große einen 32 Jahre währenden Krieg gegen das Herzogtum Sachsen.
  - 772 Karl beginnt den Krieg gegen die Sachsen, erobert die Eresburg (heute Obermarsberg bei Paderborn) und zerstört die Irminsul, ein sächsisches Heiligtum.
  - 773 Karl zieht nach Italien. Die Sachsen nutzen die Gelegenheit und erobern die Eresburg zurück.
  - 774/775 Karl unternimmt einen neuen Kriegszug gegen die Sachsen. Er erobert erneut die Eresburg, dazu die Sigiburg. Bei Höxter geht er über die Weser und zieht gegen die Ostfalen.
  - 776 Karl muss wieder nach Italien. Die Sachsen lassen auch diese Gelegenheit nicht ungenutzt und erobern die Eresburg und die Sigisburg erneut zurück.
  - 777 Karl hat inzwischen in Paderborn die Karlsburg erbauen lassen, um seine Herrschaft in Westfalen abzusichern. Dort hält er Heerschau. Einige Sachsen kommen und lassen sich taufen.
  - 779 Sachsenherzog Widukind aus dem Fürstenhaus der Brunonen beginnt einen Guerillakrieg gegen die Franken. Karl zieht mit seinem Heer bis an die Elbe.
  - 782 Karl läßt in der Nähe von Verden an der Aller aufständische Sachsen köpfen. Eine zeitgenössische Quellen spricht von 4500 getöteten Sachsen. Diese Zahl gilt in der aktuellen Forschung als massiv überzogen.
  - 783 Schlachten bei Detmold und am Fluss Hase. Die Sachsen verlieren. Widukind zieht sich in die Widukindsburg bei Rulle im Osnabrücker Land zurück.
  - 784 Schlacht im Dreingau.
  - 785 Die Franken nehmen Widukind gefangen, Widukind wird getauft.
  - 792-795 Erneuter Feldzug Karls gegen die Sachsen. 794 Schlacht auf dem Sindfeld.
  - 796-799 Die Sachsen machen erneut Aufstände gegen die Franken. Reichstag der Franken als Siegergeste 799 in Paderborn gehalten, mitten im Land der überwältigten Sachsen.
  - 804 Der letzte Aufstand der Sachsen wird von den Franken niedergeschlagen.
- 804 Das Herzogtum Sachsen - bestehend aus den Teilen Engern, Westfalen. Ostfalen und Nordalbingien ist nun dem Kaiserreich endgültig einverleibt.
- 852 Liudolf, Herzog in Sachsen, Nachkomme Widukinds und Stammvater der Ottonen, gründet das Kloster Gandersheim.
- 880 Brun, Sohn Liudolfs, fällt im Kampf gegen die Wikinger. Bruns jüngerer Bruder Otto wird Herzog.
- 912 Heinrich, Sohn Ottos, wird Nachfolger als sächsischer Herzog.
- 919 Der Sachsenherzog Heinrich wird als Heinrich I., auch Heinrich der Vogler genannt, auf dem Reichstag von Fritzlar zum König des ostfränkischen Reiches gewählt.
- 936 Heinrichs Sohn Otto I. wird in Aachen zum König erhoben.
- 938 Machtkampf Ottos I. mit seinem Bruder Heinrich und Halbbruder Thankmar, kriegerisch als Konflikt in Westfalen um die Burg in Dortmund und die Eresburg ausgetragen.
- 938 Hermann Billung wird Markgraf.
- 953 Hermann Billung von Otto I. zu seinem Stellvertreter in Sachsen ernannt und erhält damit de facto die Herzogstellung.
- 961 Otto II. wird Mitregent.
- 962 wird Otto I., der Große, zum römischen Kaiser.
- 973 stirbt Otto I., der Große, in seiner Pfalz Memleben. Otto II. wird Kaiser. Hermann Billung stirbt in Quedlinburg. Bernhard I. Billung wird Herzog in Sachsen.
- 983 Ein dänischer Aufstand beendet den zunehmenden sächsischen Einfluss in Haithabu. Erhebung der Slawen. Otto II. stirbt in Rom. Otto III. wird in Verona zum König gewählt.
- 986 Reichstag in Quedlinburg.
- 1002 Mit Otto III. stirbt der letzte sächsische Kaiser. Herzog Bernhard I. trotzt dem neuen Kaiser Heinrich II. die Zusicherung aller Stammesrechte für die Sachsen ab.
- 1011 Herzog Bernhard I. Billung stirbt. Sein Sohn Bernhard II. wird Herzog.
- 1042 Bernhard II. Sohn Ordulf Billung heiratet Wulfhild, die Halbschwester des dänisch-norwegischen Königs Magnus. Dänen und Sachsen kämpfen gemeinsam gegen die Wenden.
- 1059 Bernhard II. stirbt, die Herzogwürde geht über auf seinen Sohn Ordulf.
- 1066 Ordulfs Sohn Magnus betreibt den Sturz des Erzbischofs Adalbert von Bremen.
- 1072 Herzog Ordulf stirbt, sein Sohn Magnus wird neuer Herzog.
- 1106 Herzog Magnus stirbt ohne männlichen Erben. Ende der Billunger-Dynastie. Die billungischen Lande gehen über Magnus Töchter Wulfhild und Eilika an die Welfen und Askanier. Lothar von Süpplingenburg wird Herzog von Sachsen.
- 1112 Otto von Ballenstedt wird von Heinrich V. zum Herzog von Sachsen ernannt.
- 1115 Lothar von Süpplingenburg besiegt den Kaiser in der Schlacht am Welfesholz.
- 1125 Lothar von Süpplingenburg wird in Mainz zum König (Lothar III.) gewählt.
- 1137 Lothar III. stirbt. Der Welfe Heinrich X. der Stolze, seit 1126 bereits Herzog von Bayern, und Ehemann Gertruds, der Tochter Lothars III., wird sächsischer Herzog.
- 1138 Heinrich X. strebt nach der Königswürde, gerät jedoch in Reichsacht. Die Herzogwürde wird vom neuen König Konrad III. an den Askanier Albrecht der Bär (Schwiegersohn von Magnus) übergeben.
- 1139 Heinrich X. stirbt.
- 1141 Albrecht der Bär verzichtet auf die sächsische Herzogwürde, nachdem er sich gegen die Macht der Welfen nicht durchsetzen kann.
- 1142 König Konrad III. gibt die Herzogwürde an den Welfen Heinrich der Löwe. Dieser betreibt eine besonders intensive Expansionspolitik. Heinrich unterwirft die Slawen in Mecklenburg und Pommern (Slawenfeldzüge).
- 1180 Kaiser Friedrich Barbarossa entzieht Heinrich dem Löwen das Lehen. Das Herzogtum Sachsen endet durch Teilung. Die Erzbischöfe von Köln übernehmen Westfalen-Engern als eigenständiges Herzogtum, die Askanier mit Bernhard I. das reduzierte Herzogtum Sachsen mit Teilen Engerns und Ostfalen.
- 1201 Die Dänen erobern die sächsischen und unter sächsischer Lehnshoheit (Grafschaft Holstein, Grafschaft Ratzeburg, Grafschaft Schwerin stehenden Gebiet nördlich der Elbe.
- 1212 Durch Erbteilung im Haus der Askanier entsteht das Fürstentum Anhalt
- 1225 Das sächsische Recht wird im Sachsenspiegel schriftlich niedergelegt.
- 1227 Nach der Schlacht von Bornhöved endet die dänische Herrschaft nördlich der Elbe. Die Herzöge von Sachsen können die Grafschaft Ratzeburg als erledigtes Lehen einziehen.
- 1235 Hoftag zu Mainz. Erlass einer Landfriedensordnung durch Kaiser Friedrich II.. Nach jahrzehntelangen Thronfolgekämpfen Frieden zwischen Welfen und Staufern. Der Welfe Otto das Kind erhält den in den Kämpfen behaupteten Allodialbesitz im Raum zwischen Lüneburg und Braunschweig als eigenständiges Herzogtum Braunschweig-Lüneburg, aus dem später das Herzogtum Braunschweig, das Kurfürstentum Hannover und das Königreich Hannover hervorgingen.
- 1296 Der askanische Herzog Albrecht II. teilt mit seinen drei Neffen (Erich I., Albrecht III. und Johann II.) das (Rest-)Herzogtum Sachsen in die beiden Herzogtümer Sachsen-Lauenburg und Sachsen-Wittenberg. Das Herzogtum Sachsen-Wittenberg wird 1356 durch endgültige Übertragung der Kurwürde durch die Goldene Bulle zum Kurfürstentum Sachsen.

Herrscherhäuser


- Brunonen: Erster bekannter Herzog aus dem Haus der Brunonen ist Widukind. Die Stammlande der Bruonen befinden sich insbesondere im Ambergau (Einzugsgebiet des Flusses Nette) in Ostfalen. Auch die sächsischen Könige und Kaiser aus dem Geschlecht der Ottonen, auch Liudolfinger genannt, stammen aus dem Geschlecht der Brunonen. Erster sächsischer König mit Oberhoheit über die deutschen Stammesherzogtümer war Heinrich I..
- Billunger: Die Stammlande befanden sich im Wetigau. Vermutlich Nachfahren von Widukind. Erster namentlich bekannter Billunger ist Graf Wichmann Billing (Wychmannus comes), der 811 Verhandlungen an der Eider geführt haben soll und. Graf Wichmann II. ist Graf im Hamaland. Sein Sohn Graf Egbert, Großvater von Hermann Billung bekam von Arnulf Ländereien im Bardengau. Er starb 932. Hermann Billung war erster Billunger, der Herzog in Sachsen wurde. Ihm folgte als Herzog sein Sohn Bernhard I. Dieser erwirbt durch Heirat mit Hildegard von Stade das Land Hadeln. Aus dieser Ehe stammt Herzog Bernhard II. (gest. 1059). Sein Sohn, Herzog Ordulf, regierte bis 1072.
- Welfen: Heinrich IX. der Schwarze, Herzog von Bayern, ist durch seine Frau Wulfhilde, Tochter des Sachsenherzogs Magnus, mit den Billungern verbunden und tritt die Nachfolge in einem Teil der Billunger Lande an. Sein Sohn Heinrich X. von Bayern, der Stolze, heiratet Gertrud, Tochter Lothars III. von Süpplingenburg und wird so auch Herzog von Sachsen. Er ist Vater von Heinrich dem Löwen.
- Askanier: Otto Graf von Ballenstedt war der Vater von Albrecht dem Bären. Albrechts Nachkommen führen zu den askanischen Linien der Herzogtümer Sachsen-Lauenburg und Sachsen-Wittenberg sowie zu den Grafen von Weimar-Orlamünde, denen von Anhalt sowie den Markgrafen von Brandenburg.

Siehe auch


- Das Volk der Sachsen
- Liste der sächsischen Herrscher
- Herzogtum Sachsen-Wittenberg
- Kurfürstentum Sachsen, Königreich Sachsen
- Herzogtum Sachsen-Lauenburg Sachsen, Herzogtum Kategorie:Deutsche Geschichte Sachsen, Herzogtum Sachsen, Herzöge ja:ザクセン公国 ko:작센 공작령

Pikten

Pikten (v. lat. picti „die Bemalten“) ist der römische Name für Stämme mit präkeltischer Kultur in Schottland. Der Name wird auf die Sitte, sich mit blauer Farbe zu